N 5 ur. 25 zweites Blatt Erschetat taglich wit Ausnahme des Sonntags. Die„Sleßener Famillendlätter werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das Krelsblatt sür den Kreis Sietzen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschasftlichen Jeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zeunal. 0 Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Gberhessen 165. Jahrgang Freitag, 10. September 1015 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul ⸗ straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: 51, Schrist⸗ leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. der gestürzte Nikolajewitsch. i khaft ieses baren Men ber 18 — 4— 5 ußen gewesen. ch dürfte ge⸗ liefern. Ist dafür einmal der Stoff zusammengetragen und erwiesen, so wird Nikolais Charakterbild in der Geschichte nicht mehr schwanken. Wir können nur erwähnen, was wir wii 4 4 der durcheinander wogenden Ereignisse wissen. Na Nikolai Nikolajewits als erblich teten, geohrfeigt und durch Mißhandlungen zum Selbstmord — Er hat Soldaten, die 8 ssen werden sollten, kurz vor der Hinrichtung be, adigt, 1 ohrseigte Und wo er nicht Backen a nicht rechtzeiti mer schloß nehmbar gal österreichischer Unter den Solche verschleierten —— —— 13 21 E ein,— an ft ersten da verf der die si⸗ 1 mmen hatte und nun zu den Kosaken mußte, einem unserer zurückgekehrten Kriegsgefangenen erklärt:„Die Kosalen,“ sagte er,„wa über das Leben und die Ehre ihrer 3 sie schicken i eher eine in den Rücken, als daß sie ihn in feindliche Hände fallen lassen.“ Also deshalb machte der erlauchte Höchstkommandierende Offiziere, die deutsche Namen trugen, Schrecken, und was er blickt, ist Wut.“ Als man ihm den zu Kosaken.„Denn was er sinnt, ist d Verlust bei der Niederlage in Ostpreußen meldete, überhörte] werden, verlieren nun einmal mit oder ohne genügenden Grund 5 5 941 der getöteten Menschen und sagte bloß:„500 das Vertrauen ihrer Soldaten und Landsleute. Daß der Zar eschütze lassen si 0 Lolbalen, ph bei Tannenberg fielen, fand er kein] Kampfesmut und das Vertrauen der russischen Heere stärken Wort. Die Blutbefehle, die er zur Vernichtung der Juden Der Entschluß des Zaren wird ebenfalls mächtigen Eindruck auf durch Verschicken vor der Front in die Feuerlinie als Bere— 5 1 8 5 70 Kugelfang erließ und in Memel erneuerte(dort auch gegen 1 re 5„ uf sch 8 bat bein 2 25 alle anderen Bewohner ohne Unterschied), seine rohe Wut hört:„Ich zerschmettere Deutschland.“ Man wird daher die Ge⸗ are die preußischen Oberförster, deren Erschießung er fühle verstehen, mit denen er jetzt den Feldherrnstab von sich legen anbefahl, die Haßverordnungen gegen die Polen, die Stra-] muß. Wird die Uebernahme des Oberkommandos durch r tegie in den Karpathen, wo er bewußt nu, von Menschen opferte, die Brand⸗ und 5 beim Rückzuge nach den Niederlagen, das alles sind Hand⸗ lungen, die sich nicht mehr lediglich als tatarische und mos⸗ kowitisch-asiatische Triebe erklären lassen, sondern denen eine geistige Abnormität, eine seelische Erkrankung als Wurzel zugrunde liegt. Wäre es diesem Manne gelungen, seine geheimsten Pläne 4e 3 in der inneren Politik Ruß⸗ lands zu verwirklichen, die Zeiten ns des Schrecklichen, des Feodor Iwanowitsch und des Zaren Boris wären wieder gekommen. Petersburg, 9. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Groß⸗ fürst Nikolaus ist nach dem Kauka sus abgereist. los Hetatomben einen Umschlag im Kriegsglück auf der Ostfront herbeiführen? 