Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Sießener Famillenblätter“ werden dem VAnzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Areis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. 1 8 — 165. Jahrgang Gießener Anzeiger der Wiederaufbau des französischen 3 Maasgebietes. Wer heute das französische Maasgebiet durchfährt, sieht über⸗ 2 all arbeitende Gruppen, die unter sachkundiger Leitung Bretter zu⸗ schneiden, Fundamente mauern und mit Hammer und Nagel fleißig gerumhantieren. Es sind das die Arbeiter der drei Gruppen, die * sich die Aufgabe gestellt haben, das verwüstete Land wieder in Ord- nung zu bringen, und seinen Einwohnern für den kommenden Winter ein Heim zu bieten. Eine davon setzt sich aus Engländern 4 8 und steht unter der Leitung von Mr. Edmund Harvey, em Abgeordneten für Leeds, der persönlich über den Kanal ge⸗ kommen ist, um bei der Ausführung der Baupläne mit Hand an⸗ 8 die zweite besteht aus örtlichen Unternehmern und die itte aus Pariser Spezialhäusern, die bei der Schnelligkeit, mit der alles fertiggestellt werden soll, nicht zu entbehren waren. Gebaut wer en zwei Arten von Häusern: die eine weist ziemlich spitze Dächer auf und besitzt Fenster, die sich nach außen öffnen; die andere decken sanfter geneigte Dächer, ihre Fenster öffnen sich nach innen und werden, wie es in Frankreich üblich ist, durch verschließbare Läden geschütt: äußerliche Unterschiede, die auf die Verschiedenheit der englischen und französischen Entwürfe zu⸗ rückgehen und nichts an den Bedingungen ändern, unter denen sie der Benutzung zugänglich gemacht werden sollen. Als Wohnungs- einheit ist überall ein Zimmer gewählt; eine Person hat das Recht, ein Zimmer von J zu 4 Metern zu beziehen, zwei müssen sich in ein Zimmer von 4 zu 4 Metern oder in zwei Stuben von 2 zu 4 Metern teilen; für drei Personen gibt es zwei Räume, für 4 bis 6 Personen drei, für 7 bis 9 Personen 4 und für 12 Per⸗ sonen 5 Zimmer von entsprechenden Abmessungen. Hinsichtlich der Miete ist grundsätzlich festgestellt worden, daß jeder dem Staate einen Franken und der Gemeinde 5 Franken Hauszins zu ent⸗ richten hat: erlegt er einen Teil der Herstellungskosten und be⸗ zahlt er eine wirkliche Miete, so kann er sofort Besitzer des An⸗ wesens werden. Schenkungen sollen zwar stattsinden, wenn der Gemeinderat den Antrag befürwortet, und das Häuschen auf einem von der Gemeide gemieteten oder ihr gehörigen Platze steht; bis jetzt sind aber derartige Bitten noch nicht eingelaufen, da wohl die Leute glauben, beim bloßen Mieten bessere Geschäfte zu machen. Die geforderten Entschädigungen sind überaus niedrig; ein Zim⸗ mer von 4 zu 3 Metern kostet 16 Franken Miete und 225, wenn es gekauft wird, während eine einzimmrige Hütte von den gleichen Abmessungen für 20 Franken Jahresmiete oder für 260 Franken auf ewige Zeiten zu haben ist. Ein Raum von gleichen Abmessungen mit einer Küche kostet das Doppelte, eine Küche mit 2 Zimmern das Dreifache, eine Küche mit 3 Zimmern in einem Einfamilien⸗ — 2 68 Franken Jahresmiete und 975 Franken, wenn es ge⸗ auft werden soll. Die Herstellungskosten schwanken, am billigsten arbeiten die Engländer, am teuersten die Pariser Spezialhäuser, die bis zu 950 Franks aufwenden. Aus Grodnos Vergangenheit und Gegenwart. 5 Nur noch eine Feste hält Rußland an der so lange und zäh verteidigten Niemen⸗Linie, und auch ihr Fall scheint jetzt nur noch nach Tagen zu zählen. Wie Kowno, so überrascht auch Grodna durch seine malerische Lage. Der Njemen durchschneidet hier eine Hügellandschaft bildet ein landschaftlich überaus reizvolles Tal, dessen Ränder etwa 30 Meter hoch und ziemlich steil auf⸗ ragen. So, am tiefen Flußtale, liegt Grodno uf dem vechten Ufer des Niemens ausgebreitet— aber, freilich hält die Stadt, wenn man sie betritt, nicht, was der erste Blick auf sie zu versprecher scheint. Denn es ist eine Stadt von Hütten und Kleinhäusern, unter denen sich hier und da, gewissermaßen unvermittelt, stattliche Gebäude, alte Paläste und moderne Bauten erheben. Zu den Palästen gehört vor allen Dingen der Stefan Bathorys, der sich freilich die Verwandlung in ein Gasthaus hat gefallen lassen mitssen; er erinnert an Grodnos Glanzzeit, als es Königsresidenz war, und ebenso lenkt das zuletzt als Militärkasino benutzte Alte Schloz. das aus dem 15. Jahrhundert stammt, und von dessen Sarten man wohl die schönste Aussicht auf das Flußtal in ganz SGrodno genießt, an die bedeutende Vergangenheit der Stadt. Denn das Grodno von heut ist nicht mehr, was das Grodno von Mittwoch, 1. September 1055 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschästsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S251, Schrift⸗ leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten⸗ Anzeiger Gießen. General⸗Anzeiger für Gberhessen von Tuch, deren Handel sich auf das Getreide stützt, und von den reichlich 40 000 Einwohnern, die die Stadt zählt, sind mindestens zwei Drittel Juden. Ein ganzes Viertel ist von mohammedanischen Tartaren bewohnt, die übrigens in Sokolka, auf halbem Wege zwischen Grodno und Bialystok, eine eigene größere Ansiedelung haben. Aber was ist Grodno nicht einst gewesen! Es zählt zu den wichtigsten und geschichtlich ältesten Städten des littauischen Landes, mit dessen Hauptstadt Wilna es von je in alter und reger Verbindung gestanden hat. Die Stadt hat nicht immer den heutigen Namen getragen, sondern hieß in alten Zeiten Ho— rodna, und unter diesem Namen wird sie im Jahre 1120 zuerst erwähnt, um von