Nr. 234 Der Giegener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sießener Familienblätter; wennal wöchentl. Krels⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirischaftliche e Ferusprech-Anschluüsse: für die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleö l Adresse sür Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. 165. Jahrgang Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Heschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7. Dienstag, 5. Oktober 1013 Bezu gayrei!: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestelle Zeilenpreis: lokal 15 B., ausw. 20 Pf.— Haupt- Ichriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz für Stadt und Lan Vermischtes und Ge richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Ag. N Neue Angriffe im Westen abgeschlagen. Gescheiterte russische Vorstöße. (TB.) Großes Hauptquartier, 4. Oktober. mtli 8 Westlicher Kriegsschauplatz. Gestern früh erschienen vor Zeebrügge 5 Monitore und legten ein wirkungsloses Feuer auf die Küste; drei belgische Bewohner fielen dem Feuer zum Opfer. Unsere Küstenartillerie traf einen Monitor, der schwer beschädigt abgeschlepypt werden mußte. Gegen die englische Front nördlich von Loos, aus der nachts ein vergeblicher Ausfall gegen unsere Stellung westlich von Haisnes unternommen wurde, machten die Angriffsarbeiten weitere Fortschritte. Südlich“ des Souchezbaches konnten sich die Franzosen in einem kleinen Grabenstück an der Höhe nordwestlich Givenchy fest⸗ sezen. Südlich dieser Höhe wurden französische Angriffe ab⸗ geschlagen. Das 40 Meter lange Grabenstück nordöstlich von Neuville wurde von uns wieder genommen. In der Champagne setzten gestern nachmittag die Franzosen in der Gegend nordwestlich von Massiges und nordwestlich von Ville⸗sur⸗Tourbe vergeblich zum Angriff an. Ihre Ansammlungen wurden unter konzentrisches Feuer genommen. Ein starker Nachtangriff gegen unsere Stellun⸗ gen nordwestlich von Ville⸗sur⸗Tourbe brach im Artillerie⸗ und Maschinengewehrfeuer unter schweren Verlusten zu⸗ sammen. Der Bahnhof Chalon, der Hauptsammelort des Nach⸗ schubes für die französische Angriffsgruppe in der Cham⸗ pagne, wurde heute nacht mit sichtbarem Erfolge von einem unserer Luftschiffe mit Bomben belegt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Die Russen schritten gestern nach ausgiebiger Artillerie⸗ vorbereitung fast auf der ganzen Front zwischen Po st a wy und Smorgon in dichten Massen zum Angriff, der unter ungewöhnlich starken Verlusten zusam⸗ menbrach; nächtliche Teilunternehmungen blieben ebenso erfolglos. Auch südwestlich von Lennewaden(an der Düna) vurde ein feindlicher Vorstoß abgewiesen. Bei den anderen Heeresgruppen ist die Lage unver⸗ ändert. 4 Oberste Heeresleitung. .* ** N Gerade jetzt hätten die Vierverbandsmächte ihren fünf⸗ ten Verbündeten, Reklame, so dringend nötig! Sie hat sich die Stimme heiser geredet, aber das Mißverhältnis zwischen Worten und Taten war gar zu auffällig. Heute spielen die französischen und englischen Armeebefehle, sowie die Peters⸗ burger Stimmungsberichte eine klägliche Rolle. Kaltblütig und ein wenig ironisch von weiteren Bemühungen abratend, stellte die deutsche Heeresleitung die gestern mitgeteilten en und Bekenntnisse gegenüber.„Wir sind in unseren Plänen durch die feindliche Offensive im Westen in keiner Weise anders beeinflußt worden und haben besondere Truppenbewegungen nicht nötig gehabt.“ Das klingt nach den Erfolgen der abgelaufenen Woche, die auch von der Presse des neutralen Auslandes anerkannt werden, stolz und er⸗ hebend. Und ist es nicht auch ein überwältigendes Zeichen deutscher Zuversicht und 1 ef Ruhe, daß unsere Heeres⸗ leitung gerade jetzt die neuen Bestimmungen über die Uni⸗ formierung unseres Volkes in Waffen schon herausgeben konnte? Unsere Industrie kann sich auf die neuen Bedürf⸗ nisse beizeiten einrichten, und unser Siegesbewußtsein hat einen neuen, starken Ausdruck bekommen. Man stelle sich einmal dagegen den Wirrwar in der russischen Heeres⸗ verwaltung vor, oder das englische Zerrbild künftiger militärischer Ziele! So sieht der abgerissene Landstreicher, der die Welt durchbettelt, neben dem in Wohlstand gesicher⸗ ten Bürger aus, der aus warmer Stube auf die Straße blickt und die Unbilden des Wetters nicht zu fürchten braucht. Daß wir in diesem Gefühl der Sicherheit keine Zierbengel werden wollen, beweist die Einführung einer schlichten, grauen Kleidung auch für die n n diesem Feld⸗ rau wollen wir mit Werken ünserer Wirtschaft und Kultur 2 5 Welt erobern. Im Berner„Bund“ werden über die Kriegslage im Westen folgende Betrachtungen angestellt: icht nur den ersten schlimmen Moment, sondern auch die erste b limme Woche hat die deutsche Defensive überstanden, ihre Linien verstärken, ihre Reserven bereitstellen und sogar zu Gegenstößen übergehen, kurz, der englisch⸗französischen General⸗ offensive in einer ise begegnen können, die dieser die Bedeu⸗ tung einer„entscheidenden Kriegshandlung zugunsten des Vier⸗ . berbandes nimmt. Gelingt das vollends— es muß nach wie vor einem neuen Generalsturm Joffres aus der eroberten Stellung in der Champagne gerechnet werden— so schlägt die Operation Joffres in einen schveren strategischen Nachteil der Angreifer um, da ungezählte Opfer umsonst gebracht wurden und die zuerst gesteigerte Moral zuletzt unter das Niveau gedrückt würde. Die taktischen Erfolge, die im Gewinn eines Raumes von 20 bis 30 Kilometer Breite und 4—5 Kilometer Tiefe bestan⸗ den, sind für die Angreifer unverwertbar und mit dem Verlust von mindestens 150 000 Mann weit überzahlt, wenn ihnen keine strategische Auswirkung folgt. Sie sind scheimmer als Pyrrhussiege, da sie dem Angreifer nicht einmal Bewegungs⸗ freiheit lassen, sondern ihn auf der Stelle festbannen. *** Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 4. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 4. Oktober 1915. Russischer Kriegsschauplaß. Der geftrige Tag verlief ohne besondere Ereignisse. Die Lage blieb unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Tiroler Front entfalteten die Italiener eine lebhaftere Tätigkeit, die auf den Hochflächen von Vilgereuth und Lafraun zu größeren und andauernden Kämpfen führte. Im Tonale⸗Gebiet wurde ein nach heftigem Artilleriefeuer gestern abend angesetzter Angriff des Feindes auf die Albiolo⸗Spitze blutig abgewiesen. Auf der Hochfläche von Vilgereuth standen unsere Stellungen auf dem Plaut (nördlich des Marenia⸗ Berges) seit frühem Morgen unter dem Schnellfeuer schwerer und mittlerer Geschütze. Vormittags gingen von der bereitgestel!ten feindlichen In⸗ fanterie schwache Abteilungen zu einem vergeblichen Angriff vor. Abends erneuerte der Gegner diesen Angriff mit star⸗ ken, hauptsächlich aus Bersaglieri- und Alpini⸗Truppen zu⸗ sammengesetzten Kräften und am nahe an unsere Hindernisse heran. In der Nacht gelang es ihm, einen feldmäßigen Stütz⸗ punkt zu nehmen. Unsere Truppen warfen ihn jedoch nach hartnäckigem bis in die Morgenstunden währendem Kampfe wieder hinaus. So blieben alle Stellungen in unserem Besitz. Auf der Hochfläche von Lafraun zwang schon unser Geschütz⸗ feuer die vorgehende Infanterie zu verlustreichem Rückzuge. Auch im Raume von Buchenstein wurde das Vorgehen schwächerer Abteilungen leicht vereitelt. An den übrigen Fronten keine wesentlichen Ereignisse. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Drina lebhafteres Geplänkel. Sonst keine Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. * 4* Ein Tagesbefehl des Generals French. London, 4. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Tage sbefehl des Feldmarschalls French vom 30. September lautet: Wir haben jetzt das entschei⸗ dende Stadium der großen Schlacht erreicht, die am 25. Sep⸗ tember begonnen hat. Unsere Bundesgenossen sind im Süden bis zur letzten Verteidigungslinie des Feindes durchgedrungen und haben viele Gefangene gemacht und eine Anzahl Kanonen er⸗ beutet. Das 10. französische Armeekorps, das sich unmittelbar unserem rechten Flügel anschließt, stieß auf heftigen Widerstand, ielte aber einen glänzenden Erfolg und vermochte sich der wichtigen Stellung der Vimy⸗Hügelkette zu bemächtigen. Die Unternehmungen der britischen Truppen hatten einen großen Er⸗ folg und führten zu bedeutenden Ergebnissen. Am 25. September früh gingen das 1. und das 4. Korps zum Angriff über und eroberten die erste und stärkste Verteidigungslinie des Feindes, die sich von unserem äußersten rechten Flügel bei Grengy bis zu einem Punkte nördlich der Hohenzollern-Redoute über eine Strecke von 6500 Yards ausdehnte. Die Stellung war ungewöhnlich stark. Sie bestand aus einer doppelten Linie mit großen Redouten und einem Netzwerk von Laufgräben. In kurzen Abständen waren auf der ganzen Linie bombensichere Unterstände eingerichtet. Das 11. Korps, das in Reserve gehalten wurde, und die 3. a wurden nacheinander ins Ge⸗ fecht gebracht, zum Schlusse auch die 28. Division. Nach Wechsel⸗ fällen, wie sie in jedem großen Gefecht vorkommen, wurde die zweite feindliche Linie genommen, und schließlich auch die be⸗ herrschende Stellung bei Loos, die als Hügel 70 bekannt ist, er⸗ obert. Hier wurde eine starke Linie dicht bei der dritten und letzten deutschen Linie gebildet und befestigt. Die wichtigsten Unternehmungen südlich des Kanals von La Bassee wurden sehr erleichtert durch die unterstützenden Angriffe des dritten und in⸗ dischen Korps sowie der 2. Armee. Auch die Kämpfe des 5. Korps östlich pern, wobei einige wichtige Eroberungen gemacht wurden, kamen uns sehr zu Hilfe. Dem Vizeadmiral Bacon schulden wir vielen Dank für die Mitwirkung der Flotte. Wir machten mehr als 3000 Gefangene und eroberten 25 Kanonen, eine Anzahl Ma— schinengewehre, sowie eine Menge Kriegsmaterial. Der Feind erlitt schwere Verluste, besonders in zahlreichen Gegenangriffen, durch die er die Stellungen vergeblich zurückzuerobern versuchte.— Der Tagesbefehl erwähnt hierauf besonders anerkennend General Sir Douglas Haig, die Korpskommandeure und Divisionskomman⸗ deure, die unter seinem Befehle am Hauptangriff beteiligt waren. Ferner wird den Soldaten des alten und des neuen Heeres sowie der Territoriale Anerkennung für ihr mutiges Verhalten aus⸗ gesprochen. Die neue Bewaffnung der französischen Zweidecker. Paris, 4. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mel⸗ dung des„Temps“ sind die seit eini Tagen in den fran⸗ zösischen Generalstabsberichten erwähnten Geschützflug⸗ zeuge(Avions Canone) Zweidecker, die außer dem üblichen Maschinengewehr kleine Hotchkißkanonen auf der oberen Tragfläche trügen. Die ersten Versuche mit den Geschützflug⸗ zeugen seien im Januar von den Hauptleuten Remy und Faure angestellt worden, die durch falsche Manöver ab⸗ stürzten und getötet wurden. Ein Glückwunschtelegramm des Königs von England. 0 London, 4. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der König hat ein Glückwunsch⸗ telegramm an Feldmarschall French geschickt, in dem es heißt, der heftige Kampf sei nur ein Vorspiel größerer Taten und weiterer Siege. 5 Russische Beschwichtigungen. Petersburg, 4. Okt.(Priv.⸗Tel. Indir., zens. Frlft.) Die Petersburger Telegraphenagentur meldet:. Die durch mehr als ein Menschenalter durchgeführten deut⸗ schen Rüstungen haben zu unaufhörlichen Rüstungsmaß⸗ nahmen auch der anderen Großmächte geführt. Sie hatten weiter auch die Mobilmachung der Industrie zur Folge und bewirkten endlich den Entschluß der Verbündeten, den Feind mit seinen eigenen Mitteln zu schlagen. Heute ist nun die Feststellung mög⸗ lich, daß sich die Absicht der Verbündeten in glücklicher Wesse verwirklicht. Das Höllenfeuer der französischen Artillerie und die erstaunliche Gewalt des russischen Artilleriefeuers werden von den Kriegskorrespondenten und militärischen Mitarbeitern der deut⸗ schen Blätter immer häufiger verschwiegen. Mit andern Worten: Der Augenblick ist gekommen, wo das deutsche Hauptquartier be⸗ klagen muß, leichten Herzens das Beispiel einer unerhörten Ver⸗ schwendung von Geschossen gegeben zu haben. Deutschland ist un⸗ fähig, sich noch zu überbieten, während sich die Verbündeten ihrerseits in einer günstigeren Lage befinden; sie vermehren ihre Munitionslager bis zu dem Grade, daß sie allein schon damit den deutschen Militarismus werden brechen können. Die Wir⸗ kungen dieser neuen Sachlage werden immer handgreiflicher auf der russischen Front. Sämtliche Anstrengungen des Feindes bei Dünaburg sind zunichte geworden. Selbst das Höllenfeuer seiner Artillerie führt ihn nicht näher an Dünaburg heran. Seine Offensive auf der Front Polozk⸗Wilejka begegnet einem energischen Widerstande. Das Gleiche trifft auch für die an⸗ deren Gegenden zu. Im allgemeinen: Der Krieg behält dem deut⸗ schen Hauptquartier noch Ueberraschungen vor. Die deutschen Ge⸗ fangenen sagen aus, die Mitwirkung der russischen Ostseeflotte bei der Zerstörung der deutschen Anlagen zwischen Tuckum und Schlock in der Gegend von Riga sei den Deutschen völlig unerwartet ge⸗ kommen. Es sei ihnen nicht in den Sinn gekommen, auf den lin⸗ ken Flügel mehr achtzuhaben. Bei Dünaburg begannen die Deutschen, laut Privatnachrichten, im Süden und Westen der Stadt hinter der Seenlinie Befestigungen zu errichten. Ihr Mißerfolg auf diesem Punkte hatte schwere Verluste mit sich gebracht und die Hoffnungen auf ein siegreiches Vorrücken zerstört. Gegen⸗ wärtig richten sie sich nun darauf ein, die bis jetzt besetzte Unie zu befestigen. Man könnte ähnliche Fälle auch aus anderen Gegen⸗ den anführen. Die Stimmung unserer Truppen ist ausgezeichnet. In einem Privatschreiben erklärt ein in der Gegend von Riga weilender Offizier, Riga werde nicht die Beute des Feindes wer⸗ den. Privatmeldungen von der ganzen Front sprechen für die in unserer Armee herrschende außerordentliche Begeisterung. Die Blätter erklären, die von der Front zurückgekehrten Minister äußerten sich einstimmig dahin, daß die Stimmung der Armee ausgezeichnet sei. Jedermann ist erfüllt von der Gewißheit eines siegreichen Ausganges. Die Ausrüstung der Armee ist vollkommen befriedigend. Sämtlichen Bedürfnissen der Armee wird in vollster Ordnung entsprochen. ** 8 Der türkische Bericht. Konstantinopel, 4. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront ist nichts Bedeutendes vorgefallen. Außer Gefechten zwischen Erkundungsabteilungen gab es den gewöhnlichen Artillerie- und Infanteriekampf. Am 2. Oktober ließen wir bei Sedd⸗ ül⸗Bahr vor unserem rechten Flügel eine Mine springen, die eine feindliche Gegenmine zerstörte.— An den anderen Fronten nichts Wichtiges. Konstantinopel, 4. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Mel⸗ dung des Wiener Korrespondenzbureaus. Nach einem Telegramm aus Adalia beschossen vorgestern zwei Torpedoboote, darunter ein französisches, die Stadt mit etwa hundert Geschossen. Das städtische Spital diente, obwohl die Fahne des Roten Halb⸗ mondes über ihm flatterte, hauptsächlich als Zielscheibe und wurde zerstört. Ein Kranker ist getötet. Die feindlichen Schiffe feuerten sodann 41 Schüsse gegen die Ortschaft Techiral i. Abends vor⸗ her hatten sie Kalamaki an derselben Küste beschossen, wohel sie ein dem Ministerium für fromme Stiftungen gehöriges Ge⸗ bäude zerstörten. Aus Erzerum wird gemeldet, daß mit Ausnahme von Scharmützeln an der Grenze dieses Wilajeks Ruhe herr Tür⸗ kische Abteilungen trieben in östlicher Richtung ein r Kavallerieregiment und ein Infanteriebataillon zurück. Ein tütr⸗ kischer Feldwebel mit acht Mann zeichnete sich bei dieser Gelegen⸗ heit gegen überlegene russische Kräfte besonders aus. Im xussi⸗ schen Heere wütet die Cholera. )%VVTSCVꝙVC... sches 7 . VFEFFF́ECFEr 2 8 2 ² 1 Auszeichnung der Führer an der Dardanellenfront. . Konstantinopel, 4. Okt.