Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Sweites Blatt Die„Sießener Famillenblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Seit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen 71 5 Freitag, 8. Oktober 1915 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul ⸗ straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S 51, Schrist⸗ leitung: 112, Adresse für Drahtnachrichten⸗ Anzeiger Gießen. Der neue Balkankrieg hat begonnen. Zar Nikolaus ist Oberbefehlshaber nur noch über das russische Heer, nicht aber über Balkan. Seine Rolle als Schiedsrichter ist dort ausgespielt, seine Ukase finden keine Beachtung mehr, und sein Ultimatum an Bulgarien hat eine runde Ablehnung erfahren, so daß der Vierverband nach dieser Abfuhr wohl oder übel die diplomatischen Beziehun⸗ en abbrechen mußte. Was nun? Wenn die Herren in ondon, Paris, Petersburg und Rom logisch handelten, müßte die Kriegserklärung alsbald salber müßte dieser neue Valkankrieg schon jetzt beginnen. Aber allem Anschein nach hat man sich innerhalb der Vierverbandsdiplomatie, deren Zerfahrenheit immer größer wird, über die weiteren Schritte noch nicht geeinigt. Doch was auch die Entwicklung auf dem Balkan mit sich bringt, in Bulgarien ist man darauf gefaßt und gerüstet. Das Organ des Ministerpräsidenten Radoslawow,„Narodni Prawa“, sprach es offen aus: Das Schwert hat das Wort! Was König Ferdinand nach dem letzten Balkankriege 9 0 daß Bulgarien seine 19255 vollen Fahnen eingerollt habe für bessere Tage, jetzt soll es wahr werden. Jetzt soll Bulgarien durch die Einverleibung des ihm von den Serben entrissenen Mazedoniens zum Groß⸗Bulgarien anwachsen, soll zugleich der Weg von Deutschland und der Donaumonarchie über Bulgarien nach der Türkei, der Weg vom Brandenburger Tor nach Konstan⸗ tinopel eröffnet werden. Das Zeichen zum Aufbruch kann nicht lange mehr ausbleiben, so hatte Radoslawows Blatt erklärt. Nun, unsere Truppen haben das Zeichen jetzt gegeben, indem sie die Drina, Save und Donau überschritten, den neuen Balkankrieg gegen Serbien mit schnellem Vorstoß und mit einem bedeut⸗ samen militärischen Erfolg eröffneten. So ist dieser Welt⸗ krieg wieder an dem Punkt angelangt, von dem er aus⸗ ging, auf dem Balkan. Hat sich der Vierverband wirklich eingeredet, daß er durch die völkerrechtswidrige Landung in Saloniki nicht nur Griechenland, sondern auch Bulgarien einschüch⸗ tern, am Ende sogar einen erneuten Druck auf Rumänien ausüben könnte? Jedenfalls ist die dreifache Spekulativu gründlich mißlungen. Der Versuch, Griechenland und Bul⸗ garien gegeneinander aufzuputschen, scheiterte an der alle Zukunftsmöglichkeiten erwägenden, weitausschauenden Poli⸗ lik der beiden Könige, die seit dem jüngsten Telegramm⸗ wechsel wieder den Weg zu einander gefunden haben in der leichen Sorge vor den Vampyrgelüsten des Vierverban⸗ 2 55 Nach Venizelos Plan sollte Griechenland sich auf Grund des Bündnisses mit Serbien, das doch in dem Augenblick gegenstandslos war, als die Serben das durch den Ver⸗ trag garantierte Gebiet freiwillig abtreten wollten, auf Rechnung des Vierverbandes die Fehde Bulgarien und die Türkei eröffnen. Den teil davon hätt 5925 und das jetzt enutzen wollte, um sich auf Kosten Griechen⸗ Konstantin icksal Ser⸗ die Landung der N Verbl. hen daß„nur die außerordentliche Treue des Volkes Das Kabinett Bratianu hält an der von der Kammermehr⸗ heit beschlossenen Neutralitätspolitik, für die sich drei Vier⸗ tel der Volksvertretung erklärt hatte, fest im Einvernehmen mit dem König, der an Staatsklugheit den bulgarischen und e Monarchen nicht nachsteht. a So ist das Balkanspiel endgültig verloren, denn die Balkanstaaten, soweit sie nicht wie Serbien in den Klauen des Vierverbandes stecken, wollen sich, dem Satze Taille⸗ rands folgend, nicht mit einem Leichnam verbünden. Die italienische Meldung, daß die weiteren Truppenlandungen in Saloniki bis zur Klärung der Lage eingestellt worden seien, hat viel für sich, denn 8 des Umschwunges in Griechenland wird dem Vierverband zum Schluß nichts anderes übrig bleiben, als das ganze Saloniki⸗Abenteuer aufzugeben, wie er wohl oder übel auch das Dardanellen⸗ Abenteuer über kurz oder lang abbrechen muß. Den Schau⸗ platz des neuen Balkankrieges bestimmen nicht mehr die auf allen anderen Kriegsschauplätzen geschlagenen Vier⸗ verbändler, sondern vielmehr die siegreichen Zentralmächte haben ihn bereits bestimmt mit der Ankündigung im deut⸗ schen Generalstabsbericht vom 7. d. Mts., daß die Truppen 155 Verbündeten die Drina, Save und Donau überschritten haben.. Berlin, 7. Okt.(Priv.⸗Tel.) Der„Berliner Lokalanzeiger“ meldet aus Chiasso: Der„Corriere della Sera“ berichtet aus Athen vom 6. Oktober, daß die begonnene Truppenlandung des Vier⸗ 5 in Salonik bis zur Klärung der Lage eingestellt wor⸗ ei. Sofia, 7. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bul⸗ garischen Telegraphenunion. Der deutsche außerordent⸗ liche Botschafter Fürst Hohenlohe traf auf der Rück⸗ reise von Konstantinopel hier ein. Er wohnt als Gast des Königs im königlichen Palast. 8 55 Sofia, 7. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Bul⸗ garischen Telegraphen⸗Agentur. Der Botschafter Für st Hohen⸗ Lohe ist heute früh nach Bukarest abgereist, wo er sich einige Tage aufhalten wird. ö London, 7. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Burcaus. Die„Times“,„Morning Post“, „Daily News“ und„Daily Chronicle“ besprechen die griechische Krise und gelangen einstimmig zu dem Schlusse, die einzige Möglichkeit zur raschen Beendigung der unerträglichen Lage sei, die in Saloniki gelandeten Streitkräfte sofort soviel wie möglich zu vermehren und sie durch ein mächtiges Ge⸗ schwader zu unterstützen. Die„Times“ und die„Morning Post“ dringen außerdem darauf, der griechische König solle aufgefor⸗ dert werden, unzweideutig seine Absichten zu erkennen zu geben. . Aus Stadt und Cand. Gießen, 8. Oktober 1915. 955 e ins Feld. Der Vaterländische Frauenverein beabsichtigt, wie wir kürzlich mitgeteilt haben, in seinen 2150 Zweigvereinen am 22. Oktober, am Geburtstage der Kaiserin, von den deutschen Frauen eingekochtes Obst und Fruchtsäfte für die Kämpfer in den Schützengräben und für die Feld⸗ und Heimatlazarette in Empfang zu nehmen. Sicherlich wird der Hinweis auf diese Sammlung noch manche Hausfrau veranlassen, die Früchte, die der Herbst jetzt spendet, für den genannten Zweck zu sterilisieren und auch Fruchtsäfte bereit zu stellen. Gerade der Monat Oktober liefert ja in Apfel⸗ saft, Birnensaft, Schlehensaft, Ebereschensaft, Berberitzensaft noch eine reiche Auswahl an kühlenden und erfrischenden Getränken. Nun besteht aber die Möglichkeit, daß in manchen Haushaltungen ein Mangel an leeren Flaschen herrscht, während in an⸗ deren Wein⸗ und Likörflaschen im Ueberfluß vorhanden sind, die sich vortrefflich zum Einfüllen der Fruchtsäfte eignen. In An⸗ betracht des guten Zweckes ergeht deshalb an unsere Hausfrauen die Bitte, überflüssige, saubere Flaschen an solche Haushaltungen abzugeben, die sich an der Sammlung beteiligen wollen und denen es an Flaschen für Fruchtsaft fehlt. Die Schulfugend ist sicher überall gern erbötig, den Transport zu übernehmen. Am zweckmäßigsten setzen sich die einzelnen Zweigvereine mit den Schulleitern in Verbindung und erbitten deren Zustummung zur Beschäftigung der Jugend in genannter Weise. 5 Von den Durchbruchsversuchen im Westen erzählt ein uns zur Verfügung gestellter Feldpostbrief eines Gießener Reserveleutnants wie folgt: „Gestern hatten wir wieder einen großen Tag, die Franzosen leisteten sich das Vergnügen, anzugreifen, wurden aber kräftig abgeschmiert. Schon die ganzen Tage davor hatten uns die Fran⸗ zosen mit fürchterlichem Artilleriefeuer überschüttet und auch schwere Minen mit 3 großen Minenwerfern auf unsere Stellung geworfen. In der Nacht vom 19. auf 20. lamen wir in Reservestellung, während das 2. Bataillon in Stellung kam und zwar in den Abschnitt, den wir sonst immer besetzten, die 8. Kompagnie. Wir sollten eigentlich 9 Tage in Reserve liegen, doch durch das furchtbare Feuer war die 8. Kompagnie der⸗ maßen erschüttert, daß sie am 24. abends für 48 Stunden um Ablösung bat. Am 25. morgens gegen ½5 Uhr war die Ab⸗ lösung beendet und schon gegen 6 Uhr setzte das fürchterlichste Artilleriefeuer ein, das ich je in diesem Kriege erlebt habe. Selbst in der Champagne war es nicht so schlimm gewesen. Kurz nach 9 Uhr merkte ich, daß das Hauptfeuer mehr na rückwärts verlegt wurde. Es sah nun schnell einer von uns, ie wir im Granat⸗Stollen saßen, heraus über die Deckung des Graben⸗ randes und meld⸗te chich schon, daß die Franzosen an⸗ greifen. Nun aber wir heraus aus dem Stollen, und da sah ich zu meinem Schrecken, daß die Franzosen die erste Stellung über⸗ liefen, ja am linken Flügel die 2. Stellung— in der ich lag sogar auch schon überrannt hatten. Nun war guter Rat teuer, denn die Kerle kamen in einer derartigen Uebermacht, daß ich mit den paar Leuten, die mit mir im Stollen gelegen hatten, nichts dagegen anfangen konnte. Ich warf den Franzosen noch ein Dutzend Handgranaten zwischen die Beine, ließ meine paar Männekens noch einmal gründlich Schnellfeuer abgeben und zog mich dem Graben nach rechts vor, wo es noch ziemlich frei vom Feinde war. Dort stieß ich auf den Kompagniefeldwebel der 11. Kompagnie, der etwa 8 Mann bei sich hatte. Darüber war ich heilfroh, denn mit meinen 6 Mann hatten wir doch dann wenigstens eher Aussicht, der Gefangenschaft zu entgehen. Die 2. Stellung war inzwischen auch von den Unsrigen besetzt, so daß wir wenigstens den Rücken frei hatten. Und nun feuerten wir, was nur das Zeug hielt, in die dicken Haufen der Fran⸗ zosen und zwar sowohl von vorn wie auch den beiden Seiten. 