Bezugs opr nn. 228 eme bin 68. Jahrgang Fernsprech-Anschlüsse: sür die N Verlag, Geschäftsste Der Siegener 1 erscheint täglich, 9 a Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sietzener Familienblätter; zweimal wöchentl. Krels⸗ latt für den Kreis Gehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Feitft monatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20, Abhole- u. Jpeige monatl. 65 f.; ro die Post Mk. 2.— viert jährl. ausschl. Bestellg Zeilenpreis: lokal 15 0, ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goch. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: für Stadt und Vermischtes Land, e General-Anzeiger; für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. richtssaal: Otto Bre für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. der Feind im w wenn in dem bekannten Liede„Mädchen (TB.) Großes Hauptgnartier, 27. Sept.(Amtlich.)] nach der gewaltigen arrillrist Westlicher Kriegsschauplatz. 21 en weine nicht“ die schelmische Variation sich erlaubt haben: „Denn dieser Feldzug, das ist kein Schnellzug“. Langsam An der Küste herrschte Ruhe, nur einzelne Schüsse wurden lich von Likle hatte foot von weitab liegenden Schiffen wirkungslos auf die Ungegend angriff ze deden ter Hane von Middelkerke abgegeben. noch entschloß, nter de Im Mpernabschnitt hat der Feind seine Angriffe nicht Eng wiederholt. Süd westlich von Lille ist die große feindliche Offensive durch Gegenangriff zum Stillstand ge⸗ bracht. Heftige feindliche Einzelangriffe brachen nördlich wie südlich von Loos unter stärkster Einbuße für die Engländer zusaumen. Auch in Gegend bei Souch ez und beiderseits f Arras wurden alle Angriffe bluti abgeschlagen. Die Gefangenenzahl erhöhte sich 1 25 Offiziere, über 2600 Mann, die Beute an Maschinengewehren auf 14. Die französische Offensive zwischen Reims und Argonnen machte keinerlei weitere Fortschriite. Sämtliche Angriffe des Feindes, die besonders an der Straße Sommepy—Suippes, sowie Beaussjour⸗Jerme— Massiges und ösdlich der Aisne heftig waren, scheiterten unter schwersten Verlusten für ihn. Die Gefangenenzahl erhöhte sich hier auf über 40 Ossiziere, 3900 Mann. Drei feindliche Flugzeuge, darunter ein französisches Großkampfflugzeug, wurden 1 im Luftkampf nordöstlich Mpern, südwestlich Lille u in der Champagne, zwei weitere feindliche Flugzeuge durch Artillerie und Gewehrfener sübwestlich Lille und in der Champagne zum Absturz gebracht. Feindliche Flieger bewarfen mit Bomben die Stadt Peronne, wo zwei Frauen, zwei Kinder getötet und 10 weitere Einwohner schwer verwundet wurden. Oestlicher Kriegsschaublatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. 25 Offiziere und Verwundeten, terten die 1 Maf aber sicher werden wir trotz aller Hindernisse unseren Friedenszielen näher kommen. Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht. (WTB. Nichtamtlich.) Autlich eptember 1915: Russischer Kriegsschauplatz. 5 stgalizien und an der Ilwa ist nun sgebiet die russische er Feind räumte gestern Dubno und im Styr⸗ weicht in östlicher Richtung zurück. ch von Luck ist wieder in unserer Front südlich von Dubno gab es stellen⸗ gsschauplatz. Versuche des Feindes, an Piano heranzukommen, ochfläche von Do⸗ eri⸗Abteilung an Wien, 27. Sept. wird verlautbart: 27. S Aehulich wie in O auch im wolhynisch Gegenoffensive gebrochen. seine Stellungen nordwestlich von Abschnitt bei Luck und Der Brückenkopf ö stli An unserer weise Geschützfeuer en Festu Maschinengewehre, ge⸗ e 17. Division an einem Tage jetzt haben die Engländer kein gehabt, an deren Stelle sie ge⸗ Angriffe bei Souchez, das handen ist, selbst gerkumt hatten, 9 Gegner hat auf diesem Abschnitt m an Gefangenen und außerdem abgesehen von den Toten und sein muß. Noch höher steiger⸗ hampagne, wo dem Vordringen g unserer ersten Linie an der jangennahm und die französisch 6000 Mann liegen ließ. Au besseres Glück als die Franzose treten sind. Sämtliche feindlichen wir, soweit es überhaupt noch 9 und bei Arras schlugen fehl. D über 2600 Ma 14 e e verloren eren Zahl seh ch ten sich diese Zahlen in der C ö der Franzosen nach der Ero e und Geplänkel. Italienischer Krie Die Lage ist unverändert. unsere Stellung auf dem Monte wurden abgewiesen. berdo brach ein Angriff einer Bersa unseren Hindernissen zusammen. stlicher Kriegsschauplatz. Chefs des Generalstabs marschalleutnant. Am Nordrande der Süd nach Cernay⸗en⸗Dormois be⸗ Keine beson zutreffen, jedenfalls ist es den Franzo⸗ i Norden gegen unsere zweite amtliche Bericht von Sonntag gehalten wird. Vielmehr schei⸗ den schwerst deren Ereignisse. Der Stellvertreter des v. Höfer, Feld Die Lage im Westen. sen aber nicht gelungen, Stellung zu gelangen, die, wie schon meldete, von unsern Tru pen unter Verluft Im Rigaischen Meerbusen wurden russische Kriegs⸗(eendlichen Offen schiffe, darunter ein Linienschiff, durch deutsche Flieger an⸗ gegriffen. Auf dem Linienschiff und einem Torpedoboots⸗ zerstörer wurden Treffer beobachtet. Die russische Flotte dampfte W in nördlicher Richtung ab. Auf der Südwestfront von Dünaburg wurde dem Feinde gestern eine weitere Stellung Aen. Es sind 9 Offiziere und über 1300 Mann zu Gefangenen gemacht und 2 Maschinengewehre erbeutet. Westlich von Wilejkla wird unser Angriff 1 Südlich von Smorgon wurden starke feindliche Gegen⸗ angriffe abgewiesen. Zwischen Krewo— Wischnew machten 8 Truppen Fortschritte. 5 5 Der rechte Flügel und die Heeresgruppe des General⸗ feldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern haben das West⸗ ufer des Njemen bis Schtscheressy, des Serwetsch und der Schtscharg vom Feinde gesäubert. Oestlich von Barano⸗ witschi hält der Feind noch kleine Brückenköpfe. Der Kampf auf der ganzen Front ist im Gange. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Die Lage ist unverändert. * 8 7 2 5 In diesen Augenblicken ungeheurer Spannung, wo Stimmungsberichte und vorschnelle Urteile die Oeffentlich⸗ keit durchfliegen, ziemt es uns nicht, an unverbürgte und vage Prophezeiungen uns hinzugeben. Die Kämpfe im Westen, die auf große Fristen berechnet sind, stehen noch in den Anfängen, und es muß abgewartet werden, wie die Dinge sich gestalten Wir wußten es, daß der Feind. Leitun im Westen noch einmal alle seine Kräfte zum Sturm ein⸗ setzen würde, und daher kann von Angst und Ueberraschun, bei uns keine Rede sein. Wir schauen heute vertrauens vo nach dem einzigen, was uns Wahrheit und Zuversicht zu geben geeignet ist: auf die amtlichen Berichte unserer Heeresleitung. Der Feind ist 5 Stehen gebracht, das ist a lt Das Vertrauen der höchsten Stellen in unsere eigenen Kräfte ist außerordentlich weitgehend. Das zeigen die groß an⸗ gelegten, vielseitigen Unternehmungen im Osten, wo sogar auf einer weiteren Front, gegen Serbien gerichtet, deutsche 2 50 1 9 1 77 der Erfolge sind von unseren obersten Stellen sicher⸗ lich sorgsam abgewogen worden, und man erkennt aus den uachstehend angeführt Aeußerungen der französischen Presse, wie ungemütlich es unseren Feinden worden ist. Nun dürfen wir vor der Entscheidung al unsere volle Ruhe nicht verlieren; in einer der nachstehen⸗ den Meldungen steht es verbürgt, daß der Oberkomman⸗ dierende im Westen es ausgesprochen hat, ein Durchbruch durch die deuts n Linien sei unmöglich und unsere Sol⸗ daten kämpften mit musterhafter Tapferkeit und Zähig⸗ keit. Wir stellen nachstehend einige Erörterungen der Presse susammen, die der Entwicklung der Dinge im einzelnen —— zum Teil aber, wie die Aeußerungen im er zBund, mit den Vorbehalten versehen werben können, die wir oben geäußert haben. Die„Köln. Ztg.