Der Sießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; zweimal wöchentl. Kreis: blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); blelscas ice Zelhragen wirtscha e agen Jernsprech⸗ Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleb! ldresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger leßen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 1(WTB.) Großes Hauptquartier, 30. August. Amtlich.)— 5 Westlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. — Destlicher Kriegsschauplaz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls g v. Hindenburg. i Truppen des Generals v. Below stehen im Kampf um den Brückenkopf südlich von Frie drichstadt. In den Kämpfen östlich des Njemen hät die Armee des Generalobersten v. Eichhorn die Gegend nordöstlich von Olita erreicht. Es wurden weitere 1600 Gefan⸗ gene gemacht und 7 Geschütze erobert. In der Richtung auf Grodno wurde Lips!(am Bobr) erstürmt, der Feind zum Aufgeben des Sidra⸗Abschnittes ge⸗ zwungen und Sokolka von uns durchschritten. Der Ost⸗ rand der Forsten nordöstlich und östlich von Bialystok ist an mehreren Stellen erreicht. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Im Bialowieska⸗Forst wird um den Uebergang über den oberen Narew gekämpft. 5 Die deutschen und österrei isch⸗ungarischen Truppen des Generalobersten v. Woyrsch warfen den Feind aus seinen Stellungen bei Suchopol(am Ostrande des Forstes) und Szereszowo. Sie sind in scharfer Verfolgung begriffen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. Um den Rückzug ihrer rückwärtigen Staffeln durch das Sumpfgebiet östlich von Bruzana zu ermöglichen, stellten sich die Russen gestern in der Linie Poddubno in der Gegend südlich von Kobryn noch einmal zum Kampfe. Sie wurden geschlagen, trotzdem sie bereits abmarschierende Teile wieder in den Kampf warfen. Auch die Fortführung des in der Kriegsgeschichte aller Zeiten unerhörten Vekfahrens, zum Schutze der flüchtenden Armeen die auf dem Rückzuge mit⸗ geschleppte Bevölkerung des eigenen Landes zu vielen Tausenden, darunter hauptsä lich Frauen und Kinder, in unseren Angriff hineinzutreiben, utzte ihnen nichts. Oberste Heeresleitung. e e ee ee N 5 Aus der nachstehend wiedergegebenen amtlichen Zu⸗ sammenstellung über das Gesamtergebnis der großen Offen⸗ siwe gegen Rußland seit Anfang Mai sind die erfreu⸗ lichsten Rückschlüsse auf die heutige Lage zu ziehen. Wenn in den letzten Tagen aus Petersburg vielfach angekündigt worden war, daß der Großfürst Nikolai seine Heere in einer günstigen Linie weiter im Innern des Zarenreiches aufstellen werde, um zu gegebener Zeit, nach Erledigung der Munitionsfrage, wiederum zum Angriff vorzugehen, so wissen wir jetzt, was davon zu halten ist. Wo nichts ist, hat der Zar sein Recht verloren. Seine Armeen, andert⸗ halb Millionen Soldaten, sind in den letzten Monaten aus dem Kampfe ausgeschieden. Jetzt begreifen wir auch besser das Ziel unserer so stürmisch und ohne Zeitverlust vorrückenden Heerführer: es gilt nicht etwa, russische Land⸗ stücke zu besetzen(dies ist ein selbstverständlicher Erfolg, der erst in zweiter Linie in Frage kommt), sondern die Strategie Hindenburgs gilt, und dabei erinnern wir uns seines bekannten kernigen Ausspruches an seine Soldaten, dem„letzten Russen“, der besiegt zu Boden liegen soll. Dieses Vorhaben schien damals kühn und schwer erreich⸗ bar— heute aber ist das Wort beinahe erfüllt und ein⸗ 8 löst, denn der Zar hat nur noch klägliche Trümmer seiner eere und der„letzte Russe“ wird von Ort zu Ort gehetzt. Von ganz besonderer Bedeutung für diese Wandlung der Lage ist es, daß auch im Südosten, an der Grenze Galiziens, der Stein wieder ins Rollen gekommen ist, der den Feind auch in der dortigen Gegend zerschmettert und aus ihm eine gänzlich zusammenhangslose Masse macht. Den Keil zwi⸗ schen die beiden getrennten Feindeshaufen treibt augenblick⸗ lich der General v. Puhallo weiter vor, indem er von Kowel aus sich nach Süden gewandt hat und die nördliche Spitze des podolischen Festungsdreieckes, Luzk, bedroht. An der ge⸗ samten Riesenfront, von der Düna bis zur bessarabischen 2 1 55 Siu sich der geschlagene und zerbröckelte Feind auf der Flucht. Und nun sind, wie es scheint, auch die letzten Hoff⸗ nungen unserer Feinde gescheitert, an den Dardanellen Revanche für alle Unbill zu nehmen und den Russen dort die nötige Luft zum Atmen zu schaffen. Seit dem 6. August 1 neue Verstärkungen gelandet, die jetzt atten die Engländer an nörd! Flügel, an der Suplabucht, die volle ö lichen Wucht der türkischen Kampfeslust erfahren haben. Nach der amtlichen türkischen Meldung verlor der Feind in den letzten beiden Tagen etma 10000 Mann, die getötet wurden; die übrigen Verluste sind darin nicht mitgerechnet, es heißt aber, e Zahl der feindlichen Verwundeten sei ebenso groß. Wenn den folgenden Nachrichten angeführte Verlustziffer des es(40000 an einem Tag), von dem Gewährsmann General⸗ Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.- Buch⸗ und Steindruckerei k. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Die bernichtung der russischen Heere. Ein großer türkischer Sieg an den Dardanellen. der„Voss. Ztg.“ mitgeteilt, vielleicht auch etwas übertrieben ist, so darf dagegengehalten werden, daß auch der Konstan⸗ tinopeler Berichterstatter der„Frankf. Ztg.“ feststellt, die Verluste der Engländer betrügen seit dem 6. August an Toten und Verwundeten mehr als 50000 Mann. In Konstantinopel herrscht ob diefes Erfolges große Begeisterung, und auch wir an Siege und Triumphe gewöhn⸗ ten Deutschen dürfen“ den Leistungen unserer osmanischen Verbündeten und der Bedeutung ihrer neuesten Siege herz⸗ liche Bewunderung und Anerkennung zollen. Vielleicht wird der russische Generalstab auch diese Ereignisse zum Anlaß nehmen, gegen„deutsche Umtriebe“ im Innern Ruß⸗ lands zu zetern? Uns dünkt, die ganz natürliche Folge so entscheidender Schläge muß sich auch in der Stimmung des russischen Volkes geltend machen. Und wehe, wenn dieses das schmähliche Verhalten seiner obersten Füh⸗ rer in vollem Umfange erfährt! Selbst wenn nur die letzten Tagesberichte der deutschen Heeresleitung bekannt werden, muß es im russischen Volke tagen, denn die Tat⸗ sache, daß unschuldige Wehrlose von den flüchtenden Sol⸗ datenhorden dem Verfolgungsfeuer des Feindes entgegen⸗ geworfen worden sind, wird in Rußland noch unwilliger aufgenommen werden als anderswo. 185 1 . a R. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 30. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 30. August 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Die Armeen der Generale Pflanzer⸗Baltin und Bothmer drangen gestern bis an die Strypa vor. Der Gegner ver⸗ suchte an verschiedenen Geländeabschnitten unsere Verfolgung einzudämmen, wurde aber überall zurückgetrieben. Besonders hartnäckiger Widerstand mußte am unteren Ko ro pied⸗ Bach gebrochen werden. Die Truppen des Generals Bö h m⸗ Ermolli stießen östlich Zloczow und in einer von Bialykamien über Toporow gegen Rade z iech ow ver⸗ laufenden Linie auf stark besetzte Stellungen. Der Feind wurde angegriffen und an zahlreichen Punkten der Front geworfen. 