dieser Zeit ab in der Geschichte Polens und Litauens zu den meistgenannten und meistumkämpften Plätzen zu gehören. Die großen Völker- und Geschichtsschicksale haben fast regelmäßig auch Grodno in ihren Bereich gezogen der Mongolen⸗ sturm von 1241 hat die Njemenstadt beinahe weggefegt; später sind die Ritter vom Deutschen Orden wiederholt siegreich vor ihren Wällen erschienen und haben die Stadt durch schwere Zer⸗ störungen ihre Ueberlegenheit fühlen lassen. Ihre Glanzzeit setzte im 16. Jahrhundert ein, als König Stefan Bathorey, wie bereits bemerkt, Grodno zu seiner Residenz erhob, und seit 1675 hat jeder dritte polnische Reichstag hier seine Sitzungen ab⸗ gehalten. Die Geschichte des polnischen Reichstages ist es dann gewesen, die Grodno zu einem düsteren Namen in Polens Ge— schichte gemacht hat, denn hier ward im Jahre 1793 die zweite Teilung des Königreiches bestätigt, und im Jahre 1795 legte König Stanislaus August hier endgültig seine Krone nieder— finis Poloniae! Und so spiegelt sich denn auch in den bemerkens⸗ werteren Bauten, die das niedere und kümmerliche Häusergewimmel von Grodno überragen, die Tatsache wieder, daß seine Glanzzeit dem 16. und 17. Jahrhundert angehört. Die Bernhardinerkirche, deren Leidensstationen beachtenswerte Bildhauerwerke sind, ist kurz vor 1600 entstanden, und die Pfarrkirche, die ein gutes Jahrzehnt später erbaut ist, erzählt mit ihrem schweren Barockstile von der Zeit, wo Grodno der Mittelpunkt eines reichen und lebenslustigen polnischen Adels war. 5 Aus dem Reiche. Die Kriegsanleihe. Berlin, 1. Sept. Sämtliche Morgenblätter enthalten an hervorragender Stelle die Aufforderung zur Zeichnung auf die dritte Kriegsanleihe. Ueber die ersten Millio- nen zeichnungen melden die Blätter u. a., daß die Continental⸗Caboutchouc⸗ und Guttapercha⸗-Compagnie in Hannover, die bei den ersten beiden Kriegsanleihen sechs Millionen Mark gezeichnet hatte, nochmals die Summe von sechs Millionen Mark anmelden wird. Der Vorstand des Verbandes der deutschen Eisenbahnhandwerker und ⸗arbeiter beschloß wiederum, den Betrag von zwei Millionen Mark zu zeichnen. Die Stadt Wiesbaden beteiligt sich an der neuen Kriegsanleihe mit einem Betrage von einer Million Mark. Berlin, 31. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Reichs⸗ anzeiger“ veröffentlicht eine Verordnung des Bundesrates betreffend Angestelltenversicherung während des Krieges. Diese bestimmt, daß die Zeiten, in denen der Ver sicherte im gegenwärtigen Kriege im Deutschen Reiche oder in der österreichisch-ungarischen Monarchie Kriegs-, Sani⸗ täts⸗ oder ähnliche Dienste geleistet hat, auf die rtezeiten und bei der Berechnung der Versicherungsleistungen an Ruhegehalt und Hinterbliebenenrenten als Beitragszeiten angerechnet werden, ohne daß Beiträge entrichtet werden. Sie ordnet die Rechte und Pflichten derer, die durch den Krieg an einer ordnungsmäßigen Beitragsleistung oder an einer Beitragsleistung in der früheren Höhe behindert sind. Breslau, 31. Aug.(WTB. Nichtamtl.) Der„Schles. Volksztg.“ zufolge hat Fürstbischof Dertram der österreichisch-schlesischen Landeskommission zur Fürsorge für heimkehrende Krieger den Betrag von 25000 Kronen ge— spendet. München, 31. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der bay e⸗ rische Landtag ist auf den 29. September einberufen worden. Aus Stadt und Cand. Gießen, 1. September 1915. Kriegs⸗Verbraucherausschuß. Der Kriegsverbraucher⸗Ausschuß wird seine Tätigkeit nach folgenden Richtlinien ausüben: Er versolgt keineswegs eine einseitige Verbraucherpolitik, sondern will mit seinen Bestrebungen der Volkskraft in dem uns aufgezwungenen Kampfe dienen zum Wohle der Stadt und im weiteren Sinne des gesamten Vater⸗ landes. Seine Ziele sucht er zu erreichen: a) Durch Ein⸗ gaben und Uebermittelung von zweckdienlichem Ma⸗ terial an die zuständigen Behörden; b) durch Veröffent⸗ lichungen in der Presse, durch die den Produzenten, den Zwischenhändlern und Verbrauchern das Gewissen ge⸗ schärft wird, und durch die immer und immer wieder die vaterländische Pflicht vor Augen geführt wird, gerade in dieser schweren Zeit die Förderung der eigenen Sonderinter⸗ essen nicht bis zur Rücksichtslosigkeit gegen die Mitmenschen, insbesondere gegen den minderkräftigen Teil der Bevölke⸗ rung, zu betonen und zu verfolgen; e) durch Ueber⸗ wachung und Vergleichung der Preise am Ort und auswärts, insbesondere in Städten mit gleichen Ver⸗ hältnissen wie Gießen; d) durch Entgegennahme und ge⸗ eignete Benutzung und Verarbeitung von Beschwerden aus Verbraucherkreisen; e) durch Ausfindigmachen und öffentliche Empfehlung von besonders guten und billi⸗ gen Bezugsquellen. Als nächste Aufgabe will der Ausschuß versuchen zu erreichen: 1. Ankauf von Gemüse und Obst durch die Stadt in großen Mengen zwecks Erreichung billigerer Marktpreise. 2. Ankauf von Winterkartoffeln durch die Stadt und Abgabe zu billigsten Preisen, in erster Linie an die minderbemittelte Bevölkerung. 3. Festsetzung von Höchstpreisen von Butter und Eier. 4. Andere Organisation des Verkaufs der noch im Besitz der Stadt be⸗ findlichen Kolonialwaren durch Einrichtung von ge⸗ räumigen Verkaufsstellen an verschiedenen Plätzen der Stadt, und Abgabe in möglichst kleinen Mengen. 5. Maß⸗ nahmen der Stadt zur Versorgung der Einwohner mit — und billigen Wurst⸗ und Fleischwaren ins⸗ esondere Fett. 6. Verständigung mit den Stadtver⸗ waltungen der umliegenden Städte zwecks einheit⸗ licher Organisation des Marktwesens zur Bekämpfung der Preissteigerung. 