nr. 218 Der Sießener Af erschemt täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Kamilienblätter; zweimal wöchentl. kreis⸗ blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); Tel hasuiche eigen wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech⸗Anschlüsse: sür die Schriftleitung112 Verlag, Geschäftsstelleß'! Adresse sür Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. (TB.) Großes Hauptauartier, 15. Sept.] rück. Ungarische Heeres⸗ N n m 5 2 F 1 Donnerstag, 16. September 1015 Bezugspreis monatl. 75 Pf., viertel⸗ 81 jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen N monatl. 65 Pf.; durch 15 die Post Mk. 2.— viertel ⸗ 75 jährl. ausschl. Bestellg. 258 Zeilenpreis: lokal 15 Pi., l ausw. 20 Pf.— Haupt- 9 schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das a * Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Ur ex E en Vermischtes und Ge⸗ 1 5 3 Otto Braun; rucerei R. ange. Schristleitung, Geschäftsst⸗tle u. drucerel: Schulftr. 7. Bed, fan en Gießen. sritte im Osten. ud Landwehrbataillone und das] schen seien heimatlos in die Ferne getrieben worden. Mit (Amtlich.). 5 Otocaner Infanterieregiment Nr. 79 haben hier unter Füh- Kolbenschlägen wurden sie auf den Landstraßen vorwärts⸗ Westlicher Kriegsschauplatz. rung entschlossener selosttätiger Kommandanten neuerlich] gejagt. Ein französischer Angriffsversuch am Hartmanns ⸗ Proben kriegerischer Tüchtig eit abgelegt. In dem Wald⸗ weilerkopf wurde durch unser Feuer verhindert. und Sumpfgebiete des St Ein bei Rechesy(nahe der französisch⸗schweizerischen Kavallerie in den letzten Grenze) beobachteter Fesselballon wurde herunter ⸗sabteilungen zurück. geschossen. Er überschlug sich und stürzte ab. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Am Brückenkopf westlich von Dünaburg Kampf. Bei Solaki(südwestlich von Dünaburg) wurde feindliche Kavallerie geworfen. An der Wilia nordöstlich und nordwestlich von Wilna wurden feindliche Gegenangriffe abgewiesen. Oestlich von Olita und Grodno drang unser Angriff weiter vor. Südlich des Niemen wurde die Szezara an ein⸗ zelnen Stellen erreicht. Es sind rund 900 Gefangene gemacht. 5 decresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Der Gegner ist über die Szezara zurückgedrängt. 7 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 5 von Mackensen. Die Verfolgung auf Pingk wird fortgesetzt. Die Ge⸗ auf über 700 erhöht. 8 Suüdsstlicher Kriegsschauplatz. Die deutschen Truppen wiesen feindliche Angriffe Oberste Heeresleitung. fangenenzahl hat si blutig ab. Der Zar hat dem englis nach einer Stütze su sprach aber im übr sichtlich, daß Hindenburg ten wieder weit in Deutschland und den allem Anschein nach igen von der„ernsten Stunde“ Ruß⸗ lands und von einem„ehrenvollen und dauernden“ Frie⸗ Solche Zurückhaltung und Bescheidenheit war man nicht gewöhnt, denn vordem liebten es die Großen der Feinde, von„Zerschmetterung“,„Niederwalzung“ usw. zu reden. Der neue russische Generalissimus noch keine Lorbeeren gepflückt, und es wird in den letzten Tagen er⸗ wieder grimmen Ernst 8 Die deutschen Heere sind nach den letzten amtlichen Berich⸗ Feindesland vorgedrungen, und wenn der russische Generalstab heute feststellt, daß seit dem 30. Aug. bis 12. Sept. insgesamt über 40 000 deutsche und österr.-ung. Gefangene gemacht worden seien, so wird dies nicht nur in bsburgischen Ländern mit ungläu⸗ bigem Kopfschütteln aufgenommen werden. Der russische Bericht spricht noch von Verfolgung der am Sereth angeb⸗ lich geschlagenen österreichisch-ungarischen Kräfte, allein nach dem Wiener Bericht erscheint die Lage für uns recht tröst⸗ 5 und 8 5 3 Dubno—5— neue olge ämpft 1 es kann nicht au iben, 8 Ar. 8 805 75 Russen 3 Stil k e 3 zieren und vier Maschinengewehren gefangen. Die Zahl der sie zurzeit noch in Besitz haben, bald werden räumen müs⸗ sen. Immerhin sind die feindlichen Widerstände noch der⸗ art, daß das Aufgebot unserer Kräfte gegen den Osten noch nicht abgebaut werden kann. In diesem Sinne spricht auch der Berner„Bund“ neuer⸗ dings folgendes Urteil aus: Was die Streitkräfte der Zeutralmächte und der Tür⸗ kei betrifft, so sind Deutsche und Oesterreicher im Osten zwar noch sehr stark F solange Riga, 11 ina 5 fallen sind, und im Südosten die russische Gegenoffensive nicht aufgehoben ist; sie sind aber seit geraumer Zeit in der anderen Kriegsschauplätzen abzugeben. Ob diese im Westen zur Verstärkung der stra⸗ tegischen Defensive verwendet, oder weiter zur Beobachtung des Balkans bereitgestellt bleiben, hängt von den Umständen eubetrachtung unterliegen. Die Kriegs⸗ lage muß daher als eine außerordentlich gespannte bezeichnet werden und erfordert gerade jetzt von den am Rande des Krieges oder auf einer Enklave wohnenden, von ihm umbran⸗ deten Neutralen die schärfste Aufmerksamkeit. f f In diesem Zusammenhang kann darauf hingewiesen werden, daß nach dem neuesten italienischen Bericht, den Lage, Truppen nach ab, die einer täglichen a„ wir nachstehend wiedergeben, tende Verstärkungen“ nach der Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 15. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 15. September 1915. Russischer Kriegsschauplatz. An der bessarabischen Grenze wiesen unsere Truppen einen russischen Angriff ab. Am Dyjestr und vor unseren Stellungen östlich von Buczacz herrschte Ruhe. An allen anderen Teilen un⸗ serer galizischen und wolhynischen Front kam es abermals zu schweren, für den Feind 8 Kämpfen. Nordöstlich von Dub no ließ der Feind be g angriff nebst zahlreichen Toten sechs Offiziere und 800 Mann 3 an Gefangenen und drei Maschinengewehre als Beute zu⸗ 2 chen König seine neue Tatigkeit als Oberkommandierender mitgeteilt und wie bittend und N chend hinzugefügt, hoffentlich werde der Sieg nicht ausbleiben. Der König von England, der sich vom heißen Kampffelde nach wie vor fern hält, ant⸗ wortete, er sei„hoch erfreut“ über des Zaren Entschluß, Ein Telegrammwechsel zwischen dem Zaren und dem König von England. Bertin, 15. Sept.(Priv.⸗Tel.) Der„Lokalanzeiger“ meldet aus Rotterdam: Der Zar drahtete an den König von England: In dieser ernsten Zeit, welche mein Land durchmacht, entschloß 5 ich mich, den Oberbefehl zu übernehmen. Indem ich Dir das mitteile, spreche ich Dir meine Ueberzeugung aus, daß mit Gottes Hilfe und mit vereinten Kräften die Bundesgenossen vom Siege 5 gekrönt sein werden. König Georg antwortete, daß er den Ent⸗ schluß des Zaren mit großer Genugtuung erfahren habe. Er sei ebenso überzeugt, daß die tapferen Truppen mit Gottes d Hilfe einen ehrenvollen Frieden sichern werden. 5 Meine Gedanken, so schließt der König der Briten, sind mehr denn jemals in dieser kritischen Zeit bei Dir. f Die Petersburger Stadtverordneten. f Petersburg, 15. Sept.(WTB. Nichtamtlich)„Metsch:“ meldet: Die Petersburger Stadtverordneten haben einen Beschluß angenommen, nach welchem es auch von der g Stadtverwaltung in der schweren Zeit für notwendig erachtet wird, 0 dem Zaren die ungeschminkte Wahrheit zu sagen. Die Mißerfolge a lägen in den klaffenden Schäden in Rußland, in der tiefen Des⸗ organisation, der Unfähigkeit der Regierung und in der verbrecherischen Tätigkeit derer, die berufen sind, den Sieg 0 vorzubereiten. Der Beschluß verlangt eine Regierungs macht, l die nicht mit den Sünden der Vergangenheit behaftet sei und das 5 Vertrauen des Volkes besitze. Das drohende Zeichen 3 der Zeit sei der aufgeregte Zustand im Inlande. 