. 1 Nr. 161 Erstes Blatt Der Gletzener Anzei erscheint Aeli an er Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sietzener Familienblätter; weimal wöchentl. Kreis- att für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); Seat elle eee e agen Fernsprech⸗ Anschlasse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschältssteledl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. An e von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 5 1 Croßes Hauptquartier, 10. Juli. amtlich. 5 Bestlicher Kriegs schauplatz. Tagsüber war die Gefechtstaͤtigkeit auf der ganzen Front gering. f Frei französische Angriffe bei Laurois(am Südhang der Höhe 631 bei Ban⸗de⸗Sapt) scheiterten bereits in un⸗ serem Artilleriefeuer. Kachts wurde in der Champagne nordwestlich von Deanssiour⸗Ferme ein vorspringender französischer Graben östlich anschließend unternahmen wir einige er⸗ Sprengungen. folgreiche N 5 11015 und Apremont fanden vereinzelte Ratti mee a Im Priesterwalde verbesserten wir durch einen Borsteß unsere neue Stellung. Seit 4. Juli sind in den Kämpfen zwischen Maas und Mosel 1798 Gefangene(darunter 21 Offiziere) ge⸗ macht, 3 Geschütze, 12 Maschinengewehre, 18 Minenwerfer Bei Leintren östlich von Lunsville wurden nächtliche Borstöße des Feindes gegen unsere Vorposten abgewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei Ossowietz wurde ein feindlicher Angriff zurück Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage der deutschen Truppen ist unverändert. Oberste Heeresleitung. . 5 Großes Hauptquartier, 11. Juli. (Amtlich.) a Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Ypern wiederholten die Engländer gestern ihren Versuch vom 6. Juli, sich in den Besitz unserer Stellung am Kanal zu setzen. Der Angriff scheiterte unter erheblichen Verlusten für den Feind. 0 Hart nördlich der Straße Souchez— Ablain ver⸗ suchten die Franzosen abends einen Angriff, der auf einen Vorstoß von deutscher Seite traf. Der Kampf ist noch nicht abgeschlossen. Dem französischen Feuer fielen in den letzten Tagen zum Opfer, von denen zehn ge⸗ 40 Einwohner von Lie vin tötet wurden. % Ein vereinzelter französischer Vorstoß auf Fricourt östlich von Albert wurde leicht abgewiesen. Der gestern nacht nordwestlich von Beauséjour⸗ Ferme dem Feinde entrissene Graben ging am frühen Morgen wieder verloren, wurde heute nacht jedoch erneut gestürmt und gegen fünf Angriffe behauptet. „Zwischen Ailly und Apremont erfolglose fran⸗ zösische Handgranaten⸗Angriffe. Im Priesterwalde brach unter starken Verlusten für den Feind ein durch hef⸗ tiges Artilleriefeuer vorbereiteter Angriff dicht vor unseren neuen Stellungen zusammen. % Ein Angriff auf die deutsche Stellung östlich und süd⸗ östlich von Sondernach, südwestlich von Münster, wurde zurückgeschlagen. Unsere Flieger griffen die Bahnanlagen von Gérard⸗ mer an. detliger grief f estlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. f Sü döstlicher Kriegsschauplatz. In den letzten Tagen fanden in der Gegend von Kras⸗ not a weörtliche Gefechte statt. Sie verliefen für uns überall günstig. Sonst hat sich bei den deutschen Truppen nichts ereignet. Oberste Heeresleitung. **** In den feindlichen Ländern wird plötzlich ein Rieseneifer entwickelt in der Erörterung von Organisationsfragen, und wenn ihnen auf den Schlachtfeldern Munition und Erfolge fehlen, so wird dieser Mangel durch Besprechungen, Ver⸗ sammlungen und allerlei Kundgebungen ersetzt. Die lang⸗ beinigen Lügen, die anfangs und in den ersten Kriegs⸗ monaten die Welt durcheilt und in dem neutralen Auslande ch russische und französische Siege verbreitet hatten, sind auf Geländeschwierigkeiten gestoßen; groß ist zwar der Lüge Macht, aber gegen handfeste Wirklichkeiten kann sie auf die Dauer nichts ausrichten. Die Kriegsgeographie hat allen Aufputz abgeworfen und verlangt ihr Recht. Wir Deutsche können nun mit Ruhe und einiger Genugtuung verfolgen, was die Feinde mit ihren neuen Bemühungen alles von sich geben. Ihre Minister wollen sich in Calais versammeln, und es gibt, wie an anderer Stelle, im zweiten Blatt dieser Ausgabe, ausgeführt wird, allerlei Möglichkeiten, wie den bisherigen Niederlagen der Entente durch Erwä⸗ gungen abgeholfen werden soll. Die Engländer erscheinen 4 dabei etwas unfertig und unvorbereitet zu Tische, weshalb man wirklich vermuten kann, daß sie