Der blaue Unkrr. Roman von Elfriede Schulz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 27. Kapitel. Mit sommerlicher Herrlichkeit leuchtete am ersten Augusttage cue Sonne über Stadt und Land. Aber niemand hatte Augen für das Lichtmeer in der Höhe. Etwas Unbestimmtes lahmte die Arme und das Denken. Hier und da eine gefurchte Stirn, krampfhaft geschlossene Lippen. Bei den merjten glänzende Augen und weithin sichtbares Kraft- bewußtsem. Den Mähern blieb die Sense in den Halmen hangen. Die Soldat gewesen waren, dachten an ihre Papiere. So sehr man sich dagegen wehrte, das wirtschaftliche Leben kam allmählich ins Stocken. Es war Samstag und früher wre sonst wurde allerorten Feierabend gemacht. Was Mann war in Bronin — und heute zählten sich schon die Burschen von sechzehn Jahren dazu — stand in heftiger Hin- und Herrede vor dem Gasthaus. Gegenüber war die Posthalterei. Jeden Augenblick rechnete man aus eine Depesche, die mit ernem einzigen Hieb den Knoten dieser Tage loste. Der Freiherr sah, wie die Arbeit von den Feldern floh. Er sah die ungeheuer reiche Ernte dieses Jahres auf dem Halm, und es jammerte ihn, daß dies alles nun vielleicht verkommen sollte. Vor dem Dorfe an der: Hecken der ersten Einwohner- Häuschen war Direktor Saar zu ihm 'gjestoßew „Ich simuliere hin und her. Was soll das werden? Die neuen Fabriken, wo jeder Mann aus seinem Platze stehen soll — und diese Ernte! Zuckerrüben —" Er riß eine aus dem Acker am Weg von mächtigem' Wachstum. „Das gäbe eine Kampagne?" „Abwarten, Saar!" sagte der Freiherr und fuhr sich durch den buschigen Bart. „Dabei immer mit dem Meußersten rechnen! Es gibt ja doch kein Zurück mehr. Die da drüben" er zeigte nach der russischen Grenze — „zwingen uns. Aber wenn — denn! Es gibt ein großes Schlachten." „Ich habe mit Tschammer die Listen durchgesehen Von unseren Leuten müssen fast alle mit. Das wird eine schwere Not." „Ja alle — und ich muß dableiben." Rothkirch schlug mit dem Stock zwischen die Zweige eines Bocksdornbusches, daß die Blätter ausspritzten. „Glück im Unglück. Es hat wohl so sein sollen, daß unser Baumeister den Arm im Verband hat. Der Bau ist knapp unter Dach. Wenn Wölflin nun auch weg müßte." „Es ist ein Glück — ja. Nun muß er sehen, wie das zu Ende gebracht wird. Wie geht es ihm?" „So weit gut." Saar sah den Freiherrn scharf vor: der Seite an und überlegte jetzt jedes Wort. „Nur — er griibelt zu viel über gewesene Dinge. Das gefällt mir nicht. Die Schwester — und dünn der Vater. Er erzählte mir neulich von dein seltsamen Unglück in Niederwiesenthal." Saar betonte jedes Wort und ließ den Freiherrn nicht eine Sekunde aus den Augen. „Und das Merkwürdigste — der Baumeister hat die Uhr des Täters in seiner Hand und weiß doch nicht, wer es war. Jedenfalls eine Situation, die in der Kriminal- geschichte wohl ziemlich einzig dasteht. Mich hat die Sache außerordentlich interessiert. Bleibt Frieden, dann —" * Er kam nicht weiter. Rothkirchs Augen stierten gläsern Weite. Bei jedem Satze war sein Kopf mehr vornüber gesunken, daß die Schultern im Nacken hochstanden. Von der Stirn rann ihm der Schweiß in Hellen Tropfen. „Es ist — furchtbar — warm. Bitte, gehen Sie — vor. Tschammer soll — mich — erwarten." Saar lüftete die Mütze, warf noch einen kurzen, durchbohrenden Blick auf Rothkirch und ging voraus. Der Freiherr mühsam, Fuß vor Fuß setzend, hinterher. Er wäre satt umgefallen. Ein Schwindelanfall nach dem andern zog über ihn hinweg. Er war ganz haltlos. „Nicht schwach werden! — Durchhalten! — Bis ans bittere Ende!" So feuerte er seine letzten Kräfte an, gewann durch eine Seiteupforte den Park und fiel ans eine Bank. „Eskadron — Traab!" Halb unbewußt sprach er das Kommando. „Eskadron —" Da kam er ganz zu sich. Er nahm den Hut ab, faltete» die Hände über den Knien und betete mit Inbrunst. „Herrgott — in meinem Leben habe ich nie bei dir um etwas gebeten. Ich konnte dir nur immer danken. Doch jetzt bitte ich eins: Sende den Völkern die Kriegsfackel — laß Krieg werden, o Herr, und schenke mir einen ehrlichen Soldatentod! Amen." Jetzt war er ganz ruhig und mit sich einig. Er sah sich prüfend um und ging weiter. Vor ihni lag das Schloß, mit den beiden neuen Flügeln ein wuchtiger Bau. Aus