Sietzener Anzel erschernt täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sießener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschluͤsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleß l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. me von Anzeigen für die Tagesnummer Wunderbar find wir gestellt worden. Die alte We und Woge am 1. einer schnellen, stürmis Anker lösten und hinausf alle nicht kannten. Ein J. unsere Fahrt ist noch nicht z fernen Umrissen unser Ziel, vorübereilenden Wolken ver dem Tag, da wir wieder haben werden, da wir nicht kennen, sondern auch in sei verlieren können. Wir dürfen iedes, keine geräuschvolle E Hafen des Fri 1 4 so fehlte uns noch chaulichkeit. Bunt gemischt lie Kriegsjahres vor un Stimmen der kämpfenden Völker erstickend ist noch die Atmosphäre Weltkrieges. Wir wollen nicht aufzählen, gewonnen haben, über welche Angriffe wir triumphieren durften, wieviel Schiff und welche bitteren Enttäuschungen un Denn noch sind wir nicht am Ende! Di Künstlerin, sie wird die heute noch in vi übersehbaren Gemälde vollenden, umr Gemüter damit erschüttern, Abstand gewonnen haben. Di Erinnerung an das in diesen unge tung gilt, wir mit Und dieser freudige nationale Geist erfüllt den heutigen Crinnerungstag, dringt aus allen aus Schützengräben und Marschkolon höchsten Reichsstellen, die unsere Die vereinzelten internationalen Bernstein, Kautsky, Liebknecht, bemühen krutierungen in ihrem Sinne zu vera kommt der neue stolze und tatenfrohe Geltung als in dem deutsch-amerikanischen Taktik der U-Boote. Da schaftlicher Wille bemer Forderungen des Präsid Ablehnung zu beantwo rechnung mit England, dem schuldigsten all ist jedem Deutschen eine eiserne Notwendig Wir haben in die erlitten. Aber Trauer und We wurden überströmt von der Wahrheit hat an der Seite Deu angetreten. Für uns ist der Jahresta gegenüber keine beneidenswe vielleicht demnächst Hindenburg de aller Reußen nennen. ., Die Ermahnung Volker und ihre Führer, * n 165. Jahrgang ner An General⸗Anzeiger für O bis vormittags 9 Uhr. Kotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ 2 jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— vierteln; jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- 7 schriftleiter: Aug. Goetz. und steindrucerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulftr. 7. Bet, fannt Eine Jahreswende! wischen zwei Welten hinein⸗ t verklang, als Sturmgebraus August 1914 das Deut Fahrt übergaben, al egelten in eine Fremde, die wir ist drüber hingegangen, und u Ende. Wohl sehen wir in dann aber ist es wieder von. fehnen uns nach nter den Füßen nur des neuen Landes Buchten de inneren Täler uns friedlich heute, am Jahrestag des Ab- Feier rüsten. Denn wir sind ch fern, und wären wir auch auf eine lange Zeit die Be⸗ bruchs veröffentlich scheint man aus i erster Linie an di die Schuld am K t wurde(siehe 2. Blatt!), wendet sich, das hrem Wortlaut entnehmen zu sollen, in e Feinde der Zentralmächte. Diese haben riege und damit auch die suchung der Landstrecken, auf 0 ten abspielen. Vom rein men ist der päpstliche Brief eine erschü piegelt das Empfinden wider. Menschen bei der schrecklichen To Herzen trugen, ohne daß es in ih zu ändern. Wir fürchten, wird den Verlau nicht aufhalten o päpstliche Ermahnung etwa die v Paris, Petersburg und Rom frevelhaft das nu Sache sei. Die it liche Mahnung in einer unhö e N iber den 12 ern nüber ein größeres Re We, etwa in Deutschlan Tat„noch nicht“ Verantwortung denen sich die schlichen Standpunkt aus tternde Kundgebung; er das Millionen fühlender desernte bisher immer im rer Macht stand, die Dinge ingreifen des Papstes n Auseinandersetzung Es sei denn, daß durch die erantwortlichen Männer in sich belehren ließen, wie reiten für ihre verlorene Presse bespricht die päpst⸗ flichen und abweisenden rwiegend latholischen Län⸗ cht, seinen Rat geltend zu d, wo die Mehrheit in der er in allen Dingen berzeugung, daß der aktisch eine größere wenn er durch seine Autorität g in Rom entscheidend ein⸗ „ so dürfen wir mit dem so unsinniger, frevelhafter Krieg und Sonnino? Der Papst hat gesucht, aber vor dem letzten ickgebangt. Er hätte nämlich 0 le moralischen Gebote die id die Leiden der Welt unnütz önnen. Praktisch würde damit us zwar nichts Entscheiden⸗ als nichts geschehen sein. Der wohlberechtigten e i genen g seiner Residenz Abstand ge- hüllt, und wir festen Boden u Ff der weltgeschichtliche der umwenden. tzlose Weiterst alienische gen die farbenreichen Geschehnisse des verworren klingen die an unser Ohr, heiß und dieser Jahreswende des welche Siege wir und Machenschaften e wir versenkt haben sere Feinde erlitten. Zeit ist eine große elen Stücken un⸗ ahmen und unsere wenn wir den erforderlichen as deutsche Volk wird in der gestern und heute verklungene Welt- in allen Zeiten noch manche erhebende ssen wir: einig und dem päpstlichen Weiß zu folgen geneigt ist. Wir sind der Ue Friedensgedanken pr eben hätte, Vatikan dem Förderung ge, auf seine unmittelbare Um, gewirkt hätte. Wurde jemals Reichskanzler sprechen, ein eführt, wie von Saland as Unheil zu verhindern Schritte doch schließli von dem Lande, das Kriegsfackel entzündete vermehrte, sich abwend für die Wiederkunft de des, aber doch Papst hat als Hüter sei Interessen von einer V nommen. Aber die sch der kämpfenden Groß Friedens noch lebhafter vo wägungen sich leiten lasse humanen Ge bei der Abfaf man auch an silbernen Kugel „denn so viel wi unser Wille und unsere Zuversi stärker und freudiger gewesen Wix sind nicht m die M 1914. Ker Deutsche 2 Volke ruhten. Nun ha t, zu siegen, sind niemals politischen Er⸗ die so beweglichen t, die den Papst iteten, so könnte das bekanntlich durch seine Druck auf seine dienstferti— erlängern möchte, aber ein steinernen Händlern kaum ie Waffe unserer U-Boote besseres Mittel, das Insel⸗ n ausschließlich N n. Wenn man sichtspunkte weiter verfolg sung seiner Kundgebung le England denken, n und mancherlei gen Bundesgenossen den Krieg v moralischer Appell wird bei den etwas ausrichten. Wir halten d für ein praktischeres und darum volk zur Vernunft zu bringen. Daß Deutschland im den Oelzweig erhebe, ist unmögli Kundgebung der Genossen Haase, kundig geworden. Selbst die demokratie lehnt ein s den Friedensschluß Ergebnisse des Krieges ni deutsche Volk hat seinen daß ihm mit einem faulen Große Schwierigkeiter räumt werden, bis an Friede ernst nn. Noch verlan den Rhein als Gre noch ist England weit entfernt, erfolge so weit zu achten, daß es eständnissen abfindet. D entschlossen und stark cher; auch gegen solche, em falschen Friedensideal deutschen Volkes in der größte Gewinn gebracht hat, an d Häusern und Hütten, nen bis hinauf zu den Führer im Kampfe sind. „Deutsche“ um He ich vergeblich, Re⸗ stalten. Nirgends Geist stärker z Konflikt