zener Anz cheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis- latt für den Kreis Sießen (dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche 2 77 57 Fernsprech-Anschlüsse: für die Schristleitung112 Verlag, Geschäftsstelled1l Adresse für Drahtnach-⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 1.05. Jahrgang ießener General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Bec, sämtlich in Gießen. „% N 75 9 1 7 ex N N Montag, 10. Juli 1015 Bezuaspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge— richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. 0 Hindenburgs neue Offensibe! Rückzug der Russen gegen den Narew. Erfolgreiches Vordringen der deutschen Truppen im Südosten! „(WTB.) Großes Hauptquartier, (Amtlich.) a f Westlicher Kriegsschauplatz. . Gegenseitiges Artillerie- und Minenfeuer auf vielen Stellen der Front. HOestlicher Kriegsschauplatz. Die vor einigen Tagen unter Oberleitung des General⸗ feldmarschalls v. Hindenburg auf diesem Kriegsschau— platz begonnene Offensive hat zu großen Ergeb⸗ nissen geführt. ö f Die Armee des Generals der Infanterie v. Below, die am 14. Juli bei und nördlich Kurschany die Windau überschritten hat, blieb in siegreichem Fortschreiten. Unsere KLasallerie schlug mehrfach die feindliche aus dem Felde. Elf Offizier 2450 Mann wurden zu Gefangenen gemacht, drei Geschütze, fünf Maschinengewehre erbeutet. Unter den gefangenen Offizieren befindet sich der Komman⸗ deur des 18. russischen Schützen⸗Regiments. „Die Armee des Generals der Artillerie von Gallwitz griff die seit Anfang März mit allen Mitteln neuzeitiger Befestigungskunst verstärtte russische Stellung in der Gegend südlich und südöstl. von Mlawa an. In glänzendem Ansturm wurden drei hintereinander liegende russische Linien nord⸗ westlich und nordöstlich Prasznysz durchbrochen und ge⸗ nommen. Dzielin und Lipa erreicht. 1 Durch den von beiden Stellen ausgehenden Druck er⸗ schüttert und erneut angegriffen, wichen die Russen nach Räu⸗ mung von Praszuysz am 14. Juli in ihren seit langem vor⸗ bereitete und ausgebaute rückwärtige Verteidigungslinie Ciechanow— Krasnosicle. Schon am 15. Juli stürmten die hart nachdrängenden deutschen Truppen auch diese feindliche Stellung, durchbrachen sie südlich Zielona in einer Breite von sieben Kilometern und zwangen den Gegner zum Rückzug. Sie wurden unter⸗ stützt von Truppen des Generals der Artillerie v. Scholz, bie von Kolno her in der Verfolgung begriffen sind. Seit . die Russen auf der ganzen ront zwischen Pissa und Weichsel gegen den Narew ab. Der Gewinn dieser Tage beträgt bei der Armee des Generals v. Gallwitz: 88 Offiziere, 17500 Mann Ge⸗ fangene, 13Geschütze(darunter ein schweres), 40 Ma⸗ schinengewehre,“ Minenwerfer erbeutet. Bei der Armee des Generals v. Scholz hat er sich 8 Gefangene, neun Maschinengewehre erhöht. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nachdem die verbündeten Truppen in den letzten Tagen am Bug und zwischen Bug und Weichsel eine Reihe russischer Vorstellungen genommen hatten, haben sich gestern auf dieser ganzen Front unter Führung des Generalfeldmar⸗ schalls von Mackensen größere Kämpfe entwickelt. West⸗ lich des Wieyrz in der Gegend südwestlich Kras no st aw durchbrachen deutsche Truppen die feindliche Linie. Bisher fielen 28 Offiziere und 6380 Russen als Gefangene in unsere Hand; neun Maschinen-⸗ gewehre wurden erbeutet. 5 Auch westlich der oberen Meichsel, bei der Armee des Generalobersten v. Woyrsch, ist die Offensive wieder aufgenommen. 17. Juli. Oberste Heeresleitung. (WB.) Großes Hauptquartier, 18. Juli. een schauplatz estlicher Kriegsschauplatz. Ein französischer Angriff auf die Kirchhofshöhe von Souchez wurde abgewiesen. 3 Im Argonner Walde wurde durch kleine Erfolge die ge⸗ wonnene Linie noch verbessert. Auf den Höhen bei Les Eparges wird gekämpft. In Lothringen schlugen unsere Truppen Vorstöße des Feindes bei Embermenil(östlich von Lunéville) und in der Gegend von Ban⸗de⸗Sapt zurück. * Oestlicher Kriegsschauplatz. Teile der Armee des Generals von Below schlugen eiligst herangeführte Verstärkungen der Russen bei Alt⸗Auz, nahmen ihnen 3620 Gefangene, sechs Geschütze und drei Ma⸗ schinengewehre ab und verfolgen jetzt in östlicher Richtung. Weitere Teile der Armee stehen nordöstlich Kurschany im Kampfe. Oestlich dieses Ortes wurde die vorderste feindliche Stellung im Sturm genommen. 1 a Zwischen Pissa und Weichsel setzten die Russen ihren Rückzug fort. Ddie Truppen der Generale von Scholz und v. Gallwitz folgen dichtauf. Wo der Gegner in vorbereiteten Stellungen noch Widerstand leistete, wurde er angegriffen und geworfen. So stürmten Reserve- und Landwehrtruppen des Generals v. Scholz die Orte Poremby, Wyk und Plosz⸗ Tzuyce. Regimenter der Armee des Generals v. Gallwitz durch- brachen die start ausgebaute Stellung Mlodzianowo.—Kar⸗ niowo, Die Zahl der Gefangenen mehrt sich erheblich. Weitere vier Geschütze wurden erbeutet. r 5 . Auch nördlich der Pilica bis zur Weichsel haben die Russen rückgängige Bewegungen angetreten. Unsere nach⸗ drängenden Truppen machten bei kurzen Verfolgungskämpfen 620 Gefangene. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Offensive der Armee des Generalobersten v. Woyrsch e zum Erfolge: Unter heftigem feindlichen Feuer über⸗ * ö 1 wandten unsere Truppen am Vormittag des 17. Juli an einer schmalen Stelle das Drahthindernis vor der mit allen Mitteln ausgebauten feindlichen Hauptstellung und stürmten, durch diese Lücke vorbrechend, die feindlichen Gräben in einer Ausdehnung von 2000 Metern. Im Laufe des Tages wurde die Durchbruchsstelle in zähem Nahkampfe erweitert und tief in die feindliche Stellung vorgestoßen. Am Abend war der Feind— das Moskauer Grenadierkorps— von unseren Landwehr⸗ und Reservetruppen geschlagen; er trat in der Nacht den Rückzug hinter den Ilzanke-Abschnitt(südlich von Zwelew) an. Dabei erlitt er schwere Verluste; 2000 Mann wurden gefangen genommen, 5 Maschinengewehre erbeutet. Zwischen oberer Weichsel und dem Bug-Abschnitt dauern die Kämpfe unter Führung des Generalfeldmarschalls von Mackensen an. Die Russen wurden durch deutsche Truppen von den Höhen zwischen Pilaczkowice(südlich von Pißki) und Krasnostaw hinuntergeworfen; beide Orte sind gestürmt; ein frisch in den Kampf geworfenes sibirisches Ar⸗ meekorps konnte die Niederlage nicht abwenden; es wurde geschlagen. Wir machten mehrere Tausend Gefangene. Oberste Heeresleitung. *** Ungeheure freudige Spannung ist seit zwei Tagen über uns gekommen. Wir wissen es: Hindenburg meistert wieder die Schlachten. Und wie der Name dieses Mannes zum erstenmal am denkwürdigen 29. August gleich mit einem großen Siege an unser Ohr schlug, so dringt auch jetzt wieder mit seinem Namen die Kunde von großen, welt- 8 Taten zu uns. Die Hörner von Plock und loclawek, von Lodz und Lowiez blasen wieder, und der Held von Masuren setzt zu noch gewaltigeren, bedeutungs⸗ volleren Schlägen an, als in den polnischen Novembertagen, denn diesmal gilt es nicht, fall in deutsche Lande zu 0 eee Feldherr darf