der Mitte brach breit und stolz die Kuppel aufwärts. Die schwarz-weiße Fahnenstange trug über dein dreifarbigen Flaggentuch den grünen Richtkranz. Rothkirch schmerzte es, die halb vollendete Arbeit, die ein Sinnbild seines Lebenserfolges sein sollte, so vor sich zu sehen. Er hielt eiiie Hand vor die Allgen und suchte fern Arbeitszimmer ans. + Im Vestibül wartete der Oberinspektor. Rothkirch bestellte ihn ans eine Stunde später. Dann arbeitete er hastig, ordriete Papiere, machte sich Notizen, schrieb zwischendurch Briefe. ,Lich muß morgen früh nach Berlin, mein lieber Tschammer. Wenn es losgeht — Sie brauchen meiner Frau vorläufig nichts davon zu sagen — geh ich zu mctiietm Regiment." — 570 n f " r -,Herr Baron!" rv r ?,Ich bin Ihnen wohl zu schlapp, Tschammer? g Ich Weiß/' „Herr Baron — bewahre mich der Himmel vor einer Sünde. Aber das — das — das können Sie nicht! Sie dürfen das nicht! Sie haben Haus und Hof mck> Weib und Kind und haben die Last der Jahre —" „Andre auch, Tschammer. Sie sollten sich schämen, in dieser Zeit so zu reden. Also — es ist aut. Es bleibt dabei. Wenn — dann fehlt Alexander Rothkirch nicht, Tschammer!" Matt setzte er hinzu: „Vielleicht — vielleicht kommt es noch nicht zum Ausbruch. Wer will das heute wissen? Aber hoffen wir's! Hoffen wir's!" Oberinspektor Tschammer sah den Freiherrn an, wie man einen Fieberkranken betrachtet. „Sie, Herr Baron, haben mir in meinen: ganzen Leben noch nie etwas übelgenommen, wenn ich auch immer geradeaus war. Sie müssen mir jetzt auch die Frage erlauben, die hier einzig am Platze ist: Sind Sie krank, Herr Baron?" Da sprang Rothkirch aus und blickte seinen Oberinspektor voll Zorn an. „Tschammer!" Er machte ein paar Schritte in das Zimmer. „Sie haben mich noch nie beleidigt. Fetzt haben Sie das getan. Aber —es ist vorbei — ihr alle — ihr — ihr", —- er schrie das fast hinaus, so geriet er in Aufregung, „ihr dürft — mich ja — beleidigen. Hahaha — ihrftdürft —" Atemlos sank er auf den nächster: Stuhl und stierte zu Boden. „Was — was war das? — Wo bin ich?" Geistesabwesend sah er Tschammer an, der sich über ihn beugte und ihn sanft am Arm gefaßt hatte. Kein Zweifel, der Freiherr hatte der: Verstand verloren! „Es ist schon vorbei. Schonen Sie sich, Herr Baron. Fahren Sie einen Dag später, fahre:: Sie übern:orgen." —t An: Spätabend dieses Tages geriet die Menge vor dem Dorftrug in Brand. Das Telephon hatte den Mobilmachungsbefehl gebracht. Nun gab es kein Halten rnehr. Zwischen der „Wacht am Rhein" hörte man das Schluchzen der Frauer: und Mädchen. Bis in die späte Nacht hinein brannte in der: nwistei: Häuser:: Licht. Es wurde gekramt und gepackt, geschrieben und gesiegelt. Die jungen Männer warer: kann: zu Halter:. Und auch, wer ein Weib hatte, stand schon mit einem Fuß aus der Tür. Wie das kam, woher das kam, dieser Geist, der sie alle beseelte, riiemand konnte es sagen. Es war wie ein feuriger Hauch aus der großen Vergangenheit, der über alles ging, was e:n deutsches Herz im Leib hatte. Die Polen waren nicht anders. Jetzt zeigte es sich, wie fest der Kitt war, den em geernteS, nationales Schaffen, Sorgen und Mühen zwi-. scher: tue verschiedenen Stämme legte. Dorf für Dorf ein Heerlager^ und die kleinster: Buben mitten dazwischen, als ob drese Sache auch die ihre war. Ein gewaltiaes, nie geahntes Vorspiel zu den furchtbaren Kämpfen, o:e der Krieger warteten Am Sonntagmittag war Rothkirch in Berlin und führ w:e im Traum durch tue Volksbrandung in der: Straßen der Re:chshauptstadt nach Friedenau zur Wohnung seines Bru- c r «w auf sein Telegramm erwartete. Nachmittags Lügner vor und arbeitete mit den Herren bis zum Abend. Er nahm sie dann mit nach Berlin. Deutschland nwbil! ~ waren ergreifende Bilder auch für gehärtete Seelen. Gxzellenz Lothar v. Rothkirch rannen die Tränen über die Wangen. D:e Augen seines Bruders saugten sich in den «“•'«»S iS'Sl"" 1 " D-- »II- S Ä «KN-SiTÄ-Ä Es jubelte und dröhnte durcheinander. , „Deutschlarld, Deutschland über alles!" „Cs braust ein Ruf wie Donnerhall!" ‘ Un i!,^ tl y n ^ Lied, das in den fünfnrrdzwanzig Jahren unter Wilhelm dem Zweiten nie recht gestimmt hatte, weil Echt war - das „Heil dir in: Sieger-, 3 sollte s:ch jetzt endttch erfüllen, der: „Siegerkranz" wollten sre alte erstreite:: Helsen. 