ur. 100 drittes Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Gi Die„Gießener Familienblätter“ „Anzeiger“ viermal wö „Kreisblatt für d wöchentlich. Die fragen“ werden dem chentlich beigelegt, das en Mreis Gießen“ zweimal „Landwirtschaftlichen Seit⸗ erscheinen monatlich zweimal. 105. Jahrgang eßen Ein spanischer Ar Wissenschaft in deut Zu den der Feder inik an der liebersetzun Ghee schen 12 Wochenschrift“ bericht 15 Abrechn 8 V assers mit der medizinif r n d „Viele Männer issen insbesondere alle der Naturwissenschaft und Medizin— N aus eigener Erfahrung und scauler n Fortschritte dieser Disziplin schulen, die Oesterreichs und der Sch können. Ich besonders als Arzt berichten: Seit 1875 habe ich im g längerer Dauer ins Ausland unt e 455 deut gere Zeit in Paris, des Fortschrittes, um Wissenschaft zu ver vol sehen, kann versichern und Chirurg möchte 7 unternommen sch⸗französischen Krieges, berühmt damals noch als der mich auf dem Gebiete me lkommnen. Ich habe damals n f„daß auch heute noch viel G reich geleistet wird, aber zwei beklagenswerte Ersche ich anführen: das mächtige Hindernis der Bestreben, alles in Paris selbst zu konzentrieren. Als ich 1879 im Deutschland und Oesterreich war, u. a. in München, Berlin, Wien, Leipzig, Halle, fand ich, daß man hier in allem Frankreich überlegen war. Dies war mein damaliger Eindruck. Ich zweifle indessen nicht, daß im Laufe der Zeit ein Teil der französischen zungen Forscher, schließlich doch vom relativen Rückgang ihres Vaterlandes überzeugt, versucht hat, sich die Fortschritte der aus⸗ ländischen Wissenschaft zu eigen zu machen, welche für die damaligen lehrten gar nicht bestand, weil außerhalb Frankreichs, d. h. außerhalb von Paris, ihrer Ansicht nach überhaupt keine wissen⸗ schaftliche Arbeit irgendwo geleistet werden konnte. Inzwischen. sind viele Jahre verflossen, während der unverbesserliche franzö⸗ 1 Chauvinismus stetig zugenommen hat. Aber die französische Wi senschaft hat dabei ihren alten, eng begrenzten Charakter be⸗ halten, während deutsche wissenschaftliche Arbeit mit einer un⸗ gestümen Kraft und mit einer unfaßbaren Vielseitigkeit sich alle Gebiete erschlossen hat, weil sie die Fortschritte, die auf der ganzen. Welt gemacht wurden, verwertete. Frankreich aber wurde durch seinen Chauvinismus daran gehindert. Als ich im Juli 1914, d. mit meinem Sohn in Deutse eichneten Kliniken von utes in Frank⸗ inungen möchte „Tradition“ und das ehen hatten beurteilen konnten. Von diesen Herr Bemerkungen genaqueste pritfung wohl der Mühe wert wäre“. Dpyen, der heute gerade wegen sein befangenheit von seinen Kollegen boykottiert wird. Und was erlebte ich mit jenem Herrn Delbet? Ich besuchte Delbet auf seiner Abteilung im Hospital Necker, einer Anstalt, die denen, welche wir in Deutschland gesehen hatten, kaum ähnlich sieht. Mit der sprichwörtlichen Höflichkeit der Franzosen entschuldigte er sich, mich bei der Besichtigung nicht persönlich begleiten zu können, weil er verreisen müsse; er beauftrage daher einen seiner Assi⸗ stenten, mir einen Patienten zu zeigen, dem nach einem angeblich ganz neuen, von Delbet selbst angegebenen Verfahren die ankylo⸗ tierte Hüfte mobilisiert worden war. Ich erwiderte, es wäre mir sehr lieb, diesen Patienten zu sehen, da ich bereits kürzlich ver⸗ chiedene ähnliche Fälle teils in Behandlung, teils geheilt in der Klinik von Lexer in Jena beobachten konnte. Darauf bekam ich wörtlich zur Antwort:„Non, vous n'avez pu voir cela ailleurs: on ne fait ga qu'ici.“—„Nein, das haben Sie nirgendwo sonst sehen können, das wird nur hier gemacht.“ Damit war mit be⸗ wiesen, daß Delbet keine Kenntnis hatte von dem, was Lexer Exzellenz paul Ehrlich 1. h. Frankfurt a. M., 20 August. Der Wirkliche Geheime Rat Erz. Professor Dr. Paul Ehrlich, der Entdecker des Sal⸗ varsans, ist heute nachmittag 2 Uhr in Bad Homburg v d. Hl., wo er sich zur Erholung aufhielt, plötzlich gestorben. Paul Ehrlich, dessen Name für alle Zeiten Weltruf hat, wurde am 14. März 1854 in Strehlen(Schlesien) geboren. Nach dem Be⸗ such der Strehlener Volksschule und des Breslauer Magdaleneums studierte er Naturwissenschaften in Breslau, Straßburg, Freiburg und Leipzig. Hier lernte er Waldeyer kennen, der ihn. für die medi⸗ zinische Wissenschaft begeisterte. Ehrlichs Leben war