e 1 F. Sießener Anzelger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; eimal wöchentl. Kreis- für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung112 Verlag, Geschäftsstelled l Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. zahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Blatt 9 * 1. Jahrgang 8 Seger Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. 8 2 5 9 Mittwoch, 14. Juli 1015 Bezugsoreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. 6 Beck, sämtlich in Gießen. — 24 r.) Großes Hauptauartier, Amtlich.) a 5 Westlicher Kriegsschauplatz. Ein französischer Handgranaten-Angriff bei der Zucker⸗ fabrik von Souchez wurde abgewiesen. Im Anschluß an den Sturm auf den Kirchhof wurde darüber hinaus unsere Stellung in einer Breite von 600 Metern vorgescho⸗ ven und auch das an der Straße nach Arras gelegene Cabaret Rouge genommen. Die Zahl der Gefangenen hat sich auf drei Offiziere, 215 Mann erhöht. Verschiedene Ansätze zu feindlichen Gegenangrifsen wurden unter Feuer genommen; ihre Durchführung wurde dadurch verhindert. Zwischen Maas und Mosel entwickelte der Feind lebhafte Artillerietätigkeit. Viermal griff er im Laufe des Abends und der Nacht unsere Stellungen im Priester⸗ walde an. Die Angriffe brachen unter großen Verlusten vor unseren Linien im Feuer zusammen. Oestlicher und südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. 25 5 Oberste Heeresleitung. a 2 3 Wie ist die deutsche Lusitania-Antwortnote in Amerika 1 nommen worden? Es ist kein leichtes Stück, dies klar fund irrtumsfrei darzustellen. Der direkte Verkehr der Ver⸗ einigten Staaten mit unserer öffentlichen Meinung ist auf ehr wenige, sehr umständliche Wege beschränkt und diese Beschränkung wurde ganz neuerdings durch die Beschlag— 1 e der Funkenstation Sayville noch mehr verschärft. Alles, was bis jetzt an Aeußerungen der amerikanischen Presse über die deutsche Antwortnote herübergemeldet wor⸗ den ist, hatte den Weg über das englische Kabel zu nehmen, mußte die englische Zensur passieren und war mit Sorgfalt aus dem unter britischem Einfluß arbeitenden Teil der amerikanischen Presse ausgesucht worden. Es ist zwar außer allem Zweifel, daß ein starker Teil der amerikanischen Presse und des amerikanischen Volkes die deutschen Vor⸗ schläge durchaus nicht„unerträglich beleidigend, zynisch, llos und durchweg enttäuschend“ findet, sondern an dem Mun sche festhält, Ruhe zu bewahren und einen freundschaft⸗ lichen Ausgleich zu suchen, wozu eben die neue deutsche Note Handhaben genug bietet. Aber solche Aeußerungen der Verständigung und Einigung haben uns eben auf dem Wege über London nicht erreicht. Umgekehrt ist dafür gesorgt worden, daß gewisse Aeußerungen, wonach man in Deutschland der Möglichkeit eines Krieges mit Amerika gleichgültig gegenüberstehe, prompt und breit in den Spalten der amerikanischen Zeitungen erschienen. In Amerika hat man außerhalb der Redaktionen feine Ahnung, daß die ersten Stellungen in den Lon- doner Korrespondenzbureaus der großen amerikanischen Zeitungen nicht mit Amerikanern, sondern ausschließlich mit Engländern besetzt sind. Durch jahrelanges Ränkespin⸗ nen und allerhand Manöver ist es gewissen einflußreichen Leuten in England gelungen, für den amerikanischen Tisch eine rein englische Küche einzurichten. So wird das Lon- doner Bureau des„New Pork Herald“ von Mr. P. Cham⸗ pion geleitet, der ein Stockengländer ist. W. Orton Tewson, ebenfalls Engländer, steht an der Spitze des riesigen, weitverzweiten Bureaus der Hearst Presse(N. W. American usw.) in 69 Fleet St. Fred Grundey leitet die europäische Politik der„New York Sun“. Er ist Engländer und hat Amerika nie gesehen. Seil Bruder Frank Grundey ist Ver⸗ treter desselben Blattes in Paris. Ernest Marshall, ein Eng⸗ länder, schürt von London aus den Haß der„New York Times“ gegen alles Deutsche. Fred Pitney, der noch dazu eine Französin zur Frau hat, tut dasselbe für die„New Jork Tribune“. Dieses Blatt ist Eigentum der Whitelaw Reids(bis zu seinem Tode Botschafter in London), deren Tochter mit dem Honorable John Ward verheiratet ist, dessen Bruder, der Earl Dudley, Stallmeister des Königs ist? G. N. Tuchy, ein englisch gefärbter Irländer, dessen Söhne gegen die Deutschen als Offiziere im Felde stehen, macht die europäische Politik der„New York World“ von London aus. Diese werten Herren haben noch vor Eintreffen der deutschen Antwortnote mit allen nur erdenk— lichen Mitteln der journalistischen Beeinflussung den Ameri— kanern die Ueberzeugung beizubringen versucht, Deutschland strebe danach, Amerika in den Weltkrieg hineinzuziehen, da davon einerseits ein neuer Kriegsschauplatz nicht zu befürchten sei, andererseits die„leidigen“ Munitionslieferungen Ame— rikas nicht mehr schaden könnten als bisher. Die ehrenwerten Giftmischer in London haben auch versucht, den Amerikanern den irrigen Glauben beizubringen, daß Deutschland durch den kürzlich zurückgekehrten ehemaligen Staatssekretär Dern⸗ burg und durch andere Persönlichkeiten daran gearbeitet habe, amerikanische Bürger gegen ihre eigene Regierung auf⸗ zustacheln. Damit war die Forderung des Verbotes der Aus⸗ fuhr von Kriegsmaterialien gemeint. Die Haltung der Deutschamerikaner in dieser Angelegenheit war nicht nur von rührender patriotischer Treue für das alte frühere Vaterland, sie war auch innerpolitisch völlig korrekt und bewegte sich treng im verfassungsmäßigen Rahmen der freien Meinungs⸗ äußerung. Aber von jeder Verleumdung bleibt vielleicht etwas hängen, so dachten die Londoner Lügenköche, und ihr Plan war, durch solche Anschwärzungen die moralische Unter⸗ dützung zu schwächen, die auch die neue deutsche Note bei dem Deutschamerikanertum finden würde, und der Wilsonschen Regierung den Argwohn einzuträufeln, daß an der deutsch— amerikanischen Bewegung nicht alles echt und auf amerikani⸗ schem Boden gewachsen sei. Gegen solch unterirdische und heimtückische Minierarbeit kämpft die ehrliche, ritterliche Lusi— 13. Juli. 17 — geholt haben möchte. So ist die Kette des Annunziaten— Die Aufnahme der deutschen Note in Amerika. b tania-Note der deutschen Regierung bei ihrer Aufnahme in Amerika. Hoffen wir, daß die Wahrheit und Gradheit end— lich über die Lüge und Verleumdung Siegerin bleibt! 