Stück weiter zugedrückt worden. Der Sleßener A erscheint täglich, au Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sleßenergamilienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gleden (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Land⸗ wirt liche Feitfragen Jerusprech- Anschlüsse: für die Schriftleitung 113 Verlag, Geschäftsstelleö1 Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei n. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. E 8 Dienstag, 21. September 1915 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schriftleiter? Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. 9 0 neuer Kampf gegen Serbien. Weitere Erfolge auf dem östlichen Kriegsschauplaß. (WTB.) Großes Hauptquartier, 20. Sept. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Feindliche Schiffe, die Westende und Middel⸗ kerke(südwestlich von Ostende) erfolglos beschossen, zogen 8 sich vor unserem Feuer zurück. Es wurden Treffer be⸗ obachtet. An der Front keine besonderen Ereignisse. Westlich von St. Quentin wurde ein englisches Flug⸗ zeug durch einen deutschen Kampfflieger abgeschossen. Der Fahrer ist tot, der Beobachter gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Im Brückenkopf von Dünaburg mußte der Feind vor unserem Angriff von Nowo⸗Alexandrowsk in eine —. Stellung weichen. Es wurden 550 Gefangene gemacht. i Bei Smorgon versuchte der Gegner durchzubrechen. Er wurde aber abgeschlagen. Der Angriff gegen den aus der Gegend Wilna abziehenden Gegner ist im Gange. Auch weiter südlich folgen unsere Truppen dem weichenden Feind. Die Linie Miedniki— Lida—Soljane(am Niemen) ist erreicht. N Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Der Gegner leistet nur vorübergehend an einzelnen Stellen Widerstand. Die Heeresgruppe erreichte den Mol⸗ czadz-Abschnitt bei Dworzec und südöstlich und nähert sich mit dem rechten Flügel dem Myschanka⸗Abschnitt. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 3 v. Mackensen. ade Der Feind ist überall weiter zurückgedrängt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei kleineren Gefechten machten die deutschen Truppen über hundert 6 Vom nördlichen Donauufer nahm deutsche Artillerie den Kampf gegen ser⸗ bische Stellungen südlich des Stromes bei Semendria auf. Der Feind wurde vertrieben und sein Geschützfeuer zum Schweigen gebracht. a Oberste Heeresleitung. 1 2* 5 f Vor Belgrad donnern deutsche und österreichisch⸗unga⸗ rische Kanonen, und dies ist für die tapferen Türken ein curfmunternder Ruf, in der bisherigen Weise auszuhalten, bis gemeinsames Vorgehen auch den letzten Feind von Halbinsel Gallipoli vertreiben wird. Wir im 2. Blatte die Meinung eines unserer Mitarbeiter über die neue Offensive gegen Serbien wiedergegeben und glauben, daß er zwar etwas zu optimistisch urteilt, im ganzen aber wohl recht behalten wird. Ob Bulgarien wirklich kräftig los⸗ zuschlagen beabsichtigt, muß sich ja bald zeigen. Radoslawow treibt eine sehr kluge, nur die eigenen Landesinteressen för⸗ dernde Politik. Ob er nicht am Ende denkt, die saure Arbeit gegen Serbien, so lange es geht, den Zentralmächten zu über⸗ lassen, um dann ohne viel vergossenes Blut den bulgarischen Anteil an nien in Besitz zu nehmen? Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn werden der bulgarischen Politik ihre Ziele auf keinen Fall streitig machen. Unser nächstes Inter⸗ esse ist es zwar nicht, für Bulgarien Land zu erobern, aber unser Ziel geht mit dem seinigen aufs engste Hand in Hand. Schon die letzten Rüstungen Bulgarien kommen der neuen Offensive von Westen her sehr zu statten. Die Serben müssen sich für einen verzweifelten mpf nach s wei Fronten vorsehen. Welches Ende dieser Kampf nehmen wird, ist nicht zweifelhaft. Die Vorbedingungen des Sieges der Politik Deutschlands, Oesterreichs und der Türkei im sernen Osten sind durch die neuesten großen Siege Hinden⸗ burgs vollzählig geliefert worden. Im großen Sinne ist unser herrlicher Sieger von Tannenberg eine weltgeschichtliche Figur allerersten Ranges geworden. Er hat nicht nur das Schwert entscheidend geführt, sondern damit auch die Richt⸗ linien des ganzen weltpolitischen Krieges unabänderlich gefügt. Die auswärtige Politik des Deutschen Reiches ver mag wieder in kräftigen Zügen zu atmen, und wir dürfen es mit ungetrübter Freude buchen, daß der französische So⸗ zialist Hervé in einem Pariser Blatte nach der Eroberung von Wilna erklärt hat,„das deutsche Manöver sei groß⸗ 91 8 und würdig, daß die französische Heeresleitung sich die Lektion von Initiative und Kühnheit, welche Hindenburg augenblicklich gebe, als Beispiel dienen lasse“. Das ist leichter gesagt und geraten, als getan. Wir ersehen aus dem neuesten deutschen Tagesbericht, daß die Lage des russischen Heeres bei Wilna sich verschlimmert hat. Gestern wiesen wir darauf hin, daß die deutschen Truppen nicht mehr weit von der Eisenbahnlinie Wilna— Lida—Baranowitsch entfernt sein könnten. Nach der neuesten Meldung ist nunmehr den Russen dieser Weg wirklich 1 worden, denn es wird uns 75 t, daß die Linie 11 Lida.