. Nr. 214 Der Sleßener Anzel erschemt täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis- latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); Pieisgaldlcde Seligen wir r. Fernsprech ⸗Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelled l Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt Gießener General⸗Anzeiger fin Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei n. 5 105. Jahrgang 4 jährl. Mk. 2.20; Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Oberhessen Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Samstag, I. September 1015 Bezugsprei⸗ monatl. 75 Pf., viertel- durch Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Fortschritte in Ost und Weft. Ein Luftangriff auf Baltisch⸗Hort. Die deutsche Aufklärung de 10. Sept. GTB.) Großes Hauptquartier, (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Souchez wurde ein vorgeschobener fran⸗ zösischer Graben genommen und eingeebnet. Die Besatzung fiel bis auf einige Gefangene im Bajonettkampf. In den Vogesen wurden nahe vor unseren Stellun⸗ gen am Schratzmännle und Hartmannsweilerkopf liegende Gräben gestürmt und dabei zwei Offiziere und 109 Mann gefangen genommen, sechs Maschinengewehre, ein Minen⸗ werfer erbeutet. Ein Gegenangriff am Schratzmännle wurde blutig ab⸗ geschlagen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. In Gefechten südöstlich von Friedrichstadt und bei Wilkomierz machten unsere Abteilungen(ge Hundert Gefangene; sonst ist die Lage zwischen der Casee und dem Njemen bei Merecz im wesentlichen unverändert. 5 Bei Skidel und am Zelwianka⸗-Abschnitt ist der Kampf noch im Gange. Die Höhen bei Pieski(an der Zelwianka) wurden ge⸗ stürmt; im Laufe des Tages sind 1400 Gefangene ein⸗ gebracht und 7 Maschinengewehre erbeutet. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Heeresgruppe ist im Angriff gegen feindliche Stel⸗ lungen an der oberen Zelwianka und östlich der Rozanka. Olezancka ist genommen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. Unfere Verfolgungskolonnen nähern sich dem Bahnhof Kossow. An der Straße von Kobrin—Milowidy(beiderseits der Bahn nach Pinsk) erreichten wir die Linie Tula⸗ tycze— Owzicze. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Deutsche Truppen warfen die Russen aus Bueniow (am Sereth südlich von Tarnopol). Südweftlich von Bucniow und bei Tarnopol sind heftige feindliche Angriffe ab⸗ geschlagen. Oberste Heeresleitung. * 0* 0 Auch nach dem neuesten deutschen Tagesbericht sind an der gesamten Ostfront wieder kleinere oder größere Fort- schritte gemacht worden. Wir in der Heimat Zurückgeblie⸗ benen, die wir voll Bewunderung über die Riesenleistungen unserer Heere sind, haben uus keine eigenen Zeitmaßstäbe zurechtgemacht, nach denen Hindenburg sein Werk krönen soll. Riga, Dünaburg und Wilna werden und müssen wohl fallen, aber wir haben das freudige Vertrauen, daß diese Voll- endung der Siege im Osten ganz zu dem von unserer Heeresleitung bestimmten Zeitpunkt sich ereignen wird. Wir vermögen eben die vielfachen Wechselbeziehungen nicht zu überblicken, auf die unsere einheitliche Kriegführung unter allen Umständen sich einrichten muß. Das neue Zarenkommando setzt seine Schwindeltaktik fort. Es wird auch bei der Lektüre der nachstehenden Schön⸗ malereien und amtlichen Gefechtsberichte sehr klar, daß die verängstigten Soldatenhorden getröstet und angefeuert wer⸗ den sollen. Daher solche Sätze wie:„Die Deutschen halten unseren Bajonettangriffen nicht stand“, oder„die uns treu verbündete französische Armee beschießt seit 14 Tagen mit furchtbarer Heftigkeit die deutsche Front“. Dieser Bericht ist also nur für die eigenen verzagten Gemüter bestimmt. 5. Der mit Spannung erwartete deutsche amtliche Bericht über den Untergang der„Arabic“ ist heute veröffentlicht worden. Es war danach wirklich ein deutsches Unter- seeboot, dem das Schiff zum Opfer gefallen ist, aber unter Umständen, die keinen Schatten auf das deutsche Vor⸗ 27 werfen, sondern im Gegenteil die Gefahren der en g⸗ ischen Taktik neu beleuchten. Der betreffende deutsche 3 erklärt, in der Ueberzeugung gehandelt zu„daß die„Arabic“, wohl um das deutsche U-Boot zu rammen, in feindlicher Absicht auf dieses zugefahren sei. Er verweist auch darauf, daß kurze Zeit vorher ein an- deres englisches Passagierschiff, obgleich es weder ange⸗ griffen noch angehalten worden war, schon von weitem Schüsse abgegeben hat. An diesen Feststellungen hat Präsident Wilson seinen Standpunkt zu revidieren.„Arabic“ fühte kleine Flagge und kein Neutralitätsabzeichen; es wäre gut, das kann nur wiederholt werden, wenn amerikanische Bürger solchen Schiffen fern blieben. Ob die„Arabic“ auch bewaff— net war, ist noch nicht mit Sicherheit festgestellt. Die deutsche Regierung bestätigt nochmals ihren Standpunkt, daß Schiffe ohne Warnung nicht angegriffen werden sollen, wonach auch der Versenker der„Arabic“ sich gerichtet habe. Der Sturm in der englischen und amerikanischen Presse wird sich also legen müssen. Daß Deutschland keine Ent⸗ 0 ädigung zu leisten gadenkt, ist begreiflich und wohl auch elbstverständlich. Die„Arabic“ ist ja keiner feindlichen Ab- icht, sondern nur einem verhängnisvollen Vorfall, wie er ich auf Kriegsgebieten ereignen kann, zum Opfer gefallen. nd wer will nachweisen, daß die Torpedierung des Schiffes notwendig war, daß es nicht wirklich die Absicht ehabt Hat, das deutsche U-Boot zu rammen? Die 1 1 5 1 deutsche Regierung hat angeboten, Peer Frage, die sich dann auch um einen Entschädigungsanspruch Amerikas handeln muß, sich einem Schiedsurteil 5 unterwerfen. Wir sind nun gespannt darauf, von welcher Gesinnung her Herr Wil son den Fall zu behandeln gedenkt. Seine neueste Ent- scheidung Oesterreich-Ungarn gegenüber, dessen Botschafter, Dr. Dumba, er nicht mehr empfangen ill, verrät nicht viel Loyalität. Dr. Dumba hatte bekanntlich seine Landsleute gewarnt, in amerikanischen Waffenfabriken zu arbeiten und auf diese Weise die Interessen des nationalen Heimatsstaates zu schädigen. Ob er mehr getan hat, als dies, ist mindestens nicht erwiesen. Nach der„Frankf. Ztg.