“ faßt die 22 eee Fe 1 45 13 1 sen* eindliche Offen⸗ de an Hesden ecndten, Ee u en e Gllen gestellt zu haben. weist, gelangt, wä hinein. Es ist ersi großen Es wird sich nämli tralmächte nicht zu Ilminations dem Falle von Bre das aus dem Umst wendig wurde und 1 3 2 eng Der Berner„Bund“ äußert folgendes Urteil: mpf noch nicht zu überblicken. Wie immer un⸗ Verhältnissen, ist der Angreifer in die zer⸗ ben des Verteidigers eingedrungen, mußte opfer bringen, ohne das Endergebnis sicher⸗ Angriff mit einer Wucht t. Jeder Durchbruch kann deten und aus der vordersten Front Abgelösten erzählen von der Bisher ist der Ka ter solchen taktischen schossenen ersten Grä! die Tapferkeit des Geg⸗ aber ungeheure Blut betonen jedoch zuversichtlich:„Durch kom⸗ Doch erfolgte der und Genauigkeit, die Erfolge versprich gelingen, wenn genügend vorgeschossen und geopfert wird. Vor⸗ rtois zwischen der ersten und zwei⸗ r wahrscheinlich teilweise neu for⸗ ugriffstruppen schwer gelitten haben äben eingeschossene Artillerie unter vorn gezogen werden und stärkste Verteidi⸗ ende Stützpunkte auf⸗ ch in die Entscheidung e Krieg in die stärksten läufig steckt der Angriff im A ten Verteidigungslinie, wo e miert werden muß, da die A und die auf die ersten Gr Einrichtung neuer Beobachtu muß Erst wenn der Angriff vor die dritte gungslinie der Deutschen, die zahlreiche daue chst der Durchbruchsversu chtlich, daß der europäisch Spannungen hineingewachsen ist. weist darauf hin, daß der fran⸗ bringe ꝓpsychologischen Moment“, im i. Köln, 28. Sept. Die„ ngsstellen nach Der militärische Mitarbeiter der Verlauf einzelner eine „Augenblick der höchsten all 1 e Verwi Zum neuen A im Westen sch „immer wird er auf neue Stel⸗ stoßen. Wenn wir Zeit fanden, isation der besetzten feindlichen wir noch gründlichere Arbeit gsstellungen im Westen. Einen Sinn können wir aus den bis⸗ erausschälen. Es sind gewal⸗ Herbst uns auferlegt; e Verbündeten nicht zu Der französische Bericht. (Zens. Frkft.) Die amtlichen Berichte 8 erwaltungsorgan Länder zu befassen, f i der Befestigung unser taktische o widmeten ung er Verteidigun tischen wie einen strategis herigen Anstürmen e bis jetzt nicht h tige Aufgaben, die der . vor ihrer Lösung schrecken wir und unser 5 und Verlauf wird indes auch ein Kriterium der eutsch⸗österreichischen Offensive in Rußland enthalten. ch ergeben müssen, ob diese Offensive der Zen⸗ viele Kräfte erfordert und ob sie dieselben nden hat. Nach unserer Auffassung war der punkt der Offensive im Osten mit st⸗Litowsk und Grodno erreicht; and, daß daraufhin eine Neugrup 0 nicht mehr ohne Flankenbedrohung gefochten war anfangs September erreicht. daß die Oesterreicher nun das solut sicherstellen l gen ist, und sagten den sie so gewinnen, kommt auch Paris, 26. Sept. von Sonntag lauten: nicht zu lange gebu wir schließen pierung not⸗ werden konnte. Dieser Termin Wir schrieben damals ausdrückli wolhynische Festungsdreieck aufbre müßten, was ihnen bis heute noch nicht gelun von den Russen,„jeder Tag, ihren Verbündeten zugute“. Nun, unsere Heeresleitun schwerere Aufgaben, ich ren Erfolg verheiß dungen am Schreibt e ungen gut beratener und unterrichteter Sach dauern die hartnäckigen Kämpfe Truppen drangen auf einer Tiefe von 1 bis 4 im Laufe der Nack fetzt gezählten G den Reste nichts z aktion unserer Ar von Launois Abends 11 Uhr: haben neue Fortschri Souchez mit Gewalt besetzt auf Givenchy vorg der Ortschaft Thél Kampfes etwa 1000 Gefangene haben unsere Truppen fortgese me din einer inie ein. W te alle errungenen Stellungen behauptet. Di chen und ab ie 1 eberraschungs⸗ tillerie auf die deutschen Werke in der Gegend und in Ban⸗de⸗Sapt. Unsere Angriffe im Norden von tacht. Wir haben die ganze setzt und sind nach Osten in der Richt erückt. Weiter südlich haben wir den No Wir haben im Arras tte gen Ortschaft die Einschätz⸗ kenner richtig hat wahrlich zagehalses, und Berner us erreicht. Verlau ö k von Gräben, Verbindungsgre ie vom Feind seit Monaten hergerichte überschritten iegführung für schossen daß ssene Schützengräben harren 8 4 mung zu eigen, urücktehr uns so glänzend entwickelt waren, im Westen auf ein paar nicht ankommen kann. und machen uns in der unsere Krieger aus den N e vorgerückt und haben die deutschen sich auf die Gräben zweiter Linie zurück nter den anderen. Der Kampf dauert Epine de Vedegran erreicht und die Oültte an der Straße Truppen zuziehen, 3 bis an 15 ganzen ge(halbwegs Sauunim⸗ 37 7 gezwungen, Kilometer Sunne e lieber Stim Fronten . * a 8 garien Crgeht. 1 e J nisse auf dem Balkan in Frankreich verstimmt hat. Während die 4 nicht unterdrücke. Viele Blätter, darunter„Gaulois“, eine Reihe von Angriffen in der Gegend von Wileika. Fonnten sie wiederholt durch Bajonettangriff vertreiben. Soummepy überschritten, sowie die Baracke an der Straße Souain⸗ Dahrre. Weiter öst ich hallen wic die„Häuser von Champagne“ Hbesetzt. Der Feind hat in unserem Feuer und im Handgemenge Fehr beträchtliche Verluste erlitten und in den von ihm verlassenen Gräben ein beträchtliches Kriegsmaterial zurückgelassen, das nech nicht gesichtet ist. Bis jetzt meldet man die Erbeutung von 20 Feldgeschützen. Die Zahl der Gefangenen wächst immer mehr und überschreitet + Stunde 16 000 Mann Nichtverwundete, darunter mindestens 200 Offiziere. Im ganzen und auf der 0000 unverwundete Gefangene gemacht. unzufriedene Stimmung der französischen Presse. aris, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die Sprache der Presse, die sich in heftigen Angriffen gegen Bul⸗ und in scharfen Ausfällen gegen den Zar Ferdinand zeigt, in wie hohem Maße der Gang der Ereig⸗ Presse früher den bulgarischen Herrscher und die Mitglieder seiner Regierung als kühl abwägende Realpoljtiker bezeichneke, spricht sie heute von ihnen als von Helfershelfern der deutschen Barbaren und von Verrätern. Daneben macht sich eine heftige Erregung gegen das System der französischen Zen sur geltend, die die meisten Nachrichten nicht durchgelassen und die Artikel der französi⸗ schen Presse stark zusammengestrichen hat. Die französische Oe ent⸗ lichkeit werde in Unwissenheit gehalten. Die ganze 9 die Aeußerung des„Temps“ auf, daß ein Schweigen die reignisse „Figaro“, „Homme Enchaine“ und„Guerre Sociale“, richten heflige Vor⸗ würfe gegen die Diplomatie des Vierverbandes und erklären: Da⸗ mals, als die Russen in den Karpathen standen, war der richtige Augenblick, um die entscheidenden Bemühungen in den Balkanstaa⸗ ten zu unternehmen. Jetzt handle es sich darum, den Wirkungen Der letzten Ereignisse durch ein sofortiges Handeln zuvorzukommen. Die den offiziösen und amtlichen Stellen nahestehenden Blätter „Echo de Paris“ und„Temps“ betonen eindringlich die Not⸗ wendigkeit, Serbien durch Entsendungen von Truppen zu Hilfe zu