Der Sießener Anzeiger erschernt täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Hießener Familienblätter; zweimal wöchentl. Kreis- blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech⸗Anschlüsse: jür die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsstelledl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. N Annahme von Anzeigen 0 für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. TB.) Großes Hauptquartier, 10. August. (Amtlich.) 55 Westlicher Kriegsschauplatz. Oestlich von Ypern gelang es stärkeren englischen 1 5 sich in den Besitz der Westteile von Hooge zu etzen. Französische Minensprengungen in der Gegend des Ge⸗ hö ftes Beause jour in der Champagne waren erfolglos. Nach der Zerstörung des Viaduktes westlich von Dam⸗ merkirch durch unsere Artillerie am 30. Mai haben die Fran⸗ zosen im Zuge einer Umgehungsbahn die Larg südlich von Mausbach überbrückt Die kürzlich festgestellte Brücke wurde gestern durch einige Volltreffer unserer Artillerie zerstört. Am Südrande des Hessenwaldes westlich von Verdun wurde ein französischer Fesselballon heruntergeschossen. Am 9. August 11 Uhr abends warf ein feindlicher Flieger auf Cadzand auf holländischem Gebiete(in der Nähe der belgischen Grenze) Bomben. Zwischen Bellingen und Rheinweiler(südlich von Müllheim in Baden) mußte ein französisches Flugzeug im Feuer unserer Abwehrgeschütze landen. Führer und Beobachter sind gefangen genommen. Bei Pfirt wich ein feindlicher Flieger, durch unser Feuer ge⸗ zwungen, auf Schweizer Gebiet aus. Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf der Westfront von Kow no wurde der An⸗ griff unter ständigen Gefechten näher an die Fortlinie herangetragen. Hierbei machten wir wie⸗ dere inigehundert Russen zu Gefangenen, vier Geschütze wurden erbeutet. Truppen der Armee des Generals v. Scholtz durchbrachen gestern nachmittag die Fort⸗ linie von Lomza, erstürmten Fort IV und nahmen heute bei Tagesanbruch die Festung. Südlich von Lomza wurde die Straße nach O st ro w kämpfend überschritten. Ostrow wird noch vom Gegner ge⸗ halten. Vor Bojan westlich von Brok, bis zur Bug⸗ mündung haben unsere Truppen diesen Fluß erreicht. Seit dem 7. Auguft wurden hier 23 Offiziere, 10 190 Mann zu Gefangenen gemacht. 5 Oestlich von Warschau ist die Armee des Prinzen Leopold non Bayern bis nahe an die Straße Stanis⸗ lawow—Nowo⸗Minsk gelangt. 5 Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Armee des Generalobersten v. Woyrsch erreichte in der Verfolgung die Gegend nördlich und östlich von Ze⸗ lechow. Sie nahmen Anschluß an den von Süden bor⸗ dringenden linken Flügel der Heeresgruppe des Generalfeld⸗ marschalls v. Mackensen. Auf der Front von Ostrow bis zum Bug wurden die feindlichen Nachhuten auf ihre Haupt⸗ kräfte zurückgeworfen. g Oberste Heeresleitung. — 5. Notiz: Brok liegt 12 Kilometer südlich Ostrow. Berlin, 10. Aug.(WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 9. zum 10. August führten unsere Marine ⸗Luft⸗ schiffe Angriffe gegen befestigte Küsten⸗ und Hafenplätze der englischen Ostküste aus. Trotz starker Gegenwirkung wurden britische Kriegsschiffe auf der Themse die Docks von London ferner der Torpedostützbunkt Harwich und wichtige Anlagen von Humber mit Bomben beworfen; es konnten gute Wirkungen beobachtet werden. Die Luftschiffe sind von ihrer erfolgreichen Unternehmung zurückgekehrt. Der stellvertretende Chef des Admiralstabes der Marine (gez.) Behncke. 9 2** 1 7 Ein neuer Schreck für die Engländer! Sie werden sich durch den neuen Angriff zur Luft belehren lassen, daß Deutschland trotz seiner großen Unternehmungen in West⸗ rußland noch Zeit findet, sich auch mit dem vielgeliebten Vetter über dem Kanal zu beschäftigen. Wie wird das! erst einmal werden, wenn wir durch keine Kämpfe auf dem Festlande„abgelenkt“ werden! Ganz abgesehen von den „guten Wirkungen“ der deutschen Bomben, von denen unser iralstab spricht, hat das neue Ereignis einen großen moralischen„Die neutrale Welt wird inne, daß Deutsch⸗ lands Kampfesmut zu Wasser, 8 wie zur Luft noch ganz auf der Höhe ist. Unsere Kriegführung bleibt, wie sie egonnen hat, ihrer sehr lebendigen Taktik treu, von der sie noch nichts aufgegeben hat. Auch die deutsche Flotte schläft nicht, wie die Erkundungsfahrt in den Rigaischen Meer⸗ busen beweist, aus der die amtliche russische Berichterstat⸗ tung vergeblich eine deutsche Schlappe zu machen sich be⸗ müht. Die Russen scheinen schon froh darüber zu sein, daß die deutschen Seeleute noch nicht in der kurländischen Hauptstadt eingerückt sind. Das war aber nicht ihre Aufgabe; der Marsch auf Riga wird vielmehr vom linken Flügel der Armee Belom fortgesetzt. Zweifellos ist die russische Darstel⸗ lung, als seien die deutschen Truppen vor Riga zurück⸗ geworfen worden, ebenfalls nur eitel Geflunker. Vielleicht hat sich nur eine Patrouille zurückgezogen; aber„Einst wird men der Tag“... Vielleicht steht er schon nah vor JJJJJJJJ%%%%0%%ĩ. 8 0 Geieral⸗ Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Berlag der Brühl'schen Univ. Buch- und Steindruckerel R. Lange. Schriftleitung, Geschästsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Luftschiff⸗Angriffe auf die englische Ostfüste. Die Festung Lomza erobert! An die Tore der Festung Ko wno ist ebenfalls schon angepocht worden. Vier Geschütze wurden dabei erbeutet, ein schlechtes Vorzeichen für den Feind! Den besten Erfolg der letzten Tage aber darf man vielleicht in der Eroberung von Lomza erblicken. Nach dem Fall dieser wichtigen Narew⸗ Festung steht unseren Truppen kein wesentliches Hindernis mehr beim Vormarsch auf die Bahnlinie Warschau— Bielo⸗ stock entgegen. Ostrow ist auf der Westseite von den Deutschen ebenfalls schon umgangen. Nachdem die rückwärtigen Linien nunmehr lückenlos gedeckt und gesichert sind, wird der Vor⸗ marsch der Heere Scholtz und Gallwitz zweifellos sehr be⸗ schleunigt werden können. Auf einer Strecke von etwa 50 Kilometern in der Luftlinie ist das Nordufer des Bug bereits in unserem Besitz! 5 Von Warschau aus ist die Heeresabteilung des Prinzen Leopold von Bayern schon etwa 30 Kilometer in östlicher Richtung vorgerückt, während die Armee Woyrsch Zelechow bereits überschritten hat, also sich nur ca. 100 Kilometer von Brest Litowsk befindet. General v. Mackensen hat im Süden den Ort Ostrow(zu unterscheiden von dem südlich des Narew gelegenen Ostrow!) erreicht, steht also nur 80 Kilometer von Brest Litowsk entfernt. Der Gürtel wird enger und enger gezogen; mit besonderer E ist nach wie vor den Er⸗ eignissen auf dem nördlichen Flügel entgegenzusehen! 1 ö* * 2 1 5 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 10. August. 5 Sschauplatz. dem Weichselland weichen⸗ Die Truppen des Generals von Köveß haben die Linie südöstlich Zelechow genommen. Ihnen schließen sich die über den unteren Wieprz vorrücken⸗ den Teile der Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand an. Auch das Wieprz⸗Knie ist an mehreren Stellen über⸗ schritten. Weiter östlich an der Front bis zum Bug nahmen unsere Verbündeten eine Reihe von feindlichen Nach⸗ hutstellungen. Am Bug und an der Zlota⸗Lipa ist die Lage unver⸗ ändert. Bei Czernelica auf dem Südufer des Dnjestr be⸗ mächtigten sich innerösterreichische und küstenländische Heeres⸗ und Landwehrregimenter einer brückenkopfartigen Stellung, welche die Russen bisher hartnäckig zu verteidigen wußten. Der Feind flüchtete über den Fluß und ließ 22 Offiziere und 2800 Mann als Gefangene, sechs Maschinen⸗ gewehre, viel Fuhrpark und zahlreiches Kriegsmaterial in unserer Hand. N Italienischer Kriegsschauplatz. Die täglichen Geschützkämpfe an der Südwestfront hiel⸗ ten auch gestern an. Im Görzischen und bei Plawa steigerten sie sich zuweilen zu bedeutender Heftigkeit. Drei italienische Angriffe gegen den nach Westen vorspringenden Teil des Plateaus von Doberdo und ein Vorstoß des Fein⸗ des auf Zagora(südöstlich von Plawa) wurden abgewie⸗ sen. Sonst hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der russische Bericht. Petersburg, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die letzte Mitteilung des Großen Generalstabes besagt: Zwischen der Düna und dem Njemen drängten unsere Truppen am 8. August den Feind zurück. In der Gegend von Friedrichstädt auf dem rechten Ufer des Flusses Niemenek in dem Abschnitt fluß⸗ gufwärts von Schönberg sowie in der Gegend nordöstlich von Wilkomir wurden die deutschen Vorhuten, welche dabei große Ver⸗ luste erlitten, aus einigen Dörfern verdrängt. Wir machten dabei einige Dutzend Gefangene.