N 8 0 SZeueites Blatt g Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Slehener Famillenblätter werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den reis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Feit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. Der Wortlaut der neuen amerikanischen Note. 8 755 8 0* Die von dem hiesigen Veremigten Staaten gestern nachmittag im Aus⸗ wärtigen Amt überreichte Mitteilung lautet 1 age meiner Regierung habe ich die Ehre, Ew. 5 zu benachrichtigen, daß die Note der kaiserlichen deutschen Regierung vom 8. Juli ds. Is. eine sorgfältige Prüfung durch die Regierung der Vereinigten Staaten erfahren hat. Die Regie⸗ rung der inigten Staaten bedauert sagen zu müssen, daß sie die Note sehr unbefriedigend gefunden hat, da sie es unterläßt, auf die eigentlichen Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden erungen einzugehen, und keinen Weg weist, auf dem die anerkannten Grundsätze von Recht und Menschlichkeit in der einen ernsten Streitgegenstand bildenden Angelegenheit zur Geltung gebracht werden können, vielmehr im Gegenteil Ver- für eine teilweise Aufhebung jener Grundsätze vor⸗ fi die diese 8 8 beseitigen würden. derung der Vereinigten Staaten vermerkt mit Genug⸗ tiurng, daß die Kaiserlich deutsche Regierung ohne Vorbehalt die Gül 7 5 W auf denen die 5 verschiedentli an die Kaiserlich deutsche gerichteten Mitteilungen hinsichtlich des Kriegsgebietes rt werden kann, daß das Leben von Nichtkämpfern auf keinen in Gee 5 Widerstand leistet oder zu entfliehen et od es aufge- worden ist, sich der Durchsuchung zu en denn Re (Belligerent act of Retaliation) ist e f ßerhalb des Gesetzes, und die Verteidigung einer Maßnahme als Vergeltungsmaßnahme bedeutet das ge 8, daß sie ungesetzlich ist. Die Regierung der Ve 1 Staaten ist jedoch bitter enttäuscht darüber, daß die Kaiserlich deutsche Regierung sich in weitem Maße von der zur Beobachtung dieser Grundsätze— selbst wo neutrale Schiffe in Frage kommen— entbunden erachtet infolge der Politik und Praxis, die nach ihrer Ansicht Großbritannien im 1 Kriege gegenüber dem neutralen Handel befolgt. Die Kniserlich deutsche Regierung wird unschwer verstehen, daß ie Regierung der Vereinigten Staaten die Politik der groß⸗ britannischen Regierung hinsichtlich ihrer Verpflichtungen gegen⸗ einer neutralen Regierung nur mit der großbritannischen Regierung selbst erörtern kann, auch muß sie das Verhalten anderer der Regierungen für jede Erörterung mit der Kaiserlich deutschen Regierung über ihrer Ansicht nach ernste und nicht zu rechtsertigende Mißachtung von Rechten amerikanischer Bürger durch deutsche Seebefehlshaber als unerheblich ansehen. Ungesetz⸗ liche. unmenschliche Handlun, n, so gerechtfertigt auch immer sie einem de gegenüber erscheinen mögen, von dem angenommen. wird, daß er unter Verletzung von Recht und Menschlichkeit ge⸗ sind offenbar 74— verteidigen, wenn sie Neutrale e in cht auf Leben selbst verletzen. n ein Kriegführender dem Feinde gegenüber nicht Vergeltung üben kann, ohne das Leben Nertraler umd deren Eigentum zu schädigen, so sollten sowohl die 8 als Gerechtigkeit und die der neutralen Mächte gebieten, daß das Verfahren ein⸗ sondere, wenn sie das 3 1 Rücksicht auf Fr 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Montag, 26. Juli 1015 a Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: 251, Schrist⸗ leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. oder grundlegendes Recht ihres Volkes wegen der bloßen Ver⸗ änderung der Verhältnisse aufgehoben wird. Die Rechte der Neu- tralen in Kriegszeiten beruhen auf Grundfätzen, nicht auf Zweck⸗ mäßigkeit, und Grundsätze sind unabänderlich. Nie Pflicht und Obliegenheit der Kriegführenden ist es, einen Weg zu finden, sich den ihnen neuen Verhältnissen anzupassen. Die Ereignursse der letzten zwei Monate haben klar gezeigt, daß es mög⸗ lich und ausführbar ist, die Operationen der Unterseeboote, wie sie die Tätigkeit der kaiserlich deutschen Marine innerhalb des sogenannten Kriegsgebiets kennzeichnen, in wesent⸗ licher Uebereinstimmung mit den anerkannten Gebräuchen einer geordneten Kriegführung zu halten. Die ganze Welt hat mit In⸗ teresse und mit wachsender Genugtuung auf die Darlegung dieser Möglichkeit durch die deutschen Seebefehlshaber geblickt. Es ist mithin offenbar möglich, das ganze Verfahren bei Unterseeboots⸗ angriffen der Kritik, die es hervorgerufen hat, zu überheben und die Hauptursachen des Anstoßes zu beseitigen. Angesichts des Umstandes, daß die kaiserliche Regierung die Gesetzwidrigkeit ihrer Handlungsweise zugab, indem sie zu deren Rechtfertigung das Recht der Vergeltung anführte, und angesichts der offenbaren Mög— lichkeit, die hergebrachten Regeln der Seekriegführung innezu⸗ halten, vermag die Regierung der Vereinigten Staaten nicht zu glauben, daß die kaiserliche Regierung noch länger davon absehen wird, das unbekümmerte Vorgehen ihres Seeoffiziers ber