erscheimt täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich hießener Familienblätter; zweimal wöchentl. Krels⸗ blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag): Seelthelcd beirn wirt agen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstellebl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzelger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Gießener An General⸗An zeiger zeiger für Oberhessen Rotafionsdruck und Verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei K. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. 72 T 8 Donnerstag, 2. September 1015 f Beizungsprei monatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel ⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aung. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und 5 richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: O. Beck, sämtlich in Gießen. ( WTB.) Sroßes Hauptauartier, (Amtlich. e Westlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Nordwestlich von Bapaume wurde ein englisches Flugzeug von einem unserer Flieger heruntergeschossen. 8 Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Oestlich des Niemen nahmen die Kämpfe ihren Fort⸗ gang. Auf der Westfront von Grodno stehen unsere Truppen vor der äußeren Fortlinie. Zwischen Odelsk(östlich von Sokolka) und dem Bia⸗ lowieska⸗Forst wurde weiter verfolgt. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. a Der Oberlauf des Narew ist überschritten; nördlich ö— Pruzana ist der Feind über das Sumpfgebiet zurück⸗ gedrängt. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. Die Verfolgung blieb im Gange; wo der Feind sich stellte, wurde er geworfen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Truppen des Generals Grafen Bothmer stürm⸗ ten gegen hartnäckigen feindlichen Widerstand die Höhen des östlichen Strypa⸗Ufers bei und nördlich von Zboro. Der vorübergehende Aufenthalt durch russische Gegenstöße ist nach Abwehr derselben überwunden. 1. Sept. 5 Die Höhe der im Monat August von deutsch a Truppen auf dem jöstlichen und südöstlichen Kriegsschau⸗ plaß gemachten Gefangenen und des erbeuteten Kriegsmate⸗ rials beläuft sich auf über 2000 Offiziere, 269 839 Mann an Gefangenen, über 2200 Geschütze, weitüber 560 Maschinengewehre. 0 Hiervon entfallen auf Kowno rund 20 000 Gefangene, 0 e Gefangene(darunter 15 Generale und über 1000 andere Offiziere), 1200 Geschütze, 150 Maschinengewehre. Die Zählung der Geschütze und Maschinengewehre in Nowo⸗Georgiewsk ist jedoch noch nicht abgeschlossen, die der Maschinengewehre in Kowno hat noch nicht begonnen. Die als Gesamtsumme angegebenen Zahlen werden sich daher noch wesentlich erhöhen. Die Vorräte an Munition, Lebensmitteln und Hafer in beiden Festungen sind vorläufig nicht zuübersehen. Die Zahl der Gefangenen die von deutschen und österreichisch⸗ungarischen Truppen seit dem 2. Mai, dem Beginn des Frühjahrsfeldzuges in Galizien, gemacht wurden, ist nunmehr auf weit über eine Million gestiegen. Oberste Heeresleitung. 2** Der russische Widerstand in Galizien war von sehr kurzer Dauer. Durch die Erstürmung der Festung Luck, die in kaum drei Tagen bezwungen worden ist, kommt diese letzte russische Truppe, die noch auf österreichisch⸗ungari⸗ schem Boden steht, in eine sehr kritische Lage. Nicht nur wird es unseren Bundesgenossen gelingen, ihr Land nunmehr . zu fegen, sondern eine feindliche Offensive in dieser Südostecke wird künftig gänzlich unmöglich sein, da alles darauf hinweist, daß im selben Eiltempo auch Dubno Rund Rowno fallen werden. Und wer weiß, ob das Ziel der bsterreichisch⸗ungarischen Offensive am Ende nicht gar Kiew selber ist? Der Besitz dieser 300 000 Einwohner zählenden stung würde auch für Südwestrußland den Krieg end⸗ gültig entscheiden und was Hindenburg im Norden schafft, auf das wirksamste ergänzen. Von der Höhe des außerordent⸗ li Erfolges der Eroberung von Luck, einer Festung, die 25 000 Einwohner zählt, dürfen wir den letzten russischen 2 Generalstabsbericht, der wieder in der Aufzählung angeb⸗ 0 licher Einzelerfolge schwelgt, mit gelassenem Verständnis bdurchmustern. Die Stelle über die Kämpfe in Galizien ver⸗ dient wörtlich mitgeteilt zu werden: In Galizien unternahmen die österreichischen und die deut⸗ schen Truppen nach einer längeren Ruhepause am 29. und 30. Aug. eine Reihe von kräftigen Angriffen gegen unsere gesamte Front. Der Offensive ging ein sehr heftiges Feuer schwerer und leichter Artillerie voraus. Der Feind unternahm besonders erbitterte Angriffe im Norden von Zewelow. In der schegend von Pornorzany und 17 sowie auf der Front des Strypaflusses, zwischen den Eisenbahnen, die gegen Tarnopol und Czertkow führen, unternahm der Feind stellenweise acht hintereinander folgende Angriffe, welche insgesamt von unseren Truppen aufgehalten wurden, die dem Feinde ungeheure Verluste zufügten. Der Feind war an mehreren Stellen 8 e eee* unzutreten. Dank unserer Gegenangriffe trugen wir auf einer sehr breiten f einen beträchtlichen Erfolg davon, indem— 8 75 0 24 r und 1 efangene hmen, zur Jälfte e tscheu bestanden. 1 1 ö 5 g eines militäris tionslieferung, Mißerfolg in Antwerpen und die Expedition nach den Dardanellen waren sämtlich schwere Fehler, deren schlimme Wirkungen noch nicht erschöpft sind. Wir wurden, grob gesagt, strategi sch nicht geführt, sondern ließen uns treiben. 2 verfügbare Truppen im Sommer nach Frankreich geschickt wor wären, hätten wir auf einen aktiveren, vielleicht entscheidenden An⸗ teil an der Offensive der Franzosen rechnen können. Die Expedi⸗ tion nach den Dardanellen war eine ernste, aber sekundäre Operation, die, wenn sie glückte, den Unternehmern einen enormen von Anfang bis Ende von Lon⸗ en und windbeuteligsten Vorteil versprach. Sie wurde a don Schäden der britischen Landss verteidigung sodann eine — Kommission, wobei es fu 56 im Anfang seiner Anklage so bejammert. gesprochen, schon von den eigenen Landesang mit Steinen beworfen werden, Vater allen Ungemachs, einstweilen noch unbehelligt in sei⸗ ner Amtsstube. So zurückhaltend und kleinlaut er im Gegen⸗ satz zu seinen schreibenden und redenden Ministerkollegen geworden war, an den Vorhaltungen und Enthüllungen des Reichskanzlers über die Vorgeschichte des deutsch⸗britischen Abbruchs konnte er nicht wortlos vorbeischlüpfen. So schrieb er denn jene 6 geben und die unseren antli noch nicht genügt, um abschließend darauf zu antworten. Es wird aber, soviel kömen wir heute schon beurteilen, eine Britannien ja Die gestung Luck erobert! die Siegesbeute im August. Die verteidigung Sir Edward Greys. 