erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Kamilienblätter; zweimal wöchentl. Kreis⸗ blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Feitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelled l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 3 Donnerstag, 29. Juli 4015 Bezugsgreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; die Post Mk. 2.— viertel ⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20. Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwo tlich für den g politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, neige Oberhessen R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7 General⸗Anze Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und stein ud richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. TB.) Großes Hauptquartier, Amtlich.) anglophilen Strömung, ander einflußreichen materiellen und in den sehr starken und sehr nziellen Interessen, welche die Kräften auszunutzen suchen. er Partei dadurch weite Kreise hof, eine Batterie, Kasernen und sonstige militärische Objektt in Ancona erfolgreich mit Bomben, wobei der Rangier bahnhof sehr stark beschädigt und viel rollendes Material Westlicher Kriegsschauplatz. dadurch geschaffene Konjunktur Aber andererseits hat er sich u Nordwestlich von Souchez wurden einzelne von frühe⸗ ren K liche Teile erstürmt. zerstört wurde. In einem Naphthatank entstand ein noch auf 30 Seemeilen sichtbarer Brand. Alle Einheiten sind Feindliche Seestreit⸗ des Landes entfremdet: Ni ir die Teutschen und die Iren im Zentrum des Landes, im ten, wo die Rücksicht auf Japan. bamerikanischen Bevölkerung eine eist unterschätzte Strömung vor⸗ myfen her noch in der Hand der Franzosen befind⸗ ft unserer Stellung nachts von schlesischen Truppen Vier Maschinengewehre sind erbeutet. ossen gegen ihn, biet, und ebenso im st, ist auch in der starke, bei uns in Deutschland ohne Verluste zurückgekommen. kräfte wurden nicht gesichtet. Flottenkommando. In 5 Vogesen fanden in der Linie Lingekopf— Barrenkop erbitterte Kämpfe statt. handen, welche seine einseiti teinahme mißbilligt und von Der russische Bericht. Französische Angriffe wurden durch Gegenstoß nach mehrstündigem Nahkampf zurückgeschlagen. Dabei sind auch die vorgestern abend verloren gegangenen Gräben am Linge— kopf bis auf ein klei einem Konflikt mit Petersburg, 28. Juli. ehrlicher Sympath (WTB. Nichtamtlich.) Mitteilung des Generalstabes. 3 Zwischen Düna und Niemen keine Veränderung; die Ka⸗ erievorhutgefechte dauern fort. Südwestlich Kowno wurde dei uli über den Jesiafluß zurückge Deutschland 2 ihrer Auffassung für England den wahren J widerläuft. Im Süden aber, ichts wissen will, zum Teil aus e für Deutschland, Parteinahme essen Amerikas 92 7 f nes Stück von uns zurückgewonnen. bekanntlich geschlossen demokra⸗ Feind in der Nacht zum 27 e Oestlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Mitau und Niemen wurden gestern noch etwa 1000 versprengte Russen zu Gefangenen gemacht. Oestlich und südöstlich von Rozan schreitet unser An⸗ griff vorwärts. Goroworo wurde genommen. von Serock, beiderseits des Narew und südlich von 0 setzten die Russen ihre Gegenangriffe fort; sie schei⸗ terten völlig. Der Feind ließ hier und bei Rozan 2500 Gefangene und sieben Maschinengewehre in unserer Hand. tisch ist, untergräbt seine Bevölkerung, die eben erst in furchtbaren Wunden langsam Bürgerkrieg und die entsetzl geschlagen hat. der Baumwollhandel noch we ben. An der Narewfront hat die Har zugenommen. tnäckigkeit der Kämpfe m Abschnitt zwischen der Umgegend des Dorfes Dobrolem ka und in der Umgegend der Festung Nowo⸗G orgiewsk wurde am 25. und 26. des auf dem linken aufgehalten. Viele Hand in die ander Kampf sehr heftig. Sierach starke R machten wir erfolgreiche die materielle Existenz der letzten Jahren sich von den. erholen beginnt, die ihr der rauf folgende Mißmirtschaft Nachgiebigkeit gegen England brachgelegt wird, ist ihre mate⸗ Aus diesen Gebieten mehren este gegen die Politik Wilsons, verneuren einzelner Südstaaten Juli die Offensive des Fei Narewufer durch unsere kräftigen Gegenangriff. fer und Gehölze gingen abwechselnd aus e über; im Walde östlich Rozan wird der Am 26. Juli warf der Feind dort oberhalb von in den Kampf. Auf beiden Narewufsern Wenn durch rielle Existenz vollständig vern chte daher die energischen P die in mehreren Fällen von ausgegangen sind. Dazu komt der allgemeine Stillstand des Angriffe und zwangen einige Truppent die Steigerung der Preise, zu ungeordnetem Verkehrslebens, die Arbeitslost Rückzuge. In der Umgegend des Dor⸗ Vor Warschau wurde westlich von Blonie der Ort Pierunow von uns er von Gora⸗Kalwarja wird Südöstli Die Lage bei den unverändert. Zustände, die infolge des Kri unter Englands Maßregeln stän Kreise in die Opposition geg Meyer empfiehlt der Festhalten an ihren Zielen gelegt, er könne nicht zurü Wenn Deutschland au U vor seinen Drohungen einen ist seine Stellung aufs neue fes Zeppelin(7) machten erbeuteten einige des von dem Dor der vollen Unterordnung anwachsen und immer weitere wir 700 Deutsche zu Gefangenen und Maschinengewehre. Ein Gegenangriff des zorfe Konstantinow aus wurde mit Panzerautomobilen abgewiesen. Auf dem linken Weich wir in der Morgendämmerung des 26. Juli den Feind, w eine Annäherung an der Front Nadar z yn— suchte, durch einen gelungenen Bajonettangriff Weichsel und Wieprz herrscht Ruhe. bis zum Bug dauert der Ka lupy, Maidan stürmt, in der Gegend südwestlich ilson führen. tschen Regierung ein zähes zilson habe seine Politik fest⸗ er Kriegsschauplatz. 