Erstes Blatt Der Sießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; zweimal wöchentl. Krels⸗ blatt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Feitfragen Jerusprech- Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleß 1 Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. me von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Eine gegen General v. Gallwitz gerichtete völlig gescheitert. Die neue Tätigkeit u (TB.) Großes Hauptquartier, 27. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Schwache französische Handgranatenangriffe nördlich von Souchez und Sprengungen in der Gegend von Le Mesnil in der Champagne waren erfolglos. In den westlichen Argonnen besetzten wir einige feindliche Gräben. Auf die Beschießung von Thiaucourt antworteten wir abermals mit Feuer auf Pont⸗a⸗Mousson. In den Vogesen setzte sich der Feind gestern abend in den Besitz unserer vordersten Gräben auf dem Lingekopf (nördlich von Münster). Bei Roncg(nordwestlich von Taurcoing) wurde ein französisches, bei PéEronne ein englisches Flugzeug zum Landen gezwungen; die Insassen sind gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Ein Vorstoß aus Mitau wurde von uns abgewiesen. Zwischen Poswol(südlich von Mitau) und dem Niemen folgen wir dem weichenden Gegner. Die Russen versuchten gestern, unsere über den Narew vorgedrungenen Truppen durch einen großen, einheitlichen, aus der Linie Go wo ro wo(östlich von Rozan)— Wys⸗ c kow—Serok(südlich von Pultusk) angesetzten Angriff . Die russische Offensive scheiterte vollig 3319 KRussen wurden gefangen 13 Ma⸗ schinengewehre erbeutet. Oestlich und südöstlich von Rozan drangen unsere Truppen hinter dem geworfenen Feind nach Osten vor; am Pruth südlich von Pultusk wird noch hartnäckig gekämpft. Vor Nowo⸗Georgiewsk und Warschau keine Veränderung. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Vor Iwangorod nichts Neues. Nördlich von Hrubiescow warfen wir den Fe ind aus mehreren Ortschaften und nahmen 3940 Ru ssen (Darunter 10 Offiziere) gefan gen. 8 Im übrigen ist die Lage bei den deutschen Truppen des Generalfeldmarschalls v. Mackensen unverändert. Oberste Heeresleitung. 0„ Die Hoffnung auf Rußland haben England und Frank- reich wohl fahren lassen. Desto unruhiger sehen sie sich nach anderer Hilfe um. Aber die Balkanstaaten haben ein Haar in der englischen Suppe gefunden; die sich in ihrer eignen Mitte und im Wettbewerb mit Italien entwickelnde Riva⸗ lität ist zu groß, als daß einer von ihnen es wagen könnte, die Feder mit der Kugelbüchse zu vertauschen. Mit neuem Glanze sehen sie den Stern der Zen ralmächte aufsteigen, und so sehen sie dem blutigen Spiel i Osten staunend und erschüttert zu, um später vielleicht ihre Neigungen in eine ganz andere Richtung zu lenken. Vielleicht schlägt noch ein⸗ mal die Stunde, wo Bulgarien den Stein ins Rollen bringen und das anmaßende Serbien züchtigen wird, das ihm immer unbequemer in den Weg tritt. Bulgariens Ge⸗ treideausfuhr auf der Donau ist gesperrt, und da England den Ausfuhrhafen Dedeagatsch blockiert hat, so spricht man von einem vielleicht bevorstehenden bulgarischen Ultimatum an Serbien, damit dieses die Minen in der Donau beseitige und den Donauweg öffne. Griechenland hat in seiner Auseinandersetzung mit England angeblich ein gewisses Ent⸗ gegenkommen gefunden, aber die Willkür der britischen Seebeherrscher wird doch immer größer und unerträglichex. Ein Beweis dafür sind die nachstehend wiedergegebenen Kla— gen schweizerischer Blätter, die sich lebhaft dagegen wenden, daß man ihre Einfuhr zu beschränken sucht. Der Einfuhr⸗ trust, den England ins Werk gesetzt hat und gegen dessen unlautere Spitze wider die unbeschränkte schweizerische Neu- tralität die erwähnten Blätter mit berechtigtem Unmut sich wenden, findet ein noch übler beschaffenes Gegenstück dort, wo England die ganze Macht seiner Willkür ungedämpft schalten lassen kann: zur See. Der kurze Auszug aus der neuesten englischen Antwortnote an Amerila sagt uns schon gerade genug. Man hält sich in London für befugt, den Be⸗ darf der neutralen Staaten an Warenzufuhr nach eng⸗ lischem Maß zuzumessen, man will„die Höhe des ge— wöhnlichen Verbrauches solcher neutralen Länder bestim⸗ men, die mit Deutschland sich nicht freiwillig auf einen feindseligen Fuß stellen möchten. So werden die Nordstaaten, die Niederlande drangsaliert, so die Schweiz, Griechenland und Bulgarien. Hier sieht also Präsident Wilson die ganze Wucht der entscheidenden Frage auf seine m Schreibtisch aufgetürmt! Wo bleibt hier das Recht der neutralen Staaten, ihre freie Selbstbestim— mung, für die Amerikas Politik sich so sehr ins Feuer legt? Die deutsche Regierung müßte unseres Erachtens mit der Beantwortung der neuesten Unfreundlichbeiten des ameri- kanischen Präsidenten warten, bis er an England eine klare und bündige Antwort erteilt hat. Uns, das heißt der deut- schen Regierung gegenüber, hat Herr Wilson in schnöder Weise den Kopf in den Sand gesteckt, als er auf die deutsche Note erwiderte, was andere krieg⸗ 8 Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch- und stei 165. Jahrgang ner An er für Obe eindruckerei R. Lange. Schriftleitung, angeblichen„Unerheblichkeiten“ nicht im Aktenstaub ver⸗ sinken lassen. Erfreuliche neue Nachrichten geben uns die Gewißheit, daß die deutschen Unterseeboote von ihrer für Deutschlands Sache so wichtigen Tätigkeit nicht zurück⸗ gehalten werden. Man blicke unter die heutige Rubrik Seekrieg und