0 Der Siegesgott geht mit den starken Bataillonen. Die Frage ist, ob der neue russische Kriegsminister genügend neue Streitkräfte dem Zaren und General Alexejew zur Verfügung stellen konnte. Ein deutsch⸗bulgarischer Nulturverein. Aus Sofia wird uns geschrieben: Rücktritt des Großfürsten Nikolaus genteldet wird, war dessen Posten] nicht stattfinden. Statt dessen wurde eine Gedenkkarte heraus nach der Aufgabe von Grodno habe der Zar diese Frage in einer— 85 5 dem ru 1 das wirksamste, freili das letzte S ionsmittel, wenn der und Zurückhaltung. Bulg in Deutschland viel zu wenig be⸗ Zar felt ben Sberzesehh 1 ll 1 Beachtung als bisher, weil es die Kopenhagen, 9. Sept(WTB. Nichtamtlich.) Zum Sturze ideen Ber i*. des Eroßfürfht g. gen Bukunft en. sei Kennt nis und Sympathie Deutschlands und Bulgariens beiträgt. Unter Munst und wissenschaft. — Engländer gegen Shakespeare. Seit dem Aus- bruche des Krieges ist in dem Verhältmisse der länder zu Shakespeare ein Umschwung eingetreten, der des unfreiwilligen 3— nicht— 1 sie 3— 2 3„ihren“ peare entdeckt nehmen gro egeisterung den Dichter als den Ihrigen in Anspruch. Dazu haben sie unzweifel⸗ haft ein gutes Recht; allein die so plötzlich neu entstandene eng⸗ lische Shakespearebegeisterung kann die Tatsache nicht in Ver⸗ 4 7 bringen, daß mans„vor Tische anders las“ Die Wahr⸗ beit ist, daß das Verhältnis der Engländer zu Shakespeare vor dem Kriege ein laues und oft noch kaum einmal das war; es Hingt unglaublich, ist aber Tatsache, daß man z. B. in der Unter⸗ haltung mit Damen der besten englischen Gesellschaft die Ent⸗ deckung lonnte, daß sie nie etwas von Shakespeare gelesen batten! Diese Tatsache findet mum ihre Erklärung in dent tiefen Mißtrauen, das der pietistische und moralisterende Engländer von beute gegen den freien und rücksicgslosen Geist des großen Dich⸗ 8 i Auch in der literarischen Kritik Englands ist die i der Engländer gegen Shakespeare in wiederholten allen unzweideutig getreten, wie denn z. B. Georg randes in einem satze in„Politiken“ jetzt eben an die Able erinnert, die Shakespeare durch den englischen Kritiker Frank Harris erfahren bat. Harris hat sich über das, was er Shakespeare-Snobismus nennt, heftig aufgehalten, und er hat es sich geradezu zur Aufgabe gemacht, Shakespeare als einen, Menschen darzustellen, der an Schwächen und Mängeln überreich gewesen sei Tabei erweist er eine Vertrautheit mit Shakespeares allergeheimsten Schwächen, die jeden Shakespeareforscher höchlich neibisch machen muß Für Harris ist Shakespeare seinem ganzen Wesen nach eine feminine Natur gewesen. Erstaunlich, aber wahr! n den E 3 3 er 1 prechende Zeug e Weichmütigteit ichters selbst, wie er überhaupt— in einer fast unglaublichen methodischen Verirrung— in einer ganzen Anzahl dramatischer Gestalten Shakespeares dessen Selbstbildnis erkennen will. So hat er z. B. Shalespeare einfach mit Hamlet identifiziert und das schöne Wort sprochen:„Er n nämlich Shakespeare— scheint schon von re en n fein und wenig an Not gelitten zu haben.“ Aus anderen Shake⸗ 5 liest ex den Beweis einer beinahe krankhaften t des Dickters heraus, und so entsteht denn unter den Händen dieses Kritikers im ganzen ein Shakespeare-Zerrbild, das er dann freilich erer Entrüstung ablehnen darf. Wenn A tungen der 90 m. NN. 10 n Fallen pedanti— ihnen N dazu ein Recht gogeben hat; daran aber ist nichts zu ändern, daß Beethoven verfaßtes und komponiertes Kriegslied aus dem Jahre Shakespeare seit mehr als 100 Jahren zu einen völlig unablös⸗ 1797 mitteilt. Der Tert des Liedes ist leicht geändert, und in lichen Bestandteile der deutschen Bildung geworden und daß er] dieser neuen Fassung were es, getragen von der wundervollen jedem gebildeten Deutschen ganz und gar vertraut ist, während] Melodie des Meisters, wohl geeignet. das Kriegslied der Oester⸗ die 1 3 1 4 1 reicher gegen Italien zu werden. Es lautet folgendermaßen: weit zurückgeblie ind. größte ist, den gland je: 8 1 erzeugt hat, übt auf die ungeheure Mehrzahl der Briten von heute— 7 td wir, gerade durch seine freie Größe und seine menschliche Vorurteils⸗ Ihr Welschen, das bezweifelt ihr ꝰ losigkeit eine erschreclende und abschreckende Wirkung aus: daran Ih N Welschen kennt uns schlecht ist nicht zu rütteln, Und merkwürdig bleibt doch auch, daß selbst Wir schlagen mutig drein N ein so geistreicher Kopf wie Shaw an Shakespeare gar kemen Midi arch Gmrer fein„ Ges finden kann. Freilich Shaw und Shakespeare— größere 8 g Mit Piken, Sensen und Geschoß Gegensätze sind nicht gut auszudenken. 0. 