220 —— K Sonntags.— Beilagen: 1(Dienstag und Freitag); Nr. 104 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer viermal wöchentlich& Gießener Kamtlienblätter; zweimal wöchentl. Kreis: blatt für den Kreis Gießen zweimal mongtl. Land⸗ wirtschaftliche öeitfragen FJerusprech⸗Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelled1 Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. der Fall Rownos. Erstürmung weiterer Forts von Nowo Georgiewsk. Erfolge zudbasser und zur Luft gegen die Engländer. (TB.) Großes Hauptquartier, 18. August. Amtlich.) 5 f Westlicher Kriegsschauplatz. In den Vogesen erfolgten durch sehr erhebliche Muni⸗ tionseinsetzung vorbereitete französische Angriffe gegen Schratzmännele(nördlich von Münster) und nu⸗ sere Stellung füdöstlich von Sondernach. Durch Gegen⸗ stöße wurden eingedrungene feindliche Abteilungen aus un⸗ seren Gräben zurückgeworfen. Südöstlich von Sonder⸗ nach sind völlig zerschossene kleinere Grabenstücke im Besitz der Franzosen geblieben. Oestlicher Kriegsschauplatz. pieeresgruppe des Generalfeldmarschalls 5 v. Hindenburg. Die Festung Kow no mit allen Forts und unzähli⸗ gem Material, darunter weit mehr als 400 Ge⸗ schützen ist feit heute nacht in deutschem Besitz. Sie 3 trotz zähesten Widerstandes mit stürmender Hand ge⸗ ommen. Die Armeen der Generale v. Scholtz und v. Gall⸗ witz drängen weiter nach Osten vor. Ihre vordersten Abteilungen nähern sich der Bahn Bialystok— Bielsk. Vor Nowo⸗Georgiewsk wurden zwei weitere Forts der Nordostfronterstürmt, 600 Gefangene gemacht und 20 Geschütze erobert. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Der linke Flügel traf gestern am Kamionka-⸗Ab⸗ schnitt beiderseits Siemiatheze und am Bug bei Fiuürstendorf Ge von Siemiatycze) auf erneuten starken Wöoderstand. Der Uebergang über die Abschnitte wurde er⸗ wwungen, der Feind geworfen. Der rechte Flügel erreichte das Bug- Südufer. a Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 5 v. Mackensen. Die Heeresgruppe hat ihren Gegner über den r Litowsk geworfen. Oestlich von Wlodawa dringen unsere Truypen über die Bahn Cholm— Brest— Litowsk nach Osten vor. Oberste Heeresleitung. Ein Luftangriff auf London. Ein englischer Kreuzer und ein Zerstörer versenkt. Berlin, 18. Aug.(WB. Amtlich.) Am 17. August, 10 Uhr abends, griffen fünf Boote einer unserer Tor⸗ pedobootsflottillen bei Hornsriff⸗Feuerschiff an der jütischen Westküste einen englischen modernen kleinen Kreuzer und acht Torpedobootszerstörer an und brachten den Kreuzer und einen der englischen Zer⸗ störer durch Torpedo schüsse zum Sinken! Un⸗ sere Streitkräfte hatten keinerlei Verluste. In der Nacht vom 17. zum 18. Auguft griffen unsere Marineluftschiffe wiederum London an. Es wurden die City von London und wichtige Anlagen der Theme ausgiebig mit Bomben belegt und dabei gute Wirkungen beobachtet. Außerdem wurden Fabrikanlagen und Hochofenwerke bei Woodbridge und Ipswich er⸗ solgreich mit Bomben beworfen. Die Schiffe erlitten trotz starker Beschießung keinerlei Beschädigung und sind ämtlich zurückgekehrt. Der Stellvertreter des Chefs des Admiralstabes der Marine (gez.) Behncke. . Der deutsche Reichstag ist heute zu einer guten Stunde versammelt. stern wurde vor dem kaiserlichen Schloß im Lustgarten Viktoria geschossen, und der Kaiser selbst, der zum Geburtstag Franz Josefs das Hauptquartier unserer Verbündeten aufgesucht hatte, schickte Worte höchster Freude an seine 1 1 Feldherren im Osten Kowno ist mit weit mehr als 400 Geschützen in deutsche Hand ge⸗ fallen, und welche Bedeutung diesem Ereignis zukommt, ersieht man aus dem Urteil des obersten Kriegsherrn.„Das erste und stärkste Bollwerk der inneren russischen Verteidi⸗ gungslinie“ ist genommen. Nun werden sich die e noch rascher entwickeln, als bisher, und das will viel heißen. Die Armeen der Geuerale Below und Eichhorn werden vermutlich ähnliche Eilmärsche ins Werk setzen wie Prinz Leopold von Bayern nach dem Fall von Warschau. Dieser ist bereits im Nord⸗Westen ganz nahe an die Festung Brest⸗Litowsk herangekommen, und der österreichisch⸗un⸗ garische Bericht stellt fest, daß der Einschließungsring auf 9 0 westlichen Ufer des Bug geschlossen ist! Welches Ziel nunmehr Hindenburg im Norden zunächst ins Auge gefaßt hat, müssen wir wieder mit Geduld abwarten, denn es soll sich ja um Ueberraschungen für die Russen handeln, die in ihrer Verwirrung und Ratlosigkeit jetzt den höchsten Gipfel erklommen haben mögen. Der neueste amtliche russi⸗ 5 auch dem dümmsten Kalmückengemüt keine eude machen. 5 5 ch unsere Flotte, zur See und zur Luft, hat an diesem ab 1 5 Herzen Luft gemacht, und 1 Heimat 5 feiern, so hat sie Geleraleleiger fut Obethesen 2 ür i il: H. Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Aniv.⸗Buch⸗ und Steindruckerer K. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Bec amt e 1 ihre Karte da abgegeben, wo das eigentliche Ziel ihrer Sehnsucht ist: in England! Fünf unserer Torpedoboote haben in dem Gewimmel einer feindlichen Uebermacht einen englischen Kreuzer und einen Torpedobootszerstörer ver⸗ senkt! Unsere Marine⸗Luftschiffe aber haben den City⸗Be⸗ wohnern der englischen Hauptstadt selbst eine Kostprobe deutschen Vermögens abgeliefert! Man wird im Auslande beim besten Willen nicht mehr sagen können, daß Deutsch⸗ land am Ende seiner Kraft sei. Der Reichstag wird diese Erkenntnis vollends deutlich machen können. Die Einigkeit der Volksvertreter ist ungetrübt; es gibt bei ihnen nur einen Willen: teilzunehmen an den Arbeiten zur Er⸗ reichung eines siegreichen, ehrenvollen Friedens, den berufe⸗ nen Organen des Reiches beizustehen in der Sicherung aller dazu gehörigen Notwendigkeiten. Zu den Kundgebungen von nationalliberaler und fortschrittlicher Seite gesellt sich heute auch eine Meinungsäußerung eines einflußreichen frei⸗ konservativen Politikers, des Freiherrn v. Zedlitz⸗ Neukirch, der in der„Post“ dem Reichskanzler ebenfalls u. a. folgende Vorstellung unterbreitet: Bei diesen Vorarbeiten würde die Mitwirkung hervorragender änner aus denjenigen Kreisen, welche im vaterländischen Geist an der richtigen Festsezung unseres Kriegsziels volles Interesse und lebhaften Eifer betätigen, im Interesse der Sache nur förder⸗ lich sein können. Weiter aber würde ein Zusammenwirken der Reichsregierung mit solchen Elementen aus unserer Bevölkerung das gegenseitige Vertrauen zu stärken geeignet sein und damit der Reichsregierung einen starken Rückhalt für die Förderung der Frie⸗ densverhandlungen sichern. Ein solches Zusammenwirken bei der Vorbereitung unserer Friedensbedingungen eröffnet weiter auch günstige Aussichten für gedeihliches Zusammenarbeiten bei den⸗ jenjgen Aufgaben, welche nach dem Friedensschluß zu lösen sein werden. Die fetzige Tagung des Reichstages bietet die beste Ge⸗ e eine solche e ee 1 97 1 ziele. ganisiexen. Es wäre bedauerlich und könnte für unsere ganze Nasere ud 1 eu 125 erheblichen Schaden gereichen, wenn der günstige Augenblick ungenützt bliebe. „5 0 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 18. August 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Die Truppen des Feldmarschalls v. Arz trieben, wäh⸗ rend deutsche Krüfte längs des linken Bugufers vorgingen, die Russen beiderseits der von Biala heranführenden Straße in den Bereich der Festungsgeschütze von Brest⸗Litowsk zurück. Der Einschließungsring auf dem west⸗ lichen Ufer ist geschlossen. Im Raume von Jano w säuberte die Armee des Erz⸗ herzogs Josef Ferdinand das Südufer des Bug vom Feinde. An unserer Front in Ostgalizien fiel nichts von Bedeu⸗ tung vor. Italienischer Kriegsschauplatz. Auf dem italienischen Kriegsschauplatz wurde gestern an der küstenländischen Front heftig gekämpft, während im Kärtner Grenzgebiet verhältnismäßig Ruhe herrschte, in Tirol aber das schwere Geschützfeuer des Feindes anhielt und einige kleinere Infanteriegefechte stattfanden. Im Gör⸗ zischen wurden vier gegen San Martino geführte Angriffe der Italiener abgeschlagen. Vor dem Görzer Brückenkopf herrscht noch nach wie vor ziemliche Ruhe; dagegen tobt u den Brückenkopf von Tolmein ein erbitterter Kampf. Au hier scheiterten vier feindliche Angriffe. Ebenso mißlangen alle Vorstöße des Gegners gegen unsere Höhenstellung nörd⸗ lich des Tolmeiner Brückenkopfes. Im Tiroler Grenz⸗ gebiet wurden italienische Angriffe auf den Toblinger Riedal (Dreizinnengebiet) und gegen Milegna(Plateau von Fol⸗ garia) abgewiesen. 