Ur. 102 Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. 05„Siehener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Siezen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zelt⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. General⸗An 165. Jahrgang Gießener Anzeiger zeiger für Oberhessen dienstag, 17. August 1015 1 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul ⸗ straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: e 51, Schrist⸗ leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Karl Franz Josef. Zum 47. August. Vom Dr. Hans Wantoch Wien). Am 17. August tritt Oesterreichs künfti⸗ fer neumundzwanzigste Jahr seines Lebens. e i Kaisers Geburtstag“. Der Patriarch unter den europäischen Monarchen, Kaiser Franz Josef, wird 85 Jahre. Niemals wird das„Gott erhalte“ inbrünstiger gebetet worden sein, als an diesem Tag in diesem Jahr, Nie wurde es den Oesterreichern eindring⸗ licher bewußt als in diesen dretzehn Monaten des größten Krieges, was für die Macht des Staates, für das Wohl der Völker und das Wohlergehen jedes Einzeknen die Person des Kaisers bedeutet, und. über alles Erwarten die alte Habsburgermonar⸗ chte sich in den 67 Regterumgsjahren dieses Greises verjüngt hat. . e es war 1 vielen, vielen n Fest, ge n im Kalender. uer flammten auf den Höhen der Berge. Die Kelche der Gäste in den eleganten salontirolerischen Berghotels klangen aneinander. Es war ein Gipfelpunkt und zugleich das Ende der sommerlichen Saison. Bald nach Kaisers Geburtstag schnürten die Wiener ihr Ränzel und kehrten heim in die Stadt. Kaisers Geburtstag war eim Datum in jedem österveichischen Jahre. Aber ein hübscher und liebens⸗ würdiger Zufall, wie ihn der Witz der Weltgeschichte zuweilen liebt, hat es gefügt, daß sich künftig, in den Tagen unserer Kinder und Enkel, daran nicht viel zu ändern braucht. Eine Verschiebung um 5 5* Tag: Oesterreichs künftiger Kaiser ist am 17. August Nun tritt er in sein neunundzwanzigstes Lebensjahr. Das 29. Jahr: gewiß, das bedeutet nicht viel. Es ist ein geringer Teil von dem, was einem Menschen zugemessen ist an latenter Kraft des Leistens und Wirkens. Aber— erinnern wir uns ein wenig — in diesem Alter hatte Franz Josef schon ein gutes Stück größ⸗ ten und schwersten Erlebens hinter sich. In diesem Alter hatte er schon Altösterreich, das 1848 und 49 auseinander zu fallen drohte, in eine neue und feste Form gebracht. In diesem Alter hatte er 1859 bereits erlebt, und das erstemal die treulose Tücke des Feindes erfahren, gegen den er— fast noch Knabe— 1848 das erste, als Jüngling das zweite, als Mann— 1866— das dritte als Greis nun das vierte Mal zu Felde zieht. 29 Jahre: in diesem Alter war ein anderer Karl, der Sieger von Aspern, bereits Generalissimus der kaiserlichen Armeen. Karl Franz Josef blieb auch als Thronfolger was er war, er blieb ein bescheidener Schüler, ein eifriger Lerner, er machte von dem Vorrecht seiner Geburt, im Sturmlauf die Rangleiter der militärischen Karriere zu durchfliegen, keinen Gebrauch. Auch in diesem Jahr lernten wir ihn nur als den senhaftesten Zuschauer kennen, im Haupt⸗ quartier, bei den Korps⸗ und Divistonsstäben, in eroberten und wiedergewonnenen Orten, im Norden und im Süden, ber allen Truppenteilen, allen Regimentern, allen Völkern in Feldgrau: und Karl Franz Josef weiß nun haarklein, aus eigener Anschauung, wie jedes Regiment, jede Waffe, jedes Volk in Oesterreich sich schlägt. Ein Zuhörer und Zuschauer auch in diesem Jahr, wie früher bei den Schotten im Gymnasium in Wien, wie später, in Gesellschaft von Universitätsprofessoren, in Prag, wie nachher und durch lange Jahre an der Seite der gewaltigsten Persönlichkeit des Desterreich, an der Seite seines Oheims und Vormunds Franz Ferdinand. Ein Zuhörer und Zuschaer: Und, die ihn näher kennen bernten, sagen, er sei ein Meister in dieser Kunst. Aber nur wenige kennen ihn näher. Von diesem Mann, der einst über 50 Millionen Menschen und eine der wich⸗ tigsten Persönlichkeiten Europas sein wird, weiß die breite Oeffent⸗ lichkeit nicht viel mehr als dies: daß er der erstgeborene Sohn des bezaubernd schönen und sprühend temperamentvollen Erzherzogs Otto und der sauften, sächsischen Königsschwester Maria Josesa ist, * Tochter 1 ehr eigenwill i 8 done 1 — di 8 i illi 1 obert von a, die Jugendgespielin, die Jugen debe Erzherzogin Zita gefreit, daß er auf dem zweitürmigen, hellbraunen Schloß Wartholz(von Ferstel, dem Ringstraßen⸗Ferstel erbaut), in dem kleinen Semme⸗ ringsort Reichenau Kindheit, Flitterwochen und erste Mannesjahre verlebt hat und daß ihm gleich als erstes Kind der ersehnte Thron⸗ erbe geboren worden ist. Dieses Leben war vom Schicksal treu be⸗ hütet. Dieses Leben nahm einen glatten, hindernislosen und un⸗ tragischen Es war ein Leben, das„helle und aus⸗ be schafft. Es war das Leben eines Götter⸗ lieblings. g So sah Oesterreich mit stillem Behagen durch ein volles 1 diefes Leben reifen. Entzückt von