tr. 184 Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Sletzener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zelt⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. Die Argonnenkämpfe vom 15. H. Juli 1015. ö Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: 5 Der 13. Juli bricht an. Am vorhergehenden Abend und während der Nacht sind in den deutschen Gräben die letzten Vor⸗ bereitungen getroffen worden. Jeder Einzelne weiß genau Be⸗ scheid, welche Aufgabe ihm zufällt. Bei dem Gedanken an den be⸗ vorstehenden Sturm klopft das Herz schneller, voll kampfes⸗ freudiger Erregung und Spannung. Was werden die nächsten 12 Stunden bringen? Vielleicht manchem lieben Kameraden den Tod, aber sicher allen den Sieg. Es kann ja gar nicht anders sein; wo deutsche Fäuste drein geschlagen haben, hat der Feind noch immer das Feld räumen müssen, wenn er sich auch noch so tapfer wehrte, und wenn auch noch so viel Blut fließen mußte. Damals im Herbst war's so, und im Januar und Februar auch, Wer als Freiwilliger vorne bei der ersten Sturmkolonne dabei sein wolle, hatte der Herr Hauptmann gestern abend gefragt. Da hatten sich alle gemeldet. So viele konnte der Hauptmann gar nicht gebrauchen, es mußte gelost werden. Ja, die daheim, wenn die dabei wären, die könnten stolz sein auf ihre Jungens. a Jetzt fängt es an zu dämmern. Es wird ein kühler und trüber Morgen. Noch ist es nicht recht hell, da kommt schlürfend und heulend von weit hinten aus einer deutschen Batteriestellung die erste schwere Granate angesaust, schlägt mitten in die feindliche Stellung ein, berstet mit einem donnernden Krach und überschüttet weit und breit alles mit einem Hagel von Sprengstücken, Lehm⸗ klumpen und Steinen. Jetzt geht's los. In den nächsten Minuten meint man, die ganze Hölle täte sich auf, von allen Seiten saust und braust und pfeift und heult es heran und schleudert Tod und Vernichtung in die feindlichen Stellungen, die bald in einen e Nebel von Staub und Qualm gehüllt sind. Neugierig trecken unsere Kerls die Köpfe über die Brustwehr und überzeugen sich von der guten Wirkung des Artilleriefeuers. Dieses Zu⸗ schauervergnügen dauert aber nur kurz, denn bald eröffnen auch die französischen Batterien und Minenwerfer ihr Feuer, das sich von Stunde zu Stunde bis zur rasendsten Heftigkeit steigert. Dieses stundenlange untätige Aushalten in dem mörderischen Granaten⸗ hagel ist viel schlimmer und zermürbender als der ganze Sturm. Um 8 Uhr vormittags brechen am linken Flügel etwa in der Mitte zwischen dem Punkt 263 und 285 die 5, schlesischen Jäger und ein Metzer Infanterie-Bataillon zum Sturm gegen den vor⸗ geschobenen französischen Stützpunkt los. In 7 Minuten sind die ersten drei Gräben überlaufen, der Feind wird an dieser Stelle von beiden Seiten eingeschlossen, so daß er von hier aus den späteren Hauptsturm nicht mehr flankieren kann. Währenddessen erreicht auf der ganzen Front die Heftigkeit des Artillerie- und Minenfeuers ihren Höhepunkt. Viele Gräben werden im Laufe des Vormittags auf feindlicher, wie auch auf deutscher Seite einfach eingeebnet. An einer telle schlägt eine Mine in ein französis Handgranatenlager, das mit flürchter⸗ lichem Krach in die Luft fliegt. Hinter der Front fand man am nächsten Tage in einem einzigen, durch eine schwere Mörsergranate d— 5 Unterstand 105 tote Franzosen. Ohne auf das vernicht„Feuer zu achten, sitzen die Beobachter unserer Ar⸗ tillerie an ihrem Platz und machen die nötigen Meldungen über die Wirkung des Feuers. An drei verschiedenen Stellen hielten in Sappenspitzen die Leutnants N 1 und Fritsche und der Offizierstellvertreter Bock nur wenige Meter vom feindlichen Gra⸗ ben entfernt den ganzen Morgen aus und leiteten von hier aus das Feuer ihrer Batterien. Kurz vor dem Sturm schleichen sich an einer anderen Stelle zwei Pioniere, der Vizefeldwebel Bansamier und Unteroffizier Tuttenuit, in einer Sappe bis dicht an die französische Stellung heran und bringen hier unter einem Hagel von Handgranaten und Minen in aller Ruhe eine doppelte Spreng⸗ ladung an. Punkt 11 Uhr 30 Minuten vormittags wird die Zündung in Tätigkeit gesetzt: Eine gewaltige Ergoien— und im nächsten Augenblick stürmen schon die ersten Musketiere und Pioniere durch die Sprengtrichter hindurch auf den französischen Graben zu. Im Handumdrehen sind die noch unbeschädigten Teile des Drahthindernisses auseinandergerissen und zerschnitten, rechts und links sausen die Handgranaten den Franzosen an die Köpfe, N b 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen n Samstag, 7. Auguft 1915 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: 51, Schrift- leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten⸗ Anzeiger Gießen. . . und schon stürzt sich mit tollkühnem Sprung als Erster der Pionier Blum der 1. Kompagnie Pionier⸗Bataillons Nr. 16 in den feindlichen Graben. Es vergehen kaum ein oder zwei Mi⸗ nuten, da hat die erste Sturmwelle schon den vordersten Graben überrannt und stürmt weiter gegen die zweite und dritte Linie. Zur gleichen Sekunde ist auf der ganzen Front von der Bolante bis jenseits der Römerstraße der Sturm losgebrochen. An vielen Stellen werden unsere Leute in dem Augenblick, in dem sie aus dem Graben vorbrechen, von einem rasenden Infanterie- und Ma⸗ schinengewehrfeuer empfangen. Alles kommt nun darauf an, so schnell wie möglich die Hindernisse zu überwinden. An einer be⸗ sonders gefährlichen Stelle springt ein junger Offizier, Leutnant Freiherr v. Marschall, seinen Jägern weit voran mit einem einzigen Satz über das vier Schritte breite Drahthindernis. Die andern folgen ihm, vor ihnen liegt ein Blockhaus, aus dem zwei Maschinengewehre Tod und Verderben speien. Die Jäger stürzen sich darauf, schleudern ihre Handgranaten durch die Schießscharten und den rückwärtigen Eingang in das Innere und machen so die Bedienungsmannschaft der Maschinengewehre unschädlich. Drei, vier, fünf Gräben werden überlaufen, dann geht's hinunter ins Meurisson⸗Tal. Hier steht an gedeckter Stelle ein Minenwerker, den tapfer bis zum letzten Augenblick ein französischer Artillerie— Hauptmann bedient. Seine Leute liegen tot oder schwer verwundet neben ihm. Gerade will er eine seiner gefürchteten Minen den Heranstürmenden entgegenschleudern, da springt ein Bauern⸗ sohn von der schlesisch⸗polnischen Grenze, der Jäger Kucznierz, neben ihn und ruft ihn zu:„Hast Du uns immer beworfen mit großen Flügelminen, hier hast Du Belohnung.