nordwestlich und südwestlich an der deut Ur. 224 Der Siehener Anzelger erscheint täglich, außer Erstes Blatt Sonntags.— Beilagen: N 2 2 jährl. Mk. 2.20; durch 8 7.— f u. 2 ex Famil 5 tl. 65 Pf.;* wennal wöchentl Kreis“ g die Po t Ml. 2— viertel latt für den Kreis Gießen jährl. ausschl. Vestellg. (Dienstag und Freitag); Zeilenpreis: lokal 15 Pf., zweimal monatl. Land⸗ ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ wirtschaftliche Feitfragen schristleiter: Aug. Goetz. Fernsprech- Anschlüsse: für die Schriftleitung! 12 Verlag, Geschäftsstellebl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzelgen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 165. Jahrgang General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Derlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. f Donnerstag, 23. September 1915 Bezugsvreis monatl. 75 Pf., viertel Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. (WTB.) Großes Hauptauartier, 22. Sept. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Souchez und Neuville sowie östlich von Roclincourt griffen die Franzosen gestern abend an. Die Angriffe brachen im Feuer vor unseren Hindernissen zu— sammen. . In der Champagne wurden nordwestlich des Gehöftes Beaussjour neue französische Schanzarbeiten durch kon⸗ zentrisches Feuer zerstört. Stärkere Patrouillen, die teil— weise bis zur dritten feindlichen Linie durchstießen, vervoll⸗ ständigten die Zerstörung unter erheblichen Verlusten für die Franzosen, machten eine Anzahl Gefangener und kehrten befehlsgemäß in unsere Stellungen zurück.. Einenglisches Flugzeug wurde bei Willerval (östlich von Neuville) von einem deutschen Kampfflieget ab⸗ geschossen. Der Führer ist tot, der Beobachter wurde ver⸗ wundet gefangen genommen.. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 5 v. Hindenburg.. Südwestlich von Lennewaden(an der Düna), nordwest⸗ lich von Friedrichftadt, machten die Russen einen Vorstoß. Es wird dort noch gekämpft. Oestlich von Slemina(süd⸗ westlich von Dünaburg) brachen unsere Truppen in die feindliche Stellung in einer Breite von drei Kilometer ein, machten neun Offiziere, 2000 Mann zu Gefan⸗ genen und erbeuteten acht Maschinengewehre. Nordwestlich und südwestlich von Oschmjana ist unser Angriff im weiteren günstigen Fortschreiten. Der Gawia⸗Abschnitt ist beiderseits Subotniki überschritten. Der rechte Flügel ist bis in die Gegend nördlich von Nowogrodek vorgekommen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Der Molezadz⸗Abschnitt ist auch südüstlich des gleichnamigen Ortes überschritten. Russische Stellungen auf dem westlichen Myschanka⸗Ufer beiderseits der Bahn Brest⸗ Litowsk— Minsk wurden zerstört und dabei 1000 Gefan⸗ gene gemacht, fünf Maschinengewehre erbeutet. Weiter südlich wurde Ostrow nach Häuserkampf ge⸗ nommen. eber den Oginski⸗Kanal bei Telechany vorgegangene Abteilungen warfen warfen die Russen in Richtung Dobros⸗ lawka zurück. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 5 v. Mackensen. Oestlich von Logischin fanden kleinere Kämpfe statt. Suüdöstlicher Kriegsschauplaßtz. Nichts Neues. 5 Oberste deeresleitung. 1 1 0 Der neue Igreiche Vorstoß Hindenburgs östlich von Smelina(südwestlich von 1 wird vielleicht die Russen in eine ähnliche Bedrängnis bringen, wie es durch die Umklammerung Wilnas geschehen ist. Dünaburg wird, wenn das Gefecht bei Smelina den weiteren Vormarsch der deutschen Truppen gestattet, von Süden her umfaßt werden. Der militärische Mitarbeiter hält der russischen Führung bereits eine empfindliche Lektion, indem er auch den Zaren in Verlegenheit bringt, der die weise Rüczugsstrategie des Großfürsten Nikolajewitsch außer acht gelassen hat und bei allzulanger Verteidigung unhaltbarer Stellen Hinden⸗ burg Gelegenheit zu katastrophalen Umfassungsmanövern gibt. Wie die Lage der Russen südöstlich von Wilna sich ge⸗ staltet, ob es den deutschen Truppen wirklich möglich sein wird, Tausende von Gefangenen einzubringen, ist noch ungewiß, da Hindenburg voreilige Ankündigungen nicht liebt. Er sagt uns in dem gestrigen Heeresbericht nur, daß l von Oschmjana der Angriff in weiterem günstigen Fortschreiten sei. Dieser Angriff behält offenbar die Richtung nach Südwesten bei, während die Russen nach Minsk treben müssen, wobei ihnen der Weg versperrt wird. Die Sonderaufgaben, die hier den deutschen Heeren gestellt wurden, hinderten es aber nicht, daß auch weiter im Süden die deutsche Front entsprechend vor⸗ geschoben wurde. Das Flüßchen Gavia ist beiderseits Subo⸗ nikt überschritten worden, wobei der rechte Flügel der deutschen Truppen bis in die Gegend von Nowogrodek ge⸗ kommen ist. Auch Prinz Leopold von Bayern hat wieder glänzende Erfolge aufzuweisen, von denen die Eroberung von Ostrow besonders hervorsticht. Nun in Ostgalizien und in Wolhynien setzen die Russen noch starke Kräfte zu An⸗ isffen ein. Unsere Bundesgenossen halten aber wacker nd, und die Zeit wird kommen, wo auch an diesen Stellen er Zar zum Rüctzug blasen muß. Unsere Feinde rühmen schen Strategie, daß sie ihre letzten Ziele(Vor⸗ h gegen Petersburg, Moskau oder Kiew) sorgfältig kli g zu vers eiern weiß. i 1 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 22. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 22. September 1915. Russischer Kriegsschauplatz. In Ostgalizien und in Wolhynien ist die Lage unveründert. An der Ikwa kam es in einigen Abschnitten zu heftigen Arlilleriekämpfen. Vereinzelte Versuche der Russen, über den Fluß vorzudringen, scheiterten im Feuer unserer Batterien.- Die in Litauen kämpfenden k. und k. Streitkräfte haben gestern im Raume Nowaja⸗Mysch eine russische Stel⸗ lung durchbrochen, 900 Mann zu Gefangenen gemacht und drei Maschinengewehre erbeutet. Italienischer Kriegsschauplatz. Gegenüber dem Nordabschnitt der Hochfläche von Laf⸗ raun unterhielt die feindliche Infanterie heute durch meh⸗ rere Stunden vor Tagesanbruch ein sehr heftiges Feuer, ohne jedoch vorwärts zu kommen. Im Dolomiten⸗ gebiete erhöhte die italienische Artillerie ihre Tätigkeit gegen den Monte Piano und das Gebiet beiderseits dieses Berges. Die Gesamtlge ist unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der Save und unteren Drina Artilleriekämpfe und Geplänkel. Pozarevac und vk. Gradiste wurden mit Bomben belegt. 5 Montenegrinische Artillerie beschoß Teod o. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. ** * Der russische Bericht. Petersburg, 22. Sept.