7. Zuziehung von Mitgliedern des Kriegs⸗ ausschusses für Konsumenten-Interessen zum städtischen Lebensmittelausschuß zwecks gemeinsamer Fest⸗ setzung der als angemessen zu betrachtenden Marktpreise. In der öffentlichen Verbraucherversammlung vom Sonntag wurde u. a. eine Entschließung gegen die unberechtigte Preissteigerung auf dem Lebensmittelmarkt angenommen, die folgenden Wortlaut hat: Die heute, Sonntag den 29. August 1915 in der neuen Universitätsaula von 20 Vereinen hiesiger Stadt einberufene und von Angehörigen aller Bevölkerungsschichten und Berufsarten zahl⸗ reich 5 Versammlung verurteilt aufs schärfste die un⸗ Die Petersburger Eremitage. 3 Wenn die Russen den neuerdings gemeldeten Entschluß ver wirklichen und die Kunstschätze der Eremitage nach Moskau über⸗ führen, dann würde Petersburg bis auf weiteres seinen edelsten Schmuck und seinen kostbarsten Kunstbesitz verlieren. In dem er⸗ regten und oft überhitzten Leben der russischen Hauptstadt bildete das vornehme, stille Haus an der Millionaja ein. Eiland der Ruhe; hier war nicht Petersburg, nicht Rußland— hier war die Kultur, war die Welt der Kunst. Aber freilich mochte es in diesen b Zeiten einem ganz echten Russen“ wohl ein stechender Gedanke sein, daß auch diese Schöpfung letzten Endes auf deutsche Anregung und Wirksamkeit zurückzuführen war; denn die deutsche Fürsten⸗ tochter auf dem Zarenthrone, Katharina II., ist der erste russische Herrscher gewesen, der die Sammlung von Kunstwerken in den eich seiner Interessen gezogen und damit die Eremitage be⸗ 3 hat. Katharina war ungemein rege tätig, um den völligen Mangel an wertvollen Kunstwerken, der zu ihrer Zeit noch in Hhetersburg herrschte, möglichst rasch und möglichst glücklich ab⸗ justellen. Sie kaufte überall, sie hatte überall ihre Agenten. eicht umsonst zieren den Eingangssaal zum ersten Stockwerke der 0 age noch heute die Büsten von Falconet, Diderot und anderen französischen Freunden der Kaiserin; gerade diese beiden waren neben Grimm eifrig für die Zarin auf dem Pariser Kunstmarkte tig, während in Rom Raffael Mengs und der auch aus Goethes wohlbekannte Kunst⸗ und Altertumskenner Hofrat Reifen⸗ die Kunstinteressen Katharinas in Rom vertraten. Eine Reihe 2 G„die sich ihr bot, hat Katharina entschlossen ber ft aber für dem sparsamen Kö später ging die ern es war als ein Festhaus für intimere Zusammenkünfte, terh gen und Gesellschaften gedacht, eine.„Eremitage“, wie an im sentimentalen Stile der Rousseau-Zeit gern sagte. In dieses interpalais“ konnte Katharina über einen verdeckten g und eine fliegende Brücke gelangen, ohne die Straße zu Vallin de la Mothe errichtete das Gebäude im Jahre später wurden die Räume durch Velten im Jahre 1775 ein italienischer Baumeister legte nicht lange darauf 9. 505 Namen 1 e er genug zu; wi Anweisung die Gäste, die sie in der 2 draußen abzugeben, und unter den Anwesenden, wie auch mit ihr selbst allein auf dem Fuße guter Freunde zu verkehren. Die Kunstwerke, die durch Katherinas rasch einander folgende Ankäufe in Petersburg zusammenströmten, dienten zum Schmucke dieser eleganten, der heiteren Gesellschaft gewidmeten Räume, bis sie, schnell sich vermehrend, ganz von selbst zu einer kostbaren Galerie zusammenwuchsen. Von da ab haben alle Zaren den Kunstbesitz des russischen Hofes eifrig vermehrt. Aus den Tagen Alexanders J. ist besonders die Erwerbung der Gemälde bemerkenswert, die Josephine, die erste Gemahlin Napoleons, in ihrem Schlosse Mal⸗ maison vereinigt hatte. Es war eine kostbare und eine— billige Sammlung, denn sie setzte sich ganz aus Werken zusammen, die Napoleon auf seinen Feldzügen aus Deutschland und Italien ent⸗ führt hatte. Alexander bezahlte der Kaiserin für die besten Stücke dieser Sammlung 940 000 Franken; es befanden sich darunter u. a. die herrlichen vier Tageszeiten von Claude Lorrain, sowie aus⸗ gezeichnete Arbeiten von Potter und Teniers d. I., alles Werke, die der Kasseler Galerie entwandt worden waren. Unter den weiteren Vermehrungen der Eremitage sei nur noch die Erwerbung von 30 Bildern aus der Sammlung der Königin Hortense für 180 000 Franken im Jahre 1829 durch Nikolaus I., sowie die von 33 Bildern aus der Galerie von Godoy, dem„Friedens⸗ fürsten“, für rund 568000 Franken erwähnt. Alexander II. hat u. a. Raffaels Madonna Connestabile für 310 000 Franken er⸗ worben, Alexander III. aus dem für 800 000 Rubel angekauften 7 7 eum in Moskau der Eremitage 74 Gemälde über⸗ wiesen. Aus all diesen Bemühungen und Bewerbungen ist nun eine Kunstsammlung allerersten Ranges entstanden. Allerdings sind die Bestände sehr ungleich, und es— die Frühzeit der italie⸗ nischen Renaissance und die deutsche Kunst in der Eremitage nur ärmlich vertreten. Dafür ist sie an Meisterwerken anderer Kunst⸗ zeit so reich, wie sonst wohl nur noch das Louvre und das Prado⸗ Museum. Hier braucht nur an die 40 Rembrandts erinnert zu werden, die den unvergleichlichen Schatz der Eremitage bilden, sodann an die schöne nirgends sonst erreichte Reihe von Werken van Dycks und des weiteren an die glänzende Vertretung der spanischen Schule, von der Velasquez sowohl wie Murillo hier mit Meisterwerken, zum Teil in großer Zahl, erscheinen. Ein Juwel der Eremitage bildet auch die Sammlung Poussinscher Werke, die nicht weniger als 20 vortreffliche Stücke umfaßt. Wenn einmal ein Kenner die Psychologie der großen europäischen Galerien schreiben würde, so möchte das eine sehr interessante Arbeit werden; denn so groß auch die Rolle ist, die bei der