3 Der Beschluß wurde mit überwältigender Mehrheit gegen 18 Stim⸗ 5 men angenommen. Der„Rpetsch“ behandelt die Entschließung in 1 einem Leitartikel und fügt hinzu, daß in ganz Petersburg das Gerücht umgehe, daß das Ministerium den Beschluß beisele geln Nas und keinerlei Notiz davon genommen habe. Das Blatt weist auf 8 die gewaltigen Schwierigkeiten hin, welche die neuen Minister zu bestehen hätten, insbesondere der Unterrichtsminister, da der ganze Verwaltungsorganismus von demselben Geiste durchseucht sei, ferner, da alle Maßnahmen von freiheitlichen Ministern auf den passiven Widerstand von Untergebenen stießen, ins Gegenteil ver⸗ dreht oder nicht ausgeführt würden. In Dumakreisen zirkulieren Ge⸗ rüchte, daß die Duma vertagt wurde. Dies rufe große 2 8 hervor und werde als verbrecherische Maßnahme bezeichnet. FJol⸗ 5 gchende Gesetzesvorlagen wurden in der Duma eingebracht: Di⸗ f k und des Pripfet warf unsere agen zahlreiche feindliche Reiter⸗ fenden k. und k. Streitkräfte er⸗ ren Verbündeten die Szezara. Kriegsschauplatz. gebiet hielten die gewöhn⸗ estern an. Oestlich des Lodinut⸗ üppen zum Angriff und eroberten auf dem Findenigkofel und auf s Grenzberges. An der küsten⸗ rt die italienische Artillerie mit unsere Stellungen von Javorcek enkopf. Feindliche Angriffe auf rsic⸗Gebiet brachen zusammen. u Annäherungsversuche des Geg⸗ Die in Litauen reichten im Verein mit u Italienisch, Im Tiroler Gr lichen Geschütztämpfe auch Passes schritten unsere T die feindlichen Stellunget dem Kamme südöstlich die ländischen Front f erhöhter Heftigkeit gegen bis zum Tolmeiner B den Javorcek und im Ebenso wurden die üblich ners im Abschnitte von Der Stellvertre v. Höf er des Chefs des Generalstabs „Feldmarschalleutnant. „* . fische Bericht. bt. WTB. Nichtamtlich.) Die gestrige neralstabes besagt: Der Vorstoß d am Piketern⸗See, am Sau⸗ m Dorfe Rakischki, westlich der aburg, dauert an. In der Gegend dse wurden wiederholte Angriffe des lngriffe der Deutschen westlich von on Meiszagolas zeichneten sich durch der Front von der Umgegend von gend der Dörfer um Kosso wo setzte orrücken nach Osten fort. Ernsthaftere im der Gegend der Dörfer Mosty und Südlich des Pinaflusses ging die feindliche Kavallerie in die Gegend des Zusammenflusses der Turija mit dem Pripfet zurück. Bei Zwizdie in der Gegend von Derashmo überschritten wir den Go n mit Erfolg und sind kämpfend vor⸗ gedrungen, wobei wir ein ganzes ösfterreichisches Bataillon ge⸗ fangen nahmen. In der Gegend von Derashmo und Klewan ging der Gegner zur Offensive über, welche wir jedoch zum Stehen brachten. Mit einem kräftigen Gegenstoß drangen wir darauf in der Gegend westlich Klewan vor und machten dort in einem Gefecht bei dem Dorfe Oleszwa mehr als 1300 Gefangene. Westlich von Wisniewiec, am oberen Goryn, verdrängten unsere Truppen den Gegner aus dem Dorfe Rydomel und dessen Umgebung. Der Feind zog sich am Abend eiligst zurück und wurde dann aus dem Dorfe Rostoki unter großen Verlusten verdrängt. Die Zahl der bis jetzt verzeichneten Gefangenen erreicht 20 Offiziere und 2000 Soldaten. Unser Feuer vereitelte Versuche des Feindes, welcher, um unsere Offensive zum Stehen zu bringen, zu Gegenangriffen in der Gegend der Dörfer Gontow und Ditkowse, südwestlich Wisniewiec überging. Auch hier machten wir Gefangene, ungefähr 140 Offi⸗ ziere und 7300 Soldaten, nahmen ein schweres und sechs leichte Geschütze, 4 Munitionswagen, 26 Maschinengewehre und viel Kriegsbeute.— In Galizien hatten wir auf der Verfolgung des sich von der Serethfront westwärts zurückziehenden Feindes einige heiße Waffengänge in der Gegend der Dörfer Gliadka, Le⸗ brow, Juzephowka, westlich Tarnopol, sowie bei dem Dorfe Dzwi⸗ niacz in der Umgegend von Zaleszezycki. In Gefechten in der Um⸗ gegend von Juzephowka und Dminiacz, welche am 12. September stattfanden, nahmen wir mehr als 2700 Soldaten mit 35 Offi⸗ Der Petersburg, 15. Mitteilung der Großen( der Deutschen in der Gege kerner⸗See und bei Linie Jakobstadt des Bahnhofes von Podb Feindes abgewiesen. i Podbrodse in der Geger großen Nachdruck aus. Ora ny bis etwa in die der Gegner sein vorsichtige Gefechte entspannen sich hi Szeiniaki, westlich Slonin 8 Aufhebung der Vorrechte des Ostseeadels, die Entschädigung fürn Kriegsschäden, die Interpellation über Finnland, sowie eine um nestie für die Verbannten. 5 Bulgarien. Sofia, 15. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Die„Agende Bulgare“ meldet: Die Vertreter der Mächte des Vier⸗ verbandes haben gestern vormittag dem Minister⸗ präsidenten gesonderte Besuche abgestattet. Die haben ihm eine ergänzende Mitteilung überreicht, über deren Inhalt strengstes Stillschweigen gewahrt wird. 15 Der Depeschendiebstahl in Athen. 9 Wien, 15. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Die„Südslawische Korrespondenz“ meldet aus Saloniki: Das in französischer Sprache erscheinende Blatt„Neues Jahrhundert“ bespricht den De⸗ peschendiebstahl in Athen und sagt: Jetzt verstehen wir das von Agenten des Dreiverbandes erhobene Geschrei über an⸗ gebliche deutsche Spionage und die Bemühungen einzelner Per⸗ sonen, deutsche Spione zu entdecken, während tatsächlich die zynischste Spionage für den Dreiverband ausgeübt worden ist. Der Dreiverband schrie nach den deutschen Spionen, um auf diese Weise die Aufmerksamkeit von der eigenen Arbeit abzulenken. Diese Handlungsweise des Dreiwerbandes entspricht ganz seiner son⸗ stigen politischen Heuchelei, die von dem Schutze der Freiheiten der kleinen Nationen und des Nationalitätenprinzips spricht, wäh⸗ rend durch die Besetzung von griechischen Inseln die Neutralität Griechenlands verletzt und auch auf alle anderen neutralen Stan⸗ ten ein brutaler Druck ausgeübt wird. Gleichzeitig verspreche der Dreiverband Italien den griechischen Dodekanes, Albanien und die Slawischen Küsten der Adria. Allmählich falle nun die heuch⸗ lerische Maske, die das wahre Gesicht des Dreiverbandes verhülle. Der große Depeschenskandal in Athen werde nicht verfehlen, diese Entlarvung zu vollenden. vom 30. August bis 12. September gefangen genommenen Oester⸗ reicher und Deutschen übersteigt 40000.— Im Schwarzen Meere vernichteten unsere vor dem Kohlengebiet kreuzenden Tor⸗ pedobvote einen großen Dampfer. ö N Die Lage im Osten. London, 15. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Morning Post“ meldet aus Petersburg: Die Rückkehr der russischen Hochflut scheint wieder durch eine energischere Tätigkeit des Feindes hinaus⸗ geschoben zu sein, der auf der ganzen Front von Jacobstadt bis zu den Pinsker Sümpfen furchtbare Angriffe unternimmt. Die Verwüstung Polens durch die Russen. Berlin, 16. Sept. Eine französische Zeitung bringt laut„Berliner Tageblatt“ einen Bericht ihres Mitarbei⸗ ters, welcher der russischen Armee bei ihrem Rück⸗ zuge durch Polen gefolgt ist. Der französische Schrift⸗ steller bestätigt, daß die Russen während ihres Rückzuges rücksichtslos und systematisch Leben und Eigentum der Polen vernichteten. Polen habe viele schreckliche Schicksalsstürme erlebt, Kriege und Revolutionen seien über das unglück⸗ liche Land hinweggejagt, aber alles das sei nichts im Vergleich zu dem, was es jetzt erlebe. Beim Rückzuge war von russischer Seite der Befehl gegeben worden, daß alles vom Erdboden verschwinden solle. Dem Bauern sagte man: „Zünde dein Haus an!