mit machtvollem Angriff in das Herz es Feindeslandes eindringen. Eine Angriffsfront, vor der das große Ziel steht, das der Feldmarschall nach seinen eigenen Worten schon im vergangenen Jahre gerne er— wählt hätte, wenn ihm die Möglichkeit der Ausführung geboten gewesen wäre: Warschau. Aber der Großfürst Niko— lajewitsch hatte den Ehrgeiz, die Katastrophe von Tannen— berg wieder wettmachen zu wollen, und so mußte, mitten im Winter, das Masurenland noch einmal widerhallen von den siegreichen Waffen Hindenburgs, während um das polnische Ziel der Schützengrabenkrieg einsetzte. Dann zog der deutsche Feldmarschall nach Norden, durch die Wälder von Suwalki und weiter nach Kurland, wo uns jetzt neue Saat zu erwachsen scheint. Aber auch für Russisch-Polen ist die Zeit der Ernte gekommen. Von Nord und Süd glüht es hellauf um den Warschauer Kessel, und wir wollen uns nicht vermessen, heute schon in vollem Umfange die Pläne dessen zu wissen, der die Russen gegen den Narew zurückschlägt und zugleich eine weitere Armee tiefer nach Kurland hinein vorgehen läßt, so daß es, nach dem gestrigen Bericht der Heeresleitung, den Anschein hat, als solle noch vor Warschau die schöne Hafenstadt Riga in deutsche Hände fallen. Am Samstag wurde gemeldet, die Armee des Gene— rals v. Below habe bei und nördlich von Kurschany die Windau siegreich überschritten, und gestern wurde bereits hinzugefügt, daß diese Armee bei Alt-Autz einen neuen Sieg über russische Verstärkungen erfochten habe. Kurschany liegt 120 Kilometer östlich von der nördlichsten Spitze Ost— preußens, Alt-Autz aber wiederum nahezu 60 Kilometer nördlich von Kurschany, an der Bahnstrecke nach Riga, und wenn es heißt, daß Belows Truppen den Feind von Alt⸗Autz in östlicher Richtung verfolgen, so bedeutet dies, daß sie schon etwa 40 Kilometer von Mitau stehen. Ka⸗ vallerie scheint dort vorzugsweise in Tätigkeit getreten zu sein; General v. Below hat insgesamt über 6000 Gefangene gemacht, 9 Geschütze und 8 Maschinengewehre erbeutet. In Russisch-Polen begann die Armee des Generals der Artillerie v. Gallwitz südlich und südöstlich von Mlawa den frontalen Angriff. Aber Hindenburg ließ den Feind durch Truppen des Generals v. Scholz auch in der Flanke an- greifen. Die Pissa ist ein Flüßchen, das südlich von Jo— hannesburg in den Naxew mündet; diese zusammenhängende Kampffront zwischen Pissa und Weichsel ist über 100 Kilo- meter lang. Die Russen wurden von Stellung zu Stellung getrieben, und wenn Hindenburg in seinem neuesten Be⸗ richte sagte, daß die Zahl der Gefangenen sich erheblich mehrt, so denken wir an die Steigerungen, die in seinen Meldungen nach der Schlacht bei Tannenberg lagen; da waren es zuerst 30 000, 60000, dann 70 000 und schließlich 90 000 8 In der neuen polnischen Schlacht hatten nach der Meldung vom Samstag Gallwitz und Scholz zu⸗ sammen schon 20000 Mann gefangen.„Die Zahl mehrt sich erheblich.“... Auch die sonstige Beute ist überaus groß, darunter sind bis jetzt 17 Geschütze. Auch nördlich der Pilica bis zur Weichsel sind die Russen im Rückzuge; das Netz um Warschau wird enger gezogen. Gleichzeitig setzte sich die deutsche Front im südlichen Polen in Bewegung. Welch ein Schauspiel! Links der Weichsel hat die Armee Woyrsch einen wuchtigen Vorstoß gemacht, bei Sienno die russische Front durchbrochen und den Feind bis zur Ilzanke getrieben, ein Nebenflüßchen der Weichsel, das etwa 20 Kilometer nördlich von Jozefow mündet, welches bekanntlich noch vor wenigen Tagen der e. senberf der eg. Scheitelpunkt zwischen der Armee Woyrsch und der des Erzherzogs Josef Ferdinand gewesen ist. Auch hier erlitten die Russen schwere Verluste. Noch größere Bedeutung kommt aber der neuen Offensive des Generalfeldmarschalls von Mackensen zu. Zwischen Bug und Weichsel sind seine Heere bis über Krasnostaw hinausgedrungen; noch 10 Kilometer, dann ist erreicht, was die Russen so sehr zu fürchten haben, nämlich die Besitzergreifung der Bahnstrecke Lublin— Cholm. Es scheint, als sei eine gewaltige Umfassung der russi⸗ schen Armeen in einer ungeheuren Frontausdehnung ge⸗ plant, und für die ausländischen Beurteiler wird es über⸗ raschend sein, so viele kraftvolle deutsche Heere bei diesem Unternehmen in Tätigkeit zu sehen. Wieder zeigen sich die vorzüglichen Leistungen der deutschen Organisation, die in der Schnelligkeit neuer strategischer Gruppierungen glänzendes bietet. Wie aus dem Boden gestampft erscheinen die gegen den Narew vorrückenden Heere Hindenburgs, und wenn wir die neuesten russischen Berichte durchmustern, so lesen wir mit innigem Behagen, wie der ehedem auf seine Uebermacht so stolze Gegner nun resigniert die überlegenen Kräfte der Deutschen hervorhebt, die eigenen Niederlagen nur schlecht verbergend. Durch diese halben Eingeständnisse ihrer traurigen Lage bereiten die russischen Strategen ihr Volk auf wachsendes Verhängnis hin. In einem deutschen Witzblatte war vor kurzem, nach den galizischen Siegen, der Zar in einer Unterhaltung mit dem Großfürsten Niko⸗ lajewitsch abgebildet. Dieser verwies entschuldigend auf die deutschen 98 österreichischen Heerführer, die so stark zu⸗ sammenhielten. Was Väterchen Zar danach vor sich hin⸗ murmelte:„Und Hindenburg kommt noch“, sahen wir in der riesengroßen Gestalt unseres deutschen Meisters verbildlich die sich mit strengem Gesit hintergrunde un ist das Bild 0 k fühlt sich geh die as 8 treuesten und impo ndsten deutschen Manne einem Schauplatz zweiten Grades gemacht worden ist. vollenden, was er so majestätisch begonnen hat: Die Ri t zu Boden schlagen, die dem deutschen Lande am gefähr⸗ lichsten geworden waren. Auch der Kaiser weiß seinen er⸗ folgreichsten Feldherrn zu schätzen, und es wirkt geradezu befreiend, daß er ihn vor einigen Tagen im Posener Schloß wie einen Fürsten empfangen haben soll. Wir fordern es nicht, daß nun die Straßen und Gasthöfe, Zigarren und Heringe nach dem Helden von Masuren benannt werden; win wünschten nur, daß das deutsche Volk, dem jetzt so viel von einer neuen deutschen Kultur gesprochen wird, den Stil Hindenburgs bei sich heimisch machen wird, die köstliche anspruchslose Knappheit seines Wesens im Gegensatz zu seinen großen, überwältigenden Taten, die sich auch in jenen Tagen geäußert hat, da er nur zu berichten hatte: „Auf dem östlichen Kriegsschauplatz nichts von Bedeu— tung„ 5 ** * Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien, 17. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 17. Juli 1915 mittags: f Russischer Kriegsschauplatz. Zwischen Weichsel und Bug entwickeln sich Kämpfe größeren Umfanges. Sie verlaufen für die Verbündeten durchweg günstig. Truppen eines im engsten Verband mit den Deutschen kämpfenden österreichisch-ungarischen Korps entrissen westlich Grabowiec dem Feinde nach sieben⸗ maligem Sturm einen wichtigen Stützvunkt und drangen dort in die gegnerische Hauptstellung ein. In der Gegend südwestlich von Krasnostaw durch⸗ brachen deutsche Kräfte die feindliche Linie. An der oberen Bystrzyca und nördlich Kras nil gewannen unsere Truppen die feindlichen Vorpositionen. Auch westlich der Weichsel wurde die Offensive wieder er⸗ folgreich aufgenommen. In Ostgalizien ist die Lage unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. i In der Nacht vom 16. Juli wurden wieder mehrere Vor⸗ stöße der Italiener gegen das Plateau von Doberdo ab⸗ gewiesen. Der Artilleriekampf erstreckt sich auf alle Fronten. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 18. Juli 1915 mittags. l RNussischer Kriegsschauplatz. Die Schlacht zwischen Weichsel und Bug ist in vollem Gange. Die Russen leisten außerordentlich zähen Widerstand sie ließen es an mehreren Punkten der Kampffront mit dem Angreifer auf ein Handgemenge an— kommen, ehe sie die Stellung aufgaben. Am Bug, in Gegend Sokal, vertrieben unsere Truppen den Feind aus einer Reihe von hartnäckig verteidigten Ortschaften. Die Stadt Kras⸗ nostaw und die Höhen nördlich Zollkiewta wurden von deutschen Kräften genommen. Auch westlich der Weichsel befinden sich die Verbündeten im An⸗ griff. Nordöstlich Sienno wurde die russische Front durchbrochen. Diesem Drucke nachgebend, räumt der Feind zwischen Weichsel und der Eisenbahn Kielce—-Radom seine Stellungen. 1 In Ostgalizien ist keine Aenderung der Lage eingetreten. N 8 . . Italienischer Kriegsschauplaz. Das Geschützfeuer hält an allen Fronten an. Mehrere schwächere Angriffe auf Col di Lana wurden abgewiesen; der Feind erlitt starle Verluste. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 5 Ereignisse zur See. 5 Eines unserer Unterseeboote torpedierte und versenkte heute morgen südlich Ragusa den italienischen Kreuzer„Giuseppe Garibaldi“. Der Kreuzer sank in 15 Minuten. Flottenkommando. 5 Der Panzerkreuzer„Giuseppe Garibaldi“ lief 1899 vom Sta⸗ pel; seine Armierung bestand aus einer 25,4 Ztm., zwei 20 Ztm., vierzehn 15 Ztm., zehn 7,6 Ztm. und sechs 4,7 Ztm.⸗Geschützen: die Wasserverdrängung war 7400 Tonnen, die Besatzung bestand aus 556 Mann. Zur Versenkung des„Giuseppe Garibaldi“. Berlin, 19. Juli. In erfreulicher Weise mehren sich die Erfolge der österreichisch⸗ungarischen Unter⸗ seebgote, so heißt es in der Vossischen Zeitung“.— Der„Ber- liner Lokalanzeiger“ schreibt: Wieder ein italienischer Kreuzer ver⸗ senkt! Die Verluste der italienischen Flotte mehren sich in schneller Folge. Wir können gespannt sein, zu erfahren, wie die Italiener diesen neuen Verlust erklären und beschönigen werden. Es kann für erwiesen gelten, daß die natürliche Gestaltung der Küste nicht das ausschlaggebende Moment für die Erfolge der Umsichtigkeit und Tatkraft der verbündeten Marine das Verdienst zusprechen, die, weit entfernt, sich vor der italienischen Schiffsübermacht zu ver⸗ bergen, diese angreift, wo sie zu erreichen ist. Wir begrüßen deshalb die neuen Ruhmestaten unserer Verbündeten mit herzlicher Freude. Der Vorstoß am Bugabschnitt. Berlin, 19. Juli. An dem neuen kräftigen Vor stoß am Bugabschnitt hat, wie der„Berliner Lokalanzeiger“ aus dem K. K. Kriegspressequartier meldet, die preußische Garde einen hervorragenden Anteil. Am 16. Juli wurde die Offensive aufgenommen. Stark befestigte russische Stellungen auf bewaldeten Anhöhen wurden dank der wirksamen Artillerievorbereitung mit geringen eigenen Verlusten in wenigen Stunden vom Feinde ge⸗ säubert. Am 17. Juli wurde Krasnostow in erbittertem Ge— fecht im Sturm genommen und der Gegner von den nördlich dieses Einschnittes gelegenen, kunstvoll verschanzten Anhöhen vertrieben. Dadurch ist die wichtige Eisenbahnlinie Lublin— Cholm gefährdet. Der in glänzender Stimmung kraftvoll vorgetragene Angriff bedroht auch die anschließende Front des Feindes. Die Beute belief sich allein am ersten Tage auf 3000 Gefangene und zahlreiche Maschinengewehre. Die Franzer nahmen 902, die Augustaner 602 Russen gefangen. Neue schwere Verluste der Russen zwischen Pruth und Dnjestr. Berlin, 19. Juli. Ueber neue schwere Verluste der Russen zwischen Pruth und Dujestr berichtet ein Tele⸗ gramm des„Berliner Tageblattes“ aus Czernowitz vom 18. Juli: Der Feind erneuerte an mehreren Punkten zwischen Dnjestr und Pruth seine erbitterten Angrifse gegen unsere ausgezeichneten Stel⸗ lungen, wurde aber leicht zurückgeschlagen. Die vorwärts gewor⸗ fenen russischen Schwarmlinien wurden vollkommen vernichtet. Die 8 4 * Russen haben hier während zweier Tage mehrere Tausend Menschen verloren. Unsere Truppen setzten ihren Vormarsch am nördlichen Ufer des Dnjestr fort. Der russische Bericht. Petersburg, 17. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Gene⸗ ab des Generalissimus teilt mit: Nach Kämpfen gegen unsere en besetzte der Feind am 15. Juli das rechte Ufer der se Windau und Wenta; er setzt in einigen Ab⸗ itten die Bewegung gegen Osten fort An der Front jenseits des Niemen unternahm der Feind in der Nacht zum 5. Juli einen Angriff nordöstlich der Stadt Suwalki, ber dem Dorfe Glubekpyrow, wo er sich eines Teiles unserer Verschanzungen be⸗ mächtigte; er wurde jedoch durch unseren Gegenangriff verjagt. An der Narewfront wurden unsere Truppen in der Nacht zum 16. Juli zwischen Pissa und Orzyk zu⸗ rückgezogen, um eine geschlossenere Stellung am rechten Na⸗ rewufer einzunehmen. In dem vorerwähnten Abschnitt unternahm der Feind örtliche Angriffe. Zwischen Pissa und Ochwa, westlich des Orzyk⸗Flusses, greifen beträchtliche feindliche Kräfte die Front des Dorfes Podissie und ies Am Vormittag des 15. Juli wurden zwei starke Angriffe der Deutschen gegen die rechte Flanke der genannten Abschnitte und gegen die Dörfer Ploniavy, Bramura und Swiaschtschennais mit großen Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Im Zentrum, in der Gegend des Dorfes Zbikpi, machte der Feind leichte Fortschritte, aber die Vorwärtsbewegung wurde aufgehalten, Am linken Flügel scheiterte ein Vorstoß der Deutschen, welche in der vorhergegangenen Nacht den Abschnitt Grabowi⸗Opinagura angriffen, 400 Schritt vor unserer Front. Zwischen Ciecha n ow und Wychorod fanden Vorpostengefechte statt. An dem linken Ufer der Weichsel, nördlich der Pilica, Gewehrfeuer. Südlich zogen werden. der Pilica versuchte der Feind am 15. Juli die Offensive auf beiden, nordwestlich und westlich nach Radom führenden Straßen, wurde aber durch unseren Gegenangriff zurückgeschlagen. In den anderen Abschnitten fanden Wachtpostenscharmützel statt. Zwischen Weichsel und Wieprz ist die Lage unverändert. Aweben Wieprz und Bug sowie im Bugabschnitt unterhalb Kytietyropal fanden kräftige Vorhutgeplänkel statt. In der Gegend des Dorfes Brabowetz, sowie südlich Grobsschow und am Bug un⸗ terhalb Sokal entspann sich ein Kampf. Am Unterlauf der Zlo⸗ ta⸗Lipa heftiges Artillerie- und Gewehrfeuer. An der Mün⸗ dung dieses Flusses schlugen wir einen feindli Angriff ab. Am Dujestr dauern die Kämpfe fort. Unsere Truppen greifen 1 feindliche Gruppen an, die den Dujestr bei Iwanje und Gro⸗ k überschritten haben. Im Schwarzen Meere nahmen unsere Torpedoboote einen Kampf gegen die jüngst errichteten Batterien von Zungul⸗ dak au; sie zerstörten zwei Dampfer und mehrere Barken mit Koh⸗ len. Eines unserer