—.. ˙ 0—˙ — en elle, aer Erstes blatt Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis: latt für den Ureis Gießen (Dienstag und A raab. zweimal monatl. Land⸗ wirts Seitfr Fernsprech Anschluße: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleb l Ad für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Vb.bs. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. E Samstag, 17. Juli 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; sür Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. WW.) Großes Hauptquartier, 16. Juli. Amtlich.) ö a Westlicher Kriegsschauplatz. Am 14. Juli ist bei einem der Angriffe in der Gegend von Souchez ein Grabenstück südlich des Kirchhofes ver⸗ loren gegangen. Wiederholte Versuche der Franzosen, uns die in den Ar⸗ gonnen erstürmten Stellungen zu entreißen, schlugen fehl. Die Stellungen sind fest in unserer Hand. Die gestern und vorgestern hart westlich der Argonnen geführten starken französischen Angriffe scheiterten gegenüber der tapferen Verteidigung durchnorddeutsche Landwehr, die dem Feinde in erbitterten Nahkämpfen große blutige Ver⸗ luste zufügte und ihm 462 Gefangene abnahm. Seit dem 20. Juni haben unsere Truppen in den Ar⸗ gonnen und westlich davon mit kurzen Unterbrechungen ge⸗ kämpft. Neben dem Geländegewinn und der Materialbeute ist bisher die Gesamtzahl von 116 Offizieren, 7009 Mann französischen Gefangenen erreicht worden. Auf unserer an die Argonnen östlich anschließenden Front fanden lebhafte Feuerkämpfe statt. Feindliche Angriffe wurden mühelos abgewehrt.. In der Gegend von Leintrey ööstlich von Lunsville) spielten sich Vorpostengefechte ab. Auf feindliche Truppen in Gérard mer warfen unsere Flieger Bomben. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Popeljany haben unsere Truppen die Windau in östlicher Richtung überschritten. Südwestlich von Kolno und südlich von Prasznysz machten wir unter siegreichen Kämpfen weitere Fortschritte. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage bei den deutschen Truppen ist unverändert. N Oberste Heeresleitung. 1* L Daß die deutschen Trup seit dem 20. Juni in den Argonnen 116 Offiziere und über 7000 Mann gefangen genommen haben, wird die französische Heeresleitung ver⸗ eblich zu bemänteln oder zu verdrehen sich bemühen. Man betrachte die letzten amtlichen Berichte der Franzosen! Wie * kleinlaut war man da gewesen, und bei der Schilderung der neuen Kämpfe in den Argonnen fehlte das gewohnte Pathos; man tat sie mit zwei oder drei Zeilen ab. Dies ließ, wenn man von den deutschen Berichten Kenntnis hatte, tief blicken. Gestern nun verbreitete man in Paris eine Notiz, daß die neuesten deutschen Angaben mit der Wahr⸗ heit nicht im Einklang ständen, und man fügte hinzu, daß die Deutschen nur einen kleinen Vorteil gehabt hätten. Man kennt die Methode! In gleicher Weise berichtet man ja auch über die neuesten Kämpfe an den Dardanellen, wo man den Türken ein paar Grabenstücke abgenommen zu haben scheint, um die indessen weiter gekämpft wird! Auch die Engländer melden diese neuesten Errungenschaften mit roßem Wortreichtum. Erklärlich wird dieses Vorgehen nur urch eine Betrachtung der allgemeinen Lage. Englische und f ösische Blätter Harten zu ausgiebig der Besorgnis Ausdruck verliehen, daß nach den Siegeszügen in Galizien neue Vorstöße der deutschen Heere an anderen Stellen zu erwarten seien. Man will dagegen auf der gegnerischen Seite den Mut der kämpfenden Soldaten beleben, die man durch eigne Siegesnachrichten aufzufrischen sucht. Eben⸗ so gelten die aufgeblasenen Nachrichten von den Dardanellen her der Beeinflussung der neutralen Staaten. Diese wollen ja zuerst Taten sehen, bevor sie für die Entente das Schwert ziehen! Nun, die neuesten Nachrichten aus Rußland, die wir heute zu verzeichnen haben, klingen nicht ermunternd für die Feinde und Neider der Zentralmächte! Und wenn wir auch gewiß nicht sagen können, daß England in der leichen trostlosen Lage wie das Zarenreich sich befindet, * fühlt man doch, wie ein zunehmender Druck die eng⸗ lischen Herzen beschwert, indem für sie immer neue innere Schwierigkeiten auftauchen. Der drohende Ausstand der Bergarbeiter, die fortgesetzte Kritik in den Parlamenten, leineswegs entwölkt ist. 4 1 1 1 1 3 * 4 auch in dem Hause der Lords, das sich doch in der Not des Vaterlandes die größtmögliche Zurückhaltung auferlegen muß— das alles zeigt uns, daß der englische Himmel durch die neue Zusammensetzung des Kabinetts Asquith noch Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 16. Juli 1915 mittags. Russischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe am Dnjestr dauern an. Die Versuche der Russen, unsere auf das Nordufer des Flusses vor⸗ gedrungenen Truppen durch heftige Gegenangriffe zu werfen, blieben ohne jeden Erfolg. Wir machten zwölf Offiziere und 1300 Mann zu Gefangenen und 0 erbeuteten drei Maschinengewehre. eines Heldenmutes abzulegen. In der Gegend von Sokal kam es gleichfalls auf bei⸗ Seiten zu regerer Gefechtstätigkeit. Un Truppen nahmen stürmender Hand mehrere Stützpunkte, so das Bernhardiner-Kloster unmittelbar bei Sokal. An den anderen Fronten blieb die Lage unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern war sowohl an der küstenländischen, als auch an der Kärtner Grenze eine rege Tätigkeit der feindlichen Ar⸗ tillerie wahrzunehmen. An der Dolomitenfront wurden mehrere italie— nische Bataillone, die unsere Stellungen bei Rufreddo und im Gemürk an der Straße Schluderbach—Peutelstein angriffen, unter bedeutenden Verlusten abgewiesen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die Zurückdrängung der Russen. Berlin, 17. Juli. Zur Zurückdrängung der Russen über den Bug heißt es in einem Telegramm des„Berliner Tageblattes“ aus dem K. u. K. Kriegspresse— quartier: Die relative Ruhe der letzten Tage in Mittel- galizien und am Bugzipfel ist wieder durch lebhaftere Ge- schn fechtstätigkeit unterbrochen worden. Oberhalb Sokal wurde der Gegner an mehreren Punkten in nordwestlicher Rich tung über den Bug geworfen und das Kloster Bernhardinow erstürmt. In Südostgalizien hielt die Armee Pflanzer-Baltin stärkere feindliche Kräfte neuerdings auf. Berlin, 17. Juli. Nach einem Telegramm der„Köln. Ztg.“, das in verschiedenen Morgenblättern zum Abdruck kommt, stellt der Militärkritiker des„Rußkoje Slowo“ fest, daß die russische Armee auf der ganzen Front von der Pi- lica bis zum Dnujestr den Rück auf neue Stel⸗ lungen fortsetze und nur Rückzugstämpfe leiste. Die Räumung von Riga. Berlin, 17. Juli. Ueber die Räumung von Riga durch die Russen wird in einem telegraphischen Bericht der„Deutschen Tageszeitung“ gesagt: Alle Fabriken und Werke der Stadt Riga und des Kreises Riga, die Aufträge für die Militärbehörden ausführen, seien verpflichtet, nach Ortschaften in der Richtung Nordwest, die mindestens 200 Werst von Riga liegen, abzuziehen und alle fertigen Fa⸗ brikate, sowie alle Maschinen, die zur Arbeitsleistung ge⸗ eignet seien, fortzuschaffen. Rigaische Zeitungen berichten außerdem, die männliche Bevölkerung von 18 bis 45 Jahren in den Kreisen Goldingen und Tockum sei aufgefordert wor⸗ den, die Wohnorte zu verlassen, das Vieh fortzutreiben und das Hausgerät fortzuschaffen. Aeltere Personen könnten zurückbleiben, doch sei dies nicht anzuraten. Ein neuer Erlaß des russischen Höchstlommandierenden. Petersburg, 17. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Wie „Rjetsch“ mitteilt, warnt ein erneuter Erlaß des Höchst⸗ kommandierenden dringend vor Pogromen und beun⸗ ruhigenden Gerüchten und ermahnt, alle Kräfte auf die Organi⸗ sierung des Landes zu verwenden und die Ruhe zu bewahren. Das Blatt teilt ferner mit, daß zu den Offiziersstellen in der Offiziersakademie nunmehr auch Leute ohne die vorgeschriebene Bildung zugelassen werden. Die Duma. Petersburg, 17. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) In den ersten Sitzungen der Duma, die am 30. Juli beginnen werden, wird Sasonow mit seinen Erklärungen über die äußere Lage beginnen. Die„Nowoje Wremja“ über den Grund der russischen Niederlagen. Petersburg, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die „Nowoje Wremja“ bringt einen pessimistischen Artikel von Menschikow, in dem ausgeführt wird: Der Grund, weshalb 305 Millionen Alliierte nicht 120 Millionen Deut⸗ sche, Oesterreicher und Ungarn erdrücken können, liege in der besseren Bewaffnung und Munition, sowie in der größeren Tüchtigkeit der Soldaten der Zentralmächte. Eine weitere Meldung besagt, daß durch einen Ükas des Zaren die in der Ausbildung befindlichen Jung⸗Ko⸗ saken der Armee eingegliedert werden sollen. M Der französische Bericht. Paris, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Kriegs⸗ bericht von gestern nachmittag. Im Gebiete nördlich Arras war die Nacht ziemlich bewegt. Südlich des Schlosses von Carleul bemächtigten wir uns einer Reihe deutscher Schützengräben. Um Neuville, St Vaaste und im Labyrinth Handgranaten⸗ kämpfe. In den Argonnen ist der Kampf auf das westlich des Waldes gelegene Gebiet befchränkt, wo wir 1 nördlich der Straße nach Servon vorrückten. Nach einer Reihe von Gegenan⸗ griffen gelang es den Deutschen im Beauraingehölz wieder Fuß zu fassen. In dem Rest dieses Abschnittes ist die Lage unverändert. Zwischen Fey⸗en⸗Haye und dem Priesterwalde wurde der Feind, der aus seinen Schützengräben herauszukommen versfuchte, sofort Der deutsche Gesamterfolg in den Argonnen. Die neuesten Kämpfe an den Dardanellen. Paris, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von gestern abend: „Ter Tag verlief verhältnismäßig ruhig. In den Ar gonnen bei Marie Therese Kampf mit Bomben und Handgranaten. Zwei deutsche Angriffe, einer gegen Hauteche Vouchee, der andere gegen Boureuilles, wurden zurückgeschlagen. Auf der übrigen Front ist nichts zu melden, außer einigen Artilleriekämpfen, besonders nörd⸗ lich von Arras, im Abschnitt von Quennevieres, auf dem rechten Aisneufer, in der Nähe von Troyon, auf den Maashöhen, in der Umgebung des Grabens von Calonne und in den Vogesen in der Nähe der Wissenbach. An den Dardanellen griffen am 12. und 13. Juli das Expeditionskorrs des Orients und der rechte Flügel der englischen Truppen die türkischen Stellungen an, und nahmen mehrere Linien von Schanzwerken ein. Die erste Linie auf dieser ganzen Front war am Vormittag den 12. Juli, die zweite am Ende des Tages durch einen wunderbaren Sturm der Zuaven und Fremdenlegionäre genommen. Am folgenden Tage wurden neue Fortschritte an me reren Stellen gemacht und das untere Keres-Vederetal besetzt. Wir fangene Die Verluste des Feindes, der von der Artillerie oft in dichten Aufstellungen überrascht wurde, waren außerordentlich wer. Die Marine beteiligte sich mit Erfolg an den Operationen, indem sie Atschi Baba an der asiatischen Küste beschoß. Die französischen Verluste bei Arras. 5 Berlin, 16. Juli.(WTB. Nichtamtl.) Im allgemeinen ist es nur schwer möglich, die Verluste des Gegners in einer größeren Schlacht einigermaßen richtig anzugeben. Da die französische Regierung es ängstlich vermeidet, ihre Verlustel der Republik selbst bekannt zu geben, ist es von besonderem Interesse, diese wenigstens schätzungsweise festzustellen. Nach der Schlacht bei Arras ist von deutscher Seite ein Versuch dieser Art gemacht worden. Dabei wurden unter anderem Truppenverbände an den Kämpfen beteiligt waren. Wie wir der Franzosen an Toten, Verwundeten und Gefangenen in der Schlacht bei Arras nach dieser auf allen erreichbaren Unterlagen beruhenden, gewissenhaften Feststellung folgen- 5000 Mann, 10. A.⸗K. 10000 Mann, 17. A.⸗K. 4300 Mann, 11000 Mann, 48. Division 6000 Mann, 53. Division 4000 Mann, 55. Div. 3500 Mann, Summa 78300 Mann Vergleicht man diese Zahlen, die zweifellos ziemlich genar der Wirklichkeit entsprechen, mit dem Ergebnis, das die Kämpfe bei Arras für unsere Gegner hatten, so kann man es durchaus begreiflich finden, daß die französische Regierung bergen sucht. Die sozialistische Partei Frankreichs für den Krieg. g dung nahm die französische sozialistische Partei zum Schluß ihres Kongresses einstimmig eine Resolution an, die das unerschütterliche Vertrauen in die Sache der Ver⸗ bündeten und des republikanischen Frankreichs ausspricht. Nationalitätenprinzips geschlossen werden. Wichtiger jedoch sei das Verschwinden des brutalsten Imperialismus. Die sozialistische Partei erklärt neuerdings die Bereitwilligkeit, ohne Vorbehalt am Werke der nationalen Verteidigung und der Befreiung Velgiens und der Wiederherstellung des Rechtes für Elsaß-Lothringen mitzuwirken, und ist ent⸗ schlossen, die Regierung bei der Behebung der Unzulänglich⸗ keit der produktiven industriellen Kräfte zu unterstützen. Der Kongreß billigte sämtliche Aktionen der Parteileitung und gab ihr Vollmacht, im gleichen Geiste weiterzuwirken. (Frkf. Ztg.) Die Kämpfe an den Dardanellen. Athen, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Mytilene wird gemeldet: Die Engländer und Franzosen schieben täglich 800 Verwundete von den Dardanellen nach Mar⸗ seille und Alexandria ab. 5 (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird London, 16. Juli. gemeldet: Die britisch⸗französischen Streitkräfte an den Dardanellen haben am 12. und 13. Juli nach heftigen Kämpfen eine Anzahl türkischer Laufgräben genommen. Es wurde ein Geländegewinn von 200 bis 400 Meter gemacht, sowie 422 Gefangene. Die Fran⸗ zosen schoben ihren äußersten rechten Flügel bis zur Mündung des Flusses Keves Vedere vor. General Damilton meldet von den Dardanellen: Der britische rechte Flügel und das rechte Zentrum begannen am 12. Juli früh den Angriff Das Gefecht dauerte den ganzen Tag. Die Truppen, die teilnahmen, unter ihnen ein Korps, er⸗ oberten zwei befestigte Laufgrähenlinien. Der rechte Flügel der feindlichen Linien wurde angegriffen und die erste Laufgrabenlinie mit Leichtigkeit genommen, nachdem die vorausgegangene Be⸗ schießung guten Erfolg hatte. Danach nahmen unsere Truppen die zweite Laufgrabenlinie, wobei wir 80 Gefangene machten. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde die Linie 400 Meter von der ursprünglichen Stellung befestigt. Im Laufe der Nacht vom 12. auf den 13. wurden zwei Gegenangriffe abgeschlagen. Der britische rechte Flügel war jedoch zu weit vorgedrungen. Die Türken ver⸗ anstalteten einen wohlgelungenen Angriff mit Ha n d⸗ granaten und eroberten einen Teil der Laufe durch unser Feuer angehalten. räben zurück. Da die Stellung von wesentlicher Bedeutung dur die Sicherheit der dime f, wunde ene Beigabe der Mer 5 machten mehr als 200 Gefangene, unsere Verbündeten 150 Ge⸗ auch Aussagen von französischen Gefangenen verwertet, deren der„Gazette des Ardennes“ entnehmen, ist der Gesamtverlust 5 dermaßen zu schätzen: 3. Armeekorps 15000 Mann, 9. A.