seiner Anmut, gefesseit von dem Charme seiner bescheidenen Freundlichkeit, voll Vertrauen in seine vertrauensvolle Güte, die fast einen Schimmer von der Milde Franz Josefs hat und einen Glanz von seiner Beliebtheit. Das Dasein Karl Franz Josefs ist den Oesterreichern eine so selbstverständliche Sache, gleichsam— wie das Dasein Franz Josefs— eine Staatsinstitution geworden, daß man nicht viel weiter nach ihm fragte. Karl Franz Josef ist der wenigst biographierte Thronerbe. „In Niederrösterreich wuchs er auf, dort, wo es am nieder⸗ österreichischsten ist und den Zauber der betörend sanften, man möchte sagen: Wiener Landschaft am reizvollsten spiegelt. Persen⸗ beug in der Wachau, der alten Nibelungenstraße, ist sein Geburts⸗ ort. Und ganz wie ein niederösterreichischer Gutsherrnsohn, der seine Jucker kutschiert, der viel in freier Luft ist, sieht er aus. Rotgebrannt von der Sonne, schlank von der Bewegung, gefund und wunderbar frisch. Persenbeug war sein Geburtsort. Aber der wichtigste Ort seines Lebens war Reichenau. Das liegt so still am Fuße der Rax. Kleinbürgerliche Sommerfrischler sind da. Einen Kurpark gibt es. Oh, nicht wie in Nizza oder auch mur in Abbazia, einen Kurpark mit rauschenden Roben, internationalen Gesichtern, mondänen Alluren. Ein ganz kleiner und bescheidener Kurpark ist das, mit der Hausschürze sozusagen. Erzieherinnen rufen, Kinderwagen stehen in der Sonne, Frauen sitzen da mit der Handarbeit. Und irgendwo auf einer Bank sitzt ein junger Offizier mit seiner Frau: Karl Franz Josef und Zita... Im Winter aber gibt es nicht einmal das. Der Zug aus Wien ist das einzige Ereignis. Er bringt die Zeitung. Und täglich sah man den jungen, blonden Offizier zu Fuß den dreiwiertelstündigen Weg zur Bahnhofstrafik gehen und seine Zeitung kaufen. Das heißt: es waren mehrere, ein ganzes Pack, es waren Zeitungen jeder Richtung, denn Karl Franz Josef wünscht sich zu unterrichten. Dies war es auch, was ihn als Knaben gleich dem Sohn ganz gewöhnlicher Bürgersleute auf die ganz gewöhnliche Schulbank eines ganz gewöhnlichen Wiener Gymnasiums gebracht hat. Und dies war es wiederum, das ihn— später in Prag— mit seinem Professor für Volkswirtschaft oft und oft Banken, Fabriken, in⸗ dustrielle Etablissements besuchen ließ. Ueberhaupt: Karl Franz Josef hat eine ganz besondere und— in dem Agrarstaat Oester⸗ reich⸗Ungarn— doppelt schätzbare Neigung für diesen modernsten aller bürgerlichen Berufe, Karl Franz Josef interessiert sich be⸗ sonders für Handel und Industrie. Und diese Anteilnahme findet das nachdrücklichste Entgegenkommen von seiner Gattin: Erz- herzogin Zita ist Studentin der Nationalökonomie. Die wunder⸗ liche Neigung zur Gelehrsamkeit ist ihr angeerbt. Ihr Vater, einst der Herrscher von Parma, der 1859 sein Land an das Haus Sa⸗ voyen abtreten mußte, war Bibelforscher von Namen und Rang. Er war überhaupt eine der markantesten Persönlichkeiten des Hauses Habsburg: dieser Herzog Robert. Er lebte— fern vom Hof— am Fuße des Schneebergs in Schwarzau— seinen Wissen⸗ schaften und seinem eigenen Willen, der einmal sehr laut von sich reden machte, als er in einer Antiduellaffäre zwischen zwei öster⸗ reichischen Kavallieren für die Duellgegnerschaft Partei ergriff und einen der beiden Nichtduellanten, den Grafen Ledochowskt, an seinen Hof nahm. Der entschiedene Wille ging vom Vater auf die Tochter. Menschenfreundlich ist dieser Wille. Er stellt die Sache über die Person(selbst wenn es die eigene ist). Und Erz⸗ herzogin Zita hat einen Wahlspruch, der jedem Staatsmann Ehre machen würde: Der Wahlspruch heißt:„Plus pour vous, que pour moi.“ a. Jawohl, es ist ein fast tzianischer Zug. Er zeichnet eine bestimmende Linie um das Charakterbild des Thronfolgers. Karl Franz Josef wollte, als er Thronfolger wurde, als der Krieg aus⸗ brach, sich die Generalswürde micht ohne eigenes Verdienst erwerben. Und die erste Auszeichnung, die ihm zuteil wurde, kam nicht aus d. der k. k. Militärlanzlei in Schönbrunn. Sie kam aus dem Großen Hauptquartier Kaiser Wilhelms: das Eiserne Kreuz. Als Oberst zog er in den Krieg. Aber der bescheidene Rang war nicht nur Pose. Einer, der dabei war, hat mir erzählt: Wie der Kueg aus⸗ brach, begegnete der Oberst Karl Franz Josef im Kriegsministertum einem General der Kavallerie. Es war an einem dienstlichen Ort. Und der Oberst Karl Franz Josef klappte die Hacken zusammen. Er machte Front und erstattete Meldung, wie irgend ein Stabs⸗ offizier irgend einem General... Erst nach einem vollen Kriegs- jahr hat auch Karl Franz Josef den roten Kragen bekommen. Denn er hat Zeit, er hat das Glück der Jugend für sich und die Tragik eines Kronprinzenschicksals blieb ihm erspart. 