1 Ur. 223 165. Jahrgang Mittwoch, 22. September 101 3— Bezugs pre erschernt täglich, außer 9 f a Sonntags.— Beilagen: 5 viermal wöchentlich f Gießener Familienblätter; 1 zweimal wöchentl. Kreis⸗ 5 5— für den 8 1 ienstag un eilag): 5 zweimal W 29 g wirtschaftliche Zeitfragen f monatl. 75 Pf., viertel⸗ Jerusprech ⸗ Anschlüßse: 2 jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen 6 monatl. 65 Pf.; durch* die Post Mk. 2.— viertel 2 jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. für die Schriftleitung 112 Verantwortlich für den 5 0 15— ee 1 7 3 i 0 2 2 Feuilleton: Aug. Goetz; 4 ene— el E 5 Ur Ober E en 5 Er Stadt Ar Land, richten Anzeiger Slezen.* ö Vermischtes und Ge· 1 1 Leben Auen 5. bas ceatecr J be Rotanonsdrud ind berog der brüh chen Univ.- Buch und steindrud bei R. Tange. schristleitung, Seschäftsstelle u. Druceref: Schulstr. 2. Beg, lan dich g ehe. Bulgariens Mobilmachung. Neue Erfolge im Often. 5 artler, 21. Sept.] Krieges, Realpolitil. Vergeblich sind die Lockungen des amtlich Großes Hauptauart! 21. Sey Vberberbandes e de Preußen des Ballans aer der Westlicher Kriegsschauplatz. eigenen Wagen zu spannen; auch in London und Paris 1 sieht man ein, d man eine diplomatische Schlacht ver⸗ 3 Im Abschnitt Souchez⸗Arras unterhielt die fran⸗ 5 hat. Weil 7 Türkei den riflichen Valkanstaafen leere Fsische Artillerie fast ununterbrochen starkes Feuer; in der] Versprechungen gab und nicht mehr, griffen die christlichen Balkan Gegend von Neuville kam es zu ee e 8 8—** D 5. 2 rümmer'ossene Schleusenhaus von] Bulgarien nichts anderes, selbst in diesem Welt eg übrig hatte, 5 4— 1 e von sucht es sein Recht mit der Schneide des Schwertes Es wird nich! Reims) wurde nachts nach Sprengung der Ueberreste plan⸗ eee 2 1 r 2 1 und ohne Berührung mit dem Feinde von uns ge⸗ de eich die jedermann denkt, wenn er mit 8 4 en eines lgarischen Eingreifens heute als je rechnet. Eine Antwort Bestlich von Perthes(in der Champagne) und in den f ist heile noch nicht gut möglich. ie wird davon abhängen, in Argonnen wurden mit Erfolg Minen in der feindlichen Stel⸗ welchem Maße Bulgarien auftritt. falls zeigen die Vorgänge, lung gesprengt. 5 namentlich in Neugriechenland, d ß man dem Balkanbruder nicht Mehrere Handgranatenangriffe am Hartmanns ⸗ mehr Vertrauen entgegenbringt als zur Zeit des zweiten Balkan⸗ weilerkopf wurden abgeschlagen. krieges und für alles gerüstet sein will. Serbien verschanzt sich Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls es weiß, woran es ist; Rumänien wartet weiter ab noch ist ihm v. Hindenburg. Die Trupnen des Generalobersten von Eichhorn am Vorabend bedeutender ignisse, von denen heute noch 2 W T 1 gänzlich vorbei ist. ind nordwestlich und südwestlich von Oschmjana im fort⸗ 5 2 sie führen werden. Vom ; 8 sche e Die Haltung Griechenlands. schreitenden Angriff. Der rechte Flügel der Heeresgruppe er⸗ sollte, so wollen cht frohlocken. Auch hier gilt das Wort 0 5 8 5 reichte unter Nachhutgefechten die Gegend östlich von Lida b 2381 Walle a Berlin. 22. Sept. Wie dem„Berliner Lofalaatzeiger aus bis westlich von Nowogrodsk.. n 8 3 3 3 4 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 5 en enn 4 Prinzen Leopold von Bayern. 5 enstimmung über die Haltung Griechenlands iu der nähsten Zeit. Der Uebergang über den Molo zadz bei und südlich Griechenland betrachte ein etwaiges bewaffnetes Vor⸗ Dworzec ist erzwungen. Weiter südlich. üdhst⸗* 5 15 5 3 einen re 1 Truppen unter Berfolgungskämpfen bis in die Linie südöst⸗ 5 1 5 eits, an der Seite Serbiens einzugret en, da es ic Molezahz--Nubelg-Wiosch- westlich Ostrow. Der österreichisch⸗ungarische r e e d dun keinen Verhag phmden fei, sich in den Walttrtes er- Wien, 21. Sept.(WT. Nichtamtlich.) Amtlich wir zumischen. 5 deeresgrupre eee ee 21. September 1915. 5 Die Lage ift unverändert. Russischer Kriegsschauplatz. Südöstlicher Kriegsschauplatz. 950. 11— 2 8— 1 z ume östlich von L u rden abgeschlagen. An der Bei den deutschen 5— 5 3 8 Ikwa zersprengte das Kreuzf unserer Batterien einige mich von der Regierung zurückzuziehen. Die Entwicklung der Ereignisse jedoch zeigt, daß mein Rücktritt von schwerwiegender Bedeutung wäre und meine politischen Gegner Grund zu der Meinung haben würden, daß ich vor der Verantwortung fliehe, wie es Geschow 1913 im entscheidenden Augenblick tat. Anderer⸗ seits wüßte ich nicht, in welche Hände Bulgarien dann fallen. würde. Wer weiß, ob die Regierung nicht wieder von unvernünf⸗ tigen Politikern geführt werden würde und ob Bulgarien nicht a in eine Aktion getrieben werden würde, welche eine neue„ 1 eine gefahrvollere als die erste zur Folge haben würde. 13 Rücktritt zu dieser Zeit würde die größte antwortung vor der Nation auf meine Schultern legen. Deshalb muß ich trotz meiner Ermüdung auf meinem Posten verharren, um Bulgariens In⸗ g Zulu zu wahren und der bulgarischen Nation eine glücklich 4 Zukunft zu sichern. g Sofia, 22. Sept.„Utro“ erfährt noch einige Ernzel heiten 8 über die neue Note der Entente an Bulgarien. Danach wird Mazedonien von Truppen der Entente oktupiert, um nach dem Kriege an Bulgarien abgetreten zu werden. Es wird dies abhängig gemacht von den Erfolgen der Entente und von Kompensationen, die Serbien erhält. Das Blatt bemerkt hierzu: Angesichts der⸗ artiger Vorschläge kann man nicht erst die bulgarische Antwort abwarten. Schon heute ist vorauszusehen, daß die Zeit der Entente Den Samen legen wir in ihre Hände, Ob Glück, ob Ungllück aufgeht, lehrt das Ende. Der türtische Bericht. 8 Konstantinopel, 21. Sept.(W Nichtautklich) Dos Hauptquartier meldet: An der Front von Irak machten wir 3 am 19. und 20. September einen Feuerüberfall auf ein zu beiden Seiten des Flusses gelegenes feindliches Lager und auf Mptor⸗ feindliche Abteilungen, die dem Westufer des Flusses 5 5 e 8, N 1 3 lesten Fuß zu fassen versucht 855 verlief der gestrige doors des Jeunes Die Marmschaft einer feindlichen Artillerie- 5 Wir sind neuen großen Ereignissen nahe, län m Nordosten ruhig. Die Lan Wirte und Pferde, Waffen und Munition 2 1 beutet. Ein Motorboot wurde in Grund geschossen. 