Entstehung von Kunst⸗ sammlungen der Zufall spielt, so zeigen sie sich doch mit Geschichte und Art ihrer Heimatsländer merkwürdig eng verbunden. Und so trägt denn auch die Eremitage bis zum heutigen Tage noch den Charakter einer glänzenden Hossammlung— der Sammlung eines Hofes, dem es nie an Mitteln gefehlt und der stets danach gestrebt hat, loste es, was es wolle, die glänzendsten Werke und die ge⸗ feiertsten Meisternamen sich zu sichern. Und zu diesem Charakter der Sammlung paßt auch der Rahmen, in dem sie geboten wird. Es war Nikolaus I., dem die Eremitage im wesentlichen ihre heutige Eremitage empfing, an, ihren Titel ebenso wie Hut und Degen Gestalt verdankt. Er berief den bekannten Münchener Baukünstler Leo von Klenze zur Durchführung eines gründlichen Umbaues, und auf ihn geht das vornehme, gräzisierende, der Feinheit nicht entbehrende Gebäude zurück, das heute die Schätze der Eremitage birgt. Ihre Räume aber sind mit einem verschwenderischen Reich⸗ tume ausgestattet, der auf Schritt und Tritt daran erinnert, daß es das reichste Fürstenhaus der Welt ist, dem diese Sammlung ihren Ursprung verdankt und dem sie noch heute zugehört. * Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. Humor in der deutschen Soldatensprache. Kleine Soldaten werden von ihren Kameraden mit mancherlei meist landschaftlichen Scherznamen bedacht, wie Köttel(Nieder⸗ rhein), Knösel(Niedersachsen; auch wie Mutze, das eine kurze Pfeife, eigentlich wohl eine Lichtschnuppe oder dergleichen bedeutet), Schniggel(Bayern— Schnecke). Der linke Flügelmann heißt wohl auch der Schwanz oder(im Königreich Sachsen) das Bauch⸗ knepypchen(d. h. Nabel) der Kompagnie. Besonders beliebt und weit verbreitet sind aber gewisse, auf die geringe Körpergröße gehende Spitznamen für die Leute der 12. Kompagnie eines Regi⸗ ments, wie Mündungsdeckel, Mündungsschoner, Pottdeckel, Helm⸗ spitzen, Kammerstengel, Scharhzwecken, Sohlennägel, Kochgeschirr⸗ aspiranten. Man ruft ihnen auch zu:„Husch, husch, ins Koch⸗ geschirr!“ Man müsse sie, so meint man, auf diese Weise weiter⸗ befördern, weil sie mit den andern nicht Schritt halten könnten. Ebenso gibt es für besonders lang aufgeschossene Leute allerlei Beinamen, wie Bohnenstange, Hopfenstange(Bayern), langer Heinrich, langer Lulatsch(Hannover), Schlambampel(Sachsen). Allgemeiner verbreitet sind auch hier manche Scherzunamen für die durch ihre Körperlänge auffallenden Leute der 1. Kompagnie eines Regiments, wie Wischstöcke, Wischstricke, Zollstöcke, Zielsäcke, Klapp⸗ messer, Langschäfter, Herrgottskitzler(Schlesien; hier liegt die scherzhafte Vorstellung zugrunde, sie könnten wegen ihrer Länge den Herrgott etwa mit einem Strohhalm am Bart kitzeln). Die langen Gardisten heißen in Bayern und Baden Heufresser. Sonst soll der gewöhnliche Infanterist den Gardisten auch ganz allgemein Wischstrick und dieser jenen wieder Sohlnagel nennen. Imme(Essen). * — Eisernes Geld. Der Beschluß des Bundesrats, eiserne Scheidemünzen prägen zu lassen, erinnert an die älteste Form von Münzen, die uns aus dem alten Griechenland erhalten sind. In den Trümmern von Heraion zu Argos haben sich kleine Bündel von eisernen Stäbchen gefunden, die in alter Zeit als Münzen im Umlauf waren und von den Gläubigen der Göttin geweiht waren. Sie hießen„Obeloi“(kleine Spieße) und wurden in handlicher Zahl zusammengebunden, um das Zählen größerer Summen zu erleichtern. Solch eine Handvoll hieß griechisch „Drachme“ und diente in späterer Zeit als Rechnungseinheit, so daß noch heute in Griechenland, das bekanntlich dem lateinischen Münzbund angehört, das Aequivalent des Frank diesen Namen trägt. Aehnlich war auch in Ostasien die kleinste Münzeinheit ein rundes Stückchen des billigsten, aber sehr brauchbaren Metalls, seines Tragkorbes befragt wurd f ruft der Ostfriese in Treuherzigkeit und wil üer scher se 8 abn zen if für den lüfften Fi eine Last el den 2.. und erst eine persönliche Inaugenscheinnahme des Korbinhalte überzeugt den Soldaten von dessen Harmlosigkeit. Was er erbl sind nämlich nichts als jene kleinen grauen Krustentiere, denen die Leute von der Waterkant einen so mordsgefährlichen Namen gegeben haben und die ihm, dem Binnenländer, bisher nur unter der Bezeichnung„Krabben“ bekannt waren. 9 serer Gemeinde, den Militärkrankenwärter Heinrich Schneider, den Landsturmmann Wilhelm Schäfer im Landwehr⸗Inf.⸗Regt. Nr. 87 und den Ersatzreservisten Konrad Seth unter zahlreiche Beteiligung der Gemeinde statt. Die erste Schulklasse sang ein mehrstimmiges Grablied.— Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Heinrich Kehr aus der 2. Kompagnie des Inf⸗ Regts. 116, die Hessische Tapferkeitsmedaille der Kanonier Konrad Lemp, Fuß⸗Art.⸗Regt. 111, und der Unter⸗ offizier Heinrich Erb im Inf.