5 — Am Louvre bröckelts. Am Louvre, diesem herr⸗ Eilt klein und groß herbei! lichen Meisterwerk der Pariser Architektur, das die kostbarsten Türs Vaterland! stimmtt Klein und groß!. Kunstschätze der Seinestadt birgt, ist kürzlich ohne jede sichtbare Stimmt an das Feldgeschrei! Ursache ein Stein von etwa 8 Kilogramm heruntergefallen, und Wir stehen unverwandt 9—** 1 5 7 1——— Für Haus und Hof und Land. auf den 5 rzte. ieses ignis ist a nur ein 4 n a 8 Anzeichen dafür, daß der Louvre langsam abbröckelt. Das„Jour⸗— 2 12 3 Sold, nal des Dsbats“ führt dafür noch andere Tatsachen an.„Wir g konnten heute seststellen,“ schveibt es,„daß die Ganymed Statue, die vor dem Kupferstichkabinett steht, den linken Arm verloren hat. Die Bruchstelle, die ganz neu ist, befindet sich gerade an der Schulter. Ein Museumsdiener erzählte uns, daß der Gany⸗ med vor etwa zwei Monaten seinen Arm verloren hat. Er fand eines Morgens den Arm in Trümmern auf der Erde liegen; die 8 Nacht war sehr stürmisch gewesen. Vielleicht rühren diese und] tische Anwendung dieser Wissenschaft im Dienste der Kulturauf ähnliche Unglücksfälle, die sich im und am Louvre wiederholen.] gaben an Ausdehnung und Bedeutung überaus gewonnen und es einfach von der Erschütterung her, die die immer eiliger dahin⸗ hat süch nach und nach eine eigene neue Sonderwissenschaft ge rasenden Automobile in den Straßen der Hauptstadt hervorrufen.] bildet, die mit dem Namen Pfsychotech nk bezeichnet wird und Diese gewaltigen Lastwagen, die es stets besonders eilig haben, deren Grundzüge der bekannte Harvard Professor Huga Mün⸗ erschüttern die Mauern der Häuser, verursachen Risse und Sprünge sterberg in einem umsassenden und gediegenen, unlängst bei und bewirken besonders das Herabfallen einzelner Steine, die] Johann Ambrostus Barth in Leipzig erschienenen Werke zum dann eines Tages ein harmloser Spaziergänger auf den Kopf ersten Male zusammenfassend dargestellt hat. Die Untersuchungen bekommt. Der Louvre scheint unter diesen Erschütterungen be⸗] der Psuchotechnik greifen tief in die Fragen des sozialen und wirt sonders zu leiten, und es muß Abhilfe geschaffen werden, um schaftlichen Lebens ein, der Gesundbeit, des Rechts und der Er größeren Schädigungen vorzubeugen. Vielleicht setzt sich der Gou⸗ ziehung und bieten vielfach zum ersten Male gediegene und ge verneur von Paris, der ja ein Kunstfreund ist, mit dem Polizei-] sicherte Grundlagen für die Beurteilung laug umstrittener Fragen präsidenten in Verbindung, damit die Mauern des Louvre ein-[Tas zeigt sich z. B. in tyzischer Weise bei der Frage der Druck mal untersucht werden und besonders damit das Daherrasen der] schrift, mit deren Psycholvate sich die Wissenschaft ziemlich ein großen Lastautomobile geregelt und gedämpft wird.“ gehend beschästigt hat. Die leichte Lesbarkeit der Dru — Ein Kriegslied Beethovens gegen Italien. type, die empfehlenswerte Länge der Druchzeile, der freie Noch fehlt den Oesterreichern in ihrem Kampf gegen die Italiener] Raum zwischen den Buchstaben und zwischen den Zeilen und vieles ein modernes Kriegslied, das dio volkstümlich wäre wie der] Achnliche haben sich dem psychotechnischen Laboratoriumspexsuche Kadetzky. Marsch. Eine glückliche Idee hat nun der Jenger Verleger ganz natürlich dargeboten. Mit einfachen Vorrichtungen ließ sich Eugen Diederichs gehabt, indem er in seinen„Jenaer Kriegslieder- die Zeit messen, un der ein Wort in verschiedener rm er karten“, die dos neue Soldaten Volkslied pflegen sollen, ein von] kannt wird, oder die Zahl der Febler bestimmen. die sich ein⸗ Wir kehren arm amhfremdem Gold Zu unserm Herd zurück. Gerecht ist unser Krieg, Uns, uns gehört der Sieg! —. Die Psychologie der Druckschrift. Seit der Begründung der modernen Experimentalpsychologie hat die prak- schwer ersetzen.“ Für die 150 000 russi⸗selbst das Oberkommando übernommen hat, wird unzweifelhaft den 0 herzog hat am 18. August d. J. den evangelischen stellen, wenn eine Reihe von kommen. die Schwierigkeiten des Exports und Imports ein— Darmstadt.— Gefr. Joh. Veter Jay me, Gefr. Heinr. Zehner, Res.-Drag.