5 e sse: Der 6 de zeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: 2 e l George seinen arbeitswilligen 5* 68 viermal wöchentlich Sießener Familienblätter; latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Are ragg zweimal monatl. Land⸗ Fernsprech-Anschlü für die Schriftleitung112 Verlag, Geschäftsstelleß l Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 105. Jahrgang ——— notationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei K. Lange. Schriftleitung, Geschästsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Mittwoch, 21. Juli 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ 2 jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 P, ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; 4 für Stadt und Land, 2 Vermischtes und Ge⸗ 1 richtssaal: Otto Braun; 5 für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. (WTB.) Großes Hauptquartier, 20. Juli. (Amtlich.) 5 Westlicher Kriegsschauplatz. Im Anschluß an eine Minensprengung bei Schloß Hooge östlich von Ypern setzten die Engländer beiderseits der Straße Hooge— Ypern zum Angriff an. Der An⸗ griff brach vor unseren Stellungen zusam⸗ men. Teilweise kam er in unserem Artilleriefeuer gar nicht —. Den Sprengtrichter haben die Engländer Bei Souchez wurden Handgranaten-Angriffe ab— geschlagen. Nach lebhafter Feuertätigkeit ihrer Artillerie in der Gegend von Albert versuchten die Franzosen abends einen Vorstoß gegen unsere Stellungen bei Fricvurt. Sie wur— den zurückgeschlagen. g Oestlicher Kriegs schauplatz. In Kurland wurden die Russen bei Groß⸗Schmarden östlich Tukkum, bei Gründorf und Usingen zurückgedrängt. 3 11 40 Kurschany weicht der Gegner vor unserem Angriff. Nördlich Nowogrod am Narem bemächtigten sich die deutschen Truppen feindlicher Stellungen nördlich des Zu⸗ sammenflusses der Bäche Skroda und Pisa. Neu eingetroffene Landsturmtruppen, die hier zum ersten Male ins Feuer traten, zeichneten sich besonders aus. Nördlich der Szkwa⸗Mündung erreichten wir den Narew. Die auf dem nordwestlichen Flußufer gelegenen ständigen Be⸗ festigungen von Ostrolenka wurden besetzt. Südlich der Weichsel sind unsere Truppen bis zur Blonie⸗Grojer-Stellung vorgedrungen. Bei Nachhutkämpfen verloren die Russen hier 560 Gefan—⸗ gene und zwei Maschinengewehre. K Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die deutsche Landwehr und Reserve-Truppen des Ge⸗ neralobersten v. Woyrsch haben den überlegenen Feind aus der Ilzanka⸗Stellung völlig geworfen. Alle Gegenstöße eilig herangeführter russischer Reserven wurden abgewiesen, über 5000 Gefangene fielen in deutsche Hand. Unsere Truppen sind dem geschlagenen Feind auf den ersen. Kavallerie erreichte bereits die Bahn Radom— JIwangorod.. Zwischen oberer Weichsel und dem Bug folgen wir dem zurückweichenden Feinde.. Oberste Heeres leitung. Der gestrige Heeresbericht klingt schlicht, und da keine großen Gefangenenziffern darin enthalten sind, liest wohl mancher rasch darüber hinweg. Allein wie anders sieht sich die Sache an, wenn man die Karte zur Hand nimmt und) daran die ungeheuren Leistungen unserer Truppen ermißt, die in den letzten Tagen vollbracht worden sind! Am hervor- stechendsten ist da die Tatsache, daß die deutschen Heeres⸗ teile, die bisher an der Bzura-Rawka standen, in der Ver⸗ folgung des nach Warschau zurückgezogenen Gegners nun⸗ mehr etwa 20 Kilometer vor der polnischen Hauptstadt angelangt sind, also in einer Entfernung wie etwa von Gießen bis Hungen oder Grünberg! Es ist die im Tagesbericht genannte Linie Blonie—Grojec; Blonie liegt westlich von Warschau, Grojec etwas über 20 Kilo⸗ meter südlich davon, nördlich des Unterlaufs der Pilica. Eine ähnliche Vorwärtsbewegung hat Generaloberst v. Woy r sch auf die Festung Iwangorod gemacht, indem er die Russen trotz ihrer überlegenen Zahl in Fortsetzung der vorher ge— meldeten Kämpfe auch aus der Ilzanka- Stellung geworfen hat, wobei ihm über 5000 Gefangene in die Hand fielen. Wir stehen also auch hier 20 Kilometer von Iwangorod, und die Kavallerie des Generalobersten hat bereits die Bahnlinie Radom—Iwangorod besetzt. Aus dem österrei⸗ chisch⸗ungarischen Bericht erfahren wir dazu noch, daß süd⸗ lich und westlich von Radom österreichisch-ungarische Regi⸗ menter heftige Kämpfe bestanden und daß die Stadt Ra⸗ dom am Dienstag vormittag besetzt worden ist. Die russische Linie vor den beiden Weichselfestungen Warschau und Iwan⸗ gorod ist nunmehr zerrissen, um jede der beiden Städte legt sich der deutsche Gürtel. Zwischen der Weichsel und dem Bug rückt der Feldmarschall v. Mackensen mit seinen Heeren weiter vor. Der neueste russische Generalstabsbericht gesteht zu, daß er es infolge der siegreichen Vorstöße des Gegners „für angemessen hielt, die Truppen auf die zweite Linie der Stellungen zurückzunehmen“. Auf den nördlich gelegenen Kriegsschauplätzen hat Hin⸗ denburg wieder erhebliche Fortschritte zu melden. General v. Scholtz ist auf Nowogrod vorgegangen, steht also 15 Kilo⸗ meter von der Narew-Festung Lomza. Die rechte Armee⸗ ruppe desselben Generals erreichte den Narew bei Ostro⸗ ente wo auf dem rechten Flußufer schon russische Befesti— gungen genommen worden sind. 5 Der interessante linke Fluge Hindenburgs, hoch im Norden, hat wiederum große eweglichkeit entfaltet. Die Truppen Belows sind von Tukkum aus auf der Straße nach Riga an der Bahn entlang bis Groß⸗Schmarden Feinbaf die Mitte der Armeetruppe drängte die Russen bei Grünhof und Usingen, nordöstlich und östlich von Hofzumberge an wei Straßen nach Mitau zurück, während ihr rechter Face östlich von Kurschany den Feind zum Weichen ge— racht hat. Das sind die dunklen Wolken im Osten, die Lloyd 8 gezeigt hat, als sie „ mit der in Gnaden wieder aufgenommenen Frau khurst an der Spitze, eine patriotische Kundgebung * 705 Der Kreis um die Russen wird enger gezogen! 