“ Der Offizier reißt seinen Revolver hoch, aber der schlesische Gewehrkolben ist schneller als die Kugel des Capitaines. Immer weiter stürmen die wackeren Jäger. In der Hitze der Begeisterung des Kampfes merken viele gar nicht, daß sie die Höhe 285, das ersehnte Ziel, überhaupt schon erreicht haben, und dringen darüber hinaus bis in die Vallse des Courtes Chausses vor. Inzwischen haben oben auf der Höhe die Offiziere in richtiger Erkenntnis der Lage einen großen Teil ihrer Kompagnien angehalten und beginnen sofort mit dem Festlegen und notdürftigen Herrichten einer neuen Stellung. Nur ein kleiner Trupp allzu Verwegener stürmt bis mitten in die französischen Batterien und Lager, an ihrer Spitze der Leutnant der Reserve Englisch der 3. Kompagnie des Jäger⸗ Bataillons Nr. 6. Die Jäger versuchen, voll Siegesbegeisterung über ihre wertvolle Beute, die eroberten Geschütze— es sind 4 leichte und 4 schwere— zurückzuschaffen: Unmöglich, es g nicht, die Kanonen sind zu fest eingebaut und zu schwer. So müssen sie sich damit begnügen, mit Aexten, Spaten, Beil⸗ picken und anderem Gerät die Richtvorrichtungen, Verschlüsse und Untergestelle der Geschütze kurz und klein zu schlagen, um wenig⸗ stens die preisgegebene Beute in zerstörtem, unbrauchbarem Zu⸗ stande dem Feinde zu überlassen. Im letzten Augenblick stopfen noch schnell der Jäger Wistoba und der Oberjäger Broll von vorne in die Rohre zweier Geschütze je eine Handgranate und erstören durch deren Explosion die Laderäume und andere Teile. Groll schleuderte eine weitere Handgranate in das in der Nähe befindliche Munitionslager, das mit gewaltigem Krach in die Luft fliegt,— und dann gehts Marsch, sch zurück zum Bataillon, denn jede Minute längeren Zögerns hätte die Tollkühnen den heranrückenden französischen Reserven in die Hände geliefert. An einer anderen Stelle hatten die Jäger in aller Eile einen irken Motor, der zum Betriebe der in die Minenstollen führen⸗ en 1 diente, gründlich zerschlagen und zerstört. Dies alles hatte sich in kaum mehr als zwei Stunden gespielt. In der gleichen Zeit war auch auf allen anderen Teilen der Kampffront ein voller, 1 8 Erfolg errungen worden. Ganz besonders hatte ein Bataillon des Infanterie⸗Regiments Nr. 135 unter Führung des Hauptmanns Wegener bei der Er⸗ stürmung der Fille morte Hervorragendes geleistet. Das Ba⸗ taillon hatte von der schwarzen Kuppe aus angegriffen und mußte zunächst einen außergewöhnlich stark ausgebauten Stützpunkt des Feindes, die sogenannte„Steinfestung“, erstürmen. Das schnelle Gelingen dieses Angriffes ist zum großen Teil dem Leutnant d. R. Breithaupt der 2. Kompagnie zu verdanken, der mit seinem Zuge durch eine geschickte Umgehung durch den Meurisson⸗Grund den ind von hinten fassen und abschneiden konnte. An einzelnen tellen auf der Bolante wehrten sich die Franzosen mit ver⸗ zweifelter Zähigkeit und Widerstandskraft. Unseren Truppen war ab⸗ unseren Truppen in den nächsten 1 825 2 Juni bis 13. i wurden es hier nicht immer möglich, von einer Stellung zur anderen über den gewachsenen Boden vorwärts zu stürmen, sie mußten sich Schritt für Schritt durch das Gewirr von Sappen und Verbin⸗ dungsgräben vorarbeiten. Am Ausgang eines solchen Grabens atte sich ein französischer Offizier aufgestellt, der jeden Deutschen, bald er sich am anderen Ende zeigte, abschoß. Ein Soldat kniete neben ihm mit einem zweiten Gewehr, das er immer wieder nach jedem Schuß seinem Leutnant geladen reichte. Erst nach längerer Zeit gelang es einem deutschen Offizier durch eine wohlgetzielte Handgranate diesen zähen, heldenmütig kämpfenden Feind aus dem Wege zu räumen. 5 1 Auf dem anderen Flügel, östlich von der Römerstraße, hatte der Angriff anfangs nur geringe Fortschritte gemacht. Hier erwarb sich Leutnant Johanßen— auch einer der wackeren schlesischen Jäger— großen Verdienst dadurch, daß er im entscheidendem Augenblick die Möglichkeit erkannte, die von den 130 ern in der Front angegriffenen Franzosen von Westen her in der Flanke anzupacken und so zum Weichen zu bringen. Gleichzeitig durch⸗ brach an einer anderen, 500 Meter weiter östlich gelegenen Stelle Leutnant Nichterlein mit seiner 1. Kompagnie Infanterie⸗Regi⸗ ments Nr. 130 die feindliche Linie und drang in einige Blockhäuser ein, in denen er viele Gefangene, ein Ma chinengewehr, 2 Esels⸗ kanonen und 2 Revolverkanonen erbeutete. 5 Gegen die Höhe 285 unternahmen die Franzosen am Nach⸗ mittag mehrere Gegenangriffe, die aber von den 144 ern und Jägern abgewiesen wurden. Der Feind setzte das ununterbrochene schwere Artilleriefeuer unter Aufwand gewaltiger Munitionsmengen und zeitweise unter Verwendung von Granaten mit erstickender Gaswirkung bis zum späten fort. Als dann endlich ber Eintritt der Dunkelheit alle Gegenangriffe zerschellt sind und der Kampf langsam abflaut, liegt die französische Infanterie auf der anzen Front unmittelbar vor den neuen deutschen Stellungen. uf beiden Seiten wird mit fieberhafter Anspannung aller Kräfte daran gearbeitet, schnell wieder neue Gräben auszuheben, um am nächsten Tage für eine Fortsetzung des Kampfes gerüstet zu sein. Nach all den unerhörten Anstrengungen und Aufregungen des Kampftages herrscht bei unseren Truppen jubelnde, begeisterte, stolze Siegesfreude. Bis zum Aeußersten und Letzten hatte Jeder sein Bestes hergegeben. Im Laufe des Abends und der Nacht stellen sich auf den Verbandplätzen viele Verwundete ein, die schon frühmorgens einen Arm⸗ oder Beinschuß oder sonst eine ing erhalten hatten und trotzdem bis zuletzt mitgemacht hatten, um ja nichts zu versäumen von diesem höchsten Glück des Soldaten, dem Siege. Und Alle wissen es ganz u, daß am nächsten Tage die Kunde von den Heldentaten und dem Ruhm der Argonnenkämpfer in alle Welt hinausklingen wird, drüben