⸗Ngt. 4, aus Aßlar. seiner langjährigen treugeleisteten Dienste und unter gen kaun der Bedarf der Zivilbevölkerung an Petroleum nur zu einem Teil gedeckt werden. Es ist daher die Reichs⸗ lleitung dauernd für die der in diesen beiden Endlagen gelesen wird, zeigt sich die deutsche Form insofern überlegen, leit der deutschen Formen lennen im indirekten Sehen bietet und daß dieses Sehen mit den g a e a. M., 9. Sept. Als Na rat Beweglichkeit gesteigert worden. 2 cane Erwachen von Wall Street. U aus der Tasche. Hier herrscht der große Kult des Goldes. dieses Wiederauflebens— niemand weiß, schäftigungslos geworden waren. Krieges hatte viele Unternehmungen il Minimum eingeschränkt. Die amerikanischen Exporteure gelitten. Andererseits ist der Export von Automobilen, Brenn⸗ stoffen, Chemikalien, Drogen aller Art, Stacheldraht, Leder, Zink usw. derart gestiegen, 0 durch den Krieg nicht vermindert wurden. Das außerordentliche Anschwellen der Munitionsindustrie hat auch verschiedenen andern Berufen geholfen. 0 nicht mehr zustande kommen konnten, haben ihre Betriebe der Munitionserzeugung angepaßt. So z. B. entließ die große Sin⸗ en in New Jersey, die einen gewaltigen tport nach dem Kontinent, besonders nach Deutschland und Rußland. unterhielt, zu Kriegsbeginn 4000 von 58 8000 Angestellten. Jetzt aber verfertigt die Gesellschaft Maschinen zur Waffenerzeugung, und die meisten entlassenen Angestellten wur⸗ den wieder in Dienst genommen. Ganz besonders blüht auch die Automobilindustrie, zum Teil durch die Neueinführung ganz billiger Wagen. Die Lage der Dienstboten hat sich verschlechtert. Leute, die früher eine Dienerschaft von 9—10 Personen unterhielten, begnügen sich heute mit 3—4 dienstbaren Geistern; dies geschieht zum Teil aus übergroßer finanzieller Vorsicht, zum Teil als Folge tatsächlich erlittener Verluste. Die Lage der Schauspieler und Schauspielerinnen ist sehr gut zu nennen. Die einzige Sorge bildet die sich immer mehr steigernde Menge der englischen Schau⸗ spieler, die nach Amerika kommen und durch ihre Billigkeit die großen amerikanischen Gagen zu drücken beginnen. Da gegen⸗ wärfig die europäischen Bühnenschriftsteller verstummt sind, suchen die jungen amerikanischen Dramatiker den Kunstmarkt zu erobern. Bisher kamen 60 Prozent der in Amerika gespielten Dramen, Komödien, Lustspiele, Possen und Operetten aus Europa. Die Amerikaner sind bestrebt, diese Zahl ausländischer Werke durch eigene Produktion zu vermindern. Die Filmfabriken sind durch ge⸗ hemmt, aber die Filmtheater werden in keiner Weise durch den Krieg berührt. Sehr stark hat auch der Buchhandel gelitten. Zu f— des Krieges war zwar die Nachfrage nach Kriegsliterakur ro und allgemein. Doch diese Welle ist schon längst voll⸗ en abgeflaut. Die vielen Zeitschriften suchen aus Sparsamkeit tes Material zu verwerten. Auch die Reklamezeichner müssen — ihr sich infolge des Krieges mit schmäleren Einkünften zurechtfinden, da das eklamegeschaft allseits beschnitten und verbilligt wurde.“ Aus Stadt und Land. Gießen, 10. September 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Leutn. d. Nes. caud. phil. Karl Ahrens, Ins.⸗Agt. 186, aus Herborn. Jeuerwerks-Offizier⸗Stellvertr. Emil K ühn aus Darmstadt.— Dragoner Peter Ittmann, Drag.-Rgt. 23, aus Inf.-Agt. 141, aus Rohrbach bei Darmstadt.— Kriegsfreiw. stud“ pharm. Roden hausen, Res.⸗Ins.⸗Rgt. 221, aus Neu-Isenburg.— Ersatz⸗Res. Veter Schaper, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 116, aus Offenbach a. M.— — Ersatz⸗ Nes. Karl Bernhardt, Res.-Jnf.-Rgt. 82, aus Waldgirmes. 2 Ers.-Res. Wilh. Kreuder, Inf.⸗Rgt 176, aus Gontershausen.— Exs.-Res. Karl Schmier mund, Juf.⸗Rgt. 42, aus Liederbach. — Landsturmmann Referendar Karl Diller, Res.