-Goljane erreicht sei. jedniki liegt bereits 27 Kilometer südöstlich von Wilna. Der Feind 5 8 bei Smorgon durchzubrechen, er wurde aber geschlagen. Die Zange Hindenburgs ist um ein gutes Weiter im Norden ist der russische Brückenkopf v. m eifolgrech angebelten warben Daß in bert 5 1 haben das Ostufer der Luchozwa bericht genannte Nowo⸗Alexandrowsk liegt 23. Kilometer südwestlich von Dünaburg. Die russischen Heere bei Wilne und Dünaburg sind vollständig voneinander getrennt und nach entgegengesetzten Richtungen zum Rückzug gedräng; worden. Wir dürfen für die nächsten Tage wieder Großes erwarten, und Lord Kitchener wird dann vielleicht einmal mit seinem französischen Bundesbruder Hervs zusammen treffen, um die erforderliche Uebereinstimmung wieder her⸗ zustellen. l * 4 5* Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 20. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 20. September 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Unsere Stellungen im Raume östlich von Luck wurden gestern wiederholt von starten russischen Kräften angegriffen. Unsere Truppen, unter ihnen Egerländer und Westböhmische Landwehr, schlugen den Feind überall, an vielen Punkten im Kampf von Mann gegen Mann, zurück. Auch gegen unsere Ilwa⸗Front führten die Russen im Ahschnitte bei Krzemienier starke Kolonnen zum Angriff vor. An ein⸗ zelnen Stellen gelang es dem Feinde, das Westufer zu gewin⸗ nen. Aber unsere herbeieilenden Reserven warfen ihn überall zurück. Der Feind erlitt besonders durch unser Artillerieftuer große Verluste. Die bis gestern abend eingebrachten Gefan⸗ genen zählen über 1000. Das Infanterieregiment„von Hin⸗ denburg Nr. 69“ hat neuerlich Proben seiner Kamyftüchtig⸗ keit abgelegt. J In Ostgalizien herrschte Rühe. Die Lage ist dort unverändert. Die in Litauen kämpfenden k. und k. Streitkräfte ch d U Im Tiroler Grenzgebiet versuchten sich die Italiener stellenweise in fruchtlosen Hochgebirgsunternehmungen, na⸗ mentlich im Adamello- und Dolomitengebiete. An der Kärntne r-Front ist die Lage unverändert. Im Flit⸗ scherbecken gingen die Reste der feindlichen Angriffstruppen aus unserem näheren Schußbereich in ihre alten Stellungen zuxück. Einer unserer Flieger belegte den Bahnhof und das Lager von Arsiero mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Oesterreichisch⸗ungarische und deutsche Batterien haben gestern die serbischen Stellungen am Südufer der Sa ve und der Donau beschossen. Auch die Festung Belgrad stand unter unserem Feuer. In der Nähe der Drina wurden von unseren Truppen serbische vorgeschobene Abteilungen über⸗ fallen und aufgerieben. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Zur Besetzung von Wilna. Amsterdam 20. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Das„Han⸗ delsblad“ schreibt über die Besetzung von Wilna: Es ist fraglich, ob die Verteidigung der Stadt nicht zu sehr in die Länge gezogen wurde, so daß ein großer Teil der Armeen, die sich dort befinden, abgeschnitten werden wird. Durch den Fall von Wilna wird 1 ganze Dünafvont bedroht. Der Fall 2 1 Dünaburg selbst, der ganzen Dünalinie und von Riga ist wohl frunmehr eine Frage von Tagen. Auch dort besteht für die Russen die Gefahr der Umzingelung, wenn es den Deutschen gelingt, Polozk zu erreichen, von dort einen Flankenstoß gegen den Fluß auszuführen und den Russen in den Rücken zu fallen. Paris, 20. Sept.(WTB. Nichtamtl.) In der„Guerre sociale“ erklärt Gustave Hervs, die deutsche Heeresleitun wolle auscheinend das russische Zentrum umschließen,— den Russen ein ungeheures Sedan bereiten. Von drei Rückzugslinien seien heute bereits zwei abgeschnitten. Wenn das deutsche Unmzingelungsmand⸗ ver nicht angehalten werden könne, werde in wenigen Tagen die dritte und letzte Linie, Brest Minsk Movskau, abge⸗ schnitten sein. Die Lage in Rußland sei zwar noch nicht ver⸗ zweifelt, aber schlimm genug, so daß man sich auf alles ge⸗ faßt machen müsse. Das russische Zentrum stehe vor der Wahl, sich umzingeln zu lassen, oder 150 bis 200 Kilometer zurückzugehen. Hervs erklärt sodann, das deutsche Manöver sei großartig und würdig, daß die französische Heeres⸗ leitung sich die Lektion von Initiative und Kühn⸗ heit, welche Hindenburg augenblicklich gebe, als Bei⸗ spiel dienen lasse. Der russische Bericht. Petersburg, 20. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die Mit⸗ teilung des Großen Generalstabes von gestern abend be⸗ sagt: Im Seengebiet westlich Dünaburg dauern die hart⸗ näckigen Kämpfe an. Heftige Angriffe des Feindes in der Gegend von Illuxt wurden zurückgewiesen und der Feind mit großen Verlusten in seine Schützengräben zurückgeworfen. Nach einem sehr heftigen Geschützfeuer griff der Feind an und besetzte das Dorf Siocikli in der Gegend der Eisenbahn, westlich Illuxt. In der Gegend zwischen den Seen von Tschitschiry und Orille machte der Feind 3 gegen das Dorf Imbrody. Unsere Ver⸗ schanzungen wurden zerstört und unsere Abteilungen daraus rück⸗ wärts getrieben. Feindliche Kavallerie, welche den Driewiatafluß in der Umgegend des Sees von Bogin(Lac Bogniskoie) zwischen Kupischki und Kosiany zu überschreiten versuchte, wurde zurückge⸗ worfen. Eine feindliche Abteilung versuchte, den Bahnhof von Molodetschno zu besetzen, wurde aber gleichfalls zurück⸗ gewiesen In einem Kampfe um das Dorf Solz an der Eisenbahn Nowo Wileisk nach Molodetschno wurde der Feind aus dem Dorfe berdrängt. An verschiedenen Stellen an der mittleren Wilia und in der Umgegend von Wilna gehen deutsche Abteilungen auf das inte Flußuser über. Eine Reihe feindlicher 1 auf unsere Front, westlich von dem Bahnabschnitt Binjako ny⸗Lida, wurde mit großen Verlusten für den Feind abgewiesen. Auf; dem rechten Lebeda⸗Ufer einige Gefechte örtlichen Charak⸗ ters. An der Szezana entspannen sich an vielen Stellen Kämpfe s Flusses vo bis Sumpf und machte 50 Gefangene; sie na ferner eine Feldküche fort und zog 50 Pferde aus dem Sumpfe, während die übrigen umkamen. Nach Aussage österreichischer Gefangener er. Eine Schlacht bei Dünaburg. Berlin, 21. Sept. Dem„Berliner Tageblatt“ zu⸗ 3 folge wütet vor der Stadt Dünaburg eine furchtbare Schlacht. An einzelnen Stellen sei die Front nur 15 Kilo⸗ meter von der Stadt entfernt. Die Stadt sei ebenso gründ ⸗ lich geräumt wie Warschau. Der neue Bürgermeister der Stadt Wilna. Berlin, 20. Sept.(Priv.⸗Tel.) Das„Berl. Te 2 9 4 meldet aus Tilsit: Der hiesige Oberbürgermeister Pohl N 2 ersten Bürgermeister der Stadt Wil na ernannt. Aus Rußland. Kopenhagen, 20. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Nach = der„National Tidende“ hat der Kriegsminister in Peter burg angeordnet, daß infolge Lazarettmangels die großen Foyers in den Moskauer Theatern als Lazarette eingerichtet werden. In 1 Städten ist bereits eine Menge öffentlicher worden. Lyon, 20. det aus umgewandelt! Petersburg: Die Klassen 1916 bis 1912 (2. Reserve) und die Klassen 1916 bis 1898(1. Reserve) wur⸗ den heute mobil gemacht außer dem Gouvernement Zei Kompagnien des Feindes durch Sept.(WTB. Nichtamtlich)„Progres“ mel⸗ 75 1 1 Dorfe Dekowitscht am Strumen, südlich Pinsk, 8 Polen, im Gouvernement Cholm und im Kaukasus und im Amurgebiet. 3 0 Paris,. Sept.(WTB. Nichtamtlich) de Paris“ meldet aus Petersburg: Der N 8. ausschuß, der die gegen den früheren Kriegs minister Suchomlinow erhobenen Anklagen prüft, beschloß, vorher die Untersuchung über die Handlungen Suchomlinows durchzuführen. Mit der Leitung der Unter⸗ suchung wurde der Senator Postnickow beauftragt. Die Haltung der Letten. Petersburg, 20. Sept.(WTB. Nichtamtlich.)„Rietsch“ meldet: Der Kongreß lettischer Organisationen hat in Petersburg einen Beschluß angenommen, wonach den Bewob⸗ nern der lettischen Provinzen angeraten wird, in Zukunft nicht mehr übereilt und gedankenlos ihre Wohnstätten zu verlassen, da sie mit den russischen Eigentümlichkeiten nicht genügend ver⸗ traut seien und möglicherweise in die fürchterlichsten Verhältnisse geraten würden. Sie dürften keinesfalls nach Sibirien, Samara, Wjatta und dem Ural flüchten, weil 8 ausgesetzt sein würden. Bis zur Räumung und späteren Rückkehr der Bevölkerung müßten besondere lettische Vertreter vorhanden sein, um die Bevölkerung genügend anzuweisen. Der russische Finanzminister in Paris. Toulon, 19. Sept.(Wi. Nichtamtlich.) Meldung „Agence Hapas“. Der russische Finanzminister Bark ist heute morgen an Bord eines russischen Dampfers hier eingetroffen und reist heute abend nach Paris. 3 n der 33 9 sie dort geradezu Pogromen 3 5 R 2 3 jährige 9 mit der Spi br uns e gegen unser Volk. 8 ie Na 9 55 Ide die Ge⸗ wißheit, wie notwendig unsere Jugend, besonders im Hin⸗ blick auf die gute Schulung unserer Gegner eine Vorschule in seldmäßiger Ausbildung ist. Eine ganze Reihe von Briefen aus dem Felde liegen vor, in denen von Offizieren wie ehemaligen Jungmannen auf den Wert der militärischen Vorbereitung verwiesen wird. 5 Einer der im Felde stehenden Jungmannen ermahnt seine Kameraden, die in der Jugendkompagnie angestellten 1 Kameraden zu,„alle im Alter, in dem ihr euch im Staate bezw. dem Heere dienstbar machen könnt.— Lasse es sich niemand verdrießen: gebt euch den Uebungen mit voller Kraft hin und betrachtet sie nicht als Spielerei. Ich selbst bedaure es, daß ich verschiedene Male die Uebun⸗ en nicht mit genügender Korrektheit e habe. Setzt fallen mir diese Uebungen ganz besonders schwer.“ — Ein anderer schreibt:„Wie gut die Vorschule(militä⸗ rische Vorbereitung) getan hat, das kann nur derjenige richtig schätzen, der die Strapazen des Krieges kennen ge⸗ lernt hat.