ein For⸗ cherleben bis ans Grab. Seine Tätigkeit begann an der Ber⸗ liner Charité, deren chemisch⸗klinische Richtung ihn besonders fes⸗ selte. Mit Beharrlichkeit widmete er sich den drei großen Gebieten: der Lehre von den Teerfarben, der Entstehung und Bedeutung der Blutkörperchen und der Lehre von der Seuchenfestigkeit. In der Er⸗ forschung und Lösung dieser Probleme wirkte er bahnbrechend. An den wissenschaftlichen Grundlagen zur Herstellung des Behring⸗ chen Heilserums ist Ehrlich hervorragend beteiligt. Als erster und einziger stellte er für die Bewertung der Stärke der Sera feste Normen auf. Seit 1899 leitete er in Frankfurt das„Insti⸗ tut für experimentelle Therapie, das er zur ersten Forschungs⸗ und Lehrstätte für Immunitätsprobleme ausbaute. Aus der Immunitätslehre entwickelte er in geistvollem Aufbau die Lehre von der Cheonotherapie. Das erste Ergebnis dieser Wissenschaft war vor 6 Jahren die große, einen ganzen Heilzweig umwälzende Entdeckung des Salvarfans Mit der Herstellung des noch heute vielumstrittenen Heilmittels erreichte Erfolgen reichen Forscher⸗ und Ge⸗ Ehrlich die Höhe seines an lehrtenlebens. Aber unerschöpflich in der Stellung neuer Pro⸗ bleme arbeitete er weiter, bis ihn der Tod heute dahinraffte. Wenn Ehrlich so Gewaltiges für die Wissenschaft leistete, so begünstigte ihn in erster Linie die großartige Speyersche Stiftung mit ihren reichen Mitteln dazu, die die überaus kostspieligen Ver⸗ suche zur Verfügung stellte. An äußeren Ehrungen hat es dem genialen Forscher nicht gefehlt. 1908 war er Träger des Nobel⸗ preises; an seinem 60. Geburtstage, den er am 14. März 1914 beging, wurde er mit einer Fülle von Ehrun überhäuft. Ein lückliches Eheleben, dem zwei Töchter 5 5 5 gab ihm Stär⸗ und e 5 9 110. 5 en verliert in ich einen i g die Men ir eisen chastl hen A . et, eutsamen, grundsätzlichen 155 en ge Zweige so bemerkt Prof. Cardenal nicht nur vom Hörensagen en auf den deutschen Hoch- weiz inbegriffen, bestätigen gendes anzen mehr als 20 Studienreisen 1875, d. h. kurz nach befand ich mich län⸗ Mittelpunkt iner speziellen viel Gutes ge⸗ ern] prinzen und auf den er Anzeige General⸗Anzeiger für Oberhessen VV Rotationsdruck und Verlag der Brühlschen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul- straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S251, Schrist⸗ leitung: 12. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. 1 machte, auch nichts gelesen hatte, was über in Deutschland veröffentlicht wur seinen Aeußerungen noch verschiedenes Höflichkeit schweigen möchte... In Deutschland weiß man genau, was auf der ganzen Welt gearbeitet wird, in Frankreich scheint man von dem, was man außerhalb von Paris leistet, sehr wenig unterrichtet zu sein.“ Nach dieser gründlichen der französischen i schließlich auch dan sachen auch auf 5 führung auf das S schon seit langer Zeit hier⸗ de, und ferner entnahm ich mehr, worüber ich aber aus Abrechnung mit Herrn Delbet und Medizin von heute fragt der spanische Gelehrte ch, ob man aus den von ihm beobachteten Tat⸗ eren Gebieten, besonders auf dem der Kriegs⸗ chicksal Frankreichs Schlüsse ziehen dürfe. Seine bündige Antwort lautet, daß er nach seinen Erfahrungen die Ueberzeugung gewonnen hat, daß für Frankreich jene Zeit ange⸗ brochen ist, wo ein Volk nach der ehernen Notwendigkeit der ge⸗ schichtlichen Gesetze zum Niedergange bestimmt ist.„Wir Spanier haben die volle Erkenntnis unseres gegenwärtigen depressiven Zustandes“, bemerkt er nicht ohne Wehmut,„während man sich in Frankreich mit aller Gewalt gegen diese Einsicht verschließt. Dies erklärt alles.“ Mit der vollen Unparteilichkeit, die diese schönen Ausführungen des spanischen Gelehrten kennzeichnet, hebt er her⸗ vor, daß auch in ihrer heutigen Verfassung den Vertretern der französischen Medizin ein schätzenswerter Vorzug geblieben sei: der fließende und klare Vortrag ihrer Schriften, wodurch sie die wissenschaftlichen Arbeiten der deutschen, englischen und ameri⸗ kanischen Mediziner vielfach jüberträfen. Die deutschen Mediziner werden gut tun, diesen beherzigenswerten Hinweis des spanischen Freundes nicht zu übersehen. Aus dem Reiche. Eine vaterländische Kundgebung vor dem Reichskanzlerpalais. