Nr. 225 Der Sießener Anzeiger erschernt täglich, außer Sonntags.— Beilagen: biermal wöchentlich Sleßener Familienblätter; zwernal wöchentl. Kreis⸗ blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech- Anschlüsse: jür die Schritleitung 112 Verlag, Geschäftsstelledl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 8 Die Spannung auf dem Balkan. Neue Erfolge auf dem nordöstlichen Uriegsschauplatz. Dr.) Großes Hauptauartier, 23. Sept. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Begünftigt durch die klare Witterung, herrschte auf der ganzen Front sehr rege Tätigkeit der beiderseitigen Ar⸗ tillerien und der Flieger. 0 Ein anscheinend gegen die Kirchhofsstellung von So u⸗ chez beabsichtigter Angriff kam in unserem Feuer nicht zur Durchführung. g Ein feindliches Flugzeug stürzte in unserem Feuer nördlich von St. Menehould brennend ab; ein anderes mußte nach Luftkampf südöstlich von, Vouziers landen. Die Insassen sind gefangen genommen. Ueber Pont a⸗ Mousson schoß ein deutscher Flieger im Kampf mit Fran⸗ zosen den einen ab. Das Flugzeug stürzte brennend zwi⸗ schen der deutschen und französischen Linie nieder. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Südwestlich von Lennewaden ist der Kampf noch nicht abgeschlossen. Bei unserem Gegenangriff wurden gestern 150 Gefangene gemacht. Auch westlich von Dünaburg ge⸗ lang es, in die russische vorgeschobene Stel⸗ lung einzudringen, 17 Offiziere, 2105 Mann, 3 vier Maschinengewehre fielen in unsere Hand. Gegenangriffe gegen die von uns füdwestlich von Dünaburg genommenen Linien wurden abgewiesen.— Der Widerstand der Russen von nördlich von Oschmjana bis östlich von Subotniki (an der Gawia) ist gebrochen. Unsere Truppen folgen dem weichenden Gegner, der über 1000 Gefangene zurückließ. Der rechte Flügel kämpft nördlich von Nowogrodek. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Weftlich von Walowka wurde die russische Stellung genommen. Dabei wurden drei Offiziere, 380 Mann ge⸗ fangen genommen und zwei Maschinengewehre erbeutet.— Weiter südlich ist die Lage unverändert. deeresgruppe des Generalfeldmarschalls g v. Mackensen. 5 Nordöftlich und östlich von Logischin wird weiter gekämpft. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unveründert. Oberste Heeresleitung. Schwergewicht politischer Macht ruht, dankt Radoslawow dem Deutsch stagten nicht sehr zweifelhaft. Aber bei dem Meinungswechsel zwischen Sofia, Für den Beginn dieser kriegerischen Tätigkeit sind zweifel⸗ ßgebend gewesen, es än⸗ 4 „ N. jährl. Mk. 2. ch 2 Abhole- u. 31 ellen 3 monatl. 65 3 die Post Mk. 2.— viertel ⸗ 5 jährl. ausschl. Bestellg. 3 Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ö ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ 1 . schristleiter: Aug. Goetz. 0 General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdrud und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Freitag, 24. September 1915 a Bezugs pre monatl. 75 Pf durch Verantwortlich für den volitischen Teil und das Jeuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssagl: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. ——— * Dieser Mißerfolg ist wenigstens zum Teil sicher auch das Ver⸗ dienst der diplomatischen Tätigkeit der Zentral⸗ mächte. Man wird ohne Rückhalt anerkennen können, daß in diesem wichtigen Punkte auch der deutsche auswärtige Dienst auf der Höhe seiner Aufgabe gestanden hat, und man wird diese Anerken⸗ dung um so lieber aussprechen, als gerade unser diplomatischer Dienst vorher Gegenstand scharser Kritik und abfälliger Beur⸗ teilung gewesen ist. „Neben dem für den weiteren Verlauf des Weltkrieges so hoch⸗ wichtigen Erfolge der künftigen Wendung der Balkanangelegen⸗ heiten eröffnen sich aus dieser verdienstlichen Tätigkeit unseres auswärtigen Dienstes auch erfreuliche Aussichten für die Zukunft. Unser Volk kann daraus 5 dem großen Werke des künftigen Friedensschlusses die Feder nicht verdirbt, was das Schwert errungen hat. 0 Wir wollen kein Wasser in den Kelch solchen Ver⸗ trauens gießen, möchten vielmehr ebenfalls meinen, daß unser Auswärtiges Amt am Webstuhl der Zeit in den letzten Monaten keine Fehler gemacht hat. Glück und Er⸗ folg haben ihm zur Seite 9 die aber abgeleitet werden müssen von dem unsere Aussichten von vornherein ünstig beeinflussenden Bruch im Balkanbund. Außerdem teht es wohl fest, daß doch wohl unser Hindenburg in noch engeren Beziehungen zu dem jetzt erreichten diplo⸗ matischen Erfolge steht, als die Herren in der Wilhelm⸗ straße. Immerhin darf mit der Anerkennung nicht zurück⸗ gehalten werden, daß unsere amtliche auswärtige Politik neben der eisernen Faust unserer Heere eine würdige und kraftvolle Rolle gespielt hat. Wir wollen hoffen, daß die ftsziele des Deutschen Reiches in geschickten, von ent⸗ schlossenem Geiste geführten Händen liegt! Die neuesten Ereignisse auf den Schlachtfeldern bedeuten wiederum Fortschritte, abgesehen vielleicht von einer— österreichisch-ungarische Heeresbericht meldet, daß„die bisher östlich Luck befindlichen Abteilungen in die Stellungen am Westufer des Styr zurückgenommen“ wurden. Und in dem Bericht eines Mitarbeiters der„Frankf. Ztg.“ aus dem k. k. Pressequartier steht der Satz:„Unsere in Luck stehenden Truppen wurden in die vorbereiteten Stellungen zurück⸗ genommen Zweifellos aber werden die nötigen Verstär⸗ kungen diesen Augenblickserfolg der Russen wieder zunichte machen. Die ganze Front im Osten ist nach dem gestrigen Berichte der deutschen Heeresleitung wieder im glücklichen Fortschreiten geblieben. Besonders bei Dünaburg wurden ansehnliche. erreicht. Ueber den bei Oschmjan a (südlich von Wilna) gebrochenen Widerstand der Russen genügt die kurze amtliche Notiz noch nicht, um über die Bedeutung dieses Ereignisses sich ein rechtes Bild machen zu können. 1 e 2* 5 0 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 23. September 1915. Russischer Kriegsschauplatz. An der Front in Ostgalizien verlief der Tag im allgemeinen ruhig. Es fanden nur Kämpfe vorgeschobener g Abteilungen statt. An der Ikwa und am Styr kam es an mehreren Stellen zu heftigeren Kämpfen. So wurden südöstlich von Nowo⸗Poczajew zwei russische Angriffe blutig zurück- geschlagen. Ein feindliches Infanterieregiment, das nachts nahe der Ikwamündung über den Styr vorgedrungen war, mußte nach einem von unseren Truppen durchgeführten 8 unter großen Verlusten auf das Ostufer zurück⸗ gehen. Unsere bisher östlich Luck befindlichen Abteilungen wurden in die Stellungen am Westufer des Styr zurück⸗ genommen. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Tiroler Grenzraum fanden mehrere kleinere Kämpfe statt. Angriffe schwächerer italienischer Abteilungen im Tonalegebiet, dann nördlich und östlich von Condino, wurden abgewiesen. Die Hochflächen von Bilgereuth und Lafraun stehen wieder unter dem Feuer der feindlichen schweren Artillerie. f Unsere tapfere Besatzung von Monte Coston, die diesen weit vor unseren Linien gelegenen Grenzberg Monate lang gegen einen der Zahl nach bedeutend überlegenen Geg⸗ ner behauptet hatte, räumte heute zeitig früh ihre nun von mehr als zehnfacherlebermacht angegriffene und fast umschlossene Stellung. a Die Artilleriekämpfe im Dolomitengebiete dauern mit großer Heftigkeit fort. An der Kärntner Front versuchte gestern abend eine Alpiniabteilung am Monte Peralba durchzubrechen; sie wurde mit Verlusten heruntergeworfen. 