(Nachdruck verboten.) (Forschung.) Was war ba$? , War das ein Traum? — Eine Vision? Sie taumelte nach der nächsten Bank und stürzte vor dem Sitz in die Knie, daß die spitzen Steine sie wundt stießen. Sie war einer -Ohnmacht nahe und versuchte, sich aufzurichten. Langsam glitt sie auf den Sitz und schloß die Augen. So fand sie nach einer Stunde Waldemar. Er sah ihr verstörtes Gesicht, das verwirrte Haar, einen Blutsttopfen a.n Saum ihres Kleides und bestürmte sie mit angstvollen Fragen. Sie schüttelte nur den Kopf. Ihr Blick war gebrochen, der Körper fast leblos. „Susi, was ist dir?" schrie der Bruder auf. „Ich hole Hilfe." Da kam wieder Leben in die bleiche Gestalt. In einer furchtbaren Angst hielt sie ihn am Arm fest. „Bleib!" hauchte sie. • Er streichelte sie über die Stirn und rieb ihre blutleeren Hände. Den Blick ins Leere, zeigte sie nach ihrem Hals. Leise sagte sie: „Dort — Watdi — was ist dort?" Ihre Stimme bebte, als wenn ein Schreck darin nachzitterte. Waldernar sah das Medaillon und verfärbte sich. „Kind! Kötzer hast du das? — Onkel Eberhards Anker?" * Susanne -sah den Bruder an und schrak zusammen. Ihr kam es wie eine ferne Erinnerung. „Susi — ich denke, Vater hat uns dus aflxs ab genommen, damals, vor — vor — acht, neuck fahren? Meine Krawattennadel, Evis Kreuz, Muttis Brvsche — alles, was Eberhards blau-ßre Ankec'trug. Und du^— Woher hair.hu. das, Kind?" < \ '4 Da wachte Mädchen aus dar Starrheit auf. Sie flüsterte.- > f „Was denn? -^Jch habe es zurückgenmjs»uen, heimlich, und die ganzen Jäh'versteckt. Jetzt, wo MPa wea^ist, dachte ich. —" ^ — er wollte nicht erinnert sein an das Unglück oanmls, deü Ueberfall an der russischen Grenze, der ^.ihn beinahe das Leben gekostet l-ätte. Er hat lange an dem Elend getragen." Dann erzählte Susanne von der Begegnung mit Erichk Die Geschwister sahen sich ratlos an. ^ „Bleibe noch ein paar Augenblicke hier, Sufi. Ich muß Erich sprechen." 4 Er ging so schnell er konnte zurück und klopfte am Gartenpavillon an. Es öffnete niemand. Er drückte die Klinke. Die Tür war offen. „Erich!" Keine Antwort. Er eilte die Treppe hinauf. Auf dem Tisch im Wohnzimmer lag ein Brief mit seiner Adresse. Waldemar riß ihn aus. „Leben Sie alle wohl! Und Berzechung! Erich WÄflin." .Waldemar sah das Blatt in seiner Hand zittern. Die Schriftzüge verschmammen vor seinen Augen. „Das ist ja Wahnsinn!" stöhnte er auf. „Heller Wahnsinn! Erich, was ist dir geschehen?" * Mir schweren Schritten kehrte er zu Susanne zurück. Sie starrte die Schriftzüge an. „Schwesting, liebes wir stehen vor einem dunklen Rätsel." Sie überlegten hin und her und kamen zu keinem Schluß. Nur das eine nahmen sie sich vor: Mutter darf nichts wissen! „Wir müssen sie belügen, Susi — Herr Wölslin mußte plötzlich abreisen." 29. Kapitel. Ein kleines Seebad an der englischen Küste in der Hochsaison, Mitte Juli. Hier saß Lotte Wölstin seit vierzehn Tagen mit der Familie des Professors Gaston Mervilte von der Marseiller Handelsakademie, bei dem sie schon im vorigen Sommer auf ihrer Studienreise mit Ilse Ladenburg die großherzigste Aufnahme gesunden hatte. Es wehte ein weicher Wind von der blauen See herüber. Lotte las im Strandtorb ein englisches Buch Jhv gegenüber Luise Wernken, eine kleine, zierliche Lehrerin aus Hamburg, die an der englischen Küste' ihre Ferien verbrachte. Die jungen Mädchen hatten sich bald eng befreundet. Im Sande lang ausgeftreckt Miß Mary Storton von Leicester, ebenfalls Kollegin, die Tochter eines kleinen Baumwollsabrikanten, ein nettes Wesen. In acht Tagen wollten Mervilles abreisen, ebenso Miß Storton. Tie derbe Engländerin sichtete sich etwas '.