kommen. Das„Echo“ schreibt, die Fahne der Alliierten müsse in Mazedonien flattern. Der„Temps“ erklärt, die Oeffentlichkeit fordere geradezu die Entsendung eines Expeditionskorps nach Serbien; er erörtert die Wege, die den Truppen der Alliierten offen stünden. Von Serbien aus sei der Weg nach Konstantinopel und nach Ungarn offen. Serbien sei im Augenblick der wichtigste Punkt des Kriegstheaters. Die Presse betont einmütig, daß die Lage in diplomatischer und militärischer Beziehungkritischerals je zuvor sei und erwartet, daß durch die Entschließungen Rumäniens und Griechenlands, deren Haltung heute noch etwas rätselhaft sei, in wenigen Tagen einiges Licht in die augenblicklich dunkle Lage gebracht werde. Das aller⸗ wichtigste aber für den Vierverband sei, schnell, energisch und zielbewußt zu handeln. Heldentat eines bayrischen Fliegers. Berlin, 28. Sept. Zu der im Bericht der Obersten Heeres⸗ leitung ausdrücklich erwähnten Heldentat des Flieger⸗ unteroffiziers Böhm meldet die„Badische Presse“: Vier feindliche Flugzeuge näherten sich Sonntag früh der Stadt Frei⸗ burg. Abgehalten durch die Ballonabwehrkanonen und die Ab⸗ wehrgeschütze, gelang es den Franzosen nicht, über die Stadt zu kommen, um ihre Bomben abzuwerfen. Die Flugzeuge be⸗ schrieben vielmehr einen Bogen nach Norden, um von dort her die Stadt zu erreichen. Bald darauf wurden sie von dem Unter⸗ offizier Böhm, der einer Feldfliegerabteilung angehört, an⸗ egriffen. Es gelang dem Tapferen, der sich allein in seinem lugzeug befand und gleichzeitig dieses führen und seine Waffe bedienen mußte, in einem feindlichen Flugzeug den Fa fag i in einem anderen Flugzeug assagier durch mehrere wohlgezielte Schüsse zu töten und die beiden Flugzeuge zum Ab⸗ sturz zu bringen. Die beiden Insassen wurden gefangen ge⸗ nommen. Der schneidige bayerische Fliegerunteroffizier wurde vom Großherzog von Baden, der sich zufällig in Freiburg aufhielt, ückwünscht und sodann ins Armeehauptquartier befohlen, wo sich der Oberbefehlshaber über den Vorfall Bericht erstatten ließ und die tapfere Tat im Auftrage des Kaisers durch die Verleihung des Eisernen Kreußes erster Klasse belohnte. 8 Der russische Bericht. Petersburg, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab teilt mit: In der Gegend von Dünaburg wurde es etwas ruhiger. Nach Aussagen von Gefangenen, die wir in den letzten Wochen bei zurückgeworfenen Angriffen der Deutschen gemacht haben, sind den Deutschen schwere Verluste beigebracht worden. Gestern wur⸗ den die 2 schen nach Kampf um das Dorf Driswjaty an dem See des gleichen Namens aus dem Dorfe verjagt. Im Wilia⸗ Abschnitt, flußauswärts der Wileiba, dauern die heftigen Kämpfe an. Wir nahmen das Dorf Nestuka. Die Deutschen 3 ir Alle isse wurden zurückgeschlagen. In der Gegend nordwestlich ilejka bemächtigten sich unsere Truppen nach Bajonettanariff des befestigten Dorfes Ostrow und eroberten das Dorf Giry zurück. An der Front von Smorgon und südlich davon dauern die Kämpfe fort. In der Gegend Lasdung, östlich vom lecken Imje, entwickelte der Feind ein heftiges Feuer der schweren Artillerie. Unsere Truppen räumten dieses Dorf. Wir bezwangen durch r den hartnäckigen Widerstand der Deutschen bei dem re Podgorie, östlich von Nowo-Grodek und machten 4 Offiziere und 92 Mann zu Gefangenen, Ein ungemein heftiger Kampf wurde den ganzen Tag bei dem Gehöft Marissin östlich von Nowo-Grodek geliefert. Die Schützengräben wechselten — die Besitzer. Südlich des Gehöftes Marissin wurde der Ji durch wiederholte Angriffe aus den Schützengräben bei dem Dorfe Alt⸗Kolischitzty geworfen. Wir machten dort etwa 600 Deutsche zu Gefangenen und erbeuteten ein Maschinengewehr, zwei Ausrüstungszüge und Kisten mit Munition. Noch weiter südlich nahmen wir nach einem blutigen Bajonettangriff auch das Dorf Podlugi. Am Strumen warfen wir die Deutschen über den Fluß. Der Feind ließ zahlreiche Verwundete und Mu⸗ nition zurück und verbrannte die Brücke bei Stalitschew südlich Pinsk. An der Front südlich des Pripjet und auf dem galizi⸗ schen Schauplatz keine bemerkenswerten Ereignisse. In den Kämpfen, die wir im letzten Zeitabschnitt den Deutschen lieferten, wurden Bajonettangriffe unserer Truppen, die große Beweise] z von soldatischer Tüchtigkeit ablegen, zu alltäglichen Ereignissen. Andererseits ist es sehr bezeichnend, daß in den letzten amtlichen Berichten des deutschen Hauptquartiers die Zahlen der Gefangenen, die die Deutschen bei uns machten, sehr bescheiden sind und daß die Erfolge unserer Truppen, wenn sie nicht ganz verschwiegen wer⸗ den, so doch mit allzu großer Aengstlichkeit beträchtlich ver⸗ ringert sind. 0 Anmerkung: In der Gegend von Polowcee westlich Czortkow . es einer Gruppe von 20 unserer Reiter bei einem Ueber⸗ all eine österreichische Abteilung, die an der Befestigung einer ung arbeitete, 18 Mann mit einem Offizier nieder⸗ zumachen und die anderen, nämlich einen Offizier und 47 Sol⸗ daten, gefangen zu nehmen. Sie selbst verloren nur zwei Leicht⸗ verwundete. An einer anderen Stelle griff eine unserer kleinen Patrouillen den österreichischen Sperrvosten von 20 Mann an, nahm 9 Mann gefangen und machte die anderen nieder. Von der türkischen Front. Berlin, 27. Sept.(Privat⸗Tel.) Im„Berliner Tageblatt“ meldete Ernst Jaeckh aus dem türkischen Hauptquar⸗ tier:„Mit dem Abgeordneten Traub war ich mehrere Tage im Hauptquartier Liman Paschas an den Dardanellen. Wir be⸗ suchten gemeinsam alle Fronten bis in die vordersten Schützen⸗ gräben. Gegenüber den englischen Falschmeldungen können wir als Augenzeugen feststellen: Der Feind hält sich nur auf einem schma⸗ len Kitstenstreifen unter dem ständigen Schutz seiner gewaltigen Schiffsartillerie. Er hat seit den überaus verlustreichen Kämpfen .* Front haben die Verbündeten in 2 Tagen über vom 17. und 18. August, sowie vom 27. und 28. August nicht nur keinerlei Fortschritte gemacht, sondern ist im Gegenteil an vielen Stellen aus seinen Positionen geworfen und zurückgedrängt worden. Die türkischen Stellungen beherrschen die feind⸗ lichen Stellungen und sichern die Halbinsel Gallipoli mit allen Verbindungen. Die Verwicklung auf dem Balkan. Aus Griechenland. Mailand, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Ueber Bern. Der Berichterstatter des„Corriere della Sera“ drahtet aus Athen: Vom Samstag abend bis gestern mittag hielten die Zeitungen aller Parteien den Rücktritt von Venizelos für unver⸗ meidlich. Die öffentliche Erregung in Athen war sehr stark. Große Volksmengen umlagerten die Redaktionen. Die Ministerien waren geschlossen. Gestern morgen um 10 Uhr begab sich Venizelos in das Königsschloß von Dekelia, um dem König die Lage zu schildern. Kurz vor 12 Uhr kehrte der Ministerpräsident zurück. Bald darauf wurde eine amtliche Mitteilung herausgegeben, daß die Ansichten des Kabinetts und des Königs über die getroffenen künfti⸗ gen Maßnahmen vollkommen übereinstimmen. Lyon, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Nou⸗ velliste“ meldet aus Marseille: Die Kapitäne der griechischen Handelsdampfer haben Befehl er⸗ halten, in kürzester Frist nach Griechenland zurückzukehren und sich zur Verfügung der Regierung zu stellen. Die