-Ins⸗ Rgt. 254, aus Darmstadt. Amtliche Personalnachricht. Der Groß- Pfarrer Ernst unter Anerkennung Verleihung der Krone zum Ritterkreuz erster Klasse des Verdlenstordens Philipus des Großmütigen, mit Wirkung vom 1. Oktober 1915 in den Ruhe- stand versetzt. Spiritus beleuchtung. Trotz aller Bemühun⸗ Heinemann zu Roßdorf auf sein Nachsuchen, Schaffung von Ersatzbeleuchtung die Reichsleitung sich bemüht, der —— 5 Demgemäß hat ker Umfang die Spiritusbeleuch⸗ Bevölkerung in weiterem Worten bei sehr kurzer Belich⸗ zeit gelesen werden i das die 6 8 Ermüdung beim Lesen um so größer die Fuchstaben sind. Es scheint, unter 1½ Millimeter sein dürfen, Ermüdung beim Lesen vermieden werden soll. Alle Versuche drängen darauf hin, die ind ——— sind noch erheblich kürzere 1 1 bie dadurch notwendige Auf⸗ * muß den geistigen Leseprozeß beeinträchtigen. ßerdem aber verlangt eine lange Zeile, wenn wir nicht etwa das Buch selbst oder den Kopf fortwährend bewegen wollen, unsymmetrische Anpassungsanspannungen der beiden Augen, wo⸗ durch eine neue Quelle der Anstrengung und Ermüdung gegeben ist. Dazu kommt aber vor allem, daß wir nicht in gleichmäßiger glatter Bewegung das Auge von einem Endpunkte der Zeile zum andern führen, sondern sprunghaft von einem Ruhepunkt zum andern übergehen; und nun hat sich erwiesen, daß das Auge nicht etwa auf den Endpunkten der Zeile ruht, sondern Haupt⸗ ruhe punkte gerade ziemlich weit vom Anfang und vom Ende der Zeile findet. Diese Anfangs⸗ und Endentfernungen sind nun von der Länge der Zeile unabhängig, so daß der Bruchteil der Zeile, der größer ist, wenn die Zeile selbst kürzer ist. Schließlich ist noch von Belang, daß, wie Daerborns Versuche erwiesen haben, die Zeile von mäßiger Länge die Herausbildung eines regelmäßigen Rhythmus für die Augenbewegung begünstigt, wodurch die gesamte Lesearbeit er⸗ leichtert wird. Was die Form der Druckbuchstaben angeht, so haben die psychologischen Versuche unzweifelhaft bewiesen, da ß eine ann deutsche Form dem Geübten leichter esbar ist, als eine römische. Auch bei dem Bemühen, die deutschen und die römischen Formen so auszu⸗ gesbalten, daß sie die größte Erleichterung für den Lesenden schaffen, als sie entwick⸗ lungs⸗ und anpassungsfähiger ist, als die seit langem erstarrte römische Schrift. Auch das ist anzuereknnen, daß die Mannigfaltig⸗ psychologische Vorteile für das Er⸗ Seitenteilen der Netzhaut einen außerordentlich wichtigen Anteil am gewöhnlichen Lesen besitzt. i g 1 folger von Geheim⸗ xlich* Berliner Blättern zufolge Geheimrat Prof. Dr. von Wa ermann⸗Berlin⸗Dahlem in Aussicht genommen sein, Wie dazu von hiesiger berufener Seite mitgeteilt wird, dheste in erster Linie der langjährige Mitarbeiter Ehrlichs, Prof. Morgenroth ⸗Berlin, für die Neubesetzung der Stelle in Frage Die ganze Stadt spricht über Und alle Papiere, alle ationen tragen das Merkwort„Kriegslieferung“. Die große Preissteigerung der Stahlwerte zieht dem Publikum das Geld Wenn man durch die Reihen der Geschafts⸗ paläste in Wall Street geht, wird man einer außerordentlichen Erregtheit gewahr. Von den Stufen der Börse tönt ein Babel der verschiedensten Stimmen, und die Leute, die heute Millionäre und morgen vielleicht schon Arme sind, eilen aufgeregt hin und her. Eine indirekte Folge wie lange es anhalten wird— ist die Wiedereinstellung zahlreicher Telephonisten, Tele⸗ graphisten und sonstiger Bureauacbeiter, die durch den Krieg be⸗ Aber auch jetzt ist noch eine große Anzahl dieser Leute ohne Stellung. Denn zu Beginn des ihre Betriebe auf ein von Schwämmen, Fellen, Pelzen, Tabak und Mineralöl haben sehr 5 die allgemeinen Exportziffern Leute, die mit ihren bisherigen Geschäftem tung dienstbar zu machen. Sie hat zu diesem Zweck die Bereitstellung hinreichender Mengen Spiritus gesichert und unter Gewährung einer größeren Garantiesumme die Grün⸗ mit dem Sitz in Berlin, Leipziger Straße 2, veranlaßt. Der 1 der Gesellschaft ist die 9— Deutschlands mit leinbeleuchtungsmitteln für Spiritus⸗Glühlicht, insbeson⸗ dere der Vertrieb von Spiritusbrennern für Klein⸗ beleuchtungszwecke. Die Gesellschaft wird einen Spiritus⸗ brenner einschließlich Docht zum Kleinhandelspreis von 4 Mark vertreiben. 