0 165 tes Blatt g r Sseßener Anzeiger 77 erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Famllienblätter; weimal wöchentl. Kreis: latt für den Ureis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Feitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelled 1 Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gseßen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Praszuysß genommen! Neue Erfolge der Türken. TB.) Großes Hauptquartier, 15. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In Südflandern sprengten wir gestern westlich von Wytschaete mit gutem Erfolg Minen. In der Gegend von Souchez griffen die Franzosen zum Teil mit stärkeren Kräften an verschiedenen Stellen an. Sie wurden überall zurückgeschlagen. Nordwestlich von dem Gehöft Beau⸗Séjour in der Champagne kam ein feindlicher Handgranatenangriff infolge unseres Minenfeuers nicht zur Durchführung. Die Franzosen machten gestern bis in die Nacht hinein wiederholte Versuche, die von uns eroberten Stellungen im Argonnerwalde zurückzuerobern. Trotz Einsatzes großer Munitionsmengen und starker aufs neue heran⸗ geführter Kräfte brachen sich ihre Angriffe an der unerschütterlichen deutschen Front. An vielen Stellen kam es zu erbitterten Handgranaten und Nahkämp⸗ fen. Mit ungewöhnlich hohen Verlusten bezahlte der Gegner seine ergebnislosen Anstrengungen. Die Zahl der französischen Gefangenen hat sich auf 68 Offiziere 3688 Mann erhöht. Der Erfolg un⸗ serer Truppen ist umso bemerkenswerter, als nach überein⸗ stimmenden Gefangenenaussagen die Franzosen fur den 14. Juli, den Tag ihres Nationalfestes, einen großen Angriff gegen unsere Argonnerfront vorbereitet hatten. Auch östlich der Argonnen herrschte gestern erhöhte Ge— fechtstätigkeit. Im Walde von Malancourt wurden An⸗ ghriffsversuche des Feindes durch unser Feuer verhindert. Im Priestérwalde brach ein französischer Vorstoß verlustreich vor unseren Stellungen zusammen. Ein französisches Flugzeug wurde bei Ueberfliegen un— serer Stellungen bei Souchez getroffen und ging brennend in der feindlichen Linie nieder. Ein zweites wurde bei Hénin⸗Lietard heruntergeschossen. Führer und Beobach⸗ ter fielen verwundet in unsere Hände. ö Oestlicher Kriegsschauplatz. In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kur⸗ chany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht. Südlich des Niemen in der Gegend von Kalwarja er— oberten unsere Truppen bei Franciczkowo und Osowa meh⸗ rere russische Vorstellungen und behaupteten sie gegen heftige Gegenangriffe. Nordöstlich von Suwalki wurden die Höhen von Olszanka von uns erstürmt, 300 Russen ge⸗ fangen genommen und zwei Maschinengewehre erbeutet. Südwestlich Kolno nahmen wir das Dorf Krusca, sowie feindliche Stellungen südlich und östlich dieses Dorfes und südlich der Linie Tartak— Lipniki. 2400 Gefan⸗ gene und acht Maschinengewehre fielen in unsere Hand. Die Kämpfe in der Gegend von Prasznysz wurden erfolgreich fortgeführt. Mehrere feindliche Linien wurden von uns genommen und die in den letzten Februartagen heiß um⸗ strittene und von den Russen start ausgebaute Stadt Praszuysz selbst von uns besetzt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Oberste Heeresleitung. *** Der deutsche Sieg in den Argonnen ist vervollständigt worden durch die siegreiche Zurückweisung heftiger franzö— sischer Gegenangriffe, die dem Feinde nur neue schwere Ver— luste eingebracht haben. Wo aber in den kommenden Tagen der Schwerpunkt deutscher Bemühungen liegen wird, ob im Westen oder im Osten, ist noch nicht zu erkennen. Der Kaiser hat, wie eine der nachstehenden Meldungen mitteilt, vor einigen Tagen mit Hindenburg und Falkenhayn eine bedeutungsvolle Zusammenkunft gehabt, und dort wird man sich wohl für das eine oder das andere entschieden haben. Die Wiedereroberung von Prasznysz wird in den nachfolgen⸗ den Ausführungen eines unserer Mitarbeiter vielleicht et⸗ was zu hoch bewertet, aber wir ersehen aus dem neuesten amtlichen Bericht der Russen, daß Hindenburgs Heere in den letzten Tagen eine außerordentliche Tätigkeit entfaltet haben, während der Feldmarschall in seinen Berichten die strengste Kürze liebt. In Paris hat man am 14. Juli den Jahrestag der Er— stürmung der Bastille sehr redselig gefeiert, und Herr Poin⸗ caré ist aus der Enge seiner jetzigen Hilflosigkeit heraus getreten und hat sein Talent leuchten lassen. Worte, die ver⸗ rauschen, phantastische Ueberhebungen, die mit der traurigen Lage Frankreichs gar zu arg kontrastieren. Man vergleiche damit die schlichte deutsche Feier, die unserem Reichsgrün⸗ der Bismarck galt! Bei allen großen Siegen, bei aller Macht⸗ entwicklung, die die Welt in Staunen setzt, haben wir unsere Feier in bescheidenem Rahmen gehalten. Herr Poincaré hat sich aber nicht damit begnügt, ohne Selbstprüfung seinen Landsleuten das siegreiche Ende dieses Krieges in leuch⸗ tenden Farben auszumalen, sondern er hat auch in dreisten Worten und Beschuldigungen gegen das Deutsche Reich gewütet. Das ist die Größe dieses Mannes, der, ein eitler, ruhmsüchtiger Demagoge, am wenigsten das Zeug besitzt, ehren der Geschichte aufzustellen, oder gar das Ruder des taatsmanns in die Hand zu nehmen. Wir glauben nicht, daß der deutsche Reichskanzler oder die deutsche Regierung sich die Mühe machen werden, dem Gerede des eitlen Volks tribunen eine Erwiderung entgegenzustellen. Welche Emp— findungen aber sind es, mit denen wir uns erinnern, daß * e e e R . N 55 Jahrgang eßener Anzeig General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. die besten Teile des deutschen Volkes, und auch seine Führer, in den zurückliegenden Jahren sichtlich bestrebt waren, bessere, freundschaftliche Beziehungen zu dem Nachbar- reiche anzuknüpfen? Jede Handlung Frankreichs aber in seinen diplomatischen Unternehmungen war als ein Streich gegen Deutschland gedacht. Genug, wir haben den Herren Poincaré und Delcassé nur zu wünschen, daß, wenn ihre Versprechungen sich nicht erfüllen, die erbitterten Franzosen glimpflich mit ihnen verfahren werden! Hat doch, wie wir gestern berichteten, der Sozialist Hervé gegenwärtig schon ängstlich auf den drohenden Schatten der Zukunft hingewie⸗ sen, auf die heimliche Agitation für den Sturz der Republik, die Frankreich an den Abgrund gebracht hat. * Einer unserer Mitarbeiter schreibt uns: Die Wiedereroberung der befestigten Stadt Praszuysz nördlich des Gouvernements Warschau durch die tapferen Hindenburgtruppen ist für die Russen ein drohender Finger- zeig, daß der Krieg im Osten wieder dem Mittelpunkt der polnischen Bühne zustrebt. Man versteht in Warschau den Wink von Prasznysz! Die polnische Hauptstadt ist, wie die „Rjetsch“ feststellt, bereits gänzlich von der Zivilbevölkerung verlassen. Innerhalb von sechs Tagen sollen über 18 000 Personen die Stadt freiwillig verlassen und 80 000 Personen auf Befehl der Kommandantur entfernt worden sein. Aus den Amtsstuben der Zivil- und Militärbehörden hat man alle wichtigen Aktenstücke in das Innere Rußlands geschafft. Auch das Hauptquartier ist verlegt worden. Die Fleisch— preise steigen mit jedem Tag, und die Teuerung des Heiz— materials hat zu dem Beschluß des landwirtschaftlichen Ministeriums geführt, infolge Mangels an Steinkohlen die Torflager auszubeuten. Groß ist die Furcht vor Zeppe⸗ linen und Spionen. Die Veranstalter aller öffentlichen Ver sammlungen oder Vergnügungen, wie zum Beispiel die Rennleitungen, sind angewiesen, beim Erscheinen feind— licher Luftschiffe sofort eine weiße Fahne zu hissen, worauf sich das Publikum zu flüchten habe, und in den Stations- gebäuden der Zweigbahn Jabloma⸗Wawer ist eine Bekannt⸗ machung folgenden Inhalts ausgehängt worden:„Auf Ver⸗ ordnung des Kriegsministers i es den Militärpersonen verboten, sich mit Zivilpersonen in Gespräche über militä⸗ rische Angelegenheiten einzulassen.