⸗K. 20. A.⸗K. 10 500 Mann, 21. A.⸗K. 8000 Mann, 33. A.⸗K. dem Volll die Größe der von ihm gebrachten Opfer zu ver⸗ 4 Paris, 16. Juli.(Ctr. Frkft.) Nach einer Havas⸗Mel⸗ Ein dauerhafter Friede könne nur auf der Grundlage des 3 3 2 * 15 * 25 8 A 5 2 4 1 1 * N 2 7 N 7 1 durch Ueberfall diviston, unterstüzt von frunzösischer Artillerie, vorgeschickt. Sie eroberte die Laufgräben, während die Franzosen inzwischen bis Nur des Keves Vedere vordrangen und die neue Stellung mühsam in Hand behielten. In der Nacht vom 13. auf den 14. Juli hatten die feindlichen Gegenangriffe keinen Erfolg. Das ursprüngliche Ziel des Angriffs wurde erreicht, ab⸗ gesehen von einer ungefähr 360 Meter breiten Linie, die noch in den Händen der Türken ist. Armenische Rebellen. Konstantfinopel, 16. Juli. Die Kaiserliche Regierung hatte seinerzeit die Maßnahmen bezüglich der Entfernung der Armenier aus den Gehöften bekannt gegeben, wo ihre Anwesenheit als schädlich und als gefährlich für die innere Sicherheit und Ruhe für die nationale Verteidigung betrachtet werde. Unsere Feinde haben darin einen neuen Vorwand entdeckt, um die öffent⸗ liche Meinung gegen uns zu bearbeiten. Ihre Zeitungen, wie die der neutralen Länder, die sie für ihre Sache zu gewinnen ver⸗ mocht haben, bemühen sich, die Wahrheit zu verschleiern, indem sie sorgfältig alle Tatsachen, welche diese Maßnahmen betreffen, entstellen und behaupten, das armenische Element sei trotz seiner vollkommenen Unschuld in seinen elementarsten, natürlichsten und heiligsten Rechten geschädigt. Die dringende Notwendigkeit und Rechtmäßigkeit der Haltung, die die Kaiserliche Regierung gegen⸗ — r einzunehmen sich gezwungen ge„ist jedoch nicht zu bestreiten. 5 Die Ereignisse geben unseren Militärbehörden täglich neue Be⸗ weise für das 1 eines seit langem vor⸗ breiteten und beschlossenen Planes, den die Ar⸗ menier pünktlich auszuführen fortfahren, indem sie auf der Seite der Russen gegen uns kämpfen. Diese gesetzwidrige und umstürzlerische Losreißungsbewegung, die bis in die letzte Zeit nur bei der Front und in den benachbarten Gebieten festgestellt wurde, hat sich kürzlich bis in unsere Etappen⸗ linien ausgedehnt. So überfielen am 2. Juni 500 bewaffnete Armenier, welchen sich Fahnenflüchtige desselben Stammes an⸗ geschlossen hatten, die Stadt Charki Karahissis und griffen die muselmanischen Viertel an, wo sie sämtliche Häuser ausplünderten. Sie verbarrikadierten sich dann in der Zitadelle der Stadt und sie beantworteten die väterlichen und versöhnlichen Ratschläge der örtlichen Behörden mit Gewehrfeuer und Bomben, wodurch 150 Zivil- und Militärpersonen getötet wurden. Der letzte Vorschlag der Regierung, der auf die Unterwerfung ohne Blutvergießen ab⸗ zielte, ist erfolglos geblieben. Unter diesen Umständen sahen sich die Behörden gezwungen, Geschütze gegen die Zitadelle zu wenden und dank dieser Zwangsmaßnahmen ist es gelungen, dieser Re⸗ bellen am 20. Juni Herr zu werden. Aehnliche revolutionäre Bewe- gungen, die hier und da ausbrechen, zwingen uns, an unseren. verschiedenen Grenzen unseren Armeen Kräfte zu entnehmen, um sie zu unterdrücken. Um diese Unannehmlichkeit zu vermeiden und die Wiederholung von Ereignissen zu verhindern, bei welchen neben den Schuldigen auch die unschuldige und friedliche Bevölkerung bedauernswerten Schaden erleidet, mußte die Kaiserliche Regie⸗ rung gegen die revolutionären Armenier gewisse vorbeugende und einschränkende Maßnahmen treffen. Infolge der Ausführung dieser Maßnahmen sind diese Ar⸗ menier aus den Grenzzonen und den Gebieten, wo Etappenlinien eingerichtet sind, entfernt worden. Somit sind sie den mehr oder weniger wirksamen Einfluß der Russen entzogen, und sind dadurch außerstande gesetzt, den höheren Interessen der Landes⸗ verteidigung zu schaden und die innere Sicherheit zu gefährden. ** * Der italienische Bericht. Rom, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht der Heeres⸗ leitung. Im oberen Cadoretale, wo sich unsere Angriffs⸗ tätigkeit planmäßig entwickelt, dauert die Beschießung und Zer⸗ störung der feindlichen Befesti werke von Platzwiese und Landro mit günstigen Ergebnissen an. Eine Batterie auf dem Raitkofel, jöstlich von Landro, wurde teilweise zerstört. Erkundungen unserer Infanterie stießen bis zum Seikofel und Burgstaller Kaum im oberen Sextental vor, wo sie Zusammenstöße mit dem Feinde hatten, Die für uns gümstig verliefen. Im Falzaregogebiete klet⸗ terte eine Infanterie⸗Abteilung durch einen Kamin, der für un⸗ ersteigbar galt, und bemächtigte sich in der Nacht zum 14. Juli r all des Falzaregogipfels, Die Abteilung warf den Feind, der einen Gegenangriff versuchte, zurück und brachte ihm schwere Verluste bei. An den übrgen Teilen der Front ist die Lage unverändert. Numäniens Haltung. Berlin, 17. Juli. Ein Sonderberichterstatter der„No⸗ woje Wremja“, der die Balkanstaaten bereist, schreibt laut „Vossischer Zeitung“: Rumänien wird in das Stadium der Aktivität nicht eintreten, solange die Darda⸗ nellen nicht forciert sind oder die russischen Armeen nicht wieder in Galizien vorgehen. 5 N Das Befinden des Königs der Hellenen. Athen, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Von unserem Privatkorrespondenten. Die Hofärzte haben den König untersucht. Ihr Bericht stellt fest, daß Allgemein⸗ befinden des Königs sehr befriedigend ist, aber die Nag keel Angrengung web Pier Auftegung Sesüglch — f der Politik ausgesetzt— en dürfe. 1 N Die Bergarbeiterbewegung in England. Rotterdam, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Rotterdamsche Courant meldet aus London: Die letzten Be⸗ richte aus dem Kohlenrevier von Südwales lauten ernst. Gestern hat die Leitung des Bergarbeiterverbandes mit 19 gegen 4 Stimmen angeordnet, daß die Streikenden die Verhandlungen mit der Regierung und gleichzeitig die Arbeit wieder aufnehmen sollen. Trotzdem haben die Ver⸗ treter der Bergarbeiter in der Versammlung in Cardiff mit 88 950 gegen 47450 der vertretenen Stimmen die Zumutung verworfen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Die englische Kriegsanleihe. f Berlin, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Zum Ergebnis der englischen Kriegsanleihe schreibt die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“: Bei Begründung des Anleiheprofekts im Unterhause am 22. Juni erklärte der englische Schatzlanzler zu wiederholten Malen und mit Nachdruck, er hoffe, eine Summe zu erhalten, die genüge, um die Kriegskosten für den Rest des laufenden 8 zu decken. Dieser Betrag berechnet sich wie folgt: Am 19. Juni standen nach Me. Kennas Angaben an kurzfristigen Verpflichtungen, die durch die Anleihe vorweg zu konsolidieren sind, 333 Millionen Pfund Sterling aus. Die tä lichen Kriegskosten erreichen in England drei Millionen, also 90 Millionen Pfund im Monat. Selbst wenn man gegen die Hriegsausgaben erhebliche Ueberschüsse an Kriegssteuern usw. in Rechmung stellt und die täglichen Nettoausgaben für den Krieg nur auf 2,5 Millionen Pfund berechnet, so kommt man einschließ⸗ lionen schwe benden Schulden 1 mehr als 250 Mill., auf den 19. Juni gerechmet. Diese 250 Mill. reichen, je nachdem man mit einem Tagesbedarf von 3 Mill. oder 25 Millionen Pfund rechnet, für etwa 80 bis 100 Tage nb 19. Juni, also bestenfalls bis Ende September 1915, statt, wie der britiche Schatz lanzler hoffte, bis Ende März 1916. An diesem Unter zwischen Hoffmungen