1 darbrachten. Trotzdem spricht dieser neugebackene Muni— tionsminister noch von dem„unbezwinglichen Rußland“, das den Sturm überwinden werde. Es ist»öklich, daß ihn eine der Frauen darauf mit der Frage unterbrach, wie es mit dem Wahlrecht stände. Als neutrale Stimme, die das „unbezwingliche“ Zarenreich von einer andern Höhe aus betrachtet, wie Lloyd George, verzeichnen wir die nachstehen— den Ausführungen Stegemanns im„Berner Bund“, der auf Grund der neuesten Erfolge der deutschen Truppen also urteilt: ö „Als die Deutschen zum erstenmal in den Ostseeprovin— zen erschienen, war es ein prächtiger Raid, heute ist es viel— leicht eine durchgreifende Offensive. Die Umfassung der russischen Nordfront rückt immer näher. Daß diese Umfassung sich heute anders ansieht als im Februar und März, liegt auf der Hand, wirkt doch der Druck der deutsch⸗ österreichischen Offensive heute von Süden her schon un— mittelbar auf die rückwärtigen Verbindungen der Weichselfront, die nun auch von Norden her umfaßt wird. Bereits ist Brest-Litowsk zum russischen Operations- zentrum geworden und Warschau nur noch ein gefähr- deter Außenposten. Zwar wird die weit gespannte Festungs— linie noch von mobilen Kräften gehalten, aber sie besitzen nicht mehr genügend Widerstandskraft, sie mit derselben Elastizität wie im Februar zu behaupten. Die Zange, die nun von Norden und Süden angesetzt ist, die Wiederauf— nahme der Offensive des Generals Woyrsch und der Fronten— schutz an Bug und Dnjestr ergeben in der Gesamterscheinung eine riesenhafte, strategisch vortrefflich abgestimmte Ope— ration. Ob es richtiger ist, ihr zu entrinnen und sich weiter nach Osten rückwärts zu konzentrieren oder ihr auf ver⸗ kürzten Fronten zu widerstehen, wird die russische Heeres— leitung jetzt im drangvollen Augenblick entscheiden müssen, falls diese Entscheidung nicht schon getroffen ist.“ ** Der österreichisch⸗ ungarische Tagesbericht. Wien, 20. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 20. Juli 1915 mittags. 25 Rufsischer Kriegsschauplatz. Zwischen der Weichsel und dem Bug sind gestern, die verbündeten Armeen in der Verfolgung des weichenden Geg⸗ ners über das Schlachtfeld der lezten Tage hinausgerückt. Bei den am Erfolg hervorragend beteiligten Truppen des Feldmarschalleutnants Arz wuchs die Zahl der eingebrach⸗ ten Gefangenen auf 50 Offiziere und 3500 Mann. Auch bei Sokal brachten unsere Truppen über 3000 Gefangene ein. Westlich der Weichsel haben unsere Verbündeten in heldenmütigem Ringen den russischen Widerstand an der Ilzanka gebrochen. Südlich und westlich von Radom bestanden österreichisch-ungarische Regimenter hef⸗ tige Kämpfe. Siebenbürgische Infanterie stürmte den Ort Kostrzyn. Radom wurde heute vormittag von unseren Truppen besezt. In Ostgalizien ist die Lage unverändert. An der Grenze zwischen der Bukowina und Bessarabien wurde eine russische Plastuni⸗Brigade überfallen und zersprengt. Italienischer Kriegsschauplatz. 0 Die Schlacht im Görzischen dauert fort. Die italie⸗ nischen Angriffe, die sich nun mit großer Heftigkeit auch gegen den Görzer Brückenkopf richteten, hatten am gestrigen Tage und in der Nacht auf den heutigen wieder kein Ergebnis. Nach starker, bis Mittag währender Beschießung des Brücken⸗ kopfes durch die feindliche Artillerie ging die italie⸗ nische 11. Infanterie⸗Dibision mit betrunke⸗ nen Truppen zum Angriff gegen den Abschnitt von Podgora vor. Der Feind drang stellenweise in unsere Deckun— gen ein, wurde aber wieder hinausgeworfen. Nach neuerlicher Artillerievorbereitung erfolgte um 4 Uhr nachmittags ein zweiter Angriff, der um 8 Uhr abends gleichfalls abgeschla— gen war. Um den Rand des Plateaus von Doberdo wird er⸗ bittert weitergekämpft. Gestern nachmittag schlug tapfere ungarische Landwehr einen starken Angriff gegen ihre Stel⸗ lungen bei Sdraussina zurück. Auch drei weitere Massen⸗ angriffe der Italiener Aachen hier zusammen. Ebenso schei⸗ terten gegen den südwestlichen Plateaurand von Polazzo, Redipuglia, Vermegliano herangeführte Vorstöße, sowie ein Angriff auf den Monte Cosich(nördlich Mon⸗ falcone). Der in seine Deckungen zurückflutende Feind erlitt überall schwere Verluste. Die Artilleriekämpfe am mittleren Ison zo, im Krngebiet und der Kärntner Grenze hielten an. Im Raume südlich des Krn wurden zwei heftige Angriffe der Alpini abgeschlagen. In den bereits erwähnten heftigen Gefechten in der Kreuzberggegend verloren die Italiener über 200 Mann an Toten und etwa das Doppelte an Verwundeten. Dem⸗ gegenüber beträgt dort unser Gesamtverlust 42 Mann. Die Stellung südlich Schluderbach wurde von un⸗ seren Truppen wieder zurückgewonnen. Ein neuerlicher An⸗ griff schwächerer italienischer Kräfte auf den Col di Lana mißlang wie alle früheren. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der Widerstand der Russen. Basel, 20. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Basler Nachrichten“ enthalten einen Auszug aus einem Bericht des Londoner Korrespondenten des„Corriere della Sera“ über die riesige Schlacht im Osten. In diesem Bericht wird u. a. der Vertreter der„Times“ im russischen Hauptquartier, der Amerikaner Washburn, erwähnt. Dieser behauptet daß, um die gewaltigen Stöße der Deutschen aufzuhalten, eine ganz neue Armee aus den in —.— 5 Galizien stark mitgenommenen Truppen ge⸗ bildet und frisch organisiert worden sei. Washburn wohnte der Besichtigung dieser Armee bei. Er behauptet, dies sei das beste Heer, das Rußland je ins Feld gestellt habe. Für etwaige Schlappen seien schon drei Verteidigungsstellen hergerichtet. N Aus Warschau. 75 Berlin, 20. Juli.(Priv.⸗Tel.) Die„B. Z. am Mittag? meldet aus Krakau: Aus Petrikau wird berichtet: Fort⸗ gesetzt wiederholen sich die Anschläge auf die Eisenbahnen um Warschau. Nach acht Uhr abends darf sich in Warschau ohne besondere Bewilligung niemand mehr auf der Straße zeigen. Einer besonderen Bewilligung bedürfen auch Rei⸗ sende, die Warschau nur passieren. Vergebliche russische Sturmangriffe am Dujestr. Berlin, 21. Juli. Ueber vergebliche russische Sturmangriffe am Dujestr wird dem„Berliner Lokalanzeiger“ aus Czernowitz vom 20. telegraphiert: Die Russen hatten am unteren Dujestrgroße Verstärkungen herangeholt und versuchten den Unsrigen die am linken Dnjestrufer gewonnenen Positionen zu entreißen. Alle ihre Bemühungen blieben erfolg⸗ 48 los. Unsere Truppen halten alle ihre Positionen fest. Die Russen haben auch schwere Artillerie herangeschafft. Die heftigsten Artillerie— kämpfe haben sich entwickelt. An der bessarabischen Grenz⸗ 35 front haben die Russen in den letzten vier Nächten heftige Sturmangriffe unternommen, die regelmäßig von den Un⸗ srigen abgewiesen wurden. Der Nachtangriff vom 18. Juli dauerte sechs Stunden; unaufhörlich stürmten die Russen. Manche Stel⸗ lungen versuchten sie achtmal zu nehmen. Aber alle ihre Bemühun⸗ E gen waren vergebens. g Der russische Bericht. 