5 An den Dardanellen bei Nnaforta hat sich nichts er⸗ 70 eignet.. Bei Ari Bur uu lenkten wir am 19. September miser Feuer 1 auf zwei feindliche Geschütze, die östlich von Ari Burnu aufgestellx waren, erzielten Volltreffer und brachten den fliehenden feindg lichen Artilleristen schwere Verluste bei. Am gleichen Tage be⸗. schossen wir bei Ari Burnu ein feindliches Schiff, auf dem wir einen Brand hervorriefen. Ebenso beschossen wir einen Schlenper, i der von Truppentransvportschiffen begleitet war, die bei Kabateve Ladungen löschten. Er wurde getroffen. Beide Schiffe zogen sich nach der Insel Imbros zurück.. warteten Notwendigkeiten, die aber in ihrer Richtung und Bedeutung für die Art der Kräfteverschiebungen schlecht ab⸗ zumessen waren. Jetzt, wo an der Düna, am Pripet und an der Donau die Geschüge einen neuen Auftakt in diesem Weltkrieg begrüßen, beginnt sich die Luft zu klären. Wir sind nicht in der Lage, an die neuesten Ereignisse, die uns heute der Draht übermittelt, alle Vermutungen und Folge⸗ rungen anzuknüpfen, die sich dem Beurteiler unwillkürlich aufdrängen. Noch ist alles im Fluß, und es steht uns Deut⸗ schen nicht an, die Entschließungen fremder Länder, auch wenn diese unseren Interessen entgegenkommen, mit dem laẽten und voreiligen Geschrei und Lärm zu begrüßen, den wir bei der italienischen daricgtergärung auf der Seite unserer Feinde gehört haben. Die Dinge kommen, wie sie kommen müssen. Nicht Sympathien entscheiden in erster Linie, sondern reale Interessen. Die Quelle der ernsten und bedeutungsvollen Nachrichten, die sich uns heute aus Sofia, Athen, Bukarest eröffnet, kann heute nur klopfenden Herzens mit den Augen verfolgt werden; die Worte stocken auf der Zunge, denn wir wissen nicht, wie die Gesamtlage sich ge⸗ stalten wird. Das eine aber wissen wir: wir haben nichts zu fürchten, sondern nur zu hoffen und der Wirkun der Tatsachen zu vertrauen. Diese Tatsachen sprechen au aus dem neuesten Bericht unserer Heeresleitung eine eherne Sprache. Rußland geht seinem Schicksale schneller entgegen, 5 man es gedacht, und auf dem Balkan dämmert eine neue Zeit.. Italienischer Kriegsschauplatz. In Südtirol eröffneten unsere schwersten Geschütze das Feuer gegen die vom Feinde belegten Ortschaften, sowie gegen seine Stellungen und Batterien im Raume von Sera⸗ valle nördlich von A l a. Vor unserer Grenzstellung auf dem Coston(Hochfläche von Vilgereuth) wurden die Ita⸗ liener wie immer abgewiesen. Eln feindlicher Doppeldecker warf auf Trient höchst einfältige Flugschriften aus der eder des Leutnants Gabriele d' Annunzio ab. An der ärntner Front hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Im Raume von Flit sch ist nun nach den vollständig gescheiterten italienischen Angriffen der vergangenen Woche wieder Ruhe eingetreten. Nur die feindliche Artillerie feuert noch weiter. An den anderen Teilen der küstenlündischen Front beschränkte sich die Lampftätigkeit gestern auf Geschütz⸗ 8 kleinere Unternehmungen des Schützengraben⸗ rieges. Sũüdöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Artillerie störte serbische Befestigungsarbeiten an der unteren Drin a. Sonst nichts Neues.. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. ö„ Allgemeine Mobilmachung Bulgariens. 6 8 U 5 7—5—— 5 Berlin, 21. Sept.(We. Nichtimtlich) Die Königl. arbieten, sind nach allen Ri. tungen hin schon erwogen un; f. 7 1 7. 5 N besprochen worden; heute gilt es, die Stunde der Entschei⸗ eee e ee dung abzuwarten. Gestern schrieb der Berner„Bund“ in ri n 5 baue 0 2 seiner Erörterung der Kriegslage: 0 angehörigen, daß die Kal. hulgarische Regierung heute, am Seit Wochen war bekannt, daß der Balkan rüstete, da sich die 8.(21.) September, die allgemeine Mobilmachung an⸗ Dardanellenaktion zu. un den künftigen Besit Kon⸗ geordnet hat. Infolgedessen werden sämtliche bulgarischen Staats⸗ tan 1 e N t der angehörigen, die sich in Deutschland befinden und militärpflichtig Frieden länger zu befristen waren. Die bulg Mobil⸗; j;. f werder, gu mi eher ster di eriece in Hang we sun, ageerdordert, sch umvemalich nach der Heimat uber Wien 755 offizielle Daten fehlen, und die rumänische 1 oder Rumänien zu begeben. Um etwaige nähere Auskünfte Oft N 4. 1 über die allgemeinen Bedingungen können sich die bulgarischen nung der ensive gegen Ser! ein Gegenmittel gegen poli⸗ Staatsangehörigen mündlich oder schriftlich an die Kgl. bulgarische 5 0 0 Wi e ee, 12 f age lt dr. serbische Gegen, Gesandtschaft in Berlin, Kurfürstenumm 37, wenden. offensive zu binden. Ob es mit Demonstrationen fein Bewenden Sofia, 21. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) In einer Versamm⸗ hat, scheint zweifelhaft— jedenfalls sind die Ereignisse mit lung der der Regierungspartei angehörenden Abgeordneten der schärfster Aufmerksamkeit zu verfolgen, ohne daß man den Sobranje erkla 3 sid 5 5 9 S our Kriegsschauplätzen im Osten u g 0 r 5 o w. r ten vernachlässigen dürfte. er sortschreitenden Ereignisse könne Bulgarien ni t Von Griechenland liegt heute die allerdings nichtfuntätig bleiben und müsse für alle Möglichkeiten gewapp⸗ K nachstehende Meldung vor, der König und Veni⸗s net sein Die Mobil mach ung werde demnächst folgen, nachdem zelos hätten sich geeinigt, ein zetwaiges Losschlagen Bul⸗ die Interessen Bulgariens die Aufgabe seiner bewaffneten Neu- gariens gegen Serbien nicht mit kriegerischen Schritten zu tralität nötig machen witrde beantworten, da keine bindenden Verträge vorlägen. Uns. 5 int, die Interessen Gri ands i g Sofia, 22. Sept. Belannt wird jezt eine Aeußerung des] zelnen Stellen die Kämpfe um den Besitz der Wilija-Uebergänge 5 Falkun noch 5 als——— 75 9 1 Königs gegenüber den Führern der Opposition. Der König fort. Bei allen Gefechten und Gegenangriffen gaben unsere Trup⸗ der Gef chehnisse verblaßt sind. Am estri 1 Diens als sagte: Eine Politik, wie Sie sie empfehlen, ist sehr, sehr fraglich. pen unablässig Beweise ihrer guten militärischen Eigenschaften von der Mobi 5 Bulgari* gen Dienstag, Meine Politik ist klar und gut angelegt. Heute fand unter dem Vor-und bewahren die Ruhe auch in der heikelsten Lage. An der Front on Mobilmachun ae noch nichts nt] sitz des Ministerpräsidenten eine Versammlung statt, der die längs der Eisenbahn Bieniakoni— Lida und am östlichen war, schrieb die„Köln. Ztg.“: diemmermebrheit bewohnte. Bemerkenswert ist, daß die Gbena⸗ Schischg ra Ufer ist die Lage unverändert. Am Stochad, g zariens Tag ist nahe, der Tag, da es Rache nehmen kann] diewgruppe der Stabubwistengruppe nicht eingeladen war, sondern au der Eisenbahn Kowel—Sarny, warfen unfere Truppen R für den Raub Serbiens im zweiten Balkankriege; mit der Türkei] nur die Anhänger des Ministers Petkow. Im Zusammenhang mit] Feinde mit dem Bajonett aus Szerek und töteten eine groß at es sich gütlich geeinigt über Gebiete, die es im ersten Balkan⸗ dieser Desavouterung Ghenadiews durch seine Partei wird sein] Zahl von ihnen: in der Gegend von Rozyzszeze, nördlich . e gewonnen, im zweiten wieder verloren hatte. Bulgariens Tag] Rücktritt erwartet. Er berief eine Sevaratversammlung seiner] Luc, griff unsere Kavallerie die Desterreicher an, brachte sie zum a a 1 nahe, der Tag, da es in den Besitz des Landes kommt, na Anhänger ein. Das Kabinett Radoslawow bleibt] Laufen über eine Strecke von pier Werst, säbelte eine große dem es seit dreißig Jahren die Hände ausgestreckt hat⸗ Maze⸗[für alle Fälle am Ruder. Der Ministerprasident erklärte] Anzahl nieder und machte mehr als 200 Gefangene. Eine anders 9 4 treiht auch heute, rend des großen! in dieser Beziehung: Einen Augenblick lang war ich entschlossen, berittene Truppe entdeckte beizetten den des Feindes An den anderen Fronten keine Veränderung. 3 Konstantinopel, 21. Sept.(WTB. Nichtamtlich.)