— In der Nacht zum 8. August er⸗ neuerte der Feind seine Angriffs versuche gegen die Be⸗ festigungen von Kowno. Unsere Stellungen wurden am Tage darauf von feindlichen Geschützen bis zu den größten Kalibern obe beschossen. Die Angriffe des Feindes gegen unsere vorge⸗ chobenen Stellungen wurden sehr erbittert fortgeführt. Nach den letzten Berichten sind die Anstürme der Deutschen gegen die West⸗ front von Kowno in der Nacht vom 9. August überall ungeheuen verlustreich abgeschlagen worden. Unsere Artillerie erwidert das feindliche Feuer kräftig.— Bei Ossowice und in der Gegend von Jadwahno heftiges Feuer. Auf dem linken Narew⸗Ufer am 8. August vereinzelte Kämpfe, besonders in der Richtung auf Lomza und im nördlichen Abschnitt der Straße Lomza—Ostrow. In den anderen Gegenden und rechts der mittleren Weichsel keine erheblichen Zusammenstöße. Auf der Straße um Wlodawa, sowie am Bug, an der Zlota⸗ Lipa und am Dnjestr keine Veränderung. Die deutsche Flotte, bestehend aus 9 gepanzerten Schiffen, 12 Kreuzern und einer großen Anzahl von Torpedobvoten griff die Einfahrt in den Rigaischen Meerbusen heftig an. Die Angriffe wurden abgewiesen. Unsere Wasserflugzeuge trugen zum Erfolge durch Bombenwürfe bei. Ein feindlicher Kreuzer und zwei Tor⸗ pedoboote sind durch unsere Minen beschädigt worden. (Notiz: Wie wir an zuständiger Stelle erfahren, handelt es sich um eine vonunseren Seestreitkräften vorgenommene Erkundung zur Einfahrt in den Rigaischen Meerbusen und zur Feststellung der Lage der russischen Minensperren. Ein russisches Wasserflugzeug wurde dabei mit den Insassen eingebracht.) e 8 5 0„„ 8 227 * 1 3 Mittwoch, II. August 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel; 1— Mk. 1. 2 Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel · jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: 1 Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: ö. Beck, sämtlich in Gießen. Nach dem Fall von Warschau. a Berlin, 11. Aug. Aus Genf erhalten die„Berliner Neuesten Nachrichten“ eine Schilderung über die Stimmung nach dem Fall von Warschau. Ueberall standen plaudernde Gruppen. Feindliche Worte gegen Deutschland wurden nicht gehört, wohl aber sehr oft Ausdrücke der Bewunderung für die Deutschen. In den polnischen Geschäften, die in Genf nicht selten sind, konnte kein größerer Jubel über den Fall Warschaus herrschen, als in Berlin oder in einem deutschen Schützengraben. Paris, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Petersburger Meldung des„Matin“ ist die berühmte Bi⸗ bliothek in Warschau von den Russen nicht mehr fort⸗ geschafft worden. 5 Die Cholera in Petersburg. Berlin, 11. Aug. Die Ausbreitung der Ch lera in Petersburg läßt sich, wie die„Voss. Ztg.“ berichtet, nicht mehr vertuschen. Der Oberbürger⸗ meister habe bei der obersten Sanitätsverwaltung um die Erlaubnis nachgesucht, die Einwohner von dem Aus⸗ bruch der Epidemie in Kenntnis zu setzen. Die städtis Sanitätsverwaltung habe an sechs Krankenhäusern Cholera⸗ baracken errichtet. 5 8 Russische Leichenräuber. 5 Berlin, 10. Aug.(Priv.⸗Tel.) Der„Lokalanz.“ meldet aus Königsberg i. Pr.: Wie erst jetzt bekannt wird, erbrachen die Russen seinerzeit im Park des Schlosses Georgen⸗ burg bei Insterburg das Mausoleum der Familie v. Simp⸗ son, öffneten die Särge und durchsuchten sie nach Schmucksachen. Der Krieg in den Kärntner Bergen. Berlin, 11. August. In den Kärntner Ber zeigt der Krieg, wie dem„Berliner Tageblatt“ aus dem Krie pressequartier Südwest gemeldet wird, seine beiden ertren Formen, den Kampf schwerer Geschütze und den Indianerkamp der Patrouillen. Die Italiener haben schwere Kaliber in S lung gebracht, mit denen sie über Berge von mehr als 2000 Meter hinweg unsere Sperrforts beschießen. Da sie stellenwei im Besitz günstig gelegenen Grenzgebietes sind, das ihren Artil⸗ leriebeobachtern den Vorteil guter Sichtperhältnisse bietet, ent behrt ihr Feuer nicht einer gewissen Sicherheit. Dieser Vor⸗ teil wird wett gemacht durch die glückliche Lage unserer Werle und die Unerschütterlichkeit der Besatzung. ö f 8 1 Neue italienische Einberufungen. Rom, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das amtliche Militärblatt veröffentlicht die Einberufung der ersten und zweiten Kategorie folgender Klassen: die Grenadiere des Jahrganges 1887, die Infanterie und Alpenjäger des Jahrganges 1886, die Alpenjäger des Jahrganges 1887, die Artillerie der Jahrgänge 1885 und 1887, die Infa e einschließlich der Grenadiere und Bersagliere des Jahr⸗ gangs 1876. Gestellungstermin ist der 14. August. General v. Auffenberg vor dem Kriegsgericht. Wien, 10. Aug.(WB Nichtamtlich) Wie amtlich mir⸗ geteilt wird, fand am 3. und 4. August vor dem Wiener Di⸗ visionsgericht die Hauptverhandlung gegen den General der In⸗ fanterie Moritz v. Auffenberg statt. Hierbei wurde dieser von der Anklage rechtskräftig freigesprochen, er 1 25 di Sicherheit der Armee dadurch gefährdet, daß er i Herbst 1912 während der Tagung der Delegationen in Budapef geheim zu haltende Dispositionen über militärische Defensi maßnahmen der Monarchie dem in Wien wohnhaften Obersten des Ruhestandes Heinrich Ritter von Schwarz, der davon keine Kenntnis haben sollte, um ihm materiell aufzuhelfen, so absichtlich in der Weise mitgeteilt habe, daß er ihm am 18. vember 1913 eine verschlossene Karte des Inhalts zugesan habe, es sei die teilweise Mobilisterung im Norden wahrschein⸗ lich, und daß er ihn am 21. November 1912 unter Bekannt⸗ gabe der Namen dek Kommandanten des 1, 10. und 11. Kor über eine vom Kriegsministerium am selben Tage nach alle höchster Genehmigung beschlossene Erhöhung des Friedenszustand bei den Truppen und Anstalten der erwähnten Korps telegraphisch benachrichtigt, und somit das Verbrechen der Hintansetzung der Dienstvorschriften im allgemeinen begangen habe. 1 ** * 2 5 8 Derr türtische Bericht. 3 Konstantinopel, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier gibt bekannt: An der Dardanellen⸗ front wiesen wir am 9. August nördlich Ari Burnu von neuem einen feindlichen Angriff ab und fügten dem Feind schwere Verluste zu. Weiter nördlich vertrieben wir den Feind durch einen kräftigen Angriff am Ufer; wir nahmen 4 Offiziere und 50 Mann gefangen und erbeuteten zwei Maschinengewehre, ferner 5 heliostatische und Telephonanlagen und eine Menge Waffen. Bein Ari Burnu eroberten wir auf dem linken Flügel durch einen 25 Bajonettangriff einen Teil der vom Feinde in den letzten Tagen besetzten Gräben zurück. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr besetzten win auf dem linken Flügel einen großen Teil eines Grabens, den sich abgesondert zwischen uns und dem Feinde befand. An der übrigen Fronten hat sich nichts wichtiges ereignet. 