4 Petersburg, 20. Juli.(WT. Nichtamtlich.) Bericht des Großen Generalstabs: In der Gegend Riga und Szawle er⸗ reichten feindliche Abteilungen die Front Tukkum— Dob⸗ len und rückten am 18. Juli in südlicher Richtung gegen Hof⸗ zumberge und Behnen vor. Im Norden des Dorfes Obmiany unternahmen Kosaken einen erfolgreichen Einbruch in den Rücken des Feindes und hoben einen wichtigen Transport auf. In dern Gegend von Popeliany fuhren wir fort, den Feind zu A* drängen. Deutsche Angriffe gegen unsere Stellung bei Szawle in der Nacht zum 18. Juli wurden erfolgreich abgewiesen. Jenseits 1 Niemen warfen wir den Feind in derselben Nacht aus den letzten Schützengräben, die er am 15. Juli genommen hatte. 5 An der Narew⸗ Front unternahm der Feind eine Offen⸗ sive. Er nahm in der Nacht zum 18. Juli das Dorf Poredy. Auf dem rechten Ufer der Pissa und auf dem linken Ufer der Szüwa wurden feindliche Angriffe gegen die Dörfer Vik und Pschetschniak erfolgreich abgewiesen. Westlich des Om ulew ziehen sich unsere Truppen Schritt für Schritt zum Narewbrückenlopf zurück. Wir lieferten am Abend des 17. Juli einen hartnäckigen Nachhutkampf in der Nähe der Stadt Makow. Bei dem Dorfe Karnewo unternahm eines unserer Regimenter einen glänzenden Gegenangriff. 1 7 In der Richtung auf Lublin wurden feindliche Angriffe an der Front Vollkolaß—Bikhava im Laufe des 18. Juli erfolgreich abgewiesen. Am Wieprz bemächtigte sich der Feind in der Frühe des 18. Juli der Stadt Kras nostaw und der Flußübergänge, die stromaufwärts davon gele⸗ gen sind. Im Laufe des 19. Juli blieben feindliche Angriffe zwischen dem Bache, der von Rydtschevitze zu dem Dorfe Piaski und zum Wieprz fließt, ohne Ergebnis. Am rechten Ufer des Wieprz wiesen wir bei Krasnostaw und an der Wolica außer⸗ ordentlich hartnäckige feindliche Angriffe ab. Indes gelang es dem Feinde, an der Mündung der Wolica und bei dem Dorfe Gasvniki sich auf dem rechten Ufer des Flusses festzusetzen. Darauf erachteten wir es für richtig, unsere Truppen in unsere zweite Stellung zurückzuziehen. Bei dem Dorfe Grabovetz wiesen wir am 18. Juli vier wütende Angriffe des Feindes, die auf einer breiten Front unternommen und von Artilleriesperrfeuer unterstützt wurden, ab. Zwischen Buczwa und Bug warfen wir am Abend des 17. Juli in einem erbitterten Kampfe den Feind aus allen unseren zuvor von ihm genommenen Schützengräben. Am Bug wird der Kampf gegen den Feind kraftvoll fortgesetzt, der am 18. Juli auf 0 der Front Skomorokhi—Sokal den Fluß überschritt.— am Dujestr fanden Kämpfe an der gleichen Front statt.— Aus den anderen Kampfgebieten werden keine wichtigen Gefechte gemeldet. 8 Die italienische Kriegsanleihe. Rom, 21. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter melden, daß die letzten Berechnungen über das Ende rgeb⸗ nis der Kriegsanleihe auf eine Gesamtsumme der Zeichnungen in Höhe von einer Milliarde und 100 Millionen Lire schließen lassen. 85 Der Untergang des„Garibaldi“ 9 Rom, 20. Juli.(Ctr. Frkft.) Der Cher des Generalst 5 der Marine teilt mit: n Seit dem Datum des letzten Communiqués vom 7. Juli 5 5 5 gg 8 1 8. wuß die Marine eine intensive Aktion mit Schiffen und Nusttampf⸗ mitteln gegen die feindlichen Küsten am unteren und oberen Adria— tischen Meere 50. entwickeln. Zur See kann man folgende in dem dalmatinischen Archipel ausgeführten Operationen erwähnen: Ab⸗ api**. in der Nähe der Inseln, ie infolge ihrer gegen unsere Ufer vorgeschobenen Lage brauch⸗ f bare Veobachtungs kationen für den Feind bildeten; Zerstörung von Einrichtungen für die Verproviantierung von Torpedobooten 1 sowie von Kasernen und Fabriken auf einer dieser Inseln mit der Erbeutung von einigen Gefangenen. Bei Tagesanbruch des 18. Juli näherte sich eine Division unserer alten Panzerkreuzer, bestehend aus„Varese“,„Ferruccio“,„Garibaldi“ und„Pisani“, den Ge⸗ wässern von Cattaro und bekundete ihre Anwesenheit, inder sie die Eisenbahnlinie bei dieser Ortschaft bombardierte und ernst⸗ lich beschädigte. Zu gleicher Zeit gingen kleine Schiffe g Gra vo sa vor, zerstörten dort ein Maschinendepot, Kasernen und mehrere militärische Gebäude und führten durch eine Landung 1 4 . kommen, als die Beratung beendet war. Er habe nur noch eine Aufklärung auf der Insel Giuppana aus. Die feindlichen Panzerschiffe, welche, obschon sie nicht von modernem Typ waren, doch unserer Division alter und bescheidener Kreuzer hätten die Stirn bieten können, kamen nicht aus dem Hafen heraus, obgleich sie alle ihre Maschinen unter Dampf hatten. Während unsere Schiffe sich entfernten, wurden Angriffe von Tauchbooten auf sic gemacht und der„Garibaldi“ wurde, nachdem er einem ersten Angriff entgangen war, von einem Tor pedo getroffen und sank. Die Besatzung bewahrte vollkommene Disziplin und Ruhe und rief wiederholt„Es lebe der König!“, bevor sie sich den erhaltenen Befehlen gemäß ins Meer warf. Sie wurde zum größ⸗ ten Teil gerettet. 5 Unter den bemerkenswertesten Aktionen ist das am 7. Juli durch eines unserer Luftschiffe gegen das bereits durch die vorher⸗ gegangene Beschießung vom 4. Juli schwer beschädigte„Stabili- mento Tecuico Triestino“ ausgeführte Bombardement zu erwähnen. Diesmal riefen die auf diese wichtige Werft geworfenen Bomben einen so ausgedehnten Brand hervor, daß er noch auf 40 Kilometer Entfernung sichtbar war. Zu erwähnen ist noch der Abwurf von Bomben durch eines unserer Wasserflugzeuge auf die im Kanal von Fasano bei Pola am 14. Juli entdeckten Tor pedo⸗ zerstörer, ferner ein am 16. Juli mit ausgezeichneten Ergebnissen durch eines unserer Luftschiffe ausgeführtes intensives Bombarde⸗ met des Bahnhofes von Grignano. Endlich wurde am 17. Juli ein feindliches Wasserflugzeug, das zu dem Geschwader gehört, wel⸗ ches Bari und Barletta überflogen hatte, mitsamt den beiden an Bord befindlichen Offizieren unschädlich gemacht. l gez.: Thaon di Revel. * 5 Die Ergebnisse des Kriegsrats in Calais. Berlin, 21. Juli. Ueber den jüngsten Kriegsrat der Verbündeten in Calais, der fast eine Woche dauerte, ssickern jetzt allerlei Einzelheiten durch. Danach hätten, wie die Morgenblätter zu melden wissen, fünf englische, drei französische und zwei belgische Generale daran teilgenom— men, General Por ro sei erst in dem Augenblick ange- Gelegenheit gehabt, sich kurz mit den anderen Herren zu besprechen. Als Hauptergebnis des Kriegsrats wurde an— gegeben: Die Rückkehr der alten Abnutzungstheorie gegen— über dem Feinde, also systematische Defensive, damit die Deutschen durch die ihnen aufgezwungene Offensive so viel Menschen als möglich verlieren, alsdann verschiedene Truppenverschiebungen und Vorbereitung des mit Sicher- heit erwarteten Winterfeldzuges. 