erkenne, welch kräftige Hiebe Englands Handel neuerdings wieder getroffen hat. Das Inselreich hat eine schlechte Ernte zu erwarten— um so besser! Wir können keine Rücksicht darauf nehmen, daß die Briten ihre Zufuhr aus den Vereinigten Staaten erhalten. Unter den neuer⸗ dings von deutschen U Booten versenkten Schiffen befindet sich auch ein amerikanischer Dampfer! Er war mit einer Flachsladung, also Bannware, von dem russischen Hafen Archangelsk nach Belfast unterwegs; seine Mann- schaft wurde gerettet. Der Fall beweist, daß Deutschland auch heute noch an seinen Grundsätzen festhält, und Herr Wilson keinen Grund hatte, zu höhnen, die deutschen Unter— seeboote hätten aus Furcht vor Folgen ihre Taktik geändert. Nach einer neuesten Meldung haben wieder eine Reihe von Amerikanern auf einem britischen Schiff die Reise nach dem Kontinent angetreten. Sie tun es auf ihre eigene Rechnung und Gefahr. Wie wir aus einem uns aus St. Louis von einem deutschen Leser übermittelten deutsch-amerikanischen Zeitungsblatt entnehmen, hat der frühere Staatssekretär Bryan nach seinem Rücktrikt aus dem Amte erklärt, zwei Maßregeln seien zu befürworten; 1. Vorschlag einer Unter— suchung durch einen internationalen Ausschuß, 2. eine War⸗ nung an Amerikaner, nicht auf Schiffen kriegführender Nationen oder auf Schiffen, die Munition befördern, zu reisen. Bryan sügte wörtlich hinzu: „Warum sollte es einem amerika stattet sein, sein Land dadurg wickeln, daß er auf Schiffe er weiß, daß dieses Sch if, Belterpe g ere f Schiff ölkerre⸗ erechtigt ist, au iff e 9 e zu reisen. Die Frage ist, ob er nicht aus Rücksich sein Land, wenn nicht aus Rücksicht auf seine eigene Sicherheit die Gefahr vermeiden sollte, wenn es möglich ist, die Gefahr zu vermeiden. „Präsident Taft riet Amerikanern, Mexiko zu verlassen, als dort die Revolution ausbrach, und Präsi⸗ dent Wilson hat denselben Rat gegeben. Der Rat war meines Erachtens sehr weise und ich denke, daß derselbe Kurs mit Bezug auf Warnungen an Amerikaner befolgt werden sollte, den Schiffen, die Angriffen ausgesetzt sind, fern zu bleiben. „Ich bin außerdem der Ansicht, daß amerikanischen Passa⸗ gierschüffen nicht erlaubt sein sollte, Munition zu be⸗ fördern. Das Leben von Passagieren sollte nicht durch Mun i⸗ tionsladungen gefährdet werden, ob die Gefahr von der Möglichkeit innerer Explosionen oder von Angriffen von außen kommt. Passagiere und Munition sollten nicht zusammen befördert werden. Der Versuch, Amerikaner davon abzuhalten, sich der⸗ artigen Gefahren auszusetzen, ist durchaus vereinbar mit dem Be— mühen unserer Regierung, Angriffe von Seiten der Tauchboote zu verhindern.. Wir wissen nicht, ob Herr Wilson die M früheren Mitarbeiters für unerheblich hält. er ein Amerikaner, der auf die Rechte seines Volkes bedacht ist so gut wie Herr Wilson. Eine etwaige neue deutsche Note könnte vielleicht auch Bryans Vorschläge in den Kreis ihrer Erörterungen ziehen. 2 r ge⸗ ver⸗ nischen Bürge i einung seines Jedenfalls ist Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 27. Juli.(TB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 27. Juli 1915 mittags. Russischer Kriegsschauplatz. Seit der Erstürmung von Sokal durch unsere Truppen wurde südöstlich der Stadt um den Besitz einer Höhe ge⸗ kämpft, die für die Behauptung der Bugübergänge besonders wichtig ist. Gestern stürmten unsere tapferen Regimenter diese Position, wobei wir 20 Offiziere und 3000 Mann gefangen nahmen und fünf Maschinengewehre erbeuteten. Die Kämpfe nördlich Grubieszow schrei⸗ ten erfolgreich fort. Sonst ist die Lage im Nordosten un⸗ verändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Unter dem Schutz des gestern früh eröffneten Artillerie— massenfeuers griffen die Italiener das Plateau von Do berdo mit verstärkten Kräften abermals an. Der Ansturm scheiterte unter größeren Verlusten denn 655 Nach erbitterten Nahkämpfen blieben unsere Truppen auch an diesem neunten Schlachttage im vollen Besitz ihrer alten Kampfstellungen am Plateaurande. An den übrigen Teilen der küstenländischen Front und dann im Kärntner und Tiroler Grenzgebiet hat sich nichts Wesentliches ereignet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der russische Rückzug. Berlin, 27. Juli.(Priv.⸗Tel.) Die„B. 3.“ meldet aus Christiania:„Aftonposten“ wird aus Petersburg über Paris gemeldet, der russische Generalstab habe be— fohlen, die Zivilbevölkerung aus den Städten führende Staaten machten, scheide für ihn bei der Ausein— anderletzung mit Deutschland aus. Wir aber wollen diese 4 71 zeiger rhessen * ö 1 Mittwoch, 28. Juli 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. mssische Offenstde nserer U⸗Boote. schaffen; ebenso seien in Warschau und Riga sämtliche Hospitäler, Gefängnisse und Schulen geräumt worden. Berlin, 27. Juli.(Privatmeldung.) Die„Voss. Ztg.“ meldet aus Petersburg: Der Gouverneur von Livland hat alle Kreischefs angewiesen, die gesamte Bevölke- rung angesichts des vordringenden Feindes fortzu⸗ schaffen. Zurückbleiben dürfen nur Juden, ferner Frauen christlicher Konfessionen und Männer unter 18 und über 45 Jahren. 17 Petersburg, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Ma⸗ rineministerium macht strenge Vorschriften für die Schiffahrt im Weißen Meer bekannt. Zum Schutz vor einem deutschen Angriff auf Archangelsk sind viele Minen gelegt und Küsten⸗ batterien dorthin verlegt worden. n Der russische Bericht. 