nt. 202 Der Gleßener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sleßener Famillenblätter; 7 0 wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirischaftliche deitfragen Ferusprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung112 Verlag, Geschäftsstelles 1 Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzelger Gleßen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt (TB.) Großes Hauptquartier, 27. August. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. . In der Champagne und auf den Maashöhen 1 französische Schanzanlagen durch Sprengung zer⸗ In den Vogesen wurde ein schwacher französischer Vorstoß leicht abgewiesen. 5 Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 5 v. Hindenburg. „Die Gefechte bei Bausk, Schönberg(süüdöstlich von Mitau) und in der Gegend östlich von Kowno dauern an. 2450 Russen sind gefangen, vier Geschütze und drei Ma⸗ schinengewehre erbeutet. 1 Südöstlich von Kowno wurde der Feind geworfen. Die Festung Olita ist von den Russen geräumt und von uns besetzt. Weiter südlich sind die deutschen Truppen gegen den Njemen im Vorgehen. Der Uebergang über den Bere zowka⸗Ab⸗ schnitt(östlich von Ossowice) ist erkämpft: die Ver⸗ folgung ist auf der ganzen Front zwischen Suchowola (an der Berezowka) und dem Bialowieska⸗Forst im Gange. Am 25. und 26. August brachte die Armee des Generals b. Gallwitz 3500 Gefangene und 5 Maschinengewehre ein. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Heeresgruppe verfolgt; ihr rechter Flügel kämpft um den Uebergang über den Abschnitt der Lesna⸗ Prawa(nordöstlich von Kamieniec⸗Litowsk). Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls f v. Mackensen. Nordöstlich von Breft⸗Litowsk nähern sich e Kamieniec— Li Süpoftlich von Brest⸗Litomvst wurde der Feind über den Ryta⸗Abschnitt zurückgeworfen. 1 Oberste Heeres leitung. 5 a. 4 unsere 8k Als Warschau fiel, hatte Rußland seine„erste Ver⸗ keidigungslinie“, von deren Unüberwindbarkeit die Entente mittels einer wahren Zirkusreklame alle Welt, nur die! Zentralmächte nicht, überzeugt hatte, verloren. Als Brest⸗ Litowsk erstürmt wurde, hatte es keine zweite Verteidi⸗ gungslinie mehr. Aber Rußland besitzt noch eine dritte inie, auf der es vielleicht hoffen nag, dem Ansturm unserer Heere einen Halt zu gebieten und den Bewegungs⸗ krieg zum Stellungskrieg nach dem Muster der Lage im Westen zu gestalten. Ein Blick auf die Karte sagt, daß diese dritte Linie in der Richtung von Norden nach Süden ver⸗ läuft und von den Flüssen Düna, Beresina und Dujepr gebildet wird. Die Stärke dieser Linie ist nicht mehr nach Festungen, sondern nur mehr nach Natur⸗ hindernissen zu bemessen. Von der Düna darf am meisten Rückhalt für die Russen erwartet werden an ihrer äußersten rechten Flanke, wo das Land wegen seiner zahl- reichen Sümpfe und Weiher am ungangbarsten erscheint. Verlängert man die Richtung des Dünastroms von Riga nach Dünaburg talaufwärts weiter nach Süden, so gerät man in die Richtung der Beresina, die dem Dujepr zuströmt. Die Beresina wird an beiden Ufern durch einen breiten Sumpfgürtel geschützt. Dadurch wird auch das Gelände westlich von Smolensk, über das die wichtigen Verbindungen nach Moskau laufen, wirk- sam geschützt. Schon zweimal hat das Beresinahindernis in der Kriegsgeschichte eine Rolle gespielt, einmal in Peters des Großen Schwedenkrieg, dann im Zuge Napoleons nach Mos⸗ kau, wo der Uebergang über den Fluß den Franzosen auf ihrem furchtbaren Rückzug ungeheure Verluste kostete. Schließlich bildet der Dujepr mit seiner Breite und seinen Ufern voll schwer durchschreitbaren Waldgebiets eine acht⸗ bare Schranke. Hinter dieser Linie wird wohl der Widerstand zu suchen sein, den die Russen in einer über London kommen⸗ den Meldung ankündigen. Was Eisen und Stahl und Festun⸗ gen nicht vermochten, sollen jetzt Schlamm und Nebel zu⸗ wege bringen: Sie sollen die Deutschen aufhalten. Man fühlt sich gedrungen zu sagen: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr, und muß annehmen, daß die Russen selber von dieser ungewissen Aussicht nicht viel halten können. Einstweilen bewegt sich der Rückzug der Russen in ver⸗ schärftem Tempo nach Osten. Ueberall ist die Verfolgung im Gange; schonungslos sitzt der Sieger den schwer geschlagenen Feinden auf den Fersen. Ob die köstliche Ankündigung von der letzten Schlacht am Bobr, die man noch annehmen wolle, wahrgemacht wird, oder ob in der dritten Linie eine Ret⸗ tung gesucht wird? Ein so geschwächtes und zerrüttetes Heer, wie es das geschlagene russische jetzt ist, kann den im Sieges⸗ sturm erstarkten Feind nicht mehr aufhalten. Man darf auf die strategische Lage, wie sie sich jetzt entwickelt, aufs höchste gespannt sein. Schon die nächsten Tage, ja Stunden werden darüber Aufschluß geben, in welcher Richtung das gewaltige Kriegsdrama seinen Lauf nimmt. 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl schen Univ. Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Geck, sämtlich n Gießen. Die Russen in vollem Rückzug. Reichstag und deutsches Voll. Das Reichstagsgebäude wird fortan über seinem Ein⸗ gang die Inschrift tragen:„Dem deutschen Volke!“ Der Reichskanzler selbst hat die Schmückung von Wallots Prachtbau mit diesem Wort veranlaßt. Es liegt mehr als die äußerliche Bekundung eines Dankes oder Anerkennungs⸗ bedürfnisses für die Volksboten in diesem Akt. Die Worte bedeuten ein Symbol. Die Tagung des Reichstages, die gestern ihr Ende fand, zeigte die gleiche ragende Höhe der Empfindungen und dieselbe eherne Entschlossenheit, wie ihre Vorgängerinnen im Kriege. In dem Augenblick, wa Wort und Tat in Deutschland zu einem Einzigen von nie gesehener Konsequenz und Ein⸗ heitlichkeit verschmolzen sind, mochte es dem Kanzler ein Be⸗ dürfnis sein, für dies urgewaltige Schauspiel vaterländischer Größe die äußere Weihe zu finden, aber ihre Wichtigkeit liegt in dem Programm, das sie enthält. Das, was wir er⸗ reicht haben und noch erreichen werden, danken wir in erster Linie der Reife des Volkes. Lange hat man sich gegen die Anbringung der Inschrift in Friedenszeiten gesperrt. Daß es jetzt und in diesem Augenblick dazu kam, beweist, daß die politischen Gründe, die einst engherzig die in den bedeutsamen Worten zusammengefaßte Einheit ablehnen zu müssen glaubte, einer höheren Erkenntnis gewichen sind. Unter diesem Zeichen werden wir auch von den nächsten Tagungen des Reichstages Großes erwakten dürfen. * 0 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 27. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 27. August 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Die bei Brest⸗Litowsk geschlagenen russischen Armeen sind in vollem Rückzuge beiderseits der nach Minsk führenden Bahn. Die Truppen des Erzherzogs Josef Ferdinand rückten gestern z ttag durch die brennende Stadt Kamieniec⸗Lito Lesna. Deutsche itkräfte verfolgen von Richtun 1 Wladimir⸗Wolynskij un Bei Kowel, be nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Auf dem italienischen Kriegsschauplatze fanden gestern nur bei Flitsch Kämpfe von einiger Bedeutung statt. Hier wiesen unsere Truppen einen feindlichen Angriff auf ihre Talstellungen zurück. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die Verfolgung der Russen. K. K. Kriegspressequartier, 28. Aug. Der Erfolg der Verbündeten entlang des Flußtales von der heute eingenom⸗ menen kleinen Njemenfestung Olyta entlang bis zum Zusammen⸗ fluß Kowel—Kobrin, sowie besonders das Vordringen der nach der Einnahme von Brest-Litowsk gegen Kobrin vorrückenden Trup⸗ pen bestimmt die Russen, den gegen Minsk in Szene gesetzten Rückzug noch zu beschleunigen. Auf der über Minsk nach Smolensk und Moskau führenden Bahnstraße muß der Großfürst viel Kraft aufwenden und viel Kraftentfaltung, um so früh wie möglich der abermaligen Umfassung zu entz⸗ gehen. l Die Russen auf der Suche nach einem Schlupfwinkel. Rotterdam, 27. Aug. Die„Daily Mail“ erhält aus Petersburg eine halbamtliche Mitteilung, in der sich Andeutungen über die nächsten Pläne der Russen finden. Diese sollen darin bestehen, eine geeignete Stellung zu finden, in der sie sich behaupten können, bis ge⸗ nügend Nachschub von Maschinen und Munition ein⸗ getroffen sein würde, so daß jene Stellung den Ausgangs⸗ punkt zeige und ein entscheidender Vormarsch sich bilden werde. Mit anderen Worten, es dürfte sich als notwendig erweisen, eine Defensive, ähnlich der französisch⸗eng⸗ lischen im Westen, zu schaffen. Zu diesem Zwecke werde die russische Regierung zahlreiche Kräfte aufbieten. Man hofft, mit Hilfe von Nebel und Schlamm, der die Wege un⸗ gangbar mache, den Gegner aufzuhalten, bis die Verteidi⸗ gungsfront fertig gestellt sei. Eine Schlacht am Bobr? Wien, 28. Aug. Indirekte Meldungen aus Petersburg besagen, am Bobr stehe eine große Schlacht bevor, welches die letzte sei, die der russische Generalstab dort noch annehmen wolle.(Als ob das auf die Russen an⸗ bomme! Red.) Russische Geständnisse. Petersburg, 27. August. Mitteilung des Großen Be⸗ neralstabes vom 26. August, 8 Uhr abends: In der Gegend von Riga keine Veränderung. Südlich von Friedrichs⸗ stadt in der Gegend Schönberg⸗Raziwillsky hat der verstärkte Feind am 24. und 25. die Offensive wieder aufgenom⸗ men. Ein hartnäckiger Kampf dauert noch fort. In der Richtung von Dünaburg, gegen Onichty, am Swentaflusse, drängten wir die Daeutschen zurück. In der Richtung von Wilna ziehen sich nicht verlassen, die Waggons sind verschlossen und die Samstag, 28. August 1015 Bezugspreis monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goeh. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. unsere Truppen, die den Feind während der Tage vom 24. und 25. auf den Stellungen vor Ewie aufhielten, schrittweise zu⸗ rück, längs der beiden Ufer der Wilia. Am mittleren Njemen und auf der Front zwischen dem Oberlauf des Bobr und des Pripet weichen unsere Armeen gemäß den empfangenen Weisungen gegen Osten zurück. Der Feind bedrängt unsere Truppen bloß in gewissen Richtungen. Daher hat er am 25. August seine hauptsächlichsten Anstrengungen gegen Bialystok und auf die von der Front Kielce—Klestscheli nach Osten führenden Straßen konzentriert. In den übrigen Abschnitten unserer Front melde man keine nennenswerten Veränderungen. Das tussische Chaos. Das russische Flüchtlingselend. Amsterdam, 27. Aug. Nach Petersburger Berichten hat man sich in Petersburg mit dem bevorstehenden Ver⸗ lust von Riga als etwas Unabwendbares abgefunden. Die Evakuierung weiterer Gouvernements soll bevorstehen. Die bisherige Flüchtlingszahl wird auf Millionen Menschen angegeben. Russische Vorbereitungen in Bessarabien. Budapest, 27. Aug. Seit drei Tagen werden von den Russen auf den bessarabischen Eisenbahnen außerordentliche Maßnahmen getroffen. Die aus dem In⸗ nern Rußlands abgehenden Züge werden bis Kischine w von Truppen begleitet. Die Reisenden dürfen die Waggons 5 1 Fenster durch Vorhänge verdeckt. Diese Maßnahmen werden damit in Verbindung gebracht, daß die Russen in Bessara⸗ bien große militärische Vorbereitungen treffen. Die innere Krise. Stockholm, 27. August. Dem„Swenska Dagbladed“ wird von dem Sonderberichterstatter aus Rußland gemeldet: Seitdem die russischen Heere andauernd bedrängt werden, hat auch die Neigung der Regierung der Duma, mit dem„Volk“ zu ver⸗ kehren, zugestimmt. Man spricht darüber, daß die Regi sich als Meitarpeiter in den Fiamazerbrum die Ottopristen wählen wird. Der Mimisterpräsident Goremykin wird in Kürze zurücktreten und an seine Stelle soll Rodsjanko kommen. Es unterliegt jedoch 0 i g soweit entgegenkommen wird. Wie es mit den n 1 Von der russischen Grenze, 27. Aug.„ kij Invalid“ meldet, daß das Kriegsministerium dieser Tage einen Aufruf erlassen hat, nach dem sich alle Frauen, die mit Kraftwagen umzugehen verstehen, in den Dienst des Vaterlandes stellen sollen. In militäri⸗ schen Kreisen e man sich von dieser umfangreichen lg bie. des Automobilparks des Heeres außerordent⸗ lich viel. Der heilige Krieg. e Von der russischen Grenze, 27. Aug. Bei der Ven einigung mohammedanischer R in Petersburg kam es zu tumultuarischen Szenen. 