(WT. Nichtamt ich) Der gestrige Generalstabsbericht besagt: In der Gegend nordwestlich Düna⸗ * 9* wir bei dem Dorfe Munce die 7 5 räftigen Angriff cus ihren Verschan„Südwestlich und süo⸗ lich Tünaburg dauern die e t Nowo-Aleksan⸗ drowsk bis zum See von Driswiaty an. Die schwere deutsche Ar⸗ tillerie beschoß einzelne Abschnitte dieser Front. Sie verwendete häufig Granaten mit giftigen Gasen. In der Gegend östlich Wilna dauern die Kämpfe fort. An der Front Binjakoni⸗ Lida und in der Gogend des Molczadflusses östlich von Szezara nur unbe⸗ deutende Zusammenstöße. An der Front Tersmow⸗Podhaice, östlich Luck, eröffnete der Feind die Offensive, er wurde zurückgeschlagen. Es kam wiederholt zu Bajonettangriffen. Wir machten etwa 700 Gefangene und er⸗ beuteten 3 Maschinengewehre. Während der Angriffe gegen die Dörfer Bocczowha und Rostoki, im Nordwesten von Wies niew⸗ jec, das in den gestrigen Berichten erwähnt wurde, erreichte der Gegner trotz unseres heftigen Maschinengewehr⸗ und Artillerie- feuers unsere Verschanzungen. Er stürzte mit Hurrarufen auf uns. Der heiße Bajonettkampf, der folgte, führte zur Zurückwerfung des Feindes, der große Verluste erlitt. Wir gingen zum Gegen⸗ angriff über. Unsere Truppen faßten den Gegner in der Flanke, warfen ihn und kamen bei der Verfolgung bis in seine Verschan⸗ zungen. Außerstande, die Heftigkeit unseres Ansturms auszuhalten, floh ein Teil der Oesterreicher, während sich die übrigen ergaben oder mit dem Bajonett niedergemacht wurden. Die Zahl der Ge⸗ fangenen beträgt 10 Offiziere und 600 Mann. Bei Einnahme einer Schanze in der Gegend des Dorfes Slone, südöstlich Tluste, mach⸗ ten wir 50 Gefangene und erbeuteten viel Patronen und Pionier⸗ werkzeuge. Bei einem Scharmützel an dem Flusse Dzuryn, süd⸗ östlich Czortkow, wurde der Feind über den Fluß geworfen. Wir machten 5 Offiziere und etwa 200 Soldaten zu Gefangenen. Die„Times“ über die militärische Lage. London, 22. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der militärische Mitarbeiter der„Times“ erinnert daran, daß er kürzlich sagte, daß die russischen Truppen unter dem neuen Oberbefehl anscheinend eher brechen als biegen würden und fährt fort: Sobald der Großfürst die Front verlassen hatte, war es klar, daß seine weise Strategie nicht mehr völlig in Gunst stand. Die russischen Truppen blieben bei Skidel viel länger, als es klug war und sind jetzt teilweise umzingelt. Die Truppen bei Wilna blieben vom 12.—18. d. Mts. trotz des Vorrückens der Deutschen stehen. Wir erwarten von der Fortsetzung eines geord⸗ neten Rückzugs aller Armeen in einer Linie zu hören, aber die rus⸗ sische Front blieb unverändert und Hindenburg erhielt eine Gelegenheit, die er kühn wahrnahm. Wir wissen nicht weshalb man der deutschen Kavallerie erlaubte, durch das schwierige Seen⸗ gebiet zwischen Dünaburg und Wilna zu marschieren. In diesem für die Verteidigung geeigneten Gebiet hätten wenige Divisionen eine vielfach stärkere Truppe aufhalten können. Aber sobald die deutsche Kapallerjie von der Swenta vorgegangen war, scheint sie auf keinen Widerstand gestoßen zu sein. Es war ein großer Schlag, Wileika an den Bahnknoten punkt Molodeczno zu erreichen, also eine Linie, die für alle russischen Truppen in der Front Wilna— Slonim die Hauptverkehrsadef für Versorgung war. Es muß für die Russen schlimm gewesen sein, den letztgenannten Punkt auch nur zeitweise zu verlieren. Die Kavallerie dürfte bei dem Durchbruch auch sonst großen Schaden angerichtet haben. Wenn Belows Armee der Kavallerie folgt, so wird diese versuchen, ihre Klauen in die russische Flanke zu schlagen und die Fortsetzung des Rückzuges von Wilna zu ver⸗ zögern, bis Below und Eichhorn den Wilijafluß erreichen. Dann könnte nur ein rascher Rückzug der ganzen russischen Linie in der Front Wilna, Radun, Slonim und Pinsk die Lage wieder⸗ herstellen, wie der Großfürst sie verließ. Es ist nicht sicher, daß die Russen,* jüngst in Wilna waren, unversehrt davonkom⸗ men. Wenn Below der Kavallerie solgt, wird dieser Einbruch die wichtige Wirkung haben, daß er die russische Zentralarmee von der Nordarmee trennt, zumal die Nordarmee selbst bei Dünaburg von überlegenen Streitkräften angegriffen wird. Eine russische Anleihe. Zürich, 22. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Neue Zürcher Zeitung“ erfährt aus dem Haag: Die Besprochungen des russi⸗ schen Finanzministers in London bezwecken die Auf⸗ nahme eimer Anleihe von 80 Millionen Pfund Sterling. Ein neuer Durchbruch der russischen Front südwestlich Dünaburg. Erklärungen des bulgarischen Minister⸗ präsidenten. New Pork, 22. Sept.(WTB Nichtamtlich.) Die„Asso⸗ ciated Preß“ meldet aus Sofia: Ministerpräsident Rados⸗ lawow hatte gestern eine Besprechung mit den Regierungs⸗ parteien, in der er ihnen einen vertraulichen Ueberblick über die allgemeine politische und militärische Lage auf der Balkanhalbinsel und in Europa gab. Bei der Berührung der serbisch⸗bulgarischen Be⸗ ziehungen sagte Radoslawow: Serbien bietet uns jetzt die sofortige Besetzung von— zum Wardar durch uns an. Serbien macht die Abtretung von Mazedonien jenseits des Wardar davon abhängig, daß es selbst Bosnien, die Herzegowina, Kroatien und Dalmatien erhält. Diese Bedingungen sind für uns ungenügend. Rumänien und Griechenland werden neutral bleiben. Der Minister sprach nicht von Kawalla und Seres, die jetzt im Besitze Griechenlands sind. Die Besprechung wird am Nachmittag fortgesetzt werden. 5 New Pork, 22. Sept.(WT Nichtamtlich.) Die„Asso⸗ ciated Preß“ hört zuverlässig, daß Rumänien und Gri and dazu neigen, ihr Bündnis mit Serbien unberücksichtigt zu lassen. Ferner wird gemeldet, daß in den letzten zwei Tagen eine gewisse Verständigung zwischen Bulgarien und Griechenland erreicht worden sei. Kundgebungen bulgarischer Studenten in Berlin. Berlin 22. Sept.(WB Nichtamtlich.) Die Bu l⸗ garischen Studenten in Berlin begaben fh n G die bulgarische Gesandtschaft, um ihre patriotist Gefühle aus⸗ zudrücken, ehe sie zu den Fahnen eilen. In Gesandtschaft empfing Exzellenz Rizow die Studenten, in deren Mitte sich auch ein Sohn des Ministerpräsidenten, stud. jur. Radoslawow, befand. Nitschkoff, stud. jur., beglückwünschte namens der Er⸗ schtenenen den Gesandten Bulgariens, Gesandter in Berlin ge⸗ rade in dem Augenblick zu sein, da unter dem Beifall Deutsch⸗ lands die mazedonische Heimat des Gesandten für Bulgarien zurückgewonnen werden solle. Die bulgarische Studentenschaft werde ihrer Dankesschuld an Deutschland und dessen gast⸗ freundliche Hauptstadt stets eingedenk bleiben. Mit einem brau⸗ 1 A 71— 5 vereinigte Bulgarien, den K. f inand u e ari rmee schloß die An 5 — 5 2 drückte in—— Worte e große ü ie Kundgebung der Studentens aus und gab den Erschienenen die herzlichsten Wünsche 1 den Weg. Die 8 begab sich darauf nach dem bulgarischen 2 ulat, 8 e Mandelbaum die 8„med. Ftitscheff sagte, die bulgarische Jugend trete mit Begeisterung und mit der festen Hoffnung— den Sieg der gerechten Sache in die Aktion für die Verwirklichung