Ur. 231 Der Slezener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; wennal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freilag); Siege liche seligen 3 wirtschaftliche seitfragen Ferusprech- Anschlasder für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleß! Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher. Rotationsdruck und verlag der Brühl' chen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstr.? Freitag, J. Oktober 1915 Bezugsvrei;: monatl. 85 Pf., viertel⸗ KA lährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen mongtl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 ausw. 20 Pf.— Har schristleiter: Aug. tz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtsfaal: Otto Braun: für den Anzeigenteil: 5 Beck, sämtlich in G Unseren Lesern zur freundlichen Kenntnisnahme Seit Kriegsbeginn haben die Herstellungskosten aller Zeitungen gleich den meisten Erzeugnissen der Industrie ganz außergewöhnliche Steigerungen er⸗ fahren, die sich auch jetzt noch ständig fortsetzen. Dabei hat gewiß jeder Leser beobachtet, daß der An⸗ zeigenteil der Provinzblätter, diese Haupteinnahme⸗ quelle, auf einen Bruchteil des früheren Umfanges zurückgegangen ist. Unter dem Druck solcher Verhält⸗ nisse schritt bereits im Januar und April eine große Anzahl deutscher Zeitungen zu einer angemessenen Erhöhung ihrer Bezugspreise. Durch immer erneute Preissteigerungen aller erforderlichen Materialien wurden dann im Juli die meisten übrigen Blätter gezwungen, sich diesem notwendigen Vorgehen an⸗ zuschließen. Der Verlag des Gießener Anzeigers glaubte indessen, die bisherigen mäßigen Bezugs⸗ preise noch länger aufrecht erhalten zu sollen. In⸗ zwischen haben sich aber die Verhältnisse noch un⸗ günstiger gestaltet. Die Papierpreise stiegen neuer⸗ dings; Zeitungsfarbe kostet beinahe dreimal soviel wie früher; die Betriebsschwierigkeiten, verknüpft mit erhöhten Unkosten, sind noch erheblich gewachsen. Da muß denn auch der Gießener Anzeiger mit Ein⸗ tritt des neuen Vierteljahres seine Bezugspreise um 10 Pfennig für den Monat erhöhen. Verlag und Schriftleitung haben auch während des Krieges nach besten Kräften zusammen gearbeitet, um den Lesern des Gießener Anzeigers in schwieriger Zeit ein gediegenes, reichhaltiges Heimatblatt zu bieten; sie rechnen deshalb vertrauensvoll mit der treuen Anhänglichkeit aller seiner Leser. (WB.) Großes Hauptquartier, 30. Sept. Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Der Feind setzte seine Durchbruchsversuche gestern nur in der Champagne fort. Südlich der Straße Menin— Ypern wurde eine von zwei englischen Kompagnien besetzte Stellung in die Luft gesprengt. Südlich Loos schritt unser Gegenangriff langsam vor. Südöstlich von Souchez gelang es den 9 an zwei kleineren Stellen in unsere Linien einzudringen. Es wird dort noch getämpft. Ein fran⸗ zösischer Teilangriff südlich Arras wurde leicht abgewiesen. Zwischen Reims und Argonnen waren die Kämpfe erbittert. Südlich St. Marie⸗Aa⸗Py brach eine feindliche Bri⸗ gade durch die vorderste Grabenstellung durch und stieß auf unsere Reserven, die im Gegenangriff dem Feinde 800 Gefangene abnahmen und den Rest vernich⸗ teten, Alle französischen Angriffe zwischen Straße Somme⸗ Py—Souain und Eisenbahn Challerange— St. Menehould wurden gestern teilweise in erbittertem Nahkampfe unter schweren feindlichen Verlusten abgeschlagen. Heute früh brach ein starker feindlicher Angriff in der Front nordwest⸗ lich Massiges zusammen. Nördlich Massiges ging eine dem flankierenden feindlichen Feuer sehr ausgesetzte Höhe(191) verloren. Auf den übrigen Fronten fanden Artillerie- und Minenkämpfe in wechselnder Stärke statt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Südlich von Dünaburg ist der Feind in die See⸗ engen westlich von Wesselowo zurückgedrängt. Die Kavallerie⸗ kämpfe zwischen Dryswjaty⸗See und der Gegend von Po stawy waren für unsere Divisionen erfolgreich. Oestlich von Smorgon ist die feindliche Stellung im Sturme durchbrochen. Es wurden 1000 Gefan⸗ gene, darunter sieben Offiziere, gemacht und sechs Geschütze, vier Maschinengewehre erbeutet. Oest⸗ lich von Smorgon dauert der Kampf an. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Feindliche Teilangriffe gegen viele Abschnitte der Front wurden blutig abgewiesen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Die Lage ist unverändert. i 8 Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Die Russen wurden am oberen Kormin in östlicher Richtung zurückgeworfen. Es wurden etwa 800 Ge⸗ fangene gemacht. Zwei russische Flugzeuge wurden abgeschossen. . Oberste Heeresleitung. 15 33 Neue Erfolge in West und Ost. Die neuen Truppen Kitcheners haben eine schwere Feuertaufe bekommen, und der anfangs von den Engländern erstrittene Erfolg bei Loos geht ihnen wieder verloren. Auch heute meldet der amtliche deutsche Tagesbericht, daß nörd⸗ ich von Loos unser Gegenangriff langsam vorschreitet. Es ist irsichtlich, daß die Engländer fürs erste ihre Durchbruchs⸗ bersuche aufgegeben haben. Desto heftiger tobt der Kampf in der Champagne. Die Franzosen wollen mit dem Opfer mute der Verzweiflung auch die zweite deutsche Linie Zurchbrechen, was ihnen aber bisher völlig mißlungen ist. Das Gefechtsfeld dehnt sich von Aubérive im Westen bis an die den Westhang der Argonnen begleitende Bahn von St Mönshould nach Challerange aus. Auf ihm wurden am Mittwoch alle feindlichen Angriffe zwischen der Straße von Somme⸗Py nach Souain und ber Bahnstrecke abgeschlagen, obgleich sie teilweise mit solcher Wucht geführt wurden, daß sie bis in unsere Gräben gelangten. Am Donnerstag scheiterte ein Angriff nordwestlich von Massiges, dagegen ließ sich die unter zu wirksamem Flankenfeuer liegende Höhe 191 unmittelbar nördlich von Massiges nicht halten. Auf dem äußeren linken Flügel hatte eine französische Bri⸗ gade aus der Gegend von Aubérive zum Sturm gegen unsere vorderste Stellung bei St. Marie⸗ꝛ⸗Py, vier Kilo⸗ meter westlich von Somme⸗Py, angesetzt und war über sie hinausgelangt. Die herbeieilenden deutschen Reserven faßten sie, augenscheinlich von mehreren Seiten, nahmen 800 Mann gefangen und setzten den Rest außer Gefecht. Die deutsche Heeresleitung hat es angesichts der Vor⸗ gänge an der deutschen Westfront nicht für nötig gehalten, ihre Offensive im Osten zu unterbrechen. Hindenburg, der morgen seinen 68. Geburtstag feiert, zerschlägt mit starker Hand die feindlichen Stellungen auf dem Nordflügel. Die amtlichen russischen Berichte sind kleinlauter geworden. Be⸗ sonders der neue deutsche Sieg bei dem mehrfach genannten Orte Smorgon dürfte das Verderben des Feindes beschleuni⸗ gen. Er verlor bei dem Durchbruch durch seine Reihen 1000 Gefangene und auch wieder irmal sechs Geschütze. Auch Linsing en hat seinen Siegeszug fortgesetzt, und sein nörd⸗ licher Flügel am oberen Kormin, einem Nebenfluß des Styr, hat das Dorf Boguslawba erstürmt und, wie es in dem gestrigen Tagesbericht heißt, die Russen in östlicher Rich⸗ tung zurückgeworfen, wobei diese 800 Gefangene verloren. Auf dem Balkan nimmt das Schicksal, ohne auf Joffres und Poincarés Bitte um Aufschub zu hören, seinen Lauf. Die russische und die französische Presse gibt sich kaum noch einem Zweifel darüber hin, was Bulgarien beabsichtigt. Heißt es doch heute sogar schon, Radoslawow beabsichtige, demnächst einen Besuch in der deutschen Reichshauptstadt zu machen, angeblich um einen dort weilenden Sohn zu be⸗ 2 55 Ist es zu leugnen, daß allein schon das Dämmern er Wahrheit in Frankreich, England und Rußland über ihr verlorenes Spiel auf dem Balkan und das fortschreitende Schwinden ihres Einflusses für uns Deutsche eine gute Verheißung bedeutet? 8 1 22 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 30. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 30. September 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Die Lage in Ostgalizien, an der Ikwa und an der Putilowka ist unverändert. Im Sumpflande des Kor⸗ minbaches erstürmten österreichisch⸗ungarische und deut⸗ sche Truppen mehrere Stützpunkte, wobei vier russische Offi⸗ ziere und 1000 Mann in Gefangenschaft fielen. Zwei feind⸗ liche Flieger wurden herabgeschossen. Die k. und k. Streit⸗ kräfte in Litauen wiesen russische Angriffe ab. Die Kämpfe führten stellenweise zum Handgemenge. Der Gegner erlitt große Verluste. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Tiroler Westfront wurde in der vergange⸗ nen Nacht im Adamellogebiete gekämpft. Ein An⸗ griffsversuch des Feindes auf den Paß westlich der Cima Presena wurde durch unsere Artillerie abgewiesen; auch bei der Mandronhütte mußten die Italiener nach mehrstündigem Gefecht zurückgehen. Auf der Hochfläche von Vilgereuth griffen sie gleichfalls nachts unsere Stellungen zweimal ver⸗ gebens an. Ebenso scheiterten an der Kärntner Front nächtliche Angriffe auf unsere befestigten Linien westlich des Bombasch⸗Grabens(bei Pontafel). Die Kämpfe bei und nördlich von Tolmein dauern fort. Vor dem Mrzli Breh wich der Feind in seine alten Stellungen zurück. Gegen Dolje griff er wiederholt an, wurde aber stets abgewiesen. Heute früh begann das italienische Artilleriefeuer gegen den Raum von Tolmein, das schon gestern sehr lebhaft war, von neuem. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues.. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. „„ Der Kampf mit den Engländern. Berlin, 1. Okt. Der Korrespondent des„Daily Chro- nicle“ schildert das Feuer, dem die stürmenden Engländer bei Loos ausgesetzt waren. Die ersten zwei deutschen Linien waren unversehrt geblieben. Als die Engländer sie erstürmten, ergoß sich aus den überall aufgestellten Maschinengewehren ein tödlicher Strom von Blei über sie. Die Maschinengewehre befanden sich in den Fenstern der Häuser und auf den Krähnen der Bergwerks⸗ schächte. Auf dem Friedhof südwestlich von Loos, den die Eng⸗ hatten sich diejenigen Engländer, welche nicht gefallen waren, bis zum Rande des Dorfes durchgekämpft. Noch zwei Stunden lang wurde wütend in den Gassen gerungen. Mehrere Bataillone wurden dabei aufgerieben, viele Offiziere getötet oder verwundet. Ein wütendes Handgemenge fand im Innern der Häuser statt. Die Häuser steckten voll deutscher Soldaten. Kleine Gruppen deut⸗ scher Soldaten wehrten sich mit dem Mut der Verzweiflung. Das Schnellfeuer aus den Kellern fügte den Engländern starke Ver⸗ luste zu. Der Korrespondent schildert dann den ebenso mörderischer Sturm um die Höhe 70 und schließt mit einer Beschreibung der Kämpfe bei Hulluch, wo zahlreiche Truppen der neuen Kitchener⸗ Armee eine so schreckliche Feuertaufe erhielten. Auch dort mußten die Engländer unzählige Maschinengewehre stürmen. Der französische Bericht. Paris, 29. Sept.(zens. Frkft.) Die amtlichen vom 29. September lauten: 3 Uhr nachmittags: Die einlaufenden Berichte ermöglichen je⸗ den Tag vollständiger die Bedeutung der Erfolge abzuschätzen, die von unserer Offensive in der Gn ne, verbunden mit derjenigen der verbündeten Truppen im Arto is, erreicht wurden. Die Deutschen wurden nicht bloß genötigt, in einer ausgedehnten Front stark verschanzte Stellungen aufzugeben, in denen bis zum Ende Widerstand zu leisten sie Weisung erhalten hatten, sonderm sie erlitten noch Verluste, deren Gesamtheit an Toten, Verwundeten und Gefangenen den Bestand von 3 Armeekorps übersteigt. Die Ge⸗ samtzahl der Gefangenen beläuft sich jetzt auf über 23 000, die Zahl der nach hinten abgeführten Kanonen beträgt 79. 17055 Gefangene und 316 Offiziere haben auf dem Wege nach den Internierungs⸗ orten Chalons passiert. Man geht nach und nach an die Räumung des Schlachtfeldes und an die Zählung der Waffen aller Art, des Materials der Parks und Schützengräben, das der Feind zurück⸗ lassen mußte. Im Artois dauerte der estern gemeldete Fortschritt int Ossen von Souchez am Ende des Tages und im f Nacht an. Wir erreichten nach einem hartnäckigen Kampf den Ab⸗ hang 124, den höchsten Punkt der Kämpfe von Vimh und der Baumgärten im Süden davon.(Das stimmt nicht ganz, denn der Kamm von Vimy ist im La Folie⸗Abschnitt, d. h. südwestlich von. Vimy, 140 Meter hoch. Im übrigen geht aus dieser Meldung Kan daß die Franzosen am„Abhang“, also wohl am Fuß, einesfalls aber auf der genannten Höhe stehen. D. Red.) Die Zahl der un verwundeten Gefangenen, die im Laufe dieses Kampfes ge⸗ macht wurden, belaufen sich auf über 300, die in ihrer Mehrheit zwei Gardedivisionen angehören. In der Champagne dauert der Kampf auf der ganzen Front ohne Unterbrechung fort. In der Ge⸗ gend nördlich von Massiges haben sich neue deutsche Gruppen ergeben. Ihre Gesamtzahl im Laufe des Abends in einem ein⸗ zigen Abschnitt beträgt etwa 1000 Mann. Keine bedeutende Aktion auf dem Reste der Front. Der Feind kanonierte heftig unsere Schützengräben im Norden und Suden der Aisne, in der Gegend des Waldes St. Mard, von Troon und von Vailly. Wir haben energisch erwidert. 11 Uhr abends: Der Kampf dauert den ganzen Tag fort auf den Höhen von Souchez und Vim y. Wir haben alle neuerober⸗ ten Stellungen behauptet. In der Champagne immer noch heftige Kampf vor den feindlichen Aufnahmestellungen, sowie um die „Verkleinerung des Vorsprunges nördlich von Mesnil“, wo sich deutsche Abteilungen noch behaupten. Wir machten Fortschritte auf den Abhängen von Butte de Tahure und in der Umgebr Ortschaft sowie im Norden von Massiges. Ziemlich lebhaftes gegen⸗ seitiges Bombardement im Priesterwalde und im Walde von Apre⸗ mont. Berichte Französisch⸗schweizerische Grenzsperre. Paris, 30. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der „Agence Havas“. Auf Ersuchen der Militärbehörden wurde die französisch⸗schweizerische Grenze zurzeit für den Personenverkehr von Frankreich nach der Schweiz ge⸗ sperrt. Die Beförderung von Briefen, Telegrammen und Postpaketen, einschließlich solcher für Krieg Sgefangene, nach der Schweiz wird augenblicklich gleichfalls eingestellt. Außerdem können Telegramme nach gewissen Ländern eben⸗ ard jedoch nicht länger als 48 Stunden, zurückgehalten werden. Das eroberte Land im Osten. Berlin, 30. Sept.(Priv.⸗Tel.) Die„B. Z. a. M.“ meldet aus Wien: Nach polnischen Meldungen vom 27. Se p⸗ tember haben die deutschen und österreichischen Truppen im Osten 294405 Quadratkilometer russische Bodens, also den dreieinhalbfachen Flächeninhalt Gal weit mehr als die. Hälfte des Deutschen Reiches, besetzt. Der russische Bericht. Petersburg, 30. Sept.(WTB Nichtamtlich.) Der Große Generalstab berichtet vom 29. September: In der Gegen nordwestlich Friedrichstadt griffen die Deutschen ohne Erfolg die Dörfer Tschisch und Ligger, nordwestlich Birschallen, an. Wir wiesen diese Angriffe mit Geschütz⸗ und Kleingewehrfeuer ab. In der Gegend von Dünaburg geht das Geschützfeuer ohne Un⸗ terbrechung weiter. Wir weisen durch unser Feuer deutsch 1 griffe ab. An der Front Dorf Getem⸗Sventen und Mes dauert der Kampf an. Einige weniger bedeutendere Gefe⸗ den in der Gegend des Dorfes Koziany, in der Gegend Krewo, statt. Südlich Oschmjeny griff der Feind unsere Truppen an und drängte sie etwas zurück. S ud Pripjet griff der Feind mehrmals Czartorysk an. Die A wurden anfangs abgeschlagen. Dann aber gelang es dem e dank seiner Verstärkung, trotzdem, die Russen auf das ree r Ufer des Styr zurückzutreiben, Am 28. September er⸗ öffnete der Feind ein wütendes Feuer und griff dreimal das Dors länder durchschreiten mußten, standen nicht weniger als 100 Ma⸗ 1 schinengewehre. Erst 1 Stunden nach Eröffnung des Sturmes Verlaufe der . 5 * 1 starken Stellungen, die von den Eng g Neu⸗Aleksienice an, aber jedesmal warfen wir ihn durch konzentriertes Geschütz⸗ und Gewehrfeuer zurück. In der Gegend des Dorfes Kuptschina, an der Strypa, westlich Tarnopol, verstärkt sich das Artilleriefeuer. Nach einem erbitterten Kampfe bemäch⸗ tigten sich unsere Truppen feindlicher Schützengräben und eines feindlichen Verteidigungspunktes, westlich Kodatschu. 