900 Gefangene, erbeutete drei Geschütze und dessen Oberkommando Warnungen verdiene, er klagt zudem 5 war— dem Li Zensur. Auch England und Italien geben seltsame Bilder von inneren Zweifeln und von Verworrenheit. Der letzte 1 100 Erstes Blatt Der Gießener Anzeiger N erscheint täglich, außer e Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Famillenblätter; wenmnal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gleßen (Dienstag und Frei tag); zweimal monatl. Land wirtschaftliche zeitfragen Fernsprech- Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleß! für die Tagesnummer Glänzende Fortschritte in der verfolgung der Nussen. Die Lage an den Dardanellen. TB.) Großes Hauptquartie 13 f Amtlich.) Hauptg r. 13. August Westlicher Kriegsschauplatz. griffe auf das von uns genommene Martinswerk ab⸗ 0 Lei geg rn d f ei Jeebrügge wurde ein englisches Wasserflugzeu heruntergeschossen. Der Führer ist gefangen genen 5 Bei Rougemont und Sentheim(nordöstlich von Belfort) zwangen unsere Flieger ein feindliches Flugzeug zur Landung. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. 700 Angriffsgruppen gegen Kowno machten Fort⸗ itte. „ Am Da wing Abschnitt wiederholten die Russen ihre Angriffe ohme jeden Erfolg. 5 Zwischen Narew und Bug ging es weiter vor⸗ wärts, obgleich der Gegner immer neue Kräfte an dieser Front heranführte und sein Widerstand von Abschnitt zu Abschnitt gebrochen werden mußte. Die Armee des Generals v. Scholtz machte gestern schr zwei Maschinengewehre. Bei der Armee des Generals v. Gall wi z wurden seit dem 10. August 6550 Russen, darunter 18 Offi⸗ ziere, gefangen genommen und 9 Maschinen⸗ gewehre und ein Pionier⸗Depot erbeutet. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. nsere in Gewal erreicht. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. Die verbündeten Truppen sind auf der ganzen Front in voller Verfolgung. Bei der Vorbewegung stoßen die deutschen Marschsäulen auf allen Straßen auf die zurückströ mende arme polnische Landbevölkerung, die von den Russen, als sie den Rückzug antraten, mitgeführt worden war, aber, da sie den recht eiligen russischen Truppenbewegun⸗ gen natürlich nicht mehr folgen kann, in tiesstem Elend preis⸗ gegeben ist. f 5 Oberste Heeresleitung. 8 5 Der Vormarsch auf die zweite Verteidigungslinie der Russen um Brest⸗Litowsk vollzieht sich in bemerkenswerter und überraschender Eile. Fast könnte man annehmen, der Großfürst und Oberkommandierende rechne überhaupt nicht ernstlich mit der dauernden Verteidigung von Brest⸗Litowsk und bereite jetzt schon den Abzug seiner Heere vor. Die Armee Mackensen ist der genannten Festung schon auf eine Entfernung von etwa 40 ame n nahe gekommen, wäh⸗ rend Prinz Leopold von Bayern über die wichtigen Eisen⸗ bahnknotenpunkte Siedlee und Lukow hinausgeschritten ist und etwa 90 Kilometer im Westen von Brest-Litowsk steht. Spannende Fragen beschäftigen alle Gemüter. Wo wer⸗ den die nächsten strategischen Schachzüge zum Ausdruck kommen? Was geht auf dem Balkan vor, wohin gehen die Pläne unserer Feinde an den Dardanellen? Die Franzosen müssen die Qual dieser Fragen viel heftiger empfinden als wir, denn sie sind an ihrer Ostfront zum Stillhalten ver⸗ urteilt. Der gefeierte Generalissimus Joffre begegnet all⸗ mählich bei seinen Landsleuten zunehmendem Kopfschütteln. „Warum geschieht nichts?“ Clemenceau veröffentlicht in „Homme Enchainé“ einen Artikel, der für die Stimmung Frankreichs sehr bezeichnend ist, und wir wollen darum ein paar Sätze dieser Aeußerungen nach der Wiedergabe der„Köln. Ztg.“ hier übernehmen: „Die Republik hat gewollt, daß keine Gewalt ohne die Kon⸗ trolle einer Autorität sei. Unsere gegenwärtigen Herren und Meister haben aber ein geradeswegs entgegengesetztes Regime ein⸗ gerichtet und das nicht einmal mit ihrem Willen, sondern aus ihrem Mangel an Willen. Nichts ist ärgerlicher für das Land, da dadurch von oben bis unten all unsere Einrichtungen ins Schiefe geraten sind. Nichts ist ärgerlicher für die Herstellung eines Vertrauens, das, auf denkender Vernunft beruhend, ganz anders mächtig ist als eine Art Fetischismus. Auf allen Ge⸗ bieten des menschlichen Wissens und der menschlichen Tätigkeit bedürfen wir eines Widerstandes gegen unsere Versuchung zur Unfehlbarkeit. In diesem Sinne darf ich sagen, ohne ihn zu verletzen, daß für den General Joffre nichts ärgerlicher war und noch ist, als die Einrichtung eines Pressesystems, das gestattet, ihn mit Blumen zu überschütten, ohne Kritiken zu er⸗ lauben, die ihm in gewissen Punkten als heilsame Warnungen dienen könnten.“ 5 5 a Clemenceau klagt also über die Untätigkeit des Heeres, über Willensmangel der Regierung und Unfreiheit der Verzweiflungsschritt des Vierverbandes bei den Balkan⸗ ten hat offenbar fehlgeschlagen; Griechenland hat statt 9 20 Adresse für Drahtnach-— richten: Anzeiger Gießen. 5 Annahme von Anzeigen aber im türkische gend. die engl nen Sch 20. Juli Mann g Winston werden! Angri hierbei d D Wi In Wolyn bis Ra Wloda In Tirole gehenden in der N versenkt. belegten same Tre Wohngeb wehrman schießung Ber Nare w kommand r Zustimmung einen gepfefferten Protest geschickt. Wie es unter diesen Ulnstännden mit dem Fortgang des Dardanellenabenteuers, 5 hervorgefördert hat? Wir In den Argonnen wurden mehrere französische An⸗ f Pressevertretern gewährt he aber gerade darum in den Aeu die kürkische Sache so eindrucksvoll und überzeu⸗ „Wir haben die numerische Ueberlegenheit, auch wenn unsere Feinde zu ihren landungen noch weitere Verstärkungen Bald vier Monate sind es, daß Engländer und Franzosen an beiden Ufern der Dardanellen zu Lande angegriffen haben, nachdem die erfolglosen und verlustreichen ten gescheitert waren. Nach amtlichem 3 sehen, und Asquith gestand im Unterhaus ein, daß bis zum und 28 635 Mann verwundet und 198 Offiziere und 10892 Abgesehen von dem bedauerlichen, aber nicht unersetzlichen Verlust des„Barbarossa Haireddin“ haben unsere osmani⸗ schen Verbündeten auch bei den letzten Angriffen der Feinde sehr entschieden und erfolgreich die Oberhand be⸗ wahrt. Wir hoffen mit Enver Pascha, daß auch in den kom⸗ menden Entscheidungen den Vollziehern der„tapferen Ideen“ L Ber in, 13. Aug. B. Amt Luftschiffe haben in der Nacht vo Erfolg beworfen. Trotz starker Beschießung durch die Befestigungen sind sie unbeschädigt zurückgekehrt. Der Stellvertreter des Chefs des Admiralstabes der Marine verlautbart: 13. August 1915 mittags. setzten unsere Armeen die Verfolgung des schrittweise zurückweichenden Gegners fort. Die nördlich des unteren Wieprz vordringenden österreichisch-ungarischen Truppen sind Feind gestern und in der vergangenen Nacht wieder einige Annäherungsversuche, die jedoch schon durch das Feuer un⸗ serer Artillerie abgewiesen wurden. Ein jitalienisches Lager bei Cormons wurde mit Erfolg beschossen. Im Kärntner Grenzgebiet ist die Lage unverändert. An der feindliche Angriff war auch hier vergebens; die Verteidiger blieben im vollen Besitz aller ihrer Stellungen. Die zuruͤck⸗ leriebeschossen. Im Etschtale vertrieb einer unserer Panzerzüge die feindlichen Feldwachen aus den Ortschaften Serravalle und Chizzola. Unser Unterseeboot„XII“ ist von einer Kreuzung italienischer Meldung wurde es mit der ganzen Bemannung Unterseeboot im Golf von Triest durch eine Mine vernichtet worden. Von der Besatzung konnte niemand gerettet werden. Am selben Tage und am darauffolgenden Insel Pelagosa mit Bomben und erzielten mehrere wirk— wurde voll getroffen, ein Maschinengewehr demoliert, ein Tender versenkt. Die Flugzeuge sind trotz heftiger Be⸗ Die Sachsen bei den Kämpfen am Narew. taillone hervorgetan. Der König von Sachsen hat, wie verschiedene Morgenblätter melden, an den Divisions⸗ Telegramm gerichtet; 165. Jahrgang bis vormittags 9 Uhr. Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, zeig politischen Teil und das 1 Feuilleton: Aug. Goetz; 103 ö süe Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ 5 Samstag, 14. August 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch 5 die Post Mk. 2.— viertel ⸗ jährl. ausschl. Bestellg. a f 0 Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt- 8 schriftleiter: Aug. Goetz. 5 Verantwortlich für den f richtssaal: Otto l. 1 1 für den Anzeigenteil: H. Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Beck, sämtlich in Gießen ische und die französische iffsmaterial auf den Grund der Dardanellen sinken 567 Offiziere und 7567 Mann tot, 1379 Offiziere efangen gemeldet seien. Und nichts wurde erreicht. Churchills entsprechende Belehrungen zuteil die englische Ostküste. ntlich.) Unsere Marine⸗ 12. zum 13. d. M. ihre ffe auf die englische Ostküste erneuert und ie militärischen Anlagen von Har wi ch mit gutem 2 (gez.) Behncke. „ er österreichisch-ungarische Tagesbericht. en, 13. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird Russischer Kriegsschauplatz.. Ostgalizien und im Raume von Wladimir⸗ 5 kij ist die Lage unverändert. Westlich des Bug dzyn gelangt. Unsere Verbündeten nähern sich wa. Italienischer Kriegsschauplatz. der küstenländischen Front unternahm der r Grenze wurde östlich Schluderbach gekümpft. Der Italiener wurden vonihrereigenen Artil⸗ Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 5 Ereignisse zur See. ordadria nicht zurückgekehrt. Laut amtlicher Am 10. d. M. zu Mittag ist ein feindliches unsere Seeflugzeuge die vom Feinde besetzte ffer am Leuchthaus, an der Radiostation, an einem äude, im aufgestapelten Material und in der Ab⸗ uschaft. Ein feuerndes Geschütz mittleren Kalibers wohlbehalten eingerückt. 5 Flottenkommando. lin, 14. Aug. In den letzten HFämpfen am haben sich u. a. auch die sächsischen Ba⸗ das nun schon 6 Monate spielt, mer dieselben kläglichen Mißtöne für unsere Feinde Italien ins heiße Feuer grei⸗ en, um nach den englischen und russischen Kastanien zu haschen? Das ist für seine maßge benden Leiter fürwahr eine höchst knifflich e und verantwortungsvolle Frage. Die n Verteidiger entwickeln ungebrochene Ausdauer, und die Unterredung, die Enver Pascha amerikanischen at, ist frei von Uebertreibungen, ßerungen der Zuversicht für neuesten Truppen⸗ erhalten sollten.“ Versuche der Flot⸗ ugeständnis haben Flotte rund 100 000 Ton⸗ Ich freue mich sehr, daß meine zur Dipision gehörenden 0 Truppenteile an den jetzigen glorreichen Kämpfen in so vorzüg⸗ licher Art und Weise teilgenommen haben. Ich bitte Sie, ihnen meinen wärmsten Tank und meine vollste Anerkennung für ihre tapfere Haltung auszusprechen, wodurch sie den alten Ruhm meiner Armee fleckenlos bewahrt haben. Der russische Bericht. 1 Petersburg, 13. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Ge⸗ neralstab des Generalissimus teilt mit: In der Gegend von Riga wiesen wir am Morgen des 11. August Versuche der Deut⸗ schen ab, unsere Vorvosten üben den Haufen zu rennen. In der Richtung Jakobstadt— Dünaburg setzten unsere Truppen am 10. und 11. d. Mts. ihr Vorrücken mit Erfolg fort, wobei sie dem Feinde auf den Fersen folgten. In der Gegend nördlich von Wilkomir besetzten wir nach Kampf Kowarsk und Tomjang und machten Gefangene. Bei Ko wno weisen wir andauernd Angriffe der Deutschen auf die Front westlich des Niemen bis zur Jessia zurück, Dem Feind gelang es, einige Erfolge bei dem Do Gadlowo zu erringen, wo ein erbitterter Artilleriekampf statt⸗ fand. Auf der Front zwischen Narew und Bug setzten die Deutschenihre hartnächigen Angriffe fort, besonders auf den Straßen von Lomza und Sniedowo nach Kossow. Weiter südlich an den beiden Seiten der Eisenbahn Tschichow Malin gingen unsere Truppen am Nachmittag des 11. zum Angriff über. Auf den Straßen an der mittleren Weichsel traten keine Verände⸗ rungen ein. Auf der Front zwischen Wieprz und Bug unter⸗ nahm der Feind am 11. August eine Reihe erbitterter Angriffe in der Richtung auf Parcow und auf beiden Chausseen nach Cholm und Wlodawa. Sämtliche Angriffe wurden unter schweren Ver⸗ lusten für den Feind abgeschlagen. Seine Verluste sind besonders „edo die deutschen Leichen vor unseren fen bilden. Vom Bug und der Zlota⸗ 28 derung zu melden. Am Duff ef? Riga und den Alands⸗ chttürme. N Beschi 2 155 der Feinde 1. Die Suche nach den Schuldigen an den russischen Niederlagen. 5 Paris, 13. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Der Peters- burger Berichterstatter des„Temps“ meldet daß die russische Regierung in Uebereinstimmung mit dem Wunsche der Duma einen Untersuchungs⸗Oberausschuß eingesetzt habe, welcher diejenigen ermitteln und zur Rechen⸗ schaft ziehen soll, welche für die ungenügende Menge an Munition und Artilleriematerial verantwortlich sind. * ** Der türkische Bericht. 95 Konstantinopel, 13. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Be⸗ richt des Hauptquartiers. An der Dardanellen⸗ front schlugen wir in der Nacht vom 11. zum 12. August nörd⸗ lich von Ari Bur nu leicht einen schwachen Angriff des Feindes zurück und machten auch einige Gefangene. Wir nahmen in dieser Gegend innerhalb dreier Tage acht Maschinengewehre mit der dazu gehörigen Munition, von denen fünf sofort gegen den Feind verwendet wurden. Unsere Artillerie traf vor Ari Burnu einen feindlichen Panzer, der sich entfernte. Ber Sedd⸗ ü!⸗Bahr nahmen wir auf dem rechten Flügel im Sturm einen feindlichen Graben in einer Länge von 100 Metern.— Auf den andern Fronten nichts von Bedeutung. Enver Pascha über die Lage. Konstantinopel, 13. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Kriegsminister Enver Paf cha gewährte einem Vertreter der amerikanischen Nachrichten-Agentur„Associated Preß“, George A. Schreiner, am 9. August eine Unter⸗ redung, in der Enver Pascha auf die allgemeine Lage, ins⸗ besondere auf den neuen Landungsangriff der Alliierten vom 7. August einging und wobei er sagte: Ich bin fest überzeugt, daß wir die Alliierten in Schach hal⸗ ten werden, selbst wenn sie weitere große Verstärkungen erhalten Wir haben die Aktion der Alliierten erwartet und haben uns vorbereitet, so daß wir nicht überrascht worden find Nach den Mitteilungen, die ich erhalten habe, haben die Alliierten etwa drei Divisionen, etwa 50 000 Mann, gelandet, von denen ein großer Teil nicht mehr zählt in Anbetracht der schweren Verluste, welche die Alliierten bei ihren Angriffen erlitten haben. Ich habe soeben die Meldung erhalten, daß ein türkisches Flugzeug ein Unterseeboot der Alliierten durch Bomben vernichtet hat. Die Erfahrungen, welche die Truppen der Alliierten vor den türkischen Stellungen gemacht ha⸗ ben, besonders bei Sedd⸗ü Bahr, sind wenig angenehm gewesen. Zwei Regimenter, die unser Zentrum bei Sedd⸗ül⸗Bahr angriffen, wurden bis auf 60, Mann, die gefangen wurden, vernichtet. Zwi⸗ schen unserem Zentrum und dem linken Flügel unternahmen die Alliierten drei Angriffe, wobei sie schwere luste erlitten haben, und worauf unsere Truppen Gegenangriffe machten. Wir sind noch immer dort im Besitz eines Schützengrabens der Alliierten. Die Angriffe auf unseren rechten Flügel waren ebenso erfolglos. Ungefähr 2000 tote Engländer liegen dort vor unseren Schützengräben. Die französischen Truppen