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die überwältigen⸗ gnisse der letzten Tage auf den Schlachtfeldern. erhebenden Eindrücke der beiden letzten Reichs⸗ tagssitzungen gaben heute abend gegen 9 Uhr einer Menschenmenge von mehreren Tausend Veranlassung zu einer patriotischen Kundgebung vor dem Reichskanzlerpalais. Im Hofe des Palais wurde„Deutschland, Deutschland über alles“ und darauf der Choral„Eine feste Burg ist unser Gott“ angestimmt. Der Reichskanzler war inzwischen am Mittelfenster des Kongreßsaales erschienen und hörte mit sichtlicher Freude dem Gesange zu. Nach dem zweiten Liede sprachl er etwa folgende Worte: „Ihre Lieder sind ein brausender iderhall des Schlachten⸗ donners aus dem Osten, des Jubels unseres Volkes über die Heldentaten unserer Heere. Die ru ssischen Festungen sind zerschmissen wie irdene Töpfe. Aus heißem Herzen danken wir Gott, der uns bis hierher geholfen hat. Macht⸗ voll hat der Reichstag heute den unüberwindlichen Siegeswillen des deutschen Volkes verkündet: Zehn Milliarden sind in einer Sitzung bewilligt!(Lebhafter Beifall) Noch ist der Kampf nicht zu Ende. So Gott will, wird aber der Tag kommen, wo es heißt: Was nicht biegen will, muß brechen.(Brausender Beifall.) Was Sie soeben gesungen, sei bekräftigt mit dem Ruf: Hoch Heer und Volk! Hoch Kaiser und Reich!“ l Die Versammelten stimmten begeistert in den Ruf ein und sangen dann die Nationalhymne. Mit dem Choral„Nun danket alle Gott“ fand die eindrucksvolle Kundgebung ihren Abschluß. Die„Vossische Zeitung“ teilt noch mit: Reichstagsabgeordneter Liz. umm bat, als die Kundgebungen kein Ende nehmen wollten, die Menge zu Hause zu gehen, da der Kanzler noch tüchtig arbeiten müsse. Unter dem Gesang des Flaggenliedes zogen die Scharen nach den Linden, wo sie vor dem kronprinz⸗ lichen Palais und auf dem Schloßplatz Hochrufe auf den Kron⸗ Kaiser ausbrachten. Der„Berliner Lokalanzeiger“ bringt noch folgende Nachricht: Das Kanzlerpalais lag bereits im tiefsten Frieden, als sich um die elfte Abendstunde wiederum der Vorgarten mit Menschen zu füllen begann. Ein junger Kriegsfreiwilliger von den Elisabethern trat hervor und stieg auf einen Stuhl. Es war der stellvertretende Direk⸗ tor der Berliner Liedertafel, der alsbald den Taktstock schwang und mit seinen Getreuen mehrere Lieder anstimmte. Wäh⸗ rend der Chor„die Nacht“ von Schubert sang, erschien der Kanz ⸗ ler, still begrüßt durch ein Winken von 1000 Armen und Hüte⸗ schwenken. Als die Töne verklungen waren, sprach der Kanzler tief ergriffen zu den Versammelten: Sie sind gekommen aus An⸗ laß der herrlichen Siege. Wir müssen Gott danken, der uns bisher geholfen hat und unseren braven Truppen, die von Sieg zu Sieg schreiten. Wir nen aber auch darauf gefaßt sein, noch weiter 8 und Brüder, die in den Schützengräben Berlin, 20. den herrlichen Erei, des Ostens und die . zu kämpfen. Unsere Ssane terland zu verteidigen. Wir, die wir zu Hause geblieben sind, wollen würdig sein der Heldentaten unserer Krieger. Unsere Feinde wer⸗ tigen musikalischen Geschlecht ins Ist er es doch gewesen, der in seinen„Biographischen Notizen über Jubsag van thoven“ das erste authentische und grundlegende Beethovenbuch verfaßt und sich damit unvergängliche Verdienste um die Beethovenforschung erworben hat. Geboren als Sohn eines aus dem Elsaß eingewanderten ein⸗ fachen Handwerkers tat sich Wegeler frühzeitig„durch Bildung und edlen Charakter“ hervor und gehörte bald zu den Intimen des an⸗ gesehenen Hauses am Bonner Münsterplatz, in dem die verwitwete frätin Helene von Breuning einen feingebildeten, geistig vielfach angeregten Kreis um sich versammelte. Bei ihr führte Wegeler im Jahre 1785 den ihm befreundeten jungen Beethoven ein und hier fand der durch die Verhältnisse des Elternhauses früh ver⸗ bitterte Künstler die liebevollste Aufnahme und eine zweite Heimat. Gedächtnis gerufen zu werden. f . Violinunterricht bei Franz Ries, und er selbst wurde der Klavier⸗ lehrer der einzigen, im Jahre 1772 geborenen Tochter Eleonore von Breuning, die geler später im Jahre 1802 als geliebte Gattin heimsühren durfte. Die Freundschaft mit Wegeler dauerte un⸗ getrübt fort, als Beethoven 1792 nach Wien auswanderte, wohin Wegeler selbst zwei Jahre später vorübergehend übersiedelte. Nach seiner Rückkehr von Wien lebte Wegeler zunächst seinem ärztlichen Berufe in Bonn, wurde später„bezahlter