des nationalen Ideals, erfüllt und beseelt von dem glorreichen Bei⸗ spiel deutscher Einigkeit sowie deutscher Disziplin und angespornt durch das warme Interesse des großen Deutsch⸗ lands an den Schicksalen Bulgariens. Die Rede klang in ein begeistertes Hoch auf Kaiser Wilhelm, die kaiserliche Fa⸗ milie und ganz Deutschland aus. Mandelbaum dankte in einer Ansprache den Herren aufs herzlichste für ihr Erscheinen und schloß mit einem dreifachen Hoch auf den Zaren Ferdinand, auf die königliche Familie und das bulgarische Volk. Am Freitag ver⸗ lassen die bulgarischen Studenten Berlin in von der deut ⸗ schen Eisenbahn verwaltung gestellten Sonder⸗ wagen. Abberufung der Gesandten des Sierverbandes aus Sofia? Berlin, 23. Sept. Daß die Gesandten des Vierverbandes demnächst aus Sofia abberufen werden, meldet dem„Berliner Tageblatt“ zufolge der Bukarester„Seara“ mit dem Zusatz, die englische Gesandtschaft habe ihre Archive zunächst nach Saloniki schaffen lassen. Sawow. Berlin, 23. Sept. Die Berufung des früheren Generalissi⸗ mus der bulgarischen Armee Sawow nach Sofia wird, wie ver⸗ schiedene Morgenblätter berichten, über Genf gemeldet. Wiener Stimmen über die Mobilisierung Bulgariens. Wien, 22. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter be⸗ sprechen die in Bulgarien angeordnete Mobilisierung und erblicken darin einmütig den Beweis dafür, daß die bul gartsche Regierung für die Verwirklichung der historischen Ideale ihres Landes die Stunde für gekommen erachtet.— Das„Frem⸗ denblatt“ verweist darauf, daß Bulgarien dank der eigenen Tüchtigkeit und Nücherntheit in kürzester Frist die Wunden zu heilen gewußt habe, die zwei furchtbare Kriege dem Lande ge⸗ schlagen haben. Ministerpräsident Radoslawow schätzte die Be⸗ teuerungen und Versprechungen der Entente nach ihrem wahren Werte ein und harrte ruhig der Stunde, die ihm erlaubte, aus der Untätigkeit herauszurteten. Diese Stunde habe nun nach den Erklärungen Radoslawows geschlagen.— Die„Neue Frei Presse“ sagt: Bulgarien kann, solange es atmet, nicht vergessen, was ihm nach dem ersten siegreichen Balkankriege zugefügt wurde, wie es betrogen und verhöhnt worden ist. Die Mobilisierung der Armee und die bewaffnete Neutralität sind auch eine Antwort auf den Notschrei der bulgarischen Mazedonier in Serbien.— Die„Reichs post“ schreibt, die Mobilisierung zeige den vollen Ernst der Entschlüsse Radoslawows. Möge es ihm beschieden sein, ruhmreich die Größe Bulgariens zu vollenden.— Die„Zert“ glaubt, daß schon die allernächste Zeit eine Klärung der ver⸗ worbnen und dunklen Balkanverhältnisse bringen wird. Golddurchfuhr nach der Türtei. Berlin, 23. Sept. Wie Bukarester Blätter berichten, f soll laut„Berl. Tagebl.“ dieser Tage durch Rumänien ein deutscher Waggon gegangen sein, der nach der Türkei bestimmt war und 4830 Kilogramm Gold in deutscher Mark, einige Goldbarren und deutsche Banknoten enthielt. Die Exlaubnis zur Durchfuhr sei erst exteilt worden, nach⸗ dem auf Anordnung des rumänischen Finanzministers der Waggon durchsucht worden war. kurzen, markigen Worten der Zeutner erngetauft warben, die dcleinhanbelspreise bis 9 Mk erwarten lassen. Dieser Vorgang weist darauf hin, daß die Preistreiberei bereits im vollen Gange ist. . Es ist deshalb die höchste Zeit, diesen Preistreibereien durch Festsetzung von Höchstpreisen zu begegnen. Sollte eine künst⸗ liche Zurückhaltung der Ware von Mart eintreten, so gibt die Bundesratsverordnung die Handhabe, durch Enteignung diese Be⸗ strebungen zu durchkreuzen. Bez der günstigen Ernte könnte 1 der Höchspreis in mäßigen Grenzen bewegen Er müßte vor allem die Aussicht auf weitere Steigerungen und übermäßige ee wie es bei den früheren Preissestsetzungen geschehen ist, ausschalten. Wir bitten auch dringend, bei solchen Freissetsehungen nicht als Norm die Höhe der Futtermittel preise in Ansatz zu bringen, sondern die der Produktionslosten. Wenn dem Landwirt unter csichtigung der erhöhten Produktionskosten und eines mäßigen Betriebsgewin⸗ nes der Preis gesichert wird, so werden verständige Leute damit zufrieden sein. Es eht aber nicht an, daß die durch wüste Speku⸗ lation im Ausland hochgetriebenen Preise für Gerste und Mais, oder auch unsere sehr hohen Höchstpreise im Inland, als Grund⸗ lage genommen werden können für den erwert der Kartoffel. würde nur bedeuten, daß der Spetulation des Auslandes die Bereicherung im Inlande folgen müßte. l Nach Ern ungen der Verba tungen der Berliner N Rieselgüter hat die Kartofsel einen Produktionswert von 1,25 Ml. pro Zentner. Da die Rieselgüter keine sehr günstigen Produktions⸗ bedingungen haben, so dürfte diese Schätzung nicht zu niedrig aus⸗ gefallen sein. Würde man zu diesen Produktionskosten den sehr reichlichen Aufschlag von 100 Prozent gewähren, so könne man zu einem Höchstpreis für den Produzenten von 2,50 Mk. dem ein öchstpreis für den Großhandel von 3,20 und von 3,80 Mk. für den einhandel entsprechen würde. Bei Verkauf von zehn. Pfurd könnte dem Kleinhändler statt 60 Pfg. ein Aufschlag von 80 Pfg. oder ein Verkaufspreis von 40 Pfg. zugestanden werden. reise, die Ew. Exzellenz im Reichstag andeuten, müßten sich unter diesen Preisen bewegen, da die von uns genannten Preise den weitestgehen⸗ den Ansprüchen von Produktion und Handel gerecht werden Es wäre dann die Möglichkeit gegeben, je nach den Produktionsgebieten in mäßigen Schwankungen, die in der Bundesratsverordnung begrenzt werden müßten, die Preise unter oder über die Richtpreise zu stellen. Wir würden aber auch keine Bedenken haben gegen eine abgestufte einheitliche Preisfestsetzung für große wee eg erscheint uns nur, daß zu gleicher Zeit Groshandels⸗ Kleinhandels⸗ preise festgesezt werden. Die Beibehaltung der Reichsstelle für Kartoffelversorgung halten wir für notwendig, sie muß in Ver⸗ bindung mit den Gemeinden die Versorgung sicherstellen. Dabei wird es sich empfehlen, eine sichere Angabe über die Kartoffel⸗ bestände durchzusetzen, damit eine Einteilung der Verwendung erfolgen kann. Dringend notwendig ist, daß den Gemeinden das Recht der Enteignung gewährt wird, damit Bestände, die ohne Grund oder zu Spekulationszwecken zurückgehalten wer⸗ den, den Verbrauchern zugeführt werden können. Die Bezirke mit 0 einer Ueberschußproduktion müssen zur Lieferung gezwungen wer⸗ den; das würde möglich sein, wenn die Gemeinden oder der Kreis das Recht der Enteignung ausüben können. Der ehrliche Handel kann nur ein Interesse daran haben, daß die in Kriegszeiten fort⸗ f gesetzt schwankende Marktlage durch eine sichere Norm der Preis⸗ bildung geregelt wird. Das liegt im Interesse des Konsumenten, 5 und der Handel ist vor Ueberraschungen gesichert, die unter um: ständen für denjenigen große Verluste bringen können, der seine Einkäufe zu hohen Preisen vorgenommen hat. 3 Soweit wir unterrichtet sind, bemerkt dazu die„Frkft. Ztg.