“, dem Fabrikbesitzer:„Zerstöre deine Fabrik!“ Der Bevölkerung der unglücklichen Städte und Dörfer rief man zu:„Verschüttet die Brunnen, zerstört die Wege, schlagt die Wälder nieder, mäht die noch grünen Millerands Herrschaft in Frankreich. Felder!“ Ganze Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht. Berlin, 16. Sept. Der Pariser Berichterstatter eines Den abziehenden Bewohnern der Dörfer befahl man:„Reißt] Madrider Blattes berichtet nach der„Kölnischen Zeitung“ eure Kirche nieder!“ Als sie sich auf die Knie warfen und über autokratische Zustände in Frankreich. Millerand riefen:„Das können wir nicht!“, wurden besonderesswirtschafte wie ein Alleinherrscher, ohne den anderen einem mißglückten Gegen⸗ Brandabteilungen gebildet. Diese begossen die Kir⸗ Ministern seine Pläne mitzuteilen. Das Günstlingswesen, chen mit Petroleum und zündeten sie mit Dynamitpatronen das sich um den Kriegsminister bilde, schütze eine halbe K. an. Polen sei heute eine Wüste. Mehrere Millionen Men- Million Drückeberger. r 15 Dünaburg und Wilna nicht ge⸗ 2 2 2 Anszeichnung des Generals v. Scholtz. Berlin, 15. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Der„Reichs⸗ anzeiger“ veröffentlicht die Verleihung des Pour le mérite an den General der Artillerie v. Scholtz. Ein italienischer Wutschrei. Berlin, 16. Sept. Der„Corriere della Sera“ klagt laut verschiedenen Morgenblättern die Diplomatie des Vierverbandes an, weil sie den Balkan nicht mitgerissen hätte, ehe der russische Rückzug begann. Heute könne nun ein rascher Fall der Dardanellen helfen. üdfront gesendet haben. 2 Sof Verbündeten„bedeu⸗ VVWWWGGWGGGGVGGGGGGGGGGGG Frankreichs Flugwesen. 3 8 n Lange 3 en 5 5— 1 S. i iser Bericht; i, listischen zcordneten feindlicher Länder anzu! fen, und ange⸗ . Berlin 16. Sent. Einem Pariser Bericht zufolge sei, sichts des unbefriedigenden zweideutigen Stellung des sozialistischen 5 wie die Vossische Zeitung“ meldet, die Zahl der fran⸗ Bureaus im Haag, ferner um den Abscheu über das illoyale Be⸗ P zösischen Flugzeuge jetzt sechsmal so groß, wie bei tragen verantwortlicher Mitglieder der sozialistischen Partei aus⸗ Kriegsbeginn. Man verfüge über Motoren, die an Kraft udrücken, die versucht haben den Beschluß der englischen Sektion . 4 1 5 s internationalen sozialistischen Bureaus zu umgehen, indem sie die früheren um das dreifache übersteigen. Die Schnellig⸗ teit sei im Verhältnis von 2 zu 3 gewachsen. einen Abgeordneten nach Bern entsenden wollten, weigert sich die Abteilung 3„ e der r 0 2 1 Kommission englischen sozialistischen Partei, für diesen Zwe g Frankreichs Sanitätsmängel. 1 8 . Berlin, 16. Sept. Die 250 000 französischen Verwundeten mußten mangels jeder Organisation eine irgend welchen Geldbeitrag zu leisten. .** wahre Todesfahrt durchmachen. Die Züge durchkreuz— ten Frankreich von Norden nach Süden mit Schwerverwun— 175„ Deutschland und Amerita. New Mork, 15. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Nach deten, welche in den Pyrenäen ausgeladen wurden, während leicht Verwundete in Feldlazarette kamen. Viele von ihnen starben auf der langen Fahrt, viele in Viehwagen und auf einem Funkspruch von dem Privatkorrespondenten des Wolffschen Bureaus meldet die„Associated Preß“ aus Stroh Verladene wurden Opfer des Starrkrampfes.— Eine solche Schilderung der Zustände im französischen Sanitäts- Washington: Staatssekretär Lansing teilte mit, daß über den Vorschlag Deutschlands, den„Arabic“ ⸗Fall einem 9 wesen durch einen franzosenfreundlichen Neutralen, meint die„Kölnische Zeitung“, sei recht interessant, stehe jedoch Schiedsgericht zu unterbreiten, von den Vereinigten Staa⸗ ten noch keine Entscheidung getroffen worden ist. mit dem idealen Bilde in krassem Widerspruch, welches die französischen Blätter von ihrem Lande entwerfen. Hamburg, 15. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Ham⸗ burger Nachrichten“ melden: Wie ein in London aus Washington eingelaufenes Telegramm berichtet, ist Präsi⸗ dent Wil son jetzt bereit, die Frage der„Arabic“ dem Haager Schiedsgericht zu überweisen. Dagegen will der Präsident bei den übrigen grundsätzlichen Fragen, die in Cadorna erkrankt? der amerikanischen Note bekanntgegeben worden sind, nichts Berlin, 16. Sept. Eine Mailänder Zeitung schreibt laut Berliner Lokalanzeiger“ mit Genehmigung der Zensur, daß das Befinden Cadornas seit einiger Zeit zu wünschen übrig lasse. Schweizer Blätter erblicken in dieser Meldung einen Hinweis auf die Möglichkeit eines Wechsels in der italienischen Heeresleitung. Der italienische Bericht. von seinem gefaßten Standpunkt aufgeben. Die französisch⸗englischen Anleihepläne in Amerika. 5 Rom, 15. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Heeres⸗ bericht. Der Feind, der dieser Tage bedeutende Ver⸗ London, 15. Sept.(WT. Nichtamtlich.) Die„Cen⸗ tral News“ melden aus Washington: Pierpont Mor⸗ gan hat die französischen und englischen Fi⸗ manzleute zusammen mit 175 Bankiers und sonstigen hervorragenden Geschäftsleuten zu einem Empfangs- f e ste* 5 glaubt mit Sicherheit, 12 es den 5* 45 3 Alliterten glücken wird, eine fünfprozentige Anleihe von 25 f 2 0 cht an me en Punkten r 7 1 N 5 n 5* In⸗ 10⁰ Miglionen Pfund Sterling aufzunehmen. Die deutsche fanterieangriffe auszuüben, denen heftiges Geschützseuer voran⸗ Presse Amerikas tadelt scharf den Anleiheplan und be⸗ ging und die von solchem begleitet waren. Aber die Anstrengungen zeichnet ihn als schwerwiegende Verletzung der Neutra⸗ waren vergeblich. Aehnliche feindliche Angriffe wurden im Popena⸗ Tale(Anstei) und längs des Kammes der karnischen Alpen vom Oderlauf des Dogano bis zum Oberlauf des Chimoso abgeschlagen. Feindliche Flugzeuge überflogen Vizenta und warfen Bomben ab, durch die vier Einwohner leicht verletzt wurden. Sie überflogen ferner Tolmezzo und die Niederungen von Flitsch und Caporetto. lität.. New Pork, 15. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung Ein anderes Geschwader versuchte einen neuen Angriff auf Udine, wurde jedoch von Fr angegriffen, zurück⸗ des Reuterschen Bureaus: Die französisch-eng⸗ lische Finanzkommission beabsichtigt, hier 1000 Millionen Dollars aufzunehmen, und zwar„auf die britische und französische Regierungsbehörde ohne weitere Sicherheiten“. Die Finanzmänner erklären, man habe allen geschlagen und verfolgt. Auf dem Karst wurden die feindlichen Grund zu der Annahme daß die Regierung der Vereinigten Lager bei Nabresina und Comez von unseren Fliegern wirksam Staaten sich von der Anleihe fernhalten werde, weil das beschossen. sonst mit der Neutralität unvereinbar wäre. Wenn das Ein Luftkampf. Berlin, 16. Sept. Bei Udine wurde, nach einem Basler Bericht der„Vossischen Zeitung“ ein öster reichisch⸗unga⸗ risches Flugzeug von drei italienischen Flugzeugen und außerdem mit Abwehrkanonen, die 600 Schuß abfeuerten, be⸗ schossen, kehrte aber unversehrt zurück, während ein italienisches ganze Geld hier aufgebracht werden kann, wird die ganze Hr. Flugzeug im Sturzfluge niederging, offenbar durch einen Schuß Anleihe hier begeben. des österreichischen Fliegers getroffen. stens einmal 15 Mark 5 5 n Entfer⸗ erlin. Pfennige Die Zahl dieser Fälle auch aus größerer Nähe ließe sich ins Ungemessene vermehren. Die Beispiele seien nicht um ibrer selbst willen angeführt, sondern um Abhilfsmöglich⸗ keiten aus ihnen herzuleiten. Daß ei Abhilfe notwendig ist, beweist die Tatsache, daß z. B. auch in diesem Jahre schon im neuen Kartoffelgeschäft an den verschiedensten Stellen, auch in unserer nächsten Nähe, Fälle der wüstesten Preistreiberei und Spekulation vorgekom⸗ men sind. Von einem Fachmann konnte man in der bereits erwähnten Ausschußsitzung hören, daß wir, in unserer Gegend wenigstens, eine Kartoffelernte wie seit zwanzig. 