1 Ein Fest deutsch⸗osmanischer Freundschaft. Damaskus, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die da Uebe der von dem deutschen Ka rsex für das Gra . Wali von Khonloussi mit den höchsten Offizieren und Beamten, die Notabeln und 3. von sämtliche hiesigen Deutschen 3 0 5 Hüter der Moschee nach altem Brauch das Iftgargastmahl, einen Leil el Kader, an dem die Spitzen der Militär⸗ und Zivilbehörden, der deutsche Konsul Loytved⸗Hardegg, der österreichisch⸗ungarische Generalkonsul Baron Oppenheim u. a. teilnahmen. Gegen 8 Uhr 5 betrat die Festversammlung den großen Moscheehof, der elektrisch beleuchtet war. Als erster Redner ergriff der deutsche Konsul das Wort und übergab die Lampe im Namen des deutschen Kaisers. Als ewiges Denkmal des treuen Waffenbündnisses zwi⸗ schen dem deutschen Kaiser und dem Khalifen, so sagte er, solle die Lampe das Grabmal Salah Eddins beleuchten, auf daß sein Heldengeist den Fahnen und Streitern Mohammeds als strahlendes Beispiel voranschwebe So rein und warm wie das Licht der iligen Lampe möge stets der Geist den deutsch⸗ osmanischen Freund⸗ chaft sein und bleiben.. . Der Wali erwiderte mit einer Ansprache, in der er dem Danke der muselmanischen Bevölkerung für diesen neuen Beweis der Freundschaft des Kaisers der Deutschen Ausdruck gab. Der Oberkommandierende dankte im Namen der osmanischen Armee und pries in begeisterten Worten die osmanisch⸗deutsche Waffenbrüderschaft. Es sprachen noch zwei Scheichs und drei Volks⸗ redner, die ebenfalls das Bündnis feierten. 5 Vom Hofe begab sich die Versammlung in feierlichem Zuge durch ein Spalier von Schülern, die Lichter trugen, nach dem be⸗ nachbarten Mausoleum Salah Eddins, über dessen Grabmal die Kaiserlampe hing. Djemal Pascha drehte den elektrischen Knopf um und sagte, für ihn und seine Nachkommen werde es immer die höchste Ehre bleiben, daß er als erster das Licht der iligen Lampe habe erstrahlen lassen. Am Vorabend der 0 ampenübergabe gab der deutsche Konsul im Stadtgarten ein Fest⸗ mahl zu 100 Gedecken. Es nahmen daran teil: der Oberkomman⸗ dierende mit seinem Stabe, der Wali, die Spitzen der Militär⸗ und Zivilbehörden, die Scheichs, Abgeordnete der Parlamente, viele Naotabeln, Zeitungsredakteure und hier wohnende Deutsche. In dem elektrisch beleuchteten herrlichen Garten mit einem Spring⸗ brunnen spielte die Militärmusik, und es wurde ein prächtiges Feuerwerk abgebrannt. Die Reden des Konsuls, des Oberkom⸗ mandierenden, des Wali, des Barons Oppenheim, eines Scheichs und zweier Notabeln gipfelten in begeisterten Worten auf die os⸗ manisch⸗deutsche Freundschaft. Die Grüße des deutschen Fai⸗ sers an die Stadt Damaskus wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen. Bei dieser Gelegenheit sprach Diemal Pascha seinen Dank für die Verleihung des Eisernen Kreuzes erster Klasse aus. Nach Aufhebung der Tafel wurden im Stadtgarten Films vom deutsch⸗osmanischen Kriegsschauplatz vorgeführt. Die Feststimmung erhielt noch ein besonders begeistertes Gepräge durch die Freuden⸗ botschaft von der Einnahme Warschaus. Aus Griechenland. Athen, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die Meldung, daß der König den Wunsch geäußert habe, Venizelos zu sehen, wird dementiert. Dagegen verlautet, daß der König i früheren Ministerpräsidenten vor Eröffnung der Kammer zur Beratung zu sich kommen lassen wird. 1 Die amerikanischen Kriegslieferungen. Madrid, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die Zeitung „Epoca“ meldet, daß die vom Vierverband in den Ver⸗ einigten Staaten gemachten Bestellungen den Betrag von 8 Milliarden Franks erreicht haben. Die Bestellungen Frankreichs, Englands und Rußlands betrugen je 2½, die Italiens eine halbe Milliarde. Diese Bestellun⸗ gen für Kriegsmaterial würden nur einen Teil des Nutzens 5 ellen, den Amerika aus dem 5 5 ziehe; hinzukomme noch die Steigerung der Ausfuhr aller übrigen Produkte g. durch die Amerika gleichfalls ein großer Gewinn wachse. 1 925 5 Der Seekrieg. Der neue Angriff auf Englands Ostrüste. . Berlin, 11. Aug. Zu der Meldung des WTB., daß in der Nacht vom 9. zum 10. August deutsche Marineluftschiffe Angriffe gegen befestigte Küsten⸗ und Hafenplätze der englischen Ostküste ausführten, heißt es in der„Vossischen Zeitung“. Zum, fünften Male haben gestern deutsche Luftschiffgeschwader er⸗ folgreiche Angriffe auf die englischen Küstenbefestigungen unter⸗ nommen. In der Nacht vom 19. zum 20. Januar belegten sie Varmouth mit Bomben, am 29. April wurden die Küstenbefesti⸗ gungen bei Harwich und einige andere Ortschaften bombardiert. wei weitere erfolgreiche Vorstöße erfolgten am 5. und 7. Juni ds. J. Am erstgenannten Tage wurden zahlreiche Bomben auf die befestigte Humbermündung und Harwich geworfen. Am 7. Juni gelangten die Luftschiffe bis vor die Vorstädte Londons und richteten an den Befestigungswerken und Docks schweren Schaden an. 5 Die Taktik der deutschen U-Boote. ie Behauptung, ätten ihre seine Ei 13 g, daß deutsche U-Boote keine Nummern fü en, ift richtig. Die Gründe dafür sind militärischer e schieht mit Rücksicht auf den Feind, aber nicht im Hinblick auf Neutrale. Der Verdacht, den der Verfasser dieser Notiz erwecken will, daß sich deutsche U-Boote durch weglassen der Nummer der Verantwortung den Neutralen über zu entziehen suchen, ist stunlos. Denn die Neutralen sehen ja die deutsche Kriegsflagge. Im übrigen ist jeder Verlust eines neutralen Schiffes, der zur Kenntnis der deutschen Regierung gebracht worden ist und der die Möglichkeit offen ließ, daß das Schiff durch ein deutsches U⸗Boot versenkt sein könne, auf das Gewissenhafteste untersucht worden. Die deutsche Regierung hat sich, wie die neutralen Regierungen 55 stets e bekannt, wenn ein 3 infolge einer ung ein neutrales Schi beschädigt oder versenkt hat. chif ie Versenkung des englischen Hilfskreuzers„India“. Bod ö, 10. Aug.(WB. Nichtamtlich.) Nach den neue⸗ en Meldungen sind im ganzen 142 Mann von der Be⸗ satzung des torpedierten englischen Hilfskreuzers„India“ *„Narwik gebracht worden, davon 82 mik dem„Goesta⸗ 5 und 60 mit dem bewaffneten englischen Fischdampfer Saxon“, außerdem 11 Tote. Der Kapitän soll sich unter den Geretteten befinden. Insgesamt sind etwa 160 Mann umgekommen. Ein Inspektionsschiff wird heute 48 Gerettete und drei Tote von Helligvaer abholen. Die übrigen Toten werden morgen hier begraben werden. Kristiania, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der von mal Salah Edorns gestifteten Lampe sand in der Nacht des 7. August, als dem 27. Tage des mohammedanischen FJastenmonats Ramasan im Hofe der Omeijiden⸗Moschee statt. Der Feier wohnten der Oberkommandierende, Djemal Pascha, der Eingeborenen und Sonnenuntergang gab der lenkte englische Hilfskreuzer„Inora“ gehorte der Peninsular⸗ and Oriental Line und hatte eine Besatzung von etwa 340 Mann. Unter den in Narvik an Land Gesetzten be⸗ fanden sich 18 Offiziere. Die übrige Mannschaft ist wahr⸗ scheinlich umgekommen. Die„India“ sank binnen zwei bis vier Minuten. Eine Erkundungsfahrt unserer Flotte. Berlin, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Zu der russischen Meldung, daß bei einem großen deutschen Flottenangriff auf den Rigaischen Meer busen drei deutsche Kriegsschiffe verloren gegangen seien, erfahren wir von zuständiger Stelle, daß es sich nicht um einen großen Angriff, sondern um eine zweikleine Minensuchboote verloren gegangen sind. 8 von dem Verlust dreier deutscher Schiffe ist frei en. * Ymuiden, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der hol⸗ ländische Fischdampfer„Cendracht“ landete 10 Mann von der Besatzung des deutschen Fischdampfers„Saturn“ aus Geestemünde, der gestern nachmittag von einem eng⸗ lischen Kreuzer in der Nordsee versenkt wurde. Die Mannschaft hatte sieben Minuten Zeit zum Besteigen der Boote erhalten. a. Imuiden, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kapi⸗ tän des deutschen Fischdampfers„Saturn“ hat erklärt, daß der britische Kreuzer, welcher den„Saturn“ versenkte, zu einem Geschwader von fünf Panzerkreuzern gehörte. Der Fischdampfer war unbewaffnet und fischte in Gemeinschaft mit einer Anzahl anderer Fischdampfer. Die Besatzung des „Saturn“ erhielt den Befehl, das Schiff zu verlassen, was binnen fünf Minuten geschah. Dann trieb die Besatzung im offenen Boot 2½ Stunden lang auf dem Meere, bis sie von einem holländischen Fischdampfer aufgenommen wurde. Vlaadringen, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Der holländische Fischdampfer„Vlaadringen 33“ landete hier die aus 12 Mann bestehende Besatzung des englischen Damp⸗ fers„Westminster“, die er am Freitag nachmittag auf⸗ nahm. Die„Westminster“ war mit einer Fischladung von Island nach Grimsby unterwegs und wurde von einem deutschen Unterseeboot versenkt. Die Besatzung erhielt zehn Minuten Zeit, um in die Boote zu gehen. 