1 Wir lesen aus dieser Epistel nur eine ohnmächtige Wut gegen die siegreichen Deutschen heraus, denen eine Gefange⸗ nenziffer vorgehalten wird, gegen die unsere neueste amtliche Bilanz des Monats August allerdings gewaltig genug ab- sticht! Eine Sedanbotschaft hat uns unsere Heeresleitung da beschert, die freudiger und stolzer kaum gedacht' werden kann. 270000 Russen im August gefangen genommen! Weit über eine Million Gefangene seit Mai! Nun hat der neue russische Kriegsminister einem englischen Berichterstatter mitgeteilt, er sei im Begriff, ein neues Heer von zwei Millionen Sol⸗ daten auszubilden. Er fügte hinzu, daß diese Ausbildung, da das russische Menschenmaterial nicht so gut für das Kriegshandwerk tauge als das englische(1) gerade solange dauern würde, wie die Bereitstellung des Kitchenerschen Heeres! Es scheint, als ob Rußland und England sich zu ihrer Erheiterung in diesen dunklen Zeiten selbst verspotten wollten. Der militärische Mitarbeiter der„Times“ versetzt das englische Publikum aber wieder in den Ernst der Lage, indem er, wie das Wolff⸗Bureau uns weiterberichtet, ein gar abfälliges Urteil über die britische Kriegsführung fällt. Es heißt da u. a.: Alle Maßnahmen des Kabinetts zeigen deutlich das Fehlen en Genius. Die Unfähigkeit der Muni⸗ der such, die Wehrpflicht einzuführen, der aus in der diletta ei große Röcke aus einem Tuch A ind fenden mus an hei⸗ Der Während also die Herren Militärs in England, bildlich ehörigen stark sitzt Sir Erward Grey, der die wir nachstehend wieder⸗ chen Kreisen in ihrem Au zug gründliche Abfuh: werden, die sich da für vorbereitet. Durch diese Verhandlungen Auseinandersetzung über Vertragsformeln wird so hellicht die allgemeine Lage beleuchtet, die von König Eduard eingefidelt worden war. Selbst eng⸗ lische Beurt haben zugegeben, daß ihre amtliche Politik aus der Sat b esse, in die sie geraten war, überhaupt nicht mehr heraust Gnte. Der deutsche Reichskanzler hat die eng⸗ lischen Ränk iede mit einen Vorschlägen im Jahre 1912 in eine schlimme Verlegenheit gebracht! Es war der deutschen Politik darum zu tun, ein nal klar festzustellen, ob England seine bedrohliche Haltung gegen uns fortsetzen wolle. Und es stellte sich wirklich heraus, daß Sir Grey seine versteckte, mit der Spitze auf Deutschhnd gerichtete Politik unter nichts⸗ sagenden Wortspielen beibehalten wollte. Greys jetzige Ver⸗ teidigung liefert dafür widerum klare Beweise. Er beklagt sich, daß durch des Kamlers Vorschlag„Deutschland im Falle eines europäischen Konfliktes die Freiheit behalten hätte, seinen Freunden zu helfen, während es England ver— boten gewesen wäre, einen Finger zur Verteidigung der seini⸗ gen zu rühren“. Gewiß, vir brauchten nicht ausdrücklich zu sagen, welches unsere Freunde und unsere Feinde wären, denn der Dreibund wa ja eine längst bekannte und doch wohl nicht aus der Welt zu schaffende Not⸗ wendigkeit. Aber England wollte nicht Farbe bekennen, indessen heute gibtes u, daß es zu„seinen Freun⸗ den“ habe halten wolle. Vor dem Kriege hat es uns immer in Sorglosigkeit viegen wollen und öfter darauf hingewiesen, daß es seine Freundschaften nicht einseitig ver⸗ teile, sondern daß Deutschund seinem Herzen ebenfalls nahe stände. Diese englische Poltik der Beunruhigung, der heim⸗ tückischen Bedrohung, der Aufstachelung aller bestehenden Feindschaften gegen Deutchland war eine Bedrohung des Weltfriedens und hat dien in der Tat auch schließlich zu Fall gebracht. und ** 2 Der österreichischungarische Tagesbericht. Wien, 1. Sept.(WB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 1. Septembe“ RNussischer friegsschauplatz. Die Festung Luck istseit gestern in unserer Hand. Das altbewährte salzburgich⸗österreichische Infanterie-Regi⸗ ment Erzherzog Rainer Nr. 59 warf die Russen mit dem Bajonett aus dem Bahnhof und** verschanzten Baracken lagern nördlich des Platzes und drang zugleich mit dem lüchtenden Feinde in die Stadt ein, die bis in die Abend⸗ stunden gesäubert war. Der geschlagene Gegner wich gegen Süden und Südosten zurück. Bei Bialy⸗Kamien in Nordost⸗Galizien durch brach die Armee des Gene⸗ rals v. Böhm⸗Ermolli in einer Ausdehnung von 20 Kilometern die feindliche Linie. Die solcherart er⸗ littene doppelte Niederlage zwang alle noch westlich des Styr kämpfenden russischen Kräfte zum Rückzug hinter diesen Fluß. Die rückgängige Bewegung des Feindes dehnte sich im Laufe des heutigen Morgens auch auf die Front bei Z3borow aus, das gestern von der Armee des Generals Grafen Bothmer genommen wurde. An der Strypa wird noch gekämpft. Einer der russischen Gegenangriffe hatte gestern in der Gegend von Kozowa eine deutsche und eine österreichisch⸗ungarische Brigade auf einige Kilometer zurück⸗ gedrängt. Der von unseren Truppen zur Vertreibung des Feindes angesetzte FTlankenstoß veranlaßte die Russen. noch ehe er zur Wirkung kam, zu schleunigstem Rückzug auf das Ostufer der Strypa. Auch nördlich Buczacz wurden mehrere feindliche Angriffe abgewiesen, wobei der Gegnern schwere Verluste erlitt. f Die Zahl der in den letzten Tagen in Ostgalizien und östlich von Wladimir⸗Wolynskij einge⸗ gebrachten Gefangenen stieg auf 36 Offiziere und 15 250 Mann. Insgesamt wurden im Monat Auguft von den unter österreichisch⸗ungarischem Oberbefehl kämpfen den verbündeten Truppen 190 Offiziere und 53 299 Manx gefangen, 34 Geschütze und 123 Maschinengewehre erbeutet. Die Gesamtzahl der von die sen Streitkräften seit An⸗ 5 fang Mai eingebrachten Gefangenen beläuft sich auf 2100 Offiziere und 642 500 Mann. Die Zahl den 5 5 bei diesen Operationen erbeuteten Geschütze stellt sich auß 394, die der Maschinengewehre auf 1275. 8 Italienischer Kriegsschauplatz. Auf dem italienischen Kriegsschauplatz blieb die Lage 2 unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Fesdmarschalleutnant. Eine neue Regierung in Rußland? Petersburg, 1. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Nack der„Birschewija Wjedomosti“ verlautet, daß entweder den Landwirtschaftsminister Kriwoschein oder der Dum präsident Rodzianko zum Ministerpräsidenten anstelle von Goremykin ernannt werden soll. Gleichzeitig mit der Neubildung des Ministeriums soll die Einführung der Mi⸗ nisterverantwortlichkeit nach westeuropäischem Muster erfol⸗ gen. Das ganze Ministerium soll aus 10 Mitgliedern be⸗ stehen, von denen 5 ohne Portefeuille und ohne Stimmt sein werden. Der eigentliche Staatsrat, der die ganze Ver⸗ antwortung zu tragen hat, soll aus 5 Mitgliedern bestehen. Eine Anordnung des heiligen Synods in Rußland. Kopenhagen, 1. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Der heilige Synod hat angeordnet, daß vom 18. September; ab ein dreitägiges Fasten und Beten in gang Rußland abgehalten werden soll. Der Erlaß erklärt, das a Volk müsse Buße tun und beichten, weil es zu geizig und zu faul sei, dadurch sei die Teuerung entstanden. Der Synod hofft, daß durch Gebete und Buße eine Katastrophe, wie vor 520 Jahren bei dem Einfall Tamerlans, ab⸗ gewendet werde. g Die russischen Flüchtlinge. Kopenhagen, 1. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Ber⸗ lingske Tidende“ meldet aus Petersburg: Von allen Seiten, sowohl von Obrigkeiten wie Privatleuten, werden große An⸗ strengungen gemacht, die geflüchteten Einwohner in den . Die Geistlichkeit stellte KLöster zur Verfügung. Im Pskow halten sich zurzeit 50 000 Flücht⸗ linge auf, in Minsk sind so viele angekommen, daß es unmög⸗ lich war, allen ein Dach über dem Haüpt zu verschaffen. Tausende und Abertausende mußten im Freien lagern. In Moskau fand eine große Versammlung unter Leitung des Dumamitgliedes Kanovalom statt, an der eine Reihe von Regierungsbeamten, Poli⸗ tiker, Vertreter der Landwirtschaft, der Industrie, des Handels, der Wissenschaft und der Kunst teilnahm. Man erörterte die Lage und schloß mit der einstimmigen Annahme einer Entschließung, daß Rußland bis zum entscheidenden Siege den Krieg fortsezen müsse. Gleichzeitig sprach man sich für die Bildung eines Ministeriums aus, das der Ausdruck für die Wünsche des Landes sei. 8 Der türkische Bericht. Konstantinopel, 31. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Amt licher Bericht: Von den verschiedenen Fronten find keine wichtigen Ereignisse zu melden. 3 Konstantinopel, 1. Sept.(WTB. Nichtamtli Nach weiteren Nachrichten von den Dardan Se von den Engländern und Franzosen in den jüngsten Kämpfen bei Anaforta erlittenen ungeheuren Verluste immer mehr zutage, Nördlich Az makdere allein, wo der Angriff des Feindes 3 r war, wurden 3800 Tote gezählt. Die 1 des Fei müssen in den Abschnitten, in denen die — deftiger war, weit größer gewesen fein. e Die ausgebliebene Offensive der Feinde im Westen. Bern, 2. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der italienische Militärschriftsteller Oberst Barone beschäftigt sich in einer Zei⸗ tung mit den Grundlagen, die die Engländer und Franzosen davon abhalten, eine energische Offensive gegen die Deutschen aufzunehmen, während diese mit Erfolg auf dem russischen Boden operieren. Nach Erwähnung der ausgezeichneten Hilfs⸗ mittel und vorzüglichen Aus rüstung der Engländer und Franzosen, Läßt er keinen Zweifel, daß sie zur Offensive im Westen fähig sein müßten. Barone bemerkt, daß eine Meinungsverschiedenheit nicht der die Notwendigkeit einer Offensive, sondern über die Wahl des Zeitpunktes, an dem sie unternommen werde, bestehe. Eine Partei und auf ihrer Seite steht auch die französische Heeres leitung, glaubt, daß es besser sei, die Offensive noch aufzuschieben, die andere Partei dagegen ist der Ansicht, man müsse sofort ein⸗ greifen. Barone vertritt die Anschauung der erstgenannten Partei, man müsse sich aber auf einen entscheidenden Stoß vorbereiten. Die Kämpfe in Flandern. Le Hare, 1. Sept.(WT. Nichtamtlich.) Der belgische Standard“ stellt fest, daß die Deutschen die bel ischen Stellungen mit unerhörter Heftigkeit beichteßen In Dixmuiden werde mit Handgranaten gekämpft. Der Schwarze Adlerorden für Feldmarschall von Mackensen. Berlin, 1. Sept. Generalfeldmarschall v. Macken sen hat den Schwarzen Adlerorden erhalten.(Frkf. Ztg.) Generalfeldmarschall von Bülow. Berlin, 2. Sept. Generalfeldmarschall von Bülow, der wegen Erkrankung in Bad Harzburg weilte, ist jetzt, wie ver schiedene Morgenblätter melden, wieder so weit hergestellt, daß seine Rückkehr an die Front in Aussicht steht. Gedrückte Stimmung in Paris. Kopenhagen, 1. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Die „Berlingske Tidende“ meldet aus Paris: In Paris ist die Stimmung sehr gedrückt infolge der wider⸗ sprechenden Nachrichten aus Bulgarien. Man glaubt immer noch nicht, daß das Abkommen abgeschlossen ist und klam⸗ mert sich an die Hoffnung, daß Spaltungen innerhalb des bulgarischen Kabinetts auftreten. Französischer Selbstbetrug. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt unter de hederfchriit„Frenzes cer Selbibeteng? 3 Die franzoͤsische Presse wird, je länger desto mehr, durch den 717 ĩ ⸗( gramms sen, wen ereit seien, ein Abkommen 7 schließen, ö N das weitreichende Neutralität verbürge und London, 1. Sept.(WTB. Er Meldung keine aaf et einer verschiedenen Aus des Reuterschen Burcaus. Das Auswärtige Amt macht[legung zulasse. Der Botschafter gab zu, daß der Kanzler Mitteilung über die englisch-deutschen Ver andlungen im die Gewähr einer absoluten Altraiftät wünschte, im andern Jahre 1912. Die„Nordd. All em. Ztg.“, so heißt es, 3 müßte das Flottenprogramm durchgeführt werden. brachte im vorigen Monat einen Bericht diese Verhand⸗] Metternich fügte hinzu, es bestehe keine Aussicht, den Entwurf lungen, der irreführend ist und ossenbar den Zweck hat, irre zurückzuziehen. Er könne höchstens abgeändert werden. zu führen. Es wird darin die rstellung verbreitet, daß] würde den Kanzler enttäuschen, wenn England nicht weiter⸗ es die britische Regierung verworfen hat, was von vielen gehen wolle als in der Formel, wie er sie vorschlug. Grey als ein redliches Angebot der Freundschaft seitens Deutsch⸗ antwortete, er könne begreifen, daß Aub Engl rr⸗ lands betrachtet wurde Unter diesen Umständen ist es schen würde, wenn die britische Regierung erkläre, daß die nüßlich, einen Tatsachenbericht zu geben, der aus den offi⸗[Dur führung des deutschen Flottenprogramms den Ver⸗ ziellen englischen Dokumenten zusammengestellt ist. An⸗ hand ungen ein Ende bereiten und ein unüberwindliches Hin⸗ sangs 191 hat der deutsche Reichskanzler Hal⸗dernis für bessere Beziehungen bedingen würde. Die britische dane folgende Formel vorgelegt, die dem Regierung würde das 5 5 nicht tun, sie hoffe, daß die von Standpunkt der deutschen Regierung gerecht würde: ihr aufgestellte Formel i m Zusammenhange mit 1. Die hohen kontraktschließenden Parteien geben einander die[territo rialen Uebereinkünften bespro wer⸗ Versicherung des Wunsches nach Frieden und Freundschaft: den würde, selbst wenn dadurch die Ausgaben 2. keine wird ohne Herausforderung einen Angriff auf die für die lotte nicht vermindert werden könnten. andere unternehmen oder vorbereiten, oder sich der Kom⸗ rey fi i men zwischen bination eines