Forderungen an ihre Freunde aufstellen wollen. Eben noch hat der große Kriegs⸗ organisator Lord Kitchener in der Guildhall über die Rekru⸗ tierung gesprochen und verkündet, daß die Vorbereitungen jetzt getroffen seien; es fehlten nur noch die— Soldaten. * sollten sich jetzt vollzählig melden. Die englische Presse ist enn auch etwas enttäuscht, und die Bundesgenossen in Calais werden das Recht haben, aus zusprechen, daß die euglische Regierung über Ermahnungen und gute Wünsche bisher nicht hinausgekommen ist. Auch Churchill ist in der Guild hall-Versammlung wieder einmal aufgetaucht und hat ie bisherige Regierung, und vornan natürlich sich selbst, Gießener A General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruderei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Die Vorbereitungen des Vierverbandes. Ein englischer Triumph in Südwestafrika. l 165. Jahrgang verteidigt. Er erklärte: Wir erkennenjetzt, daß es un⸗ ebührlich optimistisch wäre, das Ende des Krieges im Laufe des Jahres 1915 zu erwarten. Er wandte sich gegen die Kritiker der Regierung und sagte: Wenn alles in größter Vollkommenheit gegangen wäre, hätten zwei Grundtatsachen doch nicht geändert werden können, nämlich der Stillstand auf dem westlichen Kriegsschauplatz und der augenblickliche Munitionsmangel der Russen. a Vermutlich werden in Calais auch die Offerten an die Balkanstaaten eine große Rolle spielen. In diesem Punkte werden vernünftige Franzosen mit der Zeit ungeduldig. Herve z. Bastellt in der„Guerre Sociale“ mit Bedauern fest, daß die Unterhandlungen mit den Balkanstaaten nicht voran⸗ kämen. Es sei für die Di lomatie des Vierverbandes doch nicht so schwierig, ein Abkommen zu erzielen. Eine Inter⸗ vention Bulgariens habe für den Vierverband große Bedeu⸗ tung, noch mehr als eine Intervention Rumäniens und Grie⸗ chenlands. Mehr als je sei jetzt die Zeit Geld. Die Verbündeten Frankreichs legten sich anscheinend nicht Rechenschaft darüber ab, wie groß die Ungeduld in Frank⸗ reich sei, Bulgariens Intervention zu erreichen. Rußland, England und Italien seien nicht vom Feinde besetzt, aber in Frankreich seien große Gebiete seit elf Monaten in Feindes Hand. Frankreich habe ein Recht, eilig zu sein. Frank⸗ reich brauche, um das Volk zu ermutigen, gute Nachrichten, damit es seine Leiden geduldig ertrage. Calais wird nicht nur der Treffpunkt so würdiger Diplomaten sein, sondern auch, so deuten ausländische Stim⸗ men an, möglicherweise das nächste Ziel großer deutscher Heeresmassen. Man spricht über den Reichsgrenzen davon, daß 900 000 Mann frischer deutscher Truppen demnächst an die Westgrenze geworfen werden sollten. Ob das wahr ist, wissen wir natürlich nicht, aber wir sehen, daß manche Leute immerhin damit rechnen, daß Calais vielleicht gar nicht mehr lange englische Ministerbesuch empf ngen kann! In der Tat ist es in den deutschen und österreichisch-ungarischen Kriegs⸗ berichten augenblicklich auffällig still geworden. Vergleicht man damit die geschwätzige russische Berichterstattung, die sich fortgesetzt bemüht, lokale kleinere Kämpfe aufzubauschen, so liegt allerdings die Annahme nahe, daß die siegreichen Heerführer für die wirksamste Fortführung des Krieges durch allerlei zweckmäßige Umgruppierungen eine neue Basis schaffen werden. Sicherlich erwartet man die Ergebnisse solcher Vorsätze mit noch viel größerer Spannung als die Folgen der neuen Besprechung in Calais. Einen Triumpf hat England in diesen Tagen, wenn Reuter nicht wieder schwindelhaft berichtet, gehabt. Die kleine deutsche Besatzung in Deutsch⸗Südwestafrika scheint, bedrängt von Nahrungs- und Munitionsmangel, weiteren Widerstand eingestellt zu haben. Dieser„Sieg“ Englands, wobei angeblich über 3000 Mann sich ergeben haben, würde für den Verlauf des großen Völkerringens natürlich gar keine Bedeutung haben. Solange wir von unserer deutschen Kolonie mit allen verläßlichen Nachrichten abgeschnitten sind, können wir uns über die Lage, die zu dem jetzt von Reuter gemeldeten Ausgang geführt hat, in keiner Weise ein Bild machen. 1 8 *** Die österreichisch⸗ungarischen Tagesberichte. Wien, 10. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 10. Juli 1915. RNussischer Kriegsschauplatz. Die Situation ist im großen unverändert. Nördlich Krasnik erneuerten die Russen in der ver⸗ gangenen Nacht nochmals erfolglos ihre Angriffe. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Ruhe an der küstenländischen Front hielt im all⸗ gemeinen an. Ein feindlicher Angriffsversuch bei Sdro us⸗ sina wurde abgewiesen. 5 Im Kärtner Grenzgebiet hat sich nichts er⸗ eignet. An der Tiroler Front wurde ein italienischer An— griff auf unsere Stellungen nordöstlich des Kreuzbergsattels zum Stehen gebracht. 8 Gegen den Col die Lana gingen vorgestern nach⸗ mittag mehrere feindliche Bataillone vor. Das Feuer eines unserer Forts zwang sie zur Umtehr. Gestern vormittag ver⸗ suchte ein Bataillon einen neuen Angriff. Erst auf die kleinsten Entfernungen beschossen, hatte es große Verluste und mußte gleichfalls zurück. Die braven Standschützen betätigten im schwierigsten Hochgebirge ihre Unternehmungslust in er⸗ folgreichen Kämpfen. Der Stellvertreter des Chefs des Genereistabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 0 Wien, 1. Juli.(W TB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 11. Juli 1915 mittags. Die Lage ist auf allen Kriegsschauplätzen unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Berlin, 12. Juli. Das„Berliner Tagebl.“ erfährt aus dem k. k. Kriegspressequartier mit Bestimmtheit, daß die letzthin nördlich Krasnik und weiter in der Buggegend mit ver⸗ zweifelten Anstrengungen angesetzte ru ssische Offensive durch die österreichisch⸗ungarischen und die deutschen Armeen z u m Stehen gebracht worden ist—. 4 Der russische Bericht. Petersburg, 11. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht des „ 3ͤĩ?2: nzeiger Montag, 12. Juli 1015 Dezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge— richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. des 8. Juli heftiges Artilleriefeuer statt. Zwischen Prassnysz und der Weichsel wurden die Zusammenstöße häufiger. Auf dem linken Weichselufer räumten die Deutschen in der Nacht zum 9. Juli die letzten Gräben, die sie uns in der Nähe von Humin abgenom⸗ men hatten. Sie deckten die Räumung durch wütendes Feuer. In der Gegend von Lublin dauerten die Kämpfe am 9. Juli an. Füdlich von Urschendow näherten sich unsere Truppen dem Flusse Wijuitza. Der Feind behauptet sich noch auf der Höhe 118. Südlich von Wilholaz Gorny unternahm er mit zahlreichen Reservetruppen heftige Angriffe auf das Dorf Bystritza: wir wiesen alle Angriffe zurück. Wir brachten hier den Kampf am 9. Juli nachmittags durch einen heftigen Gegenangriff unserer Reserven zum Stehen, die den Feind zwangen, sich in großer Eile in Unordnung zurück⸗ zuziehen. Zwischen Wie prz und Bu g wiesen wir am Abend des 8. Juli und in der folgenden Nacht feindliche Angriffe in der Gegend des Dorfes Grabowetz und südlich Grobeschoff bei dem Dorfe Mieniany leicht ab. Am Bug aufwärts von Kamionka Gewehr- und Geschützfeuer. An der Zlota-Lipa ging der Feind bei dem Dorfe Korjoff in der Nacht zum 9. Juli zum Angriff über. Er gelangte in wiederholtem Ansturm bis an unsere Stachel⸗ drahtverhaue, wurde aber jedesmal durch unser Feuer und durch unsere Gegenangriffe zurückgeschlagen. An den übrigen Fronten keine Veränderung. Der italienische Bericht. Rom, 11. Juli.(Ctr. Frkft.) Das Kriegsbulletin des Oberkommandos vom 10. Juli, 6 Uhr abends, lautet: Der Feind beharrte auf seinen Angriffen im Val Daone. Starke Infanteriemassen, unterstützt durch Artilleriefeuer, ver⸗ suchten dort am Tage des 9. gegen unsere Stellung von Mal ga Lena eine überraschende Aktion, die vollkommen scheiterte. Da⸗ gegen gelang es einer unserer Infanterie⸗Abteilungen im Val Terragnolo, die bis vor die Stellungen von Mago Serta und von Costa Bella, die dieses Tal beherrschen, vorgerückt war, sich ihrer durch Ueberrumpelung zu bemächtigen. Im oberen Cordovale wurden während der Nacht des 9. zwei star ke feindliche Angriffe gegen unsere Besetzung des Endes des Heinen Francatales gerichtet. Sie mi liegen hatten, im Tal den Trapenanzes verschanz Fanecke e e bekämpft sie 10. wurden neue heftige Angriffe gegen die kürzlich von uns er⸗ oberten Stellungen auf der Karstebene unverzüglich zur ückge⸗ schlagen. Der Zusammenbruch der italienischen Angriffe. Berlin, 12. Juli. Ueber den Zusammenbruch der itale⸗ nischen Angriffe heißt es in einem Bericht der„Deutschen Tageszeitung“: Unsere Truppen haben bisher ausgehalten, wofür es kein Beispiel aus der Vergangenheit des Krieges gibt. Das Wüten zahlreicher schwerer Geschütze und die bei Tag und Nacht fortgesetzten Infanterieangriffe siegreich zu bestehen, waren eine Sache, von der kein Lebender je geahnt hat, daß sie möglich sei. Berlin, 12. Juli. In der dtalienischen Presse werden plötzlich auch gute Seiten an dem Gegner entdeckt. Die „Tribuna“ sagt, wie die„Vossische Zeitung“ berichtet, die Italiener möchten Oesterreich-Ungarn zum Lehrmeister nehmen, wenn sie die Kriegsanleihe zeichnen. Die gute Ernte in ungarn. Budapest, 11. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Sämtliche Blätter besprechen die in dem amtlichen Bericht angekündigte Rekordernte von 45,9 Millionen Meterzentner Weizengegen 28,64 Millionen im Vorjahre. Sie erklären, der Erntesegen mache die Aushungerungspläne der Feinde zu schanden. Der Unterschied gegen die vorjährige Lage liege nicht allein in der größeren Menge der Brotfrucht, sondern darin, daß man infolge der Erfahrungen des Kriegs⸗ jahres gelernt habe, den Verbrauch angemessen zu regeln. „ Die Kämpfe an den Dardanellen. Paris, 11. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der nach den Dardanellen entsandte Sonderberichterstatter des„Journal“ schil⸗ dert seinem Blatte, wie die erste Landung des Expedi⸗ tionskorps am 25. April erfolgte. Um dem Gros der Armee die Landung zu ermöglichen, hatten sich 6000 eng⸗ tische Freiwillige angeboten, als erste an Land zu gehen, um die weitere Landung zu decken. Sie wurden in den frühen Morgenstunden des 25. April an Bord des Dampfers„River⸗ blyde“ gebracht, der mit Volldampf direkt auf das Ufer zulief und am Strand auffuhr. Die Engländer stürzten sofort aus dem Dampfer hervor und wurden von einem höllischen Feuer der Türken, die ausgezeichnet verschanzt waren, empfangen. Die Eng⸗ länder hielten Stand, bis unter dem Schutze des gestrandeten „Riverblyde“ Verstärkungen herankamen. Der Kampf um den Besitz der ersten Stellungen dauerte zwei Tage. Von den 6000 Engländern sei kein einziger am Leben geblie⸗ ben. Auch jetzt, so erzählt der Berichterstatter, falle bei jeder Landung ein großer Teil der Mannschaften, da die Landungs⸗ stellen unter türkischem Feuer liegen. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 10. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Kaukasusfront versuchte am 8. Juli ein feind⸗ liches Kavallerie-Regiment auf dem rechten Flügel in der Nähe der Grenze eine unserer Abteilungen anzugreifen, die dem Feinde eine beherrschende Höhe abgenommen und besetzt hatte. Wir schlugen den Feind unter schweren Verlusten für ihn zurück. Großen Generalstabes. Bei dem Dorfe Jednorozec fand am Abend E In der Dardanellenfront ist am 9. Juli bei Ari⸗ 35 5 5 7 1 a 1 Kriege in Konstantinopel gegen Gold rückzahlbar sein werden. 1* 4 nicht zu rochnen sei. Gegenvorschläge würden sicher folgen, und. für lange Zeit würde es bei der vorfichtigen, aber doch ent⸗ schlossenen Taktik der deutschen Unterseebootführer bleiben.“ Wers Wien, 10. Juli. * riechischen Handelsflagge dur * * trägnis der von der ottomanischen Regierung in Deutschland 3 Bern, 11. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Tribuna“ ernährt wird. * Beunruhigung über die Munitionsfrage in England. 5 Der Eindruck der deutschen Note in Amerika. ia 5 1 hatten über 190000 Frauen teilgenommen. 55 1 Burnu und Sedd-ül- Bahr keine Veränderung eingetreten; es fand dort nur das gewöhnliche Artilleriefeuer statt. Unsero vorgeschobenen anatolischen Batterien beschossen wirksam das feind— liche Lager bei Teke-Burnu sowie das Gelände in der Um- gebung von Seddaul-Bahr und eine auf dem Marsche befindliche Infanterieabteilung. Am Nachmittag brach in der Umgebung von Teke-Burnu ein gwßer Brand aus; wir hörten von Zeit zu Zeit Explosionen.— Auf den übrigen Fronten nichts Wesentliches. Konstantinopel, 11. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Be⸗ richt des Hauptquartiers: Am 10. Juli fand an der Darda⸗ nerlei Veränderung statt, außer zeitweiligem Artilleriefeuer. Am Nachmittag erschien ein feindliches Panzerschiff vom Typ des„Nelson“ vor Kaba Tepe unter dem Schutz von vier Torpedobooten und schleuderte ohne Erfolg mehr als 200 Granaten gegen unsere Stellungen. Wir hatten mur einen Toten und zwei Verwundete. Mehrere Schüsse unserer Artillerie erreich- ten das Schiff und zwangen es, sich zurückzuziehen, Infolge des wirksamen Feuers unserer anatolischen Batterien verlor die Tätigkeit des Feindes bei Ari Burnu ihre bisherige Lebhaftigkeit. Ihre Batterien feuerten gestern besonders gegen eine Haubitzbatterie westlich von Hissarlik wirksame Schüsse ab, wobei eine Haubitze einen Volltreffer erhielt. Feindliche Flieger 0 überflogen die anatolische Seite der Meerenge, wurden aber durch das Feuer unserer Abwehrbatterien vertrieben. Auf den übrigen Fronten keinerlei Veränderung. Die Finanzen der Türkei. Konstantinopel, 11. Juli.