Nr. 200 Der Gietzener erschemt täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familiendlätter; weimal wöchentl. Kreis: blatt fnr den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche eitfragen Ferusprech · Anschlasse: für die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleßl Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Donnerstag, 20. August 1915 Bezugspreis monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch„ 60 Abhole- u. Zweigstellen 5 405 monatl. 65 Pf.; durch 10 die Post Mk. 2.— viertel⸗ 05 jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., 5 4 ausw. 20 Pf.— Haupt- 75 155 schristleiter: Aug. Goetz. 5 Verantwortlich für den 5 politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; f für den Anzeigenteil: H. 1 Beck, sämtlich in Gießen. vorstellungen 1 Ause (WB.) Großes Hauptquartier, 25. August. i (Amtlich.) a Westlicher Kriegsschauplatz. In der Champagne sprengten wir mit Erfolg meh⸗ rere Minen. In den Vo ge sen wurde am Schratzmännle ein feind⸗ 75 Angriff mit Handgranaten abgeschlagen und südöst⸗ lich von Sondernach ein Teil der am 17. August verloren gegangenen Grabenstücke zurückgewonnen. a Ein deutscher Kampfflieger schoß vorgestern bei Nieu⸗ port einen französischen Doppeldecker ab. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls f 5 v. Hindenburg. i Nördlich des Niemen wurden bei erfolgreichen Ge⸗ fechten in der Gegend von Birshi 750 Russen zu Ge⸗ fangenen gemacht. Die Armee des Generalobersten v. Eichhorn drang unter Kämpfen siegreich weiter nach Osten vor. 1850 4 gerieten in Gefangenschaft. Mehrere Maschinengewehre wurden erbeutet. Die Armee des Generals v. Scholtz erreichte die Berezowka, nahm Knyszyn und überschritt süd⸗ lich von Tykocin den Narew. Die Armee des Generals v. Gallwitz erzwang an der Straße Sokoly— Bialystokden Narew⸗Ueber⸗ gang. Ihr rechter Flügel gelangte, nachdem der Gegner geo war, bis an die Orlanka. Die Armee machte über 4700 Gefangene, darunter 18 Offiziere, und nahm neun Maschinengewehre. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Der Feind versuchte gestern vergeblich, unsere Verfol⸗ ung zum Stehen zu bringen, er wurde angegriffen und in Bialowieska⸗Forst geworfen. Südlich des Forstes erreichten unsere Truppen die Gegend östlich von Wierchowice ze. Es wurden über 1700 Gefangene eingebracht. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. Die Heeresgruppe nähert sich, dem geschlagenen Feind folgend, den Höhen auf dem Westufer der Lesna(nördlich von Brest⸗Litowsk). Auf der Südwestfront von Brest⸗Litowsk bei Dobrinka durchbrachen gestern österreichisch⸗ungarische und deutsche Truppen die vorgeschobenen Stellungen der Festung. Auf dem Ostufer des Bug, nordöstlich von Wlodawa, dringen Teile der Armee des Generals von Linsingen unter Kümpfen nach Norden vor. Oberste Heeresleitung. * Notiz: Birshi liegt etwa 60 Kilometer nordöstlich Po niewiez. ** Um Brest⸗Litowsk reift eine große Entscheidung heran. Auf der Südwestfront der Festung wurden vorgeschobene Stellungen des Feindes durchbrochen, und gleichzeitig macht die Umschließung von Norden her nach Osten und von Süden, Wlodawa und Kowel ber; gute Fortschritte. Auch die übri⸗ ö Heeresgruppen haben beträchtliche Erfolge au 0 en, 3 an der Zahl der Gefangenen nur unvollkommen abschätzen kann, vielmehr erst nach einem Blick auf die Karte offenkundig werden. Dagegen laufen vom nördlichsten Flügel Hindenburgs nur spärliche Nachrichten ein. Das Ge⸗ secht bei Birshi, wobei 750 Gefangene gemacht wurden, heigt uns jedoch, daß in der Richtung auf die 1 noch in— alten Front gekämpft wird, denn bei Birshi und in der Linie südlich davon haben früher, nach unseren amt⸗ lichen Meldungen, mehrfach Reiterkämpfe stattgefunden. Ueber die Lage im Norden stellt der gestrige„Berner Bund“ solgende Betrachtun an: N och r deutsche Heeresleitung die Vorgänge an ihrem linken Flügel nördlich und östlich des Nijemen bis zum Rigaischen Meerbusenm mit einem dichten Schleier. Dort finden, wie man, aus den russischen Meldungen mit Vorsicht ergänzend, annehmen kann, sehr heftige Kämpfe statt. Die Russen kämpfen mit größter Hartnäckigkeit, und es sind für den Angreifer Sto eingetreten, die ihn sein Ziel noch nicht erreichen ließen. Das ist für die Bewertung der strategischen Lage wichtig. Erst die Beherrschung der Linie Grodno⸗Wilna⸗Dünaburg durch die Deutschen verweist die Russen auf beschleunigten Abzug in der Richtung auf Drissa(das befestigte Lager von 1812) und Minsk, welch letzteres allerdings bereits für die von Bielo⸗ stock und Brest⸗Litowsk in Abmarsch gesetzten russischen, Truppen als Versammlungsort in Frage kommen dürfte, soweit diese nicht über Pinsk ausweichen können. 1 5 Bleibt also auch zunächst abzuwarten, wie sich die Lage um Riga gestaltet, so ist doch um Brest⸗Litowsk und Bielostok das Verhängnis den dort noch verkämpften russischen Heeres⸗ . 17 0 797 0 5 und von einer Bug⸗ sellung lange nicht mehr die Rede. Nun, es kommt ja auf die Kräfteverteilung an, und wer weiß, welche ergiebigeren Ziele von Hindenburg zunächst verfolgt werden, bis es dann mit vollem Druc auch im Nordeu wieder vorwärts geht! * 8.. zwischen Amerika und 8 ständig und un über den Untergang der„Arabic“, worüben von Brest⸗Litowsk durchbrochen. nandersetzungen mit Amerika. eres zu lesen ist, wird auch durch die jetzt se veröffentlichte Antwort Wilsons an Oester⸗ reich⸗Ungarn charakteristisch beleuchtet. Neu und auffällig ist das Argument, daß die für einen Krieg wenig gerüsteten und den Friedenskonferenz⸗Ideen inniger ergebenen Staa⸗ ten im Kriegsfalle nicht verdienten, durch Verweigerung der nötigen Ausrüstung einem unglüclichen Schicksal aus⸗ geliefert zu werden. So kann man doch wohl die betreffende Stelle des neuen amerilanischen Schriftstückes auslegen, auch wenn bezeichnenderweise darin versichert wird, es solle damit kein Urteil über die Umstände des gegenwärtigen Krieges abgegeben werden. In solchen dunklen Wendungen und Anspielungen spiegelt sich aber die ganze parteiliche Haltung des amerikanischen Präsidenten wider, die er nicht nur in Worten sondern auch in Werken übt. Es soll damit hingelenkt werden auf den bösen überlegenen Militaris⸗ mus, der die deutsche Politik begleitet. Nun, die Lage Deutschlands zwischen rach- und eroberungssüchtigen Nach⸗ barn gebietet doch wohl etwas andere Vorsichtsmaßregeln, als diejenigen, die Herr Wilson auf seinem Theoretikerstuhl für das eigene Land in Erwägung ziehen zu dürfen glaubt. Wie weltfremd klingt es doch— wenn man an die Partei⸗ lichkeit zunächst gar nicht denken wollte—, daß das Mittel der Waffenlieferung letzten Endes bestimmt sein solle, der Weltfriedensidee voranzuarbeiten! Es wäre starke Naivität — wenn es nicht mehr als dies wäre! Unsere Regierung hat dem wenig freundschaftlichen Ver⸗ halten Amerikas gegenüber erfreulicherweise ihre volle Ruhe bewahrt, und das Telegramm, das unser Botschafter an Wilson und seine Ratgeber ieee hat, entspricht voll⸗ kommen der augenblicklichen Lage und darf nicht etwa als