4 Petersburg, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Der Ge⸗ neralstab teilt mit: In der Richtung von Tukkum gegen 29 Schlack wurde am 24. Juli die begonnene Offensive des Feindes 3 mit Hilfe des Artilleriefeuers der Kriegsschiffe zurückgewiesen. Zwischen Devina und Njemen näherte sich der 9 Feind am 25. Juli der Front Ponevjesh—Cheidany; bei den Vorwerken südwestlich von Kownu sind Kämpfe 0 im Gange. 1 An der Narewfront setzt der Feind erfolglos die Angriffe gegen unsere Stellungen am Pissaflusse bei dem Dorfe Servatkt fort. Südlich von Rozan drängten wir die Deutschen, die den Narew überschritten, nach einem hartnäckigen Zusammenstoß em Winkel an der Flußmündt * Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Weichselufer dauern die Kämpfe fort. Angriffe des Fein gegen die Außenwerke von Iwangorod wurden. Erfolg zurückgewiesen. g g Zwischen Weichsel und Wie prz Artilleriekämpfe. Zwi⸗ schen Wieprz und Bug dauert die Schlacht mit großer Heftig⸗ keit sort. Am 25. Juli unternahm der Feind an der ganzen Front Angriffe mit Ausnahme in der Gegend in unmittelbarer Nachbar schaft des Wieprz. Im Norden von Grubeschow ergriff der Fein 1 die Offensive mit großer Energie und bedeutenden Streitkräften. Nichtsdestoweniger schlugen unsere Truppen fast alle feindlichen Angriffe ab und unternahmen gelungene Gegenangriffe. Mit Ausnahme einiger Dörfer, die von einer Hand in die andere übergehen, blieb die Front unverändert. Am Bug, an der Zlota Lipa und am Dujestr keinerlei Gefecht. Die Kämpfe im Kaukasus. Petersburg, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der; Generalstab der Kaukasus⸗Armee teilt mit: In der Gegend der Küste wiesen wir die türkische Teiloffensive gegen unsere rechte Flanke zurück. In der Richtung Much sind auf 2 breiter Front Kämpfe im Gange. An den übrigen Front⸗ teilen kein Kampf. a ** * Angriff eines österreichischen Geschwaders. Rom, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Zeitungen melden, daß ein österreichisches Geschwader, be— stehend aus einem leichten Kreuzer und vier Torpedojägern, die Küstenbahn zwischen Senigallia und Besare beschossen habe. Einige Schüsse seien auch auf die Städte Fana und Senigallia abgegeben worden. Fast gleichzeitig hätten zwei Wasserflugzeuge Ancona mit Bomben belegt. Bei beiden Unternehmungen sind keine Menschen⸗ J leben zu beklagen, der Sachschaden ist gering. Kämpfe in Tirol. 25 Berlin, 28. Juli. Nach einer Meldung des„Berliner Lolalanzeigers“ aus Innsbruck haben in den letzten Tagen in unmittelbarer Nachbarschaft des Monte Adamello blutige Kämpfe zwischen Tiroler Grenzschutztruppen und Alpini stattgefunden. Die Italiener wollten die Tiroler durch einen Ueberfall überraschen. Die Tiroler kamen ihnen aber zuvor und rieben die Italiener, eine ungefähr 100 Mann starke Abteilung, völlig auf. Die unsrigen beklagen den Heldentod von 10 Tapferen, unter ihnen drei Inns⸗ brucker Alpinisten. Der Kampf wurde in einer Höhe von 3220 Metern ausgefochten. 8 Der italienische Bericht. Rom, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Kriegsbericht vom 26. Juli, abends 6 Uhr: Gestern rückte unsere Infanterie nach der üblichen wirksamen Vorbereitung durch das Feuer der Artil⸗ lerie am unteren Isonzo vor und erzielte bedeutende Fort⸗ 9 0 schritte. Auf unserem linken Flügel wurde von uns ein aus⸗ gedehntes, bewaldetes Gelände, genannt Kapuzinerwald, erobert. Im Zentrum wurden Schützengräben, die der Verteidigung dei Kette von San Martino im Karst dienten, genommen. Auf de Wilna, Grodno, Kowno und Bialystok fortzu⸗ rechten Flügel wurde der Monte Fei bei Busi mehrmals erob maleder verloren und blieb endlich zum größten Teil in unsen Besitz. Der Kampf entwickelt sich überall mit Erbitterung, besonders 77 alzeitung“ aus Bern: un billigen wirtschaftlichen Druck von außen T 5 2 a m den Warder, in denen der Feind sich stark verschanzte, uud aus welchen er mit dem Bajonett vertrieben werden mußte. Der Gegner machte ebenfalls ausgiebigen Gebrauch von Bomben und Granaten, die erstickende Gase verbreiten. Unsere Truppen schützen sich hiergegen mit Masken. Bis zum Ende des Tages fielen un⸗ * efähr 1600 Gefangene, darunter 30 Offiziere, in unsere Hände. Bam Rest der Front werden keine Ereignisse von besonderer Be⸗ deutung gemeldet. . Zürich, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Die„Zürcher Nachrichten“ glossieren die Art der Berichterstattung der Agenzia Stefani. Diese habe wohl den deutschen Bericht über den Durchbruch am Narew verbreitet, aber die große Beute an Gefangenen und Material fortgelassen so daß als Ergebnis der zehntägigen Erfolge im Osten 1750 Mann figurieren. 1 N 1 Das deutsch⸗italienische Verhältnis. 5 Berlin, 28. Juli. Der Berliner„Lokalanz.“ meldet aaus Chiasso: Ein Rundtelegramm des Ministerpräsidenten aan alle Grenzbehörden benachrichtigt dieselben, daß allen deutschen Reichsangehörigen ohne Erlaubnis des * Ministeriums der Eintritt in Italien verboten ist. 1*** f . Ein französisches unterseeboot in den Dardanellen versenkt. 5 Konstantinopel, 26. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Vormittags um 8 Uhr brachten wir das franzssische Unterseeboot„Mariette“ in der Meerengezum Sinken. 