8 In Wolhynien haben unfere gegen Luck drängenden Streitkräfte abermals Raum gewonnen. Swimincki und andere zäh verteidigte Oertlichkeiten wurden dem Feinde entrissen. Die in der Bialowieskaja Puszeza kämpfenden K. und K. Truppen schlugen die Russen bei Szere szo wo und verfolgten sie gegen Pruszany. Italienischer Kriegsschauplatz. „ Gestern unterhielten die Italiener an der ganzen küstenländischen Front ein Artilleriefeuer von wech⸗ selnder Stärke. An mehreren Stellen unternahm ihre In⸗ fanterie Annäherungsbersuche und kleinere Angriffe, wurde aber immer abgewiesen. 5 Im Kärntner und Tiroler Grenzgebiet ist die Lage unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Eine amtliche Uuebersicht über die deutschen Erfolge im Osten. Berlin, 30. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Aus dem Großen Hau ptquartier wird uns geschrieben: In dem gegenwärtigen Zeitpunkte, in dem durch den Fall der inneren russischen Verteidigungslinie ein gewisser Ahsch nik in den fortlaufenden Operationen erreicht worden ist, ist es lehr⸗ reich, sich kurz das bisherige Ergebnis der Offen⸗ sive zu vergegenwärtigen, die am 2. Mai mit dem Durchbruch bei Gorlice begonnen hat. Die Stärke der russischen Verbände, auf die der eigentliche Stoß nach und nach traf, wird gering mit 1400000 Mann beziffert werden ßönnen. In den Kämpfen sind rund 1 100000 Mann gefangen und mindestens 300,090 Mann gefallen oder verwundet worden, wenn man die Zahl der so Ausgeschiedenen(ohne Kranke) sehr niedrig auf nur 30 Prozent der Gefangenen veranschlagt. Sie ist aber sicher höher, denn seitdem der Feind, um den Rest seiner Artillerie zu retten, den eiligen Rückzug ohne jede Rücksicht auf Menschenleben in der Hauptsache durch Infanterie zu sichern versucht, hat er natürlich ungeheuerliche blutige Verluste erlitten. Man kann also sagen, daß die Heere, auf die unsere Offensive gestoßen ist, ein für allemal vernichtet sind. Wenn dies dadurch zu erklären, daß er die für die Offensive gegen die Türkei in Südrußland bereitgestellten Divisonen herangezogen hat, daß sehr viele halbausgebildete Ersatzmannschaften aus dem Innern Rußlands schleunigst herangeführt wurden und daß er endlich aus jenen Fronten, an denen unser Druck weniger fühl⸗ bar war, zahlreiche Mannschaften einzeln und in kleinen Ver⸗ bänden nach Norden verschoben hat. Alle diese Maßnahmen haben das Verhängnis nicht aufhalten können. Aus Galizien, Polen, Kurland und Litauen ist der Feind vertrieben. Seine geschlossene Front ist zerrissen, seine Heere fluten in Zwei voll⸗ ständig getrennten Gruppen zurück. Nicht weniger als 12 Festungen, darunter vier große und ganz modern ausgebaute, fielen in die Hände unserer tapferen und treuen Streiter und damit die äußere sowie die innere Sicherungslinie des russischen Reiches. Die Verfolgung der Russen über Brest⸗Litowsk hinaus. 5 Berlin, 31. Aug. Zur Verfolgung der Russen über der Gegner trotzdem noch Truppen im Felde stehen hat, so ist f Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. die Heeresgruppe des Prinzen Leopold von Bahern parallel der Bahnstrecke nach Wollowisk weiter Raum gewinnt. Die Heeres⸗ gruppe Mackensen rückte bis 50 Kilometer über Brest⸗Litows! hinaus. Berlin, 31. Aug. Im„Berliner Lokalanzeiger“ heißt s zur kritischen Lage der Russen bei Kobryn aus Budapest: Die in der Gegend von Kobryn zusammengedrängten russischen Armeen befinden sich in einer kritischen Lage, weil durch das Vordringen der deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen die meisten Rück⸗ zugslinien scharf bedroht sind. Nur der Weg nach Nord⸗ osten bleibt offen, aber das rasche Vordringen der Ver⸗ bündeten bedroht auch diese Linie bon Stunde zu Stunde wirk⸗ samer. Besonders jene russischen Armeen können in eine gefährliche 0 Lage geraten, die sich, auf sumpfigem und waldigem Gebiet zu⸗ sammengepreßt, eiligst zurückziehen. 8 Der Kampf um Wilna. 5 Berlin, 31. Aug. In verschiedenen Morgenblättern liegen Nachrichten aus Kopenhagen vor, denen zufolge die Bedrohung Wilnas durch die Deutschen immer ernstlicher wird. Verschie⸗ dentlich wird eine große Schlacht bei Wilna angekündigt. g (WTB. Nichtamtlich.) N sich unsere Truppen nach heftigen Kämpfen in den letzten Tagen mehr westlich dieser Stadt zurückgezogen. In den Richtung Jako! st Westen keine Veränderungen. und zwischen diesem Flusse und 27. und 28. August auf der Front von f i on Wilna bis Nowy ja— Troki Daubi und weiter bis zum Njemen die heftigen Kämpfe an Auf der Front zwischen den Quellen des Bob r und Pripjet keine wesentlichen Veränderungen. Im Laufe der Nacht zu 28. August und am Tage darauf wurden in dieser d mu Nachhutgefechte geliefert. Infolge der Versuche des Feindes, d starke Kräfte südlich von Wladimir⸗Wolynskif zusammen. zog und eine Offensive in der Richtung auf Luzk, Starde und Roshischtsche begann, um die rechte Flanke unserer Stellung in Galizien zu umfassen, ergriffen wir Maßnahmen z wendigen Umgru pp i und 28. August unter dem ausgeführt wurde. Die Dämmerung in Rußland. 1 Petersburg, 30. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Mitteilun⸗ t unmaln nördlich von Unter den rsuch lügen J 3 den Dardanellen.. 1 2 Die Kämpfe an Nichtamtlich.) danellen⸗ am 28. August seine An⸗ Konstantinopel, 30. Aug.(WTS. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront unternahm der Feind gestern in der Gegend von Ana⸗ forta nichts. Unsere Artillerie schoß das Heckeines feindlichen Toryedobgotes in Brand, welches abgeschlevpt wurde. Bei Ari⸗Bur nu nichts von Bedeu⸗ Brest⸗Litowsk hinaus meldet das„Berliner Tageblatt“, daß . 3j ̃. tung. Bei Sedd⸗ül-⸗Bahr zerstörte die Artillerie un c seres linken Flügels eine feindliche Bombenwerferstellung. Auf den anderen Fronten nichts Erhebliches. Berlin, 31. Aug. Der Vossischen Zeitung“ wird aus Koustantinopel zu den letzten für den Feind so überaus ver⸗ lustreichen Kämpfen aus Gallipoli gemeldet: Auch die größten Opfer, die der Feind bringt, sind nutzlos. Unsere Stellungen bei Anaforta und Ari Bur nu sind so unvergleichlich stark ausgebaut, daß auch mit einer bedeuten⸗ den Uebermacht nichts auszurichten ist. Die letzten Unter⸗ stützungen, die die Engländer nach Gallipoli gebracht haben, sind bereits aufgezehrt. Schon ihre Landung kostete ihnen schwere Opfer. Ihre Verluste in den Kämpfen am letzten Samstag dürften sich auf 40 000 Mann belaufen, darunter verhältnismäßig viele Offiziere. Eng⸗ lische Gefangene geben zu, daß man die Opferwilligteit der türkischen Soldaten weit unterschätzt hat. Konstantinopel, 30. Aug.