ßener Anzei 5 eint täglich, 2* 9 Sonntags.— Beilagen:— viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; ö zweimal wöchentl. Kreis- 85 lait für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Feitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitungl12 Verlag, Geschäftsstelleß Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. ße 5 8 0 1065. Jahrgang ner Anzei General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. 2 a 8 VVV 1 R Donnerstag, 15. Juli 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20: durch 5 E Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel; jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, 5 Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sänitlich in Gießen. Ein deutscher Erfolg in den Argonnen. chisch⸗ungarische Note an Amerila. Eine oͤsterrei er.) Großes Hauptquartier, 14. Juli. (Amtlich.). Westlicher Kriegsschauplatz. 1 Heute nacht wurden abermalige Handgranatenangrifft bei der Zuckerfabrik von Souchez abgewiesen. Die Franzosen surengten in der Gegend von Troyon estlich von Craonne) und Perthes(in der Champagne) er⸗ glos einige Minen. Unser Handgranatenfeuer hinderte sie, ich an den Sprengstellen festzusetzen.. In den Argonnen führten deutsche Angriffe 1 vollem Erfolg. Nordöstlich von Vienne⸗le⸗ hateau wurde etwa fin 1000 Meter Breite die französische Linie genommen. Ein Offizier, 137 Mann wurden gefangen, ein Maschinengewehr, ein Minenwerfer erbeutet. Südöstlich von Boureuilles stürmten unsere Truppen die feindliche Höhenstellung in einer Breite von drei Kilometern und einer Tiefe von einem Kilometer. Die Höhe 285(La Fille Morte) ist in unserem Besitz. An unverwundeten Gefangenen fielen 2581 Franzosen, darunter 51 Offiziere, in unsere pände; außerdem wurden 300 bis 490 verwundete Gefangene in Pflege genommen. Zwei Gebirgs⸗ geschütze, zwei Revolverkanonen, sechs Ma⸗ schinengewehre und eine große Menge Gerät wurden erbeutet. Unsere Truppen stießen bis zu den Stel⸗ lungen der französischen Artillerie vor und machten acht Geschütze unbrauchbar, die jetzt zwischen den beider— seitigen Linien stehen. 1 Ein englisches Flugzeug wurde bei Frezenberg, nordöstlich von pern, heruntergeschossen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Njemen und Weichsel haben unsere Truppen in Gegend Kalwarja, südwestlich von Kolno bei Prasz⸗ nyusz und südlich lawa einige örtliche Erfolge erzielt 8 Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei den deutschen Truppen keine Veränderung. Oberste Heeres leitung. * nh Der gestrige deutsche Tagesbericht widerlegt auf das 1 8 die Mitteilung der französischen Heeresleitung, aß die Armee des 5 bei ihrer neuesten Offen⸗ sive keine Erfolge hätte. Besonders der Vorstoß bei Boureuil⸗ les, etwa 25 Kilometer ostnordöstlich von Verdun, hat bei seiner breiten Frontanlage und der Tiefe des Gelände- gewinnes, sowie der großen Zahl der Gefangenen und Beutemenge eine sehr erhebliche Bedeutung. Im nördlichen Teil der Argonnen schwindet der französische Widerstand immer mehr, und die Festung Verdun wird in zunehmen- der Weise von den französischen Zufuhrstraßen abgeschnitten, besonders wenn der neueste Angriff von Norden nach Süden geführt worden ist, was wir aus dem Bericht unserer Ober⸗ sten Heeresleitung nicht klar erkennen können. Im Osten und Süden hat sich nach den gleichlautenden Berichten der verbündeten Heeresleitungen nichts von Bedeutung er— eignet. * Bei der kritischen Lage, in der wir uns mit den Ver⸗ einigten Staaten von Amerika befinden, wirkt es befreiend, daß auch die verbündete Habsburger Monarchie Gelegen- heit genommen hat, eindringlich auf den Boden des Rechtes und der Loyalität hinzuweisen, auf dem der Präsident Wil⸗ son seine Politik in diesen Kriegswirren aufzubauen hätte, wenn er wirklich von den Grundsätzen der Neutralität aus⸗ gehen wollte. Daß Oesterreich-Ungarn sich so entschlossen an Unsere Seite stellt, hat nicht nur den Wert einer moralischen Unterstützung der deutschen Schritte. Herr Wilson, der sich so emphatisch als Rechtskenner gebärdet hat, wird dem Umstande doch einige Bedeutung beilegen müssen, daß seiner Rechtsauffassung der Standpunkt me 2 erer großer Völker entgegensteht, dies in Wissenschaft und Recht doch wohl nicht als Waisenktnaben anzusehen sind. Die Tatsache der Wiener Intervention geht mit ihrem Inhalt in glücklichster Weise 8 Baron Burian weist nämlich treffend darauf hin, ß Amerila, will es wirklich strikte Neutralität wahren, auch die Verhältnisse beachten muß, wie sie sich im Laufe des Krieges herausgebildet haben. Vielleicht fühlt sich Herr Wilson, der ja nach einer Pressemeldung nächsten Freitag aus seinem Sommersitz nach Washington zurückkommen soll, bemüßigt, die graue Theorie, an der er bisher so hart⸗ näckig hing, mit dem belebenden Element der Tatsachen in Berührung zu bringen. Baron Burian gibt ihm ausgezeich— nete Richtlinien, und nicht nur dies, er zeigt ihm auch die praltischen Wege, die eine gerechte und vernünftige Neu⸗ tralitätspolitik im Weißen Hause jetzt einschlagen müßte. Man merkt es dem Wiener Aktenstück ordentlich an, wie herzlich und überzeugt sein Verfasser von der Wahrheit und Selbstverständlichkeit dessen überzeugt war, das er in diplomatische Formen kleiden mußte. Wir zweifeln ja nicht daran, so etwa heißt es, daß die amerikanische Regierung die Absicht hat, den internationalen Verträgen sich auf den Buchstaben anzupassen. Aber nur der Geist macht lebendig. Die engeren Paragraphen finden ihre Grenzen in dem großen Neutralitätsgedanken, der doch über den ölkerrechtlichen Abmachungen schwebte. Die Ausffuhr von iegsbedarf, wie sie jetzt von den Vereinigten 5 — 5 Gebirgswege das feindliche Lager. Nachdem beide Talaus— Staaten betrieben wird, hat eine Ausdehnung und Formen angenommen, die das elementare Bewußtsein er- wecken müssen, daß hier der Geist wahrer Neutralität schnöde verletzt wird. Baron Burian nimmt sich mit Recht die Frei— heit, darauf aufmerksam zu machen, inwiefern eine anders geartete Neutralitätspolitik, als sie Herr Wilson betreibt, mit den Interessen des amerikanischen Volkes voll im Ein— klange stehen würde. Wir sind gespannt darauf, wie Herr Wilson mit dieser neuesten Vorstellung sich abfinden wird. Er hat jetzt zwei wichtige Aufgaben zu lösen, Deutschland gegenüber, das ihm ein Entgegenkommen in der U-Bootfrage bewiesen hat, und Oesterreich-Ungarn gegenüber, mit dem er sich ebenso gründ⸗ lich auseinandersetzen muß wie mit Deutschland. Von der Maas bis an die Donau wird man jetzt auf die„Ueber- prüfung“ des amerikanischen Standpunktes warten. Mögen englische Blätter in London und Washington ihre Schmäh⸗ schleusen aufs neue öffnen; Würde, Recht und Gewissen. stehen auf der deutschen Seite. Und frei von Furcht geht es weiter auf unserer Bahn! ** Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 14. Juli.(WT. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 14. Juli 1915 mittags. Russischer Kriegsschauplatz. Die allgemeine Situation ist unverändert. W Kriegsschauplatz. Von Artilleriekümpfen und Scharmützeln abgesehen, hat sich an der Südwestfront nichts ereignet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 5 Wien, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kriegs- berichterstatter der Blätter berichten über einen gelungenen Ueberfall von Tiroler tze piniko i, di Bren 2 ug 0 6 3 Kanonen überfiel am 8. Juli nach einem Marsche über änge besetzt worden waren, eröffneten sie das Feuer gegen ie Italiener, die über 100 Mann verloren und eiligst aus dem Tale flohen. Auf seiten der Oesterreicher wurde nur ein Mann verletzt. Wien, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kriegsbericht⸗ erstatter der Blätter heben die Tatsache hervor, daß mit dem Ausbruch des italienischen Krieges sich auch in den bisher am stärksten irredentistisch gesinnten Gegenden Istriens die Bevöl- kerung sofort aufs heftigste gegen Italien und gegen den Irredentismus wandte. Den irredentistischen Führern wurden am ge der Kriegserklärung die Fenster eingeschlagen. Flücht⸗ linge aus den von den Italienern besetzten Grenzdörfern erzählen voll Empörung von Untaten ihrer Befreier; Schändungen von Kindern, Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen, brutale Mißhandlungen und Grausamkeiten jeder Art sind die tägliche Arbeit der italienischen Patrouillen. Wie unbedingt kaisertreu der weitaus überwiegende Teil der welschtirolischen Bevölkerung ist, zeigt sich erst jetzt, da sie selbst den Kampf um die Scholle mit⸗ macht. Aus den kleinsten und ärmsten istrianischen Dörfern laufen Spenden und Liebesgaben für die Soldaten unserer Südarmee ein. Die Wiedereroberung Lembergs wurde in Kapo d'Istria ohne vorherige behördliche Einladung mit der Beflaggung sämtlicher Häuser mit schwarzgelben. Fahnen gefeiert. Der franzöfische Bericht. Paris, 13. Juli.(Ctr. Frkft.) Die amtlichen Berichte vom Dienstag lauten: 8 Uhr nachmittags: Vor unseren Stellungen im„Laby⸗ rinth“ wurde unter dem Schutze heftigen Sperrfeuers nachts ein deutscher Angriff versucht. Die Angreifer wurden vollständig dezimiert und in ihre Linien zurückgeworfen. Handgranatenkampf, Gewehr- und Geschützfeuer im Walde von Aprémont, in der Gegend von Régnsville und im Priesterwalde. In den Vogesen wurde ein Angriffsversuch der Deutschen gegen den von uns auf dem östlichen Üfer der Fecht bei Sondernach besetzten Brückenkopf zurückgeschlagen. Ein Luftgeschwader in der Stärke von 35 Flugzeugen überflog am Morgen trotz einem Winde von 18,5 Sekundenmetern Geschwindigkeit den von den Deutschen in Vig⸗ neulles eingerichteten strategischen Bahnhof und bombardierte ihn. Dieser Bahnhof bedient zugleich die Gegend des Grabens von/ Calonne und diejenige des Waldes von Aprémont. Sehr beträcht⸗ liche Vorräte aller Art waren dort konzentriert. Unsere Flugzeuge gaben 171 90er Granaten auf das angegebene Ziel ab. Das Bombardement verursachte mehrere Brandausbrüche. Sämtliche Apparate kehrten trotz starken Gewehrfeuers zurück. 11 Uhr abends: In Belgien Bombardement der franzö⸗ sischen und britischen Linie. Die Deutschen verwendeten Bom⸗ ben mit erstickenden Gasen. In der Gegend nördlich von Arras war das Geschützfeuer besonders 1. Man meldet neuen Sach⸗ schaden in Arras. Im Laufe des ges fand keine Infanterie⸗ aktion statt. a In den Argonnen hat die Armee des Kron⸗ vrinzen die Offen five an der Straße Binarville⸗ Vienne⸗Le Chäteau bis zur Gegend der Haute⸗ Chevauchse wieder aufgenommen und eine neue Schlappe erlitten Nach einem sehr heftigen Bombardement und Sperrfeuer mit Bomben von erstickenden Gasen hat der Feind mit beträchtlichen Streitkräften angegriffen. 5 Infanterie⸗Regimenter des 16. Korps wurden bereits festgestellt. An jenen Punkten, wo unsere Linie für den Augenblick gebrochen wurde, b Gegenangrüffe unsererseits den Fortschritt des Feindes gehemmt und ihn wieder zurückgetrieben. Zwischen der Maas und der Mosel dauert das Geschütz⸗ seuer an, besonders im Walde von Aprémont und im Priester⸗ walde, wo die Deutschen nach dem Scheitern ihres neuen Versuches in der Nacht vom 12. zum 13. ihren Angriff nicht erneuert haben. Zwischen Fey⸗en⸗Hauye und dem Walde haben wir in dem mit n auf die 90. Al ⸗ A Handgranaten in den verbündeten Gängen geführten Kampf an Terrain gewonnen. Der russische Bericht. 5 Petersburg, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab teilt mit: b Die örtlichen Aktionen an der Bobr⸗ und Narewfront dauerten fort. Bei Ossowiec und Jedwabno herrschte vom 11. abends bis 12. früh lebhaftes Artilleriefeuer. In den Tälern der Skroda, Pissa und Schkva Gewehrfeuer, Die feind⸗ liche Infanterie machte in der Nacht zum 12. Juli mit wenig erheblichen Kräften Angriffe gegen die Törfer Tartak, Olchine und Groulusk, die wir erfolgreich zurückschlugen. An den andern Fron⸗ ten keine Aktion. Der italienische Bericht. „Rom, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht der Heeres⸗ leitung vom 13. Juli: Die allgemeine Lage ist auf der ganzen Front unverändert. Gestern früh bombardierte eines unserer Flug⸗ zeuggeschwader wirksam aus 600 Meter Entfernung ein bedeutendes Lager des Feindes bei Görz. ** Eine Note Gesterreichs an die vereinigten Staaten. 5 Wien, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Mi nister g des Aeußern hat an den Botschafter der Vereinigtem Staaten von Amerika am Wiener Hofe eine Note gerichtet, die den nachstehenden Wortlaut hat:. 1 „Wien, 29. Juni 1915. Die tiefgreifenden Wirkungen, welche sich aus der Tatsache ergeben, die sich seit geraumer Zeit zwischen den 8 Staaten von Amerika einerseits und Großbritannien und dessen Verbündeten andererseits im Han dels verkehr mit Kriegswaffen im großen Umfang ab⸗ spielt, während Oesterreich⸗Ungarn gleich Deutschland von dem 1 1 von allem . Re * den 8 Willen der Bundesregierung, herausgebildet haben, nicht derarti 0 beschaffen sind, daß sie die Intentionen des Washingtoner Aub 0 netts ihrer Wirkung nach durchkreuzen, ja daß diese geradezu ing Gegenteil verkehrt werden. Wird aber diese Frage bejaht, und ihre Bejahung kann nach der Meinung der k. und k. Regierung nicht zweifelhaft sein, dann knüpft sich hieran von selbst die weitere Frage, ob es nicht möglich, ja sogar geboten erscheint, daß Maß⸗ nahmen ergriffen werden, die geeignet sind, dem Wunsch der Bundesregierung, beiden Kriegsparteien gegenüber eine stärkere paritätische Haltung einzunehmen, volle Geltung zu ver⸗ schaffen. Die k. und k. Regierung zögert nicht, auch diese Rechts⸗ frage unbedingt zu bejahen. 7 Der amerikanischen Regierung, die an dem Haager Werke in so hervorragender Weise mitgearbeitet hat, ist es sicherlich nicht entgangen, daß sich Wesen und Inhalt der Neutrali⸗ tät in den fragmentarischen Vorschristen der einschlägigen Verträge nicht annähernd erschöpfen. Faßt man speziell die Entstehungs⸗ geschichte von Artikel 7, bezw. 13 der Konvention ins Auge, auf den sich die Bundesregierung in vorliegendem Falle offenbar stützt, und dessen Wortlaut ihr, wie durchaus nicht geleugnet werden soll⸗ 5 eine formale Handhabe für die Duldung des von den Vereinigten Staaten gegenwärtig betriebenen Handels mit Kriegsmaterial bietet, so bedarf es, um den wahren Geist und die Tragweite dieser Bestimmung zu ermessen, die übrigens schon durch das Verbot der Lieferung von Kriegsschiffen und durch das Verbot gewissen Lieferungen an Kriegsschiffe der kriegführenden Länder durchbrochen erscheint, nicht erst des Hinweises darauf, daß die neutralen Staaten in den einzelnen eingeräumten Befugnissen im Simme des Preg bule zur letztgenannten Konvention ihre Grenzen findet in d Forderungen der Neutralität, wie sie den allgemein anerkannt Prinzipien des internationalen Rechtes entsprechen. Nach allen Autoritäten des Völkerrechtes, die sich mit der hier zunächst in Be⸗ tracht kommenden Frage des näheren beschäftigen, darf eine neutrale Regierung den Handel mit Kriegskonterbande nicht 1 sich vollziehen lassen, wenn der Handel eine solche Gestalt oder solche Dimensionen annimmt, daß dadu 0 die Neutralitätdes Landes in