29 Jahre wird er heute alt. Und morgen sein Großoheim 85. Der heutige Tag gehört ihm und der Zukunft. Morgen aber wird keine Lippe in Oesterreich inbrünstiger als die seine einstimmen in das„Gott halte Was der Reichstag bringt. Während die Stickstofflommission schon an der Arbeit war und der verstärkte Haushaltsausschuß heute seine Tätigkeit aufnahm, tritt das Plenum des am 29. Mai bis zum 10. August vertagten Reichstags am Donnerstag, nachmittags 2 Uhr, zusammen. Die Dauer der nepun 5 in deren Mittelpunkt die neue Kriegskreditvorlage stehen wird, schätzt man auf zehn bis zwölf Tage. Besagte Vorlage wird dem Reichstage im Rahmen eines Nachtrags zum Reichshaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1915 zugehen, und es wird darin, wie bereits mitgeteilt worden ist, ein neuer Kredit von 10 Milliarden Mk. gefordert. Bisher hatte die Volksvertretung an Kriegskrediten bewilligt: Am 4. August unf Milliarden Mk., am 2. Dezember wieder fünf Milli⸗ arden und am 20. März im Rahmen des Etats zehn Milli⸗ arden. Mit dem jetzt geforderten neuen Kredit wird also der Gesamtbetrag von dreißig Milliarden Mk. erreicht, eine Summe, deren Höhe daran zu ermessen ist, daß die ges- samte Reichsschuld vor Ausbruch dieses Weltkrieges fünf Milliarden Mk. betrug. Von den bisher bewilligten Kre⸗ diten wurden durch die erste und die zweite Kriegsanleihe rund 13¼ Milliarden Mk. aufgebracht, und die dritte Kriegsanleihe soll bald nach der Bewilligung des neuen Kredits, die selbstverständlich mit ganz überwältigenden Mehrheit(der friedensbedürftige Liebknecht dürfte nicht dazu gehören) erfolgen wird, ausgegeben werden. Ebenso ist an einem glänzenden Erfolg der neuen Anleihe— schon in Rücksicht auf die günstige militärische Lage und die große Geldflüssigkeit— nicht zu zweifeln. Es wird deshalb auch damit gerechnet, daß der Ausgabekurs der Anleihe, die wieder eine fünfprozentige sein wird, eine kleine Erhöhung, wahrscheinlich auf 99½, erfahren wird. e Ob der Reichstag noch in dieser Tagung die Vorlage über das Reichsstickstoffmonopol, mit der sich der Ausschuß schon in dieser Woche beschäftigt hat, erledigen wird, das gilt als sehr zweifelhaft, ja, man kann wohl sagen als wenig wahrscheinlich. Zwar hat der Reichsschatzsekvetär Dr. Helfserich im Ausschuß erklärt, daß die Regierung sich mit einem Monopol für den Großhandel ohne Einst kung des Kleinhandels und ohne Verteuerung der Stickstoff⸗ verbindungen begnügen wolle, aber es bestand bisher doch noch eine sehr starke Obstruktion gegen das Gesetz, und man weiß nicht, ob es in den vertraulich din Ausschu 0 verhandlungen gelungen ist, diese umzustimmen. Keines⸗ wegs kommt für die Tagesordnung dieser Som ion die Frage der Reform des Reichsvereinsgesetze in Frage. Ende Mai ist ein Ausschuß zur Beratung den Vorlage eingesetzt worden, und dieser wird sich jetzt er schlüssig zu machen haben, wie sie an den, durch zahlreiche 8 Abänderungsanträge bl umfassend gewordenen Bera⸗ tungsstoff gehen soll.! alls ist an die Inangriff⸗ nahme dieser Materie nicht vor Herb schaftlichen Kriegsmaßnahmen der Regierung wird sich zu⸗ nächst der ver karte Haushaltsausschuß beschäftigen, 14 es hängt von der Entschließung der Parteien ab, ob dan auch noch das Plenum darüber beraten wird. Es handelt sich dabei vor allem um den Wirtschaftsplan für das ne Erntejahr und um mannigfache andere wirtschaftliche Maß⸗ nahmen, die durch den Krieg und seine Folgen bedingt sind, wie die Organisierung der Arbeitsvermittlung für Kriegsbeschädigten, die Kontrolle über freiwillige Kriegs wohlfahrtspflege, die Fürsorge in der Kreditbeschaffung für den Mittelstand und dergleichen mehr. Dagegen dürfte 7 Holländischer Brief. Amsterdam, im August 1915. August 1915! Ein Jahr ist vorübergegangen, ein Jahr ge⸗ waltiger Erhebungen, aber auch wohl ee Leids. Holland ist bis jetzt vom Krieg verschont geblieben. Es durkte in dem großen Sturm die kleine friedliche Oase bleiben, der klare Spiegel, der den Kämpfenden ihr wahres Antlitz zeigt. Und doch hat der Krieg auch Holland seinen Stempel aufgedrückt. In erster Linie natür⸗ lich in den innerpolitischen Strömungen. Dort, wie auf dem Ge⸗ biete des Handels, der Industrie, der gesamten Wirtschafts politik sind chiebungen eingetreten, deren Tragweite und Bedeutung nicht nur für das niederländische Reich und seine Kolonien, son⸗ dern auch für alle übrigen Länder sich heute noch garnicht über⸗ sehen lassen. Daher kann von diesen Verän en— Vorgänge, die sich noch im statu nascendi befinden— hier noch nicht die Rede sein. Der Krieg hat aber auch dem äußeren Bilde des Landes, also jedermann sichtbar, sein eigenartiges Gepräge gegeben. Beherrscht wird dieses äußere Bild auch hier vom Heer. Aus den ungeordneten Scharen, die man zu Anfang des großen Krieges in aller Eile zusammenrief, ist eine vorzüglich geschulte und disziplinierte Armee geworden. Das militärfremde Land und Volk hat sich langsam an sein Heer gewöhnt, Interesse und Neigung wächst in allen Kreisen und mehr noch: man hat in diesen Tagen die Notwendigkeit, eine starke Wehrmacht zu besitzen, erkannt: vor kurzem erst wurde von den Kammern das Gesetz angenommen, demzufolge alle ungedienten Männer bis zum 30. Jahre(und das