Nr. 100 Der Sießener A elger erscheint ae Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sießener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis- latt für den reis Gleßen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech⸗ Anschlüsse: sür die Schristleitung 112 Verlag, Geschäfstsstelled! dresse sür Drattnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'f (TB.) Großes Amtlich) ßes Hauptquartier, 20. August. Westlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Angres und Sou che z wurde der Feind heute nacht aus den von ihm gestern besetzten Grabenstücken vertrieben. Am Schratzmännle in den Vogesen ging ein kleiner r vordersten Stellung an die Franzosen verloren. Teil unsere Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 5 5 v. Hindenburg. destlich von Kowno folgten unsere Truppen nach er— folgreichen Kämpfen dem Feind. u Raum von der Dawina bis zur Straße Augusto⸗ wo—Grodno sind die Russen in die Linie Gudele(stlich von Mariampol)— Lozdzieje— Studzieniczna zurück- gegangen und leisten dort erneut Widerstand. Auch westlich von Tykocin wird noch gekämpft. Die Armee des Generals v. Gallwitz setzte ihre An⸗ * griffe erfolgreich fort und nahm 10 Offiziere und 18 77 ann gefangen und erbeutete 12 Maschinen⸗ ewehre. Die Festung Nowo⸗Geor des Feindes in Polen, ist nach hartnäckigem Widerstand ge⸗ nommen worden. Die gesamte Besatzung, sechs Generale über 85 000 Mann, davon gestern im Endkampf allein über 20 000, wurden zu G efangenen gemacht. Die Zahl der erbeuteten Geschütze er⸗ höhte si chaufüber 700, der Umfang des genommenen sonstigen Kriegsmaterials läßt sich noch nicht übersehen. deeresgruppe des Generalfeldmarschalls N Prinzen Leopold von Bayern. Die Heeresgruppe ist im weiteren Vordringen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. ee ee ee Flügel warf den Feind hinter den Loterka⸗ a»Abschnitt(südwestlich von Wisoko⸗Litowsk) Südlich des Bug wurde gegenüber Brest⸗Litowsk lände gewonnen. Oestlich von Wlodawa eerreichten unsere Truppen in scharfer Verfolgung die Gegend von Piszeza. Oberste Heeresleitung. 2* N Der Siegestag von Nowo⸗-Georgiewsk, der uns 85 000 Gefangene und 700 erbeutete Geschütze überlieferte— fast genau so viel Gefangene wie 1870 bei Sedan und über 200 Geschütze mehr— lieferte der gestrigen Reichstagssitzung, die über die neuen Kriegskreditvorlagen zu entscheiden hatte, eine wundervolle, erhebende Stimmung. Aber nicht im Rausch wurde die Vorlage einstimmig angenommen. Wir dürfen beim aufmerksamen Rück- und Umblick wirklich voll Freude und Ueberzeugung die Vorschläge unserer Regierung bejahen. Denn die letzten fünf Wochen waren vielleicht die glorreichsten in der ganzen deutschen Geschichte. Die russischen Festungen an der Weichsel und am Narew sind wie irdene Töpfe zerschmissen— wie sich der Reichskanzler in einer An- sprache an eine freudige Volksmenge, die sich vor seinem Hause versammelt hatte, ausgedrückt haben soll— wir haben in dieser kurzen Spanne Zeit beinahe 400 000 Gefangene gemacht und weit über 1000 Geschütze erbeutet! Und— was die Hauptsache ist, der Siegeszug ist noch im besten Laufe: es warten weitere irdene Töpfe der Zertrümmerung, Brest⸗Litowsk ist auf das ärgste gefährdet, und der neueste österreichisch-ungarische Tagesbericht läßt uns erhoffen, daß die Eroberung dieser Festung, was Umfang und Beutezahl betrifft, den Sieg von Sedan noch in den Schatten stellen wird.„Im Bereiche der Festung sind beträchtliche Teile mehrerer russischer Armeen regellos zusammengedrängt.“ Selbst wenn es einem großen Teile der Russen gelingt, zu entschlüpfen, ist doch die Hauptrussenmacht„zerschmissen“, und der Zar erlebt ähnliche Rückzugsbilder, wie sie das na⸗ poleonische Heer im Jahre 1812 geliefert hatte. Nein, es war kein flüchtiger Rausch, dem sich der Reichs— tag gestern hingegeben haben könnte. Es drehte sich um die Grundlage unserer großen Leistungen auf den Schlachtfel— dern, um die Finanzlage des Reiches. Staatssekretär Dr. Helfferich zeichnete uns Erwartungen, die das ganze Volk aufhorchen lassen müssen. Die Monatsausgabe unserer Heeresleitung hat jetzt den Betrag von 2 Milliarden erreicht, etwa ein Drittel mehr als die Gesamtkosten des 70 er Krieges, und die Notwendigkeit, jedes Opfer zu tragen, das der Krieg uns auferlegt, zwingt abermals den Weg der, Anleihe zu beschreiten, da die Regierungen auch jetzt angesichts der ge⸗ waltigen Lasten, die unser Volk zu tragen hat, auf besondere Kriegssteuern verzichtet. Nur mit der vielbesprochenen Kriegsgewinnsteuer haben die Finanzminister ihr Einver⸗ ständnis bekundet, zugleich aber auch ihre Anlehnung an die Vermögens⸗Zuwachssteuer und ihre Erhebung erst nach Be⸗ endigung des Krieges in Aussicht genommen. Von beson⸗ derer Bedeutung war die Erklärung des obersten Leiters der r daß die Friedensbedingungen, die nach einem siegreichen Kriege zu stellen wären, nicht zum wenigsten auch dafür Sorge zu tragen hätten, daß die künftige Lebenshaltung eres Volles von der ungeheuren Bürde der Lasten befreit de, die der Krieg ihm auferlegt. Herr Dr. Helfferich machte giewsk, der letzte Halt * General⸗An an, daß die Lage Deut hoffnungsreich ist und daß darum wohl ein ede in Aussicht stände. Aber vietzt ist e„nicht so keit, so er, daß wir den fe i ie Freundschaftshand entgegenstrecken. dieses Monats ausgegeben werden wird und zwar im Gefühl unserer gefestigten Finanzkraft wieder zu etwas höherem Kurse als ihre Vorgängerinnen. Er stellte eine Reihe von Erleichterungen für die Zeichnung gegenüber den früheren Bestimmungen in Aussicht, insbesondere durch die Zulas⸗ sung der Postanstalten als Zeichnungsstellen und die ver— mehrte Möglichkeit von Tei zahlungen. Aber er konnte auch mit Rücksicht auf die Aussichten der neuen Kreditoperation mit der Verleumdung unserer Feinde gründlich aufräumen, als ob der bisherige Er unserer Anleihen lediglich den Vorschüssen der Darlehn en zu verdanken sei; nicht drei Prozent des Gesamtertro der letzten Anleihe stehen heute noch zu Lasten der Darl kassen! Es ist notwendig, auch dieses Lügengewebe unf Feinde zu zerreißen, das uns manchen Schaden getan hat. Die fortdauernden Ueberschüsse unserer Volkswirtschaft, ein Sparkassenbestand, der mit 20 Milliarden trotz d nzahlungen auf die Kriegsan⸗ leihen höher ist als je Kriegsausbruch, die ebenfalls gewachsenen Depositen ber Banken, eine Flüssigkeit des Geldstandes, die sogar zu Uebermaß von Spekulation geführt hat, bezeugen Gesundheit unserer Finanzen, die zu rühmen wir nich h dem Muster des stolzen Eng⸗ land den Stil der Zirt lame heranzuziehen brauchen. Der Deutsche gibt ja auch einem Vaterlande kein Almosen, wie man es aus den eng Anforderungen heraushört, Pflicht; so kann der Erfolg der Parteivertreter war der elte in kurzen und bündigen bewegt, denn es gibt Hoffnun⸗ ige Gestaltung der Dinge im ißem Herzen kommen durfen. rer Dr. David erkannte großen Zeit würdig. Sie f Sätzen wider, was das V gen und Wünsche für Innern, die heute scho Der sozialdemokratische .