(WTB. Nichtamtl.) Kaiser Franz Josef hat dem Oberbefehlshaber der Dardanellen⸗ armee, Marschall Liman von Sanders⸗Pascha, das Großkreuz des Leopoldsordens mit der Kriegsdekoration und dem Vizeadmiral Souchon⸗Pascha und dem General Bronsart von Schellendorf das Militärverdienst⸗ kreuz 2. Klasse mit der Kriegsdekoration verliehen. f N * Das ultimatum Nußlands an Bulgarien. 5. 4. Okt.(Zens. Frkft.) Der russische 5 Gesandte in Sofia hatte den Auftrag erhalten, ohne Verzug dem Ministerpräsidenten Radoslawow folgende Note zu überreichen: 5 5„Die Ereignisse, die sich in diesem Augenblicke in Bulgarien abspielen, beweisen den festen Entschluß der Regierung und des Königs Ferdinand, das Schicksal des Landes in die Hände Deutschlands zu legen. Die Anwesenheit deutscher und österreichi⸗ Offiziere im Kriegsministerium und im Generalstabe der Armee, die Konzentration von Truppen an der Grenzzone von Serbien und die ausgedehnte finanzielle Hilfe, die vom bulgari⸗ schen Kabinett von unseren Feinden angenommen wurde, lassen keinen Zweifel über das Ziel bestehen, das mit den gegenwärtigen Vorbereitungen von der bulgarischen Regierung ins Auge gefaßt wird. Die Mächte der Entente, welche die Verwirklichung der Aspirationen des bulgarischen Volkes wohlwollend erwogen haben, haben wiederholt Radoslawow davon in Kenntnis gesetzt, daß jeder Akt der Feindseligkeit gegen Serbien als gegen sie selbst gerichtet betrachtet würde. Die übertriebenen Versicherungen des Chefs des bulgarischen Kabinetts in Beantwortung der Noten der Ententemächte stehen im Widerspruch mit den Tatfachen. Der Vertreter Rußlands, das mit Bulgarien durch das untilgbare Andenken an dessen Befreiung vom türkischen Joch verbunden ist, kann nicht durch seine Anwesenhert die An⸗ griffs vorbereitungen gegen ein flawisches und verbündetes Volk gutheißen. Der Gesandte Ruß⸗ lands hat infolgedessen den Befehl erhalten, Bulgarien mit dem gesamten Personal der Gesandtschaft und der Konsulate innerhalb 24 Stunden zu verlassen, wenn nicht die bulgarische Regierung offen mit den Feinden der flawischen Sache und Rußlands bricht und wenn sie nicht unverzüglich zur Entfer⸗ nung jener Offiziere schreitet, die Staaten angehören, welche mit den Mächten der Entente im Kriege stehen.“ Berlin, 5. Okt. Im„Berliner Lokalanzeig.“ wird ausgeführt: Je schneller der Angriff auf Serbien zu voller Wirksamkeit kommt, den der Kanonendonner bei Se— mendria schon am 20. September eingeleitet hat, desto tiefer wird sich den bedrohten Balkanvölkern das Bewußtsein ein⸗ 5 prägen, daß die verbündeten Zentralmächte sie vor einer großen Gefahr schützen. Darum muß die Antwort auf das russische Ultimatum und auf die Landung französischer Trup⸗ pen in Griechenland durch die deutschen und österreichisch— ungarischen Kanonen an der Donau gegeben werden. Truppenlandungen in Saloniki. 35 Mailand, 4. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Son⸗ derberichterstatter des„Corriere della Sera“ in Athen drah⸗ tet: General Hamilton, der Höchstkommandierende der englisch⸗französischen Dardanellenstreitkräfte, ist am Don⸗ nerstag unerwartet in Saloniki eingetroffen. Hamilton erklärte, beauftragt zu sein, die Ausschiffung der Truppen vorzubereiten, die die Vierverbands⸗ mächte nach Mazedonien schicken, und die zusammen mit dem griechischen Heer gegen einen bulgarischen Angriff auf 5 bien operieren würden. Die Nachricht von dem unerwar⸗ teten Besuche Hamiltons verursachte in den diplomatischen Kreisen Athens große Bewegung. Die Lage erscheint allen sehr ernst. Die amtliche„Paris“ schreibt dazu, Hamilton 12 keinen Schritt unternommen, der e könne, da er nicht der erste fremde Offizier sei, der Saloniki pas⸗ siere. Der einzige beunruhigende Umstand sei die Zu⸗ sammenkunft Hamiltons mit dem griechischen General Moschopulos, dem kommandierenden Ge⸗ neral des 3. Armeekorps, von dem sich Hamilton verschiedene Auskünfte für den Fall der Ausschiffung von nach Serbien bestimmten Truppen habe geben lassen. Moschopulos habe 2 5 das Ministerium davon in Kenntnis gesetzt, und der Ministerrat prüfe die Frage sorgfältig. Das Blatt führt aus, daß die bloße Gegenwart Hamiltons in Saloniki augenblick⸗ lich noch keine diplomatischen Schritte Griechenlands ver⸗ lange. Es würden einzig Erklärungen über die Unterredung Hamiltons mit Moschopulos eingeholt. Im Falle einer rup. 1 in Saloniki gebe es zwei Möglichkeiten für Wenn die Truppen des Vierverbandes wegen eines bulgarischen Angriffs auf Serbien gelandet würden, so würden die Vierverbandsmächte als Verbündete Grie⸗ chenlands betrachtet werden. Wenn sie ape nach Ser⸗ bien gingen, um Serbien Hilfe gegen deutsche Truppen Zu leisten, so wäre der Durchmarsch ein Neutralitätsbruch ind die griechische Regierung würde die nötigen Schritte tun. Der Berichterstatter des„Corriere della Sera“ fügt hinzu, daß sich Hamilton mit 50 Offizieren, vielen Pferden und einigen Automobilen in Saloniki ausgeschifft habe. Das Volk 1155 ihn freundlich e ngen. Hamilton habe mit einen Offizieren eine Automobilfahrt um Saloniki unter⸗ nommen; man glaube, um einen günstigen Landungsplatz ausfindig zu 1 5 5 1 g Paris, 4. Okt.(WB. Nichtamtlich) Der„Temps“ meldet: Der Vierver band teilte der griechischen Regie⸗ rung mit, daß die Vorschläge zurückgezo 25 seien, die Bulgarien gemacht worden seien, um seine Teilnahme am Kriege gage die Türkei zu erlangen, Die Landung von Franzosen und Engländern in Saloniti sei unmittelbar be⸗ 'orstehend. Mailand, 4. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Athen wird dem„Secolo“ gedrahtet: Die Vertreter Frankreichs und Englands haben über die Bedeutung der Landung von Truppen der Entente in Saloniki Erklärungen abgegeben, in denen es heißt: Obschon die Landung verfrüht erscheinen könne, werde sie in Wirklichkeit durch die Notwendigkeit gegeben, die Verbindungswege mit Serbien, die ein rascher bulgarischer Vormarsch unterbrechen könne, offen zu halten. Die Alliierten müßten Serbien zu Hilfe eilen und gleich⸗ falls das bedrohte Griechenland sicherstellen. Die Alliierten er⸗ schienen also auf dem Balkan als Freunde, wie sie es immer ge⸗ wesen. Ihr Vorgehen entspreche außerdem einem Wunsche der griechischen Regierung, der schon im vergangenen Früh⸗ jahr angekündigt worden sei, als Gunaris am Ruder war. In⸗ zwischen vollzieht sich die Landung von Truppen der Alliierten Saloniki unter dem Befehl des Generals d' Amade. 5 5 * 1 Griechenland: 5 e e A 0 * Eine Auseinandersetzung zwischen Deutschland und Norwegen. Kristiania, 4. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das deutsche * schaft in Berlin in einer Note mitgeteilt, der deutsche Admiralstab habe über die Wegnahme der Post von dem Dampfer„Ha ar kon VII“ eine Untersuchung eingeleitet, die folgendes ergeben habe: Die über Bord geworfene Paketpost enthielt nach der Mel⸗ dung des Kommandanten des Unterseebbootes Bannwaren, darunter Wollwaren und Lebensmittel, die für feindliche Mächte bestimmt sein konnten. Unter dieser Voraussetzung wurde sie nach Lage der Umstände gemäß Artikel 54 der Londoner Deklaration ohne weiteres vernichtet. Eine Paketsendung, deren Inhalt nicht als Bannware anzuschen war, wurde vom Kommandanten zurück⸗ gegeben. Selbstverständlich unterliegt die Rechtmäßigkeit der Ver⸗ senkung der Prüfung der deutschen Prisengerichte, so daß die Beteiligten Gelegenheit haben, etwaige Einwendungen auf gericht⸗ lichem Wege zu erheben. Von den Briefsendungen wurden, wie in der Note weiter ausgeführt wird, vier Postsäcke mit feind⸗ lichen Bestimmungsorten von dem Kommandanten mit⸗ genommen und an die deutschen Behörden abgeliefert. Die Briefpost wird durch das Haager Abkommen nicht geschützt, da verschiedene Kriegführende, wie Rußland, es nicht anerkannt haben, so daß es nach Artikel 9 in dem jetzigen Kriege keine Anwendung findet. Die Feinde Deutschlands durchsuchen die deutsche Briefpost auf neutralen Schiffen mit großer Rücksichtslosigkeit und haben sie sogar teilweise beschlagnahmt, ohne daß, so weit bekannt, wirk⸗ samer Widerspruch dagegen erhoben worden wäre. Deutschland hat daher Anspruch auf das gleiche Recht, so daß das Vorgehen des Kommandanten nicht als völkerrechtswidrig angesehen werden kann. Der Einspruch der Kgl. norwegischen Regie⸗ rung, heißt es in der Note weiter, kann daher nicht als be⸗ gründet angesehen werden. Dessen ungeachtet hat die Kaiserlich deutsche Regierung, um in möglichst großem Umfange die Interessen der neutralen Länder zu schonen, beschlossen, bis auf wei- teres die Briefpost auf neutralen Schiffen un⸗ berührt zu lassen, selbst wenn sie nach einem feindlichen Lande bestimmt sein sollte. Uebereinstimmend hiermit hat sie die von dem Dampfer„Haakon VII“ entfernte Briefpost ungeöffnet der deutschen Reichspostverwaltung übergeben, von welcher sie unver⸗ züglich der norwegischen Postverwaltung zugestellt worden ist. Die norwegische Regierung hat nach Empfang dieser Note der deutschen Regierung mitgeteilt, daß sie es nicht für nötig halte, die rechtliche Seite der in Betracht kommenden Frage von neuem zu erwägen, da sie mit Befriedigung von der praktischen Lösung Kenntnis genommen habe, welche die deutsche Regierung in ihrer Mitteilung an die norwegische Regierung gegeben habe. Spaniens zukünftige Politit. Paris, 4. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)„Petit Parisien“ meldet aus Madrid: In einer Rede über die internationale Lage erklärte Ministerpräsident Dato, Volk und König wünschten, daß die kriegführenden Parteien eine Frie⸗ dens konferenz in Spanien abhielten. Er fügte weiter hinzu: Die Lage und Geschichte Spaniens und seine korrekte Neutralität nötigen uns, beim Abschluß des Frie⸗ dens weitgehende Energie zu entfalten, um unsere Politik in neue Bahnen zu leiten, denn wir kännen nicht weiter isoliert bleiben. Um dies Ziel zu erreichen, müssen wir eingehend prüfen, welche Haltung für uns am vorteilhaftesten sein würde. 5 Der Seekrieg. Beschießung eines deutschen Dampfers vor der Jusel Rügen. Sassnitz, 4. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Stettiner Dampfer„Svionia“ der Reederei Kunstmann ist gestern kurz nach 5 Uhr nachmittags bei Arcona durch ein feind⸗ liches U-Boot mit Geschütz beschossen worden. Das Schiff wurde bei Stubbenkammer auf Strand gesetzt. Zehn Mann der Besatzung wurden in Kolliger Ort gelandet. Der Rest der Besatzung mit dem Kapitän und Steuermann U-Boot zunächst die deutsche Flagge führte, dann die eng⸗ lische Flagge setzte und auf 400 bis 500 Meter ohne vor⸗ herige Warnung den Dampfer beschoß. Daraufhin sei die Besatzung in die Boote gegangen. * Maassluis, 4. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Am Mitt⸗ woch wurde ein englischer Hilfskreuzer, der am Versinken war, von zwei Fischdampfern nach Dover ge⸗ schleppt. Kriegsbriefe aus dem Westen. (Von unserem Kriegsberichterstatter.) (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Im e Lille. il le, am 29. Septemb. 1915. In den Schausenstern der Buchhandlungen stehen Bücher über die Geschichte der Stadt, alte und neuere.„Die fünf Belagerungen von Lille“, oder„Die sieben Belagerungen von Lille“. Diese alte flämische Stadt ist ein Barometer, wie hoch zu jeder Zeit die Kräfte zwischen dem deutschen Kaiserreich und dem verwelschten Franken⸗ reich des Westens gestanden haben. Das ging hin und her, und die gesegneten Gefilde Flanderns waren immer wieder das Schlacht⸗ feld, das vom Blute troff. 1870 blieb der Krieg hier ein paar Meilen zu früh stille stehen. Aber diesmal wieder ist das Rad der Weltgeschichte mitten hinein gerast in die Wohlhäbigkeit der reichsten und arbeitsamsten, der urfranzösis Provinz. Der Wit⸗ telsbacher Heerführer, dessen altes Geschlecht so viele Beziehungen nach diesen von uns halbvergessenen germanischen Gebieten hatte, hat mit stürmender Hand das„Haupt Flanderns“, hat die Meister⸗ werke des Marschalls Vauban erobert. Und seit bald einem Jahre schalten hier die Deutschen als Herren und die Franzosen, deren Geschütze man täglich herüberhört, können nicht Meister werden über die stärkere Hand. 5 i 5 Unter allem, was uns der Krieg an Fragen für Vernünftige und Rätseln für Papierseelen gebracht hat, ist Lille die größte Merkwürdigkeit. Eine der rkichsten, verhältnismäßig vielleicht die reichste Stadt Frankreichs, mit einer Jevölkerung, die, so fremd sie allem fern haften und seelensesten Dentschtum sein mag, Tie ungallischste aller Städte der windiged Advokatenrepußtik gewesen ist. Ein schlankes blondes und rotblondes Volk, dessen Männer schon meist im Schützengraben verblutet sein dürften, dessen Knaben in Potsdam oder Oldenburg nicht als Fremdlinge auffallen würden, so lange sie nicht die Laute der erlernten Sprache verraten. Das ist der Hintergrund, der bleibt. Aber es baut sich mancherlei vor ihm af. Der französische Patriotismus, ein Kunstgebilde von Akademikern, die in Jahrzehnten als die wichtigste Tatsache der französischen Geschichte den blonden Quadratköpfen den Zufall eingeprägt haben, daß 1870 der große Widerstand nach Sedan. von diesem Teile des Landes, von den durch Dragonaden ur swelschen Sprache bekehrten Flamen ausgegangen ist. Was Jahn unsere deutschen Geschichtsschulbüchlein dagegen zu setzen? Immer wieder wundert sich der Landwehrmann aus Oberbayern und aus Niedersachsen, daß das Volk hier so deutsch aussieht und auch da, wo es sich feindlich benimmt, so deutschen Eigensinn zeigt. 5 Das empfinden die Unsrigen, und sicherlich merken es viele Auswärtige Amt hat vor einiger Zeit der norwegischen Gesandt⸗ 1 1 der Leute hier, daß der barbarossabärtige Landstürmer, der ihre ist nach Sassnitz unterwegs. Die Leute erzählen, daß das Kinder fattert, viel mehr Art von ihrer Art ist. als der Südsranzose mit den scwarzen Korkzieherlocken, der als Weinreisender zu ihnen kam. er nun hat der Krieg alles A e auf den Kopf gestülpt. Früher, da waren die aus dem ten Frankreichs ale geringes Volk, die bewundernd zu dem rastlosen flandrischen i Man war hier reich, dank seiner Hände Ar⸗ beit. Selbst der Arbeiter war verhältnismäßig reich. Da kam der Krieg und schob Knebel und Knüppel zwischen alle Maschinen. Und es kam der Hunger zu regfamen Leuten, die nie feiern wollten. Er kam von dem Tage an, wo hier die Geschütze dröhnten, die Fehraus machten mit der französischen Armee. Was ist degreis⸗ licher als daß man nach so viel Monaten der Not den Frieden herbeisehnt, der sich im Begriffsvermögen der Bürger nicht anders darstellen kann als in der Rückkehr der gefl französi⸗ schen Armee. * Man hat geduldig gewartet. Man hat Kriegsbrot gegessen und auf den Sonntagstanz verzichtet, denn man wußte,„Me Unseren“ werden wiederkommen. Man bekam trotz aller deutschen Wachsam⸗ keiten Nachrichten hinten herum. Man wußte, Joffre plant eine en Offensiwe, die nichts Wichtigeres vorhaben kann, als die Befreiung des reichen„Nordens“. Man wartete, und Tag für Tag dröhnten die Kanonen herüber. Die Arrasschlacht begann, und nachts zitterten die Mauern der Häufer von dem Schnauben der Geschütze an der Front. Das kann nicht lange weitergehen, das ist die Entscheidung! Wochenlang wütete und wetterte der Lärm durch die Nacht. henlang wurden jeden Tag Gefangene eingebracht. So unmöglich es schien: die Deutschen hatten die Front gegen die Uebermacht gehalten. Man wurde kleinlaut und begann sich wieder an den Gedanken zu gewöhnen, daß die Deut⸗ schen diese altflämische Stadt als ihr altes Erbteil behalten wollten. Und man hatte, wenn man in den von der deutschen Verwaltung so unbekümmert gestatteten belgischen und neutralen Zeitungen las, daß die Engländer den Krieg noch drei Jahre lang fortsetzen wollten, nur den einen Wunsch: Lille mag deutsch oder franzö⸗ sisch bleiben. Aber Frieden wollen wir und friedliche Arbeit! Wir hier an der Ostgrenze, wir waren immer gegen die Revanche und den Krieg. 