(WT. Nichtamtlich.) Mel⸗ dung des Wiener K. K. Telegraphenkorrespondenzbureaus. Die Nachricht von dem großen Siege an den Dardanellen wurde hier mit ungeheurem Jubel aufgenommen. Die Stadt trägt reichen Flaggenschmuck. ö Berlin, 30. Aug.(Priv.⸗Tel., zens. Bln.) Ueber die Landung der englischen Truppen am 6. August an den Dardanellen wird berichtet: Die Engländer landeten etwa fiinf Infanterie⸗Divisionen, ferner eine Kavallerie⸗ Division ohne Pferde, welche wie die Infanterie verwendet wird, und einige andere Truppenteile, im ganzen etwa 100 000 Mann mit starker Artillerie in der Suvla⸗ bucht. Ihre Angriffe gegen die Südtruppen waren voll⸗ ständig erfolglos. Bei den Nordtruppen gelang es den Engländern, beim ersten Anlauf den türkischen rechten Flü⸗ el etwas zurückzudrängen. Sofort eingesetzte neue türkische Truppen brachten den Angriff nicht nur zum Stehen, son⸗ rn warfen ihn erheblich zurück. Die Engländer ehnten ihre brückenkopfartigen Stellungen, welche etwa en Kilometer vom Meere entfernt sich befanden, nach Norden weiter aus. Die Entfernung beträgt jetzt etwa zwei Kilometer, die Türken haben aber nach wie vor die ge⸗ ten, die englischen Stellungen beherrschenden Höhen inne Die Erfolge bei den Südtruppen waren also für den 95 ischen Aügreifer gleich Null, bei den Nordtruppen außer⸗ ordentlich gering und nicht entfernt dem ungeheuren Auf⸗ and von Menschen und Munition entsprechend. Von. gendwelchem Zurückdrängen der Türken kann demnach ine Rede sein. 8 Die Türken und ihre Gefangenen. Konstantinopel, 30. August.(WTB. Nichtamtlich.) Das tegspressequartier veröffentlicht einen Brief des hier in Kriegs⸗ fangenschaft befindlichen Sohnes des Marquis von Aber⸗ een an seinen Vater, in welchem der Schreiber mitteilt, daß die Gefangenen und Verwundeten von den Türken gut be⸗ handelt werden. Die Mehlversorgung Konstautinopels. Konstantinopel, 30. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) ie Regierung hat beschlossen, der Gemeinde Konstan⸗ opel zum Zwecke des Mehlankaufs für die Be⸗ fnisse der Stadt eine Anleihe von 150000 Pfund zu —„ E 85 a Die Haltung Bulgariens. 5 Berlin, 31. August. Zu Bulgariens Haltung be⸗ htet Rudolf Rotheith in der„Vossischen Zeitung“ aus Sofia: Bedingungen, die der Vierverband an Bulgarien für seine nische Zusage stellte, bestanden in der Uebernahme der Ver⸗ gierung von Bulgarien kundgegeben, daß sie diese Bedingungen ehnen. Die Türkei verlangt von Bulgarien als Gegenleistung die Abtretung von Türkisch⸗Thrazien eine Erweiterung r bisherigen wohlwollenden Neutralität. b Ein rumänisch⸗bulgarisches Abkommen? Berlin, 30. Aug.(Zens. Bln.) Aus Budapest mel⸗ et der Berl. Lokalanzeiger“: Aus Bukarest wird ge⸗ det: Die Umgebung des hiesigen bulgarischen Gesandten dahin verständigt worden, daß sich die Verhandlun⸗ zwischen Rumänien und Bulgarien in sehr schrittenem Stadium befinden und in den nächsten gen abgeschlossen werden dürften. Der Gang der Ver⸗ handlungen verheiße e Ergebnisse. Es gilt als „daß es gelin wird, alle strittigen Fragen zu Es sei festzustellen, daß beide Regierungen mit em Wohlwollen die aufgetauchten Schwierigkeiten zu igen bestrebt waren. Die Vereinbarungen werden den rchgangsverkehr über Rumänien bedeutend eichtern, durch dessen bisherige schwerfällige Abwicklung bulgarische Handel viel Schaden erlitt und häufig Be⸗ schwerde erhob. Infolge der neuen rumänisch⸗bulgarischen Vereinbarung werden die Hemmungen im Postverkehr voll⸗ kändig beseitigt. Die rumänische Telegraphenverwaltung f d mit besonderer Fürsorge darauf achten, daß die wegen mseliger Beförderun fe Telegramme laut gewor⸗ Beschwerden abgestellt werden. Die Dobrudscha⸗ listria⸗Frage wird durch die Vereinbarungen nicht öst werden, sie werden aber hierauf bezügliche Aeuße⸗ ingen enthalten, indem die rumänische Regierung die echtigung der von Bulgarien gewünschten Grenzberich⸗ igung anerkennt. Die Regelung dieser Territorial⸗Fragen ird bis nach dem Krieg verschoben, wo dann eine Kom⸗ isston eine bezügliche Vereinbarung nach gründlichem dium der Frage feststellen und beiden Staaten unter⸗ 1 wird. Die Cholera in Italien. Rom, 30, Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Ein Erlaß des Reichs⸗ erwesers verfügt die E gegen Cholera Heer und Marine. Der Minister des Innern kann sie auch ivilpersonen anordnen. ö England und die Kriegsentschädigung. Berlin, 39. Aug,(WT. Nichtamtlich) Die„Norddeut⸗ sche Allgemeine Zeitung“ schreibt unter dem Titel„England nd die Kriegsentschädigung“: Der Staatssekretär Reichsschatzamtes hat in seiner Reichstagsrede am 20. August gesprochen, daß„bei einem siegreichen Frieden“ die Kosten⸗ e nicht vergessen werden soll; die künftige Lebensunterhaltung seres Volkes müsse so weit als möglich von der ungeheuren Bürde entlastet werden, die der Krieg anwachsen läßt. Das Bler⸗ gewicht der Milliarden verdienten die Anstifter dieses Krieges, sie mögen es durch Jahrzehnte schleppen, nicht wir.„Diese Worte haben der englischen Presse in hohem Maße mißfallen. Die 5 Gazette“ erklärt die Worte Helfferichs für den tölpel⸗ Einschüchterungsversuch, den man sich ausdenken könne; Geständnis und die Absicht, den geschlagenen Allierten eme Kriegsentschädigung, oder wie die englische Presse sagt, einen JJ daß er sie am Schrusse seiner Antwort auf die Rede des erchs⸗ kanzlers als einen Beweis dafür anführt, daß Deutschland um die „Oberherrschaft“ kämpfe. Deutschland fordert also mit anderen Worten, daß ganze Völker, die ihm Widerstand geboten haben, noch Jahrzehnte lang arbeiten müssen, um ihm in Gestalt von Kriegsentschädigung einen Tribut zu zahlen; unter solchen Umständen kann kein Frieden geschlossen werden, der anderen Völkern als den deutschen das Leben erträglich machen würde. Aus der Entrüstung, mit der der englische Minister des Aus⸗ wärtigen und die britische Presse den Gedanken einer Kriegsent⸗ schädigung zurückweisen, ergibt sich zweierlei: Erstens, daß die Ankündigung des Reichsschatzsekretärs England an einer seiner empfindlichsten Stellen getroffen hat; der Gedanke, aus der eigenen Tasche bezahlen zu müssen, wird offenbar erschreckender empfunden, als die Pläne der deutschen„Annexionisten“, die nur Landerwerb und noch dazu hauptsächlich auf Kosten der anderen Entente⸗Ge⸗ nossen betreffen. Zweitens, daß bei den Engländern im Innern ihres Herzens die Hoffnungen auf einen füt sie siegreichen Ausgang des Krieges auf den Nullpunkt gesunken sind, denn solange die Engländer noch an ihre Sache glaubten, war eine Bedrohung Deutschlands mit einer erorückenden Kriegsent⸗ schädigung erlaubt und selbstperständlich. Wenn jetzt die eng⸗ lischen Zeitungen und Staatsmänner den Gedanken einer Kriegs⸗ entschädigung für unmoralisch und verrückt erklären, so kann diese Meinungsänderung nur darauf beruhen, daß eine andere Kriegsentschädigung als eine solche zugunsten Deutschlands in ihrem Gesichtskreise keinen Raum mehr hat. N Deutschland und Amerika. Washington, 30. Aug.