und Erfüllungen mag man er⸗ daß das französische Staatsoberhaupt das Land in seiner schweren messen, ob das Zeichnungsergebnis eine gewonnene Schlacht be⸗ deutet. Jedenfalls aber wird die englische Regierung, die sich mit der äußersten Kraftanstrengung der finanziellen Kriegssorgen bis zum nächsten Frühjahr zu entledigen versuchte, in nicht allzu langer Zeit erneut an den Markt appellieren müssen. Eine Wieder⸗ holung der diesmal ins Spiel gesetzten Reizmittel ist dann aus⸗ geschlossen. Der englische Schatzkanzler wird vielmehr auf seinem weiteren Wege schwere Hindernisse finden, die er durch die Be⸗ dingungen der jetzigen Anleihe für jede künftige Aktion sich selbst geschaffen hat. Kritik im englischen Oberhaus. London, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Ober⸗ haus. Lord Weardale kritisierte die Verzögerung in der Veröffentlichung der Depeschen vom Kriegsschauplatz und meinte, die Depeschen über die Kämpfe am Suez⸗ kanal im Februar und März sollten bekanntgegeben wer⸗ den. Das englische Volk werde wie eine Nation hysterischer Kinder behandelt, denen man nicht die Wahrheit sagen dürfte. Lord Newton erwiderte, die Veröffentlichung unterliege militärischen Rücksichten. Ein Teil der Presse scheine freilich den Krieg als ein Mittel zur Vergrößerung der Auflage zu betrachten. Ferner seien die Wünsche der Verbündeten in Betracht zu ziehen. Es sei nicht sicher, daß, wie Lord Weardale angenommen habe, sich die Kämpfe in Aegypten nicht erneuern würden. Depeschen über die frühe⸗ den Kämpfe dortselbst könnten nicht veröffentlicht werden. Das Oberhaus nahm die Registrierungsbill in dritter Lesung an. 0 Die australische Kriegsanleihe. Melbourne, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter⸗ meldung. Die australische Kriegsanleihe in Höhe von 20 Millionen Pfund Sterling wird unter den gleichen Bedingungen wie die britische ausgegeben werden. Der Minister Hughes erklärte, die Ernte dürfte einen Rekordertrag ergeben, doch werde ihre Einbringung auf Schwierigkeiten stoßen. 1 „ Der Seekrieg. Calais, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Der Dampfer„Nieuport“ ist in den Gewässern von Calais auf eine schwimmende Mine ge⸗ stoß een und gesunken. Die Besatzung von sechs Mann ist ertrunken. Eine deutsche Erwiderung auf die Rede Poincarés. Nun hat die„Nordd. Allg. Ztg.“ auf die Schmährede des französischen Präsidenten doch eine Entgegnung ver⸗ öffentlicht. Sie tut dies sehr wirksam, indem sie Herrn Poincaré einige in der Oeffentlichkeit noch nicht bekannte 1 vorhält, die beweisen, wo die Urheber des Krieges aßen. Berlin, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Norddeut⸗ sche Allgemeine Zeitung“ schreibt zu der Rede von Poincaré, Bedrängnis zu ermutigen sucht, ist nur in der Ordnung. Dank unseren Waffen können wir abwarten, bis die unabwendbare Ent⸗ wicklung das französische Volk zur Erkenntnis der wah⸗ ren Lage bringt. Zu dem Versuche von Poincaré, Frankreich als das friedliche und überfallene hinzustellen und seine Staats⸗ männer von jeder Schuld zu entlasten, bemerkt das Blatt, daß diese Ausführungen gerade Poincars besonders schwer gefallen sein müßten, da auf ihn ein sehr starker Anteil der Verantwortung für den Weltkrieg falle. Zum Beweise hierfür bringt es einige naheliegende Erinnerungen. Es weist darauf hin, daß vor einem Jahre die Presse des Zweibundes die Reise von Poincaré nach Petersburg zur„silbernen Hochzeit“ des russisch⸗französischen Bündnisses mit kriegerischen Fanfaren begrüßte. Poincaré nahm ein silbernes Schwert mit Lorbeer⸗Oliven⸗Laub nach Petersburg und legte es am Sarkophag Alexanders III. nieder. Eine stumme Mahnung und eine beredte Zusicherung. In den Trinksprüchen war beiderseits von der verabredeten Tätigkeit der beiden Diplo⸗ matien die Rede, unterstrichen vom Zaren durch den Hinweis auf die Verbrüderung beider Armeen. Diese verabredete Tätigkeit der beiden Diplomatien hat die Dinge so geschoben, daß der Kri kommen mußte. Gegenüber der Behauptung von Poincaré, da Rußland und Frankreich alles getan hätten, um den Frieden zu erhalten, beweist die„Nordd. Allg. Ztg.“, daß der französische Botschafter in Petersburg, wie schon aus den amtlichen englischen Veröffentlichungen hervorgeht, Alles getan hat, um den Konflikt zu verschärfen und vor allem aus der österreichisch⸗serbischen bezw. österreichisch⸗russischen Differenz einen xussisch⸗deutschen Konflikt zu machen. 0 Das Blatt führt aus: Der Botschafter war gleich nach Bo⸗ kanntwerden der österreichischen Note an Serbien mit großem Eifer bemüht, in den Kreisen der russischen Regierung und der russischen öffentlichen Meinung die Version zu verbreiten, daß sch Deutschland die Note nicht nur kannte, sondern direkt veranlaßte. In dem Augenblick, wo Deutschland, unt einem allgemeinen Kon⸗ flikt vorzubengen, bei den Kabinetten der Großmächte daran hin⸗ arbeitete, daß der österreichisch⸗xussische Streitfall lokalisiert blei⸗ ben möge, verkündet Herr Palévlogue, wo sich die Gelegenheit bot, daß es sich in Wirklichkeit um einen russisch⸗deutschen Streit handele. In der klar ersichtlichen Absicht. Deutschland die Schuld an der Verschärfung der Krisis mizuschieben, berichtete der fran⸗ zösische Botschafterr bewußt unwahre Tatsachen aus Petersburg, unterlteß aber wichtige Meldungen. So telegraphierte Palso⸗ logue seiner Regierung am 29. Juli, der deutsche Botschafter habe Herrn Sasonow mitgeteilt, daß, wenn Rußland die militärischen Vorbereitungen nicht einstelle, die deutsche Armee mobil gemacht würde. Er fügt hinzu, der Ton, in dem der Botschafter die Mit⸗ beträgt der Kaufpreis für Salat genau das teilung babe, habe die rufsische Regierung roch an dem- des Finkaufzpret es, nämlich 5—8 5 10 bis selben Leranlaßt. die Mobilwachaeng von dretehn Armer⸗ 15 Pfg.; er hat vor einiger Zeit 25 Pfg. für d er⸗ korps gegen Oesterreich⸗Ungarn zu verfügen. Tatsache ist, daß ing dann allerdings wieder herunter.— In die Unterredung des Grafen Ponrtales mit Herrn Sasonvw, auf reicht, ging 5 iberli den die Herr Palsvloque Beulg ninumt, erst aut 29. Juli, abends hat man, um den widerlichen Preistreib 81 7 Uhr stattsand, während Herr Sasonow an demselben Tage schon Obstmarkt zu begegnen, Ve dem mittags dem deutschen Botschafter mitteilte, daß r der] Zweck gegründet, eine Zeitlang auf jeden Obstanrauf zu Befehl zur Mobilmacknung von dreizehn Armerkorps gegen Oester⸗ verzichten.