der Versenkung der„Lusitania“ zu mißbilligen oder eine Entschä⸗ digung für die Verluste an amerikanischen Menschenleben anzu⸗ bieten, insoweit für die zwecklose Vernichtung von Menschenleben durch eine ungesetzliche Handlung überhaupt Ersatz geleistet wer— den kann. Die Regierung der Vereinigten Staaten kann die Anregung der kaiserlich deutschen Regierung nicht annehmen, wonach be⸗ stimmte Schiffe bezeichnet werden und nach Vereinbarung auf den zurzeit widerrechtlich verbotenen Meeren frei fahren sollen, wenn sie auch den freundschaftlichen Geist, in dem dieses Angebot gemacht ist, nicht verkennt. Gerade eine solche Vereinbarung würde still⸗ schweigend andere Schiffe widerrechtlichen Angriffen aussetzen und würde eine Beeinträchtigung und demgemäß ein Aufgeben der Grundsätze bedeuten, für die die amerikanische Regierung eintritt und die in Zeiten ruhigerer Ueberlegung jede Nation als selbst⸗ verständlich anerkennen würde. Die Regierung der Vereinigten Staaten und die laiserlich deutsche Regierung kämpfen für das gleich große Ziel; sie sind lange zusammen eingetreten für die Anerkennung eben jener Grundsätze, auf denen die Regierung der Vereinigten Staaten jetzt so seierlich besteht; sie kämpfen beide für die Freiheit der Meere. Die Regierung der Vereinigten Staaten wird fortfahren, für diese Freiheit zu kämpfen, von welcher Seite auch immer sie verletzt werden möge, ohne Kompromiß, um jeden Preis. Sie lädt die kaiserlich deutsche Regierung zu praktischer Mitarbeit im jetzigen Augenblick ein, wo diese Mitarbeit am meisten durch⸗ setzen kann und dieses große gemeinsame Ziel am schlagendsten und wirksamsten erreicht werden kann. Die kaiserlich deutsche Re⸗ gierung drückt die Hoffnung aus, daß dieses Ziel in einem ge— wissen Maße sogar vor dem Ende des gegenwärtigen Krieges er— reicht werden möge. Dies geschehen; die Regierung der Ver⸗ einigten Staaten fühlt sich nicht nur verpflichtet, auf diesem iel, von wem auch immer es verletzt oder mißachtet werden mag, zum Schutze ihrer eigenen Bürger zu bestehen, sie ist auch aufs 2 daran interessiert, dieses Ziel zwischen den Kriegführenden elbst verwirklicht zu sehen und sie hält sich bereit, als gemeinsamer eund zu handeln, dem der Vorzug zuteil wird, einen Weg vorzuschlagen. Mittlerweile sieht sich die amerikanische Regierung gerade wegen des großen Wertes, den sie auf die lange, ununter⸗ brochene Freundschaft zwischen Volk und der Regierung der Ver⸗ einigten Staaten und dem Volk der Regierung Deutschlands legt, veranlaßt, bei der kaiserlich deutschen Regierung feierlichst auf die Notwendigkeit einer gewissenhaften Beobachtung der neutralen Rechte in dieser kritischen Angelegenheit zu bestehen. Die Freund⸗ schaft selbst drängt sie, der kaiserlich deutschen Regierung zu sagen, daß die Regierung der Vereinigten Staaten eine Wiederholung von Handlungen, die die Kommandanten deutscher Kriegsschiffe in Verletzung der neutralen Rechte begehen sollten, falls sie amerika— nische Bürger betreffen, als vorsätzlich unfreundliche Akte betrachten müßte. Londoner Straßenbilder zur Kriegszeit. ie großen Städte haben ein anderes Gesicht bekommen. In Brüssel marschiert die deutsche Wache über den Rathausplatz; in Venedig hüllen die Denkmäler alter Pracht ihre Formen hinter schützenden Barrikaden in Tücher: Paris, die Lichtstadt von einst, ist dunkel und still geworden. Auch im stolzen London der Krieg sich auf Schritt und Tritt bemerkbar. Ein Stimmungsbild des englischen Berichterstatters im„Temps“ schil⸗ dert in anschaulicher Weise einen Gang durch die„kriegerische“ Themsestadt.„Am frühen Morgen schon bin ich auf der Straße. Es ist die Stunde, in der Schinken und Eier— das alte urenglische Frühstück— auf dem Herdfeuer bereitet werden. eitungsjungen und kleine Händler kreuzen eiligst ihren Weg. selbst wenn kein Zeitungsverkäufer mit Kriegstelegrammen ur Stelle wäre, wüßte man sofort, daß es Krieg gibt und ß das Land an diesem Kriege beteiligt ist. Die kleinen Milch- wagen sind jetzt mit jungen Mädchen besetzt— Kriegsmilch— mädchen. Schwere Lastautomobile rollen heran, Geschäftswagen, die von Frauen gelenkt werden. Ich begegne zwei Mädchen mit Plakaten und Klebetopf. Die Zahl der weiblichen Arbeiter ist in merklicher Weise gestiegen. Auf dem Marktplatz von Covent Garden herrscht ein ungeheures Durcheinander. Auch hier sind Frauen an die Stelle der jungen Männer getreten, die an den Munitionswerkstätten beschäftigt sind. Sie laden die Ge— müfe ab, rücken mit den Obst- und Blumenkörben umher, sie sind in unausgesetzter Bewegung. Ich lese die Preise der Lebens- mittel, und ich muß feststellen, daß sie beträchtlich gestiegen sind. Ein dicker Kaufmann in der Russell Street teilt mir mit, daß die Teuerung allgemein ist. Auf den Schlacht viehmärkten, die das in- und ausländische Fleisch liesern, ist eine Krise dieser Art unvermeidlich. Die englische Viehzucht ist schuell erschöpft, und ebenso steht es mit den heimischen Bodenerzeugnissen.