zu den Kameraden, die gegen die Russen kämpfen, und weit übers 3 Meer, und vor allem zum Vater und zur Mutter und all den. Lieben zu Hause in der Heimat. WII. Auf der gesamten Front hatten die deutschen Truppen im heißen Rin. des 13. Juli die 85 gesteckten Ziele voll und anz erreicht. Die Höhenlinie 285— la Fille morte— war sest in deutschem Besitz. Der Feind hatte 64 Offiziere, darunter 1 Major und 9 Hauptleute, mehr als 3400 Mann als Gefangene, 2 Gebirgs⸗ und 2 Revolverkanvnen, 34 Maschinengewehre, 51 Minenwerfer, 5 Broncemörser und eine unübersehbare Menge Munition, Waffen und Gerät in unseren Händen gelassen. Mehr als 200 tote Franzosen bedeckten das Schlachtfeld und wurden von den Argonnenkämpfen vom 5 n 116 Dfftderre und über 7000 Mann gefangen genommen, mehr als 4000 tote Franzosen gezählt, die Anzahl der Verwundeten ist auf schätzen. Daraus ergibt sich als Ziffer der gesamten französischen Verluste in diesem Abschnitt rund mindestens 5000—6000 zu 16 000—17 000 Mann. Rückhaltlos erkennen unsere Truppen voll ehrlicher Hochachtung und Bewunderung an, mit welch zäher, todesmutiger Tapferkeit sich die Franzosen Schritt für S von einem Granatloch zum anderen 8e ft haben. Ob die da drüben wohl alle wissen, für welchen Zweck sie sich schlagen? Ob sie wohl alle an das Märchen glauben, daß die eroberungslustigen, itt, von Graben zu Graben und N deutschen Barbaren diesen Krieg heraufbeschworen haben, und ob sie wohl alle uns Deutsche hassen? Sicher nicht. Aber sie tun Warschau in Geschichte und Aunst. Warschaus Geschichte und die Geschichte von Polen sind so innig miteinander a man die eine ohne die andere sich kaum vorstellen kann. Und doch gehört die Bedeutung von Warschau erst Polens 9956 5 Zeit an, und man kann mit Fug behaupten, daß die Geschichte dieser glänzenden und berühmten Hauptstadt mit der Geschichte des Niederganges des einst so mächtigen Polenreiches Hand in Hand geht. Warschau gehört nicht zu den alten Städten des Polenlandes; in der näheren Umgebung der Stadt tauchen z. B. Sochaczew, Blonie und Grojek bedeutend früher auf aus dem Dunkel der Zeit, und manch eine dieser jetzt so unbedeutenden Landstädte war rege und blühend, als da, wo heut die Alexanderbrücke die Weichsel überspannt und Warschau mit Praga verbindet, nur erst eine ärmliche Bevölkerung von„Flissen“ sich angesiedelt zu haben scheint. Die Anfänge Warschaus gehen nicht über das 13. Jahr⸗ hundert zurück. Hundert Jahre später, anno 1339 konnte Papst Benedikt XIII. den Platz allerdings schon bezeichnen als„einen mit Mauern umgebenen und mit allem Nötigen reichlich versehenen Ort, wo der Fürst von Masowien mit feuer Gefolge so oft ge⸗ wohnt“. Doch darf man darum die Vorstellungen vom damaligen Warschau nicht zu hoch spannen; noch im 15. Jahrhundert, als Krakau, Warschaus alter Nebenbuhler, schon eine der bedeutendsten und ansehnlichsten Städte Europas war, hatte Warschau immer noch hölzerne Häuser und hölzern war auch noch seine Burg. So beginnt die große Zeit der Stadt erst im 16. Jahrhundert. Zum politischen Mittelpunkte des polnischen Volkes und Staates ist sie ler jenem Wahlreichstage von 1573 geworden, wo bei Praga auf sreiem Felde Heinrich von Frankreich, der Valois, im Wettbewerbe um die polische Königskrone den Sieg über den österreichischen Erzherzog und über den russischen Zaren davontrug. Dieser Reichs⸗ tag aber war bekanntlich auch der Anfang der schweren inneren Zer⸗ rüttung des polnischen Reiches. Am Ende dieses Jahrhunderts wurde dann Warschau, das bis dahin immer nur erst vorübergehend als Residenz ient hatte, durch Sigismund III. zur festen Haupt⸗ stadt des Reiches erhoben, und damit setzt die Epoche ein, der das Stadtbild von Warschau das Gepräge zu verdanken hat, das es im wesentlichen noch bis zum heutigen. je behauptet. Das alte Warschau hatte sich am hohen Flußufer westlich des trüben Weichsel⸗ stromes angestedelt, wo das Plateau steil zum Strome abfällt. Das war ein beherrschender Punkt und die alte Burg der Herzöge von Masowien, aus der nach vielen Wandlungen heut das stattliche, aber wenig ktervolle Schloß geworden ist, denr Stanislaus Poniatowski die letzte Form 1 hat, beherrschte den wich⸗ ligen Flußübergang, der weithin der einzige war, und zugleich das fruchtbare Niederland, das sich östlich und westlich des Stromes dehnt. Um diese Burg herum siedelte sich nun die Alt stadt an, ein winkeliges, wenig sauberes Viertel dichtgedrängter enger Straßen und Gassen, in dem sich Warschaus ehrwürdigstes Gottes⸗ alk die Kathedrale St. Johann, erhebt, eine gotische n lenkirche von guten Verhältnissen, die an Denkmälern und Er⸗ exungen der polnischen Geschichte reich ist. Im allgemeinen ist arschau, wie sich aus dem ge seiner Geschichte ergibt, an ittelalterlichen Denkmälern nicht veich, und die Gebäude und Reste jener Zeit sind vielfach durch Umbauten und Zutaten späterer Ge⸗ schlechter umgestaltet worden. Die Baustile, die in Warschau vor⸗ herrschen, das sind die schweren Formen der italienischen Spät⸗ renaissance, wie 5 das 17. Jahrhundert bevorzugte, und dann die Formen des Barocks in ihren mannigfaltigen Abwandlungen, bis herunter zur spielenden Anmut des Rokokos. Im 17. Jahr⸗ 1.5 nahm die Pracht und Verschwendung der Magnaten, die ich in Warschau anbauten, eine große Höhe an, und Paläste, wie der der Kasanowskis oder der Koniecpolskis, wiesen prachtstrotzende Säle voll schweren Gold⸗ und Silberschätzen auf. Italienische Bau⸗ meister kamen in die Stadt, bedeutende Kirchen im Stile der Zeit entstanden, und Warschau, das inzwischen gegen Norden hin eine stattliche Neustadt angesetzt hatte, entwickelte sich mehr und mehr zur glänzenden Residenz. Dann kam der Höhepunkt: die Sachsenzeit. Das war die Zeit, wo Warschau seine schönsten Kunstwerke erhielt: noch ist das Palais Brühl als Denkmal jener Zeit erhalten. Und neben den Palästen entstanden die schönen und geräumigen Parkanlagen, durch die die sächsischen Herrscher sich in Warschau das beste Andenken erhalten haben. Ist auch das alte Residenzschloß der Sachsenkönige verschwunden, so ist doch der Sächsische Garten