⸗Regt. 116, 4. Komp. Langsdorf, 31. Aug. Karl Hofmann von hier, bei der Eisenbahn-Baukompagnie 27, erhielt die Hessische Tapfer— 1 rhältnismäßig starke Preissteigerung für die notwendigsten Lebensmittel, die nicht durch Zwang der Verhältnisse geboten er⸗ scheinen, oder die gar wucherischen Absichten einzelner entsprungen sind, da durch solche Preissteigerungen und Preistreibereien der rößten Masse des deutschen Volkes die eiserne Notwendigkeit des urchhaltens in dieser schweren Zeit auf die Dauer erheblich erschwert wird. Sie erklärt sich mit den Ausführungen der beiden Berichterstatter voll und ganz einverstanden, ebenso mit der seit⸗ herigen Tätigkeit des gebildeten Ausschusses für Verbraucher⸗ interessen. Sie beauftragt diesen Ausschuß nach den vorgelegten Richtlinien seine Tätigkeit weiter zu führen zum Wohl der Gesamt 5 heit unserer Bewohnerschaft, ganz besonders des weniger leistungs-[keitsmedaille. b 8 . fähigen Teils derselben. Kreis Büdingen. Märkte. g 5 8= Kefenrod, 31. Aug. Den Tod fürs Vaterland starbse= Zwingenberg(Hessen), 30. Aug. Obstaroß ma 1 a Auszeichnung. Dem Leutnant der Reserve Erwin in Rußland der Landsturmmann Geyer. Eß äpfel 1. Qualität 10—12 Mk., 2. Qualität 5-7 Mk.; Eßbi 0 Thurn von Gießen wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille= Hirzenhain, 31. Aug. Bei einem Sturmangriff in I. Qual. 12—16 Mk., 2. Qual. 5—8 M.; Pfirsiche 3035 M * verliehen. Rußland starb der Unteroffizier der Reserve Robert Karl. Hauszwetschen 11—12 Mk., Trauben 35—40 Mk., Tomaten 13 85* Postverkehr mit deutschen Internier⸗ Kreis Schotten. 15 Mt.; alles per Zentner. 05 3 ten in neutralen Ländern. Im Publikum bestehen anscheinend noch immer Unsicherheiten über den Postver⸗ 0 kehr mit den in neutralen Ländern festgehaltenen An- . gehörigen des deutschen Heeres und der deutschen Flotte. Es 1 wird daher darauf hingewiesen, daß nach einer in den Schalter— E le. Frantfurt a. M., 31. Aug. Auf dem heutigen Heu⸗ h. Schotten, 31. Aug. Im Kreisamt fand unter der und Stroh nr nicht mee 1 Leitung des Kreisrats Dr. Merck eine Kreistagssitzung statt. Der Voranschlag der Kreiskasse für 1915 wurde in Ein⸗ f 5558— 8 nahme und Ausgabe auf 260 404,87 Mark festgesetzt. Der größte Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 2 E** 1 Teil der Ausgaben wird zu Kriegsunterstützungszwecken Ver⸗ b räumen aller Postanstalten aushängenden Bekanntmachung] wendung finden. Auf Antrag des Kreisausschusses beschloß man, 2. 1 SE 22 32 2 3 4 der Stbertehe mit diesen N Internierten unter die Gemeinden bei der Unterbringung jugendlicher Uebeltäter Aug. 28. 22 22 2 5 8 10 denselben Bedingungen wie mit den Kriegsgefangenen in] und verwahrloster Kinder mit einem Viertel der Kosten der] Sepl. 825 22 38 33 S8 2 85 5 den feindlichen Ländern gestattet ist. Der Verkehr ist also Zwangserziehung heranzuziehen. Auf Antrag des Abg. Meiski⸗ 1.5 8 8 1 8 2 8 2 2 5 F it allen Län- Ulrichstein wurden die Straßenwärter von der Verpflichtung zum 60 5 8 2 12 portofrei. Zugelassen sind im Verkehr mi alben Fan-] Schlagen der Steine befreit. Kreisbauinspektor Frey berichtete 1 dern offene gewöhnliche, nicht eingeschriebene Briefsendun⸗ über die Kleinpflasteranlagen im Kreise, die sich im allgemeinen. gen ohne Nachnahme, also Briefe, Postkarten, Drucksachen, recht gut bewährten. Nur stellten sich die Anlagekosten für den 312 748.7 15, 8 64 WNW. 2 Sonnenschein Warenproben und Geschäftspapiere und ferner im Verkehr] Kreis zu hoch. Der angeregte Bau der Kreisstraße von Ulfa 31 8 500 12,6 8,1 74 Bed. Himmel mit solchen Ländern, die diese Dienstzweige überhaupt be⸗ nach Unterschmitten mußte infolge der ablehnenden Haltung der] 1 4%ù 8,3 75 91 8E 2 Bew. Himme sorgen, Briefe und Kästchen mit Wertangabe, Pakete und] Gemeinde Ulfa gegenüber dem vom Kreise Gießen angeregten* a Bau einer Kreisstraße von Ulfa nach Langd vorläufig aufgegeben Postanweisungen. Welche Gattungen von Sendungen neben den überall hin zulässigen Briessendungen nach den ein- zelnen Ländern noch in Frage kommen, ist an den Post⸗ schaltern zu erfragen. *Sanitätshunde. Wie uns mitgeteilt wird, hat die Meldestelle Frankfurt des Deutschen Vereins für Sani⸗ tätshunde bereits 100 Führer und fast 130 Hunde ins Feld geschickt. Die Führer konnten durchweg über vorzügliche Erfolge berichten. Nach Berichten des Kriegsministeriums wurden seit Beginn des neuen Bewegungskampfes im Osten durch die Hilfe der Sanitätshunde weit über 2000 Ver⸗ wundete gefunden, die von den Krankenträgern über⸗ sehen worden wären. Gewiß ein glänzender Beweis für die Vorzüglichkeit der Einrichtung. ** Ein schlechtes Rebhuhnjahr haben heuer die meisten Jagden entgegen allen Erwartungen zu ver⸗ zeichnen. Hieß es im Frühjahr, daß selten so reiche Ge⸗ lege angetroffen worden seien, so entspricht ihnen die Zahl der Hühner in keiner Weise. Ob Eier und junge Brut mehr als sonst unter dem Futterschnitt gelitten haben oder ob die große Dürre ihr Aufkommen verhinderte— jeden⸗ falls gibts herzlich wenig Rebhühner. 1* Fahrraddiebstahl. Am 28. August wurde in Gießen 6 ein Fahrrad im Werte von 30 Mark, Marke„Sterling“, dessen 3 Lenkstange und Kettenrad bronziert sind, entwendet. Sach⸗ * dienliche Mitteilung nimmt die Kriminalabteilung entgegen. werden. Schließlich nahm man noch einen Bericht über den Höchste Temperatur am 30. bis 31. Aug. 1915 16,5 0. Stand der Verhandlungen bezüglich des Bahnbaus von Rixfeld! Riedrigste„ 30.„ 31.„ 1915 7„„ über Mücke nach Ulrichstein entgegen. Niederschlag: 0,0 mm. ö a 8 1 G„ 30. Aug. Am Sonntag, den 29. August, hielt— Frau Dr. Girgensohn aus Frankfurt a. M. auf Veranlassung des hiesigen Volksbildungsvereins im„Bergwirtshaus“ einen Vor- Die Aerzte empfehlen 8 das zeitgemäße Thema:„Die Bedeutung der Kochkiste Apotheker Neumeier's ür den Haushalt. An der Hand von Kochversuchen mittels der Pulver Kochkiste entledigte sich die Vortragende mit großem Geschick ihrer Asthma- eignes 8 Mu. 1.80. Aufgabe. Ihre Ausführungen gipfelten in dem Schlusse, daß die 2 3 5 3 8. 