^Lch. N „Noch einmal, Kinder — kommt noch acht Tage mit mir ins Land. Ihr müßt euch doch wenigstens London ansehen und das Shipperenglish anhören. Da werdet ihr erst richtig erkennen, rime fein euer Idiom geworden ist. Onkel Bobby, bei dem ich ja immer meinen Ferienreft verbringe, hat ein prächtiges Landhaus vor London, Platz für eine ganze - Korporalschaft. Ein brillanter Mann, echter Deutschenfreund, weil er' säst nur mit Hambnra handelt. Seine Frau, Luise, ist selbst Hamburgern:. Ihr lverdet euch wohl fühlen. Ich werde Bobby noch heute schreiben — soll ich?" Die Mädchen hielten Rat und sagten freudig ja. Acht Tage darauf fuhren Mervilles zu Schiss ostwärts 67o — uach Calais, das kollegiale Dreigespann mit der Bayn nach London. Bei Mr. Porten fanden sie wirklich ein ausgezeichnetes Heim. Es war ein sehr vornehmes Hans'. Hiev lernten sie die abgeschlossene WohNweise urrd die eigentümliche Lebensart des Briten an der Quelle kennen. Die Hausfrau, ebenfalls Engländerin, wenn auch in Hambürg geboren und erzogen, war eine reizende hellblonde Erscheinung von etwa vierzig Jahren. Ihre beiden Söhne, >er eine ein sehr selbstbewußter Bankvolontär, der andere noch Handelsschüler, waren ein paar gefällige, geweckte Jungen und nahinen die Gelegenheit, mit den deutschen Mädchen ein gutes Französisch sprechen zu können, emsig wahr. Das machte einen wohltuenden Eindruck gegenüber den andern Britenjungen, die im Hause aus und ein gingen und die Nase über alles Nichtenglische zu rümpfen ge wöhnt waren. Die acht Tage vergingen schnell. Als Luise Wernken sich zur Abreise rüstete und Mistreß Porten Hörle, daß Lotte Wölslm nicht gebunden war, drang die freundliche Frau in Lotte, dazubleiben. Mr. Porten mußte in der zweiten Au- austwoche nach> Hamburg und würde sie dann mitnehmen. Lotte schwankte, aber die kleine Wernken redete ihr eifrig zu. Ihr war ja alles gleich. War sie doch nur ein haltloser Jrrfahrer ohne Heimat, ohne Zweck und Ziel. „Und in Hamburg mich nicht vergessen! Hier — meine Adresse." So entschied sich Lotte zu bleiben. Am Ultimo kam Harry Porten von seiner Bank mit großer Verspätung atemlos nach Hause. „Krieg auf dem Kontinent! Rußland und Frankreich gegen das Deutsche Reich!!" Gleich darauf langte Mr. Porten an, die Stirn in Falten, das graue Auge finster. „Das Entsetzliche — jetzt ist es da! Krieg! Ganz London hallt von dem Rufe wider. Sind die Menschen verrückt ae worden?" . Seine Handelsbeziehungen gingen'zu drei Vierteln nach Hamburg. Das war ein Schlag für den Mann. friedliche Gartenhaus war von den Händeln der Machte nur wenig gedrungen. Man sprach in Gegenwart der Damen fast.nie oder nur ganz flüchtig (o'on ^ der Kriegs ruf um so niederschmetternder, ^etzt wurde es auch in dem stillen Vorort unruhig. In den B.attern spitzten sich die Nachrichten immer mehr zu. Eine Meldung ragte die andre. In zwei Zeilen