“ Diese zum größten Teil aus Lodz eintreffenden Nachrichten werden uns durch An- gaben bestätigt, die über Wien einlaufen. Darnach ist man in Petersburg überzeugt, daß das konzentrische Vorgehen der deutschen und österreichischen Truppen neuerdings Warschau in den Bereich der nächsten Kriegsereignisse ziehe. Die militärischen Kreise messen diesmal dem Unter- nehmen gegen Warschau ernste Bedeutung bei und ver— hehlen ihre Besorgnisse nicht. Der Generalgouverneur hat eine Reihe außerordentlicher Vorkehrungen verfügt und insbesondere scharfe Maßnahmen gegen Spione und Luft- schiffe angeordnet. Sämtliche„bedenklichen Elemente“ wer— den schleunigst aus der Stadt entfernt, und es heißt, daß dies nur geschehe, um dadurch verschleiert eine Räumung Warschaus von der Zivilbevölkerung überhaupt vorzu⸗ bereiten. Alle 18—45jährigen Untertanen der mit Ruß- land kriegführenden Staaten, die bisher in Warschau und anderen Städten Russisch-Polens verbleiben durften, sind zur Deportation bestimmt worden. Die Geschäfte der Ver— schickten werden geschlossen bleiben. Die Verschickung soll binnen dreier Wochen durchgeführt werden. Ausnahmen sind nur in Bezug auf Personen zulässig, die in Rußland. geboren sind oder in ihrem Aufenthaltsorte Verwandte russischer Staatsangehörigkeit haben. Die Stimmung des Restes der Bevölkerung und der Warschauer Besatzung soll keineswegs zuversichtlich sein. Die Bombenwürfe der Hin denburg⸗Flieger haben bedeutenden Schaden angerichtet. Aber auch die Proklamationen in russischer und polnischer Sprache, die in Warschau aus den Lüften kommen, finden trotz der behördlichen Maßnahmen volle Beachtung. Es wird darin ja nichts übertrieben und nichts törichtes ver— sprochen, sondern den Warschauern nur noch einmal ein— dringlich zu Gemüte geführt, daß der siegreiche Gegner Rußland im Anmarsch ist, daß die Polen den neuen Schwin— deleien der Zarenregierung nicht glauben sollen, weil sie damit nur wieder furchtbar hineinfallen dürften, daß sie aber von einer deutsch⸗österreichischen Besetzung nichts zu fürchten haben. Nach allem, was man über die Lage auf dem östlichen Kriegsschauplatz weiß, was die Russen selbst, wenn auch nur wie durch einen Schleier, erkennen lassen, wird das Ringen um den Besitz der Festung Warschau kurz und viel⸗ leicht wenig blutig sein. Die ganze Haltung der russischen Streitkräfte, die offenbaren Vorbereitungen eines allgemei— nen Rückzugs lassen darauf schließen, daß die Heerführer des Zaren befürchten, von Norden her durch unseren linken Flügel, von Süden her durch österreichisch-ungarische Armee— teile umfaßt de werden. Eine alte, theoretische Streitfrage, über die vor dem Kriege in Rußland soviel geschrieben und geredet wurde, ist damit praktisch geworden: ob es nicht vorteilhafter sei, auf die Verteidigung Polens zu verzichten und die ganze Kampffront(nach misßglticter Offensive) in die Linie Bjolostok—Brest-Litowsk-—oberer Bug zurückzu⸗ verlegen. Der starrköpfige Nikolajewitsch wird dagegen sein. Auch der neue„Helfer in der Not“, General Rußki, wird von solchem Umsturz der ganzen Strategie Rußlands nichts wissen wollen. Aber die Gesetze der Taktik werden be— kanntlich vom Sieger diktiert. 88 Freitag, 16. Juli 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mt. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, VBermischtes und Ge— richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 15. Juli 1915 mittags. Russischer Kriegsschauplatz Die allgemeine Lage hat sich nicht geändert. Am Dnjestr abwärts Nizniow kam es am nördlichen Flußufer an mehreren Stellen zu erfolgreichen Kümpfen unserer Truppen, wobei 11 Offiziere und 550 Mann des Feindes gefangen wurden.. Italienischer Kriegsschauplatz. Gegen einzelne Stellen des Plateaus von Doberdo unterhalten die Italiener wieder ein lebhafteres Geschütz⸗ feuer. Sie versuchten auch mehrere Infanterieangriffe, na⸗ mentlich zwischen Sdraussinga und Polazzo, wurden aber wie immer unter großen Verlusten zurück geschlagen.. 3 Im Kärtner und Tiroler Grenzgebiet hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Erfolgreiche Offensive gegen die Russen am Dnjestr. Berlin, 16. Juli. Ueber eine neue Offensive in den Bukowina am Dnujester wird dem„Lokalanz.“ aus Czerno-⸗ witz gemeldet: Die am Dienstag eingesetzte Offensiv⸗ bewegung unserer Truppen im Dnyjestrraume dauert erfolgreich fort. Die Zurückdrängung der Russen aus dieser Stellung ist deshalb von großer Wichtig— keit, weil der Dnjestrlauf hier im Zickzack geht, das Gelände vielfach dem Feind in den Klüften Deckung bot und schwer— zu nehmen war. Seit gestern macht sich eine Rückzugsbewe⸗ 9 gung der Russen aus dem Nordosten der Bukowina nach dem 0 Norden Bessarabiens bemerkbar. 50 Der Kaiser bei Hindenburg und Faltenhayn. 5 Berlin, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Posen 1 wird uns mitgeteilt: Kürzlich weilte S M. der Kaiser 8 und König auf seiner Reise zum Kriegsschauplatz nördlich der Pilica hier. Gleichzeitig war Generalfeldmarschall von Hindenburg hier eingetroffen. S. M. der Kaiser hatte mit ihm und dem Chef des Generalstabs des Feldheeres, General der Infanterie v. Falckenhayn, eine längere Besprechung im Schloß. 0 Der russische Bericht. Petersburg, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab gibt bekannt: Am 12. Juli abends überschritt der Feind den Narew. In der Richtung auf Lomza beschränkte sich der Feind am 12. Juli abends und am 13. Juli auf heftiges Ar⸗ tilleriefeuer. Rechts der Pissa bemächtigte sich der Feind am 13. Juli unserer Schützengräben auf einer Breite von zwei Werst; durch einen Gegenangriff wurde er wieder herausgeworfen. un beiden Luwaufern hartnäckiger Kampf. Bedeutende feind⸗ liche Streitkräfte gingen in dem Abschnitt zwischen den Flüssen Oroyz und Lydinia vor. Ohne sich hier auf einen ent⸗ 5 scheidenden Kampf einzulassen, zogen sich unsere Truppen in der 18 Nacht zum 14. Juli auf die zweite Befestigungslinie zurück. Auf dem linken Weichselufer hat sich nichts verändert. Unsere Armee, die ein Gefecht bei Wilkolatz bestand, nahm in der Woche vom 4. Juli bis zum 11. Juli nach genauer Feststellung 297 Offiziere und 22 464 Soldaten gefangen. In der Gegend von Cholm fan⸗ den an der Volitza Gefechte statt. An den übrigen Fronten die üblichen Infanteriegeplänkel. ö Ein Eingeständnis der russischen Militärbehörde. Der folgende russische Geheimbefehl ist in deutsche Hände f gefallen: Geheimbefehl des Generalkommandos XII. Armeekorps 29./12. Juni 1915, Nr. 181. An den Kommandeur der 12. Inf.-Div. Das Generalkommando befiehlt, von den eingehenden Brief⸗ schaften alle geschlossenen Briefe zurückzuhalten, besonders solche, die aus dem Ausland lommen, weil diese in leßter Zeit Mitteilungen darüber enthalten, daßes die Sol⸗ daten in der Gefangenschaft sehr gut haben. Solche Mitteilungen dienen dazu, unsere Soldaten zu verfüh⸗ ren. Es wird daher befohlen, alle derartigen Briefe unter strenger Geheimhaltung an den Leutnant im Korps⸗Stab Is majlow ab⸗ zuliefern. Gemäß telegraphischen Befehls des Stabes VIII. Armee Nr. 23 514. Unterschrieben: Generalmajor Danilow. 125 Für die Richtigkeit der Abschrift:* unleserlich 27 Hauptmann und Regiments-Adjutant des 46.