4 Gehobenen Sinnes, erbaut durch die Erinnerung an schwere Feuerproben und heißerkämpfte Siege, begeht heute in Nord und Süd die k. k. Armee auf dem Schlachtfelde das Geburtstagsfest des obersten Kriegsherrn. Eines Geistes, in stolzer Zuversicht, erneuern die unter den Waffen stehenden Söhne aller Völker des Reichs ihr Treugelöbnis, das in den verflossenen zwölf Monaten so viele der Besten mit dem Blute besiegelt haben. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Am 17. früh beschoß eine unserer Flottillen zum dritten Male die von den Italienern besetzte Insel Pelagosa, während zugleich ein Flieger über der Insel mit Bomben, Maschinengewehren und Fliegerpfeilen operierte. Hierbei wurde das seit der letzten Beschießung wieder zum Wohnen hergerichtete Leuchthaus zerstört. Baracken und Zelte wurden in Brand geschossen, ein Geschützemplacement demo⸗ liert, mehrere Material-Depots, einige am Strande auf⸗ gestapelte Materialhaufen und mehrere Boote vernichtet. Die Besatzung hielt sich im Schützengraben und unterirdischen Unterständen versteckt und leistete keinen Widerstand. Feindliche Seestreitkräfte wurden nicht gesichtet. Flottenkommando. Der englische Bericht über den Angriff unserer Luftschiffe. Donnerstag, 19. August 4015 4 monatl. 75 Pf., viertel⸗ 23 jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt. und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; abend von deutschen Luftschiffern heimgesucht worden. Zehn Personen wurden getötet, 36 verwundet. Man glaubt, daß ein Luftschiff getroffen wurde. 5 Die Erstürmung Kownos. Der Kaiser an Hindenburg, Eichhorn 5 und Litzmann. 9 Berlin, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Im Anschluß an die Erstürmung der Festung Kowno richtete der Kai an die um den neuen glänzenden Erfolg der deutschen Waffen besonders verdienten Führer, Generalfeldmarschall v. Hindenburg, Generalobersten v. Eichhorn und General der Infanterie v. Litzmann folgende Te gramme:. a „An den Generalfeldmarschall v. Hindenburg: Mit Ko ist das erste und stärkste Bollwerk der inneren russischen Ven teidigungslinie in deutsche Hand gefallen. Auch diese glänzend Waffentat verdankt das Vaterland neben der unübertre Tapferkeit seiner Söhne Ihrem zielbewußten Hand Ich spreche Ew. Exzellenz meine wärmste Ane rk nung aus. Dem Generalobersten v. Eichhorn, der die Bewegu gen seiner Armee mit solcher Umsicht geführt hat, habe ich den Orden Pour le mérite und dem General der Infanterie v. Litze mann, dessen Anordnungen auch der Angriffsfront einen schnellen Erfolg sicherten, das Eichenlaub dazu verliehen. 15 5 5(Gez.) Wilhelm I. R.“ „An den Generalobersten v. Eichhorn: Die Umsicht, der Ew. Exzellenz die Bewegungen Ihrer Armee gegen Ko geleitet haben, verdient meine höchste Anerkennung. Zeichen m Dankes verleihe ich Ihnen den Orden 50 mérite. Gleichzeitig beauftrage ich Sie, den Truppen der Ar! meinen und des Vaterlandes Dank für ihre glänzenden Leistunge auszusprechen. a(Gez.) Wilhelm I. R. „An den General der Infanterie Litzmann: In unwi stehlichem Ansturm ist es den von Ihnen geführten Angriffstrup per gelungen, Kowno, das stärkste Bollwerk ber inneren feindlichen Vey teidigungslinie zu überrennen. Diese Tat wird immer ein leuch tendes Beispiel dafür bleiben, was frisches Zugreifen mit deutsch Truppen zu erreichen vermag. Indem ich Ihnen meinen Dank und meine Anerkennung ausspreche, verleihe ich Ihnen das laub zum Orden Pour le mérite. 5 (Gez.) Wilhelm I. R.“ Der russische Bericht.„ Petersburg, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der 5 neralstab des Generalissimus meldet: 0 2 In der Gegend von Riga und Jacobstadt keine bese dere Veränderung. Versuche des Feindes, im Laufe des 15. 1 16. August vorzurücken, scheiterten. In der Richtung Dünabur dauern die hartnäckigen Kämpfe an. Alle deutschen A griffe wurden zurückgeschlagen. Bei Kowno nahmen Kämpfe einen überaus hartnäckigen Charakter an. Im Laufe 0 15. und 16. August machte der Feind, nachdem er mittels schwe Artillerie von allen Kalibern bis zu 16⸗zölligen Geschützen Angriffe vorbereitete alle Anstrengungen, um im Sturm die festigung am linken Ufer des Niemen zu nehmen. Am 16. Aug gegen Abend gelang es ihm, sich der durch das Feuer beträchtlich zerstörten kleinen Forts zu bemächtigen und in die Zwische räume zwischen den anderen Forts des Westabschnittes einz dringen. Die Kämpfe dauern fort. 5 Am linken Ufer des oberen Narew schlugen wir im Lauf des 15. August eine Richtung auf Bialystok und Bielsk ab Offensive des Feindes dauert an den Flüssen Nurzec und B mit Erfolg fort. Die Verluste des 5 sind sehr beträchtlich. Am Bug fand oberhalb der Ortschaft Jan o wo ein Se rmützel statt, an dem sich hauptsächlich Deckungsabteilungen beteiligten Gleichwohl bemüht sich der Feind in der Gegend von Wlodan sich am rechten Ufer des Flusses zu befestigen. In der Gegen von Nowo⸗Georgiewsk heftiges Artilleriefeuer. Der führte Geschütze größten Kalibers in den Kampf. Im Laufe 15. August und in der folgenden Nacht unternahmen die Deutsche eine Reihe von Angriffen, die sie hauptsächlich gegen die Befesti gungen zwischen dem Narew und dem linken Ufer des Wkraflusse richteten. In den anderen Abschnitten unserer gesamten ö keinerlei Veränderung. 5 4 Im Schwarzen Meer versenkte eines unserer Unterse boote 185 der Kohlengegend einen mit Kohle beladenen türkisch Dampfer. Die Einschließung von Brest⸗Litowsk. Berlin, 19. Aug. Ueber die Einschließ ung vo Brest⸗Litowsk wird dem„Berliner Tageblatt“ aus de Kriegspressequartier berichtet: Die Heeresgruppe Macken sen hat sich nunmehr auf Tragweite der schweren Geschütze 1 dem südwestlichen Gürtel von Brest⸗Litowsk genähert. Den Bug wird bereits an mehreren Stellen von deutschen Trup⸗ ven überschritten. Teile der Heeresgruppe Hindenburg drück. ten die russische Front westlich von Bielsk durch. f Der russische Landsturm zweiten Anfgebots. Berlin, 19. Aug. Wie der„Voss. Ztg.“ aus Peters⸗ burg gemeldet wird, hat der russische Minister des Innern sämtliche Gouverneure angewiesen, die Listen des Landsturms zweiten Aufgebots aufzustellen und bis Mitte August russischen Stils dem Kriegsministe⸗ rium einzusenden. Ein blutrünstiger Befehl des russischen Oberbefehlshabers. Berlin, 18. Aug.(WTB. Amtlich.) Unsere Trupp sind in den Besitz eines russischen Besehls gelangt, der deutscher Uebersetzung folgendermaßen lautet:. 1 2 vom 2. ekor! 1 2118 an den Kommandeur des 1. turkestanischen Arme l 5. haber für die Jun 1918. Von dem Oberbefehls e N Anwendung von Vergeltun nen deutschen Soldaten Verhören russischer Gefangener und Verstümmelungen folgende e worden: Die Vergeltungsmaßregel soll im später als 15 Tage nach samer Behandlung erfolge dem soll den Gefan jede neue Grausamk Bereich des Korps nicht f eit allerstrengste Vergeltung finden werde. So ist als Antwort auf die Verstümmelung des Kofaken Petschnjew von dem Oberbefehlshaber der Befehl ergangen, von der nächsten Abteilung gefangener deutscher Soldaten 10 Mann, ohne Aus⸗ schluß der Offiziere, zu erschießen für die Grausamkeiten, die in der letzten Zeit von den Deutschem verübt worden sind.