las man drei Widerspruche. Alle Logik war aus den Spalten der Leitungen verschwunden. Nur die Leidenschaft leuchtete aus der Druckerschwärze. Die Extrablätter besäten die Straßen. „Dre Deutschen sind in Belgien eingebrochen!" „Die Deutschen gehen nach Lüttich!" Jetzt betäubte ein vernichtender KNall alles England erklärte Deutschland den Ktneg! J, erst allmählich einen Begriff von der Wirklichkeit. Aber nun verlor sie fast den Verstand Nun war sre rn Feindesland. Plötzlich — über Nacht! So viel wußte sie vom deutschen Soldatenwesen, daß Erich einer der ersten war, der mitmußte. Vor vier Jahren hatte er sein ^ahr neben Gerhard bei den Pionieren abgedient. Ef- Seit ihrer Flucht kein Lebenszeichen von chm! Und sie allein war schuld daran. s,.. Die ganzen Löschen und Monate, in denen sie vor sich Nebel Är.rn Nucht gewesen war, die Gedanken in einen Nebel gehüllt, hatte sre nicht ern einziges Mal irgendeine zu"denken^ D/el^>^E,Flucht gezogen. Es graute sie, daran zu denken. Dort, wert m der Ferne, hatte sie die Grenze k“.£ ei ™ at winken sehen. Aber über die Grenzpfähle grinste es ihr entgegen, Scham und Schmach. Jetzt ordnete sich mit einem Schlage bte Wirrnis ihrer Gedanken Sie kannte nur noch erneu Triebe Heimwärts um jeden Preis' Zuerst „ach der Stadt, Näheres zu hören.' c gnädiges Fräulein," sagte Harry Porten, Sie nncklen n $r "ll"" nach der City. Ich werde Sie begleiten müssen. Erlauben Sie mir das. Es ist ja entsetzlich rn den Straßen. Alles gegen die Deutschen. Dre Menschen sind in einer Stunde alle wahnsinnig geworden," ?r tC f faan !H c C ?' lnnsen Manne und eilte mit ihm fort Zeiten ' mtt e "} et Schnelligkeit, die in anderen tr ert Di^FaVb" Es Wien alles elek- ti Fahrt durch bte schmutzigen Straßen der Vor- ftaote war fürchterlich. Ihr deutsches Lhr hörte aus tausend unV abertausend Mündern, nein, aus verzerrten, zähnefletschenden Mäulern, dre ein viehisches Wesen bekamen, dis rohesten Schmähungen gegen das Deutsche Reich, gegen den Kaiser, ihren Landesherrn, gegen das verbündete Oesterreich. In der City stiegen sie aus, weil der Wagen in dem Gedränge nicht mehr vorwärts kam. Die ganze Gegend brodelte wie ein Hexenkessel. Entsetzliche Vorwürfe gegen die barbaRschen Grausamkeiten der deutschen Heere, die Lotte für unmöglich hielt, schlugen an ihr Ohr. In dem johlenden, wüsten Chaos verstand fle das meiste nicht. Endlich faßte Harry Porten sie unter den Arm und bog ut eine Nebenstraße ein. „Das ist ja unmöglich für Sie, gnädiges Fräulein! .Wir wollen zurückkehren." Sie folgte willenlos. Sie war gebrochen an Leib und Seele, als hätte man sie körperlich mißhandelt. „Weh' dir, daß du eine Deutsche bist in diesem wahnwitzigen Lande!" sagte eine fremde Stimme zu ihr. „Ja, weh' mir!" murmelte sie bitter lachend. Sie hielt sich die nächsten Tage zu Hause. „Man wird Sie schlagen, wenn man Ihre Nationalität erkennt!" warnte Mr. Porten. „Ich kenne diese Gentlemen, meine Landsleute. Sie können häßlich gemein werden, wenn sie die Besinnung verlieren. Und die verlieren sie immer, wenn das Geschäft gestört wird. Man muß sich schämen!" ^ Als sich die gröbsten Stürme der britannischen Leidenschaften etwas gelegt hatten, fuhr Lotte mit Mr. Porten noch einmal nach London. .