Professor“ an der dortigen Universität und wohnte seit 1807 als praktischer Arzt und Geheimer Regierungs⸗Medizinalrat in Koblenz, wo er am 2, Mai 1848 gestorben ist. Die von Beethoven an Wegeler und Frau Lore gerichteten Briefe aber sind noch heute das Heiligtum der musikalisch beanlagten Familien Wegeler in Koblenz. Im Jahre 1909 sind sie mit Genehmigung und Unterstützung des Enkels von F. G. Wegeler unter die von Dr. Levpold Schmidt heraus⸗ egebenen„Beethoven⸗Briefe“ 1 Die Originale aber leiben im Besitze der Familie in Koblenz, in deren gastfreiem und kunstsinnigem Hause das Andenken an den großen Jugendfreund der Großeltern pietätvoll weiter gepflegt und behütet wird. f nicht nur eine wertvolle Ein Jugendfreund Beethovens.„Biographien die rende Am 22. August 1765, also vor nunmehr 150 Jahren, wurde ür di in Bonn am Rhein Beethovens Jugendfreund Franz Gerhard Mens Wegeler geboren, ein Mann, der es wohl verdient, dem heu⸗ Kunde von dem lähmenden Mißgeschick, erhalten freunde die zartesten Regungen seiner wilden Ausbrüchen seines gegen sich und andere begangene Unrecht deutlicher als 17. Februar 1827 in Erwartung der v vor seinem Tode, an W noch mit dem Namen Bee mit den rührenden Worten: Dich mit Deinem Lo i eee b Mit wahrer F 8 Mit sämtlichen Gliedern des Hauses verband ihn bald eine herz schaft und Anhänglichkeit an Dich und an die Detren Pein al liche Freundschaft: gemeinsam mit einem der Söhne genoß er] treuer Freund Beethoven. 0 den nicht zum Ziele kommen. Der Gott der Heerscharen wird uns auch 3 beistehen, bis wir den Frieden exreicht haben, der un? sere Heimat, unser Land, Kaiser und Reich, für alle Zukunft schützt.(Brausende Zurufe.) Unserem festen Willen aber, dur zuhalten bis zum ruhmvollen Ende, geben wir Ausdruck durch den Ruf: Seine Majestät unser Kaiser und König lebe Hoch! Die Ueberreichung der Kaiser-Wilhelm- Spende deutscher Frauen. 3 Berlin, 19. Aug.(WTB.) Die Kaiser⸗Wilhelm⸗Spende deutscher Frauen ist am Mittwoch, den 18. August, mit einer an Seine Majestät den Kaiser gerichteten Huldigungs⸗ anschrift durch die drei leitenden Damen des Hauptaus⸗ schusses J. M. der Kaiserin über reicht worden. Die Anschrift hat folgenden Wortlaut: 5 „In ernster Zeit nahen die deutschen Frauen ehrfurchtsvoll dem Throne Eurer Majestät. Ein Jahr bereits wütet der fu Krieg und fordert von unserem Volle viele und schwere pfer⸗ Wir alle sind von tiefer Dankbarkeit erfüllt, daß Eure Majestät immer bemüht gewesen sind, unserem Vaterlande die Segnungen des Friedens zu erhalten. Wir wissen, daß es das Aufgeben lange gehegter Hoffnungen bedeutete, als Eure Majestät das C ziehen mußten und daß die Opfer, welche wir bringen, schmerzlich auf Eurer Majestät warmfühlenden Herzen lasten. Mit tiefer Empörung haben wir die vielen bitteren Entt schungen nachempfunden, die dem edlen Sinne Eurer Majestät durch Lüge, Hinterlist und Verrat bereitet wurden. Unsere Liebe un Verehrung für Eure Majestät ist dadurch nur noch gewachsen, unsere Opferbereitschaft noch größer geworden. 8 Dieses Eurer Majestät in gemeinsamer Kundgebung zum Ausdruck zu bringen, ist uns Frauen ein Herzensbedürfnis, i der Hoffnung, Eurer Majestät dadurch eine Freude machen z können. 8 Daß ein Volk in Kriegszeit einmütig hinter seinem Herrscher steht, ist selbstverständlich, nicht selbstverständlich aber, daß es mit begeisterter Liebe und in sichere wie beim deutschen Volke, 8 Vertrauen geschieht. a Als äußeres Zeichen unserer dankbaren Verehrung haben wir eine Spende gesammelt, um deren huldvolle Annahme wir alleruntertänigst bitten möchten. Nicht die Höhe der Summ mag dabei ins Gewicht fallen, sondern die Größe der Liebe, m der sie dargebracht wird. Millionen deutscher Frauen aller Bundesstaaten und auch re Namen in die Listen eingezeichn des Auslandes haben ih 5 chnet und über 4 Millionen Mark zusammengebracht. Eure Majestät finden den Namen der Königin und Fürstin neben dem zahllo Arbeiterinnen, die es sich nicht nehmen lassen wollten, durch e. Scherflein ihre Liebe und Treue zu bekunden. Die Briefe, welche uns von den Sammlerinnen zugekommen sind und die zahlreichen Sammelbogen offenbaren mit ergreifender Deutlichkeit, wie Eure Majestät getragen sind von der tiefwurzelnden Liebe und den innigen Gebeten des ganzen deutschen Volkes. 