erhalten, dieses vortreffliche Spätwerk des Lenötre Stiles, das im Herzen Warschaus selbst gelegen, einen Ruhm der Stadt und den Mittelpunkt ihres eleganten Lebens bildet. Dort, am Sächsischen Garten, führt die große Lebensader, der Boulevard von Warschau, vorbei, die„Kra⸗ kauer Vorstadt“, die in der Anlage der Stadt die Achse des Flußlaufes wiederholt und das Rückgrat ihres schönsten Viertels, des Südviertels, bildet. Diese Krakauer Vorstadt ist ein reizvolles Stück Stadtanlage. Bald bequem sich verbreiternd, bald wieder kräftig zusammenziehend oder zu stattlichen Plätzen ausladend, läuft sie an Kirchen, Palästen und Monumentalgebäuden aller Art vor⸗ über, eine glänzende, elegante, stets belebte Straße, die sich schließ⸗ lich in der schönen Lindenallee der Aleja Ujazdowska fortsetzt und hier einen praterartigen Charakter annimmt. Glücklich wird so der Uebergang der dichten inneren Stadt zu einem lockeren, länd⸗ licheren Stadtcharakter vollzogen und den köstlichen Schlußpunkt dieses belebten Straßenrhythmus bildet dann das berühmte Lust⸗ schloß Lazienski, der kokette Bau aus der Zeit von Stanis⸗ laus Poniatowski, der sich so reizend mit seinem Gelb vom Grün, des Parkes abhebt und der in seinem Parke alle Verführungen der unerschöpflichen Gartenkunst des 18. Jahrhunderts birgt. Lazienski ist ein kleines Juwel. Aber den Wert und Reiz Warschaus als Kunststadt machen nicht sowohl einzelne großartige Werte und Sehenswürdigkeiten aus, als der interessante Charakter der Stadt im ganzen; ihre malerische, durch Terrassen glücklich ausgenutzte ge an dem breiten Strome, die Mannigfaltigkeit wechselnder Bilder und Stadtansichten, die sie bietet, die Gegensätze, durch die sie überrascht. Die winkelige Altstadt, das ganz mittelalterlich anmutende Budenleben am Alten und Neuem Markte, dann unweit davon die Judenstadt, wo Judentum und Polentum eine so merkwürdige Verbindung ein⸗ gegangen sind, dann wieder die westliche Eleganz der großen Hauptstraßen— nicht viele Städte vereinen so bunte Bilder so nahe beieinander. Und dazu schließlich jenes eigentümliche, schwer bestimmbare Fluidum, jene„Warschauer Luft“, die jeder Besucher der Stadt in allen Fingerspitzen fühlt. Lebt in ihr noch immer etwas aus den heiteren Festes⸗ und 5 des zweiten und dritten August fort? Ist der Geist des Rokokos aus Warschaus Gärten dem Leben der Stadt den schnellen Pulsschlag, das eigentüm⸗ lich Anregende verleiht? Oder ist der Pulsschlag Warschaus der eines Fieberkranken? Denn immer herrscht hier eine ge⸗ spannte Erregung; Polentum und Russentum gingen wie Oel und Wasser in der Stadt nebeneinander, ohne sich zu berühren, ohne sich zu durchdringen; unter der Hülle eines glänzend regen Lebens bargen sich heiße Gegensätze, dunkle Pläne. Das alles hat vielleicht dazu beigetragen, um dem Leben Warschaus sein ganz besonderes Gepräge aufzudrücken. Es ist Europas letzte Großstadt gen Osten— dahinter beginnt das Moskowiterland. * nicht ganz entflohen? Sind es die 2 schönen Polinnen oder i e erben das feurige Polenblut, das 3 — Frankreichs Schrei nach einem National⸗ dichter. Besitzt Frankreich einen Nationaldichter? Der„T 5 ven dier ch er„Temps dichter haben, überhaupt keinen Dichter, der für uns dieselde Be⸗ deutung hätte wie Kipling für die Engländer, Verhaeren für die Belgier und d' Annunzio für die Italiener. Gewiß besitzen wir auch heute viele begabte Dichter, darunter einige von bemerkens⸗ werter persönlicher Ei als Ursache für das anführen könnte. Erscheinungen dieser Art sind vor allem vom Zufall abhängig. Nur ein„geheimnisvoller Einfluß des Himmels“ kann einen Nationaldichter hervorbringen, eine natürliche Anlage, deren Herkunft unbekannt ist und durch nichts ersetzt werden kann. Frankrrich, unter dessen Himmel so viele Dichter geboren wurden, besitzt gegenwärtig keinen einzigen Lyriker von überragender Bedeutung. Das ist mim einmal so, und es steht nicht in unseren Macht, es zu ändern.„Wo sind die Dichter?“ fragt man, während die 9 aller Ereignisse sich abspielen. Im übrigen ist eine alte Beobachtung, daß die großen Krisen in der Geschichte meist erst in späteren 1 5 eine würdige Darstellung fanden. Dar⸗ um wollen wir trotz allem hoffen, daß eine neue Entdeckung ge⸗ macht wird, ein genialer Wurf, der aus dem Instinkt heraus die Seele des Volkes ausdrückt, wie etwa die Marsaillaise. Bisher wurde nichts geschaffen, was an eine Erneuerung dieses Sanges 1 0 0 könnte. Ohne die Verdienste von Rudyard Kipling, mile Verhaeren und Gabriele d'Annunzio herabsetzen zu wollen, hat man doch das Recht zu der Bemerkung, daß ihre durch den Krieg hervorgerufenen Reden und Schriften— bei aller schuldigen Bewunderung— bis jetzt nicht mehr als Improvisationen sind, die der Propaganda dienen. Auch einige unserer Schriftsteller haben in diesem Kriege bereits wertvolle patriotische Schriften veröffentlicht. Aber der französische Dichter, der das Lied deeses Krieges singen wird, liegt gegenwärtig handen ist— im Schützengraben oder in den Windeln. — 1 e age mit einem„Nein“ beantworten.„Wir müssen leider eingestehen,“ sagt das Blatt,„daß wir keinen Nala 8 mart. Doch es gibt nichts, was man tichtvorhandensein eines Nationaldichters 23 — wenn er überhaupt vor⸗ 5 15 5 5 e ihre Pflicht bis zum Aeußersten, bis zum letzten Atemzug, als 8 ten. Drum Ehre auch dem Andenken der gefallenen Feinde. a 5 Desto tiefer ist bei unseren Truppen die Entrüstung über die unerhörte Verlogenheit der französischen Berichte. Amtlich gibt die Pariser Presse bekannt:„Die Armee des Kronprinzen hat die Offensive in den Argonnen wieder aufgenommen und hat eina neue Schlappe erlitten. Der Feind, der vorübergehend in unsere vordersten Gräben eingedrungen war, wurde durch unsere sofortige Gegenoffensive wieder zurückgeworfen. Die Gewinne der Deutschen überschreiten in keinem Fall 400 Meter. Punkt 285, der einen Augenblick lang vom Feinde besetzt war, wurde von uns unmittel⸗ bar darauf wieder genommen. Wenn man dagegen die Tatsache hält, daß wir nach wie vor im festen Besitz der Höhe 285 sind, daß die feindlichen Gegenangriffe uns auch nicht einen einzigen Zentimeter des gewonnenen Bodens entreißen konnten, daß der Geländegewinn durchschnittlich 700—800 Meter, an einigen Stellen 5 sogar über 1000 Meter beträgt, so muß man sich wundern daß . sich die französtschen Kommandobehörden vor ihren eigenen Trup⸗ . pen, die doch das Ergebnis des Kampfes genau beurteilen können, . nicht schämen, der Wahrheit derartig ins Gesicht zu, schlagen. 