“, werden in diesen Tagen Verhandlungen mit den Oberbürgermeistern der größeren Städte geführt, die darauf 5 abzielen, die Lean en der städtischen Bevölkerung sicherzustellen. An eine Fele ung von Höchstpreisen für Speise⸗ und Futterkartoffeln wird zurzeit nicht cht. Man würde zu diesem Mittel erst greifen, wenn durch eine b 2. 2 r Italienische Lieferungsstandale. Berlin, 22. Sept.(Priv.⸗Tel.) Das„Berliner Tageblatt“ meldet aus Lugano: Die Lieferungsskandale wollen kein Ende nehmen. In Ferrara wurde gestern Getreide ausgeladen, das aus dem Heeresmagazin kam. Die Säcke waren zur Hälfte mit Getreide, zur anderen Hälfte mit Erde gefüllt. Der Seekrieg. 8 Zum Untergang der„Hesperian“. Berlin, 22. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Nach Auskunft im Admiralstabe der Marine steht im Gegensatz zu der durch das Reutersche Bureau verbreiteten Aeußerung der eng⸗ lischen Admiralität nunmehr fest, daß für den Angriff auf die zHesperian“ ein deutsches Unterseeboot nicht in Frage kommt. Bomben wurden auf die Stadt abgeworfen. Vier Leute wur⸗ den getötet, eine Anzahl Militär⸗ und Zivilpersonen ver⸗ letzt. Der Sachschaden ist ganz unbedeutend. Die Flieger wurden von den Abwehrkommandos beschossen und ent⸗ 2 5 sich gegen 8 Uhr 30 Min. in südlicher Richtung. Auf die Benutzung deutscher Abzeichen und den zufälligen Um⸗ stand, daß kurz zuvor, 7 Uhr 45 Min., den zuständigen militärischen Stellen der Anflug eines deutschen Fliegers gemeldet war, ist es zurückzuführen, daß die Bevölkerung erst verhältnismäßig spät gewarnt werden konnte. Um 9 Uhr 30 Min. vormittags erschien der erwähnte deutsche Flieger über Stuttgart und wurde kurz beschossen, bis er als deut⸗ scher Flieger sicher erkennbar war. Er landete unverletzt in der Nähe der Stadt. Höchstpreise für Kartoffeln in Oesterreich. „Wien, 22. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Durch Mini⸗ sterialverordnung werden ab 1. Oktober Höchstpreise für Kartoffeln diesjähriger Ernte festgesetzt. Sie stellen sich im Oktober und November für Spelsetarloffeln auf acht Kronen, für Industrie⸗ und Futterkartoffeln auf sieben Kronen und erhöhen sich bis auf 11 und 10 Kronen im Mai 1916. Der Großhandel ist berechtigt, 40 Heller für den Meterzentner dem Preise zuzuschlagen. Ueberdies ergeben . 7 im Hinblick auf die Frachtkosten weitere Zuschläge für die Länder, die die Kartoffeln von auswärts beziehen müssen. In der Verordnung werden auch die Kleinhan⸗ * Kopenhagen, 22. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Ritzauschen Bureaus. Die Besatzung des dänischen Dampfers „Thorwaldsen“ wurde gestern nacht 2 Uhr von dem schwe⸗ dischen Dampfer„Mimosa“ in Helsingör gelandet. Der Dampfer „Thorwaldsen“ ist am Montag abend 47 Meilen westlich Hanst⸗ holm in der Nordsee von einem deutschen Dampfer torpediert —— Die Besatzung war von der„Mimosa“ aufgenommen worden.. Amsterdam, 22. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Nach Mel⸗ dungen der Blätter ist der Dampfer„Königin Emma“ bei Longsand, nördlich Margate(nicht wie zuerst gemeldet bei Land⸗ send) auf eine Mine gestoßen. Zur Zeit des Unfalles befanden sich 100 Fahrgäste an Bord, außerdem die Besatzung von 180 wilde Spekulation anormale Preise geschaffen werden sollten. 3 i 5 Die Anrechnung als Kriegsjahre. Berlin, 21. Sept Folgender Erlaß des Kaisers, der aus dem Großen Hauptquartier vom 7. September datiert ist, ordnet die Anrechnung der Jahre 1914 und 1915 als Kriegsjahre an: 595 1 3 Als Teilnehmer an dem gegenwärti Kriege 1 755 delspreise geregelt, deren Höchstgrenze mit 40 Prozent Mann. Man glaubt, daß eine vom Sturm losgerissene Mine] 1. die Angehörigen des deutschen Heeres, der Marine, der Schutz⸗ 5 e is i die b üst ebe 5 di Di d Polizeitruppen in den Schutzgebieten, die während des Krieges . 7 ben r kestgesebt il gestoßen 0. ee e 5 eher Schlache einem Gefecht, einem Seelnazwor, oder an 5 5—— 3ödä—— einer Belagerung teilgenommen haben gleichgültig, ob diese Teil⸗ 1 Die neuen Steuern in England. nahme bei den deutschen oder den Streitkräften eines mit dem Aus dem Reiche. g Der Kaiser und der König von Bayern in Nürnberg. Nürnberg, 22. Sept.(WTB. Amtlich) Der König von Bayern ist heute mittag 11 Uhr 30 Min. mit Sonder⸗ zug in Nürnberg eingetroffen. Pünktlich um 12 Uhr fuhr der Hofzug des Deutschen Kaisers in den Bahnhof ein. Die Begrüßung der Monarchen war äußerst herzlich, Nach Vorstellung des 3 Gefolges fuhren die Fürstlichkeiten in den be⸗ reitgestellten Kraftwagen zur Burg. Der Jubel der Bevölkerung war außerordentlich groß. Alle Glocken läuteten. Die Stadt war trotz der überraschenden Ankunft der Fürstlichkeiten im Fest⸗ gewande. Es herrschte herrlichster Sonnenschein.— Nach der An⸗ kunft auf der Burg fand die 1 des baye⸗ re durch den König an den Kaiser statt. Nach dem festlichen Akte war Frühstückstafel auf der Burg, daran anschließend Cercle. Sodann verweilten der Kaiser und der König eine Zeitlang im gemeinsamen Gespräche in 1— Gemachern Nach dreistündigem Zusammensein verließen, die Fürstlichkeiten Nürnberg, auf dem Weg zum Bahnhof mit der gleichen Begeisterung von der Bevölkerung begrüßt wie bei der An⸗ kunft. Um 3 Uhr rollte der Hofzug des Kaisers aus dem Bahn⸗ hof. Eine Viertelstunde später reiste der König mit Gefolge im Sonderzug ab. Zur Kartoffelversorgung. Berlin, 20. Sept. Der Kriegs ausschuß für Hon⸗ sumenteninteressen hat an den Staatssekretär des Innern Dr. Delbrück eine Eingabe über die Kartoffelver⸗ sorgung der Bevölkerung gerichtet, in der es heißt: Allgemein wird angenommen, daß wir eine vorzügliche Kar⸗ 8 1— 297 55 nd und daß 1 L dufio 155 000 Pfund Sterling geschätzt Die Aenderungen ois iarttlage für den Konsumenten gun 7 ngen: ref 29e er gilem dee Abschaffung der Halbdennppost, gunsten Ernten e wagte, dee bk euer Enzellenz itte ich meinen ganz ergebenen Dank wer 4975000 Pfund Sterling einbringen. Die Jahres⸗ die durch den Mangel an Futtermitteln eingetreten sind, zu be⸗] für die freundlichen Wünsche en nehmen zu wollen Ich ausgaben die im Mai auf 1388 Millionen Pfund geschäßt] trachten. In diesem Erntejahr dolrd ber Mangel an Futtermitteln] flebe zu Gott, daß er mir die Gnade gebe, meines Antes so wurden, werden jetzt 1500 Millionen betragen. Am Jahres- boch stäͤrter in Erscheinung keien als in dem voraufgegangenen zu malten, daß Staat und Kirche, Seine Masestct der Kaiser ende wird sich die Schuldenlast auf 2200 Millionen Pfund] Es besteht auch in landwirtschaftllichen Kreisen überenstinnmenz] und Seine Heiligkeit der Papst ihre Erwartungen erfüllt sehen.