(gez.) General Odischelidse.“ Wenn ein Oberbefehlshaber einen so bestimmten Befehl 1035 e ennekmahrden gibt, dann sollte man als selbst⸗ verständlich annehmen, daß die Taten, die gerächt werden sollen, unzweifelhaft feststehen. Das erfordert der euro⸗ r ohne weiteres. Wie steht es aber damit bei russischen Befehl? Alle Berichte über deutsche Greueltaten an russischen Gefangenen sind bisher als Lügen nachzuweisen gewesen. Auch die Verstümmelung des Sol⸗ daten Petschnjew durch deutsche Soldaten konnke von den Russen nicht festgestellt worden sein, weil sie sich nie und nirgends zugetragen hat. Sie ist zwar von dem russischen 6 stab in einer amtlichen Mitteilung behauptet wor⸗ den, doch haben die deutschen amtlichen Untersuchungen ergeben, daß die Hen Geschichte schon deshalb völlig er⸗ hunden ile weil bei den in 1 kommenden deutschen Armeeteilen überhaupt kein Kosak des ussurischen Reiter⸗ reegtiments, dem Petschnjew angehörte, gefangen genommen wurde. Dies ist inzwischen am 7. Juli in einer amtlichen deutschen Erklärung mitgeteilt worden. Ob der Blutbefehl des russischen Oberbefehlshabers bei dem ersten turkestanischen Armeekorps ausgeführt wor⸗ den ist, entzieht sich noch der öffentlichen Kenntnis. Unab⸗ hängig davon gehört aber die Grausamkeit und verbreche⸗ rische Leichtfertigkeit, mit der diese Henkersarbeit ohne 8 genaue Untersuchung angeordnet worden ist, vor den Richter⸗ kuhl der Geschichte. *** Der Geburtstag des Kaisers Franz Josef. Wien, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser wohnte um 7 Uhr fruͤh einer stillen Messe im Schönbrunner Schlosse bei, an der Prinzessin Gsela von Bayern mit dem Prinzen Konrad, der Erzherzog⸗Thronfolger mit Gemahlin, Erzherzog und Erzherzogin Franz Salvator und Erzherzogin Auguste teilnahmen. Der Geburtstag des Kaisers wird in der ganzen Monarchie durch Gottesdienste und Krieg ktätigkeitsveranstaltungen festlich begangen. dienst im Wiener Stefansdom, hielt, wohnten die Minister und träger bei. 2 2 N . 8 swohl⸗ Dem Gottes⸗ den der Kardinal Piffl ab⸗ die Hof- und Staatswürden⸗ 1 5 des Schlos⸗ Dir im Sieger⸗ nicht nach schönen Wor⸗ chrieben, was wir an un⸗ wir unserem allerhöchsten tüchtig die Verwundeten euen. Viele Einladungen erhalten daher di Tapferen in schöne Landvillen, wie sie viele von ihnen 3 allem Guten und sich darauf freute, bald wieder an die Front zurückkehren zu In l i Hamburger und Lübecker fand, hat sich sogar ein Sängerchor unter den Ver⸗ gebildet, den ein bekannter Hamburger Komponist, der holung weilt, ins Leben rief. Er veranstaltete eines e sogar ein Konzert im großen schönen Kurhause, das si dicht gedrängt mit bunten sommerlich geschmückten Gestalten füllte. 5 Es war aber auch ein Vergnügen, die tapferen Krieger ihre patrio⸗ Aͥschen 5 die Erinnerung an Selbsterlebtes und die Bes den Worte blitzte. Der Beifall, den wohl sogar einen Caruso befriedigt. Hunderte von Händen, zart unnd weich, streckten sich ihnen entgegen, dankbar, von jenen einen uß empfangen zu haben, denen sie selbst hätten Vergnügen en mögen. Einige Tage später wurden die Verwundeten von Lübeck ins Kurhaus als Gäste eingeladen und mit allem Er⸗ 0 esiegelung der erheben⸗ sie damit ernteten, hätte dann quickenden, was die Heimat an schöner Natur, Bequemlichkeit, preußens für völlig ausgeschlossen hielten. Daher vermochte . tem Essen und liebevoller g vermag, erfreut. Erst] Hindenburg die Russen durch seinen Vormarsch nach Kurland und ö pät mit der letzten Eisenbahn trennte man sich. Dies wurde jedoch 4 nicht ganz leicht, denn bei so großen Anlässen macht man schneller C gsmaßregeln an gefange⸗ für bekanntwerdende Fälle von unter Anwendung von Folter rgänzende Anweisungen gegeben Bekanntwerden des Falles von grau- n unter Angabe des Anlasses. Außer⸗ genen allgemein bekanntgegeben werden, daß ch brücken den Niemen. Zum Andenken an diesen. Krieg ist hier ein Chorgesänge vortragen zu hören, während aus ihren Augen] O einbezogen wurde. unterstützt in Verbindung mit Grodno gegebenenfalls eine Ver⸗ Krucgsherrn verdanken und daß das allerhöchste Geburtsfest seit Menschengedenken stets ein Freuden⸗ und Ehrentag der anzen Wehrmacht war. So schlagen heute inmitten dieses großen Völker⸗ ringens unsere Herzen unserem allerhöchsten Kriegsherrn mit Freude entgegen, vereinigen wir uns in dem Rufe: Seine Maje⸗ stät, der Kaiser und König Franz Josef Hoch! Hoch! Hoch! Als Erzherzog Friedrich geendet 2 95 ertönten be⸗ geisterte und stürmische Hochrufe. Die Kappen wurden ge⸗ schwenkt, die Tafelmusik intonierte das Kaiserlied. Um 3½ Uhr verabschiedete sich der deutsche Kaiser huldvollst von den Friedrich bis zum Ausgang des Schlosses geleitet. Der Deut⸗ . war, wie bei der Herfahrt, von lauten Ovationen begleitet. Wien, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs⸗ presseguartier wird gemeldet: Der Armeeoberkom⸗ mandant Feldmarschall e Friedrich hat an dem Tage des Geburtstages des Kaisers Franz Josef folgenden Armeeoberkommandobefehl er⸗ lassen: Ich habe heute an unseren allerhöchsten Kriegsherrn folgende Ansprache gehalten: Majestät! In tiefster Ergriffenheit bitte ich Ew. Majestät, zu dem allerhöchsten Geburtsfeste namens der Armee und Flotte bie alleruntertänigsten und herzinnigsten Glück⸗ wünsche zu Füßen legen zu dürfen. In schwärmerischer Liebe und Verehrung und mit au ie Bewunderung blickt heute die ganze Wehrmacht vom Feldmarschall bis zu dem jüngsten Soldaten zu dem allerhöchsten Kriegsherrn, dem ren Vorbilde, dem die göttliche Vorsehung am Abend seines, dem Wohle seiner Völker 7 Arbeits⸗ und opferreichen Lebens die schwere Sorge es größten Kampfes aller Zeiten aufgebürdet hat. Vor einem Jahre, am Beginn des großen Ringens, gelobten wir Ew. Majestät, standhaft und treu auszuharren. Schwere Stunden waren uns beschieden. Schmerzliche Opfer mußten gebracht wer⸗ den, doch wir hielten unser Gelübde. Der Allmächtige war mit uns und unseren treuen Verbündeten. Der Ansturm des über⸗ mächtigen Feindes im Nordosten ist zusammenge⸗ brochen, die geschlagenen feindlichen Massen fluten zurück. Ver⸗ gebens stürzt sich der heimtückische Feind im Südwesten in blinder Wut auf die treue Wacht. Schild und Schwert, das war Ew. Majestät treue Wehrmacht im vergangenen Jahrel und das wird sie bleiben! Zur eigenen Ehbe! Zum Heil des Vaterlandes! Zum Ruhme ihres allerhöchsten Kriegsherrn! Das walte Gott! Seine Majestät geruhten allergnädigst wie folgt zu ant⸗ worten: „Wenn ich in ernster Zeit an meinem Geburtstage mehr denn je Umschau halte über Vergangenheit und Gegenwart, empfinde ich aufs tiefste, was mir Anhänglichkeit, Liebe, Treue und Opfer⸗ mut als Angebinde bieten und weiß ich hochbefriedigt die Wünsche meiner Wehrmacht zu schätzen, die Sie, lieber Feldmarschall, soeben in ergreifenden Worten mir ausgesprochen haben. Aus ganzer Seele danke ich Ihnen und allen Kriegsleuten bis zum jüngsten Soldaten für alle, ein volles ereignisreiches Kriegsjahr erfüllen⸗ den, in Ausdauer und Heldenmut glänzenden Leistungen, die Oesterreich⸗Ungarns Wehrmacht in treuer Waffenbrüderschaft mit dem ruhmipollen deutschen Heere siegend vollbracht hat. Mit Geist und Herz bin ich bei meinen getreuen Streitern zu Lande und zur See; des Allmächtigen Segen erflehe ich für sie. Der göttlichen. Vorsehung vertrauend, wollen wir mit vereinten Kräften alle Prüfungen, Entbehrungen und Gefahren bestehen, die uns zur Erringung eines ehrenvollen, das Wohl des Vaterlandes sichernden Friedens noch beschieden sein mögen. Wie ich warm die Hand drücke, die den Marschall voran führt, so dringe mein herzlichster Dank und Gruß in alle Fernen zu meinen Braven, die im Norden wie im Süden Schild und Schwert Oesterreich-Ungarns sind. Mit mir wird das weite Vaterland so wie jetzt, auch in aller Zu⸗ kunft sich bewußt bleiben, was es an seiner Wehrmacht besitzt.