„Abreisen? — Ein Schiff? — Unmöglich! Sie müssen jetzt aushalten wie alle andern, die^hier vom Kriege überrascht wurden. Jetzt sind Sie meine Gefangene, mein gnädiges Fräulein. In meinen Mauern finden Sie jeden Schutz. Sie kennen unfern Spruch, das Beste, was wir hier aus der Insel haben: Mein Haus — meine Burg!" Schaudernd fuhr Lotte durch die Straßen. _ Air den Buchhandlungen hingen gräßliche Bilder aus, unflätige Karikaturen ihrer Landsleute. Deutsche Soldaten mit roten Nasen, Flaschen mit Bier und Schnaps am Säbelgurt, betrunken zur Front taumelnd, wo ihnen die betrunke- nen Kameraden mit grinsenden Gesichtern zuwinken. Kaiser Wilhelm mit verzerrten, lächerlichen Zügen, auf jeder Schnurrbartspitze ein paar Hochländer, auf dem Kopf einen zerbeulten Napoleonshut, von einer englischen Faust, die eine Shagpfeife umklammert, eingehauen. Der Kronprinz mit verweintem Kindergesicht auf einem Steckenpferd, in der Rechten einen zerrissenen Tennisschläger. Und so ging es die Straßen entlang. Wohin man sah, Hohn und Spott gegen die blutsverwandte Nation auf dem Kontinent. (Fortsetzung folgt.) Enkel der Unsterblichen. Skizze aus der Kriegszeit von G r e t e M a s s e (Hamburg). ' Vom Giebelzimmer des Häuschens, dessen oberstes Stockwerk ste bewohnte, indes in den unteren Räumen Marie Luise, die mm auch schon erne alte Frau und Großmutter geivorden, lebte, konnte ste Hinschauen zu dem Park, in dem die Bäunie rauschten um Käthes Gartenhaus, in dem jeder Weg geweiht war durch die Schritte der Großen von Wewiar, die einst darüber hingewandelt und die nun alle, alle schon so lange die kühle Erde deckte. Vor mehreren Zähren iwch war sie manchesmal an den Usern der »Zlm entlang geschritten, an denen die Weiden sich mit tief Herabhangenden Zwergen hinab zu L>em nur leicht bewegten, kaum merklich zitternden Wasserspiegel neigen. An guten Tagen war sie M ^ai'chlual noch ein Stückchen unter den schattigen breit- ästigen Bäumen der Allee, die zum Schlößchen Belvedere hin- whrt, gewandelt — nun aber verließ sie das Haus nicht mehr. Die Fuße waren alt geworden und schwach. Sie konnten die Gestalt, so zart, gebrechlich iknd schattenhaft sie auch war, Nicht weit mehr tragen, höchstens an den Sonntagen, indes der Krückstock au? ihnen klapperte, die Treppen hinab in di« Stilben, in denen Marie Lüste, die Frau ihres nun schon lang« SKj wÜ? ei1 Lohnes 1)011 Schacht, über mühsame wertvolle Stickereien gebeugt, die Tage verträumt«. Sie hatte nie etwas wissen wollen von der häßlichen nüch- Gegenwart. Immer, immer, auch, als sie noch jung undj iiÄÄ h,ar ' Augen rückwärts gewandt tu die Herr- «rat» X fla T n 6 C1 ^ Ui der Weimars Glanzzeit geivesen. Mit dem , ^ren Tage sich abgespielt in den seichten! Ms^b"en. ttebt es nicht. Unser Jörn Uhl steht dozierend vor einem Kamel. Er ipricht fließend Türkilch und mir, wenn er mal flucht, kommt was Plattdeutsches aus dem Gehege seiner Zähne. Die Umgebung lau,cht seinen Worten. Das Kamel kniet gottergeben und boshaft- hinterlistig da, um seine Last zu empfangen. Man naht mit den klappernden Kästen. Da brummt das Kamel. Erneute Beratung' Denn wenn das Kaniel brummt, ist es böse, und wenn es böse ist. wird es gefährlich. Mer Jörn Uhl läßt nicht aus. Mit Energie wird die Last verstaut. Das Kamel