1 g An der küstenländischen Front beschränkt sich die Tätigkeit unserer Truppen auf Geschützfeuer und einige erfolgreiche Unternehmungen des Stellungskrieges. Heute läuft der vierte Monat des Krieges gegen Italien ab. Der Feind raffte sich in diesem Monat zu keiner Kampfhandlung großen Stils auf, sondern führte nur gegen fest. U einzelne Abschnitte Angriffe mit Kräften bis zur Stärke 8 Vertrauen schöpfen, daß auch bei. bestellungen durch England und die Gewährung von 200 000 Mil⸗ Gleichzeitig gingen von Sofia mehrere Offiziere, die sich in Frankreich auf Urlaub dortigen Operationen zu verfolgen mehrerer Infanteriedivisionen. Alles vergebens, unsere Front steht fester denn je. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der russische Bericht. „ Petersburg, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Nordwest⸗ lich von Friedrichsstadt machten wir bei der Besetzung des Dorfes Strygg in der Gegend Birsgahn Gefangene und erbeuteten zahlreiche Waffen. Die hartnäckigen Kämpfe westlich von Düna⸗ burg, die an vielen Stellen sogar zu Bajonettkämpfen führten, dauern noch an, auf einigen Abschnitten entwickelt die fseind⸗ liche Artillerie ein heftiges Feuer. Bei einem Angriff unsere⸗ Truppen gegen das Dorf Lebedowo(westlich von Molo detschno wurden die Deutschen durch einen 5 angriff zurückgeworfen. Wir besetzten das Dorf wo und nahmen zehn Maschinengewehre, ein Geschütz und Geschosse, sowie Gefangene, Nach hartnäckigem Widerstande wurde Nrrch Bdjonett⸗ angrif! auch das Städtchen Smorgon genommen, aus welchem die Deutschen in Unordnung gegen die Uebergänge zurückflohen; wir machten dabei vier Offiziere und 350 Mann zu Gefangenen, erbeuteten neun Maschinengewehre, 40 äder, Pferde und eine Fernsprecheinrichtung. Oestlich von Lida wurde in einem Kampf in der Gegend des Bahnhofs von Gawia der Gegner, der den gleichnamigen Fluß überschritt, auf das rechte Ufer zu⸗ rückgeworfen. In der Gegend östlich des Ogynskykanals wurde der Feind aus dem Dorf Betschki und aus der Gegend des Dorfes Lyscha zurückgedrängt. Wir machten Gefangene und nahmen einige Maschinengewehre. Südlich des Pripjet und uf ganzen übrigen 7 nichts Wesentliches. chwarzen Meere bei dem Bosporus hatten unsere Torpedoboote einen Geschützkampf mit dem Kreuzer„G5 Die Streitbewegung unter den russischen Munitionsarbeitern. 33 23. Sept.(WTB. Nichtantlich.) Eine Be⸗ kanntmachung des Kommandanten des P. rger Militärbezirks vom 15. September stellt fest, daß wiederum Streikbewe⸗ gungen unter den Munitionsarbeitern ausgebrochen sind, daß die Arbeiter sogar auf den Straßen Demonstrations⸗Ver⸗ sammlungen abgehalten hätten und über Fragen verhandelten, die die Arbeiter gar nichts angingen. Dadurch erleide die Armee einen Ausfall an Munition. General Rußki habe dies bereits als Vaterlandsverrat bezeichnet, was der Kommandeur unterstrei⸗ chen müsse. Wenn auch schmerzliche Geschehnisse vorlägen, so sei doch kein Anlaß, gleichzeitig einen Aufruhr im Innern zu stiften. Der Kommandeur rät den Arbeitern an, zu arbeiten und nicht über ihren Wirkungskreis hinauszugehen. 7 Petersburg, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Eine Erklä⸗ rung des Kriegsministeriums besagt, daß nur diejenigen Personen zur Munitionsfabrikation freigegeben seien, die in der Reserve oder im Landsturm stä n, Offizierschargen und in der Front Stehende dagegen überhaupt nicht. 2 Aus der russischen Duma. Block insame Beschlüss hätte. Der W e e Keren 2115 bleiben. Rußlands Forderungen an seine Bundesgenossen. Berlin, 24. Sept. Die russische Regierung teilte, wie ver⸗ schiedene Morgenblätter erfahren, dem Vorsitzenden des Heeres⸗ und Munitionsausschusses der vertagten Duma mit, daß die Re⸗ gierung auf die Beratungen des Ausschusses vorläufig verzichte Die Forderungen des russischen Finanzministers Bark in Lon⸗ don sollen einem Ultimatum an die Bundesgenossen Rußlands gleichkommen. Bark fordert die Bezahlung der russi⸗ schen Staatszinsen, ferner die Bezahlung aller russischen Kriegs⸗ lionen Franken bares Geld zur Fortsetzung des Krieges. *** Die bulgarische Mobilmachung. Mailand, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Der Lon⸗ doner Korrespondent des„Secolo“ drahtet: Aus Athen eingetroffene Telegramme enthalten Einzelheiten über die bulgarische Mobilmachung. Danach war der Warenverkehr am Samstag nacht auf dem bulgarischen Eisenbahnnetz ein⸗ gestellt. Sonntag abend unterzeichnete König Ferdi nand den Erlaß der Mobilmachung von fünf Divisionen. Reiterregimenter Alle bulgarischen befanden. um die zurüdkberufen. nach einem geheimen Bestimmungsoct ab. 1 N 8 * e In Athen rief die Nachricht der Mobilmachung tiefen Ein⸗ druck hervor. 3 5 Athen, 23. Sept 2 5 19 7 * 3 7 . Aegypten ausgewiesenen und auf der Durchreise * 5 * 9 1 Maßnahmen treffen, die Stirne z Mailand, 23. Sept.(WTB Pichtamtlich.) In Kreisen. die bulgarischen Diplomaten nahestehen, spricht man da⸗ von, daß die bulgarische Mobilmachung die sofortige Besetzung Mazedoniens bis Monast ir bezwecke und das deutsch⸗österreichisch⸗ungarische Vorgehen gegen Serbien in enger Verbindung mit der bulgarischen Mobil⸗ machung stehe. Ministerpräsident Radoslawop sei ent⸗ schlossen, ohne Aufschub zu handeln. Er habe sogar den Vorschlag einer vorübergehenden Besetzung der abzutreten⸗ den Gebiete durch die Vierverbandsmächte abgelehnt. Berlin, 24. Sept. Nach einer Sofioter Depesche der „Köln. Ztg.“ sei in Voraussicht der nahen Entscheidung auf dem Balkan und des Eintritts Bulgariens in den Kampf um eine große Zukunft, die Stimmung des Volkes ernst und zurückhaltend. Der bulgarische Dichter Wasow, welcher der russenfreundlichen Partei an⸗ gehört, ruft Bulgarien zur Eintracht und zur Unterstützung der Regierung auf. Eine Erklärung der griechischen Regierung. (WTB. Nicktamtlich.) Die„Agence d'Athenes“ veröffentlicht folgendes Tommuniqus: Die Regierung verfolgt mit Ruhe die Entwicklung der Ereig⸗ 18 und wird die durch die Umstände gebotenen um jeder Eventualität u bieten.— Zwischen dem König, Veni⸗ zelos und dem Generalstab herrscht vollste Uebereinstim— mung. Der französische Ruf nach Erfolgen an den Dardanellen. Paris, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die ganze Presse der Linken erörtert die Frage, warum Sarrail noch in Paris sei, oder was seine Ernennung zum Oberbefehlshaber der Orientarmee bedeuten solle, wenn sie noch garnicht kriegs⸗ bereit oder vielleicht noch nicht einmal gebildet sei. Große Truppen⸗ massen für den Orient seien aber nötig, schon, um der Diplomatie des Vierverbandes bei den Balkanstaaten größeres Gewicht zu geben. Die„Humanité“ ist erstaunt über das Zögern der Alliierten in dieser Beziehung. Es bestehe die Gefahr, daß die Deut⸗ schen schneller nach Konstantinopel kämen, als die Alliierten. In der von der Zensur so lange unterdrückten Frage Sarrail müßte die Regierung jetzt Aufklärung geben. Hervé ver⸗ langt in der„Guerre Sociale“, der Vierverband müsse von den Balkanstaaten eine schnelle Entscheidung fordern, aber auch der Türkei gegenüber kräftig auftreten, mit der man nur auf zwei Arten fertig werden könne: entweder mit einer Viertelmillion neuer Truppen unter Sarrail, oder durch das Angebot eines ehrenvollen Friedens. i Berlin, 24. Sept. Laut„Berliner Tageblatt“ schreibt der Konstantinopeler„Tanin“ an leitender S. elle: In der auslän- dischen Presse ist öfters behauptet worden, de Zweck der serbi⸗ schen Invasion wäre der Einmarsch deutscher und öster— reichisch⸗ungarischer Truppen in Stambul zur Verteidigung der Meerengen. Das ist falsch. Wie wir sie lange mit größtem Er⸗ folge allein verteidigten, werden wir sie weiter noch lange allein verteidigen. 