31 Mann der Besatzung wur⸗ den gefangen genommen. Bei Ari Bur nu warfen wir am 24 Juli Bomben und verursachten einen Brand in den feindlichen Schützen⸗ gräben. Am 25. Juli zerstörte unsere Artillerie einen Teil der feindlichen Gräben und die Drahthindernisse gegenüber unserm linken Flügel. Sie beschoß die Stellungen und rückwärtigen Ver⸗ bindungen des Feindes und brachte ihm erhebliche Verluste bei Bei Sedd⸗ül⸗Bahr Infanteriefeuer und Geschützkampf mit Unterbrechungen. Die feindliche Artillerie verwendet weiter Stick⸗ deagsgeschosse. An 25. Juli nahm bei Sed. ul. Bahr eine fleine ftlürkische Erkundungsabteilung des linken Flügels einen Teil der feindlichen Schützengräben fort, vernichtete die Verteidiger und er⸗ bentete 400 Gewehre mit Munition und Säcke voller Bomben. Un⸗ sere Küstendatterien beschossen die Stellungen und Lager des Feindes 51 an der Kuste von Sedd⸗ul⸗Bahr mit Erfolg. Der Feind erwiderte ohne Wirkung. Feindliche Flieger warfen Bomben auf das 1 Lazarett von Halil Pascha, obgleich das Zeichen des Roten Halb⸗ mondes wagerecht über dem Lazarett ausgespannt und deutlich sicht⸗ bar war. An den anderen Fronten nichts Bemerkenswertes. 0 Konstantinopel, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Daunpt quartier teilt mit: An der Dardanellenfront 5 1 * * in Nacht vom 25. zum 26. Juli und im Laufe des 26. Juli bei Ari Burnm und Schd⸗l⸗Babr auf beiden Seiten Geschütz⸗ und Ge mit Unterbrechungen. Auf den nichts von Bedeutung. 5 Die Lage Griechenlands. Athen, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Agence Havas. Die griechisch⸗englischen Unterhandlungen über die Durchsuchung von Schiffen scheinen zu einem be⸗ friedigenden Ergebnis zu führen. Die englische Re⸗ 1 5 ist gewillt, ihr Durchsuchungsrecht zu mildern infolge der von der griechischen Regierung getroffenen strengen Maßnahmen, um die Ausführung von Kontre⸗ bande zu verhindern. Athen, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Von unserem übrigen Fronten, 2 9 Sonderberichter. iechische Geschäftsträger hat seiner Wegen die Serhakn be N mittelt, die feststellt, daß in der Türkei keine Grie⸗ e gen stattfinden und die getroffenen Maßnahmen allein aus militärischen Gründen erfolgt sind. Die Antwort betont das Interesse der Türkei an freund- schaftlichen Beziehungen zu Griechenland. Es verlautet, eine 4 8 ausführliche Antwort werde von der Pforte vor⸗ * ereitet. 4 3 Aus Bulgarien. a Die„B. Z.“ meldet aus Sofia: Mit den fortschreitenden Erntearbeiten macht sich unter der Bevölkerung eine wach⸗ sende Strömung bemerkbar, die darauf abzielt, daß der Weg für die Ausfuhr des bulgarischen Getreides auf der Donau geöffnet werde. Laut werden immer mehr Stimmen, die energische Vorstellungen in Serbien fordern, daß dieses den Donauweg öffne. Die bulgarische Regierung solle 5 nötigenfalls ein Ultimatum stellen oder Zwangsmaßregeln anwenden. Der Druck der Feinde auf die Schweiz. * Basel, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Ueber den Ein⸗ 4 fuhrtrust sagt eine telegraphische Korrespondenz an die„Na⸗ 2 enn die verhandelnden Mächte durch 5 Sperren eine Gefügigkeit und Nachgiebigkeit zu erreichen suchten, so wäre es eine arge Mißrechnung. Gerade die entgegengesetzte irkung wird die von den Staaten des Dreiverbands in Szene gesetzte Politik der Daumenschrauben erzeugen, wenn sie nicht auf⸗ 5 2 Wie ein Mann wird das ganze Schweizer Volk sich um den Bundesrat scharen und seinen Widerstand mäch⸗ tig stärken. Die Schweiz kann nicht einem Abkommen zustimmen, das ste mit gebundenen Händen der Willkür der einen Kriegspartei ausliefert. Sie muß darauf bestehen, daß ihrer Volkswirtschaft die Bewegungsfreiheit gesichert bleibt, ohne die sie ihre Funktion nicht erfüllen kann. Die Schweiz muß wirkliche Bürgschaften in dieser Beziehung besitzen. Auch um der Neutralität willen muß die Schweiz darauf halten, daß sie politischwie wirtschaft, lich selbständig bleibt und nicht von der Gnade oder Un⸗ gnade der einen Kriegspartei abhängig ist. 5 Bern, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Bund“ 7 * weist in einem Leitartikel auf die Hemmungen für die Erledigung der Verhandlungen über den Einfuhrtrust hin, die auf dem Gebiete der Kompensationsmöglichkeit lägen. Das Blatt findet es undenkbar, daß man an der Ehrlichkeit der Schweizer Neutra⸗ lität zweifle, und betont, daß das Land seinen geraden Weg gehe, und weist entschieden jeden Versuch zurück, es von diesem Wege abzubringen. Unser nationales Selbstbestimmungsrecht, ißt es in dem Artikel, verlangt, daß wir Herr über unsere Ent⸗ chlüsse bleiben. Leider sind deutliche Anzeichen dafür vorhanden, daß dieser Grundsatz in der Werdezeit des Trustes durch einen er efährdet wird, indem Waren, deren unser wirtschaftliches 5 N 5 5 bedarf, zurückgehalten werden. Dies sind nach dem Willen des Schweizervolkes nicht die Mittel und Wege zum Ziele, das heißt, zu einer Vereinbarung. Der„Bund“ erinnert schließlich an die Worte des Bundesrats Hoffmann im Ständerat, daß bei Nichtzustandekommen der Vereinbarung neue Opfer willig getragen werden müßten. Eine schweizerische Zensurverordnung. Bern, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bundesrat hat eute eine Zensur verordnung erlassen, die u. a. folgende estimmungen enthält: Die militärische Preßkontrolle — 4 ausschließlich militärische Nachrichten. Sie wird ausgeübt gemüß der Verordnung über militärische Nachrichten. Die poli⸗ tische Preßkontrolle betrifft alle für die Oeffentlichkeit bestimmten Drucksachen in Schrift und Bild mit Einschluß ähn⸗ N Vertreter des Vereins Schweizer Presse angehören. Zuwider⸗ handlungen gegen die Anordnungen der Preßkommission werden gemäß der Verordnung, betr. die Strafbestimmungen für den Kriegszustand, bestraft. Die Zensurverordnung tritt am 31. Juli in Kraft. Ueber den Zeitpunkt der Außerkraftsetzung wird der Bundesrat Beschluß fassen. g Die Ernte in England und Schutzzollgedanken. Kopenhagen, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.)