ein Kniefall vor Amerila aufgefaßt werden. Dazu würde vorerst wirklich nicht der allergeringste Anlaß vorliegen. Die Nachrichten über den Untergang der„Arabic“ sind unvoll⸗ unklar, die Umstände, unter denen das Schiff seine Fahrten unternommen hat, sind aber, das scheint schon festzustehen, keine erfreulichen gewesen. Wird doch berichtet, daß laut amerikanischen Presseäußerungen sogar ein Schießklub an Bord der„Arabic“ unter dessen Bedienungsmannschaften gegründet worden war, der während der Fahrt Schießübungen gegen Floße und Drachen veranstaltete, wobei die Schützen an⸗ geblich hinter Sandsäcken im Anschlage lagen. War dies möglicherweise nur auf schlechte Späße zurückzuführen, so war es jedenfalls ein frevelhafter Hohn, daß amerikanische Blät⸗ ter diesen Schießklub in Verbindung mit der Taktik unserer U-boote öffentlich behandelten. Es wurde da z. B. angeführt, die Gewehre des Schießklubs hätten nicht der Mannschaft gehört, die natürlich nicht befugt wären, eine Verteidigung gegen U-Boote einzurichten. Solche Albernheiten kann sich in solchen Zeiten nur eine kindische Presse leisten. Es ist un⸗ möglich, daß unsere Marineleitung in ihren Anordnungen durch solche Vorkommnisse beeinflußt gewesen sein könnte. ** * Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 25. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 25. August 1915.. Russischer Kriegsschauplatz. Die Truppen des Erzherzogs Josef Ferdinand und des Generals v. Köveß drängen im Verein mit den Verbündeten den Feind unter unausgesetzten Kämpfen gegen die Lesna zurück. Auch der Widerstand der noch südwestlich von Brest⸗ Litowsk kämpfenden Russen ist gebrochen. Sie wurden durch die Divisionen des Generals v. Arz und durch deutsche Truppen an den Fortgürtel geworfen. Nordöstlich Wlodawa treiben deutsche Kräfte den inen immer tiefer in die Wälder- und Sumpfzone inein. Die Reiterei des Feldzeugmeisters v. Puhallo geht beiderseits der von Kowel nach Kobrin führenden Straße vor. Honvedhusaren erstürmten ein verschanztes Dorf an der Bahnlinie Kowel— Brest⸗Litowsk. Zwischen Wladimir⸗Wolynskij und der bessarabischen Grenze herrscht Ruhe. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Abschnitte der Hochfläche von Doberdo wurde gestern die feindliche Infanterie, die sich am Südhange des Monte dei Sei Busi eingenistet hatte, durch unser Geschütz⸗ feuer zum eiligen Verlassen ihrer Stellungen gezwungen. Unsere Front südwestlich San Martino stand wieder unter dem Feuer schwerer Artillerie. Mittags setzten die Ita⸗ liener hier zu einem neuen Angriff an, der gleich den vor⸗ gestrigen Vorstößen nahe an unseren Verteidigungslinien ab⸗ gewiefen wurde. Vor dem Görzer und Tolmeiner Brückenkopf, sowie im Krn⸗Gebiete herrscht ver⸗ hältnismäßig Ruhe, dagegen hält lebhaftere Tätigkeit des Feindes vor Flitsch und Raibl an. Im Tiroler Grenzgebiet entwickelten sich mehrfach Kämpfe. Gestern spät abends begann feindliche Infanterie, gegen den nördlichen Abschnitt der Hochfläche von Lavarone vorzugehen; heute 0 war dieser Angriff abgeschlagen. Beiderseits der onale Straße greifen seit Morgengrauen mehrere ita⸗ lienische Bataillone an. Hier ift der Kampf noch im Gange. Die Artilleriegefechte dauern nahezu an der ganzen Tiroler Grenze fort. Deer Stellvertreter des Chefs des Generalstabs 2 v. Höfer, Feldmarschalleutnant. M — —.— Arbeitscheu verfügt und es wird bestimmt, daß der, der Die Lage im Osten. Berlin, 26. Aug. Während der Angriffe und hef⸗ tigen Kämpfe um Brest⸗Litowsk konnte sich, wie das „Berl. Tagebl.“ meldet, zum erstenmal auch ungarische Honvedkavallerie glänzend hervortun. Sie zeichnete sich durch einen schneidigen Sturm auf eine starke Stel⸗ lung aus und eroberte ein von den Russen zäh verteidigtes Dorf im Raume nördlich Kowel. Berlin, 26. Aug. Wie die„Times“ laut verschie⸗ denen Morgenblättern aus Petersburg berichten, seien die deutschen Streitkräfte stark bemüht, die Loslösung der russi⸗ schen Nachhuten an der Front Bialystok⸗Ossowiece zu verhindern. Die Deutschen verzichten, die Russen hier festzuhalten, um ihren östlichen Streitkräften, die von Kowno aus vorrückten, eine große Schlacht zu ermög⸗ lichen. Aus Rußland. Petersburg, 25. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) „Rjetsch“ meldet: Wegen neuer Eisenbahnschwierig⸗ keiten ist die Fleischnot in Petersburg wieder heftig geworden. Anstatt 3½ Tausend Stück Hornvieh wöchent⸗ lich seien in der letzten Woche nur 150 Stüc zur Verfügung gewesen. 1 Petersburg, 25. August.(WTB. Nichtamtlich.) Der „Rjetsch“ schreibt: Der Budgetausschuß hat erwogen, ob es möglich ist, die Schwankungen des Rubelkurses durch die Fest⸗ setzung eines Preises zu beseitigen. Von liberaler Seite wird g darauf hingewiesen, daß dies unmöglich ist. Nur ein energischer Kampf im Innern gegen die Valutaspekulation der Großbanken sei möglich. Der Ausschuß hat festgestellt, daß der Ausfuhrhande 17 1 anderthalb Milliarden auf 150 Millionen Rubel ge⸗ unken ist. 5 Täglich werden 30 bis 40 Choleraerkrankungen gemeldet. Der„Afetsch“ spricht sich in einem Leitartikel dahin aus, daß jetzt nach dem Abtritt der alten Minister sofort ein freierer Geist in der Anwendung der Zensur herrsche. Das neue Ministerium wolle nicht die Verantwortung fürdie unkluge Politikdes früheren übernehmen. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 25. Aug.(WDB. Nichtamtlich) Das Hauptquartier meldet: Bei den Dardanellen und auf der Front von Anaforta am 23. August nichts von Bedeutung. Wir stellen jetzt die schweren Verluste fest, die der Feind während der Schlacht am 21. August vor den Schützengräben unseres Zentrums erlitt. Auf der Front von kaum zwei Regimentern zählten wir über 3000 tote Feinde. Die von uns gemachte Beute ist noch nicht zu übersehen. Bei Ari Bur nu versuchte der Feind am Abend des 22. August nach einem heftigen Gewehr⸗ Maschinengewehr⸗ und Handgranatenfeuer einen Angrif⸗ gegen Kanlisirt. Unsere Truppen vernichteten durch einen kräftigen Gegenangriff einen großen Teil des Feindes. Dem übrigen Teil gelang es, zu entfliehen. Am Vormittag des 23. August machte der Feind einen ähnlichen Versuch bei Dechil Tepe und Sungubair, er floh jedoch in seine Gräben zurück, nachdem er starke Verluste erlitten hatte. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr schossen auf dem rechten Flügel unsere Artilleristen einen feind⸗ lichen Fesselballon nieder. Auf den übrigen Fronten keine Veränderungen. Die türkisch⸗bulgarische Abmachung. Berlin, 26. Aug. Laut Berliner„Lokalanz.“ empfing der neue türkische Botschafter in Berlin einen Mitarbeiter des Budapester„Az Est“ und drückte ihm seine Freude darüber aus, daß zwischen der türkischen und bulga⸗ rischen Regierung ein Einverständnis zustande gebracht wor⸗ den sei. Im übrigen sehe man der Entwicklung auf dem Balkan mit der größten Ruhe entgegen.— Der neue bul⸗ garische Gesandte in Berlin sagte demselben Blatte zufolge. Bulgarien solle neue, genauere Grenzen bekommen. Die Grenze werde gerader und schaffe auch einen unmittelbaren Weg ans Meer. *** Arbeitszwang in Belgien. Brüssel, 25. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Der Ge⸗ neralgouverneur erließ eine Verordnung, durch die jeder unter Strafe gestellt wird, der die Uebernahme oder die Fortsetzung einer im öffentlichen Interesse liegenden und von den deutschen Behörden verlangten, seiner beruf⸗ lichen Tätigkeit entsprechenden Arbeit ohn hinreichenden Grund verweigert. Es werden auch die Per- sonen bestraft, die andere Personen durch Zwang, Drohun⸗ gen, Ueberredung oder andere Mittel an der Arbeit für deutsche Behörden verhindern, oder ihnen Unterstützung gewähren, damit sie die Arbeit verweigern. Anschließend 7 an die Verordnung werden auch Maßnahmen über dio 1 die Uebernahme von Arbeit verweigert, obwohl er öffent⸗ liche oder private Unterstützung erhält, oder durch seine Ablehnung unterstützungsbedürftig wird, ebenfalls bestraft wird. Als hinreichender Verweigerungsgrund wird ins⸗ besondere jeder auf dem Völkerrecht beruhende angesehen. Holland und Flandern. Rokterdam, 25. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Der„Rotter⸗ damsche Courant“ schreibt in einem Leitartikel anläßlich der hundertsten Wiederkehr des Tages, an welchem König Wilhelm die revidierte Konstitution an⸗ gekündigt hat, die für das Königreich der 17 Nieder⸗ lande gelten sollte: Flandern ist vor eine schwere Wahl ge⸗ stellt. Es ist nicht unsere Sache, ihm den Weg zur Rettung zu das Brudervolk in den schwierigen Augenblicken, die es jetzt durchlebt, mit herzlichsten Wünschen für das Weiterbestehen be⸗ gleiten, aber das Weiterbestehen muß sein eigenes Werk sein. Holland vermag für Flandern jetzt nicht mehr zu tun, als sich selbst zu behaupten. Mer anders denkt, verkennt die höchsten hollän⸗ dischen Interessen und schädigt sie und Flandern nicht minder. Flandern ist weder mit der lateinischen Zivilisation, noch mit den Bestrebungen, die alle lebendigen Kräfte des germanischen Mittel⸗ europas zu einem Reiche zusammenschließen wollen, gedient. Es kann nur in einer Atmosphäre der Freiheit atmen. Daher miß⸗ glückte die Vereinigung von 1815. Ein neuer Zwang würde nur zu neuerlichen Fehlschlägen führen. Die letzten französischen Reserven. Paris, 25. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die früher zu⸗ tückgestellten— 5 als dienstuntauglichbefundenen Mannschaften, welche bei einer erneuten Untersuchung für tauglich befunden wurden, haben den Befehl zur Einrückung zwischen dem 7. und 9. September erhalten und werden bei der Infanterie eingestellt. 5 Der Seekrieg. Eine dreiste englische Ablengnung. Berlin, 25. Aug.(WB Nichtamtlich.) Auf aus⸗ drückliche Veranlassung des englischen Gesandten in Bukarest erklärten dortige offizielle 9 die amtliche deutsche Bekanntmachung vom 18. August über einen er⸗ 8 Angriff deutscher Torpedoboote bei Horns Riff Feuerschiff am 17. August, wobei ein englischer kleiner Kreuzer und ein Zer⸗ störer vernichtet worden sei, für frei erfunden.— An⸗ gesichts dieses dreisten Ableugnungsversuches einer amtlichen deutschen Bekanntmachung seien noch fol⸗ 1 wurden durch den Angriff der deutschen Torpedoboote völ⸗ lig überrascht. Der Kreuzer, der dem neuesten eng⸗ lischen Typ der„Aurora“⸗Klasse angehörte, sank innerhalb vier Minuten, der Zerstörer unmittelbar nach dem Tor⸗ 1 Das Verfahren der amtlichen englischen Stellen, die Verluste der englischen Flotte einfach abzuleugnen, ist nicht neu. Beachtenswert ist, daß die englische Admiralität sich im vorliegenden Falle gegenüber der amtlichen deuts chen Bekanntmachung ausschweigt und eine andere amtliche Stelle versucht, den Verlust auf diesem Umwege zu bestreiten. * London, 25. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Lloyds Agen⸗ tur mildet, daß der Dampfer„Silvia“ versenkt wor⸗ den ist. . r 25. August.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des terschen Bureaus Meuters: Der Fischdampfer„Joungfrank“ wurde versenkt. a a 5 0 London, 25. August.(WTB. Nichtamtlich) Der Fisch⸗ dampfer„Integrity“ wurde versenkt; die Besatzung wurde gerettet. f f ee Wilsons Antwort an Oesterreich⸗ ungarn. Wien, 25. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die amerikani⸗ sche Regierung hat die Note der österreichisch-ungarischen Re⸗ K Munition aus Amerika nach Großbritannien Einspruch erhoben wird, in einer längeren, vom 7. August datierten Note beantwortet. In der Note heißt es u. a.: a Der 2 einer Verpflichtung, die Regeln des inter⸗ nationalen Herkommens mit Rücksicht auf spezielle Umstände zu ändern oder zu ndiftzieren, kann die Regierung der Vereinigten Staaten nicht beipflichten. Die Anerkennung einer derartigen, der internationalen Praxis der Vergangenheit unbekannten Verpflich⸗ tung würde jeder neutralen Nation die Pflicht auferlegen, über den Verlauf des Krieges zu Gericht zu sitzen und ihren Handelsverkehr mit dem Kriegführenden einzuschränken, dessen maritime Erfolge die Neutralen am Handel mit dem Feinde hinderten. Die Note spricht ferner davon, daß Oesterreich⸗Ungarn und Deutschland wäh⸗ rend der dem gegenwärtigen Kriege vorhergehenden Jahre einen zen Ueberschuß an Waffen und Munition erzeugt hätten, den 55 der ganzen Welt und speziell an Kriegführen verkauften. Während dieses Zeitraumes hätte keines von beiden je das jetzt von 3 vertretene Prinzip angeregt oder ange⸗ wendet. dieser Hinsicht verweist die Note hauptsächlich auf den Burenkrieg, in dem sich die gegen England kämpfenden süd⸗ afrikanischen Republiken bezüglich der Unterbindung der Zufuhr zur See in einer ganz ä lichen Lage befanden, wie jetzt Oester⸗ reich⸗Ungarn und Deutschland. Dennoch sei von diesen Staaten Munition an e geliefert worden. In der Note heißt es weiter: Im Hinblick auf die vorangehenden Ausführungen möchte die Regierung nicht daran glauben, daß die k. und k. Regi den inigten Staaten einen Mangel an unparteilicher Neu⸗ tralität zuschrei will, wenn sie ihren legitimen Handel mit 5 allen Arten von Materialien fortsetzen, welche gebraucht werden, um . die Streitkräfte eines Kriegführenden wirksam zu„wenn auch die Umstände des gegenwärtigen Krieges Oesterreich⸗Ungarns daran hindern, solche Materialien von den Märkten der Ver⸗ einigten Staaten zu beziehen, die, soweit die Aktion und Politik 5 dieser ierung in Fr kommt, allen Kriegführen⸗ ö den in gleicher Weise offen standen und offen bleiben. Gs war niemals die Politik dieses Landes, in enden den . eine große militärische Macht oder Vorräte von Waffen und Mu⸗ nition, die zur Zurückweisung eines Einfalles eines gut aus⸗ steten mächtigen Feindes genitgen dürften, zu halten. Zu⸗ 8 lge diefer hergebrachten Politik würden die Vereinigten Staaten f im Falle eines Angriffes einer fremden Macht zu Beginn eines Krieges ernstlich, wenn nicht gar verhängnisvoll durch den Mangel g an Waffen arnd Munition und durch den Mangel an Mitteln, solche . in für die Erfordernisse der nationalen Verteidigung hinreichen⸗ den Mengen zu erzeugen, in Verlegenheit kommen. Die Vereinig⸗ zen Staaten haben sich immer auf das Recht und die Möglichkeit, Waffen und Munition