8 Aus Aegypten. Berlin, 24. Sept. Der„Deutschen Tageszeitung“ zufolge wird in Schweizer Blättern gesagt, daß die aus nach Dieutschland in Chiasso angekommenen deutschen Frauen von 1 einer starken Gärung unter der Eingeborenen⸗ bevölkerung Kairsos berichten. Die Sympathien für 2 an der Tagesordnung. Die Verluste dieser Truppen an den 751 5 5 8 * 47 . 7 1 4 Seite g 1 8 72 47 3 8 glorreichen Tage * 8 über Rohe hinaus vordrang, mit und al die Mittelmächte träten ganz offen zutage. Unter den australischen Truppen seien Ausschreitungen Dardanellen müßten ganz ungeheuer groß sein. Die in Lazarette umgewandelten Hotels seien alle überfüllt. Die Zensur würde in Aegypten mit drakonischer Strenge ge⸗ * 9 * Der Gedenktag des Sieges bei Noyon. Berlin, 24. Sept. Zum Gedenktage an den Sieg bei Noyon hat der Kommandierende General v. Boehn, verschiedenen Morgenblättern zufolge, einen Aufruf an seine erlassen, in dem es heißt: a Soldaten des 9. Reserve⸗Korps! Ein Jahr ist vergangen seit jenen denkwürdigen Tagen, an denen es uns vergönnt war, auf dem rechten Flügel des deutschen Heeres in den Kampf zu treten und dem weiteren Vordringen des französischen Heeres Halt zu ge⸗ bieten In tagelangem schweren Ringen gelang es dem mit unver⸗ e Tapferkeit kämpfenden Armeekorps, eine mehr als oppelte Ueber macht zurückzuwerfen. Das ist eine Leistung, die den a 5 in der Kriegsgeschichte verzeichneten Taten an die estellt werden kann, und stolz denke ich mit Euch an jene zurück. Und wie dann das Armee⸗Korps weiter f dran 8 das gewon⸗ nene Gelände behauptend, so weiß ich, daß Ihr tapfer ausharren werdet, so lange, bis unser erhabener Kriegsherr den Angriff be⸗ fiehlt. Dann aber soll es heißen: Vorwärts mit Gott für Kaiser und Vaterland! und unsere Feinde sollen die alten Sieger von Carlepont, Ribecourt und Bancourt wiedererkennen. Die Stiftung einer Kriegsmedaille in Frankreich. Paris, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Kriegsmini⸗ ster Millerand brachte heute in der Kammer einen Ge⸗ setzesantrag betr. die Stiftung einer Kriegs⸗ medaille ein. Die Medaille soll während des Krieges Angehörigen des Landheeres und der Marine verliehen werden, welche infolge Verwundung oder Krankheit, soweit diese im militärischen Dienst entstanden sind, zurückgestellt, oder vom weiteren Dienst befreit worden sind. Nach dem Kriege soll die Medaille allen Militärpersonen, welche am Kriege teilgenommen haben, verliehen werden. Die Be⸗ dingungen der Verleihung der Medaille werden durch einen Erlaß geregelt werden. Die englische Anleihe in Amerika. Manchester, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der „Manchester Guardian“ behandelt in einem Leitartikel die a 3 Anleihe in Amerika sehr skeptisch. Wenn Zinsfuß 4½ Prozent übersteige, könnten die Deutschen sagen, daß wir Geld zu ungünstigeren Bedingungen auf⸗ nehmen als sie selbst. Ferner würden die Staatsanleihen le anderen Wertpapiere entwertet. Das Blatt be⸗ merkt, daß die Preise für Lebensbedürfnisse in England derartig gestiegen seien, daß für die Arbeiter das Pfund Sterling 30 Prozent an Kaufkraft eingebüßt habe. Der Artikel empfiehlt, anstatt eine Anleihe aufzunehmen, ameri⸗ kanische Wertpapiere zu verkaufen und Gold auszuführen, und schließt, jedenfalls müsse das Parlament befragt werden, ehe ein Finanzgeschäft abgeschlossen würde, das ernstester Rechtfertigung bedürfe. „ 5 Die deutsch⸗ameritanischen Beziehungen. New Pork, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Durch Funkspruch von dem Privatkorrespondenten des WTB. Die Presse hat die Erörterung der deutsch⸗amerikanischen Be⸗ ziehungen vorläufig eingestellt, da die vertraulichen Besprechungen über die Tauchbootfrage nunmehr im Gange sind. 1 Aus Deutsch⸗Ostafrika. London, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Wie das Reutersche Bureau erfährt, zeigen die Deutschen in Ost⸗ afrika. an der Grenze von Rhodesia erneute Tätigkeit. Der Feind konzentrierte sich am 4. September an einem Punkte des deutschen Gebietes 18 Meilen nördlich von Saisa und kämpfte am 6. September mit den Belgiern andert⸗ halb Meilen von Saisa. Einzelheiten fehlen. *** *„ Aus dem englischen Unterhaus. London, 23. Sept.(WV. Nichtamtlich.) Handelsminister Runciman führte in Beantwortung einer Anfrage aus, die Zahl der Frauen die in das Kriegsdienstregister eingeschrieben seien, betrage 110 000, abzüglich der unbrauchbaren 59 214, Von diesen würden 5511 beschäftigt. Außerdem seien etwa 145 000 Frauen angestellt. 5 0 Grey antwortete auf eine Anfrage, die Bestimmungen des Berliner Vertrages von 1885 seien ebenso rechtskräftig, wie vor dem Kriege. Er sehe aber keine Aussicht, jetzt das not⸗ wendige Einverständnis zwischen den Kriegführenden zu sichern, um die Neutralitätsklausel des Vertrages anzuwenden.— Bonar La w beantwortete eine Frage dahin, die Gouverneure der Golb⸗ küste und von Dahomey hätten im September 1914 ein vor⸗ läufiges Abkommen abgeschlossen, nach dem die Verwaltung des Togolandes zwischen beide Gouvernements geteilt werde. Das an die Goldküste grenzende Gebiet samt den Eisenbahnen und Werften werde von den Beamten der Goldküste verwaltet; mili⸗ tärische Beamte in Lome befehligten die Okkupationstruppen. Für die Steuererhebung seien Vorbereitungen getroffen. Bonar Lam sagte ferner, ex habe keine besonderen Informationen über die Verwaltung der Stagtländereien. In die Privatländereien fän⸗ den keinerlei Eingriffe statt. Ueber die französische Verwaltung wisse er nichts.. 8 Asquith lehnte es ab, Mitteilungen über die Kabinetts⸗ kommission in Sachen der Rekrutierung oder über die Heeresstärke zu machen, Parlamentsuntersekretär Tennant sagte auf die Behauptung, daß die Zahl der Mörser für die Lauf⸗ gräben an den Dardanellen nicht ausreiche, es würden mehr hinausgeschickt, sobald sie samt Munition fertig seien. John Simon sagte: Die Mitteilungen über die Explosion der rus⸗ sischen Fabrik in Ochta wurden von der Northcliffe⸗Presse ohne 1 der Zensur veröffentlicht. Ein Strafverfahren ist ein⸗ geleitet. 5. 5 Chamberlain antwortete auf eine Anfrage, seit der Wiedereinnahme von Sheitkotman hätten bei Aden keine mili⸗ tärischen Operationen stattgefunden, über die Kämpfe in Ka⸗ merun lägen seit den Mitteilungen vom 15. Juni, 17. Juli, 18. August und 2. September keine Nachrichten vor. Die Regen⸗ zeit verhindere das Vorgehen im Dualagebiet. In Ostafrika Noe sich die militärische Lage nicht geändert. 13 den letzten zwei Monaten hätten dort außer einem Vorpostengefechte keine Kämpfe stattgefunden. Im Nyassaland sei die 1 unverändert. An der Grenze von Rhodesia sei es zu Vorpostengefechten ge⸗ kommen. Die Deutschen hätten Ende August die Station Saisi umzingelt, die jedoch entsetzt worden sei. C amberlain sagte ferner: Truppen der persischen Beludschis fielen Ende Juni in der Richtung Kampur in Britisch⸗Beludschistan ein, wurden aber mit schweren Verlusten zurückgetrieben. Seitdem hat kein anderer Einfall stattgefunden. 