175 Verfol⸗ gung ihrer Offensive griffen unsere Truppen nach einer sehr starken Artillerievorbereitung an und bemächtigten sich nach Durchdring⸗ ung von Drahtverhauen feindlicher Schützengräben östlich des Dor⸗ ses Kuptschintze. Ein rufsischer Ministerrat unter dem Vorfitz des Zaren. Petersburg, 30. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Mel⸗ dung der Petersburger Telegraphenagentur. Im Zelt des Zaren fand unter dem Vorsitz des Zaren ein Min ister⸗ rat statt. Die neue Kriegsanleihe in Oesterreich⸗ ungarn. Budapest, 30. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) In der Besprechung, welche der Finanzminister mit den Ver⸗ tretern der amtlichen Zeichenstellen abhielt, wurde fest⸗ gestellt, daß der Zeitpunkt für die Ausgabe einer dritten Kriegsanleihe— 75 sehr gelegen sei. Es wird dem⸗ nach gegen Mitte Oktober eine sechsprozentige Rente aus⸗ gegeben werden. Die Bezugsbedingungen werden ent⸗ prechend der früheren sechsprozentigen Kriegsanleihe fest⸗ Wien, 30. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen 8 des Staatsschuldenkontrollausschusses wurde die Ausgabe einer dritten Kriegsanleihe in Form von 5½ prozen⸗ tigen Schatzscheinen zur Kenntnis genommen. Die Gegenzeichnung wurde einstimmig beschlossen. Wechsel im italienischen Oberkommando??? Berlin, 1. Okt. Ueber einen Wechsel im italie⸗ nischen Oberkommando berichtet das„Berliner Tageblatt“ mit dem Zusatz, daß es sich um Gerüchte handele, denen zufolge mit der Uebernahme des italienischen Oberbefehls durch den General Por ro zu rechnen sei. Ausstandsbewegungen in Italien. Mailand, 30. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem „Corriere della Sera“ fanden gestern abend in Busto, Ar⸗ sizio, Gallarate und Legnano bewegte Volksversammlun⸗ gen statt, in der sozialistische Delegierte der Textil⸗ arbeitervereinigung und der Arbeiterkammer zum Ausstand riefen. Die Arbeiter der Webereien willigten ein, so daß seit heute früh die Fabriken feiern. Mailand, 30. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Wie der „Secolo“ mitteilt, nimmt an dem Streik die gesamte Ar⸗ beiterschaft der Webereien von Legnano, Callarate, Busto Arstzio, sowie mehrere Nachbargemeinden teil. Ungefähr 50 Fa⸗ brilen sind geschlossen. Die Lage ist ziemlich schwierig. Die Ar⸗ beiter fordern eine Erhöhung des Lohnes um 10 Pro⸗ zent, was die Bilanz der bedeutendsten Webereien bis zu 100 000 Lire mehr belasten würde. Wie der„Corriere della Sera“ meldet, wurde der Genueser Großverband der Steinkohlenhändler bei der Regierung wegen herrschenden Wagenmangels vorstellig, da durch die gegenwärtige Lage die Löschungsarbeiten im Hafen von Genua schwer beeinträchtigt werden. Mailand, 1. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem„Se⸗ colo“ hat sich der Weberstreik auf die Fabriken in Rescaldina, San Giorgio und Camegrata ausgedehnt. * 13* Der türkische Bericht. Konstantinopel, 30. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront ist die Lage unverändert. Am 27. September brachten unsere Küsten⸗ batterien ein feindliches Torpedoboot in der Gegend des Kerevisdere zum Sinken und beschossen wirlsam die feind⸗ lichen Stellungen an der Küste von Sedd⸗ül⸗Bahr. In der Nacht vom 27. zum 28. September überraschten unsere nach verschiedenen Richtungen ausgesandten Erkundungsabteilungen eine feindliche Abteilung in einem Hinterhalt, machten sie zum Teil nieder und nahmen den anderen Teil gefangen. Sie schlugen andere Erkun⸗ gestellt. dungskolonnen, die sie angetroffen hatten, in die Flucht und er⸗ beuteten eine Anzahl Gewehre und Munition. Bei Sedd⸗ül⸗ Bahr erwiderte am 28. September unsere Artillerie kräftig das Feuer verschiedener feindlicher Batterien, die einen Augenblick unsere Stellungen beschossen hatten und brachten sie zum Schwei⸗ gen. Von den anderen Stellen ist nichts zu melden. Konstantinopel, 30. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Ein⸗ 4155 Berichte aus amtlicher Quelle über die Einnahme der tadt Lahadschin dem an Aden angrenzenden Ge⸗ biet von Südarabien, schildern die der Eroberung voran⸗ gehenden Kämpfe als besonders erbittert. Die osmanischen Streit⸗ kräfte bestanden aus regulären Truppen aller drei Waffen. Die eingeborenen Krieger griffen am 1 des 4. Juli die sehr ändern vor der Stadt Lahadsch errichtet worden waren, an, worauf sie Artillerie- und Infanteriefeuer eröffneten. Der Kampf, der gegen Abend an Hef⸗ tigkeit zunahm, dauerte bis eine halbe Stunde nach Sonnen⸗ untergang, wobei der Feind aus seinen ersten Schützengräben vertrieben wurde und sich auf seine zweite Linie zurückzog. Er wurde weiter hart bedrängt und wich gegen 10 Uhr abends bis zu den ersten Häusern der Stadt zu den Basteien zurück. Tür⸗ kische Infanterie drang in die Stadt ein; es folgten erbitterte Kämpfe, die vielfach zum Handgemenge führten, es blieb nicht ein⸗ mal Zeit, das Bajonett aufzupflanzen, weshalb mit dem Kolben eingehauen wurde. Der Feind zog sich allmählich gegen Norden zu⸗ rück. Ein Teil der Engländer, der nicht fliehen konnte, setzte den Widerstand in Schanzwerken fort, die von der türkischen Artillerie heftig beschossen und schließlich zerstört wurden. Das Artilleriefeuer verursachte einen Brand. Als sich die Engländer kämpfend in der Richtung auf Aden zurückzogen, konnten die türkischen Truppen die Stadt gänzlich besetzten. Ein Reserveoffizier und fünf indische Soldaten wurden gefangen, vier Schnellfeuergeschütze und fünf Maschinenge⸗ wehre von den Türken erbeutet; außerdem wurden neun Automobile und anderes Kriegsmaterial genommen. Die Verluste des Feindes sind sehr groß Während des Rückzuges litten die Engländer schrecklich unter Durst und Sonnen⸗ stich. Mehr als 200 Leichen wurden auf der Straße auf⸗ gefunden. Nach Meldungen aus Bagdad bestätigen englische Offi⸗ ziere, die in den Kämpfen in Mesopotamien gefangen genommen worden sind, daß unter den indischen Truppen, die in der englischen Armee dienen, ein Aufstand ausgebrochen ist. Die Engländer seien überdies den Angriffen der Stämme in der Ge⸗ gend von Bassorah ausgesetzt, die sie in der ersten Zeit gut aufzunehmen schienen. Die Lage der Engländer im Jrak sei auf diese Weise schwierig geworden. Die Offiziere sind voll des Lobes über die Haltung, die die türkischen Truppen gegen sie beobach⸗ tet haben. 5 g Meutereien in Indien. Berlin, 1. Okt. Wie dem Berliner„Lokalanz.“ über Konstantinopel aus Bagdad gemeldet wird, meuter⸗ ten das achte indische Murhena⸗ und das zehnte Sikhs⸗ Regiment. Bei dem Einschreiten englischer Truppen entstand ein heftiger Kampf, wobei 1200 Eng⸗ länder fielen, darunter zwei Majore. Das indische achte Regiment hatte 900 und das zehnte Regiment 200 Tote und Verwundete. . Die Spannung der Balfanstaaten. Ein Besuch Radoslawows in Berlin? Berlin, 1. Okt. Wie verschiedenen Morgenblättern aus Wien gemeldet wird, liegt es in der Absicht des bulgarischen Ministerpräsidenten Rados⸗ law ow, in der nächsten Zeit nach Berlin zu fahren.— Nach einer von verschiedenen Morgenblättern gebrachten Sofioter Meldung beschloß der Stadtratder bulgari⸗ schen Hauptstadt, je einen der Stadtplätze nach den Städten Berlin, Wien und Budapest zu benennen. „Hoch Bulgarien, hoch Deutschland!“ Berlin, 30. September.(WTB Nichtamtlich.) Die auf den Ruf ihres Vaterlandes von hier abgereisten bulgarischen Studenten der hiesigen Hochschule haben aus Wien ein Tele⸗ gramm an den bhiesigen bulgarischen Konsul, Kommerzienrat Mandelbaum gerichtet, in welchem es 2 In dem Augen⸗ blick, wo wir Deutschland verlassen, halten wir es für unsere Pflicht, dem deutschen Volke Dank für seine Sympathien zu unserem Vaterlande auszudrücken. Die lebhaften ndgebungen, die uns von einer großen Anzahl Berliner Bürger beim Abschied am Bahnhof dargebracht worden sind, sind das beste Zeugnis dieser Sympathien. Tief gerührt von den Glückwünschen unseres ge⸗ liebten Professors für die Erkämpfung unserer nationalen Einheit ziehen wir ins Feld mit der festen Zuversicht des endgültigen Sieges. Wir rufen nochmals: Hoch Bulgarien! Hoch Deutschland! Rumänien. Berlin, 30. Sept.(Priv.⸗Tel.) Die„B. Z. a. M.