5 Stayanger, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Ein holländisches Fischerboot setzte heute früh die Besatzung des Dampfers„Geiranger“ aus Bergen in Skudesnes an Land. Der Dampfer wurde 75 Meilen südöstlich Sumburgh Head, auf den Shetlands⸗Inseln torpediert. Das Schiff war auf dem Wege von Petschora nach Southampton und hatte Holz geladen. Die Mannschaft brachte 9½ Stunden in Booten zu, ehe sie gerettet wurde. Ebsjerg, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Das Ka⸗ nonenboot„Absolon“ setzte in der Nacht sechs Mann der Besatzung des Schoners„Jason“ aus Svendborg an Land. Der Schoner wurde bei Horns Revtorpediert. Es ist an⸗ zunehmen, daß das Schiff Bannware an Bord hatte. — Feindliche Flugzeuge. Berlin, 10. Aug.(WTB. Amtlich.) Gestern vormit⸗ tag machten sechs bis acht feindliche Flugzeuge einen An⸗ griff auf die außerhalb des Operationsgebietes liegenden Orte Zweibrücken und St. Ingbert. In Zweibrücken wurden 15 bis 20 Bomben beobachtet. Es wurde nur un⸗ bedeutender Sachschaden verursacht. In St. Ingbert acht Tote und zwei Verwundete. Die Leiden unserer Schwerverwundeten in Frankreich. Berlin, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nordd. Allgemeine Zeitung“ schreibt über die Leiden un⸗ serer Schwer verwundeten in Frankreich: Ein ausgetauschter schwerverwundeter Reserve⸗Gefreiter des Kaiser⸗Alexander⸗Garde⸗Grenadier⸗Regiments Nr. 1, Wilhelm Oelbüttel, schilderte seine Erlebnisse in Frankreich unter Eid wie folgt: Er wurde am 8. September 1914 bei Chalons durch einen Granatsplitter am Unterarm so schwer verwundet, daß der Arm am folgenden Tage in einem deutschen Feld⸗ lazarett abgenommen werden mußte. Drei Tage später nahmen die Franzosen das ganze Lazarett gefangen, Oelbüttel wurde mit elf anderen Schwerverwundeten nach Isle⸗de⸗Ré transportiert. Die Fahrt dauerte 48 Stunden. Die zwölf hilflosen schwerver⸗ letzten Leute hatten furchtbare Leiden auszustehen. Das Abteil dritter Klasse, in welchem sie sich befanden, hatte nur acht Sitz⸗ plätze, so daß immer vier der Unglücklichen stehen mußten. Weder ein Arzt noch ein Krankenpfleger war zugegen. Die Nahrung bestand aus ein wenig trockenem Brot und Wasser, das im ganzen zweimal gereicht wurde. Mehrere der stark fiebernden Schwer⸗ verwundeten wurden auf Zwischenstationen ausgeladen, zwei der übrigen starben hilflos im Abteil. Am 14. September kam der Transport in Isle⸗de⸗Ré an. Nun setzte sich das begonnene Leiden in grauenhafter Weise fort. Kalte, zugige Unterkunfts⸗ räume, ungenügende Bekleidung, schlechtes Essen, mangelhafte ärztliche Behandlung, das waren die Segnungen der französi⸗ schen Kultur, welche die Unglücklichen kennen lernten. In den. ersten drei Wochen wurde ihnen morgens überhaupt keine Nah⸗ rung gereicht. Auch in der Folgezeit war sie gänzlich unzureichend. Von Abwechslung war keine Rede. Bohnensuppe wechselte mit Kartoffelsuppe. Die Würze bestand aus zähem Rindfleisch, das die Zähne kaum zerreißen konnten, und aus Maden, welche in der Suppe herumschwammen. Die Bohnen waren hart und un⸗ genießbar, Löffel und Teller wurden erst nach mehr als 6 Wochen zur Verfügung gestellt. Bis dahin mußte eine alte Konfervenbüchse aushelfen, die auf dem Kasernenhofe gefunden worden war. Die ersten vier Wochen durften sich die Gefangenen nicht einmal waschen, obgleich in unmittelbarer Nähe ein nnen stand. Die französische Krankenschwester, die entgegen dem Ver⸗ bot von dort einmal Wasser für die Verwundeten zur Reinigung holte, wurde streng verwarnt und nicht wieder zu ihnen gelassen. Am uner hörtesten war die so⸗ enannte ärztliche Behandlung. In den ersten vier Tagen war überhaupt kein Arzt vorhanden. Die Wunden eiterten weiter und wurden nicht verbunden. Die bedauernswerten Opfer französischer Rachsucht mußten sich die Maden selbst aus den Wun⸗ den herausziehen, um nicht bei lebendigem Leibe zerfressen zu werden. Eine bösartige Verschlimmerung der Wunden war die unausbleibliche Folge. Aber die Verhältnisse besserten sich auch kaum, als einige Aerzte eintrafen. Sie bemühten sich nicht zu den Kranken, sondern ließen diese trotz der schweren Verwun⸗ dungen auf dem Kasernenhofe antreten und warten. Mancher der Verwundeten wurde ohne jede Untersuchung wieder fortge⸗ schickt, andere nur oberflächlich besichtigt. Die meisten der fran⸗ zösischen Aerzte zogen es vor, Zigaretten zu rauchen und sich zu unterhalten. Roheit und Unfähigkeit machten sich geltend. Ein Mann, der einen Fußschuß hatte und um Behandlung bat, wurde von einem französischen Marinearzt mit geschient. Für die besonders schwer verwundeten Leute diente ein besonderer Raum als Unterkunft, ein Pferdestall, in dem es von Ratten wimmelte. Ein unerträglicher Gestank herrschte; die französischen Aerzte hielten sich die Nase zu, wenn sie den Raum betraten, und eilten schleunigst wieder hinaus. Alles dies ereignete sich trotz des Vorhandenseins reichlicher Mengen von Erkundung russischer Minensperren handelte, und daß lediglich f nitatspersonen waren im Lager. er um die Kranken nach den ausdrücli 5 nungen der französischen Aerzte nicht k und auch ihr Verbandszeng nicht zur Verfügung stellen. Es war eben nichts anderes als niedrige Rachsucht und klein. liche menschenunwürdige Gemeinheit, die den Grundzug für d Behandlung der Verwundeten abgaben. f 5 Bestätigt wird diese Aussage durch gleichlautende eidliche dungen anderer Gefangener, die in dem gl Lager in ebenso schamloser Weise behandelt wurden. Wenngleich diese empörende Behandlung unserer Verwundeten Vergeltungsmaßregeln nahelegt, wird die deut⸗ che Regierung doch darauf verzichten, für diefe Verhöhnung allgemeiner Menschenrechte an den ranzösischen Kriegsgefangenen in Deutschland Vergeltung zu üben. Kämpfe in Kamerun. Paris, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der „Agence Havas“: Die französischen Kolonnen operieren im Süden und Osten von Kamerun. Der Teil des Kongo⸗ gebietes, der im Jahre 1911 an Deutschland abgetreten wurde, wird von unseren Truppen auf der Front Gadji— Beri—Bimba angegriffen. Gadji ist von den Deutschen ge⸗ räumt worden. Aus dem Reiche. Berlin, 10. Aug.(WTB. Nichtamtlich.) Die Stick⸗ stoffkommission des Deutschen Reichstages hat am Dienstag ihre Arbeiten wieder aufgenommen. Sie er⸗ örterte die allgemeinen Grundlagen des Entwurfs, wobei Staatssekretär Helfferich vertrauliche Mitteilungen über die Zusammenhänge der ausländischen Produktion und des geplanten Handelsmonopols machte. Er betonte, daß aus⸗ schließlich die 3 zu einem Monopol für den Großhandel ohne Einschränkung des Kleinhandels in komme und eine Verteuerung der Stickstoffverbindungen ausgeschlossen werden solle.— Nächste Sitzung Mittwoch. Berlin, 10. Aug.