gegenüber unserem lin⸗ ken Flügel haben nicht angegriffen. Bei Art Burnu haben die bri⸗ tischen Truppen ebenfalls angegriffen und zwar na chts, während in der Nähe die Landungen vor sich gingen. K Zeit bes die britischen Truppen dort einen unserer S gräben, doch wurden sie wieder vertrieben. Enver Pascha sagte sodann bezüglich der Landung der Alli⸗ eur Generalleutnant v. Menges, das nachstehende ierten, die unter dem heftigen Feuer der Marinegeschütze statt⸗ fand: Wir haben die numerische Ueberlegenheit auf der Halbinsel. Die Alliierten brauchen noch weile wer⸗ tere Verstärkungen, um sie uns zu nehmen. Wir sind fest überzeugt, daß wir jeder Lage gewachsen sind, die sich aus den Maß⸗ nahmen der Alliierten ergeben könnte. Wir bedauern natürlich, das Schlachtschiff„Barbarossa Haireddin“ verloren zu haben, trösten uns aber damit, daß fast zwei Drittel der Mann⸗ schaft gerettet worden sind. Ich schätze den Verlust nicht gering ein, kann aber sagen, daß wir auch ohne dieses Schiff auskommen können, das infolge seines veralteten Baues, seiner schwachen Bestückung und seiner geringen Geschwindigkeit keinen großen Wert besaß. Enver Pascha sagte: an der Ostfront der Alliierten verloren diese die Unterstützung derjenigen Armee, die i helfen sollte, die Zentralmächte niederzuwerfen. Ich bin dari klar, daß noch vieles getan werden muß, doch haben die Türkei und ihre Verbündeten, da die russische Armee keme Offensivkraft mehr besitzt, nichts zu fürchten. Ich bin der Meinung, daß die Reorganisation der russischen Armee nur ein Gerede ist, etwa ebensoviel wert, wie die Rede des russr⸗ schen Kriegsministers vor der Tuma, der sich offenbar nicht bewußt war, daß Napoleons Rückzug aus Moskau von den deutschen und österreichisch⸗ungarischen Truppen wohl nicht wieder⸗ holt werden wird. Wer sich einbildet, daß heute mit den mo⸗ dernen Transport⸗ und Verkehrsmitteln solches möglich wäre, sagt damit nur, daß er ein Jahrhundert hinter der Zeit zurück ist. Niemand weiß, was das Kriegsglück bringt. Aber alle Anzeichen deuten darauf hin, daß unsere Partei sicher ist, in nicht zu langer Zeit den Sieg davonzutragen. Die russische Armee wird für einen genügenden Zeitraum erledigt werden. In der Zwischen⸗ zeit werden wir der Lage hier immer besser gewachsen sein, weil wir unsere Organisation ständig vervollkommnen und unsere Truppen vermehren. Der Vierverbaud und die Balkanstaaten. Athen, 13. Aug(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence d'Athenes. Der Kabinettschef des Ministeriums des Aeußern 1275 gestern nachmittag die Antwort Griechenlands auf Schritt der vier Ententemächte den Gesandtschaften dieser Mächte überreicht. Die Antwort Griechenlands ist in Form eines Protestes gegen die Abtretung griechischen Gebietes gehalten. Berlin, 14. Aug. Unter der Ueberschrift„Ein grie⸗ chischer e 1 in 5. In Athen haben die Vogelsteller eine sage erhalten und zwar in der denkbar schärfsten Form. Griechenland hat gezeigt, daß es sich nicht durch Stockprügel auf den Magen hindern läßt, kräftige Antwort zu geben. Das Beispiel, das Griechenland mit seiner Antwort an den Vierverband gegeben hat, wird bei den anderen Balkanstaaten Nachahmung finden. Die Partie unserer Feinde ist .—— t, militärisch und diplomatisch. Die Autwort, die sie von b bekommen haben, zeigt es ihnen ebenso deutlich, die sie bisher von uns auf den Schlachtfeldern erhalten haben. . Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der„Agence Bulgare“: Die Führer der oppositionellen Partei haben jeder für sich den Ministerpräsidenten Radoslawow um eine Unter⸗ redung ersucht, um sich über die durch die jüngst erfolgten Schritte der Vierverbandsmächte auf dem Balkan geschaffene Lage zu unterrichten. Der Ministerpräsident willfahre dem Ansuchen. Berlin, 14. Aug. Wie dem„Berliner Tageblatt“ aus Athen von gestern nachmittag gemeldet wird, darf es als sicher gelten, daß der König nach der Wiedereröffnung der Kammer und der Demission der jetzigen Regierung Venizelos berufen und ihm befehlen wird, auf der Basis striktester Neutrali⸗ tät die Regierung zu übernehmen. Paris, 13. Aug(WTB. Nichtamtlich.) Das„Echo de Paris“ meldet aus Rom: In der Consulta macht sich eine verstärkte Tätigkeit bemerkbar. Sonnino hatte zahl⸗ reiche Besprechungen mit den Vertretern der ver⸗ schiedenen Balkanstaaten. Die allgemeine Ansicht ist, daß man am Vorabende bedeutender Ereignisse Aufhebung von Ausfuhrverboten in Rumänien. Bukarest, 13. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Vom 14. Aug. ab tritt die Aufhebung des Ausfuhr verbotes für fol⸗ Faser Waren ein: Weizen, Roggen, Graupen, Gries, Gerste, afer, sowie für deren Mehle; ferner Leinsamen, Rapssamen, Fare nasse Hülsenfrüchte, Leinöl, Rapsöl und als Futtermittel — de Bodenprodukte. Die Ausfuhrtaxe ist auch weiter in Gold Ein Dementi. Mailand, 13. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Eine vatika⸗ nische Korrespondenz des„Corriere della Sera“ dementiert die Nachricht von einer Friedensversammlung ka⸗ tholischer neutraler Bischö fe. Die Haltung Tapans. London, 13. Aug,(WTB. Nichtamtlich.) Die„Morning Post“ meldet aus Tokio vom 14. Juli: Die wichtigste Frage für die Japaner ist, wieviel sie aus dem Kriege heraus⸗ schlagen können. Die Frage wird brennender, je mehr sich das Ende des Krieges hinauszieht Man hat den dringenden Wunsch, zu wissen, welches die wirkliche Haltung der Alliier⸗ ten zu den Ostasi e ist, um ein sicheres Einvernehmen er zu erreichen. Die Kriegsergebnisse scheinen eine Lage zu erzeugen, der das gegenwärtige Abkommen mit den Westmächten nicht pöllig genüge. Japan glaubt, daß es die Sicherung der vom Kriege erhofften Vorteile besser jetzt, als nach dem Kriege err könne. Es wünscht genau zu wissen, wie weit die Mächte es in China vorgehen lassen wollen. Es will zunächst mit Rußland verhandeln. Die japanische Presse befürwortet ein Bündnis mit Rußland. Die Versammlung der älteren Staats⸗ männer, die nur bei großen nationalen Fragen abgehalten wird, erregte Aufsehen Man glaubt, ihr Zweck sei die Erörterung eines russischen Bündnisses gewesen und daß die älteren Staats⸗ männer das Bündnis sofort wünschen. Die Presse sagt, dieses sei nötig, um ein Bündnis mit Deutschland ver⸗ meiden zu können. Die älteren Staatsmänner scheinen das gegenwärtige Kabinett abfällig zu beurteilen und seinen Sturz planen, weil seine chinesische Politik wenig erfolgreich ist und Baban den Boykott der Chinesen nicht hindern konnte. Der amerikanische Munitionsbedarf. Washington, 13. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Mel⸗ dung des Reuterschen Bureaus. Das Kriegsdeparte⸗ ment hat an die NMunitionsfabriken eine Anfrage gerichtet, was sie im Kriegsfalle zu liefern imstande wären, wenn die Arsenale den Bedarf der Regierung nicht decken könnten. Das Departement fügte hinzu, die Regierung habe ets, in Friedens⸗ und Kriegszeiten, von den Fabriken be⸗ seutende Mengen an Kriegsbedarf gekauft, weshalb es von 155 I 1 sei, Angaben zu verlangen. Augen⸗ licklich bestünde nicht die Absicht, Bestellungen zu machen. ** „„ Der Seekrieg. Amsterdam, 13. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das „ lsblad“ meldet aus Hoek van 48. i eilung eines Schiffers der englischen Schmack„Hum⸗ fries“ aus Grimsby fischte das Schiff gestern früh bei dem itschiff Leeman, als ein deutsches Flugzeug der„ befahl, von Bord zu gehen; dann wurden zwei Bomben geworfen, die das Schiff zer⸗ störten. Nachdem die Besatzung fünf Stunden im Boot umher getrieben war, wurde sie von dem Schiff„Sch. 321“ aufgenommen und in Vlaardingen gelandet. London, 13. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der englische Dampfer Summer⸗ field“ ist versenkt worden. Der erste Offizier, seine Mit⸗ die anderen sie halten, und die Herzen werden sich öffnen. Man Frau und der erste Ingenieur sind ertrunken. Sieben Mann wurden gerettet, darunter zwei Schwerverwundete. London, 13. 3(W TB. Nichtamtlich.) Nach einer Lloydmeldung ist der britische Dampfer„Jacona“, 2969 Bruttotonnen groß, versenkt worden. Der Kapitän und die Besatzung von neun Mann wurden gelandet. London, 13. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die Admi⸗ ralität bestätigt die Torpedierung des Hilfskreuzers 581 dia“. 22 Offiziere und 119 Mann solle gerettet wor⸗ en sein. Die Admiralität meldet: Ein britisches Unterseeboot versenkte am 8. August früh an der Einfahrt ins Marmara⸗ Meer ein türkisches Schlachtschiff. Das türkische Kanonenboot„Berc⸗i⸗Satwet“ und ein leeres Transportschiff wurden ebenfalls von einem briti⸗ schen Unterseeboot in den Dardanellen torpediert. 5 Die Rede des Fürsten Bülow. Seit Dienstag weilt das fürstliche Paar wieder im Geburtshause des Fürsten Bülow zu Klein⸗Flottbek bei Ham⸗ burg. Eine große Menschenmenge begrüßte seine Ankunft, während im Garten der Villa eine fröhliche Kinderschar mit Damen der Flottbeker Kriegshilfe versammelt war. Kinder, mit Kränzen geschmückt, streuten Blumen auf den Weg, die beiden Töchter des Landrats Dr. Scheiff fer fe dem Fürstenpaar herrliche Blumensträuße. Dieser selbst richtete an den Fürsten und die Fürstin herzliche Willkommengrüße, die mit einem n aufgenommenen Hoch endeten. In 7 fi tiefer Bewegung gab Fürst Bülow seinen Dank und den seiner Gemahlin mit folgender Ansprache kund, von der das Wolff⸗Bureau bekanntlich schon einen kurzen Auszug veröffentlicht hat: „Ich danke Ihnen, mein verehrter Herr Geheimrat, für die freundlichen und beredten Worte, die Sie im Namen meines Hei⸗ matskreises Pinneberg an mich gerichtet haben. Ich danke euch, liebe Kinder, daß ihr so schön gesungen habt. Ich danke beson⸗ ders den Kindern, deren Väter im Felde stehen; ich danke Ihnen allen für die freundliche Gesinnung, die Sie hierher geführt hat. Ich danke Ihnen auch im Namen meiner Frau, die wohl im fernen Süden unter Palmen und Orangenbäumen geboren ist, die aber, wie Sie wissen, das Land der Eichen und Buchen gerade so liebt wie ich, und ebenso deutsch denkt und fühlt wie ich. Ich möchte Ihnen vor allem sagen, wie glücklich wir sind, uns hier niederzulassen, oder richtiger gesagt, hierher zurückzukehren. Hier bin ich ja geboren, habe hier einen großen Teil meiner Jugend verbracht. Ich kann wohl sagen, daß ich hier jeden Baum und jeden Stein kenne. Wie oft bin ich von hier aus auf der Straße, die an diesem Hause vorbeiführt, am Sonntag morgen mit meinen seligen Eltern zur Kirche gegangen, elbauf⸗ wärts nach Ottensen oder elbabwärts nach Nienstedten. Man muß im Auslande gelebt haben, um zu wissen, wie schön Deutschland ist und daß ewig wahr bleibt, was schon in. der Stauferzeit, vor siebenhundert Jahren, unser Walther von der Vogelweide zum Lobe und Preis unserer lieben Heimat gesungen hat, daß kein Land über Deutschland geht. In diesem schönem Deutschland kenne ich nun kaum eine end, die mir besser ge⸗ fällt als die Niederelbe und ganz besonders dieser Fleck Erde. Der Dichter Detlev v. Liliencron, auch ein Holsteiner Kind, sagte mir einmal:„Die schönste Straße der Welt ist die Flottbeker Chaussee.“ Das ist ganz meine Meinung Als guter Preuße, der ich bin und bis zu meinem Lebensende bleiben werde, freue ich mich, hier auf preußischem Boden zu stehen. Ich freue mich aber auch der Nähe von Hamburg. In einer kleinen Stunde trägt mich das Schiff nach dem Hamburger Hafen, und ich sehe das Bismarckdenkmal vor mir, das gewaltigste Standbild, das dem gewaltigsten Sohn des deutschen Volkes errichtet worden ist; ich erblicke die spitzen, hochragenden Türme der großen Stadt 15 7 5 burg, an die mich 1111 knüpfen, verwandtschaftliche Beziehungen und warme Sympathien, wo mir treue Freunde leben, wo ich und meine Frau immer gerne weilen. Als ich vor einigen Tagen mit der Eisenbahn von Hamburg nach Flottbek fuhr, sah an der Flottbeker Station eine Ehrentafel mit den Namen derjenigen Flottbeker, die in diesem Krieg gefallen sind und mit ihrem Blute die holsteinische Treue für König und Vater⸗ land, für Kaiser und Reich bezeugt haben. Unser aller Augen sind auf unser Heer und unsere Flotte gerichtet, unsere treuesten Gedan⸗ ken und heißen Wünsche begleiten und umgeben unsere kämpfen⸗ den Brüder, in 1 für ihre heldenmütigen, unver⸗ gleichlichen Leistungen, mit felsenfestem Vertrauen und in voller Zuversicht auf den Endausgang. Niemals in seiner tausendjähri⸗ gen Geschichte hat sich das deutsche Volk so Fiscerossen und ent⸗ schlossen, so tüchtig, so groß gezeigt wie in diesem Kriege. Wir neigen in Ehrfurcht das Haupt vor dieser Größe, überzeugt, daß solchen Eigenschaften, so echter und schlichter Größe der Sieg nicht fehlen wird, und nach dem Siege ein sicherer und stolzer Friede, würdig heroischer Anstrengungen und ungeheurer Opfer. Und so fordere ich Sie auf, mit mir in den Ruf einzustimmen, mit dem sich beim Beginn des Krieges unser Volk einmütig um unsern Kaiser geschart hat, den Ruf, der jetzt auf so vielen Schlachtfeldern erklungen ist, in den Ruf: Seine Majestät der Kaiser und König lebe hoch, hoch, hoch!“ Begeistert stimmte die Menge in das Hoch ein und sang entblößten Hauptes die Nationalhymne. So war der Einzu des Fürstenpaares für die Bevölkerung zu einem vaterländi⸗ schen Gedenktag geworden. Der Reichskanzler und die Nationalliberalen. Berlin, 13. Aug.(WWB.. Die„Nord⸗ deutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt: Gegenüber den immer wiederkehrenden Andeutungen, als habe der Reichs kanz⸗ ler bei der Einladung zu einer Besprechung mit natio⸗ nalliberalen Herren, die vor einigen Tagen bei ihm stattfand, die leitenden Organe der Partei übergangen, sei festgestellt, daß zu dieser Besprechung geladen waren: Bassermann, Dr. Friedberg, Präsident Vogel, Prinz zu Schönaich⸗Carolath, Dr. von Krause, Schiffer, Dr. Junck und Professor Kahl. Unter den Geladenen befanden sich also die drei Vorsitzenden der Gesamtpartei, sowie die Vor⸗ sitzenden des Reichstages und der Landtagsfraktion. Unangebrachte Schwatzhaftigkeit. Ein angeblich Neutraler, der Deutschland jüngst bereist hat, berichtet über seine Beobachtungen in der„Daily Mail“ und 001 1 5 anderem: „Den Deutschen geht eine orientalische Geheimhalterei voll⸗ ständig ab. In Bezug auf ben! Krieg bilden sie eine einzige, schwatzhafte Familie, von einem Ende des„Vaterlandes“ bis zum andern. Man kann einen ganzen Haufen nützlicher Infor⸗ mationen bekommen, wenn man Takt besitzt und es versteht, den richtigen Weg einzuschl Kein Volk ist der Schmeichelei so zugänglich wie das che. Man braucht ihnen nur zu sagen, — man nie geglaubt habe, daß sie die Hunnen seien, wofür braucht nur eine Zigarre mit einem von den unzähligen Ge⸗ schäftsreisenden, die die Züge bevölkern, auszutauschen, und einige Bewunderung für etwas Deutsches zu heucheln, und wenn Sie nicht allzu indiskret sind, werden Sie ein gutes Teil gewahr werden. Ich wenigstens glaube, daß ich ein gutes Teil heraus⸗ gefunden habe und ich will den Lesern der„Daily Mail“ jetzt meine Entdeckungen mitteilen, allerdings mit der Einschränkung, daß es in Deutschland mühsam ist, herauszufinden, was P lerei und was Wahrheit ist.