Mitleidenschaft ge⸗ zogen wird. Mag man nun der Beurteilung der Zulässigkeit des Konterbandehandels, welches der verschiedenen Kriterien immer zu Grunde legen, die in dieser Hinsicht in der Wissenschaft aufgestellt wurden, sa gelangt man nach 858 m einzelnen derselben zu dem Schlusse, daß der Export von Kriegsbedarf aus den Vereinigten Staaten, wie er im gegenwärtigen Kriege betrieben wird, mit den Forerdungen der Neutralität nicht in Einklang zu bringen ist. Es handelt sich jetzt nicht etwa um die Frage, ob die ameri⸗ kanische Industrie, die sich mit der Erzeugung von Kriegsmaterial beschäftigt, davor bewahrt werden soll, daß der Export, den sie zu Friedenszeiten betrieben hat, eine Einbuße erleide. Vielmehr ha diese Industrie gerade infolge des Krieges eine ungeahnte Steis gerung erfahren. Um die ungeheuren Mengen von Waffen, Mu⸗ nition und sonstigem Kriegsmaterial aller Art zu fabrizieren, welche Großbritannien und dessen Verbündete im Laufe der ver gangenen Monate in den Vereinigten Staaten bestellt haben, bedurfte es nicht nur der vollen Ausnutzung, sondern sogar dei Umwandlung und Erweiterung der bestehenden und der Schaffun neuer größerer Betriebe, sowie des Juströmens von Massen vol Arbeitern aller Branchen zu diesen Betrieben, kurz tiefgrei 75 1 ganze Land erfassender Aenderungen des wirtschaftlichen ens. Der amerikanischen Regierung kann sonach von keiner Seite das Recht bestritten werden, durch Erlassung eines Aus⸗ fuhrverbotes diesen offen zu Tage liegenden enormen Ex- port von Kriegsbedarf zu inhibieren, von welchem überdies noto- risch ist, daß er nur einer der k ührenden Parteien zu gute kommen kann. Würde die Bundesregierung von dieser ihr zu⸗ stehenden Befugnis Gebrauch machen, so könnte sie ein Vorwurf auch dann nicht treffen, wenn sie, um mit den Anforderungen der nationalen Gesetzgebung im Einklang zu bleiben, den Weg der Erlassung eines Gesetzes beschritte. Denn wenn es auch prinzipiell zutrifft, daß ein neutraler Staat die in seinem Bereich geltenden Vorschriften betreffend sein Verhalten zu den Krieg⸗ führenden nicht abändern soll, solange der Krieg dauert, so erleide der Grundsatz doch, wie sich aus dem Preambule 13 der Haager Konvention klar ergibt, in dem Falle eine Ausnahme,„ou l'ex⸗ perience en demontrergit la necessite pour la sauvegarde de ses droits“. Dieser Fall ist übrigens für die amerikanische Regierung schon mit der Tatsache gegeben, daß Oesterreich-Ungarn ebenso wie Deutschland von jedem Handelsverkehr mit den Ver⸗ einigten Staaten abgeschnitten ist, ohne daß die rechtliche Vor⸗ aussetzung hierfür, eine ige Blockade, vorläge. Dem et⸗ waigen Einwand gegenüber es bei aller Bereitwilligkeit der amerikanischen Industrie, wie an Großbritannien und dessen, Ver⸗ bündete, so auch an Oesterreich-Ungarn und Deutschland zu liefern, den Vereinigten Staaten aber nur infolge der Kriegslage nicht mög⸗ 5 lich sei, mit Oesterreich⸗Ungarn und Deutschland Handel zu treihen, darf wohl darauf hingewiesen werden, daß die Bundesregieränz . zweifellos wohl in der Lage wäre, dem geschilderten Zustande ab⸗ uhelfen. Es würde wohl vollauf genügen, den Gegnern. sterreich⸗Ungarns und Deutschlands die Sistierung der Zufuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen für den in Aussicht zu stellen, daß der legitime Handel in diesen. irtikeln zwischen der Union und den beiden Zentralmächten nicht freigegeben wird. Wenn sich das Washingtoner Kabinett zu einer Aktion in diesem Sinne bereit fände, so würde es nicht nur der in den Vereinigten Staaten stets hochgehaltenen Tradition folgen, für die Freiheit des legitimen Seehandels einzutreten, sondern sich auch das hohe Verdienst erwerben das frevelhafte Bestreben der Feinde Oesterreich⸗Ungarns und Deutschlands, sich des Hungers aals Bundesgenossen zu bedienen, zu nichte zu machen. Die k und k. Regierung darf sonach im Geiste der ausge⸗ zeichneten Beziehungen, die niemals aufgehört ha⸗ ben, zwischen der österreichisch-ungarischen Monarchie und den Vereinigten Staaten zu bestehen, an die Bundesregierung den von aufrichtiger Freundschaft getragenen Appell richten, sie möge unter Bedachtnahme auf die hier entwickelten Darlegungen den von ihr in dieser so hochbedeutsamen Frage bisher eingenomme— nen Standpunkt einer reiflichen Ueberprüfung unterziehen. Eine Revision der seitens der Regierung der Union beobachteten Haltung im Sinne der von der k. und k. Regierung vertretenen Auffassung würde nach deren Ueberzeugung nicht nur im Rahmen der Gebiete und Obliegenheiten einer neutralen Regierung, sondern auch in den Richtlinien jener von wahrer Menschlich⸗ keit und Friedensliebe beherrschten Grundsätze liegen, welche die Vereinigten Staaten von jeher auf ihr Banner ge⸗ schrieben haben. Indem der Unterzeichnete die Ehre hat, die sehr 3 gefällige Vermittlung Seiner Exzellenz des außerordentlichen be⸗ biollmächtigten Botschafters der Vereinigten Staaten von Amerika Herrn Fredric Courtland Penfield mit der Bitte ganz ergebenst in Anspruch zu nehmen, die vorstehenden Ausführungen auf tele⸗ 3 hischem Wege zur Kenntnis des Washingtoner Kabinetts ge⸗ . 2 zu lassen, benützt er zugleich auch diesen Anlaß, um Seiner Exzellenz, dem amerikanischen Botschafter, den Ausdruck seiner gezeichneten Hochachtung zu erneuern.. Burian m. p. Deutschland und Amerika. Rotterdam, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant“ gibt folgende Meldung der „Morning Post“ aus Washington wieder Deutsch⸗ land wülnscht Baumwolle einzuführen, obwohl es ug Vorräte für den gegenwärtigen Bedarf hat. Seit einiger Zeit werden n der deutschen Regierung und der admerikanischen Regierung Verhandlungen wegen der Ein⸗ fuhr von Farbstoffen, die Amerika dringend braucht, geführt. Die deutsche Regierung verweigert die Ausfuhr, wenn nicht eine entsprechende Menge Baumwolle nach Deutschland kommt. Der Korrespondent der„Morning Post“ nennt es eine Erpressertaktik. Die Vereinigten Staaten weigerten sich, die deutschen Bedingungen für die Ausfuhr anzunehmen. 25 87 . * * * * Der türkische Bericht. KNonstantinopel, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier meldet von der kaukasischen Front: Die Verluste des Feindes an Toten und Verwundeten in der Gegend von Aras in den Gefechten der letzten Woche zwischen unseren Truppen und der feindlichen Infanterie und Kavallerie, die mit dem Rückzug des Feindes endeten, werden auf 2000 ge⸗ schätzt. Gegenwärtig zählten wir über 600 Tote auf der Rückzugs⸗ straße des Feindes. An der Dardanellenfront versuchte der Feind vor⸗ gestern vormittag bei Ari Burnu nach heftigem Geschütz⸗ und Gewehrfeuer unter Bombenschleudern gegen unseren rechten Flügel vorzugehen. Der Angriff des Feindes brach in un⸗ serem Feuer zusammen. Der Feind zog sich zurück. Ein ähnlicher Angriff gegen unseren linken Flügel wurde ebenso leicht abgewiesen. Der Feind floh eilig. Ein Teil der Flüchtenden fiel in Abgründe. Wir erbeuteten eine Menge Muni⸗ tion, Waffen und Kriegs material. Bei Sedd⸗ül⸗ Bahr griff der Feind am gleichen Vormittag nach heftigem Ge⸗ schlützfeuer von seinen beiden Flügeln aus und unterstützt von einem Teil seiner Flotte unseren rechten und linken Flügel an. Er wiederholte dreimal den Angriff auf unseren richten Flügel, wir wiesen ihn ab und fügten ehm schwere Verluste zu. Der Kampf auf dem linken Flügel artete in Schützengräbenkämpfe aus und ging ergebnislos bis zum Erübruch der Nacht wester. Wir erbeuteten zwer feindliche Maschinengewehre auf ötesem Flügel. Trotz der Veischwendung von ungefhr 60 000 Granckten in der gestrigen Schlacht und trotz beträchtlicher Ver⸗ luste erreichte der Feind nichts. „ Die widerspenstigen Bergarbeiter in England. 