“ belaufen, aber dank des großen Reichtums Englands wird die Auffassung, daß die Kartoffel als Ersatzmittel für das Fehlen Berlin, 23. Sept. Ueber die Lage des deut chen die Schuld den Reichtum des Landes nicht erschöpfen. In⸗ wichtiger Futtermittel in ganz außerordentlich hohem Maße in Arbeitsmarktes im August 1915 berichtet das„Reichs⸗ 22 wird eine neue Anleihe notwendig sein. Die Schul⸗ 0 Anspruch 3 wird. Wenn auch im vorigen Jahre die be⸗ Großbritanniens verdreifachten, die lastung der Be⸗ — 275 g F 1— 3 5 so 1 4 5 75 g g 3 rt, auf diese Erfahrun u bauen und o or⸗ eee sich. Wenn der Krieg fortdauert, sorge die Scerung für bie wenschlich Nahrung außer acht zu wird mit diesen Zah en noch nicht das letzte Wort gesprochen] lassen. Das ist gegenwärtig um so bedeutsamer, als alle Nahrungs⸗ seim. Eine große Unterstützung für England ist die ständige] mittel fortgesetzt im Preise stiegen sind und die Kartoffel die Bereitwilligkeit des Voltes, alle Lasten zu tragen. Nach einer Nebslferun bei ihrer Bedarfsdeckung . schlde Auseinandersetzung, in welcher die Regierungsvor⸗ 5 ge allgemein gebilligt wurden, nahm das Unterhaus Deutschen Reiche verbündeten oder befreundeten Staates erfolgt ist, 2591 Angehörigen des schen Heeres, der Marine, der Schutz⸗ und Polizeitruppen, die, ohne vor den Feind gekommen zu sein(Ziffer 1), sich während des Krieges aus dienstlichem Anlaß lte tens zwei Monate im Kri aufgehalten haben. Als. sind anzusehen: a) das Gebiet der Staaten, mit denen das Deutsche Reich und die mit ihm verbündeten oder befreundeten Staaten sich im Kriege be nden, einschließlich der Kolonien dieser Staaten und Luxemburg, d) sämtliche deutsche Schutzgebiete, c) die Gebietsteile des Deutschen Reiches und der 2 7 35 3 oder dee 1 0. 3 riegerische Operationen stattgefunden den, gesamte 4 und e) das Kalten gebiet, soweit fie vom Feinde ge⸗ ahr Ind. 0 Eine Anrechnung von Kriegsjahren auf Grund der Ziffer 2 unter c, d, e findet nur für diejenigen Personen statt, die sich in den bezeichneten Gebietsteilen, im Falle c während der Dauer kriegerischer Operationen, im Falle d, e während ihrer Gefähr⸗ dung durch den Feind aufgehalten haben. i Fällen entscheiden darüber, ob die räumlichen 805 Voraus⸗ setzungen zu e vorliegen, die obersten Verwaltungsbehörden des Heeres, ob sie zu d und e vorliegen, die oberste Marineverwal⸗ tungsbehörde. Diese bestimmt auch, bis zu welchen Grenzen, Einbuchtungen und Häfen als Meeresgebiet anzusehen sind. Denjenigen Kriegsteilnehmern, die sowohl im Kalenderjahr 1914 wie im Kalenderjahr 1915 die vors henden Bedingungen erfüllt haben, sind zwei Kriegsjahre anzukechnen. f diesjährigen K Die 1 9—— der Kriegsgewinne wird zusammen erhöht. Die Steuer auf sogenannte Patentmedizinen wird 7 verdoppelt. Um die Ausgaben für eingeführte Luxusartikel 7 r werden bei Automobilen, Films, Uhren, Taschenuhren, Musikinstrumenten, Spiegelglas und Hüten Zölle von 33,5 vom Hundert des Wertes erhoben. Das Er⸗ trägnis hiervon wird auf 1 950 000 Pfund, das gesamte Er⸗ is aus allen N Besteuerungen für ein volles Jahr Berlin, 22. Sept(W. Nichtamtlich) Auf das Glück. l des Reichskanzlers an den Erzbischof 2 al or in Posen it folgende legte Antwort ein⸗ rigkeiten als befriedigend zu bezeichnen war. Aus Stadt und Cand. ö„ 8 Gießen, 23. September 1915. „Eisernes Kreuz erster Klasse. Im Bereich des 18. Armeekorps sind folgende Beleihungen mit dem ch Eisernen Kreuz 1. Klasse aufe, Oberstlt. u. Regtskomm. kent. 5641875 W 8 v. 782 8. enberg u. Pro itz, Hauptm. Keim, Hauptm. Frhr. Gans i Herr 5 9 3 Funn 3 ling, Hauptm. d. Res. Bingel, berlt. F ch, Ober⸗ leutnant Müller, Ltn. Wagner(Paul), Offizierstellb. Backhaus, Offizierstellv.(Vizefeldwebel) Schneider Jeldw. Belling, Unteroff. d. L. Becker, Han un v. Wiens kowski. i bleibt. Wir nehmen an, daß, sobald die Spätkartoffel auf dem 0 Markt erscheint, eine lebhafte Nachfrage eintreten wird, da sofort das Budget einstimmig an. 5 Rotterdam, 22, Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der fi „Rotterdamsche Courant“ meldet aus London: Das Bud⸗ f get mit den neuen großen Steuern wird allgemein gut⸗ 485 rl ee die 1 5 der Einkommen⸗ euer um rozent nicht übertrieben, wundert sich ergest 5 4 1 55 N neuerdings 25—.— r n kreCCiLdĩdng orden sind. Die tatsächliche Erhöhung der Staatseinnahmen daß sofor licht under e des laufenden Rechnungsjahres aus nen Lasten wird diese Befürchtungen nicht unberechtigt sind, ergibt die Mitteilung ö 8 1755 5 des Deutschen Landwirtschaftsrats i Provinz Han⸗ weniger als 33 Millionen betragen. Wenn man die von! noder von den Baden een e ige don 5 g lf 1 Die dritte Kriegsanleihe. Auch die dritte Kriegsanleihe hat in Gießen ein über alles Erwarten glänzendes Ergebnis gezeitigt. Die Endsumme kann noch nicht angegeben werden, da die Reichs. bank bei Redaktionsschluß noch nicht im Besitze aller Unter⸗ lagen war, doch ist sie um viele Millionen höher als das letzte Mal, wo sie bekanntlich über 19 Millionen betrug. Das Zeichnungsergebnis beträgt bei den Zeichnungsstellen, deren Eingänge wir bisher erfahren konnten: b i Dritte Anleihe Zweite Anleihe Mitteldeutsche Bank. 13 500 000 9 500 000 Darmstädter Bene 7200 000 5 500 000 Bezirtssparkasse 3 000 000 2570 000 Gewerbe bank 715 000 4²⁵ 000 Bankgeschäft Herz 470 000 430 00 Bankgeschäft Straus 450 000 350 000 Von den drei übrigen Zeichnungsstellen, der Reichs⸗ bank, der Post und dem Bankgeschäft Grünewald, waren die Ergebnisse noch nicht zu erfahren. Unter der Zeichnungs— ziffer ist die Bezirkssparkasse selbst mit 520 000 Mk. ver⸗ treten, während sie beim letztenmal 200 000 Mk. zeichnete. Das Bankgeschäft Strauß erzielte das Ergebnis, wie es uns mitzuteilen bittet, trotz Abwesenheit des Chefs. Das Gesamt⸗ ergebnis für Gießen werden wir heute gegen 2 Uhr durch Aushang zur Kenntnis bringen können. In Worms wurden auf die dritte Kriegsanleihe 22,1 (16,4), in Mainz 45(35) Millionen gezeichnet. *** e Kohlenkonsumenten⸗Verbandsbestre⸗ bungen. Die Steinkohlen⸗Bezugsgesellschaft Gießen, wel⸗ cher im abgelaufenen Geschäftsjahr 1538 Mitglieder(gegen 1459 im Vorjahr) mit einem Bedarf von 458 Waggons (520,5) angehörten, hat, veranlaßt durch die beiden Schwester⸗ vereinigungen in Darmstadt, eine Einladung zu einer am Sonntag, 26. d. M., in 8 a. M. stattfindenden Ver⸗ sammlung an die Vorstände der Kohlenkonsumenten-Be⸗ zugsvereinigungen in Hessen und Hessen-Nassau ergehen lassen. Es handelt sich um eine Besprechung wegen des Kohlenbezugs und eventuell um einen Zu ammenschluß dieser Konsumenten⸗Vereinigungen. Zwölf Vereine haben sich be⸗ reits zum Besuch der Versammlung angemeldet. n Wohnungswechsel und Zugtiere! Der Leipziger Tierschutz⸗Verein schreibt uns:„Wöhrend der Um⸗ zugszeit sind die Pferde von jeher großen Anstrengungen ausgesetzt. In diesem Jahre werden sie aber besonders viel leisten müssen, denn infolge des Kriegszustandes stehen bedeutend weniger Pferde zur Verfügung. Die übrig⸗ ebliebenen, deren Unbrauchbarkeit für Militärzwecke ohne⸗ in eine verminderte Arbeitskraft beweist und deren Leistungsfähigkeit durch den Hafermangel noch weiter geschwächt worden ist, müssen also die Arbeiten bewältigen, zu denen früher die doppelte Anzahl oder noch mehr Pferde serangezogen wurden.