„Unsere Gegner hoffen, durch die Dauer des Krieges Deutschland wirt⸗ schaftlich zu schwächen. Da bleibt uns nur übrig, diese Hoffnung zu schanden zu machen.“ s ist überhaupt bemerkenswert, daß die Kriegsziele keinerlei weitläufigen Erörterungen unterzogen wurden. Man begnügte sich damit, anzuerkennen, was der Reichs⸗ kanzler in dieser Beziehung bekundet hat. Durch ihn waren ja alle Vermutungen und Besorgnisse zerstreut worden, daß etwa mit einem unserer Feinde schon Verhandlungen auf irgend eine Weise angebahnt worden sein könnten. Es geht vielmehr immer noch„gegen französische Ränke, mos⸗ kowitische Eroberungssucht und britische Vormundschaft“. Auch dem Abgeordneten Bassermann waren die Versicherun⸗ gen des Kanzlers völlig ausreichend, und wenn dieser nationalliberale Redner einen neuen Gedanken in beson⸗ ders bemerkenswerter Weise unterstrich, so war es der Satz: „Wir glauben, eine neue deutsche Zeit wird anbrechen und es muß Rechnung getragen wer⸗ den den Riesenleistungen des Volkes.“ Basser⸗ mann sprach den weitesten Kreisen aus dem Herzen, daß wir künftig nicht nur politische, sondern auch sittliche Pflichten zu erfüllen hätten. Der fortschrittliche Ab⸗ geordnete Fischbeck erteilte dem Reichskanzler ein schlichtes und schönes Vertrauensvotum. Er betonte das Vertrauensverhältnis innerhalb der deut⸗ schen Volksgenossen und gab dem Wunsche Ausdruck, „daß dieser schöne Zustand fortleben möge über den Krieg hinaus, und daß von den persön⸗ lichen Beziehungen des Menschen zum Men⸗ schen auch erfüllt sein möge das öffentliche Leben, wenn wir hier zu den politischen Arbeiten des Friedens kommen“. Auch die folgenden Redner fügten sich in den Rahmen der vaterländischen Kundgebungen würdig ein. Nur der Abg. Liebknecht machte durch einige, ziemlich unbeachtet gebliebene Zwischenrufe eine Ausnahme. Er bereitet denen, die ihn zu ihrem Vertreter erwählt haben, Scham und Verlegenheit. Der eigene Fraktionsvorstand hat ihm ja schon etliche Ab— fuhren erteilt, so daß seinem Auftreten keinerlei politische Bedeutung mehr zukommt. i ** * Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 20. August 1915. Nussischer Kriegsschauplatz. Das Vordringen der Verbündeten auf Brest-Li⸗ towsk hat im Bereiche der Festung beträchtliche Teile mehrerer russischer Armeen regellos zusammengedrängt. Um das auf wenige Uebergänge beschränkte Abfließen der Trup⸗ pen und Trains gegen Nordost zu ermöglichen, setzte der Gegner insbesondere westlich von Brest⸗Litowsk auf bei⸗ den Seiten des Flusses unserem Vordringen starken Wi⸗ derstand entgegen. Dessen ungeachtet hat sich der Nord⸗ flügel der Einschließungstruppen östlich Rokitno weiterer Vorfeldstellungen bemächtigt und die auf dem nördlichen Bug⸗Ufer vorstoßenden Truppen des Erzherzogs Josef Ferdinand vertrieben gestern vor Einbruch der Dunkel- heit den bei Wolzeyn verschanzten Feind mit stürmender Hand. Die Gruppe des Generals v. Köpeß dringt gegen die obere Pulwa vor.— An der Beschießung von Nowo⸗ zeiger zeiger für Oberhessen chen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckeret R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Einstimmige Annahme der Ureditvorlage im Reichstag. 85 000 Gefangene in Nowo⸗Georgiewsk. vorrat nicht getan werden. Nachdenken, Zeit, det. Was bedeutet es, ob deutsche Musik in En, ob gefallene deutsche Studenten in O. schlossen werden, der deutsche Kaiser 9 ist, wesentlich ist, daß wir den Krieg wir eine allgemeine Wehrpflicht wie in Deutschland der Industrie wie in Deutschland, Internierun Fremden wie in Deutschland, Gefangens wie in Deutschland und eine wissenschaftl führung wie in Deutschland. bezeichnen die gestrige die vielleicht bedeutsamste, jeden Kundgebung der deutschen des Krieges und sprechen die der 0 * konnten f denn das erhebende Gefühl des Sieges durfte a tag und Reichskanzler hielten sich jedoch lichen Uebertreibungen, die bei unseren Ge gestrige Rede Bethmann Beispiel von Mäßigung inmitten welch hoher Warte der Reichskanzler sleh auere Angaben über die neue Anleihe, die Ende 1 1 5 0 a 2 3 1 TCCFFFCCC Georgiebosk, das von unseren Verbündeten genommen seine Auffassung von derjenigen der leiter Staaten ist, davon legt namentlich der Sch CVVVCCVCCCCCCCCCCCVTTTCCCCTCCCCTCTCCCTCCTCTTTTCTCTCCVVVVVCCCCVVCVUVVVT( 4 N Samstag, 2. August 10l5 Bezugsvrei l monatl. 75 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mt. 2.— viertel ⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 P., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, säntlich in Gießen. er erfolg wurde, hatten auch unsere schweren Mö 1 0 ki und in reichen Anteil.— Bei Wladimir⸗Woly Ostgalizien blieb die Lage unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe der schweren Artillerie im Tirole: Grenzgebiet halten an. Bei dem gestern erwähnten An⸗ griff auf unsere Vorstellungen auf dem Plateau von Fol⸗ garia verloren die Italiener 200 Mann. Im nördlichen Abschnitt der küstenländischen Front wurde gestern früh wieder ein feindlicher Angriff auf Mrzlorh und den Rücken nördlich dieses Berges unter großen Verluften des Angreifers abgeschlagen. Desgleichen scheiterten zwei gestern abend und heute früh unternommene Versuche der Italiener, die Linien des Brückenkopfes von Tolmein zu durch. brechen.— Im Görzischen unterhielt der Gegner stellen⸗ weise lebhaftes Artilleriefeuer; unsere Artillerie antwortete mit Erfolg, zerstörte die Pontonbrücke bei Sagrado und be⸗ warf feindliche Truppenmassen östlich von Pieri. Der Stellbertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. N Russische Beschwerden in Paris und London. Berlin, 21. Aug. Die russischen Botschafter in Paris und London erhoben einer Meldung aus dem Haag zufolge Vorstellungen über die geringe Tätigkeit der eng⸗ lisch⸗französischen Streitkräfte an der Westfront und si⸗ 3 drängen auf das schärfste zu einer Offensive. Kitchener ist zun Beratung der Kriegslage neuerdings nach dem Festlande ab gereist. ö. 1. ns Der russische Bericht. Petersburg, 20. Aug.(gens. Freft) Mitteilung des Großen Generalstabes vom 19. August, 9 Uhr abends: 85 Am 18. August haben zum Golf von Riga zurückgeschlagen. towsk und weiter gewissen rakter an. Stücke von deutschen Leichen rrwe Nichtsdestoweniger gelang es der „die ein außerordentlich starkes Feuer entwickelte, unsere Geschütze zum Schweigen zu bringen und die Befestigungen des Abschnittes zwischen der Wkra und dem Narew zu zerstören. Darauf waren unsere Verteidiger trotz allen Anstrengungen gezwungen, sich auf das rechte Ufer der Wkr a zurückzuziehen. Dieser Umstand erlaubte den Deut- schen, ihre späteren Anstrengungen auf dem Nordabschnitt zwische? der Wkra und der Weichsel zu konzehtrieren. Englische Stimmen. London, 20. Aug.(WTB.)