über die war nur ein einhelliger, leiden⸗ chen, mißgünstigen einer entschiedenen gründliche Ab⸗ r Kriegshetzer, jetzigen Zeitpunkte zuerst ist bei der bekannten Kautsky offen⸗ Mehrheit der de olches Verlangen ab. Will der so darf er über die bishe cht einfach hinweggehen. Willen deutlich ausgesprochen, cheren Frieden nicht ge⸗ ssen aus dem Wege tlich gedacht werden zialisten, wie Hervs, utschland und Frankreich, die deutschen Kriegs⸗ sich mit unabänderlichen er 1. August 1915 findet Deutsch⸗ gewappnet gegen seine Wider- die aus Maulwurfsgräben mit winken. Die Einigkeit des seinen allgemeinen großen „den uns das abgelauf em wir uns nichts ab kbar, die parteili enten Wils on mit rten. Ungehemmte, gen französische So nze zwischen De ene Kriegsjahr bröckeln lassen Berlin, 31. Juli. Zu dem Friedensaufruf des Papstes schreibt die„Kreuzzeitung“: die in diesem Aufruf so eindringlich ausgesprochen werden. Allein erst in den letzten Wochen noch haben zahlreiche Aus- lassungen unserer Gegner über die Kriege verfolgen, gezeigt, daß der vom austausch einstweilen zu keinem Ergebn lich auch wir die Opfer empf noch kosten wird, wir müsser vergebens gebracht sind. Berlin, 31. Juli. einem Berichterstatter des Rüstung ist nach Ablauf des ersten Ki Alles Geld, das der Krieg erfordert, wir zu verzweifelten Kunstmitteln Staaten. Die dritte Kriegsanleihe, kommen wird, wird ebenfalls ein der englischen Kriegskosten auf drei Millionen Pfun pro Tag ist bereits überholt. As, Unterhaus gesagt, 3,2 Millionen P nicht, denn ich Wer teilte nicht die Ziele, die sie mit diesem Papst angeregte Meinungs⸗ is führen kann. So schmerz⸗ inden, die die Fortsetzung des Kampfes sie tragen, damit die bisherigen nicht g des Kriegsausbruchs kein n unsere Feinde sich die m englischen Unter⸗ esprochene Rede des Staatssekretär Helfferich erklärte Unsere finanzielle riegsjahres ungeschwächt. wird aufgebracht, ohne daß greifen müßten wie andere die im Laufe des September Erfolg werden. Die „Pester Lloyd“: aum noch Eindruck gen, unseres Glückes quith hat vor einigen Tagen im daß sich die Ausgaben für einen Tag auf fund Sterling berechnen lassen. Ich neide ihm das and nicht den Ehrgeiz, Eng⸗ den ersten Platz streitig machen habe für mein Vaterl, land in Bezug auf die Kriegskosten des Papstes an die kriegführenden Samstag, 31. Juli 105 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ Verantwortlich für den 5 politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; — für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; Lublin erobert! g Neue Offensive der deutsch⸗oͤsterreichischen Südfront. Die Russen räumen dort ihre Stellung auf der ganzen Linie. (TB.) Großes Hauptquartier, 30. Jul (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. 5 Bei Perthes in der Champagne wurden von beiden Flankierungsgraben nordwestlich des Ortes zerstörten. a Im Priesterwalde brach ein französischer Angriff Artillerie vor unseren Hindernissen zusammen. In den Vogesen griff der Feind geftern nachmittag erneut die Linie Lingekopf—Barrenkopf an. Die Nahkämpfe um den Besitz der Stellung sind noch nicht abgeschlossen. weienglische Flieger mußten nahe der Küste auf dem Wasser niedergehen und wurden gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Trupben der Armee des Generalobersten v. Woyrsch 1 haben am frühen Morgen des 28. Juli den Weichselüber⸗ an mehreren Stellen erzwungen. Auf dem öst⸗ lichen Ufer wird gekämpft. Es wurden bisher 800 Gefan⸗ 1 Nu 1 9 r St 1 0 Guf d ganze Linie. Sie halten nur noch nördlich von Gr ub eszo Oberste Heeresleitung. 8 J Berlin, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) In dem Kriegsschauplatz, erster Absatz, hat sich ein Druckfehler ein⸗ geschlichen. Es sind nordöstlich Suwalki nicht 2910, son⸗ dern nur 210 Gefangene gemacht worden. 165 Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 30. Juli 1915 mittags. 3 Russischer Kriegsschauplatz. 5 35 Nach einer mehrtägigen Pause sind gestern zwischen den Weichsel und dem Bug die Verbündeten wieder an der ganzen Front zum Angriff übergegangen. f 1 Westlich des Wie prz bis in die Gegend von Chmiel wurde die feindliche Front in einer Breite von mehr als 25 Kilometer durchbrochen. Das österreichisch-unga⸗ rische 17, Korps nahm nördlich Ehmiel nach fünfmaligem Sturm die russischen Stellungen. Deutsche Truppen erkümpf. ten abends die Linie Piasski— Biskupice und die nordöstlich von Krasnostaw und Woyslawice drangen die verbündeten Heere in die feindlichen Linien ein. a Heute früh traten die Russen an der ganzen Front den Rückzug an, wobei sie alles verwuͤsten und selbst das Getreide auf den Feldern verbrennen. Unsere Ver⸗ folgung ist im Gange. l. 3 Nordwestlich von Jwangorod und beiderfeits der Radomka- Mündung wurde am 28. früh unter schweren Kämpfen an mehreren Stellen der Uebergang über die Weichsel erzwungen. Deutsche und österreichisch⸗ Gelegenheit, wieder Beweise hervorragender Tüchtigkeit und opfermutigen Pflichtgefühls zu geben. Am oberen Bug nahmen die Verteidiger des Brückenkopfes von Sokal ihre Südostfront vor dem An- griff überlegener Kräfte um einige hundert Meter zurück und in Ostgalizien unverändert.. Italienischer Kriegsschauplatz. Die im Görzischen am Plateaurande noch andauern⸗ den italienischen Angriffen sind vereinzelt vergebliche Vor⸗ stöße feindlicher Abteilungen, die sich gegen die vorspringen⸗ den Stützpunkte unserer Stellungen richten. So versuchten östlich Sagrado und bei Redipu glia italienische Trup⸗ pen, weiter Raum zu gewinnen; sie wurden durchweg ab⸗ gewiesen. Besonders um den Monte dei But der fest in unserem Besitz ist, mühte sich der Feind vergebens. An den anderen Teilen der Front im Südwesten hat sich nichts Wesentliches ereignet. Am Plateau Cor⸗ mons wurde in den letzten Tagen ein italienischer Flieger durch den Volltreffer einer Ballonabwehrkanone abgeschossen. Pilot und Beobachter wurden unter den brennenden Trümmern des Flugzeuges tot aufgefunden. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Die Italiener hatten kürzlich auf dem von uns ie zum Jahrestag des Kriegsaus⸗ militärisch nicht besetzten Eiland Pelagosa eine Fun kenstation errichtet. Am 28. Juli wurden die Stations. 