„Dnjepr“⸗Infan⸗ terie-Regiments. 5/18. Juni 1915, Journal Nr. 7. An den Führer der 3. Kompagnie. Auf Befehl des derzeitigen Regiments⸗Kommandeurs beifol⸗ gende Abschrift zur Kenntnis und sofortigen genauen Ausführung. Alle angekommenen Mauuschaftsbriese sind sofort Seiner Hoch⸗ f wohlgeboren unter strenger Geheimhaltung abzuliefern. f Unterschrift; unleserlich Hauptmann und Regiments-Adjutant des 46.„Dujepr“ Inf. Regiments. Mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit geht aus diesem Befehl hervor, daß alle von russischer Seite vor⸗ gebrachten Beschuldigungen über schlechte Behandlung der Gefangenen in Deutschland und Oesterreich bewußte Lügen sind und daß an den maßgebenden russischen Stellen zwei— fellos Klarheit darüber herrscht, wie gut die Gefangenen 3 bei uns tatsächlich behandelt werden 5 Die Enttäuschung der itatienischen Soldaten. Berlin, 16. Juli. Aus Kopenhagen wird dem„Berl. 85 Lokalanzeiger“ berichtet: Der Kriegsberichterstatter Lengquist, N der gegenwärtig die österreichische Front an der italienischen Grenze 9 1 4 5 7 * N „ * Auyhr dann fort: Nach 5 besucht, berichtet, daß stalienische Soldaten, die von den Oester⸗ reichern gefangen wurden, recht traurige Sachen erzählten. Die Sol⸗ daten beschuldigten die Regierung, sie mit unwahren Versprechun⸗ gen in den Krieg gesandt zu haben. Danach sollte der Krieg sich auf einen militärischen Spaziergang beschränken. Man hatte be⸗ reits Vorbereitungen getroffen, unter Musik und Blumenregen in Triest und Görz einzuziehen, wo die Bevölkerung die Befreier mit Jubel empfangen werde. Auch die gefangenen italienischen Offi⸗ ziere sprachen sich in bittersten Worten aus. Die Versprechungen der italienischen Regierung hätten klar gezeigt, daß man in Italien allgemein die Kraft der Doppelmonarchie unterschätzt habe. Der Korrespondent faßt seine Erfahrungen bei dem Besuche an der ita⸗ lienischen Front dahin zusammen: Das Fiasko des italienischen Einbruches in Oesterreich und die großen italienischen Verluste kön⸗ nen nicht länger verheimlicht werden. Eine Aenderung der Lage kann auch bei der Fortsetzung des Kampfes nicht erwartet werden. Das österreichische Heer sei niemals stärker, niemals mehr von Siegesbewußtsein und von dem Glauben an die gerechte Sache durchdrungen gewesen, als jetzt, wo es mit dem treulosen Bundes⸗ genossen kämpfe. * 8 Die Mämpfe an den Dardanellen. KHonstantinopel, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) teilt mit: An der Darda⸗ gräben auf diesem Flügel genähert und dort geblieben war, aus der Stellung und trieben ihn in die früheren Stellun⸗ gen zurück. Wir nahmen bei dieser Gelegenheit 14 Eng⸗ länder gefangen. Unsere anatolischen Batterien nahmen wirksam an den Kämpfen vom 12. und 13. bei Seddaiil⸗ Bahr teil. Zwei feindliche Zerstörer, die aus den Gewässern von Kerevizdere gegen unsern linken Flügel feuerten, flohen vor dem wirksamen Feuer dieser Batterien in die Meerenge. Ein feindliches Torpedoboot, b 5 das gewöhnlich im Golf von Saros kreuzte, näherte sich gestern dem Ufer und wurde von zwei Granaten getroffen. froh hinter die Insel Saros und verließ nachts den Golf. der Front von Irak trieben unsere Truppen vom 10. den 11. ein feindliches Motorboot zurück, das sich einem iche westlich Corna am Euphrat nähern wollte. Der Feind, der an dieser Stelle zu Lande einen Angriff mit Unterstützung von Kanonenbooten unternehmen wollte, wurde durch unseren kräftigen Gegenangriff in die Flucht getrieben. Anscheinend sind die Verluste des Feindes wäh⸗ rend dieser Kämpfe sehr groß. Auf den anderen Fronten nichts Bedeutendes. Konstantinopel, 15. Juli(WTB. Nichtamtlich.) Der Generalstab teilt mit: An der Dardanellenfront fanden am 14. Juli keine Operationen bei Ari Burnu und Sedd⸗ul⸗Bahr b statt, außer einem schwachen Feuerduell. Unsere Artillerie zwang] g ein feindliches Torpedoboot und einen feindlichen Truppentrans port, der sich Ari Burmi zu nähern ver⸗ suchte, zur Flucht, versenkte eine feindliche Scha⸗ luppe und setzte eine zweite in Brand. An der Front im Irak erfüllte in der Nacht des 13. Juli unsere Abteilungen, die vom linken Flügel der Gruppe bei Muntefik aus vorgerückt waren, ausgezeichnet ihre Aufgabe. In dem Kampfe, der von Mitternacht bis zum Nachmittag des nächsten Tages dauerte, warfen sie den Feind trotz des heftigen feindlichen Artilleriefeuers zurück und brachten ihm schwere Ver⸗ luste bei. Wir zählten im Gebiete von Dattiers 500 feindliche Ge⸗ fallene, darunter mehrere englische Offiziere; außerdem brachte der Feind auf zwei Booten, die ganz überfüllt waren, Tote und Verwundete fort. Unsere Verluste sind ein Leutnant und 5 Sol⸗ daten gefallen, 21 verwundet. Die schweren Geschütze des Feindes schleuderten während des Gefechtes 300 Geschosse gegen unsere Stellung, verwundeten aber nur einen Soldaten. Auf den übrigen Fronten nichts Besonderes. Athen, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Von unserem Sonderberichterstatter wird aus Mytilene vom 14. Juli gemeldet: Die Angriffe der Alliierten wurden trotz der letzten Niederlage heute mit verzweifelten Anstrengungen gegen Alschi Baba und Krithia wieder aufgenom- men. Die Kriegsschiffe bombardieren aus weiter Entfer⸗ nung die Dardanellenforts. Das Befinden des Sultans. Konstantinopel, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem amtlichen Bericht über das Befinden des Sul⸗ tans ist der Allgemeinzustand sehr gut. Die Genesung hat begonnen. Vom Nationalfest in Frankreich. Paris, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich. Die Ueberführung der Asche Rouget de Lisles in deu Invalidendom bildete den Anlaß einer großen Kundgebung, der sich die Pariser Bevölkerung anschloß. Der Zug bildete sich am Triumphbogen auf dem Place d'Etvile. Teil nahmen daran der Präsident Poincaré, das Parla⸗ ment, das diplomatische 2 und Abordnungen verschiedenen Gesellschaften. Der Sarg, der sich auf einer Artillerielafette befand, war von Truppen der Pariser Garnison umgeben. Im Invaliden⸗ dom hielt Poincaré eine Ansprache, in welcher er den Charakter unterstrich, der zwei große Seiten in der Geschichte Frankreich einander nähere. Er pries die Marseillaise, jene un⸗ vergleichliche 1— deren Klänge in den Herzen der Nation übermenschliche Tugenden erweclen. Der Präsident erinnerte daran, daß die Umstände, unter welchen Rouget de Lisle seine Hymne komponierte, den heutigen entsprechen. Die französische Demokratie, weit von jedem kriegerischen Geist entfernt, blieb den Heraus⸗ jorberungen gegenüber schweigsam und unbewegt und bemühte sich, das europäische Konzert zu organisieren und zu erhalten. Poincaré Tanger, nach Agadir und nach den Balkan⸗ kriegen hat Frankreich seinen Friedenswillen bestätigt, indem es in neue Unterhandlungen einwilligte, um zwischen Deutschland und sich die letzten latenten Gründe für Schwierigkeiten und Zu⸗ sammenstöße zu ersticken. Am Tage, nachdem ein französisch deut⸗ sches Abkommen geschlossen war, das die orientalischen Interessen regelte, und als Europa beruhigt erschien, brachte ein unvorher⸗ gesehener Donnerschlag die Welt zum Erzittern. f Poincaré führte ferner aus, wie Frankreich das Opfer eines bru⸗ talen, bis ins Kleinste vorbedachten Angriffes geworden ser. Da man Frankreich gezwungen habe, das Schwert zu ziehen, habe es nicht das Recht, das Schwert in die Scheide zurückzustecken; bevor die Toten gerächt seien und der gemeinsame Sieg den Verbündeten gestatten werde, die Ruinen wieder aufzubauen, Frankreich in der