„Daily Telegraph“ schreibt: Es muß jetzt befürchtet werden, daß die deutschen Heer⸗ führer die Lage weiter ausnützen werden, indem sie der russischen Armee entsetzliche Schläge beibringen. Um das zu verhindern, müssen wir in Frankreich einen Weg finden, um die Existenz der deutschen Armee an der Westfront zu bedrohen. Aber solche ent⸗ scheidende Schritte lönnen ohne einen genügenden Munitions⸗ „Morning Post“ heißt es: Viel Papier und Geld wird auf Unwichtiges N 5 gland gespielt wird, ford in die Gebete einge⸗ itter des Hosenbandordens gewinnen. Dazu brauchen „Mobilisierung g aller feindlichen usetzung aller Agitatoren iche Methoder der Kriegs⸗ In einer Zuschrift an die ** * Das Scho der Kauzlerrede in Wien. Wien, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter Rede des Reichskanzlers als falls die denkwürdigste Regierung seit dem Ausbruch Ueberzeugung aus, sie werde in anzen Welt den nachhaltigsten Eindruck hervorrufen: as„Fremdenblatt“ schreibt: In gehobener Stimmung ich die Abgeordneten des deutschen Volkes versammeln, 1 lle beseelen. Reichs⸗ ern von jenen so gefähr⸗ anern so beliebt sind. Die ein mustergültiges der großen Erfolge. Auf t, und wie grundverschieden den Männer der feindlichen luß der Rede Zeugniz Hollwegs war ab. Solcher Worte wären Viviani, Asquith, Sasonow und Sa⸗ landra nie fähig gewesen. Der Kanzler konnte aber auch der Welt ein Kriegsziel zeigen, dessen Erreichung für die ganze Welt von glücklichster Bedeutung wäre. Die„Neue Freie Presse“ hebt hervor, der Reichstag habe nie den Eindruck so hoher Würdigkeit und Reife gemacht wie gestern, da es menschlich gewesen wäre, wenn ein gesteigertes Selbstgefühl ihn sortgerissen hätte. Das Blatt hebt insbesondere den Passus über die Polen hervor und sagt, diese Worte werden nachklingen und weit hinaus in die Welt getragen werden. Sie werden einen neuen Abschnitt europäischer Politik einleiten, der auch einer gesunden und nüchternen Auffassung der polnischen Nation und der Nationalpolitik dienen wird, in welche sich die Führer des Volkes in höherer Erkenntnis ihrer Pflichten fügen werden. Aus der Rede des Reichskanzlers können sogar die Feinde den Schluß ziehen, daß einsiegreiches Deutschland keine Alleinherrschaft und keinen Angriff auf die freien Völker will, schon gar nicht auf dem Balkan, wo die russischen Nieder⸗ lagen erst der 3 7 Beginn der Unabhängigkeit sind. 2 Das„Neue Wiener Tagblatt“ sagt: Nach der gestrigen Rede Bethmann Hollwegs liege des Reichskanzlers Tatigkeit Har ur) offen vor dem Urteil der Geschichte, deren Spruch Deutsch⸗ land nicht zu scheuen habe. Seine Ausführungen würden den mächtigsten Widerhall nicht nur in Deutschland und den mit ihm verbündeten Staaten finden, sondern gewiß nicht ohne Wirkung in den neutralen Staaten bleiben. 5 Die„Reichs post“ sagt: Es ist eine schreckliche Anklage, die der Reichskanzler den Staatsmännern des Vierverbandes ins Gesicht schleuderte, eine Anklage und eine Mahnung zugleich. Wird man ihn hören? Wird der Vierverband in letzter Stunde einen Weg der Gnade und des Friedens wählen oder einen Sturz in den Abgrund vorziehen? 8 Auch die„Oesterreichische Volkszeitung“ sagt: Jeder Absatz dieses Teiles in den Ausführungen der Rede Beth⸗ mann 1 ist eine schwere und beredtsame Anklage gegen England und die englische Politik. Die Kämpfe an den Dardanellen. London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) General Ha⸗ milton meldet, daß die letzten Operationenauf Galli⸗ poli bestanden in Angriffen auf die feindlichen Stellungen im Süden und Westen, wo die Australier und Neuseeländer stehen, und aus erneuten Landungen ansehnlicher Streit- kräfte an der Suvlabai. Aus Erklärungen Gefangener geht hervor, daß die Türken große Verstärkungen erhalten haben, um uns kräftig anzugreifen. Unser An⸗ 8 griff kam dem ihrigen um ungefähr 24 Stunden zuvor. Des⸗ N halb war der Kampf sehr heftig; beiderseits sind die Verluste sehr groß. Die Ausschiffung an der Suvlabai gelang gut. Unsere Truppen konnten aber nicht merklich vorankommen, da der Feind starke Reserven heranführte und unseren Aufmarsch zum Stehen brachte. Die Moral der Truppen ist ausgezeichnet. Die Lage in Griechenland. Athen, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Verspätet einge⸗ kroffen. Von unserem Privatkorrespondenten. Die Meldung, daß der König Venizelos die Kabinettsbildung übertragen hat, ist unrichtig. Der König hat von Venizelos eine un⸗ zweideutige Stellungnahme zur Neutralitäts⸗ frage und zu dem Schritt des Vierverbandes verlangt. Venizelos hat daraufhin vier Tage Frist er⸗ beten, um sodann seine Ansichten vorzutragen. Erst hierauf wird der König seine Entscheidung treffen. Es wird jedoch er⸗ wartet, daß der König Venizelos mit der Kabinettsbildung be⸗ auftragen wird, nachdem Venizelos ihm einen Vortrag über seine Ansichten bezüglich der auswärtigen Lage gehalten hat. Serbien lehnt die Forderung einer Offensive ab. Wien, 19. Aug.(Zens. Frkft.) Die russische Regierung hat in letzter Zeit einen en Druck auf Serbien ausgeübt, um durchzusetzen, daß die serbische Armee die Offensive gegen Oesterreich⸗Ungarn ergreife und dadurch die gefährdete russische Armee entlaste. Wie mitgeteilt wird, hat die serbische erung entschieden abgelehnt, sich diesen Wünschen Ruß⸗ lands zu fügen, und erklärt, daß es gleichbedeutend mit Selbst⸗ mord wäre, wenn Serbien jetzt daran dächte, die Offensive nach Ungarn hin zu eröffnen. Die serbische Armee, die unter den, Kämpfen, Entbehrungen und Seuchen schwer gelitten habe, sei sopweit wieder erholt, um die Grenzen Serbiens auch gegen einen starken Feind zu schützen und mit ihrer ungebrochenen Desensiv⸗ 5 u überraschen, aber zu Angriffsaktionen fehle jede Vor⸗ aussetzung. . Rücktritt des bulgarischen Kriegsministers. 3 Budapest, 19. Aug.(Zens. Frkft.) Der bulgarische Kriegsminister General Fitschew hat seine Demission gegeben, die, wie„Az Est“ aus Sofia meldet, vom König angenommen wurde. Nachfolger Fitschews wird der Oberst Zseko w, der bei den türkisch⸗bulgarischen Verhand⸗ 5 bisher Bulgarien vertreten hatte.— Nur die Russo⸗ philen bemühen sich, den Rücktritt Fitschews dahin zu deuten, als ob im Schoße der Regierung wesentliche Mei⸗ nungsverschiedenheiten aufgetaucht wären. Kitchener an der französischen Front. Paris, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas Einer Einladung der französischen Regierung folgend, hat Kitchener am Montag und Dienstag die französische Front in ihrer ganzen Ausdehnung be⸗ sichtigt. Am Mittwoch inspizierte er die englis Armee. Kitchener war auf der Reise von Millerand und Joffre begleitet. Er hat Besprechungen mit Millerand und Joffre, 5 1 er alle die englisch⸗französischen Armeen inter⸗ essiere Fragen berührte und von welchen die dring⸗ 5 lichsten sofort geregelt wurden. In einer Ansprache an Kaitchener erklärke Millerand, Deutschland habe nicht mehr die Illusion, die französischen und englischen Armeen be⸗ zwingen zu können, deshalb bausche Deutschland vorüber⸗ gehende Zwischenfälle auf und sage bei seinen Gegnern eine innere Spaltung voraus, welche es herbeisehne. Da Kitchener leider nicht Zeit habe, das innere Frankreich zu besichtigen, 5 bersichere er ihm, daß Volk, Parlament und Regierung einiger und entschlossener als je seien, die Waffen nur niederzulegen, wenn das Ziel erreicht sei. Der Weg nach Tipperary sei schwer und lang, aber der Lohn, welcher am Ende aller Schwierigkeiten winke, sei so groß, daß er alle Bemühungen bezahlt mache. Denn der Preis sei die Be⸗ freiung der Welt. Die hohen Fleischpreise in London. London, 20. August.