5 2 2 ²˙ 5 1 Seiten Minen gesprengt, wobei wir einen französischen beiderseits Croir⸗des⸗Carmes im Feuer der Infanterie und gestrigen Bericht vom Großen Hauptquartier vom östlichen Bahn östlich davon. Auch bei Kowola und Belsyee ungarische Pioniere fanden unter schwierigsten Verhältnissen wiesen dort weitere feindliche Angriffe ab. Sonst ist die Lag, gebäude derselben von einer Gruppe unserer Torpedofahr⸗ zeuge durch Geschützfeuer zerstört und der Gittermast um⸗ . gelegt. Hieran anschließend wurde zur Feststellung der Zahl 9 der feindlichen Besatzungen ein kleines Landungsdetachement Aunserer Torpedofahrzeuge zu einer scharfen Rekognos⸗ zierung auf das Eiland gesandt. Dieses drang ungeachtet des heftigen Widerstandes über einen feindlichen Schützen⸗ graben bis zu den stark besetzten betonierten Verteidigungs⸗ anlagen der Italiener vor und brachte diesen, unterstützt durch das Artilleriefeuer aus unseren Fahrzeugen, bedeu⸗ tende Berluste bei. So fiel u. a. der Kommandant der italienischen Besatzung und ein zweiter Offizier. Nach der erfolgreichen Rekognoszierung kehrte unser Detachement trotz der großen Uebermacht des Gegners ohne erhebliche Berluste wieder auf die Fahrzeuge zurück. Feindliche Unter⸗ seeboote lancierten vergebens mehrere Torpedos gegen unsere Einheiten. N Flottenkommando. Wien, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlauthart: 30. Juli, 8 Uhr abends. Unsere Kaval⸗ lerie ist heute kurz nach Mittag in Lublin eingerückt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Englische Stimmen über die Lage im Osten. London, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der militärische Mitarbeiter der„Times“ nennt den deutschen Feldzugsplan gegen Ruffland ein hervorragendes Meisterstück der Kriegsstrategie, einen Einschließungsplan nach dem Muster der Einschließung der Russen durch die Japaner bei Mukden. Wenn eine nördlich des Riemen in der Richtung der Entscheidung sich nähernde Armee nicht kräftig und schnell abgewehrt wird, wird sie nach Wilna zu a marschieren trachten und sich dort quer vor die Rückzugswege der Russen stellen. Das sei das gefährlichste Manöver, das seit Kriegs- beginn gegen Rußland unternommen worden sei. 5 London, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Petersburger Korrespondenten Londoner Blätter bestätigen, daß Ruß⸗ land am Vorabend der Entsscheidung stehe, wenn diese nicht schon gefallen sei. Alle stimmen in der Annahme überein, daß Warschau unmittelbar vor dem Falle stehe. London, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die„Times“ meldet aus War- schau vom 25. Juli: Die heutigen Nachrichten sind unbe⸗ friedigend. Wie verlautet, haben die Deutschen den Narew u überschritten und sich auch im Süden ein⸗ . 7 Der Feind ist nicht sehr weit entfernt. Man sieht den Zeuerschein brennender Dörfer. Selbst Optimisten sind der Ansicht, daß die Räumung Warschaus nur mehr eine Frage von Tagen ist. Zu betonen ist, daß die Russen aus ihren Stellungen nicht vertrieben werden können, sondern ssich lieber zurückziehen, als daß sie eine Schlacht— auf die sie ungenügend vorbereitet sind, so daß eine Nieder⸗ lage entstehen könnte. Man glaubt nicht, daß es in der Nachbarschaft Warschaus zu Kämpfen kommt. Wahrschein⸗ lich werden zwischen chau und der neuen Front nur Rückzu fechte stattfinden. Das Postamt wurde heute geschlossen. Die Beamten haben die Stadt verlassen. London, 31. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Peters⸗ burger Korrespondent der„Morning Post“ weist darauf hin, daß Rußland beschlossen habe, die Warschauer Be⸗ festigungen und die Weichsellinie zu räumen und zu verhindern, daß die Deutschen die russische Front diaurchbrechen. Diese Taktik findet die Billigung der Verbündeten, da die letztere Möglichkeit alle anderen erwägungen in den Hintergrund drücke. 8 1 8 1 Die Kriegslage an den Dardanellen. Konstantinopel, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier gibt bekannt: An der „ Kaukasusfront dauert die Verfolgung des Feindes auf unserm rechten Flügel fort. An der Dard anellenfront am 29. bald schwaches, bald heftigeres Artillerie- und Infan⸗ terieseuer auf beiden Seiten. Unsere Artillerie traf ein Flug⸗ zeugmutterschiff vor Ari⸗Burnu und nötigte es, sich zurückzuziehen. Sie bewirkte ferner eine von Explosionen gefolgte Feuersbrunst hinter den feindlichen Schützengräben ber Sedd⸗ül⸗ Bahr. Unsere anatolischen Batterien be⸗ schossen die feindlichen Truppen in der Gegend von Tekke K Burnu. „Kristiania, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der mili⸗ tärische Berichterstatter don„Morgenbladet“ schreibt über die Kriegslage an den Dardanellen: it dem großen Angriff der Alliierten vom 4. bis 6. Juni fanden offenbar nur bedeutungslose örtliche Gesechte und tägliche Beschießungen statt, 1 ohne daß die Alliierten die geringsten Fortschritte gemacht haben. Offenbar aber beschossen die türkischen anatolischen Batterien die feindlichen Stellungen mit guter Wirkung, obwohl weder die englischen noch die französischen Berichte davon meldeten. Da aber die Kriegsschiffe der Alliierten in letzter Zeit diese Batterien aus weiter Entfernung beschossen, müsse deren Feuer doch lästig 5 3 sein. Bei Tabatepe, wo Australier und Neuseeländer kämpften, sei überhaupt kein Fortschritt zu verzeichnen. Bei Sedd⸗ül⸗ Bahr sei der äußerste Punkt, den die dort kämpfen⸗ den britischen und französischen Kolonialtruppen erreichten, nur fünf Kilometer von der ursprünglichen Landungsstelle ent⸗ fernt. Nach dem, was As quith selbst* habe, hätten diese fünf Kilometer den Briten 45 000 un gekostet, also jeder Kilometer 10000 Mann, oder zehn Tote, Verwundete und Gefangene auf den laufenden Meter, anders ausgedrückt gegen 600 un täglich während voller drei Monate. Hierzu rechne man alle untergegangenen und beschädigten Kriegsschiffe, sowie die französischen Verluste, die nicht bekannt gegeben worden sind. Es werde klar, daß die Alliierten sich auf ein äußerst kostspieliges Experiment eingelassen hätten. 2 1 2 Die Beschießung von Reims. Berlin, 31. Juli. Nach Pariser Meldungen wurde 5 Reims am Montag den ganzen Tag mit 10- und 15⸗Ztm.⸗ Granaten und Brandbomben heftig beschossen. Im ganzen wurden 600 Geschosse gezählt. In der Stadt ent⸗ standen viele Brände; qich die Kathedrale soll mehr⸗ mals getroffen worden sein. Die Beschießung der Stadt wurde am Mittwoch und Donnerstag mit geringerer Hef⸗ tigkeit fortgesetzt. In der Nacht zum Freitag war das Bombardement wieder furchtbar. Eine große Anzahl Men⸗ schen wurde getötet und ungefähr 300 Häuser wurden zerstört. Maßregelung der„bloßgestellten“ belgischen Diplomaten? Berlin, 31. Juli. Wie die Morgenblätter wissen wollen, verlautet, daß die Demission des belgischen Gesandten in Paris, Baron Guilleaume bevor- stehe wegen der in der„Norddeutschen Allgemei⸗ nen Zeitung“ veröffentlichten Depesche vom 16. Januar „2 3 * J ö * und Delcassé auf König Albert eingewirkt, die Entlassung des Gesandten einem späteren Zeitpunkt vorzubehalten. Die Belgier soden erneut bluten. Paris, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Temps“ meldet: Die belgische und französische Regierung haben ein Abkommen getroffen, nach welchem alle Belgier bis zu 36 Jahren, die der Militärpflicht nicht nachkamen, in Frankreich von der Polizei aufgesucht und zwangsweise den belgischen Militärbehörden zugeführt werden sollen. Die Bestimmung war bisher nur für Belgier bis zu 25 Jah⸗ ren in Kraft. Aus der französischen Kammer. Lyon, 30 Juli(WTB. Nichtamtlich.)