8 3 7 Nr. 201 Etrstes Blatt Der Sletzener Anz Eicheint läglich, 1 Sonntags.— Beilagen: otermal möchenklich Fernsprech-Anschlüsse: sür die Schristleitun, 151 Verlag, Geschäftsstelled1 Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Giezen. A von Anzeigen für die Tagesnummer Sietzener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis: latt für den Kreis Gleßen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschertliche Heitfragen 168. Jahrgang er Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen bis vormittags 9 Uhr. Rotations druck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und steindruderei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Freitag, 27. August 1915 Bezugs pre monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Brest⸗Litowsk unser. Die Matastrophe im Osten. 148 Eroßes Hauptquartier, 26. Aug. 1915. 1 Festung B e Brest⸗Litowsk ist gefallen. Deut⸗ sche und österreichisch⸗ungarische Truppen stürmten die Werke ordwestfront und drangen in der der West⸗ und N Nacht in das Kernwerk ein. Der Feind gab darauf die Festung frei. 28 Oberste Heeresleitung. 8* a 8 Y Eroßes Hauptquartier, 26. August. Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Beaussjour in der Champagne wurde Amtlich.) ein vorgestern besetzter Sprengtrichter gegen französische An⸗ grisse deutet. prengtrichter gegen französisch Zwei feindliche Flugzeuggeschwader warfen im Saartale oberhalb und unterhalb von Saar⸗ louis Bomben. Mehrere Personen wurden getötet oder ver⸗ letzt, der Sachschaden ist unwesentlich. Vor ihrem Start waren die Geschwader in ihrem Hafen Nancy mit gutem Erfolg von unseren Fliegern angegriffen worden. Außerdem büß⸗ ten sie vier Flugzeuge ein: Eins stürzte bei Bolchen brennend ab, Führer und Beobachter sind tot; eins fiel bei Re milly mit seinen Insassen unversehrt in unsere Hände; ein drittes wurde von einem deutschen Kampfflieger bei Arracourt(nördlich von Lunsville) dicht vor der fran⸗ zösischen Linie zur Landung gezwungen und von unserer Ar⸗ tillerie zerstört, das vierte landete im Feuer unserer Abwehr⸗ geschüe bei Moivrons(südlich von Nomen) hinter der feindlichen Front. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Bei Bausk und Schönberg südöstlich von Mitau haben sich Kämpfe entwickelt. Oestlich 55 südöstlich von Kowno nehmen die Kä den Vorstellungen der Festung. Zwischen Sejny und Merecz(am Njemen) wurde der Feind geworfen. Auch im Walde östlich von Augustow dringen Teile der Armee des Generalobersten v. Eichhorn nach Osten vor. 5 Weiter südlich wird um den Berezowka⸗Abschnitt ge⸗ kämpft. Unsere Spitzen haben Bialystok erreicht. Die Armee des Generals b. Gallwitz warf den Feind vom Or⸗ lanka⸗Abschnitt(nördlich und südöstlich von Bielsk) zurück. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Der schwer geschlagene Feind flüchtete in das Innere des Bialowieska⸗Forstes. Nur südlich des Forstes in der 9 nordwestlich von Kamieniec—Litowsk hält er noch Stand.* Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. Die Festung Brest⸗Litomwsk ist gefallen. Während das österreichische Korps des Feldmarschalleut⸗ nants v. Arz gestern nachmittag nach Kampf zwei Forts der Westfront nahm, stürmte das brandenburgische 22. Re⸗ servekorps die Werke der Nordwestfront und drang in der Nacht in das Kernwerk ein. Der Feind gab darauf die Festung frei. 5 Auf der ganzen Front der Heeresgruppe vom Bialowi⸗ eska⸗Forst bis zum Sumpfgebiet um Pripet(südöstlich von Brest⸗Litowsk) ist die Verfolgung im vollen Gange. N* Oberste Heeresleitung. ** * Die Erfahrungen, die unser Heer hinter sich gebracht hat, lassen uns die stolze Ueberzeugung hegen, daß vorläufig nur die Mittel der deutschen und österreichischen Armee ge— nügen, den Festungskrieg nach dem Grundsatze des Kommens, Sehens und Siegens zu gestalten. Der Fall von Brest⸗ Litowsk, das uns unsere herrlichen Truppen gestern be⸗ scherten, krönt diese Ueberzeugung aufs neue. Nachdem knapp eine Woche um die Vorstellungen siegreich gerungen worden war, sah man in der Festung das Gespenst von Warschau, Kowno und Nowo⸗Georgiewsk sich am Horizont recken und räumte den Platz, ehe die Umklammerung vollzogen und die ungeheure Wucht unserer schweren Artillerie auch gegen die noch intakten Forts zu spielen begann. Mit Brest⸗Litowsk ist die elfte russische Festung in die Hand des Siegers ge⸗ fallen. Der eigentliche russische Festungskrieg begann erst gegen Ende des ersten Kriegsjahres und bewies durch seinen ispiellosen Siegeslauf die Erfahrungen des Beginns des 1 0 mae im Westen ein starker Waffenplatz nach dem andern— im ganzen waren es neun und außer⸗ dem sechs große Sperrforts— im Tanze mit unseren Mör⸗ sern den Atem verloren, so widerstand auch im Osten keine Festung dem Werben des deutschen Freiers. Der ungeheuren, abenteuerlichen Wirkung unserer schweren Geschütze 5 menschliche Nerven nicht gewachsen, und regelmäßig führ nach kurzer, regelrechter Belagerung der Weg des Siegers über die in Atome zerschlagenen Forts, meistens in über⸗ rumpelndem Sturm, zum Besitze des umstrittenen Objekts. Nachdem das vorletzte große Glied in der russischen Sperr⸗ kette gesprengt ist— Grodno wartet noch— kann man 2 15 noch einmal bestätigen, daß die Heere der Zen⸗ tralmächte als Festungsbezwinger unerreicht dastehen. Das wird um so deutlicher, wenn man bedenkt, daß Przemysl erst h ungeheuren Verlusten des Angreifers und nach mehr⸗ . 1 1 3 d mufe ihren Fortgang. Vor Olita nähern sich unsere Truppen monatiger Berennung dem Hunger, und Tsingtau unter den e ee der vielfach überlegenen Meute zum pfer fielen; daß ferner die kleine Feste Boyen allen An⸗ Feine des Feindes getrotzt hat. 5 enn gestern die Glocken wieder den Sieg ins Land jubelten, dann waren es nicht nur diese Gedanken sieg⸗ reicher Ueberlegenheit über den Feind allein, die sie dem Rückwärtsblickenden eingeben. Ebenso stolz und schön stellt sich von der Warte des neuen Sieges der Blick in die nächste Zukunft dar. Strategisch bedeutet Brest⸗Litowsk für uns das Aufhören der so lange Monate gefährlich gewesenen Möglichkeit, daß der Feind seine geschlagenen Truppen und aufs neue vorbrechen lassen konnte, bedeutet es den endgültigen Zusammenbruch der zweiten russischen Ver⸗ teidigungslinie am Bug und Njemen, von der nur mehr küümmerliche Reste stehen. Grodno kommt ernsthaft für den Halt der zermürbten und durcheinandergewirbelten Heere des Feindes nicht mehr in Frage, nachdem genügend deutsche Kräfte an allen Stellen der Front frei wurden, auch dort das letzte Wort zu sprechen und nachdem nun auch Bjelostok von unseren Truppen erreicht wurde. Die Beute in der Festung soll nach vorläufigen Vermutungen die von Nowo⸗ Georgiewsk noch wesentlich übertreffen. Die Frage, die sich immer deutlicher angesichts des blitz⸗ artigen Geschehens im Osten aufdrängt, ist: Was wird nun werden? Daß der Feldzug im Osten endgültig zu unseren Gunsten entschieden ist, und daß alles, was jetzt dort noch geschieht, ein einziges gewaltiges Aufräumen, ein Ernten reifster Saat werden wird, davon ist nachgerade auch das ängstlichste Gemüt überzeugt. Die Spannung, mit der die weiteren Absichten unseres Generalstabs auch im Lager der Feinde aywartet werden, hat den Gipfel erreicht, und was das atemraubend 8 Feindes so furcht⸗ st nicht enntnis der eigenen 1 5 80 151705 zu ein 2 5 mit Elektrizität gesch geren Uns er zusammengezo⸗ gen, deren grandioser Entladung wir Deutsche als dem Walten der unentrinnbaren Nemesis mit der Ruhe des guten Gewissens entgegensehen. Das Gericht erscheint, wie auch die Absichten der deutschen Heeresleitung sind, näher alls je. Liegt in ihrem Plan die Fortsetzung der Offensive im Osten, dann handelt es sich im Grunde noch um die Vollendung eines Werkes, die sich, wie man zu sagen pflegt, beim Verputz finden muß. An beiden Punkten, wo sich die allen Verbänden erschütterten russischen Massen zusammen⸗ drängen, gegen Minsk und Wilna und im Raume hinter Brest-Litowsk, harrt der zerrissenen, unter Munitions⸗ mangel leidenden und moralisch schwer mitgenommenen Heere das, was in Paris nach den neuesten Nachrichten er⸗ wartet wird, diemilitärische Katastrophe. Mit gan⸗ zer Deutlichkeit wird dies klar, wenn man liest, was die „Köln. Ztg.