— Vom Gießener sind uns reich⸗Ungarn erlassen werden würde. Es ist kaum anzunehmen, Fälle erzählt worden, in denen die Verkän auf den Vor⸗ daß der rucssische Minister diese Mitteilung dem deutschen Ver- halt, die Preise für gelbe Rüben beispielswesse seten du — gps, daß die feier Rente pci er dert e N ren 2 i„ e= N g 8 ö f rung un Abend des JI. Jai. des Tazes, un welchem frihwrdeng Preise zahle, werde mem das Gemuse einfach an Bien die russische allgemeine Mobilmachung in Petersburg bekannt gegeben wurde, ichtige Tatsache noch keine Meldung erhalten hatte. Man kann nur annehmen, daß Herr Paléologue keine Eile hatte, diesen ver⸗ hängnisvollen Schritt Rußlands, welcher bei allen, welche den Frieden erhalten zu sehen hofften, schwere Bedenken erregen mußte, in Frankreich bekannt werden zu lassen. Die Redensarten von dem friedlichen, überfallenen Frankreich sind eine är m⸗ liche Legende, die ihren Urheber schwerlich auf die Dauer gegen den Zorn seiner Landsleute decken wird, nachdem sich der deutsche Stahl stärker erwiesen hat als Herrn Poincarés silbernes Schwert mit Lorbeer und Olivenlaub. Aus dem Reiche. Die nächste deutsche Kriegsanleihe. Berlin, 17. Juli. Ueber die nächste deutsche Kriegsanleihe schreiben laut verschiedenen Morgen⸗ blättern die„Berliner Politischen Nachrichten“, daß ein Ge⸗ von ihrem Petersburger Vertreter über diese] che Ran — unmittewwar bevorsteye, den Tatsachen vorausene. zuuth wenn der bis zum 10. August vertagte Reichstag die ihm zugehende Kreditvorlage umgehend erledigen würde, werde die neue Anleihe jedenfalls nicht vor dem September zun. Zeichnung aufgelegt werden. Für die Bemessung der Zeich⸗ nungsfrist und des Einzahlungstermines würden die bei den ersten beiden Kriegsanleihen gemachten Erfahrungen zugrunde gelegt werden. Was den Zeichnungspreis anlange, so bestehe die Absicht, die neue Anleihe abermals zu einem etwas höheren Kurse als die letzte Anleihe auszugeben. Es werde wohl mit einem Zeichnungspreis von mindestens 99 Prozent zu rechnen sein. 1 1.„ Posen, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Ober präsident der Provinz Posen eld nachstehende Kundgebung: Der Kaiser und König haben in Begleitung des Chefs des Generalstabes des Feldheeres auf der Reise nach dem polnischen Kriegsschauplatze zu Anfang dieses Monats mit dem Generalfeldmarschall v. i 1 2 eine Zusammenkunft gehabt und einige Tage im königli Schlosse verweilt. Verbot auch der Ernst der laute Huldigungen, so hat die Bevölkerung es sich doch nicht nehmen lassen, Seine Majestät bei Ausfahrten und Besichti⸗ gungen in der Stadt und Umgebung überall a de und herzlich zu begrüßen. Seine Majestät sind durch diese spontanen Beweise treuer Anhänglichkeit und vaterländischer Gesinnung aufrichtig erfreut worden und mich zu be⸗ auftragen geruht, der ölkerung allerhöchst seinen Peder Dank zum Ausdruck zu bringen. 1 r Posen, 16. Juli 1915.„ f berg ee v. Eisen hart. 517725 555 dene e e i ausschüsse reußens zahlten an schädigten 150 Mülrtenen Mark Vorentschädigeng Berlin, 17. Juli. Der„Vorwärts“ enthält eine Kundgebung des sozialdemokratischen Parteivorstandes und c der Generalkommission der Gewerkschaften in Deutschland mit der Ueberschrift:„Gegen den Lebensmittel⸗ wucher!“ In dieser wird gegen die beabsichtigte Erhöhung der Höchstpreise für Getreide Stellung genommen, und es werden mäßige Höchstpreise für alle Lebensmittel gefordert. Aus Stadt und Cand. Gießen, 17. Juli 1915. Die Lebensmittelpreise. Wie der Nahrungsmittelaufwand der Beur- lerung seit dem Beginne des Krieges in die Höhe N ist, zeigt eine von dem bekannten Wirtschaftsstatistiker Calwer auf Grund bree e an über 200 deutschen Orten gesammelten Materials auf Be⸗ N rechnung. Dieselbe beweist, daß eine vie lie im Monat vor Ausbruch des Krieges wö⸗ lich 25,12 Mk. für dieselben Lebensmittel aufzuwenden brauchte, die sie im Mai bereits mit 36,49 Mk. bezahlen mußte. Das eine Steigerung um 45,3 Prozent, also fat um die Hälfte. Wer das mit seinem Geldbeutel mitmachen nt een überwiegenden Teil der Bevölkerung die. eblieben bezw. vermindert sind, bedeutet die Lage au dem Lebensmittelmarkt für die* des Volkes Einschrän⸗ kung der Lebenshaltung stellenweise über das aun Ma hinaus. In die Regelung der Brotversorgung und Wel verbrauchs hat sich das Volk, und wie es ist, gefunden, weil es ihre keit ein. die Vorwürfe die Regierung, daß man zu spät ein⸗ gegriffen habe, sind allmählich verstummt. Den rege sicht wen uf Ane preise sieht man mit ziemli„ bereits offiziös verlauker fis würden ein geri. als bisher sein, und man in weiten Kreisen einen nicht anzuerkennen eigt ist. Auf den Gebieten des Le⸗ bensmittelmarktes aber, deren durchgreifende Rege⸗ lung bisher nicht von Regierungs wegen geregelt worden, die vielmehr der privaten Initiative überlassen sind ist allgemach ein Zustand eingetreten den man ni anders als Verwilderung bezeichnen kann. Dafür ohne viel Begleitworte nur ein paar beweiskräftige 7 Frankfurt haben die Landwirte einen Mi lchaumf⸗ g von 26 auf 30 Pfg. pro Liter durchsetzen wollen, „ mam eine la obwohl die Landwirtschaftskammer, liche Vertretung agrarischer wird, eine Erhöhung um 2 Pfg. als bezeichnet hat.— In sind für 25000 Mar! Kartoffeln, die die Stadt zu fSzwecken eingelel⸗ lert hatte, verdorben und auf den Dung wor⸗ den.— Man zeigte uns gestern— rheini⸗ schen Gro le, die beschlagnahme⸗ brotmarkenfreies, zu 80 Prozent ausgemahlenes N hl, also aus⸗ ländisches, zu 119 Mk. pro 100 Kg. anbietet, wäh⸗ rend der Weizenmehlpreis beispie e im hiesigen Kom⸗ munalverband gegenwärtig 39,80 Mk. beträgt.—. Spesen is doppelte milie kennt die Lasten und leidet darunter. 5 Es ist unter diesen Umständen nicht verwunderli wenn dieser Unsicherheit und Willkitr im Publi⸗ kum ein tiefer 48 1 sch man 2 2 er verurteilen lann, man agen muß N a f e e Wucher uchen ist. Lediglich dagegen richtet es sich 41 die kae Generalkommandos seit einig Ta⸗ gen jeden unter Strafe stellen, der Lebensmittel über die angemessenen Preise anbietet und verkauft oder sie in eistreiberischer Absicht vom Markte fernhält. Solange dieses Vorgehen bei uns keine e findet, ist a Regulator auf dem Markt einzig die Selbsthilfe der Gemeinden angezeigt. In einer Festsetzung von Höchst⸗ reisen kann dieselbe, wie die Kartosfelkalamität hinreichend 3 hat, nicht schlechtweg bestehen, weil eine solche rücht, demzufolge die Ausgabe einer neuen Kriegsanleihe den Handel an andere Plätze treibt. Deshalb geht man ner mehr daz n iten der Städte selbst als 2 i eten. Unter den gegebenen een und bei den außerordentlich schwankenden und ungewissen . an denen die ganze Frage gemessen werden muß, scheint dies der einleuchtendste Ausweg zu sein. Man wird unter diesen Gedanken in Gießen von seiten der Stadtverwaltung demnächst mit dem Verkauf von Kolonialwaren, wie Reis, Gries, Graupen, Teig⸗ waren usw. aus den Beständen eines großen von der Stadt erworbenen Lagers beginnen. Ebenso wird von der Stadt die Versorgung mit Zucker in die Hand genommen werden. Die Verkaufsstelle sowie die Tage, an denen der Verkauf erfolgt, werden noch näher bekanntgegeben werden. Ferner werden von der Stadt demnächst voraussichtlich größere Mengen von. erworben und zum Ver⸗ kauf gestellt werden. Man hat ferner im Lebensmittelaus⸗ schuß Schritte getan, um sich einen Anteil an der wieder begonnenen Eiereinfuhr aus Galizien zu verschaffen. Des weiteren werden Maßnahmen ergriffen werden, um die Gemüsepreise, die ausgerechnet in Gießen mit seinen überaus günstigen Verkehrsbedingungen um 30 Prozent höher 7 als in Darmstadt, Mainz, Worms usw., auf ein erträgliches Maß zurückzuführen. Der Verkauf von Dauer⸗ ware soll fortgesetzt werden. Die Fischnahr 8 zu deren Einführung man sich an den beauftragten Stellen so viel Mühe gibt, stößt hier einstweilen leider immer noch auf das gänzlich ungerecht fertigte Vorurteil der Bevölkerung. Alle, die Gelegenheit hatten, den bisher veranstalteten Kochproben beizuwohnen, stimmen darin überein, daß der 1 4 als Volksnah⸗ rungsmittel von vielseitiger und billiger Verwendbarkeit weiteste Verbreitung verdient. Vielleicht wird seiner Ein⸗ bürgerung in Kürze die Einrichtung der zwei„fleisch⸗ losen Wochentage“, am denen es untersagt ist, Fleisch su verkaufen, zu Hilfe kommen. Jedenfalls seien auch an er Stelle noch einmal die am 2 und Dienstag — 2 Fischkochanleitungen dring