“ meldet aus Budapest: Nach einer Meldung aus Saloniki haben die Vertreter der Entente der rumänischen Re⸗ gierung das mündliche Ansuchen unterbreitet, die Neutralität aufzugeben. Ministerpräsident Brä⸗ tianu betonte, daß Gründe militärischer ur es jetzt Rumänien unmöglich machen, eine Aktion zu beginnen. Ein russisches Klagelied. Petersburg, 30. Sept.(WTB Nichtamtlich) Die„No⸗ woje Wremja“ bringt einen Artikel Menschikoffs mit der Ueberschrift:„Bulgariens eigenes Grab, in dem gesagt wird: 2 „Der Verrat Bulgariens hat in Rußland tiefe Aufregung hervorgerufen, insbesondere die Tatsache, daß der Vizepräsident der Sobranje Glückwunschtelegramme aus Anlaß der Einnahme der russischen Festungen an Kaiser Wilhelm gesandt hat. Rados⸗ lawow erklärte, Rußland existiere nicht mehr, es sei völlig von Deutschland geschlagen. Bulgarien dürfe sich nicht an einen Toten klammern. ungeachtet des Einspruches der Opposition machte Bulgarien mobil, ohne Zweifel in Erfüllung seiner Abmachungen mit der Türkei. Serbien kaun nicht daran denken, gegen die Bul⸗ garen zu kämpfen, da ihm Deutschlands und Hesterreich⸗Ungarns Heere in den Rücken fallen. Wenn der Vierverband nicht mächtige Hilfe sendet, daun bleibt Serbien nur übrig, entweder seine Armee zu verlieren, oder sich auf Gnade oder Ungnade dem Sieger zu ergeben. Auf diese Weise würde die Eroberung Maze⸗ doniens nicht durch einen Krieg, sondern durch einfache Besetzung erfolgen, in ähnlicher Weise, wie Oesterreich Bosnien und die Herzegowina nach 1879 besetzt hat. Die ulassung des Durchzuges deutscher Truppen nach Konstantinopel könnte dann, wie dies in Luxemburg geschah, mit dem Druck der Uebermacht entschuldigt werden. Auf diese Weise könnte die bulgarische Vergewaltigung verschleiert werden. Es sei unsinnig, Bulgarien irgendwelche Vor⸗ würfe zu machen, daß es sich im allerschwärzesten Augenblick der russischen Geschichte unseren Feinden angeschlossen hat. Mit sitt⸗ lichen Gründen ist hier nichts auszurichten. Das ideale Band war nur solange vorhanden, wie Bulgarien an Rußlands Stärke laubte. Dieser Glaube ist durch den mandschurischen Krieg ge⸗ hwächt und durch den jetzigen Krieg völlig erschüttert worden. Ghenadiew sagte bereits vor Jahresfrist, daß er an den Sieg der Mittelmächte glaube, sonst hätte sich Bulgarien schon damals den Russen angeschlossen. So ist es auch zu erklären, daß es die Türkei wagte, mit vier Großmächten Krieg zu führen, um Rußland den Kaukasus abzunehmen. Es ist nicht zu leugnen. daß die deutsche Diplomatie bei der Lösung dieser Frage viel Talent gezeigt hat, zwar hat auch deutsches Geld mitgewirkt, aber der deutsche Generalstab hat eben⸗ falls im richtigen Augenblick den Schleier gelüftet und den neu⸗ tralen Staaten den Sieg der Mittelmächte gezeigt.. Kopenhagen, 30. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die ganze russische Presse äußert sich sehr erregt über Bulgarten und ergeht sich in Schmähungen gegen König Ferdinand. Die „Nowoje Wremja“ meint in einem Artikel über die Lage am Bal⸗ kan, daß Bulgariens Beteiligung am Kriege nichts an der Lage andere, fügt aber sofort hinzu, daß die Aufgabe der Engländer und Franzosen auf Gallipoli dadurch sehr viel verwickelter werde. Die Politik König Ferdinands gebe Bulgarien in die Hände der Zentralmächte, denen es nur eine Station auf der Linie Berlin— Bagdad sei. Von der Opposition in Bulgarien sei aber nichts zu erwarten, da sie sich bereits im Jahre 1913 im Kriege gegen Serbien schwächlich gezeigt habe. Die einzige Hoff⸗ nung beruhe auf Rumänien und Griechenland, die jetzt zur Anlehnung an den Vierverband gezwungen sein würden. In dem Augenblick, in welchem bulgarische Heere die serbische Grenze überschritten, müsse Rußland Bulgarien den Krieg erklären. Nach einer Meldung der„Nowoje Wremja“ forderte der Pan⸗ slawisten⸗ und Oktobristenführer Gutschko w die bulgarische Opposition telegraphisch auf, dem Rufe ihres Vaterlandes nicht zu folgen und sich gegen die abenteuerliche Politik König Ferdinands und den verbrecherischen Verrat Bulgariens, der in der Weltgeschichte einzig dastehe, aufzulehnen. Berlin, 30. Sept.(Priv.⸗Tel.) Die Bukarester„Seara“ meldet aus Salonik, daß die Flotte der Alliierten im Aegäischen Meer die Blockade der bulgarischen Küste vorbereite. ** * Aus dem englischen Unterhaus. London, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Unter haus. Amery(Unionist) fragte, ob es richtig sei, daß 1700 Schiff⸗ bauer, die dringende Schiffbauarbeiten in Southampton verri teten, seit einigen Tagen ausständig seien, als Einspruch dagegen, daß Arbeiter, die ausdrücklich von der Armee beurlaubt, aber nichtorganisierte Arbeiter waren, in die Werft eingestellt wurden. Er fragte ferner, was geschehe, um dem Munitionsgesetze Geltung u verschaffen. Lloyd George bestätigte die Tatsachen Er 2 5 das Verfahren gegen die Ausständigen sei eingeleitet. Bel⸗ laires(Unionist) fragte, ob die Admiralität Mitteilungen über die Tätigkeit britischer Unterseeboote in der Ostsee machen und den Befehlshabern des U-Bootes nennen könnte, der das deutsche Schiff„Moltke“ angegriffen hätte. Mae Namara erwiderte: Die britischen Unterseeboote in der Ostsee stehen unter den Befehlen des russischen Oberbefehlshabers. Die russische Regierung hat die Verantwortung dafür, was, über ihre Tätigkeit bekannt werden darf. Lord Robert Cecil sagte auf eine Frage, er könne über die Lage in Persien nur mit der größten Zurückhaltung sprechen. Die Lage sei der Gegenstand besorgter Beratung zwischen dem indischen Amt und dem Aus⸗ wärtigen Amt. Cecil erwähnte die Angriffe auf britische Offiziere und Konsuln in Abuschir, Ispahan und Schiras, die offenbar durch deutsche und österreichisch-ungarische Ränke angezettelt wurden. Nachdrückliche Vorstellungen seien bei der persischen Regierung erhoben worden. Man dürfe hoffen, daß die Regierung, obwohl sie sich in schwieriger Lage befindet, wünscht, das Gesetz und die Ordnung aufrecht zu erhalten und die Wiederholung von Ver⸗ brechen zu verhindern. Es wäre äußerst schwierig, während des Krieges Truppen zu organisieren. Die Lage würde sich hoffentlich bessern. England habe versprochen, die Finanzlage 5 zu machen. Joynson His fragte Asauitg, ob er cine volle Er⸗ klärung über die Lage und die Aussichten der Expedition nach den Dardanellen geben wolle. Asquith erwiderte, er könne den letzten Erklärungen, die Kitchener und er selbst im Parla⸗ ment abgegeben haben, gegenwärtig nichts hinzufügen. Die Re⸗ gierung habe alles mitgeteilt, was unter Berücksichtigung der mili⸗ tärischen Erfordernisse erlaubt gewesen sei 5 Rotterdam, 30. Sept.(WTB Nichtamtlich) Der„Rot⸗ terdamsche Courant“ meldet aus London: Im Unter hause gab es gestern eine Auseinandersetzungüber den Frei⸗ handel. Ein Abgeordneter nach dem anderen wandte sich gegen die neuen Einfuhrzölle. Die Rede Sir Alfred Mond's machte be⸗ sonderen Eindruck. Der Schatzkanzler verstand sich zu ver⸗ schiedenen Zugeständnissen, so, daß Ambulanzwagen frei eingeführt werden könnten. Bonar Lam leugnete, daß er persönlich auf die Entscheidung des Kabinetts über die Einfuhrzölle einen Ein⸗ fluß ausgeübt habe und sagte, sie wären auch eingeführt worden, wenn kein Konservativer dem Kabinett angehören würde. Die englisch⸗französische Anleihe. London, 30. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Mor⸗ ning Post“ meldet aus New Pork: Die An leihe stellt ein Kompromiß dar. Der Ausschuß erhielt nicht alles, was er wünschte, namentlich was die Größe der Anleihe betrifft. In Amerika war der Eindruck weit verbreitet, daß das Sinken der Wechselkurse eine finanzielle Schwäche oder wirtschaftliche Erschöpfung Englands be⸗ deute. Die Bankiers verlangten daher eine genügende Sicherheit in Wertpapieren. Der Aussch uß ging darauf nicht ein, sondern betonte, daß der Kredit Regierungen Englands und Frankreichs unanfechtbar und als Sicherheit ausreichend sei Die Folge war, daß der Anleihepreis um die Hälfte herabgesetzt und der Ausgabepreis unter Pari festgesetzt wurde. ö Deutschland und Amerika. New Pork, 30. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Eine De⸗ pesche der„Evening Mail“ aus Washington sagt, daß die Staatsbeamten aufhörten, über die Möglichkeit eines Ab⸗ bruches der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutsch⸗ land und den Vereinigten Staaten* spre Wilson und Lansing hätten unbegrenztes Vertrauen zu dem geraden Sinn und der freundschaftlichen Hal⸗ kung des deutschen Botschafters. Es herrscht das Gefühl absoluter Sicherheit und daß er seine Macht zum beiderseitigen Nutzen ausüben werde. Bernstorff werde als loyaler Diener seiner Regierung angesehen, aber auch als ein Mann, der durchaus den amerikanischen Standpunkt verstehe und achte. Seit dem„Lusitania“⸗Fall sei die opti⸗ mistische Ansicht von einer schließlichen befriedigenden Bei⸗ legung des Unterseebootstreites. durch die An⸗ zeichen der neuen Politik Deutschlands hinsichtlich der An⸗ griffe auf Handelsschiffe. Diese Politik sei bereits zutage getreten, wie sich aus der loyalen Warnung bei der Ver⸗ senkung des englischen Pferdetransportschiffes„Anglo Co⸗ lumbian“ ergebe. Der Bericht des amerikanischen Konsuls in Queenstown bezüglich der näheren Umstä der Torpe⸗ dierung des Dampfers machte in Dashington einen sehr günstigen Eindruck. f f Der Seelrieg. 8 Eine verlegene Auskunft der englischen Marineverwaltung. London, 30. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Im Unterhause antwortete Balfour auf die Frage, wieviel deutsche Unterseeboote versenkt worden seien, er verstehe die Neugierde des Fragestellers und sei auch überzeugt, daß die bloße Feststellung über die Zerstörung deutscher Unterseeboote dem Feinde keine wertvollen Aufschlüsse geben würde, aber die Kenntnis von der Versenkung deutscher Unterseeboote habe verschiedene Grade, von der unbedingten Ge⸗ wißheit bis zur Vermutung einer Möglichkeit.(Beifall, Ge⸗ lächter.) Solche Tatsachen seien zu statistischen Feststellungen un⸗ geeignet. Wenn die Admiralität sich auf Fälle unbedingter Gewiß⸗ heit beschränke, würde sie hinter der Wahrheit zurückbleiben(Bei⸗ fall), und wenn sie jede Möglichkeit einschlösse, würde sie über⸗ treiben. 1 f Berlin, 30. Sept.(Priv⸗Tel.) Die Voss. Ztg.“ meldet aus Konstantinopel: Wie hierher berichtet wird, ist der fran⸗ zösische Messageri⸗Dampfer„Sydney“ bei Kap Malta tor⸗ pediert worden. Im Mittelmeer würden täglich, wie ein in Athen aus Mudros angelangter Herr versichert, englische und französische Schiffe versenkt. Die ren der Opfer der deutschen Unterseeboote ist enorm, doch werde strengstes Stillschweigen bewahrt. Aus dem Reiche. 12 101 Millionen Mark Kriegsanleihe! 7 Berlin, 30. Sept.(WTB. Amtlich.) Für die Zeich⸗ nungen auf die dritte Kriegsanleihe ist nunmehr das Ergebnis mit 12101 Millionen Mark festgestellt. Darunter sind 2169 Millionen Mark Schuldbuchzeichnungen. In welcher Weise die Zeichnungen sich auf die verschiedenen Arten von Anmeldungsstellen verteilen, ergibt sich aus der nachstehenden Uebersicht, die zum Vergleich die Ergebnisse der ersten und zweiten Kriegsanleihe heranzieht. Es wur⸗ den gezeichnet auf die dritte, 1 und erste Kriegsanleihe in Millionen Mark: bei der Reichsbank 569 bei der dritten, 565 bei der zweiten und 479 bei der ersten Anleihe; von Banken und Bankiers 7676 resp. 5664 resp. 2895; von * — Sparkassen 2592 resp. 1978 resp. 883; von Lebensversiche⸗ krungsgesellschaften 417 resp. 384 resp. 203; von Kredit⸗ denen e 680 resp. 358 resp. Null; von den Post⸗ anstalten 167 resp. 112 resp. Null. Zusammen bei der dritten Anleihe 12 101, bei der zweiten 9061 und bei der ersten 4460 Millionen. Die Feldzeichnungen sind in der vorstehen⸗ den Uebersicht nicht enthalten. * Berlin, 30. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der ständige Ausschuß des deutschen Landwirtschaftsrates beschäftigte sich am 29. ember mit den Beschwerden, die aus landwirtschaftlichen Kreisen über die Preis⸗ politik der Gerstenverwertungsgesellschaft erhoben wurden und die in letzter Zeit zu einer Stockung des Gerstenverkaufs führten. Es wurde beschlossen, zur Be⸗ seitigung der Differenzen folgende Forderungen stellen: Erstens zur Wahl von Landwirten in den Auffichtsrat der G. V. Zuziehung derselben zur Bonitierungskommission der G. V.; zweitens eee für Kontingentgerste ge⸗ ahlten, bisher nach der Güte zwischen 350 und 380 Mark 5 bewegenden Preise bis zur Höchst von 400 Mk.— ie wir erfahren, hat sich die Gerstenverwertungsgesell⸗ schaft bereits mit 8 1 einverstanden erklärt. Sie wird daher künftig für Braugerste nach der Qualität 350 bis 400 Mk. bewilligen, während für die übrige Indu⸗ striegerste(Graupen, Malzkaffee usw.) die Persiens zu erleichtern. Die Verhandlungen hätten auf dieser Grundlage stattgefunden. England sei bereit, große Zugeständnisse bisher gezahlten Preise von 330 bis 350 Mk. unverändert bleiben Wachen 1 1 8 85 . 5 nunmehr eine Verständigung erzielt und ein Preis verein⸗ bart worden ist, der sich für Braugerste bei einem Mittel⸗ satze von 375 um 25 Prozent, also um die in normalen, Zeiten übliche Spannung, über den Höchstpreis für Futter⸗ gerste hält, wird von beiden Seiten die bedauerliche Diffe⸗ renz als endgültig beseitigt angesehen. Die landwirtschaft⸗ lichen Vertretungen werden gebeten, nunmehr den Berufs⸗ e dringend zu empfehlen, die verfügbare Gerste zu en obigen Preisen an die Kommissionäre der G.⸗V.⸗Ges. abzugeben und keinerlei Zurückhaltung zu üben. Dies ent⸗ spricht auch dem Interesse der Gerstenbauer, die bei Fest⸗ haltung der Vorräte aus der zweiten Erntehälfte vor der Gefahr stehen, sie dem Kommunalverbande zum Höchstpreis von 300 Mark überlassen zu müssen. München, 30. Sept.(WTB. Nichtamtl.) Das Justiz⸗ ministerium hat der Kammer der Abgeordneten, die heute mit einer vaterländischen Ansprache des Minister⸗ präsidenten Grafen v. Hertling wieder eröffnet wurde, einen Gesetzentwurf über Niederschlagung von Strafver⸗ fahren gegen Kriegsteilnehmer zugehen lassen. Der Begründung ist zu entnehmen, daß noch ein weiterer Gnadenakt in Aussicht genommen ist. Es ist ein weitgehen⸗ der Gnadenbeweis zugunsten von Kriegsteilnehmern be⸗ absichtigt, die bereits rechtskräftig verurteilt sind und dann für das Vaterland die Waffen 1 9 0 haben. Stuttgart, 30. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die gestern im Rathaus abgehaltene Sitzung des vorbereitenden Hilfsausschusses für Ostpreußen einigte sich nach ausgiebiger Erörterung dahin, daß man nach wie vor der notleidenden Bevölkerung in der verwüsteten Ostmark nach Kräften helfen solle. Man war einhellig der Ueberzeugung, von der Verwirklichung des vielfach im Reiche bereits zur Ausführung gebrachten Patenschaftsgedankeus aus verschiedenen praktischen Erwägungen heraus jedenfalls hier vorerst Abstand nehmen zu müssen. Man müßte auf dauernde Unterstützung eines einzelnen eng begrenzten Ge⸗ bietes vorläufig sich nicht beschränken, beabsichtigt aber, dem geschädigten Kreise Rag nit eine beträchtliche ein⸗ malige Hilfe zu verschaffen. Es wurde ein Arbeitsausschuß gewählt mit dem Staats minister a. D. Pischek als Vorsitzen⸗ den. Der Ausschuß wird sich demnächst an die Oeffentlich⸗ keit wenden. J Aus Stadt und Cand. Gießen, 1. Oktober 1915. Zum Stadtjubiläum. Namens der Stadtverordnetenversammlung, hat der Oberbürgermeister an den Großherzog auf dessen Glück⸗ wunschtelegramm und die Verleihung einer Ehrenkette an die Stadt das nachstehende Danktelegramm gerichtet: An Seine Königliche Hoheit den 17 8 5 Nachdem soeben die erwählten Vertreter der Stadt Gießen in besonderer Sitzung das Gelöbnis unwandelbarer Liebe und Treue für Eure Königliche Hoheit und das Großherzogliche Haus bekräftigt haben, gab ich der Versammlung Kenntnis von den huldvollen Worten ehrender Anerkennung, mit denen Eure Kö⸗ nigliche Hoheit am Tage der 650jährigen Zugehörigkeit Gießens zu Hessen unserer Stadt gedachten. Eure Königliche Hoheit bittet die Stadtverordneten⸗Versamm⸗ lung, hierfür ehrerbietigen Dank entgegennehmen zu wollen. Vor allem aber bringt die Stadtverordneten-Versammlung ihren un⸗ u den Dank zum Ausdruck für die