4 Aus Wochen der Dürftigkeit wurden Monate, da begann das neue Trommelfeuer, das keine Sekunde aussetzte.„Diesmal kom⸗ men sie!“ Ach ja, sie kamen. Zu Hunderten kamen sie, wenn der Abend herniedersank, die gefangenen englischen Bundesgenossen mit ihrem farbigen Menagerievolk und die eigenen Landsleute. Gespensterzüge der Nacht ohne Ende. die nach der von eisernen deutschen Landwehrkolonnen umspannen Zitadellen Vaubans ge⸗ triehen wurden. Wenn sie ankamen, diese Palette von weißen Landsleuten, braunen Indern, wüsten englischen Hafenspelunken⸗ gesichtern und tiesschwarzen Afrikanern, dann sahen sie nicht aus wie Befreier. Die Franzosen sahen sogar aus, als ob sie sich der Waffenbrüderschaft dieses Gesindels schämten. Aber viel⸗ leicht halfen die doch! Ohne Unterlaß und Verschnaufen raste das Trommelfeuer weiter, und immer kamen als Quittung abends die Gefangenenzüge Vielleicht sind die Deutschen doch unbesiog⸗ bar, begannen die Liller zu denken. Sicherlich macht dieser Ge⸗ danke vielen von ihnen Schmerz. Aber es gibt andere, die es sich ganz ruhig schwarz auf weiß berechnen, was das für sie und für die arbeitende Bevölkerung für ein Wurf wäre, wenn die größte Industriestadt des absterbenden Frankreichs sich in die gewaltigste Industriemacht des europäischen Erdteiles, in das unbesiegbare Deutschland einfügen müßte. 9* Abends kehre ich mit zwei Kollegen nach unserem Quartier zurück. Plötzlich hält ein dünnes Schreien, wie das 1 5 eines winselnden Tieres meinen Schritt in einer kelen sse an. Ich rufe die anderen, und wir hören aus einem verschlossenen Hause eine zerbrochene Weiberstimme weinen:„Paul! Paul! Ma⸗ deleine! Ils ne reviendront plus!“ Immer wieder dieselben Worte, in allen Schmerzen einer Seele wiederholt. Am Morgen belehren mich die Nachbarn: Das ist eine alte Frau, die jede Na Krämpfe kriegt, weil ihr Sohn zu den Soldaten aus⸗ ezogen und ihre Tochter mit einem Offizier geflüchtet ist. Wenn 15 die kleinen Einkäufe für ihren Haushalt ma und plöplich ein großes Geschütz herüberbrüllt, dann kriegt sie Schreikrämpfe und behauptet, diesmal habe es ihren Jungen getroffen. Und nachts ruft sie nach Paul und Madeleine, die sie, die Greisin, verlassen haben. Unbekümmert stapft der eisenstirnige Kriegsgott über das, was eines Mutterherzens, einer Menschenhoffnung Stolz und frohes Sehnen war, und die Nachbarn sagen ärgerlich:„Heute schreit die verrückte Alte wieder wie ein verliebter Kater.“ W. Scheuermann, Kriegsberichterstaater. Aus dem Keiche. 12 Die Inschrift auf dem Reichstagsgebäude. Berlin, 4. Okt.(WTB. N„) Die„Nordd. Allgem. Ztg.“ schreibt über die Inschrift auf dem Reichstagsgebäude;: Von unterrichteter Seite geht uns nachstehende Mitteilung zu: Nachdem nunmehr be⸗ schlossen worden ist, daß das 1 die In⸗ schris„Dem deutschen Volke!“ erhalten soll, 8 tigte sich die Oeffentlichkeit mit der Frage, welche Sc fÑ zeichen für die Inschrift gewählt werden sollen. Es ist von einer Seite die Behauptung aufgestellt worden, im Aus⸗ schmückungsausschuß sei zuerst vorgeschlagen worden, latei⸗ nische Buchstaben zuswählen, daß man dann aber auf deutsche Schriftzeichen 7 geeinigt habe. Von anderer Seite wurde behauptet, daß die Anbringung lateinischer Schriftzeichen beschlossen worden sei, und es wurden hieran heftige An⸗ riffe geknüpft. Demgegenüber sei hier festgestellt, daß bei fer Beratung im Ausschmückungsausschuß seitens der Ver⸗ treter der Regierung bei dem Vorschlag auf Anbringung der Inschrift von voruherein darauf hingewiesen worden ist, daß es dem Volksempfinden nicht entsprechen würde, wenn eee gewählt würden. Dieser Auf⸗ fassung trat der Ausschuß bei und beschloß, daß die In⸗ schrift in gothischen Buchstaben ausgeführt werden solle. Die Entwürfe der Inschrift werden dem Aus⸗ schmückungsausschuß zur Beschlußfassung vorgelegt. Hier⸗ nach steht außer Zweifel, daß lateinische Schrift nicht in Betracht gekommen ist. * a Berlin, 4. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Auf die dritte Kriegsanleihe lin bis zum 2. Dftoger inschließlich fünf Milliarden Mark eingezahlt worden. 7 Berlin, 4. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Generalfeld⸗ marschall v. Hindenburg hat an den Präsidenten des Preußischen Abgeordnetenhauses Grafen von Schwerin⸗ Löwiitz auf das ihm zu seinem Geburtstage übersandt Glückwunschtelegramm folgendes Antworttelegramm ge richtet:„Eurer Exzellenz und dem hohen Hause der Ab. geordneten danke ich herzlichst für die mir gütigst aus⸗ gesprochenen Glückwünsche. Gott der Herr wird auch weiter⸗ hin mit unseren Waffen sein. Feldmarschall v. Hindenburg.“ ——..————— Heer und Flotte. ö Berlin, 4. Okt.(Priv.⸗Tel.) Die„Voss. Ztg.“ meldek: Die Zahl der Krieger, die das Eiserne Kreuz! Klasse in der deutschen, österreichisch-ungarischen und türkischen Ar⸗ mee tragen, beträgt jetzt über 500 0. 1 München, 4. Okt.(WT. Nichtamtlich.) Wie die „Münch. Neuest. Nachr.“ hören, steht zu erwarten, daß auch die Uniformen der bayerischen Armee in ähn⸗ licher Weise den praktischen n f e angepaßt werden, wie dies in i ist. Einzelheiten hierüber — seien voraussichtlich zu erwarten. Aus Stadt und Cand. g 1 Gießen, 5. Oktober 1915. e Auszeichnung. Dem Unteroffizier Adam Reich aus öteßen, im Res.-Ins.-Rgt. 116, wurden das Elserne Kreuz und e Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. *Die Einzahlungen auf die 3. Kriegs⸗ unleihe bei der Gießener Reichsbankstelle haben am „Oktober schon 17¼ Millionen Mark betragen. Es ist ein llänzendes Zeugnis für die finanzielle Leistungsfähigkeit unseres Bezirks, daß auf den ersten Anhieb beinahe 75 Proz. ber geleisteten Zeichnungen in Gießen eingezahlt sind. *Die Wormser Jungmannschaft wird heute nachmittag hier eintreffen und in Privatquartieren untergebracht werden. Die jungen Leute sind auf einem mehrtägigen e begriffen. Die Gießener Jungmannschaft und die Jugendwehr werden die Kame⸗ raden um 5 Uhr am Schiffenberg abholen. * Der 7 Uhr⸗Ladenschluß. In der vorigen Woche hat bekanntlich eine Versammlung Gießener Ge⸗ schästsinhaber beschlossen, für den 7 Uhr⸗Ladenschluß an den Werktagen und den 2 Uhr⸗Schluß an Sonntagen für die Dauer der Kriegszeit einzutreten. Gegen diese Be⸗ e sprach sich am vorigen Freitag eine andere Ver⸗ sammlung von Geschäftsleuten aus. Einem uns zugehenden Bericht über diese zweite Versammlung entnehmen wir ene n 10 f 5 „Die Gründe, welche gegen eine Herabsetzung der Ge⸗ schäftszeit angegeben er, waren die folgenden: Die Geschäftswelt einer so lebhaften Geschäftsstadt stelle sich einsach ein Armutszeugnis aus, wenn an den Wochen⸗ tagen die Läden in den Hauptstraßen der Stadt um Uhr ihre Pforten schlößen, nur um das Licht in den Auslagen u sparen. Ein so früher Ladenschluß sei wohl für einzelne sranchen, aber nicht für alle Geschäfte möglich. Die Nah⸗ rungsmittelgeschäfte, die Zigarrenhändler usw. könnten