(WT. Nichtamtlich.) Mor⸗ gen werden Kassenscheine zu einem türkischen Pfund im Ge⸗ samtbetrage von 150 Millionen Franken in den Verkehr gesetzt, deren Ausgabe durch das Gesetz vom 13. April festgesetzt worden ist. Bei dieser Gelegenheit wird sestgestellt, daß diese Kassen— scheine weder Schatzscheine noch- Banknoten, noch Papiergeld sind, weil sie micht teilweise, sondern im Gesamtbetrage durch den Gold⸗ gegenwert gedeckt sind. Die Ausgabe dieser Kassenscheine, die besser als Goldbescheinigungen bezeichnet werden können, stellt das Er⸗ und Oesterreich-Ungarn abgeschlossenen Anleihe von 150 Millionen Franken dar, die, da sie nicht in Gold nach der Turkei befördert werden kann, für Rechnung der ottomanischen Staatsschuld in besonderen Kassen der deutschen Reichsbank und österreichisch-ungarischen Bank niedergelegt ist. Gegen dieses Gold gibt das ottomanische Finanzmimisterium Kassenscheine in gleicher Höhe aus, die Zwangskurs haben und sechs Monate nach dem Die Balkanstaaten. bringt eine amtlich noch nicht bestätigte Nachricht aus Sofia, wonach die Herrscher Rumäniens und Bulgariens in Athen zusammentreffen und König Konstantin einen Besuch abstatten wollen. Die Mi— nister des Aeußern Rumäniens, Bulgariens und Griechen— lands würden der Zusammenkunft beiwohnen, bei der sich auch Serbien vertreten lassen werde. Die Zusammenkunft würde bereits stattgefunden haben, falls das Befinden König Konstantins es gestattet hätte. * Aus Frankreich. f Paris, 10. Juli.(WTB. Nichtamtlich.)„Petit Parisien“ meldet: Die Deputierten Tour nan, 5 5 Drivet und andere brachten einen Gesetzesantrag ein auf Einführung einer Kriegs⸗ steuer für alle Einkommen, die seit dem Beginn des Krieges gleich geblieben oder gestiegen sind. Einkommen bis zu 2400 Franken sollen unbesteuert bleiben. Der steuerfreie Betrag 2 sich um 100 Franken, so lange das Familienoberhaupt mobilisiert ist, um 600 Franken für jede Person, die vom Familienoberhaupt Manchester, 11. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Lon⸗ doner Korrespondent des„Manchester Guardian“ schreibt: Die liberalen Abgeordneten sind sehr beunruhigt über die Munitionsfrage. Sie wünschen die volle Wahrheit zum wissen und haben eine Sitzung des Hauses unter Aus- chluß der Oeffentlichkeit angeregt. Die Regierung wird die Idee vermutlich ablehnen, weil diese einen unerwünsch⸗ ten Präzedenzfall schüfe. Berlin, 12. Juli. Ueber den Eindruckder deutschen Note in Amerika wird dem„Berliner Tageblatt“ gemeldet:„New Vork Sun“ und„New Vork Herald“ schreiben, daß mit einer ernsh gemeinten Zurückweisung der deutschen Vorschläge durch Wilson Friedensversammlungen der Frauen in Schweden. Stockholm, 11. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Mi⸗ nister des Aeußern empfing gestern eine Abordnun schwe⸗ discher Frauen, die die Anregung zu den am 27. Juni in allen Teilen Schwedens abgehaltenen Friedens ver- mmlungen gegeben haben. An diesen insgesamt 343 Die Abordnung überreichte die in den Versammlungen faßten Resolutionen. Der Minister versprach, sie der gierung vorzulegen.* N ge- 1 Der Seelrieg. London, 11. Juli. WTB. Nichtamtlich.) Der Dampfer „Ellesmere“(4170 Tonnen) von Burriana nach Manchester unterwegs, ist ohne Warnung bei Cornwall torpediert worden Ein Mann der Besatzung wurde durch eine Granate getötet; die übrige Besatzung ist in Milfordhaven gelandet worden. Die Gründe des Flaggenschwindels. Nn Zum Mißbrauch der 1 u ein italienisches Kriegsschisf teilt 5 1 Korrespondenz“ folgende beglaubigte Einzelheiten mit: 7 In den ersten Julitagen bemerkte ein griechisches Kriegsschiff iin der Nähe der Insel Taxos einen kleinen, die griechische Han⸗ delsflagge führenden Dampfer, der als verdächtig angehalten wurde Er hatte scheinbar eine Heuladung, darunter aber eine Benzin⸗ ladung. Die erste Angabe, die der Kapitän machte, besagte, er versorge österreichischungarische und. 