besondere Gnade, die ure Königliche Hoheit der Stadt Gießen durch Stiftung einer Oberbürgermeisterkette zu bekunden geruht n diesem Allerhöchsten Gnadenbeweis erfährt die Stadtvertretung neuen Ansporn, durch Förderung aller geistigen und wärtschaftlichen Kräfte in unserer Stadt dem Glück und der Wohlfahrt des Hessenlandes zu dienen. Keller, Oberbürgermeister. Der Rektor der Landesuniversität hat zu dem Gedenk⸗ tage folgendes Schreiben an den Oberbürgermeister gerichtet: Hochgeehrter Herr Oberbürgermeister! Zu dem bedeutungsvollen geschichtlichen Gedenktag am 29. Sep⸗ tember wollte ich gestern in der feierlichen Sitzung 12 Stadtver⸗ ordneten in meiner Eigenschaft als Rektor die Glückwünsche der Universttät persönlich aussprechen, wurde aber durch eine Schwur⸗ gerichtsverhandlung in Düsseldorf, von der ich erst gestern zurück⸗ kommen konnte, leider verhindert, der Sitzung beizuwohnen. Ich hatte einen Herrn vom Sekretariat der Stadt gebeten, mich im Voraus für diesen Fall zu entschuldigen, da sich die Dauer solcher Verhandlungen nie sicher voraus bestimmen läßt. So möchte ich Ihnen heute nach meiner Rückkehr schriftlich die her zlichsten Glückwünsche der Universität zu dem Gedenktage aussprechen, der sich auf die wichtigste Voraus⸗ setzung für die ganze Entwicklung der Stadt und Universität Gießen bezieht. Diese beiden sind seitdem untrennbar mit einander verknüpft und haben in Freude und Leid im geschichtlichen Ge⸗ Gießen fest zu einander gestanden. Die Ausbildung der Stadt Gießen und die Gründung der Universität in ihr hängen eng mit der Wirksamkeit der hessischen Fürsten zusammen, so daß die jetzige Feier der Stadt gleichzeitig eine Feier der Universi⸗ tät ist. Durch Jahrhunderte hat die Stadt unsere Universität immer als einen wirklichen Bestandteil ihrer selbst, nicht nur, wie dies in anderen Universitätsstädten manchmal schei⸗ neu kann, als einen Fremdkörper betrachtet und behandelt. In der Geschichte der Universitätsbauten und anderer Uni⸗ versitäts⸗Einrichtungen zeigt sich neben der Fürsorge des Staates auch in bedeutender Weise die tätige Anteilnahme der Stadt und gerade während meines Rektorates, das ich gleich⸗ 7715 nit dem Amt eines Stadtverordneten führen konnte, hat ie Universität das freundliche Entgegenkommen der Stadt in reichem Maße erfahren. 8 Ich spreche daher in dankbarer Gesinnung zu dem Gedenk⸗ tage der Stadt die allerherzlichsten Glückwünsche der Universität aus und hoffe, daß die Stadt Gießen mit allen ihren Teilen, zu denen die Universstät gehört, einer weiteren kräftigen Ent⸗ wicklung im Rahmen des hessischen Staats entgegen ge en wird. 5 Der Rektor der Landesuniversität. gez. Sommer. Die Antwort lautete: An Seine Magnifizenz den Herrn Rektor der e ee 5 5 8. Für die herzlichen Wünsche, mit denen die Landes⸗Univexsität die Erinnerungsfeier der 650 jährigen Zugehörigkeit der Stadt Gießen zu Hessen begleitet hat, bitte ich, den wärmsten Dank der Stadt entgegennehmen zu wollen. Gewiß haben Universität und Stadt im Wandel der Jahrhunderte Freud und Leid mit ein⸗ ander geteilt. Wenn von so mancher bedeutsamen Seite jetzt der glücklichen Entwicklung unserer Stadt ehrend gedacht worden ist, so wissen wir, wel; hervorragenden Anteil an diesem Gedeihen die Universität besitzt. Die Fülle des geistigen Lebens und in mannigfacher eigung auch die ne⸗irtschaft⸗ liche Blüte unserer Stadt haben ihre lebensstarken Wurzeln in der Landes⸗Universität, deren leuchtender Platz in der deutschen Geisteswelt zugleich 4 unser Stolz ist. So haben wir, wann immer wir uns der Universität tätig erwiesen haben, auch der Förderung unseres Gemeinwesens damit gedient. Die Erfüllung der der Stadt dargebrachten 1 5 Wünsche möge darum auch der Landes⸗Universität reiches Glück verheißen. 8 2 12 845 4 Oberbürgermeister. » Ein Kriegsehrenzeichen für die Groß⸗ herzogin, Der Großherzog hat zum 17. September der Großherzogin als Präsidentin des Alice⸗Frauen⸗ vereins das gemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für Kriegsverdienste“ verliehen. Beteiligung der hessischen Beamten an der 3. Kriegsanleihe. Die Großh. 1 hatte den Beamten die Möglichkeit gegeben, sich durch monat⸗ liche Gehaltsabzüge an der 3. Kriegsanleihe zu be⸗ teiligen. Hiervon haben 1525 Beamte mit einem Gesamt⸗ betrag von 892 900 Mk. Gebrauch gemacht. * Weitere Beschränkung des Feldpost ver⸗ kehrs nach dem Osten. Die durch die ungünstigen Be⸗ sörderungsverhältnisse herbeigeführte Anhäufung von Postsachen auf dem östlichen Kriegsschauplatz konnte lei⸗ der noch nicht behoben werden. Im Einvernehmen mit der Heeresverwaltung wird daher das Verbot der Annahme und Beförderung privater Feldpostbriefe über 50 Gramm und Päckchen an die Truppenangehörigen der Ostarmeen bis einschließlich 5. Oktober verlängert. Hier⸗ nach 5 Sendungen werden den Absendern zurück⸗ gegeben. * Verbindungsbahn bei Klein⸗Linden. Die Arbeiten an der Herstellung der Verbirdungsstrecke zwi⸗ schen der Main—Weser⸗ und der Lahntalbahn haben auch während des Krieges— allerdings langsamer, als man an⸗ fänglich geplant hatte— ihren Fortgang genommen. Der neue Eisenbahndamm von der Main— Weser⸗Bahn bis zur Frankfurter Straße—Klein-Linden ist jetzt fertiggestellt. Die Endstrecke von Dudenhofen bis in die Gemarkung Klein-Lin⸗ den, die zuerst in Angriff genommen war, ist schon vor Be⸗ ginn des Krieges fertig gewesen. u sind die vier Bauwerke— Unterführungen— durch die Hoch- und Tiefbaugesellschaft Gießen für den mittleren Teil der neuen Verbindungsstrecke in der Gemarkung Klein-Lin⸗ den hergestellt worden, darunter die große Ueberbrückung über die Frankfurter Straße, deren Eisenkonstruktion jetzt in Angriff genommen worden ist. Die Unternehmerfirma Pack- Letmathe hat von der Gemeinde Lützellinden für 30 000 Mark Boden am Bahneinschnitt vor Großen⸗ Linden erworben, den sie jetzt mittels Dampfbagger ge⸗ winnen läßt, um damit die auf eine halbe Million Kubik⸗ meter berechnete hohe Dammaufschüttung bei Klein⸗Linden auszuführen. Die Arbeit soll so gefördert werden, daß mit Beginn des Frühjahrs der Oberbau der ganzen Verbindungs- strecke in Angriff genommen werden kann. Ersatz für Kupferkessel. Eine recht einleuch⸗ tende Mahnung, sich beim Einkauf von Ersatz für beschlag⸗ nahmte Kupferkessel nicht zu übereilen, übermittelt uns ein Leser: Durch die Beschlagnahme des Kupfers ist unter den Besitzern von Kupferkesseln die Befürchtung aufgetreten, die Kessel würden in aller Kürze entnommen. Dies ist nicht zutreffend. Die Beschlagnahme mußte u. a. erfolgen, um Preistreibereien vorzubeugen. Es ist nun eine Nachfrage nach Ersatz für Kupferkessel eingetreten, die nicht im entferntesten zu befriedigen ist, ein Umstand, der selbstverständlich von Fabrikanten und Händlern ausgenützt. wird. Die Preise sind denn auch heute schon um 100 bis 200 Proz. gestiegen. Trotzdem wird keine Gewähr für die „Güte des Materials geboten, und ein großer Teil der zur Verfügung stehenden Ersatzkessel dürfte im Gebrauch ver⸗ sagen, Grund genug, bei ihrer e vorsichtig zu sein und nicht unter dem vermeintlichen Zwang der Ver⸗ hältnisse überstürzte Ankäufe zu machen. * Ehren⸗Urkunden für unselbständige Per⸗ sonen des Handwerkerstandes. Die Handwerkskammer Darmstadt wird, wie in früheren Jahren, an unselbständige Per⸗ sonen des Handwerkerstandes, Gesellen, Gehilfen usw., die minde⸗ stens 25 Jahre in ein und demselben Betriebe ununterbro⸗ chen 11211 gewesen sind, als Anerkennung für die treue Arbeit Ehren⸗Urkunden verleihen. Bei dem wirtschaftlichen Auf⸗ schwung, den eine große Zahl Berufsgruppen in den zwei letzten Jahrzehnten genommen hat, ist ein öfterer Wechsel in dem Personal wie früher zu verzeichnen. Ein Verbleiben von 25 Jahren bei ein und demselben Meister gehört immerhin schon zu den Seltenheiten und setzt Treue, Fleiß, Ehrlichkeit und asenen Sinn vor⸗ aus. Diesen Personen zun Anerken und anderen zur Aneiferung dienend sollen die vorgenannten künstlerisch gehaltenen Ehren⸗ Urkunden nach folgenden Verleihungs⸗Bestimmungen verliehen werden: 1. Die Verleihung erfolgt an Weihnachten. 