„Lyon Républicain“ meldet aus Paris: Die Kammer hat gestern einen Gesetzes⸗ antrag angenommen auf Erhöhung des Ausgabebetra⸗ ges der Staatsschatzscheine für die Landesverteidigung auf sieben Milliarden.— Die Kammer trat sodann in die Debatte über einen Antrag gegen den Alkoholismus ein. Auf Antrag des Abgeordneten Barthe wurde eine Bestimmung an⸗ genommen, wonach Personen, welche wegen Trunkenheit wieder⸗ aberkannt wird. Das Haus vertagte sich sodann zur weiteren De⸗ batte auf Freitag. Paris, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem„Temps“ hat der Ministerpräsident Vivian i den Abgeordneten aller Kam⸗ mergruppen erklärt, die Regierung sei entschlossen, die parla⸗ mentarische Kontrolle soweit als möglich zu erweitern. Die Regierung behalte sich jedoch das Recht vor, eine vermittelnde Rolle zwischen den Zivilbehörden und den Militärbehörden einer⸗ seits und den parlamentarischen Abordnungen andererseits durch- zuführen. Kriegsminister Millerand hatte eine Besprechung mit dem hygienischen Ausschuß, in deren Verlauf er erklärte, den terungen gewährt werden, um die Organisation und das Funktio⸗ nieren aller Zweige des Sanitätsdienstes an der Front, in der Etappenzone und in der inneren Zone zu beaufsichtigen und einer Prüfung zu unterziehen. Da hiermit der Zwist zwischen Millerand und diesem Ausschuß beigelegt ist, wird der Ausschuß von einer Erörterung in der Kammer absehen. Ferner wird den Deputierten gestattet, bei Vorzeigen einer Ausweiskarte sich frei an allen Punkten der Armeezone, mit Ausnahme der Etappen⸗ und Militär⸗ zone zu bewegen. General Porro. Basel, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) General Porro, bisher Unterchef im italienischen Generalstabe, soll den„Basler Nachrichten“ zufolge mit der Leitung einer besonderen Armee betraut werden, die jedoch nicht nach den Dardanellen gehen werde. 8 Feindlische Flieger über Freiburg. Berlin, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Heute früh 6 Uhr erschienen drei feindliche Flieger von Süd⸗ westen kommend, über Freiburg. Sie warfen sieben Bomben, durch die eine Zivilperson getötet und sechs, zum Teil schwer, verwundet wurden. Der militärische und sonstige Sachschaden ist nicht erheblich. Der Arzt des Sultans. Konstantinopel, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Prof. Israel ist gestern morgen nach Bukarest abgereist. Er erhielt den Großlordon des Osmanie-Ordens und zahl⸗ reiche andere 3 ungen von den Mitgliedern des kaiserlichen Hauses als Beweis der Dankbarkeit für die erfolgreiche Anwendung der höchsten ärztlichen Kunst und 0 der Befriedigung über die völlige Genesung des ultans. Ein rumänisches Blatt über den bisherigen Verlauf des Krieges. Vukarest, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich)„Universul“ schreibt in einem Leitartikel unter dem Titel:„Betrachtungen über den bisherigen Verlauf des Krieges“:. Die größte Ueberraschung, die uns der Krieg brachte, liegt bei den Zentralmächten und Rußland. Als es bei Beginn Kriege infolge der eduardischen Einkreisungspolitik Kriegserklä⸗ rungen regnete, sagten sich selbst die eingefleischtesten Anhänger der Zentralmächte, daß diese verloren seien. Wie mächtig der deutsche Militarismus immer sein mag, wie tapfer die Armeen der beiden. Reiche auch kämpfen mögen, so würden sie, glaubte man, mir Ach⸗ tungserfolge davontragen und schließlich zugrundegehen. m ampfe gegen die ganze Welt würden sie wohl einige Wo widerstehen, bis ihre Kraft gebrochen sei. Die größten Erwar⸗ tungen knüpften sich in dieser Beziehung an die Millionenheere Rußlands, indessen sind in diesem Kriege alle nungen über den Haufen geworfen worden. Wir sahen, daß die Deutschen trotz des Kampfes auf beiden Fronten, in Feindesland eindrangen und bedeutende Siege davontrugen. Mit Ueberraschung sehen wir, daß Oesterreicher und Ungarn, deren Kraft gebrochen schien, in Verbrüderung mit den Deutschen heute die Russen auf der Flucht in Feindesland verfolgen, mit einem Worte: Die Be⸗ rechnungen, die zu Beginn des Krieges aufgestellt wurden, ha⸗ ben fehlgeschlagen. Die Bilanz schließt mit einem bedeuten⸗ den Gewinn für die Zentralmächte, und einem großen Defizit für den Vierverband. Die nächste Schlußfolge⸗ rung ist, daß wir, sowie der Vierverband die Kräfte der Zentral⸗ mächte unterschätzten und zwar nicht nur die rein militltrischen, son⸗ dern auch ihre ganze Organisation auf allen Gebieten. Deutschland und Amerika. ürich, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Neue Zürcher Zeitung“ meldet aus dem Haag: Die Diplomaten aller Kreise sind nach wie vor sest überzeugt, daß es zu keinem diplomatischen Bruch zwischen Deutschland und Amerika, noch weniger zu einem Kriege kommen werde. Wie die Mexikaner die amerikanische Flagge respektieren. Washington, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Mel⸗ dung des Reuterschen Bureaus. Die Mexikaner hielten bei Puebla ein Auto an, das unter dem S der ame⸗ rikanischen Flagge diplomatische Schriftstücke weg⸗ führte. Die Flagge wurde entfernt und zu Boden getreten. Zwei Spanier wurden aus dem Auto geholt und zum Tode verurteilt; ein Amerikaner wurde später in Freiheit gesetzt. ö* 5 der Seekrieg. Kopenhagen, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Das Ritzausche Bureau meldet: Es ist jetzt festgestellt, daß das Unterseeboot, welches den deutschen Fischdampfer „Senator von Beerenberg“ torpedierte, ein eng⸗ lisches war. Es rettete 16 Mann, von denen es zwei urückbehielt, während es die übrigen an Bord des Feuer⸗ baue Hornrew bringen ließ. Ein anderer deutscher Fisch⸗ mpfer, der zehn Mann des„Senator von Beerenberg“ rettete, darunter zwei Leichtverwundete, lieferte sie gleich⸗ — das Feuerschiff ab. Zwei oder drei Mann sind er⸗ trunken. London, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Buxeaus. Der belgische Dampfer Prinzeß Marie José“ wurde torpediert und ist gesunken. Vier 1914. Wie der Berliner„Lokalanz.“ erfährt, haben Poincaré 0 Mann der Besatzung sind umgekommen, 21 wurden gerettet. 