5„Wenn wir weiter derartige Schlappen erleiden, sagen vorne unsere Leute,„so werden wir uns langsam bis Paris durch⸗ schlappen!“ Anser Nafser bei der Armee⸗Abteilung Woyrsch. Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: Am 17. Juli 05 das zu 5 3 1 1 Bredow verstärkte Landwehrkorps die stark ausgebaute un on einer 8 Rußlands, dem e Grenadier⸗-Korps verteidigte lung nordöstlich Sienno gestürmt. N 5 * erste Hiedch u durch das feindliche Drahthindernis verdankt sein Gelangen dem heldenmütigen Entschluß der Leut⸗ nants Wilcke und Gerbing vom Landwehr⸗Infanterie⸗Regiment Nr. 7 und des Leutnants Zoll vom Landwehr⸗Infanterie⸗Regiment Nr ä 6, die, gefolgt von einigen ihrer Landwehrleute, sich im feind⸗ lichen Feuer eine schmale Gasse durch das Hindernis schnitten und den nachfolgenden Sturmtruppen den Weg bahnten. 1 Der 18. Juli brachte die kräftige Verfolgung des Gegners an den Ilzanka⸗Abschnitt, dessen Nordrand wieder als starke Stellung mit Hindernissen ausgebaut war. Sie wurde in der Nacht zum 4 19. bei Ciepielow und Kasanow durchbrochen. Unter sehr schweren Verlusten flüchtete das Grenadier⸗Korps in den Schutz der östlich Zwolen in mehrmonatiger Ingenieurarbeit, vorbereiteten Außen⸗ stellung der Festung Iwangorod, die seit längerer Zeit von allen krreussischen Gefangenen als uneinnehmbar bezeichnet war. 1 1 Der beispiellosen Angriffsfreudigkeit der von der Artillerie gut 9 unterstütten schlesischen Landwehr gelang es in der Nacht vom 20. zum 21. Juli, auch diese Stellung einzudrücken und den Gegner in die engere Festungsstellung zurückzuwerfen. a Ueber 7000 Gesangene, viele Maschinengewehre waren die Beute der tapferen Landwehr.. a Stolz konnte der Führer der Angriffstruppen, der General der Kavallerie Freiherr von König, ihnen zurufen:„Unverwelklichen Lorbeer habt ihr euch erworben, das Vaterland, insbesondere die schlesische Heimat, wird dankbar eurer Siege gedenken, nun weiter, bis der Feind völlig am Boden liegt.“ f Die größte und schönste Anerkennung aber ward der Truppe dadurch, daß es sich unser Oberster Kriegsherr nicht nehmen ließ, ihr persönlich seinen Kaiserlichen Dank für die vollbrachten Taten u sagen. 55 5 5 Morgen des 23. traf Seine Majestät auf dem Gefechts⸗ felde ein, wo Abordnungen unmittelbar vor einem erstürmten ruf⸗ fischen Berg, auf dem die deutsche Flagge stolh im Winde wehte, Auf⸗ stellung genommen hatten. Huldvollst begrüßte Seine Majestät die sich dort meldenden Führer, den General der Kavallerie Freiherr von König und den Generalleutnant Grafen Bredow, und über⸗ reichte beiden Preußens höchsten Kriegsorden, den Orden Pour le Mérite, nachdem dem verdienten Armeeführer, Generaloberst v. Woyrsch, bereits vorher das Eichenlaub zu diesem Orden, und seinem Chef, Oberstleutnant Heye, das Ritterkreuz des Hohen⸗ . schen Hausordens verliehen worden war. 5 * ch Abschreiten der Front der Abordnungen, wobei Seine Majestät jeden Offizier und Mann durch eine Ansprache auszeichnete und vielen das Eiserne Kreuz selbst übergab, wurde die ssische Stellung einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Höchstes In⸗ teresse erweckte die Sorgfalt, mit welcher die Stellung ausgebaut war. Anfchließend hieran sprach Seine Majestät den Abordnungen Seinen Kaiserlichen Dank aus und trug ihnen auf, denselben auch den Kameraden zu übermitteln, die vorn in den Schützengräben treue Wacht vor den letzten Stellungen der Festung hielten. Weiter Fbstlich, im Bereiche der Festungsgeschütze von Iwangorod, standen die Reserven und die Abordnungen der Truppen des rechten Flügels . 3 Gewehr bereit, ihren Obersten Kriegsherrn zu 5 Nach Abschreiten der Fronten unter den Klängen der National⸗ hymne und nach Auszeichnung vieler Offiziere und Mannschaften sprach auch hier der Allerhöchste Kriegsherr den braven Land⸗ rleuten Seinen und des Vaterlandes Tank aus. Wie im Jahre 1813 habe auch jetzt die Landwehr sich vor⸗ trefflich geschlagen, und mit besonderem Stolz blicke das Vaterland, 85 insbesondere die heimatliche Provinz Schlesien, auf sie. Noch gelte es aber, weiter zu kämpfen für des Vaterlandes Freiheit, um mit HSottes Hilfe hoffentlich auch den letzten Gegner bald nieder 1 ringen. Nach einem strammen Vorbeimarsch der braven Landwehr⸗ feute weilte Seine Majestät noch längere Zeit im Kreise der Offi⸗ ziere ein dargebotenes Frühstück aus der Feldküche zu sich nehmend. Jedem Einzelnen wird dieser Ehrentag der Armee⸗Abteilung Woyrsch unvergeßlich bleiben. Aus Hessen. 8 4 5 55 ——- rb. Darm Landstände ist von ihrem Präsidenten, Solms⸗Hohensolms⸗Lich, für Montag, den 9. August, vor⸗ mittags 10 Uhr, zu einer Plenarsitzung einberufen worden, i der eine vertrauliche Besprechung zunächst über die Frage der Mandatsverlängerung für die schon im Herbst v. J. abgelaufenen 28 Mandate von Abgeordneten der Zwei⸗ ten Kammer und ferner über die gegenwärtige allgemeine finanz⸗ und wirtschaftspolitische Lage erfolgen foll, ähnlich, wie dies jüngst auch seitens der Zweiten Kammer geschehen Die Kammer wird sich dabei natürlich in erster Linie mit . den darüber vor kurzem vom anderen Hause gefaßten Be⸗ schlüssen zu beschäftigen haben. 5 Darmstadt, 6. Aug. Die Abgeordneten Ulrich und Raab beantragten in der Zweiten Kammer,„die Großh. Regierung zu ersuchen, durch die Kreisämter dahin zu wirken, daß in den Landgemeinden den bedürftigen Kriegerfamil ien eine einigermaßen hinreichende Kriegsbeihilfe gewährt wird, wobei insbesondere der Begriff der Bedürftigkeit nicht zu eng gezogen werden darf“. Heer und Flotte. 