Gesamtheit neu zu schaffen und es wirksam gegen die periodische Wiederkehr solcher Provokationen zu schützen. Mit dem Willen zun Siege habe auch Frankreich die Gewißheit, zu siegen Die Feinde dürften sich nicht darüber täuschen. Nicht um einen unsticheren Frieden, nicht um einen unruhigen, flüchtigen Waffenstillstand zwischen dem abgekürzten Kriege und einem no schrecklicheren Kriege zu unterzeichnen und nicht um kommenden neuen Angriffen und tätlichen Gefahren en klin zu bleiben, habe sich Frankreich bebend bei den wuchtigen Klängen der Mar⸗ seillaise erhoben. Der Endsieg werde der Preis für die 1 e Kra Rußland eines Tages ein deutscher Botschafter vergeblich versucht habe, sich von der Pariser Bevölkerung beleidigen zu lassen, und dann, ohne zu lachen, nuf dem französis. Ministerium des Aeußern die von dem Bureau in der Wilhelmstraße ausgeheckte schilder mit dem Stadtwappen von Than res gedachte Deroulsdes und—— die Stadt Straßburg, die morgen von den Soldaten Frankreichs befreit werde. Er spendete Joffre und dem Heere die ehrfurchtvollen Grüße der Bevöl⸗ kerung von Paris. Der Verband der Elsaß⸗Lothringer in Natio⸗ naltracht legte gleichfalls Blumen am den Statuen der Straßburg und Lille nieder. Der Verband wurde von der Bevölkerung be⸗ geistert gefeiert. 1 5 a 1 Englische Wasserflugzeuge verunglückt. Paris, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich.)„Petit Parisien“ meldet aus Madrid: Von vier Wasserflugzeugen, die gestern von Gibraltar aus eine Auftlärungsfahr! unter⸗ nommen haben, sind nur zwei zurückgekehrt. Das dritte ist ins Meer gestürzt, die Infassen sind gerettet. Von dem vierten ist man ohne jede Nachricht. Die Bergarbeiterkrisis in England. London, 15. Juli(WTB. Nichtamtlich.) Der„Daily Chronicle“ meldet aus Cardiff: Es scheint keine Mög⸗ lichkeit zu bestehen, den Ausstand in den Walliser Kohlen⸗ ruben am 5 zu verhindern. Die Lage ist so ernst, d George sich vielleicht nach Südwales begeben, um den Bergleuten den Ernst der Lage klar zu machen. Der Bergarbeiterführer Harthorn ärte, die Leute würden sich durch die Drohungen Lloyd Georges nicht einschüchtern lassen. Wenn der Versuch gemacht werde, die Leute unter das Munitionsgesetz zu zwingen, werde die Lage zehnmal schlimmer werden. Die„Times“ melden aus Glasgow: Die schotti⸗ schen Bergleute fordern eine Lohnzulage von einem Schillin— 5 9 Sie haben kürzlich eine Zulage von einem halben Schilling erhalten. Staatssetkretär Grey. London, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Stuats⸗ sekretüär Grey hat seine Arbeiten im Auswärtigen Amt wieder aufgenommen. Das„Registrierungsgesetz“ im englischen Oberhaus. London, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Im Oberhaus beantragte Lord Landsdowne die zweite sung der Re⸗ istrierungsbill. Er erörterte die frühere Militärpolitik lands und erwähnte, daß jetzt seines Wissens 22 oder 23 Di⸗ vistonen auf dem europfischen Kriegsschauplatz kämpfen würden. Bei der 8 Munitionsschwierigkeiten sagte Landsdowne: Die Lieferanten hätten die Regierung im Stich ge⸗ lassen. England machte auf dem Auslandsmarkt den Verbündeten Konkurrenz. Eine klägliche Balgerei herrschte um die Kri i mit den bekannten Folgen. Man werde nie er⸗ fahren, was der Mangel an Organisation dem Lande gekostet hätte. Die Bill enthalte nichts, was einen Staatszwang begründe; dieser könne nur durch ein neues Gesetz eingeführt werden. Er glaube nicht, daß die Nation einen freiwilligen Dienst mit seinen Un⸗ 1 und Anomalien lange dulden werde. Die Bill be⸗ a Annäherung an den Staatszwang, daß Asquith und Lloy Augen und geringer körperlicher Fehler zurückgewiesen i. el aufge„ sich zu erneuter ärztlicher Untersuchung zu en. 7 der Seekrieg. Eine Seeschlacht? ö an die Zeitung„Goetlaendingen“ tel 5 von Einbruch der Dunkelheit bis 2 nachts e tiges Feuermeer gesehen wurde. Fischer, die auf dem Meere aufhielten, berichten von einer he Kanonade. * Berlin, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Am 5. Juli nach tigen lich bekannt, daß am 4. Juli im Aermelkanal zwei deutsche „U“ Boote durch Fahrzeuge des französischen zweiten leichten Geschwaders beschossen worden seien, und daß „u“-Boot von mehreren Granaten getroffen worden sei.— 2 „u“ Boote nicht in Frage. Es kann sich daher nur den genannten französischen Streitkräften irrtümlicherweise Lyon, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Nouvel⸗ liste“ meldet aus Cherbourg, daß nach ichten, die dort eingetroffen sind, auf der Höhe von Calais ein französi⸗ scher Fischdampfer, dessen Geschütze so aufgestellt waren, daß sie nicht zu sehen waren, von einem deutschen Unterseeboot aufgefordert wurde, an 1 Fischdampfer gehorchte, als aber das Unterseeboot heran⸗ et habe der Fischdampfer das Feuer eröffnet. London, 15. Juli.(WB. Nichtamtlich.) Ao n⸗ tur meldet aus Great Yarmouth: Der Pen aus Bergen, von dem Tynedock nach Rochefort unterwegs, ist gestern abend eineinhalb Meilen südwestlich von dem Leuchtschiff Shipwach torpediert worden. Die Besatzung landete unversehrt in Yarmouth. e Vergrößerung der holländischen Flotte. Haag, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Zweite Kammer hat einen Marine⸗Gesetzentwur mit 26 gegen 21 Stimmen angenommen, der den Bau von zwei Kreuzern und vier Unterseebooten vorsieht. Die Enthüllungen des Mordprozesses in Sosia. Berlin, 16. Juli. Aus dem Tatsachenmaterial des Sofiater Attentatsprozesses geht, wie der„Vossischen Zei ⸗ tung“ berichtet wird, hervor, daß gegen König Ferdinand ein Bombenattentat geplant war, als dessen Urheber die serbische Narodna Odbrana erscheint, die einen Preis von 50 000 Franes, teilweise aus russischer Quelle, für den Mord⸗ anschlag ausgeschrieben hatte. Serafin Manow, der die Bombe auf den Wagen des Königs schleudern sollte, gestand den Attentatsplan vollinhaltlich und sagte aus, daß das Geld von Rußland und Serbien dem Attentäter ausbezahlt werden sollte. Lebhafte Bewegung rief eine Er⸗ klärung des Verteidigers von Dr. Genadiew hervor, der erklärte, daß Ministerpräsident Rados w ein anonymes Schreiben erhalten habe, demzufolge noch nicht alle Atten⸗ täter festgenommen worden und eine Fortsetzung der Ver⸗ brechen zu erwarten sei. Aus Stadt und Cand. Gießen, 16. Juli 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Kriegsfreiw. Primaner Ludw. Müller aus (Dill).— Musket. Konr. Debus, Inf.⸗Rgt. 17( aus Niederbirl.— Unteroff. d. Res. Heinr. Leschhorn, In). Rgt. 221 aus Gambach.— Gefr. Friedr. Holler, Inf.⸗Rgt, 188, aus Torheim.— Pionier Karl Hofmann, Pionzer⸗Batl. 21, aus Torheim.— Musk. Ppilipp Reuß, Res⸗Inf⸗Rat. 222, aus Dorheim.— Schütze Wilh. Seipel JInf.⸗Rgt. 115, aus Dorheim.— Brigade⸗Ers.⸗Batl. ch] beschossen worden sind. ns Worm Arlene a Bend„3. Garde⸗„ z. F., aus Neuki— k. Rud. 445 da 505, Uis Seligenspab., 2 fh, 41 A0 e t„ Inf.⸗ 0„ Darurstadt.— Ersa Heinrich Sante chläger, 87 168, aus Nieder⸗Beerbach Musk. stud. theol. Inf.⸗ Greifenstein.— Regt. 69, aus Dill. burg.— Res. Ad. Schnepper, Res.⸗Inf.⸗Regt. 40, aus Dillen⸗ burg.— Vi ldwebel Willy Fischer, Ju Art.⸗Regt. 8, aus Mainz.— tz. Stellv. Karl Aufs Fiche; Inf. 168, aus Unterschmitten.— Erfatzres. Al Fischer, 7474 168, aus Offenbach a. M.— Hauptmann Bergrat W. ul z, Res.⸗ del Jus 221, aus Friedberg.— Schütze eu n, Feen eee ens e a mi nf. 1— 4 Thorn, Landsturm⸗Inf⸗⸗ 20, aus Hamm.—. Ersatzres. 1 mm. Gottfried Heil, 27, aus Worms-Pfiffligheim.— Musk. st Horst, Inf.⸗Regt. 17, aus Ruppertenrod.— Unteroff. iedrich Viehmann, Res.⸗Inf.⸗Regt. ans Schwalbach.