„Tas⸗ 5 vir⸗i-Efkiar“ erfährt aus Salonik, daß zwischen den Generalen Hamilton und Sarrail ernste Meinungsverschiedenheiten ausge⸗* brochen seien. 7 n 4 7 Der russische Bericht. Petersburg, 21. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Mitteilung des Großen Generalstabes von gestern abend. Am Eckau⸗ lluße in der Gegend von Riga verstärfte sich das feindliche Ge⸗ schützfeuer und es fanden Gefechte statt. Wir sprengten eine Brücke, welche die Deutschen bei dem Dorfe Plaue nordwestlich Mitau über die Aa zu bauen suchten, in die Luft. Bei dem Landgut Schödern in der Gegend der Eisenbahn südwestlich Illuxt setzten unsere Trup⸗ pen sich nach erbittertem Kampfe in den Besitz ihrer alten Schützen gräben und fanden darin viele Gewehre, Patronen und andere Mu⸗. nition. Lebhafte Kämpfe fanden in der Gegend der Straßs 4 von Dünaburg nach Südwesten, in den Seenenzen, statt. Wir verdrängten den Feind aus dem Dorfe Widsy östlich der Eisenbahn Nowo—Swienziany— Dünaburg. In der Gegend Wilna gingen unsere Truppen nach Gesechten um die Uebergängo über die mittlere Wilija ein wenig nach Osten. In Gegend nord⸗ westlich der Eisenbahnlinie Wileijka— Molodetschno dauern an ein⸗ 8 N von Kiwerch auf Luck, griff ihn gleichfalls an, warf ihn in die Alucht,— 4 5 Offiziere und 300 Soldaten zu Gefangenen, nahm emen großen Wagenzug mit Lebensmitteln, 10 Feldküchen, sowie ein Musikkorps. Nachdem unsere Truppen den Wald bei dem Dorfe Jaroslawicze am Styr, südöstlich Luck, genommen hatten, er⸗ beuteten sie 2 Maschinengewehre und machten 2 Offiziere und etwa 100 Soldaten zu Gefangenen. Nach einem Bajonettangriff bei dem Dorfe Iwanie an der Ikwa in der Gegend von Dubno verdrängten unsere Truppen den Feind aus dem dortigen Brücken⸗ kopf. In der Gegend nördlich und westlich der Stadt Krzemieniel bemächtigten sich unsere Truppen nach einem Gefecht der Dörfer Sapanow und Dunajow und machten dort viel Gefangene. Wir wiesen die Angriffe des Feindes auf die Dörfer Bosszezowka und Rostoli, nordwestlich der Stadt Wischnewec, ab.. Anmerkung: Die österreichische Presse versucht die Wahr⸗ haftigkeit des Berichts des Großen Generalstabes vom 14. Sep⸗ tember in Frage zu stellen, besonders den Satz⸗über die ungeheure Zahl von Gefangenen, welche unsere Truppen in dem letzten Feldzu schnitt gemacht haben. Der Große Generalstab, der be⸗ reits Gelegenheit genommen hat, seine Haltung in der Frage der Herstellung der Wahrheit in seiner Mitteilung in das richtige Licht zu setzen, erklärt, daß schon die Zahl der während der Operationen füdlich der Waldregion Westrußlands in den letzten Augusttagen und anfangs September verzeichneten eingebrachten Gefangenen sich auf 70 000 Mann beläuft. Diese Zahl wird sich noch beträcht⸗ lich erhöhen, wenn die kleinen Trupps von Gefangenen aus zahl⸗ reichen rmützeln und Gefechten während des ungeordneten RNückzuges des Feindes eingebracht sein werden. Diese Gefangenen⸗ ttrupps sind derartig entkräftet, daß sie nicht imstande sind, zu marschieren Die letzten Berichte stellen fest, daß der zurückziehende 7 in der Gegend des oberen Styr alles Vieh, welches er 5 det, mit wegtreibt, ohne zu bezahlen oder Empfangsscheine auszustellen. 5 Die Kämpfe bei Dünaburg. 5 London, 21. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der Korre⸗ fsfondent der„Times“ an der russischen Front, Wash⸗ burn, meldet unterm 18. September aus Dünaburg, er habe die letzten drei Tage in unmittelbarer Nachbar- schaft der Front verbracht, wo mit kurzen Pausen eine . le liche Schlacht wüte. Der nächstgelegene Punkt der Front sei nur 15 Kilometer von der Stadt ent⸗ ern t. Die verlassenen Straßen hallten von dem schweren Kanonendonner wider. Er sagt: Die Russen legten vor Diünaburg eine dreifache Linie doppelter Schützengräben an. Sie vermochten bisher die wütenden Sturmangriffe, die von schwerem konzentrischem Artilleriefeuer unterstützt wer⸗ den, abzuwehren. Der Feind nahm die erste Linie wieder⸗ holt, wurde aber immer wieder daraus vertrieben. Die Deut⸗ schen sind zwei⸗ bis dreimal stärker als die Russen und ver⸗ 15 5— wie immer über eine ungeheure Uebermacht an Ar⸗ tillerie. Trotzdem konnten sie bisher keine Eutscheidung er⸗ gingen. Die Haltung der Russen ist unerschüttert. Russisches Dementi. Petersburg, 21. Sept. Die Petersburger Telegraphen⸗ Agentur dementiert nachdrücklich die in gewissen Berliner Blät⸗ tern erschienene Nachricht, laut welcher der Zar den Armee⸗ Oberbefehl an den General Rußki übergeben haben soll und bezeichnet sie als eine aus der Agentur Björnson stammende Erfindung. Eine Begründung des angeblichen Kommandowech⸗ sels werde übrigens gar nicht mitgeteilt. Weitere, wohl eben⸗ falls aus Stockholm stammende Telegramme von Berliner Zei⸗ tungen melden die Verhaftung von 17 Mitgliedern der Duma und die Internierung von 8 dieser Mitglieder in der Peter⸗ und Paul⸗Festung. Weiteren Informationen aus Berlin nach 12 schließen, soll die Lage in Petersburg die Rück⸗ kehr des Zaren dringend erheischen. Die Petersburger Tele⸗ 5 l ist jedoch in der Lage, ihren Feinden mitzutei⸗ b daß deren Genugtuung über die angeblich bedrohliche Lage durchaus unbegründet sei. Sämtliche Dumamitglieder sind auf freiem Fuß. Die von den Berliner Zeitungen mitgeteilte Zahl würde eher zutreffen auf die nach erfolgter Vertagung der Duma in die Provinz abgereisten Deputierten. Die übrigen Mitglie⸗ der bleiben in der Hauptstadt und wirken mit an der Regelung der Ausrüstungs⸗ und Bewaffnungsfrage. Deer Uaiser im Often. Berlin, 21. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: S. M. der Kaiser begab sich vor einigen Tagen an die Ostfront zu ein⸗ gehender Besichtigung der Festung Nowo-Georgiewsk und der Festung Kowno. f 8 g Im Hafen von Nowo⸗Georgiewsk lag, über die Top⸗ pen geflaggt, unsere Weichselflotte. Unter Glockengeläut und dem Gesang der Nationalhymne exfolgte der Einzug in die Stadt, deren Mittelpunkt die im großen Stil angelegte Zitadelle mit ihren für die Unterbringung von 10 000 Mann ausreichenden Kasernements bildet Im Wohngebäude der Kommandantur hat eine deutsche Gra⸗ nate den 1705 in das Arbeitszimmer eines ehemaligen Komman⸗ danten gefunden und dort arge Verwüstungen angerichtet. 