1 utschen Truppen ist im allgemeinen Oberste Heeresleitung. ein klein wenig nachgibt und itt zurüchweicht, so ist dieser mpf fort. In der äften ausbeuten kann; dann und Ostrowski Gegend von Rak machten die Deutschen an Notiz: Pierunow liegt 24 Kilometer westlich von der Fortlinie vo igt, und er ist von der Glorie Verfechters der amerikani⸗ r keinen Erfolg, bleiben sicht nach sein Spiel 26. Juli abends Angriffe mit starken Teil unserer Schan wieder zurückgewor bieczow zeichn aus, aber wir wei Kräften und nahmen ein zen, wurden aber durch unseren Gegenang fen. Die Angriffe der Deutschen nördlich Hru en sich andauernd durch ganz besonderen eines energischen und erfol Inzere sen. zunstruhtf Ha wir fest, so ist aller Voraus verloren; denn aus der Erklärung, daß er„eine Wieder⸗ n Warschau. Auf dem südöstlichen Kr in den letzten Tagen fortgesetzt es wurde mit Erbitterung gekämpft, Frontlinie wesentlich verschob. Die Russ General v. Mackensen alle irgendwie ver entgegenge sen sie stets zurück. In der Umgegend des D ruppen einen lebhaften Gegen⸗ e in der Gegend Sokal— Bo⸗ Feind einen Teil seiner Truppen auf das Zwischen Dujestr und Pruth iegsschauplatz war die Lage „unverändert“ holung von Handlungen, in Verletzung der neutral kanische Bürger betreffen, müsse“, die letzte Konse Krieg zu erklären, dazu ist den Wunsch hätte, da die die Kommandanten deutscher Kriegsschiffe en Rechte begehen sollten, falls sie ameri⸗ als vorsätzlich unfreundliche Akte betrachten das heißt Deutschland den er gar nicht imstande, selbst wenn er Strömung viel zu stark ist, Annopol ma angriff. Am Bug heftige Kämpf turzica, wo der rechte Ufer herüb das heißt: chten unsere T en haben dem fügbaren Kräfte stemmt, um einen bedrohlichen Vormarsch aufzu⸗ equenz zu ziehen, ergeführt hat. sruchtlose feindliche Teilangriffe. dem Schwarzen Meere best chossen unsere Torped halten. Aber was war die Folge? Im deutschen Heere desto unaufha geraten in wachsende Gefahren. Einzelne Vorstöße am Narew gegen General v. Gallwitz sind endgültig gescheitert;] W. die deutschen Heere gewinnen immer mehr Raum. „Berner Bund“, der die Lage immer zutreff hat, stellt für die Russen sehr na an, indem er in seiner Mittwoch Wir werden nun sehen, auf steift, im als daß er die Mehrheit des Kong gewinnen könnte. inneren Krisi Norden drangen die resses für eine Kriegspolitik tsamer vor, und die Russen Ein derartiger Versuch würde nur zu einer s führen, der die Regierung in keiner W. gewachsen ist, ganz abgesehen davon, daß in Mexiko und durch nischen Gefahr aufs stärkste in boote die Hafenanlagen in Samsun, an der kleinasiatischen K Russische Friedenserörterungen. 0 Ume und Riza und zerstör üste über 150 Segelsahrzeuge. ihre Sorgen durch die das drohende Gespenst der japa⸗ Kopenhagen, 28. Anspruch genommen sind. Menschikows in der der Bedrohung Warschaus densschlusses für mürde gern Frieden schl aber für Rußland wür kommen. Die Deutschen Juli.(WTB Nicht umtlich.) Ein Arti „Nowoje Wremja“ erörtert veg die Möglichkeiten eines Fri Rußland und führt aus, Deut ießen, um den Rücken frei zu beko Frieden der Vernichtung glei würden große Landteile, ein end beurteilt chteilige Betrachtungen nummer u, a. schreibt: ob die russische Heeresleitung sich dar⸗ ihre Widerstandskraft Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Netz zu bleiben und sich auf(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird Wien, 28. Juli. zu perlassen, wie dies Na pole fürchteten Manne allerdings ei oder ob sie jetzt nach Brest Osten ausweichen und die Bu Front ist indes bereits umg zurückgeworfen werden kann. Atembeklemmend muß spiel für die franzö dieses gigantische Ri zu helfen, gezwungen, leicht eine on bei Leipzig tat, wo dem ge⸗ n Ausweg gelassen worden war, Litowsk und noch weiter nach glinie als Front wählen. Auch diese angen und bedroht, wenn verlautbart: 28. Juli 1915 mittags. Kontribution, einen für Russischer Kriegsschauplatz. Der Feind unternahm zwi und bei So kal eine Reihe hefti Rußland schädlichen Handels langen und sodann das ganze Slaventum vernichten. Ruß verarmen und nicht imstande sein, halten, so daß es auf den Standpun bleibe nur ein Kampf bis aufs Kopenhagen, hofft, daß die Du mad Stütze der Bevölkerung Armee und Flotte zu unter kt Chinas herabsinke. Messer übrig. 28. Juli.(WTB. Nichtamtlich)„Rietsch⸗ auerndtagen werde, um al schen Weichsel und Bug ger, jedoch erfolgloser Gegen— ch ein feindlicher Vorstoß sische und englische Heeresleitung sein, die Ferne verfolgen, ohnmächtig, sich auf Teilangriffe zu verlegen, die viel“ Minentrichter in den Argonnen Westlich Jwangorod bra unter unserem Feuer zusammen. Italienischer Kriegsschauplatz. 5 moralische ingen aus der N Vogesenkuppe, einen oder einen flandrischen Schützen aber das Geschick der russischen A Rußland muß sich aus eigenen Kräften helfen. Der„Bund“ hätte in die Italiener nennen können. Beklemmung dem Schauspiel in selbst, wie der heutige österreich besonderem graben in ihre Hand bringen, zu wenden vermögen. Gestern ermattete au berdo gerichtete An hielten sie noch ein h sie sich nunmehr zu vereinze mühelos abgewiesen wurden. In dem Kam Pause ein. auch der gegen das Plateau von Do— griff der Italiener. Stellenweise unter— Artilleriefeuer, ansonsten rafften ten schwachen Vorstößen auf, die sem Zusammenhange auch die diese werden mit höchster Osten folgen, zumal sie sisch-ungarische Nachdruck hervorhebt, am Impfgroßen Stils trat somit eine 1 Wie die erste, so endete au waltigere zweite Schlacht im Görzischen Bericht mit Isonzo in zwei großen ch die ungleich ge⸗ Schlachten fürchterliche Verluste— es genannt— erlitten, In Deutschland liest 1 mit einem voll⸗ angreifenden Fein führ 30 Kilometer breitem Raum Monte Sabotino und der Küste 7 Ko rps mit werden 100 000 Mann ohne irgendwie vorgerückt zu sein. nan diese Feststellung ständigen Mißerfolg des des, der diesmal in ungefähr en mit höchster zwischen dem n vielen hundert Freude. Wenn Italien in solchen Verleger dazu schreiten sollte, der Türkei oder vielleich Deutschland förmlich den Krieg zu erklären, der Welt dieses krampfhafte Würgen an eine unverdaulichen Sauerteig bald belächeln Wonne d'Annunzios wird uns die wackeren Alpenberge, auf denen die setzen können. theiten wirklich t auch gar noch so wird man in m allzu schweren, 5 von Frankrei Trotzdem schmei lam Kriege ni mindestens 17 Infanterie⸗- und divisionen einsetzte und um jeden sicht auf Opfer an versuchte. Die G auf 100 000 M schichte wird die Lei Führer in dieser und unersch Mobilmiliz⸗ Preis ohne Rück⸗ Menschen und Material durchzubrechen esamtverluste der 5 Italiener sind ann einzuschätzen. Erst die Ge— stungen unserer siegreichen Truppen und Abwehrschlacht bewerten; unerschüttert ütterlich stehen sie noch immer da, den Feind erwar- in zwei Schlachten heiß ischen, sondern auch von gung im Südwesten der Mon— Oesterreicher so unentwegt ausharren, nicht ver— zwei Monaten Der Artitel schließt mit teten. Dies gilt nicht nur von den umstrittenen Stellungen im Görzis unserer ganzen zur Verteidi archie gewählten Kampffront. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Am 27. Juli früh unterna und Torpedobootseinh auf die Eisenbahnstrecke von saro und beschossen die Stationsanla zine, Wachthäuser und Eisenbahnbrü Türkische Erfolge im Kaukasus. Konstantinopel, 27. Juli. Nach glaubwürdigen privaten Meldun vertrieben die türki dem rechten türkisch und schlugen ihn un die Flucht. Die türkische rere strategisch sehr wichti verfolgt von den türkist lonnen in Unordnung zurück. Das Befinden des Sultaus. tinopel, 28. Juli.(WTB (WTB. Nichtamtlich.) gen aus Erzerum gestern den Feind vor 8 seiner letzten Stellung ßen Verlusten in ten hierauf meh⸗ Der Feind zieht sich, mehreren Ko⸗ schen Truppen ge en Flügel aus n Truppen besetz hmen unsere leichten Kreuzer un 5 folgreichen Angriff Ancona bis Pe⸗ gen, Bahnhofs⸗Maga⸗ cken an dieser Küsten⸗ eiten einen er rspüren gewesen. In erungsrat Professor ie Politik des ameri⸗ Mey er sehr zutreffend Er hat eine mächtig vor allem in strecke mit gutem Erfolg. e l reiche Waggons wurden demoliert; ein Fa no geriet in Mehrere Lokomotiven und Bahnhofsmagazin in rplosion zur Folge igzeuge den Bahn⸗ Nichtamtlich.) W̃ die Blätter melden, Sultans befriedig Verehrung des Mantels des Prop spitze um einige Tage verschoben. wurde, obwohl der G n, indem er u. a. schreibt: Stütze gewonnen einerseits in der im England und New York dominierenden 1 esundheitszustand Vorsicht die religiöͤse Feier Brand, der eine starke E hatte. Gleichzeitig belegten unsere Seefli beten un Palais an der e n 1 f * l 2* 1 5 N— Englische Verstärkungen für die Dardanellen. Paris, 28. Juli.(WB. Nichtamtlich)„Petit Parisien“ 4 Berlin, 29. Juli. Aus Athen meldet die„Vossische Ztg.“ meldet aus New Nork: Als Roosevelt von der Torpedierung . daß in der vergangenen Woche die beiden Dampfer„Agquitania“ des amerikanischen Schiffes erfuhr, rief er aus: Dies ist eine 4 und„Mauretania“ mit Truppen in Mudros angekommen schreckliche Beleidigung. Dies ist die Lage, in die uns die Politik 2 sind. Die Truppensendungen werden fortgesetzt. Auch der Ueber- des Friedens um jeden Preis geführt hat. Welcher Amerikaner, dreagnought„Lion“ ist in Mudros angekommen. Er wird] der noch einen Unzen roten Blutes in den Adern hat, wird nicht *. in den nächsten Tagen nach der Bucht von Sarvs fahren. Im die von den Deutschen gewollte Beleidigung fühlen, die durch die . Vorhafen von Mudros liegt der„Agamemnon“ mit vier bis fünf] völlige Widersinnigkeit des letzten Angriffes noch erschwert worden 5 Rissen im Bug; auch fehlt ihm ein Schornstein. ist. Von Beleidigung kann keine Rede sein, da nicht der geringste 2 Rückzug der Italiener aus Tripolis. Grund zur Beschwerde vorliegt. Das Schiff hatte Bannware an l 7 i N Bord und wurde deshalb versenkt. Von der Besatzung ist niemand 8 Berlin, 29. Juli. Das„Berliner Tageblatt“ bringt eine eme Au d. Red.) * Meldung aus Bellinzona, nach welcher dem„Giornale d'Italia“ aus Paris telegraphiert worden ist, daß die Italiener auch die Amsterdam, 28. Juli.(WTB. Nichtamtlich.)„Nieuws 77 wichtige Oase Ghodames in Tripolis geräumtsvan den Dag“ melden aus Rotterdam: Der englische 25 haben und auf tunesisches Gebiet übergetreten sind. Dampfer„Gannet“, der gestern 1 12 3 O8he * a 5 i hren war, meldete, er habe auf der See in der Höhe ustdicke englische Lügen. gefahren war, meldete, der 3 e 725 a N 15 e, ein l e argen 5 Neuest. Nachrichten“ wird aus Berlin geschrieben: In einem Artikel] die 1 hen Dampfer„Perth n 2 4 der Pine e News“ vom 16, Juli d 38, dessen Inhalt med, vor Waterweg vor Anker. Es fuhr kein Dampfer an aus dem„Standard“ vom 17. Juli hervorgeht, finden sich u. a. diesem Abend aus Rotterdam aus. f 8 folgende, unsere Leser sicher interessierende Mitteilungen: Durch London, 28. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reu⸗ Vermittlung der Vereinigten Staaten habe Deutschland seinen Geg⸗ tersche Bureau meldet aus Lowestoft: Das Fischerfahrzeug nern Friedensanerbietungen gemacht, weil es wirtschaftlich voll⸗(„Westwardho“ ist in der Nordsee von einem Unterseeboot kommen ausgeblutet sei. Die Hamburg⸗Amerika⸗Linie und die torpediert worden. Die Besatzung landete in Lowestoft. Deutsche Reichsbank seien bankerott. Hamburg habe mit der Pots⸗ London, 28. Juli(WTB. Nichtamtlich.) Meldung 7 damer Gesellschaft vollkommen gebrochen und sende leine Soldaten des Reutersch B 8 Die Fischdampfer„Salacia“ mehr an die Front. Noch ernster aber sei die Lage in Bayern 5 schen Bureaus. Die p 2 5 e ee 5 und„Iceni“ wurden gestern von Unterseebooten ver- wo die verzweifelten Bemühungen der besten deutschen Diplomaten. 8. nötig 7 um Bayern— 2 völligen Loslösung von Deutsch-[senkt. Die Besatzungen wurden in Lowestoft gelandet. land noch zurückzuhalten. Am Schluß erfahren wir noch, daß. London, 28. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ Teutschland bis jetzt 60 Milliarden Kriegsentschädigung an seine sche Bureau meldet aus Stornoway: Der norwegische Gegner zu zahlen habe. Dampfer„Fimreite“ aus Bergen, mit 3819 Tonnen 8 Der Artikel dient offenbar nur der Stimmungsmache für die] Wasserverdrängung, ist im Atlantischen Ozean von einem englische Kriensanleihe und natürlich nebenbei der Agitation für] deutschen Unterseeboot versenkt worden. Die Besatzung die militärische Anwerbung. Es ist aber kennzeichnend für das 20 ü i N englische Publikum, an das er sich wendet, wie dick die Farben 2 Mann wurde am Montag früh in Stornoway ge sein müssen, um ihm noch Eindruck zu machen und wie groß der Lon do u 28;: g g 5„28. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung * Heß, der die Bren auftr ät. i des Reuterschen Bureaus. In Grimsby landele beute die 5 Unruhen in Indien. Besatzung der norwegischen Bark„Sangedalen“, die von * Amsterdam, 28. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Ein- einem deutschen Unterseeboot am Montag in Brand ge⸗ gegangene amerikanische Zeitungen enthalten folgende Nach- fst eckt worden war. Die Besatzung erhielt zehn Minuten icht aus Manila vom 5. Juli: Offiziere und Fahrgäste] Zeit, um das Schiff zu verlassen, und wurde dann von dem des eingelaufenen spanischen Postdampfers„Alicante“, dersschwedischen Dampfer„Loke“ aufgenommen. 5— Aden, Colombo, Ceylon und Singapore be- London, 28. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung rührte, berichten über lernste Unruhen in ganz In⸗ des Reuterschen Bureaus. Ein deutsches Unterseeboot ver⸗ dien. Mehrere Aufstände haben stattgefunden. In Co⸗[senkte am Montag in der Nordsee den schwedischen lombo sollen revoltierende Eingeborene von englischen Trup⸗[ Dampfer„Emma“ und die dän ischen Schoner pen streng bestraft sein, nachdem mehrere Engländer er-[„Maria“,„Neptunus“ und„Lena“. Die Besatzun⸗ mordet und die Läden geplündert worden waren. Das gen sind heute in Blyth gelandet.(Die Schiffe werden Bann— Kriegsrecht wurde verkündegt und die Europäer bewaffnet] ware an Bord gehabt haben.) und die 1 englischen Untertanen in die Kalmar, 28. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die schwe— Armee eingestellt. Es wurden Vorbereitungen getroffen,[dische Brigg„Fortuna“, von Halmstad nach West⸗ die weißen Frauen und Kinder nach Australien oder in die hartlepool unterwegs, ist in der Nordsee von einem deut— Heimat zu bringen. In Singapore riefen die Behörden allesschen Unterseeboot in Brand geschossen wor⸗ englischen Untertanen zwischen 20 und 30 Jahren zu denden. Die Besatzung wurde an Bord des Unterseebootes ge⸗ Waffen. Auch unter der eingeborenen Bevölkerung im nommen und sodann auf einen gekaperten norwegischen Norden von Borneo herrscht Unruhe. Dampfer übergeführt, der nach Kuxhaven gebracht wurde. 1 9 29 anzunehmen, daß die„Fortuna“ Bannware an 2 5 or atte. 5 Gegen den Standpunkt des Präsidenten Wilson. ee 26. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Berlin, 29. Jull. Wie mehrere Morgenblätter melden,] Reuterschen Bureaus. Der dänische Dampfer„Elsa“ hat in bat die amerikanische Handelskammer in Berlin eine Entschließung] Tynemouth die Besatzung der norwegischen Bark„F. P Harbitz“ dngenommen, in der es heißt: Die Mitglieder der amerikanischen Prand gesteckt worden war von eitem deutschen Unterseeboot in 0 Handelskammer in Berlin gaben auf ihrer Generalversamm⸗———— g 9 lung der Ansicht Ausdruck, daß es für amerikanische Bürger un⸗ Aus Hessen. verantwortlich unbedacht wäre, auf Schiffen kriegführender Staa⸗ Schuldentilgung bei Grundschulden während der Dauer ten zu reisen. des Krieges. * England und Amerika. Die Abgeordneten Soherr und Genossen haben in der 5 f ich N i Zweiten Kammer folgenden Antrag gestellt: e ee dee eine Bier bz- e fe e en ar d sekretär Grey dem Staakssekretär Jansts in einem niche Antenne ber un be e auf eat dir dene be Telegramm mit, daß die englische Feten, die eine benden e—„ 1 5 2 2. J 7 1 0 auer 1 1 ken. neue, Note vorbereite, ihn ersucht, die gestern abge⸗ Weise genehmigt haben. Um aber eine möglichst gleichartige Be⸗ 50 rn 2 ff n der.* Fälle in 2 81 l N— 41 N en 1 en. le eite Kammer möge an die roßh. egterung das uchen 8 Berlin, 29. Juli. Aus Genf meldet der 4.15 Lokal-] richten, dahin zu wirken, daß für die Dauer des Krieges nach anzeiger“, die neue englische Note dersbrelh 1 Beteinbgten 9 Anträge der 9. auf Erlaß der fällig 5 Staat en ein beschleunigtes Verfahren, sowie gemein-* Wah e i en ö 0 fame Reformen der Prisengerichte. Sie enthalte 05 Steuernachlaß während des Krieges und Besteuerung der 1 5 5 15 Kriegsgewinne. 1 von dem eine Beschwichtiaung der am Baumwoll- Die Abgeordneten Dr. Schmitt, v. Brentano und . handel Interessierten erwartet werde. Genossen haben in der Zweiten Kammer folgenden Antrag . Beschießung von Reims. gestellt: N Lyon, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.. Wir beantragen, die Zweite Kammer wolle beschließen, 3 blicgin erklärte——— auf— 2 1. 1 die Großh. Regierung zu ersuchen, die zuständigen Behörden in Algier kriegsgefangenen Deulschen genau dieselbe Behandlung] anzuweisen, bei Erledigung von Gesuchen um Steuernachlaß 1 werde, wie den Kriegsgesangenen in Frankreich.— Nach] während des Krieges weitgehendes Entgegen⸗ dem„Nouvelliste“ erzählen aus Reims eingetroffene Flüchte[ kommen zu betätigen. linge, daß die letzte Beschießung am 22. Juli nachmittags Dieselben Abgeordneten stellen ferner den Antrag, die begann und mit großer Heftigkeit den ganzen Nachmittag anhielt. Zweite Kammer wolle an die Großh. Regierung das Er⸗ An den beiden folgenden Tagen wurde die Beschießung etwas suchen richten, bei dem Bundesrat dahin zu wirken, daß weniger heftig sortgesetz. Im ganzen wurden etwa 1000 Ablauf des Krieges von Reichs we 1 besen die Stadt 40 33. nach Ablauf ieges von Reichs wegen eine entsprechende sind Brände ausgebrochen, bie 25. K Besteuerung der Kriegsgewinne erfolgt. Feuerwehr gelöscht werden konnten. Besonders gab es viele Brände] Reife⸗ und Abgangs⸗Prüfung der Kriegs⸗Primaner und durch Die Beschießung in der Nacht zum Freitag. Allein in f Lehrer-Seminaristen. diesen Stunden sollen über 200 Granaten großen Kalibers auf die Die Abgeordneten Dr. Osann und Bach haben in der Zivilbevölterung ist sehr groß.— 3 8 folgende Anfrage an die Großh. Re⸗ 3„ Wie gedenkt Großßh. Regierung die sogenannten Kriegsprimaner und Lehrer⸗Seminaristen bezüglich der Reifeprüfung und Abgangs⸗ Der Seekrieg. 5 8 pritfung zu behandeln? Die jungen Leute, die im Herbst vorigen 1 5 5 Jahres die höheren Lehranstalten mit Reifezeugnis für Oberprima Die bisherigen Ergebnisse des U⸗Bootkrieges. g* 1— der—— e sich dem Berlin, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) J Ser Hnsenten dacnb. ung gestellt baten ind mit ihrer Eltern e wies die Nachricht werbreilet dat in der f geen e eee Krane des ee eder . 5. Abgangszeugnisses noch eine Prüfung auferlegt werden soll bisherigen 22 Vochen des Unterseebootkrie⸗ ogg ihnen das Zeugnis ohne solche Prüfung erteilt wird. Das *. V englische und 95 neutrale Handelsschiffe ver⸗ preußische Kultusministerium hat in dieser Frage Zurückhaltung . enkt worden seien. Wie wir von zuständiger Stelle er⸗ gezeigt, während die süddeutschen Staaten, insbesondere Bayern, fahren, stimmen diese Zahlen nicht. Es sind vielmehr bis] von einer Prüfung absahen. Dieser Standpunkt ist nach unserer zum 25. Juli von deutschen Unterseebooten im Kriegsgebiet] Ansicht der richtige. Die Frage ist der Klärung auch für unser versenkt worden: 229 englische, 30 andere feind⸗ Großherzogtum dringend bedürftig es wird deshalb um Auskunft liche Schiffe sechs mit feindlichen verwechselte neutrale] darüber gebeten, wie sich Großch. Regierung zu dieser Angelegen⸗ Schiffe. Außer diesen neutralen Schiffen sind weitere 27 neu- heit stellt. i trale Schiffe von deutschen U Booten angehalten, untersucht, Die Mainzer Sozialdemokraten für die Politik der Reichs⸗ und wegen Führens von Bannware nach dem Prisenrecht tagsfraktion. versenkt worden, da sie nicht eingebracht werden konnten. Mainz, 28 Juli.