„Unser Land“, sagt der Kaufmann,„liefert nur für ein Fünftel der Bevölkerung ausreichende Lebensmittel. Unsere Statistiker er- klären, daß wir im Falle einer vollkommenen Absperrung vom Kontinent höchstens für sieben bis acht Wochen versorgt wären. Die Sen en aus Kanada und Amerika erleiden große Ver— luste, viele Gefrier D chiffe werden versenkt, ungeheure Massen verfaulten fleisches werden vom Meere an unsere Küsten geschwemmt. Es fehlt auch an Arbeitskraft.“ Diese Leute haben sast nur für die materielle Wirkung des Krieges Interesse, die auf der Insel fühlbar wird. Während ich meine Wanderung fortsetze, zieht eine Abteilung frommer Schwestern, der sog,„Kirchen-Armer“, vorbei. Icch erfahre, daß sie zum Kriensministerium gehen, um den Befehl zur Abreise entgegenzunehmen. Sie marschieren, mit langen, militärischen Schritten, ihre Stiefelabsätze schlagen im Takt auf das Pflaster, ihre Röcke haben lange, schräge Falten, es ist ein Regiment im gleichen Rhythmus. Ich folge ihnen durch die endlosen Straßen Londons, die jetzt überall den gleichen Anblick bieten alle verfügbaren Mauern, Fensterläden und Schei⸗ schiedensten Soldatenbilder — in der Art chinesischer Schatten risse gezeichnet— verfolgen den Vorübergehenden bis zum Ver- rücktwerden. Es ist, als ob ein endloses Geisterregiment neben uns einherschritte. Der Krieg stellt sich hier als ein gewaltiges Schaustück dar, wie der Weltzirkus Barnum mit seinen tausend „Attraktionen“. Die Plakatschriften wirken in ihrer wiederholten Knappheit hypnotisierend:„Euer Land verlangt nach Euch; der König ruft; Kitchener bedarf Euer; das Reich braucht Euch...“ Schließlich tanzen diese Worte ohne Pause im Kopf herum, im Takt der ratternden Automobile, des rasselnden Straßenlärms. Vor dem Kriegsministerium wird Halt gemacht. Der Hof des Gebäudes hat sich in ein Miniatur-Kriegslager verwandelt. Hier sehe ich zum erstenmal an diesem Morgen eine größere Ansamm— lung von Männern. Junge Burschen, die kritisch die Zelte betrachten und die Kriegsuniform des Werbeofftziers in allen Einzelheiten mustern und mit den auf den Werbeplakaten gemalten Uniformen vergleichen. Sie scheinen sich entschlossen zu haben. Aber auch diesen Fall behandeln sie ganz als Geschäft; hier sind die guten Posten der Rechnung und hier die schlechten— patrio⸗ tische Gefühle und Egoismus wirbeln durcheinander. Sie lassen sich versichern, daß sie stets Maxmelade und Fleisch erhalten sollen, daß ihre Rechte als freie Menschen nicht verkürzt werden und daß der Gottesdienst pünktlich abgehalten wird. Die Akten zum Unterzeichnen liegen vor, und die Kasse für die erste Auszah— lung steht bereit. Aber man muß die Sache mit Humor würzen. Darum ruft der Werbeoffizier:„Auf nach Berlin... Vorzüg liche Billetts, billiger als in Cooks Reisebureau!“... Allge meines Gelächter. Einer der Freiwilligen wird ungeduldig:„Ber⸗ tram“, sagt er zu seinem Kameraden,„nun mußt Du zeigen, ob Du ein Ofenhocker bist oder ein richtiger Kerl!“ Die an deren murmeln das Wort„zum Wohl der Allgemeinheit“, und Bertram hat keinen Vorwand, noch länger zu zögern; er setzt seinen Namen auf die Liste. Draußen ertönt schallende Blechmusik. Wieder ein Zug von Beamtinnen, aber diesmal in weltlicher Uni form. Hinter den Mädchen schreien erregte Frauen:„Männer, laßt Euch— Sonst ziehen wir ins Feld!“ 1 0 Als die Neuangeworbenen, der phlegmatische Bertram an der Spitze, auf die Straße ziehen, erscheint eine vornehm gekleidete Dame, die Pfeifen verteilt. Das Kriegsministerium beschäftigt zahllose Frauen zum Anwerben, seine Burcaus sind mit Beamtinnen überfüllt. Nach der unveränderten Statistil kommen in England drei Frauen auf einen Mann, und sie sind überall tätig. So werden dio Männer immer mehr vor die Wahl gestellt: Munitionsfabrik oder Feldlager! Es gibt alte Suffragetten, die zehn Kriegsmonate wild lacht haben, und die jeden gesund aussehenden Mann auf der traße anhalten. Ihr Blick ist stählern wie die Augen Kitcheners auf dem Plakat, auf dem er sagt:„Mann, ich brauche Dich!“... Aber die Suffragette hat nicht immer Gelegenheit zur Ansprache, sie stirbt vor Begierde danach, aber der Mann geht vorber und denkt sich:„Teufel, Teufel, sollte das verdammte Weib etwa recht ba- ben? Die Suffragetten sind mobilisiert, ihre Führerinnem erst durch Mittel als lediglich S geplanten daß es dem M. vergiftet. ten stehen, handen wäre lassen. tralen über trieben sind. Antwerpen den lonnten. hlen von Farben: Grün t, Khali. Das sind die un⸗ Wengen ber Werbeplalate. Eine lande Helbe ber ber- sind schon langst Aber den Kanal gereist:: Auch in Omnibus wird man das Plalat nicht los. Em langer gemalter Fugen Vereinigung Vereinigung zur Förderung deutscher Wirtschaftsinteressen im Ausland. klärungsarbeit verschiedener die reichen Mittel des Rei Angelegenheit habe. regierung für die deutsche W Werbetätigkeit. „Bundes der deutschen Industriellen“ Bunde der Industriellen gelingen werde, zwischen der ndikate eine Verständigung herbeizuführen. 