“ Soldaten! Wir haben nur eine Antwort auf diese huldvollen Worte und des allerhöchsten Kriegsherrn: Treu bis in den Tod! Schönbrunn, am Vortage des 86. Geburtsfestes des Kaisers und Königs Franz Josef.— Feldmarschall Erzherzog Friedrich, Armeeoberkommandant. ** * Die Kämpfe an den Dardanellen. Konstantinopel, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Hauptquartiers. An der Dardanellen⸗ front warfen wir am 16. August unter beträchtlichen feindlichen Verlusten einen Angriff einer feindlichen Division gegen unseren rechten Flügel in der Gegend von Anafarta zurück und erbeuteten ein Maschinengewehr und Kriegs⸗ material. Unsere Artillerie traf an der Küste bei Kemikli einen feindlichen Transportdampfer und verursachte auf ihm einen großen Brand. Bei Ari Bur nu ist Ruhe. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr versuchte der Feind 1 einer heftigen Artillerievorbereitung einen Angriff mi Bomben gegen unseren linken Flügel. Er wurde durch unsere Festgästen und verließ das Hauptquartier, von Erzherzog Gegenangrifse in die fruheren Stellungen fen und ließ eine Anzahl Toter zurück. Fronten keine Veränderung.„ 5 Berlin, 19. Aug. Nach der„Deutschen Tageszeitung!“ aus Athen zugegangenen Nachrichten zufolge hätten sich vor vier Tagen in der Bucht von Pea bei Mytilene die dort weilenden 10000 Mann englische Truppen nach Saros eingeschifft. 5 5 5 Zusammenkunft der seindlichen Finanzminister. Berlin, 19. Aug. Die Finanzminister Frankreichs, Rußlands und Englands bereiten, wie verschiedene Morgenblätter aus dem Haag berichten, eine Zusammenkunft zu einer Besprechung gewisser finanzieller Fragen vor. Die englische Re⸗ gierung hat bereits Vorbereitungen getroffen für eine dritte Kriegsanleihe, die im Oktober aufgelegt werden soll. Ein holländisches Dementi. Haag, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Korrespon⸗ denzbureau meldet: Wir sind ermächtigt, zu erklären, daß die in der ausländischen Presse verbreiteten telegraphischen Meldungen, eine der kriegführenden Parteien hätte um Friedensvermittelungen bei der niederländischen Regierung nachgesucht, ganz unbegründet sind. f 3 0 Italien und die Türkei. 7 Turin, 18. Aug.(WTB. Nichtanttlich) Der römische Korrespondent der„Stampa“ drahtet: Sonnino hat gestern nachmittag den türkischen Botschafter Naby Bey empfangen, der seinen Ferienaufenthalt in Vallombroso unterbrochen hat. Man kennt den Inhalt der Unterredung nicht, glaubt aber ver⸗ muten zu dürfen, daß es sich um die kurze und hündige Forde rung an die Türkei handelt, daß sie von ihrem Vorgehen gegen italienische Untertanen in kürzester Frist absteht. Die Unter⸗ redung habe also die ung eines Ultimatums Italiens an die Türkei. Wenn Italien nicht binnen wenigen Tager vollste Genugtuung erhalten werde, werde ein Ministerrat ein⸗ berufen werden, um die erforderlichen Beschlüsse zu fassen. Die schleunige Rückkehr der bisher abwesenden Minister nach Rom dürfte mit dieser Frage im Zusammenhang stehen. „„ Der Seekrieg. Kristiania, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die nor⸗ weglsche Postdirektion teilt mit: Das deutsche Unterseeboot, das gestern den Dampfer„Haakon VII.“ auf der Fahrt nach England anhielt, befahl ihm, alle Drucksachen und Pakete nach England, Frankreich, Italien und allen deutschfeindlichen Kolonien über Bord zu werfen. Die Briefpost und Wertpost wurde an Bord des Untersesbootes genommen. Außer der norwegischen Post führte 5 1 sieben Säcke Briefpost von Dänemark nach Lon⸗ on mit. 5 Kristiania, 18. Ang.(WTB. Nichtanttlich.)„Verdens Gang“ meldet aus Bergen, daß der Dampfer„Haakon VII.“ der Nordensfieldsk⸗Dampfschiffsgesellschaft, der gestern mittag 2 Uhr von Bergen seine gewöhnliche Reise nach England antrat, abends in Beklerwig zwischen Haugesund und Bergen eingetroffen ist, wo er die Mannschaft des norwegischen Dampfers„Minerva“ landete, der von einem deutschen Unterseeboot torpediert worden fei. Tas gleiche Unterseeboot habe auf dem„Haakon VII.“ Briefe und Wertsendungen beschlagnahmt und die übrige Post über Bord werfen lassen. Der Haugesunder Dampfer„Minerva“ war von Bergen nach dem Mafjord unterwegs und hatte eine Wasserver⸗ drcreee 8 5 15 3 5„ „Norges Handels- og Sföfahrtstidende“ erklärt dieser Meldung gegenüber, der in den Grund gebohrte hieße nicht „Minerva“, sondern„Mineral“ u e e 9 Die Torpedierung habe elf Meilen südwestlich Marstenan N funden. Die Mannschaft sei von dem Dampfer„Haakon VII.“ gerettet worden und in Belkerwig an Land gesetzt worden. Den Dampfer„Mineral“ set mit Eisenerz von Narvik nach Neweastle unterwegs gewesen und habe eine Wasserverdrängung von 649 Bel fa st, 18. Aug(WTB. ene Meldung des 1. 858 Suu dee, wurde versenkt; die satzung wu. London 18, dn Wee Nickenich, Neude melder Die norwegischen Dampfer„Mineral“„Romulus“ Nichtamtlich.) Der wurden versenkt; die Besatzungen wurden Kopenhagen, 18. Aug.(WB. dänische Dampfer„Else“ hat heute in Aarhus die Besatzung des norwegischen Dampfers„Romulus“(820 Tonnen) gelan⸗ det, der mit Grubenholz(Bannware) von Helmstad( * . 8 Mädchen trugen rote Lampions voran, und von allen Seiten strömten die Travemünder herbei, um am Bahnhof zugegen zu sein. Hier gab es ein gerührtes Schütteln der Hände, ein Zu⸗ rufen und Hinken, noch während sich der Zug schon⸗ bewgete, von einer Lebhaftigkeit, wie man es sonst nur bei schnell empfindenden Südländern gewöhnt ist. Ja, auch der Deutsche vermag sprudelnde Lebensimpulse zu offenbaren, wo es sich nicht um bloßes Stroh⸗ feuer handelt, sondern ein tiefgehender würdiger Anlaß die Herzen des Volkes freudig zusammenklingen macht.„Ein Tag am Strande ist mehr als eine Woche auf dem Lande,“ age mir ein Badearzt inbezug auf die Verwundeten. Nicht allein die Wangen bräunen 5 schnell unter dem Einfluß der reinen freien Luft, sondern das auschen der Wogen durch die Stille, der Anblick der fortwähren⸗ den Veränderung desselben Elementes übt einen unendlich be⸗ ruhigenden Einfluß auf die Gedanken und seelische Stimmun aus, was unseren Verwundeten in erster Linie nottut. Tatsächli machen auch alle dort einen sehr frischen heiteren Eindruck, sogar die noch mit s Wunden einhergehen. Die Offiziere be⸗ sonders haben in den Räumen des Kur⸗ und Konversationshauses, in dessen Billard⸗ und Spielräumen sie stets Partner und anregende Gesellschaft finden, einen äußerst angenehmen Aufenthalt. Und vielen Verwundeten, die ihre Rekonvaleszens am Meeresstrande haben konnten, wird diese Zeit nach allen ausgestandenen Leiden eine schöne Erinnerung bleiben. — Kowno. Kowno liegt am Knie des Niemen, es hat u. a. die Aufgabe zu erfüllen, die Niemenbrücken zu sichern und die Bahn Abnigeberg— Wilna zu sperren. Es ist eine nicht unbe⸗ deutende Handelsstadt, trieb als solche vor dem Kriege einen ein⸗ träglichen Handel mit Ostpreußen auf dem schiffbaren Niemen, in den bei Kowno der große Nebenfluß Wilja einmündet. In der Stadt liegt die Ruine der von den deutschen Kreuzrittern 1383 er⸗ bauten Burg Ritterswerder. In der Nacht zum 24. Juni 1812 überschritt bei Kowno das Heer des korsischen Emporkömmlings auf seinem verhängnisvollen Zuge nach Moskau auf vier Kriegs⸗ Denkmal errichtet worden. Durch seine Lage am Knie des Njemen flankiert Kowno in günstiger Weise den Njemenabschnitt. Für Operationen auf dem nördlichen Ufer dieses Flusses, wie sie eben jetzt stattfinden, gewährt die Festung Rückhalt und Anlehnung. An den Njemenfluß grenzt hier das ausgedehnte Waldgelände des Gouvernements Kowno, das