(Priv.⸗Tel.) Eine stark besuchte so⸗ Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß außerdemszialdemokratische Versammlung nahm nach, drei neutrale Schiffe von deutschen Unterseebooten infolgef einem Vortrag des Reichstagsabgeordneten Dr. David von Verwechselung angeschossen wurden, aber nicht ver⸗ eine Entschließung an, in welcher aufs schärfste das partei⸗ R 6 N. senkt sind. 8 e Treiben der. ver⸗ . 2 8 a 5 urteilt und die Haltung der Mehrheit sozialdemokra⸗ 2 London, 28. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Dailystischen Reichstagsfraktion gebilligt wurde. Ferner wurde t Mail“ betont, daß das Unterseeboot, welches die„Lee die Erwartung ausgesprochen, daß die Partei unerschütter⸗ lana w“ torpedierte, das Schiff angerufen, gewarnt und lich beharrt auf einer Politik, die allein geeignet ist, der Mannschaft reichlich Zeit gelassen hat, in die Boote zu Deutschland einen ehrenvollen und dauernden gehen und einen Teil der Habseligleiten mitzunehmen. Frieden zu sichern. 11. erwarten unsere Angehörigen den regelmäßigen eingang des heimat⸗ blattes. um eint unterbrechung in der Zustellung zu vermeiden, wolle man den feldpost⸗Beaug d. Hleßener Anzeigers j. monat August 5 schon jetzt erneuern Allc rostamter nehmen die Bestellung cuigegen. der monatliche Bezug be⸗ trägt Mk. 1.07 einschließ uch der um⸗ schlag/ebühr. Außerdem vermittelt die Bestellungen wie bisher auch die Geschäftsstelle des bießener Anzeigers Aus Stadt und Cand. Gießen, 29. Juli 1915. Amtliche an In den Ruhe⸗ stand versetzt wurde am 21. Juli d. J. der Lehrer Fertig zu Viernheim, Kreis Heppenheim, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wir⸗ kung vom 1. August 1915 an.— Die Großherzogin hat am 28. Juli d. J. den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Vilbel Karl Schnittspahn zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Groß-Umstadt, den Gerichtsassessor Dr. Fritz Schneider in Mainz(zurzeit im Feld) zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Worms und den Gerichtsassessor August Seibert in Mainz zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Vilbel ernannt. * Zum Leutnant der Landwehr ersten Auf⸗ gebots wurde befördert: Offizier-Stellvertreter Fuhr aus Gießen, zurzeit beim Landsturm-⸗Inf.⸗Batl. Weilburg. Gauvorturnerstunde des Gaues Hessen. Am 25. d. M. fand für die Turnvereine des Gaues Hessen die diesjährige Gauvorturnerstunde in der Turn⸗ halle des M-T.-V. in Gießen statt. Gauturnwart Will übermittelte den Versammelten zunächst Grüße und Wünsche einer Anzahl im Felde stehender in Turnkreisen wohl⸗ bekannter Herren, sprach dann in einer von inniger Vater⸗ landsliebe getragenen Ansprache von den Leistungen, Pflich⸗ ten und Aufgaben, welche die Deutsche Turnerschaft in unserer jetzigen großen Zeit zu erfüllen hat, und gedachte schließlich der vielen tapferen Turngenossen des Gaues, die freudi⸗ für Deutschlands Ehre ihr Leben draußen vor dem Fei einsetzen.— Von 9 bis 1 Uhr wurde dann der e, Turnplan durchgeturnt. Er nimmt, den Zeitverhältnissen entsprechend, ausgiebig unh en auf die militärische Vor⸗ bereitung unserer Jugend und auf das Militärturnen. Auch legt er besonderen Wert auf das angewandte Turnen, z. B. Hindernislaufen, Springen mit Belastung der Arme usw. und auf das Gewehrfechten. Obwohl letzteres schon vor dem Kriege in manchen Vereinen betrieben wurde, so ist es doch erst durch den vorjährigen Turnplan mehr in Aufnahme gekommen, und es wird künftighin— auch nach dem Kriege— ein dauernder Bestandteil unseres Vereins⸗ turnens bleiben. Zur Orientierung für die Turnwarte fahl Herr Will das Heftchen: Müller, Der Fechtlehrer.— An das auf das Turnen folgende gemeinschaftliche Mittag⸗ essen schloß sich unter dem Vorsitz des Gauturnwarts Will eine Besprechung an, die sich in der tsache auf das diesjährige„Kr 1 des Gaues bezog. Dasselbe soll am 5. September d. I. auf dem Schiffenberg bei Gießen stattfinden. Nach Eingang der Frühzüge an dem genannten Tage in Gießen ordnen sich die Teilnehmer an dem Turnen zu einem gemeinschaftlichen Zug und mar⸗ schieren geschlossen auf den Schiffenberg. Von einer beson⸗ deren Festlichkeit wird diesmal abgesehen, da jetzt nicht die Zeit ist, Feste 55 feiern; sondern es soll jetzt unsere Jugend mehr denn je durch ernstes, Nerven und Sehnen stärkendes Turnen zu körperlich und sittlich hochstehenden Menschen herangezogen werden. Nach Beendigung des Turnens geht es wieder geschlossen nach Gießen zurück, woselbst am Jahn⸗ stein eine patriotische Feier als würdiger Schluß in Aussicht genommen ist. 5 1 “ Landesverband der ausbesitzer⸗ vereine in Hessen. Die Vorstände der Hausbesitzer⸗ vereine im Großherzogtum Hessen hielten am 25. d. Mts. in Frankfurt a. M. eine Sitzung ab. Es waren vertreten Mai nz durch die Herren Grünwald und Geschäftsführer Wirth, Darmstadt durch Herrn v. Hessert, Offenbach a. M. durch die Herren Kahser, Nagel und Dr. Neubrunner, Worms durch Herrn Lothar Wolf, Gießen durch Herrn Inderthal, Mainz⸗Mom bach durch Herrn Lauzi und Mainz Kosthe im durch Herrn Hoch. Den Vorsitz führte Herr Grünwald, der gleichzeitig auch Mitglied des Vorstandes des Zentralverbandes deutscher Haus⸗ und Grundbesitzer ist. Er erstattete zunächst ausführlichen Be⸗ richt über die am 30. Mai 1915 in Berlin stattgefundene Vorstandssitzung und besprach auch die Tagesordnung der am 8. und 9. August 1915 in Halberstadt stattfindenden „erweiterten Kriegs-Vorstandssitzung des Zentral⸗ verbandes“. Hierzu wurde beschlossen, daß Herr Grünwald an 9 5 den Landesverband ĩHessen teilnehmen soll. Den Vorständen der hessischen Na wurde außerdem empfohlen, mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der zur Verhandlung stehenden Fragen, auch ihrerseits unter allen Umständen Vertreter nach Halberstadt zu entsenden. 5 Die Vereine Mainz, Darmstadt, Offenbach a. M., Worms und Gießen werden dies voraussichtlich auch sicher tun.