2. Die Anträge zur Verleihung sind von der gewerblichen Korporation, der der Arbeitgeber angehört, bei der Handwerkskammer zu Darm⸗ stadt bis spätestens 1. November l. Is. einzureichen. 3. Den Anträgen ist ein ausführlicher Lebenslauf des zur Auszeichnung Vorgeschlagenen, ein von dem Betriebsinhaber ausgestelltes, orts⸗ polizeilich beglaubigtes Arbeitszeugnis, das gleichzeitig den Nach⸗ weis der 25jährigen ununterbrochenen Dienstzeit in ein und dem⸗ selben Betriebe enthalten muß, sowie ein von der Polizeibehörde ausgestelltes Leumundszeugnis beizuschließen. Patentamtlich geschützt wurden der Hofmöbelfabrik Th. Brück unter D. R. G. M. Nr. 636696„Am Fußende des Bettes zu besestigende Aufrichte⸗, Sitz⸗ und Liegegurte für Kranke und Verwundete“. „ Entdeckter Dieb. Am 29. Sept. d. J., abends zwischen 7 und 9 Uhr, wurden einem hiesigen Landwirt von einem Acker im Schiffenbergertal etwa 12 Zentner Kar⸗ toffeln gestohlen. Der am nächsten Mittag zur Stelle ge⸗ brachte Polizeihund des Schutzmanns Seitz verfolgte die Spur in ein benachbartes Gehöft, wo die Kartoffeln im Keller vorgefunden wurden. Sie wurden dem Eigentümer zurückgegeben. Auch ein vor einiger Zeit hier gestohlenes Fahrrad wurde bei dem Kartoffeldieb entdeckt. n Preußische Klassen⸗Lotterie. Die Lose zur 4. Klasse müssen unter Vorlegung des Vorklassenloses bis zum 4. Oktober, abends 6 Uhr, eingelöst werden. Auch müssen bis zu diesem Tage die Freilose gegen Rückgabe der Gewinnlose in Empfang genommen sein. Landkreis Gießen. Allendorf a. d. Lda., 29. Sept. Bei dem tapferen Aus- halten der hessischen Landwehr in den Kämpfen der vorigen Woche im Westen erlitt auch Wehrmann Heinrich Kehr von hier den Heldentod. Kreis Alsfeld. 5 * Aus dem Ohmtal, 29. Sept. Die Kartoffel⸗ ernte ist noch nicht ganz beendigt, und schon sind die Keller efüllt. Oft vermögen sie den reichen Segen nicht alle zu fassen. Vie groß das Kartoffelergebnis diesmal ist, erhellt aus der Tat⸗ sache, daß man von einer Mest, gleich einem Viertel Morgen, über einhundert Körbe voll geerntet hat. Allerdings sind das Ausnahmen, aber bezeichnend. Obwohl alle Sorten geraten sind, lobt man am meisten die„Weltwunder“. Ueberall ist man sich einig über den vorzüglichen Geschmack der diesjährigen Kartoffeln. Die diesjährige großartige Kartoffelernte lehrt, daß die Kartoffel trocken wachsen will. Kreis Schotten. 9. Ober⸗Seibertenrod, 29. Sept. Unser neues Schulhaus geht seiner Vollendung entgegen. Der innere Aus⸗ bau und die Fertigstellung der Innenräume schreitet 1 1 vor⸗ Für wärts. Man hofft, zu Ende Oktober einziehen zu können. un⸗ ser Dorf stellt sich der Neubau bei aller Einfachheit als eine Zierde dar. Auf vortrefflichem Platze, über der Kirche nach Westen zu gelegen, an der Straße nach Bobenhausen, sticht der Neubaunvor⸗ teilhaft hervor. Das Innere entspricht in allen Räumen den An⸗ forderungen unserer Zeit. Besonders gilt das von dem großen, hel⸗ len Schulsaal, der Parkettboden erhalten wird. Vom vorderen Vogelsberg, 29. Sept. kelter und der Honigkessel werden zur Jeit sehr fleißig benützt. In den geschützten Tallagen sind die Birnen sehr reich geraten. Sie geben vortrefflichen Obsthonig. Dabei sind die Birnen preis⸗ wert, die Simmer wird mit 1,70 Mk. verkauft. Eigenartig ist das Aussehen der Zwetschen. Sie sind schon an den Bäumen halb gedörrt. Viel Zwetschen gab es nicht, aber trotzdem hat der Zwetschenkuchen nicht gefehlt. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Aus Rheinhessen, 1. Okt. Der September war der Reife der Trauben günstiger als der August, der in seinem ersten Teile gar zu viel Regen brachte. So stehen denn die Trauben heute gesund und reif da und gewührleisten das, was solange nicht mehr geerntet wurde, einen schönen und guten Jahrgang. Das Die Obst⸗ Wetter der letzten Zeit allerdings dürfte die Vornahme der Lese der weißen Trauben einigermaßen beschleunigen, da es nicht im Interesse der Weinbergbesitzer liegt, die Trauben auch ber nasser Witterung lange hängen zu lassen, außerdem die Ernte auch besser bei schönem, trockenem Wetter vorgenommen wird als bei Regen. Stellenweise hat die Ernte der weißen Trauben auch schon stattgefunden, so in den Gartenlagen von Oppenheim und Um⸗ gebung. Vermischtes. Bern, 1. Okt.(WTB. Nichtamtlich. In (Kanton Solothurn) ereignete sich gestern nachmittag in einer Kammfabrik eine schreckliche Explosion durch Selbst⸗ entzündung von Zelluloid. in Flammen. Bis jetzt sind 12 Tote geborgen; man vermutet, daß mindestens 10 Tote noch unter den Trümmern liegen. 30 Personen sind schwer verletzt worden. Ziemlich heiter, trocken, in höheren Lagen Nachtfrost. Letzte Nachrichten. . Kuropatkin lehnt ab? 133 Kopenhagen, 1. Okt. Nach Petersburger Meldungen hal Kuropatkin das ihm von General Rußki angebotene Kommando über ein Armeekorps unter General Ewert im russischen Zentrum abgelehnt. Wahrscheinlich werde nun Kuropatkin der Schutz von Petersburg anvertraut werden. Vor der Uebernahme des Ober⸗ befehls hatte bekanntlich Rußki selbst diesen Posten inne. Truppenlandungen der Entente in Saloniki? Paris, 1. Okt. Der„Corriere della Sera“ berichtet, daß mit Zustimmung der griechischen Regierung Truppen der En⸗ tentemächte in Saloniki gelandet worden seien. König Konstantin und Venizelos. Kopenhagen, 1. Okt. Zur politischen Lage Griechenlands gibt der Leitartikel von„Hovedstaden“ einige Angaben. Danach sprechen viele Anzeichen dafür, daß die Beziehungen zwi⸗ schen König Konstantin und Venizelos wieder gespannt seien. Ebenso soll die Politik Venizelos einen immer stärkeren Widerstand bei dem Großen Generalstab finden, so daß ein Streit zwischen diesem und dem Ministerpräsidenten wahr⸗ scheinlich sei. Die Entwicklung der deutsch⸗türkischen Beziehungen. Konstantinopel, 1. Okt. Die Frage, wie nach türkischer Auffassung Deutschland zur Wiedergeburt der Türkei beitragen könnte, bildete den Gegenstand einer längeren Unterhaltung, die der Vertreter der„Vossischen Zeitung“ mit dem neuernannten Ber⸗ liner Generalkonsul Lutri Bey und dem Chef des Komitees, Midhat Schukri Bey, hatte. Midhat meinte, daß die deutsche Unterstützung auf allen Gebieten einsetzen müsse, weil sie überall nötig sei. Die Türkei wisse, daß sie sich vertrauensvoll an Deutschland wenden könne, weil sie von der aufrichtigen Freund⸗ schaft Deutschlands überzeugt sei. Die wirtschaftliche Unterstützung Deutschlands denken wir uns etwa so: Wenn wir einen neuen Industriezweig einführen, werden wir uns an deutsche Regierung wenden, von ihr Kapitalien und In⸗ genieure zur Einrichtung der Fabriken erbitten, sowie auch Personen zu deren. und so unserem Volke Arbeit und Verdienst verschaffen. Wir werden auch fortfahren, Straßen und Bahnen zu bauen und dafür Ingenieure aus Deutsch⸗ land verlangen. Ist erst überall das Vertrauen auf die Zukunft vorhanden, so werden auch neue Wege gefunden werden. Nützlich denke ich mir die Einrichtung einer Zentralstelle, die die An⸗ fragen aus den Provinzen in sachgemäßer Weise zu beantworten hätte und die von deutscher Seite zu beraten wäre. Aber damit ist die Aufgabe Deutschlands uns gegenüber nicht erschöpft. Wir müssen Deutsche in allen Verwaltungen haben und weise Reformen müssen gleichzeitig mit der wirtschaftlichen Be⸗ tätigung durchgeführt werden. Die Munitionsfrage der„Alliierten“. i. Köln, 1. Okt. Laut„Köln. Ztg.“ erklärte in einer Unter⸗ redung mit dem Pariser Vertreter der„Times“ der franzö⸗ ische Geschoßminister Thoma, die erfolgreichen Kämpfe in der gne und im Axrtois bewiesen, daß das einzige Mit⸗ tel, den Feind zu schlagen, die Wasse von Granaten sei, die man auf seine Front werfen könne. Dem Bedarf der Ver⸗ bündeten an Granaten, Geschützen und sonstigem Schießmaterial sei erst dann voll entsprochen, wenn die gesamte Industrie auf ihre höchsten Leistungen gespannt sei. Noch zahlreiche stark befestigte Stellungen der Deutschen müßten unter Geschützfeuer begraben werden, wenn man an die deutsche Grenze und am den Sieg gelangen wolle. Teilweiser Belagerungszustand in Griechenland. i. Köln, 1. Okt. Nach der„Köln. Ztg.