480 mohammedanische Rekru⸗ ten waren zur Sprechung der Eidesformel angetreten, als plötzlich einer der Rekruten einen Papierstreifen hervorzog und den An⸗ wesenden wahrscheinlich die Botschaft des Kalifen, die Verkündi⸗ gung des heiligen Krieges, vorlas. Darauf weigerten sich die Rekruten, die Eidesformel zu sprechen. Als dann Dragoner erschienen, um die mohammedanischen Soldaten festzunehmen, flüchteten diese. Trotzdem weitere Truppen zur Verfolgung aufgeboten wurden, gelang es nur einen kleinen Teil der Deser⸗ teure einzufangen. Die russischen Litauer und die Kriegslage. Von der russischen Grenze, 27. Aug. In Wilnct fand vor einigen Tagen eine Geheimversammlung von litaui⸗ schen Politikern statt. Die Anwesenden waren sich darüber einig, daß das Litauertum den Zeitpunkt nicht verpassen dürfe, um so viele nationale Vorteile wie möglich aus der augenblick⸗ lichen politischen Lage zu ziehen. Es sei nicht daran zu zweifeln, daß die Deutschen, die bereits den größten Teil Litauens im Besitz haben, ganz Litauen besetzen werden. Vor allem müsse Sorge dafür getragen werden, daß die Hetzarbeit der russischen Agenten auf Widerstand stoßen und daß die deutschen Truppen überall in Litauen freundlich aufgenommen werden. Die Leute sollen aufgefordert werden, vor den deutschen Truppen nicht zu fliehen, sondern im Lande zu bleiben, um der Vernichtung des Besitzes und der Ernte durch Russen vorzubeugen. Die Versammlung sprach den litauischen Dumaabgeordneten ihre lebhafteste Mißbilligung aus, da sie nichts getan hätten, um das Litauertum in der Duma zu vertreten. Der Zar und der„Matin“. 8 Ko penhagen, 27. Aug. Der Zar empfing den„Matin“ Korrespondenten in Zarskoje⸗Selo und ermächtigte ihn, zu er⸗ klären, daß Frankreich auf Rußlands Treue bis zum endlichen Siege hoffen könne. Der Zar zeigte dem Korrespondenten Briefe von Bauern, in denen er angefleht wird, den Hrieg fort⸗ zusetzen. Einstimmig ist man für die Fortsetzung des Krieges. Der Krieg hat die ganze Industrie in Polen und Kurland zerstört. Man hat zwar einen Teil der Maschinen in das Innere Rußlands fortgeschafft. Aber der Abbruch geschah auf so ungünstige Weise, daß es unmöglich war, die einzelnen Maschinenteile zu uumerieren, geschweige die Maschinen zussa m⸗ menzusetzen Daher wurden aus Amerida kontraktich für 150 Millionen Maschinen bestellt. Aber der Mangel an Eisenbahnen und Rohmaterial und besonders an geschulten Arbeitern und guten Betriebsleitern machte sich besonders empfindlich bemerkbar. Durch die Verteidigungstaktik von 1812 hat Rußland seine Schwierigkeiten nur vergrößert, ohne aber den Feind irgendwie aufgehalten zu haben. Es sind Fälle vorgekommen, daß Wälder angezündet wurden, bloß um die Flücht⸗ linge, die dorthin geflohen waren, zu vertreiben. Es sind 1 10 000 Letten in einer Stadt eingetroffen, die aber vom Gou⸗ verneur mit der Bemerkung zurückgeschickt wurden, daß sie Deutsche wären. 8 1 1 2 1. 5 — 0 8 Die deutschen Siege in neutraler Beleuchtung. A msterdam, 27. Aug.(WTB. Nichtamtlich.)„Nieuws van den Dag“ schreibt in einem Leitartikel über den Fall von Brest⸗Litowsk. Das Staunenerregende an dem Fall der Jestung ist, daß es so unerwartet gekommen ist. Brest⸗Litowsk ist nicht belagert und kaum bestürmt worden. Der Platz fiel wie Warschau den Angreifern als eine reife Frucht in den Schoß Die vortreffliche Strategie der deutschen Anführer hat diesen Erfolg zustande gebracht. Sieht man von Grodno ab, einer Festung zweiten Ranges und Rowno im Süden, dann liegt nun⸗ mehr das westliche Rußland den Deutschen und Oesterreichern offen. Zürich, 27. Aug Die„Neue Zürcher Zeitung“ schreibt zum deutschen. Siegeszug im Osten: Dieser Elan und dieses Draufgängertum im guten Sinne des Wortes, die Stellung auf Stellung, Festung un Festung im Sturme greifen, sind das Resultat einer großzügigen und deutlich ineinander⸗ greifenden Führung und gegenseitigen Vertrauens. Dadurch entsteht der feste Glaube an die eigene Unbef iegbarkeit und den endlichen Sieg, den einst das Heer des alten Fritz von oben bis unten beseelt hat. Dieser moralische Schwung, diese sitt⸗ liche Begeisterung, dieses unbegrenzte Vertrauen sind dort nicht zu schaffen, wo planmäßiges Zurückweichen zur obersten Regel der Führerkunst wird. Und nur schwer wird es dann gelingen, die Soldaten im gegebenen Moment wieder zur Offensive fortzureißen. 8 f f a Hristiania, 27. Aug.„Aftenposten“ schreibt: In dieser Zeit der Massenniederschlachtung Tüfsäscher Fee stungen ist man leicht geneigt, eine Kapitulation zu unter⸗ schätzen. Es bleibt mur noch die Festung Grodno, deren Tage gezählt sind übrig, dann haben die Deutschen reinen Tisch gemacht.„Ver⸗ dens Gang“ schreibt: Der Fall dieser Riesenfestung muß die meisten überraschen, da man erwartete, daß sie für längere Zeit der Mittelpunkt heißer Kämpfe hätte werden müssen. Der Fall hat nicht entscheidende Bedeutung, sofern nicht in Betracht gezogen wird, daß die Deutschen bald als sekundäres Ziel ihrer Offensive eine starke Verteidigungslinie mit schwachen Kräften halten und so die Hauptkräfte zur Anwendung auf anderen Kriegs⸗ fttheatern freibekommen. Entspannung der Stimmung in Amerika. auf das täten, erklärte Daily verantwortlichen einen Vorgang, ichklärt. Sie beseitigt die Gefahr uches und sichert die Fortsetzung der Versicherungen für die Zukunft. e N Der U⸗Boot⸗Angriff auf die englische Küste.— Ein ütz feuer. Die Stichflamme in die Luft. Die seinerzeit in der engli⸗ Presse aufgestellte Behauptung, daß das Unterseeboot am] Aeu 5(gez.) Behncke. Die zerstörte Benzolfabrik ist eine der größten lands und für die englische Sprengstofferzeugung von N F als es nur wenige derartige Werke in Ert 1 umso Eng⸗ ** e* Das Fiasko des Vierverbandes auf dem Balkau. 5 Berlin, 28. Aug. Aus Sofia wird der„V. Z.“ ge⸗ meldet: Der Abschluß der türkisch⸗bulgarischen Verhandlungen ist ein vernichtender Schlag für alle Balkanbestrebungen des Vierverban⸗ des. Seine in Sofia, Nisch und Athen unternommenen Schritte sind gegenstandslos und zwecklos geworden. Wäh⸗ rend sich in Nisch Regierung und Parlament mit der Ant⸗ wort abquälen, die sie dem Vierverband geben wollen, ist durch den türkisch⸗bulgarischen Vertragsabschluß die Entschei⸗ dung über die bevorstehenden Balkanereignisse bereits ge⸗ fallen. Es heißt, daß die Verwirklichung des Vertrages schon in vierzehn Tagen erfolgen soll. Die Bulgaren gewannen so auf friedlichem Wege den Wiederbesitz eines Teiles des thrazischen Gebietes, das sie im ersten Balkan krieg eroberten und das ihnen die Türken während des zwei⸗ senglisch⸗französische Bericht, die beide Die Ereignisse auf dem Balkan beginnen, ohne daß es schon . Augen sichtbar ist, ein schnelleres Tempo ein⸗ zuschlagen. Hraphen⸗Agentur meldet, daß die Verhandlungen mit Bul⸗ garien über eine von Serbien zu gewährende Grenzberich⸗ tigung als ergebnislos eingestellt worden sind. , b 1 Der Fall von Brest⸗Litowsk und die französische Kammer. l Bern, 28. Aug. Mitteilungen von der französischen Grenze versichern, daß die französische Kammer bis kurz vor gestrigen Zusammentreten auf eine Geheim⸗ sitzung bestanden sei. Viviani gelang es aber unmittel⸗ bar mit dem Eintreffen von dem Falle der Festung Brest⸗ Litowsk, der in der Kammer einen großen Eindruck machte, die Mitglieder von einer geheimen Sitzung abzubringen. Französische Royalisten. Genf, 27. Aug. Die monarchistische Strömung in Frankreich ist seit einiger Zeit, wie deutliche Anzeichen zeigen, stark gewachsen. Die„Gazette au Neuschatel“ meldet hierzu, daß es in Paris täglich zu royalistischen Kundgebungen kommt. Präsident Poincaré hat, so wird behauptet, aus diesem Grunde seit einiger Zeit seine 1 Wagenspazierfahrten in den Champs Elßhsées ein⸗ gestellt. 