Planes anschlteßen, der einen Angriff auf andere Geb glirgte hinzu, dab, wenn ein Abkom zwis— zum Ziele hat, oder teilnehmen an einem Plane zu einer mari⸗ 25 1 n 3* 1 9 amen oder militärischen Unternehmung. sel es allein oder im würde. Außerd rte uf ker ausgaben Dunde mit einer anderen Macht, der dazu ins Leben gerufen wird. würde. Außerdem wilr zes einen direkten günstigen Ein⸗ een duntralischlie denden erklären, daß sie durch keine derartig] bruck auf die öffentliche Meinung der beiden aus- Abmachung gebunden sind. üben. 1 Tage später teilte Metternich dem Mi⸗ . Jenn eine der lontraktschließenden Parteien in emen Krieg] nister des Aeußern Grey den Inhalt eines Briefes des mit einer oder mehreren Mächten verwickelt ist, in dem sie nicht Reichs kanzlers mit, in dem dieser sagte, daß, weil die der Angreifer ist, wird die andere Partei gegenüber der Macht, von England vorgeschlagene Formel vom deutschen Stand⸗ die so in Schwierigkeiten raten ist, mindestens eine wohl⸗ punkte aus unbefriedigend sei, die englische i sich wollende Neutralktkt beobachten und ihr Bestes tun, außerstande sehe, der weitergehenden Formel, die von ihr um eine Lokalisierung der Konflikte zu erreichen. Wenn eine der vorgeschlagen wurde, zuzustimmen und der ottenentwurf Parteien durch eine auf der Hand liegende Herausforderung von wie er vom Bundes rate vorgelegt worden 0 weiter 455 einer dritten Partei gezwungen wird, einen Krieg anzufangen, handelt werden müsse. Die Verhandlu. 8 hierauf so verpflichten die Kontraktschließenden sich zu einem Meinungs- 1 1 1 abgebrochen. Mit ihnen schwanden die offnungen auf eine austausche über ihre Haltung in einem solchen Konflikt. l 1 g 4, Die Pflicht der Neutralität, die aus dem vorherigen] Verminderung der Rüstungskosten der beiden Länder. * Artikel hervorgeht, findet keine Anwendung, insoweit sie mit den bestehenden Abmachungen nicht vereinbar ist, die die Parteien geschlossen haben. 5. Der Abschluß neuer Verbindungen, die einer Par⸗ tei unmöglich machen würden, gegenüber der anderen die Neu⸗ tralität zu bewahren, ausgenommen die in dem Artikel 4 vor⸗ gesehenen Falle, ist in Uebereinstimmung mit dem in Artikel 2 vorgesehenen Fällen ausgeschlossen. 4 6. Die Parteien erklären, alles, was in ihrer liegt, zu tun, um Differenzen und Mißverständnisse zu vermeiden, die zwischen ihnen und anderen Mächten entstehen sollten. Dieser Punkt wäre unbillig und einseitig in seiner Wir⸗ kung gewesen. Pirlge der allgemeinen Lage der europäi⸗ schen Mächte und infolge der Vertragspflichten, durch die sie gebunden waren, wäre das Ergebnis der Artikel 4 und 5 gewesen, daß, während Deutschland im Falle eines europäi⸗ schen Konfliktes die Freiheit behalten hätte, seinen Freunden zu helfen, es England verboten gewesen wäre, einen Finger zur Verteidigung der seinigen zu rühren. Deutschland konnte es ohne Schwierigkeit so fügen, daß der formelle Beginn der Feindseligteit von Oesterreich-Ungarn ausging, wie aus den orgängen im Juli 1914 klar erhellt, während, soweit Ruß⸗ land von zwei Mächten angegriffen wurde, Frankreich ver⸗ pflichtet gewesen wäre, ihm zur Hilfe zu kommen. Mit anderen Worten, eine Verpflichtung, 2 bleiben, stIdie Deutschland angeboten hat, wäre absolut wert⸗ e[los geblieben, weil es sich immer auf die Notwendigkeit, die unter dem Dreibunde bestehenden Vertragsverpflich⸗ Von zuständiger Seite erfahren wir zu dem vorstehen⸗ den Telegramm, daß über die öffentlichung der englist Regierung ein abschließendes Urteil erst dann bg Re 2 che Forderung absoluter Neutralität scher Schluß der Verhandlungen auf Neutralität ac Falle eines Deutschland aufgezwungenen Krieges eingeschränkt habe. Aus dem Reiche. Der Hansa-Bund über die Preisteuerung. Das Präsidium des Hansa-Bundes hat auf Grund der Gutachten der in den Ausschüssen seiner Kriegs⸗ r vertretenen industriellen, kaufmännischen, gewerb⸗ ichen und Angestellten-Kreise folgendes beschlossen: Der Hansa-Bund blickt mit Besorgnis auf die stark unehmende Preisteuerung notwendi 2 des ebensbedarfs. Di ee herbeigeführte 3 Lebenshaltung weiter Volksschichten muß ernste Bedenken hervorrufen. Der Hansa⸗Bund weiß, daß die von ihm ver⸗ tretenen Kreise des Handels, des Gewerbes und der In⸗ die ihr der Reichsschatzsekretär mit auf den Weg gegeben hat, * die Ergegung geradezu bis zu Wutausbrüchen gesteigert. Zo schreibt das„Journal“:— fferich sagt uns, das Deulsche die Darlehnskassen über das gan de Mitte id unzer tungen einzuhalten, hatte berusen können, um seine Neu, dustrie alle ungebührlichen Ueberteurungen scharf ver ⸗ dem Anschem der Wohltätigkeit durch hinterlistige Mittel die Be⸗ a 2 i äre fü f-surteilen; er ist davon überzeugt, daß auch in der dwirt⸗ spent bressen, daß sie sich ihres Eigentums beranben tralität aufzugeben. Andererseits wäre für Großbritan nien kein derartiges Vorgehen möglich gewesen, wie ernst 5 schaft dieselbe Auffassung N Wucherische Kriegs⸗ Deutsch⸗ auch immer die a gewesen wäre, weil es ben tun gewinne auf Kosten der Le g der breiten Ma unseres Volkes müssen, wo es auch sei, scharf ö werden. Zur Aufklärung, ob und wo solche etwa 5 men sind, sollte sofort eine umfassende und objektive suchung der Gründe der Teuerung von der Reichsregierung, unter Zuziehung von Vertretern verschiedenen bs⸗ pen und der Verbraucher, eingeleitet werden, damit ie Frage, wer an solchen Verteuerungen J ist, aus dem Bereiche von Schlagworten und bloßen 4 die sehr fehlgreifen können, herausgehoben werde. Die teuerung wichtiger Lebensbedürfnisse ist viel vielleicht in der weit überwiegenden Mehrzahl der Fälle, aus derzeit unabwendbaren Faktoren, insbesondere aus der Abge⸗ schlossenheit unserer Kriegswirtschaft, n. Die CA en n und vor, die durch das Kabinett gebilägt wurde: nteressen aller Erwerbsgruppen d der aucher un⸗ England* ohne— keinen Angriff aufspartetisch abwägenden Behörde zur einheitlichen Deutschland machen und keine aggressive Politik verfolgen. Der] Leitung aller Maßnahmen zugunsten der e Angriff auf Deutschland ist nicht der Gegenstand und bildet keinen ers t notwendig, ebenso, im Zusammenhang mit ieser Teil einer Vertragsverpflichtung ober eines Abrommens in einer Ste le, die Einsetzung örtlicher Mn Kombination, in welcher England Pattei ist, noch wird es einem und Preisregelun sausschüsse, wie sie für Abkommen beitreten, das ein solches Biel verfolgt. Wirtschaftsgebiet Groß-Berlin bereits vorgesehen sind. Ene Metternich hielt diese Formil fü 1 und energische Anwendung der Beschla gnis in allen schlug zwei sich ergänzende Klauseln vor: denjenigen Fällen, in denen wucherische Ausbeutung der Verbraucher oder wucherische surückhal weifellos* ist, ist 3 Dagegen ist es öchst bedauerlich, daß in Preußen diese Be* befugnts nicht den Kommunalverbänden, sondern den waltungs- und Polizeibehörden überwiesen ist; eine Aende⸗ rung dieser Vorschrift ist geboten, da diese Regelung eine Verkennung der umfassenden Tätigkeit der Selbstverwal⸗ darstellt, die sich während Krieges glänzend be⸗ währt hat. ** Berlin, 1. Sept.