“ Der Mann übertreibt zwar sehr und verallgemeinert sein entsprechendes Urteil in einer Weise, die uns lächeln Luft ist grau. Die Straßen und er immer noch auffallend sachlich, denn gänzlich aus der Luft gegriffen sind seine Angaben leider nicht. Die leicht⸗ fertigen Schwätzer, auf die er anspielt, mögen sich seine Worte als Spiegel vorhalten, um sich selbst darin in ihrer ganzen Verächtlichkeit und Gewissenlosigkeit zu erkennen. Aus Stadt und Cand. Gießen, 14. August 1915. Feldgraue Kleinigkeiten von daheim. Drei oder vier im feldgrauen Rock und einer im Bür⸗ gersgewand saßen auf der Terrasse zusammen. Zwei Eiserne Kreuze, ein paar Gehstöcke, schwarze Binden. Einer mit stillen Augen erzählt langsam, fast ein wenig s ig: Am 18. März habe man zweie von jeder Kompagnie geschickt, einen Teil der Weihnachtsgaben zu holen. Andert! Tage⸗ märsche zurück durch halbmeterhohen Schnee. Keinen Men⸗ schen habe man unterwegs gesehen. Am vierten Tag abends seien sie wieder beim Regiment gewesen. Halbtot. Da habe es geheißen: Zurück! Adieu Pakete.„Ein Thüringer und ich blieben liegen. Als wir wach werden, ist vom Regiment keine Spur mehr zu sehen. Kein Feuer; das Brot zu kleinen Klumpen gefroren; konnten nicht viel damit machen, weil man sich mit dem ewigen Schneeschlingen alle Zähne ver⸗ dorben hatte; die Decken längst weggeworfen, weil sie wie Eisschollen waren. Am vierten Tag gingen die Unseren wieder vor und fanden uns. Aber der Kamerad war tot, und mir waren die Zehen erfroren—“. Zwei Damen ließen sich am Nebentisch nieder. Weiße Schuhe; Strümpfe und Blusen aus unwahrscheinlichem Spinnweb.„Ach bitte, zwei kleine Dunkle, aber recht schön kühl, und zwei Schinkenbrote. Aber Brötchen, bitte! Ist der Schinken auch recht zart? Roh oder gekocht? Also gekocht, bitte! Und ein Gürkchen dazu! Und bitte, recht nett 5 gemacht!— Und ein Tellerchen mit Schlagsahne für Molly! Komm, Molly, aufs Stühlchen!— Also du meinst, Lila würde wieder getragen werden?=“ a Himmeldonnerwetter 8 „Ober, zahlen—!“ 5 ö Am Fenster. Ueber die Gärten sieht man auf einen Feld⸗ weg. Sonntagnachmittagsfrieden ruhte darauf. Für Spa⸗ ziergänger ist der Weg nicht hübsch genug, Links Gemüse⸗ felder, rechts der Bahndamm, dahinter die Rückseite einer Häuserreihe. Nein, hübsch ist es nicht auf dem Weg. Aber ruhig und nachdenklich. Lange schon liegt er ganz allein. Dann tauchen hinten zwei Soldaten auf, beide mit Krücken; die Sonne hat sie aus dem Lazarett gelockt. Mit einmal bleiben sie stehen und studieren aufmerksam eine Stelle am Boden. Legen die Krücken ab und machen sich auf der Erde zu schaffen. Wegen einer Hecke kann man vom ster aus nicht sehen, was sie da fesselt. Nach einer ile setzen sie den Spaziergang fort. Später, gegen Abend, kam ich an dem Feld vorüber. Da haben die beiden ein Dutzend Gemüse⸗ pflänzchen, die eine unbedachtsame Anderhans ausgerissen haben mochte, säuberlich wieder in den Boden gesteckt. Das Bücken konnte ihnen nicht leicht sein. Aber es waren ja deutsche Soldaten ö. * „Aich huns doch gesaht— ehn koste de Eier! Wer se net 18 will, 115 bleme elk krebs rotem Gesicht verteidigte die Händlerin ihre Ware. Die Auseinandersetzung übertraf bei weitem die Lebhaftigkeit, die man in dieser Beziehung augenblicklich auf dem W̃ kt gewohnt ist. Das Publikum 1 mit allerlei ten Stellung käuferin begann die Stimme überzu⸗ u nehmen. Der. il 1 72857 Aber ganz plötzlich ließ sie mit sich reden, dämpfte das Organ zu wohllautendem Säuseln, ging auf siebzehn, dann gar auf sechzehn Pfennig herunter und sah z dem sich nun entwickelnden eifriß Geschäft auffällig oft über die Köpfe der vor ihr Stehenden weg. Was hat sie denn? Ich drehe mich um. Ahaaa—! Da steht einer mit dem Eisernen Kreuz und einem Wickelverband um den Kopf und schaut dem Vorgang mit ganz sonderbaren Augen zu. Noch ein langer Blick auf die Eierbesitzerin; dann geht er mit stillem Lächeln weiter.— Wenn doch im rechten Augenblick, überall wo's nötig ist, solch ein wandelndes feldgraues Ge⸗ wissen erscheinen wollte! 5 5 Ein paar Jahrgänge„Ungedienter“ marschieren zum Bahnhof, frisch eingezogen; ein paar alte Leute als Weg⸗ 155 und e Die Ungedienten haben den Krieg bisher an der Wandkarte und nach Feierabend oder am Stammtisch in der achten mitgemacht. Nun hat auch sie jener unablässig, unsichtbar, riesenhaft ar de at aus der bürgerlichen Gelassenheit und der Familie heraus in die 1 ungewisse Vorbereitung fürs Schlachtfeld gestellt. Der Zug wartet schon auf sie. Der Regen rieselt; die jäuser winken Abschied. eimat, o Heimat, ich muß dich verlassen.... Einer singt. wei, drei fallen zögernd, mit halber Stimme ein. Wie ein ängstlicher Vogel irrt das Lied zwischen den Giebeln und kann die Schwingen nicht straffen. Müde sinkt es wieder nieder. Aber ein paar Schritte weiter wird es den Marschie⸗ renden deutlich, daß sie nun Soldaten sind. Andere beginnen zu singen. Ich hatt' einen Kameraden. Fünf, zehn, ig — alle nehmen den Gesang auf. Und das Lied br 72 zwischen den Mauern, die Gesichter werden hell, der Schritt strafft sich. Die Vöglein im Walde, die sangen sangen so wunderschön... Liebe, liebe Heimat! Soldatenleben und ⸗sterben! Leben, süßes, tränenveiches Rätsel! Ein Mädchen⸗ lächeln vom Fenster hier und Donnern und Brüllen auf zerstampften Fluren dort! Von allem klingt das Lied— Eben dieses Lied, den„Guten Kameraden“, hätten die Soldaten durch das Anhängen des Kehrreims vom„Gloria, Viktoria“ verschandelt, grausam mißhandelt und ins Wert⸗ lose verkehrt; so schrieb vor ein paar Tagen eine erer 1 Kulturzeitschriften. wieviel blaßtillige estheten gibts noch, die es fertig bringen, ausgerechnet unseren Soldaten von daheim aus das Gefühl mit der Grammatik des zünftigen Literaten und den Schnitt i geistigen Tracht mit der Elle des Flickschneiders zuzumessen! Die Ewigkeitsorte vermuten, ehe sie noch durch die äuß, Hülle an den Edelstein gedrungen sind! Aber Gottlob— darüber singen sich die Ausziehenden immer noch hinweg — und die am Fenster stehen und den Gesang höven, wischen sich die Augen— trotz aller literarischen„Verschandelung“ 3* 1 Tusffreie Zire. macht. Aber für einen Mitarbeiter der„Daily Mail“ schreibt 35K e ungeeignete Siebesgaben. 5 desen ische unt ur di ben e e e beben e va bo. 8 Die Vorliebe für gewisse„Liebes gaben“ die wohl mad sind, den Geldbeutel der Fabelkanten u füllen. zicht aber unseren Truppen die verdiente Stärkung zu — 2 f en. Jahreszeit etwas nach⸗ N sterilistert und zuckert. Preis der Einzeldose 30 Pfg. Inhalt 30 cem. Ein iter. gedickten Milch würde demnach nach Abzug von 1 Mk. für h nach Abz fü ö 3 Blechdosen 9 Mk. ßosten. Die Milch weist einen Prozent⸗ gehalt von 9,6 Proz. Fett auf, es sind also 3 Liter Milch auf ein Liter eingedickt worden, und es kostet so ein Liter der ursprünglichen Milch 3 Mk.— Alkohol in fester Form. Preis der Tube 1,25 Mk. Inhalt 80 gr. Der Inhalt besteht aus einem aromatisierten Gemisch von Gelatine, Stärkesirup und 23,25 Proz. Alkohol. In heißem Wasser aufgelöst, schmeckt das Getränk seiner Zusammensetzung nach äußerst fade. Nicht im entferntesten kann es den Vergleich mit einem entsprechenden alkoholischen Getränk aushalten. 5 Blütenho nig, garantiert reiner, Auslese. Inhalt der Tube 70 gr. Preis 50, Pfg. Ein Pfund Honig kostet demnach nach Abzug von 70 Pfg. für sieben leere Tuben 2,80 Mk.