8 Ein englischer Minister über die Kriegsdauer. London, 20. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Minister b sagte auf einer Konferenz, daß der Krieg wahr⸗ cheinlich noch ein weiteres Jahr dauere. Die arbeitswilligen Frauen in England. 1 London, 20. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Ein großer Zug Frauen aller Klassen, die bereit sind, für die Munitrons⸗ bherstellung zu arbeiten, bewegte sich am Samstag durch die Straßen Londons. Eine Abordnung, an der Spitze die Frauenrecht⸗ lerin Pankhurst, wurde von Lloyd George empfangen. Der Minister begrüßte die arbeitswilligen Frauen und führte aus: 750 Bisher arbeiteten 50000 Mann in den Munitionswerken gegen 500 000 in Deutschland; es sei notwendig, die ganze Nation ein⸗ schkließlich der Frauen zu organisieren. Tie Regierung plane alle Werkzeugfabriken zu übernehmen. Lloyd George hielt darauf eine Ansprache an die draußen versammelte Menge, in der er sagte: Im Ostensteigen dunkle Wolken auf, aber ich betrachte ssie mit voller Zuversicht. Das unbezwingliche Rußland wird den Sturm überwinden, wie es manchen Orkan zuvor überwand. Die Gegner werden zerstreut werden. Rußland wird sich erneut und furchtbarer erheben und den großen demokratischen Völkern des Westens den großen Sieg für Europas Freiheit erringen helfen. 1— 11 unterbrach den Minister mit dem Rufe: Wie steht es mit dem Wahlrecht? Lloyd George fuhr fort: Wir sind um zwölf Monate zurück. Wir sind bemüht, einen Feind zu *„der jahrelang seine Vorbereitungen traf, aber wir wer⸗ den es tun. Ich habe keine Zweifel, daß die Nation, die so manchen Despoten in Europa niederwarf, es wieder tun wird. 5 Die Kriegskosten Englands. 1 London, 20. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Regierung fordert heute im Anterhaus einen weiteren Kriegskredit von 150 Millionen Pfund Sterling, was mit den bis⸗ herigen Kriegskrediten eine Gesamtsumme von 600 Mil- lionen Pfund Sterling ergibt. 43 Kanonendonner in der flandrischen Front. „Berlin, 21. Juli. Aus der Richtung der flandri⸗ 5 1 Front wurde, wie verschiedene Morgenblätter nach dem„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ melden, den ganzen gestrigen Vormittag heftiger Kanonendonner vernommen. 5 5*** Die Zuversicht der Türken. Berlin, 21. Juli. Ueber Philippopel berichtet laut „Voss. Ztg.“ Magrini dem„Secolo“ unter dem Titel „„ Deutschland in der Türkei“: Die Siege in Galizien und andererseits die Mißerfolge an den Dardanellen, die die Alliierten zu buchen haben, haben die Zuversicht, der Be⸗ völkerung in Konstantinopel gehoben. Die Haltung Bulgariens. . Paris, 20. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Minister⸗ bräsident Radoslawow erklärte dem Sofioter Bericht⸗ erstatter des„Temps“, das Interesse Bulgariens sei Rees nicht, die Neutralität immerwährend bei 1 aber um einzugreifen, müsse das bulgarische Volk das feste Ver⸗ sprechen haben, sichere Vorteile zu erzielen. Augenblicklich verhandle Bulgarien diesbezüglich offiziell mit dem Vier- verbande; es unterhandle ferner mit der Türkei betreffs 17 der Eisenbahnen in Thrazien. Bulgarien unterhandle mit niemand anderem. Bisher habe sich die Orientierung der bulgarischen Politik nicht geändert, aber es gebe immerhin ein neues Element: die bulgarische Armee, welche nach den Kriegen von 1912/13 erschöpft war, sei jetzt neugebildet und stärker denn jemals. Sie habe ein Cadre junger, rühriger And vertrauensvoller Offiziere mit Kriegserfahrenheil. Mit 93 seiner Armee sei Bulgarien auf Eventualitäten vorbereitet. 8„ * 5 1 2 55 12 . Amerika und die englischen Prisengerichte. London, 20. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Das Reutersche Bureau verbreitet folgende Meldung der„Times“ aus New Pork: Die Vereinigten Staaten haben eine Note nach Groß⸗ britannien gesandt, in der sie darauf bestehen, daß die Rechte der amerikanischen Bürger gemäß dem Völkerrecht anerkannt werden müssen und durch britische Kabinettsorders und ähnliche Ver⸗ fügungen nicht angetastet werden dürsen. Die Vereinigten Staaten weigern sich, die Urteile der Prisengerichte, soweit sie mit dem Völkerrecht im Widerspruch stehen, anzuerkennen. Berlin, 21. Juli. Nach einem Züricher Telegramm der „Berliner Morgenpost“ berichtet der„Lyon Républicain“ aus New Jork, die amerikanischen Baum wollproduzenten hät⸗ sowie den Konservenfabriken zusammengetan, um gegen die englische Kupferfabrikation und die englische Beschlagnahme von Schiffen zu protestieren. Aus Stadt und Cand. Gießen, 21. Juli 1915. Das Stellvertretende Generalkommando gegen den Lebens mittelwucher. Das Frankfurter Stellvertretende Generalkom⸗ mando ist dem Vorbild der bayerischen Generale gefolgt und hat eine für den Lebensmittelmarkt tief einschneidende Verordnung erlassen, von deren energischer Durchführung man erwarten kann, daß ein guter Teil der in den letzten Wochen eingetretenen Mißstände auf dem Gebiete der Le⸗ bensmittelversorgung aufhören wird. Die Verordnung hat folgenden Wortlaut: Auf Grund des 8 9b des Gesetzes über den Belage⸗ rungszustand vom 4. Juni 1851 bestimme ich, daß mit Ge⸗ fängnis bis zu einem Jahre bestraft wird: 5 1. wer bei dem gewerbmäßigen Einkauf von Gegenstän⸗ den des täglichen Bedarfes Preise bietet, die un⸗ angemessen hoch sind, wenn nach den Umständen des Falles die Absicht