W 5 8.. e Freitag, 30. Juli 10 5 . der n er. Bezugopreis: 2 5 1— 95 9— erk. 2055 1 5 onntags.— Beilagen: jährl. Mk. 2.20; durch bicherer gen lender 5 Neg. et. enblätter; 1 monatl. 65 Pf.; durch. eee 1 die Post 29 r den Kreis Gießen 8 jährl. ausschl. Bestellg. 5 (Dienstag und Freitag); 1 3 lokal 15 P, zweimal monatl. Land⸗ A ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ w iche zeitfragen N schristleiter: Aug. Goetz. l Fernsprech ⸗Anschlüsse: 5 Verantwortlich für den für die Schristleitung 112 politischen Teil und das 5 e e e e5l Feuilleton: Aug. Goetz; 4 Adresse für Drahtnach⸗ für Stadt und Land, 4 richten: Anzeiger Gießen. Vermischtes und Ge⸗ 25 Annahme von Anzeigen richtssagl: Otto Braun: für die Tagesnummer für den Anzeigenteil: H. 9 bis vormittags 9 Uhr. Beck, sämtlich in Gießen. 1 8 2 die Italiener räumten ihre Sturmstellungen vor Görz. 5 Asquith über die Lage. Ins) Großes Hauptquartier, 29. Juli.] Redensarten nicht hinaus Mit zweifelhaften Versprech⸗] des italienischen Durchbruchsversuches am Görzer Brückenkopf, der (Amtlich.) 5 8 ungen sucht er mehr auf die Bundesgenossen als auf die inzwischen gescheitert ist, besonders heiß war. Der Feind preßte 82 Stan bern schoß unn Kane 10 fich en Landsleute zu wirken. er Agen n immer neue Massen in den schmalen Raum und häufte Sturm nude unsere Artillerie einen auf dem sich verteidigen zu müssen, aß es U rei S ihe. T des wenderi Aufwandes Furneskanal liegenden Prahm in den Grund, auf dem ein[wenig zum F Siege“ mitwirke! Es wird bon dul Sturmreibe. Trob des verschwenderischen schweres Schiffsgeschütz eingebaut war. aber— auch wir wollen die Stunde und die Jahreszeit 2 e Ebech schet men een 0 i Vestlich von Souchez wurde ein französischer Angriff nicht nennen— der Tag kommen, an dem sich der Gast⸗ocheuren Verlusten r ritter berichten ben 8 abgemiesen. freund mit Grausen von dem britischen Glücksritter wendet.“ Berlin, 3d. Juli. Wiener Blätter berichten keuffe Bei Givenchy, in den Argonnen und bei Vauquois Einige Wochen später— und Asquith hätte nach der Ent- gelungenen Panzerzugüberfall auf das italieni 9 sprengten wir mit Erfolg Minen. scheidung im Osten schwerlich gewagt, so den Mund voll Militärlager von Mas se. Dem Panzerzug gelang es, un⸗ 5 Französische Sprengungen in der Champagne ver- zu nehmen, wie er es jetzt, am Jahrestage des Kriegs⸗gesehen an die italienischen Zelte heranzukommen. Es wurde aus 2 liefen ergebnislos. N beginns, getan hat! allen vier Wagen ein vernichtendes Maschinengewehrfeuer eröff⸗ N. Nötdlich 548,9 1—5 1*„ net; zugleich wurden die Zelte mit Brandbomben belegt. In dem g men ist die Lage unverändert. ö* 8 Bie a ik. Die Flü 5 en da en, Su act deders ele de nac le] der oherres ciel ungerisce ragesberic 4 den Keese, e f führenden Bahn besetzten unserk Truppen einen Teil der Wien, 29. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird beschädi ch 05 10 9 g a 25 0 feindlichen Stellungen. Sie machten dabei 29 0 Ge⸗ verlautbart: 29. Juli 1915 mittags. eschädigt nach Görz zurü 1 r 1555 fangene und erbeuteten zwei Maschinengewehre. Russischer Kriegsschauplatz. 5 Der türkische Bericht. 775 Gestern und in der Nacht zu heute wiederholten die An der Grenze zwischen der Bukowina und Konstantinopel, 29. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Russen ihre Angriffe gegen unsere Front südlich des Narew[Bessarabien überfielen kroatische Landwehr und unga⸗[Hauptauartier teilt mit: An der kaukasischen Front und südlich von Nasielsk. Alle Vorstäße scheiterten rischer Landsturm eine stark ausgebaute russische Stellung.] drängten unsere wiederholten Angriffe die russischen Kräfte unter . unter schweren feindlichen Verlusten. Der Feind wurde vollständig überrascht und flüchtete nach] Verlusten gegen Osten zurück, die mit Hilfe von Banden versucht 8 Veiter von Nowo⸗Georgiewfk auf 9—— 8 Handgemenge, das ihm 170 Tote kostete, aus] hatten, unserem rechten Flügel in den Rücken zu fallen, um das er Weichsel nahm eine halbe deutsche Kompagnie bei einem seinen Ver chanzungen. 35 5 f e 2 Ueberfall 128 Russen gefangen. Oestlich Kamionka—Strumilowa nahmen un⸗„* 300 Ge fa ne In der Gegend südwestlich von Gora ⸗Kalwarfjassere Truppen einen Oberstleutnant, sieben Offiziere und sjeben Offziere, eine unbeschädigte Kanone große Meng 5 versuchten die Russen in der Nacht vom 27. zum 28. nach 500 Mann gefangen. Munition, zwei Munitionswagen und zahlreiche Waffen. Auf der 1 Westen vorzudringen. Sie wurden gestern angegriffen Bei Sokal wurden erneut hef ige Angriffe des Geg⸗ Flucht geriet der Feind mit dem rechten Flügel infolge eines Irr⸗ und zurückgeworfen. ners zurückgewiesen. 7. tums in einen Kampf mit seinen herbeikommenden Verstärkungen. 0 4 10—. Kri as. n 0 f Sonst ist 177 La ˖ 8„ 12— brachte ihm weitere bewege e Lage bei den deutschen Truppen ist im allgemeinen Italieni 17 zerluste bei; er floh in Unordnung. 1 3 unverändert. An der küsten ut unternahmen die. An der Dardanellenfront sand am 27* 0. 8 15 Oberste Heeresleitung. Italiener am Plateaurande be taugsing und bel] Seiten,„%% C0 1. 8 Brucke Aleple 4 eden er ber au, unseren linken Flügel be Sedo l- Bahr beschiefen. umte d WI 1 Astüllerte traf ein Torpedoboot, worauf die anderen daß In den Schrägen im Osten ist eine jener kleinen Pausen 146 bn rück, die CLtneetraten, die zu neuen, für die Oeffentlichleit unerkenn⸗ e er vor der Schlacht inne hate. 8 3 Bedeirrung. 1 5 8 257 1.— eee N 2 der Kärntner Grenze Artilleriekämpfe und Ge— Konstantinopel, 29, Juli.(WB. Nichtamtlich) 0 er Kräfte rlid nichts zu tun at, vielme eine noch splänkel. 5 e, N spwannendere Entwicklung anzeigt. Würden wir Einblick in Im Tiroler Grenzgebiet wurde ein feindliches] Hau e U e e e e 953 die Ereignisse dieser„Pause“ haben, so würden wir wahr⸗ Bataillon bei Marco im Etschtale zurückgeworfen, eine e Wir erbeuteten Mengen von Munition n zusammenzucken vor der ungeheuren Tätigleit, italienische Kompagnie im Gebiete der Trofana zersprengt. und Proviant, die der Feind auf der Straße zurückgelassen ie jetzt alle Kräfte zur Entscheidung aufruft. Der mili⸗ Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs hatte, und machten zahlreiche versprengte Russen zu Gefangenen. tärische Mitarbeiter der„Times“ stellt in einer Betrach⸗ v. Höfer, a.. Auf der Front 55 den Dardanellen fand am 28. Juli tung der Lage des Ostens fest, daß der russische Großfürst 5 zeitweilig schwaches gegenseitiges Infanterie⸗ und Artilleriefeuer der für seine Heere höchst bedrohlichen Entwicklung Maß⸗ Der russische Bericht. statt. In der Nacht vom 28. Juli überraschte eine von unserem sagoln habe entgegensetzen müssen. In der Tat, man kann Petersburg, 29. Juli. Wr B Nichtamtlich Der Gene fachen ben en ergeschice, Aufl ngstelonne ein feind: schwer annehmen, daß die Russen ruhig in ihrer Falle sitzenfralftab des Generalissimus teilt mit: Westlich und südlich von Pian 8 und erbeutete zahlreiche Gewehre und vie! bleiben, bis das letzte Türchen zugellappt ist. So meint die Mit an fand am 26, Juli ein Vorpostengesecht statt, das zu un⸗ 10 45 übrigen Fronten nichts von Bet 5 5 „Times“, Nikolajewitsch habe vermutlich gesucht, die Armee eren Gunsten ausfiel. Der Feind wurde, als er von Ponewiesh 1 5 5 e a Below, die durch ihren nördlichen Umgehungsmarsch am vorrückte, am 26. Juli von unserer Nachhut bei dem Dorfe Su⸗ Krankheiten bei den englischen Truppen 8. 