— Probiant⸗Milch⸗Hakao⸗Würfel. In⸗ halt eines Pappschächtelchens 50 ovale Tabletten. Gewicht 50 gr. Preis 80 55 er Zuckergehalt der Tabletten beträgt 47,52 88,76 gr. Dabei kostet ein Pfund dieser Sin kern d 0 e mmer usw. h 0 5 e ie gefärbten, alkoholfreien Ge⸗ anscheinend mit etwas Nelkenöl und Zimt i fie pe 150 5 nd Zimtpulver aromati⸗ Wütr hat n ie geringste Aehnlichkeit mit usch oder ähnlichen alkoholischen Genußmitteln. Die Flülstc keit schmeckt wie aromatisiertes, schwach angesäuertes Zucker⸗ wasser.— Kaffeetabletten. chens 36 Tabletten. Pfg. — 2 7 Umhüllung kostet ein Pfund des gemahlenen * Daz Eiserne Kreuz erhielten Oberförster Metten⸗ D eimer, Hauptmann im Landst.-Inf.-Regt. Nr. 10, ein geborener Gießener, Landturmrekrut Isenberg Unpersönliches. in unmittelbare Beziehungen. Ganz anders wird das Hei⸗ aß gestärkt, wenn an den einzelnen Mann ein Paket cus der Heimat kommt und in 25 erson zu Person liegt ind schon über⸗ 5 Verwendung von Wolle. machung befaßt sich mit der Veräußerung und Verwendung von ungefärbter und gefärbter reiner Schafwolle und der reinschaf⸗ wollenen Spiunstoffe wie Kammzug, Kämmlingen und Woll⸗ e soweit es sich nicht um Vorräte handelt, die erst nach Erlaß der machung vom Auslande eingeführt werden. Vom 14. August 1915 ab ist danach jede 2 4 45 1 775 reiner Schafwolle und reinschafwollener Spinnstoffe zu anderen als zu g wecken verboten. Als Veräußerung zu wecken wird nur eine an die gswollbedarfs⸗Aktien⸗ gesellschaften oder die Kammwoll⸗Aktiengesellschaft in Berlin oder an Personen a„welche die Ware zur Erfüllung von un⸗ mittelbaren oder mittelbaren Heeresaufträgen verw Der Nachweis, daß die Veräußerung 1 5 zu Heereszwecken erfolgt, muß in einer näher angegebenen Weise erbracht werden. Auch die Verwendung(Waschen, Kämmen, Mischen, Färben, Ver⸗ spinnen sowie A andere Art der Verarbeitung) der Schafs⸗ wolle ist mit 125 st nur noch zur Herstellung 1 er Erzeugnisse gestattet, deren Anfertigung vom Königlich Preußis Kriegs ministerium unmittelbar oder mittelbar ausdrücklich geneh⸗ migt ist. Es ist zu beachten, daß die Anordnungen der neuen Be⸗ kanntmachung sich nicht auf die Wollen der Deutschen Schafschur 1914/15 beziehen, für welche die bei der Beschlagnahme der Schaf⸗ schur erlassenen Bestimmungen Anwendung finden. Das äm⸗ men der Wollen der Deutschen Schafschur 1914/15 bleibt überhaupt verboten, soweit nicht eine besondere Erlaubnis des Kriegsmini⸗ steriums erteilt ist. Eine Reihe von Bestimmungen der Bekannt⸗ machung behandelt diejenigen Mengen Schafwolle, die aus den eigenen Beständen beliebig verwendet werden können, sowie die Verwendung von Baumwolle oder Baumwollabfällen als Zu⸗ satzspinnstoff und die Meldepflicht von aus dem Auslande einge⸗ Eine neue Bekannt⸗ d führten Vorräten. Besondere Bestimmungen gelten noch für Kamm⸗ garnspinner. Der Wortlaut der Bekanntmachung ist im Gießener Anzeiger von heute abgedruckt und auch am Bürger⸗ meistereigebäude angeschlagen. g * Im Hörsaal der medizinischen Klinzk fand estern abend ein Vortragsabend für Verwundete statt, en die Herren Helmut Eckhardt und Willy Werner Göttig veraustalteten. Ersterer brachte ern le Dichtungen, u. a. den„Tod des Tiberias“ von Geibel, während Willy Werner Göttig mit Busch, Freiherrn von Schlicht, Bierbaum u. a. m. für den heiteren Teil sorgte. Die Hörer unterhielten sich aufs beste und dankten mit reichem Beifall. Heute abend werden die beiden Herren in Stein's Garten den Verwundeten einen frohen Abend bereiten. 85. Fräulein Felicitas Ohaus aus Frankfurt a. hielt— auf Veranlassung des Staatseisenbahnvereins— gestern mittag, 13. August, im Saale des Uebernachtungsgebäudes vor etwa 100 Frauen und 20 Herren einen ebenso interessanten wie lehrreichen Vortrag über den Ge⸗ brauch der Kochkiste, wobei zugleich die Bereitung von ver⸗ schiedenen Gerichten bis in das kleinste Detail praktisch vorgezeigt wurde. Die Vortragende verstand es, in liebenswürdiger, keils ernster, teils scherzhafter Form die Handhabung der Kochkiste bei Herstellung einer guten, nahrhaften und doch billigen Fami⸗ lienkost zu erklären; sie erwies sich hierbei als eine Meisterin nicht nur der Koch⸗, sondern auch der Vortragskunst, so daß die Aufmerksamkeit der Zuhörer in dem dreistündigen Vortrage bis zuletzt gefesselt war, auch zweifellos viele neue Freundinnen der Kochkiste gewonnen wurden. „ FJünfzigjährige Dienstzeit. Der Kaiser hat dem Schreiner Georg Größer und dem Schlosser Georg Heller der Eisenbahn-Betriebswerkstätte Gießen aus Anlaß ihrer 50 jährigen Dienstzeit das Kreuz zum Allgemeinen Ehren- zeichen 1 1 1 1 ü 3 0 Feld postdiebstahl. Zu unserer gestrigen Notiz über den Diebstahl von Feldpostpaketen bittet man uns, mitzuteilen, daß derselbe nicht von einem Beamten, sondern von einem Unter⸗ beamten ausgeführt worden ist. 5 Kreis Büdingen. Vonhausen, 13. Aug. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gesreite Wilhelm Kraft im Res.⸗Inf.⸗Regt. 168. Bleichenbach, 13. Aug. Den Tod fürs Vaterland slarb der Gefreite Gustav Naumann. Kreis Lauterbach. r. Lauterbach, 14. Aug. Gestern machte hier ein siebzig⸗ jähriger Mann durch Erhängen seinem Leben ein Ende. 5 Hessen⸗Nassau. m. Neustadt, 14. Aug. Beim Ackern geriet in der Nähe des Ortes ein Bauer an ein Wespennest. Die Wespen richteten den Mann so zu, daß er besinnungslos zu Voden stürzte. Glücklicherweise gelang es seiner Frau, ihn von der gefährlichen Stelle fortzuschaffen, ehe die Sache noch schlimmer wurde. Börsen⸗Wochenbericht. — Frankfurt a. M., 13. August. Im freien Verkehr der N sich in dieser Woche ein merkwürdiger Wandel vollzogen. An die Stelle lebhafter Betätigung ist außergewöhnliche Stille getreten und die Aufwärtsbewegung der Kurse kam nicht nur zum Stillstand, sondern mit der Abnahme des Verkehrs ging auch eine Ab⸗ schwächung der Kurse Hand in Hand. Den Anstoß zu dieser Veränderung gab eine offtziböse Mahnung gegen die Aus- breitung der Effektenspekulation, wozu sich später noch behördliche Erwägungen bezüglich eines weiteren Abbaues der Börsenverbindlichkeiten gesellten. Schon seit einiger Zeit hat man an maßgebender Stelle mit steigender Besorgnis die Entwick⸗ lung bevbachtet, die die Verhältnisse am Effektenmarkt genom⸗ men haben. Der Kreis derer, die ihre freien Mittel für spekulative Werte hergaben, vergrößerte sich ständig, die Umsätze beschränkten sich nicht auf das wirtschaftliche Bedürfnis, sondern nahmen in zahlreichen Fällen ihren Ausgang von Spiel- und Gewinnfucht. Wenn bislang stillschweigend der 78 Wertpapiermarkt zugelassen wurde, so war man dabei von dem Gedanken geleitet worden, daß ein Mittelpunkt, an dem sich das notwendige Angebot und die nok⸗ wendige Nachfrage treffen, eine gewisse Solidität des Effekten⸗ handels verbürgen und große Kursschwankungen ausschließen kwütrde. Gleichzeitig glaubte man damit dem Bankier⸗ und Makler⸗ stande eine, wenn auch nur bescheidene Einnahmeqguelle erschließen zu können. Der Handel im Freiverkehr der Börse hatte jedoch nach und nach in einer Reihe von Industriepapieren, insbesondere in Aktien von Gesellschaften, die für den Heeresbedarf beschäftigt sind, einen Umfang angenommen, der nicht frei von Bedenken war, insofern als er Mittel in Anspruch nahm, die besser für die Befriedigung der Ansprüche des Reiches zurückgehalten würden. Dann 8 dieser Handel durch die erhitzte Fantasie zweifellos aber auch At schse gezeitigt, die später zu Enttäuschungen führen dürften. Die Warnung, sich in diesem Handel größere Be⸗ schränkung aufzuerlegen, ist also recht beifällig zu begrüßen und wenn ihr nicht genügend Beachtung geschenkt würde, dann müßte man damit rechnen, daß Maßregeln ergriffen würden, die wirk⸗ samer sind. Erfreulicherweise haben die Bestrebungen den spekula⸗ tiven Handel einzudämmen und alle verfügbaren Mittel für die kommende dritte Kriegsanleihe bereit zu halten, ihre Wirkung bis jetzt nicht verfehlt. Wie schon erwähnt, ging es auf allen Gebieten in dieser Woche recht ruhig zu. Größeres Angebot herrschte Er nur am Montanmarkte und zwar auch da nur in den führenden Werten, was man mit der über die Dividende des Phönix aufgekommenen Unsicherheit begründete. Dabei lauben Verwaltungskreise teilweise an keinen Rückgang unter die vorjährigen 10 Prozent. Andere Industrie⸗ papiere erfuhren bei 1 75 Angebot mehr oder weniger große Rückgänge. So 7 ten sich die sogenannten Rüstungswerte, Autowerte, Schuh⸗ und Lederfabrikation, Elektro⸗ und chemische Werte gegen die Vorwoche durchweg niedriger. Auf dem übrigen Aktienmarkte fanden kaum nennenswerte Umsätze statt. Ebenso Feger ben wih W n fabdden sich heimis. nlei d ziem haupteten. In fremden Fonds wenig Geschäft. Der Geldmarkt lag unverändert. Märkte. 