5 Ein Lufttorpedoboot. „ Amsterdam, 6. Aug(WTB. Nichtamtlich.) Aus ameri⸗ kanischen Blättern wird aus Washington gemeldet: Kontreadmiral B. A. Fis ke hat ein Patent für ein Lufttorpedoboot erhalten, das imstande sein soll, Schiffe in beschützten Häfen an⸗ zugreifen. Er hat den Plan, ein Riesenflugzeug mit einem Wihteheabt⸗Torpedo auszustatten. Das Flugzeug würde sünf Mei⸗ len von dem anzugreifenden Ziele niedergehen und den Torpedo ähnlich lancieren, wie ein Zerstörer. Der Torpedo wird automatisch 15 Bewegung gesetzt und steuert mit einer Geschwindigkeit von 0 Knoten auf das Ziel zu. Auf diese Weife glaubt man, Flotten dem Fürsten zu 3 stadt, 6. Aug. Die Erste Kammer der Ta n Aus Stadt und Land. Gießen, 7. August 1915. Auszeichnung Dem Musketier Ernst Walldorf aus Gießen, früher im Inf ⸗Regt. 116, zurzeit im Inf.⸗Regt. Graf Barfuß(Westfäl, Nr. 17) wurde die Hessische Tapferkeits⸗ medaille verliehen. 0 5 ** Personalnachrichten der Ober⸗Postdirek⸗ tion Darmstadt. Verliehen wurden das Eiserne Kreuz 2. Klasse den Postsekretären Mankel aus Mainz und Mohr aus Darmstadt, dem Postassistenten Blick ha hn aus Offenbach; die Großh. Hessische Tapferkeitsmed aille dem Ober⸗Post⸗ sekretär Hedrich aus Gießen und den Postassistenten Altvater Beurlaubtenstandes wurden befördert: Telegraphenassistent Fr. Krämer aus Darmstadt und Postassistent Wa hl aus Büdingen. zum Ober-Postsekretär der Postsekretär Lott in Darmstadt er⸗ nannt.— Versetzt wurden Ober⸗Postinspektoy Meisel von Darm⸗ stadt nach Hamburg unter Uebertragung einer Postratstelle; Ober⸗ Postpraktikant Schmidt von Darmstadt nach Berlin unter Ueber⸗ tragung einer Postinspektorstelle.— Vor dem Feinde gefallen sind die Postassistenten Knecht aus Neu⸗Isenburg und Kufer aus Darmstadt. i Keine Schlachthof⸗Statistik mehr. Das Großherzogliche Ministerium hat jede Mitteilung über Schlachtungen usw. an die Oeffentlichkeit durch die Leiter der öffentlichen Schlachthäuser verboten. Aus diesem Grunde ist es nicht wie sonst möglich, die Ausweise unseres städtischen Schlachthofs vom letzten Vierteljahr zu veröffent⸗ lichen, die stets sehr interessante Schlüsse auf die Ernäh⸗ rung der städtischen Bevölkerung zuließen. * Städtische Freibäder an der Lahn. Im Juli wurden die Freibäder an der Lahn im ganzen von 5750 Badegästen(gegen 11346 im gleichen Monat des Vor⸗ jahrs) besucht. Es entfallen hiervon auf das Männerbad 3579(7655), auf das Frauenbad 2171(3691) Badende. ** Pferde versteigerung. Mittwoch, den 11. August, vormittags 10 Uhr, sindet im Hofe des Jagdschlosses Kranichstein eine Versteigerung von 57 aus Belgien importierten 2 Zjährigen Fohlen, darunter erstklassige Zuchtstuten, statt. An der Ver⸗ steigerung können nur hessische Landwirte teilnehmen, welche eine Bescheinigung ihrer Bürgermeisterei beibringen, daß ihnen Pferde bei der Mobilmachung genommen worden sind. Die Versteigerung erfolgt gegen Barzahlung. Landkreis Gießen. n. Annerod b. Gießen, 6. Aug. Vizefeldwebel Ph. Bin de⸗ burg im Inf.⸗Regt. Nr. 179 erhielt das E iserne Kreuz und wurde gleichzeitig zum Offizier⸗-Stellvertreter befördert. Leihgestern, 6. Aug. Dem Gesreiten Georg Luh von der 3. Kompagnie des Insanterie-Regiments Kaiser Wilhelm, der seit Begiun des Krieges im Felde steht, wurde am 1. August das Eiserne Kreuz verliehen. o. Lollar, 6. Aug. Wiederum hat der Krieg zwei Opfer von unserer Gemeinde gefordert. Friedrich Fuchs, Lehrer, und Friedrich Frank, Ritter des Eisernen Kreuzes, gest 8 Es sind jetzt 21 Lollarer gefallen und 6 werden vermißt. -m. Hungen, 6. Aug. Auf dem hiesigen Hofgut, wo gegen⸗ wärtig die Dreschmaschine arbeitet, ereignete sich heute nachmittag ein Unglücksfall. Eines der auf dem Gut beschäftigten Mäd⸗ chen warf die Garben vom Gerüst herab, stürzte dabei durch einen Fehltritt ab und erlitt so schwere Verletzungen, hauptsächlich am Kopf, daß es in bewußtlosem Zustande dem Krankenhause zu⸗ geführt werden mußte. Kreis Büdingen. Calbach, 6. Aug. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt der Offizier⸗Stellvertreter Heinrich Klink. Altenstadt, 6. Aug. Der Unteroffizier im Reserve⸗ Feld⸗Artillerie-Regiment Nr. 21 Karl Brack erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. Kreis Schotten. ⸗n. Gedern, 6. Aug. Bei der hier stattgefundenen Haupt⸗ versammlung des hiesigen Zweigvereins vom Vo gels berger Höhenclub wurde anstelle des auf dem Felde der Ehre gefal⸗ lenen bisherigen 1. Vorsitzenden, des Lehrers Lenz, Apotheker Veesenmeyer als Leiter des Vereins gewählt. Zum stell⸗ vertretenden Vorsitzenden wurde Hofprediger Widmann, zum Kassenwart der Gemeinde⸗Einnehmer Franz bestimmt. Tie vor⸗ gesehene Erneuerung der Wegbezeichnungen im Bezirk soll der teueren Rohmaterialien wegen erst später durchgeführt werden. „ Volkartshain, 6. Aug. Unsere kleine, etwa 180 Seelen zählende Gemeinde hat nun schon das sechste O pfer des Krieges zu verzeichnen. Der älteste Sohn unseres Bürgermeisters, Mus⸗ ketier Heinrich Winecker in der 4. Kompagnie Reserve⸗Inf.⸗ Regiment Nr. 253, starb vox kurzem bei den Kämpfen in Galizien den Tod fürs Vaterland. 5 Kreis Friedberg.. O Bad⸗Nauheim, 6. Aug. Bis zum 5. August 1915 sind hier 15 250 Kurgäste angekommen. Bäder wurden bis zum 5. August 1915 187 626 abgegeben. 1 = Wohnbach, 6. Aug. Zum Leutnant im Insanterie⸗ Regiment 266 befördert wurde der Offizier⸗ Stellvertreter Wolf. Starkenburg und Rheinhessen. rb. Darmstadt, 6. Aug. Das Darmstädter Hof⸗ theater wird auch im kommenden Herbst und Winter seine Spiel⸗ zeit, wie bisher, wieder aufnehmen. Tie Wiedereröffnung nach den Sommerferien, die diesmal etwa vier Wochen kürzer sind, als in normalen Zeiten, erfolgt am Sonntag, den 12. September und zwar mit Richard Wagners„Tannhäufer“ Im Laufe der neuen Spielzeit wird auch Richard Wagners„Parsifal“ zur Aufführung gelangen, mit dessen Vorbereitung schon in diesen gen b worden ist. ch. Bingen, 6. August. Die Zufuhren auf den O bst⸗ und Gemüsemärkten, wie auch den Wochenmärkten, stei⸗ gern sich. Neuerdings sind— eine ganz besondere Seltenheit, die heim bereits Trauben zugefahren worden. Die für die Frucht angelegten Preise waren nicht einmal so hoch, kostete doch das Pfund nur 40—50 Pfg. Im übrigen werden die zu⸗ 3 Obstsorten mit ansehnlichen Preisen bewertet und fin⸗ n obendrein einen leichten und glatten Absatz, da die Nachfrage das Angebot noch immer übersteigt. So kostete in der letzten Zeit das Pfund Reineklauden hier, in Nieder⸗Ingelheim und Heides⸗ heim 18.25 Pfg., Pfirsiche 35.70 Pfg., Irübbirnen 8 5s 25 Pfg., Frühäpfel 8.