ist eine stattliche Zahl) eingezogen werden. Die Hauptmacht des holländischen Heeres konzentriert sich naturgemäß an den Grenzen. Aber überall im Lande, in der großen Stadt wie im klein⸗ ssen Fischerdorf, trifft man die neue grün⸗graue Uniform. In der Hauptstadt Amsterdam liegt nur eine verhältnismäßig kleine Garni⸗ son. Immerhin reichte der in gewöhnlichen Zeiten dafür verfüg⸗ bare Raum nicht aus. Außer in den Kasernen sind die Soldaten in öffentlichen Gebäuden und neuerrichteten Quartieren unter⸗ bracht. Die Amsterdamer, die sonst für ihre Garnison kaum einen lick übrig hatten, nehmen jetzt au Schicksal der in ihrer Stadt befindlichen Soldaten regen Anteil. Fast jeden Mittwoch macht die Garnison einen Rundgang durch die Stadt. Voran zieht die Mufik, eine merkwürdige Zusammenstellung mohilisierter Berufs⸗ musiker und Bauernsöhne, die vor dem Kriege sich auf Horn und Flöte übten. In der vordersten Reihe fällt der kleine, dicke Becken⸗ schläger auf, ein Holländer, der lange Jahre in Deutschland lebte und wirkte und in dortigen Künstlerkreisen wohl bekannt ist; mit elassener Miene schwingt er sein gewaltigtönendes Instrument. ann kommen die Truppen. An der Spitze die prächtige, kerzen⸗ rade und h ante Figur des Kommandanten, eines indischen etwas kleinere, freundliche . r schr schnei⸗ dige Adjutant. Dahinter die Soldaten, starke, junge, blonde Kerle, kräftig und frisch und vertrauenerweckend Die Bevölkerung zieht tanzend und singend und schreiend mit: Auch die„deftigen Myn⸗ heers und Mebrouwe“ und vor allem die jungen„meisjes“ kommen hinzu und freuen sich an dem ungewohnten Bild. Je mehr sich der Zug der Zentrum nähert, umso größer wird die Teilnahme, umso mehr staut sich die 8 5 Durch die enge„Kal⸗ verstraat“, die Hauptverkehrsader der Stadt, kommt man nur mühsam hindurch; und führt der Weg durch die„Jodenbreestraat“, dann muß der Zug wohl öfters halten. Die Haltung der Ghetto⸗ Bewohner ist übrigens bemerkenswert. Sie, die sonst nur Augen haben für ihren Verlaufsstand, ihren Laden, ihr Geschäft, lassen alles im Stich. Sie drängen sich zur Truppe hinan. Sie spötteln manchmal über die drohenden Waffen, aber meistens begleiten sie die Truppen mit teilnehmenden, ja sogar mitleidsvollen Worten. Die Soldaten lachen und ziehen lustig weiter. Nur beim Verlassen des Ghettos, am Ausgang der Jodenbreestrnat, sah ich, wie einer von ihnen einen heimlichen ehrfurchtsvollen Blick hinaufsandte zu einem Hause, das fremd und ruhig steht inmitten eines Knäuls verfallener schmutziger Gebäude. In diesem Hause lebte und litt und schuf und starb, in königlicher Einsamkeit, e Ryn. Wallenstein und die Frauen. In Schillers Wallenstein⸗Drama spielt bekanntlich, soweit der Held in Betracht kommt, die Liebe keine Rolle. Wallensteins Schicksal bleibt von der Leidenschaft der Liebe unberührt und wird allein durch die Politik entschieden. Entspricht das Bild, das Schiller hier entworfen hat, der geschichtlichen Wirklichkeit? Eine Antwort auf diese Frage gibt die feine Charakterstudie über Wallenstein, die Ricarda Huch soeben beim Insel-Verlage in Leipzig erscheinen läßt. Ihr ist offenbar bei der Arbeit an ihrer epischen Dichtung„Der deutsche Krieg“ Wallensteins proble⸗ matische Gestalt besonders merkwürdig geworden und sie versucht nun in ihrem neuen Buche die Persönlichkeit und den Charakter des rätselhaften Mannes in ihrem wahren Wesen und Kerne mit künstlerischer Anschaulichkeit herauszuarbeiten. Scharf und eistvoll kennzeichnet sie das Geheimnis des Charakters Wallen— steins mit dem Satze:„Wallenstein war zu stolz, um abhängig, zu schwach, um Rebell zu sein, das heißt, um dem herrschenden Recht seine eigene Ueberzeugung entgegenzusetzen; dies war seine Tragik.“ Bewußt oder unbewußt begann er damit eine Grund⸗ lage künftiger Macht 95 zu schaffen, indem er zum katholischen lauben übertrat und indem er sich durch Heirat Reichtum sicherte. In noch höherem Maße als jetzt war es in früheren hrhunderten selbstverständlich, daß der Mann aus praktischen Erwägungen beiratete. Nicht eine Geldheirat, sondern 3 eine Heirat aus Neigung wäre eine Abnormität gewesen un würde der Erklärung bedürfen. Immerhin, da es auch j und schöne Erbinnen gab, erregte es Aufsehen, daß Wallenst mit 25 Jahren eine alte und häßliche Frau wählte. Es sich dadurch, daß derselbe Jesuit, Veit Pachta, der ihn zum Religionswechsel veranlaßt hatte, ihm die Heirat vorschlug; lag den Jesuiten daran, daß die begüterte Witwe einen ihnen ergebenen Katholiken n damit ihre Besitzungen nicht 1 protestantische Hände fielen. Wallenstein ließ sich gern leiten wenn er fühlte, daß man es gut mit ihm meinte: er nah sogar die Vermutung zu, daß 2 Frauen gegenüber leidenschaftliche Natur war. 0 Nach fünfjähriger, kinderlofer Ehe, im Jahre 1614, starß seine Frau, und erst acht Jahre später verheiratete er sich wieder. Das war damals eine große Ausnahme; die Regel war daß ein Witwer höchstens einige Monate verstreichen