3 nicht zu erwarten haben. Um die Versorgung des Kreises sicherzustellen, will der Konsumentenausschuß für den Kreis die Ausfuhrsperre bis zur Bedarfsdeckung be⸗ antragen. Dafür und dagegen lassen sich Dutzend Gründe anführen. Man sollte annehmen, daß bei der in Aussicht stehenden Rekordernte das Verhältnis von Nachfrage und b Angebot von selber preisregelnd eingreifen werde, zumal man diesmal kaum wieder in die allenthalben gemachten grausamen Fehler fallen dürfte. Gleichwohl möchten wir in diesem Zusammenhang von zwei Tatsachen Notiz nehmen, die in der Oeffentlichkeit wenig beachtet worden sind. Das Organ des Deutschen Kartoffel-Großhändler⸗Verbandes schrieb kürzlich am Schlusse eines längeren Aufsatzes über den Lebensmittelwucher: 1 „Wir erkennen die Notwendigkeit an, daß alles getan werden muß, um dem Volke die Lebenshaltung zu verbilligen. Aber wir sind der Ansicht, daß hierzu der ehrliche Handel in erster Linie mithelfen muß. Wie wäre es denn, wenn man die Sache einmal von der andern Seite versuchte? Wenn man zu dem Kartoffel⸗ handel sagte: Wir haben dich nötig, wir müssen dich haben, du bist unser Freund!— Ob dann nicht der Kartoffelhandel und seine Fachvertretung eine Ehre darein setzte, mitzuhelfen an dem großen nationalen Werke ohne Rücksicht auf Gewinn?— Wir halten immer noch daran, daß gerade der Handel, wenn i bührende Achtung nicht versagt wird, einen iz b anerkennenswerten Ehrgeiz, der jeder edlen istung fähig ist, aber die Lust verliert und verbittert ist, wenn man ihn wie einen Verbrecher bestraft.“. l Und der Verband Deutscher Obst⸗, Gemüse- und Süd⸗ früchte⸗Großhändler hat vor einigen Tagen an den Minister für Handel und Gewerbe in Berlin eine Eingabe gerichtet, in der es ebenfalls heißt: N „Wir erlauben uns, in Vorschlag zu bringen, daß Aus⸗ schüsse gebildet werden, in denen die Händler selbst. zu Wort und Recht kommen. Diese Ausschüsse müßten zunächst darüber wachen, wie die Preislage für Obst und Gemüse sich fort⸗ gesetzt gestaltet. Innerhalb derartiger Ausschüsse könnte die Frage geprüft werden, ob und welche Mittel zur Verbilligung von Obst⸗ und Gemüse mit praktischem Erfolge ergreifbar sind.* Wir glauben, daß diesem unserem Wunsche Rechnung getragen werden kann, ehe so weittragende und in ihren Folgen unüberseh⸗ bare Einrichtungen getroffen werden, wie sie der städtische Gemüsehandel darstellt. Der Handel verlangt für sich vor allem das Recht, zu beweisen, daß er sich entgegen allen anderen Behauptungen in der jetzigen schweren Zeit in der Tat⸗ mindestens ebenso vaterländisch betätigt, wie die Agitatoren, die Worte hierfür fortwährend im Munde führen, in Wirklichkeit aber, gewollt oder ungewollt, nur Zwietracht stiften.“ 25 „Der Versuch, den Handel bei diesem gewich⸗ tigen Wort zu halten und 12 seine Mitwirkung zu sichern, kann sich auch für einen kleineren Bezirk be lohnend gestalten. Wie wir wissen, hat auch der Konsu⸗ mentenausschuß in einer Eingabe an den Oberbürgermeister einer Heranziehung des Handels das Wort geredet. U. a. liegt hier eine Möglichkeit, die Schwierigkeiten zu umgehen, die den Städten in dem Mangel an Arbeitskräften, 1 räumen und Fachkenntnissen erwachsen können. Eine kat⸗ kräftige und uneigennützige Mitwirkung ist übrigens in der mehrfach erwähnten Ausschußsitzung von seiten eines Vertreters des Handels angeboten worden. Wie sich die Nartoffelversorgung mit der Ernte 1915 gestalten wird, läßt sich einstweilen kaum übersehen; Ansichten und Bei⸗ spiele stimmen im ganzen aber darin überein, daß es den Teufel nicht an die Wand malen heißt, wenn frühzeitig Abwehrmaßnahmen ins Auge gefaßt werden. 25 An Hand einer ruhigen Würdigung der Lage kann es nicht allzu schwer sein, das notwendige Uebel vom künstlichen zu trennen. Wer aber zu der Ansicht kommt, daß ein will⸗ kürzlicher Mißstand vorliegt, dem erwächst eine anderepflicht, auf die zwar zum Schlusse, aber deshalb doch mit größtem Ernste hingewiesen werde. Wir haben Verordnungen gegen die Lebensmittelverteuerung. Die Reichs⸗ und auch die Landesregierungen haben ihre schärfste Hand! bung den Behörden zur Pflicht gemacht, und die hessische Re⸗ gierung hat es seinerzeit geradezu als N Pflicht jedes Einzelnen bezeichnet, die Behörden beim Kampfe gegen wirklichen Wucher zu unterstützen. Es ist richtig: Es widerspricht dem feineren Gefühl, in derlei Dingen als Ankläger aufzutreten, aber wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter, und gerade hier ist ein Gebiet, auf dem wir wie auf manchem anderen die Senti⸗ mentalität verlernt haben sollten. Wer seinen und seiner Mitbürger Vorteil also wahrnehmen will, der unterbreite sein— nicht anonymes— Material dem Konsumenten⸗ ausschuß(Sitz Kaffeehaus„Metropol“), damit die Verord⸗ nungen kein toter Buchstabe bleiben. Zum Selbstschutz ist es unbedingt notwendig, daß Verfehlungen den Behörden an⸗ gezeigt werden. Der Ausschuß hat hier die gegebene Mittels⸗ person zu bilden. Ein solches Verfahren ist wirkfamer als 8 alles Schimpfen gegen die Händler. Auch aus rein sach⸗ lichen Gründen empfiehlt sich die Vermittlung des Aus⸗. schusses, denn nicht jeder einzelne ist in der Lage, die Be⸗ rechtigung einer Beschwerde zu durchschauen. 3 Von derselben Wichtigkeit ist es, daß die Solidari⸗ tät der Verbraucher hochgehalten wird. Einzelne Hausfrauen sollen den Vorwurf, daß sie die geforderten hohen Preise ohne jeden Einwand zahlten, mit der Be⸗ ründung zurückgewiesen haben:„Was gt Sie das an? 15 Ich kanns ja bezahlen!“ Eine solche Kurzsichtigkeit 0 ist empörend. Nicht auf die, die es bezahlen können,. kommt es an, sondern denen soll in erster Linie gedient 0 werden, die es nicht können. Wie wir hören, soll in der 5 allernächsten Zeit in Gießen auch die Gründung eines 9 Hausfrauenvereins erfolgen; hoffentlich gelingt ihm die 1 notwendige Aufklärung. Unter dem Gesichtspunkte des„Erreichbaren“ wäre es übrigens dem Kriegskonsumentenausschuß auch zu danken, wenn er die Einführung und Popularisierung der Kriegs⸗ Liceo, und verwandter Bestre 5 1 8 Washington, 15. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau erfährt an hochoffizieller Stelle, daß die g* 4* Regierung der Vereinigten Staaten die Verhand⸗ Zu den Zeppelin⸗Augriffen auf London. lungen mit Vertretern der Alliierten wegen einer An⸗ Basel, 15. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Basler An⸗ leihe von 1000 Millionen Dollars weder billigen noch mißbilligen werde. Man nehme den Standpunkt ein, daß die iger“ meldet: Wie schon bekannt, wurde bei dem letzten Ze p⸗ helinangriff auf London eine St. Gallener Stickereifirma Bankiers der Regierung keine Mitteilung gemacht haben zeschädigt. Jetzt wird gemeldet, daß auch die Geschäftsräume und deshalb frei seien und nach Belieben handeln können, orschiedener Agenten hiesiger Firmen durch Feuer und Wasser solange sie kein Gesetz verletzten. Trotz des enormen Be⸗ trages sehen die Behörden die Anleihe als einen einfachen verwüstet worden sind. Nach der Lage der Geschäfte sind dem⸗ tach Bomben bei dem letzten Zeppelinbesuch im belebtesten Ge⸗ Handelskredit an. schäftsviertel der Riesenstadt und zwar in der Nähe der Bank Von England abgeworfen worden. Der Zusammentritt des englischen Parlaments. London, 15. Sept.(zens. Frkft.) Reuter meldet: Das interhaus hat heute seine Sitzungen wieder eröffnet. As gquith teilte mit, daß er morgen einen Kriegskredit zur Abstmmung bringen und eine llebersicht des Zustandes geben wurde. In bezug auf die Dienstpflichtangelegen heit fand Leine kurze und sehr flüchtige Erörterung statt, der Asquith durch 5 5 Erklärung ein Ende machte, daß die Regierung bald ihre 3 einungsäußerungen über dieses Problem dem* * 1 3—— werde die 1 1 55— Gießen, 16. September 1915. inführung der Dienstpfli⸗ egenstand einer ausführlichen Be⸗ N sprechung im Parlament bilden. Schatzkanzler Mac Nen na Zur Lage auf dem Lebensmittelmartt. teilte dem Unterhause mit, daß der Verkauf der Kriegsanleihegut⸗ II. f heine von 5 und 10 Schillings und 1 Pfund und der Verkauf Butter- und Eierpreise bilden gewissermaßen den Ueber⸗ gang von der Gruppe der notwendigen zu der der künst⸗ lichen Uebel. Hier hört die Gemütlichkeit auf, und wenig⸗ stens die Beurteilung der Sache gestaltet sich wesentlich ein⸗ facher. Man schreibt uns aus dem Rhein⸗Main⸗Gebiet: „Die reiche Obsternte, die uns das Kriegsjahr 1915 be⸗ schert, scheint, wenn nicht alle Zeichen trügen, zu einem hervor⸗ ragenden Spekulationsgegenstand werden zu sollen. Schon jetzt ist es nahezu unmöglich, auf dem Lande ohne Zwischen⸗ händler unmittelbar vom Obstzüchter seinen Privatbedarf ein⸗ zukaufen. Fragt man auf den Törfern bei irgend einem Bauern, der sonst gern seinen Ueberfluß der Privatkundschaft abließ, in diefem Jahr um Obst nach, so erhält man in fast allen Fällen die Antwort:„Der T oder Maus Frankfurt oder Mainz hat mir schon 3 Mark mehr als den sonst üblichen Preis geboten und da habe ich ihm das Obst in Bausch und zen gelassen.“ Und der Privatmann hat das Nachsehen. Als kürzlich der Sturm im Maingebiet hunderte von Zentnern Fallobst abgeschüttelt hatte, der letzten brachten die Milchbauern dieses Obst nach den Städten mit und Er glaube, verkauften es pfundweis für 3—4 Pfg. an ihre Kunden. Kaum Millionen hatten die Händler davon erfahren, so bereisten sie die Dörfer und Betrag bis kauften das gesamte noch erreichbare Fallobst für 5 Pfg. das Alles, was notwendig] Pfund auf.— Pflaumen bezw. Zwetschen kosteten, ehe die Händler Munitionsministeriums] aufs Land kamen, höchstens 10 Pfennig, die Händler boten 12, 14, Anzahl von Arbeitskräften. 15 bis* 4 65—.— Pfund, 15 sie 1 1 Es 1 N 3 i ist ja den Zu nicht zu verübeln, wenn sie höhere Preise er⸗ Die Arbeiterbewegungen* England. halten und wenn ihnen die Händler sofort alles im voraus in 5 London, 15. Sept.(WB. Nichtamtlich.) Der Ge⸗ barem Gelde bezahlen. Aber trotzdem müßten sich jetzt noch Mittel schäftsführende Ausschuß des Eisen bahnerverban⸗sund Wege finden lassen, damit diesem Treiben ein Ende gemacht des begann die Beratungen der Lohnforderungen und be⸗ wird. Zu den Teuerungen jeglicher Art darf sich nicht trotz der schloß, nicht die einzelnen Forderungen der verschiedenen Rekordernte 1915 noch die künstlich hervorgerufene Obst⸗ Gruppen des Verbandes zu behandeln, sondern die Forde⸗ teucnumg gesellen.“ 3 rungen für die Gesamtheit der Eisenbahner Großbritanniens Man lese weiter zwei Feststellungen, die vor einigen aufzustellen. Der Ausschuß ist bereit, entweder mit den] Tagen die„Frankfurter Zeitung“ machte: Bahngesellschaften direkt zu verhandeln oder das Schieds⸗ Ein lehrreiches Beispiel für das Zustandekommen hoher . icht des Handelsamts anzurufen. Es wird betont, daß die 3 35 5 Weigelt an 1 Wafer bewilligten Kri⸗ lagen i 18stei dachten des Deutschen Pomologenvereins in Eisenach: Die Erfurter e dee wöldg menen 1 fir ee haben 11 der Woche E17 23. 51 17 1 r, ter von Südwales ist ein neuer Ausstan d ihrer Uniosten für Fracht und Aufuhr nach Berliner Mastthallen 8 Sgebrochen. 1100 Bergleute streiken wegen der Ein⸗ erhalten. Wenn man hierauf 33½ Prozent aufschlägt— und lung nichtorganisierter Arbeiter. das ist sehr viel, denn es wird von Erfurt nach Berlin nur London, 15. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung waggonweise geliefert—, dann lostet dem Händler in Berlin der b Reuterschen Bureaus. Die Zentralabteilung der en g⸗ ischen sozialistischen Partei hat in einer Ver- Kopf Blumenkohl rund 15 Pfennig. Nach dem neuesten Berliner Marktbericht vom 26. August bosteten in Berlin 100 Stücke Er⸗ sammlung am 13. September folgende Entschließung an⸗ genommen furter Bl b 20 5 g 1 vert ungen, des gerade in diesen. b.. eee enn den genf Der Zuge been en e Tagen zur bini gelangenden Eisahe ae delten — 2 des Beschlusses der englischen Sektion des inter⸗ nationalen Der Seekrieg. New Pork, 15. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das im März im Hafen von Honolulu gesunkene U-Boot 4 ist aus einer Tiefe von 300 Fuß gehoben worden. „ Basel, 15. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Basler Nachrichten melden aus London: Mitteilungen der Agentur Lloyds lassen erkennen, daß bis zur Organisation von N gegen die deutschen Unterseeboote die ge⸗ samte Handelsschiffahrt nach und von Mar⸗ seille und Bordeaux eingestellt worden ist. Aus Stadt und Cand. Man erwarte .. 75„ der Händler verdient 12½ f Kopf. i des Spiritusglühlichtes usw. erstreben wollte. l 1 95 Bur 1 15 lostet der Kopf Blumlhtet 50 7 1 0 e Der Sache Sinn: Ruhig Blut und ehrlicher Wille soz Hileachen eaus, sowie der französischen und In diesem Jahre haben wir infolge der nassen Witterung einen ganz Gerechtigkeit beim Denken und Reden über also sämtliche wehrpfli tragen.— stehen sie für das Gebiet des Großherzogtums Hessen der Landesvexrteilungsstelle für bewährt 9051 und schließlich soll Stroh in größerem Umfange mittelmarkt, vernünftiges Verhalten den unver⸗ meidlichen Folgen des es, a einheitliches und scharfes Zufassen, wo es gilt, als recht erkannte Ziele zu erreichen oder die Profitgier einzelner kaltzustellen. 9 1 Die Meldevorschristen der D.⸗U.⸗Leute. Trotz der deutlichen Abfassung der Bekanntmachungen über die Meldevorschriften der„Dauernd Untauglichen“ sind in den le Tagen an uns soviele Rückfragen in Sachen der Meldepflicht gerichtet worden, daß wir, obschon die Frist für die Meldungen teilweise schon überschritten ist, noch einmal folgendes feststellen wollen: Unter„Dauernd Untauglichen“ sind zu verstehen sonen, die, sei es im Frieden oder im Kriege, z. B. folgende Ea g erhalten:„dauernd untauglich“ oder„dauernd nisondienstunfähig“ oder„dauernd feld⸗ und garnison⸗ ienstunfähig“ oder„dauernd arbeitsverwendungsunfähig“ oder„aus gemustert“ oder„scheidet(als dauernd ganzinva⸗ lide) aus jedem Militärverhältnis aus“. Melden müssen sich tigen Personen, die im Frieden oder im Kriege die Bezeichnung „dauernd untauglich“ erhielten. Dabei ist es ganz gleichgültig, ob die Betreffenden gelbe oder weiße Aus- musterungsscheine, Landsturm⸗ oder Ersatzreservescheine oder auch andere Scheine besitzen, in denen sich der Vermerk „dauernd untauglich“ oder ähnlich vorfindet. Alle diese Personen haben sich, falls sie zwischen dem 8. September 1870 und später 1 sind, zu melden. Als Wich⸗ tigstes bleibt: Melden muß sich jeder! i 14 Melden müssen sich, wie e auch die Kriegsbeschä⸗ digten von 1914/15, die inzwischen die Entscheidung dauernd untauglich erhalten haben. Sie werden einstweilen nur nicht gemustert. u ngen sind Leute, die den erlassenen Bekan bezüglich ihres Militärverhältnisses oder der Stelle zur Anmeldung i welchen Zweifel haben, verpflichtet, — beim e persönlich Er⸗ undigungen einzuziehen. 