6 Ueberall tauchte ein unbekanntes Moment auf, das mit fetiter Massenhaftigkeit diesen Tagen den Stempel aufprägte: das Feldgrau der neuen Uniforrnen, in seiner Schlichtheit ein Symbol der r:icht zu brechender: natürliche einfachen deutschen Wehrmacht. D:ese graue Woge flutete aus der: Kasernen in die Gassen und mischte sich mit den Hellen Sommerkleidern der Frauen und Mädchen zu einer nationalen Symphonie. Nach einer ruhig verschlafenen Nacht fuhr Freiherr! Alexander v. Rothkirch zu seinem Regiment nach Norden. Der grauköpfige Rittmeister war nicht der schlechteste der Königin-Kürassiere. Noch eine kurze Neichstagssitzung unter der goldenen Küppel vor dem Brandenburger Tor, ein kurzer Abschied den Tag darauf von Bronin, mit verzweifeltem Händeringen und endlosen Tränenströmen — dann brausten die Kriegslage durch das Land, Holter: ohne Unterlaß jung und alt aus Haus und Hütte und stellten alle Lebensverhältnisft so auf den Kopf, wie man -das nie für inöglich gehalten hätte. Der Schloßbau, die Höfe und Ställe, die Fabriken und' Felder waren in der: nächsten Tagen säst ganz leer und bevölkerter: sich nur langsam und spärlich wieder aus den matten Reserven, die zu Haus geblieben waren wie Erich Wölflin und Waldemar. Diese beiden verkrochen sich in der: hiritersten Park, wie sie sahen, daß alles Mannhafte auszag und nur sie daheim sttzenbleiber: mußten. Gin Gefühl der Wr:t und Scham ballte ihre Faust, ,d,aß die große Stunde, sie zu den Schwächlingen rechnete. Dietrich v. Rothkirch, Gerhard Ladenburg, Herr v. Saar, sämtliche jungen JuspeA- toren, Techniker und Chemiker der Fabriken, fast alle Bauleute standen im Feld und trugen die Zukunft Deutschlands auf ihren Schultern. Und sie — ? Die Zeitungen wurden rnit fiebernder Ungeduld erwartet. Da standen die schlimmsten Nachrichten über die Behandlung der deutschen Reichisän,gehörigen in Feindes^ land. Erich Wölflin zitterte um seine Schwester. Susanne wurde nicht müde, ihn heiter zu stimmen. JU ihren Augen, in denen ein stilles Glück strahlte, fand er Ruhe und Frieden. Unbewr:ßt klammerte er sich daran fest. Immer, wenn er Susanne sah, schwebte ihm eine Frage auf den Lippen: Warun: waren Sie nicht auf Ilses Hochzeit? —■ Was ihm Saar damals gesagt hatte, konnte nicht wahr sein. Er hatte Susanne nun genau kennen gelernt. Und so war es. Als er sie endlich doch fragte und chr die Erklärung Saars gab, lachte sie laut auf. „Ich habe von Herrn v. Saar nie viel gehalten und habe ihn das auch merken lassen. Daß er mir aber solche kindlichen Dummheiten andichtet, hatte ich ihm doch nie zugetraut." „Es wäre also — verzeihen Sie der: derben Ausdruck, gnädiges Fräulein — glatt gelogen, was er mir sagte?" „Natürlich! Wäre Lotte dagewesen, hätte ich Schmet- taus Hochzeit sicher nicht versäumt. Meine Eltern kamen als Gäste für der: jungen Schmettau überhaupt nicht in Frage. Niemals ist darüber auch nur ein Wort gesprochen worden. Es ist doch zu abscheulich." Was hatte Saar ihm rwch alles ins Ohr geblasen! Jetzt wurde ihn: diese Taktik des Direktors klar, ur:d er gab seiner Erkenntnis unwillig Ausdruck. „Aber was hat dies alles für eir:en Sinn?" „Sprechen Sie mit Waldemar darüber. Saar tut nichts ohne Zweck und Ziel." * c (Fortsetzung folgt.) _ — —■ . jiUiU|l8 DOW üÜOCmUliQ • •« Von Alfred Bratt. C U J 5 b toit^er *00 eine Nacht über Land. Ein Dunst tiefroter und fahlgelber Streifen loderte über den Horizont; mit sanften Schleiern senkte die Dämmerung sich auf die leichtgewellte Ebene. Die Luft wurde ftill und heiter, befreit von Staub und Hitze des XU 1 * L- em a . u f ihr gelastet hatten. Ter ruhige, Atem des Abe:ü>s war von einem leisen Hauch durchweht, wie von« , b . en Tag und Nacht, einander ablöserrd, austauschten. Selbst die Geschütze grollten nur spärlich, ver- emzelt und gedampft, als beugte auch ihr Zorr: sich vor dem Frieden der Stunde. In der: langen, fchrnalen, im Zickzack gewundenen .Verbindungsgräberl die z:i der Jnfauteriestellung führten, nne d:e Adern des Herzens, tauchte ein Prozessioü gleUender grauer Spitzen auf: als wanderteu schmale Feldstreifm nnt abendlich verhüllten, nickenden Aehrenköpfen einen geheimrns- waren die feldgrau