0 * Vogelbeeren als Hühnerfutter. Unser Be⸗ stand an Hühnern ist sehr vermindert, weil das Futter sehr teuer oder gar nicht zu beschaffen ist; deshalb haben auch die Eier einen ungewöhnlich hohen Preis. Für den kommen⸗ den Winter ist bei dem Futtermangel keine Besserung zu erwarten. Es ist bedauerlich, daß man in Gegenden, wo ein geeignetes n in Mengen wächst, nämlich die soganannte Vogelbeere(die Frucht der Eberesche) diese unperwertet läßt. Das Fleisch diefer Frucht ist sehr eiweiß⸗ 0 und ersetzt den Hühnern im Winter das Grüne. Da sich ie Früchte im kühlen Raum lang halten und auch trocknen lassen, sollten die Ae zur Zeit der Fruchtreife überall sorgfältig abgeerntet werden. Das⸗ selbe sollte man mit den Früchten des Weißdorns tun. Wenn die zahllosen wildwachsenden Bäume und Sträucher, deren Früchte für die menschliche 1 unbenutzbar, aber ein kräftiges 8 sind, in diesem Kriegs⸗ herbste richtig benutzt werden, so wird es möglich sein, Mengen von Hühnern durchzubringen, die sonst dem Messer verfallen müßten, und so für unsere Kranken und Verwun⸗ deten die notwendigen Eier zu beschaffen.— Ein Leser findet die Bedeutung der Vogelbeere auf einem andern Gebiet und schreibt uns: Da alles Getreide beschlagnahmt ist, droht der Vogelwelt ein schlimmer Winter. Der Tierfreund wird nicht wissen, was er für Futter streuen soll. Es ist deshalb doppelt 5 den Vögeln nicht in unbedachter Weise die Winter⸗ nahrung zu entziehen. Sehr gern fressen sie die Früchte der Eberesche. Es ist darum nicht angebracht, große Sträuße dieser roten Beeren als Zimmerschmuck zu verwenden. Man sammle vielmehr diese roten Beeren für den Winter. Ge⸗ denke jeder gerade in diesem Winter der lieben Vögel! Hessen⸗Nassau. — Frankfurt a. M., 8. Sept. Au der Hand von Frage⸗ bogen hat das hiesige So tale Museum Ermittelungen über die im Regierungsbezirk Wiesbaden ausgeübte Kriegswohl⸗ fahrtspflege angestellt. Die Fragebogen gingen ein beant⸗ wortet von den Kreisen Biedenkopf, Diez, Dillenburg, Höchst, Homhurg, Langenschwalbach, Montabaur, St. Goarshausen, Usin⸗ sen, Weilburg, Westerburg, Wiesbaden⸗Land, Stadt Biebrich, Stadt Höchst und Stadt Wiesbaden. Die Feststellungen galten in erster Linie der Form und Gliederung der Kreis- und örtlichen Organi⸗ sationen, sodann den Leistungen und Etnrichtungen. Die Mittel werden meistens durch freiwillige Sammlungen aufgebra⸗ t, wozu jedoch auch Zuschüsse der Gemeinden treten. In erster Linie gilt die Wohlfahrtspflege der Fürsorge Für Familien von. Krieg eilnehmern. Im Regierungsbezirk hat g hinsichtlich der von den Verbänden geletsteten Zuschulsse die ethode heraus⸗ gebildet, daß die Zuschüsse bei Bedarf gewährt werden. Nur in den Kreisen Höchst, Homburg und Wiesbaden⸗Land und den Städten Biebrich und Wiesbaden gibt es feste Zuschüsse. Lie⸗ ferungen in Naturalien bieten sodann die Kreise Diez, Höchst, St. Goarshausen, Weilburg, Wiesbaden, die Städte Obchft und Homburg. Was die Arbeitslosenfürsorge angeht, so hat nur die Stadt Höchst in den ersten Kriegsmonaten die von Frank⸗ furt getroffenen Maßnahmen übernommen. Infolge der starken Beschästigung der heimischen Industrie kann von einem gewissen Arbeitermangel gesprochen werden. Auf dem Gebiet der Arbeits⸗ vermittlung machten sich neue Bestrebungen wenig bemerkbar; dagegen waren die Leistungen für Arbeitsbeschaffung durch die Kriegsfürsorge recht beachtenswert. Zahlreiche Gemei und Vereine haben sich hierbei um die Beschaffung von Kriegs⸗ lieferungen, Ausgabe von Näharbeiten und mit der Veranstaltung von Notstandsarbeiten bemüht. Die Maßnahmen zur Volkser⸗ nährung, die Ausgestaltung der Volks⸗ und Suppenküchen und die unentgeltliche oder entgeltliche Lieferung oder Abgabe von Naturalien äußerten sich in den verschiedensten. Formen. Für die Versorgung von Kindern aus Familien von Kriegsteilnehmern find im Landkreis Wiesbaden, in den Städten Dillenburg, Lungenschwalbach und Biedenkopf Neueinrichtungen getroffen wor⸗ den. Mietzuschüsse gewähren uur die Städte Frankfurt und Wiesbaden Versuche, gleiche Maßnahmen in den Bezirks⸗ städten einzuführen, scheiterten. Ein Nachlaß vom Hausbeftitzer wird nur verlangt in Höchst und Wiesbaden⸗Land. Weitverzweiglt und außerordentlich vielseitig sind auch die Maßnahmen im La⸗ sarettwesen, in der Berufsausbildung von Krlegsbeschäbigten, in er Kriegsversicherung, den Auskunftsstellen für Rechts⸗ und Unter⸗ stützungsfragen, den Bestrebungen über Volksbildung und Volks⸗ 1 während des Krieges und der Fürsorge für Flücht⸗ inge. a vermischtes. Die französisch⸗belgische Postkomödie. Der durch die deutsche Besetzung des größten Teiles von Belgien her⸗ vorgerusene Umzug der belgischen Regierung hat für Franzosen und Belgier ein Wirrsal komplizierter Einrichtungen und Vorschristen gezeitigt. Es ist heute geradezu ein Kunststück, auf dem Postamt in Saint⸗Adresse, der provlsorischen Residenz der belgischen Be⸗ hörden, einen Brief aufzugeben, ohne dabei die Postvorschristen eines der beiden Länder zu verletzen. Man höre, wie ein Mit- arbeiter des„Journal des Dsbats“ es unternahm, von Saint⸗ Adresse zwei Briese abzusenden:„Das Postamt trägt die Auf⸗ schrift: Frankreich, Belgien. Welche Marke muß man also wählen? „Wohin soll der Brief gehen?“ sragte der Beamte am Schalter. „Nach Havre...„Dann müssen Sie elne belgische 5-Sous- Marke aufkleben, da Sie ins Ausland adressieren, ober eine sran- zösische 2-Sous-Marke, da Sie nach Frankreich adressieren...“ „Und wenn ich eine belgische 2-Sous⸗Marke aufklebte d. „Dann müßte der Empfänger den doppelten Unterschied zwischen dem von Ihnen gezahlten und dem vorgeschriebenen Porko nach- zahlen, also 6 Sous.“.„Und wenn ich überhaupt nicht frankiere!“ „Dann liegt der Fall viel besser. Das Strasporto wird daun so bemessen, als ob Sie vergessen hätten, eine sranzösische 2-Sous- Marke aufzukleben, und der Empfänger hat nur 4 Sous nach- zuzahlen.“..„Demnach ist es teurer, ungenau zu frankieren, als über haupt keine Marke zu kaufen?“..„Sehr richtig. Wenn Sie falsch franlieren, zahlen Sie 2 Sous und der Empfänger 6 Sous Strafe, zusammen 8 Sous. Wenn Sie Überhaupt nicht frankieren, zahlt bloß der Empfänger 4 Sous.“..„Hier,“ sagte ich schüchtern, eist ein zweiter Brief nach Nieuport in Belgien.“„Da,“ saate der Beamte,„liegt alles ganz anders. Sie können eine belgische 2. Sous-Marke oder eine französische 5 Sous-Marte verwenden.“ Nach dieser ausführlichen Erklärung kaufte ich die vorgeschriebenen belgischen und französischen Marken. Aber als ich die Briese srautieren wollte, wußte ich nicht mehr, wie ich die Marken ver- teilen ollte. So steckte ich die Marken ein und warf die Briese unsranktert in den Postkasten.“ Der Kakadu als Werber. Das neueste Zugmittel, das ein erfindungsreicher englischer Werbeunteroffizier ins Feld flihrt, ist ein schöner weißer Karadu, der zu diesem Zwecke mit vieler Mühe abgerichtet worden it. Wenn der Unterofftzser all seine Beredsamkeit verschweudet hat, dann hebt er als letzte Zuflucht den Kakadu auf seiner Hand empor, und mit gesträubten Federn, mit würdevollem Krächzen schreit der gelehrige Vogel in die Menge:„Euer König und Vaterland braucht Euch! Folgt dem Rufe der Jahne und schreibt Euch in das Register ein!“ dung einer„Spiritus-Glühlicht⸗Kriegs⸗Gesellschaft m. b. H.“ 2 Ber 4 2 t es: ie 5 wels 8 1 Ful bie isen chlan 5 a pier⸗ und aalen ehrt fn baten fe leg dauer zeitig zugeführt, so n 1 eine und das beulsche G0 verstärkte unseren im angebrochenen zweiten Friegsjahre der dritten Milliarde ent⸗ gegenmarschierenden Goldschas, statt jetzt den schweizerkschen Staats⸗ kalsen zuzufließen. Darum ergeht die ng an jeden Deutschen: Tie Goldmünzen an die Reichsbank!“ Bemerkt ser rigens, daß Deutschland bisher in der Lage ist, von einem Goldausfuhrverbot abzusehen, weil seine günstige Finanzlage 1 diese dem Handel dul kommende Halkung gestattet. Der Goldabfluß nach dem uslande unterliegt in Deutschland i Kontrolle, als gegen die Eigentümer der daß sie sich einer 8 Ibergeld ckgehaltene 0 ports“ nach An versucht und f kurses t leri Fate des Feier Srefunbelg in tal ver⸗ frage im besonderen bat. dag New Vorker Börse nach der großen Gold⸗ ö Eingesandt. N Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel f übernimmt die Redaktign dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Hundeplage. 