5 Nach einer Besichtigung des Parks der über 1600 erbeuteten xussischen Geschge wurde die Fahrt zu den Forts angetreten, wo⸗ bei namentlich Fort 2, pon deutscher Landwehr gestürmt, ein⸗ gehend besichtigt wurde. Auf der Weiterreise fanden Besprechungen mit dem Generalgouverneur von Warschau, General der Infanterie von Beseler, und dem Chef der dortigen Zivilverwaltung, Exzellenz von Kries, statt. . Auf der Fahrt nach Kowno wurden in Nasielsk deutsche Truppen besichtigt. Eine große Anzahl tapferer Kämpfer wurde durch die Hand des obersten Kriegsherrn persönlich mit der wohl⸗ verdienten Auszeichnung des Eisernen Kreuzes 11 5 Am Bahnhof Kowno empfing S. M. den Kaiser General⸗ feldmarschall von Hindenburg und Generaloberst dvon Eichhorn aus deren Mund der Kaiser den Vortrag über die Kriegsereignisse entgegennahm. S. M. der Kaiser bestieg darauf mit dem Feldmarschall von Hindenburg den Kraft⸗ wagen zur Fahrt über die von ee Pionieren im feindlichen Feuer über den Narew geschlagene schwimmende Kriegsbrücke in die mit Fahnen und Blumen geschmückte Stadt durch das Spalier der in begeisterten Jubel ausbrechenden Truppen und Kranken⸗ schwestern. Glockengeläute und Salutschießen aus den eroberten kussischen Batterien begleiteten die Fahrt. Auch die Häuser der einheimischen Bevölkerung waren vielfach ge⸗ schmückt. Kinder streuten Blumen vor dem kaiserlichen Kraft⸗ wagen. Nach einer Parade wurde die russische katholische Kirche 2 vor der unter Glockengeläut und Orgelklängen großer Empfang durch die gesamte katholische Geistlichkeit von Kowno stattfand. Es folgte eine Besichtigung der Festungsanlagen, wo besonders ein Volltreffer in ein Munitionsmagazin der Anschluß⸗ batterie des Forts 4 die verheerende Wirkung unserer 42⸗Ztm.⸗ Haubitzen deutlich vor Augen führt. Auf Hunderte von Metern 1— 5 die großen Betonblöcke des Munitionsmagazins herum⸗ geschleudert. Zur Abendtafel waren der Generalfeldmarschall v. Hinden⸗ burg, General v. Eichhorn und der deutsche Gouverneur de Festung Kowno geladen. 0 5 5 Das Wirtschaftsleben in Oesterreich⸗ungarn. Wien, 21. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Das„Fremden⸗ klatt“ teilt mit: Trotzdem im August für die dritte Einzahlungs⸗ 3 2 auf die österreichische Kriegsanleihe ein Kapitals⸗ erfordernis von über einer halben Milliarde Kronen zu befriedigen war, und dies demnach einen großen Teil der Spareinlagen an sich zog, weisen die Spareinlagen bei den Wiener Geld⸗ instituten im August die weitere ansehnliche Stergerun um 53 Millionen Kronen auf. Seit Beginn des Jahres ergibt si ein Zuwachs von 242 Millionen, gleich vierzehn Prozent. Wenn die Steigerung von pierzehn Prozent für die Gesamtheit der Geld⸗ Keinlagen angenommen würde, betrüge die Steigerung der Geld⸗ „ R einlagen in der Monarchie ungefähr 2,8 Milliarden. Das„Frem⸗ denblatt⸗ betont, die Ziffern bieten ein erfreuliches Bild der gesunden finanziellen Verfassung unseres Wirtschaftslebens, ines innigen Zusammenhanges mit unseren großen Banken und Spar⸗ lassen. Die Zusammenfassung dieser Kräfte, deren einheitliche und zielbewußte Fabeln verbürgen die großen wirtschaftlichen und jinanztellen Erfolge während des Krieges; sie brachte alle jene großen Fragen bei uns zur glücklichen Lösung, die bei unseren Feinden eine Quelle steter Sorge und Unsicherheit ist. Das türtische Parlament. 5 Konstantinopel, 21. Sept. WTB. Nichtamtlich.] Das Parlament wird entsprechend der Verfassung am 28. Sep⸗ tember zu dem letzten Tagungsabschnitt der gegenwärtigen, am 13. November endigenden Session zusammentreten. Die neue Ses⸗ sion wird am 14. November eröffnet. 0 0 5 Vorträge Björusons in Norwegen und Schweden. Kristiania, 21. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Von unserem Pripatkorrespondenten: Björn Björnson hielt gestern abend in der Universitäts⸗Aula vor ausverkauftem Hause seinen seit Wochen mit großer Spannung erwarteten Vortrag.„Der Krieg, Eindrücke und Stimmungen von drei Fronten“. Der Vortrag hatte einen durchschlagenden großen Erfolg, trotz der verschiedenen offenen und versteckten Versuche gewisser deutschfeindlicher Blätter in Kristiania, Björnson als im Dienst der deutschen Stimmungs⸗ mache stehend zu verdächtigen. Der meisterhaft aufgebaute und künstlerisch vollendete, zu mächtiger Wirkung eigerte Vortrag fesselte die nach vielen Hunderten zählende Zuhörerschaft volle zwei Stunden und erweckte schließlich bei alle chörern be geisterten Beifall. Es war das erstemal, daß in Kristiania ein Redner, noch dazu ein Norweger von so angesehenem Namen, zu den Norwegern über Deutschland im Kriege gesprochen hat. Björnson verstand es meisterhaft, seinen norwegischen Zuhörern die menschliche g des mächtigen inneren äußeren Kampfes klar zu machen, Sten das deutsche Volk jetzt um sein Be⸗ stehen gegen eine Welt von starken Feinden siegreich kämpft. Er schilderte vor allem das rein Menschliche in diesem ungeheuren Völkerringen und gab packende heitere und ernste Bilder aus dem Leben und Kampfe des deutschen Volkes, aus seinem Wirken an drei Fronten und vor allem in seiner stillen Arbeit daheim. Björnson will im ganzen 22 Vorträge, zunächst in verschiedenen norwegischen Städten, dann in Stockholm und anderen Städten Schwedens halten. Es ist zu erwarten, daß die Vorträge Björnsons in Norwegen richtiges Verständnis für den Kampf des deutschen Volkes erwecken werden. Eine Thronrede der Königin von Holland. Haag, 21. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Bei der heuti⸗ gen Eröffnung der Generalstaaten brachte die Königin in der Thronrede ihre tiefe Genugtuung darüber zum Ausdruck, daß dem Vaterlande die Schrecken des Krieges erspart blieben, der noch immer kein Ende nehme. Der feste Wille der Regierung und Volksvertretung, die Unverletz⸗ lichkeit der Niederlande zu erhalten und die Pflich⸗ ten der Neutralität streng zu wahren, fänden überall Anerkennung. Die Beziehungen der Niederlande zu allen fremden Mächten seien freundschaftlich geblieben, Flotte und Heer ständen bereit, die nationalen Interessen des Landes zu schützen. Obwohl das Wirtschaftsleben durch die all⸗ gemeine europäische Lage noch sehr gedrückt sei, befänden sich die Landwirtschaft und Gartenwirtschaft in einem allgemein günstigen Zustande. Die verschärfte Aufsicht der Regierung bei der Einfuhr von Lebensmitteln und anderen Waren, die bezwecke, Preistreibereien zu verhindern und zu verhüten, daß die Lebensmittel und Rohstoffe, die in den Niederlanden selbst benötigt werden, das Land verlassen, sei noch immer unvermeidlich. Die Regierung versuche, die Einfuhr von Rohstoffen und anderen notwendigen Gütern möglichst zu begünstigen, deren beschränkte Zufuhr häufig die Fabrik⸗ betriebe gefährdet habe. Die Lage in Indien gebe keinen Anlaß zur Beunruhigung. Die zuletzt angekündigten Vor⸗ schläge zur Aenderung der Verfassung würden bald unter⸗ breitet werden. Wegen des erheblichen Fehlbetrages im Jahre 1916 und zur Deckung neuer Ausgaben würden Ge⸗ setzentwürfe zur Ueberprüfung der bestehenden und zur Ein⸗ führung neuer Steuern unterbreitet. Die Vorschläge wegen Regelung der schwebenden Schuld würden, obwohl die Schuld im Steigen begriffen sei, bis zum Frühjahr 1916 hinaus⸗ geschoben. Gesetzentwürfe zur Umgestaltung der Arbeiter⸗ versicherung seien in, Vorbereitung. Bis zur Vorlage des neuen Flottengesetzes würden die veralteten Bestände all⸗ mählich erneuert, wobei in erster Linie die Verteidigung Indiens berücksichtigt würde. Die Thronrede sagt zum Schluß, die Königin sehe im Vertrauen auf den Willen des Volkes, die schweren Bürden mutig zu tragen, die eine un⸗ vermeidliche Folge der gedrückten Lage seien, der Zukunft mit Zuversicht entgegen und sei überzeugt, daß die Niederlande, wenn ihnen der Krieg bis ans Ende erspart bliebe, auch weiterhin einen ehrenvollen Platz unter den Nationen einnehmen würden. 