1 folgende Anträge einstimmige Annahme: 1. Eine Verständigung mit anderen und gleiche Ziele verfolgen, herbeizuführen und 2. die bis heute eingestellte Werbearbeit mit aller Kraft aufzunehmen. Zur Errichtung dieser Ziele wurde ein Direktorium gebildet, gehören: Landtagsabgeordneter Under uberg, Rechtsanwalt Dr. Vossen⸗ a. 368 und—— In t. wählte man: Köln, Fabrikbesitzer Rünne⸗ Langhammer Chemnitz. dem folgende Herren an bach- Rheinberg, Aus der Tapferkeitsmedaille(M. S. La u. Die gleichen beiden Thieß und Oberarzt Dr. erhalten: Professor Dr. O S. T.), ferner die Studierenden: weist auf die Sitzreihen. Di tung dieses Fingers und heften ihre All dies bedeutet ein Höllenleben für d gierung wird niemals einen verfassungswidrigen Engländer ausüben Pläne zum Wiederaufba rakter dieser Städte voll gerecht werden Straßenzüge zugleich die gesundheitlichen Verhältnisse dieser Orte verbessern werden. Das Vorgehen um so mehr zu begrüßen, als die Geldknapphiet betroffenen Gemeinden wie den bau sehr erschweren würde, in und dem Sy Schließlich fanden f h. Frank in Deutsckland eine Einigung aller Industriezweige und grup herbeizuführen, um gegenüber dem Auslande die Kraft mischen Wirtschaftslebens wirksam entfalten zu können. 0 8 gehenden Bericht bot sodann Fabrikbesitzer Künne⸗ Elberfeld über die Einigungsbestrebungen mit dem„Deutschen Syndikat für den Auslandsnachrichtendienst“, einer Gesellschaft mit gleichen Zielen. Bisher können die Versuche als gescheitert angesehen werden, da das Syndikat, das auch den Namen„Transocean“ führt die Wünsche der Vereinigung nicht in dem wünschenswerten Maße be⸗ rücksichtigte. Tie Vereinigung will deshalb, wie Generalsekretär Peter ausführte, alle Industriekreise, in erster Reihe auch die mittleren und kleineren Betriebe, für die Förderung der deutschen Wirtschaftsinteressen im Auslande mobil machen. Reichstagsabg. Langhammer⸗Chemnitz empfahl dringend die Fortsetzung der Ausgleichsverhandlungen. Rechtsanwalt S tocky⸗Düsseldorf dar, daß für die Schaffung eines Nachrichtendienstes nicht nur das Privatkapital herangezogen werden solle, sondern in erster Linie l chs, das am meisten Interesse an der die Künne⸗Elberfeld machte, gewährt das Reich dem Syndikat bereits einen sehr be⸗ deutenden jährlichen Zuschuß. Auch in Zukunft würde die Reichs⸗ i erbearbeit im Auslande weit größere bisher zur Verfügung stellen, deren Bewilligung fortan che der Budgetkommission sei. In zustimmendem Sinne zu den Bestrebungen der Vereinigung sprach der Vertreter des Ver⸗ bandes deutscher Zeitungsverleger. Warm begrüßte man auch 5 Mitarbeit der deutschen Presse, als der berufenen Zentralstelle der Der stell vertretende 0 Nach Mitteilungen, Je ß. Das pitz. J Aber die Luft erscheint tagaus, tagein wie In Chelsea, wo viele Kasernen hatte ein Buckliger eine Tafel mit der tauglich erklärt!“ an seinen Rock geheftet nicht mehr, ihre sportlichen Spiele im Der einzig richtige Sport, und vor dem Feinde in Flandern * der auch wenn Ueber den Umfang der störungen hat das Gouvern Diese erweisen, daß die Kriegsschäden nach dieser In den bis 5 Wirklich — . yt wurde, sind folgende Aus⸗ osessor Dr. von Eicken erhielt Militär⸗S T.), desgl. stud. med. Hans Wal⸗ Auszeichnungen erhielten Prof Dr. ssistenzarzt Buchacker, W., stud. med e weiblichen Blicke auf den Schuldigen. ie Stubenhocker. O, die Re⸗ heißt es, ist der im Hause Kitcheners systematisch nach praktischen und Wahrung der bodenständigen o hat das deutsche Gouv alten Städten, in denen durch en er ganze Straßen zerstört wurden, „Termonde g u in Vorbereitung, welche dem alten Cha- der deutschen Regierung is furt a. M., 24. Juli. Die Untätigkeit Deutschlands auf dem Gebiete der Völker⸗ propaganda war ein schwerwiegender Irrtum, aus dem das Volk Krieg jäh erwachte Die Lügensaat, die der Ring des feindlichen Auslandes seit Jahren systematisch in der ganzen Welt gegen Deutschland auswarf, war nur zu gut gereift. Uu m in Zukunft das deutsche Volk vor derartigen Ueberraschungen zu schützen, setzte schon zu Beginn des Krieges eine planmäßige Vereinigungen ein. Eine der rührigsten auf diesem Gebiete ist die Vereinigung zur För der ung deutscher Wirtschaftsinteressen im Ausland, die heute unter reger Beteiligung aus allen Teilen Deutschlands im „Frankfurter Hof“ eine Versammlung abhielt und der als Gä zahlreiche Reichs- und Landtagsabgeordnete beiwohnten. 25 Der Vorsitzende, Kommerzienrat Lindgens ⸗Köln, betonte in seiner Begrüßungsansprache den festen Willen der Vereinigung, Auf⸗ pen hei⸗ en ein⸗ e * * 5 f 2 Syndikus des legte sprach die Hoffnung aus, Verbänden, die ähnliche „ Aachen, Ko Leter ienrat Lindgens tagsabgeordn. Elberfeld und Reichs Stadt und Cand. 1 Gießen, 26. Juli 1915. 38 Kriegschronik der L die kürzlich an dieser Stelle veröffentlich zeichnungen nachzutragen: Prof außer dem Eisernen Kreuz das andesuniversität, anitäts⸗Kreuz am Eiserne Kreuz Dr. Gros — Insassen folgen der Rich⸗ 0 Druck auf einen für die jungen Rekru⸗ Freien zu vollführen. 