(WDB. Nichtamtlich.) Wir werden von den nationalliberalen Reichs⸗ und Land⸗ tagsabgeordneten um die an e folgender Erklärung ersucht: Kürzlich fand eine Zusammenkunft führender Persönlichkeiten der nationalliberalen Partei, hauptsächlich Reichs- und Landtagsabgeordneten, in Berlin statt. Bei der Besprechung der Lage wurde der einmütigen Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß das Verhalten gegen⸗ über dem Reichskanzler, wie es in jüngster Zeit an einigen Stellen der Partei betätigt wurde, weder die Fesamt⸗ stimmung der Partei wiedergebe noch von den Anwesenden gebilligt werden könne. Es müsse dagegen ung ein⸗ gelegt werden, daß in solchen Kundgebungen der Anschein erweckt werde, als ob sie die Meinung der ganzen Partei darstellten. Die öffentlichen Erklärungen des Reichskanzlers lieferten keinen Anlaß zu der Annahme, daß er eine schwäch⸗ liche, illusionistische, den Interessen des Reiches nicht rück⸗ haltlos dienende Politik betreibe. Daß seine Politik volles Vertrauen verdiene, werde durch jede persönliche Aussprache mit dem Reichskanzler nur noch verstärkt. Die öffentliche Bekundung des angeblich allgemeinen Mißtrauens sei ge⸗ eignet, die Autorität des leitenden Staatsmannes gegenüber dem Auslande zu erschüttern und ihm gerade diejenige kraft⸗ volle Politik zu erschweren, die von ihm gefordert werde. Unbegründete Angriffe gefährdeten die Einmütigkeit des deutschen Volkes im Gegensatze zu der ihm aus der Seele des Volkes gesprochenen Kundgebung des Kaisers:„Als letztes Ziel dieses Krieges einen Frieden zu erlangen, der uns die notwendigen militärischen, politischen und wirt⸗ schaftlichen Sicherheiten für die Zukunft bietet und die Be⸗ dingungen erfüllt zur ungehemmten Entfaltung unserer schaffenden Kräfte in der Heimat und auf dem freien Meere.“ (Mit dieser Erklärung wird dem Reichskanzler eine ihm zu gönnende eee Im übrigen ist die Notiz nicht gerade lichtvoll, da sie in Bezug auf die Parteiführung Mutmaßungen offen läßt.): Aus Stadt und Cand. Gießen, 11. August 1915. * Hessische Kriegsversicherung Man schreibt uns: Noch ist der Feind nicht niedergekämpft. Einberufungen stehen noch bevor. Gedenkt alsdann der Deng Kriegsversicherung, einer von den Krankenkassen⸗ verbänden unter dem Vorsitz des Direktors des Oberversiche⸗ rungsamts für den Krieg gegründeten Sterbekasse auf Gegenseitigkeit, einem ohne jede Erwerbsabsicht lediglich ehrenamtlich betriebenen, ministeriell empfohlenen Wohltätigkeitsunternehmen. Die Einzahlungen betragen bereits über 420000 Mk. Gerne wird jeder auf den. Betrag verzichten, wenn der Versicherte aus dem Kriege zurückkehrt! Ein Vielfaches aber(im Kriege 1870/71 wäre es das 25fache gewesen) wird, im Falle der Versicherte den Heldentod verstirbt, seinen Angehöri⸗ zugute kommen! Anträge nimmt nur noch die Hauptgeschäftsstelle im Ober⸗ versicherungsamt, Darmstadt, Neckarstraße 1 5 Nr. 2141) entgegen, die auch zu j Auskunft gerne bereit ist. Hühner⸗ und Hasenjagd. Zum Schutze der diesjährigen Ernte wurde durch Ministerialverordnung der Schluß der He 2 Rebhühner und Fa⸗ sanen in den Provinzen S. nburg und Rheinhessen, so⸗ wie in den Kreisen Büdingen, Friedberg und Gießen auf den 17. August, in den Kreisen Alsfeld, Lauterbach und Schotten auf den 24. August festgesetzt. Die Hegezeit für Hasen endigt im ganzen Großherzogtum mit dem 31. August. Der Kartoffelverkauf, den die Stadt nun wieder aufgenommen hat, hat schon beim Beginn am Sams⸗ tag Wunder gewirkt. Am Wochenmarkt war ein recht großer Vorrat dieses wichtigen Nahrungsmittels angefahren. An⸗ fänglich boten die Verkäufer 10 Pfd. Kartoffeln für 90 bis 95 Pfg. und 100 Pfund für 8.50 Mk. an. Die Hausfrauen aber bestanden darauf, daß der arkt dieselben Preise halten müsse wie die Stadt, und verhielten sich demgemäß. Sie ließen anfänglich die Händler mit ihren Kartoffeln sitzen. Erst als sich die Verkäufer herbeiließen, die Kartoffeln zu Stadtpreisen abzugeben, kam eine Räumung des Vorrats in ganz kurzer Zeit zustande. Die Stadt hat den Preis auf 8 Pfg. pro Pfun le cla und gibt dafür bis zu 25 Pfund an den einzelnen Käufer ab. Dabei sind die Kar⸗ toffeln, die die Stadt feilhält, prima Gelbe aus der Wetterau, aber auch Freunde von 1 können bedient werden Hoffentlich gehen die Kartoffelpreise nun von Woche — dem Fuß getreten und aus dem Verbandzimm it Stö 8 3 2 e ee e ein anderer hatte einen Aenbang 105 3 zu Woche auf ein erträgliches Maß herunter, denn bei der den Aerzten, die aber bei der Untersuchung angeblich nichts sest⸗ wirklich brillanten Ernte in Früh kartoffeln ist der Preis stellen konnten; er wurde erst später von einem Krankenpfleger von 8 Mk. pro Zentner, besonders für den Arbeiter und den Mittelstand, noch reichlich hoch bemessen. * Kohlmilbe und Erdflöhe. Die anhaltende Trockenheit dieses Sommers bringt es mit sich, daß eine Reihe tierischer Schädlinge stärker als bei sonstigen Witte⸗ 1 n einem deutschen Unterseeboot am Eingang zum Vestfjord ver⸗ ——— 2* Verbandsmaterial. Auch sechs hilfsbereite deutsche Sa⸗ rungsverhältnissen auftreten. So werden in vi 0 3 10 Kohlpflanzen besonders stark von der 5 17 5 tmilbe und von den Erdflöhen heimgesucht. entlich das Auftreten der Rlattnilbe if. daß die Weiterentwickelung unserer Spätkohlarten e Weißkraut, Rotkraut, Wirsing usw. vollständig in Frage stellt ist und eine Mißernte, wenn nicht bald energische kämpfungsmittel Ahe Ooh werden, sicher zu erwarten nun folgendes Mittel mit:„Wir haben an unserer Anstalt ne Reihe von Bekämpfungsmaßmahmen durchgeführt, und rsuche angestellt. Von allen Mitteln hat sich die soge⸗ nannte„Hohenheimer Brühe“ am besten bewährt. Diese Brühe wird am zweckmäßigsten fertig bezogen. Sie wird von Wilhelm Pfitzer in Stuttgart, Militärstraße 74, geliefert, und kostet das Liter 3 Mark. Mit dieser Brühe wird eine 3—3½ prozentige Lösung hergestellt, d. h. auf 100 Liter Wasser werden 3—3¼ Liter Brühe zugesetzt, oder auf 10 Liter Wasser kommt ,3—0,35 Liter Brühe. Mit dieser Lösung werden die befallenen Pflanzen mit einer t arbeitenden Pflanzenspritze oder Handspritze kräftig espritzt und zwar so, daß die Tiere von der Spritzflüssig⸗ keit getroffen werden. Die Blätter müssen daher sowohl auf der Ober⸗ sowie auch auf der Unterseite stark von der lüssigkeit benetzt sein. Auch die Erdflöhe, die hauptsächlich die Blattränder unserer Kohlpflanzen stark benagen, wer⸗ den ebenfalls durch eine Zprozentige Lösung dieser Brühe ge⸗ tötet. Wir haben in diesem Jahre zirka 800 Quadratmeter mit Kohlgemüse bepflanzt. Zum Bespritzen dieser Fläche sind wir mit einer Kanne von 4 Liter Inhalt, die 10,80 Mk. kostet, vollkommen ausgekommen. Man sieht also, daß das Spritzen nicht zu teuer zu stehen kommt.