(Priv.⸗Tel.) Die„Voss. Ae mel ⸗ det aus Altenburg: der Herzog von Sachsen⸗ hat“anläßlich seines Geburts einen Gnadenerla ür Kriegsteilnehmer verfügt. Auch ist von ihm die og⸗ Ernst⸗Medaille für Verdienste auf dem Gebiete der wohlfahrtspflege erweitert worden. Dem Herzog wurde seinem Geburtstage eine Geldspende 555 Vlsorgs 2 — sinvaliden im Herzogtum in der Höhe von 125 rk erreicht. Berlin, 1. Sept.(WT. Nichtamtlich.) Eine vom 1 argentinischen Zentralverband 5 wirtschaftlicher Inter⸗ essen und des 13 Dandels werte im Hotel Adlon einberufene mlung her vorra beschloß heute die Gründung eines deutschen Wirt⸗ schafts verbandes für Süd und Mittelamerika. Vorsitzenden wurde der Wirkliche Geheime Rat Staatssekretär e 4 1. e N. 5 ründung a ung sprach Dr. Pau ohr ba n e wirischaftzpolttische Bebeukung Süd, und Mütel⸗ amerikas. Mannheim, 1. Sept.(Privatmeldung.) Wie der Mannheimer, Generalanzeiger“ meldet, hat die Pei Firma Heinrich Lanz auf die dritte Kulte. 1 8 5 N der 7 85 Anleihe e die ma eine Million, von* zweiten eine Million Mark übernommen. 15 2 8 durch keine Bündnisse gebun z war, außer an Japan und Portugal, und weil der Abschluß neuer Bündnisse durch den Artikel 5 unmöglich geworden wäre. Tatsächlich hätte, wie sich spaͤter deutlich gezeigt hat, die Gewähr einer abso⸗ bestehe Gold der Sesterreichisch-ngarishen Bank. Die Abfertigung, die luten Neutralität auf der einen Seite bestanden, aber nicht der Sckaßsekretär in seiner Reich stagsrede diesen Lügen muten were auf der anderen Es war für uns unmöglich, einen so offen⸗ Den ließ, wird 112 Den R angefüprten] kundig ungerechten Vertrag einzugehen. Die Formel [wurde deshalb von Grey verworfen. Metternich drängte darauf hin, Ge geuvorschläge zu machen, die, wie er erklärte, nichts präͤjudizieren und zu nichts verpflich⸗ ten sollten, solange unseren Wünschen in maritimen Angelegenheiten nicht ein genügendes Entgegenkom⸗ men bewiesen wäre Unter diesem Lorbehalt legte Grey um 14. März 1914 Metternich folgenden Entwurf einer Formel die und deutschen Methoden zurechtgemacht haben. In Wahr- heit wird es trotzdem auch in reich tagen. Die b Anleihe ist für das deutsche Volt eine Gelegenheit, der fra 1 2 2 it Berlin, 2. Sept. In Britisch-Somali sind, wie die„Vossische Zeitung“ nach dem Essagero meldet, Auf st ande ausgebrochen, die durch arabische Agitatoren einberusen werden sollen. Die britische Regierung habe, um die Empörung zu unter⸗ in Aegypten bereits indische Truppen landen lassen. üglich der Flottennovelle ein Entgegenkommen bewiesen würde. Die sitzen können, obwohl, wenn Frankreich aggressiv würde oder Deutschland angriffe, es keine Unterstützung bei Groß⸗ britannien finden würde. Es ist deutlich, daß der wirkli Zweck von Deutschlands Vorschlag war, Englands Ne i⸗ tät unter allen Umständen zu erlingen. Sobald ein Krieg aus gebrochen wäre, hätte Deutschlaid dann gesagt, er würde ihm aufgedrungen und verlangt daß England neutral bleibe. Einen prächtigen Beweis herfür liefere der heutige Krieg, bei dem Deutschland in Wderspruch mit den Tat⸗ sachen behaupte, daß er ihm auf üben sei. Selbst das dritte Mitglied des Dreibundes, über Informationen verfügte, die uns nicht zugängig waren, betrachtete den Krieg als einen Angriffskrieg. ey schlug hierauf sol⸗ gende Formel vor: Da beide Mächte den Wunsch haber, Frieden und Freundschaft untereinander zu sichern, so erklärt England, daß es weder ohne Herausforderung einen Angriff auf Deutschland machen, noch einem solchen beitreten werde.(in Angriff auf Deutschland liegt nicht in der Absicht Englands, e bildet nicht einen Teil des Vertrages, der Uebereinkunft oder ener Kombination, an der England beteiligt ist, und England wll sich auch nicht an einen Vertrage oder dergleichen beteiligen, her derartiges bezwecke. Er sagte, als er die Formel Metternich überreichte, der Gebrauch des Wortes Neutralität würde den Eindruck hexvor⸗ rufen, daß mehr gemeint sei, als in Text stand; er meinte, das, was man anstrebe, würde ereicht' und genauer aus- gedrückt werden, wenn man die Vorte gebrauche:„wird weder ohne Herausforderung eine Angriff unternehmen, noch an einem solchen teilnehmen“ Metternich bekam darauf Anweisungen, so deutlich als möglig zu erklären, daß er dem London, 1. Sept. WTB. Nichtamtlich) Me on do*„Nichtamtlich. ung des in der* nicht 1 2— 2— nn Tannen, ber enalt 6 . d, der ailiiche Darter nö a n PLiwerpool 140 Tonnen und der englische Fischdampf e, Leet(10/7 Tonnen, de Jischdamvfer —— * * 19 2 1 2 3 * tadt und cand. 4 79 5 Gießen, 2. September 1915. Das städtische Mietseinigungsamt. Vor ungefähr einem Jahr wurde in Gießen das Miets⸗ einigungsamt ins Leben gerufen, dessen Aufgabe im wesent⸗ lichen die außergerichtliche Regelung von durch den Krieg mit⸗ verschuldeten Mietsstreitigkeiten bilden sollte. Während seiner Wirk⸗ samkeit wurde das Amt im ganzen in 71 Fällen in Anspruch ge⸗ nommen. In 33 Fällen riefen seine Vermittlung Vermieter, in 38 Fällen Mieter an. Die Streitfälle betrafen 58mal laufende und rückständige Miete, 10mal die Kündigung des Mietsverhältnisses und Zmal Mietsrückstand nach beendigtem Mietsverhältnis. Die Streitfälle wurden erledigt durch Vergleich mit städtischem Miets⸗ zuschuß in 10, durch Vergleich ohne einen städtischen Zuschuß in 16 und durch Einigung außerhalb der Sitzungen in 29 Fällen. Ohne Ergebnis blieben 16 Fälle. 