— Aus diesen Gründen werden alle eteiligten Kreise dringend gebeten, mit dem Umzug mög⸗ 2 schon jetzt zu beginnen und nicht erst das Monats- ende abzuwarten, damit sich die Fuhren nicht auf wenige Tage zusammendrängen und die Tiere nicht allzusehr über⸗ anstrengt werden.— Die 0 ersucht, an den bevorstehenden schweren Arbeitstagen mög- lichst gute und reichliche Fütterung und öfteres Tränken während der Arbeitszeit anzuordnen und außerdem dafür zu sorgen, daß an schwierigen Stellen, die ja im voraus bekannt sind, Vorspann genommen wird.“ * Geteerte Straßen. Mit der Entstaubung von Straßen hat der Kreis Gießen vor einiger Zeit den Anfang gemacht. Auf der Chaussee nach Marburg sind 2000 Meter, auf der nach Schiffenberg 1000 Meter bereits mit Stein⸗ kohlenteer gedeckt. Ein kleinerer Straßenteil vor der Siechen⸗ Anstalt ist ebenfalls geteert worden. Das Material zu dieser Straßenverbesserung ist aus der städtischen Gasanstalt ent⸗ nommen. Wenn die Mittel bewilligt werden, soll mit der Entstaubung unserer Kreisstraßen fortgefahren werden. ein Reisen nach Belgien. Das Generalgouvernement in Belgien teilt mit: Es ist auch jetzt noch nicht der Zeitpunkt ge⸗ kommen, wo weiblichen Angehörigen von deutschen Offizieren, Be⸗ amten, Unteroffizieren, Mannschaften und Personen des Heeres⸗ gefolges der Aufenthalt im Gebiet des General-Gouvernements all⸗ gemein gestattet werden könnte. In Abänderung der Verfügu vom 4. 11. 14 IIb Nr. 1534 erteile ich die Erlaubnis zum Auf⸗ enthalt weiblicher Angehöriger, ohne daß meine Genehmigung vor⸗ er eingeholt zu 2 braucht, hiermit: 1. solchen ersönlich⸗ eiten, die verwundet oder krank stationär im Lazarett behandelt werden, wenn die Bescheinigung des Chefarztes vorliegt, daß die Pflege durch die weiblichen Angehörigen erforderlich ist; 2. solchen Hugo Persönlichkeiten, die 5 Dienst ausschließlich in Zivilkleidung versehen; 3. solchen ersönlichkeiten, deren Familien schon vor Ausbruch des Krieges in Belgien ihren Wohnsitz hatten, sofern sie nicht am selben Ort mit ihren Familien dienstlich tätig sind 4. solchen Persönlichkeiten, deren weibliche Angehörige im Dienst der Krankenpflege oder in sonstiger Wohlfahrtspflege tätig sind, so⸗ weit dieser Dienst nicht in demselben Ort ausgeübt wird: 5. sol⸗ chen Persönlichkeiten, deren weibliche n im Grenzüber⸗ wachungsdienst angestellt sind. In allen sonstigen Fällen, beson⸗ ders beim Vorliegen schweren wirtschaftlichen Notstandes, behalte ich. mir ausdrücklich die 1 ausnahmsweisen Auf⸗ enthalt weiblicher Angehöriger vor. Alle bisher erteilten Geneh⸗ migungen werden hiermit aufgehoben. Es wird besonders erwähnt, daß die Heimatsbehörden nicht ohne weiteres berechtigt sind, weib⸗ lichen Angehörigen die Erlaubnis zur Herreise zu erteilen. Die Militärpersonen, Beamten und Personen des Heeresgefolges bleiben mir dafür verantwortlich, daß ihre weiblichen Angehöri⸗ gen nicht ohne meine Erlaubnis im Bereich des General-Wou⸗ vernements Aufenthalt nehmen. ** Pferdeversteigerung. Montag, den 27. September, vormitt, 10 Uhr, findet auf dem städtischen Schlachthofe in Darmstadt eine Versteigerung von 50 Stück 2—3 jährigen guten Beutefohlen(24 Stuten, 2 Hengste und 24 Wallache) statt. An der Versteigerung können nur hessische Landwirte teil⸗ nehmen. Die Versteigerung. Barzahlung. Eine Rück⸗ vergütung wird bei dieser Versteigerung auf die Steigpreise nicht gewährt. l a l Landkreis Gießen. up. Aus Oberhessen, 22. Sept. Daß man beim Aus⸗ ahlen von Papiergeld vorsichtig sein muß, lehrt folgendes Vorkommnis. Ein Bea 1 bezahlte das Geld für beschlag⸗ nahmtes Getreide aus. Als er abends Kassensturz machte, fehlte ihm ein Hundertmarkschein. Es konnte nicht anders sein, der Schein mußte mit einem anderen zusammengeklebt haben. Er ließ das Vorkommnis durch die Oxtsschelle bekannt machen. Ohne Erfolg. Da versuchte er sein Glück nochmals bei einem Manne, dem er zwei Hundertmarkscheine gegeben hatte. Der Mann holte sie herbei, zer sie bekommen. Der Auszahler sah nach— richtig, da klebten zwei Scheine fest zusammen. Der Enfer hatte allerdings davon keine Ahnung. Kreis Büdingen. 1 22. Sept. Die Apfelernte ist beendigt. len ist nicht soviel Obst auf dem Bahnhof wie gerade in diesem Jahr. Man zahlt Borsdorf Fuhrwerksbesitzer werden noch r für das Schuttelobst 7 Mart pro Doppelzentner. Nach dem Brech⸗ obst ist die Nachfrage nicht sehr groß: doch werden in den nächsten Tagen größere Mengen verladen. Der Preis beträgt 12 Mark für den Doppelzentner. Kreis Alsfeld. up. Aus dem Ohmtal, 22. Sept. Die Kartoffel ernte ist in vollem Gange. Das herrliche Herbstwetter hilft die Knollen sehr gut in die Keller bringen und beschleunigt das Ausmachen. Was man im Vorjahre bis zum Feierabend gelesen, das hat man jetzt schon in den Vormittagen in den Säcken. Eine so vortreffliche Kartoffelernte wie fetzt gehört zu den Ausnahmen. Die Keller werden buchstäblich voll. Was an der Getreideernte zu wünschen übrig blieb, die Kartoffel⸗ ernte macht die Lücken voll. Kreis Lauterbach. id. Aus dem Vogelsberg, 22. Sept. In einen kleinen Fabrikdörschen hatte der Lehrer eine Woche lang den Kindern Rechenaufgaben über die Kriegsanleihe gegeben. Hierauf ab er seiner geistig sehr aufgeweckten Jugend den Rat, die Sache einmal in der Wirklichkeit auszuprobieren. Und der Erfolg? Die kaum 50 fast alle aus Arbeitertreisen stammenden Kinder zeichneten bei ihrem Lehrer 600 Mark. Zur Nachahmung bei der vierten Kriegsanleihe empfohlen! Im felde erwarten unsere Angehörigen den regelmäßigen eingang des heimat⸗ blattes. um eine Unterbrechung in der Zustellung zu vermeiden, wolle man den feldpost⸗Be⁊ug d. Gießener Anzeigers für das nächste biertellahr(Oktober⸗Rov.⸗Dez.) schon jetzt erneuern Alle postamter nehmen dic Bestellung entgegen. der vierteljahrs⸗ Bezug be⸗ trägt Ik. 3.50 einschließlich der Um⸗ schlag⸗sebühr. Außerdem vermittelt 1 die Bestellungen wie bisher auch die Geschäftsstelle des Gicßener Anzeigers Kreis Friedberg. Friedberg, 22. Sept. An der Ober⸗Ros bacher Land straße wurden zwei junge Arbeiter dabei ertappt, als sie eine Reihe jung angepflanzter O bstbäume abbrachen. Die Rohlinge wurden verhaftet. r. Bad- Nauhe im, 22. Sept. Auf die dritte Kriegs ⸗ anleihe wurden in unserer Stadt gezeichnet: bei dem Spar- und Vorschuß verein 624100 Mt., der Zweigstelle der Landgäflich Hessischen Landesbank 316 90) Mk. und beim Kaiserlichen Postamt 31000 Mk., so daß der Gesamtbetrag der Zeichnungen 1002 000 Nik. beträgt.