5 Deshalb sei allen, die auch jetzt noch nicht im klaren über diese Dinge sind, dringend geraten, sich mit dem Be⸗ i Idwebel pflichtmäßig in Verbindung zu setzen. 1 ist dafür nicht die richtige Stelle.. 5* * Amtliche Personalnachrichten. Der Groß herzog hat zum 13. September dss. Is. dem Vorsitzenden des Evangelischen Pfarrvereins im Großherzogtum Hessen, Kirchenrat Valentin Schrimpf zu Darmstadt, den Charakter als Geheimer Kirchenrat erteilt; am 11. September dem Pfarrer Heinrich Klingenschmidt zu Alsheim die evangelische Pfarrstelle an der Dreifaltigkeitsgemeinde zu Worms, und dem Pfarrer Otto Schneider, zuletzt Geistlichen des Hessischen Diakonievereins, z. Zt. in Langen, die zweite evangelische Pfarrstelle zu Langen über- m 7. September ds. Is. wurde der Dammwärter Johannes Schmittel zu Schusterwörth auf sein Nachsuchen, vom 1. November 1915 an, unter Anerkennung seiner lanjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß vom Großherzog das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. * Der Handel mit Hülsenfrüchten. Trotzdem be⸗ reits in den Zeitungen mehrfach darauf hingewiesen ist, daß seit dem 27. August d. J., dem Tage des Inkrafttretens der Be⸗ kanntmachung über den kehr mit Hülsenfrüchten vom 26. Aug. 1915, jeder Handel mit Hülsenfrüchten verboten ist, der nicht an oder durch die Zentraleinkaufs⸗Gesellschaft G. m. b. H. in Berlin erfolgt, enthalten nicht nur die größeren Tages⸗ 3 sondern auch die Fachblätter des Klein⸗ und Groß⸗ handels häu* in denen Hülsenfrüchte zum Verkauf angeboten Es sei deshalb nochmals nachdrücklichst darauf hingewiefen, daß ein derartiger freier Handel schon jetzt verboten ist. Der in der Verordnung genannte 1. Oktober ist nur der auf den sich die Anzeigepflicht bezieht. Er hat mit dem S sverbot an sich nichts zu tun. Wer gegen dieses verstößt, kann auf Grund der Verordnung mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu fünfzehntausend Mark bestraft werden. a Regelung des Absatzes von Trebern. Die trockenen und nassen Bier- und Getreidetreber sind zugunsten der Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte in Berlin beschlagnahmt. Die Brauereien haben die nassen Treber unter vollster Ausnutzung ihrer Trocken- anlagen zu trocknen. Ueber diese trockenen Treber erteilt lediglich die Bezugsvereinigung Versandverfügung. Soweit jedoch die nassen Treber nicht getrocknet werden können, Futtermittel in Darmstadt, Bleichstraße 1, zur Verfügung. Die Landesverteilungsstelle wird den Brauereien in den nächsten Tagen ein diesbezüg⸗ liches Rundschreiben zugehen lassen. Solange dieses nicht eingetroffen ist, wollen sich die Brauereien nötigenfalls an —— Landesverteilungsstelle wenden.— Der vom erbra 2,14 Mark für den Zentner lose ab Fabrik nicht über⸗ schreiten. 2 1 * Strohernte und Strohbedarf. Der Preußische Landwirtschaftsmini gibt folgendes bekannt: Infolge der Trockenheit des Vorsommers ist die Strohernte vielfach knapp 5 i Der erf an Stroh ist aber aus verschiedenen Gründen beträchtlich größer als in normalen Zeiten. Zunächst kommt der gesteigerte Bedarf der Heeres verwaltung in Frage, sodann ist der Verbrauch an Futterstroh größer als sonst, nam⸗ hafte Mengen werden zur Herstellung von Melassefutter und von Strohmehl verwendet, das sich ber der Verwertung des Pansen⸗ inhalts der iere und auch sonst namentlich als Pferdefutter durch Au chließung 75 einem dem Stärkemehl annähernd gleich⸗ wertigen uttermittel verarbeitet werden. Unter diesen Umständen ers. es geboten, bei der Verwendung von Strohals Cin⸗ streu möglichst sparsam zu verfahren und hierfür alle perfügbaren Ersatzstoffe in weitestem Umfange heranzuziehen. Als che kommen in Betracht in erster Linie die 4 Nr diese 0 fete daher allgemein Anwendung finden, ferner sollte Wald⸗“ und Plaggenstreu, Ginster, Heide usw. in größerem Umfange als sonst verwendet werden und schließlich sollten solche Stalleinrich⸗ tungen ite en werden, die ohne Aufwendung erheblicher Kosten bezahlt an die Empfangsberechtigten, deren Namen beginnen mit: 1—9 20. G—K Dienstag, den 21., Legt Mitt⸗ nachmittags. Die Zahlstelle ist un Stadthaus, Zimmer Nr. 4. 0 0 29 ersucht, die Wert. Komwpagnien des Bezirks Hungen. er zu zahlende Preis für nasse Biertreber darf den Sorgen des Lebens schützen muß. ., jährige Fohlen zur Versteigerung(Quarantänec⸗ Fohlen). An der 9 können nur hessische Land⸗ wirte teilnehmen. Die Versteigerung erfolgt gegen Bar⸗ zahlung. Landkreis Gießen. i. Londorf, 14. Sevt. Zwei weitere Opfer hat der Krieg aus unserer Gemeinde gefordert. Vorige Woche traf aus Frank— reich die Nachricht ein, daß Elektromonteur Georg Lich dort ge— sallen sei, und gestern kam die Nachricht hierher, daß Bauführer Ludwig Weber am 28. Auagust bei einem Sturmangriff in der Nähe Warschaus den Heldentod sand. “ Leihgestern, 15. Sept. Dem Oberjäger Heinr. Schäfer von hier im Kurhess. Jäger⸗Batl. Nr. 11 wurde das Eiserne Kreuz verliehen. B. Lang⸗Göns, 15. Sept. Der Kriegsfreiwillige Matr.⸗ Art. Ph. Frey von hier erhielt das Eiserne Kreuz. Frey ist schwer verwundet und liegt in einem Marinefeldlazarett. g — Hungen, 14. Sept. Mit der Hessischen Tapferkeits⸗ medaille ausgezeichnet wurde Kanonser Ludwig Jockel von hier beim Stabe des Feld⸗Artillerie-Regiments Nr. 112.— Am 1. Oktober scheidet Gendarmerie-Wachtmeister Kessel von hier, um nach seinem neuen Dienstorte Angenrod, Kreis Alsfeld, über zusiedeln. In ihm hatten die Jung-Deutschland-⸗Bestrebungen einen eifrigen Förderer; er war auch Führer der beiden Jugendwehr— An seine Stelle tritt Wacht meister Röder von Lollar. Kreis Büdingen. Büdingen, 15. Sep. Den Heldentod starb der Garde- füsielier Dieruff. l Geiß ⸗Nidda, 16. Sept. Beim Zwetschenpflücken stürzte ein hiesiger Mann vom Baume und zog sich derartige Ver- letzungen zu, daß er in der Klinik zu Gießen verstarb. + Nidda, 14. Sept. Heute hielten Finanzminister Braun und Finanzamtmann Leu aus Darmstadt im„Gambrinus“ hier Vorträge über die dritte Kriegsanleihe. Beide Redner ernteten großen Beisall der sehr gut besuchten Versammlung. Bis jetzt sind bei der hiesigen Bezirkssparkasse schon über 700 000 Mt. für die neue Kriegsanleihe gezeichnet worden. Auch bei der Vor— schußkasse hier wurde bereits eine beträchtliche Summe gezeichnet. * Borsdorf, 15. Sept. Gestern wurde der Hilfs- weichensteller Karl Jungk unter zahlreicher Beteiligung der Ortseinwohner und Eisenbahnbeamten und ⸗arbeiter der Umgegend zu Grabe getragen. Er stürzte beim Apfelpflücken vom um und verstarb nach einigen Tagen infolge innerer Verletzungen in der Klinik zu Gießen. Schwer ge⸗ prüft wurden in letzter Zeit die Schwiegereltern des Ver⸗ storbenen. Der