5 Frankreichs Viehbestände. Genf, 27. Aug. Der Deputierte Prat publiziert im „Temps“ einen Artikel über die steigende Fleisch⸗ not. Das Volk sei recht beunruhigt wegen des Viehbestan⸗ des. Zahl und Qualität ken. Deshalb sei Abhilfe in absehbarer Zeit unmöglich. Die Schuld trage die Intendanz, welche im ganzen Lande genommen habe. Der militärischen Verwaltung müsse das Privilegium der Fleischversorgung genommen und dafür Fachmännern übertragen werden behufs Abwendung der Vernichtung des Viehbestandes. 2 Französisches Gold nach Amerika? Kopenhagen, 20. August. Die Bank von Frankreich hat gestern 200 Million geschickt. Das Gold soll in den Kellern der Bank von England lagern und für eine im Interesse beider Länder liegende ge⸗ meinsame Verwendung aufgebraucht werden.— Das„Berliner Tageblatt“ schreibt hierzu: Etwas klarer ausgedrückt dürfte das also heißen: Frankreich schickt einen Goldtribut nach Amerika, um gleichzeitig den Sterlingkurs etwas aufzubessern. Der französische Bericht. Paris, 27. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 26. August abends: Im Abschnitt nördlich von Arras ziemlich lebhafte Kano⸗ Nähe der Liller Straße. Artilleriekämpfe werden auch aus dem Gebiete von Roye und dem Aisnetal gemeldet, wo wir die deutschen Anlagen nördlich von Soissons beschossen. Der Feind bombardierte Reims ziemlich lebhaft. Wir unter⸗ hielten ein wirksames Feuer gegen die deutschen Schützengräben vor Cerney les Reines. In den Argonnen andauernd sehr leb⸗ hafter Kampf mit Petarden und Handgranaten auf der Ge⸗ samtheit der Front mit nützlichem Eingreifen unserer Artillerie. Im Woevre nördlich Flirey, in den Vogesen, in La Fon⸗ tenekle, im Gebiet von Lusse, im Elsaß, im Dollertal einige Artilleriekämpfe. Im Laufe des 25. August bombar⸗ dierten unsere Flugzeuge im Woevre die deutschen Lager von Pannes und Baussant, wo sie Brände von Bahnhöfen und in den deutschen Biwaks bei Grandpre, Chatel, Cerney und Fle⸗ ville verursachten. Sie bombardierten in den Argonnen den Bahnhof Tergier. Der Flugpark von Vitry⸗en⸗Artois und der Bahnhof von Boisleur wurden von unseren Flugzeugen gleich⸗ falls bombardiert. Das Bombardement, das gemeinsam von Flug⸗ zeugen des französischen, englischen und belgischen Heeres sowie der französischen und englischen Marine, insgesamt se ch z i g Flugzeugen, ausgeführt wurde, war gegen den Wald von Houth⸗Houlst gerichtet, wo mehrere Brandherde entstanden. Alle unsere Flugzeuge kehrten zurück. In der Nacht zum 26. August belegte eines unserer Geschwader den Bahnhof von Noyon mit 127 Granaten. Gilberts Ehrenwort. 5 Basel, 28. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Preßbureau des schweizerischen Armeestabs teilt mit: In Sachen des Flieger⸗ leutnant Gilbert suchen die französischen und andere Zeitungen geltend zu machen, der Entflohene e in gehöriger Weise sein Ehrenwort zurückgezogen, bevor er floh. Wir sind ermächtigt. zu erklären, daß dem nicht so ist, sondern daß Leutnant Gilbert unter Bruch seines Ehrenwortes entflohen ist. **.* W 1 Sie könnens nicht lassen. f Berlin, 27. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber die Reichstagsrede des eichsschatzsekretärs vom 20. August brachte die englische und französische Presse bisher nur einen fast wörtlich übereinstimmenden äußerst dürftigen Auszug. Der Bericht unterdrückt alles, was Dr. Helfferich zur Zurückweisung des englisch⸗ französischen Systems der verleumderischen Diskreditie⸗ rung der deutschen Finanzen ausführte; desgleichen alle erungen des Schatzsekretärs über die wunden Punkte in der finanziellen Rüstung unserer Feinde. Dagegen leistet sich der englisch⸗französische Bericht eine geradezu un⸗ geheuerliche neue Verdrehung. Der Schatzsekre⸗ tär hat in seiner Rede dargetan, daß das deutsche Volk bisher im Wege der Kriegsanleihen über dreizehn Milliar⸗ den Mark aufgebracht hat, während die über diese Summe hinausgehenden Kriegsausgaben ihre Deckung ge⸗ funden haben, teils. von Schatzanwei⸗ sungen, teils durch den Kriegsschatz, die bei Ausburch des Krieges vorhandenen Bestände der Reichs hauptkasse und den sich auf 219 Millionen Mark belaufenden Ueberschuß des ordentlichen Etats für 1914/15. Daraus macht der nersten Kriegs⸗ anleihen seien teilweise durch den Kriegsschatz und durch die Bestände der Reichshauptkasse gedeckt worben! Diese neue Verdrehung ist eine weitere Bestätigung dafür, wie empfindlich und unangenehm unsern Gegnern die Tatsache ist, daß das deutsche Volk aus eigener Kraft und ohne künstliche Nachhilfe so gewaltige Summen im Wege der Kriegsanleihe aufzubringen vermag. *** Englands Nahrungssorgen. „London, 27. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Vor⸗ sitzende der britischen Landwirtschaftskammern Bat hurst klagt in einer Zuschrift an die„Morning Post“, daß die Be⸗ richte der beiden von der Regierung eingesetzten Ausschüsse 85 Prüfung der einheimischen Erzeugung von ebensmitte In nicht veröffentlicht und anscheinend ver⸗ worfen wurden, weil beide eine Ausdehnung der Anbaufläche n 0 ten Balkankrieges ohne Schwertstreich abgenommen haben. für Weizen, Hafer und Kartoffeln befürworten und Mindest⸗ Bukarest, 27. Aug.