(WTB. Nichtamtlich) Die Fisch⸗ preise in London stiegen. um 100 Prozent. Hiervon, werden besonders die ärmeren Klassen hart getroffen. Viele billige Fischspeiseanstalten, die von Tausenden besucht wer⸗ den, können nur mehr Freitag und Samstag öffnen. Schwedisches Aus fuhrverbot. Stockholm, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Die schwedische Regierung hat ein Aus fuhrverbot für gesalzene und eingepackte Heringe, Sirup und Me⸗ las 12 erlassen. Das Verbot tritt am 20. August in Kraft. Die schlechten chinesisch⸗japanischen Beziehungen. London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Mor⸗ ning Post“ meldet aus Tientsin unter 16. Juli: Obwohl die Krisis zwischen Japan und China vorüber ist, 5 5 o sind die gegenseitigen Bezieyungen zwischen den beiden Ländern keineswegs befriedigend. Die Japaner klagen bitter über den Boykott, der in ganz China gegen japanische Waren geübt wird. Die chinesische Regierung habe den Boykott nicht angefacht, sich aber an das Volk mit dem Ersuchen gewendet, den chinesischen Gewerbefleiß zu unter⸗ stützen. Aus allen Teilen des Landes, besonders aus der Mandschurei, kommen Klagen, daß japanische Waren un⸗ verkäuflich sind. London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau Reuter meldet aus Tokio unter dem 18. August: Das japanische Ministerium des Aeußern veröffentlicht das A b⸗ kommen mit China über das Zollwesen im Gebiet von Tsingtau. Japan nimmt die Bedingungen an, die früher zwischen China und Deutschland bestanden haben. Japan wird alle China gehörigen beschlagnahmten Urkunden und Gelder wie sonstiges Eigentum zurückerstatten. Alle seit der Einnahme von Tsingtau erhobenen Zölle werden abzüglich 20 Prozent zurückerstattet. General d. J. Litzmann. Der Seekrieg. Starke Vermehrung der deutschen U-Boote im Kaual. Berlin, 21. Aug. Wie die Morgenblätter aus dem Haag melden, hat England infolge starker Vermehrung der deutschen Unterseeboote im Kanal den gesamten Verkehr von Post⸗ und Wertsendungen mit dem Festlande und mit Amerika eingestellt. Ein 10 000 Tonnen⸗Dampfer der White Star⸗Linie versenkt. London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet unter dem 19. August: Die„Arabic“ fuhr gestern nachmittag von Liverpool nach New York und wurde heute 9.15 Uhr torpediert. Wie verlautet, waren keine Passagiere erster Klasse an Bord. Auf dem Dampfer befanden sich insgesamt 170 Fahrgäste dritter Klasse und 250 Mann Besatzung. Viele Passagiere waren Amerikaner. Die Schiffahrtsgesellschaft teilt mit: Es seien ungefähr 15 Boote auf dem Wege nach Queenstown, es sei aber noch nicht bekannt, ob Menschenleben verloren gegangen seien. Nach den letzten Mitteilungen sank die„Arabic“ in elf Minuten. Eine Schaluppe nahm Reisende und Besatzung von 11 Booten auf, sie befindet sich auf dem Wege nach Queenstown. Das Wetter ist gut und die See ruhig, Amt⸗ lich verlautet, daß 375 Personen gerettet worden sind. Das Los der übrigen 48 ist unbekannt. Nach einer anderen Mel⸗ dung steht fest, daß alle Passagiere bis auf fünf oder sechs gerettet worden sind. London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter mel⸗ det: Die White Star Linie teilt mit, daß alle Passagiere der„Arabic“ bis auf acht gerettet und in Queenstown angekommen sind. Unter den Ertrunkenen befänden sich vier Amerikaner. Einer früheren Depesche zufolge sind gestern abend in Queenstown zwei Fahrzeuge mit 175 Passagieren und 216 Mann der Besatzung angekommen, die mit Automobilen nach einem Hotel gebracht wurden. Soweit sie verwundet waren, wurden sie der ärztlichen Hilfe über⸗ wiesen. Kurz bevor der Torpedo abgefeuert wurde, eilten die erschreckten Passagiere zu den Rettungsgürteln. Sie hatten sie eben umgeschnallt, als die„Arabic“ getroffen wurde. Als die Rettungsboote und Schaluppen herabgelassen wurden, drängten sich die Passagiere hinein, wobei mehrere ins Wasser fielen. Die Frauen weilten bei der Torpedierung noch in den Kajüten und eilten in Nachtgewändern auf Deck; man hüllte sie in Decken. Der Kapitän, der am Bein ver⸗ wundet ist, sagte aus, daß er das Unterseeboot nicht gesehen habe, wohl r den Torpedo, der auf das Schiff zukam. Ein Entrinnen wäre unmöglich gewesen. Man habe nur acht Minuten Zeit gehabt, um die Rettungsboote nieder⸗ zulassen. Der zweite Administrator teilte mit, daß der Torpedo das Schiff im Maschinenraum traf; die Kessel platzten und die ganze Seitenwand wurde eingerissen. Die meisten Fahrgäste beendeten eben ihr Frühstück. Viele be⸗ enerkten auch einen anderen Dampfer, als die„Arabic“ getroffen wurde. Nach Aussagen herrschte keine Panik. Die Boote erreichten ohne Schwierigkeit das Wasser. Sie mußten viereinhalb Stunden gerudert werden, ehe die Schiffbrüchi⸗ gen aufgenommen wurden. Es soll auch ein deutscher Pre⸗ biger an Bord gewesen sein, der mit Erlaubnis des Aus⸗ (bärtigen Amtes nach Amerika fuhr. Aus New Pork wird englischen Blättern telegraphiert, daß die Nachricht in Washington Aufsehen erregt habe. Man sei jedoch erfreut, daß so viele gerettet worden seien. Die Konsuln in eee und Queenstown wurden beauftragt, Berichte einzusenden. Wilson, der telephonisch von der Torpedierung verständigt wurde, gab keinen Kommentar. London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Bureau Reuter aus New Pork: Die amerika nische Presse spricht ihre tiefste Entrüstung über die Torpedie⸗ rung der„Arabic“ aus und erklärt die Lage für ernst, falls Amerikaner zugrunde gegangen seien.(Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich offensichtlich um eine tendenziöse Reutermeldung, die mit Vorsicht aufzunehmen ist.) * Die Vernichtung des englischen Unterseebootes„E. 13“ Kopenhagen, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Mavineministerium gibt gestern bekannt: 0 1 Meldung ein, daß ein Unterseeboot unbekannter Nationali⸗ gegen hat der Führer des deutschen Torpedobootes Das Heute früh lief eine *— 5 5 laufen seil Bur Wahrung der Neutralität sind sofort Tor⸗ pedoboote nach der Strandungsstelle abgesandt worden. Auch das im Sund befindliche Geschwader erhielt den Befehl, sobald als möglich dorthin abzugehen. Zu dieser Zeit war die Meldung eingelaufen, daß das betreffende Fahrzeug das englische Unterseeboot„E 13“ sei. Das dänische Torpedoboot 5 vallen legte sich an die Seite des Unterseebootes, um auf Wunsch des englischen Kommandanten einen englischen Offizier auf das dänische Wachtschiff„Falster“ zu bringen, das sich auf der an⸗ deren Seite von Saltholm befand. Um 10 Uhr 30, als das dänische Geschwader sich auf dem Wege nach der Strandungs⸗ stelle bei der Sandbank Kraasebänken in den Drodgen etwa 5 See⸗ meilen von der Strandungsstelle befand, wurde eine Explofion dicht bei einem Fahrzeuge bemerkt, das sich, von Süden bom⸗ mend, dem Unterseeboote näherte. Der Kommandant des Torpedo⸗ bootes„Soeloeven“, das sich zu dieser Zeit zusammen mit dem Torpedoboot„Stoeren“ in der Nähe der Strunbungsstelle be⸗ a fand, berichtet, daß er ungefähr um 10 Uhr 30 Minuten z wei deutsche Torpedoboote bemerkt habe, die mit N lichem Kurse in„Flinterenden“ fuhren.