3 Mac enna sagte: Die Budgetrede Lloyd Georges 715 vor 4½ Monaten die Jahresausgabe für die Flotte auf 146, für das Heer auf 609. die Vorschüsse an das Ausland auf 200 Millionen Pfund. Die Kosten belaufen sich jetzt für die Flotte auf 190, für das Heer auf 715, für Vorschüsse an das Ausland auf 423 Millionen Pfund Sterling. Nach bester Schätzung be⸗ lief sich der Betrag der t ä ee des letzten Etatsjahres bis zum 31. März auf 4 450900 Pfund Sterling, 55 100 letzten Wochen vielleicht auf über fünf Millionen Pfund Sterling. 8 5 der Seekrieg. Kristiansand, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der schwedische Dampfer„Forsvit“ aus Kristinehamm, mit Kohlen. aus Hull nach Stockholm unterwegs, wurde am 10. September durch eine Mine oder ein Torpedo in den Grund gebohrt; die Mannschaft ist in Kristiansand gelandet worden. London, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der englische Dampfer„Groningen“ ist in die Luft geflogen. Ein Mann von der Besatzung wird vermißt; der Rest, darunter mehrere Verwundete, wurde gerettet. Paris, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter mel⸗ den aus London, daß ein französischer Dampfer mit Nachschub auf der Höhe der Südküste Kretas von einem feindlichen — versenkt worden sei. Die Besatzung sei gerettet worden. ——ͤ ů ͤ—————ß—ç—ç——— j—ß—jßç—ß—j—̃ j—— Aus dem Reiche. Eine Bundesratsverordnung gegen übermäßige 5 Preissteigerung. Berlin, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bundes⸗ rat beschloß in seiner heutigen Sitzung eine Verordnung zur Fernhaltung uverlässiger Personen vom Handel und eine Er⸗ gänzung der bestehenden Vorschriften über Höchstpreise gegen übermäßige Preissteigerungen usw. darstellend. Nach der neuen Verordnung haben die Behörden unzuverlässigen Per⸗ sonen den Betrieb des Handels mit Gegenständen des täglichen Bedarfs und des Kriegsbedarfs zu untersagen. Der Reichskanzler und die Landeszentralbehörden können ferner den Beginn eines derartigen Handelsbetriebs von ihrer Erlaubnis abhängig machen. Bei Feststelung von Tatsachen, die Unzuverlässigkeit dartun, sind Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften über Höchstpreise gegen übermäßige Preissteigerung usw. besonders zu berücksichtigen. Die Wirksamkeit der genannten Vorschriften wird ferner dadurch erheblich gesteigert, daß bei Zuwiderhandlungen gegen die Ver⸗ ordnung gegen übermäßige Preissteigerung und gegen einzelne Bestimmungen des Höchstpreisgesetzes nunmehr neben Gefängnis auch schwere Strafen, wie Aberkennung der bürgerlichen Ehren⸗ rechte, zugelassen sind. Auch kann bei den erwähnten Zuwider⸗ handlungen gegen das Höchstpreisgesetz die Verurteilung auf Kosten des Schuldigen der Oeffentlichkeit bekanntgemacht werden, wie dies in der Verordnung gegen übermäßige reissteigerung bereits vorgesehen ist. 5 Der Fliegerangriff auf Stuttgart. Berlin, 24. Sept. Angesichts der Behauptung der fran⸗ zösischen Kriegsberichte, daß der Königs palast und Bahn⸗ hof in Stuttgart bei dem vorgestrigen Fliegerangriffss mit Bomben belegt worden seien, wird in einer Stuttgarter Mel⸗ dung des„Berliner Lokalanzeigers“ festgestellt, daß keines dieser Gebäude Beschädigungen erlitten hat. Ein Amerikaner über die deutsche Kriegsanleihe. Hannover, 23. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Der frühere langjährige amerikanische Konsul in Hannover, J. e der jetzt als Privatmann in Haag lebt, zeichnete bei einer hiesigen Großbank 500000 Mark auf die dritte deutsche Kriegsanleihe. 8 interessiert Sie vielleicht, zu erfahren, wie * einem Begleitschreiben für die Zeichnung heißt es unter anderem: ich als Ausländer und früherer amertilanischer eglerungsbramter, dessen besog Pil es war, den Fier und. allgemeinen Status ihres Landes zu studieren, dazu komme, auf ihre Anleihe zu zeichnen. Ich berechnete die deutsche Kriegsschuld etwa so: Bei Beginn der Feindseligkeiten hatte Deutschland eine Nationalschuld von ewa illiarden, seitdem wuchs diese Schuld um den Betrag der ersten und zweiten Kriegsanleihe, also um 13½ Milliarden, hierzu kommt die jetzige dritte Kriegsanleihe, also etwa 10 Milliarden. Wenn nun eine eventuelle vierte Anleihe noch 10 Milliarden ergibt und dann noch einmal 7 Milliarden hinzukommen, wird Deutschland, soweit seine auf den Kopf der völkerung berech⸗ ld in Frage kommt, gerade so stehen, wie Frank⸗ reich vor dem Kriegsbeginn stand und eine fünfprozentige fsranzö⸗ sische Reichsobligation vor dem Kriege war wenigstens 110 wert. Der frühere englische Generalkonsul in Frankfürt, Qppenßeim, der als der tüchtigste englische Konsulatsbeamte in Deutschland alt, wies in einem vor kurzem geschriebenen Berichte nach, aß Deulschlands Nat ona wohl and innerhub 15 Jahren vor 1910 um 59 Prozent zugenommen hat, und Oppenheim, Dasson und nete Nationals Elzbacher nehmen an oder stellen vielmehr eine direkte Behaup⸗ tung in ihren Studien des modernen Deutschlands auf, daß es bezüglich des Nationalwohlstandes und der Nationalhilfsquellen nicht nur Frankreich, sondern sogar England überholte und über⸗ traf. Jedenfalls betrug vor dem Kriegsbeginn die auf den Kopf der Bevölkerung berechnete Zinslast der deutschen Staatsschuld im Verhältnis zu Frankreich eins zu sechs, im Verhältnis zu England stellte sie sich wie eins zu drei. Dies Verhältnis bleibt bestehen Mir scheint deshalb die dritte Kriegsanleihe des Deutschen Reiches zu 9 vom Hundert eine der besten dauernden Anlagen der Welt zu sein. a 8 ebenhausen, tiefste e r⸗ der Verletzten keine zu schweren. Möge meine teure Residenz⸗ und Vaterstadt gnädig vor weiterem Unheil bewahrt bleiben. Wilhelm.“ Nirche und Schule. Berlin, 24. Sept. Um den weiteren, während der Kriegs zeit unnötigen Ausgaben möglichst zu ents„hat der Kultus⸗ minister angeordnet, daß neue Schulbücher und Lehr⸗ mittel, deren Gebrauch nicht unbedingt notwendig, nicht an⸗ geschafft werden sollen. N ö Dekanatsmissionsfest. Vielleicht ee jetzt ist keine Zeit, Feste zu feiern. Und wirklich, für solche, wo dem Sinnengenuß Augenweide geboten wird, ist unsere 5 ewiß zu ernst. r um sich auf die wichtigsten und größten Aufgaben zu besinnen, um sich Rechenschaft zu geben, was in der Zukunft gerade von unserem Volke an weltweiten Aufgabe gefordert wird, dazu dürfte gerade die jetzige Zeit mit ihrer stilen Einkehr und Prüfung sehr geeignet sein. Es wird nach dem Weltkriege ein größeres tschland geben, so hoffen wir. Es werden auch unsere Kolonien, die heimtückische Beutegier nicht wird behalten können, neue Aufgaben in der Welt gestellt werden und die„Barbaren“ werden zeigen müssen, daß sie die gewaltigen sittlichen Kräfte, die sie zum Staunen der Menschheit offenbart haben, auch den ihnen anvertrauten Völkern selstlos mitzuteilen bereit und fähig sind. Davon soll auf dem Dekanatsmis⸗ sionsfeste in Wieseck am Sonntag geredet werden, auf dessen Veranstaltung auch hier aufmerksam gemacht sei. Näheres teilt die Anzeige mit. a 1 Aus Stadt und cand. Gießen, 24. September 1915. Die dritte Kriegsanleihe. 