5 botsch aufgehalten, wo das Feuer von unserer Artillerie dem Feinde 79 gefährlichsten zu werden drohe, zum Stehen zu bringen. Es schwere Verluste deibrachte. An der Rarewf we bestiges Artil⸗ an den Dardanellen. 1 ist möglich daß die Russen ihre Bewegungsfreiheit auf den leriefener. Bei Nowogrod setzt der Feind seine Versuche, den London, 29. Juli.(WB. Nichtamtlich.) Der Unter⸗ ihnen noch zur Verfügung stehenden„Bahnen so⸗ Fluß zu überschreiten, fort. Bei der Mündung des Skawaflusses]staatssekretär des Kriegsamtes, Tennant, antwortete weit ausgenutzt haben, als die deutschen Führer Gallwitz, gelang es dem Feinde, am 27. Juli sich unserer Schützengräben einem Parlamentsmitgliede auf die Anfarge über den Ge⸗ Scholz und Mackensen dies erlaubt haben. Aber Hindenburg sam linken Ufer des Flusses zu bemächtigen, aber ein Gegenangriff sundheitszustand der Truppenan den Darda⸗ wird auch diesmal wieder in der strategischen Aufklärung] Parf den Feind über den Fluß zurück. 1 linken Nareufer vonsnellen schriftlich, daß in gewissem Umfange Typhus kaum etwas versäumt haben. Was wir in der Heimat als 3 5 1 riff del. Jon Jendermma und Dysenterie herrschten. 1 eine Pause im Kriegstheater empfinden, ist draußen die Zeit] der Frontlinie. m red ten Narewufer ergriff der Feind die Offen⸗ g. 5. 0 der entscheidenden Schritte. Die Times“ lassen in ien sive gegen unsere Truppen, indem er im Norden von Seroch Englische Uebergriffe gegenüber Griechenland. 8 g 95 i i Vegenangriff unte Bei dem Dorfe Budjobrenislic 92 a 5 a 18 Betrachtungen durchblicken, daß die Lage der Russen finster, t Am n e e Paris, 29. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der 155 die Entschlüsse ihres Oberkommandierenden höchst schwierig f zwischen diesem Flusse und dem Wieprz keine wichtigen Verände⸗ Agence Havas. Eng land hat Griechenland amtlich sind. Man merkt es dem militärisch gebildeten Schreiber an, rungen. Zwischen dem Wieprz und dem Bug dauerte den Beschluß der Alliierten mitgeteilt, Mytilene vor⸗ daß er die Großartigkeit der deutschen Pläne nicht nur ver“ der Kambf in der Gegend der Dörfer Rakolupy, Maidan und läufig aus ausschließlich militärischen Gründen zu be⸗ standesmäßig, sondern auch in seinem Herzen spürt und mit Ostrowsky in der Nacht zum 27. sehr hartnäckig fort. Unseressetzen, wie dich in ähnlicher Weise zuvor mit der Be⸗ einer gewissen Freudigkeit sich auf den Aussichtspunkt im] Truppen ergriffen, nachdem wir drei hartnäckige Angriffe des setzung von Lemnos der Fall war. Die englische Note ist in Kampffeld zu erweitern. Am 25. Juli warfen wir in einem Kampfe deutschen Hauptquartier stellt, wenn er seinen Bundes- Feindes gegen die Höhen im Norden von Maidan und Ostrowsky freundschaftlichem Tone gehalten. Sie versichert, daß die 5 1 1 1. zurückgewiesen hatten, die Offensive, bemächtigten sich des vor- Herz; 2 8 änitäts i 3 9 Bente auch natürlich die besten Wünsche mit auf den genannten Dorses, wobei sie an 1500 Gefangene mochten. In 5 Alliierten die Souveränitätsrechte Griechenlands achten und eg gibt. Richtung von Grubeschow unternimmt der Feind sortdauernd hart⸗ die Insel räumen würden, sobald die Gründe für ihre Be⸗ 72 Und eigentümlich, auch Herr Asquith, der Vorsitzende] näckige Angriffe. Nördlich dem Dorfe Stevanowize wiesen wirf setzung verschwinden würden. des Koalitionskabinetts, benutzt diese Stunde einer noch drei wütende Versuche des Feindes, unsere Front zu durchbrechen, Italien und die Türkei. unentschiedenen Lage, um von seines Daches Zinnen auf zurück, und fügten ihm schwere Verluste zu. Südlich So kal 4 9. Juft. 9 das beherrschte mos“ zu blicken. Wir bringen seine unternahmen wir mit Erfolg eine Offensive gegen seindliche Streit⸗ Ro n, 29. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Zu dem Verbot, 1 Rede ausführlich im folgenden Nachrichtenteil, und es ist, kräfte, welche den Fluß bei Poturzitza überschritten hatten. Am durch das in Syrien wohnhafte Italiener sich nicht in Mer⸗ 5 als ob er nach dem bekannten Jugendspiel 505 Knöpfe an Saen r 1 r Truppen guf die feindliche sina einschiffen dürfen, um nach Italien zurückzukehren, er⸗ 5 8 8 abzählte, u g 5 3„ Höhenstellung u machten viele esangene. a ro: 5 2 st fe deen 8 eee neue Streitktäfte zu einem Gegenangriff vor. Der erbitterte] Aus Konstantinopel erfährt man, daß die türkische Regie⸗ W 9.5 1„Italien, Frankreich aun Kampf dauert fort. Am oberen Bug sowie am Oberlauf der rung auf Vorstellungen des italienischen Botschafters Ga- aber kommt wieder Rußland, und das hat der an⸗ lota⸗Lipa heftiges Artilleriefeuer und Versuche schwacher ron ni hin das Verbot der Abreise der J Lt scheinend noch gut gelaunte Spieler vergessen! Ja, er spendet feindlicher Abteilungen, vorzurücken. 0 1 Nerfin a aus militdrische Grund r Italiener der Dampfwalze, die so brav im Sumpfe steckt, ein saftiges!: 5 5 Mun iti aus 0 na aus militärischen ründen weiter aufrecht Lob! Es ist köstlich, wie dieser Engländer von seinem einst⸗ Die Ausstände in den russischen Munitionsfabriken. erhält. Der römische Korrespondent der Turiner„Stampa“ weilen noch sicheren Port aus den Verbündeten seine auf⸗ Berlin, 30. Juli. Aus Petersburg wird gemeldet, daß teilt. dazu mit, man sei in römischen Regierungskreisen der munternden Sprüche erteilt. So Hlopft ein Reiter seinem ab- General Rußky, der russische Höchstkommandierende, einen 1 i 1 75 entscheiden. Fa Pferde den Hals, wenn er ihm zu große Lei- Tagesbefehl erlassen hat, aus dem hervorgeht, daß die[Man glaubt, 170 den ein Ministerrat zu⸗ 8 N 2 ngen zugemutet hat. Auch die Italiener erhalten von 2 f f e f die[sammentreten wird, um die peinliche Lage in die Italien ern Asquith ihre Zensur, vogleich sie am Jsonzo sich in Petersburger Arbeiter in den Fabriken für Kriegsbedarf die durch die Türkei gebracht worden ist, zu lösen. elben Stellungen zurückzogen, die sie bor den Arbeit eingestellt haben. Der General sagt darin, der Streik„* en 1 Schlachten 254 5 haben. Und es ist,laste schwer auf der Seele der kämpfenden Truppen und mache 2 5 als wolle der englische Ministerpräsident der Franzosen dem Feind eine boshafte Freude. Der Tagesbefehl bezieht sich a Schwarze Engländer. spotten, die nach Poincarés flackernder Phrasenrede bis auf einen politischen Streik im Petersburger Arsenal und in Berlin, 30. Juli. Aus Schewenin gen kommt zum endgültigen Siege ausharren wollen, wenn er sagt: f 5 i ir wi die Nachricht, daß zur Verstärkung des en lischen Ich will nicht genau den Monat oder die Jahreszeit vor⸗[den Putilowwerken. Die staatliche Patronenfabrik wird durch 1 te. 1 Wir glauben, chlechtesten lustige schießen lassen werde. Die englischen Gesamtverluste. e Berlin, 30. Juli. Das„Berliner Tageblatt“ meldet 3 A Landes Die italienische Niederlage am Isonzo. 