(WTB. Nichtamtlich Meldung des Reuterschen Bureaus: Präsident Wil son beschloß, keinen Urlaub anzutreten, bis die Angelegenheit mit Deutschland end⸗ gültig geordnet ist. ** * Aus Belgien. Brüßssel, 30. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Unter dem Pro⸗ tektorat des Generalgouverneurs Freiherrn von Bissing und in Anwesenheit des Prinzen Johann Georg von Sach⸗ sen sindet hier eine Kriegstcgung für Denkmalpflege statt, deren Dauer auf drei Tage berechnet ist. Vertreten sind die Mitglieder des ständigen Ausschusses für Denkmalspflege, der Vorstand des Bundes für Heimatschutz und Vertreter der Denk⸗ malspflege bei den Bundesstaaten, wie Vertreter der österreichischen Regierung. 0. Mangel an Kleingeld in Frankreich. Paris, 30. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Wie der „Temps“ meldet, ordnete der Finanzminister an, um dem zunehmenden Man 5 an Kleingeld 1 daß die Münze künftig die doppelte Menge Silbergeld prägt. Das gleiche Blatt teilt mit, daß die Wee den Mörder von Jaures abgeschlossen und die Akten der Staats⸗ anwaltschaft zugestellt wurden. —— der Seelrieg. 5 Ein gerichtliches Nachspiel zur Versenkung des russischen Kreuzers„Schemtschug“. Petersburg, 30. Aug.(WTB. Nichtamtlich.)„Rjetsch“ meldet aus Wladiwostok: Das Kriegsgericht hat den Kom⸗ mandanten des von der„Emden“ versenkten Kreuzers „Schemtschug“ wegen Nachlässigkeit im Dienst zu 3 Jahren und den ersten Offizier zu 1½ Jahren Gefängnis und Ver⸗ lust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. * London, 30. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Agen⸗ tur meldet: Der englische.„Sir Wil lia m Stephensohn“ ist versenkt worden. Aus dem Reiche. Berlin, 31. Aug. Ueber die Zeichnungsbedin⸗ gungen der dritten Kriegsanleihe erfährt die „Voss. Ztg.“, daß die Zeichner die ihnen zugestellten Beträge vom 30. September ab jederzeit voll bezahlen können. Sie sind verpflichtet, 30 Prozent spätestens am 18. Oktober, 20 Prozent am 24. November, 25 Prozent am 23. Dezember und 25 Prozent am 22. Januar 1916 zu bezahlen. Frühere Zahlungen find zulässig, jedoch nur in rund durch Hundert teilbaren Beträgen des Nennwertes. f Berlin, 30. Aug.(WTB. Amtlich.) Der Reichstag beschloß zu der Verordnung über die Errichtung von Betriebs⸗ gesellschaften für Steinkohlen⸗ und Braunkohlen⸗ bergbau einige Aenderungen, denen der Bundesrat in der heutigen Plenarsitzung zustimmte. Durch den Beschluß wird in sachlicher Hinsicht nichts geändert, insbesondere bleibt die Mög⸗ lichkeit der Schaffung eines Zwangssyndikats nach wie vor voll und ganz aufrechterhalten. 0 Berlin, 31. Aug. Zu der parlamentarischen Stu⸗ dienfahrt durch Ostpreußen berichtet die„Berl. Morgenpost“, die Russen hätten 24 Städte, beinahe 600 Dörfer, le 300 Güter und über 30 000 Gebäude zer⸗ stört, sowie mehr als 100 000 Wohnungen geplündert. —— Aus Stadt und Cand. Gießen, 31. August 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Leutn. u. Kompagnieführer Willi Tempel aus Alzey.— Freiw. Kriegskrankenpfleger Georg Zeschky aus Darmstadt.— Schornsteinfegermeister Aug. Thomas aus Dieburg.— Leutn. Theod. Trauthig, 2. Garde⸗Res.⸗Agt., aus Reiskirchen b. Wetz⸗ lar.— Ers.⸗Res. Aug. Gümbel, Inf.⸗Rgt. 99, aus hofen. — Lehrer Friedr. Weber, Inf.⸗Rgt. 88, aus Bonbaden.— Ers.⸗ Res. Willi Häuser, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Niederweisel.— Landsturmmann Schulverwalter Friedr. Rösch, Inf.⸗Rgt. 253, aus Offenbach a. M.— Ers.⸗Res. Konrad Riedmüller aus Offenbach a. M.— Unteroff. der Straßenbau⸗Komp. 37 Stadt⸗ baumeister Wolf Spies aus Dillenburg. ü e Ritter des Eisernen Kreuzes: Stadtbau⸗ führer Karl Haedke aus Marburg, Pionier in einer Landsturm⸗Pionier⸗Kompagnie. Forstbeflisfener Rudolf Fischer aus Battenberg, Kriegsfreiw. und Leutn. d. R. im Jägerbat. 11. Kriegsfreiwilliger Oskar Stuhl aus Wetzlar, Inf.⸗Regt. 87. Wittich, Major und Bat.⸗Kom⸗ mandeur, Wagner, Hauptmann und Kompagniechef, Lossen, Oberleutn. und Bat.⸗Adj., sämtlich vom Land⸗ sturm⸗Bat. Worms. Aftz, d. R. Ed. Schmidt aus Butz⸗ bach. Füsilier Heinr. Ritz aus. Uffz. Herm. Fischer aus Blofeld, Inf.⸗Regt. 46. iegsfreiw. Arzt Dr. Wilh. Wenzel aus Butzbach. Off.-Stellvertr. Schneider von der Verwaltung des Kriegsgefangenen⸗ lagers in Wetzlar(1. Kl.). 5 * Der erste Metallablieferungstag für unsere Stadt hatte rund 50 Bürger veranlaßt, freiwillig das Kupfer⸗, n und Nickelgerät, das sie im Besitz hatten, abzuliefern. Manches Stück aus dem urgroßelter⸗ lichen Hausrat, von dem man sich gewiß schweren Herzens * ——— „Tribut“ aufzuerlegen, streife an 1(insanity). Auch Grey it burch die Worte Helfferichs so start beeindruckt, getrennt hat, wurde, allerdings gegen gutes Geld, auf dem 0 Salach worden, Nachrichten über das Sch terlan die Genen n es ansah, auf dem Boden oder in einer sonstigen 0 nutzlos ihr Dasein gefristet 55 55 Wenn in j die Kupfer⸗ nge und Nickelgeräte, die sich nicht mehr im Gebrauch befinden, freiwillig abgeliefert werden, so wird es wohl zu einer Beschlagnahme der noch unbedingt für den täglichen Gebrauch notwendigen, verarbeiteten Me⸗ tallgeschirre und 1. nicht kommen. Es liegt also im allgemeinen, gegenseitigen Interesse, wenn jeder einzelne in galten Bevölkerung freiwillig das hergibt, was zur Ver⸗ teidigung des Vaterlandes nötig ist. 5 Den Verwundeten im erwiesene Freude herzlich dankbar und sparten nach den aus⸗ gezeichneten Darbietungen nicht mit ihrem reichen Beifall. ** Die Vermißten von Quesnoy. Am Sonntag nachmittag hatten sich im Felsenkeller viele Angehörige vonn vermißten 116ern eingefunden, von denen nach dem 85 Gefecht bei Quesnoy keinerlei Nachricht mehr in die Heimat 5 gekommen ist. Etwa 200 Personen hatten der Einladung zur 15 Versammlung Folge geleistet. Kreisamtssekretär Hag Als feld begrüßte dieselbe und übertrug alsdann den Vorsitz. an Stadtv. Fabrikant Eichenauer⸗ Gießen. Eine n⸗ zahl von Vätern vermißter Angehöriger unseres Regiments 4 gab alsdann eingehend Nachricht von den Schritten, die man getan habe, um Licht in das Dunkel von Quesnoy zu bringen. Obschon man sich an den Kaiser, den König von Spanien, den französischen Generalissimus, die Komman⸗ danten aller französischen Gefangenenlager, das Kriegs⸗ ministerium usw. gewandt und durch verwandtschaftliche Beziehungen die Vermittlung fremder öriger 2 N 0 angehört in Anspruch genommen hat, ist leider bisher kein posities Ergebnis erzielt worden, und vor wie nach wissen so manche nicht, ob sie einen lieben Sohm oder Bruder als tot be⸗ trauern müssen, oder ob er noch irgendwo in einem feind⸗ lichen Gefangenenlager gehalten wird. Festgestellt ist, daß in englischen Lagern kein einziger 116er sich befindet. Leider steht aber auch fest, daß nach Tage von Quesnoy seitens