13 Fälle betrafen Wohnungen und Geschäftsräume. Die Verhandlungen verteilen sich dem Miet⸗ werte nach wie folgt: 26 Fälle betrafen ein Mietobjekt von 300 Mark, 29 ein solches bis zu 600 Mk., 11 ein solches bis zu 1000 und 5 Objekte über 1000 Mk. Jahresmiete. Von den erwähnten 16 Mietsstreitigkeiten, die vor dem Miets⸗ einigungsamt im Laufe des Jahres keine Erledigung fanden, sind nur ganz wenige vors Gericht gekommen und auch dort noch durch Vergleiche aus der Welt geschafft worden. Die äußerst geringe Zahl von Mietsstreitigkeiten im Kriegs⸗ jahr, die Gießen im Verhältnis zu andern Städten, aus denen Zahlen bekannt geworden sind, aufweist, erklärt sich durch die Einrichtung der städtischen Mietszuschüsse an die Frauen zum Heere einberufener Familienväter. Die Stadt beweist hierin, wo eine Notlage vorliegt, weitgehendes Entgegenkommen. Diese Mietszuschüsse sind durch die starken Einberufungen zum Heeres⸗ dienst mit der Zeit auf einen monatlichen Unterstützungsbetrag aus städtischen Mitteln von 15—18 000 Mark gestiegen. Teil⸗ weise haben auch die gewährten städtischen Zuschüsse für die Einquartierung eine große Reihe von Mietern befähigt, ihren Verpflichtungen gegenüber dem Hauseigentümer nachzukommen. Es ist dies besonders dort der Fall, wo sich Wohnungsinhaber in Friedenszeiten durch Zimmer vermietung einen Teil der von ihnen zu zahlenden Wohnungsmiete verschafft haben. Die verhältnis⸗ mäßig geringe Inanspruchnahme des Mietseinigungsamts gegen⸗ über der prozentual weit höheren Zahl in Groß- und Industrie⸗ städten erklärt sich weiter auch dadurch, daß das Mietskasernenwesen] d in Gießen nur in ganz schwachen Anfängen vorhanden, und daß im Verhältnis zur Einwohnerschaft die Industrie⸗Bevölkerung, die von der Hand in den Mund lebt, nicht sehr beträchtlich ist. 2 1* Berwertung von Fallobst. Die Sicherstellung unserer Volksernährung erfordert es, daß von der reichen Obsternte dieses Jahres keine Frucht umkommt, die als menschliche oder tierische Nahrung dienen ann. Dies 5 besonders für Fal lobst und gewisse Wil d⸗ früchte, die in manchen Gegenden völlig unbenutzt blei⸗ ben, obwohl sie einen großen Wert für die Herstellung von Obstkonserven besitzen. Dia diese Erzeugnisse der Obstverwertungsindustrie im kommenden Winter eine erhöhte Bedeutung als Brotaufstrich zum teilweisen Ersatz der immer knapper werdenden Fette erlangen, ist es nötig, die Versorgung der Marmeladen- sabriken mit Obst über die gewöhnliche, vom eingeführten Handel 8 Nufuhr hinaus zu steigern. Zu diesem Zweck so überall im Reich, wo es an geordneten Ab⸗ atzwegen fehlt, Sammelstellen geschaffen wer⸗ en, die jede Menge Fall⸗ und Wildobst von zwei Zentnern aufwärts annehmen und, zu Waggonladungen(100 oder 200 Ztr.) vereinigt, der Industrie zuführen. Der Absatz der o gewonnenen Früchtemengen zu festgesetzten Preisen ist urch Vereinbarungen der Zentral⸗Einkaufsgesell⸗ schaft(Berlin W. 8, Behrenstraße 21, Abteilung Frucht⸗ a verwertung) geregelt, die allen Interessenten auf Verlangen die 2 75 N e Anleitun 0 1 15 t zu hoffen, iese gemeinnützigen Bestrebungen überall die eifrigste Unterstützung finden. 5* n Auf dem Felde der Ehre gefallen. 5 Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Unteroffizier der Res. Rob. Karl, Ins-⸗Rat. Königsberg 1, aus 8(Oberhessen).— Kriegsfreiw. Karl Schmidt, Inf. Rgt. 222, aus Taubenstein bei Wetzlar. * K Aus zeichnung. Dem Vizeseldwebel Friedrich Bauer aus Gießen, Masch.⸗Gew.⸗Komp. Inf.-Regiments Nr. 118, Inhaber des Cisernen Kreuzes, wurde die Hess. Tapferkeitsmedaille 2 Rote ⸗K Medaill ie Rote⸗Kreuz⸗ Medaille dritter Kl. ielt Schwester Anna Groth in Giezen. 5 901 80 * Vom Roten Kreuz. Im Monat August wur⸗ den auf der Verband⸗ und Kranken⸗Erfrischungsstation am hiesigen Bahnhofe 18 421 durchkommende Soldaten, dar⸗ unter 1427 Verwundete, verpflegt. Am stärksten war die Station am 28. August in Anspruch genommen, da an diesem Tage 2084 Portionen ausgegeben wurden. Die Sanitäts- dbolonne hat im vergan 1 1 Vaterlandes gefolgt sind und zum größten Teile ndesland stehen, soweit sie nicht schon den Heldentod er⸗ Das Turnen findet ohne jedes Festgepränge statt, h. die Nichtturner durch das Turnen selbst, rischer, wie vaterländischer Lie⸗ „ 8 5 0 2. der angene 2 5 a ringe freiwillige Beiträge zur Deckung der Un⸗ 0 ten werden mit Dank angenommen. Landkreis Gießen. O Abendstern, 2. Sept. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille wurde verliehen dem Gerichtsdiätar am Amtsgericht zu Siegburg Wilh. K nipp von hier, z. Zt. im Felde. h. Lich, 1. Sept. Die Licher Spar⸗ und Kredit⸗ A.-G. verteilt für das Geschäftsjahr 1914 aus 7869 Mark Ueberschuß wieder 15 Prozent Dividende. Im Verhältnis zu den eigenen Mitteln(23600 Mk. Aktienkapital und 119016 Mk.„Ueberschußkonto“) sind die auf 1 795 856 Mk. (i. V 1 799 160 Mk.) sich belaufenden Kreditoren, neben denen noch ein Kontokorrentkonto von 8402 Mk.(24 126 Mk.) unter den Passiven 11 55 wird, recht hoch. An bar wer⸗ den 81096 Mk.(56332 Mk.) und an Wechseln 61910 Mk. (55 709 Mt.) aufgeführt, während der Rest der Verbindlich- keiten seine Deckung in den 1 440 000 Mk.(1500 000 Mk.) Debitoren, dem auf 141 519 Mk.(105 237 Mk.) angegebenen Kontokorrentkonto und dem Kaufschillingskonto von 218 970 Mark(246 891 Mk.) findet. Lich, N Sent. Dem Musketier Christian Fischer zu Lich vom Infanterie⸗Regiment 116, schwerverwundet am 22. Aug. v. J. bei Auloy, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Kreis Alsfeld. Aus dem Ohmtal, 1. Sept. Die Aussichten auf ein starkes Vorkommen der Feldhühner haben sich auch hier nicht überall verwirklicht. Es gibt Felder, in denen die Hühner⸗ ketten recht mäßig anzutreffen sind. Die Hasen sind dagegen besser geraten. Ueberall trifft man noch die Jungen des letzten Satzes an, die allerdings noch nicht schußreif sind. Für junge Hühner bezahlt man zurzeit 1,20 Mark, für das Pfund Reh im ganzen 0,90 Mark; für Hasen ist der Preis noch unbestimmt. Kreis Schotten. OSGedern, 1. Sept. Nächsten Sonntag, 5. d. Mts,, hält Obstbauinspektor Metternich⸗ Büdingen im„Bergwirtshause“ 5 Vortrag über„Obst⸗ und Gemüseverwertung in der riegszeit“. I Kaulstoß, 1. Sept. Straßenwart Wilhelm Appel von hier erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Er ist der zweite damit Ausgezeichnete unserer kleinen Gemeinde. Vom vorderen Vogelsberg, 1. Sept. Die Welschnuß ist wohl eine Frucht wärmerer Gegenden als die unserigen, aber doch gibt es kaum ein Dorf, in dem nicht Welsch⸗ nußbäume anzutreffen wären. Daß der Nußbaum sich für unsere Gegend nicht eignet, ist ein ungerechtfertigtes Vorurteil, das die voll hängenden Nußbäume heuer am besten widerlegen. Die Straßenperwaltung hat eine Anpflanzung von Nußbäumen an er Kreisstraße Ober⸗Ohmen—Zeilbach vornehmen lassen. Aus dem Vogelsberg, 1. Sept. In ungewöhnlich starker Zahl treten jetzt die Wespen auf. Ihre Nester findet man überall in Erdlöchern und auch kunstvoll gebaut in den Hecken. Zu Anfang dieses Sommers zeigten sich die Wespen so selten, daß man glaubte, eine Wespenplage sei ausgeschlossen. Jetzt ist ihr Vor⸗ kommen umso häufiger. Ein gutes Vernichtungsmittel gegen diese lästigen Insekten sind Arzneigläser, mit Zuckerwasser gefüllt, die man an den Decken der Küchen und anderer Räume aufhängt. Durch ihren außerordentlich scharfen Geruchssinn gehen die Wespen bald dem Zuckerwasser nach und ertrinken in ihm. Kreis Friedberg. 