0 Wir übergeben die Spende, damit sie nach den Wünschen Eurer Majestät väterlichen Herzens mit helfe, die Nöte des Krieges zu lindern. Möge auf ihr wie auf Eurer Majestät Gottes reichster Segen ruhen!“ Ihre Majestät die Kaiserin 9 2 dankte im Namen des Kaisers überaus freundlich und nahm mit Rührung die einzelnen Urkunden in Augenschein. Besonders erfreut sprach Ihre Majestät sich über die Frauen weniger begüterter wieder ein Beweis von dem deutschen Volkes zu seinem H. Zeichnungen der zahlreichen Stände aus. Das Gange fes einzigartigen Verhältnis des errscher. 5 1 auf der Esplanade hielt der 1 r Ve ee versichert u und ausharre lnsprache ar liegen, haben nichts anderes n Sinne, als unser geliebtes teures Va- D „ wie wir in der treuen Anhän, Empfindens und seiner Herzen t bereuen und hinter s gutmachen ließ,“ alle sonst bekannten Der letzte Brief, den der an Wa chuldens hinau 1 5 ierten P f egeler schreiben ließ thoven zu unterzeichne en:„Wieviel möchte D schwach, ich kann daber ni te umarmen. * ochte, schließt ir heute noch chts mehr als agen; allein ich bin zu 'orchen im Geis * . gemeldet „die Geschichte des Abetracht dieser erschüt⸗ 5 1 5 der„unsterbliche“ N ichkum seiner Dichtersprache ignet sei Das englische Platk hat Sprachschatz über 15000 Worte „Die er selbst„geschaffen“ habe. che Stufe mit Shakespeare, der eben⸗ e Worte zu meistern wußte. Milton ge⸗ schiedenartige Ausdrücke, und der Durch⸗ üge sich beim Schreiben mit einem Vor⸗ beim Sprechen sogar mit der Hälfte Ein st nur über 300 verschiedene Alls⸗ also erwiesen, daß d' Annunzio nicht t— wenigstens, was den Wortschaz 2 leugnen, daß ein Mann, der den ruhmreich verewigen soll, mit iger Ausdrücken auskommen tönntef Une il als Kunststück erscheinen.... 5 a * t einen ihrer größten Wohltäter. 3 — deutschen Heere und i Geschichte zurück. feinem angestammten Herrscherhaus ihm auch manchmal der Erfolg vers 0 seiner Fahnen stets h und in diesem Kriege hat es zu altem Ruhme neue Lorbeeren um Daß ihr ausharren werdet in dies keit, der Krieg mag so lange dauern, wie er m traue ich fest, und in diesem Vertrauen rufe ich euch zu: Gott befohlen, Kameraden! Das Kriegsbrot. itlich.) Mit Zustimmung reidestelle wird das treide von jetzt ab auf Berlin, 20. Aug.(WTB. Am es Kuratoriums der Reichsget Ausmahlungsverhältnis für Brotge 0 475 vom 9 undert herabgesetzt. Die Herabsetzung bewirkt eine Verbesserung des Brotes und ver⸗ mehrt die abfallende Kleie. Die zulässige Verzehrmenge, welche bisher einschließlich der Meh ration für ver⸗ mehrt Ernährungsbedürftige 220 Gramm auf den Kopf der 5 Gramm festgesetzt. Eine Bevölkerung betrug, wird auf 22 t wesentlichere Erhöhung wird voraussichtlich vor Beginn des . Anters eintreten, wenn die Feststellung der Getreide⸗ enge der diesjährigen Ernte abgeschlossen ist. 1 i Reichs⸗Wochenhilfe. f Eine Anfrage des Ausschusses für Mütter⸗ und Säug⸗ benen des Zentral⸗Komitees vom Roten Kreuz betr. der Verwendung der 25 Mark Entbindungskosten aus der Reichswochenhilfe, die zur Klärung mannigsacher Zweifel das Reichsamt des Innern gerichtet wurde, ist von etzterem folgendermaßen beantwortet worden: „Die Bundesratsverordnungen über die Reichswochenhilfe sind gunsten der beteiligten Wöchnerinnen erlassen worden, ver⸗ folgen aber nicht den Zweck, den Hebammen, erhöhte Einnahmerr beschaffen. Der Pauschbetrag von 25 Mark ist ein Beitrag u den Kosten der Entbindung überhaupt, ist also nicht allein für ie Hebammen, sondern auch für den Arzt, etwaige, Arznei, not⸗ wendige besondere Stärkungsmittel und dergleichen bestimmt. Wenn es einerseits nicht zu billigen ist, daß Wöchnerinnen den Reichs⸗ beitrag zu anderen Zwecken verwenden, statt die Hebamme für ihre Bemühungen daraus zu entlohnen, so ist es andererseits ebenso unberechtigt, wenn Hebammen jene Fürsorgeeinrichtung des Reiches zu einer Erhöhung ihrer Forderungen an die Wöch⸗ nerinnen zu mißbrauchen suchen.“ * Berlin, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bud⸗ etausschuß des Reichstages lehnte den sozialdemo⸗ ratischen Antrag betreffend Schaffung einer Zentral⸗ elke für Lebensmittelversorgung mit dem Recht, Lebensmittel zu beschlagnahmen und zu enteignen, ab, er nahm dagegen eine Entschließung des Zentrums . 