überzogenen Helmspitzen die schweigend auf die Schützengräben zu- schritteri, um den Nachtdienst anzutreteu. Seitwärts, im Beob- 671 — üchtungsstand des Hauptmanns, der die Stellung befehligte, glomm ein Licht auf. Ein dünner Schein nur, der unsicher flackernd brannte, als wüßte er, daß er nicht von „drüben" erblickt werden dürfe. Als der Hauptmann, der den Nachtdienst hatte, mit gebücktem Rücken über die Schwelle trat, stand der Offizier des Tages von seinem Sitz auf. Er raffte die zerstreut auf dein Tisch liegenden Tienstpapiere zusammen, schob sie zwischen zwei Brustknöpfe seines Uniformrockes und warf den Kopf zurück. Sein Gesicht war unter dem leichtergrauten Haar ^rergisch gebräunt, doch jetzt ivaren die Züge erschlafft von der Abspannung des Tages. „Nichts von Bedeutung", sagte er; dann schritt er hinaus und verschwarrd bald in dem langen Graben, in der Richtung nach rückwärts, dorthin, wo man sich hinwirft mit taumelnden Sinnen, dorthin, wo nian schlafen kann und manchmal auch träumen... Ter Hauptmann B. dreht das kleine Flackerlicht noch tiefer herab und trat dann zwischen die Pfosten des Eingangs, unr die Mannschaften an sich vorbeischreiten zu lassen. Tie Soldaten schritten langsam, Mann hinter Mann, schwer beladen mit all dem, was eine Nacht im Schützengraben erfordert. Sie verteilten sich hierhin und dorthin, stumm, mit selbstverständ- lrcher Sicherheit, wie Schlafwandler. Und bald war jeder an seinem Platz. Tie letzten schlichen den Graben herauf: ztvei „alte Leute" und ein Junger. An der erregten Unregelmäßigkeit seiner Schritte, an den ruckartigen Wendungen des Kopfes, an den neugierig und gespanntblickenden Augen konnte man erkennen, daß es ein „Neuer" war. Er war schlank, mit blondem Haar über einer freien, glatten Stirn, kaum zwanzig Jahre alt. „Hans" . . . „Mein Vater!" . . . Und während von drüben ein neues Donnergrollen erscholl, hohl brummend, mit tiefen Tönen einesetzend, umannte der Hauptmann den Sohn. Ten Sohn, der gekommen war, um heute zum ersten Mal als Mann im Feuer zu stehen. Sie blickten sich in die Augen; — und es war wieder still geworden ringsum, als der Hauptmann sagte: „Halte dich tapfer. Junge!" Sie drückten einander die Hände. Tann glitt der Junge in das Dunkel zurück, das mittlerweile mit undurchdringlicher Schwärze in den Graben gesunken war. Er verdoppelte seine» Schritte und stand bald neben den beiden alten Leuten in der Feuerlinie. Trüben, wo eine im Dunkel noch dunklere, in der Schwärze noch schwärzere Linie die Stellung des Feindes andeutete, erklang es in knarrenden, klfckernden, polternden Geräuschen wie von einem neuen Leben, das erwacht war zum unheimlichen Geschäft der Nacht. Einen Augenblick lang huschte der milchweiße Schimmer eines Scheinwerfers über irrende, unendlich kleine Schatten und eine Hecke stählerner Reflexe; eine Sekunde nur; dann war das Bild wieder verschwunden, überdeckt von dein Mantel der Dunkelheit. Geduckt hinter der Schutzwehr des Grabens, den rechten Arm auf das Gewehr gestützt, kauerte Hans auf einem Haufen staubender Erde. Er blickte um sich. Links von ihm stand ein Landivehr- mann, breit, gedrungen, mit mächtigen Armen, die muskulös herabhingen. Rechts ein Unteroffizier; ein älterer Mann, der em Jahrzehnt lang in Ostafrika gedient hatte. Eine tiefe Narbe lief von seiner Stirne quer über die linke Mange und verlor sich unter den Falten des Halstuches: eine Erinnerung aus den Kolomenen. In weitem Umkreis war sonst nichts zu sehen. Das Dunkel, von keinem Mond erhellt, sog alles auf, Mann und Gewehr und die Umrisse des Grabens. Hans wollte sprechen. Doch eine innere Hemmung hinderte ihn daran. Es schien ihm, als seien alle seine Fähigkeiten, alle Kräfte seines Organismus in den Gehörnerven konzentriert. Er senkte den Kopf und lauschte. Ein Flüstern, ab und zu ein unterdrückter heiserer Laut, ein Kläcken des Riemens an einen: Gewehrkolben, ein Scharren schwerer Stiefel. Das war die Stimme des Grabens, der Wache hielt vor dem Feind. Von drüben — nichts. Ter Hauptmann saß in seinem Beobachtungsstand, die Ellenbogen auf die rauhe Platte des roh zurechtgezimmerten Tisches gestützt. Er starrte durch eine Oeffnung hinaus in die Nacht, die über den Köpfen feiner Soldaten