ließ, bis er sich eine neue Frau nahm. Seine zweite Frau, Isabella von Harrach, gehörte dem Wiener Hofadel an und war die Tochter eines Günstlings des Kaisers; die Vorteile dieser Ver⸗ bindung liegen demnach auf der Hand. Die Ehe scheint sehn glücklich gewesen zu sein, was allerdings bei dem seltenen Zu⸗ sammensein der Gatten wenig bedeutete. Aus den Briefen Isa⸗ bellas an ihren Mann spricht eine lieblich bescheidene Zärtlich? keit, und wenn man auch in Betracht zieht, daß dieser Ausdruck ergebener Liebe Stil der Zeit war und den Frauenbriefen des 16. und 17. Jahrhunderts eigentümlich ist, so bleibt doch der Eindruck eines innigen Verhältnisses übrig. So viel sich be⸗ obachten läßt, war Wallenstein stets ritterlich liebenswürdig gegen Frauen und verständnisvoll auf sie eingehend, ohne ihnen do eigentlich näher zu kommen. 8 5 f „Er ist gewiß ein feiner Herrn, schrieb die geschiedene Herzogin von Braunschweig ihrem Bruder, dem Kurfürsten von Brandenburg,„und nicht also, wie ihn etliche Leute gemacht haben; er ist gewiß sehr courtoisch hat uns alle große Ehre erwiesen, ist gar lustig hier gewesen Besonders Frauen gegenüber, die in Not waren und feinen 1 2 uchten, war er inimer hilfsbereit. Einer evangelischen Witwe, bie von ihrem Bekenntnis nicht lassen, aber doch auf ihren * 1. 383 die Frage der durchaus notwendigen ausgiebigeren Für⸗ sorge für die Kriegsinvaliden und die Militärhinterblie⸗ benen diesmal nicht erörtert werden, da man dahin über⸗ eingekommen ist, daß diese Reform, über die man im Grund⸗ satz einig ist, besser erst nach dem Kriege durchgeführt wird, wenn sich der Umfang der erforderlichen Fürsorge und die Höhe der finanziellen Aufwendungen überblicken läßt. Was weiter die Frage der Besteuerung der Kriegsgewinne betrifft, so soll diese nach dem Plan der Regierung im Rahmen des Besitzsteuergesetzes erfolgen. Wie angekündigt worden ist, wird der Reichstag im Herbst mit dieser Frage beschäftigt werden, und die Volksvertre⸗ tung wird zweifellos dafür sorgen, daß die vielfach un⸗ geheuren Kriegsgewinne„nicht zu knapp“ für den Staats⸗ säckel und damit für die Allgemeinheit nutzbar gemacht werden. An der Hollandisch belgischen Grenze. + si Holländer sie von de war. Grenze stehen lassen, bezahlt. Für 100 der empfangen sie für also, die je in Holland erzielt wurden. schieht nach Belieben in Francs oder Mark. jenseits der Grenze arbeiten, haben auch m... 5 gungen und Schanzwerken. Was sie aber in dieser rt oder gesehen, dürfen sie nicht berichten. neuen Befesti hne jedw 8 Preis insicht gehö für dasselbe Maß 360 treten hatte, wurden für vier Tage alle Pässe eingezogen, während der Schuldige für immer seiner Erlaubnis verlustig ging. fürchteten, die Deutschen würden die Ernte selbst und ede Vergütung einziehen und bergen; deshalb machten r Erlaubnis gar keinen Gebrauch und ließen ihr Land unbearbeitet. Es zeigte sich, daß diese 8 mbeg Wohl müssen die holländischen auern alles jenseits der sie dürfen nicht einmal mitnehmen, was für eigenen Gebrauch benötigen, aber Nur der Verkauf von Heu geschie 0 Kilo empfangen sie 60 Frs., für dieselbe Menge 40 Gulden geben müssen. aber werden hohe Preise bezahlt. In früheren Jahren schwankte Weizen zwischen 80 und 110 Gulden, jetzt sie ht währ Frs. Die Auszahlung ge⸗ Die Holländer, die 20 Mil ancherlei gesehen von Einige völlig unbegründet werden vorzüglich zu ihrem Nachteil. end sie in Holland Für das Getreide Die besten Preise Seit 55 2 gibt von] B neuen durch sie geschaffenen Ver⸗ ild. 1 e e bes raht zu über⸗ noch kam auf diese Belgier ums Leben. zu springen, aber blieb über und kam unmittelbar en In. Tagen 1 en Ae den Draht e, 15 2 mit 3 Fuß stecken, schlug vorn 1 i b mit vollen Strom in Berührung. Sein toter Körper hing schwarzverbrannt am Draht und wurde später weggeräumt. Wie viele Menst werden noch als Opfer fallen, ehe man begreift, daß mit diesem Draht nicht zu spotten ist. Merkwürdig, wieviel Hunde, 13 75 und Hühner am Draht hängen bleiben. Die deutschen daten veranstalten ab und zu eine Treibjagd, die Hasen werden zur elektrischen Leitung getrieben, die dann für sie die Arbeit verrichtet. Immerhin begreift man, daß der wahre Se gler und Kurier sich von der Gefahr nicht abhalten läßt, und die sonderbarsten Mittel werden erfunden, um ihr zu ent⸗ rinnen. Mag es auch dem oder jenem doch einmal gelingen, die Grenze zu überschreiten, die neue Versperrung funktioniert doch vorzüglich, und es gehört zu den Ausnahmen, wenn jemand hinüberkommt. Wenn nun bald der Draht in seiner ganzen Länge gelegt und die Ernte geborgen ist, dann wird es so ziemlich unmöglich, die Grenze zu überschreiten. Die Ernte in Belgien an der holländischen Grenze steht übrigens prächtig. Durch die ** Behörden wird alles aufgekauft. Die Bauern dürfen behalten, was sie für eigenen Gebrauch nötig haben. Den Rest halten sie ausgezahlt, nicht in Gutscheinen, wie das bei den equisitionen geschieht, sondern in Geld. Auch die Holländer, die auf belgist Gebiet ihr Gut haben, müssen gegen gleiche edingungen ihre Ernte zur Verfügung stellen. Im Frühling tten sie keine Erlaubnis erlangen, ihr Land selbst zu bearbeiten. 