5 Aus dem englischen Unterhaus. London, 21. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Im Unter⸗ hause brachte Mac Kenna. das zweite Kriegsbudget für das laufende Finanzj ein. Er kündigte dabei eine Erhöhung der Einkommensteuer um 40 Prozent an. Die Steuern hätten in diesem Jahre bisher 11 274000 Pfund Sterling einge⸗ bracht; man erwarte für das ganze Jahr 37 400 000 Pfund Ster⸗ ling. Auch die Ergänzungssteuer werde bei einem Einkommen von 8000 Pfund Sterling und darüber erhöht werden und zwar um 2/10 bis 3/6 Shilling, woraus man 2 150 000 Pfund Sterling zu erzielen hoffe. Ferner sollten die Kriegsgewinne besteuert—— Aus Mailand. Berlin, 22. Sept. Infolge der Zunahme der Flieger⸗ besuche in Mailand wurden, laut„Berliner Tageblatt“, die Kostbarkeiten und Sehenswürdigkeiten der Museen und des Doms in aller Stille weggeführt. Der Seekrieg. Lowestoft, 21. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Dampfer„Horden“(1434 Tonnen) ist versenkt worden, die Besatzung wurde gerettet. Aus dem Reiche. 5 Die Kriegsanleihe. Berlin, 21. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Morgen läuft die Zeichnungsfrist auf die dritte deutsche Kriegs⸗ anleihe ab. Die Reichsbank wird indes in den Besitz eines großen Teiles der bei auswärtigen Zeichnungsstellen einge⸗ laufenen Anmeldungen erst am Donnerstag gelangen. In⸗ folgedessen ist die Feststellung und die Bekanntgabe des Er⸗ g gebnisses der Zeichnung nicht vor Freitag, den 24. September, zu erwarten. Alle Zahlen, die vor Ver⸗ breitung finden, beruhen auf leeren Vermutungen. Die Bekämpfung der Preistreibereien. Berlin, 22. Sept. Der Bundesrat wird, verschiedenen Blättern zufolge, sich noch diese Woche mit der Bekämpfung unberechtigter Preistreibereien auf dem Lebens- mittelmarkte beschäftigen. Die Zulassung eiserner Gewichte. Berlin, 21. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Durch die Be⸗ schlagnahme von Messing, Kupfer und Nickel ist ein empfindlicher! praktischen Seite die Geschichte len Zuhörern be⸗ d Mangel an e und kleinen Ge⸗ wichten, die bisher. nur aus diesen Metallen 9 1 werden durften, im Handel hervorgerufen worden. Tem Mangel ist jept, wie die kaiserliche Normal⸗Eichungskommission mitteilt, durch Zu⸗ lassung von eisernen Gewichten abgeholfen worden. a Ein Hirtenbrief des Erzbischofs von Posen. 2 Posen, 20. Sept. Nichtamtlich.) Erzbischof Edmund Dalbor veröffentlicht anläßlich seiner morgen vormittag im Dome von Posen stattfindenden Einführung und Konsekration ein Hirtenschreiben, in dem es heißt: „In einer großen Zeit des geschichtlichen Werdens über⸗ nehme ich die Leitung der Diözesen. Der Schlag der Weltuhr kündet Stunden von unermeßlicher Bedeutung für das Schicksal der Völker, der Kirche und der Religion, Stunden, die über das künftige Weltbild entscheiden. Noch wissen wir nicht, was uns die Zukunft bringen wird, aber das fühlen wir bereits, daß in der Welt Gottes Absichten u Ausführung kommen werden. Was 7 noch unmöglich schien, das ist heute schon Wirklichkeit. Gottes Finger ist offenbar geworden in geheimnisvollen Zeichen, deren volles Verständnis uns 1 noch fehlt, die uns aber eine Um⸗ gestaltung der Welt bereits ahnen lassen; verschwinden wird, was nach dem Willen Gottes zum U ge reif ist. Er⸗ stehen wird zu einem neuen dauernden Leben, was Gott zum Le erwecken und erhalten will. O, möchten wir uns doch dieser großen Zeit würdig erweisen, möchten wir doch urch Her See rnhelt Lauterkeit der Gesinnung und hei⸗ ligen Willensdrang uns einen Platz errin unter denen, die das Leben und e sollen. Möchten wir doch wert sein, Gottes ewige Gedanken bei der weiteren Entwicklung der Welt in die Tat umzusetzen. Jeder von Euch, meine Lieben, muß durchdr sein von dem Bewußtsein, welch große Verantwortung auf ihm ruht, jeder muß in dankbarer Erfüllung der Gebote des Heilandes nach Kräften beitragen, den 1 Gottes auf uns herabzurufen. Der Grundsatz der Pflichterfüllung gilt zwar immer und überall; doch wenn unser Haus in Gef ist, wird mit Recht von jedem Hausbewohner doppelte samkeit und Pflichterfüllung verlangt. Nun leben wir gegenwärtig alle in einer Zeit harter Bedrängnis. Lauter als je dringt die Stimme Gottes an unser Ohr. Wachet und betet!“ Berlin, 21. Sept.(WTB. Nichta von Gnesen⸗Posen, Dr. Dal bor, dessen feierliche Einführung heute stattfindet, ging vom Reichskanzler folgendes Tele⸗ gramm zu: Eure Erzbischöfliche Gnaden bitte ich zur Feier des heutigen Tages meine aufrichtigsten Glüdwünsche entgegen zu nehmen. Die ernste, große Zeit macht Ihr hohes Amt, in welchem Sie dem zu früh dahingegangenen Erzbischof Dr. Likowski folgen, doppelt schwer und verantwortungsvoll. Mö 250 es Eurer erz⸗ bischöflichen Gnaden durch Gottes reiche oil beschieden sein, zum Segen der Ihnen anvertrauten Erzdiözesen dieses Amtes mit dem Erfolg zu walten, den der Kaiser und König, unser aller⸗ gnädigster Herr, für Staat und Kirche von Ihrer Berlin, 22. Sept. Bei der Feier der 100 jährigen Zugehörigkeit von Neu- Vorpommern und Rügen zu Preußen wurde an den Kaiser ein Huldigungstelegr amm gesandt. Hierauf ist gestern, wie verschiedene Blätter aus Stral⸗ sund melden, an den Regierungspräsidenten ein Antwort⸗ telegramm eingegangen, in welchem der Kaiser seinen wärm⸗ sten Dank für das erneute Gelübde der Treue ausspricht und sagt: Gott der Herr stärke auch fernerhin die so 83 bewährte Kraft der deutschen Waffen und schenke dem Vaterlande in dem schweren Kampfe für seine Freiheit und Ehre den zuversichtlich er⸗ hofften glücklichen Ausgang. 5 Aus Stadt und Cand. 2 Gießen, 22. September 1915. Mobilmachung der Gießener Hausfrauen. Die Gießener Orts des Allgemeinen deut⸗ schen Frauenvereins hatte gestern abend die Haus⸗ frauen Gießens auf den Plan gerufen. Es 157 die Be⸗ sprechung von Fragen der hausfraulichen ganisation, Fragen, die augenblicklich mehr als je zu den Lebensinter⸗ essen der Allgemeinheit gehören, und die Gießener Hausfrauen vereins. Die Art, wie man gestern abend diese beiden Aufgaben anfaßte, verdient vor⸗ bildlich genannt zu werden. e e man durch eine rührige Propaganda dafi 1 orgt, der große Saal der Neuen Aula bis auf den allerletzten Platz besetzt war. Dann aber zeugten die Dinge, die man zu hören bekam und die schneidige, kurzentschlossene Art, mit der man den Haus⸗ frauenverein„auf die Füße stellte“, von einem so 1 Wirklichkeitssinn und einer so ausgezeichneten Vorarbeit, daß man für die 2 Gute von den für Gießen noch einigermaßen neuen Bestrebungen erwarten darf. Nebenbei war die Versammlung in ihrer zwecksicheren Form, die alles überflüssige Beiwerk wie langatmige ee und spitzfindige Untersuchungen vermied, in mancher dei bes wie gesagt vorbildlich— auch für Veranstaltungen, i denen das starke Geschlecht das Wort führt. Frau Oberstleutnant Naumann als die Vorsitzende des einberufenden Vereins hieß die