5 Das Zeichnungsergebnis der dritten Kriegsanleihe be⸗ trägt in Gießen 25 524800 Mk. Bei der en Anleihe wurden 18 885000 Mk. und bei der ersten 6 848 500 Mk. gezeichnet. Die Zeichnungssumme hat 29 genüber der 2 19 Anleihe also 6 vervierfacht. Diese 55 N absolut genommen schon einen großen Erfolg dar. Das Bild wird aber für Gießen noch viel günstiger, wenn man die Zeichnungssummen mit dem Gesamtsteuerauf⸗ kommen vergleicht. Es dürfte sich, wie es auch bei der zweiten Anleihe der Fall war, bei der dritten wieder er⸗ weisen, daß Gießen in dieser Beziehung an der Spitze der größeren hessischen Städte steht.— Das Zeich⸗ nungsergebnis beim Bankhause Grünewald, das wir 1 8 noch nicht mitteilen konnten, beträgt 940 000 gegen 550 000 Mark... a Weitere Zeichnungsergebnisse: Dritte Anleihe Zweite Anleihe Millionen Mark 3 Darmstadt 59 50 Mainz 46,79 35, 5 Offenbach 28,4 19 Worms 22,1 16,1 Bingen 3,5 8 Marburg 13,5 9,5 Frankfurt 45⁵ 328 Wiesbaden 95 60 Limburg 11,5 8 985 Aschaffenburg 9,4 5,9— Hanau 19,8 12,6 Kassel 102 77,6 5 Diez a. d. Lahn 2,185 1,75 Homburg v. d. H. 5,6 7 Julda 22,13 8,3 * Kriegsfuttermittel⸗ In normalen Allein deuts hlen stellen 72 1 8 Entfernung von 50—60 Zentimeter auslegt. Jedes Jahr tann man — Schnitt vornehmen. Die Pflanze ist sehr anspruchslos und ge⸗ deiht ganz gut im Schatten unter Obstbäumen. Sie dauert 10—15 Jahre aus. Die grünen Blätter bilden ein ausgezeichnetes Wei⸗ tungsfutter für Schweine, sind aber auch für das übrige Vieh ein 1 N Grünfutter. Für Schweine kocht man sie am besten; für das ieh gibt man sie 19 und gehäckselt. 2. Das Schilfroahr. Große Mengen dieser Pflanze wach⸗ sen in den Teichen bei Trais⸗Horloff. Jetzt im September ist die beste Zeit der Ernte. Mit Sichel oder Sense wird das Rohr unter Wasser abgeschnitten, mit Stroh gemischt auf der Häckselmaschine geschnitten und verfüttert. In den Masuren und in den Ostseepro⸗ vinzen Rußlands werden die Pferde vielfach nur mit Rohr gefüt⸗ tert und bekommen in dieser Zeit keinen Hafer. Man kann aber auch das kurzgehäckselte Rohr trocknen; es ist im Osten teurer be⸗ zahlt als Heu und wird nur an Pferde verfüttert. Junges grünes Rohr giht man den Kühen ungehäckselt. 3. Die Wasserpest. Aus der Horloff beispielsweise wer⸗ den gewaltige Haufen diefer Pflanzen herausgeholt, die dann am Ufer verfaulen. Diese Pflanze gereinigt ist grün und gedörrt ein vorzügliches Futtermittel. 5 „. Die Brennessel. Brennesseln sind in jugendlichem Zustande in gehäckselter oder fein gehackter Form ein vortreffliches Beifutter für fast alle landmirtschaftlichen Nutztiere. Auch ge⸗ trocknet ist diese Pflanze zu verwenden. Für Geflügel mischt man sie mit frisch gekochten Kartoffeln. 5. Das Kartoffelkraut. Dieses besitzt, falls es richtig geerntet und getrocknet wird, einen recht erheblichen Futterwert. ne Aberntung des noch grünen Krautes ist aber nicht ratsam, weil der Knollen⸗(Stärke⸗Ertrag darunter leiden würde. Man schneidet das Kraut mit der Sense ab, sobald die Blätter zu welken begin⸗ nen. Das Kartoffelkraut kann in frischem Zustande verfüttert wer⸗ den, aber es ist dann große Vorsicht nötig; nur ganz geringe Mengen dürfen anfangs mit anderem Grünfutter verabreicht wer⸗ den. Am besten trocknet man es ähnlich dem Klee auf den sog. Kleereitern. Es ist dann gutem Wiesenheu an Nährwert ebenbürtig. 6. Das Baumlaub Die Blätter der Akazie, Linde, Ulme, Roßkastanie, Haselnuß, Esche und Buche bilden im frischen und ge⸗ trockneten Zustande ein sehr wertvolles Futtermittel und sind mittlerem Wiesenheu gleichwertig. Der Gehalt sinkt aber bis zum Herbst bedeutend. 8 8 * Invaliden versicherung und Kriegsteil⸗ nehmer. Kriegsteilnehmer, die infolge Verwundung oder Krankheit dauernd invalide im Sinne der 8 rungsordnung sind, d. h. mindestens 23 ihrer Erwerbs⸗ fähigkeit eingebüßt haben, können, worauf wir wiederholt hinweisen, nach Ablauf von 26 Invalidenrente beanspruchen, wenn sie die vorgeschriebene Wartezeit er⸗ füllt bezw. die Anwartschaft auf Invalidenrente usw. bis zum Eintritt in den Kriegsdienst aufrecht erhalten haben. Auch diejenigen, die nicht dauernd invalide sind, erhalten Rente, wenn sie während 26 ununterbrochen in⸗ valide gewesen sind, für die weitere Dauer der Invalidität Krankenrente). Stirbt ein Kriegsteilnehmer, so er⸗ Iten seine ehelichen Kinder unter 15 Jahren eine Wai⸗ enrente. Die Witwe des verstorbenen Kriegsteilneh⸗ mers erhält, sofern sie invalide ist, eine Witwen⸗ rente. Ist die Witwe selbst gegen Invalidität versichert, so erhält sie ein einmaliges Witwengeld in Höhe der zwölfmonatlichen Witwenrente, während die ehelichen Kinder des Kriegsteilnehmers in derartigen Fällen bei Vollendung des 15. Lebensjahres eine Waisenaus⸗ steuer in Höhe der 8 monatlichen Waisenrente erhalten. Anträge auf In validen⸗, Witwen⸗ und Wai⸗ senrente usw. sind unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen(Quittungskarte, 1 usw.) beim Versicherungsamt zu stellen, evtl. durch Vermittlung der Bürgermeisterei. N ** Verlängerung der Metallabnahmefrist. Das stellv. Generalkommando des 18. Armeekorps veröffent⸗ licht eine neue Bekanntmachung betreffend Beschlagnahme, Meldepflicht und Ablieferung von fertigen, gebrauchten und ungebrauchten Gegenständen aus Kupfer, Messing und Rein⸗ nickel. Diese Bekanntmachung bezieht sich auf die gleichen Haushaltungsgegenstände wie die Bekanntmachung Nr. M. 325/7. 15. K. R. A. vom 31. Juli 1915. Durch die neue Be⸗ kanntmachung wird die Verordnung vom 31. Juli 1915 da⸗ hinerweitert, daß die Frist zur freiwilligen Ablieferung bis zum 16. Oktober 1915 verlängert wird, und daß die Sammelstellen bis dahin zur Aufnahme von frei⸗ willig abgelieferten Gegenständen geöffnet bleiben. Ferner sind in Zusätzen zu der neuen Bekanntmachung die Gegenstände genannt, die an den Sammelstellen zu den bereits in der Bekanntmachung vom 31. Juli 1915 ange⸗ gebenen 3 angenommen werden. Ein weiterer Zusatz ordnet die Meldung der nicht freiwillig abgelieferten Gegenstände in der Zeit vom 17. Oktober bis zum 16. No⸗ vember 1915 an; ein anderer Zusatz bestimmt, daß die der Bekanntmachung unterliegenden. die bis zum 16. Oktober 1915 nicht freiwillig abgeliefert wurden, nach dem 16. November 1915 enteignet werden. Auch über die Ablieferung von anderen Gegenständen, einschließlich Alt⸗ material, an die Sammelstellen und die hierfür von diesen be zahlenden Preise sind Bestimmungen getroffen. Es kann der Bevölkerung nicht dringend ge empfohlen werden, von der Möglichkeit der freiwilligen Ablieferung schnellstens weitgehenden Gebrauch zu machen. Der genaue Wortlaut der Bekanntmachung ist im heutigen Kreisblatt einzusehen.