deutsch⸗feindliche Partei in Rumänien. Bukarest, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Gestern vormittag fand eine Versammlung von etwa 50 Par⸗ lamentariern statt. Der Vorsitzende, Abgeordneter IsSrati, sagte, die Versammlung sei durch die verbrecheri⸗ schen Umtriebe der Deutschen in Rumänien veranlaßt wor⸗ den. Unter den Anwesenden befanden sich Take Jones cu, Filipescu und Delavrancea. Nachdem einige Reden gehalten worden waren, verlas Take Jonescu folgenden Beschluß: Die unterzeichneten Senatoren und Abgeordneten verlangen, daß der fremden Korruption ein Ende gemacht werde, die das Land entehrt. Im Hinblick auf die Gefahr einer Einkreisung des Landes, die bezweckt, das Land zur Entwaffnung und zum Ver⸗ zicht auf eine hohe Bestimmung zu zwingen, verlangen die Unter⸗ zeichneten, daß die Regierung die Mobilmachung aller mili⸗ tärischen Streitkräfte des Landes anordne. Dieser Beschluß wird der Regierung durch einen Aus⸗ schuß mitgeteilt werden. Am Dienstag versammeln sich die Parlamentarier wieder, um die Antwort der Regierung zur Kenntnis zu nehmen. Die an der Versammlung keilnehmen⸗ den Parlamentarier gehören sämtlich der nationalen Frak⸗ tion an. Paris, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der Führer der rumänischen Altradikalen, Filipescu, richtete einen Brief an den Direktor der Zeitung„Journal“, Senator Humbert, worin er zugibt, er irrte sich, als er vor einigen Monaten erklärte, Ru⸗ mänien werde im Frühjahr 1915 eingreifen. Die günstige Lage, welche damals durch die Besetzung Galiziens durch die Russen be⸗ stand, bestehe jetzt nicht mehr. Jetzt müsse man warten, denn im Interesse aller dürse der rumänische Trumpf nicht nutzlos ausge⸗ spielt werden. Die abwartende Haltung Rumäniens sei dem Vierverband nützlich, denn sie versperre den Mittelmächten den Weg durch Konstantinopel. Wenn Serbien unter dem An⸗ sturm der österreichisch-zdeutschen Armeen nach⸗ gebe, dann müsse die rumänische Armee eingreifen, dies seien die Aussichten für diesen Herbst. 1* Ein Wunsch des Papstes. Berlin, 28. Sept. Der Papfst bereitet, wie der„Mün⸗ chener Post“ aus der Schweiz gemeldet wird, ein Rund⸗ schreiben an die Kriegführenden vor, das sie angesichts der Religion und der Menschlichkeit auffordert, eine all⸗ gemeine Waffenruhe am Allerseelentage ein⸗ treten zu lassen. Der Tag soll auf Wunsch des Papstes auf der ganzen Erde dem Andenken der Gefallenen gewidmet sein. Die englisch⸗französische Anleihe in Amerika. New York, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die— der englisch-fran⸗ zösischen Finanzkommission erzielten eine Einigung über die Einzelheiten der Anleihe. Sie fahren heute nach Chicago, um mit den Bankleuten des Westens zu beraten. 5 Der Seelrieg. London, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der bri⸗ tische Dampfer„Cornuba“(1736 Tonnen) ist am 9. Sep⸗ tember im Mittelmeer versenkt worden. Die Besatzung von 28 Mann landete in einem spanischen Hafen. Das ver⸗ mißte Boot des versenkten Dampfers„Hestian“ mit 18 Mann wurde gefunden. Die ganze Mannschaft ist somit gerettet.. Lyon, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.)„Lyon Reépu⸗ blicain“ meldet aus Marseille: Der Postdampfer„Mem⸗ phis“ ist aus Mudros in Marseille eingetroffen. Der Kapitän erklärte, 34 Mann des englischen Dampfers„Na⸗ tal“ vom Piräus nach Malta gebracht zu haben. Die„Na⸗ tal“, die mit einer Warenladung von 6500 Tonnen nach Marseille unterwegs war, wurde am 17. September bei Kreta von einem deutschen Unterseeboot, welches sich zuvor der Nationalität des Dampfers versichert hatte, beschossen. Die Besatzung hatte gerade Zeit, in die Boote u flüchten. Die„Natal“, welche 10 Granaten erhalten hatte, sank nach einer Stunde. a Aus dem Reiche. Eine Vorstandssitzuug der Konservativen. Berlin, 28. Sept. Wie die„Deutsche Tageszeitung“ mit⸗ teilt, trat der engere Vorstand der deutsch⸗konserva⸗ tiven Part ei dieser Tage zu einer Besprechung der allgemei⸗ nen politischen Lage zusammen. Mit höchster Anerkennung und be⸗ geisterter Dankbarkeit wurde der unvergleichlichen Leistungen un⸗ seres Heeres und unserer Flotte, der tapferen Mitwirkung unserer Verbündeten und der günstigen Lage auf allen Kriegsschauplätzen gedacht. Dabei wurde der vollen Zuversicht Ausdruck gegeben, daß die herrlichen Erfolge unserer Waffen die Riesenmacht des russischen Feindes endgültig brechen und die nationale Sicherheit des deutschen Volkes im Osten dauernd gewährleisten werde. Der engere Vorstand der konservativen Partei ist sich, wie es weiter in der Erklärung heißt, zugleich bewußt, daß unter den gewal⸗ tigen Aufgaben, die der Weltkrieg dem deutschen Volke gestellt hat, unverrückbar das Ziel im Vordergrund steht, das er als das wich⸗ tigste ansieht: Die mit allen Mitteln zu erstrebende Nieder⸗ ringung Englands, welches den Krieg heraufbeschworen hat und niemals aufhören wird, unsere 5 in der Welt und unsere Weiterentwicklung für alle Zukunft zu bedrohen und zu un⸗ terdrücken. Schließlich erklärt der engere Vorstand sich eins mit der Gesamtpartei und dem ganzen deutschen Volke zu wissen in dem * f 7. Entschluß, vor keinem weiteren Opfer zurückzuschrecken, um Krieg zu einem dauernden, ehrenvollen, die Grundlage der deut⸗ schen Zukunft sichernden Frieden durchzuführen. a 24./25. Verbandstag der mittleren Post⸗ und Telegraphen⸗Beamten. Der 24.25. Verbandstag des Verbandes mittlerer Reichs⸗Post⸗ und Telegraphen⸗Beamten wurde am Sonntag abend im Lehrervereinshaus in Berlin durch den Verbandstags⸗Vorsitzenden, Postsekretär Wiechmann (Berlin), mit einer Ansprache eröffnet, die in dem Gelöbnis gipfelte, durchhalten und unermüdlich mitwirken zu wollen an dem endlichen Siege der deutschen Sache, und in ein begeistert aufgenommenes Hurra auf den Kaiser ausklang. Die Verhandlungen wurden eingeleitet durch den vom Ver⸗ bandsvorsizenden, Ober⸗Telegraphenassistenten Gott⸗ schalk(Berlin), erstatteten Geschäftsbericht über die beiden seit dem letzten Verbandstage abgelaufenen Geschäfts⸗ jahre. Während das Jahr vor dem Kriege eine Fülle von standespolitischer Arbeit aufweist, hat der Verband im Ge⸗ schäftsjahr 1914/15 seine Organisation vorwiegend in den Dienst des Vaterlandes gestellt. In erster Linie sind zu nennen die Kriegsfürsorge und die zu ihren Gunsten im Verband eingeleitete Geldsammlung, die bisher rund 313 000 Mk. ergeben hat. Von dieser Summe sind 130000 Mk. verschiedenen Kriegshilfezwecken zugeführt worden; der vor⸗ handene Rest von 183 000 Mk. soll als Kriegsfürsorgeschatz zur Linderung der Folgen des Krieges bereitgehalten werden. Seine vielseiti freundnachbarlichen iehungen zum neutralen Auslande hat der Verband mit lg zur Aufklärung des Auslandes benutzt. Angelegen sich der Verband ferner die N der 7 5— Meinung über die Tätigkeit der Feldpost lassen und damit gute Erfolge erzielt. Beabsichtigt ist die Heraus⸗ gabe eines„Heldenbuchs“, in dem die Post⸗ und Tele⸗ 1 die ihre Treue zum Vaterland mit dem ode besiegelt oder sich durch besondere Heldentaten aus⸗ haben, ein bleibendes Denkmal 2 be werden soll. Die Zahl der bis jetzt auf dem Felde der Ehre gefallenen Verbandsmitglieder beträgt über 700. Wie auf