(DD.) Die Petersburger Tele⸗h sei furchtbar herabgesun⸗ Hok 1 Requisitionen ohne Rücksicht auf lokale Bedürfnisse vor⸗ I en Frances in Gold nach England den nade, besonders um Souchez, südlich Neuville und in der B. preise für die Landwirte forderten. Bath Untersuchung im Jahre 1905 über die 1 sorgung zur Kriegszeit hin, deren Minderheits 1 1 abe, daß es unmöglich sei, einen langen Krieg zu einem erfolgreichen Ende zu führen, wenn die Bevölkerung Hunger leiden müsse. Bathurst fährt fort:„Die über⸗ seeische Zufuhr von Lebensmitteln hängt teilweise von der Oeffnung der Dardanellen ab, hauptsächlich aber von der Ausdehnung der Tätigkeit der U⸗ Boote, die sich wahrscheinlich gegen die Zufuhr von Lebens⸗ mitteln richten wird, wenn die englischen Vorräte am meisten erschöpft sein werden. Man muß damit rechnen, daß der Brotpreis des armen Mannes 1916 und 1917 höher steigen wird als in diesem Frühjahr.“ 5 Revolte unter den englischen Truppen vor deu Dardanellen.„ Wien, 28. August. Die„Reichspost“ meldet, daß unter den englischen Truppen vor den Dardanellen Revolten ausgebrochen sind. Zwei Regimenter, die an di Revolte teil⸗ genommen haben, wurden nach Aegypten gebracht. 0. smitteld atsache ase 1 5 15 9 Dem deutschen Volke. . deut⸗ „Berliner auch dem Heim der die sich cczieken F und weiter von⸗ deutschen Volkes. Bei dem am Schluß der Ta vom Präsi⸗ ten auf Kaiser, Vaterland und Volk ausgeb Hoch er⸗ hoben sich alle Abgeordneten ohne Ausnahme.— und die leitende Idee der leitenden Persönlichkeiten sei — Aus Stadt und Cand. Gießen, 28. August 1915. Aenderung im Qnartierwesen. Die e sturmbataillone hat in U erden lieleeuche Mer een ene ebhafte Aussprache über diesen Beginn des Krieges zahlte die Stadt an 2 pro Mann und Tag 1.50 Mk., worauf von der behörde 1.20 Mk. zurückvergütet werden, ab en von einem Servisnachschuß, der erst nach dem Kriege an d Stadt bezahlt wird und der für den Mann 14—15 Pfg. däg⸗ lich beträgt. Lediglich aus sozialen Gründen ging man dann seitens der Stadt, in der Annahme, der Kriegs. zustand werde nicht allzu lange dauern dazu über, als Vergütung für frefwillig angebotene Quartiere pro Mann und Tag 2 Mk. zu zahlen. Maßgebend dafür war der Gedanke, einem Teil unserer Bürger, Wirten, Zimmer⸗ 5 vermietern usw., die anfänglich durch die Verh. e in ihrem Erwerb beschränkt waren, zu helfen. Di der Stadt monatlich rund 45 Mk. oder ungefähr ½ Million Mark gekostet. Bei der langen des Krieges und nach Lage der finanziellen Leistungsfähig⸗ keit unserer Steuerzahler hielt es die stä tische Verwaltung an der geit, diese Verhältnisse zu ä„weil sie es der Gesamtbürgerschaft gegenüber nicht verantworten laubt, ein noch größeres Geldopfer für 1 ringen. Die Stadtverordneten 9 beschlossen, die Unterbringung des Landsturms in Stadt wie folgt zu ändern: 1. Die Verpflegung beider Lartbste n beser erfolgt durch die Truppenteile; 2. das erste Bataillon(für die Vewachung des Gefangenenlagers usw. bestimmt) wird in von der Militärbehörde zu errichtenden Baracken in der Nähe des Gefangenenlagers untergebracht; eschlossenen Unterbringung der Mannscha des Kandsturmbataillons stellt die Stadt das Schulhaus an der West⸗Anlage zur Verfügung. Die Einrichtung und Ausstattung erfolgt durch die litärbehörde gegen gah⸗ lung des W 55 Petsch 0 50 Wohl keine der übri größeren i Schwester⸗ städte hat eine so hohe Einquartierungslast wie Gießen übernommen, dagegen hat man ähnlich wie es 511 bei uns geplant ist, die Landsturmleute untergebracht. Es liegt in der Absicht, desse 8— e belassen, wenn en er ein gewisses N i men zeigt; auch die Mannschaft, die in Turnhalle der Stadtknabenschule Unterkunft gefunden, wird dort ver⸗ bleiben. 17 ü 5 5 1 5 ee Zu Professor Dr. Georg Wolff's 70. Geburtstag. Wolff, d E der heimischen Georg Wolff, der hervorragende Erforscher 1 . und deer Ae heute in Frankfurt a. M. rtstag. or Uff, ein 1 1 955 und dann bis 1910 am iser Friedrich Gymnasium als Oberlehrer tätig. Schon während seiner Täti in Hanau beschäftigte er sich mit ausgedehnten archäologischen der reichen römi⸗ Forschungen, in erster Linie mit der schen Siedlungen und Kastelle von 55 Umgebung: 9 Gr Rü 4 dan Faehre Ui er Fee 1 3. zu. zweiten * n so U aus der Steinzeit, der widmete ex im Auftrage der Reichs⸗Limesfor⸗ der Wetterau, seine Forscher⸗ 3. N d und in jedem Wetterauer 8 N 5 . in hochgeschätzter Gast gewesen, n frei 15— 1 W 0 ufmerksamkeit wandt in früherer Zeit so arg vernachlässigten Nidder⸗ 95 ig unterstützt von den hessischen 1 5 ern„ er. Mit einer meisterhaften 5. it stellte er die Heerwege sest, die ne die Wettenmm schnitten und kreuzten: die vorrömischen und frührömischen Straßen der Nidda⸗Wetter⸗Linie, des Nidder⸗ tals, des Is und der hohen Straße. Dann das römische 855 des 2. und 3. Jahrhunderts: die Elisabethenstraße, florstadt, der ö burg, 1 Lrresfaß drug zweigungen und mach Heldenbergen und der Saal⸗ in allen ihren Verästelungen, Ab⸗ Parallelen. Neben der Straßenforschung spürte er Oberhessens nach, überall fand er hob er neue Schätze aus oder fand seine Mutmaßungen durch Ausgrabungen und Funde ale tigt. an dieser Stelle nux an die Fund⸗ stätten von Altenstadt, Höchst a. d. Nidder, Kaichen, Heldenbergen, f„ Okarben. Vilbel, Niedererleubach, Petterweil und 9 ch erinnert. Die 057 1281 1 e vor zwei Jahren in dem Monumentalwerke „N 5 2 licher Zeit“ dan der ursdelhrn 3 st „ wie sie auf werden dürfte. Das Werk bildet Mark schen, in allererster Linie aber der heimischen Altertumsforschung. greisen, jedoch noch ungewöhn⸗ lich rüstigen von der„Berliner Akademie der Wissen⸗ schaften“ die goldene Leibniz⸗Medaille verliehen. In den Kreisen der archäblogischen Wiffenschaft gilt Wolff als er der Vahn⸗ ae de ee N50 weithin als Meisterwerke Noch trägt si greise ehrte mit neuen Plänen, die der Durchfsorschung der engeren Heimat gewidmet sei llen. Möge der rüstige Siebziger sie noch vollenden. e * Ritter des Gisernen Kreuzes! Offfzierstelloer⸗ treter im Inf.⸗Regt. 83 Gutsbesitzer Weygandt e bertshausen, Gefreiter Wilh. Fung, Inf.⸗Regt. 116, aus Dor⸗ e 1 n 5 f 1 1 e 10 g,. 0 5 92*, 8 Regt 167, cus Gießen 8 155 855 Auszeichnungen. Dem Briesträger Karl Hansel aus Gießen im Fuß-Art.⸗Rgt. Nr. 7, 2. Munitions⸗Kol, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen, nachdem er vor einiger Zeit zum Gefreiten ernannt wurde und bereits über ein Jahr im Felde stebt.— Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Reservist Wilhelm Böß von hier im Inf.