schwebte. Tas Feldtelephon, aab sein Signal. Tie Meldung, daß die rückwärts liegende Batterie das Feuer eröffne. Eine krachende Explosion löste die schwer lastende Stille. Ein gleitendes Pfeifen — mit einem Rauschen und Surren flog das Geschoß über die Köpfe der Mannschaften dem Feind entgegen. llnd gleich darauf ein brüllender Laut von drüben, und ein ebensolches Pfeifen, Rauschen und Sausen fuhr wie Sturmwind heran und hoch über den Graden hinweg. Dar Bann war' gebrochen- nun folgte Detonation auf Detonation, Schuß auf Schul;. Heftige, grollende Töne, dumpfe, kurze Akkorde, da- r ischen das „klack-klack" des Jnfanteriefeuers und das raserrde attern der Maschinengewehre. Es surrte in der Lust, die, von den Gesck-ossen durcheilt, wild aufzustöhnen schien. Hans drückte den fieberheißen Körper an die Brustlvehr des Grabens. Er lauschte diesen selsam frenchen Tönen, die irgend woher kämm und irgend wohin gingen, diesen scharfen, abprallenden, inein- anderbrausenden Klängen des infernalischen Orchesters. Er hob den Kopf und sah die Nacht vor sich, diirchschwirrt von Feuev- blitzen. Er hörte die Musik, er sah die Fackeln des Kampfes, und ein Strom, der glühend durch seinen Körper rann, ließ Uw.sich straff aufrichten und das Gewehr fester an die Schultern! drücken. Er hörte das regelmäßige Knacken der Drücker zu seinen Seiten. Auch seine Finger suchten den Abschuß, er drückte, wieder und wieder, er berauschte sich an diesem leisen „knack-knack", das jedesmal seiner Schulter einen leisen Stoß gab, als sollte es ihn aufrütteln zu immer regerer, immer gesteigerter Lebendig-! keit. Tie hundertfältigen Stimmen des Kampfes wurden zu emem einzigen Schwall von Geräuschen, zu einer Welle, die ihn mit sortriß. Er drückte ab, wieder und immer wieder., Ter Hauptmann starrte von seinem Beobachtungsstand in die feuersprühende Nacht, die über den Köpfen seiner Soldaten schwebte.^ Er wußte, daß sein Sohn vor ihm in der Feuerstellung lag^ Uiw ern warmer Stolz legte sich mild auf seine in Spannung gestrafften Nerven. Tie Wolken hoch droben zerteilten sich und glitten in zerrissenen Fetzen von dannen. Zwischen den tausend Lichtern des frei gewordenen Himmels schwamm die Scheibe des Mondes^ Und unter dem weißen, blendenden Licht traten die Umrisse! des Grabens scharf hervor. Tie Maschinengewehre, die zwischen den Leuten standen, reckten sich wie Spinnen im Mondenschimmer^ Wie starre Fabeltiere erhoben sie sich ztvischen den laut atmenden Soldaten. Tas Duell der Batterie:: hatte nachgelassen. Doppelt heftig ratterte das Feuer der Gewehre. Hans beugte sich mit gestrecktem Oberkörper vor, über die Brüstung hinaus, als sollte der Feuerstrom, der aus dein Graben hem Feind zueilte, ihn! mit sich fortziehen.. Ter Gewehrkolben brannte an seiner Backe. Ter Zeigefinger seiner rechten Hand schien mit dem Abschußdrücker zu einem glüherideii Stück verschmolzen. Er sah nichts mehr, er hörte nichts mehr, er wußte nichts mehr: er gab Schuß auf Schuß. Ter Hauptmann starrte hinaus. Nacht für Nacht saß er hier und starrte durch das kleine Viereck. Nacht für Nacht der übliche Austausch 'von Feuer, Schall und Rauch. Und jeder: Morgen schrieb er unter feinen Bericht: „Jnfanteriefeuer wie gestern^ Nichts von Bedeutung." . . . Stellungskampf! . Aber in dieser Nacht pochten die Pulse des Hauptmanns mit den Entladungen der Schüsse in einem Takt. Tenn diese Schüsse schwirrten um seinen Sohn, der hier draußen lag. Tas Blut hämmerte in seinen Adern, wie die harten Entladungen der Gewehrläufe an sein Ohr drangen. Und Hans schoß; in regelmäßigen Abständen, ruhig jetzt im bereits gewonnenen Gefühl sicherer Uebung. Fernher blaßte der Rmid der Erde in grau-weißlichem Morgendämmern. Ta — ein Schlag! . . . Hans rutschte etwas zurück — ein Streifschuß hatte den Kolben seiner Waffe getroffen. Der Schutzwall vor ihm war unmerklich eingeknickt. Doch er beugte sich gleich wieder vor; er wurde sich dessen nicht bewußt, daß soeben der Tod an ihm vorbeigegangen war. Es wurde heller. Tie Ebene ringsum zitterte in lichten Morgenschauern. Hans streckte den Kopf voran, gierig sog er die laue Morgenluft in seine Lungen. Und jetzt — rr* ■St ein > zweiter Schlag, heftig, aber ganz kurz, geradezu