Unterseeboote versenkte am Eingang des Bos⸗ porus einen Dampfer mit Ladung. Dasselbe Unterseeboot zerstörte mehrere Segelschiffe. Zum Rückzug der Russen. Kopenhagen, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem„Rußkoje Slowo“ besagt der Befehl des Höchstkomman⸗ dierenden, daß das private Eigentum in den vom Heere geräumten Gebieten nur dann vernichtet wer⸗ den soll, wenn es entweder dem Feinde nützen oder die Operationen des russischen Heeres stören würde. Kopenhagen, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Industrie Finlands soll, wie„Rußkoje Slowo“ be⸗ richtet, zur Lieferung von Kriegsmaterial herange- Hindenburg beim Kaiser. Aus Anlaß der jüngsten Begegnung des Kaisers mit Feldmarschall v. Hindenburg im Posener Schloß schreibt das„Posener Tageblatt“: Auch diesmal wurde Hindenburg, der aus seinem Hauptquartier vom Kaiser nach Posen befohlen worden war, von dem Monarchen mit einer Auszeichnung und Liebenswürdigkeit behandelt, daß der erfolgreiche Heerführer auch den jetzigen Posener Aufent⸗ halt in steter und dankbarer Erinnerung behalten wird. Er wurde bei seiner Ankunft durch ein kaiserliches Automobil 9 9 5 gebracht, hier vom Oberhofmarschall des Kaisers empfangen und zu Seiner Majestät 1 Hindenburg wurde dann zur kaiserlichen Frühstückstafel befohlen, bei der sowohl der Kaiser wie die Kaiserin ihrer besonderen Wertschätzung gegenüber Exzellenz v. Hindenburg in der huldvollsten Weise Ausdruck gaben. Eine besondere Aufmerksamkeit wird er darin erblicken, daß ihm als Gastzimmer dieselben Räume angewiesen worden waren, die i durch seinen monate⸗ langen Aufenthalt während des letzten Winters lieb und vertraut geworden waren und von denen aus die Befehle zu den wichtigen Vorgängen auf dem ee platz ausgegangen waren. Daß bei der Anwesenheit Hinden⸗ burgs in 32905 auch eine mündliche Aussprache des Kai⸗ sers mit ihm über die Kriegslage stattgefunden hat, und daß das ein für den ganzen Feldzug bedeutsames Ereignis war, ist selbstverständlich. Vom österreichisch⸗ungarischen Landsturm. Wien, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Muste⸗ rung der 1865 bis einschließlich 1872, sowie der seinerzeit vorzeitig aus der Landsturmpflicht ausgeschiedenen 1873 oder 1874 geborenen Landsturmpflichtigen wird vom 29. Juli bis 30. September durchgeführt. Die Einberu⸗ fung der bei der Musterung als geeignet Befundenen zur Dienslleistung wird zu einein späteren Zeitpunkt erfolgen. Ein französischer Kritiker der Russen. Paris, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Im„Eclair“ ver⸗ öffentlicht General Perrot einen Artikel, welcher der russischen Botschaft vorgelegen hat. Er behandelt die Schlacht in Polen und wendet sich gegen die viel verbreitete Auffassung, daß die deutsche Offensive nunmehr aus der nordwestpolnischen Front vorbreche. P. ist davon überzeugt, daß der Stillstand der Armeen Mackensens nur erfolgte, um erst den Bau strategischer Feldbahnen für den Nachschub auszuführen. Wären die bei Lublin und Cholm stehen⸗ den deutschen und österreichisch-ungarischen Armeegruppen weiter vorgestoßen, so hätten sie sich zu weit von der Nachschubs⸗Basis ent⸗ fernt. Man müsse von einem so glänzenden Heerführer, wie Macken⸗ sen, so schreibt Perrot, annehmen, daß er die Schwierigkeiten in Berechnung gezogen hat. Deshalb baue Mackensen anscheinend Eisenbahnen. Der Bau dieser Linien würde etwa 40 Tage er⸗ fordern. Vermutlich sei er schon bis hinter die deutsch⸗österreichisch⸗ ungarische Frontlinie gediehen. Man dürfe deshalb erwarten, daß in den allernächsten Tagen die Armeegruppen Macken⸗ sensden Angriff aufder ganzen Front vortragen. Im Falle einer russischen Niederlage an dieser Stelle würden die ganzen Verteidigungs bedingungen für das rus⸗ sische Heer über den Haufen geworfen und dieses in eine sehr ernste und schwierige Lage kommen. Es sei höchste Zeit, 21 die russische Heeresleitung eine Lösung aus dieser Klemme inde. Der neue Oberprokurator des heiligen Synods. Petersburg, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Mitglied des Reichsrates Samarin ist zum Oberprokura⸗ tor des Heiligen Synod ernannt worden. „„ Der türkische Bericht. Konstantinopel, 17. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier gibt bekannt: An der Dardanellen⸗ front unterdrückte der Feind am 15. Juli bei Ari Burn uf mit Mühe von unseren Bomben in den Schützengräben hervorgeru⸗ fene Brände. Am Nachmittag beschoß ein englischer Kreuzer unter dem Schutze von Torpedobooten und Minensuchern vergeb⸗ lich aus der Ferne unsere Stellungen bei Kaba Tepe auf Grund von Angaben, die ihm aus einem Fesselballon gemacht wurden Bei Sedd⸗ül⸗ Bahr beschoß die feindliche Artillerie wirkungs⸗ los eine Stunde unseren rechten Flügel. Seit zwei Tagen trans⸗ portiert der Feind e in mehreren Hospitalschiffen ab, die westwärts fahren. In der Nacht des 15. Juli vertrieb unsere Küstenartillerie feindliche Torpedojäger, die sich dem Kerevesdere näherten. Wir stellten am 15. Juli fest, daß der Feind Hospital⸗ schiffe zum Transport und zum Landen der Truppen benutzt. An der Front im Irak erhielt der erfolgreich aus Kakatalnoj westlich Corna zurückgeschlagene Feind Verstärkungen, worauf er am 14. Juli unsere Stellungen anr Euphrat angriff. Der Kampf dauerte erbittert bis zum folgenden Abend an und endete mit einer Niederlage des Feindes, der besonders stark gelitten hat. Auf unserem rechten Flügel floh er in Unordnung. Mit Hilfe der Truppen, die er auf Barken auf dem Euphrat in den Kanälen vor⸗ trieb, versuchte der Feind von hinten sich unserem rechten Flügel zu nähern und ihn zu umfassen. Dank der Widerstandskraft und den Gegenangriffen unserer Truppen und Freiwilligen wurde er in den Euphrat getrieben. Diejenigen Engländer, die sich nicht einbooten konnten, flohen, Waffen und zwei Maschinengewehre in das Wasser werfend. Während des Kampfes wurden über 1000 Feinde getötet. Unter den Toten be⸗ finden sich der englische Oberbefehlshaber und zwer andere Offiziere. Wir erbeuteten 32 Barken und 200 Gewehre und Bajonette. Ferner eine Menge Munition, Pioniergerät und Offi⸗ ziersferngläser. Nichts Wichtiges auf den anderen Fronten. Künstliche Begeisterung in England. London, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der 4. August soll als Tag der Kriegserklärung in allen Städten des britischen Reiches durch Versammlungen begangen werden, in denen eine amtlich genehmigte Resoluttron genehmigt werden soll, wonach die Versammlungen den unbeugsamen Ent⸗ schluß bekunden, den Krieg zur Verherrlichung der Ideale der Freiheit und Gerechtigkeit zu einem siegreichen Ende zu führen. London, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Gestern fand in London eine große Kundgebung von Frauen statt, um das Recht auf Arbeit für das Vaterland zu verlangen, Etwa 40 000 Frauen aller Stände zogen nach Whitehall, wo Lloyd George eine Ansprache hielt, in der er sagte, daß bereits 50 000 Frauen in den Munitionsfabriken tätig seien. *„ New⸗Yorker Kundgebungen für eine wirkliche Neutralitätspolitik. Berlin, 