erhebt sich brüllend. Der Inhalt seiner Bürde klappert, wie ein Sack voll Blechgeschirr. Hoppla... das Kamel erschrickt! Es erhebt sein unsagbar lwch- mutiges, dummes Gesicht in den Himmel... es beginnt zu laufen. Neues Geklapper! Heiliger des Himmels... es galoppiert! Der Wärter fliegt auf die Seite ... es rast! Eine Eselsherde fdK'ut vor dem klappernden rasenden Ungetüm. Andere Kamele zeigen ihren Unmut durch Brüllen an. Wenn sie auch zu rasen anfingen! Weltuntergang! Die Leinen der Last reisen, der Inhalt stürzt, nieat, ^oUert, tost umher. Alles schreit, läuft, hält die Tiere. Ern Türke geht auf Jörn Uhl zu und sagt ihm ernst und mit trauriger Mime: „Die Kamele nmnsckien das nicht!" „Na denn Nicht," sagte Jörn Uhl und wandte sich der sinkenden Sonne zu. Vom anatolischen Soldatest. Von der Bedürfnislosigkeit des anatolischen Soldaten macht man sich kaum eine rechte Vorstellung. Er nennt nichts sein eigen> ist zufrieden und glücklich, ivenn er Brot und Suppe, Wasser und ein Zelt hat. Und wenn er weiß, daß man ein Herz für ihn hat, ihm die paar Anforderungen, die er an das Leben stellt, durch eigene Arbeit und Fiirsorge.erfüllt, dann geht er für den. den er auf 'diese Weise lieb gewonnen hat, durchs Feuer. Ein sinnendes Wesen liegt in der 'Natur des Orientalen. Sein Fatalismus sUnnpst ihn gegen die Widerwärtigkeiten des Lebens ab. viel zn sehr sogar, denn er erzeugt Gleichgültigkeit und damit Untätigkeit. Nichts yt ihm lieber als träumende Rulie, die er oft mit beustau- licher Natirrbettachtung verbindet. M>ends, ivenn das Padr yan.rs tschock Pascha, das dreimalige Hurra auf den Sultan beim Appell verklungen ist, oder am Feiertage verlassen Gruppen und Einzelne das Lager und wandeln auf einen Punkt mit weiter Fernsicht. Dort lassen sie sich nieder und schauen stundenlang in die Weite. Eine Zigarette, eine Orange oder ein Stück der beliebten Wassermelone erhöben den Genuß. Wenn die Stimmung sehr fröhlich ist, bilden sie einen Kreis, singen .ihre eintönigen Lieder und klatschen mit den Händen, während zwei von ihnen inmitten des Kreises sich im Tanze drehen. Sehr viele aber lieben die Einsamkeit, sind schweigsam und fast nie fröhlich. Der Alkohol, der in der Mittelklasse und namentlich von den Gebildeten oft übermäßig getrunken wird, ist dein einfachen Mann völlig unbekannt. Ter Kreis des .Lebens dieser Menschen ist so klein, so ohne alle Arabesken und Komplikationen. Und doch habe ich auch bei ihnen keinen Wunschlosen gefunden. Es wäre ein großer Fehler, wollte man den Orientalen im Durchschnitt glücklicher als uns nennen. vermischte». 'Kriegsodyssee zweier amerikanischer Seele »rte. Neber die Irrfahrt, die zwei Amerikaner infolge mannigfaltiger kriegerischer und diplomatischer Verwicklungen zu bestehen hatten, wird in der „Daily Mail* berichtet: Die Velden dieser modernen Odyssee sind der Nadiotelegraphist Matsh und der Stewart Dielmetter, beide ziir Bemannung des norwegischen Dampfers „Seatt'.e" gehörig. Tie Beiden kamen Anfang März in einem nordamerikanischen Hafen an Bdrd und fuhren nach Süd- amertfo. Am 14. März wurde die „Seattle" von den, englischen Kreuzer „Bristol" aufgebracht und nach den Falklandinseln geführt. Während der nachfolgenden vier Monate blieben die Angehörigen