— Gefr. Heinrich Schmidt, 1. Garde-Ers.⸗ Bat., aus Selters.— Ersatzres. Georg Bauer aus Butzbach.— „ Ritter des Eisernen reuzes: Unteroff. W. Kuhn aus Allendorf, Res.⸗In Regt. 81. Musketier Philipp Jöckel aus Lanzenhain. berpostassistent Feld⸗ webelleutn. Blickhan vom Darm Postamt. Uffz. d. R. Adolf Hain aus Waldhausen, Fußart.⸗Regt 3. Adolf Lupus aus Elkerhausen, Jäger⸗Bat. 8. San.⸗-Uffz. Hermann Stahl aus Diez. Jäger Wilhelm Som mer⸗ lad aus Friedberg. * Amtliche Personalnachrichten. Die Groß herzogen hat am 14. Juli d. Js. den ordentlichen Prosessor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt Geheimerat Dr. Erasmus Kittler auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner lang- jährigen, treuen und vorzüglichen Dienste, mit Wirkung vom 1. November 1915 an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Komturkreuz erster Klasse des Verdtenstordens Philipps des Großmütigen verliehen.— Die Großherzogin hat am 14. Juli d. Js. die von der Stadtverordneten-Versammlung zu Worms getroffene Wiederwahl des Bürgermeisters Dr. Alfred Wevers zum besoldeten Beigeordneten der Stadt Worms auf die Dauer von 6* bestätigt.— Die Großherzogin hat am 14. Juli 8 die von der Fa twerordneken Verda f 57 Alzey getroffene iederwahl des Karl Friedrich und Karl rtner und die Wahl des Adolf Levi II. zu Beigeordneten der Stadt Alzey auf die Dauer von 6 Jahren bestätiat.— Die Großherzogin hat am 14. Jult d. J. die von der Stadtverordneten-Versammlung zu Bad⸗Nauheim getroffene Wiederwahl des Reinhard Knieriem zum unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Bad⸗Nauheim auf di⸗ Wisby, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich Meldung des Ritzauschen Bureaus. Von Ljugarn auf Ostgotland wird 8 auer von 6 Jahren bestätigt. gab das 1 Marineministerium amt⸗ ierbei ein Wie wir an zuständiger Stelle erfahren, kommen deutsche 4 um französische oder englische„U“ Boote handeln, die von * —— 312—ů— 3 len im dien steder Kriegs e Kriegsvortrag 1e Dr. Gundermann. Der Vortragende ging von der vor 20 en erfolgten ng der Röntgenstrahlen aus. Nach kurzer Demonstration des Modells einer Röntgenröhre, wie sie letzt im Gebrauch sind, besprach er die Entste der Röntgen⸗ strahlen. Die Röntgenstrahlen gehen aus den Kathodenstrahlen bervor. 222 entstehen in hoch evakuierten Räumen, wenn das„Geißler“ sche Licht nahezu vollständig unterdrückt ist. Sie treten senkrecht zur Kathodenoberfläche aus und haben die Fähigkeit, benachbarte Glaswände in Fluoreszenz zu versetzen, zu erwärmen und negativ elektrisch zu laden. Wo nun die Kathoden— strahlen auf dichte Körper aufprallen, werden die getroffenen Stel- len dieser Körper Ausgangspunkte einer neuen Strahlenart, der Röntgenstrahlen. Die Röntgenstrahlen durchdringen alle Körper, die Elemente im umgekehrten Verhältnisse ihres Atom⸗ 3 die 7 Körper im umgekehrten Verhältnis ihrer ichte oder ihres spezifischen Gewichtes. Weiterhin wirken Rönt⸗ genstrahlen auf W Platten ein und bringen gewisse Stoffe zur Fluoreszenz bezw. Phosphoreszenz. Die Einwirkung auf die photographische Platte bildet die Grundlage der Rönt⸗ genographie; die Fähigkeit, Fluoreszenzwirkungen hervor⸗ urufen, benutzen wir bei der Durchleuchtung des menschlichen Körpers vor dem Durchleuchtungsschirm. Die beiden Verfahren und ihre Anwendungs möglichkeiten wurden kurz besprochen und im An⸗ schluß hieran eine Reihe Lichtbilder vorgeführt, die einen Ein⸗ blick gestatten, welch wertvolle Dienste das Röntgenverfahren speziell in der Kriegschirurgie leistet. Die Freilichtbühne wiederholt am kommenden 39„Körnerspiele“, die am Sonntag vor acht Tagen so freundliche Aufnahme gefunden haben. Frauenbund der Deutschen Kolonial- gesellschaft, Abt. Gießen. Man schreibt uns zu dem Vortrag von Frau Geh. Rat. Jäckel über„Meine Reise durch Deutsch⸗Südwestafrika und Heimkehr aus Feindesland“: Mit welcher Sorge gedenken wir stets unserer Landsleute in den Kolonien, wie wenig zuverlässige Nachrichten gelangen zu uns! Um so mehr wird es interessieren, einen persönlichen. Bericht über die Behandlung unserer Kolonistenfamilien durch unsere Feinde zu hören. Frau Geh. Rat Jäckel wird uns aber auch besonders vieles von ihren eigenen Er⸗ lebnissen in der Gefangenschaft und ihrer schließlich geglück— ten Rückkehr nach der deutschen Heimat erzählen. Eine gute Apfelernte ist nach den bisher zu überschauenden Anzeichen für unsere Gegend zu erwarten. Die an den Kreisstraßen angepflanzten Bäume sind stellen⸗ weise mit Früchten so beladen, daß die Tragäste mit Stricken hochgebunden oder Aan werden müssen. Leider findet das unreife Obst unter der Jugend wieder zahlreiche Liebhaber, die sich die durch den Krieg beschränkte Tätigkeit der Flur— schützen zunutze machen. So konnte man gestern nachmittag auf einer wenig begangenen Straße in der Nähe der Stadt eine sechsköpfige Schar kleiner und kleinster Rangen beobach- ten, die mit Körben und Säcken auf dem Raubzug waren und teils auf, teils unter den Bäumen die verbotene Ernte ein- heimsten, um eiligst seitwärts in den Hecken zu verschwinden, als sie der Störung ansichtig wurden. Da solch ein Geschäft kaum ohne Wissen der Eltern betrieben werden kann, erscheint es doppelt angebracht, an die unangenehme Bekanntschaft zu erinnern, in die solche billigen Obsternten mit dem Straf- 1 177 können. Zu ber Alteeschul r ischnahrung. er Aliceschule bezw. in der Schulküche am Nea en sollen am Montag und Dienstag noch einmal Unterweisungen in der Zubereitung von Fiscspeisen erteilt werden, die der regen Teil- nahme der sfrauen dringend empfohlen seien. * Seide und Seideabfälle in unversponnener Form gelten von gestern an als„ eile und dürfen nicht mehr verarbeitet werden. Die betreffende Be— kanntmachung des„Stellvertretenden Generalkommandos“ findet sich im vorliegenden Kreisblatt. * Aus dem Genesungsheim„Windhof“ rich⸗ tet man die Bitte an uns, den Wunsch der Insassen nach Lesestoff an unsere Leser weiterzugeben. Zuwendungen an unterhaltenden und belehrenden Büchern und Zeitschrif⸗ ten erbitten die Soldaten direkt nach dem Windhof; andern⸗ falls genügt die Angabe einer Adresse, damit man die zu⸗ gedachten Spenden abholen lassen kann. 0 Landkreis Gießen. Steinbach, 15. Juli. Unteroffizier Jakob Serth von hier, beim Reserve⸗Jeld⸗Art.⸗Regt 25, der vor einiger Zeit die Hessische Tapferkeitsmedaille erhalten hatte, wurde weiterhin mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Kreis Lauterbach. O'Schlitz, 14. Juli. In der vergangenen Nacht wurde in die hiesige Sessensabrik von Niepoth& Zöller eingebrochen und die Portokasse mit etwa 30—40 Mk. Inhalt gestoh len. Kreis Schotten. Herchenhain, 14. Juli. Die letzte Holzperstei⸗ gerung wurde heute im Saale des Gastwirts Karl Adolph ab⸗ (ten. Es wurden im Durchschnitt für den Raummeter Buchen- scheitholz 8—9 Mark, für den Raummeter Buchenknüppel 5 Mark bezahlt.— Bei der gestrigen Heugrasversteigerung der Gemeindewiesen wurde fast durchweg für ein gleich großes Stück wie in den Vorjahren der doppelte Preis bezahlt. Allgemein wurde damit gerechnet, daß das eingetretene Regenwetter den Graswuchs noch bedeutend fördere.