unwahrscheinlich kurz, wie der Traum eines Augenblicks. Hans spann: die Finger fester um seine Waffe, als müßte sie ihm als Ha' _ dienen. Ein starrer Griff; dann entfiel das Gewehr seinen schlaffes Händen. Er schloß halb die Augen, in der Empfindung, daß all die lichten, flatternden Morgen streifen um ihn wallte:: und ihn umhüllten. Durch den Spalt der Lider erblickte er knapp vor sich ein wetterhartes Gesicht. Er sah ganz deutlich eine Narbe, die von der Stirn quer über die linke Mange lief und in den Falten des Halstuches verschwand. Es war der Unteroffizier, der sich über ihn beugte. Hans blickte ganz fest auf die Narbe, die zu glühen begann und sich in eine feurige Spur vertvandelte. Unverwandt sah er dieses Glühen, es flimmerte vor seinem flackernden Blick Dann drehte sich alles in feurigen Kreiser: — und bcuui sah er nichts mehr. Ein Unteroffizier trat in den Beobachtungsstand; „Ein Toter, drei Verwundete," sagte er zu dem Hauptmann, die Hände an die Hosennaht gelegt. Ter Hauptmann fuhr auf. Ein Toter?! . . Er riß sich zusammen und nickte wortlos. Ueber die vom Morgenthein gerötete Schwelle zwischen der: hölzernen Pfosten trat 'dfir Ordonnanzsoldat. Er karr:, um den Nachtbericht des Hauptmanns zu holen. Ter Hauptmanr: blickte auf die Uhr —> 5 Minuten vor echs. Um sechs Uhr mußte der Bericht abgeliefert tverden. Er beugte sich über die ungehobelte Tischplatte und schrieb mit schwerer Hand; „Stellung 13. Sechs Uhr morgens. Ein Toter, drei Verwundete. Jnfanteriefeuer wie gestern. Nichts vor:." Er blickte auf und lvandte sich mit einem Ruck um: draußen schlürften Schritte. Und in der morgenhellen Oeffnung zwischen den beiden S ten erblickte der Haupttnann den Toten, den zwei Mann eitrugen. Es war sein Sohn. Eine krampfartige Bewegung stieß den Hauptmann einen Schritt vor. Aber dann ging ein Ruck durch seine schwere Gestalt: ein Blick siel auf die Ordonnanz, die wartend dastand, und auf die Uhr, die auf den: Tisch lag und eine Minute vor sechs zeigte. Stumm, einen aschgrauen Schatten über Stirn und Augen, wandte er sich wieder den: Tisch zu. Und während die schlürfeird-cm Schritte der Träger verhallten, schrieb der Hauptmann unter den unterbrochenen Bericht; „Nichts von Bedeutung". Und mit einer Hand, deren Beben ein eisenharter Wille zu meistern vermochte, reichte er das Blatt der Ordonnanz hin. . . Vermischter. 'NotstandSarbetten i nFran - öfif ch-L o t h r i n g en. Wie unsere Regierung in Ostpreußen, so hat es sich auch die französische Regierung angelegen sein lassen, die Wunden, die der Krieg dein sch>r>er heimgesuchten Französisch-Lothrtngen geschlagen hat, nach Möglichkeit zu heilen. Sie hat vor altem die ackerbauende Bevölkerung unterstützt und an die uotleibeubea Weinbauern 9361 Kilo Knpsersulsat, 3290 Kilograrnm Natriumcarbonat und 964 Kg. Schwele! verteilen lassen. Ten Bauern sind 35 Pflüg«, 26 Eggen, 2 Walzeil und 22Ü Pierde überlassen worden. An Saaten wurden 67 500 Kg. Frühgetreide, 200 600 Kg. Hafer, 62 400 Kg. Gerste, 8 784 Kg. Klee, 4 659 Kg. Luzerne, 855 650 Kg. Kartoffeln, 11177 Kg. Zuckerrüben, 256 376 Kg. freu und 209 775 Kg. Futter- Haler verteilt. Da eS au Arbeitskräften fehlte, hat die Militär- Verwaltung zur Einbringung der Ernte Soldaten und Pierde gestellt, und auf diefe Weise ist es gelungen, die Felderiräguiffe einzubringen- Heu geerntet umröe bis in die Porpostenlinie hinein, da sich dazu Freiwillige fanden. Dauernd mangelt es nur an Pferden, ein Uebelftand. der durch Eiuiührung . von Ochsen ab- gestellt werden soll. Für die Flüchtlinge aus den besetzten Teilen des Meurthe- und Moseldepartements wird vorzugsweise tu Nancy gesorgt - von den 25 044 Personen, die ihr Heim verlassen mußten, erhalten 14 007 eine Unterstützung und 2987 sind m zwei Nancyer Kasernen untergebracht worden, wo sie oud) verpflegt werden. Für die Kinder der Flüchtigen sind in der Molitorkaserne elf Klassen, in der Tronot-Kaserne sieben Klaffen eingerichtet worden; die Kinder zwischen 13 und 17 Jahren erhalten Ergänzungsunterricht, 47 sind als Lehrlinge in die städtischen Werkstätten eingereiht worden, einige besuchen die Landww:schastsschnle in Tomblaine. Die Mädchen werden in einer franshaltungsschnle ausgebildet, während die Frauen