der beiden Amerikaner ohne jede Nachricht. Endlich gelangte ein Schreiben des amerikanischen Botschafters in Montevideo nach dein Staatsdevartenient in Washington mit der Mittelung, daß die beiden Seeleiite sich auf den Falklandinseln befänden und ihre Entlassung verlangten. Tie Angelegenheit wurde am 29. Jiili nach London gemeldet, und nach erfolgter Untersuchung teilte das Auswärtige Amt der amerikanischen Regierung mit, daß die fraglichen Amerikaner die Falklandinseln am 19. Juli an Bord des Schiffes „Bangor" verlassen hätten. Natürlich nahm man in Amerika an, die beiden hätten ihrem Wunsche gemäß die Reise in die Hein, at angetreten. Am34.Augnstaber wurde dieamerika- nische Botschaft in London von dem Konsul in Plymouth davon benachrichtigt, daß ein Teil der Bemannung des Dampfers „Seattle" in Plymouth gelandet worden sei. Auf eine Anfrage erwiderte das englische Auswärtige An,t, daß d,e „Seattle" bis znm 14. August in den Gewässern dreichlich schnell ermüdete. Man war jedoch geneigt, diesen Umstand aus ungenügende Fütterung durch den früheren Besitzer znrückzuführen ^ und ließ deshalb dem braunen Hans besonders gute Pflege an- ' gedeihen. Tie wahre Ursache des KrastinankoS aber kam erst Zutage, als Hans einige Wochen hindurch bei t>ei' Arbeit in GotteS freier Natur den, ergiebig strömenden himmlischen Naß ausgesetzt gewesen war. Ta verfärbte sich nänrlich die Mähre allmählich, und eines schöne», Tages trug der „milteljährige" Hans zu aller Ueberraschung an Kops und Hals unverfälschte graue Haare, das sichere Kennzeichen altehrwürdigen GreijenalterS, offen zur Schau« Woraus folgt, daß nicht nur die Sonne, sondern unter Umständen auch der Regen sich daraus versteht, Lug und Trug an den Tag zu bringen. _ / vüchertlsch. — Wiking-Bü cher, Bd. 9: Pau l Grabetn, Das st i l l e Leuchten. (Verlag der Wiking - Bücher, Leipzig.) In Leinen 1 Mk. — Eine in kraftvollen Zügen geschriebene Liebesgeschichte, die unS zunächst in die Berchtesgadener Gegend führt und uns als Helden einen Mann schildert, deffen Lebeickglück draus und dran war, an einer unglücklichen Ehe zugrunde zu gehen, der dann in Gefahr kommt, sich wiederum durch eine AugenblickSltebe blenden zu lassen, schließlich aber an dem stillen Leuchten der Liede eines echter^ treuen Frauencharaklers gesundet und erneut dem LebenSglüch z,»geführt wird. Tie Handlung wird namentlich tm zweiten Teile, wo der Leser in die Reichshauptstadt versetzt wird, auch von Se,te zu Seite fesselnder. Logogriph. Mit F hast du uns oft gesehn, Wenn die Natur will schlafen gehn,» Du findest, trägt sie solche Zier, Der Reinheit Ebenbild in ihr. Du hast uns G an's Haupt gesetzt: Weithin tönt uns're Stimine jetzt. Wir reden laut, doch mancher Tor Leiht unsren, Ruf zu spät sein Ohr. % Nimm „nS das Haupt, dies Wörtlein spricht, Was unser Amt und unsre Pflicht. Doch wird dies Wörtlein grob geschrieben, Wirst du'S an jungen Mädchen lieben. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung der Schach-Ausgabe in voriger Nummer: Weiß. Schwarz. 1) L d 2 - g 5 l)h6 nimmt g 5 2) S d 4 — f 5 2) g 6 — g 4. 3) 13 oder h3 nimmt g4 Schach und Matt. Schristleitung: Äug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitäls-Buch- und Steindruckerei, R. Longe, Gießen