des Feindes die Bestimmungen der Genfer Konvention über die Erkennungszeichen der Gefallenen nicht beachtet wurden. Auch von allen Organisationen, die sich die Ermittlung von Vermißten angelegen sein lassen, ist nichts unversucht l Schicksal der Ver⸗ mißten von Quesnoy zu erhalten, leider vergeblich. Die Be⸗ mühungen, Licht in die Sache zu bringen, dauern an. Denk⸗ 15 ist immerhin, daß der eine oder andere Gefangene trotz er 73 1 0 u Ein deutscher Kriegerfriedhof in Se⸗ dan. Auf Veranlassung der zuständigen Armeeleitung ist in Sedan ein Ehrenfriedhof für deutsche Soldaten errichtet worden. Sein Schöpfer ist ein geborener Gieße⸗ ner, der Hauptlehrer an der Kunst, rbeschule zu Trier, Offizierstellvertreter Lony, der Sohn des Rentners Lony⸗ Gießen. L. wurde während einer Erholung von einer Ver⸗ wundung im Offiziers⸗Genesungsheim in Sedan mit dem Auftrage bedacht, ein monumentales Denkmal und die An⸗ lage für den geplanten Friedhof zu entwerfen. Die Arbeit wurde nach seinen Plänen von genesenden deutschen Sol⸗ daten ausgeführt und wird am 10. September feierlich suchr des dr 59575 9770 r 85 e 2 5 73 icht des Friedhofs hervor„ist die ehrenvolle Aufg 5 von Lony in hervorragender Art gelöst worden. Den Mittel⸗ punkt der in ruhige Flächen aufgeteilten Anlage bildet ein massiger, breit hingelagerter Portalbau, der von wuchtigen Säulen und Eckpfeilern getragen wird, und an den sich zu beiden Seiten Baumgruppen und blumenbekrönte Zier⸗ bei diesem neuen„ ang eine mauern anlehnen. Auch Soldaten, das allerdings an Bedeutung und Umfan besondere Stellung unter ähnlichen Kriegsbauten einzu⸗ nehmen scheint, handelt es sich um einen sichtbaren Beweis deutscher Tatkraft und Kultur. 175 4 e Kriegergrabmäler. Der Landesverein vom Roten Kreuz schreibt uns: Der ordentliche Professor für Baukunst an der Darmstädter Technischen Hochschule, Herr seime Baurat Walbe, hat in dankenswertem Entgegenkommen seine Kunst in den Dienst unserer in heldenmütigem pf Gefallenen gestellt. Er hat eine Anzahl von ihm entworfener Vorbilder für ölzerne Krieger⸗Grabmäler, ohne Farben, aber auch solche in farbiger Behandlung, für die ganz oder großenteils aus hessischen Truppenteilen bestehenden Divisionen uns überlassen. Diese Grab⸗ mäler sind nicht nur künstlerisch schön, sondern sie können auch leicht im Felde zusammengesetzt werden. Eine eingehende Er⸗ läuterung stellt Herr Pegsessor Walbe au falls zur Verfügung. Wir habem von dem Divisionen alsbald Mitteilung gemacht u das folgende Schreiben erhalten:„Dem Landesver Kreuz erlaubt sich die Division ihren verbindlichsten Dank für die freundliche a von Herrn Geheime a Professor Walbe gefertigten Entwürfe für hölzerne Krieger⸗Grab⸗ mäler auszusprechen. Die Division wird e ihre eigenen Kriegslazaretten auch den daran interessierten Truppen⸗ teilen der Nachbardivision zugehen lassen; sie ist 1 9 0 daß je hier wie dort den gleichen An und eifrige Nac ng inden werden. Auch dem Künstler bittet die Division ihren herz⸗ d ivilvorsitzende der ruf Fer fangen Jahre * Eine Trocknungsanlage für Gemüse un Obst ist im Volksbad von der Stadt eingerichtet 5 Den Oberbürgermeister macht in einer Anzeige in vorlieg N. mer auf diese neue Anlage aufmerksam. N * Apa * Gegen die Verwahrlosung de Wohl in allen Großstädten droht die Gefahr, Kinder, deren Lehrer und Väter a 5 5 deren Mütter vielfach beruf 10 ebunde en meisten Stunden des Tages ganz sich selbst aufgeregt durch so manche Ereignisse und Ein verwildern und berwahrlosen. Ganz beson diese Gefahr vor während der großen Ferien, de „ Jahre mit Rücksicht auf die 1 9 er* iche Städte haben dies erkar und dafür gefor* urch geordnete Ferienwanderungen, ee wenigstens ein Teil der Kinder Beschäftigung erhält. In sesonders durchgreifender Weise hat die Stadt Dort⸗ und hier Vorsorge getroffen. An jeder Volksschule sind ellen eingerichtet, an denen die Kinder sich sammeln, id zwar täglich. Lehrer und F e stehen diesen . tellen vor und beschäftigen die Kinder in angemessener Weise. Da wird gespielt, gewandert, da werden Schützen⸗ gräben aufgeworfen und Burgen gebaut; da begibt man sich in die Planschwiese oder zieht mit Trommeln, Pfeifen d Fahnen ins Freie. Bei schlechtem Wetter wird in der Turnhalle geturnt, in der Schule erzählt, an ed und carbeitet. Ueber hundert solcher Sammelstellen sind ein⸗ gerichtet, und jede dieser Stellen wird von hundert bis dertfünfzig Kindern besucht, so daß an 12000 Kindern ligt sind.— Für besonders bedürftige Kinder steht eine Summe für Erfrischung zur Verfügung. 155 55 u Gießener Märkte für 1916. Die Vieh⸗ und 5 folgt festgesetzt: Januar 4 und 5., 18. und 19. Februar 1. und 2. 15. und 16., 29.; März 1., 14. und 15., 28. und? 9.; April 11. und 12.; Mai 2. und 3., 16. und 17., 30. und 31; 1. und 2., 15. und 16., 29. und 30.; September 12. und 18., 26. und 27.; Oktober 10. und 11., 24. und 25.; No⸗ vember 7. und 8. 21. und 22. Dezember 5. und 6., vieh, der zweite zum Handel mit Schlachtvieh und Schwei⸗ nen bestimmt.— Der Frühjahrspferdemarkt findet der Herbstpferdemarkt am 27. Sep⸗ sind am J. März, 15. April, 3. und 31. Mai, 21. Juni, 19. Juli, 2. und 30. August, 27. September, 11. und 15. Ok⸗ tober, 2. November und 20. Dezember. lich in bernünftiger und nutzbringender Weise beschäf⸗ Krämermärkte sind für das kommende Kalenderjahr wie Juni 20. und 21.; Juli 4. und 5., 18. und 19.; August 139. und 20. Der erste Markttag ist zum Handel mit Zucht⸗ am 29. 17 tember k. J. statt.— Die 13 festgesetzten Krämermärkte * Das silberne Jubiläum seiner Wirksämkeit bauer des Volksbades, der höheren Mädchenschule, der Mitteldeutschen Ereditbank, der Universitäts⸗Kinderklinik, des Lupusheims, des Verwaltungsgebäudes unseres Elek⸗ trizitätswerks, sowie durch den Umbau der Stadtkirche, die an sich ein kunstgeschichtliches Baudenkmal da tellt, hat sich der Jubilar über unsere Provinz hinaus Ansehen und Beachtung verschafft. Nach seinen Entwürfen wurden u. a. das Sophienbad in Eisenach, die Volksbäder in Fried⸗ berg, Eßlingen und Aschersleben erbaut. Das in Gemein- schaft mit den Oberbauräten Fellner und Hellmes im Wien vom Architekten Hans Meyer erbaute Gießener Stadttheater ist eine anerkannte, hervorragende Zierde der Stadt. In Gießen danken ihm weiter die Landgrafen⸗ straße und der neuere Teil der Alicestraße ihr Entstehen. Ferner sind die meisten Verbindungshäuser unserer studen⸗ tischen Vereinigungen das Werk des Jubilars, 215 eine oße Anzahl Wohnhäuser und Villen in und außerhalb er Stadt. f Landkreis Gießen. + Dorf- Gill, 29. Aug. Heute nacht gegen 3 Uhr zog ein schweres Gewitter über unsere Gegend. Dabei schlug der Blitz in die elektrische Lichtleitung, so daß im Nu sämtliche Lichter erloschen. Schwer betroffen wurde durch das Gewitter der hiesige Schäser Kutscher. Der Blitz schlug nämlich in seine Herde und tötete 18 Schase. 