—22 Pfg., Frühzwetschen 8—25 Pfg., Mira⸗ bellen 20—30 Pfg., Pflaumen 5—22 Pfg., Tomaten 20— 35 Pfg., Stachelbeeren 18 Pfg., Stangenbohnen 15—18 Pfg., Zwiebe 30 Pfg. Hessen⸗Nassau. ll. Marburg, 6. Aug. Außer Fleisch⸗ wird die Stadt von nächster Woche ab auch den Handel bringen. Ferner ist hier eine A bgabestelle für Obst, Gemüse und sonstige Erzeugnisse zum Besten der Ver- wundeten eingerichtet. m. Kirchhain, 6. Aug. Die Liebestäti keit des Roten Kreuzes im Kreise Kirchhain ist fortgesetzt eine recht rege. Andauernd gehen bei dem Vorstand hierselbst aus allen Ort⸗ schaften Geldspenden und Liebesgaben ein. Wie immer, wenn es gilt, ein gutes Werk zu tun, sind unsere Kinder dabei und stellen sich gerne in den Dienst der guten Sache. So wurden von den Schulkindern in Momberg 2 Zentner Heidelbeeren„in Specks⸗ wintel 17 Zentner und in Allendorf 1¼ Zentner gesammelt und dem Lazarett in Marburg überwiesen. Diese Liebestätigkeit wird fortgesetzt bei der Reife der Brombeeren, die sehr reichlich in Wald und 2 5 finden sind. N h. Frankfurt a. M., 6. August. Die Polizei verpflichtet von nächster Woche an die Verkäufer in der Mark. und Wurstwaren noch Fische in in abgeschlassenen Häfen angreifen zu können. aus Rüsselsheim und Amend aus Worms.— Zu Offizieren des Zum Vize⸗Postdirektor wurde der Postinspektor Abt in Mainz, ö sind in den letzten Kämpfen in Polen den Tod fürs Vaterland] so leicht nicht vorkommt— auf dem Obstmarkte Nieder⸗Ingel⸗ 5 loß, das Ge ralkommando um sofortige Aufhebung der Vers. zu Fraulfurt zu bitten. Als Begründung gibt der Magistrat an, daß ein solches Verbot in Frankfurt nicht durchführbar wäre. 5 b., Sossenheim, 1. Aug. Pfarrer Johann Thome feiert am nächsten Dienstag sein diamantenes Priesterjubi⸗ läum. Der Jubilar steht im 85. Lebensjahr und ist der älteste amtierende Geistliche der katholischen Kirche Nassaus. Seit 19 Jabren wirkt der Greis hier in großem Segen und Field in der esamten Bevölkerung besondere Achtung. Seinen Jubeltag ver⸗ sebt er in Bad Ems. Märkte. Gießen, 7. Aug. Marktbericht. Auf dent heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 1.601,70, Hühnereier das St 1500 Pfg., 2 Stück 00 Pfennig: Enteneier 1 Stück 0 Pfennig, 2 St. 00 Pig.: Gänseeier 1 St. 0-0 Pfg., 2 St. 00 Pfg.: Käse das Stück 7—8 Pfg., Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg.: Tauben das Paar 1,0—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,00— 2,0 Mk., Hahnen das Stück 1,00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—3,00 Mk., Welsche 4—5 Mk.; Ochsenfleisch das Pfund Mk. 1,12—1,16, Rind⸗ lleisch das Piund 112—116 Pfg., Kuhfleisch 96—00 Pfg., Schweine⸗ lleisch das Id. 1.500,00 Mk, Kalbfleisch das Pfd. 160 00 Pfg. Hammelfleisch das Pfd. 96—110 Pfg.; Kartoffeln 100 Kilo 16 bis 17 Ml., Milch das Liter 24 Pfg.. Aepfel das Pfund 15—30 Pig. Nüsse 100 Stück 60 Pfg.; Gurken große 15—25, kleine 3—5 Pfennig. Bohnen 18—20 Pfg. das Pfd.: Erbsen das Pfund 35—40 Pfg.; Wirsing 10—25 Pfg., Gelberüben 10—15 Pfg. das päckchen, Kopssalat 10 bis 15 Pig., Birnen 2030 Pfg. das Pfund., Pflaumen 2025 Pig. das fd, Mirabellen 50—60 Pfg. das Pfd. Weißtraut 10 bis 20 Pfg. das Stück, Zwiebeln der Zentner 20—25 Mk.— Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. le. Frankfurt a. M., 7. Aug. Auf dem heutigen Heu⸗ und Strohmarkt war wichts angefahren. FC. Wiesbaden. Viehhof⸗ Marktbericht vom 6. Aug. Auftrieb: 88 Rinder(darunter 8 Ochsen, 4 Bullen, 75 Kühe)“ 48 Kälber, o Schafe, 55 Schweine. Bei flottem Handel und — Preisen wie am 2. ds. Mts. war bald der Austrieb ganz geräumt. Spielplan der vereinigten§rankfurter Stadttheater. Opernhaus. b Sonntag, den 8. August, abends 7 Uhr:„Manon.“ Montag, den 9. August, geschlossen. Dienstag, den 10. August, abends 7 Uhr: „Der Apotheker“. Hierauf:„Bastien und Bastienne.“ Zum Schluß; „Die Abreise.“ Mittwoch, den 11. August, abends 7¼ Uhr:„Die Fledermaus“. Donnerstag, den 12. August, abends 7 Uhr: „Carmen.“ Freitag, den 13. August, geschlossen. Samstag, den 14. Aug., abends 7 Uhr:„Margarethe.“ Sonntag, den 15. Aug., abends 7 Uhr:„Die Asrikanerin.“ Montag, den 16. August, ge. schlossen. Dienstag, den 17. August, abends 7 Uhr:„Don Juan.“ Mittwoch, den 18. August, abends 7½ Uhr:„Mignon.“ Donners⸗ tag, den 19. August, abends 7 Uhr:„Der Troubadour.“ Schauspielhaus. Sonntag, den 8. August, abends 5 vom Strande.“ Montag, den 9. August, abends ½8 Uhr:„Der Geizige.“ Hierauf:„Der Diener zweier Herren.“ Dienstag, der 10. August, abends ½% Uhr:„Die deutschen Kleinstädter.“ Mitt⸗ woch, den 11. August, abends 6 Uhr:„Don Carlos.“ Donnerstag, den 12. August, abends 18 Uhr:„Alt-Heidelberg.“ Freitag, den 13. August, abends 7 Uhr:„Götz von Berlichingen.“ Samstag, ½8 Uhr:„Die Schön den 14, August, abends ½8 Uhr: Ludwig Thoma-Abend: Zum ersten Male:„Die Lokalbahn.“ Komödie in 3 Akten von Ludwig Thoma. Hierauf:„Die Medaille.“ Sonntag, den 15. August, abends 48 Uhr:„Der Geizige.“ Hierauf: Herren.“ Montag, den 16. A 0 ugust, abends ½8 Uhr:„Kameraden.“ Dienstag, den 17. August, abends 248 Uhr:„Die Lokalbahn.“ Hierauf:„Die Medaille.“ Mittwoch, den 18. August, abends ½8 Uhr:„Die deutschen Kleinstädter.“ Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 1 n 8. An gaust, 10. nach Trinitatis. Gottesdienst. 0 5 In der Stadttirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markus⸗ gemeinde. g 5 Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannes⸗ emeinde. 2 Vormittags 9¾ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Johannessaal. 1 Mittwoch, den 11. August, abend 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Bechtolsheimer. Wartburg, evangelischer Jünglings⸗ und männer⸗vereln. (Diezstraße 15.) f Sonntag, den 8. August: Vortrag. 