5 Schaffung einer Zentralstelle für Lebens⸗ ittelversorgung zwecks Vorbereitung der Ausführung der v Bundesrate zu beschließenden Maßnahmen für eine ausreichende und billige Versorgung der Bevölkerung Deutschlands mit Nahrungsmitteln. Aus Stadt und Land. Gießen, 21. August 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. 5(Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Landwehrmann Joh. Gg. Vogelmann, Inf.-Rgt. 118, aus Weilburg.— Pionier Heinrich Dauernheim aus Wölfersheim. Landwehrm. Wilh. Hohmann, Landsturm-Infanterie-Regi⸗ ent 61, aus Friedberg.— Unteroffizier Wilh. Groll aus Aulen- diebach.— Musk. Aug. Zulauf, Inf.⸗Ngt. 254, aus Leusel. * 9 N * Metallfreigabestelle. Die Großherzogliche Handelskammer teilt mit: Unter Aufsicht des Reichsamts des Innern ist die Metallfreigabestelle für Frie⸗ denszwecke in Berlin NW. 7, Sommerstraße 4 a, Tele⸗ phon Zentrum 10 290, gegründet worden. An sie sind künftig alle Anträge auf Freigabe von beschlagnahmten Metallen ir Friedens⸗ und mittelbare Heereszwecke zu richten. Die Erledigung aller anderen, nach wie vor von der Kriegs- Rohstoff⸗Abteilung zu bearbeitenden Freigabegesuche wird wesentlich beschleunigt bei Benutzung hellgrüner Briefum⸗ schläge mit der Bezeichnung„Metallfreigabe“ in der linken oberen Ecke. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Me⸗ talle nur in äußerst dringenden Fällen freigegeben werden. , Die Landesverteilungsstelle für Fut⸗ termittel in Darmstadt gibt bekannt, daß zurzeit nur noch Melassefutter zu haben ist. Bestellungen müssen spätestens bis zum 28. August ds. Is. aufgegeben werden, weil später mit Stockungen in der Ablieferung zu rechnen ist. Den Viehhaltern wird deshalb dringend geraten, ihren Bedarf an Häcksel⸗ oder Torsmelasse für das Spätjahr um⸗ gehend bei den örtlichen Verteilungsstellen(Großh. Bür⸗ nn oder Genossenschaften) anzumelden. . Anlagemusik. Morgen Sonntag, den 22. Aug., orm. 11½ Uhr, findet auf dem Landgraf⸗Philipp⸗Platz Konzert, ausgeführt von der Kapelle des Landst.⸗Inf.⸗ Ersatzbatl. Gießen statt. Die Spielfolge verzeichnet: Die Ehre Gottes in der Natur von L. van Beethoven, Jubel⸗ Ouverture von Chr. Bach, Intermezzo Harlekin von R. 8 Einleitung und Brautchor zum 3. Akt a. d. Op. ohengrin von R. Wagner, Ganz allerliebst, Walzer von E. Waldteufel, Hohenzollern⸗Ruhm, Marsch von C. L. Der Verband hessischer Verkehrs⸗ vereine, dem auch der hiesige Verkehrsverein angehört, hält seine diesjährige 11. Hauptversammlung am Sonntag, den 29. August, vormittags 11½ Uhr in Worms (Hotel Europäischer Hof) ab. Die um angreiche Tagesord⸗ nung enthält wichtige Fragen des 3 erkehrslebens. Alle Mitglieder der dem Verband angeschlossenen Vereine sind zur Teilnahme an der Sitzung berechtigt. Wegen der Tages⸗ ordnung wende man sich an den Verband Hessischer Ver⸗ kehrsvereine in Auerbach(Hessen). Landkreis Gießen. „ Heuchelheim, 20. Aug. Ohmen, bis he Leuln ant der Reserve beförd 1 O Steinheim, 20. Aug. Vize⸗ der beim Artillerie- ert worden. ordnung des ler⸗, Tapezier⸗ und Dekorateur⸗H Alsfeld“ errichtet. Die Herstellung der altehrwürdigen Walpurgiskirche er⸗ forderte den nunmehr vorliegenden Mark. Mark, vom Kirchbauverein 17463 Mark. Ter Staat gewährt einen Zuschuß von etwa 8300 Mark, den Rest trägt die Stadt⸗ gemeinde. diese gangenen gelinden Winter die noch der vorjährigen Ernte nicht erfroren sind, fangen dieselben, nach⸗ dem die Ernte jetzt eingebracht ist, an zu treiben. Sogar blühende Sträucher kann man auf den fruchtbareren Aeckern schon vor- finden. Ob jedoch diese ungewöhnliche Ernte viel verspricht, bleibt abzuwarten. 2 siel der Musketier Heinrich Becker im Res.⸗Inf.⸗Rgt. 223. hier 17209 Kurgäste angekommen. 5 Lehrer K. Gorr von Ober- r Offizier⸗Stellvertreter im Res.-Inf.-Rgt. 87, ist zum Wachtmeister Otto Döpser, Regiment Nr. 70 dient und vor kurzem das Kreis Alsfeld. h. Alsfeld, 20. Aug. Am 15. September wird auf An⸗ Kreisamts eine„Zwangsin nung für das Satt⸗ andwerk im Bereich des Kreises Der Sitz der neuen Innung ist Alsfeld.