— Ueberall merkt man frisches Leben auf den Feldern. Die Frucht hat ein üppiges Grün bekom- men und wird auch, da man mit der Ernte noch lange warten kann, ein gutes Stück in die Höhe schießen, denn der Halm ist noch nicht abgestorben. Die jungen Hackpflanzen sind zum größten Teil schön angewachsen, wenn auch hier und da eine neue eingesetzt werden mußte. Den Kartoffeln kommt der Regen ebenfalls sehr will⸗ kommen. a 5 Starkenburg und Rheinhessen. ch. Aus Rhein hessen, 16. Juli. Mit dem Stande der Reben wie auch der Trauben können die Winzer durchaus zufrieden sein. Die Trauben entwickeln sich so schnell, daß man mit einer baldigen und frühen Reife rechnen darf, vorausgesetzt, daß die Witterung nicht große Aenderungen erfährt. Der Sauer⸗ wurm, vielmehr seine Motten, sind in großer Zahl aufgetreten und bilden zweifellos eine furchtbare Gefahr für die Trauben, wenn ihr nicht rechtzeitig begegnet wird, zumal in der letzten Zeit das Wetter nicht heiß genug war, um seine Verbreitung zu hindern. Man hat in verschiedenen Gemarkungen und Lagen die Trauben eingedütet, auch alles für die Nikotinbekämpfung vor⸗ gesehen, sie auch bereits in einer Reihe Gemarkungen begonnen Die Pilzkrankheiten konnten zurückgehalten werden dank einer äußerst n tigen Bekämpfung, die bei günstiger Witterung nicht ohne Wirkung bleiben kann. Im freihändigen Weingeschäft igte sich auch in der letzten Zeit Leben. Freilich ist eim großer eil der Weine, die in den letzten Wochen sehr gesucht waren, garnicht mehr oder nur in kleinen Mengen zu haben. 1 7 Kreis Wetzlar. 1 3 Kreissynode in Wetzlar. 5 w. Wehlar, 15. Juli. Am Mittswoch tagte hier die dies jährige Kreissynode. Nach dem Gottesdienst in der unteren Stadtkirche begann die Verhandlung im Schützengarten. Es war der Synode folgende Aufgabe gestelll:„Was können Pfarrer und Aelteste tun, um die in der Kriegszeit in den Gemeinden zutage getretenen Lebenskräste zu erhalten und zu stärken?“ Pfarrer 2 eubner⸗Dorlar hatte das Reerat übernommen, woran sich eine eingehende Tebatte anschloß.— Im hiesigen Bezirk haben sich 8 2 0 0 Jahre einige Veränderungen zugetragen: Pfarrer ul-Volpertshausen ist in den wohlverdienten Ruhestand ge— und Pfarrvitar Pfaff wurde als Nachfolger bestimmt. Die 1 2 8 durch den Tod des Pfarrers Günther- Wetzlar erledigte Stelle ist noch nicht besetzt. Hessen⸗Nassau. Il Marburg, 15. Juli. Der Ausschuß der Kriegs- fürsorge für die durch den Krieg in Not Geratenen macht be— kannt, daß die Spenden am 1. April insgesamt 53 948,40 Mk. be- trugen. Ausgegeben sind hiervon 16 200 Mk. Durch Einrichtung der Volksküche, Erweiterung der Kinderhorte, Einrichtung einer Kriegskleiderkammer usw. wird allen Anforderungen Gentige ge— leistet. Was die Kriegsbeschädigten⸗-Fürsorge an— belangt, ist erwähnenswert, daß neben der Blindenschule jetzt auch noch eine Einarmigenschule hier eingerichtet wurde. m. Kirchhain, 15. Juli. Die Schüler und Schülerinnen der Volksschulen in Kirchhain und der umliegenden Ortschasten haben sich um die Verwundeten in den Lazaretten zu Marburg verdient gemacht. Sie lieferten sast vier Zentner Heidelbeeren an das Note Kreuz daselbst ab. g 5 h. Frankfurt a. M., 15. Juli. Die Preissteige- rung der Milch von 26 auf 30 Pfg. für das Liter durch die„Vereinigten Landwirte“ hat der hiesige Magistrat sofort mit der Festsetzung von Höchstpreisen für Milch beantwortet, und zwar darf das Liter im Kleinverkauf nicht den bisherigen Satz von 26 Pfg. überschreiten. Heute früh trugen fast alle aus Oberhessen und dem Taunus— 7 hier eintreffenden Milchkannen einen Zettel mit der lufschrift:„Von heute an kostet die Milch 30 Pfg.!“ Doch verkauften die allermeisten Händler aus Furcht vor einer Anzeige die Milch zu den alten Sätzen. Die„Vereinig— ten Landwirte“ bezeichnen heute den Preisausschlag um 4 Pfg. als mäßig und hatten, wie sie mitteilten, mit ihrem Vorgehen„ledi das Ziel im Auge, die Lieferung der für die Menschheit so außerordentlich notwendigen Milch sicher— zustellen. Sie halten die großstädtischen Oberbürgermeister und Magistratsräte, die Höchstpreise wie in Frankfurt fest setzen, in wirtschaftlichen Auschauungen befangen, die die verständigen Mahnungen der praktischen Landwirte in den Wind schlagen. Wenn die Landwirte jetzt versagen, mögen sich die Städter bei ihren Oberbürgermeistern bedanken.“ — Was die Landwirte auf den Beschluß des Magistrats be— schließen werden, muß nunmehr abgewartet werden. Jeden— falls ist einstweilen niemand gesonnen, nachzugeben. z. Frankfurt a. M., 15. Juli. Der hiesige Zoologische Garten hat einen zeitgemäßen Zuwachs erhalten. Man schreibt uns; Ein reizendes etwa zwei Monate altes Rehkitzchen, das durch sein schwarz-weiß⸗rotes Halsband auffällt, erregt durch die in großen Zügen auf dem Käfigschild angegebene Geschichte seines kurzen und doch schon so bewegten Lebens das Interesse der Be— sucher. Vor Lemberg war es, als eine Patrouille unserer braben Feldgrauen zur Ergänzung des Küchenzettels ein Reh erlegte, an dessen Seite man ein etwa drei Tage altes Junges fand. Die kleine Waise wurde mitgenommen und die„Barbaren“ fanden mitten im Kriegsgetümmel so viel Zeit, für das Tierchen einen transportablen Lattenverschlag zu zimmern und die Sorge seiner Aufzucht mit der Milchflasche zu übernehmen. Das Rehchen wurde bald der Liebling aller und die Freude mag groß gewesen sein, als bei einer Verlegung des betreffenden Truppenteils nach dem Westen, die Erlaubnis zur Mitnahme des kleinen Pfleglings, der inzwischen gut gediehen war, erteilt wurde. Die kleine Gali⸗ zierin überstand die weite Reise ausgezeichnet. Aus militärischen Gründen konnte aber ihres Bleibens an dem neuen Aufenthalts- ort nicht lange sein, und das Tierchen wurde von dem eigentlichen Besitzer an Verwandte nach Frankfurt gesandt. Diese, die Fa⸗ milie des Braumeisters Godenbauer, überwiesen die Kleine „Rosa“ dem Zoologischen Garten, wo sie sich im alten Hause am Insektarium sehr wohl fühlt und durch ihr kleines Leben be⸗ 1 Zeugnis ablegt, welcher Geist in den Siegern von Galizien ebt. ———— Kirche und Schule. Die Fuldaer Bischofskonferenz. h. Fulda, 15. Juli. Die diesjährige Fuldaer Bischofskonferenz beginnt am Dienstag, den 17. Aug. Gerichtssaal. Gratifikationsgelder und Konkurs. r. Mainz, 16. Juli. Eine interessante Klage wurde gestern am Resthen Kaufmannsgericht verhandelt. Ein Handlungs- gehilfe klagte gegen den Verwalter der Konkursmasse der Bank- firma Carlebach u. Cahn auf Zahlung der rückständigen Gratifikation von 72 Mark. Der Gläubigerausschuß hatte die For- derung abgelehnt, weil durch den Zusammenbruch des Bankgeschäftes bewiesen sei, daß die Prosperität im Jahre 1914 schlecht gewesen und deshalb die Gratifikationen nicht bezahlt zu werden brauchten. Der Konkurs trat am 1. August 1914 ein, und der Kläger forderte die Gratifikation vom 1. Jan. bis 1. August. Er behauptete, und das wurde auch nachgewiesen, daß an das Personal im Jahre 1913 die Gratifikationen bezahlt wurden, als die Bank einen Verlust von 600 9000 Mark gehabt hatte. Die Gratifikation sei übrigens ein Bestandteil des Gehaltes gewesen. Der Konkurs- verwalter machte den Einwand der Unzuständigkeit des Kaufmanns- gerichtes, nach der Konkursord nung sei nur das Amts- oder Land⸗ gericht zuständig. Auch sei die Gratifikation kein Bestandteil des Gehaltes. Das Kaufmannsgericht verurteilte den Konkursverwalter zur Zahlung des eingeklagten Betrages, auch erklärte es seine Zu— ständigkeit. Es werden jetzt bei dem Kaufmannsgericht noch etwa 1400 Mark Gratifikationsgelder von dem übrigen früheren Per⸗ sonal des Bankhauses eingeklagt. Vermischtes. Ein Ueberfall auf den früheren französischen Finanzminister Caillaux und seine Frau. Berlin, 15. Juli.(Priv.⸗Tel.) Der„Lok.-Anz.