19. Juli. Dem„St. Gallener Tageblatt“ wird laut „Vossischer Zeitung“ unter dem 28. Juni aus New Pork ge⸗ meldet: Seit Wochen hat die ententefreundliche Presse die Tatsache systematisch totgeschwiegen, daß eine Riesenkundgebung zu⸗ gunsten einer wirklichen Neutralität der Ver- einigten Staaten und für ein Verbot der Waffen⸗ aus fuhr geplant war. Von dem frühen Abend an bewegte sich am 24. Juni ein immer mehr anschwellender Menschenstrom nach der Halle, in der die Kundgebung stattfinden sollte. Um 8 Uhr waren sämtliche 12000 Plätze besetzt, und 3000 Personen standen in den Straßen. In weitem Umkreise drängten sich Zehntausende um die Rednertribünen. An der Massendemonstration, für die nur durch die deutsche Presse Propaganda gemacht worden war, nahmen über 100 000 Personen teil. Weiter heißt es in dem Brief: Mehr als 1000 Importeure, die von Deutschland und Oesterreich⸗-Ungarn Waren im Werte von 50 Millionen Dollars erwarben, diese aber wegen der berüchtigten Ordre in council König Georgs nicht erlangen können, sind nun in energischer Weise bei dem Staatssekretär Lansing vorstellig geworden. In der letzten Woche kam eine Depesche aus Georgich an, daß beide Häuser der Legislatur eine Resolution angenommen el qutwillig die Staaten aufgebe. 5 London, 18. Juli(WTB. Nichtamtlich.)„ meldet aus Washington, N ein en e susch gemacht, eine Sondertagung des Ko Eee r zusetzen, um die Ausfuhr von Munition und Kriegsvorrö die Alliierten gesetzlich zu verbieten. Ein täglich wachsender werde auf das Staatsdepartement ausgeübt, damit dieses für di amerikanischen Rechte einstehe. i 725 9 Eine Verfügung der deutsch⸗belgischen Verwaltung. Brüssel, 18. Juli.(WTB Nichtamtlich) Der General⸗ gouverneur erläßt folgende Bekanntmachung: Wer es unternimmt, im Alter zwischen 16 und 40 Jahren Belgien ohne die vorgeschrie⸗ bene Erlaubnis zu verlassen und wer es unternimmt, Belgien zu verlassen, um in die Dienste eines dem deutschen Reiche feindlichen Staates oder in ein Unternehmen des Auslandes einzutreten, von dem anzunehmen ist, daß es für die dem deutschen Reiche seind⸗ U lichen Staaten Kriegsbedarf herstellt, wird, sofern nicht nach den Gesetzen des deutschen Reiches eine härtere Strafe verwirkt ist, mit Gefängnis bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bis zu 10000 Mark oder mit beiden zusammen bestraft. Die gleiche Strafe trifft den⸗ jenigen, welcher hierzu auffordert oder es begünstigt. 4 * 1* g Der Seekrieg. 47 J Die englische Untersuchung über die Torpedierung der„Lusitania“. London, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Gerichtshof, der die 1 über den Untergang der„Lusitania“ führte, hat sein Urteil gefällt Lord Marsey sagte, das Gericht habe gefunden, daß der Vealust des Schiffes einer Havarie zuzuschreiben ist, die durch deutsche Tor⸗ pedos verursacht worden sei. Diese Handlung ist geschehen in der Absicht, das Schiff zu versenken und auch die darauf befindlichen Menschenleben zu vernichten. Die N des Schiffes war von gewöhnlicher Art, aber ein Teil bestand aus einer Anzahl von Kisten mit Patronen. Diese Munition war im Schiffsmanifest angegeben, und war efähr 50 Yards von der Stelle verstaut, an der die Torpedos trafen. Andere Explosiv⸗ stofse waren nicht an Bord. Die deutsche Regierung sagt, die „Lusitania“ habe verborgene Kanonen, ausgebildete Kanoniere besondere Munition an Bord gehabt. Ferner ist gesagt worden, sie habe kanadische Truppen befördert und die amerikanist setze seien verletzt worden. Diese Behauptungen sind unrichti⸗ nichts als Erfindungen. Die deutschen Drohungen vor der Aus⸗ fahrt der Lusitania sind ein erschwerender Um und diese haben klar gezeigt, daß der Plan mit Absichtlichkeit ausgeheckt wurde, als der Dampfer abfuhr. Die Drohungen wurden von den Passa⸗ gieren nicht ernst genommen, weil diese geglaubt haben, ein Mord⸗ anschlag. wie die Zerstörung ihrer Leben, könne nicht in der Ab⸗ sicht der deutschen Regierung gelegen sein. Aber die haben sich ge⸗ irrt und das Schiff ist ausgefahren. Das Gericht erkannte, daß zwei Torpedos ohne Warnung das Schiff getroffen haben. Die deutsche Regierung, die den Angriff angeordnet hat, sich in Widerspruch zum Völkerrecht und zu den Kriegsgebräuchen der zivilisierten Länder gesetzt. Es war ein vorbedachter Mordanschlag auf die Passagiere. Alles wurde 2 um die Menschenleben retten. Der Kapitän ist nicht zu ln. Die Schuld haben 5 die das Verbrechen ausgeheckt und die es begangen haben. a„Eine Anzahl Kisten mit Patronen“, wieviele wird bezeichnenderweise nicht gesagt, aber daß es„ein Teil der Ladung“ war, ist immerhin vielsagend. Für uns ist diese „Untersuchung“ natürlich in keiner Weise maßgebend, und das hochtrabende„Urteil“ kann nur belächelt werden. London, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. In der mit dem 17. Juli endige den Woche wurden vier Schiffe mit einem Gesamtinhalt von 10016 Tonnen zum Sinken gebracht, drei durch Unterseeboote, eines durch eine Mine. Außerdem wurden sechs Fischdampfer torpediert. Die Anzahl der Schiffe, die die englischen Häfen anliefen, oder aus ihnen ausfuhren, beziffert sich auf 1380. 4 7 Rotterdam, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant“ meldet aus London: Der norwegische Postdampfer„Vega“ ist gestern mittag ohne Ladung aus Bergen in Newceastle angekommen. Er war von einem deutschen 0 gen worden, seine Ladung von 200 Tonnen Salz, Fäs⸗ sern Butter und 4000 Kisten Sardinen in die See— werfen. Das„u“-Boot blieb neben dem Schiffe und der Kom⸗ mandant überwachte die Ausführung des Befehls. Es ist das erstemal, daß die„Vega“, die jede Woche die Nordsee durchfährt, angehalten wurde.. 3 London, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ein holländischer Dampfer lan⸗ * 9 0 dete in Aberdeen die Besatzung des ru Dampfers„Balva“, der am Freitag auf der Höhe Shetland⸗Inseln von einem deutschen Unterseeboot tor⸗ pediert wurde. f 105 g Paris, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Agence Havas“ meldet aus New Pork: Ter Postdampfer„Or⸗ duna“ mit zwei Amerikanern an Bord ist in New Port einge⸗ troffen. Die Passagiere erzählen, daß die„Orduna“ am 9. Juli von einem deutschen Unterseeboot angegriffen wor⸗ den sei. Ein Torpedosckuß und Granaten hätten ihr Ziel verfehlt. Der Bericht des Kapitäns besagt, daß der Angriff 37 Meilen süd⸗ lich von Queenstown erfolgt sei. Es sei keine vorherige gegeben worden. Die Passagiere hätten geschlafen. Sie seien ge⸗ weckt und auf Deck versammelt worden. Jeder habe einen Rettungs⸗ Ser deen pere dated een kene ae dee er Kapitän ie unkentelegrap ö 1 Geschichte klingt Tie Zahl der Passagiere habe 227 betragen.(Die reichlich abenteuerlich.) 