Heimarbeit gefunden haben oder in den in beiden Kasernen errichteten Werkstätten tätig sind. * A e p f e l e r u l e u »: d A e v s e l w e i >: in Frankreich. Das französische Nationalgeträiik ist der Wein: unter allen Völkern der Erde ist der Fraiizose als der stärkste Weintrinker bekannt. Neben dem Wein spielt aber auch der Apfelwein oder Zider als Bolksgetränk eine ivichtige Nolle. Ter Anban des ApfelbatiitteS erreicht in Frankreich feinen größten Umfang in den Küstenlandschaften deS NordwestenS. wo die Rebe nicht mehr gedeiht, in der Bretagne, der Maine, der Normandie und Picardie. Allein im Departement der unteren Seine beläuft sich die Ernte an Aepseln und Birnen im Mittel auf 4 Millionen Hektoliter im Jahr. Je nach dem Ausfall der Obsternte tveist die französische Apfelwein erzeugung in den einzelnen Jahren ganz bedeutende Schwankungen aus. Im Jahre 1907 wurden nur 3 360 000 Hektoliter, tm Jahre 1904 aber fast 41 'Millionen Hektoliter, also mehr als der zwölffacbe Betrag im Durchschnitt der fünf Jahre 1903—12 etiva 16,4 Millionen Hektoliter Zider erzeugt. Der Jahreswert der französischen Zidersabrikaiion beträgt 100 bis 20) Millionen Franken. Auf den Kops der Bevölkerung berechnet, ergibt sich ein Jahres- ^verbcaud) von reichlich 40 Liter Apfelwein. Die Stellung, die in j$Xanfreicf) der Apfelwein neben den anderen alkoholischen Ge- tranken einnimmt, läßt der folgende Vergleich erkennen: Der _Jahresverbrauch des Franzosen an Wein beläuft sich auf etwa 140 Liter, an Bier auf 31 Liter, an Branntwein aus 6 Liter. Wesentlich anders geartet isi der Bedarf des deutschen Volkes an berauschenden Getränken. Weitaus an erster Stelle steht bei uns das Bier mit zienilich genau 100 Liter für den Kopf und das Jahr! dagegen stellt sich unser Jahresverbrauch an Wein noch tlicht auf 5 Liter, an Branntwein auf rund 3 Liter. A il ch eine K r i e g s l ü g e. Die Kunde von der glücklichen Rückkehr Prof. Erland Nordenskjölds aus der unerforschten frylaea Südamerikas ist schon länger bestätigt worden. Aber über dem Schicksal seiner umfangreichen Sammlungen, die vor allen: das Gebiet der primitiveil Jiidianerknltilr umfaßten, blieb eln geheimnisvolles Dunkel. Sie waren zu gutem Teil gleich nach Ausbruch des Krieges ve:ffch wunden. Nordeiiskjöld halte sie den Amazonenstrom hinabgesandt und es hieß später, sie wären mit dem von der .Karlsruhe* versenkten Dampfer r £a France* rmtergegangen. Indessen zeigt sid) jetzt, wie die .Deutiche Rundschau für Geographie- mittelle,: kann, daß 4>ie wissenschaftlich so wertvollen völkerkundlichen Schätze überhaupt nicht an Bord irgend eines Schiffes gelangt sind, sondern unbeachtet in einem Güterschuppen in Porto Be!ho am Rio Madie, einem Nebenfluß des Amazonenstroms, ihrem langsamen Verderben entaegenschlnmmerten bis >,e noch rechtzeitig' durch Zufall entdeckt wurden. Cie sind nunmehr in Gotenburg eingetroffen, ,vo sie dem Museum ein- verleibt werde»!. Ein großer Teil der Sammlungen liegt übrigens noch in Bolivia, wo sie Bros, Nordenjkjold selbst einem deutschen Handelshause zur Aufbewahrung übergeben hat. Die Erzählung von der Versenkung der kostbaren Sammlunqen bnrcf) den deutschen ■S’.renaev war eben wieder eine Kriegslüge unserer Feinde, die bei den Neutralen Eindruck ,nachen sollte. ' / russische Fleischexpedition in die M o n - 0 o l e i. Tie schwten e Frage der Fletichveisorgnng in Rußland to., neuerdings, wie die .Rjetsch* mitteilt, durch eine Expedition m ie Mongolei einer Lösung entgegengefnhrt werden. An der ^-plye der Expedition, die im Austrage der Regierung unternommen ^srd, steht Hauptmann P. K. Kosloiv, der als guter Kenner mongolischer Verhältnisse gilt. Die Expedition »»ahm einen längeren Aufenthalt zuerst in Irkutsk, wo mit Sachverständigen und einer mongolischen Abordnung Beratungen abgehalten »vurden. Aus denselben ergab sich die Tatsache, daß 75 000 000 Stück Kleinvieh Mid 15 000 000 Stück Hornviehznm Ankauf in der Mongole: vorhanden seien. Durch Maffenauflräge an die mongolischen Viehhändler soll n"" &er drohenden Fleischkrisis in Rußland vorgebeugt werden. Wie groß d^e BefürchtiUigen in dieser Rid)tii»ig sein niüssen, beizeiten die energisdien Maßnahmen, die die russische Regierung zur