0. Unterseebvote mit Benzin. Da die Schüffspapiere nicht in Ordnung waren, wurde der Dampfer nach Korsu gebracht. Da entschloß sich der Kapitän im letzten Augenblick, Farbe zu beiennen und er erklärte, zur italienischen Kriegsmarine zu gehören und Mannschaften von der italienischen Kriegsmarine an Bord zu haben. Er hißte statt der bis dahin geführten griechischen Handelsflagge die ilalienische Kriegsf 0 Die Wolitische Korrespondenz“ fügt hinzu: 1 nellenfront bei Ari Burnu und Sedd-ül-Bahr kei- ha Vermutungen zulässig. Entweder sollten nach dem Muster der Ver⸗ nichtung des deutschen Unterseebootes„U 29“ österreichisch⸗ ungarische oder deutsche Unterseeboote angelockt wer⸗ den und der Vernichtung verfallen, oder das italienische Kriegs⸗ fahrzeug wollte irgendwo an der griechischen Küste ein scheinbares Benzindepot anlegen, um unsere oder deutsche Unterseeboote in die Falle zu locken oder den Vorteil zu haben, Griechenland eines Neutralitätsbruches durch die Unterstützung der Zentralstaaten be⸗ schuldigen zu können.. So geht, schließt die„Politische Korrespondenz“, eine Nation erwiesenermaßen vor, die zur Entschuldigung ihrer eigenen Nach⸗ lässigkeit unsere Kriegsmarine zu bezichtigen wagte, daß diese ihre — 1 auf Ancona am 24. Mai untey falscher Flagge gemacht Lugano, 9. Juli.(Ctr. Blu.) Die italienische Regierung befahl infolge des Vorstoßes der österreichischen Marine in der Adria den auslaufenden italienischen Handelsschiffen den Gebrauch der neutralen Flaggen.(Nat. Ztg.) 2** Eine Schlappe der Engländer bei Aden. London, 10. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Burcau meldet amtlich: Infolge von Gerüchten, daß eine türkische Streitmacht von Nemen im Hinterlande von Aden die Grenze überschritt und gegen Lahedj vorrückte, schickte der Offi⸗ zier, der in Aden den Oberbefehl führt, ein Kamelkor ps zur Aufklärung aus. Das Korps berichtete, daß eine türkische Abteilung mit Feldgeschützen und einer großen Zahl von Arabern heranrückte. Das Korps zog sich nach Lahedj zurück, wo es durch die Vorhut einer beweglichen Kolonne aus Aden, bestehend aus 250 Infanteristen mit zwei zehnpfündigen Geschltzen verstärkt wurde. Unsere Truppen in Lahedj wurden am 4. Juli von einer aus mehrerentausend Türken bestehenden Streit⸗ macht angegriffen, die über 20 Geschütze verfügte und durch zahlreiche Araber verstärkt wurden. Unsere Truppen hielten sich trotz des feindlichen Feuers bis zum Einbruch der Nacht in ihren Stellungen. Ein Teil der Stadt Lahedj brannte. In der Nacht fanden Nahkämpfe, Mann gegen Mann statt. Frontangrisse wur⸗ den abgewiesen. Später begann der Feind aber unsere Truppen auch aus der Flanke anzugreifen. Inzwischen zog der Rest der beweglichen Kolonne aus Aden nach Lahedj. Er wurde durch Wassermangel und den lockeren Sand in seinen Bewegungen auf⸗ gehalten. Infolgedessen wurde beschlossen, die kleine Truppen⸗ abteilung, die Lahedj hielt, solle sich zurückziehen. Der Rückzug wurde am 5. Juli morgens in guter Ordnung durchgeführt. Das Detachement stieß zu dem Rest der Kolonne, der sich in Birnasr befand. Außer unter großer Hitze und Wassermangel hatten unsere Truppen auch unter Desertionen arabischer Trausportgehilsen zu leiden. Sie zogen sich daher nach Aden zurück. Drei britische Offiziere wurden verwundet. Wir nahmen einen türkischen Major und 13 Mann gefangen. ** * Aus Südwest⸗Afrika. London, 10. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Reuters Son⸗ derdienst meldet aus Kapstadt: Botha verlangte die Ueber⸗ gabe der Deutschen bis zum 9. Juli 5 Uhr nachmittags; widrigenfalls der Angriff beginnen werde. Die Deutschen sahen ein, daß sie keine Hoffnung auf Entkommen hatten und nahmen deshalb das Ultimatum an. Die gesamte deut⸗ sche Streitmacht, die nach der Union gebracht wird, soll ge⸗ fangen gehalten werden, bis der Krieg beendet ist, außer den Gefangenen, die in dem vorgeschriebenen Bezirk auf Ehren⸗ wort freigegeben werden. Dieselbe Quelle meldet aus Pretoria: General Bothas berichtet, daß die Umzingelungsbewegung sehr schwer durchzuführen war. Man mußte ahne He Tag und Nacht marschieren und lange Strecken ohne er in großer Geschwindigkeit durchmessen. Eine berittene und eine un⸗ berittene Infanteri i bleiben vorläufig in Otavi.