„National⸗ tidende“ schreibt: Der Krieg richtet in besonderem Maße die Auf⸗ merksamkeit auf die Versorgung Englands mit Lebensmitteln. Des⸗ halb war es für die englischen Nationalökonomen von größtem In⸗ teresse, so zeitig wie möglich zu erfahren, wie die Ernte in England ausfallen würde. Man malte sich ernsthaft aus, in welch höherem Grade der Verbrauch durch eine erhöhte landwirtschaftliche Pro⸗ duktion gedeckt werden könnte. Aber eine intensivere Bearbeitung des Bodens, die viele Lehrer der Landwirtschaft im vorigen Jahr dringend befürwortet hatten, fand nicht statt. Hierzu kommt, daß die jetzige Ernte in England alles eher als gut ist. Der Weizenertrag ist niedriger als der Durchschnitt von 1905 bis 1914, die Gersten⸗ ernte um 9 Prozent niedriger, die Haferernte um 8, die Ernte an Bohnen um 6, jene an Kartoffeln um 5 Prozent niedriger. Die Ernte an Klee und Heu ist durchschnittlich schlecht. Ob die Ursache in geringerer Düngung wegen des Fehlens des deutschen Kalkimports oder in anderen Umständen liegt, ist zweifelhaft. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, daß der Gedanke des Schutzzolles für englische Landesprodukte und der weitere Ge⸗ danke erwogen wird, durch Zölle die heimatliche Produktion auf⸗ zumuntern. In der ganzen Welt, besonders in Dänemark, wird man mit größter Spannung die Entscheidung der Frage verfolgen. Die englischen Gesamtverluste. Berlin, 28. Juli. Wie die„Berliner Morgenpost“ aus Holland erfährt, betragen die englischen Gesamt⸗ verluste auf allen Kriegsschauplätzen seit Beginn des Krieges an Offizieren 4000 tot, 8330 verwundet und 1383 vermißt; an Mannschaften tot 57384, verwundet 188 190, vermißt 62 502. Der Jahrestag der Kriegserklärung in England. London, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Den anläß⸗ lich des Jahrestages der Kriegserklärung am 4. August im ganzen Lande stattfindenden Versammlungen soll folgende von Asquith genehmigte Ent⸗ schließung unterbreitet werden: An diesem Jahrestage der Erklärung des rechtmäßigen Krieges gibt die Versammlung der Bürger dieser Stadt ihren unerschütterlichen Entschluß kund, den Kampf bis zu einem siegreichen Ausgange fortzusetzen, um die Ideale der Freiheit und Gerechtigkeit zu erhalten, die die ge— meinsame, geheiligte Sache der Verbündeten ausmachen. Der Mangel an Farbstoffen in England. Basel, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die„National- zeitung“ meldet aus London: Der Mangel an Farbstoffen in der englischen Industrie macht sich immerstärker fühlbar. Ein Rundschreiben des englischen Fabrikantenverbandes lautet: Mit Bedauern müssen wir die Händler benachrichtigen, daß wir wegen der Schwierigkeiten und der Kosten der Beschaffung von Farbstoffen nicht mehr in der Lage sind, uns für die Haltbarkeit der Farben zu verbürgen. Unser Bedauern darüber wird noch dadurch erhöht, daß, nachdem in vielen Fällen die Kosten der Farbstoffe um mehrere Hundert gestiegen sind, die weitere Beschaffung über⸗ haupt in Frage gestellt ist. *** Der Seekrieg. Ein amerikanischer Dampfer versenkt. Rotterdam, 27. Juli(WTB. Nichtamtlich.) Der„Maas— bode“ meldet aus London: Ein deutsches Unterseeboot versenkte gestern den amerikanischen Dampfer 0 1377 Nettotonnen, von Archangelsk nach Belfast unterwegs. Die Besatzung wurde gerettet.(Das Schiff hatte Flachs geladen; Flachs ist Bannware.) London, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus Washington: Die Torpedierung der „Leelanaw“ macht in amtlichen Kreisen tiefen Eindruck. Da Einzelheiten fehlen, sprechen sie sich nicht darüber aus, ob das Er⸗ eignis mit der letzten amerikanischen Note in Verbindung ge⸗ bracht werden müsse. Die Besatzung des Schiffes wurde gerettet. Rotterdam, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Rotter⸗ damsche Courant“ meldet aus London: Die 29 Mann zählende Be⸗ satzung des Dampfers„Leelanaw“ wurde gestern in Kirkwall ge⸗ landet. Als die Leute das Schiff geräumt hatten, gab das Untersee⸗ boot ein Dutzend Schüsse ab und schoß dann ein Torpedo ab. Die Besatzung wurde an Bord des Unterseebootes genommen und dort gut behandelt. Das Unterseeboot brachte sie bis in Sicht der Küste, ließ sie, als am Horizont eine Rauchsäule aufstieg, in die Boote gehen und tauchte unter. Ehe„Leelanaw“ angegriffen, wurde, sah man, wie in der Ferne zwei Schiffe, wovon eines offen⸗ bar ein britisches war, in den Grund gebohrt wurden. * 3 Eine neue Herausforderung. Berlin, 28. Juli. Der“„Deutschen Tagesztg.“ wird von ihrem Kopenhagener Berichterstatter gemeldet, daß wiederum eine ganze Reihe amerikanischer Bürger die Reise nach dem Kontinent auf dem britischen Dampfer„Adriatic“ angetreten haben, der nach der Aufstellung der New Porker Zoll⸗ behörde u. a, folgende Güter an Bord hatte: 1995 Kisten Patronen, 190 Kisten Zünder, 30 Kisten ungeladene Granaten, 182 Kisten ungeladene Handgranaten, 6 Kisten Revolver, 4 Kisten Gewehre, 3918 Rollen Stacheldraht, 1296 Pakete anderen Draht, 95 Auto- mobile, 5 Lastzüge, 41 Flugzeuge und 15867 Barren Kupfer, sowie große Mengen Messing und Stahl, die gleichfalls zur Herstellung von Kriegsgegenständen be⸗ stimmt sind. 1 Kopenhagen, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der dänische Dampfer„Nogill“ von Goeteborg nach dem Tyne mit Eisen⸗ bahnschwellen unterwegs, ist in der Nordsee von einem deutschen Unterseeboot in die Luft gesprengt worden. Die Besatzung wurde in Wilhelmshaven gelandet.