Verwirklichung dieses Planes vorgesehen hat. Als DlspositionS- pnnkt für die Durchführung der Massenaiisträge ist die Stadt Urga gewählt. Von dort ans werde»: die Te»l»iehnier der Expedition die Richtlinie»: bcfomnten, nach weldie,: Gegenden der Mongolei sie sich zu begeben haben. Mit Kommissionären und Biehindnstriellen lolleil bestimnite Verträge abgeschlossen werden :md die Ankäufe a:if allen Jahrmärkte»: der Mongolei erfolge»:. Die Verkäufer sind verpflichtet, direkt an die Expedition das Vieh abz»»geben, damit jeder Zwischenhandel und jede künstliche Preissteigerung, rvie sie sonst in der Mongolei häufig eintritk, a»»sgesd)altet »verde. Mitte Dezember soll diese Fleischkamvagne ihre»: Abschluß finden. Gleichzeitig ist das russische .Mtnisteriun: für Haiidcl und Industrie eifrig bestrebt, z»i verhindern, daß die enormen Erträge für das Vieh in die Hände der Chinesen stieße»:, die jetzt die Mongolei: mit allen Bedarfsartikeln zu versorge,: bemüht sind. Zu diesen: Zwecke »verden die russischen Fabrikanten ermuntert, ihre Erzeugnisse, namentlid) Stoffe, soivett sie vorrätig oder rasch herstellbar sind, nach de»: mongolische»: Märkten zu exportieren. Der e >: g l i s ch e P i a »: o h a n d e l und d e r K r i e g. Alle musikalische»: Kreise in England werden natürlich von dem Kriege mehr oder weniger schiver betroffen; eine Ausnahme bilden jedoch die Ptanohändlcr in denjenigen Städten, wo sid) MunitionS- ober andere Kriegswerkstätten besi»:den. Soiveit diese Geschäfte früher Pianos absetzten, geschah dies in: allgemeinen nach den: bekannten Abzahlungssysteme. Jetzt trete»: die Kunde»:, die Pianos zu erwerbe» wünschen, l e: ihnen mit »vohlge'pickten Börse»: an und zahlen die Preise gleich bar. Gewünscht »verden natürlich vor allen: fteinc Instrumente — und das ist in: Sin»:e der J»:tereffen dieser Kaufleute eben das Leiden. Denn der Vorrat daran ist nicht groß und die Herstellung von Pianos kleinen Maßes ist gegen- »vältia infolge d.s Krieges in England sehr beschränkt. Die Folge ist, daß die Piai:ohä»:dlec eifrig im La»:de herumreisen und sich überall cinsinde»:, wo etiva kleinere Instrumente versteigert werden. Besonders frühere Pensionsinhaber sehen sid) dazu häufig genötigt, »veil die Fremden jetzt natürlich ganz ausbliebe»:. Man sieht, eS gilt auch hier d»e alte Volksweisheit: was den: einen sin Uhl, ist den: andern sin Nachtigall. Büchertisch. — Deutsche Heerführer in großer Zeit, von Walther Stein (Her.nani: MontanuS. Verlagsbuchhandlung, Siegen und Leipzig. Jeder Band 2 Mk.). Erster Dreißig-ausend- Truck. — Verleger und Herausgeber haben mit diesem Bande einen g»»ten Griff geta,:. In einer knappe»: Einleitung gibt der Verfasser en: warm empfundenes Lebensbild, vielfach nach wertvollen M»t- teilunqei: der beteiligten Kreise unserer Feldherren, »nährend et,va 200 Bilder, die zun: überiviegenden Teil ans Familienbesitz zur Verfügung gestellt »vurden, die einzelnen Lebensstnfen vor Augen führen Diese Bilder, technisd) aufs vollkommenste »viedergegeben, zeigen unseren großen frindenburg, Mackensen, Heeringen undKluck, Bülow und Einen:, Marwitz und Francois, Eminich, Beseler und wie sie alle heißen, als Knaben, Gymnasiasten und Kadetten, in der anssteigenden Linie des jungen Offiziers als Leutnant, Haupt- ma»:n, Major, als Divisionär, kommandierender General. Armeeinspektor oder Minister ans den: Manöver,elde, bei Begegnung mit Seiner Majestät und in der großen Aufgabe der Gegenivart. Tie Kunstbeilage zeigt den General v. Beseler, dessen Verdienst die Neugestaltung unserer .Genietruppen i i und der mit der Einnahme von 'Antwerpen Ingenieur, Mathematiker und General i>: idealer Weise vereinigte. -- Causchrätse!. Bach — Eickel — Bäte — Feder — Ost — Bad — Jahn — Hase — Wand. Die Anfangsbuchstaben vorstehender Wörter sind mit anderen Buchstaben derart z»l vertausche»:, das; man ebenso viele neue Wörter erhält, deren AiHangsbnchstaben den Titel eines Schillerschen TramaS ergeben. (Auflösung in nächster Nuinmer.), Auslösung des Kreuzrätsels in voriger Nummer: 8 8 8 8 o 8 c 8 c c h 1 i i f 6 b b n g e u e n g n n Schriltleitung ^a. Goetz. - Rotationsdruck und-Verlag der Brühl'schen Utüversitäls-Buch. und Steindruckerei. R. Lenge, Gießen