zahlreiche Versamm⸗ lung mit 9 een 8 Worten willkommen und stellte fest, daß in gro- die Werbekraft des neuen Drhemipatlonig gebn liege. Als Rednerin für den Abend hatte man die Vorsitzende des Eisenacher Hausfrauenvereins gewonnen und damit einen sehr glücklichen Griff getan. Frau v. d. Groeben verfügt nicht nur über einen anscheinend sehr reichen Usfraulicher Erfahrung und organisatorif ondern auch über die nötige rednerische Gewandtheit, um en Boden für die Gründung eines so ausgesprochenen Zweckvereins vorzubereiten. Besser als mit allen rein ver⸗ standesmäßigen Darlegungen und wissenschaftlichen Erörte⸗ rungen bewies die Rednerin mit vielen handfesten Bei⸗ spielen, welche Macht von der einheitlich und 3 organisierten Haus frauenschaft einer Stadt 2 f werde. Da bekamen die Versammlungsteilne n Dinge zu hören, die mancher das hausfrauliche Herz höher schlagen lassen mußten, Berichte von siegreich gewonnenen Schlachten gehen profithungrige Milchbauern, von unbe⸗ dingter Ueberlegenheit weiblicher Tatkrart über Metzgerinnungen, von echtem, treuen Zusammenhalten von ch und niedrig, und auch von höheren, idealen Zielen, die erst die Bedeutung der deutschen Frau hoch über die Um⸗ ebung von Küchenherd und Strickstrumpf hinausheben und ihr Wege weisen, die fern dem Herkömmlichen zu einer neuen, geschichtlichen Stellung der Hausfrauen chaft unseres Vaterlandes führen können und müssen. Die feinsinnigen, warmhezigen und vom Selbstbewußtsein der modernen Frau ngen der Rednerin, im gut die nicht nur für den Geldbeutel und die praltische Lebens plädierte, sondern auch wußte, fanden sammlung. 1 5 reichen„ 15 die. gen ör brachte, war unter dem Gesi⸗ f erwäh des kflen 8 en Sinne getragenen Ausführu⸗ Seite des die gespannte Aufmerksamleit der zu milch) Dem Erzbischof irbeit erhofft.“ eines en Beteiligung der beste Beweis für an eee, n halsstarrige Herzenstöne e er⸗ 8 „„ 1 1 N. 7 8 g srauen vereine bol befor Aue zur ih Ei 013 Anholt. en Lebens(3. B. durch wür⸗ gung 15 3 1. en 1— b U igere Ausgestaltung der Kirchen wechslung im Gottesdienst, anderen Verhältnissen. Im Jahre 1912, als die Milchhändler Abendgotte dienste, andauernde Hetstunden, c außerhalb des den günstigeren Bedingungen der Zeit nicht folgen und den gottesdienstlichen 1 5 49 5 Kriegsfürsorge, Lebensmit⸗ Milchpreis nicht herabsehem wollten, taten sich die Eisenacher det nde an Arme, Beschaffung von Arbeit, Lazarettarbelten 175 0. i r Frauenvereine, Einrichtung eines Gemeindeblattes, Gemeinde⸗ rauen zusammen, gründeten einen Hausfrauenverein, hriese, Blätter⸗ und Liebesgabenversand an die Gemeindeglieder chrieben das Wort„* ilchstreik“ auf ihre Fahnen unde im Felde, Verteilung von Schriften, größere r Mo⸗ warteten und warteten, siegesfroh anfangs, aber zweifelnd bilmachung der vorhandenen Hilfskräfte im Dienste der Gemeinde, am Schlusse, acht lange Wochen einträchtig und fest auf den] Betreibung sozialer Versöhnung u. a. m.).— Für die Landge⸗ 3 W N r Mehrere— 175 1 5 1 17 daß hier 175 N roßprod ten boten die Mi zum billigeren Preis an schon vor dem Kriege lebendiger gewesen sei als in Stadt⸗ Sea bel seteen Wege ern ßere aue ad den dee ewe u n 1 b 122 4 8 tengemeinsch ewor⸗ Schild,„Hausfrauenverein“ durch die aufhorchende, Thü⸗ den, deren Vertrauensmann der Pfarrer ist. Es könnte diese Er⸗ ringerstadt. Das war der erste große Sieg, die Lebens⸗ scheinung allerdings durch folgende Einrichtungen noch vert bedingung, auf der sich alles weitere fast von selber auf⸗ und vor allem auch in einem dauernden Bestand erhalten werden:“ baute. Man hatte treu zusammengestanden, und die Produ⸗ Durch Umwandlung der Kirchenvorstände und Gemeindevertre⸗ ten von Eisenach und Umgebung hatten einen tiefen] tungen in Arheitsgemeinschaften im lebendigen Dienst an den Go⸗ espekt vor der unheimlichen Energie der Eisenacher Frauen meinden, durch häufigere, über religiös⸗sittliche Lebensfragen sich bekommen. In der Einigkeit und nur in dieser, hatten der orientierende Gemeindeversammlungen, durch volkstümlichere Got⸗ Erfolg und die nachmalige Stärke gelegen. Die Frauen 1 durch gemeinsam gesprochene Gebete in denselben, durch waren der Vorsitzenden, der ihr Feld herdengenie den Titel] Wechselgebete, durch vermehrte Betonung des Abendmahles als „Der alte Fritz“ eingetragen hatte, durch Dick und Dünn gefolgt, nicht zu 1525 chaden. Das sollte sich bald im 2 großen Kampfe, dem Fleischkrieg, zeigen. Den wirklicher Kommunion, durch Trauungen und Taufen innerhalb der Gemeindegottesdienste usw.— Gewann man schon aus allen die⸗ sen Ausführungen den Eindruck einer ganz großartigen gemeinde⸗ r i 0 mäßigen Kriegstätigkeit unserer oberhessischen Kirchengemeinden, isenacher Frauen war das Fleisch zu teuer. Kurzerhand sso würde dieser Eindruck noch wesentlich erweitert durch die an⸗ machten sie in der Presse bekannt, wer das Fleisch binnen sschließende Aussprache, an der teilnahmen: D. Schian⸗ acht Tagen um 15 Pfg. pro Pfund billiger liefern wolle, Gießen. Pfarrer FTritsch⸗Ruppertsburg, Geheimrat Peter⸗ . ich bei auenvereins melden sen⸗ Darmstadt, Direktor Schoell⸗ Friedberg, Dekan Both⸗ möge sich beim Vorstande des Hausfr n Niederwöllstadt, D 1 1 und sei willkommen. Die Me hatten zwar in einer ea 7 17 ien Pfarrei langen Erklärung ihr„erstes letztes Wort“ gesprochen; al„ eee ee ne als aber die Steine hart auf hart mahlten, und auch der leischstreik drohte, krochen fünf auf einmal zu Kreuze, ie dvegen ihres Entgegenkommens mit einmal den doppelten und dreifachen Zuspruch hatten; die übrigen schlossen sich an und unterboten noch die erste 2 Das war Hier fanden noch einmal eine besondere Betonung die Wichtigkeit der Stärkung des sozialen Gefühles durch die Kirchengemeinde, der würdigeren Kirchenausstattung, der Frauenvereine, des Kir⸗ chenvorstandes als einer Arbeitsgemeinschaft u. a. Sehr ausführlich fragte man auch nach der Ursache eines stärkeren Kirchenbesuches 5— Weft 1 3 e Ne Wieberabnahme 4 5 zn d t. 3 un r Möglichkeit, ihn auch fürderhin auf der jetzigen Höhe zu er⸗ * zweite große Sieg. Zu 1 N halten. Schließlich wurde die Aussprache zur Erörterung des Pro⸗ isenacher Hausfrau ihren Braten im Topfe. Prei blems: Kirche und Arbeiterschaft.— Aus der Zahl der rungen für Wochenmarkt, Namensanschlag der Markt⸗ in der Debatte gegebenen einzelnen Anregungen sei noch das Ur verkäuferinnen, Kartoffel⸗ und Fleischwarenverkauf— alles lauberabendmahl erwähnt, das, allsonntäglich angeboten, das kennt man dank dem Zusammenarbeiten von Stadt⸗ verwaltung und Hausfrauenverein schon seit dem Bestehen des letzteren, also seit drei Jahren. 