anzunehmen ist, eine Preis⸗ steigerung oder Heraufsetzung bestehender Höchstpreise herbeizuführen; 2. wer, um eine Preissteigerung oder Heraufsetzung der bestehenden Höchstpreise herbeizuführen, Gegenstände des täglichen Bedarfes, die an sich zum Verkauf be⸗ stimmt sind, aus dem Verkehr zurückhält, oder bisher zum Verkauf gestellte Gegenstände des täg⸗ lichen Bedarfs einer anderweiten Verwen⸗ dung zuführt, z. B. Milch, die bisher als solche verkauft wurde, zu Käse oder Butter verarbeitet oder verfüttert; 3. wer beim gewerbsmäßigen Kleinverkauf für Gegen⸗ stände des täglichen Bedarfs Preise fordert oder annimmt, die nach der Marktlage ungerecht⸗ fertigt hoch sind; 5 4. wer aus Eigennutz als Verkäufer von Gegenständen des täglichen Bedarfs, solange seine Vorräte reichen, Käufern die Abgabe seiner Verkaufsgegenstände gegen entsprechende Bezahlung verweigert. Verurteilungen wegen Aa gegen die vorstehende Verordnung werden vom Generalkommando öffentlich bekannt gemacht. Nach den Wochen steigender Erbitterung gegen die will⸗ kürliche Preisgebarung und die Schutzlosigkeit des Verbrau⸗ chers gegenüber der zum großen Teil ungerechtfertigten Teue— rung wirkt diese Verfügung, die mit wünschenswerter Deut⸗ lichkeit das Kind beim Namen nennt, wahrhaft erfrischend und muß in den breitesten Volksschichten Befriedigung dar⸗ über auslösen, daß man sich nunmehr der wohlverstandenen Interessen der Konsumenten— und das sind wir doch fast alle— durchgreifend annimmt. Es wäre im Volke nicht verstanden worden, wenn man ihm nicht von oben zur Siche— rung seiner Lebenshaltung die unterstützende Hand gereicht hätte. Man begann es bitter zu empfinden, daß dem gleichen Volke, das sein Gut und Blut dem Vaterlande opfert, im Inlande selbst diedebensbedingungen lünstlich erschwert wur⸗ den. Die neue Verordnung bietet nun die Handhabe, Aus- * 5 wirksam entgegenzutreten. Eine Ueberwachung des Marktes, an der sich zu eigenem Vorteil das Publikum be- teiligen dürfte, wird dafür zu sorgen haben, daß die Bestim⸗ mungen nicht Schall und Rauch bleiben. Wie übrigens von einer gut unterrichteten Berliner Korrespondenz gemeldet wird, steht ein gesetzgeberisches Vorgehen des Bundesrats in der ganzen Frage in Aussicht, die vor allem auch von dem Standpunkt zu begrüßen wäre, daß es unmöglich würde, durch Aus fuhr die Einzelbestimmungen von Bezirken zu umgehen. Die neuen Wucherparagraphen werden, so heißt es in der„Korrespondenz“, natürlich ein Kautschukgebilde dar⸗ stellen. Das ist nicht verwunderlich bei der Schwierigkeit der ganzen Materie, aber unvermeidlich, wenn der Ausbeutung der durch den Krieg hervorgerufenen Notlage des Volkes wirksam entgegengetreten werden soll. Die Verhandlungen in den zuständigen Berliner Regierungskreisen sind zurzeit noch nicht abgeschlossen.— Durch ein n Vorgehen der Regierung würde übrigens auch die Zuständigkeitsfrage der Militärbehörden, denen nach dem Buchstaben nur die vollziehende Gewalt zusteht, geregelt werden. Jedenfalls bietet die Maßnahme des Frankfurter Generalkommandos bis zu der reichsgesetzlichen Regelung den Weg, dem Wucher die Spitze abzubrechen. Deutsches Obst für England. Durch die Zeitungen ging vor einigen Tagen die Mit⸗ teilung von großen Obstankäufen in Westdeukschland, die durch holländische Händler anscheinend in englischem Auftrage getätigt werden.(Siehe auch Nr. 163 des „Gieß. Anz.“.) Da seit Kriegsbeginn ein Obstausfuhrverbot besteht, wurden Zweifel in die Richtigkeit der Meldung eäußert. Unser Gewährsmann stellt nun dazu folgendes est:„Die Notiz über den Verkauf von Obst an Händler zur Weiterveräußerung nach Holland bzw. England beruht auf Mitteilungen, die mir während einer Reise zu Be⸗ ginn voriger Woche in verschiedenen Orten des Mittelrhein⸗ 3 gemacht wurden. Gleichzeitig hörte ich auch hier, aß am Niederrhein die 3 Erscheinung beobachtet wurde. Vor allem ging aus dem Rheingau ein großer Teil der Aprikosen- und Pfirsichernte zu Schiff rheinabwärts. In den letzten Wochen wurde dann der Versuch gemacht, die Kernobsternte aufzukaufen, ein Gebaren, das schließlich doch Verdacht erregte und in der Oeffentlichkeit lebhaft besprochen wurde. Gleichzeitig erschienen in Ber⸗ liner Blättern, in Mainzer Zeitungen und vor allem in der„Kölnischen Volkszeitung“ scharfe Artikel, die sich mit diesem Obstverkauf befaßten und verschiedene Einzelheiten. brachten, besonders von niederrheinischen Orten, wo das Unwesen in besonderer Blüte zu stehen schien. Die Folge dieser Veröffentlichungen und Hinweise war erfreulicher⸗ weise die, daß man behördlicherseits auf das Treiben auf⸗ merksam wurde und verschiedentlich die Bevölkerung vor dem Verkauf der Waren an fremde Händler warnte(so estern z. B. das Landratsamt in Höchst a. M.). Wie nun lbamtlich aus Berlin durch die„Kreuzzeitung“ und die „Neue Polit. Korresp.“ mitgeteilt wird, sucht man zwar die Tatsache des Obstverkaufs nach Holland zu bestreiten und weist auf das im September 1914 erlassene Ausfuhrverbot für Obst hin. Doch kann dieser Hinweis nur als Warnung und als Folge der in der vorigen Woche geschehenen Auf⸗ werden. Die Behörden mußten, so ist die Meinung der mit den Verhältnissen vertrauten ise, schon längst einge⸗ riffen haben, sie waren aber zu arglos. Jetzt Haben bie Zeitungsnotizen das bewirkt, was man schon vor Wochen ten sich mit den Industriellen und Kupferfabrikem erwartete, nämlich die„Auffrischung“ des Ausfuhr⸗ verbots und die„Mobilmachung“ des Publikums.