8 London, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Mor- ningpost“ meldet: In Cardiff fand eine Versammlung der Abgeordneten der Bergleute von Südwales statt. Sie war von 304 Abgeordneten besucht, die 136 493 Berg⸗ arbeiter, etwa 65 Proz. der gesamten Arbeiterschaft des Reviers, vertraten. Die überwältigende Mehrheit lehnte den Vorschlag des ausführenden Ausschusses ab, daß die Arbeit während der weiteren Verhandlungen mit der Re⸗ gierung fortgesetzt werden soll. Eine noch größere Mehrheit verwarf den Antrag, eine namentliche 4 aller Arbeiter zu veranstalten. Angenommen wurde allein der Antrag, daß die Versammlung an den ursprünglichen Be⸗ schlüssen festhält. Die Konferenz ging auseinander, ohne eine neue Versammlung vorzusehen. Heute läuft die 14tägige de der täglichen Arbeitskontrakte ab, die am 30. Juni F o Die Nachricht von dem Beschlusse der Bergarbeiter in Südwales schlug, dem„Daily Telegraph“ zufolge, wie eine Bombe ein. Die Blätter führen übereinstimmend aus, daß die Führer die Macht über die Arbeiter verloren hätten. Man erachtet Lloyd George des Versprechens entbunden, daß er die Bergleute nicht unter das Munitionsgesetz stelle. Wenn das Gesetz auf die Bergleute ausgedehnt wird, tritt das obligatorische Schiedsgericht in Kraft. Man glaubt, daß die Drohung des Munitionsgesetzes genüge, um den Ausstand zu deres b London, 14. Juli.(WTB Nichtamtlich.) Der Muni⸗ tionsminister kündigte gestern an, es werde eine Ver⸗ ordnung erscheinen, durch welche jeder Streik in dem Kohlenbezirke Südwales für eine Gesetzes⸗ übertretung erklärt wird. Aus dem englischen Unterhaus. London, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Simon sagte auf eine Anfrage, daß in der letzten Woche 1140 Fremde interniert und 573 heimgeschickt wurden. Asquith sagte auf eine Frage, er hoffe, daß die Parlamentssession Ende Juli schließe. Addison sagte in einer Antwort, daß sich bisher 89 266 Munitionsarbeiter gemeldet haben. Es sei noch unsicher, wieviele ihrer gegenwärtigen Beschäftigung entzogen werden könnten. Die Abgeordneten Markham, Lynck und Dalziel stellten sechs aner verschiedenen Inhalts. Markham fragte, ob der Premierminister zusichern wolle, daß unfähige Beamte aus dem Kriegsamt ent⸗ lassen würden, Lynck wünschte eine Debatte über die Kriegführung und Gründe für die Einsetzung eines Geschoßministeriums. Dal ⸗ ziel wünschte eine Debatte über die Rede Haldanes. Asquith erklärte, alle Fragen zusammen zu beantworten, und sagte dann: Es ist nicht im öffentlichen Interesse, mehr zu sagen, als daß ich gegenwärtig keine öffentlichen Mitteilungen machen kann, und daß eine Debatte unter den obwaltenden Umständen keinem guten, Zwecke dienen und den besten Interessen der Nation schaden würde.(Bei⸗ fall.) Der Nationalist Healy fragte, ob Asquith dem Hause mit⸗ teilen könne, woher Dalziel Informationen besitze, die sich anderen entzögen. Asguith sagte, er könne die Frage nicht beantworten. Markham fragte: Sollen wir also annehmen, daß Beamte, die in ihrer amtlichen Tätigkeit versagten, im Amt bleiben sollen? [Asquith erwiderte mit Schärfe, man solle nichts Derartiges an⸗ nehmen. Der ehrenwerte Abgeordnete solle annehmen, was er, Asquith, sage, das sei der überlegte Entschluß der Regierung und entspreche dem Gefühle der großen Mehrheit des Hauses und der Nation. Dal ziel fragte, ob Asquith mit Lloyd George über⸗ einstimme, daß Haldanes Aeußerungen ungenau und unvollständig gewesen seien. Asguith erwiderte, er habe nichts hinzuzufügen. Lynck fragte: Läßt nicht der Stand der Dinge eine große Un⸗ fähigkeit und kolossale Fehler der leitenden Stellen erkennen? Der Sprecher bemerkte: Das führt zur Debatte! Pringle fragte: Hält Asquith es für richtig, daß diese Debatte in der Presse fort⸗ dauern soll, während sie im Parlament verboten bleibt? As⸗ guith lehnte die Antwort ab, da die Frage sich nicht aus den früheren Fragen ergebe. Thorn e(Arbeiterpartei) rief dazwischen: Welch eine glückliche Familie! London, 14. Juli.(Ctr. Frkft.) Im Unterhaus brachte Asquith, nachdem er die einzelnen Phasen des Feldzuges in Südwestafrika skizziert hatte, folgende Resolution ein:„Das Parlament spricht im Namen des ganzen Reiches seine Bewun⸗ derung und Dankbarkeit aus, zunächst gegenüber dem be⸗ rühmten General und Premierminister der Union, Bot ha, der dem Reiche unschätzbare Dienste geleistet hat, zu dessen geliebtesten und geachtetsten Söhnen er gehört, sodann gegenüber un⸗ erschroclenen Soldaten, seien sie Buren oder Engländer von Geburt, die Seite an Seite wie Brüder für die allen gleich teure Sache, für die Verbreitung der Freiheit und der Menschlichkeit gekämpft haben.“ Die Resolution wurde mit begeisterten Rufen angenommen. Englische Zensur der schwedischen Post. Kopenhagen, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.)„Ber⸗ lingsle Tidende“ meldet aus Stockholm: Die schwedische ge-[Post aus Nordamerika und Argentinien wird trotz des schwedischen Protestes auch weiter von den Eng- ländern und Franzosen zensuriert. Petersburg, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber Stock⸗ holm. Der„Rjetsch“ teilt aus völlig zuverlässiger Quelle mit, daß die schwedische Regierung die Frage der Aufhebung des Transit⸗ verbots für Güter nach Rußland offengelassen hat, bis das Ver⸗ hältnis Schwedens zu England zufriedenstellend geordnet ist. Mög⸗ licherweise werde ein Teil der Güter nach Rußland abgehen dürfen. In russischen Diplomatenkreisen, so sagt das Blatt, halte man die Lösung für ein schlechtes Zeichen. Staatssekretär Grey. London, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reu⸗ tersche Bureau meldet: Staatssekretär Grey wohnte heute zum ersten Male seit seiner Abwesenheit vom Auswärtigen Amt wieder einem Kabinettsrat bei. % Die flämische Bewegung in Belgien. Haag, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Nieuwe Courant“ veröffentlicht einen Artikel seines Korrespondenten in Aardenburg über die flämische Bewegung in Belgien, in dem ausgeführt wird: Noch vor einem halben Jahre konnte von einer selbständigen flämischen Be⸗ wegung keine Rede sein. Dann kam eine Zersplitterung in zwei Richtungen; die eine mit dem Hauptsitz in den Niederlanden war vor allem belgisch und wollte erst das Vaterland befreien, die andere, mit dem 8 in Gent, hatte das Schlagwort: Flandern über alles, Belgien ist nur den eg ee der Fi a lauben, es sei der historische Augenblick gekommen, um .— von der fremden Oberherrschaft zu befreien. Der erste Programmpunkt war: Flandern unter flämischer Ver⸗ waltung, damit in einer national gesäuberten Umgebung eine te flämische Kultur entstehen könnte. Die beiden Bewegungen, die sich zuerst bekämpft haben, finden jetzt ein⸗ ander wieder. Bekannte Flamen nehmen an der Bewegung teil und arbeiten zusammen für ein starkes und freies flämisches Volk. Nicht der 2 des Krieges soll ent⸗ scheiden, sondern der einige Wille aller Flamen, weder deutsch noch französisch zu sein. Aeußerungen des russischen Ministerpräsidenten. Petersburg, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Der Mi⸗ nisterpräsident Goremykin empfing eine ausgewählte Abord⸗ nung des Aeltestenrates der Duma und erklärte, die Wünsche des Konvents dem Ministerrat vorlegen zu wollen. Er wisse nicht, was die Duma in dem jetzigen Zeitpunkte überhaupt helfen könne. Die Lage sei viel besser, als viele Uneingeweihte sich vorstellen würden. Ein Mitglied der Abordnung bat um die Ausgabe von Verlustlisten, da ganz ph antastische Schätzungen in der Be⸗ völkerung herrschen würden. Gorempkin erklärte, daß die russischen Verluste nicht so groß seien, wie die deutschen Zeitungen sie angeben. Aus dem Reiche. Die Brotgetreideregelung. Berlin, 14. Juli.