— Abrechnungen zufolge 93274 Hiervon wurden aufgebracht durch eine Lotterie 35 000 OStorndorf, 20. Aug. Eine Seltenheit kann man s Jahr auf vielen Stoppeläckern beobachten. Da im ver- stecken gebliebenen Kartoffeln Kreis Büdingen. — Lorbach, 19. Aug. Den Heldentod starb in Rußland am . August Musketier Karl Faust. Kreis Schotten. Wingershausen, 19. Aug. Auf dem Felde der Ehre Kreis Friedberg. a Bad⸗Nauheim, 20. Aug. Bis zum 19. August 1915 sind Bäder wurden bis zum 9. August 213 525 abgegeben. Butzbach, 20. Aug. Heute vormittag gegen 8 Uhr ver⸗ kündete Glockengeläute den großen Sieg, die Eroberung der Festung Nowogeorgiewsk. Im Nu war die ganze Stadt reichlich beflaggt. Gegen 9 Uhr erschien Hauptlehrer Storch mit sämt⸗ lichen Schülern aller Schulklassen auf dem Marktplatz und hielt eine begeisterte Ansprache. Nach Absingung einiger patriotischer Lieder zerstreuten sich die Kinder unter Hurrarufen, nachdem ihnen verkündigt worden war, daß anläßlich dieses glorreichen Sieges der Tag schulfrei sei.— Gestern nachmittag ging über unsere Ge⸗ markung ein Hag elwetter nieder, das besonders an den. Obstbäumen Schaden anrichtete. §Ockstadt, 19. Aug. Aus dem Westen kam dieser Tage die Nachricht, daß der weithin bekannte Großh. Förster Bormuth auf Forsthaus Winterstein den Heldentod in den Vogesen gefunden hat. Er stand als Offizier-Stellvertreter in einem Landwehr-In- santerie-Regiment. Starkenburg und Rheinhessen. „Bingen, 20. Aug. Nach Mitteilungen der Eisenbahn⸗ behörden wird die große Cisenbahnbrücke, die bei Bingen und Rüdesheim den Rhein überspannt, am 1. September dem öffentlichen Verkehr übergeben. Am vorigen Montag früh 9.20 Uhr rollte bereits der erste Zug— ein Güterzug— über die neue, überaus wichtige Verbindungsbrücke zwischen dem links- rheinsschen und rechtsrheinischen Gebiete. Die Fußgängersteige bleiben vorerst geschlossen. 5 Märkte. ö ch. Bingen, 21. Aug. Marktpreise. Kartoffeln Mk. 16,00, Weißmehl Mk. 52,00, Roggenmehl Mk. 38,00 für je 100 Kilogr.: Butter 1 Klgr. Mk. 3,50, Milch 1 Liter 24 Pfg., Eier 1 Stück 15—16 Pfg. ö Kirchliche Nachrichten. 0 Evangelische Gemeinde. 15 Sonntag, den 22. Au gut, 12. nach Trinitatis. Gottesdienst. 5 In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markus- gemeinde. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst.(Gedächtnisfeier für die bei Anloy am 22. August 1914 Gesallenen.) 6 Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannes⸗ gemeinde. Vormittags 9 ¼ Uhr: Pfarrassistent Hoffmann. Abends 8 Uhr im Konfirmandensaal der Johanneskirche: Vibelbesprechung. Mittwoch, den 25. August, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Aus feld. Wartburg, evangellscher Jünglings⸗ und Männer⸗berein. (Diezstraße 15.) Sonntag, den 22. August: Vortrag. Dienstag, den 24. August, abends 8½ Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, den 26. Nugust, abends 835 Uhr: Leseabend. 190 Gäste stets willkommen. Evangelischer Gottesdieust. Kirchberg: Sonntag, den 22. August, vormittags 10 Uhr. Vormittags 11 Uhr: Christenlehre für die weib- liche Jugend. Sonnlag, den 22. August, nachmittags 1½ Uhr. Mittwoch, den 25. August, abends 8½ Uhr: Kriegs- betstunde. Delan Guß mann. Mainzlar: Katholische Gemeinde. Sottesdienst. Samstag, den 21. August: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den 22. Aug., 13. Sonntag nach Pfingsten Vormittags von 6 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Heil. Messe. um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion— um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 1 un 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht. Dienstag und Freitag abend um 8 Uhr ist Kriegsbittandacht Diaspora⸗Gottesdienst. Sonntag, den 22. August: In Grünberg um 97½ Uhr. In Hungen um 9˙½ Uhr. In Lich um 8 Uhr. Amtlicher Teil. Betr.: Herstellungsverbot für Erzeugnisse aus Bastfasern Flachs, Ramie, europäischer und überseeischer Hanf,. „ Bekanntmachung. Gemäß 8 5 der„Bekanntmachung, betreffend Herstel lungsverbot für Erzeugnisse aus Flachs, Ramie, europäischer und überseeischer das Kriegsministertum, Krieg gende Aus nahmen: Samstag, den 28. August, abends 8 Uhr: Aeltere Abteilung.] Jute, Bastfasern(Jute, e her Hanf)“ bewilligt 8⸗Rohstoff⸗Abteilung, allgemein fol⸗ 1 Den vom Herstellungsverbot betroffenen Betrieben wird ge⸗ 2) bean 0, Seat if le e e zurm 20. Au, in die hle ei gen; 0 b) die Webstähle, die am 15. August 1915 mit Kettbäumen be⸗ legt sind und die vom 15. bis 20. August 1915 noch belegt — 5 bis zur Abarbeitung der Ketten im Betriebe zu en. 5 2. Bänder und Litzen als Besatz für Leibwäsche, Bettwäsche und Kleidungsstücke aus Garnen feiner als Leinengarnnummer Nr. 30 englisch bis 30. September 1915 herzustellen. Am 30. September mit Ketten belegte Stühle dürfen bis zur Abarbeitung in Betrieb gehalten werden. 