„Soeloeven“ sei ihnen deshalb sofort entgegengefahren, um gegen eine etwaige Neu⸗ tralitätsverletzung zu protestieren. Das nördlicher stehende Tor⸗ pedoboot hatte das Signal wehen: Verlaßt das schnell als möglich! Plöglich feuerte das 115 einige Schüsse auf das Unterseeboot ab, das faßt augenblicklich in Brand geriet.„Soeloeven“ sei dem deutschen Boot jetzt sofort entgegengefahren, worauf das deutsche Torpedoboot das er einstellte und mit hoher Fahrt südwärts dampfte. Zu einer früheren Zeit, um 8¾ Uhr, passierte ein deutsches Torpedobvot das Unterseeboot, ohne einen Angriff zu versuchen. Die englische Flagge wehte während der ganzen Beschießung nachher auf dem Unterseeboot. a 8 Kopenhagen, 20. Aug.(WTB. ch.) Die Hälfte der Besatzung des Unterseebootes, 18 15 Mann, von denen einer verletzt ist, ist gerettet worden. Von den übrigen sind 14 Leichen an Land gebracht worden; ein Mann wird vermißt. Dänische Schiffe verbleiben bis auf weiteres bei dem beschädigten Unterseeboot. Kopenhagen, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.)„Poli⸗ tiken“ schreibt! Die gestern begangene Neutralitätsver⸗ letzung ist ernster Art. Eine Hauptregel des Völkerrechts ist es, daß der Krieg nicht auf fremdem Seegebiet geführt wird. Hier⸗ sich grob vergangen. Wir können deshalb nicht daran zweifeln, daß dieser Rechtsbruch von den Vorgesetzten gemißbilligt und eine offizielle Entf chuldigung folgen wird. Die beiden Fälle, in denen bisher in diesem Kriege neutrales Seegebiet verletzt wurde, waren der Fall der„Dresden“ an der Küste von Chile und die Beschießung des„Albatros“ in st ischen Gewässern. In beiden Fällen hat Deutschland Einf. erhoben. Die jetzige Verletzung der Neutralität Dänemarks ist unter Umständen vor sich gegangen, die keinen Zweifel darüber zulassen, daß der An⸗ greifer wußte, daß er sich auf dänischem Territorium befand. Es ist selbstverständlich, daß Dänemark, das bisher die Pflicht der Neutralität gewissenhaft erfüllt hat, jetzt nicht den Krieg auf sein Seeterritorium verlegt sehen will. Daher kann man wohl an⸗ nehmen, daß die deutsche Regierung nicht nursmit einer notwendigen Entschuldigung und dem Bedauern des Vorfalles kommen wird, sondern auch den Führern der Schiffe deutliche Anweisungen geben wird, so daß die stattgehabte Neutralitätsverletzung die letzte bleibt. Die übrigen Zeitungen sprechen sich in ähnlichem Sinne aus. 5 * Sta van ger, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Von der Signalstation Egeron aus wurde gestern nachmittag be⸗ merkt, wie ein norwegisches, mit Erzen(Bannware) be⸗ ladenes Fahrzeug neun Seemeilen vom Ggeroe⸗Leucht⸗ feuer versenkt wurde. Die Besatzung wurde von einem anderen Fahrzeug aufgenommen. 5 a Stavanger, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Von der Postdampfer„Irma“ ist gestern morgen 8 auf der Reise von Neweastle nach Norwegen nördlich von Jae⸗ terens Riff von einem deutschen Unterseeboot an⸗ gehalten worden. An Bord der„Irma“ bes 1 daß das Anhalten der 1 innerhalb des norwegischen 1 Seegebietes vor sich gehe, dennoch wurden die Boote nach dem ersten Warnungsschuß klar gemacht. Inzwischen 15 sich ein norwegisches Torpedoboot ein, das das Unterseeboot darauf aufmerksam machte, daß es sich auf norwegischem Seegebiet befinde. Das Unterseeboot entfernte sich darauf n er„Irmia“ befanden sich mehrere englische Reisende. 8 London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der norwegische Dampfer „Magda“ mit 1065 Bruttotonnen ist versenkt worden. Der Kapitän und 15 Mann wurden gerettet. Der Dampfer „Magda“ wird wohl Bannware an Bord gehabt haben. London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Der Dampfer„New Pork City“ ist versenkt worden. Der Kapitän und die ue e den gelandet.— Nach einer amtlichen Meldung sind vom 11. bis 18. August 11 Schiffe von U-Booten und zwei durch Minen mit einem Gesamttonnengehalt von 22970 versenkt worden. London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu⸗ terschen Bureaus. Die n„Baron Erskine“(50 Tonnen) und„Restormel“(500 Tonnen) sind torpediert worden; die Besatzungen wurden gerettet. 1 n Kristiania, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der gestern vor Egerö torpedierte Dampfer war der Dampfer„Bras“ aus Skien. Die Mannschaft ist nachmittags mit dem Bergener Dampfer „Luna“ in Haugesund eingetroffen. Der Dampfer„Lung“ war von dem U-Boot ebenfalls angehalten worden, erhielt aber die Erlaubnis zum Weiterfahren. Ter„Bras“ war mit Grubenholz von Gotenburg England unterwegs. Die Besatzung erhielt Zeit genug, um ihre Kleider und die Schiffsinstrumente mit⸗ zunehmen. Der„Bras“ hatte eine Wasserverdrängung von 1351 t. London, 20. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Der spanische Dampfer„Pena Ca⸗ stillo“ wurde versenkt; drei Mann der Besatzung wurden gerettet.— Den 9 eingetroffenen Nachrichten zufolge, werden 6 Offiziere und 38 Mann der Besatzung der„Arabic“ vermißt. Von der Besatzung des gestern versenkten Dampfers „Dunslee“ sind 2 Mann tot, die anderen wurden gerettet. Cardiff, 2. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der norwegische Dampfer„Sverresborg“ wurde versenkt. —————— Aus Stadt und Cand. Gießen, 21. August 1915. n Hessen bei Kowno. Der Großherzog erhielt folgendes Telegramm von einem Abe Regiment: „Eurer Kgl. Hoheit melde ich erfolgreiche Teilnahme des Regiments an dem Fall von Kowno, im besonderen Erstür⸗ mung der Batterie 2 und Fort 1.“— Das Antwort⸗ Telegramm lautete nach der„Darmst. Ztg.“:„Voller Stolz und Dankbarkeit vernehme ich die Nachricht von den Waffentaten tapferer Hessensöhne bei Kowno. Uebermittelnn Sie dem Regiment meine herzlichsten Wünsche und treuestes Gedenken.— Ernst Ludwig.“. * chen tät auf dänischem Gebiet „Soendre Flint“ südöstlich von Saltholm auf Grund ge⸗ e Saltholm und Stenroesen im 0 n Geh Hofrat Prof. Dr. Pasch begeht heute das fünfzigjährige kor fu bia der 15 72 Le⸗ bensjahr stehende Jubilar hat 1865 an der Universität seiner Vaterstadt Breslau promobiert In Gießen habilitiert sich 1870 für Mathematik. Drei 3; did außerordentlicher. 