5 Rechts von uns waren die Franzosen schon sehr weit durch, und auch links waren sie schon weit genug. Am rechten Flügel wurden die Kerls nun zuerst zurückgetrieben und auch von der Front kamen die Franzosen nicht mehr heran. Nun hieß es, sie auch bei uns hinaustreiben. Wir gingen nun in unserem Graben nach links wieder vor mit unseren 15 Mann und 5 brüllten Hurra, was das Zeug hielt, gleichzeitig gingen aus 5 der 3. Stellung Teile der 8. Kompagnie zum Angriff vor 1 worauf sich die Franzosen trotz ihrer großen Uebermacht flucht⸗ 5 artig zurückzogen und auch über die 1. Stellung zurück⸗ 5 gingen. Nebenbei bemerkt, war das schon keine Stellung mehr, sondern nur noch ein Granatloch am anderen, ebenso war die 2. Stellung, in der ich mit dem ersten Zug in Reserve gelegen, an einigen Stell vollkommen eingeebnet. Unsere Artillerie funkte nun noch fürchterlich in die zurückgehenden Franzmänner und brachte ihnen kolossale Verluste bei. Um ½12 Uhr hatten wir die Sache geworfen und die Gräben waren vollkom⸗ men frei, außer einigen Gefangenen und den verwundeten und toten Franzmännern. Um 3 Uhr griffen die Feinde in dem rechts an uns anschließenden Abschnitt noch einmal an, kamen 9 aber nicht weit und wurden, unter nochmaligen fürchter⸗ 5 lichen Verlusten, von 3 Seiten unter Infanteriefeue: und f Artilleriefeuer genommen, zurückgeschlagen. Jedenfalls hatten die 4 Franzosen eine große Sache vor, denn ein Gefangener sagte uns, 1 daß drei Kapallerie⸗Brigaden bereit standen, außerdem wurde eine direkt hinter der französischen Stellung auffahrende f Batterie von unserer Artillerie vollkommen erledigt. Hauptsache 1 ist, daß wir den Franzmännern wieder mal gezeigt haben, daß 5 ein Durchbruch nicht gelingt. 0 1 Landkreis Gießen. au- Heuchelheim, 6. Okt. Der von hier ürtige, in Ober⸗Ohmen 1 0 Alsfeld) angestellte Lehrer K. Gorr, Leut⸗ N nant d. R., starb am 30. September an den Folgen der kurz 3 zuvor empfangenen Verwundung. Ein in die von ihm geführte 2 Kolonne eingeschlagener Granatvolltreffer setzte seinem Leben ein. Ende.— Sanitätsgefreiter Fr. Reuschling, im Landwehr⸗ 3 Infanterie⸗Regiment 116, ebenfalls von hier, wird als ver⸗ 1 mißt gemeldet. 5 Kreis Friedberg. a 4 „Friedberg, 7. Okt. Der ganze Kreis Friedberg. 5 ist, nachdem in Wölfersheim und Rodheim die Maul⸗ und Klauen⸗ 5 seuche erlosch, vollständig seuchenfrei geworden. Hessen⸗Nassau. F. C. Marburg, 7. Okt. Mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse wurde der Direktor der medizinischen Klinik, Geh. Medizinalrat Professor Dr. Matthes, ausgezeichnet. „Spangenberg, 7. Okt. Der 69 jährige Land⸗ wirt Albert Schonert, der schon 1870—71 mit Auszeich⸗ Münchner Brief. Aus München wird uns geschrieben: Nun erleben wir wieder jene schönen Herbsttage, die für München sprichwörtlich ge⸗ worden sind. Der Lenz ist in Oberbayern zumeist regnerisch und kalt, aber in den Zeiten des Frühherbstes kommen Tage, die einander gleichen wie Schwestern von edlem, schlankem Wuchse; und in ihren Augen liegt Klarheit und Kühle. In langer Kette stehen sie im Spaliere, da das Jahr langsam und bedächtig abschreitet. Und sie lächeln bisweilen die wehmütige Erinnerung des geschie⸗ denen Sommers oder gedenken in ernster Hoheit der Schwanen⸗ weiße kommender Wintertage. 5 Diese Tage fallen gewöhnlich in die Zeit, da das Oktober⸗ fest stattfindet. Und, wenn Frieden im Lande geherrscht hätte, dann wäre auch diesmal jenes Fest begangen worden, das fast drei Wochen lang eine Volksgaudi großen Stiles abgibt, Ein Fest⸗ platz wäre entstanden, so ein richtiger Amüsierrummel mit Ver⸗ kaufsbuden und Schauzelten und Bierhallen und Karussells. Und eschminkle Ausrufer hätten zu Otto dem Hungerkünstler und dem ben Ramlo eingeladen. Und Steckerlfisch, Bratwürscht und Spießhähnderln wären zum Gegenstande üppiger„Völlereien“ geworden. Das Oktoberfest hat aber nicht nur seine große Bedeu⸗ tung als Gelegenheit vergnüglichen Geldumsatzes— es ist auch eine große, bedeutsame landwirtschaftliche Ausstellung. Im ganzen aber, eine Art„herbstlicher Faschings“ war das Oktoberfest ein trefflicher Ausdruck süddeutscher Lebensfreude. Zweimal wurde es gering nun schon dem Kriege zum Opfer gebracht. un werden wir wieder auf'die Schwantalerhöse pilgern, um„nur im Nebel“ den Heimweg ins ferne Schwabing zurückzufinden? Jetzt ist die Zeit der Geschütze, nicht die der Tanzmusik! Die Zeit des Opferns und des Verzichtens guch. Das weiß der Münchner und fügt sich ohne Murren darein. Er hat sich schon ganz gut damit abgefunden, daß es keine Weißwürste mehr gibt, und auch an die Neuordnung der Bierverhältnisse, die einschneidendste Maßnahme, die tief in des Münchners Gewohnheiten griff, hat man sich nun nachgerade gewöhnt... In diesen Tagen findet auch in München die Nachmusterung der früher Ausgemusterten statt. „Nun wird's bald gar saan mit'ne Krieg, wann wir einrucka“, meinte einer von ihnen in humorvollem Skeptizismus. Immerhin erwies sich mancher, der ehemals den„gelben