— Gemäß den Uebergabebedi werden die Offiziere der altiven Truppen ihre Waffen ten. Sie können gegen Ehrenwort ihren Wohnplatz unter gewissen Einschränkun, auswählen. Die übrigen Gefan werden in Orten, die die Union ihnen anweist, interniert. Die Reservisten aller Waffen werden ihre Waffen abliefern, ein Paroleformular ausfüllen und nachher wieder nach ihren Wohnorten zurück⸗ lehren können, um den gewohnten Berufen nachzugehen. Die Offiziere dürfen ihre Pferde behalten. Polizeit n wer⸗ den wie altives Militär behandelt. Die bürgerlichen Be⸗ hörden können nach ihren Wohnorten zurückkehren, nachdem sie die Paroleerklärung unterzeichnet haben, aber ohne ihr Amt auszuüben und Gehaltsansprüche an die Union stellen zu können. Alles Kriegsmaterial wird an die Union abgeliefert In dem Paroleformular verpflichtet sich der Unterzeichnende, die Feindseligkeiten während des gegen⸗ wärtigen Krieges nicht wieder aufzunehmen.(Diese Reuter⸗ meldungen beweisen, daß die Uebergabe unter sehr ehren⸗ vollen Bedingungen an die erdrückende Uebermacht erfolgt sein muß.) Prätoria, 10. Juli.(WTB. Nichtamtl.) Reuter⸗ meldung. Die deutschen Truppen in Si t⸗ afrika, die sich ergeben haben, betragen 204 Offiziere und 3166 Mann mit 37 Feldgeschützen und 22 gewehren. rr rr rr rr rr re eee Aus dem Reiche. Die Statistik der deutschen Verwundeten. Von den in den Lazaretten des gesamten deutschen Heimatgebietes behandelten Angehörigen des deutschen Feld⸗ heeres kamen in Abgang, berechnet auf je 100 des Ab⸗ ganges, als: im dienstiähig gestorben anderweitig“) August 1914.. 84,8 9,0 132 September 1914.. 88,1 2,7 9,1 Oktober 1914. 88,9 2,4 8,7 November 1914.. 687, 2,1 10, Dezember 1914.. 87,8 1,7 10.5 Januar D 1,4 9,9 Februar 1915. 88,6 1,3 10,0 März 1915. 688,9 1,6 9,5 April 1s 1,4 7.4 Turchschnitt August 1514 bis April 1915. 88,5 1,9 9,6 5 1 9 Dienstunbrauchbarkeit, Beurlaubung. Ein Teil von diesen ten hat später die Dienstsähigkeit wi ex- langt, so daß die Zahlen der als„dienstfähig“ Entlassenen in Wirklichkeit etwas größer als angegeben sind. ur Erhaltung Berlin, 10. Juli.(W 7B. Amtlich) a des kommunalen Wahlrechts der. nehmer ist soeben mit Gesetzeskraft eine igliche Verordnung ergangen, die den Gemeinden die Befugnis gibt, durch Genieindebeschluß für 1915 und 1916 anzuordnen, entweder, daß von der Aufstellung, Berichtigung und Aus- legung einer Liste stimmfähiger Bürger(Gemeindeglieder) ganz abgesehen und bei den Wahlen die letzte endgültige Liste zugrunde gelegt wird, oder daß bei der Aufstellun und richtigung der Listen hinsichtlich der Kriegsteil— nehmer eine Minderung der veranlagten Steuersätze oder lleber die Ursache dieses die italienische Kriegsmarine auf das Schwerste kompromtttierenden Vorgehens sind vorlaufig nur 8 1 3 R* der Einkommensteuerbezüge* der letzten endgülti— gen Liste außer Betracht bleibt. aschinen⸗J gezogen 3 4 81 . e Berlin, 11. Juli.(WB. 25 sident des Herrenhauses, v. Wedel⸗Piesdotf, en in seiner Wohnung in der Leipziger S stor ben. 3 tra Aus Stadt und Land. Gießen, 12. Juli 1915. e Amtliche Personal nachrichten. Die Groß ⸗ herzogin hat am 7. Juli d. Js. ben Oberrevisor bei der II. Justifikaturabteilung der Oberrechnungskammer Rechn tat Georg Ruch auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner lang⸗ jährigen, treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipvs des Großmütigen verliehen. 4 a » Militärische r Jugend. Am letzten Mittwoch abend hielt nach Uebungen der Jungmannschaften Stabsarzt Dr. Schäffer einen außer⸗ ordentlich interessanten Vortrag über„Verhalten bei größe⸗ ren Märschen“ als Vorbereitung für einen Reisemarsch, der am gestrigen Sonntag durchgeführt wurde. Die Mann⸗ schaften traten um 6 Uhr an und marschierten über Stein⸗ bach, Albach, Lich, Garbenteich und Hausen. Um 1 Uhr wurde nördlich der Station Schiffenberg abgekocht. Die Heimkehr erfolgte gegen 1 Am Samstag 6 U 5 Jugendwehr. Am Samsta⸗ 2 2 standen 120 Mitglieder der Jugend vor der neuen 9 5 serne 11 Abmarsch bereit: Es sollte eine Nachtübun N mit Biwak geben. Die beiden Führer erhielten 2 0 ä Rot dhe i 722 9215 8 lt— fer b öcher ge n, er geholt, er an udet,* 1 die 5 der Abendkost begann. Trotz des Ausdlitzens der elektrischen Taschenlampen Zeltbau unvermeid⸗ lich) und der hellen Biwakfeuer war es dem Feinde nicht gelungen, den Biwakplatz zu entdecken. Der Leiter ließ um Mitternacht„das Ganze Halt“ und„Sammeln“ a und gegen 1 Uhr war auch die rote Partei auf dem