1 holt bestraft wurden, die Ausübung ihrer politischen Ehrenrechte Im Abgeordneten des Hygieneausschusses würden künftig alle Erleich⸗] T London, 30. Juli. Nichtamtlf des Reuterschen Bureaus. englische Fische zeug„Joung Perey“ ist von einem deutschen U-Boot 1 versenkt worden. Die Besatzung wurde gela .. Aus dem englischen unterhaufsfe. London, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus vom 28. Juli. Lord Robert Cecil sagte auf eine 1 1 der Berliner Vertrag sehe vor, daß kriegführende Mächte, die Gebiete in der Freihandelszone von Afrika besitzen, mit Zustimmung der anderen kriegführenden Mächte diese Besitzungen für die Kri dauer neutralisieren könnten. Der trag legt jedoch keiner Macht eine bindende Verpflichtung auf, diesen Weg einzuschlagen. Die Frage, ob die Gebiete der heutigen Kriegführenden als freie Handelsgebiete in Afrika neutralisiert werden sollten, wurde An⸗ fang August 1914 sorgfältig erwogen. Aber die Ereignisse, die in den ersten zehn Kriegstagen in Afrika eingetreten seien, machten ein solches Vorgehen unmöglich. Chamberlain sagte auf eine Frage: Außer der Strafexpedition in Ober⸗Birma im Januar waren seit Beginn des Krieges dreimal derartige Kämpfe nötig. Januar wurde das Fort Spina Khaisora von den Khostwals Ju te die in ihr Stammesgebiet e wurden. Im März unternahm eine beträchtliche Streitmacht Zadrans einen Einfall in englisches Gebiet. Sie wurde bei Miramfhah angegrif⸗ fen und mit schweren Verlusten zurückgetrieben. Unsere Verluste waren leicht. Im April fielen etwa 4000 Mohmads bei Shab Kadr ein. Sie wurden angegriffen; der Feind zog sich zurück und 8 sich jenseits der Grenze. Unsere Verluste waren etwa ann. Nachdem Asquith seine Rede, über welche bereits berichtet wurde, gehalten hatte, führte Sir Henry Dalziel aus: Asquith erachte die Lage in Flandern und Frankreich als völlig befriedigend. ver Redner sei darüber ein wenig erstaunt. Er hätte im Sommer einen großen Vormarsch erwartet. 15 Nutz ätten alle freudig be⸗ grüßt, wenn er stattgefunden hätte, als die Hilfe der Alli⸗ jerten am notwendigsten brauchte, so wie es auch seinerseits den Alliierten in den ersten Zeiten des Krieges gehoß habe. Er er⸗ warte von der 1 Versicherung, daß die gegenwärti Lage in Frankreich von Lieferung von Munition ganz un hängig sei. Was die Dardanellen betreffe, so sei es bemer⸗ gehe Ai ng erben has Ben e e amtliche Mitteilung erhalten. Asqui sagen, we ö die Alliierten dem Feind solange vor der Landung durch den Flot⸗ tenangriff ihre Absicht kundgetan haben. Asquith scheine zu glau⸗ ben, daß das Haus schweigen solle wie in den neun Monaten vor der Bildung der Koalition, Dies sei jetzt unmöglich, weil das Kabinett nicht das Vertrauen wie früher besitze Es sei unverständlich, daß die Regierung über den von Deutsch⸗ land beabsichtigten Angriff nicht besser unterrichtet gewefen fei, daß Haldane nicht wenigstens vorbereitende Schritte zur i rung der Waffenindustrie getan habe, und ebenso unverständlich sei, daß die Regierung nicht schon im Oktober die Industrien mobili⸗ siert habe, Der Munitionsminister habe im Juni gesagt, daß, wenn die Armee völlig ausgerüstet gewesen wäre, jetzt am Rhein ekämpft würde und das Ende des Krieges in Aussicht stünde. er Redner wünschte zu wissen, ob die dafür verantwortlichen Be⸗ amten entlassen worden seien, ferner, ob Lloyd George mit den ihm gesetzlich, W Vollmachten völlig zufrieden sei und ob es wahr sei. daß Sir Percy Gircuard nicht mehr dem Munitions⸗ ministerium angehört. Der Kriegssekretär habe vor Monaten ange⸗ kündigt, daß die Armee mit Chlorgas zur 9 5 den Feind versorgt werden solle. Der Redner fragte nun, was die Ursache dieser außerordentlichen Verzögerung sei. Die Armee ver⸗ stehe nicht, weshalb die versprochenen Lieferungen nicht einträfen. Eine der Ursachen sei angeblich, daß das Kriegsamt und andere Aemter versagten. Sechs Wochen nach der Erteilung des 2 sei es nötig gewesen, alle bedeutenden Firmen des Landes, di Gas herstellen konnten, telegraphisch nach London zu berufen. Der Redner verlangte hierüber eine—— Erkl' und be⸗ merkte weiter, große Fragen der Erörterung des irrten, so die Preissteigerung der Lebensmittel, die erschwendung in den Regierungsämtern, die Verschiebung der Be⸗ schlußfassung über das Penstonsgesetz durch das Oberhaus und die Frage der Erklärung von Baumwolle als Bannware. Dalziel beantragte daher, daß das Haus sich auf nicht länger als wie vier Wochen vertage. Sir Arthur Martha m sagte, Asguith habe in Neptastl bestimmt versichert, die Tätigkeit des Heeres werde durch den Mangel an Munition nicht beeinträchtigt. Dies sei unrichtig ge⸗ wesen. Die ganze Offensive in Frankreich sei einfach deshalb niedergebrochen, weil die Regierung vom Oktober bis zum Fe⸗ bruar keine Munition bestellt habe. Man hätte die unfähigen Beamten des Kriegsamts entlassen sollen; die Dummheit des Kriegsamtes sei grenzenlos. Der Redner griff sodann das Feldzeugamt an und unterstützte den Antrag Dalziels. Er schloß, das Unterhaus folge blindlings allem, was Asquith sage, trotz der Tatsache, daß das Kriegsamt verantwortlich für die beklagenswerte Lage sei, in welcher England sich jetzt befinde. Henry Craig(Unionist) sprach in demselben Sinne und sagte: Wir wollen nicht eine parlamentarische Regierung, dre nur für gutes Wetter taugt und bei stürmischem Wetter aus⸗ chaltet werden muß. Das Parlament kann die Achtung und s Vertrauen des Landes nicht besitzen, wenn es in einer solchen Krisis für lange Zeit ausgeschaltet wird. Man kann für die nächsten sieben Wochen mit Sicherheit prophe⸗ zeien, daß Ereignisse von der einschneidend⸗ sten Bedeutung die die Welt je erlebt hat ein⸗ treten werden. Wenn dann das Parlament plötzlich einberufen wird, so ist es der beste Weg, eine Panik im ganzen Lande zu erzeugen. 8 Hodge sagte die Arbeiterpartei werde nur deswegen nicht für den 9 ag Dalziels stimmen, damit es nicht so aussähe, Na als ob Regierung den Befehlen der Northelifspresse ge⸗ folgt sei. Nachdem noch mehrere Unionisten und Liberale gegen zu lange Su eden 8 Fanrg warnte Bonar Law das Haus vor einer falschen Kritik und sagte: Wenn man nicht bereit ist, eine andere Regierung an die Stelle der gegenwärtigen zu„ so soll man nicht eine Kritik üben, die sie so im Ansehen etzt; daß sie in der Kriegführung geschwächt wird. Eine Abstimmung über den Antrag Dalziels fand nicht statt. Lloyd George sagte: Die Zeit ist keineswegs da 1 ale Eendeng Keaghen des Gescheg Fee een ge ae volle Erklärung eben. i ganz neuen Beamtenstab, darunter mindestens 90 Männer mit einer erstklassigen Geschäftserfahrung. Die Aufgabe war erstens, die bestehenden l e und zweitens neue Bezugsquellen zu eröffnen. Die Liefer. blieben fast sämt⸗ lich bedauerlich hinter der Lieferungsfrist infolge des Mangels an Maschinen und Arbeitern zurück, außerdem wurden etwa d Viertel der Maschinen nicht mit voller Kraft ausgenutzt, nur ein Fünftel arbeiteten 8. Die angeworbene Munitions⸗ armee beträgt 20 000 Mehrere Tausend gelernte Ar⸗ beiter wurden ferner vom Heere beurlaubt. Eine besondere Schwie⸗ rigkeit bilden die Maßnahmen der Gewerkschaften. Die Arbeiter könnten sicher 25 Prozent mehr leisten, wenn sie mit voller Kraft arbeiteten. Die Kupferschmiede sind gegenwärtig ausständig, dies ist ein beklagenswerter Zustand Lloyd George schloß seine Rede, indem er die Intriganten aufforderte, Hände und Zungen vom Munitionsminister fernzuhalten. Die Arbeiterparteiler Hodge und Goldstone wider⸗ sprachen den Ausführungen Lloyd Georges über die Gewerkschaften Die Liberalen Guest und Wedgwood traten für die all⸗ ine Wehrpflicht ein. Williams(liberal) sagte: Der Wal⸗ Fer Ausstand war schlimm, aber er zeigte, daß die Nation keinen Staatszwang will. be ennant meinte, es sei sehr zwei haft,. militärische Lage anders sein würde, wenn nd ößere die Wehr 4 2 Nationalist) erklärte, di . chrpfüch würde aur n größt reif, um Armer sandt hätte. Man misse ab⸗ pflicht* werden age, bre 1 ö 8 N 1 9 N 1 1 5 stand der irischen Partei stoßen. Die Verta ung des Hauses bis zum 14. 