5 Friedberg, 2. Sept. Gegenwärtig findet hier in der Polytechnischen Lehranstalt eine Ausstellung„Aus der Plakatkunst“ statt. An etwa 500 alten und neuen Plakaten des Inlandes und Auslandes wird die Entwicklung dieses Gebietes der Reklame gezeigt. Die Schau bildet gleichzeikig ein gutes Lehr⸗ und Unterhaltungsmittel für die zahlreich hier weilenden Kriegs⸗ verwundeten, von denen täglich eine Gruppe in die Ausstellung geführt wird. b. Friedberg, 1. Sept. Zwei russische Studenten, die früher die hiesige technische Lehranstalt besucht hatten, haben sich trotz der ihnen bekannt gegebenen Verbote außerhalb der Gemarkung Friedberg begeben, auch Verkehr mit französischen Kriegsgefangenen angebahnt. Nunmehr sind sie auf Verfügung der Militärbehörde in ein Kriegsgefangenenlager überführt wor⸗ den, eine Warnung für alle Ausländer, die sich hier frei be⸗ wegen dürfen, die Gebote, die ihnen das Gastrecht im deutschen Lande auferlegt, nicht zu verletzen.— Dem Bürgermeister Stahl von hier wurde von dem Direktor der Zentralbank in Antwerpen, Herrn Nathan Buxweiler, einem geborenen Friedberger, der Betrag von 2000 Mark zugesandt, mit der Bestim⸗ mung, daß 1000 Mark der Kriegsfürsorge in Hessen und 1000 Mark den bedürftigen Witwen und Waisen von gefallenen Fried⸗ bergern überwiesen werden sollen. F. C. Friedberg, 1. Sept. Eine Ermäßigung der Brotpreise tritt ab heute für die Städte Friedberg, Vilbel, Bad⸗Nauheim und Butzbach ein, und zwar kostet Brot 70 Pfennig: in den übrigen Orten des Kreises wird der Preis auf 68 Pfennig für den 4⸗Pfund-⸗Laib ermäßigt. Ein 50-Gramm-Brötchen kostet 5 Pfennig. v. Bad⸗Nauheim, 1. Sept. Mit Genehmigung des Großh. Ministeriums wird unser Badeplatz von jetzt ab voll ständige Winterkur erhalten. Während des ganzen Winters bleibt ein Badehaus— nach Bedarf mehrere— geöffnet. Der Betrieb im Kurhaus wird zum größten Teil aufrechterhalten, und es finden Konzerte der Kurkapelle sowie sonstige künstlerische Unterhaltungen statt.— Mit der Einführung der Winterkur ist ein jahrelang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen, und das Badeleben unseres Platzes dürfte durch diese Neueinrichtung in günstigster Weise beeinflußt werden. 5 F. C. Butzbach, 1. Sept. Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielt Gerichtsassessor Hainer, Hauptmann der Res. im 20. bayerischen Insanterie-Regiment. h. Vilbel, 1. Sept. Noch nichts gelernt hatte ein hiesiger junger Mann, als er am Sonntag Arm in Arm mit einem ge⸗ sangenen Franzosen die hiesigen Straßen durchwanderte, wobei beide eine Zigarette nach der andern rauchten. Schließlich geriet die„Entente“ einem Gefreiten in die Quer, der kurzen Prozeß machte, das„Bündnis“ etwas recht unsanst löste und dabei beiden eine Lektion las, die ihm den lauten Beifall der Zuschauer eintrug. Hessen⸗Nassau.. m. Kirchhain, 1. Sept. Die hiesige Jugend wehr ver- anstaltete gestern nachmittag in der Puppach ein seldmäßiges Ab⸗ kochen. Nach einem Uebunasmarsche wurde am Waldrande Halt gemacht und über Lagerseuern die Kochkessel aufgehangen. Das Schauspiel hatte viele Zuschauer angezogen.— In unserem Nachbar- dorf Allendorf sind nun bereits 22 Söhne den Heldentod fürs Vaterland gestorben. Drei Kriegsteilnehmer von hier werden ver— mißt und drei sind in Gesangenschaft geraten. J. Frankenberg, 1. Sept. In der letzten Stadt ver- ordneten versammlung wurden u. a. folgende Beschlüsse faßt: Bei der Wahl der Stadtverordneten soll die vor jährige ählerliste als Grundlage dienen. Dem Stadtverordneten Schmidt⸗ mann wird als Bürgermeister-Stellvertreter eine monatliche Ver⸗ gütung von 60 Mark zugebilligt. Die Anwerbung von 16 Kriegs gefangenen zu landwirtschaftlichen Zwecken wurde beschlossen. h. Fulda, 1. Sept. Beim„Steinwerfen“ wurde der acht⸗ jährige Sohn des Eisenbahnschaffners Klug von einem Stein derart an den Kvpf getroffen, daß er nach kurzer Zeit verstar b. h. Bad Homburg v. d. H., 1. Sept. Kurdirektor Richard Feldsieper, der vom 1. Juni bis Ende September probeweise als Leiter des hiesigen Kurwesens angestellt war, wurde in der gestern abgehaltenen Stadtverordnetenversammlung vom 1. Oktober ab endgültig gewählt. X. Gelnhausen, 1. Sept. Auf Veranlassung der Kreis- verwaltung sind im Verlaufe des vergangenen Verwaltungsjahres im Kreise Gelnhausen in den Orten Bad Orb, Gelnhausen, Wächters bach, Somborn, Bieber, Birstein, Schlierbach, Kassel, Wirtheim, Neuses und Lieblos Wohnungskommissionen gebildet worden, denen die Aufgabe zufällt, von Zeit zu Zeit, etwa alle 3—4 Wochen, zusammenzutreten, Besichtigungen vorzunehmen und darauf hinzuwirken, daß die Wohnungsverhältnisse hinsichtlich der Reinlichkeit usw. gebessert werden. Die Kommissionen bestehen me Unterhaltung finden. Eintrittsgeld wird nicht[ aus dem Bürgermeister, werden müßte. einigen Mitgliedern der Gemeinde- weer dem am Orte wohnenden Arzte und der Kranken⸗ schwester. b h. Aus dem Westerwald, 1. Sept. Die wenige Kilometer von Hachenburg entfernte Abtei Marien⸗ statt feierte gestern ihr 700 jähriges Bestehen. Die Abtei liegt herrlich im Tal der großen Nister und ist von den 100 Klöstern, die die Zisterzienser in Deutschland einst besaßen, als einziges übrig geblieben. Das Kloster wurde 1803 aufgehoben, seine Gebäude dienten bis 1888 weltlichen Zwecken. In diesem genannten Jahre gelang es dann dem 5 Bischof Klein von Limburg, die Klostergebäude zu er. werben und sie den Zisterziensern zurückzugeben. Seit 1890 ist Marienstatt wieder Abtei. Die 600 Jahre alte Kirche, im frühgotischen Stil erbaut, birgt im Innern zahlreiche 7 Altertümer von bedeutendem Kunstwert. Von hervorragen⸗ der Schönheit ist besonders der gotische Flügelaltar. In un⸗ mittelbarer Nähe des Klosters liegt der Kaiserliche Kirchhof. Hier ruhen die österreichischen Krieger, die in— Jahren 1793-1797 im Lazarett zu Marienstatt starben. 1 vermischtes. 1 „Berlin, 1. Sept.(Privattelegramm). Der„Berlin- Lokalanzeiger“ meldet aus Genf: Der französische Fliege Pegoud wurde getötet. Die näheren Umstände seines Todes werden als Dienstgeheimnis betrachtet. Pégoud war der erste, der Sturzflüge in der Oeffentlichkeit vorführte. 7 Bandel. f Leipzig, 1. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das Geschäst an der Ledermesse verläuft normal. Die Preise zeigen seste Tendenz. Die Vorräte sind mäßig. Es besteht 8 Bedarf für Militärzwecke. Dieser wird reichlich durch gute Qualitäten gedeckt, die die Militärbehörden übernehmen. 