0 Mitteilungen. Wie Wiederaufbau der von den 15 die „Visé und Dinant und durch die neuen in Belgien den Privaten vorläufig den Wiederauf⸗ schon Neigung dazu vor⸗ Beschädigungen und Zer- ement genauere Erhebungen machen daß die Angaben der Feinde und Nent' verschiedenen Provinzen ausgenommen, wo der Kampf noch immer tobt, satz der beschädigten Häuser etwa 2 vinzen nur ½ bis 1½ v. H., v. H. Häuser zerstört oder beschädigt worden, die wohner beherbergten. Davon find die so daß sie zur Weiterbewohnung unsch nur in In ganz obdachlos Obdachlosen längst Unterkunft gefunden. *—— v. Mehrzahl leichter beschädigt, W 0 waren jener Bewohner, aber da noch immer etwa Auslande sich aufhalten, so ist für je Richtung sehr über⸗ Westflandern - ist der Prozent ⸗ H., in den meisten Pro⸗ der Provinz Namur und sind etwa 2600 rund 150000 Ein⸗ Belgien zer wieder hergestellt wer⸗ nur etwa die Hälfte 300 000 Belgier ne etwa 80 000 anf der Aufschrift„un⸗ Die Engländer wagen e 1 M. S. T.), Büttel, Albert, cand med., Fischer, H., „theol., Frit sch, Adolf, stud. theol., Fritz, Max, stud med. et rer. nat Fuldat, Hermann, stud. med(auch M. S. T.), Henrich, Karl, cand. med.(auch M. S. T.), Jäger, Wilhelm, cand. vet.(auch Ritterkreuz 2. Kl. m. Schw. d. Sächs. Ernestin. Hausorden⸗), Jakob, Heinrich, stud. theol.(gefallen), Klein, Willy, stud med. Kramer, Kurt, stud. med., Lahr, Wilhelm. „iur., Müller, Heinrich, stud. phil, Pfannstiel, Karl, stud, forest., Platz, Erwin, stud. med.(gefallen), Ra⸗ decke, Gottfried, stud. med. Rink, Hermann, stud. phil.. Salomon, Fritz, stud. med.(auch M. S. T.), Schmahl, Eugen, stud. theol., Tamm, Jean, stud. phil., Vossius, Axel, stud. med., Walther, Wilhelm, stud. rer. nat. Ferner erhielten die hessische Tapferkeits me⸗ daille: Prof. Dr. Brand, Burchhardt, Franz, stud. med. vet., Egner, Wilhelm, stud. med. vet., Fabel, Walter, stud. phil, Jakobi, Heinrich, stud. jur., Peter, Rudolf, stud. theol. chmeckenbecher, Heinz, stud. chem.(gefallen), Sch mi dt, Rudolf, stud. med., Schmitt, Johann, stud. theol.— Um wei⸗ tere Mitteilungen an das Sekretariat der Universität wird ge⸗ 1 Beförderung. Der Direktor unseres hiesigen Museums, Hauptmann Dr. h. e. Kramer, erhielt den Charakter als Major. 5* Amtliche Personalnachrichten. Der Groß⸗ herzog hat am 21. Juli d. J. dem Lehrer Wilhelm Dietz zu Bettenhausen die erledigte 9. Lehrerstelle an der Volksschule zu Lich, Kreis Gießen, übertragen. Ernannt wurde am 16. Juli d. J. die Lehramtsaspirantin Marie Schorr aus Ginsheim mit Wir⸗ kung vom 22. Juni 1915 an zur Lehrerin an der Eleonorenschule N 0 Worms unter Belassung in der Kategorie der Volksschul⸗ . —— 8 Landkreis Gießen. e Lang⸗Göns, 23. Juli. Dem Schneidermeister J. Müller, der nebenbei auch Landwirtschaft betrieb, gingen vor einigen Tagen die Kühe seines Fuhrwerks durch. Müller wollte abspringen, wurde aber von dem G m geschleift und zog sich schwere Verletzungen zu. In der Klinik zu Gießen ist er denselben erlegen. 5 Kreis Büdingen. eSEchzell, 24. Juli. Bei einem Sturmangriff in den Argonnen fiel der Leutnant Reitz im 4. bayr. Inf. Regt. 25 Kreis Schotten. 5 Schotten, 24. Juli. Die Mitgliederversammlung esi Sparkasse hat auch in diesem Jahre wieder eldprämien an Dienstboten des Bezirkes be⸗ willigt, die mindestens fünf Jahre lang bei ein und der⸗ selben Herrschaft gestanden und sich durch Treue, Fleiß und Sittlichkeit ausgezeichnet haben. e Aus dem Kreise Schotten, 25. Juli. Nachdem man in niedriger gelegenen Gegenden bereits schon seit einiger Zeit mit der Kornernte beschäftigt ist, fängt man jetzt auch nach und nach an, in dem fast durchweg gebirgigen Kreise Schotten das Korn zu schneiden. Manche Gemeinden, die sehr wenig mit Regen bedacht worden waren, haben schon teilweise das Korn und mitunter auch die Gerste geschnitten. Hierzulande wird die ab⸗ 0 chte Frucht, nachdem sie 2—3 Tage gestanden und noch etwas d hat, sogleich heimgefahren. Mitunter wird die eben ge⸗ tittene Frucht sofort aufgeladen. Nach Aussagen der Landwirte t das Korn trotz der äußerst ungünstigen trockenen Witterung Frühjahr doch das zwei⸗ bis dreifache des Ertra⸗ Zeit fast täglich fallenden starken Regen noch ziem⸗ steht also noch grün da. Die Aehren sind vorzüg⸗ entwickelt. Die Halme erreichen nicht ihre sonstige Länge, in⸗ en mangelt es den Landwirten an dem nötigen Futter⸗ r. Laubach, 24. Juli. Lehramtsreferendar Vizefeld⸗ Ernst 79 d 8 12 7 April 25 7 N hannov. Inf. in Landw. Meg er. 16 versetzt und dem vor einiger Zeit die Hess. Tapfer⸗ eitsmedaille verliehen wurde, ist zum Leutnant d. Res. fördert worden. 7 Kreis Friedberg. 