“ meldet aus Breda: Nach einer Meldung der„Indsé pendence Velge⸗ aus Paris wurde auf das Ehepaar Caillaux am Montag früh bei einer Spazierfahrt in Passy ein Attentat verübt. Mehrere Per⸗ sonen drängten sich an das Automobil heran und hieben so brutal auf das Ehepaar ein, daß die Opferblutüberströmt zu⸗ sammenbrachen. Caillaux und seine Frau wurden in schwer— verletztem Zustande in eine Klinik gebracht. f Ein Raubmord in Hamburg. Hamburg, 15. Juli.(Privattelegramm.) Gestern abend wurde die 19 jährige Frau Boetrhling in ihrer Wohnung er- mordet aufgefunden. Es liegt ein Raub mord vor. Die Mör⸗ derinnen, zwei Waisenhauszöglinge im Alter von 15 und 17 Jahren, sind heute verhaftet worden. Sie sind geständig. Geraubte Sachen wurden bei ihnen gefunden. ——8 Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗Anlage). Samstag. den 17. Juli 1915 Vorabend: 7.45 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Nachmittags: 4.00 Uhr. Sabbatausgang: 9.25 Uhr. 2— Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Der gestern über die Nordsee sich erstreckende Tiefdruckausläuser lagert heute über Südskandinavien. Auf seiner Rücksette haben wir heute ausheiterndes Wetter. Da vermutlich von Wester her erneut Tiesdruckausläuser nach dem Festlande zu vorrücken werden, haben wir für morgen im wesentlichen trübes Wetter und zeitweise Nieder- schläge zu erwarten. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 17. Jult 1918: Meist bedeckt, zeitweise Niederschläge, südwesiliche Winde. — „ ö 1 1 e. Märkte. se. Fronkfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 15. Juli. Auftrieb: Rinder 239(Ochsen 00, Bullen 1, Kühe und Faärsen 238, Kälber 755, Schafe 134, Schweine 336. Tendenz: In Kälbern und Schweinen reger, in Schafen ruhiger Handel; am Schweinemarkt kleiner Restbestand. Preise für 100 Pfd. Lebend⸗ Schlacht ⸗ gewicht. Kälber. Mt. Mk. Feinste Masieawe r„ 0=is 1122 Mittlere Mast- und beste Saugkälbern. 64—68 107-113 Geringere Mast- und gute Saugkälber.. 58-63 98-107 Geringe Saugkälbeeee. 5256 88—95 Schafe. Weidemastschafe: Mastlämmer und Masthammel... 51-52 110-112 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht.... 118.0012300 145.00 150.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg. Lebenge wicht. 116.00 120 140.00— 145.00 von 100 bis Vollfleischige Schweine . 118.00-123.00 148.00— 150.00 120 kg Lebendgewicht. Letzte Nachrichten. a Die deutschen Austauschgefangenen aus Frankreich. Karlsruhe, 16. Juli. Nachdem heute in Konstanz wei⸗ lere 82 Schwerverwundete eingetroffen sind, beträgt jetzt die Zahl der ausgetauschten Deutschen aus Frankreich etwas über 800. Den meisten sind Glieder amputiert worden, doch befand sich auch eine Anzahl leicht Verletzter darunter. Verhältnismäßig klein ist die Zahl der Blinden. Sämtliche ausgetauschten Offiziere sind schwer verletzt. Besonders schlecht scheint die Behandlung in dem Gefangenenlager von Dinant zu sein. In diesem Lager befan⸗ den sich hauptsächlich von Belgiern gefangene Deutsche, die erst im letzten Augenblick in die Reihe der Ausgetauschten aufgenom⸗ men wurden. Der Kommandant dieses Lagers fragte die eingeliefer⸗ ten Gefangenen nach ihren Verletzungen, und wenn einer erklärte, er habe mehrere Schüsse erhalten, so sagte er, daß den Deutschen ganz recht geschehen sei. Erst nach den Vorstellungen eines Schwei⸗ zer Arztes wurde die Behandlung besser. Die deutsch-russischen Austauschgefangenen. Stockholm, 16. Juli. Es ist jetzt eine gemachte Sache, schreibt„Dagens Nyheter“, daß der deutsch⸗russische Ge⸗ fangenenaustausch über Schweden direkt über Haparanda und Trelleborg gehen wird. Der Transport werd erst am 1. August beginnen. Bei dem Austausch in Haparanda werden Besichtigungs⸗ ärzte stationiert und Entlassungsanstalten an der Grenze eingerich⸗ tet werden. Die Stürke der russischen Verteidigungsstellung. Kopenhagen, 16. Juli. Der Berichterstatter der „Times“ schreibt von der ostgalizischen Front s über die Stärle der russischen Verteidigungsstellung: An der Zlota-Lipa haben die Russen die gleichen Stellungen inne, die die österreichisch-ungarischen Truppen im August ver⸗ lassen mußten. Dahinter gibt es sechs russische Verteidi⸗ gungslinien, von denen jede einzelne uneinnehmbar ist(2). Die Russen lönnen hier durch Operationen an anderen Teilen der großen Front in Mitleidenschaft gezogen werden. Den Russen gegenüber liegt ein riesenstarker Block deutscher Armeen, die den Angelpunkt bilden, um den sich nach dem deutschen Plan das Vorrücken in nordöst⸗ licher Richtung bewegen soll. 0 Vorpostengefechte an der bessarabischen Front. Budapest, 16. Juli.„Az Est“ meldet aus Czernowitz: An unserer bessarabischen Front begannen heute wieder Vor⸗ postengefechte. Die Aufklärungsabteilungen des Feindes wurden von uns überall zurückgejagt. Beim Morgengrauen befanden sich die russischen Abteilungen bereits wieder in ihren Deckungen, wohin sie auch ihre Verwundeten und Toten gebracht hatten. Später trat wieder Ruhe ein. General Rußki erkrankt. Stockholm, 16. Juli. General Rußki, der neue Armeeführer, ist an Herzneurose leicht erkrankt. Sasonows Auftreten vor der Duma. Petersburg, 16. Juli. Unmittelbar nach dem Zusam⸗ mentritt der Duma wird Sasonow eine ausführliche Er⸗ klärung über die Beziehungen Rußlands zu seinen Verbündeten und zu den neutralen Staaten abgeben, wozu er bereits die Ein⸗ willigung des Zaren erhalten hat. Sasonow gedachte anfänglich diese Erklärungen in einer geheimen Sitzung der Vollversamm⸗ lung der Abgeordneten vorzutragen. Auf den dringenden Wunsch aller Parteiführer ist er jedoch davon abgekommen. Dem Wunsche verschiedener Dumamitglieder, bei dieser Gelegenheit auch die deut⸗ schen Greueltaten zu berühren, hat der Minister abgelehnt. Oesterreichische Flieger über Belgrad. ailand, 16. Juli. Die Blätter melden, daß feindliche Flieder Bomben auf Belgrad abwarfen, die großen — Schaden anrichteten. Menschenverluste waren nicht zu verzeichnen. Die Zielsicherheit der österreichischen Artillerie. Wien, 16. Juli. Aus dem k. u. k. Kriegspressezugrtier wird gemeldet: Einer Nachricht aus Görz zufolge befreite sich im Ge⸗ biet von Görz die österreichisch-ungarische Artillerie durch einen wohlgezielten Schuß von einem italienischen Beobachter, den sie samt dem Fesselballon herabholte. Die bulgar'sch⸗türkischen Verhandlungen. Basel, 16. Juli. Das„Echo du Bulgarie“ stellte einen weiteren befriedigenden Fortschritt der Verhand⸗ lungen mit der Pforte wegen der Bahnfrage fest. Italienische Nervosität. i. Köln, 16. Juli. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der schweizerischen Grenze: Zwei angesehene Schweizer wur⸗ den vor drei Wochen unter Spionageverdacht ver- haftet und nach Novara gebracht. Irgendwelche berechtigte mer dazu liegt bei ihnen ebensowenig vor, wie bei den anderen Schweizern, die nach Tagen und Wochen un- schuldig verbüßter Haft freigelassen werden mußten. Bau griechischer Kriegsschiffe in England. Athen, 16. Juli. Die englische Admiralität hat gestattet, daß die englischen Werften anstelle der für Griechenland im Bau befind⸗ lichen, bei Ausbruch des Krieges von England mit Beschlag be⸗ legten vier Torpedobootszerstörern andere auf Stapel gelegt werden. Der griechische Admiralsrat billigte diese Stellung⸗ nahme, der Ministerrat hat sich jedoch seine Entscheidung bis zum 13. August vorbehalten. 