“ lautet die Note, die der amerikanische Botschafter in dieser Frage in Wien überreicht hat, ihrem Inhalt nach wie folgt: Die amerikanische Note an Oesterreic-Ungarn wegen des Botschafters Dr. Dumba sagt, daß Dr. Dumba seiner Regierung Vorschläge gemacht habe, in den amerikanischen Fabriken, die mit der Anfertigung von Kriegsmunition best äftigt sind, Streiks bervorzurufen. Die Regierung erhielt diese Mitteilungen durch die Abschrift eines Briefes des Botschafters an seine Regierung. Der Ueberbringer des Briefes war ein amerikanischer Burger, der mit amerikanischem Paß reiste. Der Botschafter benutzte diesen amerikanischen Bürger Archibald, um offizielle Depeschen an die österreichisch-ungarische Regierung gelangen zu lassen. Nachdem Dr. Dumba erklärt hat, eine Art Verschwörung einge leitet zu haben, um die gesetzmäßigen ner in den Vereinigten Staaten ihrer Arbeiter zu berauben und den gesetzmäfi⸗ gen Handel zu stören, und nachdem er auf diese Weise die diplo⸗ matische Sitte verletzt hat, indem er einem amerikanischen Bürger, der durch einen amezjkanischen Paß geschützt war, als Ueberbringer reich-Ungarn benutzte, beauftragt mich der Präsident, Ihnen mit⸗ zuteilen, daß Dr. Dumba für die Regierung der Vereinigten Staaten als Botschafter seiner Kaiserlichen und Königlichen Majestät in Washington nicht länger zugelassen wer⸗ den kann. In der Hoffnung, daß die Ka iche und König⸗ liche Regierung begreifen wird, daß der Regier! er Vereinigten Staaten kein anderer Weg offen stand, Abberufung Dumbas wegen seines unzulässigen Retro fordern, be⸗ zeugt die Regierung der Vereinigten Staaten ihr tiefes Bedauern, daß ihre Handlungsweise notwendig geworden ist, und sie ver⸗ sichert Oesterreich aufrichtig, daß sie die herzlichen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Ver⸗ 2— 9 Staaten und Oesterreich-Ungarn dauerhaft fortzusetzen wünscht. Das Schriftstück soll nach einer Reuter⸗Meldung so lauten. Jedenfalls ist es eigentümlich, daß Präsident Wilson sohne vorherige Erörterung mit den Wiener amtlichen Stel- len diese Entscheidung gefällt hat. Allerdings wäre ihm dort vielleicht ein Standpunkt entgegengetreten, mit dem er sich in peinlicher Weise hätte auseinandersetzen müssen. Der Bot- schafter Dr. Dumba hat unseres Erachtens durchaus ein— wandfrei berechtigte Interessen seines Landes vertreten. * 1* Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 10. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 10. September 1915. 1 Russischer Kriegsschauplatz. Die im Raume westlich von Rowno kämpfenden russi⸗ schen Kräfte wurden über die Stubiek-Miederung geworfen. Unsere von Zalosce vorbrechenden Truppen drängten den Feind in der Richtung gegen Zbaraz zurück. Bei Tarno— pol schlugen österreichisch-ungarische und deutsche Bataillone mehrere russische Angriffe zurück. Unsere Verbündeten nah— men das Dorf Bocniow. Westlich des mittleren Sereth traten neuerlich feindliche Verstärkungen ins Gefecht; es wird dort heftig gekämpft. Oestlich der Sereth-Mündung und an der bessarabischen Grenze herrscht Ruhe. l Die k. k. Streitkräfte in Litauen haben das weite Sumpf— gebiet der Jasiolda und der Orla vollends überschritten und kämpfend den Raum östlich von Rozany gewonnen. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern nachmittag und abends griffen die Italiener den Tolmeiner Brückenkopf mehrmals heftig an, wurden jedoch jedesmal unter schweren Verlusten an unseren Hindernissen zurückgeschlagen. Im Abschnitte ron Doberdo wiesen unsere Truppen die üblichen Annäherungsversuche des Feindes wie immer ab. Die Gesamtlage ist unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generaistabs * v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Gestern wurde bei einer Rekognoszierung unser Tor— bedoboot„5 von einem feindlichen Unterseeboot tor⸗ pediert und am Bug beschädigt. Das Torpedoboot ist in seinen Basishafen eingelaufen. Flottenkommando. Baltischport beschossen! Berlin, 10. Sept.(WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 9. zum 10. September hat eines unserer Marineluft⸗ schiffe auf den russischen Flottenstützpunkt Baltisch⸗ port und auf seine Eisenbahnanlagen eine Anzahl Bom— ben mit gutem Erfolg geworfen. Das Luftschiff wurde vom Gegner mehrfach wirkungslos beschossen und ist unbeschädigt zurückgekehrt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Die Verfolgungskämpfe im Osten. Berlin, 11. Sept. Die Russen setzen, wie das„Ber— liner Tageblatt“ meldet, mit starken konzentrierten Kräften die Gegenangriffe auf der Serethlinie fort, ohne durch ihre numerische Ueberlegenheit mehr als voxüber— offizieller Depeschen durch die Linien des Feindes nach Oester⸗ S„Arabic“⸗-Falles. gehende Teilerfolge zu erzielen. Die Verfolgung der fliehen⸗ den russischen Truppen durch die Sümpfe auf Pinsk zu schreitet rüstig fort. An mehreren Stellen versuchte nach einer Meldung des„Az Est“ der Feind, den Vormarsch auf⸗ zuhalten, wurde aber nach heftigen Kämpfen aus allen be⸗ zogenen Stellungen geworfen. Die fliehenden russischen Heere haben die Schleusen der durch die Sümpfe führenden Kanäle geöffnet, um den siegreich fol⸗ genden deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen ein Hindernis entgegenzustellen. Das trockene und schöne Wetter vereitelte diesen Plan, und der Regen, der jetzt fällt, kann den Verbündeten nicht mehr schädlich entgegenwirken. Der staunenswert funktionierende Mechanismus der Kriegfüh⸗ rung überbrückte, wie das ungarische Blatt sagt, alle Hinder— nisse.— An der bessarabischen Grenze gewinnen, wie der„Pester Lloyd“ schreibt, die Kämpfe an Heftigkeit. Es scheint, daß die Russen die bessarabische Grenze mehr aus politischen als aus strategischen Gründen zu halten sich be— mühen. Der russische Bericht. Petersburg, 10. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab teilt unterm 9. September mit: In der Gegend von Rsiga und bei Friedrichstadt keine wesentliche Ver⸗ änderung. Zwischen Jakobstadt und dem Flusse Daudes werden 15 Kämpfe mit gleicher Hartnäckigkeit fortgesetzt. Die Deut⸗ schen fen nicht standhalten.() Der Feind unternimmt eine Reihe Angriffe, deren Zweck augenscheinlich ist, uns auf das rechte Dünaufer zu werfen. In der Richtung auf Düna⸗ burg bei Abeli heftiges Gewehrfeuer. Auf den Straßen nach Wilna ist die Lage im allgemeinen unverändert. Der Feind verschanzt sich kräftig. In der Richtung südöstlich Grodno, bei Skidel und längs des linken Njemenufers, in der Gegend der Mündung des Roß, hielten unsere Truppen am 8. Septem⸗ ber durch heftige Kämpfe die Offensive des Feindes auf und brachten ihm Verluste bei. Der Feind macht besonders heftige Angriffe gegen unsere Front in der Gegend von Skidel. Wir setzen unseren Rückzug vollkommen planmäßig fort und gehen von Zeit zu Zeit zu Gegenangriffen über, so bei Kochowo, west⸗ lich Skidel. Die Deutschen fliehen vor unseren Gegenangriffen. Zwischen Niemen und Pripjet ziehen sich unsere Trup⸗ pen in die Gegend zwischen dem Fluß Selwjanka und dem Flecken Roshany zurück. Am linken Ufer des Pripjet hielten wir eine starke Offensive feindlicher Infanterie und Kavallerie auf der Straße Kamenkaschirski—Pinsk auf. Auf den Straßen nach Rowno hielten unsere Truppen am 8. September nach einem Kampf mit bedeutenden feindlichen Kräften, die an der Eisenbahn Olyka—Klevan vorrückten, das Vordringen dieser Kräfte in ihren Stellungen oberhalb der Flüsse Stubel und Ikwa auf. Der Feind unterstützt seine Offensive durch heftiges Ar⸗ tilleriefeuer, dem unsere Truppen tapfer standhalten. Am Se⸗ reth in der Gegend südwestlich Trembowla entwickelt sich unsere Offensive immer weiter. Sie führte am 7. September zu einem Erfolg, der dieselbe Bedeutung hat wie derjenige bei Tarnopol. Wir mächten hier am 7. und 8. September 150 Offiziere und 7000 Soldaten zu Gefangenen, erbeuteten drei Kanonen und 36 Maschinengewehre. Unsere Verluste sind unbedeutend. Ant 8. September abends zog sich der Feind eiligst zurück, von uns bis jenseits der Strypa verfolgt. Insgesamt brachte uns unser Erfolg seit dem 3. September an der gesamten Serethfront 383 Offiziere, über 17000 Soldaten, 14 schwere und 19 leichte Geschütze, 66 Maschinengewehre und 15 Artillerie munitionswagen als Beute ein. Insgesamt führen unsere Heere fest entschlossen die planmäßigen Bewegungen durch und sehen vertrauensvoll der Zukunft entgegen. Die uns treu ver⸗ bündete französische Armee beschießt seit vier- kehn Tagen mit furchtbarer Heftigkeitdiedeutsche Front.