(WTB. Amtlich) Bei der Einführung der Grotgetreideregelung wurde, um in der Uebergangs⸗ zeit Stockungen zu vermeiden, ein eingeschränkter Mehr- handel zugelassen. Für die Rege in dem beginnenden Wirt⸗ schaftsjahr war diese Rücksicht nicht so daß hier jeder der⸗ arti ehlhandel verboten ist; ein Kommunalverband darf dann Mehl nur innerhalb seines Bezirks abgeben, ein Mehlverkehr Über die Grenzen eines Kommunalverbandes hinaus ist allein ein iff. Die Anhänger dieser Bewegung r die Dauer der Verhandlung bewilligt wurden. Sache de Reichsgetreidestelle. Jene Uebergangsvorschriften sind Andessen 1 länger desto mehr dazu benutzt worden nanntem beschlagnahmefreiem Mehl ein Mehl zu übertriebenen Preisen— Roggenmehl zu Weizenmehl zu 90 bis 110 Mark oder noch höher— 0 ö in den Ver⸗ lebe Genen Pede uu die dune bar eh gung der deutschen Bevölkerung empfindlich mancherorts gestört hat. Der Reichskanzler veranlaßt gesehen, die einschlägigen Vorschriften der alten 55 ordnung über den Mehlhandel schon jetzt aufzuheben. Die Besitzer von Mehlvorräten, die sie nicht von ihrem Kommunalverbande, von der Kriegsgetreidegesellschaft oder von der Zentraleinkaufs? gesellschaft erhalten haben, werden daher gut tun, sie möglichst 1 3. been r sen unsten sie na erordnung vom 28. Juni 1915 am 16. 2 1 1915 beschlagnahmt sein werden. 825 Stuttgart, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Um den Auswüchsen des Zwischenhandels und des wucherischen Treibens im Groß⸗ und Kleinhandel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs(Brot, Mehl, Fleischwaren, Kaffee, Tee, Kakao, Gemüse, Milch, Holz, Kohlen, Leuchtöl und Seife) entgegenzutreten, hat das Stell⸗ vertretende Generalkommando des 13. Armeekorps verfügt, daß mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft wird, wer beim Verkauf bezw. Einkauf unverhältnismäßig hohe Preise bietet, fordert oder annimmt, wer zum Verkauf bestimmte Gegenstände zurückhält und wer als Verkäufer ohne Grund 5 7 1 die Abgabe seiner Verkaufsgegenstände ver⸗ eigert. 77 5 Aus Bessen. rb. Darmstadt, 14. Juli. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer der Lanbstünde 2 vormittag unter Vorsitz des Abg. Dr. Osann zu einer längeren Beratung zusammen, in welcher die zurzeit im Vordergrunde stehenden finanziellen und ee Fragen des Großherzogtums einer eingehenden sprechung unterzogen würden. Nach der Ausschußsitzung fand noch eine gemeinsame Beratung mit der Regierung statt, die durch die drei Minister und 1 weitere Regierungsmitglieder vertreten war. Die sämtlichen Be⸗ ratungen waren streng vertraulicher Natur. Aus Stadt und Cand. Gießen, 15. Juli 1915. Vermißtenermittlung und Gefangenenfürsorge. 0 10 gte* Vermißten und die Für⸗ sorgetätigkeit für kriegsgefangene Deutsche war bisher in Großherzogtum Hessen 4 einheitlich ge⸗ ordnet. So kam es, daß mehrere Stellen neben arbeiteten und wegen desselben Vermißten und desselben Sei e ast immer in zweckloser Weise mehrere Stellen gleichzeitig in Anspruch genommen wurden. Um die sich hieraus ergebenden Mißstände für die Zukunft abzu⸗ stellen, hat nunmehr der al Landesverein vom Roten Kreuz die Ermittelung von Vermißten und die Fürsorge⸗ tätigkeit für kriegsgefangene Deutsche zwecks einheitlicher Regelung für das gesamte Großherzogtum Hessen in die Hand genommen, indem e en auch die in Darm⸗ stadt bestehende„Hessische Vermißten⸗Ermitte⸗ lung“ in den genannten Landesverein als ein Organ des⸗ selben(Bezirksausschuß in Darmstadt) eingegliedert wurde. Der Hessische Landesverein vom Roten Kreuz übt die Ermittelungs- und Fürsorgetätigkeit durch Bezirks ⸗ an ür vermißte und kriegsgefangene tsche aus. Solche Bezirksausschüsse bestehen zurzeit folgende: 1.„Hessischer 3 vom Roten„ Bezi 3.U schuß für vermißte und kriegsgefangene Deutsche“ in Darm⸗ stadt, zuständig für die Kreise Darmstadt, Dieburg, Erbach 75 aus e fir 2. E vom Roten Kreuz, Be⸗ irksausschuß für vermißte und kriegsgefangene Deutsche“ 1 Offenbach, zuständig für den Kreis a e verein vom Roten* Bezirksausschuß für vermißlte und kriegsgefangene Deutsche“ in Heppenheim, zuständig für die Kreise Heppenheim und Bensheim. 4.„Zweigverein vom Roten Kreuz, Bezirksausschuß für vermißte und kriegs⸗ * gefangene Deutsche“ in Gießen, 1 für die Kreise Gießen, Alsfeld, Lauterbach und otten. 5.„Zweigverein vom Roten Kreuz, Bezirksausschuß für vermißte und kriegs⸗ efangene Deutsche“ in Friedberg, zuständig für die Kreise riedberg und Büdingen. 6.„Kreisverein Mainz vom Roten Kreuz, Bezirksausschuß für vermißte und kriegsgefangene Deutsche in Mainz, zuständig für die Kreise Mainz, Bingen 3 e„Zwei fa 8 Roten 951 ezirksausschuß für vermißte und kriegsgefangene Deutsche“ in Worms, zuständig für die Kreise Worms und Alzey. Die Aufgaben der Bezirksausschüsse sind die nach⸗ stehenden: a) Nachforschung nach Vermißten, b) Auskunft über den Verkehr mit Gefangenen, o) Auskunft über die Gefangenenlager, d) Unterstützung von einzelnen enen und Anträge auf Unterstützung von ganzen Ge⸗ fange ngen 1 Die Anmeldung von Vermißten ist zweckmäßiger⸗ weise an den für den Wohnort des Anmeldenden zuständigen Bezirksausschuß zu richten. Dies kann auch durch Vermitt⸗ lung eines Zweigvereins vom Roten Kreuz oder einen Ver⸗ trauensmann des Roten Kreuzes erfolgen. Der Hessische Lan⸗ desverein vom Roten Kreuz und seine sämtlichen Bezirks⸗ ausschüsse sind mit der in Frankfurt a. M. im Anschluß an den dortigen Verein vom Roten Kreuz für. geschaffenen Zentralstelle für kriegsgefangene Deutsche in Arbeitsgemeinschaft getreten. Durch diese Arbeitsgemeinschaft ist den Bezirtsausschüssen der Verkehr mit dem feindlichen Auslande erleichtert. Auch wird ihnen hierdurch die Nutzbar⸗ machung der in Frankfurt a. M. in reichem Maße zusammen⸗ laufenden Unterlagen und der dort schon gesammelten und noch zu sammelnden Erfahrungen ermöglicht. Die gesamte Tätigkeit der Bezirksausschüsse ist unentgeltlich. Selbst⸗ verständlich werden freiwillige Geldspenden gerne entgegen⸗ genommen, die nicht für die Ermittlungstätigkeit, sondern ausschließlich zur Unterstützung von in Kriegsgefangenschaft geratenen Deutschen verwendet werden. Soweit Vermißte bei einer der schon zurzeit für die Vermißtenermittlung im Groß⸗ herzogtum Hessen bestehenden Stellen bereits a eldet sind, bedarf es keiner neuen Anmeldung. Auf Grund der schon vorliegenden Anmeldungen werden die Ermittlungen fortgesetzt oder eingeleitet werden. * egen technischer Schwierigkeiten mu W der„Gießener Familienblätter“— ** W̃᷑ die heutige fallen. * Ritter des Eisernen Kreuzes. Unteroffiz Käß aus Marburg. Oberleutn. d. L. Stumpf, 5. b Inf.-Regt., Direktor des Landeszuchthauses 0 Gefr.(Lehrer) Bentheim, Res.⸗Inf.⸗ 2 solms. Oberpostassistent Feldwebelleutn. Ife! us Freiherr von Grotthuß,, Kom⸗ mandeur des Ersatz-Bataillons Fuß-⸗Art.⸗Regt. 3, aus Aner⸗ bach. Gefr. Ferd. Löb, Res.⸗Inf.