— Im übrigen standen u. a. noch folgende Punkte zur Tages⸗ ordnung: 1. Herbeiführung der Besteuerung nach dem Er⸗ trag. 2. Herabsetzung des Umsatz- und Hypothekenstempels. Herr v. Hessert, Darmstadt, stellte noch in der Sitzung den Antrag:„Die Regierung zu ersuchen, durch ihren Ver⸗ treter bei dem Bundesrat dahin zu* daß währ des Krieges die Darlehenskassen auf ein 1 E. 1 2 ˙ V ¹1 ¹'1¹ ¹ 1A ˙Ür.⏑⏑it,t aber . 8 4 0 sausg: i elf rei ein Darlehen gewähren.“ Der itragsteller 1 e daß man während des Krieges don den Darlehnskassen wohl gegen Verpfändung von Waren und Wertpapieren jederzeit ein Darlehen erhalten könne, dagegen wicht gegen Verpfändung eines schuldenfreien Haus⸗ undstückes, was doch recht merkwürdig sei. Ueber alle agen wurde längere Zeit eingehend beraten und alsdann eschlossen, durch Eingaben und persönliche Besprechungen mit der Regierung zu erreichen zu versuchen, daß die Re— 3 die Forderungen als berechtigt anerkennt und, wenig⸗ ens für die Dauer des Krieges, Abhilfe schafft. Bevor die Eingaben an die Regierung abgehen, soll zunächst versucht werden, bei den in Betracht kommenden Ministerien persön⸗ lich vorzusprechen und mit den zuständigen Dezernenten über die Wünsche zu verhandeln. In letzterer Beziehung wurde das Erforderliche inzwischen bereits veranlaßt. * Der Spenglermeister Bimbächer, dem am Dienstag abend das ausverkaufte Stadttheater eine so freundliche Aufnahme bewies, wird am Samstag abend 8 Uhr noch einmal und zwar zum letztenmal aufgeführt werden. Wir verweisen auf die betreffende Anzeige. a Kreis Friedberg. r. Bad- Nauheim, 28. Juli. Heute vormittag sprang eine junge Dame, die mit ihrer Mutter hier zur Kur weilt, in selbst— mörderischer Absicht in den großen Teich. Ein in der Nähe be— findlicher Soldat, der Oberjäger Mathies, vom Reserve-Jäger- Bataillon 18, sprang der Lebensmüden nach und rettete sie.— Gestern erhängte sich im hiesigen Amts-Gesängnis ein Aus- länder, der vom Schöffengericht wegen Diebstahls zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt war. Da der Mann von verschiedenen aus wärtigen Gerichten gleichfalls wegen begangener Diebstähle ge— sucht wurde, dürfte ihn die Furcht vor noch zu erwartenden Strasen in den Tod getrieben haben. Starkenburg und Rheinhessen. ö. Mainz, 28. Juli. In der heutigen Stadtverord⸗ netensitzung wurden die Haushalts⸗Voranschläge der Stadt für das Rechnungsjahr 1915 beraten. Von einer Spe⸗ zialberatung wurde abgesehen und nur kurze Erklärungen von den Fraktionsvorsitzenden der Paxteien abgegeben. Sämtliche Redner waren mit dem Antrag des Oberbürgermeisters und des Finanz⸗ ausschusses einverstanden, daß die bisher vorgesehenen Abschrei— bungen auf gemeindliche Betriebe und Unternehmungen in diesem Jahre unterbleiben und die auszuschlagende Steuerziffer auf 100 Mark Steuerwert des Vermögens von 27 Pfg. auf 29,25 Pfg. und der auf 1 Mark Ktaatliche Einkommen- steuer zu erhebenden Umlage von 132 Pfg. auf 144 Pfg. zu er⸗ höhen. Die Sozialdemokraten erklärten, sie hätten es für rich⸗ tiger gefunden, wenn die bisherigen Abschreibungen weiter erfolgt und der Fehlbetrag von 909 788 Mark durch Steuererhöhung ge⸗ deckt worden wäre. Die Haushaltungsvoranschläge wurden schließ⸗ lich einstimmig angenommen.— In der anschließenden weiteren Sitzung wurde ein Nachtrag zur Marktordnung an⸗ nommen, nach derselben darf der Zwischenhandel auf dem ochenmarkt erst nach 9 Uhr von den Produzenten kaufen. Es wurde dabei mitgeteilt, daß festgestellt worden, daß die Händler nach Einkauf der Waren von den Landwirten dieselben um 100. 0 höher verkauften. Auch der Kreis hat eine Marktordnung erlassen, um den Lebensmittelwucher für den Kreis zu steuern. Kreis Wetzlar. e. Wetzlar, 28. Juli. In aller Stille beging gestern unsere Stadt den Gedenktag ihrer hundertjährigen Zu⸗ gehörigkeit zu Preußen. Ehedem eine freie Reichsstadt, aber durch äußere wirtschaftliche Verhältnisse fast bis zur Be⸗ deutungslosigkeit herabgesunken, wurde Wetzlar erst wieder im Reiche bekannt, als 1693 das Reichskammergericht nach hier verlegt wurde. 1803 verlor die Stadt ihre Selbständigkeit und lam an den Fürsten Dalberg, der sie zu einer Grafschaft machte. Drei Jahre später ging auch das Reichskammergericht seligen Ge— denkens ein. 2 Wiener Kongreß teilte dann Wetzlar 1815 „Preußen zu. Wetzlar ist durch den Aufenthalt Goethes eine inter⸗ essante literaturgeschichtliche Stätte 88 Des Dichters„Wer⸗ ther“ wurzelt in der jetzt blühenden Lahnstmidt, die ihr fast 1100jähr. Hessen⸗Nassau. X. Hanau, 28. Juli. Der Feldschütz Völp aus Bergen hat am Sonntag abend an der Grenze der Gemarkung Bergen-Vilbel zwei kriegsgesangene Franzosen, die von dem Arbeits- kommando in Büdesheim(Oberhessen) entwichen waren, fest⸗ enommen. Die wieder eingefangenen Kriegsgefangenen trugen Touristenkleider mit Rucksäcken, die angeblich von ihren Angehörigen geschickt worden sind.. 5 8 bh. Eltville, 28. Juli. Heute früh vernichtete ein gewaltiges Großfeuer das Besitztum der bekannten Sektfabrikanten Georg und Bernhard Müller, einen aus dem Jahre 1811 stammenden kunstgeschichtlich wertvollen Herrensitz. Gerettet konnte nur wenig werden. Der Kellereibetrieb erfährt durch den Brand keine Störung.. 8 h. Aus Unterfranken, 28. Juli. Das Kriegsjahr 1915 wird für das frünkische Untermaintal ein treffliches Wein⸗ jahr, ergiebig an Menge und an Güte. Wenn die bisherigen günstigen Witterungsverhältnisse weiter anhalten, rechnet man mit einem Qualitätsjahr, das mit seinen Erzeugnissen dem Jahr 1893 rühmlichen Gedenkens ebenbürtig angereiht werden darf.