(ö) Die Zarenfamilie in der Krim. Berlin, 9. Sept.(Zens. Bln.) Aus Kopenhagen mel⸗ det die„Tägl. Runsschau“: Die Petersburger Agentur meldet amtlich die bevorstehende Erholungsreise der Zarenfamilie nach der Krim. Das Programm der russischen Duma. Paris, 10. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mel⸗ dung des Petersburger Korrespondenten des„Temps“ haben die gemäßigten Parteien der Duma mit den liberalen Elementen des Reichsrates eine parlamentarische Gruppe mit einem fort- schrittlichen Programm gebildet. Die Gruppe, die eine sehr starke Mehrheit in der Duma hat, nämlich die nationalistischen Progressisten, die Zentrumsvartei, die beiden Fraktionen der Okto⸗ bristen, die Progressisten und Kadetten und im Reichsrate das Zentrum, die Unabhängigen und die akademische Gruppe umfaßt, hat nach Verhandlungen, die zwei Wochen in Anspruch genommen haben, folgendes Programm in angenommen: J. Bildung einer geeinigten Regierung aus Persönlichkeiten, die das Vertrauen des Landes genießen; 2. Erneuerung des Personals der Provinzverwaltungen; 3. Prak- tische Befolgung einer Politik, um die Einigkeit herzustellen“ und Streitigkeiten zwischen den Nationalitäten und Klassen im Reiche zu unterdrücken; 4. Befreiung und Wiedereinsetzung in ihre Rechte von wegen politischer und religiöser Gründe Bestraften; 5. So- fortige Prüfung einer Autonomie Polens; 6. Aufhebung der Aufenthaltszonen der Juden; 7. Eine friedliche Politik gegenüber Finnland; 8. Wiederherstellung der kleinrussischen Arbeiterpresse; 9. Wiederherstellung der Arbeitsverbände; 10. Rechtliche Gleich⸗ stellung, der Bauern; 11. Endgültiges Alkoholverbot. Der Berichterstatter des„Temps“ erklärt: Die Bildung eines liberalen Blocks ist kennzeichnend für die Stimmung des Landes, Rußland wolle sich von allen Fesseln befreien, die bisher einen Teil seiner Kräfte brach gelegt hätten. Kabinettswechsel in Rußland. London, 10. Sept.(WTB. Nichtamtl.) Die„Times“ meldet aus Petersburg: Die Ernennung des Kriegs- ministers Poliwanow zum Ministerpräsidenten steht nahe bevor. 8 können unseren Bajonett⸗Gegenangrif⸗ Form einer Erklärung e e 8 9 wundet; auch wurden 100 Pferde getötet. Unfere Verluste be⸗l von Butter aus dem Auslande versperrt ist und trauen 4 Tote und 9 Verwundete. Eine unferer Abteilungen] Knappheit an tierischen und pflanzlichen Fetten herrschl. 5 ging bis in die Nähe der feindlichen Motorboote vor und zwang Unter diesen Umständen muß im Interesse der Volksernäh⸗ sie zur Flucht. Am 8. September überraschten unsere Truppen bei[rung die Buttererzeugung namentlich insoweit gefördert Kalaat ul Nediin ein feindliches Barackenlager, zwangen den—5 4 8 ohne gleichzeitige e Feind zur Flucht, brannten alle Baracken nieder und erbeuteten derung der zur fügung stehenden Mengen von mit g 5 erreichen läßt. Ein geeigneter Weg hierzu ist die Beschrän⸗ das Feldtelephonmaterial.— Sonst nichts Bemerkenswertes. kung des Sahneverbrauches. Da die Sa ne, soweit sie nicht Die Stimmung der Italiener. abgesetzt werden kann, in der Hauptsache zur 89 Basel, 10. Sept.(WB. Nichtamtlich.) Die„National- gelangt, deshalb erschien es angezeigt, neben dem Verbot zeitung“ berichtet aus Mailand: Von italienischer Seite ist wegen der Verwendung von Vollmilch zum Backen auch ein solches der rauhen Witterung im Gebirge früger als man ge⸗ für Sahne zu erlassen. In noch höherem Maße aber wird dacht auf die Offensive verzichtet worden. Zur Defensive ge⸗ sich eine Vermehrung der Buttererzeugung erwarten lassen nügen nach einer offiziösen Auslasfung weit weniger Manz pon dem Verbot des Verkaufes von Schlagsahne im bebracht, dermicha ann Tapes wird nach der Lombafvei]Kleinhandel, besonders in Konditoreien Bitte en Speise⸗ gebracht, vermutlich, um anderwärts Verwendung zu finden. Man wirtschaft ufo Hier handelt. de 3 Verbrauch spricht auch in italienischen Kreisen ganz offen davon, daß die wirtschaften usw. zandelt es sich um einen Ve erheblicher Mengen wichtiger Nährstoffe lediglich zum 8 65 tin Der Eindruc des russischen Kommandowechsels. . Berlin, 11. Sept. In den„russophilen Kretsen am Balkan erregt nach zuverläffigen Nachrichten der„Kreuz⸗ zeitung“ die Nachricht von der Absetzung des Großfürsten ge⸗ radezu Schrecken, da die Russophilen in der Entfernung des Großfürsten Anzeichen für das Schwanken Rußland bezüglich der letzten Kriegsziele erblicken. 8** 8 * Die deutsche Erklärung zur Versenkung N der„Arabic“. 0 Berlin, 9. Sept. Nachstehende Aufzeichnung ist als * Anlage eines kurzen Anschreibens in Notenform dem hiesi⸗ 8 gen amerikanischen Botschafter übergeben worden. Am 19. v. M. hatte ein deutsches Unterseeboot etwa sechzig Seemeilen südlich von Kinsale den englischen Dampfer„Dunsley“ angehalten und war im Begriff, die Prise, nachdem die Besatzung das Schiff verlassen hatte, diaurch Geschützfeuer zu versenken. In diesem Augenblick sah 3 der Kommandant einen größeren Dampfer in ge⸗ rader Richtung auf sich zukommen. Dieser Damp⸗ ser, der— wie sich später herausstellte— mit der„Ara⸗ bic“ identisch war, wurde als feindlicher erkannt, da er keine Flagge und keine Neutralitätsabzei⸗ . chen führte. Beim Herannahen änderte er seinen ursprüng⸗ lichen Kurs, drehte dann aber wieder direkt auf das U-Boot dag hieraus gewann der Kommandant die Ueber⸗ Zeugung, daß der Dampfer die Absicht habe, ihn anzu⸗ greifen und zu rammen. Um diesem Angriff zuvorzu⸗ kommen, ließ er das Unterseeboot tauchen und schoß einen Torpedo auf den Dampfer ab. Nach dem Schusse überzeugte er sich, daß fich die an Bord befind⸗ 5 1 in fünfzehn Booten retteten. . seinen Instruktionen durfte der Kommandant die, ic“ ohne Warnung und ohne Rettung der Men⸗ schenleben nur dann angreifen, wenn das Schiff entweder eeinen Fluchtversuch machte, oder Widerstand leistete. Aus den Begleitumständen mußte er aber den Schluß ziehen, Truppen den Weg durch Mont Cenis nehmen werden, um sich J mit dem großen französischen Heere 30 vereinigen, das sich im Zwecke des gesteigerten Genusses, während geg Raume Belfort Dijon sammelt. Die italienischen Truppen bren⸗ diese Nährstoffe in Form von Butter der Volksern nen darauf, auch einmal in einem Gelände zu kämpfen, wo nicht zugeführt werden müssen. Da ein Verbot des 8 jeder Berg eine Festung ist. Darum wäre ihnen die Halbinsel[ von S lagsahne in Konditoreien usw. in führen könnte, Gallipoli gar nicht recht, die sich ebenso tückisch erweise. an 12 9 1. 