älteste Sohn derselben wurde auf dem west⸗ lichen Kriegsschauplatz verwundet und starb in einem Laza. rett zu Kassel. Sein Leichnam wurde auf dem hiesigen Fried- hof beigesetzt. Der andere Sohn starb in Rußland den Hel— dentod und ist in fremder Erde gebettet. Kreis Lauterbach. M. Angers bach, 15. Sept. Von dem auf der Frei⸗ herrlich Riedeselschen Dampfziegelei in hiesiger Gemarkung seit etwa 14 Tagen untergebrachten Arbeitskommando russischer Kriegsgefangenen, die in den Riedeselschen Waldungen mit Ausräumungsarbeiten beschästigt werden, sind gestern abend zwei Mann entwichen. Vermutlich sind sie in der Nacht der Bahnstrecke entlang in der Richtung nach Fulda ent- flohen. Da sie ihre Uniform tragen, wird ihre Flucht wohl bald ein Ende haben. Kreis Schotten. — Ober⸗ Schmitten, 14. Sept. Nachdem vor einigen Monaten der älteste Sohn des Landwirts W. Wirth von hier gefallen war, hat num auch dessen zweiter Sohn den Heldentod ge— funden. Er starb im Lazarett in Nürnberg und wurde hier bestattet. Zahlreiche Verwundete aus den benachbarten Lazaretten erwiesen ihm die letzte Ehre. Kreis Friedberg. 8 t Wobhnbach, 15. Sept. Der Gesreite Wolf im Feld- Artillerie-Regiment Nr. 111 erhielt die Hessische Tapferkeits⸗ nredaille. i Melbach, 15, Sept. Die Hessische Tapferkeits- medaille erhielt der Unteroffizter Halm. Hessen-Nassau. Marburg, 15. Sept. Wie am letzten Samstag, so weigerten sich auf dent heutigen Wochen markte viele Haus⸗ frauen, mehr als 1,50 Mk. für die Butter zu bezahlen. Es kam dabei zu lebhaften Auseinandersetzungen, wobei die Verkäuferinnen zun Teil sich anschickten, den Markt zu verlassen. Bei dem Lärm, der dabei entstund, wurden einige Körbe mit ihrem Inhalt um⸗ stoßen. Die Polizer mußte einschreiten. Bei der im hilippshaus abgehaltenen Diözesan⸗Synode der lutherischen Diözese Oberhessen, der u. a. auch Generalsuperintendent Dettmering aus Kassel beiwohnte, wurde als Abgeordneter für die Gesamtsynode Generalsupermtendent a. D. Wirkl. Geh. Ober⸗Konsistorialrat Dr. Werner und als dessen Stellvertreter Universitäts⸗Kurator Geh. Ober Regierungsrat Hassenpflug hlt. Im weiteren Verlauf sprach Superintendent Happlch⸗ burg über„den gegenwärtigen Weltkrieg und sein Gottesruf an unsere Gemeinden“ und Missionsdirektor Prof. Dr. Paul⸗ Leipzig über„Schäden und Aufgaben der Mission durch den gegenwärtigen Weltkrieg“. m. Kirchhain, 16. Sept. Beim Soldatenspiel wurde zwischen der hiesigen und der Langensteiner Schuljugend gestern hier ein Gefecht geliefert, bei welchem ein Junge aus Langen- stein mit einem Säbel eine klaffende Kopfwunde erhielt, so daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. m. Neustadt, 15. Sept. Durch das prächtige Wetter der letzten Tage begünstigt, ist die Grummeternte in der hiesigen Gemarkung sast beendet und hat, was Güte und Menge anlangt, einen selten so reichen Ertrag gebracht. Der Ertrag an Grummet ist besser als an Heu, und hoch beladene Wagen sieht man durch die Straßen fahren. Die städtische Frühobsternte ist nun be- endet. Für Gravensteiner Aepfel, die in diesem Jahre ganz vor- üglich ausgebildet sind, wurden für den Zentner 14—16 Mk. am aum gezahlt. Hohe Preise erzielten auch Transparent und gelber Richard. In den nächsten Tagen wird die Versteigerung des Winterobstes erfolgen. Auch hierber handelt es sich in der Haupt- sache um gutes Taselobst, sür das in der Regel hohe Preise gezahlt wurden. ———äͤ¼— Uriegsbeschädigten⸗Fürsorge in Hessen und nassau. Eine aus allen Teilen des Fürsorge⸗Gebiets ausgezeichnet besuchte Versammlung im Bürgersaal des Römer in Frankfurt beschäftigte sich gestern nachmittag mit der immer brennender werdenden Frage der Kriegsbeschädigten⸗Fürsorge in Hessen⸗Nassau, Hessen und Waldeck. 5 a Oberbürgermeister Voigt⸗ Frankfurt wies in seiner Be⸗ grüßung auf die gewaltige Bedeutung der Kriegsbeschädigten⸗ Fürforge in wirtschaftlicher und sozigler Hinsicht hin und be⸗ tonte, 1215 neben den staatlichen und Gemeindebehörden in aller⸗ erster Linie Handel und Industrie sich der Kriegsbeschädigten anzunehmen hätten, nicht nur jetzt, sondern auf Jahre hinaus. Bürgermeister Dr. Luppe Frankfurt verbreitete sich sodann in einem lichtvollen Vortrage über„Die Art und Wege der Kriegs- beschädigten⸗Fürsorge“ im hiesigen Gebiet und führte dazu ul a. aus: Das Volk empfindet es als unumgängliche Dankesschuld, daß sich alle Kreise des Vaterlandes der Kriegsbeschädigten an⸗ nehmen. Die Invaliden sollen nicht wieder den„Leierkasten drehen“, auch nicht auf die Rente allein angewiesen sein. Sie müssen einen Teil ihrer ehemaligen Erwerbsfähigkeit wieder erlan⸗ gen, einen sozialen und einen sittlichen Halt bekommen, der sie vo . 3. Im Hinblick auf die furchtbaren Menschenopfer, die der Krieg brachte, ist das Volk genötigt, fortan die Kraft jedes Einzelnen, voll auszu⸗ nützen. Die Arbeitgeber müssen schon heute diesen neuen Kräften ihr Interesse zuwenden. Das geschieht aber nicht mit Sympathie⸗ erklärungen, sondern durch Opferwilligkei und ein liebevolles Ein gehen auf die Frage der Beschäftigung der Kriegsbeschädigten. Zur Verwirklichung dieser Gedanken ist eine Organisation nötig. In Hessen, Wiesbaden und Cassel bildeten sich bereits Haupt⸗ Ausschüsse, die die Grundlagen der Landesausschüsse darstellen. Unter diesen stehen die Kreis 7 beschädigtenfürsorge beginnt in den Lazaretten durch die Berufs⸗ beratung auf Grund ärztlicher Gutachten und der Beihilfe von beruflichen Sachverständigen lichkeit ist zunächst die Weiterbeschäftigung im einstigen Be⸗ ruf ins Auge zu fassen. Das geschieht in Lazarettschulen durch allgemeine und fachliche Weiterbildung und durch Beschaffung von Ersatzgliedern. Berufsberatung und Berufsausbildung für den neuen Beruf gehen Hand in Hand. Ist die Ausbildung vollendet, dann tritt der Ausschuß mit dem Arbeitgeber in Verbindung. Mit der Berufsumbildung tritt die Arbeitsvermittlung in Tätig⸗ keit. Unter allen Umständen ist für die Hebung der wirtschaftlichen und sozialen Lage unserer Invaliden zu sorgen, ein Hinabsinken unter den früheren Beruf ist unsozial. Staat und Gemeinden kön⸗ nen nicht allein helfen, ihnen müssen sich Industrie und Handel zur Seite stellen, in erster Linie hier die großen und mittleren Betriebe. Bei gutem Willen muß der letzte Kriegsbeschädigte un⸗ tergehracht werden. Die Lohn- und Tariffragen dürfen für den Arbeitgeber vorerst keine Rolle spielen. Maschinen müssen den Kriegsbeschädigten, wenn's sein muß, angepaßt werden. Wirt⸗ schaftliche Gesichtsvunkte dürfen vorerst bei den Arbeitgebern nicht ausschlaggebend sein, sondern nationale und soziale Interessen und nicht zuletzt das große Gebot der tiefsten Dankbarkeit gegen die Männer, die ihre Gesundheit dem Vaterlande opferten. und Ortsausschüsse. Die Kriegs⸗ Hinsichtlich der Er werbsmög⸗ Ueber die„Kriegsbeschädigten⸗Fürsorge vom ärztlichen Stand⸗ punkt“ aus sprach Oberstabsarzt Professor Dr. Ludloff⸗Frank⸗ furt. Aus der reichen Fülle seiner Erfahrungen referierte er vor allem über„die Verbildungen“. Er zeigte an vielen praktischen Beispielen, Lichtbildern und Demonstrationen, wie auch die Kriegs⸗ beschädigten durch ärztliche Kunst wieder zu Erwerbsmöglichkeiten gebracht werden können. Mit einem herzlichen Dankeswort für die reichen und hof⸗ fentlich segensreichen Anregungen, die die Redner gaben, schloß Oberbürgermeister Voigt die Tagung. Briefkasten der Redaktion. (Auouyme Anfragen bleiben unberücsichtigt.) Beleuchtungspflichten. 