9 wurde darauf beschlossen. London, 30. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Im Unter⸗ baude sprachen gestern mehrere liberale Abgeordnete über die allgemeine Wehrpflicht. Wedgwood sprach dafür und sagte, England müsse alle Kräfte anspannen, da Deutschland Frankreich zu einem vorteilhaften Sonderfrieden zu ver⸗ leiten suche. Die„Morning Post“ schreibt heute über denselben Gegenstand: Glücklicherweise sind die Franzosen ein tapferes, ritter⸗ liches Volk, die lands Anerbietungen zurückwiesen. Aber seien wir uns der in dem jetzigen 31 verharren Aus Stadt und Cand. Gießen, 31. Juli 1915. Ein Jahr zurück Als vor einem Jahre der aus Blut und Feuer gewobene Vorhang fiel, hinter dem die alte Welt versank, und als der furchtbare Zwischenakt des größten Krieges begann, da haben wohl wenige gedacht, daß wir nach dreihundertundfünf⸗ undsechzig langen Tagen immer noch im Kriege stehen würden; und so unendlich lang uns damals, da wir in die Zukunft sahen, ein Jahr dünkte, so kurz scheint uns, nach⸗ dem es vorüber, seine Spanne. Wie ein einziges, ununter⸗ brochenes Schauspiel, ohne Pause und Atem einherjagend in flammendem Schmettern, ist das erste Kriegsjahr vorüber⸗ gedröhnt, und vor seiner Urgewalt hat sich das Auge nicht chließen und das Ohr nicht entspannen können. Und diese zwölf langen und kurzen Monate umschließen für uns alle mehr, als alles Fühlen und Wissen unseres vergangenen Lebens ausmacht; sie begreifen in sich einen himmelan stür⸗ menden Aufschwung von Millionen Seelen, einen hell⸗ äugigen, jubelnden Glauben an unsere in Not und Tod gehelligte Kraft, an ein königliches Schenken unseres Besten —* 8 e. 3 Zu⸗ versicht an unser iner turmgewalt erprobtes Selbst. En n eee Die vollen Züge liefen auf den Bahnhöfen ein, die aus Sommerfrischen und Badeorten die Tausende nach kurzer Ferienfreude wieder in die Heimat führten, die es in der beklemmenden, atemverse Un⸗ ruhe der Tage fern von der Heimat nicht aushielten. Heiße Sonnentage waren ha len Mie a 5 N Himmel wie aus einem einzigen rätse uge auf die Erregung und die Fieber, die die Städte und Dörfer durchpulsten. Serbien, der ekle Zwerg auf dem Balkan, hatte am 25. Juli in nie erhörtem verbrecherischen Wahn die Zündschnur in Brand gesetzt, die langsam aber mit tödlicher Sicherheit dem hoch⸗ getütrmten 5 zuschwelte. Und ohnmächtig und von Grauen geschüttelt sah man den Funken glimmen, fühlte man den Boden unter sich wanken, sah man rechts und links und vorn und hinten die List und die Schande und den das Netz wirken und war doch nicht im⸗ Wortbruch stande, den Knoten zu zerhauen und die Faust mit dem S recken, die kri den Schl den Kreis ee eee ee b Auf allen Straßen herrschte ein unheimliches Warten: das was die e eden ö N e „ 5 1 fordern konnten. Eine über alle anten die Hände sich ar Am letzten Samstag fanden Nachtübungen im 4 „ Wunsc reichende Gemeinfamkeit bereitete auf die kommende Schick⸗ 1 vor. Und als der Bogen bis zum f 3 pannt war, und als Millionen mit geballten, zitternden Fäusten und mit starren en in die unheilschwangeren Wo bak e ee del e u er e zur Erde setzte sie von A. bis 15 Brand. Da fiel es wie ein lee aus eina e abgelaufen; 1 glaubte mehr an den Frieden;—— wie ein— der Erlösung war's, als in mittagsstunden de 2 an allen Ecken angeschlagen wurde, als später die Abendzeitungen von des 5 Ansprache vom Berliner Schlosse aus berichteten. Dann brachte der 1. August die uhr mittags lief die Rußland ge⸗ 1 6 Antwort ab, und nun war es entschieden. Nrieg Da geschah es nach des ulten Bismarck Wort: Alldeutsch⸗ land brannte wie eine Pulvermine auf von der Memel bis zum Bodensee. e erwachten, die der einzelne nicht erfassen konnte und zu deren Spr sich allenthalben die Volksmenge Deutschland über alles Hang es auf R ei. Himm ilige Michael ho n Schwer Und die Hallen der Bahnhöfe vom Gesang der und der Daheimbleibenden; Tücher wurden und an afl Augen gedrückt; ein einzig Abschiedne war in Palast und Hütte; der Landsturm zog an Brücken und Bahngleise;„Lieb Vaterland magst 4 0 sein“ jauchzten die Stimmen der Alten und der Jungen. Und die ersten* kamen, die Reservisten marschierten im alten Takt durch die Straßen, die Regi⸗ menter aus. Und wieder später kamen ubel ten und— die ersten Verlustlisten, ich ein erundet, ehe wir zum Besinnen kamen. e Mit ee Siegers dürfen wir n in die Vergang t und in die Zukunft sehen. Soviel das letzte Jahr uns vernichtet und zerschlagen hat— mehr hat es jetzt schon aufgebaut Und wenn wir an diesem Wende⸗ * eine Gewissenserforschung anstellen, dann dürfen wir agen, daß Zuversicht und Glaube ans Vaterland noch eben so stark sind wie vor einem Jahr, da der Krieg ent- esselt wurde. Und auch darin gleichen sich die beiden ersten ugusttage von 1914 und 1915, daß wir heute wie damals glauben, daß der Krieg kein Jahr mehr dauern wird. Und diesmal haben wir, davon ist jeder Deutsche überzeugt, eine stärkere Unterlage für unsere Hoffnung. Eisenbahn⸗Personalnachrichten. Reserve⸗ Lokomotivführer Heinr. Schmidt J. in Gießen wurde zum Lokomotivführer, Hilfsschaffner Joh. Weitzel in Gießen zum Schaffner ernannt. * Militärische Ausbildung der Jugend. Die letzten Mittwoch-Abende brachten der Jugend neben den turnerischen und Bajonettierübungen, die große Fortschritte zeigten, praktische Anleitungen im Kartenlesen durch Dr. Schaefer und ein Referat von Architekt F. Noll! über Neuerungen im Pionierdienst. Die Ausführungen der beiden Herren wurden mit großem Interesse entgegen⸗ atrouillendienst statt. Am ver orsitzende die Uebungen des Sommerhalbjahres mit einer kurzen Ansprache, in welcher er Dank den Führern für ihre unermüdliche Arbeit, aber auch Dank der Jugend für das treue Aushalten zum Ausdruck brachte. Er sprach den aus, daß im kommenden Winterhalbjahr die älteren gänge unserer Jugend, die sich an den llebungen bis t noch nicht beteiligt hätten, ihre Pflicht darin erblicken 8 58 8 1 1 ngenen Mittwoch schloß der bewußt, die für uns besteht, wenn wirf möchten, auch ein kleines Opfer in dieser schweren Zeit zu bringen und einzutreten in die Reihen unserer Jugend⸗ kompagnien neben ihre Altersgenossen aus den verschie⸗ densten Ständen und Berufen. Mit einem Hoch auf Heer und Flotte schloß der letzte Uebungsabend in diesem Kriegs⸗ sommer. Das Winterhalbjahr beginnt