0 Dienstag, den 10. August, abends 8½ Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, den 12. August, abends 875 Uhr: Leseabend. Samstag, den 14. August, abends 8½ Uhr: Aeltere Abteilung. Oäste stets willkommen. Evangelischer Gottesdienst. Kirchberg: Sonntag, den 8. August, vormittags 10 Uhr. 5 Vormittags 11 Uhr: Christenlehre für die weib. liche Jugend. Sonntag, den 8. August, nachmittags 5 Uhr: Kriegsbetstunde. Dekan Guß mann Mainzlar: Sonntag, den 3. August, nachmittags 1½ Uhr. 8 Katholische Gemeinde. 7 Gottesdienst. 3 Samstag, den 7. August: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. f Sonntag, den 8. Aug., 11. Sonntag nach Pfingsten; Vormittags von 6¼ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. 5 um 7 Uhr: Die erste heil. Messe. 1 um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 5 um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 5 um 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht. Dienstag und Freitag abend um 8 Uhr ist Kriegsbittandacht. 0——. 0 diaspora⸗Gottesdienst. 2 Grünberg um 937 Uhr. n In Lich um 8 Uhr. 1 Sonntag, de Hungen um 9˙½ Uhr. O d ol 5. 5 Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Die am 22. Juli l. Js. verfügte Sperrung der Ortsdurchfahrt Mainzlar wird hiermit aufgehoben, Gießen, den 4. August 1915. thalle und all Geschäften, alle Waren öffentlich mit dem Preis 4185 8 hroßherzogliches Kreisamt Gießen. 1 J. V.: Hemmerde.. „Der Diener zweier * Sihmetungen Zur Vermeidung von Verwechselungen bel NMobeftetiung von Vermietunga- oder dal. wird dringend um der Knzelgernummer gebet. Verlag des Gieß. Anzeigers Schone Wohnung Übelmstraße 7(Haus zum lleinbe wohnen) zu verm. ess Näheres Wilhelmstraße 51. Alicestraße 11 rene Wohnung zu verm. 361 Näheres daselbst 1. Stock. Wunelmatr. d und Frledrieh- Strage 13 je eine 4- Zimmer- Wohnung m. Zubeh, p. sofort od später in vermieten. 8s Näh. Frankfurter Straße 2. Sch. 4 Zimmer--Wobnun mit Zubehör u. Gartenaugzf der 1. Oktober z. verm. 17 Nüheres Roonstrase 22 I. Rodheimer Strasse 13 p. A-Eimmer-Wohn. m. Zubehör ver Oktober zu verm. 5025 Näh. Frankfurter Str. 29. Sch. J Zimmer⸗Wohuung zu vermieten per 1. Oktober. 5682 Kirchstraße 13. 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Wir können zur Wiedererlang⸗ ung derartiger Papiere, sowle auch von Bildern nur ausnabms- weise behllflich sein, well uns die Auftraggeber von Offertanzelgen in den meisten Fällen nicht bekannt sind Von wertvollen apleren dürfen den Angeboten stets nur Abschriften beigegeben werden. Verlag des Gießener Anzeigers Noni pulverhändl. ges. Muster 0 für 4 Pfund geg. 40 Pig. orbicol-Verz., Breslau, An. 194 (627388) Zuverläss. Müller kann eintreten. 04144 Ferd. Burk, Kunstmühle. Maurer und Taglöhner können noch eintreten bei Abermann& Kling. 01278 Welssbinder bei 50 Pfa. Stundenlohn sucht H. Konrad, Löwengasse 10. Tüchtiger Anstreicher sofort gesucht. 0⁴²82 Wagner, Goethestr. 54. 10—15 Erdarbeiter und Steinschläger werden gesucht von 04275 C. Kirchhoff, Pleltenherg I. W. Jugendliche männliche Arbeiter gesucht. Schillerstr. 18. 4 Ein Pferdeknecht und ein Arbeiter gesucht. Eduard Klinkel, Kohlenhandlung. 0⁴²⁴⁰ auf sofort Fuhrmann gesach Habe ein schweres Zugpferd preiswert zu verkaufen. 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Verwecungswstosso verunreinigt dal. sp Im beißen Kampf in Feindesland Ward Dir die Todeswunde, Die Lieben Dein im Heimatland Traf schwer die bittere Kunde. Den Heldentod fürs Vaterland Bist Bester Du gestorben, Du bast mit Deiner tapferen Hand Dir Himmelslohn erworben. Am 26. Juni starb den Heldentod fürs Vaterland unser innigstgeliebter, unvergeß-⸗ licher Sohn und Bruder Ludwig Polkmann Musketier im Reserve⸗Inf.⸗Rgt. 224, 6. Kompagnie im Alter von 22 Jahren. In tiefem Schmerze: Familie Ludwig Volkmann. Heuchelheim, den 7. August 1915. 6441 Wiedersehen war seine Hoffnung. Nachruf. In treuer Pflichterfüllung starben den Heldentod fürs Vaterland unsere Mitglieder Wilhelm Beppler Gefreiter im Res.⸗Inf.⸗Regt. 222, 3. Komp. Wilhelm Boller Kriegsfreiwilliger und Gefreiter im Res.⸗ Inf.⸗Regt. 222, 1. Komp. Karl Keßler Musketier im Inf.⸗Regt. 186, 11. Komp. 9 Wir verlieren in ihnen treue Mitglieder und werden ihnen stets ein ehrendes An⸗ denken bewahren. 6425 Gesangrerein Germania, Lang⸗Göns. Todes⸗Anzeige. Gott dem Allmächtigen bat es gefallen, heute abend 9½ Uhr unser liebes, gutes Töchterchen und Schwesterchen Elisabethe Klös nach kurzem Leiden im zarten Alter von 1 Todes⸗Hnzeige. Heute vormittag 10 Uhr entschlief nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, die treusorgende Mutter unserer Kinder Helene Peil infolge Schlaganfalls im fast vollendeten 33. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bittet im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Georg Peil. Dutenhofen(Jagdschlößchen), 6. August 1915. Die Beerdigung findet Sonntag, den 8. Aug., nachmittags 3 Uhr, statt. 1 Todes ⸗Anzeige. Nach kurzem, schwerem Leiden ent— schlief gestern abend sanft unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Schwester Tran Elise Noth geb. Jung im 50. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Roth y. Elli Hardt Familie Karl Jung Familie Hardt. Langsdorf, den 7. August 1915. 6433 Die Beerdigung findet Montag, den 9. August, nachmittags 3 Uhr, statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Ver— luste meines lieben Mannes sage ich hiermit meinen tiefgefühlten Dank. Frau Elise valentin. Rodheim a. d. Bieber, d. 6. Aug. 1915. bo . Apparate Heute morgen ¼11 Uhr entschlief sanft nach lan- gem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden unsere innigstgeliebte, unvergessliche, treusorgende Mutter, Schwester, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Anna Muth im 45. Lebensjahre, Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Giessen(Bahnhofstr. 23 JI), Marburg, den 6. August 1915. Die Beerdigung findet Sonntag, den 8. August, nachmittags 4 Uhr, auf dem neuen Friedhofe statt. 6146 Gothaer Lebensvorsicherungsbank nuf Gegenseitigkeit Bisher abgeschlossene Versicherungen: 2 Milliarden 220 Millionen Mark. Kriegs versicherung mit alsbaldiger Auszahlung der vollen Summe im Todesfall. Neue vorteilhafte Versicherungsformen. 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