(Schwellen sind Baunware.) Aberdeen, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter⸗ meldung. Der britische Fischdampfer„Gadinell“ wurde in der Nordsee versenkt. Die Bemannung wurde ge⸗ rettet. Ymuiden, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der holländische Fischdampfer„Hercules“ landete hier neun Mann Besatzung des norwegischen Schoners„Harbo“, der mit Holz von Kristiania nach Sunderland unterwegs und am Sonntag abend auf 65 Grad 40 Minuten nördlicher Breite, 2 Grad 32 Minuten östlicher Länge von einem deutschen Unterseeboot in Brand gesetzt war. Die Besatzung erhielt fünf Minuten Zeit, um in ein Boot zu gehen. Der Kapitän erzählte, er habe in der Nähe drei andere Schiffe in Flammen gesehen.(Holz ist Bannware.) Aberdeen, 27. Juli.(WT Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der britische Fischdampfer„Emblem“ ist bei den Orkneyinseln von einem Unterseeboot versenkt worden, die Besatzung wurde gerettet. 5 London, 27. Juli.(WTB Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Die norwegische Bark„Carnsmore“ hat bei Larwich 52 Mann gelandet. Es sind die Besatzungen der von Unterseebooten versenkten Fischdampser„Honoria“,„Her⸗ mione,„Sutton“ und„Cassio“. Die Besatzungen der ver⸗ senkten Fischdampfer„Celtic“ und„Cydroma“ wurden in „Leelanow“, licher Vervielfältigungen. Zur Handhabung derselben bestimmt der Bundesrat eine Preßkontrollklommission, der zwei Stromneß an Land gebracht, die der versenkten Dampfer„Roß⸗ lyn“ und„Strathmore“ landeten in Butt of Lewis. London, 2 8. g Reuterschen Bureaus. Ein deut nterscebo ot die Fischdampfer„Honoria“ und„Sutton“. Die 5 wurden 3 3—= 8 7 1 a euge wurden von Unterseebogten nach Stornoway 0 5 7 b den, d t(. Nice Tie Nehm des in Brand gesteckten norwegischen Schoners„Harbol, die in Ymuiden gelandet wurde, erzählte, daß die drei Schiffe, die in der Nähe gebrannt hätten, ein schwedisches und zwei norwegische Segelschiffe gewesen seien, die gleichfalls mit Holz nach Sunder⸗ land unterwegs gewesen seien. Die Besatzungen wurden von einem dänischen Dampfer gerettet. 3 * f Amerika.* London, 27. Juli. on. B Das Reutersche Bureau meldet aus Washington: Die l englische Antwort auf die letzte amerikanische Note besagt, daß sich Großbritannien un⸗ entwegt an die Grundsätze des Völkerrechtes gehalten habe Wenn eine neutrale Regierung Klage zu führen habe, so seien dafür Ge⸗ richtshöfe da, oder man könne sich eines Schiedsgerichtes bedienen. Wenn ein neutrales Land zur Operationsbasis gegen ein krieg⸗ führendes Land gemacht wird, sind die anderen Kriegführenden be⸗ rechtigt, es zu blockieren. Die Blockade der Küsten von Bermuda durch die Vereinigten Staaten während des Bürgerkrieges wird als Rechtfertigung für das Vorgehen Englands angeführt, das verhindern wolle, daß Güter aus den Vereinigten n über Dänemark, Holland oder Schweden nach Deutschland. et da In der Antwort wird auch gesagt, die einzige 1 eit, das Endziel der Warensendungen aus den Vereinig⸗ ten Staaten, die an Deutschland benachbarte, neutrale Länder gerichtet sind, festzustellen, sei, die Höhe des ge⸗ wöhnlichen Verbrauches solcher neutralen Län⸗ der zu bestimmen, denn diese fürchten sich so sehr vor Deutschland, daß sie sich außerstande fühlen, die Wiederausfuhr nach Deutschland zu verhindern. t f„ San Francisco, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Bryan erklärte in einem Aufruf, die Vereinigten Staaten hätten kein Recht, einen Krieg gegen Deutschland oder irgend eine andere europäische Macht zu beginnen. i Berlin, 27. Juli.(Privatmeldung.) Das„Berliner Tageblatt“ meldet aus Amsterdam: Die„Central News“ meldet aus New York, daß mit einem Streik von 600 000 Metallarbeitern gerechnet werden darf. Die Arbeiter fordern einen Arbeitstag von 8 Stunden und beträchtliche Lohnerhöhungen. 5 * * 1 Eine ungarische Huldigung für Kaiser Wilhelm. Berlin, 28. Juli. Die„Vossische Zeitung“ berichtet nach dem„Pester Lloyd“, daß der Budapeste r Auguste⸗ Fonds für rasche Hilfeleistung im Kriege Kaiser Wil⸗ helm einen künstlerisch ausgeführten eisernen Ring mit einer von 100 Ungarn unterzeichneten, von Frau Grete Herzog verfaßten Huldigungsadresse gesandt habe. Der deutsche Botschafter in Wien hat darauf auf Ersuchen des Kaisers an die Leitung des Auguste-Fonds ein Dankschreiben gesandt. In dem Widmungsgedicht heißt es zum Schluß: Der eiserne Ring in eiserner Zeit, als Sinnbild von Un⸗ garns Treue geweiht, Dir ziemt er, dem Kaiser und Helden! Schwedische Hilfe für notleidende deutsche Künstler. Berlin, 28. Juli. Nach einer Stockholmer Meldung des„Berliner Tageblatts“ haben die hervorragendsten schwedischen Künstler sich in allen Zeitungen mit einem Aufruf an das EA Volk gewandt, um eine Sammlung für die vom Kriege betroffenen notleiden⸗ den deutschen Künstler in die Wege zu leiten. Von der Sozialdemokratie. 5 Zürich, 27. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Nach der „Neuen Zürcher Zeitung“ soll in Genf gutem Vernehmen nach demnächst eine Konferenz zwischen drei r sischen und drei deutschen be ge b⸗ geordneten stattfinden. Es h. t sich vermutlich um die Franzosen Buisson, Huel und Longuet und die Deutschen Bernstein, Haase und Kautsky. 5 Aus Stadt und Cand. Gießen, 28. Juli 1915. Amtliche Personalnachricht. Am 23. Juli d. J. wurde der Steuerausseher August Beck zu Butzbach vom Tage seines Dienstantritts an zum Pfandmeister für den Beitreibungs⸗ bezirk Fürth ernannt. 