5. Unter dem Stichwort„Hundeplage“ kommt ein ö des Hundes in Nr. 210 des„Gießener Anzeigers“ zu. Gestatten Sie, perehrter Gegner, daß 1 den treuesten Freund und 8 des Menschen eine Lanze breche. Kein Mensch wird es Ihnen verdenken, wenn Sie im 9 Zorn über dauernde Ruhestörung in Ihrer Nachbarschaft. an die zuständige Behörde wenden. Es gibt lei unter den Jundebesitzern eine erhebliche 1 die durch vollständig falsche Erziehung und Pflege des Hundes selbst die Veranlasser zu Ruhe⸗ störungen sind. Deswegen jedoch von einer Plage zu sprechen und den Hund als Köter zu bezeichnen, der als unnützer Fresser mit zur Knappheit unserer Nahrungsmittel beiträgt, ist zu weit gegangen. Ich muß es mir hier, um nicht zu viel Raum in Auspruch zu nehmen, versagen, zu widerlegen, daß zur Fütterung eines Hundes auch nicht ein Atom Nahrung nötig ist, welche noch zur menschlichen Ernährung verwandt werden könnte. Die Berechnung über Verbrauch von Milch und Brot in dem Eingesandt in Nr. 210 des Gießener Anzeigers ist daher falsch. Daß Hunde die Straßen verunreinigen, ist leider nicht zu vermei⸗ den, aber eben hierfür bezahlen sie ihre Steuer, und die 18000 Mark, die die Hundesteuer unserem Stadtfäckel einbringt, dürften doch einen erheblichen Teil der Gesamtkosten der ganzen städtischen Straßenreinigung decken. „Es ist mir unbegreiflich, wie gerade in der gegenwärtigen Zeit man von unnützen Kötern sprechen kann, die abge Glachtet werden müssen, während die Samaritertaten unserer Sanitäts⸗ hunde in aller Munde sind, mehrere Tausende unermüdlich auf dem Schlaqhselde arbeiten, wo menschliche Hilfe versagt, wo unsere Funde in treuer Pflichterfüllung weit draußen am Feind als Vorpostenhunde ihre Dienste verrichten, um besonders bei Nacht⸗ zeit die Annäherung des Feindes zu melden, wo sie zu Hause die Gefangenlager und Bahnstrecken ar di helfen und un der Seite der Schutzbeamten freudig ihre Pflicht erfüllen. Und wenn mir mein Gegner erwidert, daß er natürlich die nützlichen Glie⸗ der des Hundegeschlechtes nicht meine, dann antworte ich 1 daß auch diese nur aus der allgemein verbreiteten deutschen Hunde liebhaberei hervorgegangen sind, dieser Hundeliebhaberei, die in der deutschen Gemütstiefe begründet ist und dem innigen und sinni⸗ gen germauischen Wesen ebenso entspricht, wie sie dem Romanen fremd ist. Der Deutsche liebt auch seinen trewen Hund und duldet ihn dankbar unter seinem Dache, läßt ihn teilnehmen an setnen Hausgemeinschaft. Und wer jemals in das treue Auge eines Hundes geblickt hat, die Echtheit der Empfindungen, die rührende An⸗ hänglichteit und Treue bis zum Tode zu schätzen gelernt hat, der wird auch dann Ihre Anregung nicht billigen, wenn er die Unarten ungezogener und unbeaufsschtigter Hunde scharf verur⸗ teilt und von der Notwendigkeit gesetzlicher Bestimmungen über⸗ zeugt ist. 3 Monatl. Uebersicht der Todesfälle in der Stadt Gießen. Monat August 1915. Einwohnerzahl: an enommen zu 32 990(inkl. 1600 Mann Militär). terblichkeitsziffer! 23,70%. Nach Abzug von 39 Ortsfremden: 8,30% Kinder Es st. Er- starben an Zul.„ achsene n. Jh Angeborener Lebensschwäche 1(1)— 10)— Altersschwäche 4(3) 4(3)—— Kindbettfieber 2(2) 2020—— Masern 1—— f 8 Diphtherie 3(8)—— 3) Rose 1˖0¹ 106)— 5 Lungentuberkulose 2) 8(20—— Tuberkulose anderer Organe 8(6) 6 60)— 2(1) Lungenentzündung 10) 10)— 3 Krantheiten der Kreislauf- 0 organe 5(8) A— Gehirnschlag 2 2—— anderen Krankheiten des 5 Nervensystems 6(3) 403) 1 4 Magen- und Darmkatarrh 2(1) 1 14)— anderen Krankheiten der Ver⸗ 5 dauungsorgane 6 00 8(5) 10) 200 Krankheiten der Harnorgane 3(2) 3(62)—— anderen Neubildungen 2(1) 2(U) 814— Verunglückung 1 1—— anderen Todesursachen 2(62) 00 11— 1 Summa 60(85) 45 78 0 9 Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Kran auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Bekanntmachung. Betr.: Sonntagsruhe in den Apotheken. Wir bringen zur öffentlichen e nachmittags 3 Uhr, bis Montag, den 13. J. Mt Engelapotheke geöffnet ist. f Gießen, den 9. September 1915. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hemm: Drucksachen aller Ar lotet in jeder gewunschten Ausstattung pre 5 Slühl'sche Understtäte- rue 5 0 ch von 12. J. Mis, S., früh, nur die e 8 2 — 2 * —