in Erinnerung Von einer Erhöhung der Milchpreise ist, wie wir en, vorläufig nicht die Rede, der Teuerung der Kraft⸗ ttermittel tritt die berechtigte Hoffnung auf reichere Grün⸗ futtererträge wirksam entgegen. Von manchem wird es willkommen geheißen werden, daß vom 26. Juli ab der schwer arbeitenden Bevölkerung 1 eine höhere Brotmenge bewilligt wird. Es sollen bisher in Gießen 700 entsprechende Gesuche ge⸗ stellt worden sein. Das Mehr beträgt pro Kopf und für 8585 Wochen 700 Gramm Mehl oder 1000 Gramm Brot. diesem Zusammenhang ist es weiter nicht ohne Interesse, 1 daß vom 21. Juli ab die Brotlieferung an hiesige Garnisonverwaltung und in absehbarer Zeit— 7 an das Gefangenlager von dem zuständigen Proviantamt übernommen werden wird. Die Bäcker werden also in der erfreulichen Lage sein, der Brotversorgung der Zivilbevölkerung wieder mehr Sorgfalt und Aufmerksamkeit zuzuwenden. Schließlich sei noch erwähnt, daß vom Donnerstag ab laut polizeiamtli Bekanntmachung die sehnlich erwartete und von den Sta ordneten schon vor mehreren Wochen vorgeschlagene Verbesserung der Marktordnung in Kraft getreten ift wonach der gewerbsmäßige Einkauf von Gegenständen des. die von außerhalb zum Markte gebracht werden, während des ganzen Markttages auf dem Marktplatze und außerhalb n verboten ist. Diese Bestimmung wird ganz wesentlich dazu beitragen, hemmend auf die Preissteigerung an den Wo ärkten 1 5— die bisher von den Händlern, die ganze Artikel aufkauften, mitverschuldet wurde.— Ueber die Fleischpreise wurde bereits kürzlich im „Gieffener Anzeiger“ eine kurze Betrachtung angestellt. Daß wir in Deutschland hinsichtlich der Lebensmittel- versorgung durchhalten können und werden, ist festgestellt und bedarf keines Beweises mehr. Die vornehmste Aufgabe der Verantwortlichen ist es nun, dafür zu sorgen, daß die vorhandenen Lebensmittel zu gerechten und erschwinglichen Preisen dem Volke zugeführt werden. Die Maß⸗ n en, die man bei uns in Gießen im Rahmen des einst⸗ weilen Möglichen getroffen hat, verdienen daher eine ver- ständnisvolle Begrüßung. Durchgreifen kann freilich das Vorgehen einzelner Gemeinden nicht; das wäre nur von einem Machtworte höherer und höchster Instanzen zu er⸗ hoffen. Viel aber wäre gewonnen, wenn diejenigen, die es angeht, eine ganz gründliche patriotische Gewissens⸗ erforschung anstellten. Sonst wird eines Tages die Zeit kommen, wo man die Schuldigen nicht mehr nach ihrer Willkür schalten läßt, sondern mit Fingern auf sie weist als auf Leute, die die Not des Vaterlandes zu verwerflichem Gewinn mißbrauchten. 5 0 1 *Das Eiserne Kreuz erster Klasse im 18. Armeekorps. Nach der jüngsten Zusammenstellung des Wolffschen Telegraphenbureaus erhielten folgende An- gehörige des 18. Armeekorps das Eiserne Kreuz 1. Klasse: Oberstlt. Rothardt, Major Nickisch von Rosenegk, ch. Major Irhr. Geyr v. Schweppen⸗ burg, Hauptm. 8 Lt. v. Frankenberg und Ludwigsdorf, K. W. Haupt. Bruckmann. * Generalleutnant z. D. Klingelhöffer⸗ Gießen hat das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten. * Jugendwettkämpfe. Das Wettschwim⸗ 4 men, der erste Teil der heute beginnenden Jugendwett— kämpfe, beginnt heute Samstag um 3 Uhr in der Müller- schen Badeanstalt. um Wetturnen wird Sonntag um 1% Uhr in Oswaldsgarten 9 und um 2 ft pünkt⸗ lich zur Hardt abmarschiert. Besondere Kleidung ist für die Turner nicht vorgeschrieben. Die Veranstaltungen sind für jedermann zugänglich. Für den Fall einer nötig werdenden Verlegung der Wettkämpfe werden Anschläge an der Bürger— meisterei und dem Hause des„Gieß. Anz.“ gemacht werden. * Ernst Moritz Arndts politische Ansichten behandelte am Donnerstag in der Reihe der akademischen Kriegs⸗ vorträge Professor Dr. Collin. Vieles von dem, was Arndt i., seinen politischen Schriften ausgesprochen hat, das hat durch die Ereignisse der 5 7 neue Bedeutung und neues Leben empfangen. Er ist 1769 geboren, in demselben Jahre wie Napo⸗ leon, den er so grimmig befehdet, und 1860 gestorben, da Bis⸗ marck bereits an der Arbeit und in Preußen eine neue Zeit im Anbruch war. Seine politischen Schriften begleiten so die großen geschichtlichen 0. 70955 vom Ende des zweiten Koalitionskrieges gegen Frankreich(1802) bis zum Krimkrieg(1854). Sie alle durch⸗ lüht das Feuer der Liebe zum Vaterlande und der Haß gegen feine äußeren wie inneren Feinde, eine unerschütterliche Zuver⸗ sicht auf seine große Zukunft; was sie uns aber heute besonders merkwürdig macht, ist der prophetische Geist ihres Verfassers. In die Zeit der Erniedrigung und Erhebung Deutschlands führen uns die vier Teile seiner künstlerisch am wertvollsten Schrift „Geist der Zeit“, Ein bestimmteres Ziel und einen festeren rund erhielt seine Wirksamkeit, als er in ein näheres Verhält- nis zu dem vom Stein getreten war und die Aufgabe erhalten hatte, dessen tapfere Politik in Flugschriften zu vertreten. Die 1 r unter ihnen sind: Der Rhein, Deutsch⸗ lands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze (1813 und Ueber Preußens Rheinische Mark und über Bundesfestungen(1815). Was er in ihnen fordert, ist die uralte, durch Art und Sprache gekennzeichnete germanische Grenze, die von Vogesen, Jura und Ardennen gebildet wird, und für Preußen, dessen großen geschichtlichen Beruf er mit größtem Nachdruck verficht, die Wacht am Rhein, Mainz und Luxemburg als feste Stützpunkte Am meisten aber verdienen heute unsere Teilnahme die beiden Schriften, die er verfaßt, da Belgien sich von Holland losgerissen und unter dem Schutze der Westmächte Frankreich und England ein vollständiges Königreich geworden war: Die Frage über die Niederlande und die Rheinlande(1831) und Belgien, und was daran 8(1834). Als Arndts politisches Vermächtnis kann man seine letzte bedeutende Abhandlung Pro populo Germanico (1854) betrachten, reich an politischer Weisheit, treffenden Urteilen über die Völker und an prophetischen Gedanken, die in diesem Krieg Wirklichkeit geworden sind. * Anlage⸗Musik. Nach längerer Pause findet morgen vormittag 11½ Uhr in der Süd⸗Anlage wieder Konzert statt, das von der Kapelle des Landsturm-Ersatz⸗Bataillons ausgeführt wird. Die Spielsolge verzeichnet folgende Stücke: Finale g. d. Op. „Prinz Eugen der edle Ritter von Schmidt: Fantasie a. d. Op.„Das Glöckchen des Eremiten“ von Maillarts; Wer hat euch denn ge⸗ traut? Lied aus der Operette„Der Zigeunerbaron“ von Strauß; Meine Königin, Walzer von Coote:„Die fleißige Berta“, Inter- mezzo mit Text(neu) von Chr. Hüttenberger, Gießen; Auf dem Niederwald! Patriotisches Potpourri von Munkelt. Die silberne Hochzeit seiern am Montag, den 19. Juli, die Eheleute Schutzmann Schmidt J. Landkreis Gießen. + Heuchelheim, 16. Juli. Im Kampfe fürs Vaterland fielen anfangs dieses Monats auf galizischem Boden Landwirt Landwehrm. Fried. Löber und der ebensalls von hier gebürtige, jahrelang in Darmstadt als Kaufmann tätig gewesene Ers.-Res. Karl Henkelmann, beide dem Res.-Inf.-Regiment 221 zu- geteilt. Sie sind das 19. bezw. 20. Kriegsopfer aus unserer Ge- meinde.