8 ese äußeren Erfolge seien aber nicht alles gewesen, so hrte die Rednerin weiter aus. Aus der gemeinsamen Ar⸗ beit habe sich ein wertvolles Zusammengehörig⸗ eee entwickelt, eine erwischung der evangelisch⸗kirchlichen Gemeindeleben in der ganzen Provinz zu einem dauernden Segen werden möge. Kreis Alsfeld. O Storndorf, 21. Sept. Wehrmann Heinrich. Stehr von hier ist nach Mitteilung seines Feldwebels vermutlich in russische Gefangenschast geraten. Bei Beginn des Krieges kämpfte Stehr zuerst in Frankreich, wurde dann aber insolge eines e verwundet— 3 1 Von der Verwundung ge— 1 11 2 5 1[heilt, kam er zur Südarmee im Osten, wo er sich durch tapseres Verein kräftig und zielbewußt in die Erörterung der Tages⸗ Verhalten* Eiserne Kreuz 2. Klasse erwarb und zum Sestölten befördert wurde. auf manchen Orten schon zur stehenden und beliebten Kriegssitte geworden ist.— D. Schian schloß die reiche, vielbelehrende Ta⸗ gung mit dem auch von uns geteilten Wunsche, daß sie unserem Standesunterschiede, ein gegenseitiges Verständ⸗ nis für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unter⸗ schiede und Standeseigenheiten, das man jetzt um keinen 75 0. 5 8 g g. reis Lauterbach. tets reichlich Zeit gef nden für Vorträge belehrenden, sozia⸗ + Lauterbach 9 Sept.—. tagte hier die Synode len und ideellen Inhalts. Auch beim Ausbruch des Krieges] des Dekanats Lauterbach. Sie wurde eröffnet durch einen Gottes⸗ habe sich die Eisenacher Hausfrau auf der Höhe der Zeit dienst, in dem Pfarrer Veller aus Maar die Predigt hielt zeigt. 350 arme Kinder äßen zu Mittag in Familien von über 1. Petri Kap. V. 24 und 25. Es folgten sodann die ge⸗ Welnzangehsrigen, in einer Kinderspeisung des Vereins schäftlichen Verhandlungen. Dekan Müller erstattete den stigt, z:. des eee ee 7 5 Es 7 n ie ist daraus zu erwähnen, daß zwei Pfarrer des Dekanats mit ee Sebi e der Waffe dem Vaterland dienen, während zwei andere zur 7 4 l 17K 5 eine Militärseelsorge einberufen waren. In sämtlichen Gemeinden fan⸗ Ob 1 einen billigen Zuckerverkauf, alles mit[ den am 1. bezw. 2. August für die ins Feld ziehenden Krieger kirchliche Abschiedsfeienn statt, meistens in Verbindung mit dem Heiligen Abendmahl. Desgleichen wurden in sämtlichen Ge— meinden Kriegsbetstunden eingerichtet, die auch heute noch sehr gut besucht werden. Getauft wurden: 599 Kinder 67 mehr als im Vorjahr), Ehen wurden kirchlich eingesegnet 142(47 weniger als im Jahre zuvor; eine Begleiterscheinung des Krieges). Kir und Abendmaßlsbesuch haben durchweg eine außerordentliche gerung erfahren, wie auch die Gaben für die Werle christlicher Liebe und Barmherzigkeit. Es wurden hierfür aufgebracht in 1914 insgesamt 37038 Mk., fast 6000 Mk. mehr als im Vorjahr. Außerdem wurden weit über 20000 Mf. besondere Kriegs⸗ gaben durch die Pfarrämter aufgebracht.— Es folgte sodann ein Vortrag von Pfarrer Wahl über:„Was erhofften wir vom Krieg und inwieweit haben sich diese Erwartungen nach den bisher gemachten Erfahrungen erfüllt?“ Den Ergänzungsvortrag hielt Stadtpfarrer Schlösser. 8 Schluß berichtete über den Stand der Inneren Mission im Dekanat Pfarrer Schorlemmer. »Kreis Friedberg. —.— Butzbach, 21. Sept. Gestern sand die Versteige⸗ rung der Obsternte der Obstanlage auf dem Schrenzer statt; es hatte sich eine große Anzahl Steigliebhaber eingesunden. Das Obst war vorzüglich. Mancher Reinettenbaum kam auf 32 bis 34 Mark. Die Gemeinde hat einen Erlös von über 1000 Mt. erzielt.— Gestern wurde ein junger Mann, der sich auf Wander- schaft befand, von Wachtmeister Liebau verhaftet. Nach den angestellten Ermittelungen hatte er einen Diebstahl ausgeführt. Er wurde dem Amtsgericht überliefert. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Bingen, 21. Sept. Ein schweres Unglück hat sich 157 morgen im benachbarten Kempten ereignet. Auf dem Bernet⸗ chen Anwesen explodierte der Kessel einer im Gang befind⸗ lichen Dreschmaschine kurz vor Beginn des Schulunterrichts. Die Schule befindet sich neben dem Anwesen, wo die Dreschmaschine aufgestellt war. Eine Anzahl Kinder hatte sich bereits eingefun⸗ den. Während zwei an der Dreschmaschine beschäftigte Leute, darunter der Besitzer Berent selbst, Verletzungen davontrugen, wurden etwa 10—12 Kinder teils verbrüht, schwerverbrannt oder sonst erheblich verletzt. Alle wurden nach dem Hospital in Bingen geschafft. g Hessen⸗Nassau. 8 = Bad Homburg v. d. H., 21. Sept. Die Stadtver⸗ ordnetenversammlug bewilligte heute einstimmig 100000 Mark zur Zeichnung auf die dritte Kriegsanleihe. Nach einem vorläufigen Ueberblick über die Stadtkassenrechnung von 1914 schließt diese mit einem Fehlbetrag von 133322 Mk. ab, ein Abschluß, den Oberbürgermeister Lübke unter Würdigung der Zeitverhältnisse als verhältnismäßig günstig betrachtete. fe. Wiesbaden, 21. Sept. Heute früh 7 Uhr trafen g f 4 87 N e N 32 verwundete Türken unter Führung von zwei Offizier⸗ 5 n e Nr 1. ieh durch Stellvertretern hier ein. Sie sanden im Genesungshenn sür An⸗ den N edges 1 sie Gliedern helfen wolle, 19 ren, Ie e 1 7 4* 2 2 1 4 S.. 5„un arine usnahme. Die ottomani en, rieger kamen irekt e wie sie sich teils trotz des Krie es, teils durch denselben in Ant erst in den nächsten Tagen hier ein. An der rumänischen Grenze seren Städten breit machen wolle innerlich auf der anderen wurde ihnen die Durchreise in Uniform verweigert und sämt⸗ Seite aber durch wirtschaftlich⸗soziale Fürsorge auch änßerlich liche Leute mußten sich erst Zivilkleider, beschaffen, um die Reise u überwinden Ihre Bemühung gehe hauptsächlich darauf, neben hach bier sortzusetzen. Für Freitag ist eine Besichtigung des redigt Seelsor e usw. durch Organisierung einer besonderen, hiesigen Kaufmanns-Erholungsheims vorgesehen und für nächste gedberen Genzerderg pile Benen. die scrwere Berluste eretken Wee 5 in 87 75 55 25 885. in 99555 mNärktf, 5 5 erte nicht zu unterschätzende persönliche Anteilnahme zu gewäh⸗ 5 2 xen, ferner ihrem vom Krieg finanziell härter betroffenen Glie⸗ le. Frankfurt a. M. e ri 3 Sept. dern zu einer vermehrten Erwerbsfähigkeit zu verhelfen, beson⸗] Auftrieb: Rinder 460(Ochsen 33, Bullen 3, Kühe und Färsen ders die aufs Verdienen angewiesenen Frauen durch Erweiterung —2 4 75 der en e 1 den verschämten Armen nachzugehen, außerdem den vergessenen un rt ö f armen Gemeindegli im 7 0 i 1 ruchtmarkt ist eine Aenderung in der Lage nicht eingetreten. 0 mere Arbeit zu kun, die der Tad done Maid vellerte Mats 6596 Ml., Gerste 8 1 Ak. Futlernitel 0 l. i 0 lei andere Arbeit zu tun, die der T ingt g 51 0 ve— 1 dürfe. 4 ausführliche e sehr knapp und sest. Kokoskuchen 62—63 Mk., Leinkuchen 68—69 dieser Ausführungen brachte Dekan Guß mann, indem er die] Mk. Alles für 100 kg. 11 1 5101 t Arbeit der Industriegemeinden, wie sie sich im Delanat[“ le. Frankfurt a. M., Sept. Karto selmarkt. finden, schilderte. Auch hier ist das Ziel Erhaltung und Kartoffeln ab Welterau 6.25—6.75 Mk., Industriekartoffeln ab des religiös⸗sittlichen Lebens und zwar durch Betäti⸗ rung an Hütten und Paläste pochen. Es gilt, mit dem Vor⸗ en haushalten, mit dem uns Zufallenden sparen. Es heißt sorgen für das zum Teil vaterlose neue Geschlecht. Die Hausfrau muß lernen, für die All⸗ gemeinheit zu denken und zu handeln. Das alles erfordert eine bedeutsame Erweiterung ihres wirt⸗ . und staatsbürgerlichen Gesichtskreises. Nie hat as Vaterland seine Frauen notwendiger ge⸗ braucht als jetzt. Zeigen wir uns unserer großen Auf⸗ 20* tem Zusammenschluß würdig und ge⸗ achsen!