5 h. Friedberg, 25. Juli. In nachahmenswerter Weise schreitet auf dem hiesigen Wochenmarkt die Polizei gegen die Preistreiber und Lebensmittelwucherer ein. Sie prüfte Verkauf ein zu großer Unterschied klaffte, brachte sie die Händler rücksichtslos zur Anzeige. Außerdem wurde verboten, Ueberstand zurückzulassen. Die Folge war, daß der stunden erhielt und seit Monaten nicht dagewesene Preise aufwies. Starkenburg und Rheinhessen. rb. Darmstadt, 25. Juli. Auf Anregung des Hessischen Landes vereins vom Roten Kreuz sind in jüngster Zeit sechs Bade⸗ und Desinfektionsanlagen angefertigt worden, die zur Verwendung für die deutschen Truppen auf dem östlichen Kriegsschauplatz zur Verfügung gestellt wurden und zwar sollen, soweit nicht militärische Gründe entgegenstehen, je zwei dieser Anlagen der ganz oder zum Teil aus Hessen bestehenden 25. und 48. Reserve-Division, und je 1 Anlage der 25. Kavallerie⸗ brigade und der 76. Reservedivision zur Verfügung gestellt werden. Von diesen Anlagen wurde eine aus dem Großherzog zur Ver⸗ fügung stehenden Mitteln und je eine vom Kreisverein Mainz und dem Zweigverein Offenbach bezahlt, während die übrigen drei Anlagen vom Landesverein vom Roten Kreuz gestiftet wur⸗ den, dem zu diesem Zweck auch von einzelnen Zweigvereinen, namentlich denen in Gießen, Friedberg, Butzbach Gedern, Bens⸗ heim, Bingen u. a. größere Zuwendungen gemacht wurden. Eine der für die 48. Reserve⸗Division bestimmten Anlagen ist heute mittag im Hofe des Alten Palais zur Aufstellung gelangt. Zur Besichtigung derselben hatten sich heute mittag die Frau Großherzogin mit den beiden kleinen Prinzen, Oberststall⸗ meister Frhr. Riedesel zu Eisenbach, Finanzminister Dr. Braun, Staatsrat Dr. Becker, General von Lyncker und andere eingefunden. Der Vorsitzende des Landes vereins, General Korwan, empfing und begrüßte die Großherzogin, die danach unter Erläuterungen eines Oberingenieurs und des stellvertretenden Führers der freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Herrn Vogel, die Anlage mit großem Interesse besichtigte. Sie besteht aus einer fahrbaren Badeanlage, die schon an sich wegen ihrer leichten Transportierbarkeit auch bei Truppen⸗ verschiebungen eine willkommene Badegelegenheit im Felde bildet. Der Badewagen hat 12 Brausen, so daß in der Stunde mehr als 100 Mann ein erfrischendes Bad nehmen können. Zu beiden Seiten sind An⸗ und Auskleideräume unter Zelten errichtet, in denen im Falle der Verlausung in der Zwischenzeit die desinfi⸗ zierten Wäsche⸗ und Uniformstücke ausgetauscht werden können. Der Badewagen kann überall da aufgestellt werden, wo reines Wasser vorhanden ist. Ihm ist ein Dampf-⸗Desinfektionsapparat angegliedert, der ebenfalls auf Rädern ruht und in welchem während des Brausebades die Uniformstücke usw. desinfiziert werden. Dieser Apparat hat einen untergebauten Niederdruck⸗ Dampferzeuger für Desinfektion mit strömenden Wasserdampf, der Desinfektionszylinder hat 2 Meter Länge und 1¼ Meter Durch— messer; er ist innen mit einem Lattenrost zur Aufnahme größerer Gegenstände und mit einem Schlitten mit Haken für Kleider usw. 2 Die ganze Entlausungsanlage stellt eine sehr praktische und willkommene Gabe für unsere wackeren Truppen im Felde dar. Hessen⸗Nassau. h. Riedelbach(Kr. Usingen), 24. Juli. Der 16jährige Schlosserlehrling einer im Emstal beschäftigten Straßen— dampfwalze geriet bei der Tenne unter die Räder der Walze und wurde vollständig zermalmt. Der Tod des jungen Mannes trat auf der Stelle ein. Wie das Unglück geschah, konnte noch nicht aufgeklärt werden. h. Duderstadt, 26. Juli. Die Ursache des großen Bran- des von Duderstadt, dem etwa 80 Häuser zum Opfer fielen, haben die Engländer entdeckt. In der Nummer vom 29. Juni bringt die Londoner Zeitung„Daily News“ ein Bild, das eine lange Straßenflucht mit brennenden Häusern darstellt. Dar⸗ unter liest man:„Nach einer der Lufterpeditionen der Verbündeten— eine Straße von Duderstadt“.— Wenn die Engländer bloß wüßten, in welcher Gegend Duderstadt läge? ——. Gießener Strafkammer. „ th. Gießen, 23. Juli. Zusammenstoß mit der Straßenbahn. Wegen Gefährdung eines Eisenbahntransportes hatte das Schöffengericht Gießen den Bierkutscher Albert L. zu einer Geld⸗ strafe von 15 Mark, hilfsweise 3 Tagen Gefängnis, verurteilt. Der Angeklagte verfolgte gegen das Urteil der Schöffen Berufung, weil er n ein wollte, die Staatsbehörde war hingegen mit der Höhe der Strafe nicht zufrieden. Vor der Strafkammer ergab die Beweisaufnahme, daß der Angeklagte von mehreren die Verkaufspreise, und wo zwischen Einkauf und 1 Zeugen beobachtet worden war, wie er im langsamen Schritt die Bekanntmachung. tr.: Herstellungsverbot für Erzeugnisse aus Bastfasern(Jute, Flachs, Ramie, curopäischer Hanf und überseeischer Hanf). Die nachstehende Bekanntmachung des stellvertretenden Ge⸗ neralkommandos des 18. Armee-Korps in obigem Betreff wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gießen, den 23. Juli 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. 