“ l ffischen Kriegsgefangenen in Toulouse. Nach in Darmstadt eingetroffenen Nachrichten nd die vom e und der Großherzogin inerzeit den hessischen e im Lager von Toulouse persönlich gespendeten Liebesgaben(Zigarren und Familienbild der Großherzoglichen Familie) dort einge⸗ troffen und zur Verteilung gebracht worden. Wie in Deutsch⸗ 4 land wird ein großer Teil der in Toulouse befindlichen hessi⸗ 5 schen Kriegsgefangenen zu Feld⸗ und Bahnbauten usw. ver⸗ wendet, und sie befinden sich, soweit briefliche Mitteilungen vorliegen, in guter Verpflegung und sind wohlauf. Um Verschleppungen von Paketen und Briefen dorthin zu ver⸗ meiden, ist nach Mitteilungen von maßgebender Stelle für Angehörige von Kriegsgefangenen folgendes zu beachten: Alle Pakete und Briefsendungen müssen stets nach dem Stammlager der Kriegsgefangenen geschickt werden, wo eine genaue Aufstellung über alle Krie. geführt wird, die sich in der 8 9 Arbeitskommandos befinden. Von dort aus werden die Pakete und Briefe bei passender Gelegenheit nachgeschickt, nachdem festgestellt ist, daß sich der Adressat noch dort befindet und sein Arbeits⸗ kommando nicht gewechselt hat. Diese Arbeitskommandos wechseln sehr häufig ihren Standort, und die Kriegsgefange⸗ nen arbeiten oft an Bahnstrecken, mit denen eine direkte Postverbindung nicht besteht. Bei der Zusendung also: Ge⸗ naue Adresse; keine Zeitungen einlegen; kurzer Brief. ** Einen„Vaterländischen Künstlerabend“ wird am Sonntag, den 15. August, abends 8½ Uhr, die durch ihre früheren Gastspiele hier in Gießen bekannte Soloschauspielerin. und Schriftstellerin Minny Cerenatti⸗Strauß in der neuen. Aula der Universität unter Mitwirkung namhafter Künstler ver⸗ anstalten. Die Hälfte der Reineinnahme wird dem Roten Kreuz zugute kommen. * Schwätzer und Wichtigtuer. Die Staats⸗ bahn verwaltung hat eine Verfügung erlassen, nach der es immer noch vorkommt, daß Eisenbahnbedienstete sich über militärische Angelegenheiten, besonders Truppen⸗ beförderungen, Dritten gegenüber auslassen. Unter Hinweis auf das wiederholte Verbot solcher Schwätzereien, wird den Bediensteten erneut unbedingte Verschwiegenheit zur Pflicht gemacht und den Unverbesserlichen strenge Stra⸗ 5 2 angedroht. Die 1 77 1 sollen ihre Untergebenen auf die Gefährlichkeit, die selbst unverfänglich erscheinende Aus⸗ künfte haben können, besonders belehren. * Ein Ausflug nach der Edertalsperre ist von Gießen aus auf einen Tag nur mit großen Hindernissen zu machen, während die Bewohner von Marburg bequem iesen interessanten Sonntagsausflug recht billig haben können. Von unserer Universitätsstadt aus kann man zwar 5— Sonntagsfahrkarten lösen, die den Reisenden bis an as Sperrgebiet(Station Herzhausen) bringen, aber die erste Sonntagskarte Gießen Marburg kann man nach Lage der Fahrgelegenheit zur Rückreise nicht benutzen, weil es unmöglich ist, die Rückreise nach Gießen vor 12 Uhr nachts in Marburg anzutreten. Die Eisenbahn gibt merkwürdiger⸗ weise zum Sonntagsbesuch der Edertalsperre von Gießen aus keine direkten Sonntagskarten aus, aber sie gewährt in Marburg den von Gießen ankommenden Reisenden eine halbe Stunde Zeit, um dort wenigstens Sonntagskarten bösen zu können. Der 74575 in der Behandlung der RNeisenden von Gießen und von Marburg nach der Edertal⸗ sperre für Sonntagstouren könnte, so schlägt ein Leser vor, die Eisenbahn aber einfach abhelfen, wenn sie in Gießen direkte Sonntagskarten bis Herzhausen aus⸗ gibt; dann hätten die Touristen das Recht, abends um 8 Uhr 5 35 Minuten die Rückfahrt am Sperrgebiet über Franken⸗ berg Marburg anzutreten, wo der Zug um 11 Uhr 29 Min. anlangt. Man hätte dann weiter das Recht, mit dem nächsten von Marburg abgehenden Zuge 1 Uhr 52 Nachts die Reise nach Gießen mit der Sonntagsfahrkarte fortzu⸗ setzen. Gründlicher aber wäre es, und im Interesse des ge⸗ amten Verkehrs würde es liegen, wenn der Zug von Kassel, der um 11 Uhr 7 Min. in Marburg eintrifft und sonder⸗ arerweise in Marburg liegen bleibt, als Anschlußzug für die Edertalverbindung bis Gießen durchgeführt würde. Es ist überhaupt auffällig, daß bei der ganzen Ge⸗ taltung der Fahrpläne, die in das Gebiet der Eder uns auch nach dem Sauerland führen, wenig Rücksicht auf gute Verbindungen mit Gießen und seinem Hinterland genom⸗ men wird. Die Gießener Geschäftsleute, die zahlreich auf der Strecke Marburg Frankenberg und im Anschluß daran Frankenberg. Winterberg Steinhelle zu tun haben, kla⸗ gen nicht erst seit Ausbruch des Krieges, sondern schon seit b. über schlechte und unbequeme Anschlüsse auf beiden Strecken. 2 Landkreis Gießen. Langsdorf, 10. Aug. Seit voriger Woche waren hier 23 Kriegsgefangene, Engländer und Kanadier, hei ein⸗ 359 Landwirten mit Erntearbeiten beschäftigt. Anfangs ieß sich alles gut an, Arbeitgeber und Gefangene waren mitein⸗ ander zufrieden, man verständigte sich mit einander, so gut wie ing. Als nun am Montag morgen die gewohnheitsmäßige Abholung vom Rathause, dem Aufenthaltsorte der Gefangenen zur Nachtzeit, erfolgen sollte, erklärten 16 Mann, die Arbeit eberlegen zu wollen, da ihnen die Arbeitszeit zu lang Im 7 des Tages besannen sich zwar 9 von, ihnen eines Besseren und nahmen die Arbeit wieder auf, während bei ihrem Entschluß verharrten. Sie wurden dann am Abend Gießen ins Gefangenenlager zurückgebracht. Klreis Büdingen. Nidda, 9. Aug. Auf dem nahen Hof Schleifeld arb r, ein Mann aus der Provinz Posen, 14 ist. Die Großherzogliche Obstbauschule in Friedberg teilte verhaftet und gestern N vom Amtsgericht Nidda ver- nommen. Er soll zwei russischen Arbeitern, die von dem Hof geflohen waren, zur Flucht behilflich gewesen sein und ihnen die Bahnstrecken genau aufgeschrieben haben, die sie benutzen mußten. Die Flüchtlinge sind in Halle wieder sestgenommen worden. Außerdem wurden noch zwei russische Polen verhaftet, die ohne polizeiliche Erlaubnis von Lindheim nach Hof Schleiseld ge— ommen waren, um den Vorarbeiter zu besuchen und wahrschein— lich auch mit ihm zu beraten. Letzterer spricht ziemlich geläufig deutsch und scheint bei den Polen der ganzen Gegend ein gewisses Ansehen zu genießen. Kreis Friedberg. n. Gambach, 10. Aug. Die Familie des hiesigen Sattler ⸗ meisters Johannes Metzger wurde von dem Kriege hart mit⸗ genommen; von den ins Feld gezogenen Söhnen starb jetzt bereits der dritte Sohn an seiner im Kampfe erlittenen Verwundung. en. Rockenberg, 10. Aug. Von den zur Fahne Ein⸗ gerückten sind aus unserem Orte bis jetzt zwölf auf dem Felde der Ehre gefallen; einer ist vermißt und einer befindet sich in sranzösischer Gesangenschast. Hessen⸗Nassau. Rodheim a. d. Bieber, 10. Aug. Auch unsere Gemeinde hat wieder zwei schwere Verluste zu beklagen; es handelt sich um zwei Familienväter. Landwehrmann L. Schäfer(Landwehr— ee eee 83) und Bäckermeister L. Valentin(Res⸗ ena en 83) starben beide den Ehrentod für das aterland. m. Kirchhain, 10. Aug. Infolge der Erntewitterung war der gestrige Fohlen markt nur sehr schwach besucht. Fohlen waren etwa 20 aufgetrieben. Es waren auswärtige Händler anwesend, doch wurden anscheinend nur wenig Ver⸗ 25 1 abgeschlossen, da die geforderten Preise nicht bewilligt wurden. h. Frankfurt a. M., 10. 7 5 Einem Herzschlag erlag gestern abend in seinem Jagdhaus zu Dillingen der Stadtrat Viktor Moessinger. Obwohl der Verstorbene dem Magistrat nur 5 Jahre angehörte, verstand er es doch in dieser kurzen Spanne Zeit, die künstlerischen Bestrebungen der Stadt in völlig neue Bahnen zu lenken, sie vor allem volkstümlich zu gestalten und die reichen städtischen Samm⸗ lungen zum Gemeingut aller Volkskreise zu machen. Mit der Einführung der billigen Volksabende im Schauspiel⸗ hause ist sein Name ebenfalls verknüpft.. h. Frankfurt a. M., 10. Aug. Der bekannte Kinder⸗ arzt, Geh. Sanitätsrat Dr. Heinrich Rehn, feiert morgen sein 60 jähriges Doktor jubiläum. Geheimrat Dr. Rehn wurde am 20. Mai 1831 zu Hanau geboren, in Marburg erwarb er sich am 11. August 1855 den Doktorhut. 1872 gründete er in Frankfurt die noch heute blühende Poliklinik für Kinderkrankheiten. Ein Sohn des greisen Arztes ist der augenblickliche Direktor der hie⸗ sigen chirurgischen Universitätsklinik, Prof. Dr. Ludwig Rehn.