durch den Krieg neu geschaffenen Gebieten, hat sich die altbewährte umfangreiche soziale Fürsorgetätigkeit dez bandes auch sonst N entfaltet. Mit einem kurzen Rückblick auf das 25jährige Bestehen des Verbandes, seinen Werdegang und seine Erfolge schloß der Verbandsvorsitzende seinen Geschäftsbericht. In der sich anschließenden allge⸗ meinen Aussprache wurde dem Verbandsvorstande die dank⸗ gezeichnet bare und freudige Anerkennung ausgesprochen. Kriegsbeihilfe an gering besoldete Staatsbeamte. Berlin, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Staats- anzeiger“ veröffentlicht einen Exlaß des Finanzministers und des Ministers des Innern vom 22. September betr. Krregs⸗ beihilfen an gering besoldete Staatsbeamte. Die Gewährung von Kriegsbeihilfen wird mit der durch den Krieg be⸗ dingten Gestaltung auf dem Markte der notwendigsten Bedarfs⸗ gegenstände begründet. Dem Erlaß zufolge erhalten Beamte mit einem Diensteinkommen bis zu 2 100 Mart jährlich für ein oder zwei Kinder unter 15 Jahren je sechs Mark monatlich, für jedes weitere Kind unter 15 Jahren je drei Mark monatlich. Der Erlaß betont, daß es sich lediglich um Kriegsbeihilfen handelt, deren Zahlung nach Beendigung des Krieges einzustellen ist. * Berlin, 25. Sept. Der Kriegsausschuß für warme Unterkleidung e. V., Berlin(Reichstag), der bekanntlich seit mehr als einem Jahre auf dem Gebiete der ergänzenden Wollversorgung der Truppen eine überaus segensreiche Tätigkeit entfaltet hat, ist während der Früh⸗ jahrs⸗ und Sommermonate nicht untäti 1 Er hat in dieser Zeit u. a. große Mengen waff ichter Umhänge den Truppen an allen Fronten zukommen lassen. Am 18. d. Mts. ist ein umfangreicher Transport mit Wollsachen usw. der Heeresgruppe Hindenburg zug ihrt worden. In diesen Tagen geht wiederum ein größerer Wollzug und zwar zur Armee Mackensen und zu der Bug⸗Armee ab. Dresden, 27. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der Reichs⸗ kanzler trifft abends hier ein und wird auf Einladung des Königs im Residenzschloß Wohnung nehmen. Aus Stadt und Cand. g Gießen, 28. September 1915. * Beförderung. Der Unteroffizier Ernst Glänzer in der deutschen Süd⸗Arntee, bis 411 Ausbruch des Krieges Schutz⸗ 1 in Gießen, wurde zum Offizier⸗ Stellvertreter efördert. ** Amtliche Personal nachrichten. Am 24. Sep- tember d. J. wurde der Schreibgehilfe beim Großh. Gießen, Wilhelm Hönig zu Gießen, zum Bureauvorsteher des Finanzamts iets ernannt. * Eine zeitgemäße Organisation im Kar⸗ toffelhandel ist unter dem Namen„Deutsche Kar⸗ toffelverteilungsstelle“ mit dem Sitze in Düssel⸗ dorf begründet worden. Auf Grund von Verhandlungen zwi⸗ schens westdeutschen Stadtverwaltungen und dem Deut ⸗ schen Kartoffelgroßhändlerverband hat letz⸗ terer es übernommen, eine Einrichtung zu schaffen, deren Zweck es ist, Kartoffeln in ausreichender Nen e, von guter Beschaffenheit und mäßigen Preisen zu beschaffen. Die Ab⸗ sicht geht dahin, eine Ermäßigung der Kartoffelpreise erbeizuführen. Die Kartoffelverteilungsstelle ist unter be⸗ ördliche Aufsicht gestellt und es findet eine amtliche Kon⸗ trolle der Ge ee und des Schristverkehrs der Kar⸗ toffelverteilungsstelle statt. Auf diese ise soll erreicht werden, daß die Preisentwickelung, die Preisforderun der Landwirte, die Unkosten und Provisionen genau sest⸗ gestellt werden können. Es wird gewünscht, daß die Kreise und Städte, die Preh fich als Abnehmer in Frage kom⸗ men dürften, die Preise sich nicht selbstgegenseitig in die Höhe treiben, indem sie alle mögli ändler und Agenten veranlassen, Kartoffeln aufzulaufen oder An⸗ ebote einzusenden. Vielmehr ihnen gewünschten Angebote durch einfordern, und ihr so Gelegenheit geben, Ware zu Preisen zu beschaffen. Nägere künfte über die Kartoffel⸗ verteilun 9 50 werden Rr durch die Geschäfts⸗ stelle derselben in Düsseldorf gegeben. * Bestanderhebung von Spinnstoffen. Am 28. September wird durch die Militärbefehlshaber eine Beka ung betreffend Bestandserhebung von tierischen und pflanzlichen Spinnstoffen(Wolle, Baumwolle, Flachs, Ramie, Hanf, Jute, Seide) und daraus hergestellten Web⸗ und Strickgarnen veröffentlicht werden. Die Bekannt⸗ machung führt eine monatliche Meldepflicht für die genann⸗ ten Spinnstoffe und Garne ein und setzt die Bestimmungen der früheren Bekanntmachungen betreffend Bestandser bung unversponnener Schafwolle, betreffend Bestand 5 von Bastfaser⸗Rohstoffen usw. und betreffend Bestands⸗ er regelmäßig wiederkehrende Bestandserhe⸗ bungen angeordnet haben. Zu der Bekanntmachung ge⸗ hören vier Arken von Meldescheinen und zwar: Melbeschein 1 3 ung für Baumwolle usw. insoweit außer Kraft, als sie sollen 5 Städte 5 die 175 f ie eilungsstelle Ware zu willig 4 3 5 8 1 7 5* 7* 1 lle und Garne vorwiegend aus Wolle, Meldeschein 2 für Baumwolle und Garne vorwiegend aus Baumwolle, Reldeschein 3 für Bastfaser und Garne vorwiegend aus Bast⸗ ern, Meldeschein 4 für Seidenabfälle und Bourettegarne. se Meldescheine find bei den örtlich. amtlichen Vertretungen des Handels(Ddandelskammern usw.) ent⸗ weder mittels Postkarte(nicht mit Brief) anzufordern oder im Bureau der betreffenden Handelskammer abzuholen. * Neue Bestimmungen über Stoffabfälle. Eine 5 zu der Bekanntmachung be⸗ Naum estandserhebung und Beschlagnahme von alten Baumwoll⸗Lumpen und neuen baumwollenen Stoffabfällen vom 1. Juni 1915 wird mit Gültig⸗ keit vom 29. September 1915 von den Militärbesehlshabern erlassen. Hiernach ist die Meldepflicht dahingehend er⸗ weitert, daß die Bestandsmeldungen, die nach den Melde⸗ bestimmungen zum letzten Male am 1. August 1915 unter Einhaltung einer Einreichungsfrist bis zum 15. August zu erfolgen hatten, nunmehr allmonatlich stattfinden; die Meldun müssen nach dem Stande der Vorräte am 1. eines jeden Monats unter Einhaltung einer Einreichungs⸗ st bis zum 10. des betreffenden Monats erfolgen. Die für e Meldung zu benutzenden amtlichen Meldescheine werden auf schriftliches Ersuchen von der„Aktiengesellschaft zur Verwertung von Stoffabfällen Berlin W. 35, Lützow⸗ straße 33/30“ postfrei versandt. Der Wortlaut der Bekannt⸗ machung ist im heutigen Kreisblatt veröffentlicht und am Bürgermeistereigebäude angeschlagen. 5* Futtermittelverteilung. Die Viehhal⸗ ter werden soeben durch die örtlichen Verteilun Sstellen e ihren Bedarf an Melasse⸗ und Zuckerfutter und nassen Schnitzeln für die Zeit bis zum 1. Dezember d. Is. längstens bis zum 7. Oktober anzumelden.