von neutralen Mächten im Falle eines fremden Angriffes zu kaufen, verlassen. Dieses Recht, welches sie für sich selbst in Anspruch nehmen, können sie nicht anderen absprechen. Eine Nation, deren Prinzip die Politik ist, sich hinsichtlich des Schutzes ihrer politischen und territorialen In⸗ tegrität auf internationale 8 und internationale Gerechtigkeit zu verlassen, könnte das Opfer einer aggressiven Nation werden, deren Politkk die Praxis ist, in Friedenszeiten ihre militärische Kraft mit der Absicht auf Eroberung zu be⸗ stärken, wenn K die angegriffene Nation, nachdem der Krieg er⸗ klärt ist, sich auf die Weltmärkte begeben und Mittel zur Ver⸗ teidi⸗ gegen den Angreifer kaufen kann. Die Note behauptet weiter, die Annahme des Grundsatzes, nach welchem es die Pflicht eines neutralen Staates wäre, den Ver⸗ zeigen Wer Kraft besitzt, erkämpft sich das Heil selbst. Wir werden R gende Einzelheiten mitgeteilt: Die englischen Streitkräfte] Kü gierung, in der gegen die Ausfuhr von Waffen und f nd hausen, wurde Ew. Exzellenz während des Krieges zu untersagen, würde der Welt den Mili⸗ tarismus aufdrängen und dem Weltfrieden entgegenarbeiten. Dann heißt es: Bei vorangehender Erörterung von praktischen Gründen, aus denen sie für den Handel mit Munition eintrat und den⸗ selben betrieb, wünscht die Regierung der Vereinigten Staaten dahin verstanden zu werden daß sie nicht in der Absicht gesprochen hat, ein Urteil über die Um⸗ stände des gegenwärtigen Krieges auszuspre⸗ chen, oder anzudeuten, sondern nur voller Offenheit den Ge⸗ dankengang darzulegen, welcher für die Richtung der Politit der Vereinigten Staaten in diesem Belange maßgebend war. Die Note schließt mit den Worten: Die Prinzipien des Völker⸗ rechtes, die Praxis der Nationen, die nationale Sicherheit den Unionstaaten und anderer Nationen ohne große militärische und maritime Einnichtung, die Verhinderung der Vergrößerung der Armeen und Flotten, die Anwendung friedlicher Methoden zur Regelung internationaler Zwistigkeiten und endlich die Neutralität selbst stehen dem Verbot der Ausfuhr von Waffen und Munition und anderer Kriegsvorräte an die kriegführenden Mächte seitens einer neutralen Nation während der Dauer des N Die Note wird derzeit im k. und k. Ministerium des Aeußern einer eingehenden freundschaftlichen Prüfung unterzogen und dann beantwortet werden. Anerkennungen des Uaisers. 8 „Berlin, 25. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) An den Kron⸗ brinzen von Bayern richtete der Kaiser folgende De⸗ pesche: An Se. königliche Hoheit den Kronprinzen von Bayern. Mit Stolz erinnert sich Deutschland in diesen Tagen der glorreichen Schlacht in Lothringen, in der Eure Königliche Hoheit an der Spitze von Söhnen aller deutschen Stämme den in das Reich eingebrochenen Feind über die Grenze zurückgetri. euch⸗ tenden Sieg ist eine lange und scyvere Zeit gef Dem immer wieder erneuerten Ansturm der Zahl nach weil zerlegenen Gegner galt es die Stirne zu bieten, um die Grundbedingungen für unsere Operation im Osten zu schaffen. Wie Se Königliche Hoheit und die Ihnen anvertrauten Truppen diese Aufgaben lösten, das ist für alle Zeiten auf der Tafel der deutschen Heeresgeschichte verzeichnet. Mir aber ist es ein Bedürfnis, Ihnen in dankbarster Anerken dessen, was Sie für die deutsche Sache geleistet haben, den Orden Pour le mérite zu verleihen. Wilhelm I. R. An Herzog Albrecht von Württemberg telegraphierte der Kaiser: Sr. Königlichen Hoheit Herzog Albrecht von Württem⸗ berg. Ein Jahr ist seit der Zeit, berflossen, in welcher die damalige vierte Armee unter Eurer Königlichen Hoheit ausgezeich⸗ neter Führung in schweren aber sieg⸗ und ruhmreichen Kämpfen am Semois und an der Maas die Bahn zum Stoß weit in das Gebiet des Feindes hinein erzwang. An der Spitze der dann neu gebildeten Armee gelang es Ihnen, mit jungen, ungeübten, wenn auch von herrlichstem Geist erfüllten Truppen nicht nur die Umfassungsversuche des Gegners gegen unsere nördliche Flanke trotz ungünstiger Verhältnisse zu vereiteln, sondern auch an der üste auf dem blutgetränkten Boden Flanderns festen Fuß zu fassen. In Wassersnot und im Kampf gegen einen überlegenen Feind sind dort vollwertige Verbände herangereift, die ihre Auf⸗ uns die Sicherheit im Rücken zu geben, während die Ent⸗ erfüllten. In Anerkennung solcher Leistungen verleihe ich Eurer Königlichen Hoheit den Orden Pour le mérite. Wilhelm J. R. Berlin, 25. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser 125 an den Generalobersten v. Heeringen folgendes elegramm gerichtet: „Vor einem Jahre führte Ew. Exezellenz die damalige siebente 1 nach dem Siege von Mülhausen, der das Oberelsaß vom Feinde befreit hatte, über die Vogesen zu der glorreichen Schlacht in Lothringen. Bald darauf geboten Ihre Truppen dem Vor⸗ dringen eines übermächti Feindes auf den Höhen von Craonne Halt. Keinen Schritt rückwärts hat der Gegner die Armer während der langen Monate seit jenen Tagen zwin können. Vorwärts drang sie, wo irgend eine Gelegenheit fi bot. So haben Sie und Ihre tapferen Leute, indem sie durch ihr tveues Ausharren unsere Erfolge im Osten erst ermöglichten, vollen Anteil daran. Als äußeres Zeichen meines Dankes und meiner Anerkennung für solche Leistungen verlei ich Ihnen den Orden Pour le mérite. Wilhelm I. R. Strantz hat der Kaiser nachstehende An den General v. Depesche gesandt: „Unerschütterlich steht seit fast einem Jahre die Ew. Exzellenz unterstellte Armeeabteilung auf der zwischen Maas und Mosel; wie oft auch der Feind an ihr zu rütteln versuchte, er hat ie w Schlagen ausholte, da pflückte sie reiche Lorbeeren. Die Geschichte der Kampfe zwischen Maas und Mosel wird für immer ein leuchtendes Ruhmesblatt in der Geschichte dieses Krieges bilden. Als Ausdruck meines Dankes für Ihre und Ihrer tapferen Truppen Leistungen verleihe 8 hiermit den Orden Pour le mérite. Wilhelm I. R. „An den General der Infanterie v. Fabeck hat der Kaiser folgendes Telegramm gerichtet: „Die Zeit hat sich gejährt, in der die erste Armee in Gewalt⸗ märschen ihren Siegeszug durch Belgien begann und in unwider⸗ stehlichem Vorwärtsdringen den Nordflügel unserer Feinde in den Schlachten bei Mons, bei Le Coteau und am Ourcg schlug. Diese kühnen Taten, die in gleicher Weise Zeugnis ablegen von dem Geist, der Führung und Truppe beseelt, wird das Vaterland auch in den fernsten Zeiten nicht vergessen., Seitdem wurde der Armee die opfervolle Aufgabe, Errungenes 0 85 Iten. An ihrer Schutzwehr zerschellten alle feindlichen Angriffe. Im Vertrauen auf diese Mauer im Westen haben meine Armeen im Osten einen Stoß tief in das Herz Rußlands Hinein unternehmen können. In dank⸗ barer Anerkennung solcher Leistungen verleihe ich Ew. Exzellenz, als dem bewährten Führer der ersten Armee, den Orden le mérite. Wilhelm I. R.