8 r e* 25 Bereits gemeldeten 8 hlusse seiner Berlin, 30. Juli. Der„Vossischen Zeitung“ geht ein Son⸗[(Gesamtsumme der englischen Verluste. Danach verlor Eng reinige dürre Uderbericht von der Jsonzoschlacht zu, wonach der achte Tag! land in Frankreich 3288 Offiziere tot, 6803 verwu 1 55 4 8 ae* 1 r 5 W WW .. 4* 1 Der Feind warf halten römische Blätter aus Bukarest folgende Nachricht: r sagen! das Ende wird die Belohnung sein.“ Militär bewacht. Der leitende Generalmajor der staatlichen 8 1 2 Zuluneger an der Merfront ein- 1 Pulverfabrik hat den Arbeitern erklärt, daß er auf Streiks] getroffen sind. 6 Iss vermißt; Mannschaften 48 372 tot, 156 308 verwundet, 4 50 969 vermißt. An den Dardanellen lauten die Zahlen für Offiziere 537, 1379, 198; für Mannschaften 7567, 28 635, . 10 892. Bei einem Vergleich mit früheren Verlustangaben ergibt sich, daß die Briten in den letzten Wochen allein 959 379 Mann verloren haben. . Der englische Ministerpräsident über die Lage. . London, 29. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Bei der gestrigen Begründung des Antrages auf Vertagung des Hauses gab Asquith einen allgemeinen Ueberblick über die Lage. Er sagte, seiner Ansicht nach würde der Krieg wenigstens für einige Zeit eine Frage der Ausdauer sein. England wäre undankbar, wenn es nicht die beispiellos tapferen . Bemühungen der Russen anerkenne, die eindringende Flut auf⸗ 5 zuhalten und ihre Stellungen unversehrt zu bewahren.(Lauter Beifall.) Er finde in der ganzen militärischen Geschichte kein g 5 roßartigeres Beispiel von Disziplin und Ausdauer, als das von er russischen Armee während der letzten sieben Wochen gegebene, Ueber Italien sagte der Ministerpräsident unter dem Beifall 4 des Hauses, er erkenne mit größter Befriedigung und Genugtuung aan, wie dieser neue Verbündete durch umsichtige Bewegungen stetig Boden gewinne und sich einen Weg vorwärts zum Siege bahne, N den er wahrscheinlich in sehr kurzer Zeit erreichen werde. In Frankreich gebe es seit Kriegsbeginn keinen Zeitpunkt, in dem die beiden Armeen von einer vollkommeneren, Brüderlichkeit beseelt And siegesgewisser gewesen seien als jetzt. Ueber die Flotte brauche erer nur zu sagen, daß sie so stark und noch stärker sei als zu Beginn des Krieges, und daß die U-Bootblokade ihr keinen ernstlichen verhängnisvollen Schaden zugefügt habe. Die Meere seien frei. Großbritannien erhalte Lebensmittel. Gutes Rohmaterial ströme in derselben Fülle und mit derselben Freiheit und, wenn man aus den Versicherungsraten Schlüsse ziehen dürfe, mit eben⸗ sowenig ernstlichem Risiko wie in Friedenszeiten zu.(Beifall.) Die Rekrutierung gehe unvermindert vorwärts. Der Zu⸗ stand sei höchst befriedigend. Die letzten Berichte gehörten zu den besten, die seit langer Zeit einliefen.(Beifall.) Lloyd George, dem geschulte Ratgeber beistünden, habe die industrielle Produktion für die kräftigste Fortführung des Krieges und der notwendigen Dinge auf einer Grundlage organisiert, wie man sie nie erträumt hätte und die den Bedürfnissen Großbritanniens reeichlich genügen, würde. Aber das Land müsse davor gewarnt werden, zu glauben, daß es seine nationale Pflicht schon erfüllt habe, wenn die Armee genug Rekruten bekomme und die ver⸗ schiedenen Industrien, die Munition herstellen, genug Leute hätten. Großbritannien falle nicht nur die Aufgabe zu, die Freiheit des Meeres zu erhalten und große Kontingente gut ausgerüsteter Sol⸗ daten auf die Schlachtfelder zu senden, sondern auch zu einem . ßen Teile die Kriegführung zu finanzieren. Wir könnten g das nicht leisten, ohne alle unsere Industrien zu organisieren.) Asquith betonte die Notwendigkeit, den Goldzufluß zu ver⸗ mehren, um die 8 nach dem Auslande leisten zu können. Er verglich die Lage mit der vor einem Jahre. Gebe es eine größere Verleumdung als die, daß die Nation im Mutterlande und über See sich ihrer großen Aufgabe nicht gewachsen gezeigt hätte? Eine noch größere Verleumdung wäre es, zu behaupten, daß die tapferen Verbündeten den Anteil Großbritanniens an dem schließ⸗ lichen Triumphe nicht würdigten. Der Premierminister schloß: Laßt uns mit derselben Energie und Entschlossenheit, die uns während der letzten zwölf Monate beseelt hat, hartnäckig auf den unausbleiblich siegreichen Ausgang hinarbeiten.(Anhaltender Bei⸗ dall- Das neue englische Munitionsministerium. 5 London, 29. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Lloyd George 3 117 im Unterhause über die vom neuen Munitions⸗ Meinisterium geleistete Arbeit, es seien in verschiedenen eilen des Landes sechzehn nationale Fabriken unter A icht der Regierung errichtet worden; sie würden die Erzeugung von Granaten außerordentlich vermehren. In den Besprechungen, die er in Frankreich mit dem französischen Munitionsminister hatte. seien die Erfahrungen, die man in beiden Ländern gesammelt hat, ver⸗ glichen worden. Man beschloß, ein neues, großes Programm durch⸗ zuführen, das bedeutende Anforderungen an die technischen Hilfs⸗ quellen des Landes stellen werde. Um diesen neuen ungeheueren 2 zu genügen, werde es nötig sein, noch zehn na⸗ tionale erkstätten unter Aussicht der Regierung zu er⸗ frlaichten. Lloyd George sprach die Erwartung aus, daß in wenigen. Wochen, gewiß aber in wenigen Monaten, diese Werkstätten fertig seien und Großbritannien in den Stand setzen würden, seine Heere so auszurüsten, daß auch die besten Heere Europas nicht besser ausgerüstet sein könnten. . * * der Seelrieg. . Berlin, 30. Juli. Die dänische Presse stellt für die letzten Tage eine Rekordtätigkeit der deutschen Anterseeboote fest. Seit Samstag seien nicht weniger 18 als 22 englische Schiffe versenkt worden. Aber auch die Ver⸗ nichtung fkandinavischer Schiffe sei erfolgt und habe den fkandinavischen Handel mit Bannware empfindlich gestört. 8 5 9 Eine neue amerikanische Note an Deutschland? Berlin, 30. Juli. Nach einer Meldung des„Ber⸗ liner Tageblatts“ aus Washington bereitet Staatssekretär Lansing eine neue Note an Deutschland vor wegen Schadloshaltung für den amerikanischen Dampfer „. f ashington, 29. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der„Associgted Preß“. Unter dem neuen Gesetz, das die Re⸗ gierung in Amerika von Schiffen, die im Ausland gebaut wurden —. sind 149 Schiffe mit einer Bruttotonnage von 527 071 Tonnen während des Finanzjahres, das am 30. Juni endete, in amerikanischen Besitz übergegangen; unter ihnen befinden sich 99 Schiffe der 3 30 der deutschen und 6 der belgischen Handelsflotte, ferner ein italienisches Schiff, 3 norwegische und 4 kubanische Schiffe. Von den deutschen ffen gehörten 25 der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Ge⸗ sellschaft, 4 der Hapag. l g New Pork Smit Boat and Engine Company erhielt von den Regierungen der Alliierten den Auftrag, Voranschläge für starke, geschwinde Motorboote zu unterbreiten, die zweioder mehr leichte Kanonentragen können und zur Jagd auf deutsche Unterseeboote verwendet wer⸗ den sollen. England will eine Flotte von hundert, Rußland von dreißig bis vierzig solcher Boote einstellen. Die Boote werden im⸗ stande sein, fünfzig Meilen in der Stunde zu fahren. * Genf, 29. Juli.(WTB Nichtamtlich.)„Journal de Geneve“ meldet aus Tunis, daß eingroßesgriechisches Segelschiff von den Alliierten am Kap Matapan ge⸗ kapert und nach Biserta gebracht worden sei. London, 29. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldun des Reuterschen Bureaus. Der Dampfer„Mangara“ ist gestern. Lowestoft gesunken. Grimsby, 29. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Fisch⸗ dampfer„Dovey“ ist von einem deutschen Unterseeboot in der Nordsee versenkt worden. Man glaubt, daß die Besatzung von neun Mann ertrunken ist. * Esbjerg, 29. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem „Vestyjllands Social⸗Demokrat“ ist gestern nachmittag zwi⸗ schen 5 und 6 Uhr der deutsche bewaffnete Fisch⸗ dampfer„Senator von Beerenberg“ fünf bis sechs Meilen von der Küste nördlich von Harnsrew-Feuer⸗ schiff von einem Unterseeboot, das wahrscheinlich der englischen Marine angehört, torpediert worden und gesunken. Der Dampfer hatte eine Besatzung von 30 Mann, ein Mann ertrank, drei wurden von dem Unterseeboot an Bord genommen, 26, darunter zwei Schwerverwundete, be⸗ gaben sich in einem Rettungsboot nach dem Harnsrew⸗Feuer⸗ schiff.— Nach einer Meldung von„Ribe⸗Stiftstidende“ sind von der Besatzung des Fischdampfers drei Mann ertrunken, drei vom Unterseeboot gerettet und 24, darunter drei Ver⸗ wundete, an Bord des Harnsrew-Feuerschiffes gegangen. *** Feldgraue uniform in der Schweiz. Berlin, 30. Juli. Nach dem„Berliner Lokalanzeiger“ bewilligte der schweizerische Bundesrat 15 bis 18 Mi für die feldgraue Uniformierung der schweizerischen Armee. Eine neue Revolution in Haiti. Washington, 29. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter. Nach den amtlichen Berichten, den das Staatsdepartement aus Port⸗au⸗Princ e erhielt, holte die Bevölkerung trotz des Pro⸗ testes des französischen Gesandten den Präsidenten Guillaume aus der französischen Gesandtschaft heraus, schoß ihn tot und riß den Leichnam in Stücke, die sie im Triumph durch Stadt trug. Später wurde der zerstückelte Leichnam von Frauen auf dem Kirchhofe beim Kapitol begraben. Die Stadt Der Panzerkreuzer„Washington“ ist in Port⸗au⸗Prince an⸗ gekommen. Washington, 29. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Admiral Caperton meldet, daß er Marinetruppen des Kreuzers„Washington“ in Prince habe landen lassen, um die Amerikaner und Fremden zu be⸗ schüten. Die Unruhen dauern an. Auf Amerikaner wurde nicht geschossen. [lionen die ganze ist ruhig. Port⸗au⸗ Ans den neiche. Stuttgart, 29. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) heutigen Sitzung hat die Zweite Kammer dem Etat für 1915 zugestimmt. Auch die sozialdemokr Fraktion hat ihm die Zustimmung erteilt mit der Begründung, daß es auch für sie als erste Pflicht die Ge⸗ schlossenheit des bürgerlichen Volkes in diesem ungeheuren Kampfe auch nach außen zu betonen gilt. Dagegen hat die sich mit neugegründete Fraktion(sozialistische Vereinigung dem Etat nicht einverstanden erklärt. Sie sprach Erklärung ihre Ueberzeugung aus, die mit den sozialdemo⸗ kratischen Grundsätzen und den Beschlüssen der Parteitage der Sozialdemokratie übereinstimme. Nach dieser Ueber- zeugung sei der Staat die Organisation der besitzenden Klasse, der sie jede Vertrauenskundgebung verweigere. Allenstein, 29. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kaiserin begab sich gestern in Begleitung der Kronprin⸗ zessin mit der Eisenbahn von Allenstein nach Neiden-⸗ burg, besichtigte die Stadt und das Johanniter-Kranken⸗ haus und kehrte über Hohenstein und Grieslienen mittels Auto nach Allenstein zurück, woselbst sie beim Regierungs- präsidenten v. Hellmann Wohnung genommen hat. Für heute ist eine Besichtigung von Ortelsburg und der dortigen Kriegslazarette in Aussicht genommen. In ihrer atische in einer Aus Stadt und Cand. 755 Gießen, 30. Juli 1915. Das Publikum und die Lage auf dem f ben den Lebens- mittelwucher während der Kriegszeit verfolgt, so fallen zwei Um⸗ stände auf: auf der einen Seite sucht man für die Tatsache über⸗ hoher Preise einen Schuldigen zu finden und zwar möglichst eine ganze Schicht von Erwerbstätigen, also etwa die Landwirte, die 92 15 die Detaillisten, die Banken, die Industriellen, auch mal Lebensmittelmarkt. „Wenn man die öffentlichen Erörterungen über, eile der Konsumenten selbst. Man sieht das Bestreben, sönliche Schuld zu konstruieren. Daß auch rein sachliche Gründe eine starke Verteuerung herbeiführen könnten, das will man in seinem Aerger über die Verteuerung nicht zugeben. Auf der an⸗ dern Seite ruft man in der Erkenntnis, daß man selbst ohn⸗ mächtig ist, nach einer starken Hilfe, und das sind Fällen stets und ständig die Behörden und der Staat. chen helfen, wenn es sonst nicht anders geht. Wie das Kind, wenn es sich nicht zu helfen weiß, nach Vater oder Mutter ruft, so rufen die Konsumenten bei hohen Preisen nach dem Vater Staat.“ Diese Ausführung eines unserer bekanntesten 3 Wirtschaftspolitiker geben wir nach einem Aufsatz in der „Köln. Ztg.“ wieder, weil sie kurz und treffend die wiedergibt, die bei der Beurteilung der Lebensmittelfrage im großen und ganzen vorherrschen. Die. der ersten, nämlich der Schuldfrage, ist eine überaus undan bare, schwierige und nach keinerlei älteren Maßen zu Frage. So sehr man geneigt ist, sich bitter über den Lebens⸗ mittelwucher zu entrüsten und eine Erwerbsschich schuldigen Teil an den Pranger zu stellen, so wenig kann dies Verfahren einen greifbaren Erfolg von Dauer zeitigen, so sehr ist es aber anderseits geeignet, eine tiefe Bresche in die nationale Einigkeit zu legen. Wir wollen deshalb an dieser Stelle von einer nicht unbedingt nötige ziehung der Schuldfrage absehen und sie nur von einem Ge⸗ sichtspunkt betrachten, unter dem sie viel zu wenig beurteilt wird, nämlich unter der— daß auch das Publikum ebensmittelmarkt einen erheb— an den Preisen auf dem lichen Teil der Schuld trägt. Richard Calwer, fasser des oben schon erwähnten Aufsatzes, sagt zu diesem Thema: 5 „Der Lebensmittelwucher kann nur dort gedeihen, geeigneten Boden dazu findet. Es müssen denen gegenüber, die zu viel nehmen, solche vorhanden sein, die zu viel geben. geben aber die Käufer zu viel? Es mag sein, weil sie als einzelne Käufer nicht die Macht haben, den zu hohen Preisen gegenüber Widerstand zu leisten. Nun gut, wenn dem so ist, warum schließt ihr Käufer euch nicht zusammen, warum findet ihr die Kraft nicht, geschlossen gegen die Verkäufer aufzutreten ihr das nicht könnt, solange ihr das nicht wollt, solange ihr das nicht einseht, so lange sorgt ihr ganz allein dafür, daß der geeignete Boden, auf dem der Lebensmittelwucher 1 kann, vor⸗ h nicht die staatliche Wir glauben baum, daß hier die Möglichkeit für das Publikum, einen direkten Einfluß zu gewinnen, überschätzt wird. Es ist hier ein Weg gewiesen, den man in einer roßen Reihe deutscher Städte schon mit den 8 hat. Daß handen ist. Dagegen kann keine Macht, au Macht, ankämpfen.