“ heute mittag aus dem Kriegspressequartier melden kann: i. Köln, 27. Aug.(Eig. Drahtbericht.) Die Russen sind durch die überall östlich der Bahn Bielsk—Brest-Litowsk— Kowel verlaufende Front der Verbündeten ihrer wichtigsten Rück⸗ zugsstraßen beraubt. Im Raume östlich und nordöstlich Brest⸗Litowsk sind, obwohl die Räumung der Festung und der Abtransport bereits seit längerer Zeit begonnen haben dürfte, große Massen mit den entsprechenden Trains zusam⸗ mengedrängt, während längs der noch bleibenden Rück⸗ zugslinien unwegsame Wald⸗ und Sumpfgebiete lie⸗ gen. Das Eisenbahnnetz nach Minsk und Pinsk erscheint gegenüber den zu bewältigenden Massen spärlich. Die russischen Heere befinden sich in der ernstesten Gefahr. Man wird annehmen können, daß zunächst die Schritte, die noch zur Vernichtung der Heere des Zaren führen müs⸗ sen, getan werden. Der Festungskrieg ist für sie verloren, in der Feldschlacht werden sie noch weniger widerstehen können. Aber auch der zweiten Möglichkeit, die ins Auge efaßt werden kann, nämlich der Verwendung der zu neuen Schlägen bereiten Armeen des Reichskanzlers an anderen Stellen, haben sich gestern wieder neue Perspektiven ge⸗ öffnet. Wie es kommt, ob im Osten oder im Westen oder an— dritten Stellen nach dem Ende des russischen Festungs⸗ krieges die Donnerschläge des Gewitters niedersausen wer⸗ den, das sich in Russisch⸗Polen für die Feinde zusammen⸗ braute und gestern den Himmel ihrer 3 ganz verschwinden ließ— wir wissen, daß sie herniedersausen und daß sie furchtbar sein werden. Dafür hat der Tag von Brest⸗Litowsk, der Jahrestag von Tannenberg, die stärkste Sicherheit gegeben. * 8 Erfolgreiche Beschießung russischer Signalstationen. Berlin, 26. Aug.(WTB. Amtlich.) Am 25. August abends hat einer unserer kleinen Kreuzer die russische Signalstation Kap⸗Süd⸗Ristra auf der Insel Dagö beschossen und teilweise zerstört. Zur gleichen Zeit hat ein anderer kleiner Kreuzer die Signalstation An⸗ dreasberg, gleichfalls auf Dag mit Erfolg unter Feuer genommen. Feindliche Streitkräfte wurden nicht e Der Stellvertreter des Chefs des Admiralstabes: 6(gez.) Behncke.. immer und immer wieder hinter sicheren Mauern auffrischenssch Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 26. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 26. August 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Die Festung Brest⸗Litowsk ist gefallen. Die un⸗ garische Landwehr des Generals v. Arz entriß geftern dem Feind das südwestlich der Festung gelegene Dorf Koby⸗ lany, durchbrach damit die äußere Gürtellinie und fiel den zunächst liegenden Werken in den Rücken; westgalizische, schlesische und nordmährische Heeresinfanterie erstürmte gleichzeitig ein Fort südlich der Ortschaft Koroszezyn. Deut⸗ e Truppen bemächtigten sich dreier Werke an der Nordwestfront und besetzten heute früh die an der Bahn⸗ brücke gelegene Zitadelle. Unterdessen drängten die Verbün⸗ deten den Feind auch über die Lesna und im Wald⸗ und Sumpfgebiet südöstlich Brest⸗Litowsk zurück und unsere von Kowel nordwärts verfolgende Reiterei warf russische Nach⸗ huten bei Bucin und Wyzwa. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Doberdo⸗Abschnitt griffen die Italiener gestern mit⸗ tag den Monte Dei sei Busi neuerdings an; sie wurden wie immer zurückgeschlagen. Vor dem Görzer Brückenkopf herrschte Ruhe. An der übrigen küstenländischen Front fan⸗ den stellenweise Geschützkämpfe statt, so namentlich im Raume von Flitsch, wo sich die feindliche Infanterie vorsichtig heran⸗ arbeitet. Der bereits gestern als abgeschlagen gemeldete An⸗ griff gegen den Nordabschnitt der Hochfläche von Lavarone wurde von starken feindlichen Kräften geführt; nach zehn⸗ tägiger, auch die Nächte hindurch andauernder heftiger vorgestern abends ihr Feuer gegen die Front Cima di nach Mi zeng.—Basson zu größter Schnelligkeit. Bi ach ie unser gen mi Truppen und Standschützen, von oberösterreichischen und der Artillerie hervorragend unterstützt, schlugen ak Stürme zurück. In den Morgenstunden war der feind liche Angriff endgültig zusammengebrochen. J den Hindernissen allein liegen 200 tote Italiener; danach mag. einer hatten nur geringe Verluste.. 5 iner unserer Flieger erzielte in der Munitionsfabrik von Brescia mehrere Bombentreffer. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Das drohende Verhängnis in Rußland. Stimmen zum Fall von Brest⸗Litowsk. (WTB) Berlin, 28. Aug. In ihrer Besprechung des Fal⸗ les von Brest⸗Litowsk verbinden die Morgenblätter ein berg. a 5 5 Im„Berliner Lokalanzeiger“ heißt es: Heute, vor einem Jahr, hob in Ostpreußen der blutige Entscheidungskampf an, der die Russen von diesem uns teuren Boden herunterfegte, gefallen, rascher, als wir uns in unseren weitgehenden Erwar⸗ tungen hätten träumen lassen. Kowno, Nowo⸗Georgiewsk, Brest⸗ Litowsk, die drei gewaltigsten Festungen, die das Zarenreich sein eigen nennt, binnen einer Woche mit stürmender Hand genommen — wahrlich, der Schlachtengott hat Großes an uns getan. stärkste russische Festung überhaupt, in unsere Hand gefallen. Un⸗ sere und unserer Verbündeten Truppen haben sich bei der Erstür⸗ mung von Brest⸗Litowsk wieder auf das heldenmütigste bewährt, doch steht noch darüber das Verdienst der überlegenen Strategie, die, richtig betrachtet, das russische Heer aus seinem Haupt⸗ bollwerk herausmanövriert hat. Die„Tägliche Rundschau“ sagt: Die letzte Hoffnung der Russen und ihrer Verbündeten, den deutschen Sturm gegen Osten sich brechen zu lassen, ist vor diesem Sturm zusammen⸗ gebrochen. Wie auch die weiteren Kriegsgeschehnisse nach den Plänen unserer Heeresleitung sich entwickeln mögen, einstweilen jedenfalls hat Rußland vergebens auf das Wunderbare gehofft, das Brest⸗Litowsk halten sollte. 8 vorangegangenen natürlichen Geschehen es selbst den echtest russi⸗ schen Leuten bange werden muß bei diesen kolossalen Rückzugs⸗ künsten ihrer Obersten Heeresleitung. Im„Berliner Tageblatt“ schreibt Major Moraht: Ohne Zweifel dürfen wir bei dem schönen Erfolg, den das österreichisch⸗ ungarische Korps des Feldmarschalls von Arz und das branden⸗ burgische 22. Reservekorps errungen haben, eine erhebliche Wir⸗ kung auf die Neutralen voraussetzen. Sie konnen nicht mehr unklar darüber sein, daß die russische Kraft gebrochen ist. Noch niemals ist es einem großen Heere gelungen, nach einem solchen Rückzuge die volle Kraft wieder zu gewinnen. Vor der Tür steht der Winter, das Einfrieren des weißen Meeres und der ungeheuer erschwerte Transport amerikanischer Munition durch Sibirien. Man sagt deshalb nicht zu viel, wenn man behauptet, Rußlands Kraft ist für den Vierverband schon jetzt auf lange Zeit aus geschaltet. 