— Im Bezirk der Reichs- bank-Nebenstelle Friedberg wurden 5 365900 Mk. gegenüber 4306 300 bei der zweiten Kriegs anleihe gezeichnet. Die Stadt Bad⸗Nauheim beteiligte sich mit 20 000 Mk. aus Gemeindemitteln an der Anleihe. 0 N * Aus der Wetterau, 22. Sept. Gegenwärtig sind unsere Landwirte mit der Bergung der Kartoffelernte beschäftigt. Mit dem Ernteertrag ist man überall zufrieden. Auf den Kartoffeläckern sieht man lange Reihen gefüllter Ksrtoffel⸗ säcke. Die Knollen sind sehr dick, und die Arbeit des Auflesens wird deshalb wesentlich erleichtert. Obgleich wenig Arbeitskräfte vorhanden sind, wird doch die Kartoffelernte infolge der günstigen Witterung sehr rasch beendet sein. Starkenburg und Rheinhessen. rb. Darmstadt, 22. Sept. Die Hessische Eisenbahn⸗ Aktiengesellschaft trat heute nachmittag zu ihrer vierten ordentlichen Generalversammlung im Stadthaus zusammen. Die Versammlung ehrte auf Anregung des Aufsichtsratsvorsitzenden Stinnes das Andenken des verstorbenen Eisenbahndirek⸗ tors Nettel durch Erheben von den Sitzen. Es waren 3 600 Aktien vertreten. Der Geschäftsbericht des Vorstandes für das Geschäfts⸗ 5 1914/15 und der Prüfungsbericht des Aufsichtsrats wurden battelos genehmigt. Die Gewinn⸗ und Verlustrechnung balanziert in Einnahme und 9 abe mit 798 385 Mark. Der Reingewinn stellt sich auf 285 781 Mark. Es wurde die Verteilung einer Di⸗ vidende von 4½ o einstimmig genehmigt: Die Versammlung genehmigte auch ohne Debatte die Entlastung des Aufsichtsrats und des Vorstandes. An Stelle des verstorbenen Direktors Nettel wurde Regierungsrat Jordan zum Aussichtsratsmitglied ge⸗ wählt. Nach Wiederwahl der bisherigen beiden Rechnungsprüfer war die Tagesordnung erledigt. Hessen-Nassau. r. Rodheim a. d. Bieber, 21. Sept. Die Obsternte ist fast beendet; ihr Ertrag war durchaus befriedigend. Außerordentlich stark besucht war die Gemeindeobstversteige⸗ rung; ein Baum Honigbirnen wurde mit 50 Mk. bezahlt. Der Gesamterlös stellte sich für die Gemeindekasse auf nahezu 1600 Mk. In der Vermehrung der Gemeindeobstbaumpflan⸗ schehen könnte auch in hiesiger Gegend noch viel mehr ge⸗ ehen. Marburg, 22. Sept. Die heute im Fronhof hier eröffnete Obstverkaufsvermittlungsstelle war aber beschickt und auch besucht. Die Preise für die ein⸗ elnen Obstsorten bewegten sich wie folgt: Grüner und roter iserapfel 8 Mk., Gefl. Kardinal, Kaiser Alexander 9 Mk., Prinzenapfel, Orleansreinette, Goldnobel oder gelber Edel⸗ apfel, Herbertsreinette 12 Mk., Graue Reinetten 10—15 Mk., Schöner von Boskop, Ripston⸗Pepping 15 Mk., Gravensteiner 18—20 Mk., Tafelbirnen 10—12 Mk., alles zentnerweise ge⸗ rechnet. Weitere Verkaufstage finden Freitag und Samstag tatt. f— Frankfurt a. M., 22. Sept, Unter dem Vorsitz des Regierungspräsidenten Dr. von Meister(Wiesbaden) fand am Mittwoch im Polizeipräsidium eine Versammlung statt, die sich mit der Frage der Milchpreiserhöhung beschäftigte. Die hessische Regierung war durch Ministerialrat Dr. Schliephate(Darm⸗ stadt) vertreten, ferner waren anwesend Abgeordnete der Land⸗ wirtschaftsknammern Cassel, Darmstadt und Wiesbaden, der stell⸗ vertretenden Generalkommandos des 11. und 18. Armeekorps, der benachbarten Kreise und Städte und der Milchproduzenten der Be⸗ irle Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden. Nach längeren Be⸗ jbreczungen beschloß man: Jür die Milchproduzenten keine Höchstpreise festzusetzen, und die Milch vom 1. Oktober d. J. ab den Eisenbahnstationen Darmstadt, Frankfurt, Mainz und Wiesbaden frei für 22 Pfennig das Liter zuzuführen. Endlich will man in einer späteren Besprechung, die im November tagen soll, der Frage näher treten, ob vom 15. November ab der Milchpreis auf 24 Pfennig frei Empfangsstation zu erhöhen sei. In der Ver⸗ sammlung verlas Regierungspräsident v. Meister ein gemeinsames Schreiben des Handels- und Landwirtschaftsministeriums, worin gewünscht wird, daß man von der Festsetzung von Milchhöchstpreisen für Produzenten Abstand nehmen und den Bauern die Zufuhr von 755 durch ungeeignete Maßnahmen nicht noch mehr erschweren olle. d. Dillenburg, 22. Sept. Zur dritten Kriegsanleihe zeichnete die Stadt durch Lombardierung von Wertpapieren die Summe von 33000 Mt. Dem Ausschuß für Ostpreußenhilse wurden weitere 100 Ml. über wiesen. Von der Lahn, 22. Sept. Der Mühlenbesitzer H. Kl u my von der Augustiner-Mühle bei Geisig glitt beim Aussteigen auf 5770 29* aus, geriet unter die Räder und wurde auf der Stelle getötet. r Frankfurt a. M., 22. Sept. Im Eilgüterbahnhof siel der 40jährige Eisenbahnarbeiter Heinrich Kammer zwischen die rollenden Wagen einer Rangierabteilung. Er wurde überfahren und so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit verstar b.— Das achtjährige Töchterchen des in der Friedberger Landstraße wohnenden Postschaffners Balzer stürzte in einen Bottich mit kochendem Wasser und verbrühte sich darin zu Tode. g e Vvermischtes. Das Wort eines deutschen Feldmarschalls. Der„Köln. Volksztg.“ wird„von geschätzter Seite“ geschrieben „Soldatenglück ist Gottes Gnade, mein eigenes Verdienst gering. Feldmarschall auf dem Schlachtfelde geworden zu sein und noch eine Mutter zu haben, die diese Zeit miterlebt, erscheint mir als eine besondere Weihe jenes Glückes!“ So schreibt der Feldmarschall von Mackensen einem alten Kameraden und ehemaligen Untergebenen— Worte, die von echter Gottesfurcht, vornehmer Bescheidenheit und inniger Kindesliebe eingegeben sind. Gleichzeitig mit vorstehenden Zeilen läuft, so schreibt das genannte Blatt noch, ein Photo bei uns ein, darstellend die Mutter des Generalfeldmarschalls in einem großen Kreise verwundeter Krieger. Frau Mackensen wohnt in Gieglen⸗ felde bei Hammerstein, Westpr. Sie ist annähernd 90 Jahre alt und leitet noch selbst die Wirtschaft ihrer großen Güter. Die Aufnahme ist im Kreise der Lazarettinsassen von Hammerstein, Westpr., 2 9 7 Der Leiter des Lazaretts ist Stabsarzt Dr. Barinowsfki. 2—— ů ů——— — Handel. Darmstadt, 22. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Heute vor⸗ mittag fand die 22. ordentliche Generalversammlung der Süd⸗ deutschen Cisenbahngesellschaft unter dem Vorsitze des Aufsfichtsratsvorstandes Hugo Stinnes⸗Mülheim(Ruhr) statt. Vertreten waren 6269 Aktien mit 5890 Stimmen. Die Gewinn⸗ und Verlustrechuung schließt mit 4089 094 Mark ab. Zur Ver⸗ fügung der Generalversammlung stand ein Reingewinn von 1583 415,13 Mark, der wie folgt verwendet wird: 5% Prozent Dividende, statutenmäßige Tantiemen an den Aufsichtsrat und vertragsmäßige Tantieme an die Direktion, ferner Vortrag auf neue Rechnung 89 831,05 Mark. Im übrigen wurden sämtliche Anträge der Verwaltung ohne Widerspruch genehmigt. Märtte. 