“ meldet der„Matin“ aus Athen, daß durch einen Königlichen Erlaß der Belage⸗ rungszustand über Athen und den Piräus verhängt worden sei. 7 0 2 1 0 5 6 ul. 6. See N Mümlisvil die Sofort standen alle Fabrikräume Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 2. Oktober 1915 1 4 Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Isak Sonn, Gießen eingetragen: Der Isak Sonn Ehefrau, Babette geb. Herz zu Gießen, ist Prokura erteilt. 7757 B Gießen, den 29. September 1915. Großherzogliches Amtsgericht. Nonsumverein Liassen u. Umg. E. G. m. b. H. Sonntag, den 3. Oktober 1915, nachmittags 3 Uhr General⸗Versammlung im Saale des Gewerkschaftsbauses, Schanzenstraße. Tages⸗ Ordnung: 1. Geschäfts⸗ und Kassenbericht, 2. Beschlußsaffung über die Verteilung der Erübrigung, 3. Ergänzungswahl des Vorstandes, 4. Ergänzungswahl des Aufsichtsrates und Wahl der Stellvertreter. 24¹8 Der Aufsichtsrat. er Jelgben- And Malnterriaht für Ermachsene und Kinder hat wieder begonnen. Porträtaufträge werden angenommen. Vergrösserungen nach Photographien Verstorbener in Oel und Pastell.: 06268 Marie Felchner, Goethestr. 67. 2 öh 2 Herbst-Bedarf dauerhafte Strapazierstiefel für Damen, Herren, Hadehen und Kinder. 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Guter Verdienst. 698988 Sckwemmsteinfabrik, älteste auß. Sund. lief. bill. Ia Steine. 3% Phil. Gies, Neuwied. 10 J 1 15. 2000 Mark Belohnung. 1 Nanbmord in Remscheid. 5 Anni Schmidt, Tochter des in Nemscheid, König ⸗ traße 1a, wohnenden Drechslers und Zigarrenhändlers dolf Schmidt ist am Abend des 16. September 1015, gegen 9 Uhr, im Laden ihres Vaters durch einen Stich in den Hals getötet worden. Es war wayrscheinlich auf Naub abgesehen. Ob etwas sehlt, steht noch nicht fest; Gegenstande von besonderem Werte sind den Tätern nicht in die Hände gefallen. Aus der Ladenkasse sehlt nichts. Zwischen der Anni Schmidt und den Tätern bat anscheinend ein Kampf stattgesunden. Es ist deshalb an⸗ zunebmen, daß die Hände und Kleidungsstücke der Täter auch mit Blut befleckt sind. a . Nachstehend beschriebene verdächtige Personen sind in der Nähe geseben worden: 5 1. Person: 18 Jahre, 1.60 bis 165 m groß, breite gerade Schultern, schlank aber doch kräftig, dunkles Haar, bartlos, länglich⸗rundes Gesicht von auffallend frischer Farbe, blaue Augen, offener angenehmer Blick, dunkle Augenbrauen, kleine Nase, kleine nicht abstehende Ohren, kleiner Mund, frische Zähne, rundes Kinn, kleine gepflegte Hände, schöne gerade selbstbewußte Haltung, bochdeutsche un zuffällige Surache. Guter Jakeitanzug von blauem Tuch— nicht Kammgarn— ob ein⸗ oder zweireihig kann nicht angegeben werden, frischweißen einfachen Stehkragen, steisen schwarzen gut erhaltenen Filz⸗ but mit etwa 2 em breitem Band und flachem schmalen, schmal eingefaßten Rand. Er macht den Eindruck eines weltgewandten gesunden Menschen, der durch sein gesundes frisches Aussehen auffiel. Die breiten, nicht abfallenden Schultern lassen auf tüchtige Arbeit, Turnen und dergleichen schlleßen; vielleicht gehört er Arttstenkreisen an. Bei dem anscheinend aut gepflegten Körper ist es möglich, daß er jünger aussieht, wie er ist. Eine Person glaubt ihn schon an einer offenen Arbeitsstelle beschäftigt gesehen zu haben. Straßen⸗ bau, Baustelle. 2. Person: 20 bis 21 Jahre, 1.68 bis 170 m groß, schlank, schlotterig, bartlos, rundes Gesicht, schlockernder Gang und Haltung, ließ sich hängen, Kopf zwischen die Schultern gezogen, etwas vornüber gebeugt. Abgetragener braungräulicher Jackettanzug, ge⸗ mustert wie sie jetzt vielsach getragen werden, das Jackett trug er offen, keine weiße Wäsche, Mütze, fast die gleiche Farbe wie der Anzug hinten über⸗ gezogen. Er sah aus wie die Leute, die beim Auf⸗ bauen der Buden auf Schützenfesten helfen, als wenn er keiner geregelten Beschäftigung nachgehe. Gegen seinen sauberen Begleiter sah er schmutzig aus. Nach den Feststellungen haben sich die vorstehend be⸗ schriebenen Personen von kurz nach 8 Uhr bis nach 81 Uhr in auffälliger Weise in Remscheid in dem Teil der König⸗ straße aufgehalten, der zwischen Hüttenstraße und Schlitien⸗ delle lieg. Der zuerst Bezeichnete ist auch um 8 ½ Uhr oder etwas später in den Laden gegangen, in dem die Mordtal gescheben ist, und bat, als er herausgekommen 1 seinem vor der Türe wartenden Begleiter etwas gegeben. Personen, die kurz vor 9 Uhr die Stelle passierten, baben zwei Leute in der Nähe des Ladens stehen sehen, auf die vorstehende Beschreibung paßt. Kurz nach 9 Uhr liefen zwei Personen eilig an der Fabrik von Albert Ibach vorbei nach dem Bahnhof Vieringhausen. Sie wurden nur von hinten gesehen, es können die oben Be⸗ schriebenen gewesen sein. 8 „Es liegt Ursache zu der Annahme vox, daß sich die Täter von hier aus in der Richtung auf Solingen zu gewandt haben. Für die Ermittelung oder Ergreifung des Täters oder der Täter ist, wie bereits in dem Ausschreiben des Herrn Ersten Staatsanwalt vom 18. d. M veröffentlicht it, eine Belohnung bis zu 2000 Mk. ausgesetzt, zu deren Erlangung jedoch der Rechtsweg ausgeschlossen ist. In dieser Hinsicht wird das erwähnte Ausschreiben des hiesigen Ersten Staatsanwalts hiermit. 5 Zur Ergreifung der Täter dienliche Mitteilungen erbitte ich schleunigst zu dem Aktenzeichen 10 J 474/15. Elberfeld, den 27, September 1915. Der Untersuchungsrichter des Königlichen Landgerichts. 1246 D Nachlaßversteigerung Montag, den 4. Oktober, nachm. 2 Uhr, werden im Hause Frankfurter Straße 83(Tannbäuser) versteigert: 2 vollständige Betten, verschiedene Deckbetten und Kissen, Kleiderschränke, Kommoden, Küchen, schrank, Nähmaschine, Sofa, Tische, Stühle, ge, Wandubren, 1 7 Sitzbadewanne, Tafelwa und Küchengeräte u. a. 9 7 Mr b 1 nat 17 8 und können Montag von 1. Uhr besichtigt werden. g Versteigerung bestimmt. Simon. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Aus der Louis Scheid⸗Stiftung sind am 11. De⸗ zember die diesjährigen Zinsen in Gaben nicht unter 20 Mk. an Witwen und Waisen armer Kaufleute oder an arme Kaufleute selbst, sofern sie unverschuldet in Not ge⸗ kommen sind, ohne Unterschied der Konsession zu verteilen. Meldungen nimmt das städtische Armenamt, Aster⸗ weg 9, bis 15. Oktober d. Js. entgegen. 774 Die Auszahlung der Familienunterstützung für 1. bis 15. Oktober an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt: g a. Reichs⸗ und Kreisunterstützung. An Naß deren Namen beginnen mit 4A— Freitag, den 1. Oktober, I-42 Samstag, den 2. Oktober. N b. Städtische Unterstützung (Mietszuschu ß). 5 An diejenigen, deren Namen beginnen mit A—K Montag, den 4. Oktober, IL-2 Dienstag, den 5. Oktober. c. An Vermieter, die Mietbeträge ab⸗ o len. Mittwoch, den 6. Sllober N a Die Auszahlungen finden statt von 8—1 Uhr vormit⸗ tags im Stadthaus, Zimmer Nr. 16. 7682 Samstag, den 7 Oktober d. I vor⸗ mittags 10% Uhr werden im Stadthaus, Garten⸗ straße 2 die in den Waldungen der Stadt Gießen er⸗ forderlichen Kultur⸗ und Wegebauarbeiten öffentlich wenigstnehmend versteigert. 3 Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der um⸗ liegenden Gemeinden werden ersucht, dies alsbald orts⸗ üblich bekannt machen zu lassen. 76735 Geländeverpachtung der Stadt Gießen. Mittwoch, den 6. Oktober 1915, findet die ander⸗ weite Verpachtung leihfällig werdender Grundstlicke der Stadt, des Stadterweiterungsfonds und der Armenkasse statt und zwar: 8 5 a) vormittags 9 Uhr beginnend mit Zusammenkunft an der Wirtschaft im Philosophenwald 30 Triebviertel bei den Torflöchern auf 6 Jahre, 10 Grundstücke gegenüber der Provinzial⸗Siechen⸗ anstalt auf 2 Jahre, 12 Grundstlücke am alten Feldweg, im Heegstrauch und am Schiffenberger Weg; b) nachmittags 2½ Übr mit Zusammenkunft am Erd⸗ kauterweg bei Jab nee Schuhbecker 5 eine größere Zahl Grundstscke am Sandkauterweg und Grüninger Pfad, am Ohleberg, in den Rödern, am Leibgesterner Weg, im Schlagenzahl, auf dem Seltersberg und bei der Margaretenhütte 470% 5 Dauer von 6 Jabren. 5 77⁵² B