1 war Turin, 10. Sevt.(are. Nichtamtlich) Der römische es erforderlich, damit gleichzeitig ein t der Verab⸗ Korrespondent der„Stampa“ schreibt zum gestrigen Min ister⸗ folgung nicht geschlagener Sahne zu verbinden. Alle diese rat, daß auch die internationale Frage behandelt wurde, was Beschränkungen in der Verwertung von Milch und Sahne in den amtlichen Berichten verschwiegen worden sei. Der Minister beziehen sich nur auf gewerbliche Betriebe, während die des Aeußern, Sonnino, sprach über den Krieg mit der 1 im Privathaushalt freibleibt um eine Be⸗ Türkei, der nicht wirkungslos bleiben werde. Der Korre⸗[ Tl. sichtigung besonderer Verhältuisse, wie es 1 spondent versichert, daß die gegen Oesterreich-Ungarn 5 Ain e. eingesetzten Kräfte nicht für einen anderen bestimmte Behörde zur Zulassung von Aus er⸗ Kriegsschauplatz bestimmt seien. Der nationale Krieg mächtigt. 7 5 l Italiens solle keinerlei Ablenkung erleiden. Die Ab⸗ 1 5 818 machungen Italiens beschränkten sich nicht nur auf Frankreich, Berlin, 9. Sept. Es ist ein„ sondern dehnten sich vielmehr auch auf England aus. Die Lage, für Ersatzfutter, G m. b. H., gebildet worden. so schließt der Korrespondent, kann in dikse Worte zusammen⸗ die Aufgabe, alle diejenigen Maßregeln zu fördern, gefaßt werden: Es wird Neuigkeiten geben aber es werden keine geeignet sind, neue Futterquellen aus ischen Sto 7 A g aufzuschließen, welche bis i ur ö daß die Arabic einen gewaltsamen Angriff auf das Unter- oroßen Neuigkeiten fein. 5 Sein E 510 in Gerlin, eren 10. Vor⸗ seeboot plante. Dieser Schluß lag umso näher, als er am 5 1 4 1. sitzender des Aufsichtsrats ist Geheimer O 14. v. M, alfo wenige Tage vorher, in der Frischen See Der österreichisch-ameritanische Zwischenfall. rat Dr Ramm vom preußischen Minister 1 von einem großen, anscheinend der britischen Royal Mail London, 10. Sept.(WTB Nichtamtlich.) Das Reu⸗ schaft, Domänen und Forsten. Gesellschafter sind das Reich, Steam Pafet Company gehörigen Passagierdampfer, den er weder angegriffen noch angehalten hatte, schon aus wei⸗ terer Entfernung beschossen worden war. * Daß durch das Vorgehen des Kommandanten Menschen⸗ leben verloren gegangen sind, bedauert die deutsche Regie⸗ rung 1 lebhafteste; insbesondere spricht sie dieses Be⸗ dauern Regierung der Vereinigten Staaten wegen des Todes amerikanischer Bürger aus. Eine Verpflichtung, hier⸗ für Schadenerfatz zu leisten, vermag sie indes selbst für den ZJall nicht kennen, daß der Kommandant sich über die Angriffsabsicht der„Arabic“ geirrt haben sollte. So⸗ sern etwa über diesen Punkt zwischen der deutschen und der amerikanischen Regierung eine übereinstimmende Auf⸗ fsüassung nicht zu erzielen sein sollte, wäre die deutsche Re⸗ i it, di inungsverschiedenheit als eine völker⸗ tersche Bureau meldet aus Washington, dem Botschafter]der reußi Staat, die vereini der deutf. der Vereinigten Staaten in Wien sei telegraphisch die An⸗ Saut 8 der Werse Spirttusf i* weisung gegeben worden, der österreichisch-ungarischen Re⸗ Deutschland. Der Kriegsausschuß wird die— von gierung mitzuteilen, daß Dr. Dum be den Vereinigten Staa⸗ geeigneten Fabriken durch be von Baukapital unter⸗ ten als österreichisch⸗ungarischer Botschafter nicht mehr ge⸗ stützen. 0 nehm sei, und daß sie seine Abberufun g verlangten. Der Seekrieg. La Rochelle, 10. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Am Donnerstag nachmittag traf der Dampfer„Balcinau“ mit dem Kapitän und 25 Mann der Besatzung des eng⸗ lischen Dampfers„Nora“ an Bord hier ein. Die „Nora“ wurde'am Dienstag nachmittag um 3.30 Uhr bei 5 gierung bereit, die Penmarch von einem deutschen Unterseeboot beschossen . rechtliche Frage gemäß Artikel 38 des Haager Abkommens und versenkt. Das Schiff war von ane nach Newport 2 friedlichen Erledigung internationaler Streitfälle dem unterwegs. 5. 3 1. er Schiedsgericht zu unterbreiten; dabei setzte London, 10. Sept. 3 Nichtamtlich.) Das Presse⸗ fie selbstverständlich voraus, daß der Schiedsspruchfs bureau meldet, daß in am 8. em zu Ende micht etwa die Bedeutung haben soll, eine generelle Ent⸗ gegangenen Woche zehn Schiffe durch deutsche Unter⸗ scheidung über die völkerrechtliche Zulässigkeit oder Unzu⸗ seeboote versenkt worden sind. Die Zahl der ankommen⸗ . 3 des deutsche Unterseebootkriegs zu treffen. den und abfahrenden überseeischen Dampfer betrug in dem⸗ 3 lin, den 7. September 1915. selben Zeitraum 1438. K 5 London, 10. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung Der Angriff unserer Marineluftschisse auf London. des Reuterschen Bureaus. 2 Dampfer„Mora“ wurde Berlin, 10. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Wie wir 8 versenkt. Die Besatzung wurde gerettet. e e Marineln iffe auf die City von London in der Nacht vom 8. zum 9. September insbesondere die Stadt- Aus dem Reiche. teile um den Holborn⸗Viadukt herum getroffen worden. Der Kaiser über die Spende Deutscher Frauen. Zahlreiche umfangreiche Einstürze und gewaltige Brände Berlin, 10. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser konnten von den Luftschiffen, da die Verhältnisse für die Be⸗ hat am 7. September aus dem Großen Hauptquartier an obachtung äußerst günstig waren, einwandfrei festgestellt[ den Arbeitsausschuß der Kaiser⸗Wilhelm⸗Spende werden. deutscher Frauen folgenden Erlaß gerichtet: 5 Bei Norwich wurde eine große Industrieanlage im Aus den Händen der Kaiserin und Königin, meiner Gemahlin, Siüdwesten der Stadt ausgiebig mit Bomben belegt, worauf 9 ich— 8.—. 8 i ä isten der einzelnen räge zur Kaiser⸗Wi Spe eu . ß ̃ ĩò v Palast und wurden. a ö 15 0 5. ihnen f Bei Mi ö den hauptsächli ie] Hütte gesammelte Spende nehme ich als eine mir erwiese det, Gegenteil sie, die meist nicht so starker Natur 1 Nee e sächlich die bedandene Franui und als den Ausdruck treuer Aunhanglich⸗ c 1 AN 0 i Hafenanlagen und die Hochofenwerle an der Bahn South⸗ keit mit Freuden an.— In der ernsten Prüftengszeit, die Gott 5 alk eder mit Bomben belegt. Auch hier konnte guter der 5 gesandt hat, tritt auf dem dunkeln Hintergrunde Erfolg festgestellt werden. g tiefschmerzlicher Erfahrungen neben der von unseren Feinden nicht 8 Die amtliche englische Berichterstattung verschweigt eahnten kraftvollen Einmütigkeit des deutschen aus naheliegenden Gründen, wie üblich, die bedeutenden Pol kes und der todesmutigen Tapferkeit der zum Waffendienst materiellen Erfolge der deutschen Luftangriffe und be⸗ berufenen Männer die hochherzige vaterländische Ge⸗ schränkt sich im wesentlichen auf die Angabe einer willkürlich[in nung der Frauen leuchtend hervor. Durch werktätige gegriffenen Zahl von Menschenverlusten. Jursorge für die kämpfenden und verwundeten Krieger, durch hilf⸗ 3 8 1 5 reichen Beistand mit Rat und Tat für die in der Heimat zurück⸗ . Berlin, 11. Sept. Das„Hamburger Fremdenblatt“ meldet—— 3 der 3 8 aus Rotterdam: Nach eimer Melbumg der„Times“ ie müdlt en e, e e e ee e . 