1 5. Die„Wiener Allgemeine Zeitung“ schreibt zum Fall von Brest⸗Litowsk: Brest⸗Litowsk, das stärkste Bollwerk des Zaren, ist nun auch vom Schicksal erreicht worden. Brest⸗Litowsk gefallen. Ein furchtbarer Schlag hat abermals Rußland getroffen. Mit Jubel wird die neue Freudenbotschaft bei uns und unseren Verbündeten aufgenommen. Wohl noch niemals haben in so rascher Reihenfolge vernichtende Schläge das russische Riesenreich erreicht, wie dies durch unseren und der Deutschen ununterbrochenen viermonatigen Siegeszug jetzt geschehen ist. Alle Trostgründe, mit denen die Entente sich über die Niederlagen Ruß⸗ N E 1 2 lands hinwegzusetzen versuchte, erscheinen haltlos gegenüber der Bei den in Ostgalizien stehenden Armeen nichts Neues. a Schützen läßt sich ermesfen, welche Opfer dieser Angriff gekostet haben Gedenken des Jahrestages der Schlacht von Tannen ⸗ 1 und gestern ist mit Brest⸗Litowsk das letzte Bollberk am Bug Die„Kreuzzeitung“ schreibt: Mit Brest⸗Litowsk ist die Haupt⸗ stellung der russischen inneren Verteidigungslinie, vielleicht die Tatsache ist, daß nach allem — 1 Beschießung unferer Werke steigerte die feindliche 1 b 1 surchtbaren Sprache der Erergnisse. Die Phrase des Beispiels von 1812 erscheint wohl jetzt jedem leeres Gerede. Vor hun⸗ dert Jahren zogen sich die Russen widerstandslos zurück, während ste jezt mit äußerster Kraftanstrengung versuchen, den Vormarsch Gegner zu verhindern. Von einer russischen Festung nach der andern wird das gbanner herabgeholt. Unerbittlich voll⸗ zieht sich das Schicksal, welches die eroberungssüchtige Politik Rußlands über das eigene Land heraufbeschworen hat. Russische Stimmungen. Berlin, 26. Aug. Die„Voss. Ztg.“ meldet aus Peters⸗ burg: Der Führer der Progressisten Jefremow meinte: Wenn man nicht alles verlieren wolle, so müsse man an die Spitze der lt eine diktatorische Persönlichkeit stellen, der das ganze Volk vertrauen könnte. Die Lage sei sehr ernst, da kein Mensch in Rußland mehr leeren Worten und Versprechungen traue. Wie stark gegenwärtig das Mißtrauen des Volkes ist, beweist folgendes: Als gestern bekannt wurde, daß der gegen⸗ wärtige Hofminister Frederiksz sich mit Rücktrittsgedanken trage, und vielleicht demnächst durch General Maximowitsch ersetzt wer⸗ den würde, da verbreitete sich sofort das Gerücht, die Neubesetzung des Postens durch einen energischen General solle erfolgen, im Hinblick auf die Möglichkeit einer Räumung Petersburgs und die Verlegung des Zarenhofes nach Moskau. Diese Gerüchte fanden so starke Verbreitung, daß seitdem die Petersburger Groß⸗ banken von ihren Depositenkunden mit ängstlichen Fragen fast überschüttet werden. Von durchaus Vertrauen erweckender Seite wird soeben mitgeteilt, daß seit dem vorigen Samstag in unauf⸗ fälliger Weise eine Ueberführung des Petersburger Reichsarchivs nach Moskau begonnen habe. Den Beamten der Verwaltung wurde erklärt, diese Maßnahmen erfolgen, weil das Petersburger Archivgebäude auf der Millionaja⸗Straße zu Lazarettzwecken be⸗ nötigt werde. Allerdings eine höchstsonderbare Motivierung! . Petersburg, 26. Aug. Der Zentrumsführer God new erklärt, daß, wenn er noch einige Hoffnung hege, so lediglich aus dem Grunde, daß der Mensch schließlich noch als lebendig zu betrachten sei, solange er nicht völlig tot ist. Unsere „meinte er, ist prekär, wenn nicht geradezu ver⸗ zweifelt. Nur die äußerste Rechte rechnet noch immer auf die Erschöpfung des deutschen Heeres, aber selbst die Nationalisten widersprechen dem und deren einflußreicher Führer Bala sch ow erklärte in den Wandelgängen der Dum, die einzige Ret⸗ tung könnten nur noch die westlichen Verbündeten brin⸗ 11 gen. 4 Berlin, 28. Aug.(Priv.⸗Tel.) Die„B. 3.“ meldet aus Stockholm: Wie aus Petersburg berichtet wird, sind in den Putilow⸗Werken außerordentlich hohe Unterschleife entdeckt worden. Der Kriegsminister ordnete eine Revision der gesamten Geschäftsführung an, namentlich auch der artilleristischen Geheimzeichnungen der Werke. 1 Der russische Bericht. 9 Pekersburg, 26. August.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht tes Großen Generalstabes vom 25. August: In der Gegend von Riga keine Veränderung. In der Richtung von Jacobstadt und Dwinsk dauern die Kämpfe annähernd auf derselben Front an. In der Gegend von Wilna unternahm am 24. August der Feind einige Teilangriffe auf der Front nordwestlich von Jewje. Wir schlugen diefe Angriffe ab. Am mittleren Njemen ziehen sich unsere auf dem linken Ufer operierenden Truppen allmählich gegen den Fluß zurfammen. Auf der Front zwischen Bobr und der Eegend von Brest⸗Litowsk setzt der Feind den Druck auf den Hauptabschnitt unserer Stellung westlich des Waldes von Bialowieska und zwischen der Chaussee nach Bielsk, der Station Sainvoka(Gajnowka) und Wysoko.—Litowsk und Pru⸗ janhy fort. Während des 24. und 25. August schlugen wir westlich von Brest⸗Litowsk feindliche Angriffsversuche auf unsere Stel⸗ I auf dem rechten Ufer des Bug ab. Der Feind bemüht sich Jängs der Chaussee von Pischa nach Malaryto vorzudringen. Südlich von Wladimir⸗Wolynskt unbedeutende Vorpostengefechte. In Galizien an einzelnen Teilen unserer Front Gewehr⸗ und Ge⸗ 5 5 n. Die Stimmung in Frankreich. ülrich, 26. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Neuen * 5 Nachr.“ melden aus Lausanne: Eine aus Paris eingetroffene hochangesehene Persönlichkeit schildert die Lage in Frankreich in sehr düsteren Farben. Man stehe in ris vor einem Wendepunkt. Entweder Wohl⸗ fahrtsausschuß im Stile 1789, oder Militärdikta⸗ tur ist die Situation, auf die man raschen Schrittes zutreibt und aus der es anscheinend kein Entrinnen mehr gibt. Alle ernsthaften Franzosen sehen mit Bangen der weiteren Ent⸗ wicklung eines Zustandes e e welchem die Geheim⸗ sitzungen der Kammer die erste Phase sei. Die Franzosen, schu n lieben, wollen lieber Militärdiktatur als Aus⸗ 5 Joffres Bericht. Paris, 26. August.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Be⸗ richt von gestern abend. Auf der gesamten Front Artillerie⸗ kampf. Die heftigsten Artilleriekämpfe entwickelten sich im Ab⸗ schritt nördlich Arras, zwischen Somme und Oise, in der Cham⸗ pagne, den Argonnen und im Priesterwalde. In den beiden letz⸗ teren Abschnitten griffen unsere Schützengrabenkampfwerkzeuge und die großkalibrige Artillerie mehrmals wirksam ein. In den Vogesen nahm im Fechttale, wo wir die eroberten Stellungen einrichten, die Kanonade an Stärke ab. Es fand kein Infanterie⸗ statt. Ein Aviatikflugzeug warf vier Bomben auf Besoul. ine Frau und ein Kind wurden verletzt. Der Sachschaden ist gering. Amtlicher Kriegsbericht von heute nachmittag. Im Artois, um Souchez und Neuville Kanonade und Kämpfe mit Petarden und Handgranaten während eines Teiles der Nacht. Im Gebiete von Rohe andauernd scharfe Tätigkeit beider Artillerien. Im Argonnenabschnitt von La Fille Morte ziemlich lebhafter Kampf mit Bomben und Handgrangten. Auf der übrigen Front nichts Wichtiges zu melden. Am 24. August bombardierte eines unserer Flugzeuge die wichtige Verzweigungsstelle auf dem Bahn⸗ fe Offenburg im Großherzogtum Baden. Am 25. August über⸗ log ein Geschwader von vier Gruppen, zusammen 62 Flugzeuge, die Hochöfen von Dillingen(Geschoß⸗ und anzerplattenfabrik) nördlich von Saarlouis, worauf mit Präzision über 150 Granaten, darunter etwa 30 großen Kalibers, abge⸗ 1 1 1 . 1080 Eine Schlacht zwischen Afghanen und Engländern. dene Morgenblätter nach der„Neuen Zürcher Ztg.