— In der Umgebung von Aschaffenburg bis hinauf nach Miltenberg gibt es gegenwärtig derart viel Fal lobst, daß es den Besitzern nicht möglich ist, den Segen zu bergen und zu verwerten. Für den Zentner bester Fallobstware bezahlen die Händler 1,50 bis 2 Mark. Trotz dem reichlichen Obstabfall fällt die Obsternte aller⸗ orten recht ergiebig aus. 7 Die Organisationen der technischen Angestellten und Beamten während des Urieges. Erhebungen steht die Hälfte der Mitglieder isationen der technischen Angestellten und Beamten im Felde. Die Gesamtzahl der im Felde stehenden Techniker dürfte ungefähr 100 000 betragen. Da den im Felde stehenden Mit⸗ liedern die Beiträge erlassen werden, wird die Finanzkraft der Verbände durch den n Ausfall an Beiträgen stark berührt. Immerhin hat der Deutsche Techniker⸗Verband im Jahre 1914 uber 533 000 Mk. Beiträge hereingebracht und schließt mit einer Gesamteinnahme von 654000 Mk. ab. Die Kriegshilfen . A der Organisationen zur Unterstützung der Familien der im Felde . Mitglieder haben gute Erfolge zu verzeichnen. Die Kriegs⸗ hilfe des Deutschen Techniker⸗Verbandes weist Mitte Juli 1915 eine Einnahme von 133000 Mk. und eine Ausgabe von 107000 Mark auf. Die organisatorische Verbindung von Privatangestellten und öffentlichen Beamten im Deutschen Techniker⸗Verbande hat sich gut bewährt, da die letzteren, die auf Grund des§ 66 des Reichs- militär⸗Gesetzbuches das ganze Gehalt weiterbeziehen, wesentlich zur Stärkung der Kriegshilfe beitragen konnten. Hinsichtlich der Stellenlosen⸗Unterstützung, des Sterbegeldes und der Solidaritäts⸗ und Gemaßregelten⸗Unter⸗ stützung gehen die verschiedenen Organisationen auseinander. Der Bund der technisch-industriellen Beamten hat die satzungs⸗ mäßigen Leistungen aufgehoben. Er begnügt sich bei den Stellen⸗ losen mit 3 von Fall zu Fall. Das Sterbegeld ist in Wegfall gekommen. Die Solidaritäts⸗ und Gemaßregelten⸗Unter⸗ stützung ist aufgehoben. Der Deutsche Techniker⸗Verband hat von Kriegsausbruch bis Januar 1915 Stellenlosen-Unterstützung gleich- falls von Fall zu Fall gewährt. Vom J. Februar 1915 au ist die satzungsmäßige Stellenlosen⸗Unterstützung wieder eingeführt worden und zwar zu den halben Sätzen. Von Januar bis Juli 1914 sind 52000 Mk. Stellenlosen⸗Unterstützung ausgezahlt worden. Das Sterbegeld wird in voller Höhe auch an die Familien der im Felde gefallenen Mitglieder gezahlt. Bis Mitte Juli 1915 sind 51000 Mk. Sterbegeld fällig geworden. An der Solibaritäts⸗ und dungs regelten⸗Unterstützung hat sich durch den Krieg nichts ge⸗ ändert. Rechtsschutz und Stellen vermittlung haben die Organisationen in vollem Umfange aufrecht erhalten. Der Deutsche Techniekr⸗Verband hat 1914 für erstere 24000, für letztere 14000 Mark aufgewandt. An Darlehen wurden 1914 an die Mit⸗ glieder des Verbandes 22 000 Mf. gewährt. Soweit es der Burg⸗ riede zuließ, haben die Organisationen auch für die wirt⸗ schaftliche Besserstellung ihrer Mitglieder sich bemüht. Es sei nur auf die Bekämpfung der Gehaltskürzungen und des Ueberstundenwesens, die Bemühungen wegen der Kriegszulage an die Militärbgutechniker, die Bestrebungen, den auf Prioatdienst⸗ vertrag bei Staat und Gemeinde beschäftigten Technikern, die ein⸗ gezogen werden, einen Teil des Gehaltes zu sichern, die Förderung der Konsumentenbewegung usw. verwiesen. Der Fürsorge für kriegsbeschädigte Techniker wird besondere Aufmerksam⸗ keit geschenkt. In den örtlichen Ausschüssen arbeiten die Vertreter des Deutschen Techniker-Verbandes bereits auf dem Gebiete der Berufsberatung und Arbeits vermittelung mit. Leider hat der Krieg eine weitere Zersplitterung der Organisationen der technischen Angestellten gebracht. Während die Organisationen der Handlungsgehilfen untereinander Frieden schließen, die Arbeiter-Organisationen einander näherkommen und die Beamtenverbände sich nach größeren Gesichtspunkten zusammen⸗ schließen, hat sich im Bunde der technisch-industriellen Beamten in⸗ folge der Kriegsmaßnahmen des Bundes eine Spaltung vollzogen, und sich eine neue Organisation, der„Bund der technischen Angestellten“ gebildet. Nach dem Kriege sind ohne Zweifel in der Technikerbewegung größere Auseinandersetzungen zu er⸗ warten. Die Organisationen, die sich als leistungsfähig während des Krieges erwiesen haben, werden auch nach dem Kriege das Vertrauen der technischen Beamten und Angestellten genießen. Märkte. ch. Bingen, 28. Juli. Marktpreise. Weizen Mk. 00,00, Korn Mk. 00,00, Gerste Mk. 00,00, Hafer Mk. 00,00, Heu Mk. 0,00, Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk, 10,50, Erbsen Mk. 00,00, Linsen Mk. 00,, Bohnen 00,00 Weißmehl Mk. 52—00, Roggenmehl Mk. 38,0; alles für 100 Klgr. Butter 1 Kelgr. Mk. 3,80, Milch 1 Liter 24 Pig., Eier 10 Stück Mk. 1.60. ch. Nieder⸗Ingelheim, 28. Juli. Stachelbeeren 20 Mk., Reine- klauden 20—22 Mk., Aprikosen 60 Mk., Pfirsiche 4560 Mk, Mirabellen 25—45 Mk., Frühbirnen 10—25 Mk., Frühäpfel 14 bis 22 Mk., Frühzwetschen 20—35 Mk., Pflaumen 20—30 Mk. der entner. 8 ch. Heidesheim, 28. Juli. Buschbohnen 15—18 Mk., Stangen— bohnen 20 23 Mk., Johannisbeeren 15—18 Mk., Stachelbeeren 17-20 Mk., Frühbirnen 1014 Jmk., Aprikosen 45 Mk., Pfirsiche 45—50 Mk., Pflaumen 18—22 Mk., Mirabellen 30 Mk., Reineklauden 20—25 Mk., Frühzwetschen 20—22 Mk., Sommeräpfel 20—23 Mk. der Zentner. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatseiee an 31. Juli 1915: Freitag abend 7.50 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbatausgang 9.05 Uhr Wochengottesdienst: Morgens 6.00, abends 7.30 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Stalson Plehn. 8.„„ 3 8 Jul S8 8 8 8 8 52 (16[ESS Z SS Ss Wetter 1075 882 583 SSS 2 2 88.8 1& 8 2 28. 2% 749,2 20,1 7.9 45 SW 6 6 Sonnenschein 28. b 751,5] 14,9 9,8 77 still sstill 2 Bew. Himmel 29 7% 51,8 12,5 1 83 ESE 2 3 Sonnenschein Höchste Temperatur am 27. bis 28. Juli 1915 n d. Riedrigste„„,„„„ n n, Niederschlag: 0,0 mm. — e.*— Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. Die nordwestliche Depression ist ostwärts vorgedrungen und lagert mit ihrem Kern über Slandinavien. Unter dem Einfluß des auf ihrer Rückseite ansteigenden Lustdruckes werden wir auch weiter trockenes Wetter erwarten dürsen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 30. Juli 1015: Ziemlich heiter, trocken, etwas wärmer, nordwestliche Winde. . N 5 5 eetzte Nachrichten. Zum Jahrestag des Kriegsausbruchs. i. Köln, 29. Juli. Eine Sonderausgabe des„Kirchlichen Anzeigers“ für die Erzdiözese Köln enthält eine Verfügung des Kölner Kardinals von Hartmann, wonach am nächsten Sonn⸗ tag, dem Jahrestage des Kriegsbeginns, besondere Dank⸗ und Bittgottesdienste in allen katholischen Kirchen der Erzdiözese Köln abgehalten werden sollen. Die Lage am Isonzo. i. Köln, 29. Juli. Der Sonderberichterstatter der„Lö ln. Volksztg.“ hatte gestern eine Unterredung mit General Bor ö⸗ witz, dem Besehlshaber der österreichischen Südarmee, der sich sehr zuversichtlich über den Stand der Operationen am Isonzo aussprach. Der General lud den Journalisten ein, die äußerste Linie zu besichtigen, um sich aus eigener Anschauung von der Zuversicht und dem Selbstvertrauen der Oesterreicher zu über⸗ zeugen. Der General erklärte, die zweite Isonzoschlacht, die seit neun Tagen zwischen dem Dobardoplateau und der Stadt Görz mit allen Kräften wüte, stehe durchaus günstig für uns. Nach zehn Wochen der Kriegführung stehe der Feind immer noch genau da, wo er bei Anfang seines Feldzuges gestanden habe. 0 Eine Kritik der Isonzoschlacht. Genf, 29. Juli.