5 inte, sie müßte zu diesem Zwecke wie sollte man die h über die Grenze durfte? ch Regierung ist diesem Uebel⸗ Di. 5 erhielten für sich hl Arbeiter Pässe und konnten nun ihr * Gütern bleiben wollte, erteilte er die erbetene Erlaubnis und ies seine Beamten dn 50 ihr unser Herr bes⸗ — Sind die Indianer musikalisch? Wenn wir ein recht unmusikalisches, durch und durch übel t bezeichnen wollen, so nennen wir es wohl ein . mit dieser Bezeichnung tun wir neueren gemacht. wo Indianer noch ikalischen Weisen durch musikalische Begabung „Schumann, Cho be dee uche prcht sebenfail sollte. schwister die können. h. Fulda deutscher Bischöfe wir und hohen geistlichen Würd geren Jahren nicht beobacht abend trafen in der festlich geschmückten dinal von Hartmann ⸗Köln, burg, Fürstbischof Dr. Bertr rier, Metz, Rottenburg, Osnabrück, Ermland und Culm, N. ischof Dr. Lö Gnesen, Domkapitular Hageman burger Bischof trifft erst am Mittwoch bayerischen Oberhirten sind diesmal sämtl. lands in Fulda versammelt. Eine Andacht bildet den Beginn der von Kardinal Hartmann handlungen. Deutschland führt in Bel Unmittelbar vor Ausbru gierung dem P allgemeine Sch Der Ausbru Gesetzes verhindert. unterrich Einschränkungen bestand da sollte, seine Kinder in die Umkreise von 4 Km. von seinem Wohnorte seinen politischen oder konfessionellen Auschauun griff bald nach der Sache auf und erlie t unter In weiter Auch de Sparsamkeit in der Schule. Uns Eine sehr beachtenswerte Verfügung hat die badische Unterrichts- verwaltung an die Direktoren der höheren Schulen, an die Kreis- toren der Volksschulen erlassen. Die Instanzen auf darauf zu achten, daß welche eben vermieden werden Es dürfen insolgedessen schulinspektoren und an die Rel Schulbehörde fordert diese alle Ausgaben für die S können, während des Krieges unte jetzt keine neuen Schulbücher eingeführt werden, gebrauchten Schulbücher der Die Schule darf keinen Schüler teuere Bücher, z. B. einen neuen teuren Atl teures Unterrichtsmittel zu kaufen. Die S selbst während des Krie nicht dringend notwendig sind, ab. ——— ulpfli „ 17, üg et wurde. A bmann von Sachsen, alle M älste die ein wie das utsche Lehrer, sorgen. * chule, Mainz, Limburg, rbleiben. Airche und Schule. Die Fuldaer Bischofskonferenz. Die heute beginnende Konferenz d eine Teilnahme von Kirchenfürsten enträgern aufweisen, wie sie seit län⸗ Montag nachmittag und Stadt bereits ein: Kar⸗ Erzbischof Dr. Nörber⸗Frei⸗ am-⸗Breslau, die Bischöfe von Paderborn, Münster, rmeebischof Dr. Weihbischof Kloske von n aus Hildesheim. Der Straß⸗ Mit Ausnahme der iche Bischöfe Deutsch⸗ in der m ein. gien den Schulzwang ein. ch des Krieges legte die belgische Re- arlament einen Gesetzentwurf vor, durch den die cht und der Schulzwang eingeführt werden ch des Krieges hat das Zustandekommen des Das Gesetz sollte den obligatorischen Schul- einer gewissen Einschränkung einführen. Eine dieser rin, daß ein Vater ni Schule zu schicken, we . Ver Liste Der Volksschulinspektor hatte bis zum ie Pflichten aufzuklären, die schulpflichtigen Kinder obliegen. eldungskarten der Familienväter beim woraufhin diese die Einberufung der chule umgehend zu verlangen hatten. nkung durch die politische oder konsessionelle Die Kinder haben die Schule wo man nicht die nötige Zahl von chbarter Bezirke zusammengelegt. in denen ein Lehrer am ie andere Sch auseinanderliegenden Bezirksschulen Lehrer in der einen Wochenh hälste die andere Schule, Landschulen Deutschlands, deren Leh wurde. Orte anwesend sind, unterri So zwingt Deutschland das Schulzänkereien auf spätere allgemeine Volksbildung zu Deutschland dafür auch dankbar sein e, au as Ein Da dauernden Erinneru die Stadt Aachen Division bedacht werden. Truppenteil in außerorden die Feldlager gestistet. Tischdecken, Blumenvasen, Musikinstr brauchsgegenstände des täglichen Lebens um den Kriegern den Aufenthalt in Unterstand genehm wie möglich zu machen. sorge ist von den Soldaten mit worden. Wie der Oberlagerkomman der Stadt Aachen mitgeteilt hat, se Hauptmann eine Reihe photograph schiedenen Lagern an, die binnen Zeichen der Dankbarkeit der Di Mappe überreicht werden sollen. die Lage kommen, sich im Bilde vo nk von Da sind in Vermischtes. geschenk aus dem Felde. Mit einem ngszeichen an den großen Krieg wird demnächst der im Felde befindlichen Die Bürgerschast hatte näml tlich reichem Maße Ausrüstungsstücke für großer Zahl Möbel aller Art, umente und hina Diese praktische Art der Für⸗ freudigster Dankbarkeit begrüßt dant der Division dem Magistat rtigte er gemeinsam mit einem ischer Aufnahmen aus den ver- kurzem der Stadt als äußeres vision in hübsch ausgestatteter So werden die Aachener denn in n der zweckmäßigen Verwendung finden 8„daß sie, all der gestifteten Gaben überzeugen