4 15 18 N* ö Eine Rede des schwedischen Ministerpräsidenten. Stockholm, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Svenska⸗Tel 5 In rt des Ministers des Neußern empfing Ministerpräsident Hammerskjöld gestern eine Abordnung, welche die von dem Allgemeinen schwedischen Frie⸗ denskongreß in Varberg angenommenen Beschlußanträge Über⸗ reichte. Hierbei erklärte der Ministerpräsident: In Uebereinstim⸗ mung mit den Neutralitätserklärungen und den vom König a gegangenen unzweideutigen Kundgebungen ist es unser heißer, Aten den Frieden zu bewahren, uns es ist unsere Pflicht, mit allen Kräften hierfür zu wirken. Aber wir rechnen auch mit Eventualitäten, in denen die Aufrechter hal⸗ tung des Friedens 7 aller Bemühungen für 9 si K e. Schweden nicht mehr möglich ist. Welches diese Even⸗ wwalttäten in diesem Weltkriege sind, wäre aus verschiedenen Ge⸗ sichtspunkten e. jetzt anzugeben. Gewiß ist es, daß es außer dem äußersten Falle einer feindlichen Invasion in unser gend auch r älle gibt, die als diesem gleichbedeutend in Betracht gezogen werden müssen. Der Ministervräsident sprach die Hoffnung aus, daß diese Neutralitätspolitik in allen Lagern des schwedischen Volkes und bei allen politischen Parteien eine mächtige Stütze finden werde. Er wolle nicht glauben, erklärte Hamerskjöld, daß die schwedischen Friedensfreunde, die kräftig gegen Mißstände auftreten, auch gegenüber drohenden äußeren Mißständen, die nur mit Gewalt abgewehrt werden könnten, eine einfache Friedenspolitik empfehlen würden, die darin bestände, alles zu ertragen, ohne etwas für Schwedens Recht und Freiheit ein⸗ haben, in der Präsident Wilson aufgefordert wird, zu Re⸗ vom Bahnhofe abgeholt und nach dem kaiserlichen Schlosse pressalien gegen Großbritannien zu schreiten, falls dieses nicht zusetzen. Es wäre in der Tat gefährlich, wenn Muse pe des Krieges als wünschenswert die Vorstellung 4 sa brd, Schweden den Krieg wünsche. Aber gleichzeitig wäre 5 14105 und 22 Jetzt ist nicht Zeit, für extreme Doktrinen oder nicht so einfach, wie mancher vielleicht glaube. Auf internationalam ö e Ueberzeugun, än ö Umst den 3— 10 und deshall) gen fahr nach Belieben behandelt werden könne. t Ministerprä t. wies 12 die besonderen Gefahren hin, die ohl die Kriegs- wie die Friedensagitationen mit sich bringen“ une, wenn beide Parteien einander immer zu größerer Ein⸗ itigteit aushetzten, wodurch die Einsgteit verdunkelt werde und sogar teilweise verschwinde die Einigkeit, die doch hoffentlich im f blingsideen zu kämpfen, sondern es gilt, zusammen zu halten und unser Erbe in allem unvermindert und unverletzt unseren Nachkommen zu bewahren. Es sei erklärlich, meinte Hamerskjöld, daß die schwedischen Friedensfreunde Schwedens Eingreifen zu- gunsten des allgemeinen Friedens wünschten, aber die Sache ser Gebiete gelte in besonders hohem Maße der wenig ermunternde Satz: Wer sich ungebeten einmischt, erntet Undank. Und was noch schlimmer sei: Ein Eingreifen zu ungeeigneter Zeit und in un⸗ — 1 nicht nur nichts, sondern bringe großen Aus Stadt und Cand. Gießen, 19. Juli 1915. Auszeichnungen. Zigarrenfabrikant Wilhelm Heil und Architekt Philipp Nicolaus aus Gießen, die in 5— Feld⸗ lazarett im Westen stehen, erhielten das Hessische Sanitäts- kreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille. ** Akademischer Kriegs vortrag. Wir machen dar⸗ auf aufmerksam, daß der für Donnerstag, den 22. d. M. in Aussicht genommene Vortrag des Herrn Prof. Dr. Sie vers„Deutsche Interessen im Stillen Ozean“ bereits morgen, Dienstag, den . im großen Hörsaal der Aula stattfindet. 5 Freilichtbühne. Trotz der überaus ungünstigen Witterung hatte sich gestern ein ziemlich zahlreiches Pu⸗ blikum— der Zuschauerraum war über die Hälfte besetzt— 8 der Wiederholung der Körner⸗Spiele eingefunden. Die rei lustigen Possen errangen wieder, dank der flotten Darstellung, einen vollen Heiterkeitserfolg.— Augenblick⸗ lich herrsc auf der Bühne draußen reges Leben. Man studiert eine größere Gießener Lokalposse, den„Speng⸗ lermeister Bim bächer“, ein, wenn auch literarisch bescheideneres Seitenstück zu Niebergalls„Datterich“. Die führenden Rollen liegen in den Händen von Darstellern, die sich in früheren Aufführungen schon guten Ruf erspielt haben(Frl. Vetters, und die Herren Göttig, Frey, Lutz, Eckhardt).— Die erste Aufführung findet am kommenden Sonntag, 25. Juli, statt. Näheres bringen die Anzeigen.— Morgen soll auch den Schwerverwundeten, denen es nicht möglich ist, den Weg bis zur Freilicht-Bühne zurück— zulegen, eine Freude bereitet werden: Im Garten der chirurgischen Klinik findet um 4 Uhr eine Auffüh⸗ rung der Einakter„Die Rosen des Herrn von Malerherbes“, „Die Gouvernante“ und„Der Vetter aus Bremen“ statt.— Die Aufführung ist nicht öffentlich. Alle Verwundeten haben freien Zutritt. e Ueber Südwestafrika, ihre Reise dorthin, den Kriegsausbruch und ihr Entweichen nach Deutschland sprach am Samstag abend Frau Geh. Rat Jäckel aus Burg bei Magde⸗ burg auf Veranlassung des hiesigen Frauenbundes der deutschen Kolonialgesellschaft. Der im Großen Hörsaal der Uni⸗ versität stattfindende Vortrag hatte so zahlreiche Zuhörer ange⸗ zogen, daß man auf allerlei primitive Sitzgeelgenheiten Bedacht nehmen mußten, und der Saal kein freies Plätzchen mehr aufwies. Die Vortragende hat an Bord des Dampfers„General“, der später unter seinem wackeren Kapitän Fiedler in die Darda⸗ nellen geschlüpft und türkischer Hilfskreuzer geworden ist, die Reise nach Südwest gemacht, um in ihrer Eigenschaft als Mitglied des oben genannten Bundes Land und Leute aus eigener Anschau⸗ ung kennen zu lernen. Sie hat— für eine 62jährige Dame eine respektable Leistung— das Land seiner ganzen Länge nach auf n auf der Bahn und mit Ochsengespannen durckquert, hat die fleißigen, zähen Farmer bei der mühsamen Arbeit und im trauten, echt deutschen Familienleben kennen ge⸗ lernt, hat in Lüderitzbucht und Windhuk das hochentwickelte, hei⸗ tere und vornehme gesellschaftliche Leben unserer schönen Kolo nie mitgemacht, die Diamentenfelder besucht und die Gewinnung der kostbaren Steine studieren dürfen, hat aufsässigen Hererojungen die Energie einer deutschen Frau gezeigt, hat die Schönheit der Sonnenuntergänge in der Wüste genossen, die seltsamen Blumen und Pflanzen der Tropen bewundert und vor allem eine tiefe Liebe und Hochachtung für die treue deutsche Arbeit gewonnen, die fern vom Mutterlande unter der Sonne Afrikas der Heimat Ehre macht und die Fahne schwarz⸗weiß⸗rot über den schönsten Errungenschaften von Fleiß und Kulturarbeit wehen läßt. Als r Krieg ausbrach, mußte die Reisende den weiten Weg nach Kapstadt, ganz allein auf sich angewiesen, zurücklegen und monatelang unter englischer Aufsicht, ohne Nachricht von Ver⸗ wandten und Freunden, unter dem Eindruck der englischen Lügen⸗ meldungen empfinden, was es heißt, dem bedrängten Vaterlande in seiner Not fern zu sein. Sie hat da gesehen, wie die deutschen Gefangenen aufrechten Nackens und mit hellen Augen, das,„Deutsch⸗ land über alles“ auf den Lippen, in die Trostlosigkeit der Gefangen⸗ schaft gingen, wie unter allem nur die eine felsenfeste Zuversicht herrschte, daß die daheim über kurz oder 1 4 Gegner zeigen würden, daß man sich auch tausende von eilen fern von der Heimat nicht ungestraft an Deutschen vergreift. Ueber all das plauderte die Rednerin in zwangloser, persönlicher Art, und ihre Ausführungen, kein rhetorisches Prunkstück, sprachen in ihrer warmherzigen, gemütvollen Form so an, daß aus den Kreisem der großen und kleinen Zuhörer jedesmal ein lautes„Ja“ er- tönte, wenn die Rednerin frage, ob sie noch etwas hiervon oder davon erzählen sollte. o hörte man denn u. a. auch noch, wie es ihr dank ihrem resoluten Auftreten gelungen ist, endlich im März 1915 dem verhaßten englischen Zwang den Rücken zu drehen und auf einem englischen Schiffe unter englischen Reisenden nach England und von da nach Deutschland zu gelangen. » Bücherei für Verwundete. Es scheint nicht mehr genügend bekannt zu sein, daß hier eine Bücherei für Verwundete besteht, die von der Universität ins Leben 11 ist und die die Aufgabe hat, Lazarette usw. mit Lesesto f zu versehen. Etwaige Wünsche bittet man an Frl. E. Behaghel, Hofmannstraße 10, zu richten. 