1. Die allgemeine Sorgfaltspflicht des Hausbesitzers verlangt, daß er alle Treppen und Gänge seines Hauses, die dem Verkehr zugänglich sind, ausreichend be⸗ leuchtet. Er kann die Beleuchtung auf Grund einer Vereinbarung oder dergleichen auch dem Mieter oder anderen Personen übertragen, darf sich aber nicht ohne weiteres darauf verlassen, daß diejenige Person, die er mit der Beleuchtung beauftragt hat, diese Verrichtung in zweckentsprechender Weise ausführen wird. Versagt die Beleuch⸗ tung, oder ist sie ungenügend, so haftet der Hausbesitzer nach wie vor für etwaige Unfälle, sofern er die Mangelhaftig⸗ keit der Beleuchtung erkennen mußte. Hauseigentümer kann unter Umständen auch derjenige haftbar ge⸗ macht werden, welcher es vertraglich übernommen hat, für die Beleuchtung zu sorgen. 2 h. derartig sein, daß die betreffende Treppe oder der Hausflur genügend kommt dabei nicht in Betracht. 3. und 4. Die Beleuchtung den üblichen Verkehrsstunden ohne Rücksicht auf Tages⸗ und Jahreszeit solange zu erfolgen, als die Dunkelheit, die auch durch die Bauart des Hauses verursacht sein kann, eine Beleuchtung zur Verhütung von Unfällen erfordert.. Neben dem Die Beleuchtung muß ausreichend erleuchtet ist. Welcher Art die Beleuchtung ist, in Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗Anlage). Samstag, den 18. September 1915: Versöhnungsfest. Vorabend: 6.45 Uhr. Predigt: 7 Uhr. Morgens: 7.30 uhr. Predigt mit Seelenfeier: 11.30 Uhr. Schlußpredigt: 5.20 Uhr. Festesausgaug: 7.10 Uhr. VB. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet. Israelitische Religionsgesellschaft. 5 Gottesdienst. Freitag, den 17. September 1915: Morgens 5.00. Nachmittags 2.30. Samstag, den 18. September 1918: Versöhnungsfest. Vorabend: 6.30. Predigt. Morgens: 5.55. Festesausgang: 7.12. Wochengottesdienst: Sountag morgens 6.00, die übrigen Tage morgens 6.30, abends 5.30. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 17. Sept. 1915 Ziemlich heiter, trocken, mild. zwischen Sereth lingen ihres Verf d he in il bringen, haben die Russen das Schwergewicht ihrer Angriffe gegen den rechten Flügel der Armee Pflanzer⸗Baltin verlegt, gegen den sie an der bessarabischen Grenze mit starken Kräften vordringen. Sie wurden jedoch in allen Fällen zurückgeschlagen. Ebenso erneuerten sie ihre Vorstöße westlich der Brückenköpfe Czortkow⸗Trembowla⸗Strusow und Tarnopol gegen die am öst⸗ lichen Strypa⸗Ufer n 1 Bothmer, ohne aber damit durchdringen zu können. Sie erlitten durch unser Artillerie-, Maschinengewehr⸗ und Infanteriefeuer bedeutende Verluste. An der Ikwa und Stubiel brachen sie mit großer Wucht gegen die dortigen österreichisch⸗ungarischen Armeen vor, die ihrer Gegenoffensive Halt geboten. Im Raume zwischen den ˖ fanterie-Regiment 79, verstärkt durch Budapester Honved⸗Divi⸗ sionen, keilförmig nordöstlich Dubno einen Gegenangriff aus und nahm über 800 Mann und 6 Offiziere gefangen. Nördlich Derazuo warf ein kroatisches Jägerbataillon am nördlichen Flügel der Armee die Russen hinter den südlichen Teil des Polstec. K. K. Kavallerie säubert das Sumpfgebiet von feindlichen Reiterabtei⸗ lungen und Streifpatrouillen. Letzte Nachrichten. Die Kämpfe im Südosten. a K. K. Kriegspressequartier, 16. Sept. Die Schlacht und Strypa dauert an. Nach dem Mi 5 8, die Uferhöhen wieder in ihre Gewalt zu entlang führende Front der Armeegruppe genannten beiden Flüssen führte das Otochaner In⸗ Serbische Rüstungen gegen Bulgarien. 4 Budapest, 16. Sept. Aus Sofia wird telegraphiert: Die Serben arbeiten in den letzten Tagen fieberhaft an der Befestigung der Grenze gegen Bulgarien, besonders in der Rich⸗ tung gegen Küstendil und bei dem durch den Balkankrieg berühmt gewordene standen sind. enen Sultantepe, wo ganz neue Befestigungen ent⸗ Cadorna räumt auf. Lugano, 16. Sept. 25 italienische Generale wur⸗ den heute zur Dispositiongestellt, und zwar wegen Dienst⸗ unfähigkeit infolge Verwundung fünf Generale, wegen 1 Fehler sechs Generalleutnants und 14 Generalmajore. Der Ein⸗ druck der Massenentfernung ist bedeutend, namentlich, da sich unter ihnen Namen befinden, die wie der Eroberer von Homs, Maggiorto, und der Generalstäbler Marffini, sehr bekannt sind. * Ein Straßenbahnunglück in Paderborn. Paderborn, 15. Sept. Auf der in voller Fahrt befindliche Wagen an einer l Auf elektrischen Straßen⸗ bahn von Paderborn nach Horn in Lippe stür teu beute q„ zwei Kurve um. Dem Paderborner Volksblatt zufolge wurce eine Nu⸗ zahl Personen schwer verletzt; zwei sollen bereits gestorben sein. 1 e Feiertagshalber von Freitag abend 6 Uhr UE bis Samstag abend 6 Uhr geschlossen] 8 5 IL. e Wir bitten um Beachtung unserer Fenster! 555 schön möbl. Zimmer 05076] Kräftiger, solider mit Schreibtisch in d Kaiser⸗ Allee od. in der. Nähe. Schr. M f n n Angeb. m. genauer— 7 . Wiederseh'n war seine und unsere 4 Hoffnung! Am 3. September starb den Heldentod fürs Vaterland an —— einer am 23. August exlittenen schweren Verwundung im Feld⸗ lazarett mein innigst geliebter, berzensguter Mann, der treu sorgende Vater seiner drei Kinder, unser braver Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Hermann Vogel Straßenbabuwagenfübrer, 7 Landsturmmann im Res.⸗Inf.⸗Regt. 116, 6. Komp. im 36. Lebensjahre. 05087 Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Jrau Marg. Vogel geb. Zinnkann u. Kinder. Gießen(Leihgesterner Weg 18), Vetzberg, den 16. September 1915. Wer ihn gekannt, wird unsern Schmerz ermessen, Was er uns war, wir werden's nie vergessen. u. 05088 a. d. Gieß. Anz. erb. der aut Beenden umzugehen versteht, kann eintreten. C. Klinaspor, Zigarrenfabr. 50% Gesuche F lolort Gin Hilfsarbeite Abiturientin, event. militär⸗ freier Stud als Hauslebrer gesucht. 7386 für 2 Tertianer. die die Schule. besuch, z. Beaufsicht. d. Aulfg. Georg Karl Reit b. fr. Stat. u. gut. Geh. Schr. Maschinenfabrik. Ang. n. Photogx. erb. a. Frau] Zahn, Siegen i. W., Kirchtwegd. 05078 Gesucht zum I. Nov. Tücht. Hausbursche gte„Weadchen gesucht. 2400] Anmeldung nachmitt. 3 Uhr Fritz Meister, Wurstfabrik. Weimann. S II. Tüchlige Perfekte Schneiderin 12 22 22 2 Elisabethe Schäfer. für Manufaktur u. Haushalt] Mädchen gesucht. Schriftl. Ang. u. 03073 in die Küche f. sofort gesucht. Albach, den 15 September 1915 7395(an d. Gießener Anzeiger erb. 7411] Hotel Großherzog. — 3 5 g 8 Suchen zum sofortigen Eintritt 7 8 4 ach e befand. Möbelsehreer Fortschritt, G. U. h. H., Gerskartebeligbes f Gesucht für sofort ein 7507 tüchtiger Metallschleifer H. Schaffstaedt G. m. b. H., Gießen. Meine Wohnung befindet sich jetzt Gestern nachmittag 4 Uhr entschlief sanft mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwieger- vater, Gross vater und Bruder, felt Ludwig Schäter VM. im 69. Lebensjahre. ange Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Die Beerdigung findet Freitag, den 17. September, nachmittags 2½ Uhr statt. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß gestern nacht 12½ Uhr nach langem, mit Geduld er⸗ b tragenem Leiden unsere liebe Großmutter und Urgroßmutter Fran Helene Kläs Ww. geb. Weil im bald vollendeten 81. Lebensjahre sanft Obstversteigerung. 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