“ General der Infanterie Goede erhielt vom Kaiser fol⸗ e e Sutke, vag ber Schug „Vor me einem re, na 0 t bei Mül⸗ asen, wurde enz der Auftrag, das Elfaß zu schützen. Seit dieser Zeit haben die Ihnen unterstellten Truppen unter Ihrer umsichtigen und festen g allen Anstürmen des Fein⸗ des, der seine besonderen Anstrengungen auf die Gewinnung des Oberelsaß richtete, Trotz geboten und selbst jede Gelegenheit, den Feind aus den letzten von ihm besetzten deutschen Gebieten zu vertreiben, ausgenützt. a Die bis in die jüngste Zeit währenden Vogesenkämpfe sind unvergängliche Ruhmesblätter in der Geschichte des deutschen Heeres Als Ausdruck meines Dankes für Ihre und Ihrer Trup⸗ pen Leistungen verleihe Ich Ihnen den Orden Pour le mérite. Wilhelm J. R.“ rsten v. Falkenhausen hat f Pour An den Generalobe der Kaiser nachstehendes Telegramm gerichtet: „Seit vielen Monaten schützt die Armeeabteilung e 7 die 0 i und 175 e Ew. Ex⸗ ellenz umsichtiger und sicherer Führung und Ihrer unermüdlichen ingabe an Ihre ae e allen Einzelheiten ist es neben der aufopfernden Treue und Tapferkeit Ihrer Truppen zu verdan⸗ ben, daß der Feind deutschen Boden nicht wieder betreten hat und daß wir unbeirrt die Operationen im Osten durchführen konnten, die jetzt so glückliche Erfolge gezeitigt haben. Solche Leistungen auch äußerlich anzuer en, ist mir ein Bedürfnis. Ich verleihe Ihnen daher den Orden Pour le mérite. ilhelm I. R.“ — B Aus dem Reiche. Aus dem Budgetausschuß des Reichstags. Berlin, 24. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der verstärkte Budgetausschuß des Reichstags hat 95 mehr⸗ stündiger Beratung die Abänderung des§ 20 des Kali⸗Ge⸗ setzes beschlossen. Danach wird ab 1. Oktober 1915 der Preis für Rohkali um 24 Pfg., der für Kali⸗Dünge⸗ kauf von Waffen und Munition an einen kriegführenden Staat salze um 60 Pfg. pro Doppelzentner erhöht. Nußerbens be, scheidung im Osten erstritten wurde, in vortrefflicher Haltung f icht zum Wanken gebracht. Wo aber die Armeeabteilung zum wird der Kaliindustrie die Kaliabgabe bi schluß erlassen. 9 Hierauf trat der Ausschuß in eine g ber Bundesratsverordnung vom 12. Juli 1915 betr. Zwangs⸗ tohlensyndikat ein. Der preußische Handelsministen Dr. Sydow betonte, daß die Verordnung erlassen wurde, um Erschütterungen des Wirtschaftslebens zu verhi und eine geordnete Kohlenverso g zu sichern. Ei gesunden Ueberproduktion s N als einer unan 12 soll dadurch vorgebeugt werden. Es le sich um eine Kriegsmaßnahme er sei des b auch mit dem Antrage der Nationalliberalen einverstanden, nach dem die Verordnung spätestens zwei Jahre nach Friedens⸗ schluß außer Kraft tritt. Ein sozialdemokratis Redner begründete den Antrag auf Einfügung der Bestimmung in 4 57, Lehe als Beirat zur che eszentral-Behörde zuzuziehen. Dieser sozialdemokratis Antrag sowie der vorgenannte nationalliberale Antrag wur⸗ de e lich) Herlin, 25. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Im et⸗ ausschuß des Reichstages wurde ein von tretern aller Parteien gestellter Antrag, das Verbot der Nachtarbeit in dem Bäckereigewerbe auch nach dem Kriege weiter bestehen zu lassen, mit großer Mehrheit angenommen. In einem Initiativantrag verlangt die Kommission ferner un⸗ enen Doppelleistung von Familienunterstützung und Hinterbliebenenversorgung für drei Monate in allen ein⸗ 5 schlägigen Fällen.— Ju einer Entschließung erklärt der Ausschuß, daß die Regelung des Kartell⸗ und Syndikats wesens aus⸗ schließlich Sache des Reiches ist. Wenn der Reichstag der Verordnung über die Errichtung von Zwangssyndi während des Krieges jetzt auch zustimmt, so spricht er doch die sichere den aus, daß die verbündeten i ö 5 nach Friedensschluß eine geeignete Organisation dafür eim Reichsamt des Innern treffen werden. Bei Fortsetzung der Beratungen über H in der heutigen Sitzung der Haushaltskommission die Verhandlung über die Besoldungsfragen nach weiteren ein⸗ 7 Crörterungen zu Ende geführt. Neben der Frage er Gesetzlichkeit der Kriegsbesoldungsvorschr wurden u. noch die Bezüge der vertraglich verpflichteten J wild e und Krankenschwestern besprochen. Schließlich wurden mit großer Mehrheit zwei Anträge angenommen, von denen der eine die sofortige allgemeine Reviston der Kriegsbesoldungen, der andere eine alsb Vor⸗ e Gesetzentwurfes über die Kriegsbesoldungen ver⸗ angte. 5 Die Sozialdemokratie und die Kriegsziele. Der„Vorwärts“ veröffentlicht folgende Mitteilung: 3 „Reichstagsfraktion und Varteiausscmß haben sich in gemein⸗ amer Sitzung am 14., 15. und 16. August mit Frage der Kriegsziele beschäftigt. Die Besprechung ist mit Referaten der Fate deilbr ver, er Nee egten Leitsätze vor, die erhandlung zugrunde gelegt wu N In getrennter Abstimmung wurden den e 4 e e e nationen Ie 5 Wahrnehmung der nationalen Interes eigenen Volkes und in g der Lebens inte een Völker erstrebt die deutsche Sozialdemokratie einen Frieden, der die Gewähr der Dauer in sich trägt und die europäischen Staaten auf den Weg zu einer engeren Rechts⸗, Wirtschafts⸗ und Kulturgemeinschaft führt. Demgemäß stellen wir folgende Ri für die Friedens⸗ gestaltung auf: 6 1. Die Sicherung der politischen Unabhängi heit des Deutschen Reiches heischt die Abweisung all 5 territorialen Machtbereich gerichteten E Spiele Das trifft für die derung der liederung Fist einerlei, in welcher Form sie erstrebt wird. i 3 2. Zwecks Sicherung der wirtschaftlichen Eutwickelungs freiheit des deuts Volkes fordern wir: 5 5 „Offene Tür“, das heißt gleiches Recht fütr wirtschaftliche Betätigung in allen kolonialen Gebieten; 5 5 Aufnahme der Meistbegünstigungsklausel in die Friedens „ bd ber ieflhrfeicden Menden ben weed: örderung wi hen Ann 9 5 Beseitigung von Zoll- und Verkehrsschranken; Ausgleichung und e der sozialpolitischen Ein⸗ . 5 im Sinne der von der Arbeiterinternationale erstreb⸗ en Ziele. 5 Die Freiheit der Meere ist durch internationalen Vertrag sicherzustellen. Zu diesem Zweck ist das r zu 2 tigen und die Internationalisierung der für den Weltver wichtigen Meerengen durchzuführen. 5. 3. Im Interesse der Sicherheit Deutschlands und seiner wirt⸗ schaftlichen Betätigungsfreiheit im Südosten weisen wir alle auf Schwächung und Zertrümmerung Oesterreich-Ungarns und der Türkei gerichteten Kriegsziele des Vierverbandes zurück. 1 4. In Erwägung, daß Annexionen volksfremder Gebiete gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker verstoßen, und überdies durch sie die innere Einheit und Kraft des deutschen National staates nur geschwächt und seine politischen Beziehungen nach außen dauernd aufs schwerste geschädigt werden, bekämpfen wir die darauf abzielenden Pläne kurzsichtiger Eroberungs politiker. l 5, Die furchtbaren Leiden und Zerstörungen, die dieser 17 über die Menschheit gebracht hat, haben dem Ideal eines ch internationale Rechtseinrichtungen dauernd gesicherten Weltfrie ß dens der Herzen von neuen Millionen gewonnen. Die Erstrebung 0 dieses Zieles muß als höchstes sittliches Pflichtgefühl für alle gel⸗ 1 ten, die an der Gestaltung des Friedens mi iten berufen ind. Wir fordern darum, daß ein ständiger internationaler Schiedsgerichte geschaffen werde, dem alle zukünftigen Konflikte 4 zwischen den Völkern zu unterbreiten sind.