3 1*.* e Felde abwesenden Männer wie durch ergebungsvolles Darbringen 5 lebten deutschen Luftschitfangriffe auf die englische schwerster Herzensopfer an teuren Familiengliedern hat die deut⸗ 7 Ostküste zu einem Sturmauf die Versicherungsgesell⸗ sche Frau in dem Völkerkriege ein rühmliches Beispiel von Tat⸗ fen c. 2 1 75—— 1— 2 8 1 i z auf seine Frauen vertraut auch für die Zukun * Englische Zuverficht. g auf ihre treue Mitarbeit an der schweren Aufgabe, die durch den 1 London, 10. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Robert Krieg entstehenden Nöte zu lindern und zu beseitigen. Cecil, der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, sprach Ich werde die mir zur Verflügung gestellte reiche Spende im ssich in einer Rede, welche er gestern abend in Croydon hielt, Sinne der freundlichen Geberinnen für die in ihrer Gefundheit dahin aus, er sehe. in der gegenwärtigen Lage, was Aus Stadt und cand. 1 Gießen, 11. September 1915. Von gefangenen Menschen und Pferden. — 5 5 5 1 2 sich ie Franzosen deut iege feiern, zeigte dieser Tage auf 485 hessischen Werk, wo der Korporal einer Anzahl gefangener Franzosen auf die Nachricht von der Ein⸗ nahme der russischen Festu⸗ an die am Fabrikgebäude angehängte Glocke sprang und durch kräftiges Läuten seinen und seiner Kameraden Freude Ausdruck verlieh unter dem fortwährenden Ruf:„Ruski kaput, Deutschland 20 chi 5e 8 Bh ntergebrachten beende eee Die bei uern u sich im allgemeinen sehr gut bewährt. Sie sind bescheiden und fleißig. Dazu hat sie aber vor allem der„Familien⸗ anschluß“ gebracht. Sie essen mit an einem Tisch, wobei ihnen allerdings nicht jede Speise mundet. Bes 8 die Dickmilch will nicht so recht an sie. Daß in den meisten Häusern vor den Mahlzeiten wird, hat aufe bei vielen Lächeln und Staunen aber hat ihr Staunen und ihre Verwunderung die g beginnt die Tätigkeit und sie hört— das weiß jeder, der den Bauernstand kennt— 1 5 5 iten vielen der Gefangenen ierzu ein kleines, interessantes Beispiel. Einem Ka⸗ 10818 el anfangs e und lange Arbeitszeit 0 gar nicht. Er sprach Deut d 3 die lange Arbeit müsse die Menschen kaput machen. ihnen daheim sei der achtstündige Arbeitstag üblich, eine längere Arbeits⸗ zeit verweigere jeder Arbeiter mit hauptsächli Be⸗ gründung, daß sie gesundheitsschädlich wirke. Ka- nadier aber fügte sich in das Unvermeidliche und siehe da, von Tag zu Tag wurde er freudiger, bekam eine Gesichtsfarbe, aß wie ein Drescher und schlief wie ein Sack. Ehrlich erklärte er, daß er sich über den Wert der Arbeit im Irrtum befunden habe Er habe eingesehen, daß der zweimal Achtstundentag hintereinander den Menschen, er sonst vernünftig lebe, vor allen Untugenden am schütze und kein Unsegen, kein Gift genannt werden Der intelligente Mann spricht sich voll Verwunderung über 15 und Erwerbsfähigkeit geschädigten Kris und für die Hinter⸗ bliebenen der für das Vaterland gefallenen Helden verwenden. Allen aber, die an dem hochherzigen Gedanken und seiner glän⸗ zenden Ausführung beteiligt sind, spreche ich meinen wärmsten * 2 g 4 e 1 ie seinerzeit mitgeteilt wurde, betrug die Kaiserspen 4300 000 Mark. Nachträge werden von der Depositenkasse R der Darmstädter Bank in Berlin⸗Zehlendorf bis zum 1. Oktober ent⸗ gegengenommen. Die Beschränkungen in der Milchverwendung. Berlin, 10. Sept. Das vom Bundesrat erlassene Verbot der Verwendung von Vollmilch und Sahne din gewerblichen Betrieben zum Backen ist teilweise im Bäckereigewerbe als eine empfindliche Beeinträchti⸗ gung empfunden worden. Es mußte aber in der Milchver⸗ wendung tunlichste Sparsamkeit eintreten, weil in großen Teilen des Reiches, hauptsächlich infolge des Mangels an Kraftfuttermitteln, eine Milchknapp ei t eingetreten ist, die vor allem im Hinblick auf die Ernährung der Kinder zu Bedenken Anlaß gibt. Nach sachverständigem Urteil ist, wie eine offiziöse Korrespondenz schreibt, die Ver⸗ wendung von Vollmilch für die Herstellung von Backware an — entbehrlich sie erfolgt nur zu dem Zweck, die Ware be⸗ onders schmackhaft zu machen. Ein Verbot dieser Art der Milchverwertung ist deshalb geeignet, dem sonstigen Ver⸗ brauch nicht unerhebliche Mengen von Vollmi ch zuzu⸗ ihn den endlichen Sieg der Alliierten bezweifeln llassen könnte: er halte den Erfolg an den Dardanellen be⸗ stimmt für nicht fern. 5„* 5* Der türkische Bericht. Konstantinopel, 10. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront in den Abschnitten von Anaforta und Ari Burnu nichts von Be⸗ deutung. Unsere Artillerie traf das Deck eines feindlichen Tor⸗ pedobootes, welches unseren linken Flügel beschoß, sich darauf aber sofort entfernte. Unsere Truppen auf diesem Flügel be⸗ setzten einen Schützengraben, der sich der feindlichen Linie all⸗ mählich näherte und dessen Bau am 9. September beendigt worden war. Unsere Küstenbatterien jagten zwei feindliche Torpedoboots⸗ zerstörer in die Flucht, die sich der Einfahrt der Meerenge näherten und unseren linken Flügel beschossen. Dieselben Batterien be⸗ schossen erfolgreich die feindlichen Infanteriestellungen bei Sedd⸗ üll⸗Bahr und eine feindliche Gruppe am Landungsplatze von Mortoliman und zerstreute sie. 5 f 5 An der Jrakfront fanden zwischen dem 2. und 7. Sep⸗ K neulich, kann nicht untergehen.„Ihr seid die wir sind die Schwachen.“ 8 5 5 Da durch den Krieg bereits eine An fallt der Gäule in die hiesige Gegend gekommen i„so es den Kutschern schwer, sich mit diesen zu verstän Die Gäule verstehen nämlich kein Deutsch, also die deutsche „Pferdesprache“ nicht. Es hilft auch alles laute Schreien nicht— wie man das mitunter beobachten kann—, um den Tieren beizubringen, was juh, brr, hüh u. dergl. heißen soll. Sie schütteln bloß ab und zu 9— die a und agen sonst gar michts. Deshalb ist vielleicht für 8 die Kenntnis der Anfangsgründe der umgangssprache mit französischen Gäulen, die der ieser Zeilen fran⸗ zösischen Gefangenen abgehört hat, von Interesse:„Duck oder hüa“— har;„hüo“— hott;„ai“(auf i betont)= ju; „ao“— brr und„goi“— zurück. Was werden die sranzöst⸗ 1 schen Gäule die Ohren spitzen, wenn sie hier in fremden Landen ihre Muttersprache, ihren Mutterlaut— so wonne⸗ 4 sam, so traut, wieder hören. 