sich auf einen früheren luß allgemein nicht einlassen. Die Geschäftsinhaber, die stark mit Landkundschaft arbeiten, fühlten sich durch eine Abkürzung der Verkaufszeit am Sonntag geschädigt. Es sei dieser Kundschast wegen der Zug⸗ verbindungen unmöglich, vor 12—½1 Uhr zur Stadt zu kommen. Würde man durch einen behördlichen Zwang diese Geschäfte früher als 3 Uhr schließen, so würde ein größerer Teil der Landkundschaft seine Einkäufe beispielsweise in der Kreisstadt Wetzlar machen, in der man nicht daran denke, die Geschäfte Sonntags vor 3 Uhr zu schließen. Aber auch der dem stehenden Gewerbe in der Stadt Abtrag tuende Hausterhandel würde von einem früheren Schluß der Ge⸗ schäfte in Gießen an Sonntagen den Vorteil haben. Man wies in der Versammlung darauf hin, daß die Steuern und Abgaben gerade jetzt für das Gewerbe erheblich gestiegen sind und daß auch der Krieg Geldopfer für jeden Geschäf= mann nach sich ziehe. Es sei ein Unrecht, wenn die Behörde sich darauf einlassen würde, die jetzt bestehende Erwerbs⸗ 1 für die Geschäftswelt auch nur um eine Stunde 7 ürzen. Die Versammlung nahm eine Kundgebung in diesem Sinne an und wählte einen Ausschuß, der die nötigen Schritte unternehmen wird.“ 5 Zu diesen Ausführungen, deren teilweiser Berechtigung sich niemand verschließen wird, ist zu bemerken, daß sich die Anhänger des Sieben⸗Uhr⸗Ladenschlusses nicht nur der „Lichtersparnis“ wegen zu ihrem Vorgehen entschlossen, sondern in erster Linie aus einem Gedanken von sozialer Bedeutung heraus: Es soll sich darum handeln, vielen durch Personalmangel überbeschäftigten Arbeitskräften mehr Ruhezeit zu gewähren und den Geschäftsfrauen, deren Männer im Felde stehen, eine Erleichterung ihrer schweren Aufgabe zu ermöglichen. Vom Generalkommando ist übri⸗ gens der Ladenschluß an den Sonntagen schon für 1 Uhr angeregt worden. Gegen diese Maßnahme wandten sich auch die Geschäftsinhaber, die mit einer Kürzung der Geschäftszeit um eine Stunde einverstanden sind. Die Zahl der letzteren beträgt nach dem Stande der im Umlauf be⸗ indlichen Einzeichnungsliste augenblicklich 115, die Zahl er Teilnehmer der Gegenversammlung 35. * Der Konsumverein Gießen und Um⸗ gegend hielt am Sonntag, den 3. Oktober, seine diesjährige Generalversammlung ab. Geleitet wurde dieselbe von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Herrn Vetters. Die vom Vorstand erstatteten Berichte waren recht günstig. Trotz des Krieges hat der Konsumverein Gießen und Um⸗ gegend erfreuliche Fortschritte gemacht; im ver⸗ vergangenen Geschäftsjahr sind 482 neue Mitglieder bei⸗ getreten. Der Mitgliederbestand betrug am 0 Fü d 3115. Vom 1. Juli bis 30. September d. J. sind bereits wieder 193 neue Anmeldungen zu en Geschäfts⸗ führer Keßler verwies in seinem mündlichen Bericht noch⸗ mals auf die Schwierigkeiten des Warenbezuges und betonte, daß im Konsumverein Gießen und Umgegend die Versorgung von über 3000 Familien in Frage komme. Der Ver⸗ ein sei trotzdem bis heute in der Lage gewesen, seine Mit⸗ glieder in zufriedenstellender Weise bedienen zu können. Kas⸗ sierer Koppe erstattete einen ausführlichen Kassen⸗ bericht; er entwickelte ein äußerst günstiges Bild der Solidität des Unternehmens und erläuterte die Bilanzauf⸗ stellung. Der Umsatz im vergangenen, Jahre betrug 764 408,76 Mk., erzielt wurde nach reichlichen Abschreibun⸗ gen ein Reingewinn von 8740,67 Mk., der in der Hauptsache zur Stärkung der Reserven verwandt, wurde; doch sollen hiervon auch 500 Mk. für die Familien der eingezogenen Mitglieder und 150 Mk. für die Kriegsfürsorge Verwendung finden. An Rückvergütung kommer dieses Jahr 34 491 Mark zur Auszahlung; seit Bestehen des Vereins sind ins⸗ gesamt 199 875,20 Mk. an die Mitglieder zurückgezahlt worden. Der Bericht der umsichtigen Geschäftsleitung wurde ohne Aussprache mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Lebhafter wurden die Verhandlungen, als es sich darum drehte, den Vorstand von drei auf fünf Personen zu erhöhen. Hiergegen nahmen besonders die jetzigen Vorstandsmitglie⸗ der Stellung. Trotzdem gelangte der Antrag auf Verstärkung des Vorstandes mit großer Mehrheit zur Annahme. Nach den vorgenommenen Neuwahlen fand die anregend verlaufene Versammlung ihr Ende. n Herrenlose Schuhe. Vor kurzem wurde, wie schon berichtet, hier ein Mann aufgegriffen, der im Besitze eines Paar neuer Militärschnürschuhe war, über deren Erwerb er sich nicht ausweisen konnte. Neuerdings hat er behauptet, die Schuhe geschenkt bekommen zu haben. in der Neuen Bäue festgenommen hat, ist anzu⸗ der Mann die Schuhe in diesem Stadtteil Vielleicht meldet sich auf diese Zeilen hin bei der Kriminalpolizei. i Landkreis Gießen. m. Allendorf a. d. Lda., 3. Okt. Auf dem östlichen Kriegs⸗ schauplatz wurde der 21jährige Christian Stoos im ersten Ge⸗ cht, an dem er teilnahm, durch einen Brustschuß schwer verwundet und starb beim Verbringen nach dem Verbandsplatze.— Beim Oeffnen eines Kartoffelsackes mit dem Messer wurde hier ein Da man ihn nehmen, daß entwendet hat. der Eigentümer hnjähriger Knabe derart an einem Auge verletzt, daß er 1 . bet nt, pte Abend nach Gießen in die Rlimik verbracht wer⸗ „TbLollar, 4. Okt. Leutnant Gilbert, der als Kompagnie⸗ führer bei den Eroberungen von Grodno und Wilna mitgekämpft hat, ist bei Wilna durch Schrapnellschuß schwer verwundet worden und liegt z. Zt. im Lazarett in Mainz.— Die Kart offel⸗ und Obsternte war auch hier überreich. Die Gemeinde hatte einen Erlös von 1200 Mark, 500 Mk. mehr, als die Vorschätzung betrug. B. Lang⸗Göns, 4. Okt. Der Gefreite Emil Hock im Res.⸗Inf-⸗Regk. 116, 6. Komp. erhielt die hess. Tay ferkerts⸗ medaille.— Professor Schaum, Res.⸗Inf.⸗Regt 116 erhielt die hess. Tapferkeitsmedaille und wurde zum Leut⸗ nant befördert.— Wehrmann Bergk, Sohn des Kaspar Bergk von hier, erhielt das Tiserne Kreuz. . Geilshausen, 4. Okt. Die Familie Georg Fabel erhielt Nachricht von ihrem Sohne aus russischer Gefangene schaft. Derselbe war Ende August in den Kämpfen in Galizien mit einem Teil der Kompagnie abgeschnitten worden. Sein Be⸗ finden ist den Umständen entsprechend gut. Kreis Büdingen. S Bisses, 3 Okt. Gestern wurde in dem zu unserer Gemarkung gehörigen Teil des Berstädter Markwaldes die Leiche eines Handwerksburschen aufgefunden. Die vorgenommene gerichtliche Leichenschau stellte fest, daß der Verstorbene der 58 Jahre alte Theodor Held aus Offen⸗ bach a. M. war. Er war als„Der schöne Theodor“ weit und breit bekannt und trieb sich schon mehr als 20 Jahre auf der Landstraße herum. Dauernheim, 3. Okt. Auf dem hiesigen Fried⸗ hofe wurden die Leichen zweier Kinder polnischer Arbeite⸗ rinnen von Hof Schleifeld wieder ausgegraben und seziert. Es besteht der Verdacht, daß die Kinder keines natürlichen Todes gestorben sind. 5 Kreis Schotten. Laubach, 3. Okt. Der älteste Kammerjägers Becker von hier gilt schon seit August vorigen Jahres als vermißt! Nunmehr ist auch der jüngste Sohn Karl Becker in Gesangenschaft geraten. E Laubach, 3. Okt. Wiederum hat der Krieg ein Opfer, das 17., aus unserer Stadt gefordert. Richard Steller, Kauf⸗ mann, Sohn des Kaumanns Steller von hier, der schon seit Sohn des gräflichen Regiment im gelde gefallen oder an den Folgen seiner Verwundung im Lazarett, unbestimmt wo, gestorben. Kreis Wetzlar. W. Wetzlar, 3. Okt. Die städtische Obstversteigerung ergab den schönen Betrag von 2900 Mart, obwohl von der Stadt an gemeinnützi e Anstalten der Stadt eine große Anzahl Früchte (142. Körbe Aepfel und. 23 Körbe Birnen) abgegeben worden sind. w. Wetzlar, 4. Okt. Die Stadtväter haben in jüngster Sitzung ein„CEisernes Denkmal“, einen Brunnen⸗ auf dem Eisenmarkt und sür Zwecke der Kriegsfürsorge gleichzeitig die