“ 5 5 5 Der„Vorwärts“ bemerkt dazu noch:„Wir halten uns für verpflichtet, unseren Lesern mitzuteilen, daß wir aus den bekann“ ten Gründen nicht den vollen Inhalt der von inseren Partei- instanzen angenommenen Leitsätze mitteilen können.“ ö * N Berlin, 25. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Wie uns von uständiger Stelle„ wird, wird die vollständige 8 der Schuldbuchzeichnungen zur z wei⸗ ten Kriegsanleihe in das Reichsschuldbuch 3 der großen Zahl der Eintragungsanträge noch einige Zeit in Anspruch nehmen, wodurch sich auch die Zuß g der Eintragungsbenachrichtigungen an die Gläubiger verzüög muß.— Auf die rechtzeitige Zin ung hat dieser 1 stand selbstverständlich keinen Einfluß. g 1 Berlin, 25. Aug.(Privattelegramm.) Die„Vo. Ztg.“ meldet aus Karlsruhe: Der frühere— liberale ichs tagsabgeordnete Hermann Schmied ist seinen Wunden erlegen, die er auf dem Kriegsschauplaß erlitten hat. 3 München, 25. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Anläßlich des Namensfestes des Hönigs traf heute mitta 90 ein Zeppelin über München ein. Das Luftschiff einen von der hiesigen Luftschiffer⸗Abteilun aufgefang Funkspruch hierhergesandt, der 12 Uhr 2 Min. hier eint und folgendermaßen lautete: 1 Majestät, München „An des Königs von 8 75 zur Huldigung f Graf geh, fahren mit dem Luftschiff„Z. 7“ Majestät heute über München. 5 Das Luftschiff, in dem sich Graf Zeppelin befand, kreiste längere Zeit über München g . Aus Stadt und Cand. Gießen, 26. August 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten Musk. deinr. Schimmel aus 1— 80 Johann Treutlein, Ins.-Rgt. 151, aus Bonbaden.— Oberleut. d. L. Fabrikbes. Rud. Eyrin g aus Darmstadt.— Ersatz-Res. Jakob 4 aus Mornshausen.— Einj.-Freiw. Unteroffizier Lehrer 55 7 Vöpel aus Bromskirchen.— Landwehrmann Karl Friedr. i Landw.-Ins-Rgt. 83, aus Raunheim.— Soldat Albert 5 il p, österr. Landwehr⸗Rgt. 30, aus Wetzlar.— Landsturmmann 79 5 Spilker aus Marburg.— Ers⸗Ret. Heinz Knoch, Inf. 1 05 201, aus Marburg.— Landsturmmann Adam Bi i Landsturm-Ers.-Bat., aus Offenbach.— Schütze Johann Heinrich Nahr, Res.-Inf.⸗Rgt. 223, aus Dudenhosen bei Offenbach.— Erf. Res. Konr. Reitz, Inf.⸗Rgt. 173, aus Offenbach a. M. . Auszeichnung. Dem Gesfreiten Karl T höt aus Gießen, Feldart.-Regt. Nr. 61, 5. Batterie, wurde die hessische Tapferkeitsmedaille verliehen, nachdem er vor einiger Zeit zum Gefreiten ernannt wurde. Vom Ludwigstag in Hessen. Am 25. August beging das Großherzogtum Hessen den Ludwigstag als Namenstag des Landesherrn. Die Jugend hatte schulfrei. Mei thin wird angenommen, der Ludwigstag sei erst seit der 1 worden, als größere tatholische Gebietsteile an Hessen fielen und besonders als die katho⸗ lische Bayernprinzessin Hessens Großherzogin wurde. Der Ludwigstag ist älter Den Namen Ludwig führten zehn hessen-darmstädtische Landgrafen, der zehnte war der erste Großherzog, dem seitdem noch drei folgten. Schon aus dem Fahre 1789 ist die Feier eines Ludwigstages bekannt Als damals ein Reisender das einst hessische Pirmasens besuchte, wo Ludwig IX.(17681790) Hof hielt und die be⸗ kannte Militärkolonie hatte, wohnte er einem Ludwigs⸗ tage bei. Er schreibt darüber u. a.:„Auf den 25. August, als den Namenstag des Landgrafen, ist jährlich Haupt⸗ revue, und dann wimmelt es in Pirmasens von auswär⸗ tigen Offizieren und anderen Fremden, die teils aus Frankreich, Zweibrücken, der Unterpfalz, Hessen und anderen Ländern diesen Wohlgeübten zu Liebe hierherreisen. Den Landgrafen habe ich in aller Tätigkeit gesehen: mit spähendem Blicke fand er sich bald auf dem rechten, bald auf dem linken Flügel, bald vor dem Zentrum, bald in den hinteren Gliedern. Alles war geschäftig an ihm, und er scheint mit Leib und Seele Soldat zu sein“ Das war der letzte Ludwigstag, den Pirmasens sah. Im nächsten Jahre war Ludwig tot und„der große Menageriekasten von Zweifüßlern“, wie Friedrich der Große einstmals boshafter⸗ 5 dach her rh e hatte, 5 alle Winde zer⸗ treut.— Auch hier wehten gestern von den meisten öffent⸗ lichen Gebäuden zur Feier des Ludwigstages die Fahnen. Der Hriegsausschuß für Verbraucher⸗ interessen hat sich in den letzten Tagen mit der Vor⸗ bereitung der für Sonntag geplanten Feen öffentlichen Versammlung in der Aula befaßt und die Richtlinien für sein Wirken beraten, die der Versammlung unterbreitet werden sollen. Mit denselben erscheint die Gewähr für ein gedeihliches und versöhnliches Arbeiten gegeben. Nähere Mitteilungen über die Versammlung werden morgen und übermorgen gemacht werden können. Kenntlichmachung der Fleischpreise. Von heute ab müssen in allen öffentlichen Verkanssstellen, an denen Fleisch oder Fleischwaren feilgehalten werden, die Preise auf einem vom Polizeiamt gestempelten Aushang kenntlich gemacht werden. Das Polizeiamt bringt diese Bestimmung nebst einer Reihe von weiteren Verkaufsbedin⸗ Pease in einer Bekanntmachung in der heutigen Nummer ieses Blattes zur Kenntnis. Zur Beschlagnahme von Kupfer, Mes⸗ sing und Reinnickel werden in einer Bekanntmachung in der vorliegenden Nummer des„Gieß. Anz.“ nunmehr auch die Bestimmungen veröffentlicht, die als Ergänzung der Bekanntmachung des Stellvertr. Generalkommandos und des Kreisausschusses noch von der Stadt zu treffen waren. Die Bekanntmachung des Oberbürgermeisters erläutert noch einmal die 3 der Beschlagnahme, die festgesetzten Preise und die Wichtigkeit der iwilligen Ablieferung. Zum Zwecke der 1 7 des Geschäftsganges ist eine städtische Metallkommission an geset worden, die u. a. in Gemeinschaft mit dem Oberbürgermeister in Aus⸗ nahme⸗ und Zweifelsfällen endgültig entscheidet, ob ein Gegenstand von der Beschlagnahme betroffen ist. Wichtig ist auch die Erinnerung daran, daß Gegenstände, die bereits als Altmaterial an Händler usw. verkauft waren, nicht angenommen werden, da sie schon älteren Höchstpreis⸗ bestimmungen unterliegen. Verkauf, Tausch und Verschenken der lach ff es, daß Gegenstände ist ver boten. Dringend erwünscht ist es, daß auch Gegenstände, die dem Buchstaben nach nicht unter die Verfügungen fallen, abgeliefert wer⸗ den. Die Sammelstelle 5505 die betroffenen Metalle befindet sich in dem städtis Gebäude Kirchstraße 20. Diese Sammelstelle wird vom 30. August an jedem Montag und Donnerstag von 10—12 Uhr vormittags geöffnet. In dieser Zeit sind Mitglieder der Metallkommission an⸗ wesend, die Auskunft in Zweifelsfällen erteilen. In 55755 Einleitung zu der Bekanntmachung appelliert der berbürgermeister an die vaterländische Gesinnung der Be⸗ völkerung, von der zu hoffen sei, daß sie von der Möglich⸗ keit der freiwilligen Ablieferung 55 zum 25. September recht reichlichen Gebrauch mache. Wir empfehlen die Be⸗ kanntmachung dem aufmerksamen Studium der Leser. * Der Jahrestag von Anloy vereinigte draußen im Felde auch eine Anzahl von braven 116ern, die die heiße Schlacht mitgemacht und seitdem unter den Fahnen ihres Regiments Freud und Leid miteinander geteilt haben, zu einer stillen Gedenkfeier für die Toten der ersten Schlacht. Die Teilnehmer an der Feier bitten uns, an dieser Stelle allen, die bei Anloy ebenfalls mitgekämpft