“ melden, ist es an der Nordwestgrenze von Indien zu heftigen Kämpfen zwischen englischen Grenzschutztrup⸗ pen und den Truppen des Emirs von Afghanistan ge⸗ kommen. Auf englischer Seite seien 300 Mann gefallen. Eine erbitterte Schlacht, die bei Lahore, der Haupt⸗ stadt des Pendschabs im vorigen Monat stattgefunden habe, habe 20 Tage gedauert. 1 0 5 n 1 Vom Balkan. Sofia, 26. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die bulgarisch Presse bespricht mit wachsendem Unmut die Veri aus Nisch über den Verlauf der Skupschtina⸗Bera⸗ tungen und kommt zu dem Schlusse, daß in Nisch keine Berlin, 27. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Wie verschie⸗ erfüllen. Das Regterungsorgan erklärt an leitender Stelle, Bulgarien sei nicht geneigt, sich zu einem Spiel, wie man es in Nisch zu treiben scheine, herzugeben.. Nisch, 26. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der englische Gesandte suchte am 16. August den Ministerpräsidenten Pasitsch auf, um ihn zu veranlassen, den bulgarischen Forderungen nachzugeben. Pasitsch forderte Aufklärung über folgende Punkte: Ob die Vorschläge der Entente end⸗ gültig seien und nicht mehr geändert werden könnten; wo die serbische und die bulgarische Grenze sich berührten und welche Kompensationen Serbien für die zu bringenden Opfer gewährt würden. Der englische Gesandte erklärte, daß die Note des Vierverbandes unabänderlich sei, Serbien müsse die strittigen Gebiete sofort und ohne weitere Ver⸗ handlungen abtreten. Konstantinopel, 25. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blockade des Hafens von Dedeagatsch durch die englische Flotte dauert trotz des Einspruches der bulgari⸗ schen Regierung ungeschwächt fort. Englische Kriegs⸗ schiffe liegen ständig vor dem Hafen und untersuchen jedes ein⸗ und ausfahrende Schiff. Den bulgarischen Handels⸗ kreisen erwächst durch dieses Vorgehen Englands beträcht⸗ licher Schaden. Es wird erzählt, daß englische Offiziere, die auf einige Stunden in Dedeagatsch an Land kamen, geäußert hätten, Bulgarien würde England noch weit unangenehmer kennen lernen, wenn es sich wei⸗ gern sollte, den Forderungen Englands nachzukommen. Umschwung der Stimmung in Griechenland. Berlin, 27. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die Stim⸗ mung in Griechenland zugunsten Deutschlands um⸗ 9 eschlagen ist, zeigt laut Berliner„Lokalanz.“ ein Brief, en ein Schüler des Gymnasiums in Solingen von seinen in Athen lebenden Eltern erhalten hat. Es heißt darin u. a.: Hier in Athen wird man immer deutschfreund⸗ licher. In den Theatern finden jeden Abend deutschfreund⸗ liche Kundgebungen statt. Man hört Rufe wie:„Hoch lebe 72“„Hoch lebe der Kaiser!“„Nieder mit Eng⸗ and!“ 5 ** * Kanzlerrede und holländische Presse. Haag, 26. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Zur Reichs⸗ kan 5 lerrede, die in allen holländischen Blättern wieder⸗ gegeben wird und über deren grundlegende Bedeu⸗ tung in der ganzen holländischen Presse nur eine Stimme sherrscht, schreibt der Dr. Kuyper nahestehende konservative„Standard“: Der deutsche Reichskanzler hat aus Anlaß seiner großen Rede in Deutschland eine gute Presse gehabt. Dies war auch zu erwarten. Er sprach machtvoll und seine Argumente waren in vieler Hinsicht überzeugend. Man muß erkennen, daß die Entente⸗ mächte sich in Deutschlands Macht und Fähigkeit, durch⸗ zuhalten, nicht wenig verrechnet haben.— Der in Utrecht erscheinende„Stichtsche Courant“ schreibt: Die kriegerischen Vorgänge in Rußland förderten die deutsche Sache tüchtig; aber auch die kraftvolle und gewal⸗ tige Rede des Reichskanzlers wird der Stellung Deutsch⸗ lands von Nutzen sein. Das vom Reichskanzler veröffent⸗ lichte Telegramm nach Wien vom 29. Juli 1914 soll stets der Beweis bleiben, daß Deutschland sich anstrengte, um den Hrieg zu vermeiden.— Der„Nieuwe Har⸗ lemsche Courant“ schreibt: Die eindrucksvolle und sicher für die Weltgeschichte höchst bedeutsame Rede, die der Reichs⸗ kanzler im Reichstage gehalten hat, verdient in vieler Hinsicht Studium und genaueste Erwägung. Sie enthält ungewöhnlich kostbare Beiträae zur Welt⸗ geschichte. 5 * 12 5 N Der Seekrieg. Die„Arabic“. Berlin, 26. Aug. Wie die„Voss. Ztg.“ von zuver⸗ lässiger Seite erfährt, sind die Verhandlungen mit Amerika über den Untergang der„Arabic“ voll im Gange. Es liegt bis zur Stunde kein fester Anhaltspunkt vor, der eine entscheidende Stellungnahme auf der einen oder anderen Seite rechtfertigen würde. An dem guten Willen auf beiden Seiten zu einer friedlichen Beilegung des Zwischenfalles fehlt es nicht, und man darf hoffen, daß dieser geringfügige Anlaß nicht ausreichen wird, eine mehr als hundertjährige Freundschaft ernstlich zu trüben. London, 26. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die Whi Star⸗Linie gibt bekannt: Es sei zweifellos, daß die„Ara⸗ bic“ torpediert worden ist: der Kapitän habe zwar nicht das U-Boot, aber mit Bestimmtheit das Porpedo ge⸗ sehen. Die„Arabic“ habe nicht versucht, das U-Boot zu rammen, da man es von der Kommandobrücke nicht ge⸗ sehen habe, auch nicht versucht, zu entkommen, sondern nur das U-Boot, aber mit Bestimmtheit das Torpedo ge⸗ sei ohne Warnung torpediert worden, und zwar sechzig Seemeilen von Irland.— Abwarten! Brennende Schiffe. Kopenhagen, 26. Aug.(WD. Nichtamtlich) Die „Berlingske Tidende“ meldet: Der Dampfer E von Leith, 1 in Kopenhagen angekommen. Er fuhr auf seiner Reise durch die 4 an nicht weniger als sechs roßen brennenden Schiffen vorüber, die augen⸗ scheinlich alle mit Holz beladen und von deutschen Unter⸗ seebooten in Bra gesetzt waren. * Lissabon, 26. Aug.(WTB.) Meldung der„Agence Havas“. Der aus Barry kommende norwegische Dampfer „Havtor“ nahm am 21. August 40 Schiffbrüchige des englischen Dampfers„Windsor“ auf, welcher von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden war. Der„Wind⸗ sor“ war von London nach Italien bestimmt. *** Nicht das gewünschte Ergebnis. London, 26. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) In dem amt.⸗ lichen Bericht von den Dardanellen über die Kämpfe seit dem 6, August an dem westlichen Ende der Gallipoli⸗Halb⸗ insel wird gesagt: Es bestanden getrennte Angriffslinien. Die erste war australisch⸗neuseeländischen Korps, die andere war die von Suvlabucht, wo eben die angekommene Armee kämpfte. Ferner wurde ein Angriff vom Kap Helles in der Richtung Krithia unternommen. Trotz des fortwährend heftigen Kampfes und der schweren Verluste auf beiden Seiten erreichten unsere Trup⸗ pen in keinem der Gebiete ihr Ziel, obwohl sie ihm ent⸗ schieden näher kamen und das Gebiet, das sich in unseren Händen „beträchtlich ausbreiteten. Der Angriff des australisch⸗ neuseeländischen Korps richtete sich auf den Saribair⸗Chunul⸗ Hügel, hatte aber nicht das gewünschte Ergebnis. Die australisch⸗neuseeländischen Truppen vermochten nicht, ihre Stel⸗ lungen auf der Höhe zu halten und mußten sich nach den unter⸗ lb gelegenen Stellungen zurückziehen. Der Angriff aus Da sie aber den Gipfel der Höhe nicht sie nach ihrer ursprünglichen Stellung zur u davonzutragen. Englische Lebensmittelnöte. 5 Kopenhagen, 26. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Nach der„Nationaltidende“ bildet jetzt die Versorgung mit billigen Lebensmitteln, insbesondere Fische, den Gegenstand täglicher Erörterungen der lischen Presse. Dabei wird statistisch nachgewiesen, daß Fische am stärksten, und zwar durchschnittlich um 75 Prozent im Preise gestiegen sind. Bei der Ernährung der großen Arbeiter⸗ massen in den Industriegegenden des Nordens bilden Fische das Hauptnahrungsmittel. Deshalb ist auch die Einführung gefrorener Fische von Amerika beschlossen worden. 3 Erster Schneefall auf dem italienischen Kriegsschauplatz. Zürich, 26. August. Nach Meldungen der Blätter ist auf dem italienischen Kriegsschauplatz der erste Neuschnee 1 Der starke Wettersturz in den Hochalpen ist allgemein. hat bis auf 1300 Meter herunter geschneit. Die Alpenübergänge werden durch den bevorstehenden Winter für die Italiener noch uneinnehmbarer als bisher. 5 5 Deutsche Achtung vor der Neutralität. Haag, 26. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Korrespondenz⸗ bureau teilt mit: Am 18. August 1 5 ebe daß ein Luft⸗ schiffüber niederländisches Gebiet gefahren sei. Der deutsche Gesandte teilte am 23. August im age seiner Re⸗ eulsches Jifestiff brech Pesugen Nerd rd dee e, iff dur bi ter über niederländisches Gebiet Ae wurde. Sobald das Schiff sich zu orientieren vermochte, bemerkte es die Abweichung vom Kurs und schlug die Richtung nach der See ein, die zwischen Vlieland und Terschelling wieder erreicht wurde. Die Re⸗ gierung hebt hervor, daß der bedauernswerte Vorfall ausschließlich eine Folge besonderer atmosphärer Verhältnisse war, die den Führer des Schiffes irreführten und fügt hinzu, daß seit dem Beginn der Feindseligkeiten den Führern der deutschen Luftschiffe strenge Befehle erteilt wurden, niemals über dem Gebiet neutraler Staaten zu fahren. 0 Die Universität Gent. 5 Köln, 27. Aug.(Privattel.) Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Brüssel: Die im Haag erscheinende„Avend po st“ brachte die Meldung, daß die Eröffnung der Universität Gent für Oktober beschlossene Sache sei und daß deutsche Professoren berufen würden für den Fall, daß sich nicht genügend belgische Professoren zu Vorlesungen bereit fänden. Von einem solchen Beschluß ist an den zuständi Stellen nichts bekannt, und von der Berufung deuts Professoren war selbstverständlich niemals die Rede. Aus dem Reiche. 17 5 Bundesratsbeschlüsse. 8 i Berlin, 26. Aug.(Wr Nichtamtlich) In der Sit- zung des Bundesrates gelangten zur Annahme: Der Entwurf einer Verordnung über die me einer Vieh⸗ e am 1. Oktober 1915, der Entwurf einer Verordnung über ein Schlachtverbot für träch⸗ tige Kühe und Sauen, der Entwurf einer Verordnung üb. den Verkehr mit Zucker im Betriebsjahr 1915/16, der Em wurf einer Bekanntmachung betreffend die Ausprägung von Fünfpfennigstücken aus Eisen, der Entwurf einer Verordnung über den Verkehr mit Hülsenfrüchten, die Vor⸗ lage betreffend die Herabsetzung der Kontingente der Zünd⸗ warenfabriken für das Betriebsjahr 1915/16, der Entwurf einer Bekanntmachung betreffend die Angestelltenversiche⸗ rungen während des N und die Vorlage betr Rd das Außerkrafttreten der Bekanntmachung über die Höchst⸗ preise für Speisekartoffel vom 15. Februar. 9 Aus Stadt und Cand. ö Gießen, 27. August 1915. Aus der Sitzung der Stadtverordneten. ** 0 Punkten Pate gestanden: der Petroleumnot ist die stei Beliebtheit der Elektrizität zu danken, und so mu 7 den vorgesehenen Kredit für bie eee n Drittel erhöhen; eine Aus gabe, die allerdings nicht schm lich, sondern nur fi ringend ist. Weiter bewilligte m den für die Stadt i Druckereien einen Kri zuschlag, und schließlich erklä man sich damit ein standen, daß das Droschkenfahren in Gießen für die Fol noch mehr als bisher Sache des Portemonnaies wird. 5 neue Tarif geht gleich aufs Ganze und verlangt stellenwei 80 Prozent mehr als bisher. Man dachte aber an den teuren Hafer und seinen noch teureren Ersatz und vor allem daran daß nur solche, die es aushalten können, vom teuren S zierenfahren betroffen werden, und erfüllte die Wün Droschkenhalter. Womit man sich in Gegensatz stt einer Stadt im westfälischen Industriegebiet, wo die Fuhr halter in einer Zeitungsanzeige über den Unverstar des Publikums führen mußten, das billigere Prei verlangte mit der Begründung, man dürfe doch jetzt de teuren Hafer nicht mehr verfüttern. 1 Vor ein paar Tagen hatte die Stadt in einer An im„Gießener Anzeiger“ die Versteigerung von Frühbt ohné weitere Zusatze angesagt Tie Fassung der zu der Krhme ges, aß dee Beere u der e fü„ 5 8 0 ng Beschränkung auf bestimmte Kreise stattfinden solle hat tatsächlich manche von ihrem Besuch abgehalten. In gleichen Annahme und auf Grund uns zugegangener rungen dazu hatten wir in Nr. 199 unseres Blatte⸗ denken dagegen geäußert, daß die Obsternte auf diese zunächst wahrscheinlich in die Hand des Handels werde. Daß die Anzeige auch in Handelskreisen teil aufgefaßt worden war, bestätigte Stadtv. Simon, müplte daß einige Händler zu der Versteiger F Neigung herrsche, Bulgariens berechtigte Forderungen zu Suvla kam zum Stillstande, nachdem er zweieinhalb Meilen und, als sie vom Ausschluß des Handels dom da passiert, wenn u gt hätte, N 1 5 1* 1 4 . ie Bersorgung der Kriegsteilnehmer. Für diefenigen Kriegsteilnehmer, die infolge Verwundung, Erkrankung oder sonstiger Dienstbeschädigung einen Teil ihrer Er“ 1 e eingebit haben, ist es von. Interesse, fur di. schon jetzt durch gesetzliche Bestimmungen Nach deut Gesetz über die Versorgung der Personen der Unter 1 des Reichsheeres, der Kaiserlichen Marine und der Kaiser⸗ ichen Schutztruppen vom 31. Mai 1906 haben Unteroffiziere und 8 Anspruch auf Rente, wenn ihre Erwerbsfähig⸗ eit infolge Dienstbeschädigung, Kriegsverwundung usw. aufgeho⸗ ben oder um mindestens 10 Prozent herabgesetzt ist. Eine Dienst⸗ beschädigung liegt dann vor, wenn infolge einer Dienstverrichtung oder eines Unfalls bei der Ausübung des Dienstes die Gesund⸗ heitsstörung verursacht oder verschlimmert worden ist. Ist die Erwerbsbeschränkung vorsätzlich herbeigeführt, so wird keine Ent⸗ chädigung gewährt, dagegen schließt grobe Fahrlässigkeit den An⸗ . a N aus. der Schätzung des Grades der Erwerbsbeschränkung ist der vor der Einberufung zum Militärdienst ausgeübte bürger⸗ liche Beruf zu berücksichtigen. Bei völliger Erwerbsunfähigkeit wird die 80 Mf, c Seen Dieselbe beträgt: Für Feldwebel jährlich 900 Mk. für Sergeanten jährlich 72 Mk., 35 Unter⸗ offtziere jährlich 600 M, für Gemeine jährlich 540 Ml. Beiteilweiser Erperbsbeschränlung wird ein der Arbeits- unfähigkeit eutsprechender Teil der Vollrente gewährt. Außer der Rente wird beim Verlust einer Hand, eines Fußes, der Sprache sowie des Gehörs auf beiden Ohren eine Verstüm⸗ melungszulage gewährt, die monatlich 27 Mk. beträgt. Beim Verlust beider Hände oder 1 die Verstümmelungs⸗ a ulage doppelt gewährt, ebenso beim lust einer Hand und eines es. Außerdem wird die doppelte Verstümmelungszulage(54 beim Verlust oder bei Erblindung beider Augen gewährt. Bei Verlust oder Erblindung eines Auges sowie bei anderen. schweren Gesundheitsstörungen, bei denen fremde Hilfe und War- tung notwendig ist, kann die einfache Verstümmelungszulage(27 Mart) gewährt werden. Das gleiche trifft zu, wenn die Bewegungs⸗ und Gebrauchsfähigkeit einer Hand, eines Armes, eines Fußes oder eines Beines derart behindert ist, daß sie dem Verlust gleich kommt. Bei schwerem Siechtum oder bei Geisteskrankheit kann die einfache Ver lungszulage bis auf 54 Mk. monatlich er⸗ höht werden. Sofern die Erwerbsunfäbigkeit durch Kriegsver⸗ wundung oder sonstige Kriegsdienstbeschädigung eingetreten ist, wird weiter eine Kriegs zulage von monatlich 15 Mk. gewährt. Hiernach hätte z. B. ein zu den Mannschasten gehörender Kriegsteilnehmer, der infolge Verlust des linken Armes in der — K um 60 nt in seiner Erwerbsfähigkeit behindert, also 40 Prozent arbeitsfähig ist, Anspruch auf folgende Leistungen: 60 der Vollrente von 540 Mk. 324 Mk., 1 lungszulage 12. 