Schein“ erhalten hatte, als geheilt und aussichtsreicher Zukunftssoldat. Durch die ständig sortdauernden Einberufungen werden natür⸗ licherweise alle Berufe und Betriebe in heftige Mitleidenschaft 11125— Vielfach können freilich die zum Soldatendienste gerufenen Männer durch weibliche Hilfskräfte ersetzt werden. So t sich denn auch der Münchener Magistrat entschlossen, dem Beispiele 5 anderer Städte zu folgen und in seine Straßenbahnbetriebe weib⸗ liches Personal einzustellen. Lange hatte man sich dagegen ge⸗ sträubt. Der Hauptberuf der Münchener„Frau aus dem Volke“ ist der einer Kellnerin, des„Bier⸗ oder Wassermädls“. Aeltere Jahr⸗ gänge werden bisweilen in städtische Dienste als Straßenbahn⸗ Schienen⸗Reinigerinnen oder Dienstfrauen oder auch in königliche als Hofbräuhaus⸗Kellnerinnen genommen. 2— Trambahn⸗ schaffnerinnen? Vermittlerinnen des Verkehrs? Nein! Man scheute sonderbarerweise davor zurück, Frauen auf der Plattform der Straßenbahnwagen mit dem Publikum in dienstliche Verbindung zu bringen. Hielt man im Magistrate die Münchener Bevölkerung für gar zu unreif, als daß man das Experiment des Geschlechter⸗ tausches bei der Trambahn hätte wagen können? Für unreifer als die Leute in Berlin und Breslau und in all den anderen Städten, die längst das Schaffnerinnensystem mit gutem Erfolge eingeführt haben? Nun, wir werden ja sehen, wie sich die neue Einrichtung in München bewähren wird. Jedenfalls wird das kommende Er⸗ eignis der Trambahnschaffnerin in München lebhaft besprochen. Man erzählt sich, daß viele Kellnerinnen den neuen Beruf ergreifen wollen. Da man jetzt um 12 Uhr Polizeistunde hält, und da die not⸗ wendige Biersparsamkeit den Besuch der Wirtschaften nicht eben günstig beeinflußt, erhoffen sie sich von dem„stehenden“ Berufe größere Aussichten als ihnen jetzt blühen. Und die Gefahr, sitzen zu bleiben, ist ja ber einer Trambahnschaffnerin auch ziemlich Das Münchener Kunstleben ist jetzt ein wenig stiller. Die„Sezession“, die einzige große Ausstellung dieses Sommers, wird nächstens geschlossen werden. Dafür entfalten die Theater eine um so lebhaftere Tätigkeit. In den königlichen Theatern wird vom 1. Oktober ab wieder täglich gespielt werden. Der Ausfall an Schauspiel⸗Vorstellungen, welcher durch die bisherige Ein⸗ schränkung des Betriebes unvermeidlich war, wird durch die Zu⸗ teilung einer entsprechenden Anzahl Opern wettgemacht werden. Als nächste Novität bereitet die Oper„Don Juans letztes Aben⸗ teuer“, Text von Otto Anthes, Musik von Paul Graener, vor. Sodann wird voraussichtlich eine Neueinstudierung der„Rose vom Liebesgarten“ von Hans Pfitzner folgen. Im Laufe der kommenden Spielzeit werden auch mehrere Opern⸗Uraufführungen stattfinden; zum Teil Werke junger Komponisten, denen damit zum ersten Male der Weg in die Oeffentlichkeit geebnet werden soll. R. R. * Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. „Einige Tausend Gefangene wurden gemacht.“ So las am Stammtisch der Baurat aus dem Tagesbericht des Großen Hauptquartiers.„Das müssen wohl drei oder vier tausend! 2000 Gefangene sein“, fügte er hinzu.„Müssen?“ widersprach ihm sein Nachbar, der Arzt,„damit können auch dreizehn oder vierzehn hundert Gefangene gemeint sein“.„Unmöglich!“ verteidigte sich erstaunt der urat,„einige Tausend bedeutet doch mehrere Tausend“.„Das stimmt nicht fiel der Chemiker ein,„man sagt doch: der Mann ist einige 40 Jahre alt und versteht doch darunter nicht dreimal oder viermal vierzig, sondern 43 oder 44 Jahre“ „Und ich bin der Ansicht“, warf der Kaufmann ein,„daß der Aus⸗ druck, der Mann ist einige 40 Jahre alt, ungefähr 40 Jahre alt bedeutet, so daß der Ausdruck richtig ist, wenn der Betreffende 38 oder 39 Jahre alt ist. Man sagt ja auch im Französische⸗⸗ il avait quelque quarante ans und versteht unter quelque durch⸗ aus den Sinn von ungefähr oder etwa, weshalb es auch in diesenr 1 das s der Mehrzahlform nicht erhält“.„Wenn einige Tausend drei oder vier Tausend bedeuten soll“, pflichtete ihm der Gewerberat bei,„dann müßte es doch heißen: einige Tausende“ „Was meinen Sie denn?“ wandte sich der Baurat an den Sprach⸗ lehrer, der an der Ecke des 1 dem Wortgefecht lächelnd zuhörte.