“ 8 a Der Saal hallte nach diesen Worten wieder von freudi⸗ ger Zustimmung. Frau Oberstleutnant Naumann hob alsdann den jungen Gießener Hausfrauenverein aus der Taufe. Sie konnte bereits mit einem fertigen Programm und namentlich mit greifbaren Vorschlägen für die Organi⸗ sation und die Zusammensetzung des Vorstandes vor die Ver⸗ sammlung treten, so daß die Gründung im Handumdrehen geschehen war. Der Vorstand, der natürlich einstweilen einen provisorischen Charakter hat, Leh sich aus Frauen aller Schichten zusammen. Es wurden Listen für die Einzeichnung als Mitglied in Umlauf gesetzt, in die sich trotz der Kürze der Zeit Frauen eintrugen, die Vorsitzende des neuen Ver⸗ eins Frau Rechtsanwalt Leun hielt eine kurze Ansprache, eine kleine Diskussion folgte, und damit war die Versamm⸗ lung, die ihren Zweck in der besten, weil einfachsten Art er⸗ reicht hatte, beendet. Gießen hat seinen Haus⸗ frauenverein. Hoffen wir, daß von seiner Tätigkeit die Oeffentlichkeit viel reuliches zu hören bekommt. Viele dankbare Ziele gilt es auch bei uns zu erreichen. * ** Oberhessischer Gemeindetag. 75 unserem schon gestern veröffentlichten kurzen Bericht über den Sberhessischen Ge⸗ meindetag vom vergangenen Montag sei noch einiges nachgetragen. Zum* Die Stadtgemeinde im Kriege führte Pfarrer D. 425), Kälber 921, Schafe 124, Schweine 529, Ziegen 3. Geschäst langsaun.. 1e, Frankfurt a. M., 22. Sept. Fruchtmarkt. Auf dem nassauischen Stationen 6,25— 7,00 Mk. Alles per 100 8g. % 9 TC * le, Srautfurt a..,. Cel. zul bein culigen e und Strohmarkt war nichts angefahren. *—— Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 20. September 1915. Schlachtviehpreise m Orankfurt a. M. Fleischpreise in Gießen Ochjen 50 Kg. Schlachtgewicht% g. 116—120 Pfg. 110-140 Mt. Kälber„ Kg. Schlachtgw. 115.137 Pi.„„ 114118 Pfg. Schweine /,„— 480120. 3 N Getreidepreise 1 m ann he im Vretwrelt im Gießen: Weizen 100 Ng. 27.00 Mk. Roggen 100 Kg. 23.00 Mik. Uirehliche Nachrichten. Weißbrot 2 Kg.— Pfg., Schwarzbrot 2 ög. 68 Pig. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der 8 Douuerstag, den 23., und Fr ynagoge(Süd⸗Aulage). citag, den 24. September 1915: Laubhütteufest. 1. Tag: Vorabend: 6 Uhr Morgens: 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags: 4 U 2. Tag: Vorabend: 7 Uhr Abends: 6 Uhr. Wetteraussichten in Hessen a Heiter, trocken, kalt, Nachtirost. Letzte hr. Morgens: 8.30 Uhr. m Donnerstag, den 23. Sept. 1015: achrichten. Zum Beginn des Angriffs auf Serbien. i. Köln, 22. Sept. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Zürich: Die hiesigen Blätter erblicken in dem Artillerie⸗ duell an der Morawa den sive gegen Serbien, Beginn der großen Offen⸗ deren Zweck der Durchbruch nach Bulgarien ist. Der militärische Mitarbeiter der„Züri⸗ cher Post“ rechnet mit einem zweiten Flußübergang über die Donau gegenüber der Mo rawamündung, wobei der Vor⸗ stoß aufwärts direkt ins Innere des Landes gehen soll. Die Entfernung Semendria—Nisch betrage nur 150 Klm. gegenüber 260 Klm. zwischen Nisch—Mitrowitza. Um die Verbindung mit Konstantinopel zu erreichen, bedürfe es nicht einmal eines Vorstoße s in Serbien. Schon die Be⸗ setzung des südlichen Donauufers ermögliche alle Transporte durch Bulgarien. Weltkrieges habe begon schlagen Bulgariens Ein neuer Abschnitt des nen. Nun sei auch das Los⸗ zu erwarten. 8 Die Stimmung in der Türkei. Konstantinopel, 22. Sept. Der Beginn des serbischen N Feldzuges löst hier große Bewegung aus. Mit gespannter Auf⸗ merksamkeit richten sich nunmehr die Blicke der hiesi en öffent⸗ lichen Meinung auf Bulgarien. Auf türkischer Seite besteht das ehrlichste Bestreben, dem n neugewonnenen Freund das weit⸗ gehendste Entgegenkommen zu beweisen. Die hiesigen maßgebenden Kreise nehmen an, daß sich Ru bei allen weiteren Schritten B mänien und Griechenland ulgariens als Neutrale betrachten werden, so lange nicht ihre eigenen Interessen bedroht werden. Gegen die Wehrpflicht in England. 0 Kristiania, 22. Sept. Aus London wird gemeldet: Die Arbeiterpartei veranstalt versammlungen in Großbritann Ludwig Gaughofe im Schützengraben schwer verw gast des Kaisers bei den Armee ete am Sonntag große Protest⸗ ien. 45000 Versammlungen wur⸗ den im ganzen abgehalten, in denen gegen die Wehrpflicht Stellun⸗ genommen wurde. Der Gewerlsverband der Arbeiterpartei verö fentlicht eine Kundgebung, in der für den Fall der Einführung der Wehrpflicht der Generalstreik angedroht wird. ughofer schwer verwundet. 75 Wie die„T. R.“ erfährt, ist der Dichter Ludwig Ganghosen undet worden. Er soll das line Auge verloren haben. Ganghofer weilte seit Kriegsbeginn al n.. besten gelöst, wenn die unter D. R.⸗G.⸗M. Nr. 420 685 d Bettenfrage für Gefünde und Kranke? Ist am D. R.⸗G.⸗M. Nr. 420 684 und er Möbel⸗ und Betten⸗ fabrik Th. 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Rosenthal Liebistrasse 13 Ferneprecher 77 Den Heldentod fürs Vaterland starb am 25. August 1915 an einer schweren Verwundung mein unvergesslicher Sohn, unser lieber treuer Bruder, eee Onkel, mein innigstgeliebter Bräutigam, der Postassistent Fram Hermann Bepler Feldwebel im Reserve-Infanterie-Regiment 253, 10. Komp. Inhaber des Eisernen Kreuzes im 26. Lebensjahr. Den Heldentod fürs Vaterland starb unser treues Mitglied Herr Jean Frey Gardefüsilier im Lehr-Infanterie- Regiment. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Verein Frohsinn. Giessen, im September 1915. In tiefem Schmerz: Philipp Bepler Friedrich Wilh. Bepler Ernst August Bepler 8 Familie Kröck [Gas-Lampen 8 Aenne Himmen——— Lüster W. Himmen und Frau. A „ 7 1 Speisezimmer- Kronen und Gassparherde empfiehlt billigst 4e J. Thör ner Ilnst.-Sesck., Ludwigstr. 49. f Kinderbetten Grosse Auswahl! Heuchelheim und Neuenrade, den 21. September 1915. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung 7⁵²³⁰ Auf Kredit serer lieben Mutter sagen wir allen und gegen bar 5 Möbel, Betten e Herren-, Damen- u. Inder- —— e be Danksagun Konfektion Konservendose gan er 52 Pfg. 4 Für die vielen Beweise herzlicher Teil- s gung.„„ Smallerte bose 2. Fer 4s ij. een ander laben webe been den u wle Lewa bene f ge Hürm versanddose mg n Plana, 30 Pf 1 Teilnahme bei dem Hinscheiden un⸗ er b ibn 8 p Frau Marie Flamme Ww. für Frauen, Männer, Versanddose W Netend. 35 Pig. 5 mit Karton 25 für di ble i 1 unseren innigsten Dank. 66192 auf Teilzahlung. Blech, 1 Pfund, mit sowie für die zahlreichen Blumenspenden J. Kleine Anzahlung. Faschen Lesen 35 Pfg. jagen wir allen auf diesem Wege unseren Die Hinterbliebenen: Woehe e berzlichsten Dank. 7587 a Die trauernden Hinterbliebenen. 5 Gießen, Bad⸗Nauheim, den 22 September 1915. Flaschen Blech, ½ Pfund, mit 32 Pig. J. Heilbronner; flittergasse s. Marletstr. 7 Billigste Preise! J. 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