Anfang Oktober. * Fürsorge für die Kriegsbeschädigten. Der Landesausschuß für die Kriegsbeschädigtenfürsorge im Großherzogtum Hessen gibt soeben eine kleine Druckschrift geraus, die für die weiteste Oeffentlichkeit bestimmt ist. Der Landesausschuß richtet darin zunächst ein Trost⸗ und Mahn⸗ wort an die Kriegsbeschädigten und verbreitet sich dann eingehender über die Zwecke und Aufgaben der Kriegs⸗ beschädigtenfürsorge sowie über ihre Organisation im Groß⸗ herzogtum Hessen. Die Schrift wird an alle Interessenten kostenlos abgegeben und kann von der Landesversicherungs— anstalt Großherzogtum Hessen, Darmstadt, Wilhelminen⸗ straße 34, bezogen werden. Gleichzeitig verbreitet der Lan⸗ desausschuß ein Merkblatt über die Versorgungsansprüche der Kriegsbeschädigten und ihrer Hinterbliebenen, das eben⸗ falls von der Landesversicherungsanstalt unentgeltlich ab— gegeben wird. Ober hessischer Kunstverein. Sämtliche aus⸗ gestellten Bilder von Prof. Illner, Prof. Lutteroth und A. Koester bleiben nur noch kurze Zeit ausgestellt. Das Bild„Frühnebel“ von Prof. Lutteroth⸗Hamburg wurde angelauft und geht in hiesigen Privatbesitz über. * Städtischer Verkauf von Lebensmitteln. Nach einer Bekanntmachung im heutigen Anzeiger beginnt am Montag, 2. August, im alten Schukhaus in der Neustadt der Verkauf von Zucker, Graupen, Erbsen, Reis, Nudeln, Malzkaffee und anderen Spezereiwaren in kleineren Mengen. Es sind nur bezugsberechtigt hiesige Einwohner, deren Einkommen nach vorzulegendem Steuerzettel jährlich 2600 Mk. nicht übersteigt. * Verordnung über Zusatzbrotmarken. Die vorliegende Nr. enthält eine Bekanntmachung des Ober— bürgermeisters, nach der jeder über 14 Jahre alte Ein⸗ wohner, dessen Einkommen jährlich 2600 Mk. nicht übersteigt, wöchentlich eine Zusatz⸗Brotkarte erhalten kann. Diese be⸗ rechtigt zum Bezuge von 350 Gramm Mehl oder 500 Gramm Brot. Personen, die besonders schwere Berufsarbeit, be⸗ sonders Nachtarbeit, verrichten, kann die Zusatzkarte auch dann erteilt werden, wenn ihr Einkommen höher als 2600 Mark ist. * Eine weitere Bierpreis⸗Erhöhung kün⸗ digen in vorliegender Nummer die Brauereien bon Gießen und Umgegend an. Die Erhöhung tritt am 1. August ein. * Beschlagnahme, Meldepflicht und Ab⸗ lieferung von fertigen, gebrauchten und un⸗ gebrauchten Gegenständen aus Kupfer, Mes⸗ sing und Reinnickel. Wir machen an dieser Stelle auf die in heutiger Nummer befindliche Bekanntmachung Großh. Kreisamts aufmerksam. Landkreis Gießen. Lollar, 30. Juli. Der kom. Eisenbahnassistent Georg Brettnich hier wurde zum Eisenbahnassistenten ernannt. Kreis Alsfeld. Seibelsdorf, 30. Juli. Die in der hiesigen Gemeinde igten französischen Kriegsgefangenen Victor Barbier und 985 Guillard sind in der Nacht vom 25. zum 26. Juli ent⸗ wichen. Barbier ist 25, Guillard 21 Jahre alt. Starkenburg und Rheinhessen. n. Offenbach, 30. Juli. In der nichtöffentlichen Sttzung der Stadtverordneten⸗Versammlung wurde der besoldete Beigeord- nete Rech auf Vorschlag des Rechts- und Finanzausschusses mit 23 Stimmen auf weitere 12 Jahre gewählt. Der Gewählte ist Jurist und war vor 6 Jahren in die städtische Berwaltung ein⸗ getreten. 5 15 h. Nierstein, 30. Juli. Der 62jährige Landwirt Frank stürzte von seinem hochbeladenen Kornwagen ab und starb an den hierbei erlittenen Verletzungen. Hessen⸗Nassau. D. K. Frankfurt a. M., 31. Juli. Eine neue biologische Ea eit kurzem im Hoologischen Garten das Interesse der Besucher. In einem der kleinen, früher für Falken destimmt „ Käfige ist ein terrassenartiger Felsaufbau mit Schlupf⸗ öchern errichtet worden. Auf den Felsplatten zeigen 3 muntere kleine Säugetiere, Klippschlieser genannt, ihre erstaunlichen Sprung⸗ künste. Ber Beschauer mag die kleinen, gedrungen gebauten, stummelschwänzigen Springer zunächst für Nagetiere, etwa aus der Verwandtschaft der Murmeltiere oder der Meerschweinchen halten, bis ihn eine auf dem Käfigschild angebrachte Erklärung eines Bes⸗ seren belehrt und sicher in hohes Erstaunen setzt. Und wirklich, scheint es fast unglaublich, daß die nächsten V. der mied⸗ lichen Zwerge die mächtigen Nachbarn aus dem Dickhäuterhaus sein sollen,— doch der Bau des Fußes und der der Backenzähne belehrt uns, daß die seltsamen Tiere als besondere Unterordnung den Rüsselträgern im System angereiht werden müssen und nabe Br⸗ ziehungen zu den— Nashörnern aufweisen und somit echte Huf⸗ tiere, und zwar die kleinsten existierenden sind. Bei Betrachtung der platten, hufartigen Nägel an den Zehen gewöhnen wir uns bald an den Gedanken und wundern uns fast, wenn wir weiter er⸗ fahren, daß trotz der unzweifelhaften Huftiernatur der Tiere durch einige Merkmale, besonders die meißelsörmigen, stündig wachsenden Schneidezähne tatsächliche Beziehungen zu der vielgestaltigen Ord⸗ nung der iere, wir die Klippschliefer erst anxeihen woll⸗ ten, bestehen, daß sie also doch in gewissem Sinne ein Uebergangs⸗ glied nach dieser Richtung darstellen und zwar ein sehr primitives, da sie im Knochenbau auch an die ausgestorbene Gruppe der Typo⸗ therien des südamerikanischen Tertiärs anschließen. Hierdurch sind die kleinen Afrikaner wiederum geographisch. da sie auf eine alte Landverbindung zwischen ka und Afrika hinweisen. Im Tierhandel sind Klippschliefer, auch„Klippdachse“ genannt, recht selten und nur in wenigen Zoologischen Gärten sind sie zu finden. g Eschwege a. d. Werra, 30. Juli. Das Eiserne Kreuz erster Klasse wurde dem Oberleutnant von Eisenhart⸗ Demmin, Schwiegersohn des Landrats von Keudell-Eschwege, verliehen.— In dem Fremdenbuche des Gastbofes„Zum grünen Baum“ in Hess. Lichtenau befindet sich solgender Eintrag: „Kapitänleutnant Weddigen auf der Fahrt von Kassel nach Münden im Jahre 1912.“ F. C. Wiesbaden, 30. Juli. Im Regierungsbezirk Wies⸗ baden greist die Maul- und Klauenseuche um sich. Am 27. Juli waren von der Seuche betrossen 65 Ortschaften in 14 Kreisen, gegen 55 Ortschasten in 14 Kreisen in der Vorwoche. Am stärksten heimgesucht ist der Kreis Oberwesterwald. Hier sind 22 Orte verseucht. Sport. h. Frankfurt a. M., 30, Juli. Der Frankfurter Re⸗ gaftaberein wird im Jahre 1916 die Frankfurter Re⸗ gatta am 25. und 26. Juni veranstalten. 7 vermischtes. „Aus der Pfalz, 29. Juli. Fabritdirektor Ganß in Frankenthal, der in dem letzten Steuerhinterziehungsprozeß zu einer Geldstrafe von 250000 Mark verurteilt wurde, hat seinen Austritt aus dem Stadtrat erklärt. An seiner Stelle wurde lt. „Darmst. Ztg.“ Fabrikdirektor Förster als Stadtrat vereidigt. 2 % ² ů]%—Lw Spielplan der vereinigten§tankfurter Stadttheater. 5 Opernhaus. „Dienstag, den 3. August, abends 7 Uhr:„Der fliegende Holländer.“ Mittwoch, den 4. August, abends 7¼; Uhr:„Hoff⸗ manns Erzählungen.“ Donnerstag, den 5. August, abends 7 Uhr:“ „Aida.“ Freitag, den 6. August, geschlossen. Samstag, den 7. Aug., abends 7 Uhr:„Tannhäuser.