“ 8 1 deckung der tatsächlich erfolgten Obstverkäufe angesehen] Ta e 5 3. dieser A „es ist festgestellt, daß große Mengen der Verordnung vom 5. Sept. 1914 aus dem 9 lande, insbesondere auch aus dem Festungsbereiche gekauft und unter falscher Deklaration holländische Grenze gebracht worden sind. Es beste Vermutung, daß das Obst nach England weiter F f Der Gouverneur von Köln bestätigt also an der einwandfreier Beweise trotz allen Ableugnungs- und Wider legungsversuchen, daß das gute deutsche Obst in groß Mengen über Holland nach England gebracht wird. i nun die bedeutenden Obstmengen geblieben, die Händler im Rheingau aufkauften und vielleicht auch heute noch auf⸗ laufen? Für den Bereich der Festung Köln erließ General von Held über die Obstausfuhr außerordentlich scharfe Be⸗ stimmungen. Mögen diese auch an jedem anderen Orte in Kraft treten! Aber Eile tut dringend not, sonst ist es zu spät. 8 a 3 * Die deutschen Universitäten und der Krieg. Man stellt uns aus Leserkreisen eine Uebersicht über die zahlenmäßige Beteiligung der deutschen Stu⸗ dentenschaft am Heeresdienst zur Verfüt⸗„die für die einzelnen Hochschulen die Prozentziffer der Hriegs⸗ teilnehmer berechnet. Was die Aufstellung für unsere Stadt besonders bemerkenswert macht, ist die Haute ee Gießen hinsichtlich der Zahl der dem Vaterlande dienen⸗ den Studierenden an dritter Stelle steht. Nur Königs⸗ berg, wo die Nähe der Russengefahr eine mächtige Anregung gebildet haben 10 95 und Tübingen übertreffen die Landes⸗ universität um 10 bezw. 3 Proz. Nach der 5 Kriegsteilnehmer auf je 100 Studenten in Königsberg 84, Tübingen 77, Gießen 74, Kiel 74, Marburg 70, Rostock 69 gel 5 Greifswald 68, Freiburg 68, Halle 66, Göttingen 61, Er⸗ langen 61, Heidelberg 60, Jena 57, Leipzig 57, 56, Berlin 54, Würzburg 52, Straßburg 46, lau 46, Bonn 42, Münster 35, Frankfurt 11. 3 n„Dem Ass.⸗Arzt Dr. med. Teipel im Pionier-Regt. 29 wurde das hessische Sanitätskreuz am Bande der hess. Tapferkeitsmedaille verliehen, nach⸗ dem er sich das Eiserne Kreuz im November vorigen Jahres erworben hatte. Landkreis Gießen. N Q Langsdorf, 20. Juli. Leutnant der Reserve Otto Kneipp von hier, Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse, erhielt auch die Hessische Tapferkeitsmedaille. Bad⸗Nauh. der heutigen S r. Bad⸗ Nauheim, 20.* seutigen Stadt⸗ verordneten versammlung wurde der wiedergewählte Bei⸗ — Reinhard Knieriem mit einer längeren Anf e des dorsitzenden Bürgermeister Dr. Kayser in sein Amt ein, — Auf— des Kreisamtes soll die Wochen markt⸗ Ordnung wiederholt— auch im Amtsverkündigungsblatt— bekannt gemacht werden.— Unter gewissen Bedingungen— Bekanntgabe in den Zeitungen und Aushang in den umliegenden Ortschaften— ist die Versammlung damit einverstanden, daß die hiesigen Apotheken jeweilig abwechselnd den Nacht⸗ dienst immer für eine Woche übernehmen.— Verschiedene An⸗ träge des Städtebeamten verbandes, betreffend Beurlaubungen in der Kriegszeit, Schlußzeit am Samstag(nachmittags dienstfrei) und Teuerungszulage werden nach kurzer Aussprache— als zur Unzeit gestellt— abgelehnt. Aniversitäts⸗Nachrichten. Frankfurt a. M., 20. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Wie die„FJranksurter Universitäts-Zeitung“ meldet, ist an Stelle des scheidenden Rektors Prof. Dr. Richard Wachsmuth der ordent⸗ liche Prosessor sür Staats wissenschaften und Dekan der wirtschafts⸗ und sozialwissenschastlichen Fakultät Dr. Ludwig Pohle zum Rektor der Universität Frankfurt a. M. für die mit dem 1. Oktober 1915 beginnende neue, Rektoratsperiode erwählt worden. Gegen Italien! Kriegsbericht von Paul Lindenberg. N Vom K. K. Kriegs pressequartier genehmigt. III. f i Am Isonzo.— de dgora⸗Höhen.— Die Spuren der F —„In r— dem Blodumterteenb,— Die Italiener greifen an.— Im tollsten Feuer.— Im Wacht am Isonzo. 2 N 1 Borsichi 1 14 70 nochmals, meine Herren, Vorsicht und wieder Vorsicht, h nicht Ihr Leben und das unserer braven Soldaten in Gefahr bringen,“ meinte zum Abschied General Z., der ebenso tat⸗ kräftige und umsichtige, wie feinsinnige und 1— 5 jener heldenmütigen Truppen, die nun schon Woche um wichtigste Stelle am Isonzo gegen eine beden ver⸗ teidigt.„Ich habe bisher noch Niemanden den Besuch der Pod⸗ gora-Höhen erlaubt und tue es nur, weil am N dig 3 einen gewaltigen Angriff auf jenen Berg den Nüesen been oss fe dre de ale cha e ürften heute öpft sein. Aber sie passen 5 g Beobachter und sparen nicht mit der Munition. Gott befohlen und auf frohes Wiedersehen!“— N fende, durch V a deren ö und Dächer wie 2 waren von Schrapnells. Doppelt er⸗ schütternder Anblick in bieser herrlichen, südlichen Natur, mit frucht⸗ beladenen Feigenbäumen und blü rchsprenkelten Oleander⸗ lcd 8. und ern en den, mit i Ortschaften altersgrauen en.. e ee ette fließt sein ich kri a. er„sich, na g es hohe Gebirgspässe verlassen, durch fruchtbare Gefilde end, überspannt von mehreren Brücken, gegen welche die Italiener N und wieder ihre 1 05 richten. Hätten diese Erfolg, being, ch i den Fe der ee de e änge, sich in den Be odgora⸗* J 5 uns aufragten, nachdem wir einzeln und hastigen Schrittes auf auf einen falls nötig, rasch zerstörbaren Holzstege jenseits des Flusses i, wie sah es in den dort befindlichen großen Anlagen einer Papier- und Zellulose⸗Fabrit aus! Hier hatten die schweren Ge⸗ schosse tüchtige Arbeit getan! Die Mauern en oder zu⸗ sammengestürzt, die Dächer abgedeckt, die Wege e 9 ein ähnliches Bild wilder Zerstörung zeigte die Waldhöhe vor uns, deren D in einer te von hundert und mehr 8 völlig fortgerissen worden war, als ob ein jäher Wirbelsturm die nnen geknickt. Die Italiener hatten durch ihr Feuer das Heran⸗ holen von Reserven verhindern wollen, sich aber auch darin ge⸗ hörig verrechn et. Auf schmalem, stolperigen Pfade ging es steiler und steiler bergan, über Gezweig und Aeste, die von den Geschossen herunter⸗ gesplittert waren, an Felsblöcken empor, um kl. 5 anat-⸗ trichter herum; an einer Stelle lag noch so ein Dings, nicht zerplatzt. Allmählich gelangten wir . l— g aldbewohner, überall Unterstände, teils en, teils aus Stämmen und 1 plaudernd, ihre Uniformen die Le lafend, rauchend und, bie Wassen reinigend. Meist Söhne des Ungarlandes B waren es, guten Mutes trotz der grenzenlosen Anstrengungen der letzten Tage und Nächte, alle entschlossenster 2— 14 ihnen viele Dalmatiner, harte, durch Wind und Wetter gestählte Gestalten, haßerfüllt gegen die Italiener, die ihnen ihre Heimat 8 rauben wollten. 8 3 Offiziere empfingen uns, alle von dem gleichen aufmerksamen, 1 1 lameradschaftlichen Entgegenkommen, das ich bisher stets hier ge⸗ * unden. Sie berichteten von dem gestrigen heißen Tage, an welchem die Feinde zahllose Geschützgeschosse, darunter massenhaft schwere, über diesen Berg und die benachbarten Stellungen gestreut, von. 1 Uhr früh bis Mittag:„Dann stieg ein Aeroplan auf, wir wuß⸗ ten, was das zu bedeuten hatte, hielten uns mucksstill. Hörten die Ansprachen der italienischen Offiziere, die ihre Soldaten ermun⸗ terten, kräftig vorzugehen, es könnten ja nach dem mörderischen, Artilleriefeuer kaum noch Gegner vorhanden sein. Und dann kamen sie angestürzt, mit brüllenden Rufen:„Avanti!