1 f * Dringende Bitten unserer„ im ö g 0 * 8 Felde um Zusendung erfrischender Getränke laufen! täglich ein. Ganz besonders wird um Apfelwein und säfte gebeten, die bei Verdünnung mit Wasser ft er⸗ frischend sind. Grade jetzt, wo Beeren im Wald und ten geerntet und Fruchtsäfte in großen Mengen gewonnen worden sind, kommt die Bitte zur rechten Zeit, da wohl alle vorsorglichen usfrauen ihre Vorratskammern—— haben. Auf beiden Kriegsschauplätzen sind die Wasserver⸗ hältnisse ungünstig, und es muß alles geschehen, sie nach den Wünschen unserer Kämpfer zu verbessern. Deshalb ist zu hoffen, daß die im Anzeigenteil veröffentlichte Bitte des Roten Kreuzes nicht ungehört verhallt. J * Die Roggenernte 1915. Von der nahezu be⸗ endeten diesjährigen Roggenernte liegen bereits die ersten Dreschergebnisse vor. Sie entsprechen, soweit das Mittelrhein- und Maingebiet in Frage kommen, den Er⸗ wartungen. Im Durchschnitt liefert der Morgen mittlerer Bodengüte 12 Zentner Roggen, ein seit längeren Jahren nicht erreichtes Ernteergebnis. 8 * Goldmünzen seltener n Goldstücke mit dem Bildnis Kaiser Friedrichs werden aus begreif⸗ lichen, wenn auch nicht zu billigenden Gründen ckge⸗ halten. Auf eine Anfrage an die Reichsbank, ob gal Gold⸗ stücke auf besonderen Wunsch nach dem Kriege zurü gegeben werden könnten, erfolgte folgende Antwort:„Die Reichs⸗ bankanstalten sind angewiesen, Goldmünzen seltenerer Prägung— es werden vornehmlich mit der 2 1888 gebn ger Stücke in Frage kommen— unter der 2 pflichtung der Rückgabe ret d Stücke im Umtausch gegen Papiergeld innerhalb 12 Monaten nach Friedensschluß gegen Empfangsbescheinigung anzunehmen.“ * Akademischer Kriegsvortrag. Wir machen auf den letzten, morgen abend stattfindenden akademischen Vortrag des Herrn Prof. Dr. Gmelin:„Ueber die Nationalitätenverhälknisse Belgiens“ aufmerksam, und weisen gleichzeitig darauf hin, daß im großen Hörsaale des physikalischen Instituts, Goethestraße, gehalten wird. Nach dem Vortrag werden Lichtbilder flandrischen Städten gezeigt. 30. Oktober 1915 nochmals zur werben. Bei Postaufträgen zur Gel den Annahmeein hulun g, die an eine zur 4 g N a 8 J gesandt werden sollen, ist fortan 8 Par 1 1 5 1. 120 zum 0 ücksicht auf die verlängerte Protest⸗ frist“ auf der Rückseite des Postauftrags niederzuschreiben. * Eine reiche Nußernte steht in diesem Jahre wohl überall zu erwarten. Leider verschwinden aber diese herrlichen Bäume immer mehr, und ganz besonders in jüngster Zeit sind ihrer gar viele e worden, weil ihr Holz wie kein anderes zu Gewehrschaften geeignet ist. Es ist nun zu wünschen, daß man an allen Orten recht⸗ Nuß fitr reichlichen Nachwuchs sorgt, damit nicht der Nußbaum innerhalb einer gewissen Zeit ganz aus unserer Gegend verschwindet. 5 Landkreis Gießen. 3. Leihgestern, 28. Juli. Die Frau eines vermißten Kriegers wurde am letzten Samstag, angeblich von einem Kameraden ihres Mannes, der über sein Schickfal Auskunft geben wollte, nach Gießen gebeten. Die Frau hatte sich ihren Schwager mitgenommen, und sie fanden in Gießen einen jungen Menschen, der ihnen viel Glaubliches und Unglaub— liches zu berichten wußte. Es schien ihm aber bald der Boden zu heiß, und er verschwand mit dem Bemerken, er müsse mit dem Fünfuhr⸗Zug nach Butzbach zurück, er wohne dort Lin— denstr. 3. Er schrieb seine Adresse„Gerbergeselle Karl Löber“ auf und bat, die Leute möchten ihn am Sonntag vormittag dort besuchen. Natürlich gibts in Butzbach keine Linden⸗ straße, und es hat auch ein Mensch dieses Namens dort nie in Arbeit gestanden. Der Gauner war in Zivil, trug blondes Schnurrbärtchen und hinkt etwas. Er scheint in hiesiger Ge— gend bekannt zu sein.— Nun stellt sich heraus, daß er eine andere hiesige junge Frau, deren Mann im Feldlazarett ge— storben ist, vor acht Tagen nach Fulda bestellte, um ihr über die letzten Stunden ihres Mannes zu berichten und ihr seine letzten Worte zu übermitteln.— Der Polizei ist Anzeige ge— macht, und man wird hoffentlich dieses Vogels bald habhaft. Kreis Büdingen. i. Aus dem oberen Niddertal, 27. Juli. Auch bei uns auf unseren höher gelegenen Fluren hat man mit dem Korn- schneiden begonnen. Auf einem langen, starken Halm sitzt eine mit Körnern reich besetzte Aehre. Wenn das Korn, das meist schon auf Haufen sitzt, auch gut eingebracht werden kann, wird aus den — gewachsenen Körnern ein gutes Mehl gemahlen werden nnen. Auf dem Felde der Ehre im Infanterie-Regiment üder im Felde, von denen d einer mit der Hessischen sind. Vorigen Sonntag Gedächtnis feier für den 99 1 0 zerwa nd B n n hatten. arrer 0 hielt eine Gedächtnisrede. Zwei vom 3 Kirchen⸗ ie F. * vom Feldwebel, wonach Walter bei einem Gesecht am Dujestr am 24. Juni den Tod gesunden hat, bestätigt. Kreis Lauterbach. i. Aus dem oberen Vogelsberg, 27. Juli. Den Him⸗ beeren und Brombeeren, die so überaus gut auf unseren Bergen ge⸗ diehen sind, scheinen auch die Haselnüsse nicht nachstehen zu wollen. Ueberall hängen die Haselnußhecken voll von Nüssen. In Trauben zu vier und fünf Stück findet man sie zwar in diesem Jahre nicht. Meist hängen sie einzeln und zu zweien, dafür aber um so häufiger; ganz selken schon trifft es sich, daß man Träubchen von drei Stück hängen sieht. Kreis Schotten. A Gedern, 27. Juli. Sehr verdient um das Rote Kreuz machten sich die Schüler der drei obersten Klassen der hiesigen Volksschule. Unter Aussicht ihrer Lehrer sammelten