Nagelung beschlossen. Die Koslen, die schon gedeckt sind werden sich auf 3000 Mk. belaufen. Für die Nagelung ist der Brunnen- schaft vorgesehen, der auch zu diesem Zwecke vorerst allein auf- gestellt werden soll, da die Errichtung des Brunnens selbst längere Zeit beanspruchen wird. A Kinzenbach, 4. Okt. Ueber alles Erwarten gut fällt die Karloffelernte auf dem hiesigen Bahnhofsgelände aus. Da es sich um eine Anbaufläche von 80 Ar handelt, so können viele Eisenbahnerfamilien mit guten Speisekartofseln versorgt werden. Zugleich wurde eine zweite Oedefläche für diese Zwecke urbar gemacht. Hessen⸗Nassau. m. Kirchhain, 4. Okt. In unserer Stadt ist unter dem Rindviehbessand die Klauenseuche sestgestellt worden. Durch den Weidebetrieb ist die Seuche gleichzeitig in mehreren Stallungen ausgebrochen. Der Weidebetrieb ist eingestellt worden und Sperr maßregeln sind angeordnet. Der nächste Viehmarkt ist ver · boten, m. Momberg Gr. Kirchhain), 4. Okt. Gestern starb hier in dem selten hohen Alter von nahezu 94½ Jahren der Landwirt Joh. Schmitt. Noch bis vor einigen Mongten konnte der körperlich rüstige Gres weitere Spaziergänge machen; auch war er bis an sein Ende geistig frisch. Er unterhielt sich gern über geschichtliche Ereiquisse älterer und neuerer Zeit. Sein Wunsch, das Ende des Krieges zu erleben, sollte sich nicht erfüllen. Juli b. J. als vermißt gemeldet war, ist lt. Nachricht von seinem ** 7 die Vernehmung der beiden Angeklagten aus Paliga suchte sein früheres unumwundenes Geständnis wesentlich ein⸗ zuschränken und Drabik als den Anstifter und Verführer hinzu stellen, was im Wesentlichen zutreffend zu sein scheint. ährend Paliga den Eindruck des Reumütigen macht und sich teilweise selber schwer belastet, stellte Drabik offensichtlich alles zu seinen Gunsten dar, wobei er vielfach bei der Unwahrheit ertappt wurde. Er leugnete auch den Vorfall mit dem Agenten: es kann als erwiesen gelten, daß Drabik in der Küche in polnischer Sprache dem Paliga rurief:„Ersteche sie, ersteche sie, sonst werden wir erwischt.“ Dieser wollte sich anscheinend nicht für feige schelten lassen und stach darnach so wuchtig zu, daß das Dolchmesser 10 Zentimeter tief durch das Herz drang und sofort den Tod der Frau herbeifüthrte. Als charakteristisch für Paligas Stimmung ist die Feststellung, daß dieser unmittelbar nach der Tat das blutige Messer abwischte und beim Fliehen aus der Küche renommierte:„Jetzt habe ich mein Meisterstück gemacht, es ist reingegangen, wie Butter.“ Nach seiner Bekundung hatten auch beide gemeinsam auf Drabiks Anstiften in der Kaserne die Schränke erbrochen und je einen Revolver und das Dolchmesser entwendet. Bei der am Nachmittag erfolgten Vernehmung der Sachver⸗ ständigen bekundete der Kreisassistenzarzt, daß beide Angeklagte geistig normal und nicht minderwertig seien. Der Frankfurter Che⸗ miker Dr. Popp hatte sofort am Tatort eine Anzahl Photographien aufgenommen und bekundete, daß er auch ohne das Geständnis Angeklagten deren Schuld durch stumme Zeugen nachweisen könne, so besonders durch die Fingerabdrücke der beiden an der Kaffee⸗ kanne, aus der sie sich mehrere Tassen Kaffee eingeschenkt. Im Einzelnen vermochte der Sachverständige in verschiedenen, Pun den Nachweis der Unwahrheit der Darstellungen Drabiks zu er⸗ bringen. Nach den genauen Eingeständnissen des Paliga gestal⸗ tete sich die Zeugenvernehmung, ziemlich einfach; auf kinen Teil derselben wurde überhaupt verzichtet. Von Interesse war bei der Vernehmung des vereideten Dolmetschers, Dipl. Ingenieur Herz⸗ berger, wie sich die beiden Angeklagten gegenseitig in polnischer Sprache herumstritten; auch hierbei Ichnitt Drabik sehr ungün⸗ ssig ab. Die Verhandlung wurde gegen 9 Uhr abends abgebrochen. Morgen früh beginnen die Plaidoyers. Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 6. Oktober 1915: Unbeftändig, meist trocken, keine Temperaturänderung. — Letzte Nachrichten. Schlechte Führung der Engländer bei der westlichen Offensive. Großes Hauptquartier, 5. Okt. Unter den eng⸗ lischen Gefangenen hört man sehr viele Klagen darüber, daß ihre Führung in einem Maße versagt habe, daß alle persönliche Tapferkeit der Mannschaften zu einer nutzlosen Aufopferung ge⸗ macht worden sei. Wie es mit der englischen Führung bestellt war, dafür gibt die Gefangennahme des englischen Generals B. ein bezeichnendes Bild. Er war mit seinem Stabe vollkommen außer Fühlung mit seinen Truppen geraten und hatte, in der Meinung, völlig geschlagene Deutsche vor sich zu haben, sich mit seinem Stabe in den Unterstand eines deutschen Hauptmanns zur Rast niedergelassen. Davon, daß die vorübergehend einge⸗ drungenen Engländer schon jetzt teilweise aufgerieben, teils in ihre alten Stellungen zurückgedrängt waren, hatte dieser Divisions⸗ stab keine Ahnung bis zu dem Augenblick, wo einige deutsche Krie⸗ ger vor dem Unterstand erschienen und den General schla⸗ b die Generalstabsoffiziere kartensprelend antrafen, und sie gefangen nahmen. Die französischen Ge⸗ fangenen, unter denen viele bei dem Angriff angetrunken waren, erklärten auf die Frage, warum sie entgegen allen Regeln und Vor⸗ sicht in dichten Massen, ungedeckt und in langsamem Schritt vor⸗ gegangen seien, daß man ihnen gesagt habe, der Sieg ser bereits errungen und sie könnten unbekümmert vorgehen. 5 Die dem Abschluß zugehende Spannung auf dem Balkan. Genf, 5. Okt. Der Sonderberichterstatter des„Paris Journal“ meldet aus Nisch: Die Ereignisse überstürzen sich. Der e Polizeikommissar, der Ne jeden Zug an der serbisch⸗bulgarischen Grenze in Bulgarien begleitet, wurde in Bulgarien zurückgehalten, ebenso der Gießener Strafkammer. th. Gießen, 5. Okt. Die Strafkammer hatte sich mit einer Diebstahlsanklage gegen den Hausdiener eines Nauheimer Hotels zu befassen. Derselbe sollte dem Oberkellner, als dieser eines Nachts schwer bezecht von ihm eingelassen wurde, einen Hundert⸗ mar'schein aus der Tasche herauspraktiziert und mit einem Fünf⸗ markschein verwechselt haben. Em Nauheimer Schutzmann hatte den Hausdiener, den der Kellner angezeigt hatte, zu einem Ge⸗ ständnis bewogen, mit der Versicherung, er werde auf freiem Fuß bleiben und später höchstens eine kurze Gefängnisstrase erhalten. Vor der Strafkammer erklärte der Angeklagte, aus diesen Gründen und um seiner damaligen sehr guten Stelle nicht verlustig zu gehen, habe er sich zu dem Geständnis„breitschlagen“ lassen; in Wirklich- keit habe er den Oberkellner nicht angesaßt. Aus dem Zeugen- verhͤr konnte die Straftammer nicht die Ueberzeugung von einer Schuld des Angeklagten gewinnen und sprach ihn frei. Gerichtsfaal. 