8 Werken Prof. Paschs seien über neuere Geometrie“,„Einleitung in der n er 5 Ruhestand. „Der Dag von Anloy jährt sich am morgigen ig zum ersten Male. Was er für e Regi. ment bedeutet hat, wissen wir ö Weltkriege hat das Infanterie⸗Regiment 116 bei Anloy in den Gang der und so manchen 116ern wurden dort aus belgischer Erde die Grabhügel ge⸗ von Anloy und aller, die später noch sich auch In der Angehöri in erster Linie Rücksicht zu nehmen ist, wird man in der Bürgerschaft gut tun, im übrigen mit dem beschränkten Raum zu rechnen. * Fürsorge für die Hriegsbeschädigten. Man schreibt uns: Es ist nicht allgemein bekannt, daß die von dem Kriegsministerium herausgegebenen, wöchentlich erscheinenden„Anstellungs⸗Nachrich ten“ außer den amtlichen Mitteilungen für versorgungsberechtigte Militär⸗ personen einen Stellen nachweis enthalten, in dem u. a. auch Stellen des Privatdienstes unentgeltlich Aufnahme finden. Die Anstellungs⸗Nachrichten können von den Kriegsbeschädigten durch die Post bezogen(vierteljähr⸗ lich 75 Pfg.), aber auch bei allen Militärbehörden, Truppen⸗ teilen, irkskommandos, Militärlazaretten eingesehen werden. Gleichzeitig richtet der Landesausschuß für die Kriegsbeschädigten⸗Fürsorge im Großh. Hessen an alle Ar⸗ beitgeber des Landes, die für Kriegsbeschädigte geeignete Stellen zu vergeben haben, die Bitte, ihm hiervon Mittei⸗ lung zu machen, damit er die Stellenvermittelung in die Hand nehmen kann. Diesbezügliche Zuschriften beliebe man an den Vorstand der Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen. Darmstadt, Wilhelminenstr. 34, zu richten. * Preisausschreiben für Kriegs wahr⸗ zeichen. Die unter dem Protektorat des Generalfeldmar⸗ schalls v. Hindenburg stehende Vereinigung„Natio- nalgabe“ versendet einen Aufruf an die deutschen Städte und Gemeinden, Wahrzeichen an die große, gewaltige Zeit zu errichten durch Nagelung von Schilden, Eisernen Kreuzen, Stadtwappen oder Bildwerken. Da die Gefahr naheliegt, daß formal mangelhafte Wahrzeichen errichtet werden, hat sich der Deutsche Werkbund bereit erklärt, durch Preisausschreiben unter seinen Mitgliedern geeignete Entwürfe zu beschaffen, die in Abbildungen den Gemeinde⸗ vorständen vorgelegt werden können. Für diese Veröffent⸗ lichung wird der Vorstand des Deutschen Werkbundes bis zu 25 gute Beispiele aus den eingelieferten Entwürfen wählen und mit Preisen von je 50 Mark auszeichnen. * Gedenkblatt für gefallene Krieger. Das von dem Kaiser den Angehörigen gefallener Krieger gestiftete Gedenklatt gelangt soeben an die Hinterbliebenen zur Ausgabe. Das in Kunstdruck hergestellte Blatt stellt einen Engel dar, der einem sterbenden Krieger ein Lorbeerzweig⸗ chen überreicht. Am Kopfe des Gedenkblattes steht:„Wir sollen auch unser Leben für die Brüder lassen. 1. oh ls Am Rande:„Zum Gedächtnis des. Er starb für das Vaterland am Wilhelm.“— Dies Gedenkblatt wird den Angehörigen entweder durch das zuständige Pfarr⸗ amt oder das Bürgermeisteramt in angemessener Weise über⸗ reicht. Das durch Druck hergestellte Besitzzeugnis hat folgenden Inhalt:„In den Kämpfen für die Verteidigung des deutschen Vaterlandes hat auch ein teures Glied Ihrer Familie den Heldentod erlitten. Zum Gedächtnis des auf dem Felde der Ehre Gefallenen haben Seine Majestät der Kaiser und König in herzlicher Teilnahme an dem schweren Verlust und sin Anerkennung der von dem Verewigten be⸗ wiesenen Pflichttreue bis zum Tode Ihnen das beifolgende Gedenkblatt verliehen, das als ein Erinnerungszeichen an die große Zeit und an den unauslöschlichen Dank des Vater⸗ landes in Ihrer Familie dauernd bewahrt werden möge. Großes Hauptquartier, den... Der Kriegsminister: Wild v. Hohenborn.“ * Getreidevorräte aus dem abgelaufenen Erntejahr. Bei der jetzigen Bestandsaufnahme an Brot⸗ getreide und Mehl aus früheren Erntejahren kommen noch große Vorräte an ungemahlenem Getreide bei manchen Landwirten zum Vorschein. So sind stellenweise in kleinen Orten von 500 bis 1000 Einwohnern noch ebensoviele Zentner Brotgetreide vorhanden, so daß von der neuen Ernte in nächster Zeit noch nichts verbacken zu werden braucht. 0 * Auf dem Wochenmarkt sah man heute zum ersten Male die vom Generalkommando geforderte schrift⸗ liche Angabe der Preise an den Verkaufsständen. Freilich hatten sich noch nicht alle Verkäufer 85 der neuen Maßregel aufgeschwungen, und diejenigen, die es getan hatten, hatten sich ebenfalls über das„Wie“ kein langes Kopfzerbrechen gemacht. Auf allen möglichen Papier⸗ und Pappstückchen, Brettchen und Schildchen hatte man Buch⸗ staben und Zahlen gemalt, aber es hielt ziemlich schwer, aus diesen halbverborgenen und zwerghaften Kundgebungen nun auch zu erkennen, wo es wirklich am billigsten war. Einzelne Verkäufer konnte man sogar sehen, die sich das Preisverzeichnis mit einer Stecknadel auf den Aermel oder aus Kleid geheftet hatten. Damit ist nun das behördliche Verlangen nach deutlich sichtbarer Schrift noch nicht restlos erfüllt, so originell diese wandelnden Preisverzeichnisse auch sein mögen.— Gegenstand der Aufmerksamkeit war übri⸗ gens heute ein französischer Korporal, der mit seiner Arbeitsherrin von draußen zum Markt gekommen war und gewissenhaft deren Gespann und Vorräte be⸗ wachte. Ueber die Menge dessen, was wir noch zu essen haben, schien er sich nicht mehr zu wundern. g* Der Geschäftsbetrieb der öffentlichen Sparkassen hat während des Krieges keine wesentlichen Einschränkungen erfahren. Die Tilgungsquoten und Zinsen gehen mit geringer Ausnahme in gleicher Weise ein wie in Friedenszeiten, bei manchen Sparkassen ist sogar ein besse⸗ rer Eingang der Zinsen und Ablieferung von Geldern zu rzeichnen. Bei einzelnen anderen Gewerbebetrieben haben ch die Rückstände gegen früher etwas vermehrt, und es zten hier Stundungen, aber auch nur in Einzelfällen, ilt werden. Im ganzen haben sich die Sparkassen, wie [fürsorge für Hessen 150 Mk. und dem die jüngsten Erhebungen zeigen, eines guten Geschäftsganges zu erfreuen. * Der Tierschutzverein für das Großher⸗ zogtum Hessen zählte am Ende des jetzt abgelaufenen Geschäftsjahres 1914/15 insgesamt 4172 Mitglieder gegen 4065 im Vorjahre. Von den 11 709,32 Mk. Einnahmen, worunter sich 1730 Mk. an Geschenken und Stiftungen be⸗ finden, wurden für Zwecke der Kriegs für sor ge 680 Mk., für Tierschutzkalender 3055,85 Mk., für Geldprämien und Diplome 365 Mk. ausgegeben. Trotzdem beträgt das Ge⸗ samtvermögen des Vereins 1790307 Mark. gegen 15 658,08 Mk. im Vorjahre. In diesem Vermögen sind 15000 Mk. an testamentarischen Schenkungen eingerechnet. Der Voranschlag ist für das neue Geschäftsjahr auf 10 180 Mk. festgelegt und in dieser Höhe durch den Aus⸗ schuß gutgeheißen, da in diesem Jahre des Krieges wegen eine Hauptversammlung nicht stattfindet. Aus laufenden Mitteln sollen dem Roten Kreuz 300 Mk., der Krie g S⸗ Verein fr Sanitätshunde 50 Mk. überwiesen werden. Im letzten Jahre wurden durch den Verein 296 Anzeigen wegen Tierquälerei erhoben und 283 Strafen verhängt. An Prä⸗ mien für gute Tierpflege wurden 307 Mk. bewilligt. Verhalten gegen Kriegsgefangene. Unsere gestrige Notiz zu diesem Gegenstand enthält eine durch den Druck— sehlerteufel verursachte unbeabsichtigte Bosheit gegen das schwache Geschlecht. Selbstverständlich soll es nicht heiben: Damen, son⸗ dern denen, die die Distanz zwischen sich und den