“—„Sie erwähnen in Ihrem Briefe,“ so schreibt ein Dritter seinem früheren Ko ieführer,„daß N. die Jugendausbildung so trefflich zust gekommen ist. Mir ing es ebenso, was man dort einmal gelernt hat, braug hier nur verbessert zu werden.“ ü ndere Jungmannen melden, wie sie schneller als ihre Kameraden infolge ihrer militärischen Vorbereitung be⸗ fördert werden konnten.„Ueberall kamen uns die in der Jugendkompagnie gewonnenen Kenntnisse sehr zustatten. Ich wurde sehr bald zum konstanten Gruppenführer er⸗ nannt.“— Die in großer Zahl vorliegenden Briefe stim⸗ nkte überein. Alle Jungmannen, die aus Hinblick auf die men in einem Pu 5 dem Felde schreiben, gedenlen dankbar im gewährte Vorbildung ihrer Führer, die unter Zurücksetzung Pa er persönlichen Interessen der Wehrhaftmachung unserer n sei 2 beste Anerkennung ihrer Mühen und Arbeiten das Urteil eines Offiziers in einem der vor⸗ liegenden Briefe gesagt:„Die. Jungmannen haben sich brav gezeigt. Sie sind stramme Soldaten. Sie sind es dank der militärischen Vorbildung in verhältnismäßig kurzer Zeit geworden“ Wi 3 Im Hinblick auf die Vorteile, die durch die militärische Vorbereitung unseren Jungmannen zuteil werden, mehren ich die Stimmen, die die Einrichtung über den Krieg inaus erhalten wollen. Die Grundlage für die künftige militärische Vorbereitungstätigkeit werden unsere mobilen Jugendkompagnien bilden. Die Erfahrungen, die hier, ob ut oder schlecht, gemacht worden sind, drängen zu weiterer Fan iretung, die das Ziel hat, die militärische Vorberei⸗ tu, zu einem notwendigen Gliede unserer Kriegsrüstung auszubauen. 5 a* * Ein goldenes Vorbild. Gelegentlich eines Vor⸗ trags zur Kriegsanleihe gab Großh. Direktor Bastian⸗ Darmstadt bekannt, daß vorige Woche in einer kleinen Ge⸗ meinde ein Verwaltungssekretär an diesem einen Orte an zwei Nachmittagen 1200 Mk. Gold im Tausch gegen nknoten zusammenbrachte, indem er von Haus zu Haus, von Familie zu Familie 7 Beispiel verdient in jedem Orte Na ung, wo das noch nicht elch en sein sollte. Daheim 2 das Gold tot, nutzlos und sinnlos im Kasten. r es zurückhält, entzieht es einer volkswirtschaftlich amen Aufgabe, die eben nur das Gold in der Reichsbank erfüllen kann. Nicht nur ist es wünschenswert, den Goldbestand als Unterlage und zur Sicherstellung der Banknbten zu erhalten oder gar zu stei⸗ gern, damit die deutsche Mark im Auslande von ihren vollen Kaufkraft nichts einbüße. Mit jeder Minderbewertung der deutschen Reichsmark verteuern sich nämlich die vom Ausland nach Deutschland einzuführenden Waren zu unser aller Nachteil! Wir müssen gerüstet sein, wenn in Frie⸗ denszeiten die Anspri an die Reichsbank wachsen, und wir müssen vorsorgen, damit wir erforderlichenfalls Gold an das Ausland für bestimmte Lieferungen abgeben können, wenn wir diese nicht anders bekommen können oder sonst zu teuer bezahlen müßten. Wer mithilft, daß das Gold dahin gelangt, wohin es im Interesse der Allgemeinheit gehört auch nde — zur Reichsbank nämlich—, der darf sich sagen, daß er im Dienste des Vaterlandes steht.— Wo aufkläre Flugblätter noch gewünscht werden, möge man sich zwecks kostenloser Ueberlassung an die Landes⸗Hypo⸗ thekenbank oder auch an die Reichs haufen al- ken Seeft berhessischer G det Ein oberhessischer Gemeindetag fand 2 N im Gemeindesaal der Johanneskirche statt. Die aus en Teilen Oberhessens zahlreich besuchte Versammlung wurde von dem Vorsitzenden, Prof. D. Schian, mit Gebet und Ansprache eröffnet. Er setzte den Zweck der Versamm⸗ lung auseinander, der in zielt, auf die: LKriegs arbeit der Kirchengemeinden, die geleistet worden ist und noch zu leisten ist, hinzuweisen. Diese Arbeit ist auf das Evangelium gegründet und es gilt, zu erwägen, wie man diese Arbeit am besten tut. Darauf berichtete Pfarrer D. — 3 17 55 die 1 tg e us der religiös⸗sittlichen u sozial⸗charitativen Zwe bestimmung der Kirchen inden ergeben sich mannigfache Aufgaben den vom Krieg betroffenen Gemeindegliedern 1 enüber, wie auch in Hinsicht auf die öffentliche Sitt⸗ ichteit u. a. m. Helfer und Helferinnen sollten den Kirchen⸗ vorständen zur Seite treten. Den Kriegern sind religiöse Blätter, Ansprachen, Bibelteile und Gemeindeblätter ins 50 zu senden. Zur Steuerung der Kriegsnöte sind Kinder⸗ orte einzurichten, für Verdienstmöglichkeiten der Krieger frauen zu sorgen, auch sind arme Krieger mit Liebesgaben zu unterstützen. Ueber die Kriegsarbeit der Industrie⸗ gemeinde sprach sodann Dekan Gußmann Kirchberg bei Lollar, über die der Landgemeinden Pfr. Georgi⸗ Ermenrod. Beide gaben anschauliche Bilder der Kriegsarbeit aus ihren Gemeinden und betonten, daß Kirchenvorstand und kirchliche Gemeindevertretung jetzt leicht zur Mitarbeit heran⸗ gezogen werden können. Nachdem der Vorsitzende den Red— 2 den Dank der Versammlung ausgesprochen hatte, wurde die Aussprache über den vorliegenden Gegenstand ein⸗ getreten, an der sich viele Herren beteiligten und die noch manchen neuen Gedanken zutage förderte. 