1 ** Die Einnahmen der Stadt aus Markt⸗ standgeld sind im Kriegsjahr 1914 um rund 25 Proz. . R lich daran gelegen, daß die Viehmärkte wegen der Seuchengefahr zum größten Teil im letzten Rechnungsjahr verboten waren. In den Darlegungen, die Oberbürger⸗ meister Keller bei Beratung des letzten Voranschlags in der Stadtverordnetenversammlung machte, wies er u. a. darauf hin, daß die Einnahme aus den Märkten in den letzten 5 Rechnungsjahren sich erheblich erhöht hat, da das Standgeld für die Wochenmärkte erst im Laufe des Jahres 1909/10 eingeführt wurde und in diesem Jahre nur rund 2000 Mk. gegen 45004700 Mk. in den darauf folgenden Jahren einbrachte. Die Einnahmen aus den Viehmärkten zu steigern ist schon längst die Absicht der städtischen Verwal⸗ tung. Das für Vieh erhobene Standgeld ist sehr gering; dies geben sogar die Handelsleute als Interessenten offen zu. Es kvwürde eine wesentliche Erhöhung des Standgeldes für alle Sorten Vieh vollauf gerechtfertigt sein durch die Auf— wendung, welche die Stadt für die Viehmärkte zu machen hat.— In den beiden letzten Jahren war das Ergebnis der Einnahme aus Märkten und sonstigen Platzüberlassun— gen auf öffentlichen Straßen und Plätzen für Zwecke des Handels das folgende: 5 1913/14 1914/15 Standgeld Oswaldsgarten Mk. 319 254— Mk. 69 Viehmärkte„3501 1157—„ 2344 Hallen a. d. Viehmarkt„ 455 162—„ 295 Krämermärkte 8 3 9 Plätze für Wasserhäuschen„ 1014 1014—— 3 Plätze für Obstverkauf„ U—„— . 9—çj⁊â’X˖ef a W 39—„ 149 ochenmärkte 0 Pacht für Marktlauben usw.. an N Mk. 11409 8615 also weniger im letzten Jahr 2794 Der Auftrieb an Vieh auf unsern Viehmärkten in den beiden letzten Jahren stellt sich wie folgt: Rinder Schweine Pferde 1913 31321 592 836 1914 9510 2 929 412 * Der Kuckuck, der im Frühjahr unablässig bemüht ist, den Waldbesuchern durch den Ruf seines Namens Kennt⸗ nis von seiner Anwesenheit zu geben, verstummt im Mo⸗ nat Juli. So bekannt sein Ruf ist, so unbekannt ist der Kuckuck selbst den Menschen, da es selten gelingt, in seine Nähe zu kommen. Dem Forst, in dem er seine Wohnung bezogen hat, leistet er wichtige Dienste durch die Ver⸗ tilgung schädlicher Raupen, besonders des Prozessions⸗ spinners, der von anderen Vogelarten verschmäht wird. Noch lurze Zeit und der scheue Vogel verläßt uns wieder, um nach dem Süden zu ziehen. 5 Landkreis Gießen. I Lich, 18. Juli. Unteroffizier Siegmund Chambré, Landwehr⸗Inf.-Regt. 116/7, von hier, wurde mit dem Eiser- nen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Sobernheim, 18. Juli. Das hiesige Intelligenz ⸗ blatt“ bringt solgendes„Eingesandt“:„Gesucht werden noch eine Reihe junge Mädchen und junge Männer, die gelegentlich der ankommenden Abendzüge im Empfangsraume und vor dem Bahn- bose hierselbst Spalier bilden. Solche, die in unverschämter Weise die ankommenden und abreisenden Herrschasten krilisteren, erhalten den Vorzug. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Polizei- verwaltung Offerten gern entgegennimmt.“ Hessen⸗Nassau. g b Biedenkopf, 18. Juli. Ein Freund des Oberhessischen Touristenvereins hat zur Tilgung der aus dem Bau des Aus⸗ sichtsturmes aufder Sackpfeife noch verbliebenen Schuld 1000 Mark gestiftet. Infolgedessen wird für die Folge kein Ein⸗ trittsgeld mehr von den Besuchern des Turmes erhoben.— Dekan Schellenberg in Battenberg wurde bei seinem Uebertritt in den Ruhestand der Kronenorden III. Klasse verliehen. 0 Kassel, 17. Juli. Die Eröffnung der„Ausstellung für Verwundeten⸗ und Krankenfürsorge im Kriege“ sand heute Samstag, vormittags 11 Uhr, durch den angesagten seierlichen Akt statt. Von 1 Uhr an war die Ausstellung dann für das Publikum zuganglich. Von Sonntag an ist die Ausstellung täglich von morgens 9 Uhr bis abends 7½ Uhr geöffnet, und zwar auch an den Sonntagen. g ——— Handel. Frankreichs Außenhandel. Paris, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Nach der im „Temps“ veröffentlichten amtlichen Statistik über den Außen⸗ handel Frankreichs betrug die Einfuhr in den ersten sechs Monaten des Jahres 1915 3550 757000 Franks, die Aus⸗ fuhr 1 449 846000 Franks. Der Ausfall gegenüber ⸗ dem gleichen Zeitraum des Vorjahres stellt sich für die Einfuhr auf 859 282 000 Franks, für die Ausfuhr auf 1 225 755000 Franks. Die Be⸗ wegung zum Juni 1914 zeigt folgendes Bild: Bei der Einfuhr ergibt sich ein Mehrbetrag von 63 248 000 Franks, bei der Aus⸗ fuhr ein Ausfall von 273521000 Franks. Der Mehrbetrag in der Einfuhr erklärt sich dadurch, 1 7 die Einfuhr von Lebens⸗ mitteln einen Mehrbetrag von 51383000 Franks und die Ein⸗ fuhr sertiggestellter Gegenstände einen Mehrbetrag von 103 357000 Franks aufweisen, während die Einfuhr an Rohstoffen für In⸗ dustriezwecke um 91494000 Franks hinter dem Vorjahr zurück⸗ bleibt. Die amtliche Erklärung über vorstehende Ziffern be⸗ sagte, daß der Mehrbetrag in der Einfuhr auf Käufe für die Heeresverwaltung zurückzuführen sei. Diese Tatsache sei bedauer— lich, und es müsse daher alles unternommen werden, um die heimischo Industrie zu größerer Tätigkeit zu bringen, damit Käufe im Auslande auf das Mindestmaß herabgesetzt und durch Käufe bei der heimischen Industrie ersetzt werden. Briefkasten der Redaktion. (Auouyme Aufragen bleiben unberücssichtigt.) patent⸗Anmeldung. Zur Anmeldung eines Patents ist die In- anspruchnahme eines Patentanwalts nicht ersorderlich, aber an, zuraten. Wollen Sie den Anspruch selbst anmelden, so hat dies unter Einsnedung von 20 Mk. Gebühren am Patentamt in Berlin zu geschehen. Bei Patenterteilung muß die sogenannte E ² Patentsteuer entrichtet werden, die im ersten Jahre 30, im zweiten 50, in jedem folgenden Jahre 50 Mark mehr kostet. Bei der fünfzehnjährigen Dauer des Patentanspruchs sind also in Summa 5300 Mark zu zahlen. Auf leichtere Weise kann ein Schutz 1 werden durch Anwendung eines Gebrauchs ⸗ musters. Auch dieses muß beim Patentamt unter Zahlung von 15 Mk. beantragt werden; es empfiehlt sich bei Gegenständen, die nicht patentsähig sind. ——-—-̃——¼-——˙-½¹' Ä'— Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Auf der Rückseite des nach Nordosten abziehenden Tiesdruck⸗ gebiets gingen gestern in unserem Bezirk bei wechselnder Be- wölkung zeitweise Regenschauer nieder. Unter dem Einfluß des von Südwesten vorrückenden Hochdruckgebiets herrscht heute ziem- lich heiteres Wetter. Von Nordwesten her scheint eine neue De⸗ pression heranzuziehen, die uns bereits morgen beeinflussen dürste. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 20. Jult 1915: Ziemlich wolkig, zeitweise Regenfälle, Temperatur wenig geändert, südwestliche Winde. — Letzte Nachrichten. Die Sündenböcke. Bukarest, 19. Juli. Für die russischen Niederlagen in Galizien werden die beiden Heerführer Dimitriew und Dragomirow verantwortlich gemacht. Der erstere wurde auf Weisung aus Petersburg seiner Stellung ent⸗ hoben, der letztere unter Anklage gestellt. Anarchie in Moskau. Bukarest, 19. Juli.„Pesti Naplo“ meldet: In Moskau herrscht Anarchie. Eine gewaltige Militär⸗ macht hat stets Bereitschaft. Das revolutionäre Komitee richtet an die Siebzehnjährigen Aufrufe, der Einberufung zu den Fahnen nicht zu folgen. In den revolutionären Proklamationen heißt es weiter, daß die Sache Rußlands verloren sei. Die russische Armee habe in den Monaten Mai und Juni 1½ Millionen Mann verloren und es gebe keine Offiziere mehr. Zudem werde die russische Armee durch einen besonderen Befehl angewiesen, an der Munition zu sparen. Der russische Bericht. Petersburg, 18. Juli.(Ctr. Frkft.) Mitteilung des Großen Generalstabes vom 17. Juli, 11 Uhr abends: Auf der Front Goldingen-Murawiew hat der Feind auf dem rechten Ufer der Windau⸗Wenta Fuß gefaßt. Er fährt fort, Fortschritte zu machen in der Richtung von Tukkum⸗Alt⸗Aus, im Westen von Riga. In der Gegend östlich von Popeliany bedrängten wir die feindliche Infanterie. Auf dem rechten Ufer des Orzyc dauerte am 16. Juli ein hartnäckiger Kampf auf einer ausgedehnten Front fort. Der Feind griff mit drei Regimentern das Torf Podossie an und nahm es ein. Sodann setzte er auf das linke Üfer des Orzye über, er nahm uns drei Kanonen ab In einem heftigen Gegenangriff wurden die deutschen Truppen jenseits des Orzye jedoch mit dem Bajonett massakriert, die Kanonen zurückerobert und der Feind aus Die Podossie zurückgeschlagen. . 8 2 8 7 3 1* daß e dem Vorjahr zurückgegangen. Es hat dies haupt- sibirischen und turkestanischen Truppen, die dort gegen einen an 3 8 Zahl zweifach überlegenen Feind kämpften, bewiesen ihren glänzen⸗ den Wert und ihre äußerste Ausdauer. In der Richtung von Mlawa zogen wir uns südlich von Cie chanow zu⸗ rück, da der Feind seine Reserve verdoppelt hat. Nordwestlich von Radom griff am 15. Juli eine Kosakenbrigade eine österrei sche Vorhut beim Dorfe Mokrzez an, machte 280 Soldaten und 3 ziere zu Gefangenen und erbeutete 2 Maschinengewehre. Zwischen der Weichsel und dem Bug ergriff der in der Nacht vom 15, zum 16. Juli eine allgemeine Offensiu Die Angriffe des Feindes am Podlipebach östlich von Wilkolaz bei Bychawa im Süden von Lublin wurden zurückgeschlagen. Auf dem linken Ufer des Wieprz gewann der Feind nach einem hartnäckigen Kampfe einigen Vorteil. Wir hielten am Abend des 16. die Front Izdebna⸗Krasnostaw. Auf dem rechten 2 5 fis u des Wieyrz wurden die Angriffe des Feindes am Wolizaflusse zurückgeschlagen. g Feind mehrmals in der Nacht vom 16. und am folgenden Tage unsere mit Widerhaken versehenen doch schlugen wir ihn jedesmal Bajonette zurück. Südlich von durch unser Feuer und unsere, Drubjes zo w zwischen dem Flusse Huczwa und dem Bug richtete der Feind hartnäckige An⸗ griffe auf die Front Metlein-Maslomencz. Auf der Flanke dieses Abschnittes bei Terebin und Tichobuz führten wir in der Nacht vom 15. zum 16. Juli mit Erfolg Gegenangriffe aus. Am Bug wurden Teilangriffe des Feindes zwischen dem Dorfe Krylow und der Stadt Sokal sowie zwischen den Dörfern Klusow und Parchacz bei Krystynopol mit Erfolg zurückgeschlagen. Wir machten dort mehrere hundert Gefangene. Am Dujestr und am, Bug dauern die Kämpfe ohne ernstliche Veränderung der besetzten chwarzen Meer torpedierte das Unterseeboot Front fort. Im S 1 as „Nerpa“ in der Kohlengegend ein großes Kohlenschiff. Schwere Kämpfe auf Gallipoli. Genf, 19. Juli. Aus Mytilene wird gemeldet, daß fortgesetzt schwere Kämpfe auf Gallipoli stattfinden. u gano, 19. Juli.„Secolo“ meldet aus Turin, daß gestern abend drei hohe englische Offiziere, der Admiral Sir Douglas, Gamble und die Generäle Eldeson und Oltham in Begleitung eines Ordonanzoffiziers mit dem Schnell⸗ zug aus Frankreich angekommen und über Rom und Neapel abgereist sind, um sich dort nach den Dardanellen einzuschiffen. Aeußerungen des bulgarischen Gesandten Ritzow. Lugano, 19. Juli. Dem Vertreter der„Tribuna“ äußerte sich der bulgarißche Gesandte Ritzowvoll Bewunderung für Deutschlands Stärke und Organisation. Ein sol⸗ ces Volk sei unüberwindlich. Ritzow fügte hinzu, in Rom sei es sein eifrigstes Bestreben gewesen, eine Liga der Neutralen unter italienischer Führung zustande zu bringen, welche im bestimmten Augenblick den Frieden herbeiführen sollte. Mit Bedauern habe er darum das Eintreten Italiens in den Weltkrieg gesehen. Schon heute sehe er den künftigen Zwist zwischen Italien, Griechenland und Serbien voraus. Ritzow schloß, Bulgarien werde auch fürder⸗ hin neutral bleiben. ö l mre Vermählung zeigen an: Max Scheffler Obertelegraphensekretär Kathe Scheffl er, geb. Gengnagel Kartoffeln Neue Vollheringe Stück 15 Pfg. Neue Zwiebeln 6 Pfund 35 Pfg. Preiß Pfund 55 Pfg. Neue Königskuchen, welcher 800 Gramm wiegt und oder Konditor zirka Mk. 2.50 kostet. Kochmaschine gebacken. Beschreibung auf Zahlreiche Anerkennungen, 2 Na Ein Postpaket, 8 Pakete enthaltend, ißelbeeren ohne Meblmaxken verkäuflich. Jede Hausfrau backe jetzt ihren Kuchen selbst. Aus einem Paket Kuchenmehl, welches 80 Pig. kostet, erhalten Sie einen Kuchen, Topstuchen oder beim Bäcker „ Das Backmehl wird nur mit Milch angerübrt und in elner Form im Herd oder edem Paket. bestellungen. kostet gegen Nachnabme Mk. 6.40, franto zugesandt. Wiederverkäufer Rabatt. C. O. Schmidt, Erfurt, Nahrungsmittelfabrit. Bullen verkauf. Die Gemeinde Großen-Linden hat einen Simmentaler Bullen auf dem Submissionswege zum Schlachten zu verkaufen. 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Juli 1915 verschied nach schwerem Leiden mein Rektor im Ruhestand Joh. Peters zu Darmstadt. Peters, Rechtsanwalt. bei Damen-, misch reinigen oder 03890 Herren- und Kinder-Kleider che- Vorhänge, Decken, Handschuhe, Federn etc. Aladem Kriegs- Vortrag im grossen Hörsaal der Universität Giessen Dienstag, den 20. Juli 1915, abends 8¼ Uhr. Prof. Dr. Sievers: „Deutsche Interessen im Stillen Ozean“. Der Ertrag ist für Kriegs-Wohltätigkeit bestimmt. Eintrittskarten zu 30 Pfg. sind in der Musikalien- handlung von Ernst Challier, an der Kasse zu haben. Nouenweg, und abends Die Dauerkarten sind über Bruch-Behandlung ohne Operation Ohne Berufsstörung Gießen, Löwengasse 5 Sprechstunden am 11. und 25 eines jeden Monats v. 10—1 Uhr Adressen Geheilter u. Broschüre kostenlos durch 8 Chefarzt Dr.med. Coleman, Berlin W. 62 tragbar. Studenten haben freien Zutritt. 60140 J schwarz, Reise. N35 dn dn ac, Mk. 10.—12.-1— i. all. 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