-Rgt. 116. Eiserne Fünfpfennigstücke. Der Beschluß des Bundes rats über die Prägung von eifernen Fünf⸗ Pfennigstücken 3 der„Berl. 1 aus⸗ führt, eine angemessene usstattung des Verkehrs mit Zah⸗ e erleichtern. Die Nachfdage nach Nickelmünzen i Zusammenhang mit den Rückwirkungen des Krieges f lich gestiegen, da große Mengen der kleinsten Münzen in den von unseren Truppen besetzten feindlichen Landesteilen umlaufen und dort festgehalten werden. Die Berwendung von Nickel und Kupfer zu neuen Ausprägun⸗ 12 ist gegenwärtig unratsam, sodaß die Herstellung von Münzen aus Eisen als vorübergehende Aushilfe sich emp⸗ liehlt. Allerdings will man sich begnügen, nur Fimfpfennig⸗ stücke anzu da die Zehnpfennigstücke in ihrer gegen⸗ wärtigen im Verkehr eine Rolle spielen, mit der die einer anders gearteten und dennoch gleich⸗ wertigen Münze schlecht vereinbar ist. Zum gleichen Gegen⸗ stand ist noch zu sagen, daß die neuen Geldstücke die Größe der alten en werden. Der Unterschied besteht darin, daß der Rand gerippt und nicht wie bisher glatt sein wird Außerdem wird die Jahreszahl, die bisher hinter dem Wort„Reich“ am Rande steht, unter die Zahl„5“ gad werden. Das Metall, aus dem die neuen Fünfpfennigstü hergestellt werden, besteht aus Siemens⸗Martins⸗ Stahl. Im Laufe des Oktober werden die eisernen Münzen zur Ausgabe gelangen. *Das Kuchenbacken erlaubt. Laut Bekannt⸗ machung des Großh. Kreisamts Gießen ist das Backen bon Kuchen für den privaten Haushalt an den Samstagen erlaubt. Die Gewichtsmenge des zum Be⸗ reiten von Kuchen verwendeten Mehles darf jedoch nur zur hälfte aus Weizen bestehen. Urlaub zu Erntearbeiten. Nach Feststellun⸗ gen des preuß. Kriegsministeriums erscheint die Einbringung der Ernte bei manchen, namentlich kleineren Besitzern, nicht völlig gesichert, weil man es vielfach mit der Einreichung von Urlaubsgesuchen nicht allzu eilig hatte und anderseits diese an die falschen Stellen richtete. Es sei deshalb noch⸗ mals darauf hingewiesen, daß derartige Urlaubsgesuche im Interesse beschleunigter Erledigung unter Beifügung einer Bescheinigung des Kreisamts darüber, daß eine entsprechende Arbeitskraft anderweitig nicht gewonnen werden kann, den zuständigen Kommandobehörden(Truppenteil, Generalkom⸗ mandos oder stellvertretenden Generalkammandos) unmit⸗ h telbar vorzulegen sind. Auf diese und andere Maßnahmen r Sicherstellung der Ernte macht in der gestrigen Nummer bes Kreisblatts das Kreisamt noch einmal nachdrücklich aufmerksam. ** Die Verschickung der Zeitungen an Heeresangehörige. In Aufhebung eines früheren Ver⸗ bots hat die Postverwaltung die endung von Zeitungen an Heeresangehörige unter einfachem Band allgemein unter der Bedingung gestattet, daß die Streifbänder aus kräftigem Papier hergestellt, fest um den Inhalt der Sendungen herum⸗ gelegt sind und ihn ganz oder zum größten Teil bedecken. noch etwas billiger„dabei aber den größeren Abnehmern die Kartoffeln noch bis ins Haus lieferte. Soviel steht fest, daß utdeckungsfahrten half.] C von dem Kastell Obarben nach Echzell und Nieder“ e* der Preis für neue Tartoffeln, gegriffen hat, in der Stadt bedeutend abgeschlagen ist. . Anlagemusik. Morgen, vormittags 11½ Uhr, findet in der ö ausgeführt von der Kapelle des 1 atl. Gießen, statt. Die Spiel⸗Folge ver⸗ zeichnet: Choral: Wie schön leuchtet der Morgenstern; Ouverture J. Op.„Die Entführung“ von W A. Mozart; Das Bild der Rose, Lied für Posaune von G. Reichhardt; Liebeswalzer von M. Ziehrer; Musikalisches Allerlei, Potpourri von B. Wilhelm; Unter der Friedensflagge, Marsch von F. Novowieski. Die Strafkammer hat die Verhandlungen bis zum 17, September d. J. aussetzen können. Es ist erfreulich, daß in dieser schweren Zeit die Straftaten in unserer Provinz so abge⸗ nommen haben, daß diese Ruhepause für die Justiz möglich ist. * Gewerbeschule Gießen. Im Anschluß an die Be- kanntmachung der Gewerbeschule im Anzeigenteil bittet man uns, mitzuteilen, daß die Baugewerk⸗Abteilungen getrennt von den Ab- teilungen für Kunsthandwerk eingerichtet sind. Begabte und fleißige Schlller, die die Schule drei Jahre regelmäßig besucht haben, können nach den Bestimmungen der Wehrordnung§ 89,6 auf Grund gewerb⸗ licher oder kunstgewerblicher Leistungen zur erleichterten Prüfung zum Einjährig⸗ freiwilligen Dienst zugelassen werden. Oleichzeitig wird jungen Handwerkern, die sich künstighin der staat⸗ lichen Meisterprilsung unterziehen wollen, durch Teilnahme am Unter- richt an einzelnen Tagen volle Gelegenheit geboten, sich die ersorder⸗ lichen Kennknisse zu erwerben. Der Unt ersricht wird auch in diesem Winterhalbjahr in den einzelnen Klassen von tüchtigen Lehrkräften voll und ganz durchgeführt. Nähere Auskunft erteilt die Schulleitung. seit die Stadt in den Handel ein⸗ 8 Auslauf des Geflügels in die Stoppelfel⸗ der. Der Rhein⸗Mainische Verband für Volksbildung schreibt uns: Der vielfach in der Presse erteilte Ratschlag, das Geflügel während der Erntezeit eingesperrt zu halten, kann' in dieser all⸗ gemeinen Form nicht aufrecht erhalten werden. Sobald der Hafer eingefahren ist, gehört dem Geflügel freier Lauf gelassen. Die auf dem Felde ausgefallenen und liegen gebliebenen Körner(die Aehren werden durch Aehrenleser aufgelesen) können durch nie⸗ mand anders so gut verwertet werden wie durch das Geflügel. Es wäre deshalb verkehrt, die Hühner jetzt nicht auf das Feld zu lassen. Nur muß dafür gesorgt werden, daß sie nicht in die Ge⸗ müsegärten kommen. * Erleichterter Besuch der Leipziger Herbstmesse. Für die Besucher der am 29. August be⸗ ginnenden Leipziger Herbstmesse hat die Leipziger Handelskammer eine Reihe Vergünstigungen erwirkt. U. a. gewähren die deutschen Bundesstagten mit Staatsbahnbesitz für die Meßbesucher halbe Fahrpreise in der 2. und 3. Wagen⸗ klasse; ferner den Ausstellern frachtfreie Rückbeförderung der Meßgüter. Der Stadtrat hat für die ihm gehörenden Meß⸗ gebäude die Miete um 50 Prozent herabgesetzt, für die übri⸗ gen Aussteller, soweit sie durch den Krieg notleidend geworden sind, steht eine Mietsbeihilfe seitens der Stadt in Aussicht. Vom Leipziger Hotel⸗Ausschuß wurde beschlossen, die zurzeit bestehenden Normal-Zimmerpreise auch während der Messe beizubehalten. Die stellvertretenden Generalkommandos der beiden Sächs. Armeekorps haben möglichst wohlwollende Behandlung etwaiger Urlaubsgesuche zum Besuch der Messe zugesagt und sämtliche übrigen Generalkommandos um eine gleich wohlwollende Behandlung solcher Gesuche angegangen. *Post nachrichten. Poslanweisungen an Kriegs- gefangene in England und seinen Besitzungen werden jetzt im Haag nach dem Satze von 1 Pfund Sterling= 12,12 Gulden umgeschrieben. Es müssen also, wenn man 1 Pfund Sterling überweisen will, in Deutlchland nach dem grgenwärtigen Kurse 24 Mark 24 Pfg. eingezahlt werden.