3 „ mpfe ums Frauen in wirt⸗ Uebungen bitterernst zu nehmen.„Ihr steht,“ so ruft er S schaftlicher Beziehung so manchen Anlaß zu Sorgen und Klagen gibt, soll im 5 der 8 stehen, um durch eine hoffentlich recht starke Teilnahme in prak⸗ tische Bahnen gelenkt werden zu können. Wem von den Hausfrauen es ernst ist mit dem Gewinn eines Einflusses auf die Gestaltung der wirtschaftlichen Lage und staats⸗ bürgerlicher Schulung, der darf die Versammlung und den Beitritt zu dem heute zu gründenden Gießener Haus⸗ frauenverein nicht versäumen. * Das Stadttheater wird am 15. Oktober seine pielzeit beginnen. Im Anzeigenteil der vorliegenden Num⸗ mer findet sich der Aufruf des Theaterbauvereins und der Direktion an die Bürgerschaft, auch in diesem Jahre durch reges ee an der Erhaltung unseres Theaters mit- zuwirken. Soldatenleben, und das heißt lustig sein Die Vorliebe für die Soldaten ist nicht an zweierlei Tuch ge⸗ bunden; nie waren dem Volk die Soldaten lieber als jetzt, wo sie im einförmigen Feldgrau marschieren. Das erfuhr kürzlich auch eine Kompagnie unseres Ersatzbataillons, die ihr guter Stern nach Langsdorf führte. Die Kompagnie erzählt folgendes davon: Ende der vergangenen Woche unternahm die 4. Kompagnie des hiesigen Ersatz⸗ Bataillons einen zweitägigen Marsch mit Gefechtsübungen über Lich nach Langs dorf. Es war ein herrlicher, warmer Herbsttag und das kriegsmäßige Gepäck drückte schwer. In Langsdorf angekommen, begann ein lustiges Lagerleben. Die Zelte wurden aufgeschlagen, Kochlöcher gegraben, Feuer angemacht und bald war die schmackhafte Suppe aus den im Tornister mit⸗ getragenen Fleischkonserven zum verzehren fertig. Es mundete ae An Zuschauern aus dem Dorfe fehlte es nicht. Freund⸗ liche Hände tru, allerlei Suppengemüse bei, um den braven Soldaten das l zu würzen. Auch an dem reichen Obstsegen in den Gärten durften die Gäste in ausgiebiger Weise teilnehmen. Um 6 Uhr abends, nachdem noch eine Abendsuppe verzehrt war, trat die Kompagnie wieder in den Kriegsdienst ein. Es wurden 4 Züge gebildet und je 2 davon als Gegner aufgestellt. Der rege Patrouillengang ging durch und um das Dorf herum. An Zu⸗ schauern fehlte es auch da nicht. Von Lich waren Schüler der Prä⸗ varandenanstalt gekommen, sie übten auch militärisch, indem sie Angriffslinien bildeten und sprungweise gegen die Feldwache vor⸗ gungen. Um die mitternächtliche Stunde sollten Mannschaften nach Beendigung der Nachtübung in Scheunen, untergebracht werden. Da hatte sich aber die Hauptmann schön verrechnet. Da kam alt und jung mit freundlichem Gesicht und bat um einen, ja zwei und mehr Sol⸗ daten. Diese durften nicht auf Stroh schlafen, sic muß⸗ ten in die Betten. Diesem Entgegenkommen konnte selbst das harte Herz eines Kompagnieführers nicht widersprechen. Seine Leute waren„vergriffen“ wie frisch Gebackenes. Und wie waren am Freitag früh beim Weitermarsch die Brotbeutel gefüllt, und wie schwer war manches Herz! Vor dem Abrücken dankte der Kom⸗ pagnieführer den lieben Langsdorfern für die freundliche Aufnahme seiner Soldaten durch ein kräftig schallendes„Hurra“. Beim Ein⸗ marsch zur Kaserne am Abend ½5 bei den Klängen der Batail⸗ lonsmusik wurde bekannt gegeben, daß es am Montag(20. 9.) ins Feld gehe. Es war also eine letzte Uebung aus der Garnison, und wenn sie auch schwer und ermüdend gewesen ist, so wird sich doch ein jeder gerne an den angenehmen Aufenthalt in Langsdorf mit Dank im Herzen erinnern. * Verkauf billiger guter Bücher durch die Bahnhofsbuchhandlungen. Der Eisenbahnminister macht in einem Erlaß vom 10. d. M. die Eisenbahndirek⸗ tionen darauf aufmerksam, daß in den Bahnhofsbuchhand⸗ lungen gute billige deutsche Bücher immer noch nicht in genügendem Umfang feilgehalten werden. Der Erlaß weist auf die in den letzten Jahren erschienenen Sammlungen guter Bücher hin, die sich für die Reise gut eignen, die aber gerade jetzt im Hinblick auf die ernsten Zeitverhältnisse dazu sich eignen, den durch auffallende Titel und Bilder anreizenden, aber inhaltlich schlüpfrigen und wertlosen Lesestoff in den Bahnhofsbuchhandlungen zu ver⸗ drängen. Zum Schluß werden die Direktionen angewiesen, den Buchhändlern den Verkauf jener Bücher nahezulegen und sie zur Einrichtung besonderer Abteilungen in den Auslagen für den guten Lesestoff zu veranlassen, so daß dieser vom Reisepublikum sofort wahrgenommen werden kann. Landkreis Gießen. J. Langsdorf, 19. Sept. Wieder hat der Krieg ein Opfer aus unserem Turnverein gefordert. Dragoner Großhaus vom 23. Dragoner Regiment starb an schwerer Verwundung im Lazarett zu Libau.