5* Der König Viktor Emanuel hat dem Präsidenten Poin⸗ caré die Halskette des Annunziatenordens überreichen lassen; diese freundschaftliche Handlung läßt aber noch immer die Frage dunkel, ob italienische Hilfstruppen nach Frankreich gesandt werden sollen. An den Dardanellen scheinen sich die Italiener nicht die Finger verbrennen zu wollen, und es heißt, daß General Cadorna alle darauf bezüglichen Winke und Forderungen mit der Androhung seines Rück— trittes beantwortet hat. Neuerdings scheint man in Italien an der Erkenntnis zu brüten, daß Rumänien die auf es gesetzten Hoffnungen nicht erfüllen wird, und ein Bukarester Mitarbeiter des„Secolo“ verrät uns bei der Feststellung eines Sieges der deutschen Diplomatie zugleich, daß Italien bereits einen vollen Monat vor seinem Ein— tritt in den Krieg in Bukarest den Abschluß seines Vertrages mit dem Dreiverbande mitgeteilt habe! Rumänien will nicht das Schicksal der russischen Heere teilen, und Italien ist das Feuen zu heiß, aus dem Frankreich die Kastanien ordens als eine Entschädigung zu betrachten für gewisse Enttäuschungen, die Herrn Poincaré bereitet worden sind. *** Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 13. Juli 1915 mittags. g Russischer Kriegsschauplatz. Die allgemeine Lage ist un verändert. Italienischer Kriegsschauplatz. An der küstenländischen Front fanden gestern stellenweise heftige Artilleriekämpfe statt. Ein An⸗ griff mehrerer italienischer Infanterie-Regimenter bei Re⸗ dipuglia wurde abgewie. Die Lage im Kärntner und Tiroler Grenzgebiet ist unverändert.** 11 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem k. k. Kriegspressequartier wird gemeldet: Die offiziellen Mitteilungen des italienischen General- stabes erzählen immer wieder von abgewiesenen Angrif⸗ fen unserer Truppen. Die ganze Welt weiß, daß wir im Süd⸗ westen vorläufig in der Verteidigung sind. Jene gemeldeten Angriffe durch österreichisch-ungarische Streitkräfte sind erfunden, es wäre denn, daß der Feind die Aufklärungstätigkeit vor der Front für. hält. Ebenso falsch ist selbstverständlich die gegen unsere Truppen im Krngebiete erhobene Beschuldigung, daß wir Explosivgeschosse verwenden. Dem Gegner scheint nicht be— kannt zu sein, daß Geschosse beim Aufschlagen auf steinigen oder felsigen ihre Form verändern und splittern. Auszeichnungen für die Führer der deutschen Südarmee. Breslau, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Schles. Ztg.“ meldet: Dem Oberbefehlshaber der Südarmee ist am 7. Juli folgende Allerhöchste Kabinettsorder zugegangen: „An den General der Infanterie v. Linsingen, Ober- befehlshaber der Südarmee. In dankbarer Anerkennung für die ununterbrochenen Erfolge der Südarmee, welche im schweren Kampfe dem hartnäckigen Gegner Stellung um Stellung entriß, verleihe ich Ihnen das Eichenlaub zum Orden Pour le mérite, den Generalen Grafen von Bothmer, v. Gerok, v. Stolzmann den Orden Pour le mérite, meinem General à la suite Freiherrn v. Mar- schall die Schwerter zum Komturkreuz des Hausordens vn Hohenzollern. gez. Wilhelm R.“ Gleichzeitig erhielt Exzellenz v. Linsingen folgende Mitteilung des Chefs des Generalstabes des Feldheeres: „Bei dem Vortrag über den glänzenden Feldzug der Südarmee seit Anfang Mai uftragte mich der Kaiser, Euer Exzellenz sowie den Ihnen unterstellten Führern und den Truppen den Ausdruck seiner wärmsten Anerkennung zu übermitteln. Weder die Ueberzahl des Feindes, noch die Schwierigkeiten des Geländes haben den Drang nach vorwärts in der Armee auch nur zeitweise zu lähmen vermocht. So geführte, so kämpfende Truppen wer⸗ den, dessen ist Seine Majestät sicher, der heiligen Sache des Vaterlandes den endlichen Sieg über alle Gegner bringen. gez. v. Falkenhayn.“ Der Oberbefehlshaber gab die Anerkennung des Kaisers in einem Armeebefehl mit folgendem Inhalt bekannt: „Voll stolzer Freude, mit Dank an alle Führer und Truppen der Südarmee, bringe ich die gnädige Anerkennung Seiner Majestät unseres Allerhöchsten Kriegsherrn zur Kenntnis. Sie ist allen Mannschaften unverzüglich vorzulesen. gez. v. Linsingen.“ Der Kaiser von Oesterreich verlieh dem General v. Linsingen das Militärverdienstkreuz 1. Klasse mit der Kriegsdekoration. Der russische Bericht. Petersburg, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Der Ge⸗ neralstab des Generalissimus meldet: Auf einigen Abschnitten der Bobr⸗ und Narew⸗ Front fanden lebhafte Zusammenstöße statt. Bei Ossowice gegenseitige Beschießung. In der Gegend von Jedwabno brachten wir erfolgreich einen deutschen Minenstollen zur Erxplosion. Zwischen Pissa und Rescza wurde eine deutsche Offensive zurückgeschlagen. Von dem Dorfe Eduwoicz bis Praszuysz heftiges Artillerieseuer und Vorhutgefechte. Auf dem linken Ufer der Weichsel herrscht Ruhe. In der Gegend von Lub⸗ lin sind die Kämpfe gleichfalls unterbrochen. Nachdem unsere Truppen ihre am 5. Juli begonnene Gegenoffensive beendigt und — JS sͤ. dabei wichtige Erfolge errungen haben, halten sie sich zurzeit in den ihnen vorgeschriebenen Stellungen auf den Höhen des rechten Ufers des Flusses Urzendowetz. In der Gegend von Chol m bei dem Dorfe Grabowetz versuchte der Feind erfolglos sich unseren Befestigungen zu nähern: Am oberen Bug bei der Stadt Bus k unternahm der Feind am Abend des 10. Juli einen Angriff mit mehreren Bataillonen. Wir ließen den Feind bis auf eine Ent⸗ fernung von 200 Schritten herankommen und zerstreuten ihn dann durch unser Feuer. Der Feind ließ dort viele Tote und Verwundete liegen. An der Zlota-Lipa schlugen wir am 11. Juli An⸗ griffe in der Gegend des Dorfes Harkow sowie am Dujestr in der Gegend des Torfes Koropez zurück. Unsere Patrouillen unter⸗ nahmen am oberen Bug und an der Zlota-Lipa eine Reihe erfolg⸗ reicher Erkundungen.„ Berlin, 14. Juli. Laut„Berliner Tageblatt“ warnt man nach Meldungen der„Times“ aus Petersburg in russischen Militärkreisen vor einer Ueberschätzung der russischen Teil⸗ offensive bei Krasnik-Lublin. Tatsache ist, sagt das Blatt, daß der Feind auf einer Front von 1500 Kilometern auf die rus⸗ sische Linie drückt, und dagegen kann ein russischer Teilerfolg auf einem Abschnitt von 60 Kilometern sehr wenig besagen. Ein neuer Ratgeber des Zaren. „Berlin, 14. Juli. In Petersburger politischen Kreisen bildet das Tagesgespräch, wie der„Vossischen Zeitung“ berichtet wird, die angeblich bevorstehende Ernennung Samarins zum Pro— kurator des heiligen Synod. Bei seiner Energie und einen ganz intimen Beziehungen zu den allerhöchsten und den Hof- kreisen wird sich Samarin nicht damit begnügen, Ressortminister für Kultus zu sein, sondern die gesamte russische Politik beeinflussen. Die„Birshewija Wjedomosti“ sagt, Samarin sei fanatisch dem Absolutismus ergeben und Gegner der Verfassung und des Parlamentarismus nach europäischer Art. Wenn er zur Macht gelangt, wird er ein Rußland nach seiner Art schaffen unter der Fahne der Selbstherrlichkeit. Die Haltung Rumäniens. Berlin, 14. Juli. Ein Bukarester Brief Magrinis, des Korrespondenten des„Secolo“, stellt laut verschiedenen Morgen⸗ blättern sest, daß in Rumänien anstelle der anfänglichen En⸗ tentebegeisterung jetzt allgemein Gleichgültigkeit getreten sei. Magrini erkennt an, daß die deutsche Diplomatie in Verbin⸗ dung mit dem deutschen Heere auf der ganzen Linie gesiegt habe und daß an einen Eintritt Rumäniens in den Weltkonflikt nicht zu denken sei, wenn die militärische Lage in Galizien sich nicht von Grund aus ändere. ö Der Zaunkönig und der Bär. Berlin, 14. Juli. Wie der„Deutschen Tageszeitung“ aus Sofia berichtet wird, hätte der Zar den General Kaulbars in wichtiger Mission zum König Nikolaus von Montenegro ent- sandt. Wahrscheinlich bestehe diese darin, daß der Zar dem König Nikolaus nahelegen wird, Skutari zu räumen, da Italien gegen die Besetzung dieser Stadt bei den Mächten des Dreiverbandes Einspruch erhoben hat. Die Furcht vor dem deutschen Einmarsch in Kurland. 