2 Dr. Usinger. Bekanntmachung effend Herstellungs verbot für Erzeugnisse aus rn(Jute, Flachs, Ramie, europäischer Hanf und überseeischer Hanf). Nachstehende Verordnung wird hiermit zur allgemeinen Kennt⸗ gebracht mit dem Bemerken, daß jede Uebertretung, sowie jedes eizen zur Uebertretung der erlassenen Vorschrift, soweit nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen verwirkt sind, 5 89 Buchstabe b“) des Gesetzes über den Belagerungszustand 4. Juni 1851 oder Artikel 255) des Baperischen Gesetzes über den Kriegszustand vom 5. November 1912 mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft wird. 7 ö 8 1. Inkrafttreten der Verordnung. Die Verfügung tritt am 15. August 1915 in Kraft. vom 5 8 2. Von dem Herstellungsverbot betroffene Gegenstände. Bis auf weiteres dürfen folgende ausschließlich oder vor⸗ wiegend aus Bastfasern in rohem, ganz oder teilweise gebleichten, kremierten oder gefärbten Zustande herzustellende Halb⸗ und Fer⸗ zeugnisse nicht mehr angefertigt werden: N Garne feiner als die Leinengarnnummern 30 englisch und öber als Nr. 1 englisch. 5 2. Alle Seilerwaren wie Bindfaden, Kordel? Schnüre, Binde⸗ 9 arne, Stricke, Leinen, Seile, Taue, Trans portbänder, Band⸗ eile, Gurte. 5 3. Gewebe für Leib und Bettwäsche, Haus- und Tischwäsche, 0 zu welchen für die Kette oder den Schuß Garne feiner als Leinengarnnummer 30 englisch zu verwenden sind, und zu a) Wer in einem in Belagerungszustand erklärten Orte oder Distrikte ein bei Erklärung des Belagerungszustandes oder während desselben vom Militärbefehlshaber im Interesse der öffentlichen Sicherheit erlassenes Verbot Übertritt oder zu solcher Uebertretung auffordert oder anreizt, soll, wenn die bestehenden Gesetze keine höhere Freiheitsstrafe bestimmen, mit Gefängnis bis zu einem 3 Jahre bestraft werden.. 8 5 d) Wer in einem in Kriegszustand erklärten Orte oder Bezirke eine bei der Verhängung des Kriegszustandes oder während des⸗ selben von dem zuständigen obersten Militärbefehlshaber zur Er⸗ baltung der öffentlichen Sicherheit erlassene Vorschrift übertritt oder zur Uebertretung aufforbert oder anreizt, wird, wenn nicht die Gesetze eine schwerere Strafe androhen, mit Gefängnis bis zu 6. Stoffe für technische Zwecke: Säcke, Verpackungsstofse, Preß⸗ tücher, Seihtücher, Riemen, Segeltuche, Plane aller Art, Zeltstoffe, Schläuche, Packungen. f 7. Bänder, Litzen, Gurte, Besatzartikel und Posamenten. 8. Wirkwaren aller Art. Das Verbot erstreckt sich auch auf solche Gegenstände, welche den unter 1—8 aufgezählten Verwendungszwecken dienen und den aufgeführten Stoffen im wesentlichen gleich sind, jedoch unter anderer Bezeichnung gehandelt werden. Zu den Bastfasern im Sinne dieser Verordnung gehören: Jute, Flachs, Ramie, europäischer Hanf, die außereuropäischen Hanfe wie Manilahanf, Sisalhanf, die indischen Hanfarten, Neu⸗ seelandflachs und andere Seilerfasern; ferner alle bei der Bear⸗ Af der Fasern entstehenden Wergarten und spinnfähigen älle. 9. 5 Von dem Herstellungsverbot nicht betroffent Bastfasererzeugnisse. Die Herstellung feinerer Garne als Leinengarnnummer 30 englisch ist erlaubt, wenn sie nachweislich zur Anfertigung von Nähfäden und Nähgarnen bestimmt sind. Die Herstellung der unter das Verbot fallenden Webwaren ist auch fernerhin erlaubt, wenn hierzu ausschließlich Garne feiner als Leinengarnnummer 50 englisch einfach Verwendung finden. Seilerwaren dürfen in den handwerksmäßig geführten Betrie⸗ ben auch zukünftig angefertigt werden, jedoch ausschließlich zur Auf⸗ arbeitung der bei Veröffentlichung dieser Verordnung vorhande⸗ nen Rohstoffe oder Halberzeugnisse. Alle für Jute und Juteerzeugnisse bestehenden Bestimmungen betreffend Beschlagnahme(Verfügungsbeschränkung) bleiben in Wirksamkeit. 4 5 8 4. Regelung der Erzeugnisse für Kriegslieferungen und der Erzeugnisse aus eingeführten Bastfasern und Halberzeugnissen. 1. Das Verbot erstreckt sich nicht auf Seiler⸗, Web⸗ und Wirkwaren irgendwelcher Art, welche nachweislich zur Erfüllung von unmittelbaren oder mittelbaren Aufträgen auf Kriegsliefe⸗ rungen dienen. g Kriegslieferungen im Sinne dieser Verordnung sind: a) alle von folgenden Stellen in Auftrag gegebenen Liese⸗ rungen: deutsche Militärbehörden, deutsche Reichs mar inebehörden, — Die Benutzung der Jacquardmaschine zur Aushilfe ber einem Jahre bestraft. der Herstellung glatter Webwaren bleibt erlaubt. Markt ein recht„normales“ Aussehen in wenigen Viertel⸗] S. Schanzenstraße herunterfuhr, während genführe trischen nach Ansicht 12 des Vorfalls zu schnell 5 ist. Es steht fest, daß der Wagenführer vor der Mündung dei chanzenstraße ordnungsmäßig geschellt hat. Der Angeklagte, der auf seinem Wagen saß, und ein Landsturmmann, der auf dem Bürgersteig in gleicher Höhe und Richtung sich bewegte, haben von dem Läuten nichts gehört. Die Strafkammer kam zur kostenlosen Freisprechung des Angeklagten. Es sei zweifelsfrei erwiesen, daß der Angeklagte langsam im Schritt gefahren ist. Er war nicht verpflichtet, vom Wagen zu steigen, um zu sehen, ab die Gleise frei sind. Bei der Aussage eines 8 dem Angeklagten zu glauben, daß er die Schelle nicht