— Ausgezeichnet wurden solgende Mit- glieder: Kanonier Neumann und Gardist Pauly mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, Unteroffizier Schiel vom Artillerie- Regiment 25 und Gefreiter Hofmann vom Artillerie-Rgt. 61 mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille. Kreis Lauterbach. d Aus dem oberen Vogelsberg, 20. Sept. Ein eigen⸗ artiges Bild bietet jetzt das Ackerland. Von den gelben Stoppel⸗ seldern ist fast gar nichts zu sehen. An ihrer Stelle prangt junges Grün, und man könnte sast glauben, es sei Frühling und das Grün seien junge Saaten. Durch die anhaltende Dürre im Früh⸗ jahre haben viele Samenkörner nicht gekeimt, und, als hernach das Regenwetter eintrat, getrieben. Auch das Unkraut wurde dadurch neu belebt. Schaut man aber wieder die Laubholzwälder und Hecken an und sieht deren absterbendes Kleid, wird man eines anderen belehrt. 5 Kreis Friedberg. a. Pohl⸗Göns, 21. Sept. Ter Wehrmann Wilhelm Volk von hier, zurzeit im Landwehr-Regiment 116, wurde mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille, und Wachtmeister Jakob Mohr von hier, zur Zeit bei einer Verpflegungskolonne, mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.— In unserem kleinen Dorfe haben wir nun bereits vier Ritter des Eisernen Kreuzes und zwei Inhaber der Hessischen Tapferkeits medaille. Starkenburg und Rheinhessen. —Darmstadt, 20. Sept. An der städtischen Sparkasse war heute der Andrang zur Zeichnung auf die Kriegs⸗ anleihe so groß, daß die Kassenräume und Treppen buchstäblich schwarz von Menschen waren. Bis weit auf die Straße standen zeit⸗ weise die Zeichnungslustigen. Kreis Wetzlar. Aus der Bürgermeisterei Atzbach⸗Launs bach, 20. Sept. Die am 1. August dis. Js. aus Anlaß des Jahrestages des Kriegsbeginnes veranstaltete Sammlung, zugunsten der Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen hatte für die hiesige Bürgermeisterei folgendes Ergebnis: 1. Atzbach 173,15 Mk., 2. Sorlar 200,95 Mk., 3. Dutenhosen 343,70 Mk., 4. Garbenheim 250,05 Mk., 5. Kinzenbach 245,70 Mk., 6. Krofdorf 413,30 Mk., 7. Gleiberg 25,60 Mk., 8. Vetzberg 65,00 Mk., 9. Launsbach 44,05 Mk., 10. Oden⸗ hausen 191,50 Mk., 11. Salzböden 117,50 Mk., 12. Wißmar 304,90 Mk.; insgesamt 2375,40 Mark. e Hessen⸗Nassau. mi. Rodheim a. d. B., 21. Sept. Die hiesige Bezirks- sparkasse zeichnete auf die neue Kriegsanleihe die Summe von 130000 Mark. m. Kirchhain, 20. Sept. Seit dem 16. Juni wurde der Unteroffizier Karl Eckel aus dem nahen Allendorf vermißt. Jetzt erhielten die Eltern eine Karte von ihm, wonach er sich in russischer Gesangenschast befindet. — Frankfurt a. M., 20. Sept. In einem Anfall ner⸗ vöser Ueberreizung stürzte sich gestern früh eine junge Frau aus dem 3. Stock ihrer in der Nordendstraße belegenen Woh⸗] nung. Die Frau erlitt schwere Verletzungen und liegt hoffnungslos darnieder.— Mehr Glück hatte ein Dachdecker, der von der Polizei in einer Wohnung des 3. Stocks bei einem Ein⸗ bruch überrascht wurde und kurz entschlossen aus einem Fenster die in die Tiefe sprang. Der Einbrecher erlitt nicht den gering⸗ sten Schaden, sprang schleunigst auf die Füße und war, ehe die Kriminalbeamten die Treppe hinunter gecilt waren, verschwumden und konnte bis jetzt nicht ergriffen werden. vermischtes. Feldherrn⸗Namen als Straßenbezeichnun⸗ gen. Gelegentlich ihrer letzten Sitzung hat die Aachener Stadt⸗ verordnetenversammlung in Anbetracht der herrlichen Siege un⸗ seres Heeres und„im Gefühl der Dankbarkeit, der Verehrung und des Stolzes“ einstimmig beschlossen, eine Reihe von Straßen der Stadt nach den großen Feldherren des Weltkrieges zu be⸗ nennen,„damit sie den Mitbürgern stets im Gedächtnis bleiben“ Um namentlich diese letztere Absicht zu erreichen, hat man die anderwärts in ähnlichen Fällen wohl geübte Methode, völlig neue oder noch im Entstehen begriffene Straßen mit den Namen der berühmten Männer zu schmücken, umgangen und kurzerhand allbekannte, ja, zum Teil sogar Hauptstraßenzüge in entsprechender Weise umgetauft. So wurde aus der schönen breiten Hoch⸗ und Theaterstraße im Neuthor-Viertel eine Hindenburgstraße, und die Lütticher Straße heißt künftighin nach dem Eroberer der belgischen Festung Emmichstraße. Weiter soll die Lim⸗ 2 burger Straße bis zur Goethestraße den Namen des Generals 8 von Beseler, des Eroberers von Antwerpen und Nowy Geor⸗ giewsk tragen und endlich wird die Klemensstraße nach Hinden⸗ 1 burgs verdienstvollem Mitarbeiter TLudendorfstraße genannt g werden. Der einmütige Beschluß, durch den die Stadtväter Aachens 8 dem Gedanken solcher vollstümlichen Heldenehrung zur Verwirk⸗ 7 lichung verhalfen, hat in der Bürgerschaft der alten Kaiserstadt freudige Zustimmung geiunden.* ————— 1 Märkte. 8 Gießen, 21. Sept. Marktbericht. Auf dem heutigen 92 Wochenmarkte lostete: Butter das Pid. 1,70— 1,75, Hühner eier das Stück 15—16 Pig., Käse das Stück 7—9 Pig, Käsematte 1 Stück 3—0 Pfg.: Tauben das Paar 1,30—1,40 Mk., Hühner das Stück 2 1.80— 2,0 Mk., Hahnen das Stück 1,50— 2,50 Mk., Ochsen⸗- fleisch das Pfund Mk. 1,16—1,20, Kuhfleisch 100—00 Pfg. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 1,16— 1,20 Mk., Schweine fleisch 2 das Pfund 1,80 0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfd. 1,14 1,18 Ml., Hammelfleisch das Pfiund 96—110 Pig. Kartoffeln 1 tr. 4,00 bis 0, Mart, Milch»das Liter 24 Pfg.: Aepfel das Pfd. 7—10 1 g., bessere 00—00 Pig. Gurken große 10—15, kl. 4—5 Pfg. Bohnen 1 18—20 Pig. das Pid.: Spinat 18 bis 20 Pig. das Pfund; Wirsing 1 1015 Pfg. das Stück, Gelberüben 8—10 Pfennig das Pfund, 1 Rotkraut 10—20 Pfennig das Stlick, Kohlrabi 6—8 Pfennig das Stück, Weißkraut, 10—15 Pfennig das Stück, Birnen 7 bis 12 Pig, bessere 00—00 Pfennig das Pfund, rote Rüben 6—8 Pg, römisch Kohl 6—8 Pfennig. Zwiebeln„der Zentner 15—00 Mk. Preißelbeeren 50—55 Pfg., Brombeeren 05 Liter 18—20 Pfennig. Nüsse 100 Stück 50-60 Pig. Blumenkohl 20—40 Pfg. Zwetschen der Zentner 15—18 Mk.— Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. 15 Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 22. Sept. 115 Heiter, trocken, nachts kühl, in höheren Lagen Nachtsrost. 3 Leetzte Nachrichten. 3 Ein Unfall des Prinzen Joachim Albrecht von Preußen. Berlin, 21. Sept. Aus Bad Ischl melden die Morgen⸗ blätter: Prinz Joachim Albrecht von Preußen, der 3 sich vor ungefähr pier Wochen auf den Kriegsschauplatz begeben hatte, erlitt einen Automobilunfall. Der Prinz und seine Begleiter wurden aus dem Wagen geschleudert. Der Prinz erlitt leichte Verletzungen, während seine Begleiter schwerer 5 verletzt wurden. Das Automobil wurde vollständig zertümmert. In den nächsten Tagen wird der Prinz zu kurzem Au lt auf seiner Besitzung Strohl am Wolffgang⸗See ee Zeppelinfurcht. 2 Hamburg, 21. Sept. Das„Hamb. Fremdenbl.“ mel⸗- det: Die Einstellung des holländisch-englischen Dampferdienstes dürfte im Zusammenhang mit der Zeppelinfurcht stehen. Auch der Batavia⸗Linie sind Schwierigkeiten erwachsen. Der letzte Dampfer hat eine tagelange Verzögerung erlitten. Ein neuer Kronrat in London. s 90 Rotterdam, 21. Sept. Aus London wird gemeldet: Dr König ist zur Abhaltung eines neuen Kronrates hierhen zurückgekehrt. Es verlautet, daß die für die Wehrpflicht ein⸗ tretenden Kabinettsmitglieder Chamberlain, Carson und Selborne ihre Entlassung einzureichen beabsichtigen. 5 5 Die Haltung Bulgariens. 1 Sofia, 21. Sept. Gestern erschien bei dem Ministerpräsiden⸗ ten Radoslawow eine Delegation sämtlicher Parteien, W ihm ein Memorandum wegen der Lage der Armenier in der„ kei zu überreichen. Hierbei gab der Ministerpräsident folgende cr⸗ klärung ab: Die allgemeine Lage Bulgariens ist eine gute. Die Perspektiven für die Zukunft sind sehr günstig. Radoslawow erklärte dann weiter, daß die Nation bereit sei, allen Ereignissen, die durch die allgemeine Kriegslage entstehen könnten, zu be L leber die äußere Politik befragt, sagte der Ministerpräsident folgendes: Bulgarien wird die Neutralität aufrecht erhalten, so lange unsere Interessen nicht verletzt werden.— Ueber das Verhältnis zu den Nachbarstgaten äußerte sich Radoslawow: Ich glaube nicht, daß Rumänien, Griechenland und Serbien eine gemeinschaft⸗ liche Politik gegen Bulgarien führen werden, oder gar, daß zwischen diesen Staaten ein Bund gegen Bulgarien A Bulgarien wird im Falle eines Krieges nur gegen eine Front kämpfen. Die 5 rumänische Regierung beschuldigt fortwährend das bulgarische Kabi⸗ nett, daß dies niemals eine Verständigung mit Rumänien per⸗ langt habe. Das ist nicht richtig! Eines Tages habe i 1 in An⸗ wesenheit der Vertreter des Vierverbandes den rumänischen Ge⸗ sandten zu mir gebeten und ihn eingeladen, zum Zwecke einen bulgarisch-rumänischen Verständigung in Verhandlungen einzu⸗ 3 treten. Der rumänische Gefandte schlug dies ab, indem er erklärte, daß er hierzu von seiner Regierung keine Instruktionen habeQ. Dabei wurde auch den Vertretern der Entente klar, daß Rumänin keine Verständigung mit uns wünscht. Was die bulgarist E schen Beziehungen anbelangt, kann ich erklären, daß diese ganz — sind. 0 Die Folgen der Schließung der Duma. Wien, 21. Sept. Das„Volksblatt“ meldet aus Petersburg: Infolge der Schließung der Duma sind 24000 Arbeiter der städtischen Werke in Petersburg und Kronstadt in den Aus⸗ 3 stand getreten. In Moskau würden 17000 und in Charkow 9 etwa 21 000 Arbeiter streiken. Italien von der amerikanischen Anleihe der Entente r ausgeschlossen. 3 Lugano, 21. Sept. Aus zuverlässiger Quelle verlautet, 35 daß die Verhandlungen wegen des Einschlusses Italiens in die englisch⸗französische Milliardenanleihe in Amerika gescheitert sind. Italien verlangte bares Geld, während England nur Kredit⸗ eröffnung in New Pork anbot. Dieses Scheitern führte die über⸗ stürzte Steuererhöhungspolitik im Kabinett Salandra herber. 1 Odol a See ee Den Heldentod fürs Vaterland starb am 27. August bei einem Sturmangriff. mein innigstgeliebter, unvergesslicher Mann, der treu- Todes · Anzeige. sorgende Vater seines einzigen Kindes Heinrich Hofmann J. Wehrmann im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 222 5. Kompagnie. Es starb fürs Vaterland mein Sohn Jean Frey Gardefüsilier im Lehr-Infanterie- Regiment, die Freude seiner Familie im 21. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Luise Hofmann, geb. Lenz Löützellinden, den 20. Sept. 1915. Familie Joh. Hofmann Familie Joh. Lenz. Die trauernden Hinterbliebenen: Valentin Frey u. Familie. Ehringshausen(Wetzlar). 2751⁵ Die neueste Kriegskarte 80 9 fahl el 80 1 8 8 1 2 Voskszeitung, Bahnhofstraße 23. w die ele Bee, bei dem Hinscheiden unseres lieben, unvergess- lichen Vaters, sowie für die erhebende Grabrede sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank. f Nachruf. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 4. September im Lazarett unser Mitglied Dragoner Großhaus im Dragoner⸗Regiment 23. Wir werden ihm ein ehrendes An⸗ denken bewahren. 7521 Turnverein Langsdorf. Täglich haben Sie Freude, wenn Sie amantine mit Sparsieb das beste und sparsamste Schuhputzmittel benutzen. Fabrikant: Rud. Starcke, Melle i. H. Dhv, Die Hinterbliebenen: Anna Elisabetha Schäfer, geb. Mengel Ludwig Schäfer I. und Frau. 7509 Albach, den 19. September 1915. Alice⸗Schule. Beginn des Wintersemesters für alle Kurse(Kochen, Handarbeiten, Kleidermachen, Bügeln) sowie für die Haushaltungsschule und die Vorbereitungskurse zur Auf⸗ nahme in die Seminare für Handarbeits- und Hauswirt⸗ schaftslehrerinnen am 28. September. Anmeldungen dazu pätestens Samstag, den 25. September im Schulhaus, Steinstraße 10. 6637] Prospekte gratis vom Vorstand. Khabenpensüna Goefbegsehüle, Ofecbaeb. M] Z Großer Verkauf privat · Real- u. Sandelsschule, perb. mit vorschule,-ertellt Einsahrigen zeugnis. Mittwoch früb von? Ubr an Hinter der West⸗Anlage 5 4 5 alle 8 von 8 Vie. an 3 Pfund Trish Fische kintocb r des Stadttheaters. „Lausopud“ eon a 25 W 1 t r 25 Ap P 2 rate Fat 5 kommenden Winter eine Spielzeit unseres Theaters, beginnend am 15. Oktober, Feiuste holländ. Augel⸗ Schellfs he een e we n„Lausol'(GAetherische ermöglicht worden. Vorgesehen sind wiederum zwei Abonnements, am Dienstag Prima holländ. Cabliau zun la. Konserven-„Lausapast“ Nusse vorigen Jahre, ermäßigt im Verhältnis von 15 zu früher 21 Vorstellungen. in gischen von 3½ bie 6 Pfd. sowie im Ausschnitt, Gläser salbe, Büchse 1 Mark Ein Mittwoch⸗Abonnement kann nicht- aufgelegt werden; doch sind für die f Fite. hol. Bratschelljsche, ftischeßischkoteletts. e erprobte. fgttef. wirken gg] Mittwoch⸗Abonnenten genügend gute Platze an den beiden anderen Abenden empfehlen 405163 pfiehlt zu billigsten Freisen] Ade r-Dregerie vorhanden. . r An die Bürgerschaft Gießens 41 nun der Aufruf, 5 zahlreiches Gebrü ider Berdux, 5 Edgar Borr mann de Abonnement das Institut erhalten zu helfen, das uns allen lieb geworden 1 2 beser. iesen Telephon 165 Obstgestelle und das in diesen ernsten Zeiten nicht nur eine Stätte der Erbauung, sondern Eisenwaren, Haus- und lief. C. Zimmerm Schrei J 5 3 f. Küchengerkbe-Handlung. Unermstr, Nen Bine 855 auch ein notwendiger, gerne aufgesuchter Sammelpunkt aller Kreise sein soll Mögen alle, denen das Gießener Stadttheater schon frohe und erhebende Gießen, den 21. September 1915. 5 am Dienstag, den 21. d. M., abends 8½ Uhr, in der großen Aula. Aeparaluren an Schreibmaschinen aller Systeme führen in eigner Spezlal- Werkstätte gewissenhaft aus Franz Vogt& Co., Giessen Einladung zu einer Versammlung Der Thecterbanverein. Die Direktion bes that 8 Vortrag von Frau v. d. Groeben aus Eisenach, Vorsitzende des dortigen ee ee Hausfrauenvereins, über: Taschenlamp en Kopfwaschen Ungerechtfertigte Lebensmittelteuerung kessdentenden! eee Diskussion.— Anchhließend: feng fisetenlanhe, Förg unnd Frisieren dar. ls besondere Signallampe n Geschäft ß guch ls Tisch⸗ oder Wand.“ Kaplausgasse 27. Gründung eines Gießener Hausfrauen ⸗bereins 1 lee Gabbinenek Kensliplatten- jährlicher Mitgliedsbeitrag 50 Pfg. bis 1.— Mk. Fam Born a „esitze unbegrenzte wechs 9 Hausfrauen kommt alle.— Eintritt frei. ee, Küchengeräte · Handlung. Allgemeiner Deutscher Frauenverein, enen e? Wismer, Ostsee. af. be a aten 1 Ortsgruppe Bießen. f 7432 Sage e ä 5 eh g 0 Sorgf. Ueberwach. d. Schularbeit. Or Garten. Neubau m. Zentralh. el Licht.(Haubachs Hof): 5 Maß. Pensionspreis. Gute Verpfleg u. Aufsicht. Prospekte durch d. Direktion. Butter⸗Birnen, zum Einmachen 10 Pfund Mk. 1.50. 08s! Glocken⸗ Birnen 1„ 1.20 . 5 e Zenner 10„ 1.50 Durch das dankenswerte Entgegenkommen der Stadt ist auch im . 1—-Apfündig, borlox, Ulrik usw. sowie Oelmischung!, Glas 50 Pfg. und Freitag, zu je 15 Vorstellungen. Die Preise sind dieselben wie im Stunden bereitet hat, bedenken, daß durch Unterstützung des Theaters auch unseren geschätzten Künstlern ein entsprechender Wirkungskreis erhalten bleibt. An die Abonnenten der letzten Jahre sind bereits Karten versendet worden, auf denen sie über ihre Beteiligung am Abonnement sich erklären wollen.