“ e beschritten eine solche Organisation, sich, solche Fälle zuerst einer Stelle zu unterbreit sachverständig prüfen und bearbeiten und nötigenfalls die Gerichte damit befassen kann. Zu dieser Vermittlung hat sich der Gießener Lebensmittelgusschu klärt. Wer also glaubt, Verfehlungen im Sinne eine per⸗ in solchen Der muß Ansichten messende t als den n Heran⸗ der Ver⸗ wo er den Wa ru m 7 Solange vielerorts schon segensreich f 2 hat, auch in Gießen praktische Erfolge erzielen önnte, steht außer Frage. Wir denken da in erster Linie an die neue Bundesratsverordnung gegen den Le⸗ bensmittelwucher, die eine ausgezeichnete Handhabe bietet — wenn man sich ihrer zu bedienen weiß. Es geht lich nicht an, daß jeder, der sich übervorteilt glaubt, ins Blaue hinein nach dem Staatsanwalt ruft. Es empfiehlt natür⸗ en, die sie bereit er⸗ im Interesse der B gen beim Lebensmi „Als der Krieg sich als ungenügend. Sie trieben dadurch in falsch angewandter vorbeugen; es heißt forderungen der Zeit im eigenen Haushal vereine die Preisbildung.“ diese Art selbst ein Hausfrauen se der Handel auf un allgemein zurückh 10-12 Pfg. 0 15 be wie von den esser den augenblicklichen ekauft werden. sonst für reifes Obst darauf, als ob die zu Gelee zu kochen. zurückzuführen, wie im Schlusse dieser ihre Verwirklichun Marktes verschafft den 2. un kasse erfolgen. ratsverordnung ber Wanxen ein, so z. B. das knapp vorhandene Mehl, das dadurch zum Teil verdarb; auch sogar Zucker und Salz, weil sie nicht wußten, daß diese Lebensmittel in ausreichender Menge vorhanden waren. Sie muß nach großen Gesichtspunkten geordnet und bis ins Kleinste ausgestaltet werden. Gemeinsames Handeln ist so nötig wie umfassende Aufklärung. Nur eine straffe Organisation kann Beides leisten. In ganz Deutschland müssen Hausfrauen⸗ * egründet werden, die sich wie die schon bestehenden in dem großen Verband Deuts schließen müssen. Kein Ort i es Konsumenten und Produzenten und ungerechtfertigt hohe Preise. Die Aufgaben des Verbandes Deutscher Hausfrauenvereine sind: Die hauswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Ausbildung der Hausfrauen und die Erlangung eines regelnden Einflusses auf z. B. für Butter mehr als der Zusammenschluß der intere Mittel, auf die wir nochmals aus ferien wegen am Ende dieser Woche ge chlossen wird 6 ittelausschuß, anbringt. Man wird dann s. So lange in Gießen keine Verb die die Interessen des Publ ausbrach, zeigte es sich, daß die deutschen Hausfrauen den Anforderungen, die er an ein zweckmäßiges Handeln stellte, nicht zu genügen vermo volkswirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen Kenntnisse erwiesen chten. Ihre Sie kauften über ihren tatsächlichen Bedarf die Preise in die Höhe, schädigten sich selbst, ihre Nächsten und die Gefamtheit. Wohlhabende Frauen bestellten Sparsamkeit ihren Tisch mit billigen Lebens⸗ mitteln, die sie den unbemittelten Volksgenossen hätten überlassen sollen. Auch die Kochkunst der Hausfrauen versagte. Die Wenig⸗ sten verstanden es, der Steigerung der Preise, dem Ausfall ge⸗ wohnter Lebensmittel durch restlose Ausnütung alles Vorhandenen zu begegnen. Die N wird täglich ernster. Es heißt lernen und Versäumtes nachholen. Den An⸗ genügt die Ausbildung der jungen Mädchen t und in überkommener Weise nicht r. Hausfrauen zusammen⸗ dafür z u Hern Ae gibt Es bedarf keiner Frage, daß sich die Hausfrauen auf e mächtige Waffe schmieden können. Wie man im Publikum über den Mangel einer wirtschaftlichen Erziehung der Hausfrau urteilt, beweist übrigens folgende Zuschrift, die uns zuging: g „Ueber die hohen Preise auf dem Gießener Wochenmarkt klagen die Hausfrauen aus allen Kreisen unserer Bevölkerung, und auch mit Recht. Zuerst muß man fragen, wer eigentlich die hohen Preise für Kartoffeln, für Gemüse, für Butter und Eier macht; die Antwort ist leicht die Einigkeit der Verkäufer und zweitens in der Hauptsacheunsere zu geben: Erstens lber.— Wer zu beobachten versteht, wie seren Wochenmärkten sich abspielt, wird der Ansicht, daß die Käufer an den hohen Marttpreisen selber die Schuld mittragen, zustimmen müssen. Die Markthesucher sollten altender sein, wenn man ihnen zumutet, Mk. 1,50 oder für Eier mehr als zahlen. Statt dessen kann man beobachten, begüterten Klassen unserer Bevölkerung bei den letzten Wochenmärkten zu den hohen Preisen Eier nicht für Bedarf, sondern schon förmlich en gros ein⸗ Man stürzt sich ebenso auf die hochpreisige utter, trotzdem die Märkte davon mehr als A aufweisen Ebenso ist es mit Obst zum Einkochen. Trotzdem für Falläpfel Preise verlangt werden(Mk. 6—8 Zentner), welche man Gale 7— auf den— m eligkeit davon nge, diese teuren Aepfel Man muß sich wundern, Baß die Feuer organisationen in unserer Stadt nicht einmal eine Versammlung einberufen, um Schritte zu unternehmen, welche geeignet sind, die Preise auf unsern Wochenmärkten auf ein erträgliches Maß dies auch in anderen Städten geschehen ist.“ Wie oben schon ausgeführt, geht man bereits mit der Zuschrift ausgesprochenen Anregung um; g wäre von Herzen zu begrüßen. Jeden⸗ falls liegen die Dinge so, daß alles Reden und amentieren und Erzählen von Schauergeschichten vom Lebensmittelmarkt nicht nützt, vielmehr eher schaden kann. Aber hohe Zeit ist es, daß das Publikum erkennt, wie es seine nehmen kann. Daß es möglich ist, bewe Dutzender deutscher Städte, wo man gesagt hat: Selbst ist der Mann! und sich einen Einfluß auf die Gestaltung des 1 51 wahr⸗ isen die Beispiele hat. Die neue Bundesratsverordnung und 8 Kreise sind zwei rücklich hinweisen möchten. 24. Juli d. Js. den vom Fürsten zu Isenburg 5 le u Offen⸗ ** Klipp EE Am Montag und Diens⸗ Woche fand die 5. u 0 Bereitung von Klippfischgerichten in der Aliceschule und 6. Unterweisung in der 1 4 e dem immer wachsenden Interesse an dur 0 entkommen, daß sie am Montag und Diens * Landkreis Gießen. „ Wieseck, 30. Juli. Der Oberbäcker Ernst Stritter, r Bundes⸗ Ref. Bäckerei-Kolonne 17, 25. Res.-Div., aus Wiesect, ielt di Lefsische Tapferkeitsweballle,.