“—„Savoia!“ 28„Corraggio!“(„Mut!“), die Offiziere hinten, mit ihren Degen die Leute vortreibend. Wir ließen sie bis zu den Drahthinder⸗ nissen heran, bis auf 20 Meter. Dann erfolgte das Kommando: g Schießen!“ Hei, das war für unsere prächtigen Jungen eine Freude! Wir vernahmen die entsetzten Rufe:„Ancora tutti viwi!“ (Alle leben noch!“) und sie fluteten zurück. Dreimal noch ward wegendsten wurden mit Handgranaten empfangen. Einige Dutzend von ihnen hatten mit den Käppis gewinkt, als ob sie sich ergeben wollten, man schoß nicht auf sie. Da stürzten sie sich plötzlich in unsere Stellungen, mit Tolchen und Messern stechend, selbst kratzend und beißend. Mit dem Gefangennehmen war's da vorbei! 600 Tote etwa lagen nun vor unseren paar Gräben; in der Nacht wurden sie fortgeholt, bis auf jene nahe den Hindernissen! Und nun: Sie wollen bis nach oben, zu den äußersten Linien? Gut, 8 ist gefährlich. Und bitte, kein Wort, jeder der Herren einzeln. Wir folgten dem Hauptmann, die uns vom Kommandeur mit⸗ gegebenen drei Offiziere und wir drei. An Baumstämmen und Büschen mußte man sich festhalten, um nicht abzurutschen, sich oft hinaufziehend. Ein Zeichen unseres Führers, der den Finger auf den Mund legte. Es bedurfte kaum dessen, denn einige Flinten⸗ kugeln pfiffen dicht an uns vorüber. Gebückt gelangte man in die vordersten Gräben, in denen die Soldaten schußbereit standen, dann auf allen Vieren kriechend, in die einige Meter noch mehr . ganz 2 1 1 1 mit Erde ind Tannengezweig, gesichert durch kleine Panzerplatten mit Schußöffnungen. Vor uns im Gras tote Italiener, dann eine sanft abfallende Wiese und hinter ihr ein Gehölz, etwa 150 Meter entfernt. Dort standen die feindlichen Vorposten, man hörte sie sprechen, denn daß mehrere Italiener zusammen sind und nicht plaudern, ist un⸗ denkbar, selbst wenn sie dadurch äußerste Gefahr heraufbeschwören. Ein übler Verwesungsgeruch machte sich bemerkbar, wir krochen gern zurück, den harrenden Scharfschützen Platz machend. Saßen dann vor einem Blockunterstand, der zur Hälfte in das Erdreich gegraben, zur Hälfte vorn mit dicken Stämmen bedeckt und von ebensolchen gestützt war. Die dunkle Höhlung diente sechs Offizieren zum Schlafen, auch die Hauptfernsprechstelle war hier untergebracht. f Krach, da saß im Wald unter uns eine Granate, eine zweite, dritte folgte. * Der Hauptmann zog die Uhr:„Sieben. Da sind sie mit ihrer Polenta fertig, der Tanz wird wohl nun beginnen!“ Und er begann, und zwar ganz gehörig! Das heftigste Geschützfeuer setzte ein, Granate auf Granate kam an, dazwischen Schrapnells. Ganz nahe waren knatterndo Einschläge, daß die herumfliegenden Steinchen, Steinsplitter, Aeste und Schrapnellkugeln auf das Balkendach unseres Unterstandes herniedertrommelten. Wir blieben draußen unter dem schmalen Porsprung, bei Rotwein und Wasser, einigen Stück Brot, Zigarre . ten und Zigarren. Jetzt fingen auch die österreichischen Haubitzen Für unsere Truppen in der heissen Jahreszeit der Angriff wiederholt, brach stets im Feuer zusammen. Die Ver⸗ Eusanose„Tabletten bewährtes Vorbengungsmittel für Darmkrankheiten aller Art und gleichzeitig von namhafter Nährkraft. Schachtel M. 1.— zu haben in allen Apotheken. Hersteller: Nährmittelfabrik H. A. V. des Apotheker- Vereins im Großherzogtum Hessen in Reinheim(Hessen). Keine abfärbende Wasserer eme! unten am Isonzo mit ihrer Erwiderung an, heulend flogen die Ge— schosse über uns hinweg. Immer toller wurde der Geschützlampf, es war, als ob der oden zitterte, laut zirpten dabei die Heimchen. Der Fernsprecher schrillt in der Hütte cinen halben Meter von uns. Der diensthabende Unteroffizier wiederholt die Meldung: „Die Italiener greifen an, mehrere Kompagnien.“ Nun ergreift der Hauptmann selbst den Hörapparat:„Welche Kompagnie von uns im Feuer? Die dritte?“ Und die Befehle ergehen telephonisch an die weiter unter uns gelegenen Deckungen: „Der erste, zweite, dritte, vierte Schwarm hinauf!“(Ein Schwarm der vierte Teil eines Zuges.) Nach kaum zwei Minuten klettern die Soldaten wie die Katzen herauf, das Gewehr übergehängt oder in der Hand, die bei uns weilenden Offiziere schließen sich an. Wir wären gern gefolgt, jetzt war aber jeder Platz oben besser auszufüllen. Knatternde Gewehrsalven, italienische, 200 Meter von uns entfernt. Die Angreifer schreien:„Avanti! Avanti!“ Nun knallt es scharf, kurz, drohend aus den über uns ge⸗ legenen Gräben, und jetzt von der rechten Seite das hackende Knack⸗knack⸗knack⸗knack unserer Maschinengewehre. Und dazwischen krachen Granaten und zersplittern Schrapnells, das gewaltigste Orchester des Kriegsgottes spielt seine dröhnenden und flammen⸗ den Weisen, voll tiefsten, fortreißendsten, alle Nerven in fie— bernde Spannung versetzenden Eindrucks!—— Der Dämmerung ißt schnell die Dunkelheit gefolgt. Leucht⸗ kugeln von uns schwixren in die Luft, ihr rötlicher Schein beleuchtet die Wiese, die das Kampffeld bildet, und schimmert märchenhaft durch den Wald. Die Italiener lassen einen Scheinwerfer spielen, dessen bleiche Lichtstreifen um uns suchend herumhuschen. Das Gebeten ist schwächer, das Geschützfeuer heftiger ge⸗ worden. Es kracht und poltert im Wald, als ob die wildeste Jagd ihn mit haßerfülltestem Niederbrechen jedes Widerstandes durch⸗ saucht. Hoch über den Stämmen die glühenden, rötlichen Bälle zerspringender Schrapnells. Donnernde Einschläge dröhnen von den Ufern des Isonzo herauf, auch am Brückenkopf wird scharf kämpft. 2 Mitten im Getümmel wieder das schrillende Telephon und die berufsmäßigen Wiederholungen des Unteroffiziers:„Haupt⸗ mann M.“— der kurz vordem bei uns gewesen—„schwer ver⸗ wundet, Kopfschuß. In Batterie... eine Granate geschlagen.“ Der Hauptmann springt aus der Hütte, und schreit in die Finsternis:„Sanitäter herauf!“ 1 1 Als ob sie bereits gewartet, tauchen die Gerufenen mit den Tragbahren schemenhaft auf und krabbeln so schnell es geht weiter. „Brave Leute,“ meint der Hauptmann.