(Siehe die amtliche Bekanntmachung.) * Religiöse Kriegsvorträge. Wie im ver⸗ 1 ersten Kriegswinter, will der„Oberhessische Verein r innere Mission“ auch im jetzt beginnenden eine— von Vorträgen über solche religiöse Fragen veranstal⸗ ten, die mit dem Kriege in innerem Zusammenhange stehen. Auf Wunsch des geschäftsführenden Ausschusses hat Prof. D. Schian eine Reihe von drei derartigen Vorträgen übernommen, die das gemeinsame Thema:„Das deutsche Christentum im Kriege“ behandeln sollen. Der erste wird die religiöse Bewegung im ersten Kriegsjahr Vert Gegenstand haben, der zweite die Frage na rhältnis von Nation und Christentum, der letzte die viel⸗ besprochene Losung„Deutsches Christentum“ erörtern. Die Vorträge werden in der Stadtkirche an Montag⸗Abenden im Oktober und November stattfinden, pünktlich 8 Uhr be⸗ ginnen und um 9 Uhr ihr Ende erreichen. Der Eintritt wird für jedermann frei sein. * Unterstützungen von Kriegsteilneh⸗ mern. Der Mittelrheinische abrikanten⸗ Verein in Mainz hat bei seinen Mitgliedern eine Um⸗ frage darüber r hoch sich die von ihnen in dem ersten Kriegsjahr(1. August 1914 bis 31. Juli 1915) an Angehörige ihrer Angestellten und Arbeiter gezahlten Kriegsunterstützungen belaufen. Das Ergebnis davon ist, daß bei 102 Firmen, die bisher geantwortet haben, diese Unterstützungen sich auf insgesamt 13 270890 Mk. belaufen. Diese Unterstützungen bilden damit eine wertvolle Er⸗ gänzung der Leistungen von Staat und Gemeinden und sind um so höher einzuschätzen, als es sich nicht um Pflicht⸗ leistungen, auch nicht um Rückzahlungen von Ersparnissen der Angestellten und Arbeiter, sondern um rein frei- willige Zuwendungen der Firmen handelt. * Wechsel im Gießener Lagerkommando. Generalmajor z. D. von 1 der bisherige Kommandant des hiesigen Kri Verwendung als lizeimeister in Straßburg i. E. dem General⸗Kommando des 15. A.⸗K. zur Verfügung gestellt worden. An seine Stelle wurde Oberst z. D. Parrisius vom Bezirkskommando VI Berlin ernannt. * Beutegeschütze für Gießen. Nach einer dem Oberbürgermeister vom General-Kommando des 18. Armee⸗ korps zugegangenen Mitteilung werden demnächst der Stadt — 85 zwei Beutegeschütze zur Aufstellung über⸗ en. 85 wei große Gefangenentransporte kamen gestern abend gegen 9 und heute vormittag gegen 8 Uhr in Gießen an. Es handelt sich um den größten Teil der bei der neuen Offensive im Westen in deutsche 7 eratenen Franzosen. Gestern kamen 1400 und heute 1 Mann am Hauptbahnhof an, um durch Alice⸗, Ludwig- und Grünberger Straße ins Lager zu wandern. Die Leute trugen fast ausnahmslos die neue französische Felduniform aus schieferblauem Tuch und den wenig kleid⸗ — flachen lhelm von gleicher Farbe, sowie mei⸗ tens Wickelgamaschen. Sehr gepflegt nahmen sich die An⸗ kömmlinge trotz der neuen Uniformen begreiflicherweise nicht aus. Alle Altersstufen waren unter ihnen vertreten. 17 sich die Gefan 0 migen deuts Begleitmannschaften, die übrigens nicht gebracht. ** Rolf Gunold, der zwei Jahre lang Mitglied unseres Stadttheaters gewesen ist, ist von Direktor Barnowsky für das Lessing⸗Theater in Berlin verpflichtet worden. Der Sieben⸗ Uhr⸗Ladenschluß wurde gestern abend in einer zahlreich besuchten Versammlung von Gieße⸗ ner Firmeninhabern fast einstimmig beschlossen. Nur Samstags sol die Ges 185 bis 8 Uhr, Sonntags bis 2 Uhr geöffnet sein Eine Liste zur Zustimmungserklärung wird den in der Versammlung nicht vertreten gewesenen Firmen zugehen, Eine Kommission von fünf Herren wurde mit d 2 7 1 der 5 betraut. Man gibt sich der Hoffnung hin, daß auch die Geschäfte der Kolo⸗ nial⸗ und Le 1 e Ka an der Neuerung be⸗ teiligen werden, damit dieselbe bald in Kraft treten* Fahrradmarder sind in den letzten Tagen in der Stadt am Werke. Am Freitag abend gegen 11 Uhr wurde neuerdings aus dem ur des Hauses Klinikstraße 21 ein Fahrrad, Marke„Cito“, mit der Polizeinummer Schwarzes G 4130, das 3 Rahmenbau und ver⸗ nicelte Felgen hatte, entwendet. Sachdienliche Mittei- lungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen. 3* Feldpostbrand. Die Räumlichkeiten, in denen die Feldpostanstalt der 3 Langwehrdiviston unterge⸗ gebracht war, sind, wie die Postverwaltung mitteilt, kürzlich von einer Feuers brunst heimgesucht worden. Während es gelungen ist, die Gld⸗ und Wertsachen sowie die zur Absendung eingelieferte bed, zu bergen, sind 51 Beutel mit angekommener Post leider ver rannt. r Die Sonnenblumenernte an den Vahn⸗ böschungen hat begonnen. Vor einem Bahnhof in der Nähe rde ein Blumenteller von 38 Ztm. Durchmesser geerntet. elbe trug 2763 Kerne im Gesicht von 230 Gramm.— istereien sind, worauf nochmals hingewiesen sei, gsgefangenenlagers, ist zur M. gegenzunehmen und dafür 40 Pfennig für das Kilegramm zu bezahlen. Die Bahnmeisteppien führen den gesammelten Samen an die von dem Kriegsausschuß für pflanzliche Oele und Fette bestimmten Oelpressen ab. » Winterfahrplan. Quentin⸗Mahlgu's grauer Taschenfahrplan für den Winter 1915/16 ist soeben im Verlage von Mahlau& Waldschmidt, Frankfurt a. M., Gr. Gallus⸗ 2 3, in der bekannten reichhaltigen und gediegenen Aus⸗ stattung mit 2100 Stationen erschienen. Landkreis Gießen. or. Lich, 26. Sept. Am Sonntag veranstaltete das der de Vereinslazarett vom Roten Kreuz mit den Verwundeten, Schwestern und Helferinnen einen Au 82 flug auf den Schiffenberg. Der Zug führte die stattliche Zahl der Teilnehmer zunächst bis zur Station. Von da ging es zu Fuß hinauf zur Höhe des iffenbergs, der zurzeit dem Besucher im Schmucke des herbstlich gefärbten Waldes ein reizvolles Bild darbietet. Der große Saal in der Wirt⸗ schaft vereinigte die Teilnehmer zu einigen frohen und gemütlichen Stunden, die bei baterländischen Gesängen, Ansprachen und Vorträgen rasch dahin schwanden. Der schöne Ausflug wird für alle Teilnehmer stets eine an⸗— genehme Erinnerung bilden. m. Allendorf a. d. Lda., 26. Sept. Wehrmann Johannes Paulus siel in Frankreich durch einen Granatsplitter. Der Gesallene gehörte über ein Jahr dem Reserve-Regiment Nr. 116 an und war Ritter des Eisernen Kreuzes. 5 Kreis Büdingen. — Büdingen, 27. Sept. Durch Beschluß des Kreis⸗ tages sind von den Gemeinden und Gemarkungen des Krei⸗ ses Büdingen für 1915 an KHreisumlagen 190 000 Mark aufzubringen. Den höchsten Betrag von den 123 Steuerpflichtigen hat die Stadt Büdingen mit 22 785,50 Mk., den geringsten Betrag das kameralfiskalische Gelände von Wallernhausen mit 43 Pfennigen aufzubringen. Das Ge⸗ samtvermögen der Kreisgemeinden und Kreisgemartungen ist mit 2110 485 Mk., die hiervon zu entrichtende Einkom⸗ mensteuer auf 288 596,20 Mk. festgesetzt. ho. Nidda, 27. Sept. Aus Nid da werden bis jetzt ver⸗ mißt drei Krieger, aus Kohden zwei. Alle Nack for chungen haben bis jetzt keinen Erfolg gehabt.— Michelnau hat bis jetzt weder Gefallene noch Vermißte zu beklagen. d. Nidda, 27. Sept. Heute fand im Sitzungssaale des Sparkassegebäudes die Mitgliederversammlung der Be⸗ irkssparkasse Nidda statt. Der Vorsitzende der Bezirks⸗ nel Nidda, Oberamtsrichter Röm held, begrüßte die Er⸗ schienenen und schilderte kurz die gegenwärtige ernste Zeit, die jeden Deutschen voll Vertrauen und Zuversicht für die Zukunft erfülle, aber auch zu innigem Dank gegen Gott mahne, weil er in dieser eisernen Not auch ein eisernes Geschlecht unserem Vater⸗ land erweckt habe, dessen Leistungen bei Heer und Volk über alles Lob erhaben sejen. Hierauf wurde der Rechen schasts⸗ bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr erstattet. Nach dem⸗ selben haben trotz dem Kriege die Spareinlagen gegen das Vorjahr um 51 600 Mk. zugenommen, die Zahl der Ein⸗ leger ist um 280 gestiegen, und der Reingewinn beträgt 15 952,86 Mark. Somit gehört die hiesige Bezirkssparkasse zu denjenigen sechs in Hessen, die auch in 1914 einen bedeutenden geschäftlichen Fortschritt zu verzeichnen haben. An den drei Kriegsanleihen haben sich die Kasse und ihre Einleger bei der 1. mit 184000 Mk., bei der 2. mit 577000 Mk. und