* ern 13 3 1 in die Küche 2 * 8 ö 5 Le krã zur Reife kommen. Tro der eingetret, Getre 2 wird von der Bevölkerung 21 der Möglichkeit der Nachlese ausgiebig Gebrauch gemacht. a. 0 9 5 3 4 cc Schotten, 29. Juli. Nachdem im vorigen Jahre unter dem Ei des kurz vorher so plötzlich ausgebrochenen Krieges die Abhaltung des hiesigen Sommermarktes auf einen Tag angeordnet wurde, soll in diesem Jahre der Markt wieder in Din—.—.— 3 8 9. N 15 1 erde⸗/ en⸗ und vie rkt, Dienstag, den 10. gust Rindvieh⸗ und Schweinemarkt, dem dann ant Mittwoch, den 11. August der besuchte Krämermarkt folgen wird. Bei dem bisherigen lebhaften Geschäftsgang im Viehhandel und dem zu er⸗ wartenden großen Auftrieb von gutem Zuchtvieh aus den Orten des Vogelsberges sowohl, als auch von Händlern aus anderen Eegenden, dürfte ein reger Verkehr auf dem weithin bekannten Schotter Sommermarkt zu erwarten sein. O Herchenhain, 29. Juli. Auch hier begab sich Pfarrer Römer mit den ältesten Jahrgängen der hiesigen Gemeindeschule in den Oberwald, um für das Rote Kreuz Himbeeren zu suchen. Man jammelte 2 Zentner und 11 Pfund Beeren, die im Pfarrhaus zu Gelee und Himbeersaft zubereitet werden sollen. Von man die gewonnenen Produkte ihrem Bestimmungsorte da wird zusenden. 2 Ober-Lais, 29. Juli. Nach halbjähriger Verwaisung ist unsere Pfarrstelle vom Großh. Oberkonsistorium wieder be— etzt worden. Am vorigen Sonntag wurde der neue Ortsgeistliche Pfarrer Weidner, zuletzt in Affolterbach im Odenwald, durch Oerrn Dekan Brill⸗Ober⸗Widdersheim in sein Amt eingeführt. Seit Mitte Janpar wurde die Pfarrei durch Pfarrer Nauman n- Schwickartshausen mitverwaltet. Der frühere Ortsgeistliche Pfarrer Reichert ist nach Schaafheim im Kreis Dieburg versetzt worden. Starkenburg und Rheinhessen. oh. Bingen, 29. Juli. Um den Mißftänden auf dem Wochenmarkt ein Ende zu machen und die Preise so zu gestalten, daß die Ueberforderung ein Ende hat, will die Behörde an jedem Markttage eine Tafel aufstellen, auf der die Höchstpreise, über die hinaus keinesfalls gegangen werden darf, vermerkt sind. Die Ermittelung der Höchst⸗ preise erfolgt einige Zeit vor Beginn des Marktes. Von dem kaufenden Publikum muß aber auf alle Fälle die nötige Selbstzucht beim Einkauf verlangt werden. Wenn einer dem anderen die Ware verteuert, dann wird selbst die Vorschrift der Höchstpreise noch auf allerhand Wegen um⸗ gangen werden. 1 Kreis Wetzlar. Krofdorf, 29. Juli. Dem Stabsarzt Dr. Seipp zu Krofdorf wurde, A ef er schon das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhalten hatte, das hessische Sanitätskreuz verliehen. Hessen⸗Nassau. el 28. Juli. Das Schöffengericht ver- urteilte einen Reisenden, der vom Südbahnhof aus mit einer Fahr- karte nach Gießen 4. Klasse einen Wagen 3. Klasse bestiegen batte, wegen Schädigung des Eisenbahnfiskus um 35 Pig. z u 7 Tagen Gefängnis. Die Schutzbehauptung, daß er den Wagen 4. Klasse nicht mehr habe erreichen können, wurde für wider- legt erachtet. m. Kirchhain, 29. Juli. Zum gestrigen Schweine- markt waren 453 Tiere aufgefahren. Da das Regenwetter sich nicht zum Einbringen der Ernte eignete, wurde der Markt von der Bevölkerung der apgrenzenden Ortschaften stark besucht und es war flotter Handel. Die Preise waren noch recht hoch; für Saug- ferkel wurden 40—42 Mk. für das Paar bezahlt, nach Läuser⸗ schweinen bestand ebenfalls lebhafte Nachfrage. b. Battenberg, 29. Juli. Als Nachfolger des in Ruhe⸗ stand getretenen Dekans Schellenberg wurde Pfarrer Schmid't⸗ Wilsbach, ein Enkel des früheren Dekans Schmidt zu Rodheim a. d. Bieber, bestimmt. en h. Frankfurt a. M., 29. Juli. Auf dem hiesigen Hauptfriedhofe wurden am Mittwoch nachmittag aus einem Versteck 45 000 Kronen in österreichischen, unga— rischen, russischen und deutschen Banknoten ausgegraben. Das Geld bildete den Bestandteil einer großen Summe, die ein österreichischer Beamter kürzlich unterschlagen hatte. Die österreichische Polizeibehörde hatte das Versteck ermittelt und die hiesige Kriminalpolizei mit den weiteren, jetzt von Erfolg gekrönten Ermittlungen betraut. X Hanau, 29. Juli. Ueber das traurige Los eines Teiles der deutschen Hriegsgefangenen in Frank⸗ reich gibt der Brief eines gefangenen deutschen Soldaten an 1 in Aschaffenburg lebenden Eltern beredten Ausdruck. gesall s trostlose Zustände müssen in Castres(Nord⸗ frankreich) herrschen, wo der Briefschreiber seit mehreren Monaten interniert ist. In dem aus Castres vom 13. Juli datierten Brief heißt es u. a.: Heute habe ich einmal Gelegenheit, einen Brief zu schreiben, welcher nicht von den . erst gelesen wird, sonst würden sie ihn in den Papierkorb* damit ihre Schande nicht an den Tag lommt; denn sie haben uns sehr schlecht be lt, haupt⸗ sächlich in Castres. In den 11 Wochen, die ich im Bette ringen mußte, bekam* kein Wasser zum Wa⸗ chen. Geschweige, daß die Brüder vom Roten euz einen selbst gewaschen hätten. Kost war sehr schlecht. Es war uns den ganzen Tag schwarz vor den Augen vor Hun⸗ er. Als Kost bekamen wir morgens Liter schwarzen Kaffe, meistens nur lauwarm, nichts dazu. Mittags ein wenig Suppe, ungefähr 12—15 Eßlöffel voll, ein wenig halbgekochtes Kuhfleisch, aus dem mitunter noch das Blut schaute, also ungenießbar war, dazu bekamen wir ein Stück Brot, was noch das beste von der ganzen Kost ist. Als Abendbrot bekamen wir dasselbe wie mittags. Aus dem Kasten, worin die Küchenabfälle waren, haben wir die chen herausgeholt und Eee vor Hunger. Ebenfalls wurden die Brotreste, welche die französischen Posten weg⸗ eworfen, sauber zusammengesucht. Hier ist es nicht viel esser als in Castelnaudary. Es ist schon öfter vorgekommen, daß der deutsche Küchenunterofftzier von dem Fleisch, das N mmt und ohnedies schon wenig ist, noch einen Teil wegwersen mußte, da es gänzlich unbrauchbar und nicht zu genießen war. Mit dem Brot reicht man so beiläufig aus Das Wasser ist schier nicht zu trinken. Man wird hier behandelt und be wie Schwerverbre⸗ er. Beim geringsten Vergehen gibts 30 Tage Arrest mit ser und Brot. Wir dürfen nicht einmal zum Fenster auen Auch ist schon öfters vorgekommen, daß Gefangenen auf dem Weg zu ihrer Arbeit mit Steinen worfen und angespuckt wurden von Zivil und Soldaten. cher deutsche Soldat hätte nicht zu sterben brauchen, m er eine menschenwürdige Behandlung gehabt hätte. Schwerver in E, die alle vierzehn Tage höchstens einmal verbunden wurden. Wenn einer gestorben war, wurde er ohne Hemd in den viereckigen Kasten gelegt und begraben wie ein Stück Vieh ohne Pfarrer und mili⸗ tärische Ehre. So lang ich dort war, ist jeden Tag einer ge⸗ storben, mitunter zwei.