10 Kopenhagen, 13. Juli.(Ctr. Pad Nach der„No⸗ woje Wremja“ werden in ganz Kurland Viehrequi⸗ sitionen vorgenommen. Jede Gutsbesitzersfamilie darf eine Kuh behalten, die bei der Annäherung des Feindes wegzuschaffen ist. Massen von Messingzeug, Kupfergegen⸗ ständen, auch Kirchenglocken, werden zu militärischen Zwek⸗ len weggenommen. Abteilungen werden gebildet, mit dem besonderen Auftrag, bei Annäherung des Feindes die Ernte zu vernichten. In den letzten Tagen verließen die Einwohner massenweise Südkurland, die Züge nach Windau sind überfüllt.(Frkf. Ztg.) Ein österreichisch⸗ungarisches Rotbuch. 93 Wien, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Minister des Auswärtigen veröffentlicht ein umfangreiches Rotbuch. Das diplomatische Aktenstück betrifft die Beziehungen Oester— reich⸗Ungarns zu Italien in der Zeit vom 20. Juli 1914 bis zum 23. Mai 1.915. Die darin enthaltenen Aktenstücke bestehen zum allergrößten Teil aus Mitteilungen und Erlassen des Ministers des Auswärtigen an den Bot⸗ schafter in Rom und aus dessen Berichten nach Wien. Getreidepreise in Oesterreich. 8 Wien, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Eine in der „Wiener Zeitung“ erscheinende sofort in Kraft tretende Verordnung setzt die Preise bis zur Ernte 1916 für Wei⸗ zen oder Spelz auf 34, für Roggen und Brau- gerste auf 28, für Futtergerste und Hafer auf 26 Kronen fest. Bei Abnahme von Weizen vor dem 16. Sep⸗ tember und Roggen vor dem 16. August und bei Hafer vor dem 1. Oktober 1915 werden noch feststehende Zuschläge be⸗ rechnet. Die Mehlpreissätze werden später veröffent⸗ licht werden. Die für die Brotherstellung benutzten Sorten werden eine erhebliche Preisermäßigung erfahren. Es steht fest, daß in einigen Wochen nur mehr unvermischtes Edel⸗ mehl in den Verkehr gesetzt wird. * S 1* Aus dem Argonnerwalde. Berlin, 14. Juli. Im Argonnerwald fand am ver⸗ gangenen Freitag ein Dankgottesdienst zur Feier des jüngsten deutschen Sieges in den Westargonnen statt. Wie verschiedene Berliner Morgenblätter nach dem„Kölner Stadtanzeiger“ be⸗ . F. . 2000 O 3 2 Graf H a eler erschienen waren, gegen sionen teil. italienische Botschafter in übli Zeremoniell des Annunziatenordens, * französischen Nationalfestes ihm * sagte, die von eine beso ieg für die gemeinsame Verteidigung diejeni den Grund rliehen hat. die für kämpfen. Der würdigkeit des Wunsche far den S 2 die Bestrebungen Italiens vollkommen verwirklichen werde. sind stolz mit ihm und allen unseren teidigung der Freiheit und den Triu Die französischen Finanzen. Paris, 13. Juli.(WTB Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas“. Finanzminister Ribot hat am Montag in 5 Kammer den Gesetzentwurf auf Erhöhung des Aus- abebetrages der La f . auf sieben Milliarden eingebracht. Der am 18. Mai auf sechs Milliarden festgesetzte Ausgabe- betrag ist bereits um 150 Millionen überschritten. 5 Paris, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Der„Temps“ meldet: Im Mai wurden für 776 Millionen Franken, im Juni 5 5 gezeichnet. Auf die Landesverteidigungsobliga Mai 231 Millionen, im Juni 392 Millionen gezeichnet. 2 gesamte Zeichnungsbetrag für. beträgt 1600 Mill., für Schatzscheine 6140 Millionen. desverteidigungsobligationen. kum für Kriegszwecle gezeichnete Summe beträgt somit 8400 Millionen Franken in den ersten 11 Kriegsmonaten. Die von der französischen Regierung seit Kriegsausbruch gefor⸗ derten Kredite belaufen sich bis Ende Juni auf un⸗ efähr 17750 Millionen Franken. *** * Die englische Anleihe. 5 London, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der finan⸗ zielle Mitarbeiter der„Times“ schreibt, man hoffte bis 1 2 in bestunterrichteten Kreisen, daß auf die An⸗ leihe 550 bis 600 Millionen Pfund gezeichnet sein 5 größer gewesen, wenn die Anleihe weniger plötzlich 5.— worden wäre. Sie würde jetzt nicht annähernd den Betrag erreichen, den man hätte erlangen können, wenn Zeit für eine wesen wäre. In Bankkreisen werde wiederholt geklagt, 5 Leute mit geringem Kapital aber hohem Einkommen, beispielsweise 1500 bis 2500 Pfund Sterling Jahresein⸗ kommen, die Anleihe nicht gezeichnet haben. Das sei ein Zeichen, daß die Notwendigkeit zur Sparsamkeit vielfach noch nicht völlig erkannt wird.. London, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich. Schatzkanzler ac Kenna teilte im Unterhause mit, daß die Gesamt⸗ . auf die neue Anleihe fast 600 Millionen Pfund ing 0 1 8 50 1 bisch dür 5 Neue englische Angrisfe auf den Kreuzer „Königsberg“. London, 13. dung. Die Admiralität teilt mit, daß die Monitore„Severn“ und„Mersey“ den b u der Meldun folgende Einzel! machte den Angriff höchst mühsam. Nur Fahrzeuge mit ern gen riefgange konnten d nigsberg“, schlugen. De Unterb —4 Ver⸗ w(Anmerkung: tscherseits liegen r vor- stehende Nachrichten noch teine Meldungen vor.) Die Uebergabebedingungen in Deutsch⸗Südwestafrika. London 13. Juli(Ctr. Frkft) Die Blätker melden nun ner die Uebergabebet ingungen Deutsch.Südwestafrikas. Der g trag wurde am 9. Juli in auf Punkt 500 der Eisenbahn⸗ linie zwischen Otavi und Khorab unterzeichnet. Die Üebergabe⸗ bedingungen bestimmen: 4 Mannschaften der beiden an diesen Kämpfen beteiligten Divi⸗ Nach dem Gottesdienst überbrachte der Kronprinz seinen tapferen Truppen den Dank des Kaisers sowie des Königs von Württemberg und dankte auch in seinem Namen Für das Paris Tittoni überreichte mit dem dem Präsidenten Poincaré die Kette 5 der König anläßlich des Der Botschafter seinem Herrscher verliehene Auszeichnung erlange ndere Bedeutung in dem Augenblick, in dem ein blutiger gen Länder vereint, saßz der Nationalität und der Freiheit der Völker Präsident der Republik sprach für die Liebens⸗ Königs seinen Dank aus und erneuerte seins Sieg der gemeinsamen Sache, den Sieg,. ir Verbündeten, für die Ver⸗ mph des Rechts zu kämpfen. ndesverteidigungsstaats⸗ für 454 Millionen Franken Landesverteidigungsstaatsschatzscheing tionen wurden im Der zu kommen 700 Millionen aus der Umwandlung der 3½ prozentigen Anleihetitres in Lan⸗ Die von dem französischen Publi⸗ würden. Der Korrespondent meint jedoch, der Erfolg wäre vernünftige Vorbereitung zu⸗ überall würden selbständige K n Die aktiven Tru bes peutsch-supwestafritanischen Schutzgebietes ergeben sich. Die ffiziere behalten auf die ehrenwörtliche Versicherung hin, nicht mehr am Kriege teilzuneh⸗ ar de e gewählte 5 izier si n⸗ deren Wohnfiß auswählen, der der Nagterund genehm ff. S vpen ferfreudi 7 der pen Mannschaften der aktiven Truppen werden in einem von der e 1 Sbenmutine Verhalten Thur 5 Unionsregierung auserwählten Plat interniert, sie behalten ihre Eine italienische Auszeichnung für Poincaré. Gewehre, jedoch ohne Munition. Je einem Offizier wird erlaubt Paris, 12. Juli.