Gefangenen nicht halten können, schärft das Generalkommando das Gewissen usw. * Paketverkehr mit Gefangenen in England. Wegen der Beförderung von Liebesgaben an deutsche Kriegs⸗ und Zivilgefangene in England und an britische Kriegs⸗ und Zivilgefangene in Deutschland sind nunmehr unter den be⸗ teiligten Eisenbahnverwaltungen bestimmte Vereinbarun gen getroffen worden. Nach Artikel 16, Absatz 2 der Haager Land⸗ kriegsordnung, sind die als Liebesgaben und Beihilfen für Ge⸗ fangene bestimmten Gegenstände von allen Eingangszöllen und anderen Gebühren und ferner von den Frachtkosten auf Staats⸗ eisenbahnen befreit. Auf Grund dieser Bestimmungen ist im Postverkehr bekanntlich schon seit längerer Zeit die Einrichtung getroffen, daß, abgesehen von Briefen und Postkarten, auch Post⸗ pakete bis 5 Kilogramm portofrei den Gefangenen zugeführt wer⸗ den können. Nunmehr ist aber eine Vereinbarung getroffen worden, die es ermöglicht, den in England internierten deutschen. Kriegs⸗ und Zivilgefangenen und den in Deutschland inter⸗ nierten britischen Kriegs⸗ und Zivilgefangenen Liebesgaben in höherem Gewichte auf dem Eisenbahnwege zukommen zu lassen. Von Wichtigkeit sind für unsere Leser nur die Bestimmun⸗ gen, die für die Abfertigung der Liebesgaben an deutsche Kriegs⸗ und Zivilgefangene in England maßgebend sind. Wir lassen sie nachstehend in gedrängter Kürze folgen. Nähere Auskunft ist bei jeder Güterabfertigung erhältlich: Den nach England be⸗ stimmten Liebesgabensendungen ist ein Nr. Frachtbrief beizugeben. Dieser Frachtbrief muß deutlich in lateinischen Buch⸗ staben die genaue Adresse des Gefangenen(Vor⸗ und Zuname, Dienstgrad, Truppenteil, Unterbringungslager, Lazarett usw.) und den Zusatz:„Kriegsgefangenensendung“;„Prisoner of war“ tra⸗ gen. Die gleiche Adresse und der gleiche Zusatz muß deutlich auf dem Versandstück angebracht sein. Sendungen, bei denen eine ge⸗ naue Adresse, namentlich die Bezeichnung des Unterbringungs⸗ lagers oder des Lazaretts nicht angegeben werden kann, werden zur Beförderung nicht angenommen. Bei den Güterabfertigungen kann aber erfragt werden, bei welcher Stelle zuverlässige Aus⸗ kunft über den Aufenthalt des Gefangenen eingeholt werden muß. Als Empfangsstation ist im Frachtbrief„Hoek van Holland“ ein⸗ zutragen. In der Spalte„Routenvorschrift“ ist ferner vorzu⸗ schreiben:„Ueber die Sammelstation Cleve; ab Hoek van Hol⸗ land. Weiterbeförderung mit den Frachtdampfern der„Great Eastern Railway“. In der Spalte„Frankaturvermerk des Absen⸗ ders“ ist einzutragen:„frachtfrei, gemäß Artikel 16, Absatz 2 der Haager Landkriegsordnung“. Interessedeklaratioun und Nach⸗ nabmen sind unzulässig. Das Gewicht der einzelnen Sendung muß mindestens 5 Klgr. betragen. Bezüglich des Höchstgewichts besteht keine Beschränkung. Jede Sendung darf aber nur an einen Gefangenen gerichtet sein, dessen Adresse genau an⸗ gegeben sein muß. Sendungen, die für verschiedene Gefangene, wenn auch in demselben Gefangenenlager, bestimmt sind, durfen. unter keinen Umständen zusammengepackt werden. Die Liebes⸗ gabensen n dürfen keine schriftlichen Mitteilungen enthalten, schriftliche Mitteilungen müssen vielmehr für sich in besonderen Briefen oder auf Postkarten versandt werden. Absender muß in der Spalte„Inhalt“ des Frachtbriefes angeben:„Liebes⸗ gaben für Kriegs⸗(oder Zivil-) Gefangene“ und weiter die Er⸗ klärung hinzufügen:„Die Sendung enthält keine schriftlichen Mitteilungen.“ Die Sendungen müssen gut und dauerhaft ver⸗ packt sein. Selbstverständlich dürfen Wassen u. dgl. nicht bei⸗ gepackt werden. Zoll⸗Inhaltserklärungen sind nicht erforderlich. Die Sendungen sind zollfrei und ihr Inhalt unterliegt keinen Ausfuhr⸗ oder Einfuhr⸗Verboten. Eine eisenbahnseitige Haft⸗ pflicht für Verlust oder Beschädigung wird nicht übernommen. Die Sendungen werden mit tunlichster Beschleunigung beför⸗ dert. Eine Gewähr für Innehaltung einer bestimmten Liefer⸗ frist kann aber nicht übernommen werden. ö Hessen⸗Nassau. ? Hahnstätten, 20. Aug. Hier 8 man den im Alter von 96 Jahren gestorbenen Lehrer a. D. Christian M ager zu Grabe, der wohl der älteste Lehrer Nassaus, wenn nicht ganz Deutschlands war. Der Hochbetagte erfreute sich eines verhält⸗ nismäßig guten körperlichen Wohlbefindens und nahm noch bis zuletzt an den Kriegsereignissen lebhaften Anteil. Haiger, 20. Aug. Die Eröffnung der Eisenbahn⸗ Neubaustrecke Weidenau⸗ Dillenburg findet bestimmt am 1. Oktober statt, jedoch werden die Personenzüge bis zum viergleisigen Ausbau der Strecke Haiger⸗Tillenburg vorerst von Weidenau nur bis zur hiesigen Station durchgeführt werden. 222.......— ä—— Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Sonntag, den 22. Aug., abends? Uhr:„Der Bettelstudent.“ Mon- tag, den 23. August, abends 6¾ Uhr:„Die Walküre.“ Dienstag, den 24. August, abends 7 Uhr: Letztes Auftreten der Frau Sellin: „Königskinder.“ Mittwoch, den 25. August, geschlossen. Donnerstag, den 26. August, abends 7 Uhr:„Die Afrikanerin.“ Freitag, den 27. August, abends 6½ Uhr: Letztes Austreten des Herrn Gentner: „Lobengrin.“ Samstag, den 28. Aug., abends 7 Uhr:„Der Bettel⸗ student.“ Sonntag, den 29. August, abends 7 Uhr:„Don Juan.“ Montag, den 30. August, abends 7 Uhr: Letztes Auftreten der Frau Uhr:„Manon.“ Dienstag, den 31. August, abends 60% Uhr: „Rienzi.“ Miltwoch, den 1. September, geschlossen. Donnerstag, den 2. September, abends 7 Uhr:„Der Bettelstudent.“ Schauspielhaus. Sonntag, den 22. August, abends ½8 Uhr: Ludwig Thoma⸗ Abend:„Die Lokalbahn.“ Hierauf:„Die Medaille.“ Montag, den 23. August, abends ½8 Uhr:„Die deutschen Kleinstädter.“ Diens⸗ tag, den 24. August, abends 6 Uhr:„Don Carlos.“ Mittwoch, den 25. August, abends ½8 Uhr:„Die Lokalbahn.“ Hierauf:„Die Medaille.“ Donnerstag, den 26. Aug., abends%8 Uhr:„Was ihr wollt.“ Freitag, den 27. August, abends ½%8 Uhr:„Wie einst im Mai.“ Samstag, den 28. August, abends ½8 Uhr: Zu Goethes Geburtstag:„Iphigenie auf Tauris.“ Sonntag, den 29. August, abends ½8 Uhr:„Zwei glückliche Tage.“ Montag, den 30. Aug., abends ½8 Uhr:„Die Lokalbahn.“ Hierauf:„Die Medaille.“ Dienstag, den 31. August, abends 28 Uhr:„Zwei glückliche Tage.“ Mittwoch, den 1. September, abends ½8 Uhr: Zum ersten Male:„Nordische Heerfahrt.“(Die Helden auf Helgoland.) Schauspiel in 4 Akten von Henrik Ibfen. Spielplan des Großh. Kurhaustheaters Bad⸗Nauheim, Sonntag, den 22. August:„Die fünf Frantsurter.“ Montag, den 23. August:„Wie einst im Mai.“ Mittwoch, den 25. August; „Herbstzauber.“ Ein Mondscheinszenchen von Rudolf Presber. Hierauf:„Brüderlein fein.“ Freitag, den 27. August:„Wohltätige Irauen.“ Sonntag, den 29. August:„Als ich noch im Flügeltleide.“ Spielplan des Mönigl. Aurtheaters Bad⸗Ems. Donnerstag, den 26. August:„Herbstzauber.“ Hierauf: „Brüderlein sein.