⸗Regt. 168. Auszeichnung. dem Jäger Emil Mar⸗ n vom Kurhess. Jäger. ⸗Bat. 11, Teilhaber der Firma r& Marquardt in Gießen, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Prof. Dr. Behrens ist nach der„Neuen Freien sse“ vom Professorenkollegium der philosophischen Fa⸗ tät an der Wiener Universität als Nachfolger für den nach Bonn berufenen o. Professor der romanischen Phi⸗ lologie Dr. W. Meyer ⸗Lübke an erster Stelle vorgeschlagen worden. Personalnachricht. Die Groß Amtliche berzogin hat 5 14. Juli d. Is. den Oekonomen am Landes- —— Marienschloß Georg Holzmann zum Aktuar bei dem imtsgericht Ober⸗Ingelheim ernannt. g Illner-Ausstellung. Heute vormittag wurde in Gegenwart einer Anzahl geladener Gäste die in den Räu⸗ men des 1 Kunstvereins für die nächste Zeit untergebrachte Ausstellung des Darmstädter Porträtisten Professors Walter Illner eröffnet. Sie um⸗ faßt einige dreißig Bildnisse sowie eine„Kreuzigung“ von hoher Eigenart. Zur Einführung des Künstlers und seines Schaffens dürften einige Geleitworte willkommen sein, die uns von kunstverständiger Seite aus Darmstadt kommen: „In der künstlerischen Betrachtungsweise haben sich in den letzten 10 Jahren große Wandlungen vollzogen. Betritt man ein Museum mit Werken verschiedener Zeit, so kann man auf einen Blick mit Leichtigkeit die Bilder unterschei⸗ den, die vor 1900 gemalt sind, gegenüber denen aus letzter Zeit. Inhalt und Farbengebung sind durchaus verschieden. an spürt hier das Wirken starker Persönlichkeiten, die sich von der altmeisterlichen Manier frei—⸗ gemacht und eine neue Kultur des Auges herbei— geführt haben. Ihnen war die tsache, farbige Har⸗ monien zu erzeugen, prächtige Zusammenstimmung von Farbenklängen wirken zu lassen, zu„bilden“ und nicht zu „reden“. Diese Art, die Welt zu sehen und auf dem Bilde zu lanpen, nennen wir„dekorativ“ arbeiten. Sie hat ihre Wurzel in dem erstarkten architektonischen Empfinden, die das Werk des Malers nicht bloß auf der Staffelei sieht, sondern als Teil eines Raumes empfindet. Künstler, die mit Rücksicht auf die Umgebung ihrer Werke arbeiten, sind nicht mehr frei, sondern haben bestimmte Aufgaben zu er⸗ füllen, ihre Farben wie die Durchmalung der Formen haben sich nach dem Standort der Beschauer der Lichtfülle des Raumes und Stellung der Bilder zu richten. Nicht jeder gute Maler ist deshalb auch ein guter„dekorativer Maler“ Einer der besten unter diesen ist der in Darmstadt wohnende Professor Walter Illner, der eine 9 eihe seiner interessanten Arbeiten für eine Ausstellung Gießen zur Verfügung gestellt hat. Man weiß nicht, soll man ihn in seinen dekorativen, monumentalen Wand- bildern oder in seinen Porträts höher einschätzen: er bleibt eben kraft seines starken architektonischen Empfindens immer „dekorativ“, ob es sich nun um ein freies Motiv oder um die Darstellung einer bestimmten Persönlichkeit handelt. Man kann sich seine Figuren nicht ohne ihren Hintergrund denken, sie verwachsen mit ihm zu einer Gesamtwirkung, bei der jeder Teil für den andern unentbehrlich ist. Dabei trifft Illner im Gesamtton und in der Linienführung stets überzeugend das charakteristische der dargestellten Persön⸗ lichkeiten, so daß seine stolzen 7 seine starken Männer, seine duftigen Mädchen und seine zarten Kinder im gleichen Maße reizvoll wirken. Stets ist das Problem neu erfaßt, und so kommt es, daß ein jedes der Bilder einen neuen eigenartigen Reiz hat und die Vorführung reicher Werke nicht ermüdend, sondern als Offen- arung einer reichen künstlerischen Phan⸗ tasie wirkt.“— Eine Würdigung der Ausstellung selbst behalten wir uns für die nächsten Tage vor. * Akademischer Kriegsvortrag. Wir machen nochmals auf den heute abend im großen Hörsaal der Aula stattfindenden Vortrag des Herrn Prof. Dr. Collin: „Ernst Moritz Arndts politische Ansichten“ aufmerksam. 5 Vom galizischen Kriegsschauplatz. Wegen starker Inanspruchnahme der Eisenbahnen auf dem Kriegs- schauplatz in Galizien muß der bisher nach der Süd⸗ armee Linsingen zugelassene Privat-Güter⸗ und Paketverkehr bis auf weiteres eingestellt werden. Pri⸗ vatsendungen von Gütern und Paketen können einstweflen nach dem ganzen galizischen Kriegsschauplatz nicht angenom⸗ men werden. Bei Zweifeln über die Zugehörigkeit der Trup⸗ penteile zu höheren Verbänden genügt eine* bei dem nächsten Militär-Paketdepot mittels der in jeder Post⸗ anstalt erhältlichen grünen Karten. Rückständige Quartiergelder. Die bei der Auszahlung der Quartierentschädigungen für die Zeit vom 8.—28. Februar nicht in der Liste verzeichneten Quartier geber können, wie man uns bittet mitzuteilen, auf Grund der abgegebenen Unterkunftsscheine ihre Vergütung Freitag, den 16. Juli ds. Is., vormittags von 8—1 Uhr, im Stadt⸗ haus, Zimmer 4, in Empfang nehmen. 5 4 Landkreis Gießen. O Grünberg, 14. Juli. Leutnant Fritz Hille, ein ge- borener Grünberger, Oberlehrer am herzoglich meiningischen Lehterseminar zu Hildburghausen, erhielt die Hessische Tapfer⸗ leitsmedaille. Vor längerer Zeit wurde er schon mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.— Auf dem hiesigen Friedhose wurde nun schon der dritte Grünberger Krieger mit militärischen Ehren beerdigt. Es war dies Artillerist Heinrich Krömmelbein, gebürtig aus Lauterbach, der an einer schweren Kopfwunde im Hazarett zu Gießen starb.— Der kürzlich hier abgehaltene Markt Gakobsmarkt) zeigte wohl infolge des schlechten Wetters einen geringen Austrieb von Ferkeln. Da viele Käuser erschienen waren, wurde die Ware bei hohen Preisen flott abgesetzt. Rindvieh war seins aufgetrieben, ebenso fehlten die sonst üblichen Kausstände. VN. B. Holzheim, 14. Juli. Musketier Wilb. Grieb vom eee 222 starb insolge einer Verwundung im Lazarett in München. Die Beerdigung sand gestern unter großer Belelligung hier statt. Kriegskameraden des Toten unter 8 rung eines Vizeseldwebels gaben ihm das letzte Geleit. Unteroffizier d. R. Tüvpelt legte einen Kranz nieder, ebenso der Kriegerverein Holzheim. 5 Kreis Alsfeld. ObStorn dorf, 19. Juli. Unterossizier Konrad Fink von ler, der seit Kriegsausbruch bei einem Insanterie-Megiment im sesten stand, erhielt das Eiserne Kreuz. Die Zahl der mit a Eisernen Kreuze Geschmückten hat sich somlit in unserer Ge⸗ meinde auf sechs erhöht. Ee Ruppertenrod, 14. Juli. Die Kinder unserer Schule bis jetzt 9085 Stück Kohlweißlinge. bedarf keiner echnung, welchem Schaden an Kohl und Gemilse dadurch vor— at wird. Aus der Wetterau kommen schon Klagen über die en, welche die dort massenhast austretenden Kohlweiß linge irsachen. 1 Kreis Büdingen. . r eee Willi Berns⸗ g 1„ 8 in n westlüichen Kriegsschauplatz den Tod fur Vaterland ge- st am 3. d. Mits.] Ba Kreis Schotten. 1 Vom vorderen Vogelsberg, 14. Juli. Nach drei Mougten der erste Landregen! Damit ist ein lange gehegter Wunsch nicht nur unserer Landwirte endlich in Erfüllung gegangen. Die drohende Futternot ist nun behoben. Der zweite Klee und das Grummetgras schießt nach dem Zurückbleiben um so üppiger hervor. Im Walze gibt es jetzt reichlich Himbeeren. Die ersten Früchte waren verkümmert. Der jetzige Ansatz ist vollkommen entwickelt. Täglich kommen Kinder und Erwachsene mit hoch- gefüllten Gefäßen aus den Wäldern. Noch reisen die Himbeeren und schon pflückt man auch Brombeeren im Felde. Auch sie haben einen ungewöhnlich reichen Fruchtansatz. Kreis Wetzlar. m. Lützellinden, 15. Juli. Der an der hiesigen Schule tätig gewesene Lehrer Praß hat das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten. Er steht z. Zt. als Unteroffizier in einem Reserve-In⸗ santerie-Regiment in Frankreich und ist der fünste Ritter des Eisernen Kreuzes aus unserer Gemeinde. 14 Hessen⸗Nassau. 