0 1 3. Leinengarne feiner als Leinengarnnu zwirnt zu verarbeiten. II. a Betriebe, die von den Ausnahmebewilligungen unter J Ziff. 1a und b Gebrauch machen wollen, haben 1 a) am 20. August 1915 Anzeige über die Zahl der am nannten Tage infolge dieser Ausnahmebewilligungen über den 20. August 1915 hinaus bis zur Verarbeitung der Kette im Betrieb verbleibenden Webstühle zu erstatten. Gleich⸗ zeitig ist die Zahl der am 20. August 1915 insgesamt im Betriebe befindlichen Webstühle anzuzeigen; b) am Schluß jedes Kalendermonats, erstmalig am 30. Sep⸗ tember 1915, die Anzahl der infolge der Ausnahmebewilli⸗ gungen noch im Betriebe befindlichen Webstühle erneut an⸗ zuzeigen. g. Von den Betrieben, die von der Ausnahmebewilligung unter 1 Ziffer 2 Gebrauch machen, ist die infolge dieser Wr nahmehepilli⸗ gung bis 30. September 1915 verarbeitete oder auf die Webstühle gebrachte Garnmenge in kg 1 Oktober 1915 anzuzeigen. Die unter Ziffer II vorgeschriebenen Anzeigen sind an d 3 Webstoffmeldeamk der Kriegs⸗Rohstoff⸗Abteilung 8 steriums, Berlin SW. 48, verlängerte Hedemannstraße 11, zu richten. Die Nachprüfung der Richtigkeit der Anzeigen durch Einsicht⸗ nahme der Betriebe und ihrer 1 ist jederzeit zu 9 0 Die für die Verarbeitung und Verwendung der Jute, Jute⸗ „ Jutegewebe und Säcke im Anschluß an die Be⸗ chlagnahmeverfügung ergangenen besonderen Bestimmungen bleiben bestehen. Die Freigabe erfolgt nur auf besonderen Antrag an die Kriegs⸗Rohstoff⸗Abteilung des ee 9 Uueberschreitungen der Ausnahmebewilligungen fallen unter die Strafbestimmungen des 84 des Herstellungsverbots für Er⸗ zeu 55 1 7 8 st 10 N 5 15 1 der Meldepflicht wird nach 85 anntmachung über Vorratserhebungen vom 2. bruar 1915 Meichs-Geseböls S. 54), bestraft. 9 8 80 Berlin, den 2. August 1915. N Kriegsministertum. Kriegs⸗Rohstoff⸗Abteilung. A. m. W. b. Koeth. 5 Betr.: Einkauf und Verkauf von Gegenständen marktverkehrs. mmer Nr. 50 auch ge⸗ 4 103 . des Wochen⸗ Verordnung 85 Im Anschluß an meine Verordnung vom 3. August 1915 IIIb Tgb.⸗Nr. 16 445/7337— abgedruckt im Kreisbl. 555 71 vom 11. August 1915— bestimme ich: 1. Ob auch Gewerbetreibende, welche Wochenmarktswaren in Ladengeschäften oder im Straßenhandel direkt an die Verbraucher verkaufen, als Zwischenhändler im Sinne der Verordnung vom 3. August 1915 anzusehen sind, bestimmt die Gemeindebehörde. „Dieselbe Behörde kann auch, wenn besondere örtliche Verhälts⸗ nisse dies angezeigt erscheinen lassen, den Einkauf durch Zwischen⸗ händler bezw. den Verkauf an Zwischenhändler von einer srü Zeit an wie 10 Uhr vormittags erlauben, jedoch nicht vor 9 Uhr vormittags. 5 g 2. Marktwaren, die auf dem Wochenmarkte gekauft sind, dür⸗ fen auf demselben nicht noch einmal verkauft werden, außer auf den von der Gemeindebehörde für den Kleinverkauf bestimmten Plätzen. ö 0 e Verkäufer auf dem Wochenmarkt, welche ihre Waren 3. im Kleinen verkaufen, sind verpflichtet, an ihren zum Verkauf aufgestellten Waren den Verkaufspreis in deutlich lesbarer Schrift zur Kenntnis des Publikums zu bringen.. 4. An den Hauptmarkttagen sind von der Gemeindebehörde die von ihr als angemessen erachteten Kleinhandelspreise an dem Publikum leicht zugänglichen Stellen der Marktplätze anzuschlagen und, soweit möglich, sofort der Spresse belannt zu geben. Die Gemeindebehörde kann festsetzen, daß für gewisse Gemüß⸗ der Verkauf nur nach Gewicht stattfinden darf. 5 Zuwiderhandlungen gegen Ziffer 2 und 3 unterliegen gleich⸗ Gesetzes über den Belagerungs⸗ 5* ö falls der Bestrafung nach 8 9b des zustand vom 4. Juni 1851. Frankfurt a. M., den 11. August 1915. Der Kommandierende General: 5 Freiherr von Gall, General der Infanterie. Der m unis Galem Aleikum Galem Gold Zigareften Willkommensfe Liebesgabe! pres B22 8 8 40 pf 20 te Kiepert e eme ee. 30 Ssckldpostmässig Verpachf Orlent. beben gcheten me ede d Könige VS achsen ech Hugozlelz, Hoflieferant 3. —— serne Kreuz erhielt, lerkeitsmeda ille ausgezeichnet. 83333 wurde nunmehr auch mit der Hessischen stattet: . e Rücksicht auf die anzufertigende Ware, jedoch mit der unter IV bezeichneten Ausnahme für Jute Trusffrei 1