5 15 F. Wiesbaden. Viehhof-Marktbericht vom 22. Sept. Am heutigen Viehmarkt standen zum Verkauf: 243 Rinder(darunter 22 Ochsen, 23 Bullen und 198 Kühe), 324 Kälber, 29 Schafe und 168 Schweine. Geschäft ziemlich belebt. Die Preise bewegten sich in der gleichen Höhe wie am 20. d. Mts. Der Auftrieb wurde bald geräumt. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 24. Sept. 1915 Wolkig bis heiter, trocken, nachts etwas wärmer. Cetzte Nachrichten. Staatssekretär von Jagow über den U-Bootkrieg. Amsterdam, 23. Sept. Die„Times“ melden aus Washington: Staatssekretär von Jagow äußerte einem Vertreter der„Associated Preß“ gegenüber über die U-Bootfrage und sagte u. a. folgendes: Passagierschiffe wer⸗ den nicht ohne vorherige Warnung angegriffen, wenn fi den maritimen Code beachten und sie werden nur versenkt, wenn die Möglichkeit vorliegt, die Menschen zu retten. Es ist jetzt hauptsächlich Sache unserer Feinde, ihre Kapitäne gut zu instruieren, keine verdächtige oder feindliche Aktion und auch keinen Fluchtversuch zu unternehmen. Es wäre vielleicht am besten, die Anweisungen, Unterseeboote anzu⸗ greifen, sowie die ausgesetzten Prämien für solche Taten zurückzuziehen. Neutrale Handelsschiffe einschließlich der amerikanischen werden nicht angegriffen, wenn sie nicht Bannware führen, und sie werden nur versenkt, wenn die an Bord befindlichen Menschen in Sicherheit sind. Zum Schluß des Interviews erklärte v. Jagow, die kaiserliche Re⸗ gierung hoffe bestimmt, daß eine volle Verständigung er⸗ zielt wird, die in Zukunft Schwierigkeiten mit Amerika be⸗ züglich der Unterseebootfrage unmöglich mache. N Ein Ultimatum Bulgariens an Serbien? 5 Lugano, 23. Sept. Die„Idea Nazionale“ berichtet von einem Ultimatum Bulgariens an Serbien, das am 23. Sept. abends 6 Uhr abläuft. 5 5 Neue Schritte der bulgarischen Regierung. 8 Sofia, 3. Sept. Ministerpräsident Rados lawow äußerte sich zu einer Abordnung der Agrarpartei, daß mit Rück⸗ sicht auf 1 Fruchtankäufe, zu die fran⸗ zösischen Banken 500 Millionen Franken zur Verfügung stellen, das kürzlich aufgelöste Komitee für öffentliche Wohlfahrt wieder in Aktion treten werde, um diesen Massenankäufen einen Riegel vorzuschieben. Bezüglich der äußeren Lage er⸗ klärte der Ministerpräsident, diese sei sehr zufriedenstellend. Die Regierung sei auf dem Wege, der zur Vereinigung des bulgarischen Volkes führe, und sei entschlossen, diese mit allen Mitteln durch⸗ usetzen. Eine amtliche Kundmachung verfügt die Einführung 1 7 Präventipzensur für alle Gelegenheiten. Die Zensur wird durch das Militärkommando ausgeübt. Zuwiderhandelnden wird die Stellung vor ein Militärgericht angedroht. 12 Rumäniens Neutralität. 88 Zürich, 23. Sept. Der„Tagesanzeiger“ meldet aus Bularest: Der Ministerrat hat sich angesichts der neuen Vorgänge auf dem Balkan für das Verharren Ru⸗ mäniens in der Neutralität entschieden. Nachmusterung der Dienstuntauglichen in Rußland. Stockholm, 23. Sept. Wie aus Petersburg gemeldet wird, ist ein Erlaß des Kriegsministeriums erschienen, in dem die so⸗ fortige Nachmusterung aller Männer im wehrpflichtigen Alter angeordnet wird, die bisher aus irgend einem Grunde nicht unter den Waffen stehen. Auch die dauernd Dienstuntauglichen machen keine Ausnahme. Die Musterung beginnt am 11.(24.) Sep; tember und dauert ungefähr drei Wochen. Verfall der Venizolistenpartei. Athen, 23. Sept. In der Venizelospartei machen sich bedenkliche Zeichen von Verfall oder mindestens Abbröckelung bemerkbar und zwar gehören die Unzufriedenen zu den Haupt⸗ stützen der Partei, denkende Männer, an denen diese Partei wirk⸗ lich keinen Ueberfluß hat. Ob rein persönliche Motive, Minister⸗ sitze zu erzwingen, oder die Unzufriedenheit in der Politik der Führer, die durchaus nicht die ungeteilte Zustimmung ihrer An⸗ hänger findet, dafür maßgebend sind, ist nicht ganz klar. Jeden⸗ falls wird versichert, daß Venizelos nach dem Wiederzusammen⸗ tritt der Kammer eine Umbildung des Kabinetts vornehmen wird. Mehrere der jetzigen Minister werden in den neusubildenden Staatsrat versetzt werden; nur der Vertehrsminister, der Min für Inneres und der Kriegsminister werden ihre? beibebalten. * sich 7 1 * 3 3 3 1 * TE e Danksagung. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme an dem uns so schwer getroffenen Verluste meines heben Mannes und, treusorgenden Vaters seiner Kinder, unseres lieben Bruders, Schwiegersohnes, Schwagers und Onkels, Herrn Wilh. Hainer Kantinenwirt sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Besonders danken wir den werten Vereinen und Militär- organen, sowie allen denen, welche dem Entschlafenen Ir. Lenz, Frankfurterstr. 117. das letzte Geleite erwiesen haben. Giessen, den 22. September 1915. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil⸗ nahme bei dem Hinscheiden und der Beerdiaung unserer lieben unvergeßlichen Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante rau Pl. Jelten l. V. Mattarine geb. Schupp Grabrede, sowie für die liebevolle Pflege der Krankenschwester und die zahlreichen Kranz⸗ spenden, unseren innigsten Dank. 65²²⁰0 Die tieftrauernden Hinterbliebenen. J. d. N.: Seinxich Velten, komm. Eisenbahn⸗Gehilse Familie Ludwig Schupp Jamilie Georg Schupp. Gr.⸗Linden, Gießen, 23. September 1915. Gestrickte Herren-Westen Militär Unter westen Wasserdichte Westen mit und ohne Futter Wickelgamaschen und alle sonstigen Militär- Bedarfsartikel Grösste Auswahl.— Billigste Preise. 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Mündliche oder schriftliche Anmeldungen zur Teilnahme am Kursus werden entgegengenommen im Geschäftszimmer des Roten Kreuzes in der alten Klinik, Liebigstraße. Sprech⸗ stunden: Wochentags von 10—12 Uf* morgens und von 4—6 uhr nachmittags. Der Beginn des Kursus wird jedem Teilnehmer schriftlich mitgeteilt 7579 Der Worfleeade- sind eingetroffen und Schellfischeund Cabltau feinste, frische Nordsee ware billigst zu haben bei Georg Wallenfels Marktplatz 21. Tel. 46. gegenüber der Engelapotheke. Wiener. Gießener Fröbel Seminar. Die Arbeiten der jetzt abgehenden D sind zu besichtigen Samstag, Sonntag und Monta den 25., 26. und 27. September, von 11 bis 1 Uhr un von 3 bis 6 Uhr. 17584 Die Aufnahme der nene u aeg findet am Moeser. erlehrexin. 11. Oktober siaut. Walltorstraße 36 Dimmer eu. Küche u. 1 Zimmer u. Kühe, auch zusammen, sof. an ruh. Leute zu verm. Näher. Zeltersweg 64(Kontor, 16864 7össli Kleine Wohnung zu verm. Bahnhofstraße 62. 65139 Sch. Zimmer m. Küche 3 Ne zu vermiet. uweg 12. 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