„Meine Herren“, erklärte diefer,„das Hauptquartier hat g das Tausend als Maßbestimmung gebraucht, und manche säch⸗ 1 liche wie auch männliche Maßbestimmungen nehmen das Endungs⸗e der Mehrzahl nicht an. Diese Einbuße der Biegungsform kommt daher auch bei Maßbezeichnungen wie drei Dutzend Zigarren, 1 fünf Schock Stroh, acht Pfund Zucker vor. Das unbestimmte Zahl⸗ 5 wort einige hat mehrere Bedeutungen in unserem Sprach⸗ 1 gebrauch. Erstens bezeichnet es soviel wie etwas darüber; der 5 Sprachfors cher Grimm meint, zwei, drei oder höchstens vier darüber; 1 es entspricht der Zusammenzählung bei den Zahlenbildungen 1 21—29, 31—39 usf. Man sagte früher: er ist einige und vierzig Jahre alt; das„und“ ließ man aber später meist weg, wenn einige voraufging. Da also„einige“ stets nur Einer, nie aber Zehner oder Hunderter bezeichnet, so kann einige Tausend g nicht 1300 oder 1400 bedeuten. Zweitens 8 einige wje das 5 französische quelaue den Sinn von etwa. Er ist einige vierzig. Jahre alt bedeutet hiernach zwar auch: etwa vierzig Jahre alt, aber dieser Gebrauch ist selten und wird von den strengen Gram⸗ matikern getadelt. Ganz ausgeschlossen jedoch ist, i„ „Multiplikation“ mit Zehnern zu benutzen, als ob ei etwa 3 40 oder 120 seien; denn Vierzig ist keine Wohl aber kann einige Tausend ein„Mi ltiplikatior sein und ist es auch in der Sprach ohnheit der me Somit drückt es den Zahlbegriff in derselben Weise aus, wie es schon seit der gotischen Zeit mit jedem Mehrfachen von Taufend geschieht, und wonach 2000, 3000, 4000 eigentlich 2, 3, 4 4000 heißt. Demnach bedeutet einige Tausend immer 5 —— Teich(ln 2 n erschienen. A mung als Freiwilliger im Kasseler Artillerie⸗Regiment mitkämpfte, ist fetzt abermals freiwillig bei seiner alten Truppe ernge⸗ treten. Mit zwei Söhnen steht der Wackere bei derselben Batterie und trägt trotz feines hohen Alters die Mühen des Feldzuges mit eit. Frankfurt a. M., 7. Okt. heute nachmittag ein Artillerie⸗Wachtmeister beim Ab- springen von einem schnellfahrenden Straßenbahnwagen zu Fall und geriet vor die Räder, die ihm beide Beine unterhalb des Rnies abfuhren. Auf dem Bahnhofsplatze kam Der Vorsitzende der Tagung, Amtsgerichtsrat Dr. Höhne (Berlin), erörterte in seiner Begrüßungsansprache die Bedeutung der Erhaltung der durch den Krieg a zerrissenen Familien⸗ bande vor allem im Hinblick auf das lem der Klein⸗ en Oberbürgermeister Voigt(Frankfurt) verbreitete sich über die Frankfurter Einrichtungen der Kleinkinder⸗ Fürsorge, wobei er letztere als eine Frage von hoher nationaler Bedeutung bezeichnete, die nach dem Krieg besonderer Vertiefung und Lösung bedürfe. 8 Im Mittelpunkte des Abends standen Vorträge über„Die Aufgabe der Jugendfürsorge nach dem Kriege, namentlich in der der deutschen Jugendfürsorge“. e nahmen zahlreiche Vertreter deutscher Staaten, Städte und Körper⸗ schaften teil, in großer Anzahl sind auch Geistliche aller Konfessionen i uch die verschiedenen Ministerien Preußens, Hessens und Badens haben Vertreter entsandt, ebenso die Provinzen Rheinland, Hessen⸗Nassau, Oberhessen(Geheimerat Tr. Usen⸗ ger), Starkenburg und Rheinhessen, ferner sind anwesend Ver⸗ der Großherzogin von Hessen und der Prinzessin Friedrich treter ro Karl von Hessen. Wermelungen LL Zimmer: 3-Zimmer-Wohnung mit großem Gartenanteil ist ver sofort oder später an ruhige Leute zu vermieten. 72127ʃ Schöne Aussicht. 3 ⸗Zimmer⸗Wohnung zu verm. Riegelpfad 22 1. Verschiedene Haus als Alleinwohnung 4 Zimmer mit Obstgarten entl. Stallung zu vermieten. Näh. bei Liebmann Bär, Liebigstraße 3. 78 [Abl. Zimmer e pension Minerva“ Wetzlarer Weg 15.%% Bestempfohlene Familien⸗ pension.. an Bedienung.— Bad elektr Licht. Telef 819. Schön möbl. Zimmer frei. Köhl. Zimmer m. elektr. Licht zu verm. Püwengasge 5 I. 488 Laden u. dg. 05495] Scheuer u. Stallung auch als Lagerraum zu ver⸗ mieten. Löwengasse 11 p. Mietgesuche Lehrerin sucht 1 oder 2 einfach möbl. Zimmer Nähe Nord⸗Anlage. Schriftliche Angeb. unt. 05519 an d. Gießener Anzeiger erb. Stellesfängsbate Jungen Shreib⸗geßilfen Provinz.⸗Siechenanstalt. junger Mann mit doppelter Buchführung vertraut, in das Bureau einer Maschinenfabrik, nahe Wetzlar, gesucht. Eventuell älterer Herr mit unbeständig. Arbeitszeit. Gefl. Angebote schriftlich erbeten an wünelm Sehmidt, Goethestr. 23.[7945 Wir suchen bei gutem Lohn zu möglichst sofor⸗ tigem Eintritt für unser Bureau einen 7944 jungen Mann für Botengänge und Re⸗ gistraturarbeiten. Schrift⸗ liche Angebote an Bänninger, 6. m. b. H., Gießen. 1 rößexes Kontor zum 3 Eintritt Tarr dae bane die in kaufm. Arbeiten be ⸗ wandert sind, gesucht. Schriftliche Angebote unter an die Geschäftsstelle des Gietzener Anzeigers erbeten. Hausbursche Uriegstagung der deutschen Jugendfürsorge. Frankfurt a. M., 7. Okt. begannen heute abend unter Im Bürgersaal des Rat starker Beteiligung aus allen des Reiches die Verhandlungen der„Kriegstagung An den Konferenzen Kleinkinderfürsorge“, von tschulrat Prof. Dr Ziehen Frank⸗ furt a. M.) und Pastor Lic. Siegmund⸗ Schulze(Berlin). „[Prof. Dr. Ziehlen bot in seinem ausgezeichneten Vortrage zu⸗ nächst einen geschäftlichen Ueberblick über die volkswissenschaft⸗ lichen Grundlagen unserer Kinderfürsorgetätigkeit. Diese wurzelt in den Arbeiten Oberlins, der Fürstin Pauline von Detmold und Johannes Falks in Weimar, sie wurde auf breiterer Basis fortgeführt durch Fliedner(Kaiserswerth), Wichern(Rauhes Haus) und eine Anzahl katholischer und jüdischer Geistlicher. Dann folgt Fröbel mit seiner alles um⸗ spannenden Tätigkeit. Große Fort chritte wurden in der Folge erzielt durch die freiwillige Mitarbeit der gebildeten, vermögen⸗ den Laienwelt, die Hereinziehung der Gemeinden in das Arbeits⸗ feld und die Mitwirkung des Staates. Eine wirksame Förderung, N N 1 7 5 1 N 2 5 vielleicht die pedeutsamste, erfuhr die Kleinkinderfürsorge edoch durch die deutsche Sozialdemokratie, deren Tätigkeit auf diesem Gebiete selbst ihr grö Gegner anerkennen muß. Der Ruf der Sozialdemokratie nach Kleinkinderfürsorge war der Notschrei der Bedrängten, der endlich Erhörung fand. In Zukunft soll die Kinderfürsorge durch eine bessere Lebensführung unseres Volkes sich kennzeichnen unter Unterstützung aller Parteien, ohne jede Ein⸗ seitigkeit und immer unter Betonung des nationalen Ge⸗ meinschaftlichkeitsgefühls, das der große Krieg uns lehrte. Die Kinderfürsorge soll durch Schaffung neuer Verwaltungs⸗ organe, den Ausbau der Wirtschaftslehre für die ideellen Güter der Nation und praktische Volkserziehung des deutschen Volkes größte Zukunftsaufgabe sein. Anfänge hierzu sind im„Zentral⸗ institut für Erziehung und Unterricht zu Berlin“ vorhanden. Pastor Siegmund ⸗ Schultze(Berlin) sprach über„die Erziehung der schulpflichtigen Jugend im Alter von 10—14 Jah⸗ ven“, die gegenwärtig durch das Fehlen der Väter besonders im argen liegt. Für diese 1 empfahl er Schaffung von „Jugendklubs“ mit Selbstverwaltung, enge Verbindung von Jugendfürsorge mit Jugendpflege, Gründung von Nachbarschafts⸗ organisationen, Schaffung des Arbeitszwanges für die Großstadt⸗ jugend, Besserung der Wohnungsverhältnisse, Bildung von Jugend⸗ ämtern und Verbot des frühzeitigen Zuzugs der Landjugend in die Großstadt. Beide Vorträge fanden lebhaften Beifall. 15 Junger Mann 8 oder 8 jüng. Fräulein welche schon in kaufmänn. Betrieben tätig waren, per sofort gesucht. Schriftl. Angeb. unter 7939 an d. Gießener Anzeig. erb. 7951] Jüng. od. militärfreier Verkäufer pex sofort gesucht. Emil Pistor Nachfolger, Eisenhandlung. Tücht. Schreiner und Wagner militärfrei, für dauernde Be⸗ schaftigung gegen hohen Lohn sofort gesucht. 17820 Propellerverke, Frankiurt a. Main UAfnderrodestrafe B. Wagner oder Schreiner sofort gesucht. 65⁵⁰⁵ Bahnhofstraße 31. 05512 Arbeiter gesucht. Hoflobnkutscherei Huhn. Aal. Pabrharsehe sofort gesucht. 7911 Emil Schmall, Biergroßbdl. Junger, braver Hausbursche am liebsten vom Lande, ver sof. ges. Kaiser-Allee 11 l. Lad. Ein den der Fabrikgeschäft auf dem Lande sucht zum möglichst sofortigen Eintritt Z2WeI Lonlorsbnnen welche in allen kaufmännisch. Arbeiten bewandert sind. Schriftliche Angebote unter, 78740 an den Gieß. Anz. erb. Ko 1 in 77610 zum 15. Novbr. 1915 gesucht. Lazarett I. Braugasse. Ordentl. Dienstmädchen? ges. B. Hühl, Bahnhofstr. 26. oss Durchaus tüchtige Putzverkäuferin ces ang eech. für unsere bedentende A. Salomons Cie. Schulstrasse 4 lion Suche tücht. Person z. allein⸗ stehendem Herrn. Ferner suchen mehrexre Mädchen Stell. zum 15. Oktober. 05520 acht Morgenstellun Schriftl. Angebote unt. 05513 an d. Gießener Anzeiger erb. Frau Margaretha Pitzer, ge- werbsmäßige Stellenver⸗ mittlexin, Rittergasse 11 p. Lehrmädchen gegen sofort. Vergütung Dienstmädchen Laushatterin in mittl. Jahren sucht Stelle]! e in frauenl. Haus⸗ alt. unter 05518 an den Gießener Schriftliche Angebote 05518 möglichst per sosort oder 15. Oktober gesucht.. Mahenm ol, Selterzveg 30. en Dienstmädchen per 1. November mit gut. Zeugn. gesucht. Wetzsteingasse 10. Anzeiger erbeten. Dtsch. Schäferbund, schön. Tier, in gute Hände billig abzugeben. mann, Butzbach. J. L. Schar⸗ 05486 Sof. ges. zur Ausbilse tüchtig. Stundenmädchen Größere Dezimalwage? zu vexk. Seltersweg 52 H. 7930] Henselstraße 4 v. Stellenge sub ung. Mädchen pon erg 6—„521 Kommode zu kaufen gesucht⸗ Neuer Ueberzieher u. Stiefel für 15—17 jährige zu verkaufen. Liebigstraße 83 J. Aalgesüöhse 5 9 Oerrenkleider, Kinderbettchen für Kriegsdauer zu leihen oder zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 05521 K an den Gießener Anz. erb. Tomme von ausärts zum Ankauf besser., getrag. 1 r, allerband Stiefel, Wäsche, Zabhn⸗ Gebisse usw. Schriftliche Angebote unter 7890 an den Gießener Anzeiger erbeten. elieenes Geb. Herr Kaufmann, 30 Jahre, sucht, da hier fremd, mit junger Dame bekannt zu werden. Tamilienanschluß erwünscht. Schriftl. Angebote unt. 05510 an d. Gießener Anzeiger erb. Efpfehlungen Fleischwurst u. Preßkoyf wieder eingetroffen. Pfund Mk. 1.50. Lebensmittel- Haus, Harktstrase 14. 9525 Artikel für Feld-Sendungen lose und in Packung. Große Pulver! Back⸗ imbeersaft⸗ Brause⸗ onig⸗ akao⸗ Simonade⸗ Si⸗ Vudding⸗ Sierkuchen⸗ Saligyl⸗ f Vanillin⸗ i Vanillesauce⸗Pulver usw. empf. Adler-Drogerle, Seltersweg 39, Otto Schaal. 786 Kopfwaschen mit dem neuesten elektrischen Trockenapparat und Frisieren 1. Damen⸗Frisier⸗Geschäft 1 Kapfanduafse f Raupenleim saccachh Gürtelpapier(wegzer⸗ Formalin Casta reg Gust. Walter Mänusburg 18. 7948 7940 Von heute an wieder Pferdlefleisch und Wurst 5 seffen er nen s rankenhausen. lng.