— Mit reichem Erfolge„arbeitet“ seit einigen Tagen hier und in den Nachbarstädten ein Schwindler, der in Unteroffizieruniform durch die Welt wandert und folgende Methode anwendet. Er ruft telephonisch Damen besserer Kreise an, stellt sich als Leutnant von Müller vor und bittet, seinem Burschen, sobald dieser vorkomme, eine Gabe zu verabfolgen. Dem Burschen seien die Arme durch Schüsse schwer verletzt. Bereitwilligst sagt man eine Gabe zu. Nach einer Stunde erscheint dann der„Unteroffizier“ als Bursche und erhält reichliche Gaben, meistens nicht unter 10 Mark. In Königstein und Falkenstein erschwindelte er sich in zwei Tagen rund 300 Mark. Bisher konnte der Gauner, gegen den bereits Polizei- und Militärbehörden mobil gemacht haben, noch nicht ergriffen werden. X. Hanau, 10. Aug. Das rücksichtslose Verhalten eines Lebensmittelverteurers illustrierte eine heute vor der hiesigen Straf- kammer gegen den vermögenden Müller und Bäcker Balduff von Roßbach(Kreis Gelnhausen) geführte Verhandlung. Für einen Doppelzentner Kartoffelwalzmehl, für welches der Höchstpreis mit 42.30 Mark sestgesetzt war, hatte er sich von dem Landwirt Andreas Schum in Kassel bei Gelnhausen 80 Mark bezahlen lassen und dieser wiederum verkaufte das Mehl für 95 Mark nach Frankfurt. Das Urteil gegen den Angeklagten Balduff lautete auf 200 Mk. Geldstrafe. Schum hat sich durch die Uebervorteilung ebenfalls strafbar gemacht, er wird sicher demnächst auch wegen Vergehens gegen das Gesetz, betr. Höchstpreise, vor dem Strafrichter erscheinen müssen. FC. Braunfels, 10. Aug. Dr. Stephan, vom Res.⸗Feldart.⸗Regt. 24, ein Sohn des Oberkammerrats Ste⸗ phan von hier, wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. h. Niederlahnstein, 10. Aug. Unterzahlmeister Braun von hier hantierte beim Einpacken seiner Sachen unvorsichtigerweise mit seinem Dienstrevolver, als sich dieser plötzlich entlud. Braun wurde in das Herz ge⸗ troffen und starb nach wenigen Augenblicken. Er hatte sich bereits das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erworben und war für das Kreuz erster Klasse in Vorschlag gebracht. Aniversitäts⸗ Nachrichten. Marburg, 11. Aug. Die medizinische Fakultät der hie ⸗ sigen Universität öbersandte dem bekannten Frankfurter Arzte Geh. Sanitätsrat Dr. med. Heinrich Rehn, der heute sein 60jähriges Doktorfubiläum begeht(siehe auch a. a. O.) eine Gratulations- adresse.— Ferner wurde der Ordinarius und Direktor des Marburger pharmazeutisch-chemischen Instituts, Geh. Reg.-Rat Prosessor Dr. Ernst Schmidt, der am 13. Juli seinen 70. Ge⸗ burtstag beging, zum Ehrendoktor der meditinischen Fakultät ernannt. Vermischtes. Ein starkes Erdbeben in Süditalien. Erdbebenwarte Hohenheim, 10. Aug.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das letzte von hier gemeldete Erdbeben, das am letzten Samstagnachmittag stattsand, hat, wie seitdem durch Nach- richten aus Mailand bestätigt wurde, tatsächlich in Süditalien statt- gefunden. Der Mailänder„Secolo“ will jedoch nur ein leichtes wellenförmiges Erdbeben zugeben, was ohne Zweifel auf ein Ein⸗ greifen der Zensur zurückzuführen ist. Nach der Art der hiesigen Auszeichnungen, wie auch derjenigen der Taunus⸗-Erdbeben⸗ warte ist an dem zerstörenden Charakter des Erd- bebens nicht zu zweifeln. Daß es sich um ein schweres Beben handelt, geht auch daraus hervor, daß mehrfach Nachbeben staltgefunden haben, drei schwächere am 7. August, das erste abends 6.54 Uhr, das zweite abends 7.08 Uhr, das dritte abends 11.54 Uhr, sowie daraus, daß in der verflossenen Nacht abermals zwei starke Erderschütterungen, von demselben Herd ausgegangen, hier auf- gezeichnet wurden. Nahezu ebenso hestig wie das Erdbeben vom letzten Samstag war dasjenige, dessen erster Einsatz heute nacht 5 Uhr 5 Min. 55 Sekunden registriert wurde. Vorher, von 1 Uhr 51 Min. 9 Sekunden ab, war ein etwas schwächeres Beben voran- gegangen. 8 Eine Beruhigung. In zahlreichen Blättern,(nicht im„Gieß. Anz.“— Red.) wird eine Zuschrift aus Groß⸗ Salze, angeblich von einem„Feldgrauen“, veröffentlicht, in der behauptet wird, in dem dortigen Solbade wären die Ver⸗ wundeten an Stellen verwiesen, wo sonst kein Mensch hingeht, weil Beschwerden von Leuten eingegangen seien,„die, Ver⸗ wundeten wären ihnen lästig“. Ueberall sähe man auch Tafeln:„Für Verwundete kein Zutritt.“ Diese Behauptungen sind, wie die Bade verwaltung bittet mitzuteilen, freie Erfindung, vielleicht die Ausgeburt des Mißbehagens eines Einzelnen darüber, daß für die zahlreichen Verwundeten der im Bade eingerichteten Lazarette im 8 1 des Heilverfahrens und der militärischen Ordnung und Disziplin von der militärärztlichen Lazarettleitung f 1 1 3ͤ§Ü—³˙³vÜÜ. bestimmte Anordnungen für den Verkehr und Aufenthalt im Freien getroffen sind. Von den behaupteten Beschwerden ist nichts bekannt. Die Verwundeten der Lazaxette des Bades ge⸗ nießen weit mehr Annehmlichkeiten als die vieler anderer Lazarette. „Das berittene bäuerliche Ehrengeleit. Auf ihrer jüngsten Fahrt durch das von den Russen heimgesuchte Ost⸗ preußen wurden der Kaiserin und der Kronprinzessin Cäeilie in den verschiedenen Dörfern begeisterte Huldigungen dargebracht. Eine besonders hübsche Ehrung, so schreibt uns ein Mitarbeiter aus Gumbinnen, bereitete man ihnen bei dem Besuch des Gutsbezirkes Tarpupönen im Kreise Stallupönen, wo der Gutsbesitzer Maleika die hohen Frauen mit einem eigenartigen Ehrengeleit überraschte. Zu diesem Zwecke schwangen sich die Gutsangestellten, und zwar Knechte wie Mägde, in die Pferdesättel. Sie ritten den herrschast⸗ lichen Automobilen entgegen und machten zur größten Freude der beiden Fürstinnen wie der gesamten Bevölkerung an der Seite der Kraftwagen die Fahrt durch den ausgedehnten Gutsbezirk in ge⸗ strecktenn Galopp mit. Nach der Besichtigung der zerstörten Stätten nahm die Kaiserin Veranlassung, dem Gutsbesitzer wie der tapferen Schar der Reiter und Reiterinnen für die schöne Ueberraschung persönlich ihren Dank auszusprechen. — —é—ä——— Märkte. te. Frankfurt a. M., 10. Aug. Auf dem heutigen Heu⸗ und Strohmarkt war nichts angefahren. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst. Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 12. August 1915: Wolkig, trocken, warm, nordöstliche Winde. Letzte Nachrichten. Die Bedrängnis der Russen. i. Köln, 11. August. Die Köln. Ztg. meldet aus Ko hagen:„National Tidende“ schreibt: Die Russen find fehr verbittert, weil sie allein die Hauptlast des Krreges tragen müssen, und die Alliierten bedauerten tief, Ruß⸗ land nicht halten zu können, aber so lange Deutschland gleich⸗ Reichsstraße Warschau Lublin und Brest—Litowsk bedroht französisch⸗englisch⸗italienische Durchbruchsversuche abweisen könne, wäre die Hilfe für Rußland nur durch die Balkan⸗ staaten möglich. Eine bestimmte Aussicht, daß Bulgarien und Rumänien dem italienischen Beispiel folgen werden, bestehe in⸗ dessen nicht. Die Dardanellen⸗Aktion 5 verlaufe ergeb⸗ nislos, ebenso Cadornas Angriffe. Die Russen wür⸗ den deshalb fortfahren müssen, die Hauptlast im Kampfe gegen die Zentralmächte zu tragen. Die wichtigste Frage sei, ob die Russen rechtzeitig Munition bekommen und neue Heere aus⸗ stellen können. Vorläufig scheinen die meisten russischen Truppen zur Verstärkung des Petersburger Heeres zu dienen. Der Vormarsch in Russisch⸗Polen. i. Köln, 11. Aug. Der„Köln. Zeitung“ aus dem Kriegs⸗ pressequartier zugehende Meldungen besagen, daß durch die weiter vordringenden Armeen Woyrsch und Prinz Leo⸗ pold von Bayern die wichtigsten Reichsstraßen und Eisenbahnknotenpunkte zwischen dem Wieprz und der Reichsstraße Warschau Lublin und Brest—Litowrsk bedroht erscheinen, wo auch mehrere Lokalbahnen zusammenlaufen. Wahr⸗ scheinlich ist, daß die Russen an diesen Linien bestrebt sein werden, das Vordringen der Verbündeten zum Stehen zu bringen. — Die vorher im Raume um Radom weit westlich der Weichsel eingesetzte Armee Konveß ist nach der Einnahme von Iwan⸗ gorod am Ostufer der Weichsel angelangt. Durch das Vor⸗ dringen der Armeen des Erzherzogs Josef Ferdinand und Macken⸗ sen ist die Front der Verbündeten in den letzten Ta sehr verkürzt, und weiteren wichtigen russischen Stützpunkten näher gerückt worden. Eine neutrale Kritik zum russischen Rückzug. Kristiania, 11. Aug. Der militärische Mitarbeiter des „Morgenbladet“ schreibt: Unsere Ansicht scheint sich zu bestätigen, daß es den Russen gelingen werde, sich