da ihren Gruß zu sagen. Mit einigen schlichten Soldatenltedern id der kernigen Ansprache eines Vizefeldwebels habe man des heißen Tages und der Opfer, die er zum Siege erfordert habe, ge⸗ t. Das Herz habe denen, die seit Anloy noch beisammen seien, geblutet, als sie das zusammengeschmolzene Häuflein überblickt hätten; gerade das aber habe sie bewogen, noch einmal mit entblöß⸗ ten Häuptern vor Gott und dem Kaiser zu geloben, zu sterben oder als Sieger in die Heimat zurückzukehren. Das Lied vom Morgenrot habe der lurzen Gedenkfeier dann den ertnsten Abschluß gegeben. * Warnung. Es wird darauf hingewiesen, daß in letzter Zeit verschiedentlich feindliche Agenten ver⸗ sucht haben, die Stellung von Truppenteilen dadurch zu ermitteln, daß sie sich, besonders auch durch den Fernsprecher, angeblich im Auftrage höher stehender Persönlichkeiten, bei Familien nach deren im Felde befind⸗ lichen Angehörigen, sowie nach dem Truppenteil und Auf⸗ enthaltsort erkundigten. Es wird daher dringend davor gewarnt, in solchen Fällen irgend welche Auskunft zu erteilen. Vielmehr muß versucht werden, durch sofortige Anfrage bei dem betreffenden Fernsprechamt festzustellen, von welcher Stelle aus die Anfrage erfolgte. Alle auf diesen Zweig der Spionage bezüglichen Wahrnehmungen sind ferner ungesäumt den Polizeibehörden mitzuteilen. Landkreis Gießen. Staufenberg, 25. Aug. Dem Gefr. Heinrich Dietz im Feld ⸗Art.⸗Regiment Nr. 61 wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Kreis Büdingen. = Bobenhausen J. bei Ortenberg, 25. Aug. Aus unserem nur 300 Einwohner zählenden Orte sind bereits 8 Söhne den Heldentod fürs Vaterland gestorben. Kreis Schotten. = Ulfa, 25. Aug. Reservist H. Böcher von hier, zuerst im Inf.⸗Regt. 116, 3. Komp., zuletzt im Inf.-Regt. 160, 2. Komp., erhielt das Erserne Kreuz 2. Klasse und gestern noch die Hessische Tapferkeitsmedaille. Er befindet sich gegen⸗ wärtig im Vereinslazarett zu Nidda. O Gedern, 24. Aug. Bei besonders günstiger Witterung wurde heute hier der erste Gederner Markt abgehalten. Die Preise der Ferkel waren, da mehr Verkäufer als Käufer erschienen waren, etwas gesunken. Man zahlte im Durchschnitt für das Paar 6—7 Wochen alte Ferkel 5560 Mk. Für Läufer standen die Preise nicht weniger günstig. Kreis Lauterbach. f O Aus dem oberen Vogelsberg, 24. Aug. Allgemein hat man auch hier mit dem Mähen der Sommerfrucht begonnen; nur fehlen die Sonnenstrahlen, damit dieselbe auch ein⸗ gefahren werden kann. Das Korn sitzt meist auch noch auf Haufen. Eine wohl seltene Wahrnehmung macht man dieses Jahr bei ein- zelnen Gerstenfeldern. Durch das eingetretene Regenwetter sind neue Halme aus der Erde gewachsen, die nun die ersteren fast voll⸗ ständig verdrängt haben und in üppigem Grün diese überragen. Da die jungen Halme die stärkere Hälste bilden, muß wohl ihre Reife abgewartet werden.— Grum met ist noch in bedeutendem Maße gewachsen und verspricht eine ertragreiche Ernte.— Die Himbeerernte hat nun ihr Ende erreicht. Lange Jahre konnte man keinen solchen Reichtum an Beeren einsammeln. Starkenburg und Rheinhessen. § Darmstadt, 25. Aug. Eine Spende von über 15 000 Mk. haben schwedische Künstler und Kunst⸗ freunde dieser Tage dem„Hilfsfonds für notleidende deutsche bildende Künstler“ überwiesen, den der Heraus⸗ geber der„Deutschen Kunst und Dekoration“, Hofrat Alexander Koch in Darmstadt, alsbald nach Kriegsbeginn ins Leben gerufen hat. Durch diese hochherzige Spende ist lt.„Darmst. Ztg.“ der so segensreich wirke„Darm⸗ städter Hilfsfonds“, aus dem bereits über 90 notleidende talentierte Künstler Deutschlands unterstützt werden konn⸗ ten, 9 Höhe von 45 000 Mk. angewachsen. r. Mainz, 25. Aug. In der heutigen Stadtverord⸗ netensitzung teilte der Vorsitzende mit, daß er den Ber⸗ geordneten Gündert, der bisher im Felde stand, mit Erfolg reklamiert habe, hoffentlich werde er dauernd hier verbleiben. — Die Stadtverordneten hatten kürzlich einstimmig beschlossen, dem Gouverneur vorzuschlagen, daß bei den Lebensmittelgeschäften nachmittags von 1—3 Uhr und abends um 8 Uhr die Läden geschlossen werden. Die Handelskammer hatte sich in einem Gutachten beim Gouvernement gegen diesen Beschluß der Stadt⸗ verordneten ausgesprochen, worauf der Gouverneur dem Beschlusse seine Zurstimmung versagte. Das Gutachten der Handelskammer wurde von den Stadtverordneten Bauer und Gewerberat Falk scharf kritistert, es sei zu bedauern, daß das Gouvernement sich von diesem Gurtachten der Handelskammer, das gänzlich un⸗ zutreffend sei, habe beeinflussen lassen.— Die Versammlung wählte ferner einen Ausschuß, der die brennende Hypotheken⸗ frage prüfen soll. Kreis Wetzlar. 11 Dutenhofen, 25. Aug. Die Zusammenlegung der Feldmark ist bereits so weit vorgeschritten, daß jetzt das Wegenetz ausgebaut werden kann. Die hiesige Gemarkung hat einen FFlächenraum von 527 Hektar, darunter nur 23 Hektar Wald, aber viel Wiesen. Hessen⸗Nassau. m. Amöneburg(Kr. Kirchhain), 25. Aug. Hler sanden sich gestern nachmittag die Vertreter der fünt Sparkassen des Kreises Kirchhain im alten Rathaussaale zu einer Sitzung ein, um darüber zu beschließen, ob dem Kreise die Mittel für die anzu- kaufenden Getreidemengen aus den Sparkassen zu gewähren seien. Die Vertreter erklärten sich dazu bereit, dem Kreise das Geld zur Verfügung zu stellen, wodurch gleichzeitig erreicht werden soll, daß die Gelder nutzbar dem Kreise erhalten bleiben. X Kassel, 25. Aug. Das Königl. Konsistorium hat angeordnet, daß aus Anlaß der überwältigend großen Erfolge und Siege innerhalb weniger Wochen am 1. September d. J. in allen Gemeinden des Konsistorialbezirks Kassel ein öffentlicher Dank- gottesdienst abgehalten werden soll mit Hinweis auf die Hilse Gottes vor 45 Jahren und auf die weltgeschichtlich bedeutungsvollen Ereignisse der Gegenwart. u. Limburg, 25. Aug. Der Landrat beabsichtigt, durch eine Ehrentasel eine Veröffentlichung der Namen aller Personen vorzunehmen, die durch Umtausch von Goldmünzen in Banknoten die finanzielle Rüstung des Vaterlandes gefördert haben. 55 Märkte. FC. Wiesbaden. Viehhof- Marktbericht vom 25. Aug Auftrieb: 210 Rinder(darunter 26 Ochsen, 19 Bullen, 165 Kühe), 255 Kälber, 17 Schafe, 150 Schweine. Es wurde bei lebhastem Geschäft zu gleichen Preisen wie am 23. ds. Mts. gehandelt. Der Auftrieb wurde bald geräumt. Briefkasten der Redaktion. [Auonuyme Aufragen bleiben unberücksichtigt.) wehrgesetz. Die vom Reichstag beschlossene Aenderung des Bengel hat nur die Musterung und eventuelle Dienstpflicht der bei dem Friedensersatzgeschäst sür dauernd untauglich Erklärten, also der Ausgemusterten, zum Gegenstand, nicht aber die Heraufsetzung der Landflurmpflicht von 45 auf 50 Jahre. Ueirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeier am 28. August 1915 Freitag abend 6.50 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbatausgang 8.05 Uhr Wochengottesdienst: Morgens 6.00, abends 6.30 Uhr. —— 1— Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 2. 5 58 22 33 2 8 88 Ang, e e e ee et 8323 22 28 38 5 S8 1675[ 85 53 V S s 3 1 5= 25 25 751,7] 21,0 10,5 57 NNW. 2 9 Bew. Himmel 25. 