(Ctr. FIrkft.)„Agence Havas“. Der] werden, sich mit der Artillerie internieren zu lassen, einem an⸗ deren mit den übrigen Truppen des aktiven Heeres und einm Offizier mit der Polizeitruppe. 5 f Die Reserveleute der Landwehr und des Landsturms, die jetzt unter den Waffen sind und im Felde stehen, liefern ihre Waffen ab. Nachdem sie die ehrenwörtliche Versicherung abgegeben haben, nicht weiter am Kriege teilzunehmen, wird ihnen gestattet, nach Hause zurück aufzunehmen. Die Offiziere der Reserve, des Landsturms erhalten auf die ehrenwörtlich Ven 1 nicht mehr am Kriege teilzunehmen, die Erlaubnis, ihre Waffen zu behalten. Auch wird den Offizieren der Reserve, der Landwehr und des Landsturms gestattet, die Pferde zu behalten, die ihnen von der Militärverwaltung gegeben worden sind.! Die Polizeischutztru ppe wird, soweit sie mobilisiert war, wie die aktive Truppe behandelt. Die Polizeitruppen an ent⸗ fernt liegenden Orten verbleiben dort, bis sie durch Unionstruppen abgelöst werden, die das Leben und das Eigentum der Nichtkämpfer zu schützen haben. 1 1 Die Zivilbeamten im Dienste der Kaiserlich deutschen Re⸗ gierung haben die ehrenwörtliche Versicherung abzugeben, an ihren Wohnstätten zu verbleiben, jedoch wird hieraus nicht die Ver⸗ pflichtung abgeleitet, sie in ihren Stellungen zu belassen. Auch 8 sie keinerlei Anspruch auf Bezahlung von der Regierung der nion. g Mit Ausnahme der Waffen, die auf Grund der Bestimmungen in den vorigen Artikeln den Offizieren und naß d. belassen werden, ist alles Kriegs material mit Einschluß der Feld⸗ und Gebirgsgeschütze sowie der Munition zur Verfügung der Unions⸗ regierung zu stellen. Der kaiserliche Gouverneur wird einen Zivil⸗ beamten bestimmen, der alles Regierungseigentum der Unionsregierung zu überweisen hat, und der Kommandant der Streitkräfte von Deutschsüdwest wird einen Offizier bestimmen, der in ähnlicher Weise alles militärische Eigentum zu über⸗ liefern hat. Der Vertrag ist unterzeichnet durch Louis Botha, General- kommandant der Streitkräfte der Union, durch den Kaiserlichen Gouverneur Seitz und durch Oberstleutnant Franke. Prätoria, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die amt⸗ lich nachgeprüfte Ziffer der deutschen Gefangenen wird auf 204 Offiziere und 3293 Mann angegeben. 37 Feld⸗ geschütze und 22 Maschinengewehre wurden erbeutet. London, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet aus Kapstadt: Wie verlautet, wird der Gouverneur von Deutsch-Sudwestafrika auf Ehrenwort freigelas sen werden. Er wird seinen Wohnsitz in Grootfontein nehmen, wo seine Gattin sich bereits befindet. London, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Otavi— fontein wird vom 11. Juli gemeldet: Die ersten Abteilungen deutscher Gefangener kamen heute hier mit der Bahn an. Sie bilden einen Teil der Reservisten, von denen morgen noch 1100 ankommen. Die aktiven Truppen werden für Dienstag erwartet. Die Gefangenen erklären, daß die Vorräte an Lebensmitteln bei den Deutschen so zusammengeschmol⸗ zen seien, daß sie nur mehr Rationen für wenige Tage besaßen. ö. London, 13. Juli.(Ctr. Frkst.) Im Unterhause wurden Botha Huldigungen dargebracht wegen seiner Kriegsoperationen in Deutsch⸗Südwestafrika; gleiche Huldigungen wurden für General Smuts abgegeben. Es war die Rede davon, Botha in den Adelsstand zu erheben und ihm dabei das gebräuchliche Geschenk von 100 000 Pfund Sterling anzubieten; man nimmt jedoch an, daß Botha dieses Anerbieten abweisen werde.(Frkft. Ztg.) Das Verhalten der Buren. Haag, 13. Juli.(WT Nichtamtlich.) Aus Südafrika wird berichtet, daß die Angriffe des englischen Pöbels auf das Eigentum von Deutschen und Hollän⸗ dern in Johannisburg, Durham und anderen Orten bei der holländischen Bevölkerung Südafrikas all⸗ gemein große Empörung ausgelöst haben. Der Oberrichter Krause, der ein entsch standes von Dewet ist, sagte, angesichts dieser Schandtaten versinke das Vergehen der Aufständischen in ni Fast erdel andidaten der nationalen und englandfeindlichen Burenpartei, gegen die Parteigänger Bothas aufgestellt. Die Buren Städten, wie Prätoria und Pietermaritzburg, Ausschüsse zur Unterstützung der durch die Plünderung verarmten Deut⸗ schen. Das Geld zur Unterstützung der Deutschen strömt von allen Seiten zusammen, der Landwehr und e Versicherung hin, großen Versammlung: Die Deutschen halfen den Buren in ihrer Not nicht nur durch die Tat, sondern auch mit Geld. Jetzt ist uns Gelegenheit gegeben, uns dankbar zu erweisen. e Der türtische Bericht. Konstantinopel, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Generalstab berichtet von der Front an den Dar⸗ danellen vom 11. Juli: Bei Ari Bur nu beiderseitige Beschießung ohne Be⸗ deutung. Am Nachmittag beschoß ein Kreuzer unter dem Schutze von Torpedobooten und mit Hilfe von Ballons einige Zeit ohne Erfolg unseren rechten Flügel, worauf er sich zurückzog. Bei S kampf mit Pausen auf dem rechten Flügel und im Zentrum. Unsere anatolischen Batterien beschossen wirksam bei Mor⸗ toliman Truppen, Batterien, zeuge des Feindes. An den anderen Fronten ereignet. ö a8 S de 8 des e d. A e i e 8 2 b n een 7 e* 2 gg Salih ade. in kernastien. feuerte weder Schaden noch 2 e. Kabinettswechsel in Persien. Teheran, 13. Juli.(WDB. Nichtamtlich.) Das Ka⸗ binett hat um seine e 9 nachgesucht. Diese ist angenommen worden, i 1 das Kabinett nicht mit dem Parlament einigen könnte. Ei neues Kabinett soll von Musto Ipkius Memalek gebildet werden. Es wird von der Demokratie unterstützt. 5 *** Der Seelrieg. N London, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich) n Reu⸗ 2 Bureaus. Die Besatzungen der Fischdampfer„Merlin“ „Emarald“ hat sich nichts Wichtiges zukehren und ihre bürgerliche Beschäftigung wieder völkerung über die wesentlichsten iedener Gegner des Auf⸗ Get bildeten in den größten] K g namentlich von der Landbevölke⸗ d rung. Einer der bekanntesten Burenführer sagte auf einer rä edd⸗ül⸗-Bahr Artillerie- V Luftschiffhallen und Flug⸗ bi Wr. Nichtamtlich) Einf. d Ilrch an Bord gelegt 4 Grimsby, 1 de W Nichtamtli Reuterschen Bureaus. Der Fischdampfer„Hai im der Nordsee von einem Unterfeeboot v ersen Besatzung wurde gerettet. 8 Amerikanische Zeppeline? i 8 London, 13. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter mel⸗ det aus New Pork: Die Se Regierung bestellte drei lenkbare Luftschiffe vom Zeppelin⸗ typ in Hartford(Connecticut). 5„„ 7ðÜö3ñ... ⅛— n!—— Aus dem Reiche. 