“ 8— Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Aufragen bleiben unberücsichtigt.) G. N. Den etatsmäßig angestellten oder ständig gegen Entgelt beschästigten Staats- und Kommunalbeamten wird während der Dauer des Kriegsdienstes ihr persönliches Diensteinkommen(Ge⸗ halt, Remuneration, Ortszulagen, Wohnungsgeldzuschuß usw.) un⸗ verkürzt fortgewährt. Repräsentations- und Dienstaufwandsgelder gehören nicht zu persönlichen Diensteinkommen. Erhält der Beamte die Besoldung eines Offiziers oder oberen Beamten der Militär- verwaltung, so wird der reine Betrag derselben, als welcher sieben Zehntel der Kriegsbesoldung angesehen werden, auf das Zivil- diensteinkommen angerechnet. Hat der Beamte Familien⸗ angehörige, welchen er im eigenen Hausstande Wohnung und Unter- halt auf Grund gesetzlicher oder moralischer Unterstützungsverbind⸗ lichleit gewährt, so findet für die Dauer seiner Abwesenheit aus dem Wohnorte die Anrechnung nur insoweit statt, als das Zivil- diensteinkommen und sieben Zehntel der Kriegsbesoldung zusammen den Betrag von 3600 Mk. jährlich übersteigen.(8 66 des Reichs⸗ Militärgesetzes vom 2. Mai 1874 und 6. Mai 1880.) Märkte. Gießen, 21. Aug. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 1.601,70, Hühner eier das St. 15 00 Pfg., 2 Stück 00 Pfennig: Enteneier 1 Stück 0 Pfennig, 2 St. 00 Pig. Gänseeier 1 St. 0-0 Pfg., 2 St. 00 Pfg.: Käse das Stück 7—8 Pfg., Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg.: Tauben das Paar 1,20—1,30 Mk., Hühner das Stück 2,20—2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,50 0,00 Mk., Enten das Stück. 2,50— 3,00 Mk., Welsche 4—5 Mk., Ochsenfleisch das Pfund Mk. 1,12— 1,16, Rind⸗ fleisch das Pfund 112—116 Ufg., Kuhfleisch 96—00 Pfg., Schweine⸗ leisch das Pfd. 1.501,70 Mt., Kalbfleisch das Pfd. 100—104 Pig. Hammelfleisch das Pfd. 96—110 Pfg.] Kartoffeln 100 Kilo 10 bis 11 Mk., Milch das Liter 24 Pfg.; Aepfel das Pfund 5„—20 Pfg.: Rüsse 100 Stück 60 Pig. Gurken große 15—25, kleine 2—1 Pfennig. Bohnen 12—18 Pfg. das Pfd.; Erbsen das Pfund 35—40 Pfg.; Wirsing 15—20 Pfg., Gelberüben 8—10 Pfg. das Päckchen, Kopfsalat 7 bis 12 Pig., Birnen 10—15 Pfg. das Pfund., Pflaumen 15—25 Pfg. das Pfd., Mirabellen 35—40 Pfg. das Pfd.: Weißtraut 15 bis 25 Pfg. das Stück, Spinat 20 bis 25 Pig. das Pfund; Zwiebeln der Zentner 20—25 Mk.— Markt- zeit von 7 bis 1 uhr. le. Fraukfurt a. M., 20. Aug. Auf dem heutigen Heu⸗ und Strohmarkt war nichts angefahren. F. Wiesbaden. Viehhof- Marktbericht vom 20. Aug. Auftrieb: 119 Rinder(darunter 6 Ochsen, 16 Bullen, 97 Kühe), 70 Kälber, 10 Schafe, 52 Schweine. Bei ziemlich regem Geschäft und 1 Preisen wie am 16. ds. Mts. wurde der Auftrieb bald geraumt. — Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Unter dem Einfluß eines von Norden vordringenden Tiefs ist der hohe sestländische Druck wieder nach Süden zurückgedrängt worden. Randwirbel dieser Depression, die uns heute schon Trübung und stellenweise Regenfälle brachten, werden uns auch morgen weiter unbeständiges Wetter bringen. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 22. August 1915: Unbeständig, zeitweise Regenfälle, kühl, westliche Winde. Letzte Nachrichten. Ein Zeppelin als Reporter. Kopenhagen, 21. Aug. Ein Zeppelin chiff er⸗ schien gegen Mittag an der Stelle des Sundes, wo das englische Unterseeboot„E 13“ zerstört wurde. Es machte sich anscheinend Notizen über die Ver⸗ senkungsstelle sowie photographische Aufnahmen. Nachdem diese Arbeit fertig war, stieg nach Auswechselung von Sig⸗ nalen mit den im südlichen Sund patrouillierenden deut⸗ schen Kriegsschiffen das Luftschiff wieder auf and verschwand in südlicher Richtung. Die englischen Gäfte in Frankreich. Rotterdam, 21. August. Nicht genug damit, daß länder sich an der Westküste Frankreichs festsetzten und sich in den Städten Dünkirchen, Calais, Dieppe feste Stützpunkte schufen, hört man jetzt, daß sie sich an der Küste des Mittelländischen Meeres, und zwar in Marseille, häuslich niedergelassen ha⸗ ben. Das Militärlager Misser bei Marseille swurde nach Pariser Blättermeldungen eine englische militärische Basis, die unter dem Befehl des Obersten Finley steht. Am 14. Auguft wurde eine Parade über englische Abteilungen abgehalten, der als Gast der französische General Servere, Befehlshaber der 15. Militärregion, beiwohnte. E 13 Stockholm, 21. Aug. Das aufgelaufene englische Unter⸗ seeboot„E 13“ bei Saltholmen erweckt hier das 5 5 Aufsehen. Nach den vorliegenden Meldungen hält es ein schwedischer See⸗ offizier für möglich, daß das englische Unterseebvot von Norden durch den Oeresund eingedrungen und dabei auf bedeutende von Süden vordringende deutsche Streitkräfte gestoßen ist. Bestätigt sich diese Annahme, so wäre zum ersten Male der Beweis für die lange gehegte Vermutung, daß englische Unterseeboote die sogenannte Flintrinne benutzen und damit zugleich die dänische und schwedische Neutralität schwer verletzen, erbracht. 5 Dir belgische Armee. Haag, 21. Aug. größte Teil der belgischen Armee von der Front zurück⸗ gezogen wurde. Von den sechs Divisionen befindet si nur noch etne im Feuer an der Front. Die anderen sind in französischen Städten weit vom Schuß in Garnison geschickt worden. Der neue bulgarische Kriegsminister. Sofia, 21. Aug. Der Nachfolger des zurückgetretenen Kriegsministers Fitschew, der neuernannte General Jekow, ist ein Bewunderer der deutschen Armee. Der Minister gilt als guter Kenner der türkisch⸗bulgarischen Be⸗ ziehungen. Als Abgeordneter hat er sich in Konstantinopel Verdienste um die letzten Verhandlungen erworben. Im Bal⸗ kankriege war er der Führer der Belagerungsarmee von Adrianopel. — Für Rheumatiker u. Neuralgieleidende. In einem Tage von seinen enen Schmerzen efreit. Herr Josef Wilhelm, München. schreibt:„Seit 2 Monaten litt ich derart an Ischtas, daß ich nicht geben und nicht stehen und das Bett nicht verlassen konnte. Ich bätte aufschreien mögen vor Schmerzen. Kein Mensch glaubt, was ich gelitten habe. Nichts balf mir. Da brachte mir meine Frau aus der Apotheke Togal mit. Die Wirkung war geradezu wunderbar. Nachdem ich nur wenige Tabletten 1 atte, war ich vollkommen wieder bergestellt. J gebe daher jedem Leidenden den Rat, sich sofori aus der nächsten Apotbeke das überaus billige und unfehlbar wirkende Togal zu besorgen. Niemand wird diese Ausgabe be⸗ dauern.“ Aebnlich berichten viele andere, welche Togal gegen Rheumatismus, Hexenschuß, Schmerzen in den Gliedern und Ge⸗ lenken sowie bei 5 9— und Kopfschmerzen gebrauchten. Es gibt nicht besseres. Alle Apotheken führen Togal⸗Tabletten. Best.: Aeld. acet. salic. Chinin Mg. Li. 628988 daß die Eug⸗ Aus Le Havre wird gemeldet, daß der Visits Glanz M. 1.80 matt„ẽ 4.00 Andere Formate Familien Gruppenbilder ents Billig. Phot. Atelier Gebr. Bahnhofstrasse 64 Bilder in allen Grössen bei enorm billigen Preisen in tadelloser Ausführung. Haltbarkeit garantiert. . Strauss 12 Kabinetts Glanz M. 4.80 matt„ 8.00. Sonntags den ganzen Tag geöffnet. Luft⸗ und Nerven⸗ vrachtv. Wald, Schloß u. Park d. Fürsten z. Solms⸗B 1 7 remdenheim Krüsemann Ns e. ohn⸗ und Schlafzimmer, Balkons, Bad, elektr. 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