(Ctr. Frft.) 29. Juli. Hauptmann der Landwehr Geh. Regierungsrat Landrat Büchting, zurzeit in der Zivilverwaltung in Russisch⸗Polen tätig, wurde zum Major befördert. h. Limburg, 29. Juli. Ein junger Mann len Posten abend mit seinem Rade gegen einen hochbeladenen Korn- wagen. Er fiel vor die Räder, die über ihn hinweg ingen und ihn so schwer verletzten, daß er nach wenigen Stunden verstarb. h. Kassel, 29. Juli. Als Mittwoch auf dem Wochen- markte eine Verkäuferin von Heidelbeeren ihre Ware, eben weils Krieg ist, nicht hoch genug verkaufen konnte, machten mehrere Hausfrauen mit der Wucherin kurzen Prozeß. Sie warfen die Körbe um und ertraten die Heidelbeeren zu Brei. Die Polizei war während dieses le zufällig in der entgegengesetzten Ecke des Platzes. —— J. Limburg, Russische Flausen vor den deutschen Schützengräben. Einer unserer Leser übermittelt uns die folgende Ab⸗ schrift einer interessanten russischen„Proklamation“, die der als Leutnant im Felde stehende Gießener Zigarrengrossist Petri am 20. Juli vor dem Drahthindernis seiner Kom- pagnie gefunden hat. Sie lautet:. Deutsche Soldaten! Wiederum habt Ihr Euer Gewissen mit schimpflichen Taten befleckt. Ihr schießt mit explo⸗ dierenden Kugeln. Wir wissen, daß ah solche Patronen auf höheren Befehl verabfolgt werden und daß Ihr gezwungen werdet, solche zu gebrauchen. Doch wißt es, daß solch ein Handeln nicht würdig der Ehre eines Kriegers ist und daß Ihr so den Ruhm Eures Volkes, Eurer Heimat und Armee erniedrigt. Fürchtet die strafende Vergeltung! Ihr sollt Euch vor den russischen Soldaten schämen, die Ihr Barbaren nennt und die sich dennoch zu solch einem Mißbrauch nicht dingen lassen. — Wenn Euch Eure Offiziere in falschem Glauben, daß die russi⸗ schen Soldaten explodierende Kugeln gebrauchen, bestärken, so glaubt ihnen nicht. In diesem Falle ist ihre Bestärkung, von der⸗ selben Art, wie ihr Versprechen von einem bal⸗ digen Frieden, wie ihre Ueberzeugungen, daß je⸗ der Kampf der letzte sei, der letzte vergossene Tropfen Blut, die Euch zu endgültigem Reichtum und Ge⸗ die letzte Ueberwindung, nuß führen müssen. Wißt es Soldaten! Ihr werdet noch tausend Entbeh⸗ rungen erdulden und noch tausendfach Euer Blut opfern müssen, und jeder von Euch wird eher in den Schützengräben verwesen oder im Schnee erfrieren, als Ihr den ruhmvollen versprochenen Frieden Eures Kaisers erlebt. l Gebt Euch in Gefangenschaft! So könnt Ihr die Ehre, Euer Leben und Gesundheit retten, welche Eure Generäla und Prinzen zu wenig schätzen. Glaubt nicht Euren Offizieren, die Euch immer und immer wieder betrügen. Glaubt nicht, daß wir Russen die Gefangenen grausam und schlecht behandeln. Ihr laßt die Gefangenen hungern, Ihr peinigt sie mit Arbeit und Schlägen, bis sie ganz totmatt wer⸗ den(bei Euch sterben ja die Gefangenen zu Hunderten). Wir Russen behandeln die Gefangenen gut. Ergebt Euch! Der russische Verfasser scheint die Neigung seiner Lands⸗ leute gut zu kennen, auf Grund von allerlei Eingebungen und Besorgnissen ins andere Lager überzulaufen. Er schätzt aber die Intelligenz und Treue der deutschen Soldaten entschieden zu niedrig ein. Die„Proklamation“ hat den waffen wahrscheinlich nur einige vergnügte Augenblicke ge⸗ affen. VvVermisehtes. »Wie die Engländer ein Gefecht gewannen. Folgendes bezeichnendes Geschichtchen wird im„Manchester Guar- dian“ erzählt: Ein englischer Etappenoffizier, der mit der Ueber- prüfung der Soldatenbriese betraut war, erstaunte nicht wenig, als er auf die folgende Epistel stieß:„Soeben sind wir aus dem Granatenfeuer gekommen. Es ist das erste Mal während der letzten zwei Monate. Die Deutschen wollten unsere Feldbäckerei erobern, aber— bei Gott— wir haben sie ihnen nicht überlassen. Wir haben sie geradezu zu Tausenden getötet.“ Der Brief war von einem Bäcker an seine Frau geschrieben, und das Erstaunen des Offiziers war berechtigt, da seine Leute mitsamt dem fraglichen Bäcker noch niemals aus dem ganz rückwärts liegenden Etappen⸗ lager gekommen waren und überhaupt noch keinen einzigen deutschen Soldaten erblickt hatten. Der Oßfizier stellte also den phantastereichen Bäcker zur Rede, worauf dieser antwortete:„Es ist allerdings wahr, daß ich noch nicht im Feuer gewesen bin. Aber wenn alle Frauen in meiner Heimatstadt über den Krieg sprechen und die Heldentaten ihrer Männer berichten, kann ich 1 nicht meiner Frau zumuten, daß sie allein nichts zu sagen weiß. „Die unliebsamen Statuen. Der„Gaulois“ ver⸗ öffentlicht die folgende Zuschrift eines Parisers:„Geehrter Herr! Es hat seit Kriegsausbruch Mißfallen erregt, daß die auf der Front des Nordbahnhofs befindlichen Statuen, die die Städte Berlin, Frankfurt und Wien symbolisch darstellen, nicht entfernt wurden. Nun ist ein Jahr vergangen, und die Statuen sind noch immer da. Mam könnte doch wenigstens verlangen, daß die Namen ver⸗ i..„Der Einsender mag recht haben,“ fügt der„Gau⸗ . Hen;„aber sollte man nicht lieber an die Städte selbst nken?“ * Berliner Gepäckträgerwitz vom Tage. 0 Ein Zwiegespräch. Lehmann: Biste uffjelegt, Krause? Krause: Zu wat denn? Lehmann: Ick wer' dir mal'n Rätsel zu knacken geb'n. Krause: Meinswejen, schieß los! Lehmann: Weeste denn boch, wie et kommt, dat so ville „Kriegsschwätzer“ bei uns'rumloofen, die de Klappe nich halten können? Krause: Nee du, det krieg ick nich raus Lehmann: Na, weil se doch alle ihr Jold uff de Reichsbank Vas 7 meien Ehrendoktor Havemann jebracht ham.— astehste? Krause: Nee, Lehmann. Lehmann: Na, Mensch, nu ham se doch alle keen Jold mehr! Krause 5 ß vasteh' schon, aber wat hat det mit ihre Klappe zu tun? Oller Dussel!— Schweijen is doch Jold! Krause: Richtig jeraten, Lehmann! doch mal eens uffjeb'n. Lehmann: Ick bin janz Ohr! g 2 Krause: Wat is d'n der Unterschied zwischen d'Annunzio un det italjen'sche Volk? Lehmann: Na. Krause: Denn wer'ck dir't sajen: det italjen'sche Volk nimmt allens for un d' Annuncio for allens— bare Münze. Lehmann: Au Backe! Nu komm ick wieder! Wat hat d'n der russ'sche Soldat mit dem deutschen ejal? Krause: Ick krieg' et wieder nich raus, Lehmann. Lehmann: Na denn paß uff: Se ham alle beede det Hinterteil von i ürsten uff'n Kopp. Krause: Mei Wee— Und woso? Lehmann: Is doch so eenfach: der Russe de„laus“ un der Deutsche d'n„helm“. — Aber nu werick dir l Büchertisch. — Die neue„Bundesrats verordnung über den Verkehr mit Brotgetreide und Mehl aus dem Erntejahr 1915“ behandelt in ausführlicher, zusammenhän⸗ fender Darstellung Rechtsanwalt Dr. Oppenheimer, der vereins.(Verlag W. Moeser Buchhandlung, Berlin 8. 14.) Ein Kommentar zu dieser wichtigsten aller Kriegsverordnungen ist noch nicht erschienen, diese Arbeit ersetzt ihn jedoch, ja geht sogar durch die Tarstellung des systematischen und historischen Zusammen⸗ hanges und durch die besonders wertvolle Angabe der Unterschiede gegenüber dem bisherigen Rechtszustand darüber hinaus Aus dem reichen Inhalt dieser Nummer der Juristischen Wochenschrift möch⸗ ten wir ferner noch hervorheben: Aus der Rechtsprechung des preu⸗ ßischen Oberverwaltungsgerichts zum Zuwachs steuergesetz. Von Wirkl. Geh. Ober⸗Reg.⸗Rat, Senatspräsident Tr. G. Strutz. Wichtige Kostenfragen aus dem Gebiete der Geschäftsaussicht. Von Rechtsanwalt Tr. Klien.