1, Frankfurt a. M., 14. Aug. Auf dem heutigen Heu und Strohmarkt war nichts angefahren. F. Wiesbaden. Viehhos-⸗ Marktbericht vom 18. Aug. Auftrieb: 101 Rinder(darunter 21 Ochsen, 8 Bullen, 72 Kühe), 83 Kälber, 1 Schaf, 45 Schweine, 1 Zieg. Gehandelt wurde zu gleichen Preisen wie am 9. ds. Mis. Bei lebhastem Handel wurde bald der Markt geräumt. war J e — Spielplan des Großh. Aurhaustheaters Bad⸗Nauheim. Sonntag, den 15. August':„Filmzauber.“ Montag, den 16. August:„Hofgunst.“ Mitlwoch, den 18. August; Zum 85. Ge- burtstage Sr. K. K. Majestät Kaiser Franz Josef: Prolog und Lebendes Bild. Hierauf:„Komtesse Guckerl.“ Freitag, den 20. Aug.: Gastspiel von Mitgliedern des Neuen Theaters Frankfurt a. M.: „Der Juxbaroy.“ Sonntag, den 22. Aug.:„Die fünf Franksurter. Spielplan des Nönigl. Aurtheaters Bad⸗Ems. Donnerstag, den 19. August:„Der Juxbaron.“ — Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Das gestern über der Nordsee lagernde Tiefdruckgebiet ist weiter südöstlich vorgedrungen und erstreckt sich heute von der Nordsee über Mitteldeutschland nach den Donauländern. Im Westen steigt der Druck wieder allmählich an, so daß wir mit einer Besserung der Witterung zu rechnen haben. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 15. August 1915: Abnahme der Bewölkung, meist trocken, etwas wärmer, nord- westliche Winde. Letzte Nachrichten. Die Taktik des Großfürsten. Genf, 14. Aug.„Guerre Mondiale“ bespricht die neueste Taktik des Großfürsten, die Buglinie zu halten, eine Um⸗ klammerung des äußersten linken Flügels des Feindes in Kurland zu versuchen und gegen die Flußschleife im Njemen einen Durch⸗ bruch zu erzwingen. Der Großfürst habe dasselbe Manöver bereits dreimal früher unternommen, aber keinen Erfolg damit gehabt. Der jetzige Augenblick sei auch nicht besonders günstig und der Plan könne nur gelingen, falls der Großfürst eine völlig kampf⸗ bereite Armee sowie einen mächtigen Kanonenpark besitze und wenn er an der Buglinie keine Niederlage erleide. Die Aus⸗ sichten für ein Gelingen des großangelegten Planes seien gerade nicht sehr günstig. Russische Politik in Bessarabien. Wien, 14. Aug. Wie die von Peter Carp heraus Moldawa erfährt, hat die russische Regierung verfügt, daß alle Großgrundbesitzer in Bessarabien, die nicht russische Untertanen sind, ihre Guter verkaufen. Italiens ungenügende Leistungen. London, 14. Aug. Der„Manchester Guardian“ führt aus: Italiens Eintreten in den Krieg hat nicht die ge⸗ ringste Entlastung für seine Verbündeten gezeigt. Es sei ein⸗ sach unverständlich, warum Italien nicht England seine Hilfe anbiete, wo sie wirksam und von Nutzen wäre, nämlich an den Dardanellen. Zum Schluß schreibt das Blatt: 1 Die Politik Italiens erscheint in einem so ungewöhnlichen Lichte, daß man nur annehmen kann, daß die sattsam be⸗ kannte geheime Diplomatie hier wieder ihre Hand im Spiele hat. Die letzten Ereignisse scheinen zu zeigen, daß Italien für seine Mithilfe in der Stunde der Gefahr einen Preis verlangt Das ist ja vielleicht nicht sehr großmütig, aber was soll man dazu sagen, wenn die Staatsmänner in einem entscheidenden Moment die unwiederbringliche Zeit damit vergeuden, um Preis zu feilschen. Die„Totengräber Englands“. Haag, 14. Aug. Die Londoner Polizei beschlagnahmte 100 000 von Exemplaren eines Friedensmanifestes, das nachts in alle Häuser der Vorstädte Londons schmuggelt wurde. Das Manifest sagt den der Zentral⸗ mächte voraus und nennt Asquith un Grey die Totengräber Englands und fordert den sofortigen Friedensschluß. Die Urheber des Manifestes find 5 Griechenland und die Entente. Athen, 14. Aug Der letzte Schritt der Ententemächle hat im ganzen griechischen Volke tiefe Entrüstung hervor⸗ gerufen, die ausnahmslos von allen Zeitungen geteilt wird, die empfehlen, alle Parteiunterschiede zu vergessen und sich entschlossen um den König zu scharen, um von. Griechenland die ihm drohende Gefahr abzuwenden. Aus Mazedonien laufen zahlreiche Tele⸗ gramme an den König und die Regierung ein, in denen erklärt wird, daß die Bevölkerung Mazedoniens keinesfalls unter bul⸗ arische Herrschaft gestellt zu werden wünsche. Es werden große rotestversammlungen vorbereitet. Auch aus Altgriechenland au⸗ fen Entrüstungskundgebungen ein. Die Aufhebung des rumänischen Getreideausfuhrverbuts. Bukarest, 14. Aug. Zum Beschluß des Ministerrats, betr. Aufhebung des Ausfuhrverbotes für Getreide, erklärt der Berichterstatter der„Vossischen Zeitung“: Drei Sitzrn⸗ den mußten hintereinander abgehalten werden, um diesen Beschluß, * angeblich einstimmig gefaßt worden ist, herbeizuführen. Die Blätter Costinescus hatten tags zuvor versichert, die Regierung werde sich wegen der Agrarier keine Vorschriften machen lassen. Die„Politique“ des Herrn Ma rghiloman und die„Moldawa“ von Peter Carp drücken ihre Befriedigung darüber aus, daß es der öffentlichen Meinung gelungen fei, ihre Sache durchzusetzen. Die inter ventionistische Bewegung nimmt immer mehr ab, je zahl⸗ reichere interventionistische Gesellschaften sich bilden. —u——-¼-̃— Für Rhenmatiker und Neuralgieleidende. Kann seit langen Jahren zum ersten Male wieder gehen. Herr Heinrich, München, schreibt:„Da ich schon seit habren fürchterliche Schmerzen in meinem Knie hatte und alle är tliche Hilse, die ich bis jetzt gebrauchte, vergebens war, wandte ich mich noch in meiner Verzweiflung an Togal⸗Tahletten. Nach dem Gebrauch von ga. 3 Tagen waren die Schmerzen vollständig weg und seit 4 Wochen empfinde ich nicht den geringsten Schmerz und kann jetzt wieder laufen, während ich früher nicht mehr wußte, wie ich vom Platze kommen sollte.“ Aehnliche Erfahrungen und noch überraschendere Erfolge erzielten viele andere, welche Togal nicht nur bei Rheumatis⸗ mus, sondern auch bel Kopfschmerzen, Hexenschuß, Ischias, Schmerzen in den Gelenken, sowie bei Influenza gebrauchten. Togal löst die Harnsäure, das verheerende Selbstgift, wodurch ebenso rasche wie anbaltende Erfolge erzielt werden. Alle Apotheken führen Togal⸗ Tabletten. Best.: Acid. acet. salic. Chinin Mg. LI. 688988 LECIFERRIN (Ovo Lecithin— Eisenoxydhydrat) Die Wirkung des Leciferrins ist so a genscheinlich und Preis M. 3 die Flasche; Leciferrin in Tibetern, 5 an Galenus, Chem. In ebenso wirksam wie das flüssige, M. 250, bequem als d., G. m. b. H., Frankfurt a. M. Zu haben in den Apotheken; in Gießen: Hirsch-Apotheke, Frankfurter Str. 1. seine Verordnung so dankbar, dass ich bewährt sich in allen Fällen, wo dem Schwächezustand aufzuhelien ist, um den Körper widerstandsfähig zu machen. Ein Arzt schreibt: einen guten Zweck verfolge, es in breiten Kreisen bekannt zu machen. Feldpostbrief zu versenden. In Apotheken; wo nicht erhältlich, wende man sich 4070 Taschenlampen mit und obne Blende Taschenlampen 2 Giessener Musik- Schule 15 Mandoline und son- 0 stige Instrumente. . Dallerian, Aünbirnen ele N Zöpfei Dreher, Laar · Unr- Ecke der Goethestraße. Vorzügliche 14750 Rhein-, Mosel- und Südweine kett Toupela, Lehel Au Raupenzaugen und Maulwurfsfallen Prima Petroleum böchste Leuchtkra so lange N 8 Feldpost- Monatlich. Honorar von 69 Mark 4.