“ Sonntag, den 8. August, abends 7 Uhr:„Manon.“ Montag, den 9. August, geschlossen. Dienstag, den 10. August, abends 7 Uhr:„Der Apotheker“. Hierauf:„Bastien und Bastienne.“ Zum Schluß:„Die Abreise.“ Mittwoch, den 11. August, abends 7½ Uhr:„Die Fledermaus“. Donnerstag, den 12. August, abends 7 Uhr:„Carmen.“ Schauspielhaus. Sonntag, den 1. August, abends? Uhr:„Wilhelm Tell.“ Vor⸗ her:„1914.“ Kriegsvorspiel von W. Schmidtbonn. Montag, den 2. August, abends 7½ Uhr:„Der Kaufmann von Venedig.“ Diens⸗ tag, den 3. August, abends 8 Uhr:„Der Geizige.“ Hierauf: „Der Diener zweier Herren.“ Mittwoch, den 4. August, abends 8 Uhr:„Der Geizige.“ Hierauf:„Der Diener zweier Herren.“ Donnerstag, den 5. August, abends„8 Uhr:„Wie einst im Mai.“ Freitag, den 6. August, abends ½8 Uhr:„Der Alpenkönig und der Menschenseind.“ Samstag, den 7. August, abends 8 Uhr: „Die deutschen Kleinstädter.“ Sonntag, den 8. August, abends ½8 Uhr:„Die Schöne vom Strande.“ Montag, den 9. August, abends ½%8 Uhr:„Der Geizige.“ Hierauf:„Der Diener zweier Herren.“ Dienstag, den 10. August, abends ½3 Uhr:„Die deutschen Kleinstädter.“ Mittwoch, den 11. August, abends 6 Uhr: „Don Carlos.“ Amtlicher Wetterbericht. Die nordwestliche Depression dehnt ihren Einfluß weiter langsam nach dem Kontinent zu aus, so daß wir morgen be⸗ decktes, jedoch noch meist trockenes Wetter zu erwarten haben. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 1. August 1915: Ziemlich bedeckt, noch meist trocken, südwestliche Winde. Leetzte Nachrichten. Das japanische Kabinett zurückgetreten. Meldung des Reuter-Bureaus. Tokio, 31. Juli.(WTB. Nichtamtl.) Das Kabinett ist zu⸗ erhoben wird, zurückzuführen. nisterrates. Gestern wurde amtlich mitgeteilt, daß der Rücktritt Ouras angenommen wurde. Bald darauf hat Okuma den Rücktritt des ganzen Kabinetts angeboten. Morgen tritt wahrscheinlich der Rat der Alten zusammen, unt dem Kaiser Vorschläge zu machen. Inzwischen wird die Uunter⸗ suchung wegen der Bestechungen fortgesetzt. * Grenzgefechte in Bessarabien. Bukarest, 31. Juli. Heutige orgenblätter melden aus Mihaileni: Die Russen haben an der Grenze von Bessara⸗ bien eine neue empfindliche Niederlage erlitten. Trup⸗ pen der Armee Pflanzer ⸗Baltin haben in der Nacht einen schneidigen Angriff auf die Posten unternommen, die aus ihren Stellungen derart ver und auch Gefangene in den Händen der Oesterreicher ließen und sich zurückzogen. 0 a ö Die Griechen in Albanien. Lugano, 31. Juli. Die Griechen stehen mur 8 l dor Valona. Das ganze besetzte albanische Gebiet ist ihnen bereits in Zivilverwal werden Bekanntmachungen der von griechischen Militärbehörden an⸗ Griechenland Besitz ergreifen. Die serbischen Truppen vor wache für das serbische Tor konzentriert. Der Kampf um die Eroberung der Dardanellen. Athen, 31. Juli. Nachrichten aus Mytilene zufolge sind seit drei Tagen die inneren Dardanellenforts, nament⸗ durch die Flotte der Verbündeten ausgesetzt. Die Truppen⸗ trans porte nach den Dardanellen sind wegen der Unterfeeboot⸗ gefahr mit großen Schwierigkeiten verbunden. Bei Lemnos soll am 25. Juli ein Dampfer mit Truppen an Bord tor⸗ pediert worden sein. Generalmobilisierung in Sitirien. Stockholm, 31. Juli.„Swetska Dagbladet“ meldet aus Paris, nach einem Petersburger Telegramm sei die Ein beru⸗ fung der Jahresklasse 1896 jetzt erfolgt. Man erwarte, daß in den ersten Tagen der nächsten Woche die Generalmvpbilisie⸗ rung in ganz Sibirien verkündet werde. Rußland sucht die Hilfe Japans? ö Klara Zetkin verhaftet. Berlin, 31. Juli. Nach einer Meldung des„Vorwärts“ wurde Frau Klara Zetkin in Stuttgart verhaftet und nach Karlsruhe gebracht. Ueber die Gründe ist gegenwärtig noch nichts Näheres bekannt. — Für Rheumatiker u. Neuralgieleidende. In einem Tage von seinen entsetzlichen Schmerzen befreit. Herr Josef Wilhelm, München, schreibt:„Seit 2 Monaten litt ich derart an Ischtas, daß ich nicht gehen und nicht stehen und das Bett nicht verlassen konnte. Ich hätte ausschreien mögen vor Schmerzen. Kein Mensch glaubt, was ich gelitten habe. Nichts half mir. Da brachte mir meine Frau aus der Apotheke Togal mit. Die Wirkung war geradezu wunderbar. Nachdem ich nur wenige Tabletten genommen hatte, war ich vollkommen wieder bergestellt. Ich gebe daher jedem Leidenden den Rat, sich sofort aus der nächsten Apotheke das überaus billige und unfehlbar wirkende Togal zu besorgen. Niemand wird diese Ausgabe be⸗ dauern.“ Aehnlich berichten viele andere, welche Togal gegen Rheumatismus, Hexenschuß, Schmerzen in den Gliedern und Ge⸗ lenken sowie bei Influenza und Kopfschmerzen gebrauchten. Es gibt nicht besseres. Alle Apotheken führen Togal⸗Tabletten. Best.: Acid. acet. salte. Chinin Mg. Li. 680988 emerge Manlwurfsfallen et en empfiehlt(5218a dgar Borrmann Edgar Borrmann Edger B. Haus und Eisenwaren, Jauss und Küchengeräte Handlung. Küchengeräte Handlung. 1 Schiebkarren„ 92.2 Jauchefässer emvsieblt LDNION Viotoria. Küserei Ph. Sommerkorn, Leiterwagen Bleichftraße 1. 12800. rückgetreten. Der Rücktritt ist auf eine Beschuldigung dern Bestechung zu Wahlzwecken, die gegen den Minister des Innern 2 Die Krise hat vorgestern begonnen. Als der Miner des Innern seinen Rücktritt anbot, folgten lange Sitzungen des Me⸗ verdrängt wurden, daß sie viel Kriegsmaterial 3 haben 50 Mann in Durazzo einmarschieren lassen und als Schutz⸗ lich die auf der klemasiatischen Küste, einem Bombardement 2 geschlagen, die von Südostalbanien im Namen des Königs vonn — Das von mir begrundete und seit langen dabren betriebene Photographische Atelier · Ludwigsplatz 2 habe io w.i,j“ei ubernommen und vollstandig neu ausgestattet. oh eròffpe es am heutigen Tage und halte mich einem verehr— siohen Publikum bestens empfohlen. Siessen, l. August 1918. Hochachtungsvol Ohristian Zimmer 6278 D Die Unterzeichneten sehen sich durch die fortdauernde Verteuerung der Rohstoffe und Verbrauchsgegenstände veranlasst, vom 1. August 1915 ab eine Weéitere Bierpreiserhöbung eintreten zu lassen. Die Einschränkung der Bierherstellung sowie die ange- kündigte teilweise Beschlagnahme der Biervorräte für den Heeresbedarf werden auch eine Verminderung der zu liefernden Biermenge herbeiführen. Eine Erhöhung der Bierausschankpreise ist infolgedessen unvermeidlich. Wir bitten, unseren Darlegungen wohlwollendes Verständnis entgegen zu bringen. Hochachtungsvoll Unionbrauerei A. G., Gießen Siegener Brauhaus A.& W. Denninghoff, Gießen J. H. Ihring, Lich Hch. Heller IV., Lich Gambrinusbrauerei Butzbach, Georg Guth, G. m. b. H., Wetzlar dustus Hildebrand, G. m. b. H., Pfungstadt Frh. von Riedesel'sche Brauerei Lauterbach Brauerei Wallach, Alsfeld C. J. Melchior Bürgerbrauerei, Nidda Gebrüder Schmidt, Schotten. 6281 DP SSSSS SS SS SSS SS SSS Meiner werten Kundschaft zur gefl. 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