27 Mk. 324 Mk., Kriegszulage 12, 15 Mk. 180 Mk. 8 zusammen fährlich: 8²⁰ Mk. oder en noch die den nach der Reichs⸗ i Kriegsteilnehmern im Falle der . die durchschnittlich 20 bis Neben den v ö ziellen Leistungen besteht nach dem 1 Personen, die folge Dienst⸗ 212 derart erwerbsbeschränkt sind, daß sie im ak⸗ e nicht 75 verwendet werden können, u. a. Anspruch den Zivilversorgungssche in, wenn die Betrefsen⸗ zum Beamten und würdig erscheinen. Cbenso können Anstellungsscheine für den Unter ndienst er⸗ teilt werden. Eine iterung dieser Leistungen, sei es durch gesetzliche Maßnahmen oder sonstige soziale Fürsorge, dürfte dem⸗ nächst zu erwarten sein. 4 5 Das Eiserne Kreuz erhielt Direktor Brackemann Gießener Pädagogium. 5 Glocken und Konzert kunten vom Fahnen, 1 estern nachmittag wieder einmal— zum wievielten Male in diesem Monat weiß man kaum mehr genau— einen Sieg verherrlichen. Brest⸗Litowsk, der letzte der ganz 3 5 Waffenplätze, hat sich wie alle Vorgänger dem illen unserer Heere beugen müssen. Als vorgestern an den öffentlichen Gebäuden die Fahnen wegen des Ludwigs es gehißt wurden, erklärten sich einzelne Voreilige das 185 schon mit dem Fall der Festung. Demnach kam es den meisten wohl überraschend, als gestern nachmittag um die Kaffeetrinlenszeit auf allen en wieder einmal die Glocken ihr Siegeslied begannen und kündeten, daß Brest⸗Litowsk, das worden sei. Im Handumdrehen standen auch die Straßen wieder im Schmuck der Fahnen, die man nach den Erfah⸗ rungen der letzten Wochen immer bequem zur Hand hält und in deren Anbringung man nachgerade eine bemerkens⸗ werte Fixigkeit erworben hat. Diesmal strahlte auch die Sonne wieder einmal in die frohen leuchtenden Farben. Um 6 Uhr N die Kapelle des Ersatzbataillons der 116er in der Süd⸗Anlage. Der schöne Nachmittag brachte ihr eine starke Zuhörerschar, die fast wie an einem tagspromenadenkonzert die 5 755 Gänge der Anlage be⸗ lebte und mit Genuß den allerdings durchweg recht fried⸗ lichen Weisen der Musik lauschte. Mauche meinten, ein wenig mehr e 1 Bumbum 1 sich sallch 15 905 kriegerischen Ereignis gepaßt, wenn man si z * R ire und die anderen vornehmen Konzertnummern freute. 9 Bestandsmeldung und Beschlagnahme von Metallen und Metallfabrikaten. Di Auf⸗ fassung ist un 1 utreffend, daß durch die Verordnungen vom 20. Juli 1915 M. 1/7. KRA, betreffend Bestandsmel⸗ dung und Verwertung von Kupfer in Fertigfabrikaten, und vom 31. Juli 1915 M. 325/7. 15. KRA, betreffend Beschlag⸗ nahme und Meldepflicht von fertigen,, Messing und ungebrauchten Gegenständen aus Kupfer, Messing und Reinnickel, die ältere Verordnung M. 1/4. 15. KRA, be⸗ treffend 7 e und Beschlagnahme von Me⸗ tallen, aufgehoben oder abgeändert sei. Die drei Verordnungen bestehen nebeneinander. Jede ist in vollem Umfange gültig und muß daher, wenn man sich den angedrohken Strafen nicht aussetzen will, befolgt * Die Auszahlung der Familienunterstützun⸗ 1 für die Zeit vom 1.— 15. September 1915 an die Angehörigen. ö reisunterstützung an diejenigen, deren Namen be⸗ 5 1 9 5 AK Meere den 1, 7— Donnerstag, den enigen, deren Namem beginnen mitt A Freitag, den 3., stag, den 4. September. An Vermieter, die un⸗ werden. zum Heeresdienst Einberufenen findet wie folgt statt: Reichs- September. Städtische Unterstützung Miet zusch ußß) „Uneinnehmbare“, schon deutsch ge- werden ff.. ĩ 5 Mietbeträge abholen: Montag, den 6. September. Die zahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im Stadthaus, Zim⸗ mer Nr. 16, statt. Sie können nur an den vorgeschrie⸗ ach benen Tagen stattfinden. * Honsumentenversammlung. Zwanzig Gie⸗ ßener Vereine erlassen heute im Anzeigenteil eine Ein⸗ ladung an die weitesten Kreise des Publikums zur Teil- nahme an der auf Sonntagnachmittag angesetzten öffent— lichen Versammlung zur Stellungnahme gegen die Lebensmittelteuerüng. Der Stimmung des Publi- kums nach zu urteilen wird für die Versammlung, die hoffentlich die Einleitung zur Erfüllung mancher Wünsche der Verbraucher werden wird, ein starker Besuch zu er⸗ warten sein. „Bringt das Gold zur Reichsbank! Wertlos ist alle Begeisterung ob der Siegesnachrichten, wenn sie nicht gepaart ist mit der Tat! Reichlich bietet sich Ge— legenheit, sich würdig zu zeigen der Brüder im Felde und mitzuarbeiten an der Rüstung und den Erfolgen des Vaterlandes. Wer noch Besitzer von Goldmünzen ist, reihe i ein den wirtschaftlich Kämpfenden und erfülle die Ehrenpflicht, das Gold gegen vollwertige Banknoten bei der Reichsbank, wo es allein dem Vaterlande nützt, einzu tauschen. Noch ist es Zeit! Wer möchte durch spätere Ver ausgabung von Gold zu den Uebriggebliebenen ge— hören, die es über sich vermochten, das Gold dem vater— ländischen Zwecke zu entziehen? in Für sorge für den Schulunterricht der Milita kinder. Es dürfte wenig bekannt sein, daß in denjenigen Orten, in welchen die Gemeinde nach altem Herkommen für den Besuch der Volksschule noch Schul geld erhebt, seitens der Militärbehörde für die schul⸗ pflichtigen Militärkinder eine Beihilfe zu dem Schulgeld gewährt wird. Unter Militärkindern sind nicht allein diejenigen Kinder zu verstehen, deren Väter dem aktiven Heere angehören, sondern auch diejenigen, deren Väter für die Dauer des Krieges aus dem Beurlaubtenstande und dem Landsturm zum Militärdienst einberufen wurden. Die bei der freiwilligen Krankenpflege Dienst leistenden Personen zählen nicht zu denjenigen, für deren Kinder Schul⸗ geldbeihilsen zu zahlen sind. Kinder derjenigen Mannschaf— ten, die als vermißt gelten oder sich in Kriegsgesangen- schaft befinden, sind, 2 5 5 der Tod des Vaters nicht amtlich nachgewiesen ist, bezw. der Vater nicht ausgetauscht und als dienstunbrauchbar entlassen oder aus sonst irgend einem Grunde aus dem Heeresdienst ausgeschieden ist, als Militärkinder anzusehen. Für diejenigen Orte, in welchen sich kein Truppenteil befindet, ist die Fürsorge des Schul unterrichts der Militärkinder dem Kommandeur des Land. wehrbezirks übertragen. 5 Kreis Büdingen. h. Büdingen, 26. Aug. Dem Wunsche des Hreis- amts entsprechend, der unbemittelten Bevölkerung das allobst unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, haben im Kreise bis jetzt folgende Gemeinden entsprochen: Mittelgründau, Bingenheim, Geiß-Nidda, Hainchen, Ober⸗ Mockstadt, Ro ch Schwickartshausen, Wallernhausen, Bergheim, Kohden, Lorbach, Dauernheim und Michelau. Kreis Friedberg.. r. Butzbach, 26. Aug. Heute nachmittag gegen 3¼ Uhr verkündete Glockengeläute den Sieg der Eroberung von Brest⸗ Litowsk. Sosort wurde überall reichlich geflaggt und da gerade die Schule zu Ende war, erschien auch diesmal wieder Hauptlehrer Storch mit den Kindern der Volksschule auf dem Marktplatz. In beredten Worten gedachte er der tapferen Armeen und ihrer Führer. Nach Absingung einiger patriotischer Lieder verkündete der Lehrer seinen Schülern, daß aus Anlaß dieses Sieges morgen schullrei sei. Mit einem krästigen Hurra ver- ließen die Kinder den Marktplatz. 