zu können. bu fein allein nach dem Gehöre„„Das Preis- Ausschreiben von Geschlecht zu Geschlecht weit vorschläge. Eine Schweizer Zeitung hat, hat sich die von ihr aufg von Indianern vorsingen daß fie alle die Weisen in Melodie der gleichen Art vortrugen. Was den Charakter der Indianer⸗ gesänge betrifft, so ist es ganz selten, daß in einem Liede ein Ein⸗ ner seinen Empfindungen Ausdruck gibt; fast immer schildern e die Exlebnisse des ganzen Stammes, vor allem die Kämpfe, die die Stämme untereinander geführt, haben. Die Klage der Frauen, der Sieg und die Ehre des Todes sind Stimmungen und halte, die in den Indianerliedern oft wiederbehren. — Lange Regierungszeiten. Tro f i eit, auf die der Jubilar des Franz Die l ichneten Lieder von einer ganzen lassen und dabei festgestellt, und Rhythmus ganz genau lich Kri Joseph, jetzt schon zurückblicke die die Geschichte kennt. nehmen!. schicken sollen, willige Leute b scheint das Schweizer Blatt den Wert de zu schätzen: der ausgesetzte Preis beträgt der„Daily Chroniele“, zur Herbeiführung des sendungen war groß, wünschte Ziel herbeizuführen, daß einige der Vorschläge me 45 Einsendern schlägt vor, Armee aufstellen sollen, zur Vernunft zu bringen. die 45 wahrscheinlich auf eigene Faust die „Ein anderer Leser macht nach Friedensschluß zur Bürger auf Staatskoslen um so das gegenseitige Verständni e Staaten eges ihre eh einen Geldpreis und wenn auch k so kann do aupten, dieser Einsender eine ch nicht hr als originell sind. daß die Neutralen gemeinsam eine um die Kriegführenden durch In Ermangelung von Anhängern wollen drohenden Schritte unter⸗ den Vorschlag, daß sämt⸗ Verhlitung eines neuen auf R sei Hote 3 Friedens nicht allzu hoch — 40⁰ igen entspricht. Nun Besetzung Belgiens der Generalgouverneur die ß eine Verordnung, durch die sofort zur Ausübung gelangen mußte. Die daß schon in der zweiten Hälfte des März alle dem Volksschulinspektor ihres Kantons eine Kinder einliefern sollten. 15. April die Familienväter über d ihnen bezüglich ihrer 1. Mai mußten dann Volksschulinspektor vorliegen, Kinder zum Eintritt in die S Die erwähnte Einschrä Anschauung des Vaters fällt fort. ihres Bezirkes zu besuchen. Da, Lehrern hat, werden Schulen bena Auch Halbtagsschulen sind eingerichtet, Vormittag die eine und am Nachmittag d hat. Gemeindeverwaltungen in der anderen Wochen⸗ seit dem Kriege auch in vielen rer im Felde stehen, eingerichtet die gerade auf längere Zeit an einem chten an belgischen Gemeindeschulen. unterworfene Belgien, seine politischen Zeiten zu vertagen und jetzt für die Ob Belgien seinem„Feinde“ wird? älteren noch benutzen chulbehörde lehnt auch ges die Neuanschaffung v nach einem Bericht für den besten Vorschla Friedens ausgesetzt. Joeppen, Bonifatiusgruft e cht gezwungen sein nn nachweislich im eine Schule ist, die der Gesetzentwurf ordnung bestimmte, der schulpflichtigen Schon am ule zu leiten verwaltet der wird geschrieben: damit jüngere Ge⸗ ffordern, besonders oder ein anderes on Lehrmitteln, die 16. Reserve⸗ ich für diesen viele sonstige Ge⸗ usgesandt worden, und Lager so an- ür Friedens geleugnet werden, Eine Liga von diese Drohnng eisen ins Ausland s zu wecken. Bös⸗ besitzer. Uebrigens Mark! auf Berlin, gusweis zeigt in Bezug auf die Entla ähnliches Bild. Der Goldbestand lionen Mark 1020,3 Mil . Handel. Von der Reichsbank. 6. Aug.(W TB.) Der ssen ausgeliehenen Beträge ha lionen Mark erhöht. Auf die heuti, stung 5 2 ist um 1/6 5 425 tiegen. Der Gesamtbetrag der gedeckten Reichs kassenscheine beträgt jetzt 95 Millionen. Die von den Darlehens ka Reichs bank⸗ Friedenszeit ein, auf 2404,3 Mil⸗ neu ausgegebenen Die Zahl der Ein wird hierdurch hingewiesen. Bei dieser, geeignet ist, das ge- die diesjährige Entwichelung wesentlich regulärer als Zeit im ahre, weil sich damals weite Kreise dem druck der Kriegsbeunruhigung möglichst flüssig zu machen such⸗ ten. Der Gegenwert der im Vorjahr bei der Reichsbank diskon⸗ tierten Wechsel wurde auf Girokonto eingezahlt, was in der Ver⸗ gleichswoche 72 Millionen Mark ausmachte. Jetzt, wo die Beruhi⸗ gung längst wieder eingekehrt ist, weicht der Zuwachs an fremden Geldern von 109,9 Millionen nur um ein ringes gegen 1913 ab. Die Golddeckung des Notenumlaufes hat sich gegen die Vor⸗ woche von 44 auf 44,6 Prozent erhöht, die Metalldeckung von 404,9 auf 45,5 Prozent. Die Deckung der fämtlich lä lich fälligen Verbindlichkeiten durch Gold hat sich infolge der Einzahlungen auf Girokonto gegen die n von 33,8 auf 33,7 Prozent ermäßigt. Gegen 1913 ist eine erminderung um 1,1 Prozent, gegen 1914 eine solche um 2,2 Prozent eingetreten. Auf die zweite Kriegsanleihe hat sich der Betrag der Einzahlungen um illionen erhöht. Bei den Darlehnskassen sind aber die für Zwecke der Kriegsanleihe ausgegebenen Darlehen weiter um 23,6 Millionen auf 291,7 Millionen Mark zurückgegangen. Märkte. Gießen, 17. Aug. Marktbericht. Auf dent heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 1.501,60, Hühner eier das St. 1415 Pfg., 2 Stück 00 Pfennig: Enteneier 1 Stück 0 Pfennig, 2 St. 00 Pig.; Gänseeier 1 St. 0-0 Pig., 2 St. 00 Pfg. Käse das Stück 7—8 Pfg., Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg. Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,00—2, das, Stück 1,00 2,0 Mk. Enten das Stück 2,50—3,00 Mik, Welsche 4—5 Mk.; Ochsenfleisch das Pfund Mk. 1,12— 1,16, Rind⸗ fleisch das Pfund 112—116 Vfg., Kuhfleisch 96—00 Pfg., Schweine⸗ lleisch das Pfd. 1,00—1,70 Mk., Kalbfleisch das Vid. 100 104 Pig., Hammelfleisch das Pfd. 96—110 Pig. Kartoffeln 100 Kilo 12 bis 13 Mk., Milch das Liter 24 Pfg.) Aepfel das Pfund 10—20 Pig.“ Nüsse 100 Stuck 60 Pig. Gurken große 15—25, kleine 2—4 Pfennig. Bohnen 12—18 Pfg. das Pfd.: Erbsen das Pfund 35—40 Pfg.; Wirsing 10— 20 Pfg., Gelberüben 10—12 Pfg. das Päckchen, Kopfsalat 7 bis 12 Pig., Birnen 10—15 Pfg. das Pfund., Pflaumen 15— 20 Pfg. das Pfd., Mirabellen 35—40 Pfg. das Pfd.; Weißkraut 10 bis 25 Pfg. das Stück, Zwiebeln der Zentner 20—25 Mk.— Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. fe. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 16. Aug. Auftrieb: Rinder 2318(Ochsen 246, Bullen 87, Kühe und Färsen 1985), Kälber 506, Schafe 46, Schweine 1200. Tendenz: Ueberall reges Geschäst; Schweine etwas Ueberstand. Preise für 100 Pfd. Lebend- Schlacht- 1 Och sen. gewicht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht⸗ 1 Mk. werte; ,, 72—77 132—138 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere f ausgemästet ee 114—122 Mäßig genährte junge 207 gut genährte ältere 55-60 102—110 ullen. Vollfleischige, ausgewachfene, höchsten Schlachtw. 60—64 105-110 Vollfleischige, füngekn 98 105 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 60-66 112-122 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht⸗ wertes eis zu,. 56—62 105—115 Wenig gut enkwickelte Färsen 5056 100—112 Aeltere ausgemästete Kühe 96—106 Mäßig genährte Kühe und Färsen 34—40 68—80 Gering genährte Kühe 185 Farsen 57-75 er. Mittlere Mast⸗ und beste Saugkälber 1 72—76 120—127 Geringere Mast⸗ und gute Saugkälber.. 68—72 113120 Ceringe Saugkäl ber, 102—112 Schafe. Weidemastschafe:. Mastlämmer und Masthammel 60—00 13000 b 4 ch weine. 5 Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht. Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebengewichht.. 130.00—165.00 168—172.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendge wicht... 135.00-140.00 168.00— 175.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebend gewicht. 135.00.-140.00 170.00—175.00 te. Fraukfurt a. M., 16. Aug. Frucht markt, Bei ester Stimmung war das Geschäst nur klein. Ausländische Gerste 72 bis 72,50 Mk., Mais 62—63,00 Mk. Futtermittel stetig. Ausländische Leinkuchen 6870,00 Mk., Kleie 52—52,50 Mk., e. Fraukfurt a. M., 16. Aug. Kartoffelmarkt. Das Angebot in Speisekartoffeln ist wesentlich größer. tosseln 10,50— 11,00 Mk. fret Frankfurt, 12,00 Mk. franko. SAB t— Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. hiesige Kartoffeln 11,50 bis 8 2 1* 0 8 2 3 8 2 838 8 2 ag. 8e 8 4e 3 L S 2 2—— 38— 2 5358 Wette 1616 8 8 88 5 S 8 8 N . 1625 745,9 16,6 10,1 72 W. 8 Bed. Himmel 16.8 746,1 13,6 10,2 87 8 0 Klarer Himmel 16.7% 746,3 13,2 10,1 89 WSW 2 9 Bed. Himmel Höchste Temperatur am 15. bis 16. Aug. 1915 18,3 0. Niedrigste 1 1915 Mtederschlag: 2,5 min. — 1. 8,95 — .———— Universität Frankfurt a. M. Das Vorlesungeverzeichnis für das Winter- Semester 1916 ist erschienen und wird auf Verlangen vom Sekretariat(Jordanstraße 17) unentgeltlich zugesandt. 1664688 2 Auf die heutige Anzeige von Ern st Streb, Hamburg, durch allerhöchsten Erlaß im ganzen deutschen Reich genehmigten Lotterie sind für den kleinen rag von Mk. 3.30 ganz 1 8 95 Gewinne u er⸗ zielen. Unter Berücksichtigung des guten Zweckes wird eine ige Beteiligung empfohlen.. e Bekanntmachung. Betr.: Auswanderungswesen. Der Herr Reichs kansler hat nach Anhörung des Beirates 105 das Auswanderungswesen sowie nach erfolgter Zustimmung es Bundesrates auf Grund des§ 19 des Gesetzes über das Aus⸗ wanderungswesen vom 9. Juni 1897(Reichs⸗Gesetzl. S. 463) die gemäß seinen Bekanntmachungen vom 9. April 1898(Zen, tralblatt für das Deutsche Reich S. 253) 1 J. der Cunard Steamship Company Limited in Liverpool, 2. 125 2 1 Ismay Imrie& Co.(White Star Line) in iverpool, 3. der Compagnie Générale Have, 4. der Socists Anonyme de (Red Star Line) in Antwerpen i erteilte Erlaubnis zur Beförderung von Auswanderern wider ben sich um 69,7 Anlagekonten ist rufe ßen, Großer 1 1 b Gieben erzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Hechler. 0 Mk., Hahnen 13500-14000 170.00 175.00 Belgische Kar⸗ Transatlantique in Paris und Navigation Belge Americaine —— wewegene Nammer and rel gle hehe Ge- die Lose Abtellungen I und II — ä— betreffenden verboten.) 42 84 88 940 889 2 28 7 J 988 87 46111 10 716 47184 94 48112 41 278 40 926 807 882 1800 805 51410 82 807 995 313 6