-u. Werem.-Abt. Gr. Masch.-Lab. zahlung! Möbel- Spiegel- Betten Ganze Wohnungseinricht Büfetts, Schreibt., Teppi che Garderobe 0 für Herren und Damen Otto Schaaf, 23. Staunend billige Preise Kleine Anzahlung! Kleine Raten! f abends 9 1 in der Wirtschaft Sambrinus, 9 Kirchstraße. 8 Tages⸗Ordnung;: 1. Bericht⸗ erstattung. 2. Rechnungs⸗ ablage. 3. Verschiedenes. Wir laden recht herzlich 1 b ein u. bitten um zahlreichen Bahnhofstrasse 29 Besuch Der Vorstand. Kredit nach auswürts 4, 22 2 und Damenabtellung. Samstags, 9. Oktbr., abds. 9 Ubr, Vereinsabend. 80 Zahlr. Erscheinen erwünscht. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Bildung der Schöffen⸗ und Schwurgerichte. Die Urliste für die Schöffen und Geschworenen liegt von Samstag, den 9. Okrober bis Samstag, den 16. Ok⸗ tober l. J auf dem Stadthaus, Zimmer Nr. 8 zu jeder⸗ manns Einsicht offen. Innerbalb der Ofsenlegungsfrist kann gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Urliste Einspruch erhoben werden. 7985 B Die im September 1898 geborenen Landsturm⸗ pflich igen der Stadt Gießen müssen sich am 18. Oktober ds. Js., vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr im Rathaus, am Marktplatz, zur Land⸗ sturmrolle melden. Auswärts Geborene haben ihren Geburtsschein vorzulegen. 7B Oeffentliche Aufforderung. Betr. Ermittelung des Ertrags der Kartoffelernte 1915. Auf Grund der Bekanntmachung über Vorrats⸗ erhebungen vom 2. Februax 1915(Reichsgesetzblatt S. 54) fordere ich hiermit alle selbständigen Landwirte oder Leiter von landwirtschaftlichen Betrieben, in denen mindestens 1 Morgen(¼ Hektar) Kartoffelland angebaut wird, auf, den Ertrag ibrer Kartoffelernte sogleich zu ermitteln und innerhalb einer Woche nach Beendigung der Ernte auf dem Stadtbaus, 8 Nr. 9, anzuzeigen. Dabei ist anzugeben, in welcher Art und Weise(Abwiegen oder Schätzen das Exgebnis ermittelt worden ist. Abzüge für Schwund und Verderb dürfen nicht vor⸗ genommen werden. Dagegen ist möglichst genau festzustellen, welcher Tell der Ernte auf kranke oder verdächtige Knollen entfällt. Wer die Auskunft, zu der er auf Grund der angezogenen a e Vorschrift verpflichtet ist, nicht in der gesetzten rist erteilt oder unwissentlich unrichtige oder unvoll⸗ ständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu 6, Monaten oder mit Geldstrase bis zu 10000 Mt bestraft. Auch können Vorräte, die verschwiegen sind, für dem Slaaf verfallen erklärt werden. 1 5 Ein Aus schuß von erfahrenen Landwirten wird die gemachten Angaben nachprüfen. 7936 B Gießen, den 28. September 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. Alle diesenigen, die Wiesenbeu, Flee- und Luzerne: ben am 25. September d. Js. im Gewahrsam hatten, fordere ich biermit auf, dieses sofort auf dem Stadthaus, Zimmer Nr. 9 anzumelden. Wer die Anzeige nicht in der angegebenen Frist er⸗ tattet oder wer wissentlich unrichtige oder unvollständige ngaben macht, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrgse bis zu 15000 Mark bestraft. gesucht. 70290 bess. Hause. Frau Bärrn, Ausw. Schokoladeuhans so lange der Vorrat reicht. Gießen, den 7. Oktober 1915 jnjk gewerbsmäßige Stellenver⸗ Schr. Angeb. mit Preis unt. st ip, drge f Ned. und Frauenklinik. genen Alrchensl. 1. C5615 a. b. Heß. Anzeiger erb. eltern 2. S8 M. Keßler, Nehgtt. e ee 70878 4 N Zel kri D 8 Zelft unseren kriegsgefangenen Deutschen 1 in Rußland! i 0 in Rußland! i 0 Groß ist die Not unter den deutschen Kriegsgefangenen in Rußland. Ihnen zu helfen, die Not zu lindern, Leben 4 ** und Gesundheit ihnen zu erhalten, ist jetzt für uns alle vornehmste Pflicht, da der russische Winter vor der Türe steht. 9 Vertrauenswürdige Neutrale werden unsere Gaben direkt in die Gefangenenlager überführen. 97 Große Mittel sind dazu erforderlich, die durch eine Sammlung im ganzen Deutschen Reich aufgebracht werden * sollen. Auch wir Gießener wollen uns von der Mithilfe nicht ausschließen. Kein Opfer dürfen wir scheuen. Verzichte 0 0 jeder auf einen Genuß, auf ein Vergnügen, um das dadurch Ersparte unseren darbenden Volksgenossen zuzuwenden. Jedes 97 Opfer ist klein gegenüber dem, was wir unseren Brüdern in russischer Gefangenschaft zu verdanken haben. 8 N Der 9. und Jo. Oktober sollen f 5 2 N * 40 all ine O ur die S Gie 9 allgemeine Gpfertage für die Stadt Gießen J b N ** sein, an denen wir unseren Dank durch die Tat beweisen wollen. Drum weise keiner an diesen Tagen unsere Sammler 8 9 und Sammlerinnen zurück, sondern spende nach seinen Kräften. Unsere Sammlung soll auf allen Straßen und in allen 10 1 Häusern erfolgen. 0 f 8 * a Geldspenden nehmen außerdem die Niederlassung der Bank für Handel und Industrie, die Bezirkssparkasse, die 8 8 Gewerbebank, die Filiale der Mitteldeutschen Kreditbank und die Kasse des Roten Kreuzes(alte Klinik) entgegen. 4 5 a 1 ** f U i N 0 Der eee 0 eller. 