9 752,0 15,7 11,9 89 N 2—[Heller Himmel 26. 7% 751,3 14,8 11,3 90 N 29 Bew. Himmel Höchste Temperatur am 24. bis 25. Aug. 1915= + 21.3 0. Niedrigste„,,, ieee ie Niederschlag: 0,0 mm. .— Amtlicher Wetterbericht. N: Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. g Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 27. August 1915: Ziemlich heiter, trocken, warm, nordöstliche Winde. LTegzte Nachrichten. Deutschlands Unbesiegbarkeit. i. Köln, 26. Aug. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Kopen⸗ hagen:„Berlingske Tidende“ berichten aus London: Die„Di⸗ mes“ beschäftigen sich mit einem Gerücht von einer Zusam⸗ menkunft Bethmann Hollwegs mit dem Reichsschatz⸗ sekretär Dr. Helfferich, wobei letzterer erklärt haben soll, Deutschland stehe vor dem Bankerott, falls nicht bald Schritte zur Erzielung eines ehrenvollen Friedens getan würden. Die„Ti⸗ 1 mes“ verweisen solche Enthüllungen ins Fabelreich. Deutschland sei durchaus imstande, die Mittel zur Fortsetzung des Krieges zu finden, solange seine Siege andauerten. Das englische Volk müsse endlich begreifen, gehen könne, solange der Mut des deutschen Volkes uner⸗ schüttert sei. 5 Aus Warschau. Wien, 28. Aug. Die erste der in Warschau gebildeten polnischen Legionen verließ Warschau unter dem Jubel der Bevölkerung, die sie mit Blumen bewarf.— Außer einem Mehl⸗ und Brotmonopol wurde in Warschau auch ein Monopol für Fleisch und Kohlen eingerichtet. Die Ausführung wurde von den deutschen Be⸗ hörden einem Bürgerkomitee anvertraut. Die Lage auf dem Balkan. Lugano, 26. Aug. Ueber die Lage auf dem Balkan meldet der„Corriere della Sera“ aus Rom: In Serbien hat die Politik des Vierbundes insofern Erfolg gehabt, als in der Skupschtina erklärt wurde, daß Serbien weiter an der Seite der Entente durchhalten werde. Es sei fraglich, welche Ansprüche Bulgarien bei seinen Forderungen als berechtigt anerkenne und wie weit diese Bulgarien genügen würden. Von Griechenland erwartet man mit dem Siege Venizelos jedenfalls eine freundschaftlichere Haltung als bei Gunaris Zeiten. Aus Serbien. Wien, 26. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Neue Freie Presse“ meldet über Bukarest aus Nisch: Die Skup⸗ schtina sprach der Regierung mit 103 gegen 24 Stimmen ihr Vertrauen aus und ließ ihr in der mazedonischen Frage freie Hand. Muanschikai Kaiser von China? „London, 25. Aug.(WTB. Nichtamtl.) Die„Times“ erfährt aus Peking: In der letzten Zeit wurde eine Werbe⸗ tätigkeit zur Wiederherstellung der monarchi⸗ schen Regierung betrieben mit der Absicht, zu erfor⸗ schen, wie sich die Liberalen zur Ausrufung Puanschikais zum Kaiser stellen würden und um das Volk auf seine Thron⸗ n vorzubereiten. Muanschikai selbst ist gegen den an. Schaffnerinnen an der Berliner Straßenbahn. Berlin, 26. August. Bei der Großen Berli Straßenbahn sind jetzt, wie die„Voce Zeitung meldet, infolge Einberufung des Fahrpersonals rund 2700 Schaff⸗ nerinnen eingestellt. .. K r 228988988884 . Dp p rr rr rrrrr———————————— r—————— 2* N 0 6. 2 UNSERE MARINE 5 Besle 2 Ci este 2 Pfg. Cigarelle Deutsches fabrikat Trustfrei GEHEORG A. DN ANKTIE NSE SETLScHNFY SSD e eee daß Deutschland niemals unter⸗ 33 5 . 2 Nach langer Ungewissheit erhielt traurige Nachricht, dass mein innigst im Alter von 29 Jahren am 20. Sept Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. Die trauernden Hi n Bieber bei Giessen und Gross-Hettingen den 26. August 1915. Am 24. August verschied nach kurzem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter Frau Marie Prinz geb. Bittorf im Alter von 44 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Prinz und Kinder. Gießen(Teufelslustgärtchens), d. 26. Aug. 1915 Die Beerdigung findet Freitag, den 27. August, nachm. ½3 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. 0 P n fa esche Wilh. Noll, Seltersweg 36. Beginn Freitag früh 7 Uhr Grummetgras⸗Versteigerung. Dienstag, 31. I. Mts., vormittags J ubr, wird das Grummetgras von den fiskalischen Wiesen in den Ge⸗ markungen Garbenteich, Leihgestern, Schiffenberg und Watzenborn, das Gras von Schnessen, Mähplatten und den Eisteichen in den Forstwarteien Baumgarten und Leibgestern in der Wirtschaft des Georg Sommer VI. u Watzenborn versteigert. Weitere Auskunft erteilt er Großh. Forstwart Menges zu Forsthaus Baumgarten. Gießen, 25. August 1915. 5 Grostberzogliche Oberförsterei Schiffenberg. rautwein. 68288 Bekanntmachung. Wir haben unseren Betrieb in Frankfurt a. M., sowie bei den Filialen Giessen und Hanau eingestellt. Zur Einziehung von Geldern sind nur durch eine besondere Vollmacht legitimierte Beamte berechtigt, wovon wir entsprechend Kenntnis zu nehmen bitten. Frankfurt a. M., den 31. Juli 1915. Landwirtschaftliche Geschäftsstelle für Schlachtviehverkauf zu Frankfurt a. M., G. m. b. H. 99 Felkl. Hartmann. Grasversteigerung. Dienstag, den 31. August l. J., soll das Grummetgras von 105 Morgen Gemeindewiesen versteigert werden. n b Der Anfang ist vormittags 10 uhr im i großen See. 5 Ober⸗Bessingen, am 25. August 1915. Großh. Bürgermeisterei Ober-Bessingen. Kühn. 1 Großer Verkauf. Freitag früb von 7 Uhr an Hinter der West⸗Anlage 5 (Haubachs Hof) größte Auswahl, billigste Preise 04020 6887 6832 Prima Alexander⸗Aepsel 10 Pfd. M. 1.20 , 10„„ 1.80 Eiumachbirnen„Gute Lutse“ 1„„ 10 ,„%% Kartoffeln, 10 Pfund M. 0.60, Zentner„ 5.50 04627 Karl Löbsack. unser guter Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Alfred Lerch Wehrmann im Inf.-Regt. Nr. 99 Frau M. Lerch geb. Götz und Kinder. anerkannt bestes Mittel, da vollständig unschäd- Feldpost- Schachteln in ca. 20 Größen. Eler- Kartons Verpackungs- Material. Billigste Bezugs- quelle für Wieder- verkäufer. Ernst Balser Ma usburg. en wir jetzt die geliebter Gatte, ember 1914 den nterbliebenen: Naturreine Marmeladen von der Obstbau-Kolonie „Eden 7frisch eingetroffen von neuer Ernte 8 i. 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Bürgermeisterei Treis a. Lda. Benner. 6798 des schriftlichen An Bullen⸗Verkauf. Die Gemeinde Krofdorf-Gleiberg will auf dem Wege gebots einen überzähligen Bullen auf Lebendgewicht verkaufen. Angebote— pro Zentner— sind bis Freitag, den 27. August er., nachmittags 1 Uhr, bei dem Gemeinde⸗Vorsteher einzureichen, wo auch die Bedingungen eingesehen werden können. Der Gemeinde⸗Vorsteher. Schmid t. 682²9 Villa Wilbelmstr. 7 durch Verses. des Herrn Prof, Dr. Hohlweg für sofort od. später zu verm. Näher. Wilhelmstr. 5 J. Mein Haus Ludwigstr. 20 6⸗Zimmer⸗ obnung zu vermseten per 1. Oktober. Näher. bei Herz⸗ berger, Löberstraße 3.(5895 L Zimmer Mansardenstock 5 Zimmer n. all. Zubeh. zu ver⸗ miet. n Stepbanstr. 31 p. 04614] Frdlneuherg.ß⸗Zim.⸗ Wobn. n. Zubeh. u. Garten⸗ ant., 2. St., v. 1. Sept. od. 1. Okt. zu verm. Ecke Steinstr. 41. 0 3 Zimmer f Versteigerung. Freitag, den 27. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, versteigere ich am Güterbahnhof zu Gießen gemäß bandelsgesetzlich. 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