1. Kreis Friedberg. 9 h. Nieder ⸗Eschbach, 30. Aug. Bei dem schweren Un⸗ 5 wetter, das sich Samstag über dem Vortaunus entlud, wurde in der iesigen Gemarkung ein Landwirt von einem Blitzstrahl ge⸗ troffen und schwer gelähmt. 1 00 0 Hessen⸗Nassau. Marburg, 30. August. Der Ausschuß der neugegründeten Marburger Konsumenten⸗Vereinigung hat in seiner ersten Sttzung beschlossen, eine Herabsetzung des Milchpreises auf 20 Pfg. anzustreben und gleichzeitig den Magistrat zu ersuchen, daß die städtischerseits zu beziehenden guten Speisekartofseln nicht u mehr als 3 Mark der Zentner kosten. Dem Ausschuß gehören i Damen und Herren aus allen Gesellschaftskreisen an.— Zwischen 2 den Stationen Treysa und Schlierbach wurde gestern der Hilfs⸗ N bahnwärter Ewald aus Waltersbrück vom Postzug 3010 erfaßt und getötet. 8 1 h. Frankfurt a. M., 30. August. Der kürzlich verstorbene ö Kaufmann Iguaz Albert Sichel hat unter den Namen Mana und Aung Sichel⸗Stiftung“ ein Kapital von 1500 000 Mar gestiftet. Aus den Beträgen soll eine Erziehungsanstalt für jüdische Knaben errichtet werden Die Stiftung erhielt bereits die landesherrliche Genehmigung. Bis zur Errichtung des Anstaltsgebäudes sollen die Zinsen der Stiftung Zwecken der Kriegsfürsorge dienstbar gemacht werden.— Eine nachahmens⸗ werte und bereits in vielen Fällen trefflich bewährte Einrichtung traf der„Verein Frankfurter Mutterschutz“. Viele Familien, deren Ernährer im Felde stehen, haben größere Woh⸗ nungen inne, von denen sie regelmäßig Zimmer abvermieteten. Gegenwärtig stehen aber diese Zimmer infolge der Einberufung der Mieter leer, so daß den Wohnungsinhabern, in diesem Falle den Kriegerfrauen, erheblicher Schaden erwächst. Um diesen Aus- fall auszugleichen, hat der Mutterschutz junge Mütter, deren Männer auch im Felde stehen und die meistens noch keinem eigenen Hausbalt haben, veranlaßt, solche Zimmer zumreten. Nach zwei Seiten wirkt diese Maßnahme. Einmal wird ber Mie⸗ tern und Vermietern die wirtschastliche Not gelindert. Dann aber finden beide Teile gegenseitigen Anschluß, der durch den Gedanken an die beiden unter den Fahnen stehenden Männer, noch besondere Wärme und Vertiefung erfährt. In vielen Fällen übernummt auch die Wohnungsvermietexin die Aufsicht über das Kind der Mieterin, so daß diese 1 75 1 1 2875 Das Frankfurter Beispiel dürfte au erswo zu en sein. 45 10 Bad Homburg v. d. 8. 30. Aug. Am Marktplatz wurde ein älterer Herr von einem Straßenbahnzuge der Lokalbahn überfahren und so schwer ver⸗ er nach kurzer Zeit int städtischen Krankenhause 1 . herrscht, hat die entschloß sich dieselbe, g einige frohe Stunden zu bereiten. hiefige Bürger auf fünf großen mit wagen die braven Feldgrauen von den hiesigen Einwohn, bewirtet; einer su Gesichtern der So fühlten. Abends wurden sie wieder Hephata gefahren. h. Fischbach i. T. 30. Aug Am Samstagabend wur⸗ den vier hiesige Landwirte beim Grummetmähen von einem Gewitter über rascht, vor dem sie unter einer in der Nähe stehenden Eiche Schutz suchten. Kaum hatten die Leute mit ihren Sensen unter dem Baum Platz genom⸗ men, als ein Blitzstrahl herunterfuhr und den 50jähri⸗ en Ohlenschläger und den 38 jährigen Roth auf 555 Stelle tötete. Die beiden anderen Landwirte erlitten nur leichte Brandwunden und Lähmungen. Die Sensen kurden durch den Strahl in ungezählte Stücke zerschellt. e Getötete sind verheiratet 2 Familienväter. 2— igenem Antriebe Anstalt Hephata 0 chnrück; in Gießen begeht heute Architekt Hans Meyer. Als Er- 8 5 5 Märkte. Gießen, 31. Aug. Marktbericht. Auf dem beuklgen Wochenmarkte kostete: Butter das Pid. 1,60— 0,00, Hühnereser das Stück 14 Pfg., Käse das Stück 7—8 Pig. Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg.: Tauben das Paar 1,40—0,00 Mk., Hühner das Stück 2,00—2,20 Mk., Hahnen das Stück 1,50—1,70 Mk., Ochsen- lleisch das Pfund Mk. 1,16—1,20, Kuhfleisch 96—00 Pfg. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 1,16—1,20 Mk., Schweine sleisch das Pfund 1,70—0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfd. 1,00— 1,04 Me., Hammelfleisch das Pfund 96—110 Pfg. Kartoffeln 100 Kilo 9,00 Mark, Milch das Liter 24 Pfennig; Aepfel das Pfund 10—20 Pig. Gurken große 10—20, kleine 2—3 Pfennig. Bohnen 12—15 Pig. das Pfd.: Spinat 18 bis 20 Pig. das Pfund; Wirsing 10—25 Pig. das Stück, Gelberüben 8—10 Pfennig das Päckchen, Rotkraut 10—2⁵ Pfg. das Stück, Kohlrabi, oberirdische, 7 Pig. das Stück, Weißkraut 10—25 Pfg. das Stück, Birnen 10—15 Pfennig das Pfund. Zwiebeln der Zentner 16—00 Mk.— Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. se. Frankfurt a. M. Biehhofmarktbericht vom 30. Aug. Austrieb: Rinder 2094(Ochsen 332, Bullen 63, Kühe und Färsen 1699), Kälber 512, Schase 103, Schweine 925. Marktverlauf: Rinder rege, Kälber gedrückt, Schafe und Schweine langsam, nahezu geräumt. Preise für 100 Pfd. . Lebend- Schlacht- 3 Ochsen. gewicht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mt. wertes, 4—7 Jahre alt.. 7178 182188 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ens nne 118177 Bullen. Vollfleischige, aus gewachsene, höchsten Schlachtw. 60—6? 103—115 Vollfleischige, jüngere„656-60 100—108 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw 62—72 115 133 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht- wertes bis zu 7 Jahren„„ 60-67 110—125 Wenig gut entwickelte Färsen. 53-60 106-120 Aeltere ausgemästete Kühe. 50—57 100—114 Mäßig genährte Kühe und Färsen... 38-44 76—88 Gering genährte 5 1 Färsen. 30—38 68-87 er. Feinste Mastkälbee rr 76-80 127—183 Mittlere Mast- und beste Saugkälbern. 72—76 120-127 Geringere Mast- und gute Saugkälber.. 66—70 112—119 Geringe Saugkäl ber. 60—64 102—108 Schase. Weidemastschase: Mastlämmer und Masthammel.. 58-60 125-130 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendge wicht.... 150.0015500 185.00 195.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebenge wicht. 140.00 150.00 175 186.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht... 150.00 155.00 186.00— 195.