1 97.. a a 5 0 5 N 0 Die Vorsitzende d. Alice⸗Frauenvereins Der Vorsitzende des Zweigvereins 9 Zweigverein Gießen Gießen vom Roten Kreuz 15 0 Frau B. Gebhard. Wiener. 1 SSA „ e 2 2„ e. 0 02 7688 0 Reingehaltene Nummern f E um u des Gießener Anzeigers eldpostschachteln vom 28. August 1914 475 Neue. Gebe l ete- * us wa* unter den Gegenständen, die durch den Krieg am meisten 1 1 lll Berras cue für Wialerrerbsler- n verteuert worden sind, befindet sich das Schuhwerk, dessen Be⸗. 15 1914 Ernst Balser, Giessen, Häusburg. schaffung heute den Familien der Kriegsteilnehmer in allzuvielen 750. 1 1914— Frisch eingetroffen: . 415. oder 8 nicht möglich ist. Bei der 8 14. 2 1914 bie Formanfchanhelt keinster de adtischen Kriegsfürsorge wird daher immer häufiger das Ver⸗ 55 1 1914 Trauen Kleidung Speise-Nougat langen nach Gewährung von Schuhen für Erwachsene und Kinder 15 5 0 F 1 4 8 5 g n— um hier helfend eingreifen zu können, wenden wir uns an; 6.67777 7 1 ene e 9. die so oft bewährte Dpferwilligteit unserer Mitbürger mit der werden in her Heschäftsstelle des Blattes zurückgekauft F Lukullus- Brot dringenden Bitte, uns 0 Adult Hal al Fiigsten Apen d ee ½ Pfund 385 Pfg. Album k.) Erhältl. b. gebrauchte Schuhe aller Art d alpen Iuld porteilhalesten bei Heere i den Predte zur Verteilung an bedürftige Kriegerfamilien freundlichst zuweisen zu wollen. Die Entgegennahme erfolgt im städtischen Hospitalgebäude, Seltersweg 11. Auf schriftliche Mitteilung läßt die städtische Kriegsfürsorge die Gaben auch in den Wohnungen der Geber abgolen. 7933 B Gießen, den 6. Ottober 1915. Städtische Kriegsfürsorge. Keller. Dr. Ebel. Göbel& Appel, Alicestrasse 25.3 Prima Rindfleisch! la. Qualität! Wegen Mangel 5 E diese Woche — Rindvieh— Rindfleisch à Pfund 1 Mark M. Kessler, Neuenweg 33. 7887 Kartoffeln pr. Speise u. Salatkartoffeln für den Winterbedarf empf. zu billigsten Tagesvreisen J. Weisel, Sonnenstr. 6, Telephon 88. 2112 Irlmatg-Aaupenleim Gürtel- Papier Adler⸗ Drogerie, Selters⸗ weg 39, Otto Schaaf. 7855 Mee 8 92 5e une Joldaten-xass- u. Schwelss- Puder in Streu- büchsen 30 Pf, Adl.-Drog. Seltersw. 39. Otto Schaal. 1 8 A Weinfässer 1 1 11 1 5(weingrün) in allen Größen Militär- Stiefel für Garnison- u. Felddienst empfiehlt 7526 Wilh. Kohlermann [Samaschen Küferei, Neustadt 12. Raupenleim und Uuterlagepapier mit und ohne Naht 1 EUIIITILILITILTITLUTTITLILTLTLLTLLILILLILLLEEEEEEEE E A Konsumverein Giessen u. Unmg. 10 vertellungsstellen— Bäckerei— Lineralwasserlabrik— 3320 Mitglieder. Die Auszahlung der Rückvergütung in Höhe von E. G. m. b. H. Schuhhaus 79203 W. Herbert Kurktplatz 2, neben der Engel-Apotheke ——— „ zum Anlegen von Klebgürtel. 5 8 0 1 5 erfolgt in Gießen an nachstehenden Tagen im Bureau, Schanzenstraße 16, nachmittags von 2 bis 5 Uhr. Lazarettschuhe Hch. ahn Samen⸗ Montag, den 11. Oktober Nr. 1— 3090][ Freitag, den 15. Oktober Nr. 1201-1500 Gießen, Neustadt 8 bang g Pieneiag, den 12. Oltober„ 301 400 nentas, den 18. Ontober„ 1801-8099 Kamelhaarschuhe e 40 Mittwoch, den 1f. Oktober„ 601— 900] Dienstag, den 19. Oktober„ 20012900 Donnerstag, den 14. Oktober ,, 901-1200] Mittwoch, den 20. Oktober„„ 2901-3300 Fersenhalter Geg. Ungeziefer schützen Donnerstag, den 21. Oktober Nr. 330 1— Schluss. 1 sich unsere Krieger durch In WIsmar erfolgt die Auszahlung am Freitag, fen 22. Oktober, in Klein-Linden am Montag, den 25. Oktober, 3 00 von 8 bis 6 Uhr; in den übrigen länfllichen Verteilungsstellen geschieht die Auszahlung durch die Lager- Armee- Einlegesohlen Lausopud 974700 halter in derselnen Reihenfolge und zu derselben Zelt wie in Sieben. 7 9 Die Auszahlnng erlolnt nur gegen Rückgabe der Quittung. An schulnklichtige Kiufer wird niehts ausgehändigt. 1 in Feldpostpackung Iinssel-Fnder), Spritzdose Die Mitglieder wollen die Reihenfolge genau einhalten; bei starkem Andrang sind wir genötigt, die 30 Pfennig 00 „Lausol“ Gaetnerdche Oel mischung), Glas 50 Pfg. 60 „Lausapast Gaphte. salbe), Büchse 1 Mark erprobte, sicher wirkende Mittel. 7030 Adler- Drogerie Seltersweg 39. Otto Schaaf. noch nicht an der Reihe befindlichen Nummern zurückzuweisen. Folgende Firmen stehen nicht mehr mit uns im Rabattxverhältnis, geben also unseren Zur Beachtung„ itelledern keine Rabatimarken mehr: H. Kaes Nachf. W. Horn; Gebr. Baer; K. Döring; E. Hdller; Fr. Neumeler; I. Süß Nachf.; f.& W. Schuchardt; B. Leisler Wwe.,; Daniel Schuchardt; Warenhaus Joldschmidt; Von-Eiffi; d. Müller; ferner in Wieseck: H. Weller; A. Kan; L. Püwenstein; Phil. Wacker II. In das Kabattverhältnis neu eingetreten sind folgende Firmen; Carl Hensel, Eisenwarenhandl., Walltor- straße 10; bang& Wiederstein, Glas- und Porzellanwaren, Marktstr. 4; Geschw. Student, Mauufaktur- und Kurzwaren, Marktstr., Peke Wettergasse. Das gesamie Lleferantenverzeichuls befindet sich lin neuesten Geschäftsbericht; derselbe ist in sämtlichen Verteilungsstellen zu haben.(81000) Der Vorstand. Aufheben! Diese Veröffentlichung erfolgt nur einmal! 25 V