— Von jetzt an können an Kriegs- und Zivilgefangene in Serbien auch Post- pakete versandt werden. „ Landkreis Gießen. m. Lollar, 27. Aug. Der Gesreite Willy Pfaff vom aktiven nsanterie-Regiment 116, der sich seit Ausbruch des Kriegess im lde befindet, wurde mit der Großh. Hessischen Tapferkeits medaille ausgezeichnet. * Staufenberg, 28. Aug. Der Landwehrmann Louis Deibel wurde zum Gesreiten befördert und erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. QGrünberg, 27. Aug. Aus Anlaß des Falles von Brest-Litowsk veranstaltete die hiesige Jugendwehr unter Vorantritt ihres Trommler- und Pfeiserkorps in Gemeinschaft mit dem Musikverein am Donnerstag abend einen Fackelzug. Auf dem Marktplatze hielt Bürgermeister Ranft eine patriotische An⸗ sprgche.— Wahrend die vorausgehende Woche mit ihrem un— beständigen regnerischen Wetter namentlich die Haserernte stark be⸗ einträchtigte, denn teilweise fing der Haser infolge der andauern⸗ den Nässe schon an zu keimen, so war es jetzt durch das schöne Wetter möglich, die Frucht gut und trocken einzubringen. Teil- weise hat man auch schon mit der Grummeternte begonnen. Kreis Schotten. Stornfels, 28. Aug. Von hier wurde unter dem 21. d. Mts. berichtet, daß der Landwirt Harpf so unglück⸗ lich von dem Scheuergerüst gefallen sei, daß er alsbald verstarb. Die Nachricht hat sich glücklicherweise nicht be⸗ stätigt, denn der Totgemeldete ist, wie uns seine nächsten Verwandten mitteilen, noch gesund und munter. Die falsche Nachricht beruht auf einem bedauerlichen Versehen des Berichterstatters. r. Glashütten, 27. Aug. Eine erhebende Gedenkfeier sand gestern abend für den im Kampfe für das Vaterland gefallenen Landsturm-Rekrut Karl Föller von hier statt. Die Gedächtnis- rede hielt Pfarrer Weidner im Anschluß an das Schristwort „Sei getreu bis in den Tod“. Gemeinsame und von den Schülern gesungene Begräbnislieder trugen zum erhebenden Ausdruck der Trauer um den Gefallenen bei. Kreis Friedberg. a Bad⸗ Nauheim, 27. Aug. Bis zum 26. August 1915 sind ier 17883 Kurgäste angekommen. Bäder wurden bis zum 26. August 225 836 abgegeben. Starkenburg und Rheinhessen. h. Darmstadt, 27. Aug. Von einem gewissen Reuter aus Sandbach i. O. wurde in den letzten Tagen in der hiesigen Gegend ein Riesenschwindel verübt. Der Mann warb aus zahlreichen Orten etwa 250 Arbeiter an, denen er vor⸗ redete, sie fänden durch ihn als Armierungsarbeiter in Südtirol lohnende Beschäftigung Von jedem der gewonnenen Männer ließ er sich 1 Mark„Auslagekosten“ geben und verpflichtete sie sodann, am 26. August vor dem Rathause in Aschaffenburg sich zur Abreise einzufinden. Gestern trafen die Leute tatsächlich in Aschaffenburg ein, wo sie nach stundenlangem Warten am späten Abend einsahen, daß sie einem gemeingeführlichen Schwindler zum b llen waren. Viele der Betrogenen waren völlig mittel⸗ * 7 vorläufig in der Herberge und im Heim der freien Gewerkschaften untergebracht werden. Hessen⸗Nassau. 5 h. Frankfurt a. M., 27, August. Bei dem Neubau des Gaswerks im Stadtteil Bockenheim löhner Friedrich Kal ben von einem Frankfurt a. M., 27. Aug. Die Zentralsammlung f Frankfurter Hriegsfürsorge hat im ersten Kriegs⸗ 5— 11 5 Geldsammlungen insgesamt 5 165045 Mk. verein⸗ wurde der 22 jährige Tage kurorte umstitrzenden Balken er⸗ nahmt. An dieser Summe waren 25 000 Geber beteiligt, die 15 größten Zeichnungen ergaben eine Million, von Vereinen und Stiftungen gingen 350 000 Mk. ein. Aus dem Ausland kamen 100 000 Mk. Ein Italiener überwies am Tage der Kriegserklä⸗ rung Italiens an Oesterreich„aus Scham über sein Vaterland⸗ 1000 Mk. Der Wert der geschenkten Materialien an Lebensmitteln, Kleidung, Büchern usw. wird auf etwa 4 Millionen Mark ge⸗ schätzt.— Von* Summen verausgabte die Kriegsfürsorge u. a. 260 232 Mk. für Erfrischungs⸗ und Verbandsstationen, 400 000 Mk. für Lazaretteinrichtungen, 2 213000 Mk. für Laufende Unterstützungen an Kriegerfamilien, 329 500 Mk. für Unter⸗ stützungen Arbeitsloser, 1344 900 Mk. für Mietzuschüsse, 292 000 Mark für Krankenkassenbeiträge, 234443 Mk. für Zwecke des Nationalen Frauendienstes, 100 000 Mk. für städtische Arbeitslose, 120.000 Mk. fütr Liebesgaben, 150 000 Mk. für Bekleidungsgegen⸗ stände und 18 500 Mk. für Zwecke des Rhein⸗Matinischen Ver⸗ bands für Volksbildung. X Hanau, 238. Aug. Die Stadtverordneten haben 10 000 Mk. bewilligt zur Anlage weiterer 53 Schrebergärten. Das Bedürfnis hierfür ist groß; 120 Anmeldungen liegen vor. — Vermischtes.. Ein unsichtbares Unterseeboot. Ein unsichtbares Tauchboot soll nach einer Meldung des„Journal de Rouen“ von einem Amerikaner in Denver, im Staate Colorado, erfunden worden sein. Danach ist es dem Erfinder, Patrie Kenaan, ge⸗ lungen, eine Vorrichtung herzustellen, die ein Unterseeboot auch während der Fahrt an der Oberfläche vollkommen unkenntlich macht. Die Einrichtung ist ziemlich einfach. Der Rumpf des Bootes ist mit siunreich angeordneten Spiegeln belegt, die in weitem Umkreis nichts als die Wellen widerstrahlen. So soll man bereits aus einer Entfernung von nur wenigen Metern den Eindruck haben, daß die Wasserfläche vollkommen frei und unbefahren ist. Die Versuche wurden anfangs mit verschiedentlich angeordneten Spiegeln auf dem Coloradosee unternommen und sollen zu einem endgültigen Erfolg geführt haben. Das aufragende Perifkop wird mit einem Behälter aus Glas versehen, dessen innere Flächen mit einer Quecksilberschicht belegt sind. Ein bedeutungs volles Hurra. Bei den Kämpfen in Flandern erhielt die Kompagnie eines Regiments den Befehl, eine Brücke zu erstürmen. Als sich die Kompagnie auf verhältnis⸗ mäßig kurze Entfernung der Brücke genähert hatte, rief ein Soldat: „Hurra!“ Kaum war der Ruf ertönt, so weckte er ein hundert⸗ faches Echo:„Hurra, hurra!