0 f Starkenburg und Rheinhessen. F. C. Erbach i. Odenw., 26. Aug. Int hiesigen Kreise ist das Verbot des Kuchenbackens für die Samstage und Sonn- tage von jetzt ab aufgehoben. An diesen Tagen darf also Kuchen gebacken werden. Glückliches Erbach! ch. Groß-Winternheim, 26. Aug. Die Lese der Frühburgundertrauben nimmt hier am Freitag, den 27. August, ihren Ansang. ch. Pfaffen⸗ Schwabenheim, 26. Aug. Der 25 Jahre alte Reservist Jakob Weinmann von hier ist im Reservelazarett Bingen, Abteilung Hospital, seinen im Felde erlittenen Verletzungen erlegen. Er diente im Feld-Artillerie-Regiment Nr. 8. ch. Bingen, 26. Aug. Das Eiserne Kreu Klasse erhielt wegen hervorragender Tapferkeit der Bierbrauer, der als Leutnant im Felde steht. Er war Studierender des Rheinischen Technikums Bingen. Aus a 27. Aug. Die Witterung hat sich endlich etwas gebessert, nachdem seit zwei Wochen fast jeden Tag heftige Regengüsse niedergegangen waren, die vereint mit der dabei herrschenden kühlen Witterung die Ausbreitung des Sauerwurms ebenso wie die Rebkrankheiten begünstigten. Für die Peronospora war diese Witterung allerdings doch zu lalt. Was das Fortkommen der Trauben anbelangt, so kann gesagt daß die ungünstige Witterung deshalb nicht besonders beeinträchtigend wirken konnte, weil die Trauben gegen frühere Jahre weit voraus in der Entwicklung sind, weil zumal die Früh ⸗ trauben fast allenthalben reif sind oder in aller Bälde ausreifen. ie Lese der Frühburgundertrauben findet bezw. fand schon in den Gemarkungen Gau-Algesheim und Ober-Ingelheim wenigstens in einer Reihe Lagen statt und in den übrigen Gemar⸗ kungen mit Frühtrauben wurden Tafeltrauben in Menge ge⸗ schnitten. Was das geschäftliche Leben anbelangt, so ist der größere Teil der kleinen und mittleren Weine bereits abgesetzt und das nicht allein die Weißweine sondern auch die Rotweine. Es ist immer Wein zu haben, aber nicht mehr in sehr großen Mengen. Allerdings die besseren und besten Gewächse lagern noch, weil nach ihnen die Nachfrage weniger bedeutend war. Diese gelangen zum Teil im Herbste zur n Hessen⸗Nassau. F. C. Marburg, 26. Aug. Der Johanniterschwester Luitgarde Gräfin zu Solms-Laubach wurde die Rote Kreuz- Medaille 3. Klasse verliehen. m. Wöhl, 26. Aug. Wie die Untersuchung ergeben hat, han⸗ delt es sich bei dem hier feftgenommenen Manne, der hier den ins Feld eingerückten Arzt vertrat, um einen nicht ganz zureche nung 304 higen enschen. Jedenfalls ist sestgestellt, daß er sich selbst den Arzttitel beigelegt und niemals Medizin studiert hat. Auch das Eiserne Kreuz, mit dem er stolz umherging, hat er sich selbst verliehen, denn er ist niemals Soldat gewesen. Der Manm der sich im Marburger Untersuchungsgefängnis befindet, wird jedenfalls einer Anstalt überwiesen werden. N a [Frankenberg, 26. Aug. Der Musketier Mitze aus Schmittlotheim, der seit März als vermißt galt und von seinen Angehörigen als tot betrauert wurde, t jetzt aus Taschkent in Turkestan 1 daß er ich in russischer Gesangenschaft befände. ütte im erster ngenieur Biedenkopf, 26. Aug. Bei der Eisernen iegerlande wurde in einer Schlackenhalde ein fran⸗ zösischer Zivilgefangener verschüttet und ge⸗ ter N h. Frankfurt. M., 3. Aug Die städtische Kriegs⸗ kommission bewilligte für 2 he Ankäufe der Stadt mit Lebensmittelgeschäften einen Kredit von 300 000 Mark; sie genehmigte serner die Weiter⸗ auszahlung von Teuerungszulagen an verheiratete städtische 3 0 N 1. I!TcCTbCbbTbT0C Aus- Beamte und Ar! mit einem Jahn en bis zu 2500 Mark. Auch der städtische Zuschuß zur gesetzlichen Fa⸗ milienfürsorge in Höhe von 100 Prozent wurde bis auf weiteres gebilligt. Die Aufwendungen der öffentlichen und privaten Fürsorge zur Unterstützung der hiesigen derieger⸗ familien betragen jetzt monatlich 1500 00 M AE Schließlich genehmigte man den Anlauf von weiteren 1000 Gefrierschweinen.— Beim Umbau der Eisenbahn. brücke nahe dem Bahnhof West geriet der Arbeiter Feich unter eine Arbeitsmaschine, die ihn augenblicklich tötete. — An der Bahnwärterbude„Biegwald“ überfuhr F abend der Homburger Eilzug einen etwa 50jährigen Mann, dessen Persönlichkeit noch nicht ermittelt werden konnte, und verletzte ihn tödlich. Die Ausgrabungen im römischen Theater von paris. N In der jüngsten Sitzung der Pariser Akademie der Inschriften hat der Prosessor am Collöge de France, Dr. Capitan, zusammen⸗ .sassend über die bisherigen Ergebnisse der seit einiger Zeit an der, Rue Monge veranstalteten Ausgrabungen auf dem Gelände des Theaters von Lutetia Bericht gegeben. Danach hat sich das Theater von Alt⸗Paris als ein nicht besonders sorgfältig ausgeführter Bau erwiesen und besonders hat sich die Ellipse der Bühne als fehlerhaft g und schbecht entworfen gezeigt; an gewissen Punkten hat man Vor⸗ sprünge von 15 und sogar 20 Zentimetern festgestellt. Aehnliche Schönheitsfehler weisen auch die Achsen der Avena auf. Was die 17 freigelegten Mauern anbelangt, so sind sie wenig sorgfältig gebaut. Der Baugrund hat keinerlei bemerkenswerte Ergebnisse geliefert; vor Errichtung des Theaters scheint er keine Baulichleiten getragen zu haben. Seine Zusammensetzung entspricht der des ganzen Mont St. Genevisve. Diese Feststellung scheint in Verbindung mit dem Umstande, daß die Arena sieben Meter tiefer liegt als das an⸗ stoßende„Kongregationsgebäude“, den Schluß zu gestatten, daß das Theater seinerzeit in einer Art Bodenfalte angelegt worden ist, in der vielleicht einmal früher ein Steinbruch oder ein Bergwerk betrieben wurde. Im ganzen haben wohl die Ausgrabungen nicht den Erwartungen entsprochen, die anfangs von der Parifer Ge⸗ lehrtenwelt daran geknüpft wurden. Wie Capitan klagte, mitssen die neuerdings erzielten Ergebnisse als mittelmäßig bezeichnet wer⸗ den; an positivem Studienmaterial haben sie nur drei Skelette, einige gallo-römische Gefäßscherben und den Schädel eines Kamels zutage gefördert, dessen übrige Knochen bereits bei den ersten Aus⸗ grabungsarbeiten im Jahre 1870 aufgefunden worden waren. — — 3 0 Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. 5 Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 28. August 1915: Fortdauer der bestehenden Witterung: Ziemlich heiter, trocken, warm, nordöstliche Winde. 5 i Letzte Nachrichten. Zum Fall von Brest⸗Litowsk. 15 Bern, 27. August. Zur Eroberung von Brest⸗Litowek bemerkt die„Berner Tagwacht“: Rußland liegt hen am Boden und kann für den Vierverband keine weitere Unter⸗ stützung mehr bedeuten. Zur richtigen Beurteilung der 8 des russischen Heeres müssen wir uns auch erinnern, daß im 1 laufe der bisherigen Kämpfe an Kräften verloren sind vun d 1800000 Gefangene und etwa 11000 Gescheltze. Die blutigen Verluste Rußlands und der Abgang der Verwundeten beträgt nach allgemeiner Schätzung mehr als zwei Mil lionen Mann. Was Rußland noch an brauchbaren Kräften, isweist, ist über das ganze weite Reich zerstreut. Die Kaukasus⸗ dun ist im Wanken und der Rest der unausgebildeten Reichswehr zweiten Aufgebots kann frühestens nach Jahresfrist mit einiger Aussicht auf Erfolg in den Kampf geführt werden. e Italienische Deserteure. a Wien, 27. Aug. Die„Reichspost“ meldet aus Lugano, daß in der Zeit vom 1. bis 15. August 1915 960 italienisch Deserteure schweizerisches Gebiet betreten haben. Aufstände in Indien. 