10 Marburg, 14. Juli. Unter großer Beteiligung der Land- bewohner aus dei hiesigen Kreise und der ganzen Umgebung, besonders auch des Kreises Biedenkopf, wurde heute hier das Missionssest der lutherischen Diözese Oberhessen abgehalten. Bei den Gottesdiensten in der lutherischen Pfarrkirche predigten Generalsuperintendent Dettmering aus Kassel und Pfarrer Petrenz vom Fraulsuxter Diakonissenhaus. h. Frankfurt a. M., 14. Juli. In der ersten Verkaufswoche von gefrorenem städtischen Schweinefleisch wurden in den 23 Verkaufsstellen 125 Schweine im Gesamtgewicht von 170 Zentnern verkauft. Das Fleisch, das stark begehrt wird, ist von bester Beschaffenheit.— Der Landsturmmann Fischer aus Bromberg verspätete sich infolge einer Straßenbahnentgleisung und legte den Weg bis zu seiner Offenbacher Kaserne vom Stadtteil Oberrad ab im Laufschritt zurück. Er erreichte zwar recht⸗ zeitig sein Ziel, stürzte aber vor dem Kasernentor von einem Herzschlag getroffen, tot zu Boden.— In einem Neubau im Stadtteil Sachsenhausen wurde am Dienstag mittag an einem Dienstmädchen ein Mord ver such verübt. Der Täter hatte vorher in einem Metzgerladen Fleisch gekauft, das er sich nach dem Neubau, seiner angeblichen Wohnung, schicken ließ. Als das Dienst⸗ mädchen des Metzgers das Haus später betrat, wurde es von dem Menschen zu Boden geschlagen, gewürgt und schließlich au den Haaren in den Keller leschleift, wo die Schwerverletzte später be⸗ wußtlos aufgefunden wurde. Der Titer entkam unerkannt. h. Frankfurt a. M., 14. Juli. Die von den„Vereinigten Landwirten von Frankfurt und Umgegend“ bereits vor Tagen angekündigte Erhöhung des Milchpreises wird vom 15. Juli ab Wirklichkeit. Wie die Vereinigung mitteilt, kostet das Liter Milch fortan 30 Pfennige, gegen 26 Pfennige bisher. Von diesem Mehr von 4 Pfg. erhalten die Landwirte 3 Pfg., während die Händler sich mit 1 Pfennig Mehrverdienst begnügen müssen. Als Grund der Preissteigerung wird die Trocken⸗ heit der letzten Monate und der dadurch bedingte allgemeine Man- gel an Grünfutter angegeben. Damit marschiert Frankfurt als Stadt mit den höchsten Milchpreisen wohl an der Spitze. b. Vom Main, 14. Juli. Als der Unvorsichtige, der am Sonntag im demsbacher Walde die Ehefrau Agnes Hofmann, wie schon gemeldet, erschoß, wurde der Mühlenbesitzer Emil Kern aus Mömbris ermittelt. Kern ist der Tat geständig. h. Limburg, 14. Juli. Die gestern hier abgehaltene Voll- versammlung der Handelskammer sprach sich gegen ein von verschiedenen Interessenten gewünschtes Ausfuhrverbot der Erzeugnisse der heimischen Brunnenindustrie aus. Einem An⸗ trag der Kammer auf Späterlegung des letzten Zuges von Frank⸗ furt nach hier, um Anschluß an verschiedene süddeutsche Züge zu erhalten, entsprach die Eisenbahndirektion. Die Durchführung des letzten mir bis Niedernhausen gehenden Zuges nach Limburg lehnte die Direktion dagegen ab. Zum Vorsitzenden der Kammer wählte man Th. Kirchberger Weilburg, zu seinem ersten Stellver⸗ treter mmerzienrat Schmidt Niederlahnstein, zum zweiten K. Korkhaus Limburg. Als Kammerbeiträge werden 100% der Gewerbestener erhoben. Vermischtes. » Berlin, 14. Juli. Das„Berliner Tageblatt“ meldet aus München: Anläßlich seines silbernen Ehejubiläums hat das Fürstenpaar von Thurn und e in Regens burg eine Stiftung von einer halben illion er⸗ richtet. Neben Legaten für die Beamten und Diener des fürstlichen —5 sind auch wohltätige Vereine mit reichen Spenden bedacht worden. Märkte. FC. Wiesbaden. Viehhos- Marktbericht vom 14. Juli. Auftrieb: 124 Rinder(darunter 12 Ochsen, 16 Bullen, 96 Kuͤhe), 209 Kälber, 51 Schaf, 251 Schweine. Bei gleichen Preisen wie am 12. ds. Mts. und ruhigem Handel wurde bald der Auftrieb geräumt. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. 00 Sabbatselee am 17. Juli 19158: itag abend 8.00 Uhr. instag vormittag 8.00 Uhr. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbatausgang 9.25 Uhr Wochengottesdienst: Morgens 6.00, abends 7.30 Uhr. Amtlicher Wetterbericht. Das gestern über Südwestdeutschland lagernde Teilties, das verbreitete Regenschauer verursachte, ist schnell ostwärts abgezogen. Ihm folgte hoher Druck von Südwesten nach, der uns gestern Abend und heute Nacht Aufheiterung brachte. Da jedoch von Nordwesten her eine Depression schnell nach dem Festlande vorgedrungen ist, berrscht bereits heute wiederum trübes, regnerisches Wetter. Bei ihrem scheinbar schnellen Zuge dürsten wir morgen wohl schon auf ihre Rückseite kommen. Ob dieser Depression weitere Wirbel folgen werden, läßt sich noch nicht ersehen. Wir baben also für morgen mit unbeständigem Wetter zu rechnen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 16. Juli 1015: Uubeständig, Regenschauer, Temperatur wenig geändert, westliche bis nordwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Aus Frankreich zurückgekehrte deutsche Sanitätsleute. Konstanz, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Der erste schweizerische Sanitätszug mit 261 un verwun⸗ deten deutschen Sanitätsleuten traf heute vormit⸗ tag um ¼9 Uhr hier ein. Der Empfang war nicht minder herz⸗ lich als der der Schwerverwundeten. Prinz Max von Baden war auch diesmal zum Empfange anwesend. Die meisten der angekom⸗ menen Sanitätsleute waren schon seit August bezw. September vorigen Jahres in französischer Gefangenschaft. Nur wenige waren darunter, die bei den Mai- und Junikämpfen an der Lorettohöhe in französische Gefangenschaft geraten waren. Auch diese Ge⸗ fangenen berichten durchweg nur Un erfreuliches über ihre Behandlung in der Gefangenschaft. Die ärztliche 5 ee deutsche Soldat habe ino Le nrindestens ben eingebüßt oder doch mri der Lager waren alle fehr mangelhaft. Allgemein wurde auch über die schlechte Kost 7 Infolge dieser Mängel war es nicht zu verwundern, daß an kheiten aus- stedende Fe körperliche Arbeit i rperliche—ç Pabel ba 95 9 1— A Opser, das der Krieg bis jetzt in unserer . n Eine auffallend, übrigens bereils bekannte Tatsachk dar bee) datz man den Polen und Elsässern überall eine Sonderbehandlung angedeihen lassen wollte. Zur Ehre der Polen und Elsässer jedoch fei es gesagt, daß sie diefe Behandlung, von einigen Ausnahme⸗ llen natürlich abgesehen, durchweg ablehnten und das Los ihrer eraden teilen wollten. Nicht wenige von ihnen wanderten deshalb sogar ins Gefängnis. Mit Gefängnisstrafen waren die Franzosen übrigens im allgemeinen sehr freigebig. Sehr inter⸗ essant erzählt ein älterer freiwilliger Sanitätsmann über seinen Aufenthalt in Reims. Die Franzosen legten zum Schutze der Kathe⸗ drale eine große Anzahl deutscher Verwundeter in dieselbe, von denen bei der Beschießung viele ums Leben kamen. In ben fran⸗ zösischen Gefangenenlagern wurde auch eine in deutscher Sprache abgefaßte Zeitung für Kriegsberichte verbreitet, die die unglaub⸗ lichsten Lügen über die Kriegslage enthielt. Nach ihrer Ankunft wurden die deutschen Sanitätsleute auf dem Bahnhof in— vernommen, wo sie Auskunft über ihre Erlebnisse in Frankr 6 geben mußten. Nach dem Mittagessen fuhren die bayerischen Sani⸗ tätsleute um 2 Uhr mit dem Schiff, die übrigen um 7,20 Uhr mit der Bahn in ihre Garnisonen zurück. Morgen früh um 8,30 Uhr trifft wieder ein Zug mit deutschen Schwerverwundeten hier ein. Ein deutscher Opfertag. München, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Münch. Neuest. Nachrichten“ regen in einem Aufruf an, den Ja hres⸗ tag des Kriegsbeginns durch einen deutschen Opfer⸗ tag zu feiern, in der Mat, daß jeder an diesem Tage ein Opfer bringe, entweder zugunsten des Heeres, oder zugunsten aller Unternehmungen, die die Linderung der Kriegsnot zum Ziele haben. Gegen die Verteuerung der Lebensmittel. Berlin, 15. Juli. Der Berliner„Lokalanz.