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht... 150.00-155.00 185.00 195.00 se. Frankfurt a. M., 30. Aug. Frucht markt. Der Verkehr ist in Getreide ruhig bei stetigen Preisen. Das Angebot in aus, ländischer Ware ist klein, für Weizen wird 68—70 Ml. verlangt und bezahlt; Gerste, rum., 68—70 Mk., Mais 58—60 Mk. Futtermittel vermehrte Anfrage, das Angebot außerordentlich klein. Kokoskuchen notierte 60—62 Mk., Leinkuchen 67-68 Mk., Raps kuchen 50,00 Mt., Kleie 49—51 Mk. Alles an disponibler Ware ab Station. te. Fraukfurt a. M., 30. Aug. Kartoffelmarkt. toffeln ab Wetterau 8,50— 9,00 Mk. für 100 Kg. 1 Büchertisch. — 260 Ein mache Rezepte für 60 Pig., einfache, altbewährte und solche neuester Methoden für alle Früchte, Gomüse, Marmeladen, Obstpasten, Beeren- und Obstweine, enthält das illustrierte Einmachebuch von Frau Amtsxat Rose Stolle. Ge- rade in der gegenwärtigen schweren Zeit liegt der deutschen Haus- srau die hohe Pflicht ob, durch Haltbarmachung der reichen Ernte jür die obst⸗ und gemüsearme Zeit vorzusorgen und unseren heim kehrenden Kriegern eine gesunde Labung zu bieten. Rose Stolles Einmache-Rezepte haben sich nicht nur in tausenden Fällen bestens bewährt, sondern zeichnen sich vor allem auch durch Billigkeit aus, da bei ihnen der Zuckerverbrauch möglichst eingeschränkt wird und so der reine Fruchtgeschmack erhalten bleibt. Daher wurde das Rezeptbuch während der Kriegsmonate des vorigen Jahres von mehr als 20 800 Hausfrauen benutzt. Soeben erschien die 7. Auf- lage im Verlage von Wilhelm Möller, Oranienburg bei Berlin. Preis 60 Pfg., Porto 5 Pfg. —' m'— qm———— Briefkasten der Redaktion. (Auonyme Anfragen bleiben unberücsichtigt.) nach Utphe: 1. Ja. 2. Darmstadt, 3. Heeresgruppe Mackensen, 18. Reserve-Armeekorps, 25. Res.⸗Division. Da ständig Truppen⸗ verschiebungen stattfinden, empfiehlt sich nach einiger Zeit bezügl. Frage 8 nochmalige Erkundigung bei dem nächsten Postamt. —— Amtlicher Wetterbericht. 5 Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. 1 Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 1. Sept. 1018; Wolkig bis heiter, trocken, etwas wärmer, nordwestliche Winde. ————— Letzte Nachrichten Wie die Japaner ihre Gefangenen behandeln. i. Köln, 31. Aug. Die„Köln. Ztg.“ erhielt von mehreren Seiten, darunter von einem Offizier, der bei Tsingtau mitgekämpft hat und dann in japanische Gefangenschaft geriet, Meldungen, wonach die Behandlung der deutschen Gefangenen durch die Japaner geradezu skandalös ist. Die Lage der Gefangenen lasse sich in ein paar Worten zusammenfassen. Gerade genug zu essen und eine Lagerstätte. Die Behandlung aller, die Offiziere mit einbegriffen, gleiche mehr derjenigen von Ver- brechern, als der besiegter Soldaten. Die„Köln. Ztg.“ bringt darüber detaillierte Angaben und erklärt: Wir hoffen, daß die himmelschreienden Zustände, an deren Bestehen nicht zu zweifeln ist, der deutschen Regierung Veranlassung geben werden, die amerikanische Regierung, die den Schutz der deutschen Interessen in Japan ausübt, zu einer Untersuchung dieser Zustände anzuregen. Kar-; ——— Die Lage der Russen verzweifelt. Kopenhagen, 31. Aug. Die dänische Regie ⸗ rungszeitung„Politiken, hält jetzt die Lage der Russen für verzweifelt. Die deutsche Verfolgung habe in den letzten Tagen ein derartiges Tempo angenommen, daß die Widerstandskraft des russischen 5 mt völlig gebrochen scheine. Der 7 1 he Murer eschehe mit derartiger Hast, daß er jetzt tatsächlich in Flucht aus seartet sei. Die deut⸗ schen Heere näherten sich als drohende Sieger Wilna. Ein Kronrat in Petersburg. Petersburg, 31. Aug. Wie aus Petersburg ge⸗ meldet wird, findet am Donnerstag in Zarskoje Sselo ein außerordentlicher Fron rak statt, bei dem der Zar den Vorsitz führen wird. PC Bulgarien und der Vierverband. Wien 31. August. Das„Neue Wiener Journal“ meldeß f aus Bukarest: Der Vlerverband überreichte in Sofia eme 1 Note, die die neuen Zugeständnisse an Bulgarien enthielt. Die 5 bulgarische Regierung ist nicht geneigt, sofort eine Entscheidung zu treffen. Dazu wird noch bemerkt, daß Bulgarien die bisher vor⸗ liegenden Zugeständnisse Serbiens als ungenügend bezeichnet. Aeußerungen Enver Paschas, Wien, 31. August. Der türkische Kriegsminister Enver Pascha äußerte zu dem Berichterstatter des„Az Est“: Das italie⸗ nische Eingreifen in den Kampf der Verbündeten wird nicht viel bedeuten. Wir werden jeht die tripolitanische⸗ Ohr- feige zurückgeben. Ich weiß, daß die Kämpfe in Tripoli⸗ tauien für die Italiener sehr verlustreich, sind, denn das Volk haßt die Italiener. Wenn wir dort den heiligen Krieg offiziell ver⸗ künden, werden die Senussi die Italiener vor sich herfegen. Italien harrt ein neues Abessinien. Ich weiß davon, daß die Italiener in Kleinasien landen wollen; wir sind darauf vorbereitet und wir erwarten mit Vertrauen alle weiteren Entwicklungen. Auf Gallswoli ist es denr Feinde nicht an einer einzigen Stelle gelungen, vorzudringen. Die Flotte ist untätig. An der Kaukasus⸗ front verteidigen wir uns auch mit Erfolg. Terrainschwierigkeiten erklären es, daß wir uns auf die Defensive beschränken. Unsere Truppen sind gegen Persien vorgedrungen. Die Engländer drin⸗ gen vom Persischen Golf gegen Bagdad vor. Es stellt sich aber her- aus, daß wir dort gerade so gut stehen wie anderswo. Im Yemen kämpfen unsere braven Truppen, zumeist Araber, mit vollem Ex⸗ folg. Unser Verhältnis zu Bulgarien ist ein unverändert freund⸗ schaftliches und auch die Erörterung der griechischen Frage ist ganz normaler Natur. Eine verfrühte Siegesnachricht. Petersburg, 30. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem „Rietsch“ wurde die bereits gemeldete Demonstration in Moskau dadurch entfesselt, daß ein kleines Blatt die Nachricht von dem Fall der Dardanellen aus angeblich zuverlässiger Quelle gebracht und von jubelnden Ausführungen darüber gestrotzt habe. Das Blatt sei sofort verboten worden. Bei der Schlägerei seien viele Privatpersonen und 8 Polizisten verwundet worden. Selbstmord eines italienischen Kommandanten. Lugano, 31. Aug. Wie bekannt, wurde nach der Ver⸗ senkung des„Amalfi“ der General Garelli als„Departe⸗ mentskommandant von Venedig“ abgesetzt. In der Schweiz ein⸗ getroffene Venetianer versichern, daß Garelli vor etwa 20 Tagen in Venedig Selbstmord begangen habe, was von der Regierung streng verheimlicht werde.. Die erste italienische Fahne. Wien, 31. Aug. Den„Innsbrucker Nachrichten“ zu; solge ist die erste italienische Regimentsfahne bei deu letzten erbitterten Kämpfeu in Südtirolerbeutet und gestern von einem Zugführer nach Innsbruck. gebrach⸗ worden, der sie sofort nach dem Landesverteidigungskom— mando trug. Der Feldzug für die allgemeine Wehrpflicht in England. Rotterdam, 31. Aug. Die liberale englische Wochen⸗ schrift„Nation“ sagt: Der Feldzug für die allgemeine Wehrpflicht in England ist so gut wie verloren. Die Arbeiter seien dagegen, das stehe jetzt außer Zweifel. Ver⸗ schiedene Vertreter großer Fachvereine haben sich dahin unzweideutig geäußert. 