6 ˖ eder, der mit Bezug auf die politische Lage in Griechenland erklärte, er glaube nicht, daß nach Zusammentritt der Kammer eine Uebernahme der Re⸗ lierung durch Venizelos möglich sei. Venizelos dürfte sich weigern, einer solchen Berufung Folge zu leisten, da er sich in den Fragen der äußeren Politik in vollstem Gegensatze zum Könige wisse. Die Neutralität Schwedens. Kopenhagen, 16. Juli. Der schwedische Sozialist Hjal⸗ mar Branting erklärt im„Petit Journal“, Schweden beob⸗ achte die anständigste und lorekseste Neutralität, werde sich aber über seinen Export nach Deutschland oder wohin es sonst beliebe, nz bestimmt von niemandem Vorschriften machen lassen. Alle wangsmaß regeln seien da wirkungslos und würden Schwedens Festigkeit nicht erschüttern. Sohn, Bruder, Schwager und Onkel im 23. Lebensjahr. Daubringen, Chicago, den 16. juli 1915. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen Frau Katharine Kreiling geb. Pausch sowie für die überaus zahlreichen Blumen— spenden sagen wir allen unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Wieseck, den 16. Juli 1915. 5939 Statt Karten Vizefeldwebel im Inf.-Regt. Kaiser Wilhelm (Nr. 116), z. Zt. im Feld Todes-Anzeige. Am 26. juni starb den Heldentod fürs Vaterland unser teurer Wilhelm Weimer Kriegssreiwilliger im Int.-Regt. Nr. 222 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Weimer II. Ludwig Weimer Marie Pflumm geb. Weimer Marg. Grölz geb. Weimer August Weimer Karl Weimer. Wiedersehen war seine Hoffnung. Achtung Kartoffeln usw. 5931 Für die herzliche Teilnahme an unse— rem schweren Verluste, sowie für die schönen Kranzspenden bei dem Hinscheiden unserer lieben Verstorbenen sagen wir allen unsern herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. J. d. N.: Heinrich Weber J. Großen-Linden, den 15. Juli 1915. 5827 Renn Morgen Samstag, 17. Juli: Extra grosser Verkauf aus zwei Waggons primg Waren im Garten des Hotel f 5 Felsenkeller. Jeinster Weißkohl, auch zum Einmachen Anna Graulich geeignet, Einmach⸗Gurken, Salat- Gurken. Endivien⸗ salat, Kopssalat, Schneidbohnen, Erbsen. Möhren, Hans Feik Blumenkohl, Wirsingkohl, Rotkohl, rote Rüben, Alles äußerst billig! lein aus Köln. wurden. Vor allem den Gliedern uns trauerte. storbenen. dürfen, wie warme Teilnahme trösten In wehmütiger Freude und tiefer Rührung danken wir für alle Beweise von Liebe, Freundschaft und Verehrung, die unserer lieben Verstorbenen erwiesen ihrer Heimat- gemeinde Rodheim, die wie eine grosse Familie mit Dem Herrn Pfarrer Ohly besonderen Dank für seine Rede am Grabe und dem Jungfrauen- verein für das Singen des Lieblingsliedes der Ver- Wir haben in diesen Tagen erfahren Im Namen der Hinterbliebenen: Georg Freiherr van der Hoop Hauptmann a. D. Schmitte bei Rodheim a. d. Bieber, 15. kann. 5919 Juli 1915. Empfehle in grosser Auswahl: schwarz und farbig Elegante Damen-, Herren- Madchen- und Kinder- Stiefel Halbschuhe Weiße Leinenschuhe Tennisschuhe Sandalen- Flechtstiefel Marktpl. 2 neben der Engel- Apothek 599 Verlobte Mengshausen 0 Giessen Juli 1915 Frauenbund der Deufschen Kolonial- Sesellschait Scher Sleßen. Vortrag Samstag, 17. Jull 1915, abends 8¼ Uhr, Im großen Hörlaal der Unlpersttdt: Frau Seheimrat Jäckel, Burg Meine Relle durdi Deulich- Südwelt- a Hfrika u. Heimkehr aus Feindesland Inlitglleder gegen Porzeigen der Illitglledskarte frel.— Don Illchtmitglledern wird eln Eintrittsgeld von 30 pig. erhoben. 8 Schüler zahlen die Halfte. * Fischnahrung. Eine Unterweisung in der Bereitung von Tisch⸗ gerichten aus Klippfisch und K⸗Jisch, mit Abgabe von? Kostproben, soll nochmals erteilt werden: 18595 Montag, den 19. Juli, 6 Ubr, in der Aliceschule (Kostgeld 50 Pfg. Anmeldung am Samstag), Dienstag, den 20. Juli, 6 Uhr, in der städtischen ucurspietnaus 500 Tel. 2077 IESSEN Bahnhofstraße 31 Tel. 2977 0 l Heute zum letztenmal das realist. Lebensdrama in 2 Akten und der hervorragende Kunstfilm u 3 Akten [Weisse Lilien ltermins hierdurch aufgehoben. Ab morgen Wenn Völker streiten dramatisches Kriegsschauspiel in 8 Akten. Ein Filmkunstwerk allerersten Ranges, überall mit größtem Erfolg aufgeführt. kat und Ket J Mit Unseren Truppen Urkomische Posse. al der roll D. neu. Kriegsaufn. und elne Auslese weiterer sehenswerter Film- Neuheiten! Militär vom Feldwebel abwurts halbe Preise! Brot 5 Schulküche am Oswaldsgarten (Teilnahme frei, Anmeldung am 8 und 1 5 1 Der Vorsitzende des Der W Aliceschul⸗Vereins: A K Fromme. Ich hatte Gelegenheit ka. bob am Tuns Scgech wesentlich unter dem Tagespreis käuflich zu übernehmen und bin daher in der Lage, hieraus Decken zu liefern zu Mk. 2.25 per qm fix und fertig vernäht mit Oesen in 1 Meter Abstand. Jede gewünschte Größe kann ich in wenigen Tage anfertigen. Dieser Stoff eignet sich fur Wa„Zelt-, Dreschmaschlnen-, Riemen- und Ern ecken, en- und Strok- Decken sewie Diemen-Planen. 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Juli 1915 bezüglich der Firma Philipp Gebhard, Gießen: Die Firma ist erloschen; am 14. Juli 1915 lay bezüglich der Firma Adolf Frank, Gießen: Die Firma ist erloschen; I) bezüglich der Firma Aron Engel, Grüningen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 14. Juli 1915. Großherzogliches Amtsgericht. Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Metzgermeisters Konrad Nürnberger zu Lollar wird nach erfolgter Abhaltung des Schluß 5945 B Gießen, den 9. Juli 1915. Großherzogliches Amtsgericht. Bullenverkauf. Die Gemeinde Großen-Linden hat einen Simmentaler Bullen auf dem Submissionswege zum Schlachten zu verkaufen. Angebote pro Zentner Lebendgewicht wolle man verschlossen bis zum Mittwoch, den 21. ds. Mts., mittags 1 Uhr, hierher einreichen. Großen-Linden, am 14. Juli 1915. Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 5943 B Wanderungen rund um Gießen Preis 1 Mark Das Büchlein kommt einem wirklichen Bedürf- nis nach, wie schon eine kurze Einsichtnabme in das Inhaltsverzeichnis aufweist. Es sind zusammengestellt und in knapper Form be- handelt: Wanderungen in Gießens nächster Umgebung mit Sonntagsfahrkarten verzeichnis. Wege- bezeichnungen in der Umgebung von Gießen 20 Hauptlinien des V. H. C. Wanderungen in Kurhessen, im Vogelsberg. im Westerwald und im Taunus Mebrtägige Wanderungen Schneeschuhwanderungen im Vogelsberg und Westerwald 4051 Karte des Wanderungsgebietes Verlag derBrüh''schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei · R. Lange Fernsprecher 51 Gießen schulstrase 7 Dienstag. den 20. Juli, nachmittags 3 Ubr, sollen im Versteigerungslokal Selters weg 11 5918 Wagen 1.1 Kasenschranl zwangsweise gegen bar ver⸗ steigert werden. Gießen, den 16. Juli 1915 Krämer, Großh. Pfandmeister. Mlemand nat gesunde deine be che den Wirtsch chen Kampf durchzuhalten haben. Schwere Leiden dad Pag Alsaskcter Folge 8 N Bel 5 Sch derbei- nen, Geschwulst. Ent- dung. nass. Flechte, alrsluss, trockenet Flechte,- Celenkver- alfa teifigkeit, Rheuma. ert. 4 euma, Ischias, Hütt- weh. Elesanti- Asis xerla 2 29—. v. Venti 85e. ebe 5 durg C. D. Trinkt Limetta, Zitronen⸗ u. Himbeer⸗ Limonade aus Otto Schaaf's Simo⸗ nade⸗Syrupe.(Zur Selbstherstellung in/ u. ½-Liter⸗Flaschen). Versandfertige Feldpostbriefe 70 Pf. Aller-Progerie, Seltersveg 39. Stiefelsohlen 70 Pf. um Selbstaufmachen. Ab⸗ ar wasserdicht, elapisch, erschlei wie dei Leder. Zahlreiche 2 — Tausende im Gebrauch.— Probeplatte für) Paar Sob⸗ len Mk. 3.— per Nachnahme. 1 Probepaar 70 Pfg. gegen Voreinsendg. des Betrages. Wiederverkäusern Rabatt! Fehnel's Neuchemie, Frankfurt a. M.-W. 03822 Echter Weinessig um Einmachen.“ Otto Schaaf, Seltersweg gg. o · Gießener Freilicht-Bühne (c egr. 1900). Sonntag, 18. Ju nachmittags 5 Uhr, 1 bel kleinen Preisen: Theodor Körner Spiele. Vorverk. bei Ernst Challier. Für die Siebener Freilich- Bühne: Dr. Bern bee. — naa— —— See