— f Die Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in heuti Nummer zum gleichen Gegenstand, die aus technischen Grün⸗ den nicht mehr zurückbleiben konnte, ist durch diese neuen Bestimmungen überholt. * Wichtig für Kraftfahr zeugbesitzer! Laut Bundes ratsverfügung sind die Direktivbehörden ermächtigt, die Reichs stempelabgabe für Kraftsahrzeuge zurückzuerstatten, wenn das Fahrzeug in den Besitz der Heeres verwaltung überging oder wenn die Benutzung infolge behördlicher Anordnung ein⸗ estellt werden mußte. Inzwischen sind im Einvernehmen mit n zuständigen Amtsstellen auch Antragsformulare mit Anwei⸗ sungen ausgearbeitet worden. Solche Antragsformulare sind kosten⸗ Jos zu erhalten durch die Geschäftsstelle des Gaues 3 b, Marburg, des Allgemeinen Deutschen Automobil⸗Klub, z. H. des Schrift⸗ führers Direktor Lautemann in Marburg, Pilgrimstein 36. Für die im Felde stehende Mitglieder bezw. deren Angehörigen übernimmt der Allgemeine Deutsche Automobil⸗Klub München, Neuturmstraße 51 auch die ganze Korrespondenz mit den Behörden. Diesem letzteren Antrag ist die Steuerkarte sowie der Grund der Außerbetriebsetzung des Kraftwagens beizufügen. Keine übereilten Kartoffelkäufe. Amt⸗ lich wird mitgeteilt: Bedauerlicherweise hat die Befürchtung, daß Kartoffeln für die menschliche Ernährung des Win⸗ ters nicht oder doch nicht zu annehmbaren Preisen der Be⸗ völkerung in großen Städten und Industriebezirken zu⸗ geführt werden könnten, zu einer lebhaften Nachfrage zu einer Zeit geführt, in der die vorwiegend Kartoffeln er⸗ zeugenden Bezirke mit der Ernte kaum begonnen haben. * olgedessen ist vielfach eine Preissteigerung für artoffeln eingetreten, die bei den sehr günstigen Ernteaus⸗ sichten nicht begründet ist. Die Bewegung auf dem Kartoffel⸗ markt wird von seiten der Regierung mit besonderer Auf⸗ merksamkeit verfolgt. Die Regierung verschließt sich nicht der Ueberzeugung, daß der ärmeren Bevölkerung bei der unvermeidlichen Steigerung der Preise für die meisten mitt. ffeln zu vertretbaren Preisen zur Ver⸗ gung gestellt werden müssen. Die hierzu erforderlichen rganisationen sind in Vorberetung; nötigen⸗ falls wird die Regierung die Sicherung des für die ärmere Bevölkerung in Städten und Industriebezirken erforder⸗ lichen Bedarfs durch Zwangsmaßnahmen herbei führen. Im gegenwärtigen Augenblick läßt sich weder im freihändigen Ankauf der noch zu deckende Bedarf an Eßkar⸗ toffeln noch die Wirkung der hervorragenden Ernte auf die Preisbildung genügend übersehen. Es kann deshalb nur dringend davor gewarnt werden, durch übereilte Eindeckung der durch die Verhältnisse nicht begründeten Preistreiberei Vorschub zu leisten. Besondere lebhaft er⸗ hobene Klagen aus dem rheinisch-westfälischen Industrie⸗ bezirk haben die Regierung veranlaßt, zunächst für die Zu⸗ 8 größerer Kartoffelmengen nach diesem Gebiet Sorge zu tragen. Im felde crwarten unsere Angcehorigen den regelmäßigen eingang des heimat⸗ blattes. Um eine Unterbrechung in der Zustellung zu vermeiden, wolle man den feldpost/ Bezug d. Gie ener Anzeigers fur das nãchste bierteljahr(Oktober⸗ov.⸗dez.) schon jetzt erneuern Alle postamter nehmen die Besteulung entgegen. der vierteljahrs. Bezug be⸗ trägt mk. 3.50 einschließlich der Um⸗ schlag⸗bebuhr. Außerdem vermittelt dle Bestellungen wie bisher auch dic Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers * Oelgewinnung aus Sonnenblumen. Der dem Herrn Reichskanzler unterstellte Kriegsausschuß für Oele und Fette schreibt uns: Der durch den Krieg bedingte Ausfall größerer überseeischer Einfuhr macht sich im Ver⸗ kehr mit Fetten und Oelen in Deutschland jetzt besonders fühlbar. Um dem Mangel, se weit es irgend möglich ist, abzu⸗ helfen, ist der Kriegsausschuß für Oele und Fette bemüht, alle einheimischen Erzeugnisse, die Del und Fett enthalten, 3 Oelgewinnung heranzuziehen.— Sehr fettreich sind ie Samen der Sonnenblumen; das daraus onnene Oel ist wohlschmeckend und bisher nur in verhältnismäßig geringen Mengen ausgenutzt. Die Verstreutheit des Mate⸗ rials, und die ierigkeit, größere Mengen einer bestimm⸗ ten Oelmühle zuzuführen, dürfte der Hauptgrund dafür ge⸗ wesen sein. In dieser ernsten Zeit der Hilfsbereitschaft jedes Einzelnen für das Wohl des Ganzen muß aber dieses Hindernis wegfallen, und es müssen Mittel und Wege ge⸗ funden werden, um das so wichtige Material in großen Mengen zu sammeln und zu verwerten. In jeder Stadt unseres terlandes, groß oder klein, in jedem Dorf oder Marktflecken sollen die ölreichen Samen, die sonst un⸗ benutzt bleiben, gesammelt werden. Dank dem Entgegen⸗ kommen des preußischen Eisenbahnministers wird es dem Kriegsausschuß für Oele und Fette in diesem Jahr gelingen, die Sonnenblumen zur Oelgewinnung heranzu⸗ 5 Der Eisenbahnminister dat genehmigt, daß auf allen isenbahnstationen in Preußen, Hessen und Elsaß⸗ Lothringen Sammelstellen Sonnenblumen ein⸗ gerichtet werden. Das kgl. bayrische Staatsministerium für Berkehrsangelegenhei hat sich diesem Vorgehen ange⸗ schlossen. Es ist zu erhoffen, daß auch in den übrigen Bun⸗ desstaaten ähnliche Maßnahmen getroffen werden. Bei dieser Sammlung kann jeder Einzelne helfen. Die gesammelten Sonnenblumensamen können auf jeder Eisenbahnstation en Auszahlung einer Sammelprämie von 40 Pfg. für das ilo abgegeben werden. Für eine 3 Ernte der Sonnenblumensamen sei folgendes bemerkt: Sobald die Samen der ersten Blütenteller der Sonnenblumen kurz vor ihrer vollen Reife stehen, werden die Blütenteller abge⸗ chnitten und es wird auch bei den weiteren ebenso ver⸗ fahren. Auf diese Art entwickeln sich die späteren Blüten besser. Die ersten Blüten bringen die größten Teller und die meisten Samen. Die rechtzeitige Aberntung ist auch des⸗ halb wichtig, weil bei Zuwarten ein Teil der Samen von den Vögeln geholt wird. Die abgeschnittenen Blütenteller sind nicht in Haufen geschüttet aufzubewahren, da sie sonst Gefahr laufen, zu verfaulen, sondern an Schnüre ge⸗ ogen, in luftigem Raum aufzuhängen. Erst wenn der Fruchtkorb trocken wird, ist das Entkernen vorzunehmen. ie Samen sind vor Nässe zu schützen. Zu diesem Zweck ist ein tägliches Durchschaufeln der angesammelten Menge un⸗ erläßlich. Das Aufschichten der Samen zu Haufen ist aus gleichen Gründen zu verwerfen. f 2 ** Eicheln im Haushalt. Eichelkaffee ist ein Ge⸗ tränk, das vor einigen Jahrzehnten sehr geschätzt war und beson⸗ ders gern von schwächlichen und der Kräftigung bedürftigen Per⸗ sonen getrunken wurde. Jetzt scheint es fast ganz in Vergessenheit geraten zu sein. In den teuren Kriegszeiten könnte man es ganz gewiß mit Nutzen wieder einführen. Die geschälten Eicheln schneidet man in kleine Stückchen, röstet sie im Brat⸗ oder Backofen, auch im Kaffeebrenner. Dann kann man sie wie Bohnenkaffee mahlen und aufbrühen. Auch als Zusatz zu Kakao ist die Eichel vor⸗ züglich zu gebrauchen. Sie wirkt darmstärkend, ja sogar heilend bei ruhrartigen Erkrankungen. Zu Eichel⸗Kakao schält man die Eicheln wie sie sind, reibt sie auf dem Reibeisen und setzt sie dem Kakao zu. 2 Landkreis Gießen. 15 ne. Bellexsheim, 23. Sept. Heute traf die Nachricht hier ein, daß der Krieg abermals ein Opfer aus unserem Dorfe gefor⸗ dert hat. Wilhelm Gräf, der erst kürzlich ausrückte, fiel bereits im zweiten Gefecht, das er mitmachte, Sonntag, den 12. September, durch Brustschuß und hat in Rußland seine letzte Ruhestätte gefun⸗ den. Zwei seiner Brüder kämpfen im Westen.— Dem Wachtmeister L. Bettinghausen, bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, wurde die hessische Tapferkeitsmedaille ver⸗ liehen.— Die Obsternte ist hier beendet. Aepfel und Birnen lieferten vorzügliche Erträge, während Zwetschen vieles zu wün⸗ schen übrig ließen. Die geernteten Aepfel und Birnen waren von bester Qualität; Kelteräpfel wurden mit 6 bis 7 Mk., gepftückte Aepfel dagegen mit 10 bis 13 Mk. für den Doppelzentner be⸗ zahlt. Auffallenderweise wird in hiesiger Gegend, in der ein so ausgezeichnetes Kelterobst wächst, der Apfelwein in den Wirt⸗ schaften fast nicht verzapft.