indessen in das Festungssystem nicht Das hat sich bitter gerächt, indem unsere Armeen gegen Norden und Osten vorbrachen. Die Moskowiter legten in diesem Gelände keine befestigten Punkte an, weil sie den Einmarsch feindlicher Kräfte aus dem schmalen Nordzipfel Ost⸗ Livland so sehr zu überraschen. Wer aber überrascht, der diktiert, den Lehren der Weltkriegsgeschichte zufolge, das Gesetz. Kowno non großer Bedeutung werden. Die Moskowiter betrachteten Kowno bisher als Sperriegel, der gegen eine ins Kurländische eingerückte deutsche Armee vorgeschoben ist. — Ein Denkmal Kaiser Wilhelms U in Heidel⸗ berg. Aus Heidelberg wird uns gese Hans Fries, der Heidelberger Bildhauer, hat speben Entwurf für ein Denkmal Kaiser Wilhelms II. fertiggestellt. Der Entwurf zeigt auf einem nach oben sich verjüngenden in einfachen Linien verlaufenden Sockel auf kühn vorwärtsdrängendem die Reitergestalt unseres Kaisers. Die Rechte mit dem Marschallstab auf den Sattel stützend, die Linke fest die Zügel haltend, sitzt die Reitergestalt in edler Würde. Auf dem Gesichte des Kaisers ist der Ernst und die tiefen seelischen Eindrücke der Zeit un⸗ verkennbar tief eingeprägt. Störend wirkt bei der Reitergestalt, daß der Künstler das Haupt unbedeckt ließ. N Reiter⸗ denkmäler liebt aber bekanntlich unser Kaiser nicht. beiden Seiten des Sockels tragen symbolische Reliefs: Der 1 50 des Ritters mit dem Drachen mit der Inschrift:„ nie ist Deutschland überwunden worden, wenn es einig war“ 18 9 scheise T e e e. mit der Inschrift:„ Nacht od zum Sieg“. 5 mal soll beim neuen Bahnhof zur Aufstellung kommen. 8 — Die Preußen vor Riga. Schon einmal, im Jahre 1812, haben Preußen tapfer in Kurland gekämpft und vor Riga ge⸗ legen. Wenn sie es damals nicht nahmen, so war einmal die eng⸗ lische lotte schuld daran, die die Russen unterstützte, dann aber vor allem der Umstand, daß sich schon der große Umschwung an⸗ l kündigte, der Preußen au Rußlands Seite führte. Als die Preußen nach Einnahme von Mitau und dem glücklichen Gefecht von Eckau sich Riga näherten, zündete der Kommandant der Stadt zunächst nach moskowitischer Art die Vorstädte an, wodurch große Vorräte unnötigerweise verloren gingen. Gerade wie jetzt. Und noch eins ist dem damaligen und jetzigen Kriege gemeinsam: die Russen versuchten durch ausgestreute gedruckte Proklamationen die 1 Soldaten zur Tesertion 5 verleiten und ließen ihnen auch durch Kosaken Pakete mit russischen Siegesnachrichten zuwerfen. Die preußischen Truppen waren so schwach, Ae die 9 8 nicht einschließen konnten, auch schickte Marschall Macdonald keine Belagerungsartillerie, während Riga alles, Truppen, Geschütze und Proviant, in Fülle hatte, auch abgesehen von der Unterstützung durch englische und russische Kriegsschiffe. Trotzdem und trotz des Eingreifens der Flottille wurden Ausfälle stets zurückgewiesen, und wo es auf ossenem Felde zum Kampf kam, siegten die Preußen. Schließlich, nachdem die„große 2 3 1 5 a 4 in Rußland von ihrem Schicksale ereilt worden war, gab m politischen Gründen Riga auf. Umsonst war aber die um 9 verbrachte lange Zeit nicht gewesen, denn wie ein hervorragender Stratege sagt, hatte der unausgesetzte Vorposten⸗ und Detachements⸗ krieg, den die preußischen Truppen dort zu führen genötigt waren. sie geeignet waren, später sie so kriegstüchtig gemacht, daß Kern der preußischen Volksbewaffnung abzugeben. und inniger Bekanntschaft als sonst. Im langen bunten Zuge Mulckkehrenden Fealeneten die Gaste niit Iauzem Gefande die f Die 1 teidigung des Njemen gegen Westen. Dies kann unter Umständen 0 . F f Westhartlepool vestimmi, am 16. Nordsee von einem deutschen Unterseeboot den war. den) nach August in der versenkt wor⸗ Aus dem Reiche. Berlin, 18. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Ael⸗ testenrat des Reichstags trat abends zur Beratung zusammen. Man einigte sich dahin, daß in der morgigen Sitzung nach den Ausführungen des Reichskanzlers zunächst die Berichte des Reichsschuldenausschusses und Bittschriften⸗ ausschusses erledigt und der Nachtragsetat dem Budget⸗ ausschuß überwiesen werden soll. Am Freitag wird der Reichsschatzsekretär sprechen, an die zweite Beratung der in den Vorlagen schließen soll Ueber den weiteren Verlauf der Tagung ist noch kein Beschluß gefaßt worden. Berlin, 19. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Wie der„Vor⸗ wärts“ meldet, hat die sozialde mo kratische Reichs⸗ tagsfraktion beschlossen, den geforderten Kriegs- krediten zuzustimmen. Berlin, 17. Aug. Der Reichstagsabgeordnete Offizierstellvertreter im Kreuz erhalten. Aus Stadt und Cand. Gießen, 18. August 1915. Kowno. „W. T. B. Im Osten haben die Grauen Mal wieder'ne Festung zusammengehauen. Vierhundert Geschütze unter der Beute!“— Die Fahnen schwingen und Glockengeläute. Von allen Ecken ein eiliges Laufen, Am Anzeiger steht das Volk zuhaufen, Ein Fragen, ein Hälserecken und Stoßen Von Jungen und Alten, von Kleinen und Großen „Die Festung Kowno in unserer Hand!“— Kannst ruhig sein, lieb Vaterland! Aber dazwischen steht auch Herr Schulze. Vierhundert Kanone? Sein selber Schuld se! Viertausend mißte mer hawwe! Zu dumm! Da renne se owe in Kurland erum Anstatt uff vernünftige Mensche se hörn Un de Russe von hinne den Weg abzusperrn!“ Und das Genie der Heeresführung Herr Schulze geißelt es ohne Rührung. „Vorricke kann ich aach, awwer siege— Da tut mir der Has im Peffer liege!“ O g Zukunft! O selig Hoffen! Herr Schulze hat euch ins Herz getroffen! err Schulze könnt' einen Heulen lehren, enn nicht— ja wenn die andern nicht wären. Da standen zusammen drei stramme Jungen, Bei denen hat es schon anders geklungen: „Ei, des gäb schulfrei, da möcht ich wette! Ach, wammer doch ewe kaa Ferien hätte!“ Und ein kleines Mädel dicht neben mi Notiert sich den Fall auf ein Stückchen Papier, Begann dann aus Leibeskräften zu rennen, Um daheim was Frohes melden zu können. Und dem Leutnant— den Arm hatt' er noch im Tuch— Auch dem wars mit Lesen nicht genug. Ein Zähneknirschen, ein Augenblitz! „Wär doch mein Arm wieder etwas nütz'!“ Breitbeinig sah ich drei Landstürmer stehn. Was diese dachten, war leicht zu ersehn; Denn einer sagte nur:„Kamerade, Ihr seid zu em Schobbe ingelade!“ Und da waren noch zwei alte Frauen, Denen mußt' ich lange ins Antlitz schauen; Denen war ein stilles Leuchten im Blick: „Mein Junge, nun kommst du doch bald zurück?“ Und weiter gings so mit Drängen und Stoßen Und Lachen Freuen bei Kleinen und Großen.— Da hab' ich nach Schulze mich umgeguckt; Den aber hatte die Erde verschluckt. Ob er merkte: Da paß' ich nicht hinein? Ausschüssen fertiggestellten sozialdemokratische Dr. Südekum, der als Felde steht, hat das Eiserne — Mir klangen die Glocken noch einmal so rein. Die Festung Kowno in deutscher Hand! Magst ruhig sein, lieb Vaterland!— * * Doppelauszeichnungen. Der Vize⸗Wachtmeister Christian Savelsberg, 25. Kav.⸗Brig., 3. Div., und Feld⸗ gendarm Sergeant Hermann Savelsberg bei der Etappen⸗ Inspektion Kaiserl. 