1. R. G. M. No. 26122 und 26617. Erhältlich in d. Apotheken. Kochkiste in jedes Haus gehöve, zumal sie der deutschen D 0 F tu i Hausfrau gestattet, mit einem verhältnismäßig geringen Arbeits-— A. aufwand für eine geregelte Ernährung ihrer Familie zu sorgenn 5 5 2 allen D 8 während der Kriegszeit an t* ie herantretenden Anforderungen besser noch als bisher gerecht A 1 ch T il werden zu können. Leider war gerade die bäuerliche Bevölkerung m 1 er e* unserer Gemeinde, deren Erscheinen man ganz besonders erwartet 7 N hatte, der Veranstaltung größtenteils serngeblieben. Dem Kriegs- 5 Bekanntmachung. 2 wirtschastlichen Verband des Rhein-Mainischen Verbandes für Volks- Betr.: Aufruf der jüngsten Jahresklasse des ungedienten Land⸗ bildung, der diesen Vortrag am hiesigen Orte ermöglicht hatte, sei sturms I. Aufgebots(Geburtsjahr 1898). auch an dieser Stelle Dank gesagt. Auf Grund der Allerhöchsten Verordnung Seiner Majestät des Kreis Friedberg. Kaisers vom 28. Mai 1915(R.⸗G.⸗B. S. 319) und unter Be⸗ Friedberg, 31. Aug. Die vessische Tapferkeits-zugnahme auf meine Bekanntmachung vom 5 Juni 1915 medaille erhielten die Brüder Alfred von Helmolt, Ober-⸗[[Giessener Anzeiger Nr. 13 1) fordere ich hiermit alle vom leutnant d. L., und Rudolf von Helmolt, Oberleutnant im] 3 1. Mai 1915(einschließlich) an 17 Jahre 1. 5 12. Jäger-Regiment zu Perde. wordenen und noch werdenden männlichen Versonen auf, sich Gambach, 31. Aug. Lehrer Göbel, Leutnant in einem] zur Landsturmrolle bei der Großh. Bürgermeisterei des Wohn⸗ Insanterie-Regiment, erhielt das Eiserne Kreuz, Lehrerfortes unter Angabe des Namens, Geburtsorts, Geburtstags, des 0 Der Gabelsberger Stenographen⸗Perein[Stroh wurde zum Oberleutnant b fördert. Berufs und der Religion anzumelden. 5 . von 1861 und der Damenverein Gabelsberger eröffnen am f 8 1—„Für die bis zum 31. August d. J. 17 Jahre alt gewordenen . Dienstag, 7. September, einen neuen Anfänger-Lehrgang in der vermischtes. gilt als Meldetermin der 15. September d. J. und für die nach Gabelsbergerschen Stenographie. Die Kenntnis der Kurzschrist ist dem 31. August 17 Jahre alt Werdenden der 15. desjenigen Mo⸗ 8 ein dringendes Bedürfnis geworden und ost ausschlaggebend bei Stellenbesetzung. Der Unterricht ist günstig in die Abendstunden gelegt, so daß jedermann Gelegenheit hat, sich die Kenntnis der * Aendän; 5 le.(an del zens. Pr Die 31 Jahre 2 0 4 9010 den at folgt, in dem das 17. Lebensjahr vol⸗ te nialwarenhändlerin Marta Klauß wurde heute Vor⸗. 755— mittag in Weißensee im Vorratsraum ermordet aufgefunden. Nichtanmeldung hat Bestrafung nach den Militärgesetzen zur 5 bekannten und bewährten Gabelsbergerschen Stenographie anzu-] Sie int d i M stich hinter dem 9 6 Folge. 8 8 eignen.(S. Inserat.) 3 115. 9 N n e Gießen, den Wer e* 5 5 ndkreis Gießen. Frachtverkehr mit Südamerika. Wie die Blätter ene j; Treis a. d. Lda., 30. Aug. Gestern nachmittag fand aus Amsterdam übereinstimmend melden und aus Porzigeg Schiff⸗ ber„ 1 8 wien. in der hiesigen Kirche eine Gedächtnis feier für die in] sahrtskreisen bestätigt wird, hat die Koninklyke Neder⸗ J. S. Henmerde. letzter Zeit auf dem Felde der Ehre gefallenen Mitglieder un⸗landsche Stoomboot Maaschappy(Königlich Nieder⸗ 5 ländische Dampfschiffahrtsgesellschaft) zu Amsterdam eine neue Betr.: Wie oben. 1 direkte Dampfschiffahrtslinie für den Frachtverkehr von] An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und an die Amsterdam und Rotterdam durch den Panamakanal nach der i 1 i i ö Westküste von Südamerika, mit Callao und Val paraiso Große. Bürwermeistereien der Landgemeinden des* / dd d also des Eisens. Tort erhielt jedes Hleinste Geldstück in der Mitte ein viereckiges Loch, so daß man eine beliebige Anzahl davon 1 auf einem aus Gerstenstroh gefertigten Bindfaden aufreihen konnte, als f 3 N D 5 iff 5 Obige Bekanntmachung wollen Sie alsbald in üblicher K. dessen Ende man K 2 8 Solch ein Seit dieß in den an. eee eee enn, Weise veröffentlichen lassen und dafür n alle in N Japan Mon. Ein Vielfaches dieser Einheit stellte man nach n g d ste⸗ litit 2 Frage kommenden männlichen Personen, die in Gemeinde 1 chinesischem und koreanischem Muster aus Bronze her und machte ot d i e e 18 tiker Italiens wohnen, rechtzeitig bei Ihnen anmelden. 3 5 es entsprechend größer, ohne aber die Bequemlichkeit der Turch⸗ geht an die Front. ach einer Meldung der„Stampa aus Die Anmeldungen sind von Ihnen entgegenzunehmen und a Lochung im Zentrum aufzugeben. Es sind die bekannten Käsch⸗ 4—— der italienische Abgeordnete Attilis Reda zu den Ein- mir Ir nach dem 15. eines jeden Monats mitzuteil 5 i Stücke, die noch jetzt in China und Korea die kleinste Scheidemünze berusenen des Jahrganges 1876. Reda ist bekannt durch sein ießen, den 30. August 1915. 1 5 5— f außerordentliches Körpergewicht— er wiegt nämlich nicht weniger Der Zivil vorsitzende des inneren Verkehrs bilden. Noch bis vor wenigen Jahren Is 230 Pfund. Und 801 g 5 Zivilvorsitzende 5 0 mußte man bei Reisen im Inneren 5 ganze Pferdeladungen als und. nd nun begibt sich dieser hervorragende Mann der Ersatz⸗Kommission des Kreises Gießen. 4 von solchen Münzketten mit sich schlepven, wenn man im Inneren mit Enthusiasmus und dem Grad eines Unteroffiziers“ an die J. V.: Hemmerde. Heeschäfte treiben wollte. Auch im Innern Afrikas vermittelten Frent'. um das Sewicht seiner Wersönlichlelt in die Wagschale der dꝛeeils rohe Eisenstücke, teils zu Gebrauchsformen geschmiedetes Eisen. An 2 5 du 1 1 958 a Bekanntmachung. 4 SEStäbe, Spaten und Beile, Lanzenspitzen oder Messer) den geld⸗ Annanzios neueste geldentat Wie die„Idea 1 8 r g Verkehr. In allen diesen primitiden Münzen handelt es ganz 3— W 2 hat] Betr.: Die ee e 1 Heeres⸗ * 5 Side 3 3 5 F its⸗] Gabriele d' Annuncio„nach seinem herrlichen Flug über Triest au verwaltung; hier: die letzte Sicherstellung aus sich un Schmiedeeisen, das immerhin einen gewissen Seltenheit die Sensation einer Fahrt unter Wasser erproben 2 der 1914er Ernte. 