5 Berlin, 14. Juli. Zu Ehren des neuernannten bul⸗ garischen Gesandten in Berlin, Rizew, fand gestern bei dem ersten Gesandtschaftssekretür Anastasow und dessen Gemahlin geborene Radoslawow, ein Tee statt, an dem eine große Anzahl in Berlin weilender Bulgaren teil⸗ nahm. Ein Vertreter der bulgarischen Studentenschaft brachte das Wohl des neuen Gesandten aus. Als er die warme Sympathie der bulgarischen Jugend für Deutsch⸗ land bekundete, stellte Exzellenz Rizow die übermächtige Hingebung der Deutschen an ihr Vaterland als leuchtendes Beispiel hin. 8 Berlin, 14. Juli. Laut„Berliner Tageblatt“ werden der bayerische und der preußische Städtever⸗ band zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen⸗ treten, um die Richtlinien zu einem gemeinsamen Vorgehen aller deutschen Städte in der Frage der Leben smittel⸗ fürsorge festzulegen. a Berlin, 14. Juli. Der Münchener Magistrat über⸗ wacht jetzt die festgesetzten Lebensmittelpreise scharf: sie dürfen 14 Tage lang nicht erhöht werden. Zurückgehaltene Waren werden beschlagnahmt und für Rechnung des Besitzers zu den festgesetzten Höchstpreisen verkauft. 19 75„ Berlin, 14. Juli. Im Zossener Halbmond⸗ lager fand gestern mittag in Gegenwart zahlreicher Offi⸗ ziere die Einweihung der Moschee statt, die ein Ge⸗ schenk des Kaisers ist. Zu der eigenartigen Feier hatten sich laut„Berliner Tageblatt“ der türkische Botschafter mit dem Botschaftsrat und dem Militärattaché eingefunden. Der Kommandant des Gefangenenlagers führte in seiner An⸗ sprache aus, die den Mohammedanern verdolmetscht wurde, daß diese auch in der Gefangenschaft nicht ihre religiösen Gebräuche entbehren sollen. f 13 Aus Stadt und Cand. Gießen, 14. Juli 1 Das Erntejahr 1915. a N Wie wenig man si innerhalb der Bevölkerung der Trag⸗ wei der wen Porschesden pes Punezeng ier fe Verleht mit Brotgetreide und Mehl aus dem Erntejahr 1915 bewußt zu sein scheint, geht daraus hervor, daß man in der Presse bereits ver⸗ schiedentlich Inserate findet, in denen Getreide der neuen Ernte zum Verkauf angeboten wird. Um die Be⸗ i ngen aufzuklären, möch⸗ ten wir zu st folgendes der allgemeinen 5 en. Nach der ung des Bundesrats vom 17. Juni 1915 find Kaufverträge über Roggen, Weizen, Spelz, ner, Einkorn, Hafer, Gerste allein oder mit anderem engt, ferner über Mischfrucht, worin sich Hafer befindet, aus in⸗ ländischen Ernte des Jahres 1915 als nichtig erklärt. vor dem Inkrafttreten der Bundes pats⸗ verordnung vom 28. Juni 1915 über den Verkehr mit Brot⸗ getreide und Mehl abgeschlossenen Verträge über den Verkauf von Getreide der neuen Ernte ohne weiteres rechts ⸗ ungültig und dürfen ni ds. Is. ist nach der letzteren a g des fämtlichen im Reich angebauten Brotgetreides, Weizen, Spelz, Emer und Einkorn allein ode Hierdurch sind alle etwa vom Boden 4 Verfügungen Unternehmer uber si e. eine Ausnahme hiervon ist in 8 6 für die landwirtschaftlicher Betriebe gemacht. D dürfen der agnahme 1. zur Ernährung der Selbstverforger auf . Angehörigen usw. ihrer Wirtschaft 9 Kilo⸗ ne—.— ö ver 1 f Sarretde für Seat we de veräußern. Als Saat in di Sinne gilt jedoch nur Saatgetreide, das nachweislich aus landwirt⸗ tlichen Betrieben stammt, die sich in den letzten 2 Jahren mit — e von Saatgetreide befaht haben. Die veräußerten Men⸗ de g 15 sind von dem Verbraucher dem Kommmalverband b innen 5 das beschle t t — T gebra⸗ verban!. 7 aher fc rkerbe N der ie af zige f nahme sich er e ohn au en 0 verband über. Der Besitzer hat die Ortsän binnen 3 unter Angaben der Getreidearten und ihrer beiden Kommunalverbänden anzuzeigen. 0 1 Zu den Handlungen, die dem Besitzer des Brotgetreides un tersagt sind, gehört auch die Ver ütterung von b g- hmtem Brotgetreide, so daß eine Zuwiderhan Ia Nh na unter die Strafbestimmung des 8 9 Ziffer 1 einem Jahr werden. Beschl sind heute in Lowestoft gelandet. Beide Schiffe besondere aus dieser Vorschrift wird mit Gefängnis bis b—— 3 Mart bestraft, 1. wer unb chlagnahmte Vorr— schafft, Anzeige nicht in der gesetzten Frist erstattet, oder unvollständige oder unrichtige Angaben macht. Auch beschlagnahmefrei gewordenes Brotgetreide ist durch die Vero über das füttern von Brotgetreide, Mehl und Brot vom 28. Juni 1915 und deren Strafvorschrift gegen Verfütterung geschützt. Es empfiehlt sich hiernach für die Eigentümer von Brotge⸗ treide aus der neuen Ernte ihr Getreide alsbald dem Kommu⸗ nalverband zum Zweck des freihändigen Ankaufs ur Verfügung llen, da gegebenenfalls auf Anordnung des samts die Enteignung der Vorräte verfügt werden kann und in solchen Fällen für die zu überlassenden Vorräte ein angemes⸗ 3—— Preis bezahlt wird, der von dem Provinzialausschuß festzu⸗ setzen ist. Der Besitzer hat nach§ 35 die Vorräte, die er frei⸗ händig übereignet hat oder die bei ihm enteignet sind, zu ver⸗ wahresl und pfleglich zu behandeln, bis der Erwerber) sie in seinen Gewahrsam übernimmt. Er hat hierfür eine von dem Provinzialausschuß endgültig festzusetzende angemessene Vergeü⸗ 8 zu beanspruchen. Zuwiderhandlungen gegen die Verpflichtung Besti mit Gef; isstrafe bis zu 1500 Mart bedroht fend g Wir hoffen mit Vorstehendem dazu beizutragen, die Bevöl⸗ kerung vor Schädigungen, insbesondere vor schweren gericht⸗ lichen Strafen zu bewahren, die im Falle von Zuwiderhand⸗ lungen gegen die erlassenen Bestimmungen zweifellos eintreten 5* 5 L. U. Probe⸗Vorlesung. Herr Dr. Ernst Gün⸗ ther, der sich für das Fach der Nationalökonomie an unserer Universität zu habilitieren wünscht, hält am Mitt⸗ woch, den 14. Juli, um 5% Uhr, in der kleinen Aula eine öffentliche n über das Thema:„Die volkswirtschaftliche Bilanz des Krieges“. r Heyer⸗Denkmal. Wie in der Stadtverordneten— beng vom 24. Juni mitgeteilt wurde, haben die Erben es vor Jahren in München verstorbenen. 5 Heyer, der lange Zeit an der Landeshochschule gewirkt der Stadt Gießen den Gedenkstein zum Geschenk ge⸗ ma t, der dem Verstorbenen in München von seinen Ver⸗ Hehrern und Schülern gesetzt worden war. Dieses Denkmal ist nunmehr seiner neuen Bestimmung zugeführt worden. Es wurde an der Straßenseite der Mauer des alten Fried— hofs an der Licher Straße angebracht. Das Monument trägt auf einem einfach gegliederten Sockel die lebensgroße Porträtbüste Heyers, die von einem Giebelaufbau überragt * wird. Von dem Grün der Bäume und dem dunklen Hinter⸗ grund der Mauer hebt sich der weiße Marmor des Monu⸗ ments an dem glücklich gewählten Platze wirkungsvoll ab und bildet einen weiteren Schmuck der schönen Anlagen am alten Friedhof. 