7 2 tember nördlich von Cor na vier Zusammenstöße zwischen un⸗ seren Truppen und Freiwilligen und dem Feinde statt. Unsere führen, ohne die beteiligten Gewerbetreibenden empfindlich Truppen machten auch einen nächtlichen Ueberfall. Gelegentlich. zu schädigen. Die Milchknappheit hat eine erhebliche Ein⸗ dieses Gefechtes wurden vier feindliche Offiziere, darunter ein der Butterer zeugung zur Folge gehabt, 5 1 But 1 0 an den Kriegern, die aus ihrer Mitte ins Fe Bataillonskommandeur und 100 Soldaten, getötet, sowie 50 ver⸗Idie um so empfindlicher ist, als gleichzeitig die Einfuhr wie an deren Angehörigen in der Heim, 8 1 ra 8 2 die Kriegsnot den Pfarrern und den Kirchenvorständen gestellt worden. Aber erhebend ist es auch, daß infolge dieser neuen Aufgaben auch neue Liebe entzündet ist, daß vielerorts neue Helfer und Helferinnen an den Arbeiten der Gemeinde teilgenommen haben, und jeder sein ihm anvertrautes kirchliches Amt mit neuen Augen 197 t. Da wird es von vielen begrüßt wer⸗ den, daß am 20. September, nachmittags 2¼ Uhr, im indesaal der Johanneskirche zu Gießen unter der Leitung des Vertreters der praktischen Theologie an unserer Landes universstät Professor D. Schian der erste der in Aussicht genommenen hessischen Gemeindetage ge⸗ halten werden soll. Pfarrer D. Waitz⸗Darmstadt wird über „die Stadtgemeinde im Kriege“, Dekan Guß manns Kirch⸗ berg über„die 5 im Kriege“ und farrer Georgi⸗Ermenrod über„die Dorfgemeinde im Kriege“ reden, und sie werden auf Grund der bisherigen Erfahrun⸗ gen Richtlinien, Vorschläge und Ratschläge für die noch kom⸗ mende Kriegsgemeindearbeit darbieten. Da sämtliche drei Vorträge nur eine Stunde in Anspruch nehmen, ist reichlich Zeit zur freien Aussprache vorgesehen, bei der nicht allein die Pfarrer, sondern auch die Kirchenvorsteher und die Helfer und Helferinnen in der Gemeindearbeit Gelegenheit haben, auch ihre Erfahrungen und ihre Vorschläge und Wünsche mitzuteilen, damit eine Gemeinde von der anderen Lehre, Vorbild und Förderung empfange. Jede oberhessische Ge⸗ meinde sollte darum bei diesem oberhessischen Ge⸗ meindetag vertreten sein, damit die hier gegebenen An- regungen allen Gemeinden zugute kommen und keine in irgend einem Stücke hinter der anderen zurückbleibt, wenn es gilt, geistig und materiell alles aufzubieten, damit unser Volk durchhalte bis zum siegreichen Ende, und unsere Kirche neubelebt aus der Notzeit hervorgehe. An alle evangelischen Kirchenvorstände Oberhessens sind besondere Einladungen ergangen, und in dem in diesen Tagen ausgehenden kirch⸗ lichen Verordnungsblatt wird empfehlend auf die Gemeinde⸗ tage hingewiesen. 50 een er 405 3 — e i rgermeister ri im Anzei ei 3 bd Einladung zur Teilnahme an der für kom⸗ —— Dienstag 2 1— Aula vorgesehenen öffent⸗ lichen Versammlung zur 1 Ages für die dritte Kriegsanleihe an die Bürgerschaft. Abgesehen davon, daß der von f. Dr. Skalweit zu haltende g über die Anleihe eine Fülle des Wissenswerten über unsere — und namentlich auch einen kritischen Vergleich serer Wirtschaftslage und der unserer Feinde, ee. des den Frieden mitbestimmt, bringen wird, ist die Teiknahme 94 der bunden i ohnedies patrio⸗ tische Pflicht; denn es handelt sich nicht nur um Be⸗ 1 d A U„sonder VV außen in eine n ltige Wirkung geben soll. er der Hriegsanleihen. Beisa der 3 eee, leihe war die Ausgabe von Zwischen⸗ scheinen Dabei worau U 2 dieser 0 9120 e— die be der Schuldver angesichts der überaus großen Zahl(6 667 T Sake. 5 e aller zu Gebote 0 nicht mit der erwürsch⸗ Be⸗ tstanden. Um . 3 von 4000 M. ab 2 1 fer der deere ne en nur irgend möglich, Sorge getrugen Hierbei sollen die kleinen Wertabschnitte in erster Linie Berücksichtigung finden. Es bedarf kaum der 5 bung, daß eine in der ung der schreibungen auf die Sicherheit und Recht⸗ a cheine auf 48 1 aus- chnelle Herstellung zeitigkeit des Zinsenbezuges keinen Einfluß hat. Dies ilt auch von den in das chuldbuch, dem wegen der großen Zahl Anträge mal ähernd 300 000) die Be Bescheinigung über die Eintragung — nicht zugegangen sein sollte. D. U.⸗Musterung. Der Zivilvorsitzende der Er⸗ satzkommission des Kreises Gießen fordert in einer Be⸗ kanntmachung alle in der Zeit vom 8. September 1870 bis zum 31. Dezember 1895 geborenen männlichen Personen, die als„H‚auernd untauglich“ ausgemustert sind, auf, sich zur Landsturmrolle zu melden. . r Obstversteigerun gen, in den letzten Ta schon statt die kommende in einer gro 1 1 tereien angesetzt worden. Unter den befindet sich auch der Versteigerun 97 5 für den e ee A Frase des. ses Gießen. abe in den Wirtschaften be⸗ die stellenw e Anzahl der umli ** Die Brotabg trifft eine——— des Oberbürgermeisters in vor⸗ liegender Nummer. ** Der Gießener Herbstpferdemarkt findet am Mittwoch, den 29. e 1915 statt. Mit dem Markte ist eine mit 2200 Mark an Geldpreisen ausgestaltete Prämiierung verbunden. * Anlagemusik. Morgen Sonntag, vormittags 11½ Uhr, det in der Süd⸗Anlage ert, ausgeführt von der lle des Landsturm⸗Inf.⸗ Bats. Gi statt. Die Spielfolge bringt: Choral: Eine feste Burg ist unser Gott von Dr. M. Luther; Ouverture romantique von E. Weißenborn; Priestermarsch und Arie a d. Op. Die Zauberflöte von 2 Patrouille Espagnole von 5 Deshayes; La Barcarolle, Walzer a. d. Op. Hoffmanns 1 von. Kgl. Preuß. Armeemarsch Nr. 205 Voigt e Landkreis Gießen. * Wieseck, 10. Sept. Dem Jäger Euler von hier im P Kurh. Jägerbataillon 11, wurde die Hessische Tapferkeits- medaille verliehen. m. Lollar, 10. Sept. Fußgendarm⸗Wachtmeister Röder Is. nach Hungen(Kr. Gießen) versetzt 251 ist ab 1. Oktober ds. worden. Wachtmeister Röder war seit 1. April 1913 hier stationiert. Sein Weggang wird allgemein bedauert. Allendorf a. d. Lda., 10. Sept. Lehrer Saxer von hier, Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hessischen Taßtertelts⸗ medaille, wurde am 14. v. Mis. 0 auf dem östlichen Kriegsschauplatz zum Leutnant der Reserve befördert. Allendorf a. d. Lda., 10. Sept. Dem Musketler Karl Reinhardt von r Zt. im In- dgl. 160, wurde die Hessische Tapserkeitsmedal kle verliehen. — Jab aden 10. Sept. Wilhelm Jako b, der schon seit rigen Jahre auf dem östlichen Kriegsschauplatze steht, ist dem vo mit— Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet und gleich- zeitig zum Unteroffizier befördert worden. Er ist der Dritte in unserer Gemeinde, der diese Auszeichnung erhielt. Der Erste war Wilhelm Jakob, Feldwebel-Leutnant, und der Zweite Wilhelm Gerhardt, Unteroffizier, beide auf dem westlichen Kriegsschau⸗ platze. Mit ber Hessischen Tapferkeitsmedaille sind Hein⸗ rich Eppelmann und Reinhardt Bornmann ausgezeichnet worden. Kreis Alsfeld. OStorndorf, 10. Sept. Ein Unfall ereignete sich gestern mittag in unserem Dorfe. Der in den 60er Jahren stehende Landwirt Johs. Gundrum von hier wurde beim Passierem der etwas abschüssigen Ortsstraße von einem im Radfahren noch ungeübten Manne angefahren, sodaß er zu Boden stürzte und bewußtlos liegen blieb. Ohne sich um den Bewußtlosen zu bekümmern, fuhr der Radfahrer seines Weges. Einige herber⸗ geeilte Nachbarn brachten Gundrum die erste Hilfe. Außer einigen kleineren Verwundungen am Kopfe und Arm hat G. glücklicher⸗ weise keine besonderen Verletzungen erlitten. Kreis Büdingen. §Rinderbügen, 11. Sept. Die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille erhielt der Gefreite Heinrich Nies. Büdingen, 11. Sept. Den Tod fürs Vaterland starb andsturmmann Josef Rager. Kreis Schotten. 