jetzt mit ihren Truppen auf den Bug zurückzuziehen, während die sehr bedeutenden Truppenabteilungen, deren Aufgabe es ist, dies zu ermöglichen, durch zähe Nachhuten verteidigung gegen die mäch⸗ tigen feindlichen Heere, die aus Norden, Westen und Süden nachdringen, nicht nur sehr bedeutenden Verlusten an Toten, Gefangenen und Verwundeten ausgesetzt seien, sondern auch teilweise völlig abgeschnitten werden und zur Ueber in ganz großen Verbänden gezwungen würden, denn, v. letzten Berichte melden, erleiden die Russen auf ihrem RNückzuge schwere Verluste und ergeben sich zu Tausenden und Zehntausenden. Wie groß die russischen Truppenabteilungen sind, die es den Deutschen gelungen ist, auch zwischen Narew und Weichsel abzu⸗ schneiden, ist noch nicht gemeldet worden. Bei ihrem Rückzug suchen die Russen überall das Land hinter sich zu zerstören und das Vorrücken ihrer Gegner zu erschweren. Sie verbrennen Städte und Dörfer, vernichten die Feldfrüchte und schleppen die Bevölkerung mit sich, um deren Arbeitskraft nicht dem Feinde zu überlassen. Es ist wie 1812, nur werden die Russen vergessen, daß heute ihrem Gegner hundert Mittel zu Verfügung stehen, die Napoleon nicht zur Verfügung gestanden haben. Die Knebelung Finnlands. 5 Hrakau, 11. Aug. Das in Petrikau erscheinende polnische Blatt„Dziennik Narodni“ meldet von der finni⸗ schen Grenze: Der Generalgouverneur von Finnland ver⸗ langte die Verhängung des Belagerung z u st andes über Finnland und die Sanktionierung der N zur Vernichtung der finnischen Autonomie durch der russischen Polizei und Gendarmerie, des russischen Zoll⸗ wesens und des Schulunterrichts nach russischem Muster. Die Versammlungsfreiheit wurde aufgehoben, die Presse wird geknebelt. Mit Verletzung der Rechte des Land ö wurden neue Gesetze und Steuern erlassen. Es ver 2 daß in Finnland die allgemeine Wehrpflicht bevorstehe. Die Stimmung unter der Bevölkerung Finnlands ist sehr erregt. Der Zar an den serbischen Kronprinzen.! Budapest, 11. Aug. Wie aus Bukaxrest gemeldet wird, hat nach der„Balkan Tribuna“ Zar Nikola us an den serbischen Kronprinzen ein Handschreiben gerichtet, wie wichtig Bulgariens Teilnahme am Kriege und wie be⸗ dauerlich Serbiens Gleichgültigkeit gegenüber den gemein⸗ samen Interessen der Verbündeten sei. a Ein griechischer Ministerrat. 5 Athen, 11. Aug. Sonntag mittag hat ein dreist ü ndiger Ministerrat stattgefunden, 1 an die Mächte des Vierverbandes beraten hat. Die Antwort wird, wie verlautet, vor allem zwei Punkte betonen: Die große Ungerech⸗ tigkeit, die darin liege, daß die Mächte das stets wohlwollende neutrale Griechenland zugunsten eines Staates berauben wollen, der den Mächten des Vierverbandes immer nur Schwierrgkeiten bereitet habe und die Verletzung des von der Entente selbst ver⸗ kündeten Grundsatzes der Nationalität und Freiheit der Völker, die in dem Schritt des Vierverbandes liege. Auf die strategischen und sonstigen Gründe, die Griechenland eine Gebietsabtretung au Bul⸗ garten unmöglich machen, wird die griechische Regierung in ihrer Erklärung nicht näher eingehen, da sie den Vierverbandsmächten hinreichend bekannt sind. Amerikanische Presselügen.. Genf, 11. Aug. Die von der deutschfeindlichen amerikanischen Presse gebrachte Lügennachricht, daß der d eutsche Mili⸗ kärattaché in Washington mit Huerta unterhandle. um die Revolution in Mexiko zu unterhalten und so die Aufmerk⸗ samkeit der Vereinigten Staaten abzulenken, wird von dem deut⸗ schen Botschafter in Washington, Grafen Bernstorff, laut Washing⸗ toner Privatmeldungen ganz energisch dementiert. Ferner gemeldet, daß sich das Gerücht bestätige, wonach der an Senat im September zu einer außerordentlichen rufen werden soll. 8 8„ der über den Wortlaut der Antworrf c Auerbach(Hessen), den 10. August Statt jeder besonderen Anzeige. o Heute entschlief sanft nach kurzem Leiden unsere innigstgeliebte Mutter und Großmutter Freifrau Adele von Buseck geborene von Müller- Nordegg. Im Namen der Hinterbliebenen 1915. Die Beisetzung findet am Freitag, den 13. August, um Ii Uhr in Gießen auf dem neuen Friedhof in der Familiengruft statt. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 28. Juli 1915 an den Folgen einer am 13. Juni erlittenen Verwundung unser lieber Bundesbruder Emil Kaiser Fahnenjunker- Unteroffizier, Inf.-Regt. 166, eingegeben zum Fähnrich. Gießener Burschenschaft Frankonia I. A.: Dr. Holzapfel. 65080 Nachruf. fürs Vaterland starben unsere lieben, unver- Den Heldentod geblichen Kollegen Postschaffner Lippert Postbote Finkernagel. Wir beklagen in den Verstorbenen den Verlust guter Kameraden, die durch ihr liebenswürdiges offenes Wesen und ihre stets be“ wiesene Arbeitsfreudigkeit Uns allen sehr nahe standen. Ihr Andenken werden wir allzeit in hohen Ehren halten. Postunterbeamten-Verein Giessen. Ortsgruppe Giessen des Verbandes der unteren Post- und Telegraphen-Beamten. bonD Neue Aula der Universität. Sonntag, den 15. August, abends 8/ Uhr Taeraändscher Tinsneraheud zugunsten des floten Kreuzes“ nahe von Minny Cerenotti- Strauss Solo- Schauspielerin und Schriftstellerin unter gütig. Mitwirkung namhafter Künstler. Eintrittspreis 2— Mk. und 1— Ml. Vorverkauf: Univ. 1 dlung Ferber(Inh. Koch), Selters weg. 04314 3 8 werden. Gemäß 8 21 der S. S. 207) bringe ich lichen Kenntnis, daß Verpachtung als auch Waldgirmes, den 9. een ibn Jagdordnung vom 15. Juli 1907(G. dies mit dem Bemerken zur öffent- die in Au bedingungn vom 10. August 191 meinem Dienstzimmer öffentlich dieser Zeit jeder Jagdgenosse spruch beim Kreisausschuß in Bie Der Jagdvorsteher. Bernhardt, Bürgermeister. Todes-Anzeige. Heute früh verschied sanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Emma Schulze geb. Kranz im nahezu vollendeten 65. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Carl Schulze. Giessen(Schillerstr. 7), 10. August 1915. Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 3 Uhr auf dem neuen Friedhof statt. Von Blumenspenden bittet man abzusehen. 6501 5 5 Garantiert 7 85 5 Bienenhonig von neuer Ernte L psd.⸗Glas M. 1.30.1. 60. Prof. Soetbeer verreist bis September. 6⁰⁵ 650⁰ Betreffend: Feldbereinigungsmelioration Trais⸗ Münzenberg. Arbeitsvergebung. Dienstag, den 17. August 1915, vor⸗ mittags 9 Uhr, soll im Rathause zu Trais⸗ Münzenberg die Rodung eines Abschnittes am Markwald, 20840 qm groß, nebst Planierung von etwa 1050 qm Wegfläche und etwa 200 obm Erd⸗ bewegung, veranschlagt zu 2861 Mk. 70 Pfg., vergeben werden. 5 Die Verdingungsunterlagen liegen bei uns und bei der Großh. Bürgermeisterei Trais⸗Münzenberg zur Einsicht offen. Angebote in Prozenten des Tudervapen in großer Auswahl 45⁴⁵ schlossen und mit der Aufschrift: bereinigung Trais⸗ Münzenberg“ Großh. Bürgermeisterei Trais⸗ zureichen. Friedberg, den 10. August 1915. Großh. Kulturinspektion. J. V.: Hauck, „Angebot Feld⸗ versehen, der Münzenberg ein⸗ ssicht genommenen Pacht⸗ ab zwei Wochen lang auf ausliegen, und daß während sowohl gegen die Art der gegen die Pachtbedingungen Ein ⸗ denkopf erheben kann. August 1915. 6496 65¹²⁰ Otto Freiherr von Buseck. Waldhotel Tannhäuser Voranschlags sind bis zum obigen Termin ver- an der Biedenkopf Lahn. Idvllisch geleg. Balkonzimm. FJorellenf. Tel. 42 l Fluß⸗ u. See f—— J. M. Schulhof Telephon 114— Prompter Versand nach auswärts. 18 b end eee Baumsägen Baumkratzen Hecken-, Reben- ö u. Rosen-Scheren Blumen- und Baumspritzen Bast jowie sämtliche Gartenland-Utensillen Gießen 2761ʃa ö Telephon 165 Neuftadt 11 (Wetterauer) frisch einge⸗ Bine f, Tel 5 eingetroffen. 6378 J. M. Schulhof, Marktstraße 4. Mi Henkel Giesskannen Kokosfaserstricke N Edgar Borrmann Eisenwarenhandlung. troffen u. empf. zu billigstem Neues emuerkrat Telephon 119. ö Vleich Soda