— Kommt der Hypothek an einem im Miteigentume stehenden Grundstück im Verhältnisse zu den An⸗ teilen der Miteigentümer die Eigenschaft einer Gesamthypothek zu? Von Geh. Justizrat, 8 Dr. Kretzschmar.— Neuere Rechtsprechung des preußischen Oberverwaltungsgerichts auf dem Gebiete des Gemeindewahlrechts. Von Justizrat Dr. Görres. — Aus der Rechtsprechung des bayerischen Verwaltungsgerichts⸗ hofes. Von Geh. Justizrat Hofrat, Dr. Full. Einziehung deutscher Guthaben in der Schweiz. Von Prof. Dr. Hans Reichel. — Prozessualer Schutz ausländischer Reichsdeutscher. Von Gerichts⸗ assessor Dr. Kurt Peschke.— Bemeissicherung durch Vernehmung Kriegs beteiligter? Von Referendar Dr. Ernst Emil Schweitzer.— Die Beweislast des Arztes. Von Rechtsanwalt Dr. Bacharach.— Gesetz zur Einschränkung der Verfügungen über Miet⸗ und Pacht⸗ zinsforderungen. Von Justizrat Stillschweig.— Ausführliche Bücherbesprechungen aus der Feder von Geh. Rat Prof. Kohler, Prof. Dr. Heilfron, Oberlandesgerichtsrat Lang, Kammergerichts⸗ rat Dr. Gülland, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Straßmann, Geh. Rat Fuchs usw. — 3———— Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen E. — 19 2 N 2 2 22 22 2 382 28 33 222 3 2 2.2 883 2— 2 2 282 AE s ZS„ Welter 161[ 86 SS S S E 8 1 8 C 29 25 750,2] 20,8] 8,0 44 WNW 2 4 Sonnenschein 29. b 750,6] 14,8 9,3 74 still tin!— 30. 7% 750,8 11,4] 8,2 81 W 2 1 Sonnenschein Höchste Temperatur am 28. bis 29. Jult 1915 + 21,3 0. Miedrigfle„„ 28.„.„ 1918 L 4.„ Miederschlag: 0,0 mm. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 31. Juli 1915: Wolkig, trocken, Temperatur wenig geändert; Winde aus westlichen Richtungen. —.— —— Letzte Nachrichten. Die jüngsten Jahrgänge in Frankreich. Genf, 30. Juli. i kurzer Frist über die Einberufung 1.917 zu entscheiden haben wird. zösische Armee bildenden Klassen, 31 erhöht worden. Die Klassen' setzen sich folgendermaßen zu⸗ sammen: Reserve der Territorialarmee, Klasse 1893/99; Reserve des aktiven Heeres, Klasse 1900/10; aktive Heeresklasse 1911/16 und eventuell 1917. Friedensbestrebungen in Rußland? 8 Bukarest, 30. Juli. Das Blatt„Seara“ läßt sich aus Petersburg drahten, daß der Dumaabgeordnete Mil jukow im „Rietsch“ Artikel veröffentlicht, in denen er ausführt, die Duma sei zu dem Zwecke einberufen worden, um die Bedin⸗ gungen zu untersuchen, zu denen Rußland mit den Zentral⸗ Mächten Frieden schließen si burg melden lassen, richten die russischen Blätter immer ein⸗ dringlichere Aufforderungen und Mahnungen an England, Ruß⸗ mit ausgiebigen Kräften zu Hilfe zu kommen.„Indspen⸗ dance Roumaine“ läßt sich aus Petersburg drahten: Angesichts des steten Vorrückens der Zentralmächte, werfen die russischen Blätter immer häufiger die Frage auf, ob Petersburg vor einer deutschen Offensive genügend gesichert sei. Eine Umwandlung in Bulgarien. Chiasso, 30. Juli. Wie„d'Italia“ aus Sofia ge⸗ meldet wird, hat in Bulgarien in letzter Zeit eine völlige Umwandlung in der Haltung der oppositionellen Partei zugunsten der rückhaltlosen Unterstützung der Regierungspolitik stattgefunden. Die gesamte Presse ist einstimmig in der energischen Unterstützung der gerechten Bemühungen der Regierung um die Verwirk⸗ lichung der nationalen Ideale der bulgarischen Nation. Alle Parteien stimmen Radoslawowo zu, den sie als den Mann bezeichnen, durch den Bulgarien die Erfüllung der natio- nalen Bestrebungen erreichen könne. Die reiche rumänische Ernte. Rotterdam, 30. Juli. Die„Times“ meldet aus Bukarest, daß in ganz Rumänien nunmehr die reiche Ernte eingebracht werde Die Regierung werde wahrscheinlich das Ausfuhrver⸗ bot für Getreide aufheben, das seit Kriegsbeginn in Kraft ist, und da die Dardanellen geschlossen sind, würden von der rumänischen Ernte ungefähr 3 Millionen Tonnen nach Deutsch⸗ land gehen. 1 l Französische Luftschiffe. Kopenhagen, 30. i guftschif an der Küste Belgiens in der Nähe suchte u. a. eschie⸗ ßen. Die Luftschiff wurde schließlich von den Dentschen in die Flucht geschlagen. 1 der Jahresklasse Die Zahl der die fran⸗ ver⸗ Dortige Blätter heben den sensatz scharf hervor. g 1 d könne nicht ruhig Besitzergreifung slawischen Gebi 1 i 3 weil es durch Griechenland an der Krause: Nu bör uff! g, dem A iziar der Kiegsgetreide⸗Gesellschaft, in der Juristischen Wen vom 15. Juli, Irgan des Deutschen Anwalt. Mitteilungen in der französischen Presse 3 deuten darauf hin, daß das französische Parlament in die bisher 28 betrug, ist auf könne. Wie sich die Blätter aus Peters⸗ Lan der ägyptischen Grenze verhindere. Das Blatt 3 4 S . 5 Linon ½ Dtzd. Mk. 1.35, 1.85 Was Grosser Posten Taschentücher weit unter heutigem Preis Baumwoll-Batlst % Dtzd. Mk. 0.85, 1.—, 1.50, 1.75 r Leinen-Batlst ½ Dtzd. Mk. 1.50, 2.75, 3.— Madeira reich gestickte Tücher Mk. 1.—, 1.25, 1.50 das Stück Halbleinen ½ Dtzd. 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Die Verzinsung vorstehender Obligationen hör am 1. Oktober ds. Is. auf. Vilbel, den 28. Juli 1915. Großherzogliche Bürgermeisterei Vilbel, Berg. 6258 D —ͤ—I—œ—U———————— ꝓ œFP Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. f Die Gemeindesteuerzettel für 1915 werden den Steuerpflichtigen in den nächsten Tagen zugestellt. Diejenigen Steuerpflichtigen, welche bis zum 10, August keinen Steuerzettel erhalten baben, werden aufgefordert, hiervon auf dem städtischen Steuerburegu Anzeige zu erstatten. 62 B Die Auszahlung der Familienunterstützungen füü⸗ 1. bis 15. August an die Angebörigen der zum Heeres dienst Einberusenen findet statt: l n. Reichs- und Kreisunterstützung: an dielenigen, dexen Namen beginnen mit A—k Montag den 2. August I—2 Dienstag, den 3. August. b. Städtische Unterstützung(Mietszuschuß): an diejenigen, deren Namen beginnen mit Ae Mittwoch, den 4. August L—2 Donnerstag, den 5. August. c. An Vermieter, die Mietbeträge abholen: Se Wueg 1 ub ittags ie Auszahlungen finde r vormittag im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, statt. 6244 Mit Genehmigung der Aussichtsbehörde erhält die Verordnung über den Verkehr mit Brot und Mehl in der Stadt Gießen vom 12.* 1915 folgenden Zusatz: . Jedem über 14 Jabre alten Einwohner(obne Unter schied des Geschlechts) mit einemeigenen Arbeitseinkommer bis Mk. 200.—, also landwirtschaftlichen und gewerblicher sindustriellen) Arbeitern, kleinen Landwirten(quch Selbst, versorgern,, Handwerkern, kleinen Beamten(Eisenbahn⸗ Straßenbahn, Post⸗, Polizei,, Bureaubeamten und dergl.) kann auf Antrag eine Zusatzbrotkarte bei der regelmäßigen Brotkaxtenausggbe erteilt werden. Die Zusatzbrotkarte berechtigt zum Bezuge von wöchentlich böchstens 30 gr Mehl oder 500 gr Brot. Personen, die besonders schwere Berussarbelt, ins. besondere häufige Nachtarbeit verrichten, können Zusatz⸗ brotktarten erhalten, auch wenn ihr Arbeitseinkommen Mk. 2700.— übersteigt. 62⁴3 B . Das am 15. Juli 1915 fällig gewesene städtischen Grundstücken kann in den näch Unter Protektorat Ihrer Haisert. u. H, Hoheit der Frau Nronprinzessnn. *