75 Der Lampertheimer Mordprozeß. g rb. Darmstadt, 4. Okt. Vor dem Schwurgericht der Provinz Starkenburg be⸗ ann heute als letzter Fall die Verhandlung in der Lampertheimer orbsache. Die Anklage führte Oberstagtsanwalt D Schwarz, Die Verteidigung haben die Rechtsanwälte Justizrat Dr. Bender und Brücher übernommen. Zwei kaum 20 jährige Metzger⸗ gesellen, der Albert Paliga und der Richard Drabik, beide aus Königshütte in Schlesien gebürtig, die im Frühjahr mit einem Trupp von mehreren hundert jungen Leuten von der Ost⸗ grenze hierhergebracht worden waren, sind des Mordes und Mord⸗ versuchs, der räuberischen Erpressung und des mehrfachen Dieb⸗ stahls angeklagt. Der Drabik hat bereits vom hiesigen Kriegs⸗ ericht wegen schweren Diebstahls und Fahnenflucht eine Gesamt⸗ trafe von 505 Jahren Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes erhalten. Die beiden Angeklagten führten hier kurze Zeit ein ganz unglaubliches Vagabundenleben in der Umgebung. Drabik war Anfangs Mai als unsicherer Heerespflichtiger eingezogen worden, vertauschte aber die Uniform nach wenig Tagen wieder mit dem Zivilrock und dann wanderten beide Angeklagte durch die Bergstraße. Als sie völlig mittellos zwischen Laudenbach und Hemsbach den Makler J. begegneten, hielt ihm Paliga den geladenen Revolver vor die Stirn, worauf der Bedrohte seine geringe Barschaft auslieferte. Trotzdem aber lief ihm der Paliga nach und brachte ihm mit, einem in der Kaserne gestohlenen Messer mehrere zum Glück nicht schwere Stiche in den Rücken bei Beide verabredeten dann gemeinsame Raubfahrten mit dem Vorsatz, jeden niederzustechen, der sich ihnen widersetze. So kamen sie am 22. Mai nach Lampertheim, wo sie in dem Stall der Witwe Frödert nächtigten und am anderen Morgen auf ihr Betteln Speise und Trank erhielten. Nun beschlossen sie, in der folgenden Nacht hier einen Einbruch auszuführen. Sie drangen in die Küche durch ein Fenster ein und als die durch den Lärm erwachte Frau herbeilief wurde sie sofort von Paliga auf Drabiks Zuruf mit einem Messerstich in's Herz empfangen, der sie tödlich getroffen zu Boden streckte. Dann eilten beide Verbrecher davon. Sie stahlen am nächsten Vormittag in Auerbach ein Fahrrad, und aus dessen Erlös und dem Geld für ihre in Darsmstadt verkauften Mäntel erhielten sie soviel, daß sie Fahrkarten nach Königshütte lösen konnten. Dort angelangt, verübten sie noch mehrere Einbrüche, worauf sie auf Grund des inzwischen erlassenen Ausschreibens der Staats⸗ anwaltschaft verhaftet wurden. Die 0 erhandlung, in der auch die in Schlesien begangenen Straftaten mit übernommen wurden, füllte haupt⸗ aus 30 Wagen bestehende Zug samt Maschine.. Heute abend verschied unsere Mutter Frau Oberamtsrichter Allwohn, geb. Hensler. Anna Berck, geb. Allwohn Hermann Allwohn, Amtsrichter Auguste Allwohn Ludwig Berck, Pfarrer Emilie Allwohn, geb. Krailing. Gießen, den 4. Oktober 4915. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. Oktober, nachm. 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. fg Aud Es zieht! Wle lescht holt el e 3— Heere oder doch wenig · 10355 TABLETTEN schützen davor, denn sie erhöhen den 075 und beugen fe so, auf natürliche Weise ee serend, den Folgen einer Erkältung vor. Sie ensholten keine Ninera⸗ llen und wirken baher nicht slör end, sondern eher günsiig auf die Verdauung. Schachtel mit 400 Tabletten in allen Apotheken und Orogerlen Mf. 1.—. 2 vor Nachahmungen! 7 Verlangen Sie stets„Wybert“. * Frau Dorothea Kockerbeck Statt besonderer Gestern abend wurde unsere innigstgeliebte Mutter Anzeige. durch einen sanften Tod von langem schweren Leiden erlöst. Gießen, 5. Oktober 1915. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. Oktober, nachmittags 4 Seelenamt findet am Freitag, den 8. Oktober, morgens 7 Uhr statt. unser treusorgender Schwager und Onkel abgerufen. Lang- Göns, 4. Okt. 1915. der herzensgute Vater seiner Kinder, braver Sohn, Schwager Heinrich Pirr Glaser Wehrmann im Infant.⸗Regiment 116, 5 5. Kompagnie im 35. Lebensjahre. In tiesster Trauer: Louis Stroh und Familie. Großen⸗Linden, Ansbach, Kassel, den 4. Oktober 1915. Mittwoch früb und Donnerstag eintreffend: 1—4pfündig, Prima holländ. in Fischen von 3½ bis 6 Pfd. empfehlen Gebrüder Berdn Bahnhofstraße 27. Ferusprecher 231. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 25. September mein innigstgeliebter Mann, unser Schwiegersohn, Bruder und Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung! Falter Itinst holländ. Augel⸗Schellfsche Cabliau gent sowie im Ausschnitt, Fste oll Bratschellfsche, rischeischkotelettz 10⁵⁴⁴⁰0 K,. Am 4. Oktober wurde nach kurzem Leiden me Anna Pirr, geb. Stroh, u. Kinder Philipp Pirr III. und Familie 05459 Spezi Johs. Ohly Frucht- und Kartoffelhändler im Alter von 69 Jahren aus diesem L. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Kath. Only, geb. Schaum W. Ohly, z. Zt im Feld Kd. Only, Etappen-Telegr.-Bauführer Kath. Ulin, geb. Ohly Anna El. Ohly, geb. Lang Karl Ulm, z. Zt. i. Gefangenschaft(Sud-Frankreich) Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. Oktober, nachmittags 3 Uhr, in lieber Mann, Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, eben in ein besseres Jenseits In tiefster Trauer: Dr. med. Carl Kockerbeck, 3. St. im Feld Ernst Kockerbeck Jula Kockerbeck und 1 Enkelchen. 17886 statt. 6a8fampen Göbel& Appel, Haul ll All blasen Ladd Jorteilhalesten hei Alicestrasse 25.3 kauft nur 5 Fabrikant: Rud. Die kluge Hausfrau mant das anerkannt beste und sparsamste Schuhputzmittel. noch mit Sparsieb, Starcke, Melle i. H. 558 N wegen veränderter Ein vollkommen neues al⸗Geschäftsrad Saison zu verkaufen, sowie einige gebrauchte Damen⸗FJah Fahrräder. Aeparalsuren an Schreibmaschinen aller Systeme fü ren in eigner Spezlal- Werkstätte gewissenhaft aus Franz Vogt& Co., Glessen Goethestr. 32. Fernruf 1054 Fulbodenlaek Fußbodenlackfarbe Parkettwachs etc. bei 7640 Emil Fischbach. 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Schlaf wohl, dich deckt nicht Feindes Erde Nein! Die Lieb der Deinen deckt dich zu! Heldentod fürs Vaterland 167, 1. Tempannle Die tlef trauernden Hinterbliebenen: 2. Zt. im Felde, und Pamilie 2. Zt. im Felde, und Familie . Stadt Gießen. 3 Hierunter kann die Abgabe von Gerstenmehlan Bäckeret⸗ 0 0 — 185 8. 2 Sruuen „ Ne 8 0 0— E 0 0 S Nu. 5 g 0 „ Bun; 0 0 0 2 0 9 B 5 25 2. ö 0 0 12 Sens Apparate System Rex, Weck, Bade- Duplex, Ullrich usw. sowie la. Konserven- Gläser 4883 berühmter Fabrikate em- Pllehlt zu billigsten Preisen Edgar Borrmann Eisenwaren, Haus- und Küchengeräte-Handlung. Kartoffeln pr. Speise u. Salatkartoffeln für den Winterbedarf empf. zu billigsten Tagesbpreisen J. Weisel. Sonnenstr. 6, à Mk. Carl Schunck, Bahnholstr. 84. Gleßen Telephon 165 Telephon 88. n Unter Hinweis auf die Verordnung des Bundesrats vom 26. August 1915 und die öffentliche Aufforderung vom 10, September 1915 fordere ich hiermit alle diejenigen, die mit Beginn des 1. Oktober Finsen in Gewahrsam hatten wenn das o Art 1 Doypelzentner oder mehr beträgt, auf, diese sofort unter Benusung des vorgeschriebenen Formulars auf dem Stadthaus, Zimmer 9, anzumelden. Wer die Anzeigen nicht in der gesetzten Frist exstattet, oder wer wissentlich unrichtige oder unnolstandige An⸗ mit Gefängnis bis zu 6 Monaten 85 Gewicht jeder gaben macht, wird 0 5 mit Geldstrafe bis zu 15000 Mark bestraft. Alle diejenigen, die Wiesenben, Klee⸗ und Luzern⸗ ben am 25. September“ d. Js. im Gewahrsam halten, sordere ich hiermit auf, dieses sofort auf dem Stadthaus, Zimmer 9, anzumelden. Wer die Anzeige nicht in der angegebenen Frist er⸗ tate oder mer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 15000 Mark bestraft. 7851 B Aufforderung. f Alle diejenigen, die ibren Bedarf an Saatbafer und Saatgerste für die Ernte 1916 noch nicht gedeckt haben, fordere ich hiermit auf, dlesen sofort auf dem Stadthaus, Zimmer 9, anzumelden. 282 B Geländeverpachtung der Stadt Gießen. Mittwoch, den 6. Oktober 1915, findet die ander⸗ weite Verpachtung leihsällig werdender Grundstücke der Stadt, des Stadterwesterungsfonds und der Armenkasse statt und zwar: 5 a) vormittags 9 Uhr beginnend mit an der Wirtschaft im Philosophenwald g 3 Triebvierzel bei den Torflöchern auf 6 Jahre, 10 Grundstücke gegenüber der Provinzial⸗Stechen⸗ anstalt auf 2 Jahre, 5 5 12 Grundstücke am alten Feldweg, im Heegstrauch und am Schiffenberger Weg; 8 b) nachmittags 2%½ Ubr mit Zusammenkunst am Erd · kauterweg bei Zimmermeister Schuhbecker eine größere Zahl Grundstücke am Sandkauterweg und Grüninger Pfad, am Obleberg, in den Rödern, am Leihgesterner Weg, im Schlagenzahl, Seltersberg und bei der Margaretenhi Dauer von 6 Jahren. 1 d. J. Erbsen, Bohnen oder Zusammenkunft auf den 0 Amtliche Bekanntmachungen der 4 8 g 1