1 4 Südarmee— beide aus Gießen— wurden jeder mit dem Eisernen Kreuz und der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Amtliche Personal nachricht. Ernannt wurde am 14. August d. J. der Gefangenwärter am Provinzialarresthaus Gießen Friedrich Schmitt zum e an dieser An⸗ stalt mit Wirkung vom 1. September 1915. l darauf hingewiesen, * Versor gung von 1 e daß lohnende n. Von. Stelle wi kriegsinvalide Rentenempfänger und dauernde e eee in den Korps⸗ bekleidungsämtern finden können. Bei der Ausdehnung und Vielseitigkeit dieser Betriebe kommen für die Anstellung nicht nur ausgebildete e und Schneider in Betracht; vielmehr ist auch solchen dwerkern, denen infolge ihrer Verletzungen die Ausübung ihres früheren Berufes nicht mehr möglich ist, günstige Gelegenheit geboten, sich durch Umlernen eine dauernde Unterkunft zu sichern. Sie werden als Zivilhandwerker behandelt und erhalten dementsprechenden Lohn. Die Kasernierung kommt für sie nicht in Frage; für ihre Unterkunft müssen sie selbst sorgen wie jeder Zivilhandwerker. Nähere Auskunft erteilen die Vorstände der Bekleidungsämter. * Gefangenensendungen sor packen! Wiederholt sind Klagen laut gewo rentenempfän⸗ fältig ver⸗ en, daß Pakete 5 an kriegsgefangene Deutsche in Frankreich eines Teils ihres nhalts beraubt am Bestimmungsorte angekommen seien. angelhafte Verpackung der Pakete ist zweifellos nicht ohne Einfluß auf die eingetretenen Verluste gewesen. Es wird daher empfohlen, die an Kriegsgefangene abzusenden⸗ den Pakete fest in Leinwand oder dergl. einzunähen. Nach den gemachten Beobachtungen sind derartige Pakete fast ausnahmslos in gutem Zustande und mit ihrem ganzen Inhalt in die Hände der Empfänger gelangt. Obstpreise und Kreisverwaltungen. Aus unserem Leserkreise wird uns geschrieben: Noch streitet man ch herum, wer die künstliche Verteuerung der bisherigen sternte verschuldet hat. Das Problem wird wohl einst⸗ mals gelöst werden. Wichtiger ist es aber jetzt, darauf hin⸗ wirken, daß die kommende Obsternte zu erschwing⸗ chen Preisen der Bevölkerung zugut kommt. Ein noch dessen Rede sich eventuell b kaum dagewesener Apfel- und Birnsegen steht beuor. Hierbei haben in erster Linie die Kreisverwaltungen als Haupt⸗ 5 1 7 die Preisbildung in der Hand. Es ist zu hoffen, aß die Hreisverwaltüngen sich durch die berech⸗ tigten Interessen der Bevölkerung bei der Preisfest⸗ setzung leiten lassen. * Kupfer, Messing und Nickel. Die von uns in der gestrigen Nummer angekündigten Ausführun gs bestim⸗ mungen des Kreisausschusses zur Metallbeschlagnaßhme finden sich bereits in der heutigen Ausgabe des„Gießener Anzeiger“. Sie seien der Aufmerksamkeit der Leser dringend anempfohlen, denn im Gegensatz zu vielen amtlichen Bekanntmachungen, die der Krieg mit sich bringt, betrifft die Beschlagnahme von Kupfer, Messing und Nickel alle Haushaltungen. Die Aussührungs⸗ bestimmungen bringen namentlich die notwendige Klarheit dar⸗ über, was alles von der Meldepflicht und der Beschlagnahme betroffen wird. Man legt Wert darauf, das gewünschte Ziel, nämlich die Sicherstellung der notwendigen Metallvorräte, vor⸗ nehmlich auf dem Wege der freiwilligen Ablieferung zu betroffen und die zwangsweise Enteignung und Einziehung der betro fenen Gegenstände nach Möglichkeit zu vermeiden. Die Bürgermeistereien werden für geeignete Sammel⸗ und Aufbe⸗ wahrungsstellen zu sorgen haben. Die Bekanntmachung enthält ferner die für die abzuliefernden Gegenstände festgesetzten Preise, e betreffenden Termine und die Strafbestimmungen für Zu⸗ 1 *Die Abgabe der Steuererklärungen für das Jahr 196. In einer Bekanntmachung in der vorliegenden Nummer werden die zur Steuererklärun g Verpflichteten von den Finanzämtern Gießen, Butzbach, Grünberg und Hungen auf⸗ gefordert, ihre Erklärungen zu den näher bezeichneten Terminen bei den zuständigen Stellen einzureichen. Verleitung zum Bruchdes Lehrvertrags. Wie vor ei f Zeit mitgeteilt, wurden in einzelnen Ge⸗ genden des Großherzogtums im Auftrag größerer auswär⸗ tiger Baufirmen Ar eitskräfte für Armierungsarbei⸗ ten in den 7 ten Gebieten durch Agenten angeworben und hierbei auch Lehrlinge, die durch Lehrvertrag noch gebunden waren, zur Aufgabe ihrer Lehrstelle veranlaßt. Die Lehrlinge 5 1 12 hierdurch nicht nur aus ihrem Beruf herausgerissen, sondern auch größeren Gefahren in mehr⸗ facher Hinsicht b außerdem erwachsen dem Hand⸗ werk bedeutende Nachteile durch Entziehung der erade jetzt so nötigen Arbeitskräfte. Die werks⸗ mer hat im Hinblick hierauf die vorgebrachten Be⸗ schwerden Großh. Ministerium vorgelegt, und es wurden von dort Untersuchungen eingeleitet. Nunmehr ist eine Ver⸗ fügung des Kriegsministeriüms an das Stellv. General⸗ kommando des 18. Armeekorps ergangen, wonach die Ver⸗ öffentlichung von Anzeigen, in denen Handwerker und Ar⸗ beiter für Festungsbauten in den von dem deutschen Heere besetzten Gebieten gesucht werden, in Zukunft nicht mehr für notwendig gehalten werden. Nachdem Anweisung er⸗ gangen ist, daß Armierungsarbeiter nur noch ausnahms⸗ weise und nur mit kriegsministerieller Genehmigung an⸗ geworben werden sollen, dürften solche Anzeigen auch kaum noch erscheinen. “ Paketverkehr mit der deutschen Südarmee. Der Privat-, Paket⸗ und Frachtstückgutverkehr an die Angehörigen der deutschen Südarmee ist wieder freigegeben. Bei Zweiseln über die Zugehörigkeit der Truppenteile wird eine vor— herige Anfrage bei dem nächsten Paketdepot mittels bei den Post⸗ anstalten erhältlichen grünen Karten empfohlen. Landkreis Gießen. d Großen ⸗Buseck, 19. Aug. Dem zurzeit hier auf Urlaub weilenden Unteroffizier bei der Korps ⸗Fernsprechabteilung des Marinekorpss Wilhelm Becker wurde das Eiserne Kre u 2. Klasse verliehen. Großen-Buseck, 18. Aug. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt Lehrer Valentin Stumpf aus Groß-Rohrheim, zuletzt in Gkoßen-Buseck, Leutnant der Reserve im Infanterie- Regiment 117. O Langsdorff, 17. Aug. Musketier Ernst Bender von hier beim Reserve⸗Infanterie-Regiment 224, wurde mit der Hessischen Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet. O Grünberg, 17. Aug. Der Kriegsfreiwillige Willi Andrae von hier, der an elnem Aus bildungskursus für Offiziere teilnahm, wurde zum Leutnant befördert. Stockhausen, 17. Aug. Bei dem gestern über unsere Gemarkung hinziehenden schweren Gewitter, das von einem starken Regen begleitet war, schlug der Blitz in ein Gebäude der biesigen Eisensteinwäsche, ohne zu zünden oder sonstigen Schaden anzurichten. Ebenso schlug der Blitz bei Klein⸗Eichen im Felde in die Erde. Ganz in der Nähe standen am Waldrande Leute aus Klein-Eichen, die mit dem Schrecken davonkamen. § Lauter, 18. Aug. Der Vizeseldwebel und Offiziers aspirant Theo Feldmann in Lauter ist zum Leutnant befördert worden. Kreis Alsfeld. * Aus dem Ohmtal, 18. Aug. Die letzten Gewitter waren trotz der nicht hohen Temperatur von hestigen elektrischen Entladungen begleitet. Vier Blitzschläge wurden beobachtet. In der Gemarkung Ober⸗Ohmen fuhr der Blitz in einen Feldrain im sogen. Judenloch. Ein Mann beobachtete den Einschlag vom nächsten Waldsaum aus. Bei Ruppertenrod traf ein Blitzstrahl einen Kirschbaum. In der Nähe Merlaus wurde vom Blitz eine Pappel getroffen, in Nieder⸗Ohmen auf freiem Felde ein 15jähriges Mädchen erschlagen. Mücke, 18. Aug. Die Obstbäume an der Straße zwischen Grünberg und hier hängen so voll Aepfel, daß ein großer Teil der Bäume gestützt werden mußte. Gerade an der Straße hat das Obst viel unberusene Liebhaber. Die Straßenwärter haben dadurch viele Arbeit. Um die schon der Reife entgegengehenden Sorten vor Nachstellung zu bergen, wurden die Sorten Kaiser Alexander, Gravensteiner u. a. in Körben gepflückt und ver⸗ steigert. Der Korb wurde mit durchsechnittlich fünf Mark be⸗ zahlt. Angesichts der zu erwartenden reichen Apfelernte ist das kein billiger Preis. Kreis Lauterbach. r. Lauterbach, 18. Aug. Die diesjährige Gravelotte⸗ feier wurde gestern abend durch den hiesigen Kriegerver⸗ ein in der üblichen Weise begangen. Ein im Burghof aufgestellter Zug, an dem außer den Mitgliedern des Kriegervereins auch die in den beiden Vereinslazaretten untergebrachten Verwundeten, soweit sie marschieren konnten, sowie die Jugendkompagnie teil⸗ nahmen, bewegte sich zunächst nach dem Kriegerdenkm al am Hohhaus, woselbst der zweite Vorsitzende Gebhardt einen Kranz niederlegte. Sodann wurde nach dem Denkmal auf dem Friedhofe marschiert, wo Stadtpfarrer Schl öss er eine