5 Herchenhain, 9. Sept. Reservist Ernst Linker von der 4. Kompagnie Insanlerie-Reatment Nr. 116, der zu Anfang des Krieges mit seinen 116ern ins Feld gezogen ist und an allen Schlachten und Gesechten des Regiments stets in vorderster Linie teilgenommen hat, weilt für einige Tage auf Urlaub zu Hause. Vor einiger Zeit wurde ihm die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Er ist der einzige Insanterist unserer Gemeinde, der noch von Anfang an im Felde steht. Betzenrod, 11. Sept. Das Eiserne Kreuz erhielt der Keseroist Zim mermann. Kreis Wetzlar. X Wetzlar, 11. Sept. Die Mitteldeutsche Gerberei und Riem ensabrit, G. m. b. H., Wetzlar, die bereits bei der zweiten Kriegsanleihe mit Mk. 100 000 vertreten war, hat jetzt bei der dritten Kriegsanleihe den Betrag von Mk. 200 000 ge- ichnet. Den Beamten und Arbeitern wird von der genannten irma auf die in bequemen Teilzahlungen angesammelten Beträge bei je ca. Mk. 95 ein Zuschuß von 5 Mk. gewährt und sie erhalten hierfür einen Kriegs anleibeanteilschein über Mk. 100. Starkenburg und M ch. Aus Rheinhessen, Sept. Die Ernte der Frühburgundertrauben i allenthalben beendet. Die Trauben gingen leicht und schnell in anderen Besitz über und wurden dabei mit Preisen bewertet, die auf alle Fälle hoch genannt werden müssen. Im allgemeinen wur⸗ den für den. 30 Mark N t. Die Ernte der —. Nan e steht nun nahe. und wird kaum 5 auf sich warten lassen. Die weißen Trauben —. sehr gut und bringen en eine gute Ernte. Auch der all⸗ gemeine Herbst wir feühzektig stattfinden, wenn auch dieser Monat bis zu seinem Beginn noch hingehen wird. Geschäftlich berrschle in der letzten Zeit immer noch Leben. Bei den einzelnen Verkäufen wurden für das Stück 1914er 600 bis 800 Mk. angelegt. Hessen⸗Nassau. Frankfurt a. M., 10. Sept. Trotz den schärssten Maß⸗ regeln, die die Polizei seit Kriegsbeginn zur Bekämpfung der Wahrsagerei 9 Zeichendeuterei ee blühte dieser Unsug in den üppigsten Formen lustig weiter. Heute hat nun die Poltzei zu einem drastischen Mittel gegriffen. Sie gibt die Namen der Frauen, die bei Wahrsagerinnen erwischt werden, . bekannt und macht zugleich mit vier Frauen den Ansan n der Bekanntgabe heißt es dann weiter, daß die ballet Kontrolen— 1 die öffentlichung der neugierigen 180 5 planmäßig sortgesetzt würden. Ob's was helfen wird? u. Limburg, 10. Sept. Die heutige Stadtverord⸗ neten ver ammlung wählte den durch Los ausgeschiedenen auler ber öffen Stierstädter wieder. Für die Kriegs⸗ eihe wurden 290 000 Mark ge Ferner wurde ein⸗ „ein Ehrenfeld für die in hiesiger Stadt igen Krieges. 8 anzulegen. Für die städtischen Angestellten und Arbeiter wurde eine ein⸗ Teuerungszulage im Gesamtbetrage von 590 Mark bewiltgt— Die Engelmannsche Mühle an der Lahn ist von der Stadt zum Preise von 65000 Mark erworben worden. Auf dem Grundstück soll ein Wasser⸗ Kraftwerk hergestellt wer⸗ den. Die Kosten belaufen sich eee des Gebaudeerwerbs auf 130 000 Mark. der Vermischtes. * Paris, 10. Sept.(WD. Nichtamtlich.) Das„Journal“ meldet aus Madrid: Auläßlich eines Ausstan des der ischer von Parin, Provinz Pontevedra, kam es bei der der Fischer aer 2 und Ausständigen zu einer wahren Schlacht. 000 Fischer wurden handgemein. Viele Revolverschüsse—.— 4 Da die Bürgergarde die „[Ordrung nicht wiederherstellen konnte, mußte der Kommandeur eines Kanonenbvotes drohen, auf die 1 schießen zu lassen, worauf die Streitenden sich trennten. Die Zahl der Ver⸗ letzten ist groß. spieplan des s Groß. Uurhaustheaters Bad⸗Nauheim. Sonntag, den 12. September:„Der Raub der Sabinerinnen.“ Montag, den 13. September:„Flachsmann als Erzieher.“ Mitt- woch, den 15. September: Gastsoiel des„Neuen Theaters“ Frank- furt a. M.:„Auch ich war ein Jüngling.“ Samstag, den 18. Sep- tember:„Der Strom.“ Sonntag, den 19. September:„Die spanische Fllege.“ Märkte. Gießen, 11. Sept. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 1,60— 1,75, Hühnereier das Stick 15 g., Käse das Stück 7—9 Pfg., Käsematte 1 Stück 3—0 Pig.: Tauben das Paar 1,30—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,80—2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,50 2,00 Mk., Ochsen⸗ fleisch das Pfund Mk. 1,16—1, 20, Kuhle isch 96—00 Pfg. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 140 1,20 Mk., Schweins fleisch das Pfund 1,70—0,00 Mk., Kalbslesch das Pfd. 1,06 1,10 Mt., Hammelfleisch das Pfund 96—110 Pfg. Kartoffeln 100 Kilo 7 bis 900 Mark, Milch das Liter 24 Pfg.; Wielschaftsapfel das Pfd. 7—10 bessere 12—15 Pfg. Gurken große 10—15, kl. 3—4 Pfg. Bohnen 128 Pig. das Pfd.: Spinat 18 bis 20 Pfg. das Pfund; Wirsing 10-15 Pig. das Stück, Gelberüben 6—8 Pfennig das Pädchen, Rotkraut 10—20 Pfennig das Stück, Kohlrabi 6—8 Pfennig das Stück, Weißtraut 10—20 Pfg. das Stück, Wirtschaftsbirnen 8 bis 12. Pig. bessere 12—18 Pfennig das Pfund, rote Rüben 6—8 Pfg., römisch Kohl 6—8 Pfennig. Zwiebeln der Zentner 15—00 M. Preißelbeeren 50—55 Pfg. Brombeeren 0,5 Liter 18—20 Pfg.— Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. fe. Frankfurt a. M., 10. Sept. Auf dem heutigen Heu- und Strohmarkt war nichts angefahren. F. C. Wiesbaden, 10. Sept. Viehmarkt. Der füdischen Feiertage wegen war der Auftrieb auf dem heutigen Markte nur gering und bald abgesetzt. Es waren aufgetrieben 12 Rinder (darunter 3 Ochsen, 2 Bullen, 7 Kühe), 13 Kälber, 42 Schweine. Es wurde zu den gleichen Preisen wie am 6. d. Mts. gehandelt. eh. Bingen, 10. Sept. Marktpreise. Kartoffeln das Pfund 6 Pfg., B00 25 Pfg., Erbsen 00⁰ Pfg., Buschsalat das Stück 5 Pfg., Endivien 10 Pfg., Einmachgurken 100 Stück 2.00 Mk., Kleine Gurken 100 Stück 1.80 Mk., Salatgurken das Stück 5-10 Pig. g., Rot- kraut 30 Pfg., Weißkraut 30⁰ Pig. Wirsing 15 Pfg., Blumenkohl 40 Pfg., Kohlrabi 6 Pfg., Karotten das Pfund 10 g., Lauch das Stück 15 Pfg., Sellerie 45 Pfg., Zwiebeln das Pfund 15—20 Pfg., Tomaten 18 Pfg., Birnen 12 Pfg., Aepfel 12 Pfig., Pflaumen 00 Pfg., 3 0⁰ Pfg., Zwetschen 15 Pfg., Pfirsiche 35 Pig., Butter 1.85 Mk., Käse, weich 20 Pfg., Handkäse das Stück 14 Pfg., Eier 15—16 Pfg. Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 12. Sept. 1915: Heiter, trocken, tagsüber warm, nachts kühl. Letzte Nachrichten. Schlag wetter⸗Katastrophe. Dortmund, 11. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Auf der Zeche Bruchstraße im benachbarten Langendreer hat sich heute morgen in aller Frühe eine Schlagwetter⸗ explosion ereignet. Acht Bergleute sind bereits als Leichen geborgen worden. Neun wurden schwer verbrannt ins Krankenhaus geschafft. Mehrere Bergleute befinden sich noch in der Grube. * Militärische Vorbereitungen in Bulgarien? Sofia, 11. Sept. Der Post⸗ und Personenverkehr an der ungarisch-rumänischen Grenze war für einige Tage ge⸗ stört.