1 Amtliche Personal nachrichten. Am 8. Juli d. Is. wurde dem Großh. Stenerausseher Georg Roth zu Wimpfen vom 1. August d. Js. an eine Steuerausseherstelle an der Zuckerfabrik zu Friedberg und vom gleichen Tage an dem Großh. Steueragusseher Peter Schweitzer zu Babenhausen eine Steuerausseherstelle bei Großh. Salzsteueramt Wimpsen übertragen. ** Deutsches Obst für— England. Vom Rhein wird uns geschrieben: Während in Deutschland trotz einer recht guten Obsternte augenblicklich unverhältnismäßig hohe Preise für das reife Obst bezahlt werden, muß man es er⸗ leben, daß im Kriegsjahr 1915 noch große Mengen Obst ausgeführt werden, und zwar ausgerechnet nach— Eng- land, wobei Holland der Vermittler ist. Gegenwärtig werden die Obstbaugebiete des Rheins, der Bergstraße und Badens von Händlern bereist, die die ganzen Ernten auf⸗ kaufen und auf dem Rhein nach Holland verschiffen lassen oder mit der Bahn nach dort versenden. Da Holland bei weitem nicht diese Mengen verbraucht, liegt der drin— gende Verdacht nahe, daß England der freundliche Abnehmer ist. In Deutschland eine gute Obsternte und teures Obst, in Mechelg. keine Ernte, aber billiges Obst, und das auf Kosten Michels. * Leichenüber führungen aus dem Ope⸗ rations⸗ und Etappen⸗Gebiet. Die Oberste Heeres⸗ leitung hat jegliche Leichenausgrabung und Ueberführung aus dem gesamten Operations- und Etappen-Gebiet für die Monate Juli, August und September aus hygienischen Grün— 0 den verboten und die bereits erteilten Genehmigungen zurückgezogen. ** Der durchweichende Landregen, der in den letzten Wochen in allen Wetterbetrachtungen eine so heiß ersehnte Rolle 1 ist nunmehr niedergegangen, und es scheint, als ob das Regenwetter noch einige Zeit an— halten wollte. Namentlich in den beiden Nächten ist viel Wasser niedergegangen, so daß die Befürchtungen, die die Trockenheit erweckte, nun wohl großenteils beseitigt sind. In erster Linie ist der Regen dem zweiten Grasschnitt und dem Klee, auf die man stellenweise nicht mehr zu hoffen wagte, zugute gekommen, und überall zeigt sich draußen auf den Wiesen zwischen den dürren Grasbüscheln, die auf Rechnung der Dürre zu setzen sind, wieder kräftig treibendes Grün. Das Gespenst wachsenden Futtermangels scheint somit vorläufig gebannt zu sein. Der Regen ist von einer recht empfindlichen Kühle begleitet; das rmometer zeigt nur wenig mehr als 10 Grad über Null. ö f Kreis Schotten. 1 g ulfsa, 12. Juli. Der Landwirt Bast von hier, dessen beide Söhne im Felde stehen, verlor auf traurige Weise sein Leben. Kurz vor dem Torse ging ihm das Userd mit dem leeren Wagen dur Vast kam unter die Trümmer des Wagens zu liegen und drei Rippen brachen und drangen ihm in die Lunge, so daß der Bedauerns werte nach zwei Stunden an einer Verblutung starb. Der Verunglückte war wegen seines biederen, redlichen Wesens eine überall hochgeachtete Persönlichteit. 1 darum so lediglich Wirtschastspolitik territoriale Exweite. rungen im Gegensatz zu dem selbstsüchtigen England ab- lehne. Der Verluft der christlichen Balkanländer stelle für die Türkei eher einen Gewinn dar, da sie sich nunmehr völlig ihren Kernprovinzen widmen könne. Redner schilderte die Gewaltherrschast Englands in Indien und Aegypten, und glaubt, daß ähnlich wie im Jahre 1857 die allmählich durch— sickernde Kunde der englischen Niederlage das Land in Ausstand versetzen werde. Von der Vollendung der Bagdadbahn mit ihrer Erschließung Mesopotamiens verspricht sich Redner gewaltige wirtschastliche Vorteile, desgleichen von der im Werk befindlichen Bodenresorm. Zreilich gehöre dazu die Erzwingung eines un— gehinderten Durchganges der Erzeugnisse der asiatischen Türkei durch Serbien. Frankreichs Beispiel der Gründung zahlreicher Schulen im Orient sollte auch sür uns vorbildlich werden. Frieden wollten wir alle, aber nur einen solchen, der auf Sieg beruhe unnd uns dauernde Ruhe gewährleiste. Dann werden Adler und Halb- mond, im innigen Bunde vereinigt, Großes leisten. Hessen⸗Nassau. Marburg, 13. Juli. Im großen Saale des Gast— hauses Seebode hielten heute nachmittag die Raiff⸗ eisen⸗Vereine des Kreises Marburg ihren diesjähri⸗ gen Unterverbandstag ab. Der Unterverbandsdirek— tor, Pfarrer Dörr aus Michelbach, teilte in seinem Jahres— bericht mit, daß der Unterverband Marburg auch im Kriegs jahre gute Erfolge hatte. Er vereinigt in 24 Vereinen rund 2443 Mitglieder. Der Geldumsatz betrug im letzten Jahre 5117000 Mk., der Reingewinn über 12000 Mk. und das Gesamtvermögen der Vereine stellt sich auf rund 103 000 Mk. Die Gesamtspareinlagen betragen 3 184000 Mk., die Bezüge sind im Kriegsjahre etwas zurückgegangen. Der Vorsitzende des Hauptvereins, Landesökonomierat Rexerodt aus Kassel, erstattete einen eingehenden Bericht über die Lage des Verbandes, die er als erfreulich bezeichnete. Hieran schloß sich eine eingehende Aussprache über die vielen gerade in der jetzigen Zeit die Landwirtschaft interessierenden Fra— gen. Ueber die Getreidebeschlagnahme usw. gab besonders Landgerichtsrat Klingenbiel, als Vorstand der Kriegs⸗ etreidekommission, erschöpfende Auskunft. Ein Vortrag des . Pfarrer Dippel⸗Immenhausen beschloß die Tagung. h Frankfurt a. M., 13. Juli. Eine interessante Entscheidung fällte dus hiesige Schöffengericht. Ein von seiner Frau ge- schie dener Versicherungsbeamter hatte sich bei einer polizeilichen Anmeldung als ledig bezeichnet. Für diese 7 Angabe erhielt er einen Strafzettel uͤber 4 Mark. Seine bei dem Schöffen- gericht gegen die Polizeistrafe eingelegte Berusung wurde unter der Begründung verworsen, daß wer einmal geschieden ist, nicht wieder ledig sein kann. teilnehmer aus Frauksurt beträgt nach einer amtlichen Fest- stellung 514. Hiervon fielen bisher 21; gefangen sind 7, ver- wundet 55, vermißt werden 4. An Auszeichnungen erhielten 57 das Eiserne Kreuz und 4 andere Ehrenzeichen. Von den Ein— gezogenen waren 25 Leutnants, 14 Offizier-Stellvertreter, 44 Vize⸗ 7—— 103 Unteroffiziere, 44 Gefreite, 271 Gemeine, 6 Lazarelt- inspektoren. —ů——ů Gießener Strafkammer. 5 Gießen, 14. Juli. Zu dem in der Montag⸗Nummer des Gießener Anzeigers befindlichen Strafkammerbericht unter der Marke„Spionen⸗Riecherei“, bittet man uns nm fol⸗ es festzustellen:„Es könnte durch den Bericht vielleicht der indrud erweckt werben, als hätte der Beklagte über das Werk und seinen klagenden Direktor falsche Behauptungen aufgestellt und zurückgenommen. Lediglich mit Rücksicht auf die Kriegszeit hat der Beklagte auf Anregung des Gerichts sich schließlich ver⸗ lichen. Er hat im Vergleich lediglich erklärt, daß er die in die Prozesse gebrachten Behauptungen weder aufgestellt habe, noch aufstellen wolle, und die Beweisaufnahmen haben Gegenteiliges auch nicht ergeben. Der Privatkläger hat erklärt, daß er durch irrige Mitteilungen zur Klage veranlaßt worden sei. Er trägt außer den auf seiner Seite erwachsenen Kosten die gesamten Gerichts⸗ kosten, während der Beklagte nur die auf seiner Seite erwachsenen, Kosten übernommen hat.“ e Märtte. je. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 14 Juli. Ausgetrieben waren 334 Schweine, Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 5 Lebendgewicht 118.00—123.00 Mk., Schlachtgewicht 145.00— 15C.00 Mk., vollfletschige Schweine unter 80 1 116.00 120.00 Mk., Schlachtgewicht 140.00 145.00 Mt. vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 118.00— 123.00 Mk., Schlachtgewicht 148.00—147 Mk.: vollfleischige Schweine von 720 bis 150 Lebendgewicht 118.00— 123.00 Mk., Schlachtgewicht 14.500—147.00 Mk. Geschäft ziemlich lebhaft. de. Frankfurt a. M., 14. Jult.(Orkg.⸗Telegr. des„Gieß Anz.“) Fruchtmarkt. Die bevorstehende neue Ernte macht sich bereits in der Stimmung am Fruchtmarlt geltend. Die Haltung ist abwartend. Die vorhandenen Vorräte werden zu Höchstpreisen gehandelt. Trotz der guten Ernte neuen Heues sind Futtermittel gefragt und sest. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Giehen. Die nördliche Depression ist weiter nordostwärls abgezogen. Ueber Deutschland zieht ein Teiltief hinweg, das uns seit gestern abend verbreitete Niederschläge gebracht hat. Auf der Rückseite dieses Tiefs fängt der Lustdruck wieder an, so daß wir für morgen mit Nachlassen der Niederschläge zu rechnen haben. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 15. Juli 1915: Wolkig, meist trocken, nordwestliche Winde. KLeette nachrichten. Aeußerungen eines Russen. Kristiania, 14. Juli. Der Vertreter der„Vossischen Zei⸗ tung“ hatte eine Unterredung mit einem auf der Durchreise von Petersburg nach England hier weilenden bekannten russi⸗ schen re er auf die Frage nach den inneren Zuständen und der Stimmung in Rußland folgendes 9 . 7 8 a a 1 N Belt Zu einer Revolution wird es nicht kommen. Man sei im Die Gesamtzahl der Lehrer⸗Kriegs⸗ di 1 überzeugt, daß Rußland diesen Krieg nicht gewinnen und Deutschland nicht besiegen könne. Das wüßten auch die russischen Offiziere sehr wohl. Man meint, daß Rußland zwar keinen Sonderfrieden mit Deutschland schließen, wohl aber bald seinen jetzigen Verbündeten erklären wird, weiter kämpfen ist zwecklos, wir müssen mit Friedensverhandlungen beginnen. Die Aeuße⸗ rung Björnsons, der sagte, die ersten drei Reihen Russen hätten 0 Gewehre, aber die darauffolgenden 5—6 Reihen seien unbewaffnet, 4 bestätigt der Gewährsmann. Die Russen seien wirklich Helder: ohne Waffen zu nennen. Man müsse sich endlich auch in England klar machen, daß zwischen Rußland und Deutschland nach dem Kriege nicht eine weitere Entfremdung, sondern eine Annäherung erfolgen werde. Politisch und auch handelspolitisch würden sich beide Staaten viel enger als vorher verbinden müssen. Den Russen sei mehr als je daran gelegen, mit der deutschen In⸗ dustrie zusammenarbeiten zu können. Wenn man in neutralen und der Sprecher meinte offenbar auch in den gegenwärtig Ruß⸗ land verbündeten! Ländern glaubt, daß die deutsche Industrie künftig vom russischen Markte ausgeschlossen sein werde, so gibt man sich einer heillosen Täuschung hin. 8 2 3 Auf die Frage nach der russischen Waffenzufuhr sagte 1 der Russe: Ueber Archangelsk kommt sehr wenig. Japan 8 habe dagegen einige schwere Geschütze mit zwei Mann pro Ge⸗ 725 schütz zur Bedienung gesandt, aber das sei gänzlich unzureichend. 10 Dem Munitionsmangel sei auch Japan nicht gewachsen. Alles in 2 allem dürfte man bald auf Ueberraschungen friedlicher Natur ge⸗. faßt sein. Mit dem deutschen Heere könnte das russische auch in Zukunft nicht Schritt halten, denn der russische Bauer müsse dem aufgeklärten Deutschen auch zukünftig unterlegen sein, da zukünf⸗ tige Kriege in noch viel höherem Grade als der gegenwärtige In⸗ dustriekriege sein würden. Der Gewährsmamm ist schließlich fest davon überzeugt, daß in Rußland wohl oder übel eine Revolution von oben nach Friedens⸗ schluß kommen muß, d. h., eine liberale Regierung, denn das würde das russische Voll als Siegespreis für diesen nach außen hin ver⸗ J lorenen Krieg sonst mit Gewalt verlangen.— Ueber Rußlands zu⸗ künftiges Verhältnis zu seinen augenblicklichen Verbündeten wollte a er sich nicht äußern. Er schloß: Ich muß jetzt nach England und kaufen, was wir sonst schnell und billig und zumindest nicht 5 schlechter, also besser, in Teutschland bekommen haben und es von 8 Deutschland auch bald wieder beziehen werden. Eine italienische Denkschrift.* Lugano, 14. Juli. Zwei Abgeordnete haben als Vertreter der offiziellen Sozialisten dem Justizminister Orlando eme Denkschrift überreicht wit der Bitte, die Krankenkassen in be⸗ 2 setzten Gebieten in Tätigkeit zu erhalten. Dem Untersekretär Eelesio überreichten sie gleichfalls eine Denkschrift, in der die baldige Vergebung öffentlicher Arbeiten zur Abhilfe gegen die Arbeitslosigkeit verlangt wird, ferner die Errichtung von Arbeitsvermittlungsämtern, dann Sicherheit für die Getreide⸗ versorgung des Landes, Feststellung der Vorräte und Einführung von Höchstpreisen. Der Untersekretär versprach, dem Minister⸗ präsidenten Bericht zu erstatten. Der Mordanschlag im Kasino. Lugano, 14. Juli. Der„Secolo“ erinnert daran, daß gleich zu Beginn der Voruntersuchung im Attentatsprozeß von Soft e Verhaftung Genadiews gemeldet, aber von der bul— garischen Gesandtschaft in Rom sofort dementiert wurde. Diesmal hülle sich die Gesandtschaft auf Anfragen in Schweigen. Das Blatt berichtet weiter, der Hauptangeklagte Vinkenti habe gestanden, daß noch eine Reihe von Attentaten geplant war, so besonders ein Bombenattentat auf König Ferdinand. Der„Secolo“ sagt weiter, die Attentate Vinkentis hätten zu einer Diktatur Genadiews führen sollen. Während Genadiew früher offen für Oesterreich eintrat, sei er jetzt ein Anhänger des Dreiverbandes geworden. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Sicherstellung des Haferbedarfs für bee Heeres verwaltung; hier: Ablieferung des noch m Kreise vorhandenen überschüssigen Hafervorrats an die 3 1 Proviantämter. An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Durch Ausschreiben der Zentralstelle zur Beschaffung der Heeresverpflegung vom 10. Juli l. Is. wird dem Kommunal⸗ verband aufgegeben, sämtlichen im Kreise noch vor⸗ handenen überschüssigen Hafer(Futter⸗ und Saathafer, auch Mengkorn aus Hafer und Gerste) genau festzustellen und an das nächste Proviant⸗ amt abzuliefern. Diese neuerliche Anordnung stützt sichh auf die en eingangs erwähnten Behörde, wonach sich 10 in N N kreisen gezeigt hat, daß einzelne Pferdebesitzer sich offenbar mit ihrem Futterhafer noch über das gesetzlich vor geschriebene Maß hinaus eingeschränkt haben und daß nicht aller zur Frühjahrsbestellung angekaufter Hafer für Saatzwecke Ver⸗ 5 wendung gefunden hat. Hiernach sind noch beträchtliches Mengen an Hafer verfügbar. Diese müssen, um die weiteren dringenden Anforderungen der Heeresverwaltung zu befrie⸗ digen, im Interesse der Landesverteidigung unbedingt für die Zwecke der Heeresverwaltung gesichert werden. Wir werden Ihnen deshalb in Kürze erneut ein Formular für einen e zugehen lassen, in den alle in der Gemeinde, über die bis jetzt schon sichergestellten Hafermengen hinaus, noch vorhandenen Vorräte an Futter- und Saathafer, sowie auch an Mengkorn aus Hafer und Gerste, bis zum kleinsten Quantum, getrennt nach den obenbezeichneten Arten, aufzu nehmen sind. 7 Von der Aufnahme in den Verteilungsplan sind aus zu⸗ nehmen, die bis zum 1. September l. Js. nicht bis 15. Aug. l. Is., für Pferde gesetzlich zulässigen Futter⸗ mengen. g Sollten nach Ablieferung der im Kreise sonach vollständig abgerufenen Hafermengen, mit Beginn der Verwendung der neuen Ernteerträge, sich noch zurückgehaltene alte Vorräte auffinden lassen so 1 5 unnachsichtlich gegen die betreffenden personen vorgegang werden. 5 9 Weigert sich jemand, seinen beschlagnahmten Restvorrat ab⸗ zuliefern, so erwarten wir Ihren sofortigen Bericht. Wir g werden hierauf die Enteignung, mit den allseitig bekannten Folgen, vornehmen. 