Ge⸗ dächtnisrede über die große Zeit von 1879 hielt und auch der jetzigen ernsten Zeit gedachte. Eine patriotische Nachfeier im Johannisberg bildete den Schluß des Gravelottetags. Starkenburg und Rheinhessen. h. Darmstadt, 18. Aug. An den Folgen eines schweren Darmkatarrhs starb auf dem östlichen Kriegsschauplatze Prinz Wilhelm zu Löwenstein, Major à la suite der Armee. Der Verstorbene gahörte der Linie Löwenstein⸗Wertheim⸗Falcken⸗ burg an und wohnte seit Jahren hier in Darmstadt. Er erreichte ein Alter von 51 Jahren. Graf Adolph zu Erba ch⸗ Fürstenau, k. und k. Rittmeister im 1 Nr. 12, ist am 13. August auf dem östlichen Kriegsschauplatz gefallen. Hessen⸗Nassau. Marburg, 18. Aug. Auch in hiesiger Stadt werden jetzt mehr und mehr gegen die Lebensmiittelteuerung seitens der Stadt sowohl wie auch seitens anderer Kreise Schritte ei eleitet. So wird u. a. geplant, vom nachsten Samstag an auch einen städtischen Gemüseverkauf ins Leben zu rufen. Ferner wurde in einer Sitzung einer Anzahl Vertreter von Beamten⸗, n 5 CC Angestellten⸗, Arbeiter- und Frauen-⸗Vereinen beschlossen, einen örtlichen Kriegsausschuß für Konsumenten⸗Inter⸗ essen ins Leben zu rufen. Außerdem ist für nächsten Freitag eine Versammlung einberufen, in der ein Hausfrauen⸗Verein gegründet werden soll.— Auf dem heutigen Wochenmarkte 9206 en die Preise für Frühkartoffeln von 6,50 Mark auf Am 16. August abends Mark der Zentner zurück. th. Rodheim a. d. B., 18. Aug. schoß der Kgl. Oberförster Obistreis von der Struͤbach einen starken Zehnender im Distrikt Eulenkopf. Es ist dies seit Jahren der erste stärkere Hirsch, der in den fiskalischen Waldungen des Dünsbergs erlegt wurde. h. Frankfurt a. M., 18. Aug. In besonders herzlicher und feierlicher Weise feierte Frankfurt heute den 86. Ge⸗ burtstag des Kaisers von Oesterreich. Im Dom fand frühmorgens ein Levitenamt statt, das außerordentlich stark be⸗ sucht war. Sämtliche Behörden, hunderte von Kriegern und fast alle österreichischen Stagtsangehörigen nahmen an der Feier teil, die durch erlesene musikalische Darbietungen ein besonders eindrucksvolles Gepräge erhielt. Tiefen Eindruck machte es, als in die Klänge des Tedeums plötzlich die Siegesglocken von Kowno hineinläuteten. Heute nachmittag fand im Zoologischen Garten ein Festkonzert statt, dem später ein von Tausenden besuchter„Oesterreichischer Abend“ folgte. Die Stadt hatte zu Ehren des Tages ein reiches Festgewand angelegt. h. Kelkheim i. T., 18. August. Auf Anordnung der Bür⸗ germeisterei darf sich nach 8 Uhr abends niemand mehr in den hiesigen Feldern aufhalten. Kindern ist das Herum⸗ laufen in der Gemarkung überhaupt untersagt.— Die in der Ge⸗ markung Kelkheim gezogenen Kartoffeln dürfen nicht aus⸗ geführt, sondern müssen in Kelkheim verkauft werden. Für die Bedürftigen der Gemeinde wurde das Fallobst und das Lesholz im Walde an bestimmten Tagesstunden zum Einsammeln frei⸗ gegeben. h. Nister, 18. Aug. Hier verstarb der Fabrikarbeiter Wilhelm Schlauch an einer langwierigen Krankheit. Da wegen dieses Leidens sein Wunsch, ins Feld ziehen zu können, nicht erfüllt werden konnte, vermachte er seine gesamte Hinterlassen⸗ schaft testamentarisch den notleidenden Ostpreußen, um auf diese Weise dem Vaterlande dienen zu dürfen. Dem Wunsche des schlichten Mannes ist von den zuständigen Behörden entsprochen worden. J — Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeiee am 21. August 1915: Freitag abend 7.05 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbatausgang 8.20 Uhr Wochengottesdienst: Morgens 6.00, abends 7.00 Uhr. — Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Eine wesentliche Aenderung in der Wetterlage ist auch heute nicht eingetreten. Das im Norden über der Ostsee lagernde De⸗ pressionsgebiet wird langsam an Einfluß für unsere Wetterlage verlieren, jedoch werden wir zunächst für morgen immer noch meist trübes Wetter zu erwarten haben. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 20. August 1918 Wolkig, meist trocken, kühl, nordwestliche Winde. 8 Letzte Nachrichten. Der Fall Kownos im neutralen Auslande. Rotterdam, 19. Aug. Die dung, daß Kowno, die allgemein als eine der stärksten russis Festungen im Westen gehalten wurde, gefallen ist, hat in Holland großes Auf⸗ sehen erregt. Ueberall sammelten sich Menschenmengen vor den Redaktionsgebäuden, wo die fettgesetzten Aushänge mit der diesbezüglichen Mitteilung des Großen Hauptquartiers eifrig ge⸗ lesen und besprochen wurden. Geplänkel an der bessarabischen Grenze. Wien, 19. Aug. An der bessarabischen Grenze finden größere Geplänkel statt. Es gelang, die Russen über⸗ raschend anzugreifen und aus den Frontstellungen zurückzuwer en. Gegenangriffe waren erfolglos. Wir machten viele Gefangene. Die türkisch⸗bulgarische Verständigung. Basel, 19. Aug, Aus Saloniki meldet„Neon Asti“, daß die Türken bereits das Gebiet von Lomestica räumen, so daß die türkisch⸗bulgarische Verständi als abgeschlossen zu betrachten sei. Nach einer Mel ung der„Basler Nachrichten“ hat die bulgarische Regierung mit sofortiger Wirkung die strengsten Paßvorschriften erlassen, wie sie nur in kriegführenden Staaten gehandhabt werden. König und Ministerpräsident einig. 5 Amsterdam, 19. Aug. Reuter meldet aus At hen, da die Unterre zwischen dem König und Venizelos keinen unangenehmen Eindruck hinterlassen habe, wie es anfänglich nach der letzten Audi hieß. Beide seien vielmehr in den Haupt⸗ punkten einig gewesen. Ein Zusammenstoß zwischen Engländern und Griechen. K t t i 1 1* ichtamtlich. 1— e u s a benen e dean ne 5 i 5 änder bese⸗ mehrere institu e ie in Kranterhaser, in die sie ie e 5 da die Krankenhäuser in Aegypten, auf Lemnos und in der sanbai überfüllt sind. Aus dem Budgetausschuß des Reichstags. 5 Berlin, 18. August. Der Budgetausschuß des Reichstages setzte heute vormittag die Beratung der Maßnahmen betr. die Lebensmittel⸗ versorgung fort. Ein fortschrittlicher Abgeordneter er⸗ klärte, nach dem Muster von Posen müßte eine Organisation des Handels mehr als bisher in den Dienst der Lebensmittel⸗ versorgung gestellt werden. Einverstanden erklärt sich der Redner damit, daß nicht bloß die Riesenmühlen für die Reichs⸗ getreidestelle beschäftigt werden sollen. Ueber die Spannung zwi⸗ schen Getreide- und Mehlpreisen werde zu reden sein, wenn die von Unterstaatssekretär Michaelis in Aussicht gestellte Unterkom⸗ mission ihre Arbeit beendigt haben werde. Die Höchstpreise wurden leider erst sehr spät eingeführt, was zur Folge hatte, daß sie hoch ausfallen mußten nach der inzwischen getriebenen spekulativen Preistreiberei. Die Opfer der Landwirtschaft sollen gax nicht bestritten werden, sie liegen ganz besonders auf dem Gebiet der hohen Futterpreise, die vor allem den Klein⸗ und Mittelbesitz am härtesten treffen.