— Sofioter Blätter 9 daß die in Bulgarien weilenden Mazedonier zu Uebungen eingezogen, werden und zwar die gedienten für drei Wochen, die un⸗ gedienten für 45 Tage. 450 Zöglinge der Junkerschule wur⸗ den früher als übli⸗ zu Offizieren ausgemustert. England auf dem Wege zur allgemeinen Wehrpflicht? Kopenhagen, 11. Sept. Aus London wird gemeldet: Ein Kabinettsausschuß beschloß, der Regierung ein Rekrutie⸗ rungssystem zu empfehlen, wonach das ganze Land in Bezirke eingeteilt wird, von denen jeder einzelne Bezirk eine be⸗ st im mte Anzahl Rekruten stellen muß. Wenn die Zahl nicht durch freiwillige Meldungen erreicht wird, sollen die Behörden ermächtigt werden, eine Zwangsrekrutierung vorzunehmen. Der parlamentarische Mitarbeiter des„Daily Tele⸗ graph“ teilt mit, daß, wenn die militärische Lage sich derart ver⸗ ändern sollte, daß Abweichungen von dem bisherigen Kurs not⸗ wendig werden, das Kabinett sich sofort an das Volk wenden werde, um seine Ansicht zur Rekrutierung zu hören. Für Rheumatiker und Neuralgieleidende. Jabrelange Schmerzen waren in 3 Tagen Herr E. Kelch, H sereltls„.ch feld schon seit Jahr elch, Hagen, schreibt:„ e schon en an Rheumatismus und Blasenleiden und konnte vor lane kaum noch auftreten. Da ich mir schon öfter alle möglichen Mittel batte kommen lassen, welche oft sehr teuer waren und rein gar nichts geholfen hatten, kaufte ich mir eine Packung Togal, denn ich sagte mir: wenn es nicht hilft, dann ist nicht viel verloren. Das Resultat war so überraschend, daß ich es selbst kaum glauben konnte. Schon nach dem Gebrauch von 2 Tabletten konnte ich gehen und am nächsten Morgen konnte ich wie seit langen Jahren frei und unbebindert auftreten. Heute, am dritten Tage, fühle ich mich am 1 Körper trotz des miserablen Wetters so wohl, daß es eine Freude ist. 1. daber Togal allen Leidens⸗ gesährten sehr warm empfehlen.“ Ahnliche Erfahrungen und noch überraschendere Erfolge erzielten viele andere, welche Togal nicht nur bei Rheumatismus, sondern auch bei Kopfschmerzen, Hexenschuß, Ischias, Schmerzen in den Gelenken, sowie bei Influenza gebrauchten. Alle Apotheken führen Togal⸗Tabletten. Best.: Acid. acet. salic. Chinin Mg. Li. 706158 Bettenfrage für 5 e und Kranke? Ist am 8 3 wenn die unter-M. Nr. 420 684 und M. Nr. 420 685 5 und Betten⸗ sabrel 2 Brück, Gießen, G tg leiberg, patentamtlich geschubten Sprungfeder⸗Ma⸗ tratzen„Unerreicht bequem“ und dreiteilige Auflage⸗Ma⸗ traßen„Stabil“, die seit Jahren eingeführt und aufs vorzüglichste bewährt, gekauft werden. Alle Klagen über knarrende 8 Matratzen, ungesundes, hartes und kaltes* hören au 7082a. Ia. 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August 1915 starb infolge einer Ver⸗ wundung im Feldlazarett den Heldentod Herr Karl Germer Musketier im Inf.⸗Regt. Nr. 168, 4. Komp. „In ihm verliert unser Verein ein treues, pflichteifriges und friedliebendes Mitglied. Wir werden ibm allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. 5 72⁵³ Gesangverein„Teutonia“ Heuchelheim. sanft nach kurzem, schwerem Leiden meine Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Frau Marie Luch geb. Schmidt im Alter von 28 Jahren. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Wilhelm Luch. Gießen, den 11. September 1915. Asterweg 59 Die Beerdigung findet Sonntag, den 12. d. M, nachmittags 2˙½ Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Hilfe fr Es gingen an Spenden ein: 1. Bei der Kreiskasse Gießen: Aus der Gemeinde Steinbeim 150.— Mk., aus der Gemeinde Utphe 20.— Mk. 8 7 Bei der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers: erla 1— Mk, L. G. R. Funk 5.— Mk., Landgerichts. Schnitzspahn 20.— Mk., Frau Aenny Brandl 5.— Mk., 72 5 1— Mk. A Karnbach 3.— Mk., Frau L. Ww. 2.— Mk., N. N. 20.— Mk., R. Prätorius 20.— Mk., Frau Magda lene Bergen 5— Mk, Fräulein Strack 5.— Mk., K. L. Sch. 6.— Mk., F. L. 5.— Mk. Weitere Spenden werden von den oben genannten Stellen gern entgegen genommen. 72630 Ernstchallier Rudolpf's Nadif. Sleßen · lleuenweg. Tel. 671 Illusikallen- u. IIlusikins trumenten- Baus Srammophone Offlzlelle perkaufsstelle der Deutsmen Srammophon- S Hktlen-Gesellshaft Berlin S Donnerstag abend 6 Uhr entschlief F innigstgeliebte Frau, unsere liebe Mutter, Kriegsblinde. des„Gießener Anzeigers“ 200.— Mk., H. Krämer In der Blüte weggerissen, Rubst auf Meeresgründen du, Nimm aus deiner fernen Heimat Unsre Tränen mit zur Rub. Den Heldentod fürs Vaterland starb Ende Juli unser lieber, unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Unterseeboots⸗Matrose Konrad Schmitt im Alter von 2 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Johs. Schmitt III. Familie Johs. Schmitt V. Fronhausen, den 11. September 1915. 104986 Wiedersehn war unsere Hoffnung! Am 4. September 1915 verschied infolge eines Schlaganfalles unser lieber Korpsbruder Finanzrat Ludwig Römheld Großh. Obersteuerinspektor in Mainz. Der C. C. der Starkenburgia. „ 23 7275D Auf fremder Erde schwer und müde, Jank hin Dein Haupt zur letzten Ruh“, Fürs Vaterland gabst Du Dein Leben, Schlaf wohl, Du treuer Gatte Du! Marst noch so jung, starbst viel zu früh, Vergessen werden wir Dich nie! Opfertest Zukunft und Jugendglück Niemals kehrst Du zu uns zurück. Wir erhielten die schmerzliche Nachricht, daß mein innigst- geliebter, unvergeßlicher Mann, unser guter Sohn, Schwiegerschn, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Heidt Reservist im Reserve-Infant.-Regiment Nr. 116, 3. Komp. im 27. Lebensjahre um 18. August 1915 an seiner am 14. August 1915 er- haltenen zweiten schweren Verwundung im Feldlazarett gestorben ist. In tiefem Schmerz: Haroline Heidt, geb. Bender Familie Heidt, Zimmermeister Ruttersbausen und Heinrich Heidt, z. Zt. im Feld Staufenberg, den Fritz Heidt, z. Zt. im Feld 10. Septbr. 1915.„ Karl Bender I. Karl Bender II., z. Zt. im Feld Familie Ludwig Müller Familie Tadres Ettling. 04929 Wiedersehn war seine und unsere Hoffnung! f Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Mutter sagt herzlichen Dank im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ella Walther, geb. Hopfe. 7282 7854 4 Nur eigene Oz, 1 Saubere Stepparb. Fabrikation Stepp-Decken bei bill. Berechnung Muster in reichhalt. Auswahl für Watte, Wolle⸗ u. Daunen⸗ C. A. Hartmann vormals Otto Rathschlag Fermul 2064 Seltersweg 81 Aussteuerhaus Wasche-, Betten- und Steppdecken- Fabrik Neuwascherei dend Licht- und Kraft-Anlage in Marburg Maupt-Katalog und Muster stehen gerne zu Diensten Steppdecken, sow. Aufarb. alt. Decken. Walltorstr. 24 J.(4252 Durch die dauernde Erhöhung der Preise für 9 0 0 Rohmaterial sind wir genötigt, vom 1. Sep-] 7 72 27 tember 1915 ab folgende 8 a Erhähung d. 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