gehört hat. 0 Wegen Ueberschreitung des Züchtigungsrechts in seiner Eigenschaft als Lehrer hatte sich der 62jährige Volks⸗ schullehrer Aug. M. vor der Strafkammer zu verantworten. Er war beschuldigt, in 10 Fällen 8 Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren, darunter 5 Mädchen, mißhandelt und teilweise an der Gesundheit beschädigt zu haben. Der Angeklagte entschuldigte sein Tun mit hochgradiger Nervosität. Es wurde fe daß der Angeklagte als Lehrer mit Erfolg Tüchtiges geleistet hat und sich großer Beliebtheit und Achtung in der Gemeinde erfreut. Es hat sogar die Gemeinde versucht, eine Niederschlagung des Strafver⸗ fahrens gegen den alten Mann herbeizuführen. Die Strafkammer nahm nur 8 Fälle der Mißhandlung als erwiesen an und erkannte auf Geldstrafen in Höhe von 370 Mark, eventuell im Unver⸗ mögensfalle für je 10 Mark auf einen Tag Gefängnis. Der Ge⸗ richtshof habe berücksichtigt, daß der Angeklagte ein schon bejahrter, kränklicher und sehr nervöser Mann ist, der lediglich ü das zulässige Maß der Strafe hinausgegangen sei aus Ehrgeiz, seine Schüler zu guten Leistungen anzuspornen. ————— c———jç—5—ð · Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 8 5 2 352 75 2 8818281288 18 8 Juli 8.3 S S 2 8 5 2 8 388 2 8385 Wetter 2015 f 88 558 S S 8 33 S2 25 7 43,4 19,6 98 55 WNW 4 Bew. Himmel 25, 955 45,0 14,6 10,5 85 SSW 2 8 Bed.* 26 14 45,3 13,9 10.6 89 SSW 2 10„„ 1 0 ö Höchste Temperatur am 21. bis 25. Juli 1915 + 20,2. Niedrigste„„.„ 8.„ ide Niederschlag: 4,5 ma. — D r 1 krklsrung: Wenn Qutes mit Gutem ge- mischt wird, dann erhalt men etwas Besseres. beliebten Kaffee-Mischungen aus ver- schiedenen ouserlesenen Bohnensorten zu- zammengestellt werden. Das Gleiche gllt auch für den Kaffee- Ersatz. Kriegs · Kornfrenck ist eine Mischung von sorgföltig ousge wahlen, sachkundig zusemmengesetzien, gemahlenen Rohstoffen. Nit. Kriegs-Kornfranc“ bringt die Hausfrau ein ganz vorzũglich schmecken i des, anregendes Koffeegetränk auf den Tisch. deutsche Reichs- und Staatseisenbahnverwaltungen ohne weiteres, 5 diejenigen von deutschen Reichs- oder Staats-, behörden, deutschen Königlichen Bergämtern, deutschen Hafenbauämtern, 885 deutschen staatlichen und städtischen Medizinalbehörden, anderen deutschen Reichs- oder Staatsbehörden in Auftrag gegebenen Lieferungen, die mit dem Vermerk ver⸗ sehen sind, daß die Ausführung der Lieferung im Interesse der Landesverteidigung nötig und unersetzlich ist.. Die Herstellung von Kriegslieferungen in den durch dieses Her⸗ stellungsverbot betroffenen Warengattungen muß, soweit der Her⸗ steller den Auftrag nicht unmittelbar von der Behörde erhalten bat, durch ordnungsgemäße Ausfüllung eines amtlichen„Beleg⸗ scheines für Erzeugnisse aus Bastfasern“ nachgewiesen werden. Soweit ältere Aufträge am 15. August 1915 noch nicht voll⸗ ständig ausgeführt sind, ist der Hersteller verpflichtet, sich von der betreffenden Behörde durch den ordnungsgemäß ausgefüllten Belegschein zu verschaffen. Belegscheine für Erzeugnisse aus Bastfasern sind vom Königlichen Kriegsminester rum, Kriegs⸗Roh⸗ stoff Abteilung Webstoffmeldeamt, Berlin SW 48, Verl. Hedemanustr. 11, zu beziehen. Die auf dem Belegschein abgedruckte Anweisung zur Ausfüllung ist genau zu beachten. 2. Tas Verbot erstreckt sich ferner nicht auf Seiler⸗, Web⸗ und Wirkwaren irgendwelcher Art, welche aus Rohstoffen oder Halb⸗ erzeugnissen gefertigt werden, welche nachweislich erst nach dem 25. Mai 1915 vom Auslande nach Deutschland eingeführt worden sind. Der Nachweis gilt als geführt, wenn aus der Buchführung und den Belegen des Herstellers hervorgeht, daß den Halb- oder Fertigerzeugnissen gegenüber eine unter Anrechnung der entstande⸗ nen Abfälle gleich gewichtige Menge Rohstoff oder Halberzeugnis aus dem Auslande nach dem 1 eingeführt worden ist. a 8 5. Zulässige r auf Antrag. Im öffentlichen Interesse und zur Aufrechterhaltung des Wirt⸗ schaftslebens können Ausnahmen vom Verbot der Herstellung, ins⸗ besondere der im 8 2 unter Ziffer 2 und 6 aufgeführten Waren durch das Königlich Preuß. Kriegsministerium, Kriegs⸗Rohstoff⸗ Abteilung, Berlin SW. 48, Verlängerte Hedemannstr. 11, bewilligt werden. Solche Anträge forderlichenfalls zu belegen. 8 6. Einschränkung der erlaubten Herstellung. Die durch das Herstellungs verbot nicht betroffenen Erzeugnisse sind überwiegend für die 0 bebun werder auf e e arf wei n au e ag erlaubt ist, w rin gewarnt, Gewebe oder andere Bekleidungsartikel für das Leer herzustellen, ohne einen mittelbaren oder unmittelbaren Kri lieferungsauftrag zu besitzen. Es besteht sonst die Gefahr, daß Heeresbedarf im Uebermaß zum Schaden des Herstellers und der Gesamtvolkswirtschaft auf Vorrat gefertigt wird. ö Frankfurt(Main), im Juli 1915. b) f Post⸗ oder Telegraphen⸗ Stello, Generaltommando 18 5 n oder die Zwischenhändler einen sind eingehend zu begründen und er⸗ g des Heeresbedarfes geeignet. Ob⸗ Heeres⸗ 8 Das ist des bekennte Rezept, nech dem de a *