1 Zürich, 27. Aug. Die amerikanische Zeitung„Le Gael American“ in New Pork und der„St. Francisco Gaal“ melden, wie die„Neue Zürcher Zeitung“ berichtet, daß es an der West⸗ grenze von Indien zu heftigen Kämpfen zwischen den eng⸗ lischen Grenztruppen und den Truppen des Emirs von Afghanistan gekommen sei. Weitere Berichte sind von dem Herausgeber der„Hindestan Ghadhar“, Ran Chandra in San Franeisco, sowie von einigen Eingeborenen, die über Manila und San Francisco eingetroffen sind, üherbracht worden. Chandra sagte, die Streitkräfte des Emirs von Afghanistan seien den revoltierenden Indern zu Hilfe gekommen. Eine erbitterte Schlacht, die bei Lahore, der Hauptstadt des Pendschabs, im vorigen Monat stattfand, hat 20 Tage lang gedauert. Die Be⸗ satzungen von drei Kasernen in La Horse hatten sich empört und wurden von der Zivilbevölkerung unterstützt. Die Hauptursache N der Erregung der Bevölkerung gegen die Engländer war ein Ver⸗ such, die Kopfsteuer im vorhinein zu erheben. 77 0 1 F nme Falistsin gef ehluglagef, Giessen 5 9 Statt besonderer Anzeige. Am 25. August verschied nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber, guter Mann, unser herzens- guter, treusorgender Vater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Robert Hecker, kaufmann im 61. Lebensjahre, was wir hiermit Verwandten, Freunden und Bekannten tieferschũttert anzeigen. Gießen, Düsseldorf, den 27. August 1015. Mathilde Hecker Willy Hecker Dina Wenzel geb. Hecker In tiefer Trauer: Lotti Hecker geb. Stils Otto Wenzel und 6 Enkelkinder. Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 1. Cor. 15, 19/ 20. Am 12. August d. J. starb in siegreichem Gefecht an der Spitze seiner Kompagnie im Alter von 25 Jahren den Heldentod unser ge- liebter Sohn und Bruder Theodor Trauthig Leutnant und Kompagnieführer 7. Komp. 2. Garde- Res. Regiment(früher Inf.-Regt. Nr. 116, 5l. Komp.) cand. theol., i Ritter des Eisernen Kreuzes und Inhaber der Hess. Tapferkeitsmedaille. Hiob 1, 21. In grossem Schmerz und stiller Ergebung unter Gottes Willen e Familie Pfarrer Trauthig. Reiskirchen b. Wetzlar, den 26. August 1915. 5 20 2 7 5 ebe 7 10 1 75 1 7 5 8 e e n 0 i e ,; 5 e 5 e 5 N „ Die glückliche Geburt eines kräftigen VNGEN zeigen hocherfreut an Dr. Karl Weigand u. Frau Auguste 1 geb. Interthal. Groß felda, den 26. August 1015. 5 9 Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen die Firma: Conrad Ohler, Gießen. Inhaber: Conrad Ohler, Kaufmann zu Gießen. Gießen, den 25. August 1915. 6857 B Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. 4 wurde heute bezüglich der Firma Gießener Brauhaus und Preß⸗ hefefabrik A.& W. Denninghoff, Gießen ein⸗ getragen: Dem Kaufmann Friedrich Jordan zu Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 24. August 1915. 6858 B Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Wir haben unseren Betrieb in Frantfurt a. M., sowie bei den Filialen Giessen und Hanau eingestellt. Zur Einziehung von Geldern sind nur durch eine besondere Vollmacht legitimierte Beamte berechtigt, wovon wir entsprechend Kenntnis zu nehmen bitten. Frankfurt a. M., den 31. Juli 1915. Landwirtschaftliche Geschäftsstelle 6887 für Schlachtviehverkauf zu Frankfurt a. M., G. m. b. H. Jelkl. Hartmann. Verlag der K. B. priv. Verlagsanstalt Piloty& Loehle, München. Was muß jedes junge Mädchen, insbesondere jede junge Frau, von der Haushaltungskunde wissen? Eine leichtfaßliche Darstellung alles Wissenswerten über praktische Wirtschafts führung, über die Ernäh⸗ rung des Menschen, die Zubereitung der Speisen 5 und das Kochen. 5 Von Luise Oesterwitz, staatl. geprüfte Haus haltungslehrerin. Preis: eleg. geb. Mk. 2.—. Das vorliegende Schriftchen erscheint in jeder Hin⸗ sicht trefflich geeignet, Mädchen und junge Frauen in Theorie und Praxis des Haus haltungswesens einzu⸗ führen. Es enthält in schlichter, klarer Sprache alles, was aus dem Gebiete der Haushaltungskunde wissens⸗ wert und notwendig ist. Abschweifungen sind sorglich vermieden, so sehr sie sich der Verfasserin bei der Ausarbeitung verführerisch aufgedräugt haben mögen. Wer das in dem Büchlein gebotene Material be⸗ herrscht und sich bemüht, sorglich nach den gegebenen Ratschlägen zu handeln, der darf getroft in die Füh⸗ rung eines Haushaltes eintreten. Und so läßt sich hoffen, daß recht viele Mädchen und Frauen das Werkchen als zuverlässigen Führer und Ratgeber schätzen und liebgewinnen werden zum Segen derer, für deren leibliches Wohl und Behagen zu sorgen sie berufen sind. A. Kleinschmidt, Schulrat. Ettlingen— Karlsruhe i. B. Zu bezieben durch jede Buchhandlung. Achtung! 3 Achtung! Heute trifft ein großer Doppelwaggon Einmach⸗ und Salat⸗Gurken ein, nur frische Ware. 100 Stück von Mk. 1.50 an. Ferner empfehle We iss kraut) der Zentner Mk. 5.50 Rotkraut, der Zentner Mk. 7.50. Für Wiederverkäufer besond. billige Preise. 2 Samstag großer Verkauf auf dem Markt zu denselben Preisen R. Masce aus Oesterreich Tel. 932 Babnbofstraße 48 Tel. 932 SGS ess Du guter Sohn lebst nun nicht mehr, Dein Platz in unserm Kreis ist leer, Du reichst uns nicht mehr deine Hand, Du starbst zu früh fürs Vaterland. Wir konnten dich nicht sterben sehn Und nicht an deiner Seite stehn, Du warst so gut und starbst zu früh, Vergessen werden wir dich nie. Am 24. August d. Js. starb im Reserve-Lazarett infolge einer am 2. November 1914 erlittenen Verwundung den Heldentod fürs Vater- land mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Fritz Heck Musketier im Inf-Regt. Nr. 168, vorgeschlagen zum Eisernen Kreuz im Alter von 3 Jahren. — Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Julius Heck, Königl. Eisenbahn- Gießen(Bleichstraße 30, Lademeister Saarbrücken, Bonn, Else Heck Mainz,. Düsseldorf, Luise Martin geb. Heck den 27. August 1915. Franz Martin. Die Beerdigung findet am Samstag, den 28. August nachmitta, 15 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt.. 6856 An die Einwohnerschaft Gießens. Sonntag, den 29. August 1915, nachmittags präzis 5 Uhr in der neuen Aula der Universität: 6839 D Oeffentliche bersammlung Vortvag über: ö „Was können die Konsumenten gegen eine unberechtigte Lebensmittelverteuerung tun?“ Berichterstatter: Herr Meinig, Vorsitzender des Kriegsausschusses für Kon. sumenteninteressen in Frankfurt a. M., und Frau Bucksath aus Mainz. Eintritt frei! Eintritt frei! Die unterzeichneten Vereine laden die Gesamt⸗Einwohnerschaft von Gießen, speziell die Hausfrauen, zu dieser Versammlung höfl. ein. 4 Allgemeiner deutscher Frauenverein.— Allgemeiner Staatseisenbahn⸗berein. — Beamtenverein.— Bäckerinnung.— Bürgerverein.— deutscher Cechniterverband(Sweigverwaltung Gießen).— Eisenbahn⸗Konsum berein Gießen.— Evangelischer Arbeiterverein.— sleischer⸗Innung.— Friseur⸗ Innung.— Gewerkschaftskartell Gießen.— Konsum⸗berein Gießen und Umgegend.— Ortsgewerbe⸗Verein.— Reichsverein liberaler Arbeiter und Angestellter.— verband deutscher Eisenbahn⸗handwerker und Arbeiter.— verband mittlerer Reichspost⸗ und Celegraphenbeamten.— derein der detaillisten.— verein der Gastwirte von Gießen und Umgegend.— verein der unteren post⸗ und Celegraphenbeamten.— Werkmeister⸗Bezirksverein. Tua dehkede ang des Nase Nesse. Frima retroleum Sonntag, den 29. August, nachmittags 3 Uhr, findet 8 i di 5 i f i üchste Leuchtkraft im Eisenbabn⸗Hotel Hopfeld, direkt am Bahnbof eine a 172 Versammlung iter 50 Pfg. a statt, lbst neue Mitglieder aufgenommen werden. 0 6844 5 15 8 Der Vorstand. Jakob Maternus. Wer jetzt Schuhsett kauft, fährt gut; Preise steigen! Shuhfett Tranolin Universal Tran-Bederfett kann sofort geliefert werden. Auch Schuh putz Nigrin(keine Wassercreme), Sei pulver Schneekönig und Veilchenseifet pulver Goldperle mit Beilage Carl Gentner, chem. Fabrik, dsppiagen Wü 1 c% et