“ kann mitteilen, daß sich die zuständigen Stellen zu einem tat⸗ kräftigen Vorgehen mit durchgreifenden Maß⸗ nahmen gegen die Verteuerung der Lebens- mittel entschlossen haben. Der Abschluß der Berliner Sparkassen. Berlin, 15. Juli. Ueber den Abschluß der Berliner Spar⸗ lassen wird berichtet, daß in dem letzten Jahre trotz des Krieges 15 593 268 Mark mehr eingezahlt als abgeho⸗ ben worden sind, wenn von der Inanspruchnahme durch die Kriegsanleihe abgefsehen wird. Die Anzahl der Sparkassenbücher ist um 15 620 Stück gestiegen. Zur ersten Kriegsanleihe sind rund 18, zur zweiten rund 35 Millionen Mark von der Ber⸗ liner Sparkasse beigesteuert worden, insgesamt rund 53 Mil⸗ lionen Mark. a Krupypsche Stiftungen. Berlin, 15. Juli. Der„Berliner Lokalanzeiger“ erfährt aus Essen, daß der Gesandte Krupp von Bohlen und Hal⸗ bach 50 000 Mark für Bade⸗ und Desinfektionswagen des Ost⸗ heeres, 25 000 Mark für warme Untertleidung und 30000 Mark für Mineralwasser gestiftet hat. Die gleiche Summe ist von den Kruppschen Werksangehörigen aufgebracht worden.. Umtriebe gegen die Republik in Frantreich. Paris, 14. Juli.(WTB Nichtamtlich.) In der„Guerre sociale“ stellt Gustave Hervé fest, daß in Frankreich sowohl auf dem Lande als auch in Paris sich starke Umtriebe gegen die Re⸗ publik bemerkbar machen. An der Front laufe das Gerücht um, daß in Paris Hungersnot herrsche und daß die Arbeiter unter Vorantragen von roten Fahnen Kundgebungen gegen die Repu⸗ blik veranstalteten. Aus der ganzen Provinz, aus den Departe⸗ ments Ardeche, Haute Loire und Seine et Marne erhalte er Zu⸗ schriften, die ebensolche Gerüchte wiedergeben. Andere Zuschriften besagten, daß in den Kirchen von den Priestern gegen die Re⸗ publik Stellung genommen werde, die einzig an allem Uebel schuld sei. Herve erklärt, die Ausstreuer solcher Gerüchte seien Vater⸗ landsverräter, die wissentlich oder unwissentlich die Sache der Feinde Frankreichs unterstützten. Es sei gefährlich, solche Uebeltäter ihre Würhlarbeit ungestört fortsetzen zu lassen. Die österreichische Note an Amerika. 5 i. Köln, 15. Juli. Die„Köln. 818 reichischen Note an Amerika: Die Kundgebung der Re⸗ gierung von Oesterreich⸗Ungarn an diejenige der Vereinigten Staa⸗ ten ist eine bumdesbrüderliche Dat von höchstem Werte. Mit ihr tritt Oesterreichs Diplomatie neben 8 Deutschlands in dem einzigen 2 wo Deutschland anläßlich des Weltkrieges in eine ernstliche Auseinandersetzung mit einem wen- tralen Staate geraten ist, gerade in dem Augenblick, wo die diplo⸗ matische Erörterung zu ihrem kritischen Punkte gediehen ist. Wilson weiß nun, daß Oesterreich den Standwunkt Deutschlands teilt und entschlossen ist, alle Folgen dieses Standpunktes zusammen mit seinem Verbündeten zu tragen. Spannung zwischen Italien und Griechenland. 1 Athen, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Eine vom italienischen Minister des Auswärtigen an den griechisch⸗ Gesandten in Rom gerichtete Beschwerde 3 das der griechischen Presse wird in hiesigen politischen Kreisen i als lächerlich als verfehlt und von der griechischen Presse bezeichnet, da die italieni Griechenland sei ö e bes Paetgene enge e bude dr 3—— beschäftigte sich mit dem Mißbrauch der gr iechi⸗ schen Flagge durch ein Schiff der italienischen Kriegs⸗ marine. Die Engländer haben die griechischen Telegrauhen⸗ beamten in Mudros ihrer Stellung enthoben. Es wird bestätigt, daß ein großer englischer Druppen⸗ transport bei Lemnos versenkt worden ist. Eine Schlacht zwischen Serben und Albanern. N Athen, 15. Juli. Zwischen Serben und Albanern ent⸗ wickelte sich bei Tir ana eine Schlacht, in der die Ser ben 2000 Mann an Toten verloren, während die Al⸗ baner nur 100 Mann verloren. Um sich zu rächen, steckten die Serben sämtliche albanischen Dörfer in dem von ihnen besetzten Gebiet in Brand. Ein englisches Blatt über die Dardanellenkämufr. Berlin, 15. Juli. Laut„Berliner Tageblatt“ veröffent⸗ lit der„Daily Telegraph“ sehr ernste Nachrichten von den Dardanellen. Es sei nicht ein Wort zu viel gesagt, heißt es in dem Bericht, wenn man behaupte, daß an den Dardanellen eine Armee unter den ungünstigsten Bedingungen kämpfe. Die Türken würden allein genügt haben, um die Landun ition in cate verzweifelte Lage zu bringen. Es komme hinu, daß ste unter deutscher Führung ständen. Die Deutschen hätten glänzende Methoden, sich schnell zu entscheiden, und sie .— den Krieg auf eine wunderbare Höhe gebracht. Den Eng⸗ ändern bleibe nur möglich den Schluß zu ziehen, daß die Dar⸗ danellenaktion ein nahezu hoffnungsvolles Opfer war und fei. Der drohende Bergarbeiterausstand in England. Rotterdam, 14. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Wie der „Rotterdamsche Contrant“ berichtet, schreibt der parlamentarische Mitarbeiter der„Times“: Die Regierung glaubt, daß der Streik abgewendet werden wird, da die Bergarbeiter nicht verfuchen wer⸗ den, der königlichen Verordnung, die Streiks in den Kohlengruben von Südwales verbietet, Widerstand zu leisten. Das Vertrauen in eine glückliche Beilegung des Zwistes ist so groß, daß sie bisher noch kei Munitionsgrrichtsbof für die Sidwalliser errichtet hat, unt ll. zu bestrasen. Der Gerichtshof foll erst ins Leben gerufen werden, wenn der Streik wirklich ausbricht. Eine Mißernte in Rußland. g Petersburg 14. Juli.(WI Nichtwuntlich.) Eine Zuschrift aus Westrußkand besagt, daß wegen der Dürre eine völlige Mißernte zu erwarten sei. Die Aerzte empfehlen Apotheker Neumeier“? Pulver a 1 Asthma- diene Vapter) I. 1 Papier) D. R G. M. No. 26122 und 26617. Erhältlich in d. Apotheken. sss Apotheker Neumeier, Frankfurt am Main. J 4 8 3 — schreibt zuꝛder⸗ oer ⸗ Aus meinem sind noch folgende Artikel zu haben: Mäntel und Jacken Mäntel eee. 8 42 Mäntel/ lang, in modef. Popelin. 9 Mohair-Mänte 1b 8 55 imit. Covereoat. 8 130 am lang defarbig G85 1 3 2 ürtel 1ose F. e iel een 82 Sportjacken ved Weine, Mäntel 130 en lang, blau Alpaka 9²e Sportjacken bene Gürtelfern 2920 Covercoat-Jacken porn. 18 Mantel u w essen 1 Eolienne 5 1 6 Covercoat Jacken bn 2 fur Schw in schwarz 2 7 schwarz— B F Mänte 1 blau feinwoll Papen 16 mit Seide gefüttert feinste Verarbeitung 1 262 f Blusen Blusen in dunkelfarbigem Baum- 12 Blusen 5 Waschkrepp, 28 Blusen 8 i bite 38 woll-Musselingenèn.—[ Dusen Raglan form in Waschkrepp mit seid. 25 in weiss Waschvoile, 2 85 reinwollenem Kre Blusen Schleifen— Blusen gestickt 32— Blusen n Raglan form N* 4 nn r ,, in farbi Voil mit Tü. 6 1 ollenem Mu l schwarz, Wolle, früher Blusen aer 6 Welte ait ru. 28 Blusen uu. Talg 222 Blusen 1 45, v„.. 42 futter. Farbige seidene Blusen,. urdekge, bst Weisse Crepe de chine-Blusen 10 02 Kleider 1 in farbigem reinwollenem Crèpe mit breitem 0 1 in weiss Tüll, entzückend jugendliche Formen 00 Kleider seidenem Miedergürtel, früherer Preis 25- 30 2 Kleider früherer Preis 24-2 n—5 12 3 in hellblau Voile, tadellos frisch, früherer Preis 00 1 in reinseidenem Creépe de chine, weiss, rosa 00 Kleider 24-28, jetzt. 5 12 Kleider hellblau, früherer Preis 48 5 45 g 20 Unterröcke und Unterkleider 5 5 1 8⁵ 2 0 1. 1 weiss Mull, etwas J 25 denz,. bare: ce ee mn 18 Lüster, m. Moirévolant S 2 3 karbigem 4 95 rosa Mull. Unterröcke lub. Meirsvolant 322 Unterröcke ws e 7 Unterkleider an. 3⁰² 9 Grössere Partien Abschnitte und Reste nn Eleiderslollen, Blusenstollen, Seidenstoffen, Wollmusselinen und Waschstolien sind noch vorrätig. den Herbst jetzt schon zu decken, da neue Konfektion selbst für den doppelten Preis im Herbst kaum zu beschaffen ist. 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