„Guerre Mondiale“ bespricht den Verlauf der ersten sechs Tage der Isonzoschlacht und sagt unter anderem: Die Italiener wissen recht gut, daß ihre Stunde geschlagen hat, wenn die Oesterreicher die Russen abgefertigt haben; deshalb ihre verzweifelten, aber fruchtlosen Angrisse gegen die Isonzofront. Aus neutralen Mitteilungen über die Schlacht geht hervor, welche furchtbaren Verluste die Italiener bisher erlitten haben. Im Juli wurden ihnen drei Korps außer Gefecht gesetzt. Die Lazarette von Piemont und der Lombardei sind mit Verwun⸗ deten überfüllt. Die italienische Schlappe in Libyen. Köln, 29. Juli. Die„Morning Post“ läßt sich aus Rom melden: Die italienische Presse macht Anspielungen auf die Zustände in Libyen.„Giornale d'Italia“ macht seine Leser darauf aufmerksam, daß die Lage in Tripoli⸗ tanien sich zu verschlechtern drohe. Die italienischen Besatzungen sind nach der Küste zurückgekehrt. Der italienische Flaggenbetrug. Athen, 29. Juli. In der Angelegenheit des italienischen Kriegsfahrzeuges, das, unter griechischer Flagge fahrend, von einem griechischen Torpedobvot aufgegriffen und nach Korfu gebracht worden war, hat jetzt die italienische Regierung die Kühnheit gehabt, anzufragen, wie Griechenland dazu komme, ita⸗ lienische Kriegs fahrzeuge anzuhalten. Die grie⸗ chische Regierung hat nun ihrerseits unter Vorlage eines eingehen⸗ den Berichtes der Behörden von Korfu mitgeteilt, daß nur ein die griechische Flagge führendes Kriegsfahrzeug aufgegriffen wurde und nochmals um Aufklärung ersucht, wie das italienische e dazu komme, die griechische Flagge zu ühren.. 2 Das aussichtslose Dardanellenabenteuer. Sofia, 29. Juli. Wie das hiesige Blatt„Ultro“ meldet, hat General Hamilton einem Journalisten in einem Interviem mitgeteilt, daß an eine Fortsetzung der Dardanellenbezwingung nicht zu denken sei. Ein neuer Angriff habe nur dann Aus⸗ sicht auf Erfolg, wenn es gelinge, mit einem der Balkanstaaten ein Abkommen zu treffen. Eine solche Vereinbarung müßte sich aber in jedem Falle darauf stützen, daß der betreffende Staat min⸗ 5 5 4 9 75 4 * bestens selbst aktiv eingreife oder den Durchmarsch einer russischen Armee gestatte. Ein schwedischer Professor über Deutschlands Ueberlegenheit. Stockholm, 29, Juli. Der bekannte schwedische Professor der Nationalökonomie Sechser kam dieser Tage von einer Pale nach Deutschland, Holland und der Schweiz zurück, wo er die wirtschaftliche Wirkung des Krieges studiert hatte. In einem Interview sagte er: Deutschland ist ohne Zweifel das Land, das si augenblicklich am besten steht und alles deutet darauf hin, dug Deutschland, so lange es wünscht, aushalten kann. In England hatte man vor dem Kriege nichts getan, um die Industrie den Kriegsver⸗ hältnissen anzupassen. Die englische Ober- und Mittelklasse sind völlig mobil gemacht zur Verteidigung des Landes, aber bei den Ar⸗ beiterklassen zeigen sich die nicht zu klein anzurechnenden Symptome von Streikgefahr. In Frankreich merkt man sofort, wie übel es steht. Die Staatssinanzen sind in einem jämmerlichen Zustände. Die Industrie leidet durch die deutsche Okkupation; es ist zweifelhaft, ob Frankreich jemals wirtschaftlich auflebt. Ich bin überzeugt, sagte der Professor, daß nur politische und militärische Gründe dem Krieg ein Ende machen können, nicht wirtschaftliche. Die Stimmung im russischen Volk. Petersburg, 29. Juli. Die Dumaabgeordneten versammeln sich allmählich und bringen Stimmungsberichte aus ihren Wahlkreisen mit. Der Finanzminister Bark hat sich die offene Feindschaft der sozialistischen und der Arbeiterparter zu⸗ gezogen, indem er Vertreter sämtlicher Fraktionen mit Aus⸗ nahme dieser beiden zu einer Konferenz über die beabsichtigte weitere Notenausgabe in Höhe von einer Million Rubel zu sich eingeladen hatte.— Ein großer Teil der Abgeordneten befindet sich noch in Moskau, wo der russische Städtetag nach großen 9 endlich von der Regierung Erlaubnis erhalten t, zu tagen. Ausstände in Petersburger Militärfabriken. Genf, 29. Juli. Pariser Meldungen wissen von nicht un⸗ bedenklichen Ausständen zu berichten, die in mehreren Peters⸗ burger Werken und Fabriken ausgebrochen sind, die mit Herstellung von Kriegsmaterial beschäftigt sind. Der Kommandant von Pe⸗ tersburg, General Rußkij, ließ sofort durch öffentliche An⸗ schläge zur Wiederaufnahme der Arbeit auffordern und befahl, die strengsten Maßnahmen zu ergreifen, damit die Betriebe keine Stö⸗ rung erleiden. Trotzdem müssen mehrere Werke noch mit hal⸗ bem Betriebe arbeiten. SsS SSS SS SS SSS SS SSS Der Taglöhner Heinrich Volk in Gießen ist Der Spenglermeister ginbächer Gießener Freilichtbühne 6 1900) (Künstlerische Oberleitung: Direktor Steingoetter.) Einzige Wiederholung! Wohltätigkeits vorstellung! Samstag, 31. Juli 1915 abends 8 Uhr im Stadttheater — Spielleitung und Titelrolle: Willy Werner Göttig— Es gelten die Volkspreise des Stadttheaters: M. 1.50, 1.—, 60 und—.30. Vorverkauf bei E. Challier, Neuenweg. E In das Genossenschaftsregister unterzeichneten Gerichts wurde heute eingetragen bezüglich der Bestattungsgenossenschaft der freien Schreiner-Ver⸗ einigung, e. G. m. b. H. zu Gießen: Nach Beendig⸗ ung der Liquidation ist die Vertretungsbefugnis der Liquidatoren Georg Haubach zu Gießen und Wilhelm Weigel daselbst erloschen. Gießen, 27. Juli 1915. Großherzogliches Amtsgericht. Unler Protektorat Inrer Haiserl. u. 1 Hobeil der rau Kronprinzessin. Junge Mädchen aus achtbarer Familie in Giessen oder Umg., welche einige Tage in der Woche vaterländisch tätig sein wollen, werden ersucht, ihre Adresse schriftlich in der Geschäftsstelle des Giessener Anzeigers anzugeben. 62²7 5 Frau Hedwig Lindner geb. v. Schirp. 6224 . 9 85 9 0 1 „„ ˙!N«% n durch Beschluß des unterzeichneten Gerichts vom 23. Juli 1915 wegen Trunksucht entmündigt. oa Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Von Freitag ab Urossef Obsfverkauf im Lager Hinter der West⸗Aulage 3, Haubachs Hof. 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