sie in den be— nachbarten Waldungen an einem Vormittag etwa 2 Zentner Him- beeren. Apotheker Veesenmeyer unternahm es in Ver- bindung mit dem hiesigen Zweigverein des Roten Kreuzes, der den nötigen Zucker zur Verfügung stellte, daraus Him beersaft herzustellen, der dem Landesverband vom Roten Kreuz überwiesen werden soll. Möge dieses Beispiel Nachahmung finden! Kreis Wetzlar. I. Wetzlar, 27. Juli. Unter dem Vorsitz des Landrates Dr. Sartorius fand die 14. Hauptversammlung des Dombau vereins statt, die gut besucht war. Kreisausschußsekretär Wie se r gab eingehend Ausschluß über den Rechnungsabschluß. Derselbe ergab einen Bestand von 3987,63 Mk. gegenüber einem solchen von 5227,95 Mk. im vorigen Jahr. Von einem Ungenannten wurden dem Dombauverein 2000 Mk. überwiesen. Die Mitglieder- bewegung verzeichnet den Austritt von 27 Mitgliedern, hiesige Mit- glieder werden 213, auswärtige 35 gezählt. Die Zahl der Patrone ist mit 7 gleich geblieben. Für kleinere Ausbesserungsarbeiten wurden 500 Mk. zur Verfügung gestellt. „-= Erda, 27. Juli. Der weithin bekannte Gastwirt Jakob Dörr ist im hohen Alter von 85 Jahren gestorben. Hessen⸗Nassau. l! Marburg, 27. Juli. Heute wurden hier zwei junge Burschen festgenom men, die von Wittenberg aus, teils mit der Eisenbahn, teils mittelst Fahrrad, dem westlichen Kriegs- schauplaß zustrebten. Weil sie mit allerhand gefährlichen Waffen ausgerüstet waren, mußten sie vor ihrem Heimtransport dem Ge— richt vorgeführt werden. h. Frankfurt a. M., 27. Juli. Im Kunstgewerbe⸗ Museum wurde heute eine mit vorzüglichem Geschmack zu⸗ sammengestellte Ausstellun gdeutscher Spitzen er⸗ öffnet. Die Ausstellung verfolgt in erster Linie den Zweck, die deutsche Frauenwelt auf die Erzeugnisse der deutschen Spitzenkunst aufmerksam zu machen und dadurch die keines— wegs bessere aber in den meisten Fällen minderwertigere ausländische Ware vom deutschen Markte zu verdrängen. In zweiter Reihe sollen Frauen, die nach dem Kriege ihres Ernährers beraubt sind, in dem Spitzenhandwerk eine weitere Erwerbs möglichkeit finden. * Märkte. e je. Frankfurt a. M. Schweinemarktberkcht vom 28. Juli Ausgetrieben waren 459 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 120.00— 125.00 Mk., Schlachtgewicht fe, Frankfurt a. M., 28. Juli. Fruchtmarkt. Am heu- tigen Markt war die Stimmung sest. Angebot mäßig. Jutter⸗ mittel knapp und sest. Man notierte: Mais 6062 Me,, Gerste 70-72 Mk., Biertreber 42—44 Mk., Kokoskuchen 62—64 Mk., Kleie vom Ausland 50—51 Mk.— Kartoffeln in Waggons 16¼—17 Mk. Alles für 100 Kilo. Amtlicher Wetterbericht. 1 Der Tiefdruckausläuser, der uns gestern verbreitete Regenfälle brachte, lagert heute über Ungarn, während von Südwesten her der Druck gestiegen ist. Im Nordwesten lagert jedoch eine De— pression; Teilwirbel von ihr können uns auch morgen noch beein- flussen, so daß wir morgen noch mit unbeständigem Wetter rechnen. müssen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 29. Juli 1915: Wechselnd bewölkt, meist trocken, etwas wärmer, westliche Winde. — Mackensens Gegner. 5 Bukarest, 28. Juli. Wie hiesige Blätter der„Nowoje Wremja“ entnehmen, leitet der im Rufe eines ausgezeichneten Heerführers stehende General Irmanow die Operationen gegen die Armee Mackensens. Eine Ansprache des Kronprinzen an seine Truppen. i. Köln, 28. Juli. Die„Köln. Ztg.“ veröffentlicht ein Telegramm ihres Sonderberichterstatters im„Großen Hauptquartier“, der gestern früh in den Argon nen einem feierlichen Dankgottesdienst der Truppen beiwohnte, die am 13. Juli die siegreichen Stürme auf Höhe 285 und Ville morte gemacht hatten. Dabei hielt der Kronprinz folgende Ansprache: N 5 „Kameraden! Ich benutze die Gelegenheit dieses Gottesdienstes, um Euch den Dank des Kaisers und meinen eigenen auszu⸗ sprechen, nicht nur für den letzten Sturm, der zwar schwere Opfer kostete, aber ein schönes Ergebnis gehabt hat, sondern auch für Eure Treue und hingebende Tätigkeit während elf langer Monate. Wir decken unseren siegreichen Kameraden in Ruß⸗ land den Rücken, und wir tun es so lange, bis es möglich sein wird, mit unseren Gegnern, den Franzosen, abzurechnen. Ich darf mich dann auf Euch verlassen. Das weiß ich und dafür 5 danke ich Euch.“ Von der Isonzofront.. i. Köln, 28. Juli. Nach einem Telegramm der„Köln. Ztg.“ aus dem Kriegspressequartier häufen sich vor den öster⸗ reichischen Linien die Leichen gefallener Italiener der⸗ 4 art, daß ein Aufenthalt in den Schützengräben bei dem Leichengeruch nur dadurch einigermaßen erträglich gemacht werden kann, daß man aus allen Apotheken und Drogerien von Görz und den um⸗ liegenden Orten die Soldaten mit Parfüms und anderen wohlriechenden Stoffen versieht. Infolge der Eigenart des Geländes bieten die österreichischen Stellungen an gewissen Punkten der Front sehr kurzen Ausschuß. Es sind an diesen Stellen lokale Gewinne des Feindes möglich, die er durch An⸗ setzen numerisch weit überlegener Kräfte nach russischem Vorbild zu erreichen trachtet. So wurden an der Frontlinie mitunter rom Feinde kleine Stücke genommen, die aber bisher in jedem einzelnen Falle durch die Tapferkeit der österreichischen Truppen zurückerobert werden konnten. ermietüngen 1 2 Zimmer 5581] Neuen Bäue 29, Part. (gegenüb. d. 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J Gartenland-Otenslllen * i 6 i G 1 N 4 n Das Kriegsministertum bat die Bestandsaufnabhme ö in der heutigen Nummer des Giezener Anzeigers werden Sekretariate der Handelskammer er ch sind.