5 Märkte. 5 FC. Wiesbaden. Viehhof⸗Marktbericht vom 1. Sepft. Austrieb: 206 Rinder(darunter 17 Ochsen, Ls Bullen, 161 Kühe, 250 Kälber, 29 Schafe, 145 Schweine. Bei regem Handel und 8 gleichen Preisen wie am 30. August wurde bald der Auftrieb geräumt. 275 — 1 ³̊0 e———p—————ꝙ%—ðT:ꝑ——ᷓ—ĩ—̃ 8 Eingesandt. 1 (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) 2 Geplagte Nachbarschaft. 3 Es ist eine Rücksichtslosigkeit von dem im Dreieck zwischen Wilhelmstraße und Leihgesterner Weg wohnenden Hund, Tag und Nacht seine Nachbarn durch endloses Bellen und Heulen zu belästigen. Er wird hiermit ebenso höflich wie dringend auf- 5 gefordert, dies zu unterlassen oder sich wenigstens nachts einsperren zu lassen, ansonsien ihm die hohe Polizer auf den Hals geschickt 2 Kirchliche Nachrichten. 188 Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeiee am 4. September 1915: 7 Freitag abend 6.35 Uhr. 8 Samstag vormittag 8.00 Uhr. 92 Samstag nachmittag 4.00 Uhr. 15 Sabbatausgang 7.50 Uhr a Wochengottesdienst: Sonntags und Mittwochs morgens 5.00, die übrigen Tage morgens 3.15, abends 6.30 Uhr. 2 7 Meteorologische Beobachtungen der * 2 2 2 2 3 25 2. S3 33 83 888 38 3 S 8 1 88* 8 7 88 8 1 112/746. 16,7 72 82 8 7 Sonnenschein 18% 743, 18,4 7,9 69 s8E 2 10 Bed. Himmel 2.% 4% 11,7 95 9 8E 2 9 Bew. Dimmel 1 N 17 böchste Temperatur am 31. Aug. bis 1. Sept, 1915 4 17,4 · 0 Niedrigste„„ 31.„ 1.„ 1515 0 Niederschlag: 1.8 mm. Amtlicher Wetterbericht. 5 Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. 33 Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 3. Sept. 19152 Meist bedeckt, Niederschläge, kühl, südwestliche Winde. 1 Der Kommandant von Brest⸗Litowsk. 55 Hannover, 2. Sept. Zum Kommandanten von Brest⸗Litowsk ist Generalmajor Graf von Walder⸗ see, ein Neffe des verstorbenen Generalfeldmarschalls, er⸗ nannt worden. 2 Unwürdige Behandlung deutscher Offiziere durch die Engländer. 0 Amsterdam, 2. Sept. Die drei deutschen Offtziere von H, die aus einem englischen Gefangenenlager entflohen waren, 1 eingefangen wurden, hatten sich am Samstag vor dem Kriegs⸗ gericht in Chester⸗Castle zu verantworten. Die Offiziere erklärten vor Gericht, sie hätten es als ihre Pflicht angesehen, den Versuch zu machen, zu entkommen, und in die Heimat zurückzugelangen, da 4 die Möglichkeit sich ihnen geboten hätte. Sie beklagten sich von Gericht, daß man sie nach ihrer Festnahme mit Handschellen gefesselt habe, obgleich sie durch einen Offizier und Mannschaften mit geladenem Gewehr und aufgepflanztem Bajonett begleitet wurden. Dies sei ihrem Offiziersrange unwürdig, wogegen man auch bei dem englischen Offizier Widerspruch erhoben habe. Selbst der Offizier, der sie gefesselt, habe erklärt, daß er nur mit Bedauern dem ausdrücklichen Befehl folge. So gefesselt seien sie wie gemeinen Verbrecher lange Zeit den Blicken des Volkes und der untergebenen Soldaten ausgesetzt gewesen. Das Urteil wurde vertagt.* Die türkisch⸗hulgarischen Verhandlungen. 5 Haag, 2. Sept. Reuter meldet aus Sofia: Bei einen Zusammenkunft der Vertreter der Agrar-Parteigruppe wies Mintisterpräsident Radoslawow darauf hin, daß die Untere handlungen mit der Türkei auf dem Punkte angelangt seienn, glücklich beendet zu werden. Aber die Bulgarien gemachten Zugeständnisse hätten keinerlei politische Bedeu⸗ tung und zögen keinerlei Verpflichtung poli⸗ tischer Art nach sich. Was die Unterhandlungen mit den Verbandsmächten anlange, so hängen sie von der Antwort ab, die Nisch und Athen erteilen werden. Die Schweiz auf der Wacht. Bern, 2. Sept. Ter Bundesrat hat die Aufstellung einiger neuer Infanterieeinheiten in den Land⸗ wehr formationen beschlossen. Die Lage in Tripolis. Lugano, 2. Sept. Die„Idea Nazionale“ meldet, daß für den Augenblick in Tripolis Ruhe herrsche, daß aber in Zukunft sich die Notwendigkeit ergeben könnte, weitere Forts zu räumen. Der Scheich der Senussi habe au der Prenze zwischen Aegypten und der Cyrenaita wohlbewaffnete Krieger zusammengezogen. 8 5 ff. ß. (5% Deutsche Neichsanleihe). Bedingungen. Zeichnungen werden von den Unterzeichneten bis zum 22. September, mittags 1 Uhr, entgegengenommen. Der Zeichnungspreis beträgt, wenn Stücke verlangt werden, 99%ĩ, wenn Eintragung in das Reichsschuldbuch mit Sperre bis 15. Oktober 1916 beantragt wird, 98.80%. Die Zeichner können die ihnen zugeteilten Beträge vom 30. September d. Js. an jederzeit voll bezahlen. Sie sind verpflichtet: 30% des zugeteilten Betrages spätestens am 18. Oktober 1915 20%„ 5 7 1„ 24. November 1915 25%„ 55 5„„ 22. Dezember 1915 25 9%. 57 5 77 22. Januar 1916 zu bezahlen. Frühere Teilzahlungen sind zulässig, jedoch nur in runden, W 100 teilbaren Beträgen des Nennwertes. Auch die Zeichnungen bis zu 1000 Mark brauchen diesmal nicht bis zum ersten Einzahlungstermin voll bezahlt zu werden. Teilzahlungen sind auch auf sie jederzeit, indes nur in runden, durch 100 teilbaren Beträgen des Nennwertes gestattet; doch braucht die Zahlung erst geleistet zu werden, wenn die Summe der fällig gewordenen Teilbeträge wenigstens 100 Mark ergibt. 2 Beispiel: Es müssen also spätestens zahlen:. die Zeichner von Mk. 300 Mk. 100 am 24. November, Mk. 100 am 22. Dezember, Mk. 100 am 22. Januar, die Zeichner von Mk. 200 Mk. 100 am 24. November, Mk. 100 am 22. Januar, die Zeichner von Mk. 100 Mk. 100 am 22. Januar. Die Zahlung hat bei derselben Stelle zu erfolgen, bei der die Zeichnung angemeldet worden ist. Da der Zinsenlauf der Anleihe erst am 1. April 1916 beginnt, werden auf sämtliche Zahlungen 5% Stückzinsen vom Zahlungstage, frühestens aber vom 30. September ab, bis zum 31. März 1916 zu Gunsten des Zeichners verrechnet. Beispiel: Von dem obengenannten Kaufpreis gehen demnach ab für Stücke für Schuldbucheintragungen bei Zahlung bis zum 30. September Stückzinsen für ein halbes Jahr 2 ¼%, tatsächlich zu zahlender Betrag also nur: 96. Mk. 96.30 bei Zahlung am 18 Oktober Stückzinsen für 162 Tage 2,25%, tatsächlich zu zahlender Betrag also nur 96. Mh. 96.55 bei Zahlung am 24. November Stückzinsen für 126 Tage= 1,75%, tatsächlich f zu zahlender Betrag also nur Mk. 97.05 für je 100 Mark Nennwert. Für jede 18 Tage, um die sich die Einzahlung verschiebt, ermäßigt sich der Stückzinsbetrag um 25 Pfennig. Es ist demnach auch dem kleinen Sparer Gelegenheit geboten, sich unter bequemen Zahlungs⸗ bedingungen zu beteiligen. Gießen, im September 1915. Bank für Handel und Industrie, Niederlassung Gießen Bezirkssparkasse Gießen Gewerbebank zu Gießen E. G. m. b. h. Mitteldeutsche Creditbank, Filiale Gießen Jacob Grünewald B. Strauß Nachf.