1 . preis hatte und für die Bevölkerung den vollen Wert der Münz⸗ 3 f 1 8 einheit darstellte, für die es zu gelten hatte. In Deutschland wird Diese Fahrt sand in den letzten Tagen im Adriatischen Meere statt, An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden 1 1 man zu dem vollkonmeneren Material des Bessemerstahls greifen, und der Poet äußert sich begeistert über dieses neue Jortbewegungs⸗ des Kreises. ö dabei aber doch von dem inneren Wert dieser Scheidemünzen mittel.—„göttliche Gabriele? verstebt es wahrhastig, die Auf Grund des 8 2 des Gesetzes, betr. Höchstpreise, bestä⸗ veollständig absehen und sie nur als Zeichen des Tauschverkehrs 1 zu rühren. Wie 199 weiß, und wie auch eine tigen wir die von Ihnen aufgestellten Verteilungspläne. g benützen, wie es in früheren Jahunderten bei Mangel an geprägten] römische Zeitung sestgestellt hat, ist d Annunzio auf seiner denk- aus der 1914er Ernte noch sichergestellten restlichen Hafermengen, 5 1 f f instz 5 S würdigen Reise zur Front im Hotel Royal Danil Vened AN 3 3 0 1. U Münzen 5..— und 10 chottlande soge⸗ landet. Bis zum heutigen Tage hat er 112 en 1 ebenso wie die von Ihnen an die einzelnen Haferbesiter 5 1 s— 4„token“ gab, die für ortlichen Verkehr unentbehrlich ee St n 1* ebenso kühn e beauftragen Sie, dies sofort den tei⸗ N— Ein Zwergtelephon. Unsere Fernsprechapparate sindersundener windel wie der Flug über Triest. Ja, es geht eben; i 1 mit Vervollkommnung der Technit immer handlicher und kleiner] nichts über eine reiche Phantasie. gestellten diesmmeen Ni See in Achter 8 t Nac geworden; aber sie sind noch Riesen gegen ein Telephon, das nach, Nis als Granaten, min Jung“ Eine schier] zugehen. ö dem„Prometheus“ jüngst in der Royal Society of London vor⸗ unversiegbare Quelle köstlicher Heiterkeit bildet für unsere im Felde Gießen, den 26. August 1915 geführt wurde. Dies Telephon besitzt nur eine Länge von 1½ em stehenden und aus Truppen aller Reichsgebiete zusammengesetzten Großherzogliches Kreisamt Gießen. in der Stärke eines Bleistifts. Durch das Ansprechen wird ein Heere das Babel der dialektischen Verschiedenheiten. Hart im J. V.: Hechler. feiner Platindraht in elektrische Schwingungen versetzt und dadurch] Raume stoßen sich da die Mundarten, und es ist z. B. keine 5 erwärmt. Es entstehen mun Verdichtungen und Verdünnungen der] Kleinigkeit, so sich etwa ein waschechter Oberbayer die Aufgabe umgebenden Luft und damit hörbare Schallwellen. Die Maße des] stellt, mit einem nicht minder bodenständigen Sohne der geseg⸗ Apparats erlauben es, ihn im Gehörgang des Ohres zu tragen, neten Fluren Hinterpommerns eine Unterhaltung in Fluß zu so daß es gleichzeitig als Antiphon gegen äußere Geräusche] bringen. Das Aufeinander⸗Angewiesensein aber führt ost genug wirkt. Vielleicht wird in absehbarer Zeit solch Zwergtelephon auch ohne krampfhafte Annäherungsversuche allzu großer Extreme kein Kurtosum mehr sein: wirklich brauchbar konstruiert würde] des Zungenschlages zu den drolligsten Vorkommmnissen. So dürfte es dem Telephonverkehr ungeahnte Möglichkeiten bahnen. die hübsche Geschichte von jenen beiden Sachsen nicht allgemein Berlin, 31. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Wie der„Reichs⸗ bekannt geworden sein, die in Frankreich von ihrem Truppenteil anzeiger“ mitteilt, wurde der mit der Leitung des Historischen] abkamen und in einem Etappenort sich mit der Bitte an einen Instituts in Rom beauftragte ordentliche Professor an der Uni⸗ Kameraden wandten, ihnen doch den Weg nach— Genua zu persität Görtingen, Geh. Reg.⸗Rat Prof. Dr. Kehr, unter Bei⸗ zeigen. Sie mußten nämlich nach Quendis, dem in der Nähe legung des Charakters als Geheimer Ober⸗Regierungsrat zum befindlichen französischen Orte, dessen Name der sächsische Mund Generaldirektor der Staatsarchive und zugleich zum] nur ein wenig verbildet hatte. Aber auch in den heimatlichen Bekanntmachung. 3 Betr.: Den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Lochermühle Gemarkung Lang⸗Göns. 52 1 5 Seuche ist erloschen. Die Sperrmaßregeln werden auf bes Fteßen, en 31. Aaguß 1818. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ö 1 * W.: Hemmerde. 1 — 4 l 5 — Bekanntmachung. e Betr.: Ausbruch der Maul⸗ und Klauenseuche im Kreise Alsfeld. ö. t aa. Flensungen, Nieder-Ohmen und Hain ist die Maul Direktor der geheimen Staatsarchive ernannt. Gefilden fehlt es nicht an ähnlichen Geschehnissen in dieser merk⸗ und 3— erloschen. J 1„ r Wien, 31. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Polarforscher würdigen Zeit. So berichtet man uns aus Ostfriesland, daß dort Gießen, den 31. August 1915. Julius von Payer ist gestern früh in Veldes(Oberkrain)]jüngst ein biederer Fischer vom Watt mit seinem Fang heimkam Großherzogliches Kreisamt Gießen. gestorben. und, von einem Küsten⸗Wachtposten angerufen, nach dem Inhalt 5 855 W. 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August 1015. stelle des Gießener Anzeigers. 2 22 2 Kgl. Eisenb.⸗ Bauabteilung.“ Neuenweg 9 Papierwarengroßhandlung Fernspr. 