— Kartoffeln, deren Ernte auch schon ihren Anfang genommen hat, befriedigen sowohl in Güte wie in Menge; sie übertreffen die gehegten Hoffnungen bei weitem. Kreis Schotten. l. Ula, 23. Sept. Gestern wurden die Aepfel der Ge- meinde Ulfa, am Baume schätzungsweise 1000 Zentner, darunter viel Taselobst, mit einem Gesamterlös von 1400 Mark ver- steigert. Die erste Versteigerung am Montag, die nicht geneh⸗ migt worden war, hatte noch 100 Mt. weniger ergeben. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Aus Rheinhessen, 23. Sevt. Bei guter Witterung gedeihen die Trauben in der besten Weise. Die Aussichten sind günstig geblieben und für die Folge ist lediglich eine längere Dauer des günstigen Wetters erwünscht. Die Ernte der Portugiesertrauben ba im Lause dieser Woche auch in denjenigen Gemarkungen statt⸗ gefunden, in denen sie noch nicht vorgenommen worden war. Ueberall ist man mit dem Ertrage wie auch der Güte der ge⸗ ernteten Trauben durchaus zufrieden. Die ermittelten Mostgewichte hatten eine ansehnliche Höhe. Ein großer Teil der Portugieserernte ist bereits verkaust worden, und dabei wurden Preise angelegt, wie sie seit Jahren nicht mehr bezahlt worden sind. Hessen⸗Nassau. m. Kirchhain, 23. Sept. Am Sonntag fand eine Besichti⸗ gung der Jugendkompagnien des Kreises Kirchhain hier statt. Nach einem gut ausgeführten Schulexerzieren der Wehren von Allendorf und Kirchhain auf dem städtischen Festplatze traten die Kompagnien zu einer Gefechtsübung an. Eine rote Partei hatte eine stark ausgebaute Feldstellung besetzt. Blau hatte die Aufgabe, diese Stellung zu nehmen. Nach einem lebhaften Feuer⸗ gefecht ging es zum Sturm, und die Befestigungswerke wurden ge⸗ nommen. Hierauf versammelte der besichtigende Offtzier, Oberst⸗ leutnant Müller⸗Hempfing⸗Kassel, die Jugendkompagnien, besprach die Uebungen und ermahnte zu weiterer fleißiger Arbeit. „ Frankfurt a. M., 23. Seot. Den vom Rennklub Frank⸗ furt a. M. für den 23. und 24. Oktober geplanten beiden Renn⸗ lagen ist die ministerielle Erlaubnis versagt worden. — Frankfurt a. M., 23. Sept. Am Geburtstage [[Körners wurde heute auf der Körnerwiese ein dem Andenken des Heldendichters gewidmetes Denkmal ein⸗ geweiht. An der Feier nahmen tausende von Schülern und Schülerinnen teil. Die Weiherede hielt Justizrat Dr. Burg⸗ hold, Stadtrat Dr. Ziehen übernahm unter einer An⸗ sprache das Denkmal in den Besitz der Stadt. Schülerchöre, die Körnersche Lieder sangen, gaben der schlichten Feier den Rahmen. Später fand im Schauspielhause eine Kör ner⸗ feier statt, die eine gediegene Auslese Körnerscher Dich⸗ tungen brachte.— Das Denkmal, ein Werk des heimischen Bildhauers Stock und von den Anwohnern der Körner⸗ wiese gestiftet, stellt auf einem architektonisch hübschen Sockel einen Jüngling dar, der die Rechte am Schwertknauf, sitzend dem Gegner entgegenschaut. Das Werk bedeutet zweisellos einen ansehnlichen Gewinn an künstlerischem Gut für die mit guten Denkmälern nicht allzu reich geschmückte Stadt. X. Hanau, 23. Sept. Dte Stadt Hanau hat das im Be⸗ sitze des Staates befindliche, ehemalige kurhessische Re⸗ glerungsgebäude für die Summe von 62 000 Mark an⸗ gekauft, um in diesem Gebäude den reichhaltigen Sammlungen der Wetterauischen Gesellschaft für die gesamte Naturkunde ein dauerndes Heim gewähren zu können. Vermischtes. Der Trompeter von Sidi Brahim 71. In seinem Landhäuschen in der Auvergne ist kürzlich, 94 Jahre alt, ein Mann gestorben, der vor 70 Jahren in aller Munde war: der Trompeter Rolland. Kurz vor Ausbruch des Krieges war zu seinen Ehren in Paris ein Festessen zu 1000 Gedecken veranstaltet worden, bei dem der Präsident der Republik den Vorsitz führte und eine lange Rede hielt. Rolland hatte den algerischen Feldzug unter Marschall Bugeaud mitgemacht und sich im September 1845 bei Ifly beson⸗ ders hervorgetan. Zusammen mit seiner Kompagnie war er beim Marabu von Sidi Brahim von den Arabern gesangen genommen und vor Abdelkader geführt worden, der ihm besahl, das Zeichen zum Rückzug zu blasen, um die Reihen der anmarschierenden 5 Franzosen in Verwirrung zu bringen. Rolland tat aber gerade das Gegenteil und blies statt zum Rückzuge zum Angriff. Die Folge war, daß Bugeauds Truppen mit anßerordentlicher Tapser⸗ keit ins Feuer gingen und jenen Sieg über die Algerier da von; trugen, den Horace Vernet in einem seiner(buchstäblich) größten Gemälde verewigt hat. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 25. Sept. 1915 Wolkig, trocken, milder, nachts wärmer. Letzte Nachrichten. Ueber 12 Milliarden Kriegsanleihe. WTB. Berlin, 24. Sept.(Nichtamtlich) Die Zeich⸗ nungen auf die dritte deutsche Kriegsanleihe haben nach den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen eine Summe von 12,03 Milliarden Mark erbracht. Einzelne kleine Teil⸗ ergebnisse stehen noch aus. a Verlängerung der englischen Front im Westen? 5 Basel, 24. Sept. Die„Basler Nationalzeitung“ erfährt aus ganz zuperlässiger Quelle, daß etwa 20 französische Divisionen dadurch frer wurden, daß die englischen Trun⸗ pen die von ihnen besetzten Positionen bezogen Die englische Front hat an Ausdehnung gewonnen. Ueber die Verwendung der freigewordenen französischen Truppen ist bisher nichts bekannt. Errichtung neuer Munitionsfabriken in der Türkei. Kopenhagen, 24. Sept. Pariser Zeitungen erfahren aus Athen, daß in Konstantinopel unter Leitung deutscher Ingenienre neuerlich drei große Munitionsfabriken seien, in denen viele Tausend Arbeiter beschäftigt seien. Die italienische Kriegshilfe.. Lugano, 24. Sept. Das Zentralkomitee für frei⸗ willige Kriegspflege stellt sest, daß die Zeichnungen 5 lich einschlafen. Deshalb werden auch die 1— nicht mehr täglich, sondern nur zweimal monatlich mitgeteilt werden. zur Zahnpflege g — Ddol Dekanatsmissjonsfest in der Kirche zu Wieseck Sonntag, den 20. September, nachmittags 2 Uhr Prediger: Missionar Gsell, Frankfurt a. M. Berichterstatter: Dekan Gußmann, Kirchberg. Hierzu lädt herzlich ein Der evangelische Kirchenvorstand Wieseck: Bernbeck, Pfarrer. Der Dekanatsausschuß des Dekanates Gießen: Guß mann. b Das Beste Giessen, 23. September 1015. i 0 lieber Sohn, unser guter Bruder ö 8 Wilbelm Bode 2 Gerichtsreferendar Leutnant und Kompagnieführer im 20. Res.-Jäger-Bataillon b im Alter von 22 Jahren. In tiefem Schmerz: Mathilde Bode Ww. und Kinder. Giessen, 22. September 1915. 7588 Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. Todes⸗Anzeige. Gott dem Allmächtigen gefiel es, heute früh 6¼ Uhr unser liebes Lottchen nach nur eintägiger Krankheit im Alter EA Liebigstraße 9 . ˙ eigener Kelterei. „Berlin W8S, 4 Anteilkonto Verlags⸗ Sparmarkenkonto 332.01 Kanonierstraße 2/0, zu erwerbenden Oelsaaten sind be⸗ 17 6 es 17 auftragt worden: von 4¼ Jahren zu sich zu rufen. Kopfwaschen bene. e 1 5 128.60 1. die Zentral⸗Genossenschaft der bess. landwirtschaftlichen Matth. 19, 14. 5 Inventarkonto 8100.— Rabattguthaben⸗„onsumve eine, e.( m. b.§. Darmstadt; 5 75 mit dem neuesten elektrischen Fuhrwerkstonto 3300.—, konto der Mitgl. 37335.— 2. die Gebrüder Altstädter, Weinheim Baden). f Im Namen der betrübten Angehörigen: Trockenapparat Bäck. Inv. Konto 2800.