“ schallte es über das Feld. In dem⸗ selben Augenblick flog unter ohrenbetäubendem Knall und Krach die Brücke in die Lust. Der Feind war durch das vorzeitige Hurra getäuscht worden und hatte die Brücke um einige Minuten zu früh gesprengt. So wurde durch das Hurra die ganze Kom⸗ pagnie gerettet. Die Ritterlichkeit der deutschen Flieger. Einige interessante Beobachtungen über die Haltung der deutschen Flieger erzählt der Kriegsberichterstatter des„Daily Chronicle“: „Die größere Geschwindigkeit der neuen deutschen Flugmaschinen gestattet den deutschen Fliegern, sich ziemlich ungebunden zu be⸗ wegen. Und um der Wahrheit ihr Recht zu geben, muß man an⸗ erkennen, daß die seindlichen. Flieger sich oft als ritterliche Leuts erweisen. Wenn einer unserer Flugzeugführer innerhalb der deutschen Linien zur Landung gezwungen wurde, kommt es nicht selten vor, daß ein deutscher Flieger über unserer Stellung einen Zettel herabsallen läßt, auf dem Mitteilung gemacht wird, ob unser Kamerad tot oder nur leicht verwundet ist.“ Moderne Astrologen haben es an der Behauptung nicht fehlen und meteorologischen Erscheinungen teils im voraus angekündigt, teils begleitet worden sei. Nun hat sich der Astronom vom Fach, der bekannte Camille Flammarion, veranlaßt gesehen, die astrono⸗ mischen und meteorologischen Vorzeichen und Begleiterscheinunger des Krieges zusam menzustellen. Es sind im ganzen sieben„Himmels⸗ zeichen“, die seine Liste bilden. An der Spitze steht die totale Sonnenfinsternis vom 21. August 1914, die zweifellos in älteren Zeiten als die Androhung furchtbarer Ereignisse angesehen worden wäre. Alsdann kommt der geschichtlich wohlbekannte„Kriegs⸗ komet“; es ist der mit bloßem Auge wahrnehmbare Delavansche Komet, der 1918 entdeckt worden ist und in den nächsten 5 Jahren wahrnehmbar sein wird; abergläubische Gemüter werden hieraus vielleicht eine Kriegsdauer von sieben Jahren folgern wollen. Ferner hat am 7. November 1914 ein Merkurdurchgang statt⸗ gefunden, und, was in alten Chroniken sicherlich mit großer Er⸗ regung verzeichnet worden wäre, ein„Feuerstein“ ist vom Himmel gefallen. Das war im Oktober 1914; er wog 35 Pfund und fiel auf englischem Boden nieder.— Zu diesen Vorzeichen und Be⸗ das am 13. Januar 1915 Italien heimgesucht hat. Barometrische Abnormitäten waren ziemlich zahlreich, so im Juni 1914, als Paris trotz des Hochsommers einen richtigen Wintertag erlebte; an die ungewöhnliche, vielwöchentliche Trockenheit, die im Mai und Juni den größeren Teil von Europa heimsuchte, braucht hier nur er⸗ innert zu werden. Endlich ist, wie Flammarion bemerkt, auch ein sogenannter„dreifarbiger“ Stern beobachtet worden, dessen Er⸗ scheinung jedoch noch näherer Untersuchung harrt. 9 Märkte. 5 ch. Bingen, 27. Aug. Marktpreise. Kartoffeln das Pfund 7 Pig., Bohnen 22 Pfg., Erbsen 30 Pfg., Buschsalat das Stück 7 Pfg., Endivien 10 Pfg., Einmachgurken 100 Stück 2.50 Mk., Kleine kraut 30 Pfg., Weißkraut 25 Pfg., Wirsing 20 Pfg., Blumenkohl 50 Pfg, Kohlrabi 6 Pfg., Karotten das Pfund 10 Pfg., Lauch das Stück 3 Pfg., Sellerie 13 Pfg., Zwiebeln das Pfund 18 Pag., Tomaten 15 Pfg., Birnen 13 Pfg., Aepfel 12 Pfg., Pflaumen 18 Pfg., Aprikosen 30 Pfg., Zwetschen 14 Pfg., Pfirsiche 40 Pfg., Butter 1.75 Mk., Käse, weich 20 Pfg., Handkäse das Stück 14 Pfg., Eier 16 Pfg. ch. Nieder⸗Ingelheim, 27. Aug. Pfirsiche 3055 Mk., Frühbirnen 8—20 Mk., Frühäpfel 7—15 Mk., Trauben 40 bis 45 Mk., Zwetschen 1314 Mk. der Zentner. B 2 Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 29. August 1918: Wolkig bis heiter, trocken, warm, Winde aus westlichen Richtungen. — — — — Braunfels a. d. Lahn ist einer der bevorzugtesten Luft⸗ in Waldungen und angenehme Ver pflegungsgelegenheiten machen ei Sommerfrischen⸗Aufenthalt besonders genußreich. Das 5 heim Krusemann(Inh.: Geschw. Vits) bietet behagliche Zimmer mit voller Verpflegung einschließlich Nachmittagskafsee für 5 bis 7 Mark.(Siehe Anzeige.) LECEIFERRIN (Ovo-Leeithin— Eisenoxydhydrat) H. 2 die FI 3 Leciferrin in Tablettenform, 0 an Galenus, Chem. Ind., G. m. b. H., f 25 1 fielachrerorcheln UA ͤrbekten a, Hrankenhäuserna Erschöpfte,., Blutverlusten um die Kräfte rasch wieder zu heben. Eine wWissenschaftliche Verbindung, dazu bestimmt, um eine rasche Zunahme der roten Blutkörperchen zu erzielen. 1 flüssige, M. 250, bequem als Feldpostbrief zu versenden, In Apotheken; wo nicht erhältlich, wende man Sich e N 7 N75 in den Apotheken; in Gießen: Hirsch-Apotheke, Frankfurte 00D r Str. 4. 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September nachmittags um ½5 Uhr u. abends um 8 Uhr pünktlich im Hotel Großherzog von hessen, Bahnhofstr., im Saale, 1 Treppe, praktisch vorgeführt. 04571 Der Besuch dieser Vorführungen ist kostenlos und ohne Kaufzwang. Jede Hausfrau von Gießen u. Umgegend ist dazu eingeladen. Schmutzige Wäsche(auch Stärke⸗ wäsche) bitte mitzubringen. Deeeiserne ist für jeden Haushalt geeignet, spart an Zeit, Arbeit und Waschmitteln und Seit wenigen Monaten Tausende verkauft. Platzvertreter gesucht. wäscht mit Preßluft und Saugkraft, Muschftau schont die Wäsche außerordentlich. W. 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An die Einwohnerschaft Gießens. Sonntag, den 29. August 1915, nachmittags präzis 5 Uhr in der neuen Aula der Universität: Oeffentliche Versammlungs Vortrag über: „Was können die Konsumenten gegen eine unberechtigte Lebensmittelverteuerung tun?“ Berichterstatter: Herr Meinig, Vorsitzender des Kriegsausschusses für Kon⸗ sumenteninteressen in Frankfurt a. M., und Frau Bucksath aus Mainz. Eintritt frei! Die unterzeichneten Vereine laden die Gesamt⸗Einwohnerschaft von Gießen, speziell die Hausfrauen, zu dieser Versammlung höfl. ein. Allgemeiner deutscher Frauenverein.— Allgemeiner Staatseisenbahn⸗Verein. Bäckerinnung.— Bürgerverein.— deutscher Technikerverband(Sweigverwaltung Gießen).— Eisenbahn⸗Konsum⸗verein Gießen.— Evangelischer Arbeiterverein.— Fleischer⸗Innung.— Friseur⸗ Innung.— Gewerkschaftskartell Gießen.— Konsum⸗Verein Gießen und Umgegend.— Ortsgewerbe⸗Verein.— Reichsverein liberaler Arbeiter und Angestellter.— verband deutscher Eisenbahn⸗ handwerker und Arbeiter.— verband mittlerer Reichspost⸗ und Telegraphenbeamten.— verein der Detaillisten.— Verein der Gastwirte von Gießen und Umgegend.— verein der unteren Post⸗ und Telegraphenbeamten.— Werkmeister⸗ Bezirksverein. Eintritt frei! — Beamtenverein. 6839 D Als Ersatz für besohlagnahmte Kupfe-Kessel empfehlen solche in To l dadlert Sonie Tausportabe Hessen in erstklassiger Ware zu billigsten Preisen Emil Pistor Machf.- J. Carl Hensel- Albert Stoll Edgar Borrmann. 6905 B. Hauser Süder Apfelmost Kelterei von Wilh. 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