bei der 3. mit 1 105 500 Mk. beteiligt. Die Rechnung für 1914 und der Voranschlag für 1916 wurden genehmigt. Von dem Reingewinn erhielten 33 Dienst⸗ boten des Bezirks, die 5 Jahre und länger bei ihrer Herrschaft treu gedient haben, 718 Mk. an Prämien. Unter ihnen waren 2 Dienstboten, die bereits viermal, 4, die schon dreimal und 2, die zweimal Prämien erhalten hatten, ein schönes Zeugnis für Herr⸗ schaften und Dienstboten. Weiter wurden für die Industrie⸗ schulen, für landwirtschaftliche und gewerbliche Vereine, sowie für Krankenpflege und wohltätige Einrichtungen des Bezirks und des Großherzogtums zusammen 7000 Mk. bewilligt und der Rest des Reingewinns dem Reservefonds überwiesen, der Ende 1914 sckon 255 297,90 Mk. betrug. Mit dem Wunsche, daß die nächste itgliederversammlung nicht wieder im Zeichen des Krieges, sondern im holden Frieden tagen möge, schloß der Vorsitzende die Versammlung, deren Teilnehmer noch einige Stunden bei einem gemeinschaftlichen Essen im Gambrinus vereinigt blieben. a Dauernheim, 27. Sept. Unsere Gemeinde hat den weiteren Verlust von zwei Kriegern zu beklagen, nämlich des Land- sturmmannes Faber, der bei einer Munitionskolonne durch Fliegerbomben in Rußland den Tod sand, sowie des Musketiers Richard Kraft, welcher ebenfalls in Rußland sein Leben dem Vaterlande opferte. A Echzell, 27. Sept. Die Hessische Tapserkeits ⸗ medaille erhielt der Wehrmann Sargk im Landwehr-In⸗ fanterie-Regiment 1186. Altenstadt, 27. Sept. der Musketier Pegstadt. i Heeg heim, 27. Sept. Das erste Eiserne Kreuz in unserer kleinen Gemeinde erhielt der Grenadier Altvatter im Reserve-Infanterie-Regiment 261. ho. Fauerbach b. Nidda, 27. Sept. Gestern feierte der Zweigverein Nidda der Gustav⸗Adolf⸗Stiftung sein Jahresfest in einfacher Weise in unserem Gottes- hause. An Stelle des erkrankten Festpredigers Pfarrer Weidner ⸗Ober⸗Lais hielt Pfarrer Naumann⸗ Schwickartshausen die Predigt, in der er die neuen Ar⸗ beitsgebiete des Vereins— Galizien und Elsaß-Lothrin⸗ en— schilderte und die daheimgebliebenen, vom Kriegs- — Verschonten zu eifriger Arbeit im Interesse des Vereins mahnte. Nachdem der Vorsitzende, Pfarrer Wer⸗ ner⸗Nidda, kurze Begrüßungsworte gesprochen hatte, gab der Schriftführer, Pfarrer Naumann, den Rechenschafts— bericht, der sowohl für den hessischen Hauptverein wie den 0 Nidda eine erhebliche Mehreinnahme trotz kriegslast ergab. Die Kollekte im Betrage von 42 Mk. erhielt Galizien. Kreis Alsfeld. : Storndorf, 27. Sept. Am gestrigen Sonntag fand in unserer Kirche eine Gedächtnis feier statt für vier Gefallene aus der Gemeinde und zwar für die Ersatzreser⸗ visten Karl Hildebrandt und Georg Buchenau und die beiden Landsturmrekruten Adolf Schmidt und Fritz Weißenborn. Die Gedächtnisrede, der die Worte„Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“ zugrunde gelegt waren, hielt Pfarrer Raben au von Ober⸗Breidenbach. Der hiesige Kriegerverein nahm an der Feier teil. Starkenburg und Rheinhessen. O Mainz, 26. Sept. Von einem deutsch⸗russischen Bündnis in Mainz erzählt man sich folgendes Geschichtchen: In Mombach waren bei einem Dreschmaschinenbesitzer mehrere Russen beschäftigt, die von einem Landsturmmann bewacht wurden. Zwischen Izterepr und dem Dreschmaschinenbesitzer gab es dieser Tage eine Auseinandersetzung, bei der der Dreschmaschi⸗ nenmann gegen den Landsturmmann. tätlich wurde. Dabei hatte er aber die Rechnung ohne die Russen gemacht, denn ohne auf gefordert zu sein, nahmen, sie Partei für den Landstürmer und verbläuten den Dreschmaschinenmann 5 Noten. Mainz, 27. Sept. In der Rheinstraße wurde am Sonntag mittag ein Pionier von einem Straßenbahn- wagen erfaßt und erheblich verletzt. Der Wagen⸗ führer nahm sich den Vorfall derart zu Herzen, daß er sich später in seiner Wohnung erhängte. Gerichtssaal. * Dortmund, 28. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) In der Das Eiserne Kreuz erhielt er Seite Sonnenblumenkerne ent⸗! Strassache gegen den früheren Bankdirektor Ohm von der Nieder— 3 Bank ist jetzt die vertagte Entscheidung der Straf⸗ ammer erfolgt, an welche das Reichsgericht die Sache zwecks Bildung der Gesamtstrafe zurückverwiesen hatte. Die Gesamt⸗ strafe ist festgesetzt worden auf 3 Jahre 4 Monate, wopon vier Monate als durch die Untersuchungshaft verbüßt erachtet werden. Der Antrag Ohms, ihn aus der Haft zu entlassen, wurde abgelehnt. Vvermischtes. „Eine Schreckenstat von Indianern in Mexi⸗ ko. Aus New Pork meldet das Reutersche Bureau! Ein Tele⸗ gramm aus San Diego in Kalifornien besagt, daß die Pakui⸗ Indianer am Freitag bei Torres in Mexiko einen Zug zar Entgleisung brachten. Sie sperrten 80 Frauen und Kinder in einen mit Heu beladenen Güterwagen und steckten diesen in Brand. Nur 20 Passagiere wurden gerettet, während die übrigen verbrannt sind. Märkte. Gießen, 28. Sept. Marktbericht. Auf den heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pd. 1,75— 1,80, Hühnereier das Stück 17—18 Pfg., Käse das Stück 7—9 Pfg., Käsematte 1 Stück 3—0 Pfg.: Tauben das Paar 0,00 0,00 Mk., Hühner das Stück 0,00 0,00 Mk., Hahnen das Stück 0,00 0,0 Mk., Ochsen⸗ fleisch das Pfund Mk. 1,16— 1,20, Kuhfleisch 100—00 Vfg. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 1,16— 1,20 Mk., Schweine fleisch Kalbfleisch das Pid. 1,14— 1,18 Mt., Hammelfleisch das Pfund 96—110 Pig. Kartoffeln 1 3tr. 4,00 bis 0,00 Mark, Milch das Liter 24 Pfg.; Aepfel das id. 7—10 Pfg., bessere 00—00 Pfg. Gurken große 15—25, kl. 4—5 Pfg. Bohnen 20—00 Pig. das Pfd.; Spinat 20 bis 25 Ag das Pfund; Wirsing 10-15 Pig. das Stück, Gelberüben 10—12 Pfennig das Pfund, Rotkraut 15—25 Pfennig das Stück, Kohlrabi 6—8 Pfennig das Stück, Weißkraut 15—25 Pfennig das Stück, Birnen 7 bis 15 Pig., bessere 00—00 Pfennig das Pfund, rote Rüben 7—8 Plg., römisch Kohl 6—8 Pfennig. Zwiebeln der Zentner 16—17 Mt. Preißelbeeren 50—55 Pfg., Brombeeren 05 Liter 18—20 Pfennig. Nüsse 100 Stück 40— 50 Pig. Blumenkohl 20—50 Pfg. Zwetschen der Zentner 15—18 Mk., Endivien 10—12 Pfg.— Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.— Fleischpreise auf dem Markte von aus wärtigen Händlern: Rindfleisch das Pfund 1 Pik. Nindfleisch-Bratenstück das Pfund 1 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,70 Mk. Kirchliche Nachrichten. Jsraelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Mittwoch, den 29. September 1915: Morgens 6.00. Donnerstag, den 30. Sept. und Freitag, den J. Oktober: Hüttenfest⸗ Ende. 1. Tag. Vorabend 5.50. Morgens 8.00. Nachmittags 4.00. 