— Lieferantenkonto 2348449 Diese Firmen und deren Beauftragte, die sich au) ;: und Frisieren Mk. Hack Masch Konto 13600.— Dypothekenkonto 129200.— Verlangen aus zuweisen haben sind berechtigt, im Kreise Generalagent H. Reinschmidt. 1. Min.-Inv. onto 1800.— Grundstücks konto 17000.— Giezen die für den gen Kriegsausschuß zu liefernden Damen⸗Frisier-GeschäftMin.⸗Masch.⸗ Konto 3000.— Reingewinn 8740.67] Oelsaaten anaukaufen und zu empfangen. 10 Leihgestern, Gr.⸗Buseck, den 23. Sept. 1915. Die Beerdigung findet Samstag, nachm. 2 Uhr, in Großen⸗Buseck statt. Kaplausgasse 27. SSS. ee Pa. Speisekartoffeln empfieblt zum billigsten Tagespreise 17143 W. Hankel, Neuen Baue? Telephon 612. eee Raupenlteim und Unterlagepapier zum Anlegen von Klebgürtel Hch. Hahn Samen⸗ 5 u handlg, Gießen, Neustadt 8. 7480 Solda ten-russ-· u. Sehwelss-Puder in Streu- büchsen 30 Pf. Adl.-Drog. Selters w. 30. Otto Schaal. 701 Lieferantenkonto 05223 Gießener Fröbel⸗Seminar. 122 25 g 8 den 25., 26, und 27. September, von 11 bis 1 Uhr und von J bis 0 Uhr. 118510 Die Aufnahme der neuen Schülerinnen findet am 11. Oktober siatt. IL. Moeser, Oberlehrerin. Honig- und Geleepulver in erstklassigen Fabrikaten vorrätig. 7565 Kreuz- Drogerie Aug. Noll Bahnhofetrasse 51. Fernsprecher 2082. Verdingung. Für die Provinzial⸗Siechenanstalt Ober⸗ hessen in Gießen soll die Lieferung von ca. 800—900 Ztr. guter Speisekartoffeln vergeben werden. Die näheren Bedingungen liegen auf dem Verwaltungsbureau vom 30. September bis 2. Oktober 1915, von 3 bis 5 Uhr nachmittags offen, woselbst Angebote mit der Aufschrift„Lieferung an Kartoffeln für die Provinzial⸗Siechenanstalt! versehen, bis zum Eröffnungstermin Montag, den 11. Oktober 1915, vorm. 10 uhr, einzureichen sind. 7556 D Gießen, den 21. September 1915. Direktion der Provinzial⸗Siechenanstalt. Vorstandes, Damen- Binden Dutzend zu 75 Pfg. sowie waschbare Binden, 7585 Damen-Gürtel empfiehlt Julius Schulze Lie zahl Heute vormittag wurde meine liebe Frau, meine gute Mutter Agnes Strahl, durch einen sanften Tod von schwerem Leiden erlöst. Am 10. September starb den Heldentod fürs Vaterland mein Verein Giessen u. mg. 8 Bilanz am 30. Juni 1915. hen Apfelxein zee Gewerbebankkonto Bankkonto G. E G. 23735.48 Anteilkonto G. C. G. Immobilienkonto 22ʃ800.— Außenständekonto Summa 370060. 16 Die Mitgliederzahl betrug am 1. Juli 1914 2714 eingetreten sind im Laufe des Jahres ausgeschieden sind im Laufe des Jahres 8¹ Mitgliederbestand am 30. Juni 1915. Die Haftsumme betrug am 1. Juli 1914 81450.— Mk. dieselbe erhöhte sich im Laufe d. Jahres um 12030.— sie betrug am 30. Juni 1915 Der Geschäftsanteil betrug am 1. Juli 1914 48327.— Mk. derselbe erhöhte sich im Laufe d. Jahres um 6852.— er betrug am 30. Juni 1915 Gießen, im September 1915. „ Michael Keßler. Für den Aufsichtsrat: Friedr. Vetters, Vorsitzender. Sonntag, den 3. Oktober 1915, nachmittags ½ 3 uhr General⸗Versammlung im Saale des Gewerkschaftsbauses, Schanzenstraße. 1. Geschäfts⸗ und Kassenbericht, 2 0 die Verteilung des Reingewinns, 3. Erganzungswabl des 4. Ergänzungswabhl des Aussichtsrates und Wabl der Stellvertreter, 5. Etwa zu stellende Anträge sind spätestens drei Tage vor der Generalversammlung schriftlich einzureichen. NB. Die Geschäftsberichte liegen von Montag, den 27. September, ab in den Verteilungsstellen zum Abholen bereit. a Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Von den in diesem Jahre der Stadt zur Verfügung stehenden Fichtendeckreisern können eine beschrankte An⸗ Wellen an Private abgegeben werden. zu beziehen wünscht, wolle dies alsbald, spätestens aber geb. Bersch Professor Dr. Hans Stral! c Dr. jur. Richard Strahl. Die Beisetzung findet auf Wunsch der Veręwigten in aller Stille statt. g N Wir bitten von Blumenspenden und Beileidsbesuchen freundlichst absehen zu wollen. 750 D * Heute nachmittag 3 ½ Uhr verschied nach langem, schwerem Leiden mein lieber Gatte, mein lieber Vater Herr Woldemar Thiemer im Alter von 66 Jahren. Karoline Thiemer WWòW. Hans Thiemer. Giessen, den 23. September 1915. Wetzlarer Weg 61. 05229 — Die Beerdigung findet am 25. September 1915 um 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. bis zum 1. Oktober d. Je. auf dem Stad haus, Garten- straße 2, Zimmer Nr. 15, anzeigen. Der Preis für die Welle beträgt 30 Pfg. und ist bei der Bestellung zu ent⸗ richten. Die Lieferung erfolgt frei vor das Haus. Weniger als 5 Wellen werden nicht abgegeben. 74 Nachstebende Bekanntmachung des Großh. Kreisamts Gießen 3 ich zur öffentlichen Kenntnis. 0 Gießen, den. September 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. s. Geflügel, Schweine Fuller Hunde billig. Liste fr. ral, Futtermühle, Auerbach 12, Lossen. Ah E. G. m. b. H. 7507 B 8 —— 8 Bekanntmachung. Mk. Passiva. Mk. 1 g 4 88530510 Neservesondskonto 2452.65 Betrifft: Den Verkehr mit Oelfrüchten und daraus ge⸗ 3126.51] Spez.⸗Res.⸗Konto 9464.73 wonnenen Produkten. Zum Ankauf der von dem Kriegsausschuß für pfl oel ee e ae, 7427.80 Spareinlagenkonto 6813.01 Gießen, den 11. September 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. 1 J. V.: Hechle r. 1 a Nach Bundesratsheschluß vom 28. August Tig fell am I 1915 im Deutschen Reiche eine Viehzählung tfinden. 2 Die Zäblung erfolgt durch die Schutzmannschaft inner balb der Bezirke. in den Haus; Zu zäblen sind alle Viehstücke, die 1 Nacht vom 30. 2 er zum 1. Ok; haltungen in der tober 1915 befinden, sei es im Hause, Stalle, Scheune, arten, sei es in Außenwerken oder Schuppen, Hof und G 0 auf Wiese, Welde, Feld u.. w. Dabei ist gleichgültig, wer Eigentümer des Viehes ist; auf längere Zeit ein⸗ estelltes Vieh wird wie eigenes behandelt; Viehstücke, dee vorübergehend(auf Reisen, Fubren 1 5 abwesend 2512.01 640.36 Summa 57008070 2 3196 31¹5⁵ 2 80. Mk. 2 „ 55189.— Mk. find, sowie Viehstücke, die im Laufe des ober ver⸗ kauft werden, sind mitzu zählen. Nicht mitzuzählen sind Viehstücke, die im Laufe des Der Vorstand: Zähltages(1. Oktober) erst gekauft werden oder die nur Carl Koppe. zufällig und vorübergehend anwesend sind. Metzger und Händler baben auch das bei ihnen stehende oder im Laufe des dungs eintreffende und in der Nacht vom 30. September zum 1. Oktoger 1015 auf dem Transport gewesene, zum Schlachten oder Vertauf bestimmte Vieh aufzuführen, sofern es nicht etwa erst am Zähltage gekauft wird... „Bei den Pferden sind die Militärpferde nicht mitzu⸗ zäblen. Als Militärpferde gelten alle zu militärischen Zwecken gehaltene Pferde, für welche Rationen in Natur oder in Gestalt von Geldvergütung oder gegen Bezahlung aus Magazinen der Militärverwaltung abgegeben werden. Plerde der Landgendarmerie gelten nicht als Militär 5 g pferde. N Schafherden sind stets in der Gemeinde zu zählen, in der sie sich auf Weide oder in Fütterung, wenn auch nur vorsübergebend, befinden, und zwar bei der Daushaltung desjenigen, in dessen Obhut oder Pflege sie stehen, auch wenn es nicht der Eigentümer ist, j Wer wissentlich unrichtige oder unvollständige An ⸗ gaben macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu zehntaufend Mark bestraft: auch kann Vieh dessen Vorhandensein perschwiegen worden ist, im Urteil für dem Staat verfallen erklö merden. Gießen, den 20. September 1915. 1 Der Otte ker. eiter. Tages⸗ Ordnung: Beschlußfassung über Anträge. Der Aufsichtsrat. Wer solche