— Die zum Besten der Nationalstiftung in unserem Orte vorgenommene Haussammlung ergab rund 423 MBk. [ Hausen, 16. Juli. Bis heute wurden von hier 72 Leute unter die Waffen gerufen. Gefallen sind 5 und vermißt 4 Kriegs- teilnehmer. Die Zahl der mit dem Eisernen Kreuz Ausgezeich- neten beträgt 4, die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielten 2. Watzenborn, 16. Juli. Feldwebel Ludwig Harnisch im Reserve-Insanterie-Regiment 81, früher im Infankerie-Regiment Kaiser Wilhelm 116, erhielt die Hessische Tapferkeits⸗ medaille. Harnisch, der seit Anfang des Krieges im Felde ist, erhielt das Eiserne Kreuz bereits im Oktober vorigen Jahres. Kreis Schotten. Groß-⸗Eichen, 16. Juli. Dem Unteroffizier der Reserve Postsekrekär Karl Faust von hier wurde die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille verliehen. Aniversitäts⸗ Nachrichten. [[ Marburg, 16. Juli. Dem Ordinarius und Direktor des pharmazeutisch-chemischen Instituts, Geh. Regierungsrat Prosessor Dr. Ernst Schmidt, der am 13. Juli seinen 70. Geburtstag feiern konnte, wurden eine Menge Glückwünsche und Ehrungen zuteil. U. a. wurde ihm von der Braunschweigischen Technischen Hochschule Carola-Wilhelmina in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um den Ausbau der pharmazeutisch-chemischen Industrie und seiner vorbildlichen Tätigkeit als akademischer Lehrer der Titel Doktor- Ingenieur ehrenhalber verliehen. Geh. Rat Schmidt, der hier auch das Amt eines Vorsitzenden der pharma- zeutischen Prüfungskommission versieht, ist Ehrenmitglied des deutschen Apothekervereins.* Vermischtes. Ein Ortan in Rußland. Berlin, 17. Juli. Die„Kölnische Zeitung“ meldet aus Kopenhagen: Ein furchtbarer Orkan richtete nach Meldungen aus Petersburg an vielen Orten Südruß⸗ lands große Verheerungen an. In der Umgebung von Sebastopol wurde die halbe Ernte vom Regen vernichtet. In mehreren Ortschaften Transkaukasiens wurde ebenfalls die ganze Ernte vernichtet. Jeder Verkehr ist unterbrochen. Die Schulen mußten geschlossen werden. Der falsche Flieger André. Bern, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Rom wird ge⸗ meldet: Der Betrüger, der sich hier für den französischen Flieger André ausgegeben hat, wurde wegen Betruges und Führung von falschen Titeln zu 17 Monaten 5 Tagen Gefängnis, 700 Lire Geldstrafe und 200 Lire Kosten verurteilt. * Berlin, 16. Juli. Die„Vossische. meldet aus Mülheim(Ruhr): Der Industrielle Josef Thyssen, ein Bruder des Großindustriellen August Thyssen, geriet heute nacht in den Fabrikanlagen zwischen zwei Eisenbahnwagen. Die Puffer drückten ihm den Brustkorb ein, so daß der Tod eintrat. —— Börsen⸗Wochenbericht. — Frankfurt a. M., 16. Juli. Die Grundstimmung im freien Verkehr der Börse war auch in der abgelaufenen Woche vorwiegend fest und das Geschäft trug zeitweise einen recht lebhaften Charakter. Eine Stütze hatte die zuversichtliche Haltung zunächst wieder in der fortschreitend günstigen militärischen Lage an allen Fronten, dann aber auch in den befriedigenden wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnissen. Die Bedenken, die neuerdings wegen der Haltung Rumäniens auftraten, wurden durch die Erfolge in den Argonnen und an den Dardanellen, die Ernüchterung in Serbien und Mon⸗ tenegro, sowie durch die fortschreitende Entmutigung in Rußland und die österreichische Note an Amerika wegen der e von Kriegswaffen zurückgedrängt. Auf wirtschaftlichem Gebiet wird von der zwangsweisen Neubildung des Kohlensyndikats eine günstige Wirkung auf andere Verbände der Schwerindustrie er- wartet und die Spekulation gibt der Ansicht Ausdruck, daß von dem Eingriff des Bundesrats die reinen Kohlenzechen aus der Neu⸗ ordnung Vorteil ziehen werden. Im übrigen weisen die Verhältnisse in der Montan in dustrie eine größere Ver⸗ änderung gegenüber der Geschäftslage in den letzten Wochen nicht auf. Daß gegenüber neuen Abschlüssen eine gewisse Zurückhaltung besteht, ist erklärlich aus der voraufgegangenen lebhaften Verkaufs⸗ tätigkeit. Die Mehrzahl der Verbraucher hat sich, nachdem der Verkauf für das dritte Quartal freigegeben war, so ziemlich ein⸗ gedeckt. Andererseits lehnen die Werke es vorläufig auch noch ab, zur Lieferung über den 30. September hinaus zu verkaufen. Da noch nicht feststeht, ob und in welchen Umfange von seiten der Rohstoffverbände weitere Preissteigerungen vorgenommen werden. So beabsichtigt das Kohlensyndikat, vom 1. September ab nicht allein die Kohlenpreise um etwa 1½ bis 2 Mark zu erhöhen, sondern auch den Kokspreis um etwa 2 Mark hinaufzusetzen Die Folge würde ein weiteres Anziehen auch der Roheisenpreise sein, zumal, weil auch für Erze eine zunehmende Höherbewertung vor sich geht. Im Durchschnitt sind die Werke mit etwa 60 bis 65 Prozent des normalen Satzes auch weiterhin be⸗ chäftigt, sofeyn nicht Arbeitermangel störend wirkt. ontan papiere konnten infolgedessen auch in dieser Woche ihre feste Haltung bewahren, wenn auch das Geschäft darin in ruhigeren Bahnen sich bewegte. Mit sichtlicher Begeiste⸗ rung wandte sich die Spekulation dagegen weiterhin den Rü⸗ stungswerten zu, deren Kurse zum Teil eine schwindelnde Höhe erreicht haben. Wie weit sich die jetzige, über den früheren Friedensstand bedeutend hinausgehende Bewertung solcher Papiere sachlich begründen läßt, muß die Zukunft erweisen. Zu betonen a ist, daß die Börse im allgemeinen nur von Aktien bestbegründeter e 1 N WWW* 9 N 2 Unternehmungen Notts ndr, fo Baß bie urschetrerd pordegender Kurer regen im Aurel fer. sind. Daß indessen im Wertpapierverkehr in ernster Kriegszeit sich überhaupt g derartige Ueberstürzungen vollziehen, muß immerhin als eine be⸗ dauerliche Erscheinung gelten. Von den Kriegsmaterialwerten er⸗ 4 zielten die Aktien der Taimler⸗Motoren⸗Gesellschaft und der 1 Rheinischen Metallwarenfabrik besonders starke Kursgewinne. Auch 0 Benz erzielten eine größere Steigerung. Starke Nachfrage herrschte für die Aktien chemischer Fabriken, namentlich für Griesheimer, Höchster und Holzverkohlung. Banken und Schiffahrts⸗ aktien lagen ruhig, doch fest. Für inländische Anleihen erhielt sich im Zusammenhang mit der herrschenden Geldflüssig⸗ keit Kauflust, auch österr.⸗ungarische Renten und Rumänier blieben efragt, Russen neigten zur Schwäche; sonstige fremde Fonds lagen till. Privatdiskonto 3/ Prozent. — Märlte. 1 le. Frankfurt a. M., 16. Juli. Auf dem heutigen Heu⸗ und Strohmarkt war nichts angefahren.. Fo. Wiesbaden. Viehhof-⸗ Marktbericht vom 16, Juli. Auftrieb: 111 Rinder(darunter 12 Ochsen, 10 Bullen, 89 Kühe), 134 Kälber, 27 Schafe, 67 Schweine. Geschäft langsam, doch 2 der Austrieb bald, zu gleichen Preisen wie am 18. ds. Mts., geräumt. —+ Fritzlar, 16. Juli. Bei dem gestrigen 5 1. Fritzlarer Pferdemarkt waren ungefähr 50 Pferde angetrieben. Der Handel war bei ziemlich hohen Preisen zufriedenstellend. ch. Bingen, 16. Juli. Marktpreise. Weizen Mk. 00,00, Korn Mk. 00,00, Gerste Mk. 00,00, Hafer Mk. 00,00, Heu Mk. 0,00, Stroh Mk. 5,00, Kartoffeln Mk. 12,00, Erbsen Mk. 00,00, Linsen 2 Mk. 00,00, Bohnen 00,00 Weißmehl Mk. 45—00, Roggenmehl Mk. 38,00; alles für 100 Klgr. Butter 1 Klgr. Mk. 3,40, Milch 1 Liter 23 Pfg., Eier 10 Stück Mk. 1.60. —.—ä[œidvfe e ́? c„ Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. Ueber der Nordsee lagert heute ein neuer Tiefdruckausläufer. der uns heute Niederschläge bringt. Morgen auf seiner Rückseite werden wir bei wechselnder Bewölkung meist trockenes Wetter zu erwarten haben. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 18. Jult 1915: Unbeständig, meist trocken, westliche bis nordwestliche Winde. 5 Letzte Nachrichten. Das Ziel der Deutschen im Osten. i. Köln, 17. Juli. Laut einem Telegramm der„Köln. 1 Ztg.