5 Die Großh. Bürgermeister werden für die sofortige und genaue Durchführung der vorstehend getroffenen Anordnungen persön⸗ f lich verantwortlich gemacht. Gießen, den 13. Juli 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. 3 Hechler. HUT U III Neu! Btuchleidende! Neu!“ bedürsen zur Behebung ihres veldens kein sie Neu! 3 3 e meinen in Größe perschw, nach aß u. sellten, Tag und Nacht Tad. Universal⸗Bruchapparat muagen. Bin selbst am Moutag, d. 19. Juli, abends von 7.308.390 u. Dienstag, d. 20. Juli, von 8—12 in Gießen, ö Pabn beton Our mit Mustern vorerwähnten Apparates, sowie mit ff. Gummi- u. Jederbändern, auch für Kinder, sowobl mit sämtlichen Frau den r wie Leib,, Hängel⸗ Umstands⸗, Muttervorfallbinden, anwesend. Gaxantiere für 6 1 11 Siet Melle 225 im Hause J. Mellert, Konstan Godensee), Wessenbergstraße 15. Telephon 515. 19571 Achtung! II Film!! 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Auf dem Felde der Ehre fiel am 9. juli mein heiss— geliebter, treuer, braver Sohn, unser teuerer Bruder, Schwager, Enkel und Neffe Oberleutnant und Regimentsadjutant Kurt Weiss Donnerstag, den 15. Juli 1918, abends 8½ Uhr. Prof. Dr. Collin: „Ernst Moritz Arndts politische Ansichten“ Der Ertrag ist für Kriegs- Wohltätigkeit bestimmt. Eintrittskarten zu 30 Pfg. sind in der Musikallen- handlung von Ernst, Challier, Neuenweg, und abends an der Kasse, zu haben. Die Dauerkarten sind Über- 10 Unser noch einziger treuer, braver Sohn, mein innigst geliebter Bräutigam Albert Alilhelm Schubecker . a agbar. Studenten haben freien Zutritt. 750 er 1. Garde- Regiment zu Fuß, tragbar—— haben freien Zutritt, 1 5875. Inf.-Regt. Kaiser Friedrich, König von Preussen f e g 7. Württ. No. 125 starb bei einem Sturmangriff am 14. Juni 5 5 hrentod fürs Vaterland. 3 1 0 d f Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Goldenen 1 f Ale men 2 Militärverdienstmedaille.„ i Glilhelm Schubecher u. Frau Heute Mittwoch, 8 Uhr: 5487 In namenlosem Schmerz und tiefster Trauer: Margarete andler. F 1 K. Anna Weiss, geb. Schwabe, Hauptmannswitwe 4 dll lell- OIIZEr Walter Weiss, Leutnant u. Stationsführer, schwere Kinzenbach, den 13. Juli 1915. 5879* Funkenstation 38, Gouvernement Libau, N 5 mit seiner Braut Hede Behla, Charlottenburg Wenn Liebe könnte Wunder tun 5 e e N e g— e e Und Tränen Tote wecken, 0 1 Frau Professor Schwabe, Tübingen Do würde Dich im sernen Land 9 fia Meer Wes, Stute: Tad eee di en. UchrspiErHabs Oberamtsrichter Dr. Schwabe, Vaihingen-Enz. Du hast den Frieden, wir den Schmerz. 3 4 8 4 8 rel. 2077 GIESSEN Tel. 2077 Tübingen, 12. juli 1915. 9 5 ahne 58843 Der Tag der Beisetzung wird noch bekannt gegeben, Heute ein vollständig neues, auserlesenes Schlager- Programm Nur bis einschließlich Freitag.— 3 Tage 1 — Gestern morgen 5 Uhr entschlief plötzlich und unerwartet unsere gute, treusorgende Mütter, Großmutter, Schwiegermutter und Den Heldentod für das Vaterland starb am 5. Juli Tante mein geliebter, unvergesslicher Gatte, der liebevolle Vater* 1 valistisches Bot seines Töchterchens, unser lieber Sohn, Bruder, Schwieger- Frau Kalharine Kreiling 9 4 Aten e Na sohn, Schwager und Onkel Tine rab 0 Tmerpngt nachmittag 7 3 2.. Eine Perle deutsch. Heinrich Grölz„ de ee ue, im 82. Lebensjahre. 1656 Orig.-Aufnahme humoresken Wehrmann im Landw.-Inf.“ Regt. 116, 7. Komp. We 8 Sse L f U 0 E n Dramatischer Kunstfllm in 3 Aufzugen u. eine weitere Auslese erstkl.Fllmneuhelten Im Vamen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Kreiling XI. Familie Emil Kreiling Familie Philipp Möser VI. Wieseck, den 14. Juli 1915. im Alter von 34 Jahren. In tiefer Trauer: Frau Helena Grölz, geb. Pfaff, und Kind Familie Philipp Pfaff Familie Grölz Familie Schön. Ab Samstag! Unbedingt sehenswert! Wenn Völker streiten f Hochaktuelles Kolossalgemälde in 8 Akten. Bilanz vom 1. Januar 1914 bis 31. März 1915. Ruttershausen, Staufenberg, den 13. Juli 1915. 00780 Die Beerdigung findet Donnerstag, den Wiedersehen war seine Hoffnung! 15. Juli, nachmittags 3 Uhr, statt.„ Attiva. Passiva. 1. Kassenbestand 1522.42 1. Mitglieder⸗ „Warenvorrat guthaben... 560.— Su eig Beodga; arne land m hac 18 dem Ein⸗ 4 2. 1 ee 1803 Jank hin Dein, Haupt zur letzten Rulh, Gestern vormittag 10 Uhr entschlief aufswert.. 5 ne Kapitalien.— Fürs Vaterland gabst Du Dein Lel l 5 5 a 5 P 8 Bu. sanft nach kurzem, schwerem Leiden meine Ausstände der 3. Warenschulden 2935.21 Warst noch so jung, sturbst viel zu früh, Wer Dich gekännt, vergißt Dich nie. Doch liegt es in des Höchsten Plan, Was Gott tut, das ist wohlgetan. Wiedersehen war seine Hoffnung! Mitglieder.. 2016.45 4. Reservefonds 1560.— 4. Inventar.. 150.— 5. Betriebsrücklage 655.74 6. Dividenden. 609.07 7820.02 7820.0 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1913. 47 Während 1914 gingen unn liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester und Schwägerin 1 Christine Weber, geb. Rohrbach im Alter von 55 Jahren. Am 27. Mai starb den Heldentod fürs Vaterland mein innigst- geliebter Sohn, Brikder, Schwager, Onkel und Bräutigam 51 5 1 Im Namen 1 N Ludwig Möbus der tieftrauernden Hinterbliebenen: Während 1914„ am 31. Mürz 151511 Ersatz-Reservist im Reserve nfanterie-Regiment Nr. 24 9 Heinrich Weber J. 2.. 19 N Saasen, den 15. Mai 1915. Landwirschaftl. Konsumperein Saasen, t. G. n. u. H. Der Direktor: Der Lagerhalter: Wilhelm Schep p. 8 Heinrich Wagner V. Vorstehende Bilanz haben wir geprüft und mit Inhaber der Hessischen Tapferkeits-Medaille 0 1 eee Großen-Linden, den 13. Juli 1915. — Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Christian Mübus Ww. Familie Heinrich Möbus Familie Ludwig Möbus(Schiffenberg) Die Beerdigung findet Donnerstag, den 15. Juli, nachmittags 3 Uhr, statt. W Vamilien Mabus. 5 f den Büchern und Belegen übereinstimmend befunden. Christine Luh, Hraut 5 77 22 Der Aufsichtsrat: 8415 Familie, Lun(l. eihgesterm. Kinder-Erholungsheim Oberammergau Jobannes Wickenhöfer, Vorstgender. Burkhardsfelden, den 13. Juli 1918. 850 m Landhaus Kofel 350 m 5 90 gesunde Lage, sachgem. Pflege, Unterr. Ref. Prof. Göppert, indenklinst Köttungen. Aufn. v Erwachsen, Rekonvalesz. Mäß. Pr. Näh. Frl. Erlea Stimming, Oberammergau.(0 Töndenbem In J 9=—— harz) 1 bietet Erbolungbedlürfteltebe' Waldhotel Tannhäuser volle Aufnahme in anregend. Bi 00 K f an der 5 Helm, gute Verpfleg, Rube, 10 On 00 Lahn. groß. Garten a. Walde. Maß.] Durch die Beschlagnahme von Baumwoll-Garnen gungigster Preise. Näh. durch Frau Elise] Idyllisch geleg. Balkonzimm. Stürken verlangen unsere Fabrikanten für noch lieferbare Waren Sievert, r 1. Derellent Tel r in sprunghafter Form Freise von ungenhnter Höhe. 2 5 Ich empfehle deshalb meinem verehrten Kundenkreis, den Bedarf für die nächsten Monate bald zu decken. Meine Preise sind infolge meines grolen Lagers ausserordentlich billig. große Holländer Angel, 1— Zpfündig, kleine zum Backen Cabliau mittel(Dorschh.. Pfd. 35 Pf. 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