215 Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung! — 8 1 Mein hoffnungsvoller, treuer Sohn, unser lieber Bruder und Neffe Ludwig Schadeck Kriegsfreiwilliger, Gefreiter im Reserve- Feld-Artillerie-Regiment Nr. 50 ist den Heldentod am 22. August d. J. für sein geliebtes Vaterland gestorben. Am 18. August ds. Js. starb im Feldlazarett infolge seiner am 14. August erlittenen schweren Verwundung den Heldentod fürs Vater- land mein innigstgeliebter, unvergesslicher Manv, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel August Hanstein, Postbote zu Giessen Wehrmann im Infauterie-Regiment 116, 8. Komp. im 28. Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Sophie Hanstein, geb. Ruppert. In tiefer Trauer: Familie Anna Schadeck. Giessen, Bernsburg, Kirtorf, den 31. August 1915. Giessen, den 1. September 1915. 6959 Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. In der Blüte weggerissen Rubst in fremder Erd' nun du, Nimm aus beiß ersehnter Heimat Unsere Tränen mit zur Rub! Meinen Kindern, dem Farmbesitzer in Deutsch- Südwest-Afrika, Leutnant der Reserve Max Höhlbaum und seiner Frau Emmy geb. Löhlein, wurde am 13. Dezember 1914 ein gesundes Söhnchen geboren. 16061 Du guter Sohn lebst nun nicht mehr, Dein Platz in unserm Kreis ist leer. Du reichst uns nicht mehr deine Hand, Du starbst zu früh fürs Vaterland. Wir konnten dich nicht sterben seh'n Und nicht an deiner Seite steh'n. Du warst so gut und starbst zu früh, Vergessen werden wir dich nie. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 31. Juli mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Georg Wallbott Grenadier im Garde-Grenadier- Regiment Nr. 5, 2. Komp. im Alter von 22 Jahren. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 29. Juli infolge eines Kopfschusses mein innigst⸗ geliebter, guter Gatte, mein lieber Vater, unser lieber, unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwieger⸗ sohn und Schwager Willy Heinze Mustetier im Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 83 im Alter von B Jahren. In tiefster Trauer: Frau Lina Heinze, geb. Gebhardt und Kind Conr. Martin u. Frau, geb. Lenz verw. Heinze Cbristian Reibeling und Frau Martba, geb. Heinze, nebst 6967 Geschwister Jamilie Gebhardt. Frankfurt, Offenbach, Gießen und München, den 1. September 1915. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung! Emma Höhlbaum geb. Freiin von Spesshardt. Die glückliche Geburt eines kräftigen IUNGEN zeigen hocherfreut an Oberlehrer Dr. Ch. Pfeiffer und Frau Luise geb. Kessler Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Kath. Wallbott Ww. Ludwig Wallbott, Vizefeldwebel zurzeit im Felde Christine Wallbott Familie Karl Reitz Familie Wilhelm Arnold Marie Luh. Leihgestern, den 31. August 1915. 6056 Weimar(2. Zt. Gr.-Linden), 31. Aug. 1915 d Wiedersehen war seine Hoffnung! Ein erstklassiges, rein deutsches Erzeugnis ist das Beikenpulver Schneekönig in gelber oder roter Packung Sehr beliebt ist das Veilchenseifenpulver Goldperle mit hübschen und praktischen Bei⸗ lagen in jedem Paket. Sofortige Lieferung! Auch Schuhputz Nigrin(keine abfärbende Wassercreme) und Schuhtett. case Hübsche neue Heerführerplakate Haudarbeitsschole zon rl. Landmaan 5 Gießen, Süd⸗Anlage 7. 6050— Schutzmarke Carl Gentner, Göppingen. Beginn des Unterrichts in allen weiblichen Hand⸗ arbesten, Badem fetef, deb an eg ce. 2 Inigenleur- Akademie Danksagung. nahme bei dem uns betroffenen großen Ebr. 13, 14. Verluste, sowie für die zahlreichen Blumen⸗ spenden, die unserem geliebten Sohne und Todes-Anzeige. Heute nacht ½2 Uhr ist meine liebe Frau, unsere gute Mutter Frau Margarete Jung geb. Grieb im Alter von 48 Jahren nach längerem schweren Herzleiden im Herrn entschlafen, was wir allen. Freunden und Bekannten hier- durch anzeigen. Bruder zuteil wurden, sage ich im Namen der Hinterbliebenen aufrichtigsten Dank. Julius Heck. Gießen, den 31. August 1915. 3 Landwirt Georg Jung I. und Kinder. Holzheim, den 31. August 1915. 6968 Die Beerdigung findet Donnerstag. den 2. Septbr., nachm. 2 Uhr statt. Psalm 90, 12. arbeiten, Brandmaleres, Tiefbrand, Schnitzerei, Leder ⸗ Wismar. Ostsee. a ng este, Nageg. Stenger 2 plastik uw. Mittwoch, den 15. September 1915. an e. been an) Für Auswärtige ganze oder teilweise Pension im Hause. Sessse sss sss s sse ess ses g 18 8 Durch die dauernde Erhöhung der Preise für Dei e 55 5 e wabllun veich een Noh wat sind wir 4 vom 1 8555 0 er im Kriege Gefallenen. bonn resed gegen tember 1915 ab folgende A0 ·˖ Landeskomitee für das Großherzogtum hessen. 5 ne 40 een 2—— 0 III Er WA rell 8 ebe, lriserhöhung für Hufbeschlag Kommerzienrat Pfaltz⸗Offenbach 5000 Mk.(in Wert⸗[ Tlehnng g., 7. u.. Sept. 1815 papieren), Br. Chr. Rudolph⸗Offenbach 2000 Mk.(in 10167 Geldgewinne im und q— eintreten zu lassen: il it 8 b d f 8 Sammlung der Gemeinden 400000 K neues 3 Hufeisen Mk. 1.20 Mi 1 Ar E Ar Allmenrod 27 Mk., Sickendorf 124.30 Mk., Bannerod f; 42.50 Mk., Crainfeld 58 Mk., Dirlammen 82 Mk., neues leichtes Hufeisen„ 1.00 Eichelhain 35.80 Mk. Eichenrod 7.05 Mk, Freien⸗ Laupl 75000 Mark altes schweres Hufeisen„ 0.60 ä 8 a g e e e Kennteis wehnen zu welten. heft deren 7717 e die fret schmedevereint Enormbillig 1*„ m 15 N 7 de 2 eee Diesreie Schmiedevereinigung 70 Mk, Sgochansen 115.70 Mr, Schadges 5. 50 Af DN für Stadt und Kreis Gießen. Sweater Westen Uetzbausen 28 Mk., Unter⸗Schwarz 37.30 Mk., Unter- mittelst Anweisung auf Wegfueih 9.25 Mk. Vaitshan 30 Mk., Wernges] Wunsch auch geg. Nebn.][ Achtung! Achtung! Socken. Strümpfe 11.25 Mk. 1 Ernst Streb Hemden. Unterhosen den che pezirebenz in oslenpag: Ferm Digg Han fan burn u, Stephan, Ein Waggon Einmachgurken. Wwe. 20 000 Mk., Maschinenfabrik Friedr. 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