1 * 1 1 0 Das unfolgsame Japan. Berlin, 31. Aug. Japan hat nach einer Depesche der„New Norker Staatszeitung“ aus Tokio die großbritannische Re⸗ gierung benachrichtigt, daß es unmöglich auf dessen Verlangen, den Handel mit Bürgern feindlicher Na⸗ tionen im fernen Osten zu verbieten, eingehen könne. Großbritannien hatte vor kurzem eine Verfügung erlassen, wonach den Engländern der Handel mit deutschen und österreichisch-unga⸗ rischen Staatsaugehörigen in China, Siam und Persien verboten werden sollte. Die japanische Regierung, von der Großbritannien, eine ähnliche Maßregel erwartet hatte, zog führende Geschäftsleut⸗ zu Rate und beschloß daraufhin, daß es sich der Bewegung nicht anschließen könnte und zwar hauptsächlich aus dem Grunde, daß die japanischen Gesetze eine derartige Maßregel nicht gestatten. Amerikanischer Zinkmangel. Amsterdam, 31. Aug. Amerikanische Blätter stellen fesk, daß die von amerikanischen Industriellen übernommenen Ver⸗ träge über Lieferung von Munition an England nicht erfüllt werden können, infolge des starken Mangels an Zink, denn die großen Zinkminen in Amexika seien ersoffen und auf lange Zeit hinaus nicht betriebsfähig. Die belgis 29 Zinkminen, aus denen Amerila sich zum Teil versorgt habe, seien in den Händen der Deutschen. Es werden jetzt neue Schmelz, 5 öfen gebaut, die Amerika in Zukunft von Europg unabhär 1 machen sollen. Aher naturgemäß würde, bis die Sache in Fial komme, geraume Zeit vergehen. ö Nächste Woche schon am 6.—8. September findet die Ziehung der großen Wohlfahrt Geld Lotterie statt. Die Lose sind hier in allen durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen zu, haben. 1 /%%, r Ä„ Einkoch- Ia Jurte lun Apparate (nur 60 Pf.) ist erschienen. 59 Ren, Weck, Bade- Für jed. Geschmack ble tet os dlegewohnte reiche plex, Ullrich usw. sowie la. Konserven- Auswah NM Gläser ds wühlt. Mode. Alle Vor- agen Können mit Hilfe berühmter Fabrikate em. pfiehlt zu billigsten Preisen Edgar Borrmann Schnitte bequem nach- geschneldert werden Gleen Telephon 165 Eisenwaren, Haus- und Urhältlich bei 16845 a EKülchengerkte-Handlung. —U————— Feldpost- Schachteln in cn. 20 Größen. Eler- Kartons 2———— Neue Holl. vollheringe Marinierte Heringe neue Salzgurken neues Sauerkraut empfiehlt ore Th. 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März 1915 an den Folgen einer schweren Verwundung in russischer Gefangenschaft in einem Lazarett den Tod fürs Vaterland gestorben ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Balser. Giessen(Steinstrasse 75), 29. August 1915. In der Blüte weggerissen Ruhst in fremder Erde du, Nimm aus heißersehnter Heimat Unsre Tränen mit zur Ruh. Den Heldentod fürs Vaterland starb infolge seiner voller, unvergesslicher Sohn, Neffe und Cousin Wilhelm Textor Dragoner im Reserve-Dragoner-Regiment Nr. 4 im 22. Lebensjahre.. In tiefer Trauer: Familie Johannes Textor II. Familie Wilhelm Nern I. am I. August erlittenen Verwundung unser hoffnungs- unser heisgeliebter Bruder, Familie Wilhelm Messerschmidt. Eirch-Göns, den 28. August 1915. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung Statt besonderer Anzeige. 04717 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten Gatten, unsern guten, treuen Vater, Schwiegervater, Grossvater und Onkel Herrn Heinrich Gengnagel heute nach kurzem schweren Leiden im 72. Lebens- jahr zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christiane Gengnagel, geb. Schneider. Giessen(Stephanstr. 43), den 30. August 1915.(04741 Die Heute entschlief nach langem, lieber, kleiner Helmut. Gott hat ihn in das Reich seiner Engel aufgenommen. In tiefer Trauer: Beerdigung findet Mittwoch, 1. Sept., nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. schwerem Leiden unser Arthur Apitzsch und Frau Familie J. Dickorsé. Slessen(Ebelstrasse 18), den 30. August 1915. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 1. September 1915, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. 04730 Du forderst viel, Doch Wir 1 im Alter von 27 Jahren. Grossen-Linden, den 30. August 1915. Wir herzlichen Dank. Mat Trocknen von Gemüse und Obst errichtet. Die Benutzungsbedingungen sind an der zu erfahren. a nicht übersteigt, ist die Benutzung kostenfrei. Gießen, den 30. August 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. — Im fernen Lande, da liegt ein Grab, Parin senkte man unsere Hoffnung hinab, Pas lebt, bis uns selber das Leben zerrinnt Und bei Gott wir wieder vereinigt sindl Den Heldentod fürs Vaterland starb am 6. August infolge eines Brustschusses unser innigstgeliebter, unvergesslicher Sohn, Bruder, Schwager und 5 Karl F ischer„Maurermeister Reservist im Reserve-Infanterie- Regiment Nr. 260, 7. Kompagnie Die tieftrauernden Eltern und Geschwister: Familie Heinrich F ischer, Maurermeister. . Wiedersehn war seine Hoffnung! Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste sagen Familie Willi Hecker Familie Otto Wenzel. Giessen, Düsseldorf, den 31. August 1015. Trocknungsanlagefürchem Die Stadt hat im Voltsbad, Seltersweg 584, eine Anlage zum Für Einwohner, deren steuerpflichtiges Einkommen 2600 Mark o Vaterland! nicht alle sind tot, deren Hügel sich hebt, ieben— und was wir geliebt, das lebt. Onkel 04710 hilde Hecker 6947 D brasmäher ein⸗ und zweispännig(auch für zwei Kühe) vorrätig, offeriert billigst 1, 7 M. Rosentha Liebiastr. 13 Fernsprecher 77. eee Soldaten“ ass u. Zehwelss-Puder in Streu- püchsen30 Pf. Adl.-Drog. en. Obst ü Kasse des Volksbades Wochenmarktverkehr. Nachstehende Verordnung des stellver⸗ tretenden Generalkommandos des XVIII. Armeekorps vom 11. August 1915 wird hier⸗ mit bekannt gemacht. Gießen, den 19. August 1915. Der Oberbürgermeister. Keller. 6888 B 6936 Seltersw. U. Otto Schaaf. ere: 2 Statt Karten 8 5 Edmund Richter u. Frau beehren sich die glückliche Geburt eines kräftigen JUNGE N anzuzeigen Giessen, den 30. August 1915 Verordnung. Die Verkäufer auf dem Wochenmarkte, welche ihre Waren im Kleinen verkaufen, strafung nach§ 9b des Gesetzes über den i 71 Großer Verkauf es elde der (Haubachs Hoß von sind verpflichtet, an ihren zum Verkauf auf⸗ Alexanderãp fel 10 Pfund M. 1.20 gestellten Waren den Verkaufspreis in deutlich Gute Eßäpfel 8 10„„ 1.00 lesbarer Schrift zur Kenntnis des Publikums Inte Jai Birlen::% zu bringen. 5 3„ 0 1 1255 i 1 412 e en T„ 7.. Zuwiderhandlungen unterliegen der Be⸗ 94739 Karl Löbsa tk Belagerungszustand vom 4. Juni 1851. Aliece⸗Schule. Beginn des Wintersemesters für alle Kurse(Kochen, Handarbeiten, Kleidermachen, Bügeln) sowie für die Haushaltungsschule und die Vorhereitungskurse zur Auf⸗ nahme in die Seminare für Handarbeits⸗ und Hauswirt⸗ schaftslehrerinnen am 28. September. Anmeldungen dazu vätestens 0 den 25. September im Schulhaus, Steinstraße 10. 6637)] Prospekte gratis vom Vorstand. Obstversteigerung. Freitag, den 3. September, soll das Obst f der Gemeinde Bettenhausen versteigert werden. Anfang vormittags 10 uhr an der Straße nach Langsdorf. Kelterei von Wilh. Mayer Bettenhausen, am 28. August 1915. Großh. Bürgermeisterei Bettenhausen. th. Talser-Allee 27 Telephon 348 U Zum„Krokodil“ ger Apfelmost 880 000 Lose. NN Unwiderrufllen nächste Woche! Zlehung 6., 7. u. 8. September * 11 L Donar Ceig-Lotere der Deutschen Kolonial-Gesellschaft zu Berlin 10 167 Geldgewinne zahlbar ohne Abzug Mark: — Hauptgewinne Mark Porto u. Liste Wohlfahrts-Lose zu Mk. 3. 30 barrel bei den Kgl. Lotterie-Einnehmern u. allen Loseverkaufsstellen Verband Kgl. Preuß. Lott.-Einnehmer, Berlin C. 2, Bursstrage 27.