„Kümmern sich nicht um Not und Tod!“ Zwei Soldaten schleppen einen stöhnenden Schwerverwundeten heran, betten ihn auf dem winzigen Vorsprung neben uns; dem Aermsten wird kaum noch geholfen werden können. Ein Soldat führt einen Verletzten, der hin und herwankt. 3 verwundet, ans Bein,“ sagt der Begleiter in gebrochenem Deutsch und hastet zurück zur Truppe. a 1 Man fragt den Zurückgebliebenen nach seiner Wunde, er guckt uns aus schreckhaft geöffneten Augen groß an. Scheint das Gehör verloren zu haben. Der linke Aermel ist aufgerissen, mit Blut⸗ spritzern. Wir ziehen die Bluse herab, nichts zu sehen, wir betasten ihn, nichts zu len. Jedenfalls ist neben dem Mann eine Gra⸗ nate zersprungen, er hat einen Nervenklapps bekommen, ist ge⸗ fechtsunfähig. Ein Schluck Wein hilft auch nichts, ein Zeichen, der Mann, der bisher seine Disziplin bewahrt, knickt wie'n Taschen⸗ messer zusammen.. g Die Sanitäter kommen mit den jetzt beladenen Bahren und verschwinden spukhaft unter uns im Tunkeln. 2 Wieder der Fernsprecher! Der Angriff ist endgültig abgeschla⸗ gen! 2 Mitternacht ist nahe, da können wir erst den Rückweg an⸗ treten, so lange war der Wald unter anhaltendstem Feuer gewesen. Wohl kracht es noch zuweilen, Aeste schlauen herab und Steine poltern hernieder, das bedeutet uns nichts 8 8 Endlich, endlich hören wir aus der Tiefe das Rauschen des Isonzo. Emm 805068 5 2 82 Schuhvug Mi grin gibt ohne Mühe tadellosen, tiefschwarzen, nicht abfärbenden Hochglanz! J N Sofortige Lieferung! Auch Schuhfett und Seifenpulver Sehneekönig(erstklassige 5 Ware) und Veilchenseifenpulver Goldperle. 1 Hübsche neue Heerführerplakate. Fabrikant: Carl Gentner, Göppingen(Württemberg).[5zeoss Bekanntmachung. Die Ausgabe der Brotmarkenhefte für die Zeit vom 26. Juli bis 8. August ds. Is. findet Samstag, den 24. Juli 1915, vorm. 8— 12 u. nachm. 2 6 Uhr statt. Soweit den Anträgen auf Zuweisung einer erhöhten Brotmenge stattgegeben ist, werden auf Verlangen diesbezügliche Brot- martenhefte ausgegeben. Es wird ersucht, die Brotmartenhefte sosort auf die Vollständigteit des Inhaltes an Abschnitten nachzuprüfen. Retlamationen, die später vorgebracht werden, können nicht berücksichtigt werden. Gießen, den 20. Juli 1915. Der Oberbürgermeister. 7 Keller. 6057 ii eee 5 Dreschmaschine mit steinigung schon von ca. Mk. 400 an 1 U 1 2 — 8 2 1 Pl. Mayiarth& Co., Frankfurt am Main. EILULLLLLLLILL unnnn uu 03090 Wetterauer Kartoffeln eingetrossen und empfehle Scheint An- e fe ur 1 1 Waggon neue f l b billigsten Tagespreisen 6023 zu asten Tagespreis Wanderungen rund um Gießen Das Büchlein kommt einem wirklichen Bedürf- nis nach, wie schon eine kurze Einsichtnahme in das Inhalts verzeichnis aufweist. Es sind bezeichnungen in der Umgebung von Giellen 20 Hauptlinien des V. H. C. Wanderungen in Kurhessen, im Vogelsberg. im Westerwald und im Taunus Mehrtägige Wanderungen Schneeschuhwanderungen im Vogelsberg und Westerwald 4051 Harte des Wanderungsgebietes verlag dergrühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei · R. Lange Fernsprecher 51 Gießen Schulstraße 7 Achtung! Grosser Verkauf am Hotel Felsenkeller in Giessen. 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Auf ihrem Zug hat sie besonders im nördlichen Deutschland verbreitete Regenfaͤlle verursacht. Da im Südwesten der Druck wieder an- steigt, werden wir morgen bei abnehmender Bewölkung trockenes Wetter zu erwarten haben. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 22. Juli 1915: Ziemlich heiter, nordwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Russische Nachrichten. Petersburg, 21. Juli. General Rußkis Ernennung zum Armeeführer wird nunmehr amtlich bekannt gegeben.„Ruß⸗ koje Slowo“ bemerkt zu der Ernennung, Rußki werde Armeen zu führen haben, die Petersburg zu schützen haben. 3 Sämtliche behördlichen Archive Rigas, die Geldbestände der Staatsbankfiliale und die Akten der Gerichte sind gestern nach Petersburg abgegangen. Mit der Räumung der dortigen Inten⸗ danturlager ist begonnen worden. Die Staatsbeamten haben die Weifung erhalten, zur Abreise bereit zu sein. Im Laufe der jüng⸗ sten Woche haben über 10000 Zivilpersonen Riga fluchtartig verlassen. Die Nordwestbahnen haben die Order, für 19 Flücht⸗ lingszüge täglich Vorsorge zu treffen. Mitau sieht wie ausge⸗ storben aus. In den jüngsten Tagen sind wieder sechs protestan⸗ tische Pastoren aus den baltischen Provinzen nach Sibirien ver⸗ bannt worden. Ein neues Papstinterview. Wien, 21. Juli. Die„Reichspost“ meldet: Cadenas der Titektor einer Madrider Zeitschrift, meldet über eine Privataudienz beim Papste: Der Papst kam auf das Eingreifen Italiens zu sprechen und sagte: Alles was möglich ist, habe ich versucht. Der Papft fragte dann, ob Spanien bis zum Ende des Krieges neutral bleiben werde. Cadena sprach zu dem Papst von dem un⸗ geheuren Jubel, der in Spanien anheben werde, wenn der Papst sich während des Krieges dorthin begeben werde. Sevilla ist eine würdige Residenz des Vertreters Christi. Der Papst kreuzte die Hände und sagte dann leise: Nein, nein. Jetzt ist mehr denn je meine Anwesenheit in Rom nötig. Eine Einigung zwischen Regierung und Ausftündigen? Rotterdam, 21. Juli. Wie aus London berichtet wird, ist zwischen den Regierungsvertretern und den Bergarbeitern eine Einigung erzielt worden. Es wird angenommen, daß damit der gesamte Bergarbeiterstreik in Südwales beendet wird. Die Quittung der Senegalesen. 0. Zürich, 21. Juli. Die farbigen Franzosen beginnen bereits bei den Kammerwahlen ihre Rechnung für die ge⸗ leisteten Dienste zu präsentieren. Nach einem Bericht des„Journal des„Deébats“ hat Diagne, der Deputierte für Senegal, in der Kammer den N r die Senegalesen⸗ möchten regelrecht in die französische eingereiht werden und auch ihr Wahl⸗ recht in Frankreich ausüben können. Jedenfalls sollten sie aber nicht als Kolonialtruppen betrachtet werden. Die tmer hat im Prinzip dent zugestimmt, immerhin aber mit bedeutenden. schränkungen. r —* Leere Anfertigung nach Mag Preis 1 Mark . und in knapper Form be- eintreffende nandelt: Wanderungen in Giebens nächster Umgabung hol. 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