— an. 4250 N bis 10 Uhr 1 Abendkurse 1 empfiehlt in großer Auswahl Edgar Borrmann isenwaren, Haus. und Küchengeräte Handlung. Metallbetten Holzrahmenmatr., Kinderbett. bill. an Private. 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Auch dem Gießener Roten Kreuz ist eine größere Anzahl Einzeladressen von Vergessenen, die bis jetzt von keiner Seite mit Liebesgaben bedacht worden sind, zugegangen. uns bei ihrer Versorgung zu helfen, sich auf unserem Geschäftszimmer Adressen geben zu lassen und an sie Liebesgaben in kleinen Paketen abzuschicken. Wir bitten Alice-Frauenverein Zweigverein Gießen vom Roten Kreuz Frau Gebhardt herzlich, 6588 D im Alter von 66 Jahren. Todes-Anzeige. Gestern abend 9 Uhr entschlief sanft nach schwerem Leiden unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Herr Friedrich Nicolai TKanzleidiener i. P. Den Heldentod fürs Vaterland starb infolge schwerer Krankheit am 19. Juli im Lazarett mein lieber, herzensguter, unvergesslicher Mann, der treu- sorgende Vater seines Kindes, unser braver Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Heinrich Luh Reservist im Res.-Inf.-Regt. Nr. 83, 8. Komp. im Alter von 29 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen(Walltorstr. 11), den 14. August 1918. Die Beerdigung findet Montag, den 16. August, vormittags 11 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhotes aus statt. 6609 In tiefem Schmerz: Frau Marie Luh, geb. Weber, und Kind Familie Heinr. Luh Wilhelm Luh Schwager und Onkel Lollar, den 13. August 1915. zm wbotel-Nestäaurant Gaues, Cape Haus, imm Penston. Mittags- üsch. Reichhaltige Abendkarte. Neben der Sprudelapotheke. 4288 Seeed Zur Nationalstistung für die Hinterbliebenen der im Krlege Gefallenen sind in Gleßen elngegangen: 1. bei dem Oberbürgermetster: von Wilhelm Horn 0 M. Danzel Heil 10 M., A.. 10 M., W.& ch. Schuchard 50 M., Forstmeister Koehler 30 M., Frl. Ida Carl 80 P., Kommerzienrat Emmeltus 1000 M., Adolf Möbl 100 M., Karp f Kultuxrinspektlon Erlög aus Altmaterial 30 M., Karl Becker II, Gerber, 100 M., Geb. Medizinalrat Dr. Geppert 100 M., Orch. Kahlhäser 20., Frau Haupt⸗ mann Wolf 20 M. Waftdirektor 1. P. Nitsert 20 M., Frau Marte Schrader 20 M., Hckn. 4 M., Otto Pfeisser, Buch- händler, 10 M., Tlerschutzyereln 100 M., Pfseunig-Samm⸗ lung der Stadtknabenschule 57/01 M., deggleichen in der Mädchenschule 54, M), zusammen 1830,83 M. 2, bei der Besipkssparkasse Gleßsen: Heinrich Schmidt⸗Winnerod 10 M. Frau Anna Herbert⸗Steinbach D M., J. B.⸗ Gießen 10 M., Pfarrer Mahr-Gießen 6810 M., zusammen 93,15 M. 3. bei der Mitteldeutschen Creditbank, Filiale 5 5 Frau Landgerichtsdirektor Bücking 70 M., Geh. orstrat Rae 10 M. Ed. Sack II. 20 M., Irene sünther 30 M., Orch. Schmidt IV. 10 Pt., ee Prosessox Dr. Siebeck 30 M., Wilb. Kilbinger 25 M., Karl Georgi 800 M., Sanitätsrat Dr. Zinßer 10 M., General“ masor g. D. Cullmann% M., Frau Prosessor H. W. Schmidt 12 M., Arb. A. Müller, Lehrerin 4. P. 10 M. Frau Dr. Stubl 20 M., Frl. Vigellus 10 M., C. W. Nowack& Sobn 90 M., Landgerichtsdirektor Bücking 500 Pf., Karola Hof 3 M., Sein. 10 M., Frau A. Petri Ww. 15 M., rl. Helga 51% M., zusammen 1098 M. t berzlichem Dank für dlese Gaben wird um weitere Zuwendungen gebeten. G7 Du forderst viel, o Vaterland! Im fernen Lande, da liegt ein Grab, Darin senkte man unsere Hoffnung hinab. Doch nscht alle sind tot, deren Hügel sich hebt, Wir lieben Das lebt, bis uns selber das Leben zerrinnt Und bel Gott wir wieder vereinigt sind! Den Heldentod fürs Vaterland starb am 30. Juli infolge seiner schweren Verwundung unser hoffnungsvoller, herzensguter Sohn, Bruder, Friedrich Fuchs, Lehrer Kriegsfreiwilliger im Infanterie-Regiment Nr. zuletzt beim Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 26, im noch nicht vollendeten 21. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung! — und was wir gellebt, das lebt. 222 2, 4. Kompagnie, 6591 Familie Gerh. Fuchs Familie Carl Schwabe. Waldhotel Tannhäuser Biedenkopf L. Prima Petroleum per Ltr. 56 Pfg. bel GS) Emil Fischbach. Lahn. Idyllisch geleg. Balkonzimm. Foxelleuf. Tel. 42. 1410 Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Frdr. Teipel, Gießen ein— getragen: Der Kaufmann August Kübel Ehefrau, Maria geb. Teipel in Gießen, ist Prokura erteilt. Gießen, den 10. August 1915. 0505 B Großherzogliches Amtsgericht. Von unserer in Höhenlage gelegenen Saatbaustelle empfehlen wir in doppelt gereinigter Ware: 120 21-100 100 und Absaat 8 A web ar Arubes Suuare bead Nezen. 38— 92.— 45 „**** 1 l. 90.— Jl.— 90.— 8 Felluser Hoope..... I..— 2.— 4 . i e eee Der Versand geschiebt, sowelt Vorrgt, mit besonderer Frachtermüßigung fil, Sagtgut bei der Absertlaung unter Nachnabme ab Rixfeld. Säcke werden zum Selbstkosten⸗ preis berechnet; bei Einsendung werden nur lochfrele und saubere Säcke zum Füllen verwandt. 6573 Freiherrlich Rledesel'sche Gutsverwaltung Ferurut 1. Fiockhansen, Kreis Lauterbach. Fernrut 1. ger und Onkel Familie Kontad Muß scheiden. Fern von der Heimat, fern von deinen Lleben, Rubst du nun aus in fremdem Land, Bei den Helden, die auch noch sielen Für das teure Vaterland. Ach, viel zu früb verlleßt du hier die Deinen, Die in der fernen Heimat um dich weinen. Können wir dein Grab nicht schmücken, Trauernd an der Gruft nicht steh'n, Auf zum Himmel wollen wir blicken, Wo wir uns einst wiederseh'n. Den Heldentod fürs Vaterland starb nach Gottes Rat und Willen am 25. Juli mein herzensguter, unvergeßlicher Mann, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwa— Ludwig Wagner Ersatzreservist i. Inf.-Reg. 94, 3. Komp. im Alter von 30 Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Karoline Wagner, geb. Platt Familie Christian Platt Ww. Bieber und Rodheim a. d. Bieber, den 13. August 1915. Es ist bestimmt in Gottes Nat, Daß man vom Liebsten, das man hat, Wiedersehen war seine Hoffnung! Marie Bender, geb. Luh Familie Weber. Grossen-Linden, Lutzellinden, Münchholzhausen und Huppert, den 14. August 1915. 6574 Wagner Ww. 04388 Sarg-Lager Halte stets ein größeres Lager von 64601 Särgen in allen Preislagen and A. Male, Senllerstrabe 2d. Zöpfe Haarunterlag., Lockendreher sow. alle sonst. Haararbelten werden schön und dauerhaft angefertigt in dem Spes.- Damen- Frisier- und Haar-Geschutt Hermann Plank Ww. Kaplansgasse 2 4780 Saslüster Gaskronen, Gaslampen usw. um raschzu räumen spottbillig Carl Schunck ae L asehellaupen Ia Batterlen! Ia Sparbirnen! Carl Schunck Bahnhofstr. 54. bond Neues Sauerkraut bei Emil Fischbach. 6520 l. Neue Frühtartoften Perle von Erfurt D versendet pro Ztr. 7 Mt. ab Echzell gegen Nachnahme. A. Simon ii., Kartoffelversandgeschäft, rchnelll d. W., Ter Müsch o 5 0 0 0 00 00 5 60 8 98 8888 O οοο 1 1 0 2 0 2 0 0 8 5 0 0 0 0 0% 88 oo oοοο Neues Sauerkraut Pfund 16 Pfg. Neue Zwiebeln Pfund 20 Pfg. neue Salzgurken Stück 7 Pfg. neue Kartoffeln 10 Pfund 80 Pfg. Neue voll⸗Heringe Stück 16 Pfa. es Eingem. Preißelbeeren 10 Pfund⸗Eimer Mk. 5.—. 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