“ berichtet die„Morning Post“ aus Petersburg, daß der Vormarsch der Deutschen auf Warschau auf einer Front von 150 Km. zwischen der Eisenbahn Mlawa— Warschau und dem Pisza⸗Flusse begonnen habe. Sein Ziel sei die Herstellung einer Verbindung mit den Heeren in Galizien, die in einer Entfernung von 290 Km. kämpf⸗ ten. Die Verteidigung der Russen beruhe auf dem zwischen⸗ liegenden Raume, der ein befestigtes Gebiet von 130 Km. im Norden und Süden und von 190 Km. im Westen und Osten darstelle. Ueberall seien die Deutschen gezwungen, Frontal⸗ angriffe zu machen, die die Russen in vorbereiteten Stellun⸗ gen erwarteten. Englands griechische Potttik. 1 i. Köln, 17. Juli. Der Druck Englands auf Griechenland nimmt nach einem Tele der„Köln. Ztg.“ von der italienischen Grenze täglich zu. England hat seine Maßnahmen Pen die griechische Schiffahrt wesentlich verschärft. Der griechische Dampfer„Ares“, mit Waren von Marseille nach Saloniki unterwegs, wurde auf hoher See von einem englischen Kreuzer angehalten und nach der Insel Mudros zur Unterfuchung gebracht. Ebenso wurde der griechische Dampfer„Tenedos“ an⸗ gehalten und erst nach 24 Stunden wieder freigegeben. 5 Unstimmigkeiten zwischen dem König Viktor Emanuel und seinem Generalstabschef. 117 Stockholm, 17. Juli. Aus Rom wird dem„Univer⸗ sul“ berichtet, daß es zwischen dem König Viktor Ema⸗ nuel und dem Generalstabschef Grafen Cadorna zu scharfen Meinungsverschiedenheiten gekommen sei. Cadorna, der anfänglich sehr gegen eine Beteiligung Italiens an der Dardanellenbestürmung war, hat angeblich in⸗ zwischen seine Meinung geändert, und tritt jetzt dafür ein, daß italienische Truppen schon in der nächsten Zeit nach dem Osten gesandt werden. Der König ist jedoch dagegen. Nun hat Cadorna sogar den Ministerpräsidenten um Hilfe gerufen, der in sehr n Weise für den Generalstabs⸗ chef Partei nahm. Salandra soll sogar mit seinem Rücktritt gedroht haben. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. 5 Der Belagerungszustand l über das Waliser Grubengebiet verhängt. a Kopenhagen, 17. Juli.„National Tidende“ meldet aus London: Im ganzen Waliser Grubengebiet ist jetzt der Belages⸗ rungszustand verhängt worden, und die Admiralität hat alle Kohlen für sich mit Beschlag belegt. Infolgedessen ist das gewöhnliche 2 an der Cardiffer Kohlenbörse eingestellt. Alles deutet darauf hin, daß die Grubenarbeiter weiterhin eine feste und ablehnende Haltung einnehmen werden. 5 Enlische Soldaten an der serbischen Front. Kristiania, 17. Juli. Aus London erfährt das„Morgen⸗ g bladet“: Crawford Price, der der serbischen Armee gefolgt ist, hielt gestern in Liverpool einen Vortrag, in dem er zum ersten Male die aufsehenerregende Mitteilung machte, daß britische Truppen während der letzten Monate zusammen mit dem serbischen Heere gekämpft hätten. 3 Der Kanonendonner vor Windau.* Stockholm, 17. Juli. Ueber den Brand von Windau wird dem„Svenska Dagbladet“ berichtet: Windau, das wiederholt dem Feuer der deutschen Schiffskanonen ausgesetzt war, ist Don⸗ nerstag von einer Feuersbrunst verheert wor⸗ den. Man ist aber vorläufig nicht in der Lage, über die Ent⸗ stehung des Brandes nähere Angaben zu machen. Wir wissen also nicht, ob der Brand die Folge der Kriegsoperationen oder ein Werk russischer Taktik nach dem Vorbilde von anno 1812 ist, oder ob ein gewöhnliches Unglück vorliegt. In welchem Zusammen⸗ hang dieser Brand von Windau speziell mit der von Fischern vernommenen Kanonade steht, wissen wir nicht. 8 . 8 1 9 Ihe d. fürchterliche Schmerzen in meinem nie hatte und alle ärztliche 2 in meiner 9 an Togal⸗Tabletten. Nach dem Gebrauch von ca. 3 Tagen waren die Schmerzen vollständig weg und seit 4Wochen g empfinde ich nicht den geringsten Schmerz und kann jetzt wieder laufen, während ich früher nicht mehr wußte, wie ich vom Platze kommen sollte.“ Aehnliche Erfahrungen und noch übexraschendere Erfolge erzielten viele andere, welche Togal nicht nur besgeheumatis⸗. mus, sondern auch bei Kopsschmerzen. Hexenschuß, Ischlas, Schmerzen in den Gelenken, sowie bei Jufluenza gebrauchten. Togal löst die Harnsäure, das verheerende Selbstgift, wodurch ebenso rasche wie anhaltende Erfolge erzielt werden. Alle Apotheken führen Togal? Tabletten. Best.: Acid. acet. sale. Chinin Mg. LI. 50888 —— ö afflarine rey He N Offizierstellvertr. i. Ers.-Bat. Res. Iaf-Neg. 1s Verlobte Jusi 1975 d * 5 Lang-GCöns Sad--Maufieim Bäder, Sommetfrischen sbad-Nauam Unterhaltungen vom 18. bis 24. Juli 1915. Dreimal täglich Konzert, vormittags in der N Statt besonderer Hnzeige. Die glücklicfte Geburt eines Jungen beefiren sicßi anzuzeigen Professor Dr. Neinrief Weber u. rau Amalie Weber, geb. Pfurn Giessen, 16. Juli 1918. 5960 Trinkkuranlage, nachmittags und abends auf der Kurbausterrasse. Veranstaltungen im Kurhaussaal abends 8 Uhr: Sonntag Theater:„Filmzauber“. Montag Tbegter„Die fünf Frankfurter“. Dienstag: Türkischer Abend des Hofzauberkünst⸗ lers Abdul Hamid. Donnerstag Theater: Gastsptel v. Carl William Büller„Der Raub der Sabinerinnen“. Freitag Tbegter: Gastspiel von Carl William Büller„Rosenmüller und Finke“. mittwoch, 21. Juli, auf der Kurbausterrasse: Wohltätigkeits⸗Veranstaltung. Nachmitt. von 4—6 Uhr Doppelkonzert, Blumen⸗ Jyverkauf durch Damen. Abends 8—10 Uhr Doppel konzert, Blumenverkauf. Bei günst. Witterung Beleuchtung der Kurhausterrasse u. des Parks. Die Geburt eines gesunden Mädeftens zeigen an Dr. Paul Cermast und Frau Giessen, 15. Juli 191 Im Kurhaussaal Theater:„Johannisfeuer“. Die Einnahme, auch die des Theaters, ist bestimmt 1 für wohltätige Zwecke. Samstag, abends 8 ¼ Uhr, im Konzertbaus achtes Sinfoniekonzert der Kurkapelle unt. Leitung fal ebe lag Fu bir Haus, Zimm. m. Pension. Mittags- oινα des Kgl. Prosessors Hans Winderstein.( ti sch. Reichbaltige Abendkarte. Hal- alben Neben der Sprudelavotbeke. 4288 Frauenbund der Deufschen Kolonfal-Sesellschaft Shen Sießen. Vortrag Samsfag, 17. Jull 1915, abends 8¼ Uhr, im großen Hörfaal der Unlperlitdt: Frau Seheimrat Jäckel, Burg IIleine Reise durch Deufsch-· Sũdwest. Hfrika u. Heimkehr aus Feindesland Ilitgneder gegen Dorzeigen der IIlltglledskarte frel.— don Uchtmitglledern wird eln Eintrittsgeld von 30 Pig. erhoben. Schüler zahlen dle Hälite. 8 Verwundete freien Zutritt. Allgem. Deutscher Frauen- perein- Orfsgruppe Sießen Wir machen unsere IIlitglieder auf vorstehenden Vortrag 5 4 bitten um zahlreiches Erscheinen. Der Vorstand. Jugend- Wettkämpfe. Wettschwimmen: Samstag, 17. Inli, von 3 Uhr ab I. d. Müller“ schen Badeanstalt. Wetturnen: Sonntag, 18. Jull, von 2½ Uhr ab in der Rennbahn 2. d. Lardt. Gleichzeitig wird hierbei ein Wettkampf um den von Jungdeutschland(Bezirk Gieben- Stadt) als Wander- preis für die Schulen Giebßens gestifteten Hindenburg- Schild zum Austrag gebracht. Freunde dieser Jugendwett- kämpfe sind herzlich dazu eingeladen. Bei Dauerregen werden. die Wettkämpfe um acht Tage verschoben. Für den Fall der Verschiebung der Wett kämpfe werden Anschläge an der Bürgermeisterei und Giessener Anzeiger ge macht. 507 D Terein Freundinnen junger Mädchen Strickabend Sonntag, den 18. Juli 1915 Moltkestraße 4. 5951 Cefé Ernst Lud wòIs Künstler-Konzert Ausgeführt yon einem Teil des Gießener Orchesters Direktion: Hermann Weller* ——— Vorzligliche 1475 12 Rhein-, Mosel und Süd weine empfiehlt zu billigen Preisen Weinstube Seibel. eee Neue Kartoffeln holl. Vollheringe empfiehlt ant Th. 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