2. Tag. Vorabend 6.50. Jugendfeier. Morgens 8.00. Sabbathfeier am 2. Oktober 1915: Vorabend 5.30. Morgens: 8.30. Nachmittags 3.30. Sabbathausgang 6.45. Wochengottesdienst: Morgens 6.30, abends 5.30. das Pfund 1.800,00 Mk, Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 29. Sept. 1915: Unbeständig, zeitweise Regenfälle, kühl. Letzte Nachrichten. Die Mauer im Westen. Großes Hauptquartier, 28. Sept. Die Schlacht in der Champagne tobt mit unverminderter Heftigkeit werter. Nachdem die Nacht von Samstag zum Sonntag, in der starker Regen niederging, ruhiger verlaufen war, griffen die Franzosen gestern vormittag neuerdings den westlichen in den Argonnen ge⸗ legenen Flügel des Zentrums der deutschen Champagnearmee an. Auch gegen die Mitte wurde der Angriff mittags noch einmal mit außerordentlicher Gewalt aufgenommen. Irgendeinen Erfolg über das von der deutschen Heeresleitung schon mitgeteilte Zurückdrän⸗ gen einer deutschen Division hat der Feind jedoch nicht errungen. Die Unseren haben schwere Kämpfe zu bestehen und es ist bei den Franzosen eine große Uebermacht festgestellt worden. Der Heerführer der Champagne⸗Armee sagte: Es war ein unerhörter Angriff; die Franzosen stießen mit kolossaler Wucht vor. Zumal gestern nachmittag herrschte eine furchtbare Artillerie⸗ tätigkeit. Wir hätten dennoch die Linien gehalten, wenn dem Feinde nicht an einer Stelle das Eindringen geglückt wäre. Es muß im Kriegsglück auch einmal einen Rückschlag geben, wir werden das schon wieder ausgleichen. Wie der Heerführer ist aber jeder Sol⸗ dat und jeder Verwundete überzeugt, daß jedes weitere Vor ⸗ dringen des Feindes ausgeschlossen ist. Lächerliche Uebertreibungen sind die Angaben der a über Breite der Front, sowie ihr Vorrücken und über die Zahlen der Gefangenen. Dagegen ist die Zahl der von uns gemachten Gefangenen ständig im Zunehmen begriffen; sie ist bereits auf weit über 4000 gestiegen und fortwährend werden neue eingebracht. Die Abberufung Dumbas. Amsterdam, 28. Sept. Die österreichisch⸗ungarische Re⸗ gierung hat dem Ersuchen des Washingtoner Staats- departements auf Abberufung Dumbas stattge⸗ geben. Holländisches Schweinefleisch. 2 i. Köln, 28. Sept. Nach einer Mitteilung der„Köln. Ztg.“ wird die holländische Grenze für die— geschlachteten Schweinefleisches wieder geöffnet. Für den Donnerstagsviehmarkt sind schon größere Sen⸗ dungen zu erwarten. Eine Kriegsgewinnstener in Amsterdam, 28. Sept. In Holland beabsichtigt man die keilweise recht beträchtlichen Kriegsgewinne zu einer besonderen B esteuerung heranzuziehen. Ein staat⸗ licher Au'sschuß zur Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes ist Holland. in Vorbereitung. Betr.: Den Verkehr mit Kraftfuttermitteln; hier: Bedarfsan⸗ meldung. 5.. An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Einem Ersuchen der Landesverteilungsstelle für Futtermittel in Darmstadt entsprechend beauftragen wir Sie, die nachstehende Bekanntmachung in ortsüblicher Weise zu veröffentlichen. Gießen, den 27. September 1915. Großherzogliches!Kreisamt Gießen. F. V.: Hechler. Abschrift. Bekanntmachung. Sämtliche Viehhalter werden aufgefordert, ihren Bedarf an Häcksel⸗ und Torfmelasse, Zuckerfutter und nassen Schnitzeln für die Zeit bis zum 1. Dezember ds. Is, längstens bis zum 7. Okto⸗ ber ds. Is. bei der örtlichen Verteilungsstelle aufzugeben. Die —— Schnitzel werden nur in ganzen Eisenbahwagenladungen geliefert. e Gardinen Ein Posten Abgepasste Rollos in schöner Ausführung it. 3.75 4.50 5.25 Ein Posten Gardinen-Stückware bis 130 om breit, weit unt. Preis Meter 40 65 95 Pfg. Ein Posten Tüll-Spannstoffe 130150 em breit Re 0.95 1.30 1.60 1.80 Künstler-Gardinen und Stores in reicher, geschmackvoller Auswahl von Mk. 5.— bis Mk. 25.— Plüsch- und Tuch-Decken 5.25 Pesten I 6.50 8.— jetzt Mk. lich Posten I jetzt Mk. Posten III jetzt Mk. jetzt Sämtliche Zubehörteile 2 sehr billig 1. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 11. August d. Js. infolge eines Kopfschusses mein innigstgeliebter Mann, der herzensgute treu- sorgende Vater seiner zwei Söhnchen, unser einziger heissgeliebter Sohn und Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Neffe und Onkel Philipp Pfeffer, Steinbruchbesitzer Ersatz-Reserve-Infanterie-Regiment 116, 2. Kompagie im 34. Lebensjahre. 0528 In tiefem Schmerze: 5 Marie Pfeffer Ww. und Kinder Familie Philipp Pfeffer III. Familie Heinrich Balser Karl Haas, zur Zeit im Felde, und Familie Otto Zimmer, zur Zeit im Felde, und Familie Familie Eberhard Schäfer X. Familie Heinrich Schäfer IV. Albach und Annerod, den 28. September 1915. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung! Am 27. August starb den Heldentod fürs Vaterland mein innigstgeliebter Mann, mein guter Vater 0 Ludwig Heuser Ersatz⸗Reservist im Res.⸗Inf.⸗Regt. 252, Meine Praxis befindet sich von ö heute ab 7078 Für den Oktober- Umzug grosse Auslagen in Ein Reklame- Verkauf von größter Bedeutung! zu ganz außergewöhn- Posten IV 7670 zu besonders billigen Preisen Ein Posten Scheiben-Gardinen in weiß, creme und farbig Mtr. 29 40 50 65 Pre. Ein Posten ftollo-Stoffe in ereme und weiß 8 u 0.95 1.20 1.40 Dekorations- Stoffe in grau Leinen mit farbigen Effekten 130 om breit, veit unter Preis, Mtr. Mx. 2.50 billigen Preisen! 11.— Posten V Jets I. 14.— Mk. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung! Im Kampfe fürs Vaterland starb am 4. September den Heldentod unser lieber treuer älterster Sohn und Bruder Wilhelm Lepper Ersatz-Reservist im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 222. In tiefem Schmerz: Justus Lepper II.. Elisabetha Lepper, geb. Hofmann Heinrich Lepper, z. Zt. im Felde. 5 Alten-Buseck, den 27. September 1915. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns betroffenen schweren Verlust sprechen wir hiermit allen für die überaus zahlreichen Blumen- und Kranz- spenden, sowie dem Verein ehem. 116 er für die ehren- volle Begleitung unseren aufrichtigsten Dank aus. Frau Th. Wöll und Kinder. 7 Giessen, den 28. September 1915. 8. Kompagnie im Alter von 8 Jahren. In tiefem Schmerze: Käthchen Heuser und Kind. Gießen, den 88. September 1915. 17685 JAPETEN Seltersweg 79 l. Zahnarzt Haubach. ler Lacben- lud Mantel für Erwachsene und Kinder hat wieder begonnen. Forträtaufträge werden angenommen. Vergrösserungen nach Photographien U 2 Cord. Wer sparen will, verlange 7 1 Diamantine mit Sparsieb, anerkannt das beste und sparsamste verhindert am besten Sleinbrang und Jogelrab u. ist daber das Zweckmäß. um Beizen d. Getreides. Reue Gibrauchsanweis.! Leulz- Drag. Aug Hol Bahnhofstr. 51 Tel. 2082. Schuhputzmittel. Fabrikant: Rud. Starcke, Melle i. H. * 880 Verstorbener in Oel und Pastell. 2 2 855 in jedem Geschmack und jeder Preislage Marie Felchner, Goethestr 67. Eine Auswahl Solddaten-russ- u. Schweiss- Puder in Streu- büchsen 30 Pf. Adl.-Drog. Selters w. 39. Otto Schaal. 2081 - eee Schreib- und Rechen- arbeiten jed. Art fextigt an K. Wenzel. Asterweg 12 I. 950 AA feste weit unter Preis IINolEUx Meiner werten Kundschaft die erg. Mitteilung, dass sich mein Geschäft vom 1. Oktober d. J. ab Seltersweg 83, Hinterhaus befindet. Hochachtungsvoll Jos. Schneider, Miraxasserheerhal Stückware, einfarbig und durchgemustert, auf Wunsch fertig verlegt ob e84 Linoleum- Teppiche Linoleum- Läufer in grösster Auswahl billigst Lapetenhaus fochstätter Brandplatz! Fernsprecher 36 Aevaraturen an Schreibmaschinen aller Systeme führen in eiguer Spezial- Werkstätte gewissenhaft aus Franz Vogt& Co,, Giessen Goethestr. 32. Fernruf 1054. Geschäfts-Verlegun g. Mittwoch früh und Donnerstag eintreffend: Feinste holländ. Angel⸗Schellfische 1—4pfündig, obne Prima holländ. Cabliau gun in Fischen von 3½ bis 6 Pfd. sowie im Ausschnitt, i Fste.holl Bratschellfische, fische tischkotelett empfehlen 105296 Gebrüder Berdux, Babhnhofstraße 27. JFernsprecher 231. 1