— Zur Verhütung einer Unterernährung müssen die Brotrationen so bald als mdglich er⸗ höht werden. Es gibt immer noch Stadtgemeinden, die sich an die Brotkarte nicht kehren. Es muß dafür gesorgt werden, daß im ganzen Reich einheitlich vorgegangen wird. Daher werde eine erschöpfende Statistik über die Vorräte und die Einfuhr erwünscht. Die Aussichten auf eine reiche Kartoffelernte lassen eine leichterung auf dem Futtermarkt erhoffen. Es müssen Höchstpreise für Kartoffeln eingeführt werden, allerdings nicht übermäßig hohe, aber auch nicht wieder so niedrige wie im vergangenen ten. Dieso Höchstpreise dürsen nicht für die ganze Ernte gelten, weil man nicht beurteilen kann, wie sich der Futtermittelmarkt ge— stalten wird, wenn eine Einfuhr vom Balkan möglich wird. Ver Redner weist auf einen sortschrittlichen Antrag hin, wonach die Landwirte für das enteignete Getreide Futtermittel erhalten sollen. Er spricht sich dann weiter für eine Beschlagnahme der Kar- toffeln in dem Maße aus, als zur Versorgung der Stäbte nötig ist. Die beschlagnahmten Kartoffeln mußten gleich den Verbrauchern zugeführt werden. Die Gemeinden könnten den Bedarf angeben Die Preise der Kartoffelfabrikate entsprechen nicht den seiner zeitigen billigen Kartoffelpreisen, unter denen die Fabriken ge kauft haben. An den Verlusten der Gemeinden müßten sich die Einzelstaaten beteiligen. Die Zuchersteuer ist wenigstens vor übergehend aufzuheben! Die Zuclerpreise können erheblich herabgesetzt werden, ohne daß die Fabriken Not leiden. Der Be schlagnahmepreis für Reis war nicht angemessen, da auf den Einstandspreis keine Rülcksicht genommen war. Gegen den Wildschaden ist nichts geschehen, die Behörden haben hier völlig versagt. Ein sozialdemokratischer Redner führte aus, daß die stellenweise große Not in der Bevölkerung, insbesondere der Angehörigen der Kriegsteilnehmer auch von manchen General kommandos anerkannt werde. Um festzustellen, wo der Wucher getrieben wird, muß einmal eine Kontrolle des ganzen Laufs der Lebensmittel vom Produzenten bis zum Konsumenten durchgeführt und dazu eine Zentralstelle für Lebensmittelversorgung geschaffen werden. Beschlagnahme ist nötig als Voraussetzung Entschließung wird der Reichsfanzler ersucht, die Getreide⸗ und Mehlhöchstpreise weiter herabzusetzen, für Kartoffeln eine ähnliche Verteilungsorganisation zu schaffen wie für Brotgetreide, wobei die Aufbewahrung der 8 Menge zum größeren Teil den, Verbrauchern überlassen werden kann, endlich Höchstpreise für Fleisch, Milch, Fette, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst mit An⸗ passung an die Durchschnittspreise vor dem Krieg, an die Pro⸗ duktionskosten, aber auch an die Zahlungsfähigkeit der minder⸗ bemittelten Bevölkerung einzuführen und mit Hilfe der Gemeinden eine Hilfsorganisation zum Verkauf dieser Gegenstände zu schaffen. Ein nationalliberaler Bauernbündler polemisiert gegen die Bestrebungen, die auf Erhöhung der Höchstpreise abzielen und weist auf die Not in den Kreisen der gering besoldeten Beam⸗ ten und des kleinen Mittelstandes hin, die eine verschärfte Teue⸗ rung durchaus unerwülnscht erscheinen lasse. Die jetzigen Höchst⸗ preise, die leineswegs eine Bereicherung der Landwirte bedeuten, find angemessen. Ein Redner der Reichs partei erklärt: Die Höchst⸗ preise für Brotgetreide sind nicht zu hoch, wenn man berücksichtigt, daß der Krieg die Landwirte besonders schwer durch Aushebung der Pferde, Beschlagnahme des Sal⸗ peters usw. treffe. Dann polemisiert dieser Redner gegen bie Agitation aus Konsumentenkreisen auf Her⸗ allsetßung der Höchstpreise. Nach diesem Redner trat die Mittags pause ein. In der Nachmittagsitzung setzte die Budgetkommission die Weiterberatung über die Lebensmittelversorgung einstweilen aus sen. Insbesondere in Ausnahmefällen soll Reichshilse eintreten Er macht schließlich darauf aufmerksam, von einer vernünf⸗ tigen Verteilung der Lasten dieser Unterstützungen zwischen Reich, Einzelstaaten und Gemeinden nicht gut abgegangen werden lann. Wohlfahrtseinrichtungen sollen soweit als irgend möglich geför⸗ dert werden. Ein Zentrumsantrag will 200 Millionen Mark im Rahmen des Nachtragsetats für Gewährung von Wochenbeihilfen während des Krieges, sowie zur Unterstützung von Gemeinden oder Gemeindeverbänden auf dem Gebiete der Kriegswohlfahrts⸗ pflege, insbesondere der Erwerbslosenfürsorge und der die gesetz⸗ lichen Mindestsätze Übersteigenden Unterstittung von Familien der Kriegsteilnehmer bereitstellen. Hierzu erklärt der Schatzsekre⸗ tär, daß die eee wiederum eine erhebliche Summe zur Verfügung stellen werde, wie es schon ei durch den 200-Milltonen-Fonds geschehen ist. Der Ausschuß beschäftigte sich dann mit der amerikanischen Note; diese 1 wurden für vertraulich erklärt. Ein fortschrittlicher Antrag wünscht, daß den Beamten und Pensionären des Reichs und den Arbeitern der Reichsbetriebe, soweit alle diese auf geringere Bezüge angewiesen sind, weiterhin den Militärrentenempfängern und Militäuinvaliden Kriegsteue⸗ rungszulagen nach Zahl ihrer Familienangehörigen gewährt, sowie die Familienunterstützungen der Mannschaften erhöht und auf die baldige Zahlung der Reichsentschädigung einschließlich der ge⸗ zahlten Zinsen an die Lieferungsverbände hingewirkt werde. Diesem Antrag glaubt der Unterstaatssekretär nicht in vollem Umfang zustimmen zu können. 0 einer richtigen Verteilung, auch beteiligt sein. Der die Errichtung der vorhin erwähnten! verlangt wird, daß den mit der Preisfeststellung der Lebensmittel betrauten Kommunalverbänden die Befugnis erteilt w den Produzenten, Groß- und Kleinhändlern über die Pre sowie von den Verbrauchern über ihre Vorräte unter Strafan⸗ drohung Auskunft 5¹¹ meister 7 Redner 5 fordern. Nachruf. Am 17. ds. Mts. verschied nach schwerem Leiden unser lieber Werk, Heinrich Schreiner. Wir verlieren in ihm einen ge— rechten, auf das Wohl seiner Mit- arbeiter bedachten Vorgesetzten und werden ihm, nachdem er uns nach 26 jähriger Tätigkeit entrissen wurde, ein ehrendes Andenken bewahren. Die Arbeiter der Zigarrenfabrik Wilh. Meyer Wieseck, 18. August 1915. Trauer Hüte. Scheier Wiln. Moll, Seltersweg 36. stheumatismus-, Ischias- und Gichtleidencdde nehmen die glänzend bewährten Petrin- Tabletten Eine solche Zeutralstelle darf nicht allein dem Bundesrat überlassen werden, der Reichstag muß an ihr Anträge, in denen t, weiter entralstelle geforder In einer sozialdemokratischen wesentlichen auf Todes-Anzeige. Heute morgen 7 Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden mein Gatte, unser unvergesslicher Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Konrad Schäfer Kreisstrassenwart im 58. Lebensjahr. Die trauernden Hinter Familien Schäfer, Schienbein, Lein. Hausen, den 18. August 1915. Die Beerdigung findet Freitag, den 20, August, nach- mittags 3 Uhr, statt. 6704 en billigste Preise Gιαεn bliebenen: 04466 Unterzeichneten statt. Der Jagdvorsteher. Schlund. [Soldlaten-russ- u. 1 Prund nur 25 Pf. ra 3 05 Jagd⸗ Verpachtung. „„Donuerstag, den 26. August d. Js., nachmittags br, findet die Verpachtung der Jagd der Gemeinde Oberwalgern, Kreis Marburg, in der Wohnung des und ging zu dem Nachtragsetat über. Der Schabzsekret ahr gab zunächst eine Uebersicht über die Finanzlage. Diese ist durchaugz günstig. N eine Erhöhung der erde, von sstützung an die Angehörigen der Kriegsteilnehmer hinauslaufen. bildung,[Der Schatzsekretär hält eine Aenderung der Bestimmungen über diese Unterstützungen während des Krieges kaum für möglich, verspricht aber, soweit irgend angängig, Erleichterungen zu f Naturreine Marmeladen nan der Obstbau-Kolonie „Eden'frisch eingetrossen von neuer Ernte 5 Nesorn haut, Krenplatz. . Dann ging der Reichsschaßsekretär auf die aus der Mitte des Ausschusses gestellten Anträge ein, die im Kriegsunter⸗ Ein chaf⸗ Verschiedene Larterre und II. Stock eee Strasie 25, für ofort odex spätex bezlehbar, zu verm. Schöne Wohnungen m. allem Zubehör, Näher im Hause und durch L. Althoff, Walltorstr. 16, Tel. 230. 5668 5 i iar Wobnung Füchenlampen Wallorst. 1 e Hängegas. 5 r u, vermieten. onatlich a. Hanges eng enen Pie 30.—. dee) Nüberes Carl Schunck, Bahnholstr. 54. Zowelss- Fuller in Streu- büchseng0 Pf. AdI.-Drog. Jeltersw. 30. Otto Schaal. gps Reform- Waschpulver srei von schädlichen Stoffen und kostet 8b Ieformhaus Kreuzplatz 5. 607 6701 Prima feinste holländische Schellfische u. Kabliau in tadellos frischester soeben eingetrossen u. billigst bei August Wallenfels Nolonlalwaxen, Dellkatessen und Weinhandlung N Gießen Bestellungen erbitte nur frühzeitig. Telephon 202 are 53186 Marktplabs 17. 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