Biwak⸗ platz angelangt. Gegen 2 Uhr wurde von den Spielleuten der Zapfenstreich gespielt und es wurde zur Ruhe über⸗ gegangen oder vielmehr— es sollte zur ach übergegangen werden. Denn der größere Teil der Jungen blieb singend an den Biwakfeuern zurück. Gegen 4½ Uhr vormittags war alles wieder auf den Beinen. Es wurde Kaffee gekocht, die Kochgeschirre gereinigt und die Zelte abgeschlagen. wurden wieder zwei Parteien gebildet und unter eines Kriegspiels ging es nach Gießen zurück. Gegen 11 og die Jugendwehr, trotz aller Erntüdung stramm und fes ch, in ihre Heimatstadt ein. 8 1 * Getreidehändler und Regelung des der be l Handelskammern vom 9. Jule 1915 u olgende 10 esst keen f rhalten, erfordern, daß lichen Intere eistungsfä! zu e 3„daß — N 23 der 8 l Getreide hän dier in weitestgehendem mg herangezogen und die bisherigen Mängel in der Organisation vermieden werden. ist der Provinzhandel und der Landhandel u berücksichtigen. Aus ersterem sind in ausreichender Weise die Kommissionäre des Kommunalverbandes zu entnehm wobei auch die Möglichkeit einer Vereinigung dieser sümt⸗ lichen Händler zu einer gemeinsamen— besteht, der dann noch weitere Aufgaben übertragen könnten. Im ersteren Falle sind die nicht beteiligten r indirekt zu beschäftigen als Unterkäufer, als 5 und dergl. Die Landhändler sind möglichst Uamlic als Unterkärfer heranzuziehen, soweit sie am 1. August 1914 ——— betrieben haben, und es ist ihnen ein ssener Anteil an der ge wich fft, die 8 des Handels in der fig— bag der im Bezirk ansäf ehlhe Mehles an die Bäcker, Kor zo, f 18 5 die 5 l Bezugsscheine. 15 2 Verteilun, 1 den— lieferte 1 ö e lasso besorgen, die Brotkarten sammeln und die hierbei forderli Auslagen leisten, erhalten die angemessene Vergütung.— Die b ——** 1 mit den 4 2 d lstam unter Berit 15 N schläge e— 112— An⸗ ordnungen treffen.“ 37 1 »Die Ernte 1915. tigen Kreisblatt finden sich die Bestimmungen über— Erne mit Getreide und Mehl aus der diesjährigen Ernte. Sie seien nicht nur . daran interessierten Personen als w age Verhaltungsmaßregeln, sondern auch als Dokument unserer n dem Studium auch der anderen Leser emp⸗ fohlen. 8 a * Kriegsfischkost. Trotz der großen Mühe, die sich alle beteiligten Stellen für die Einführung der Fischnahrung geben, trotzdem auf deren Wichtigkeit für unsere Volksernah⸗ rung oft und deutlich genug hingewiesen worden ist, haben sich zu dem morgen in der städtischen Schulküche am Os⸗ waldsgarten stattfindenden Fischkochen auf die wiederholte Aufforderung bisher noch verschwindend wenig Teilnehme⸗ rinnen angemeldet. Die Klagen über die Verteuerung der Lebenshaltung einerseits und die Gleichgültigkeit gegenüber deren 4—1 8 e 3 1 immen recht zueinander, und es ist zu„daß — der heute noch bestehenden Vaneo 5 manche Hausfrau Gebrauch macht. Die Anmeldung hat an der obengenannten Schulküche zu erfolgen. 8 5 * Freilichtbühne, Zwischen dem, was über di g- keit da eilichtbühne“ zu sagen ist, und 3 Kriegsberichten herrscht eine gewisse N a: der Operationen erfordern erfahrungsgemäß . 5. batte gestern einen String ins Dun ihm a denn diejenigen, die des Spielwetters hatten, reichten um den Eindruck„Ausverkauft“ zu erwecken dieser Unabhängigkeit von der Witterung ert icht, und als im letzten Drittel der rinbrumgen eim paar feine Tropfen vom Himmel fielen, klappten erter Schnelligkeit hunderte von Regenschir men und unter diesem gedeckten Zuschauerraum lachte man sich an freute sich doppelt. Gottlob hörte die Störung bald wieder Immerhin war es nicht ohne Reiz, die Regenstimmung der auf sich wirken zu lassen, wenn sich zu ihr freilich von Darbietungen auch nur die ersten, die Lieder zur Laute, recht wollten. Davon ging es herzlich und frisch und deutsch der Hörer Die Ländler, die Lieder von der Landstraße 8475 g 115 1 228 geschickten Zusammenstellung 1 selbst der Mißtrauischs zu zum Hi zu schielen. Die Wirkung des zu Ge⸗ hör Gebrachten bewies, daß derlei Heiterkeitsproben nicht ans elek⸗ trische Licht der Rampe gehunden zu sein brauchen, sondern auch — selbst im Smoking— im Freien zum Zweck geführt werden können.— Das Beste war nach biblischem Vorbild für den Schluß aufbewahrt worden; um nebenbei nicht vergessen zu lassen, daß auf einer Bühne nicht gesungen und gesprochen, sondern auch ge— spielt wird, hatte man Kotzebue noch einmal zu Ehren gebracht und seinem ee eee neckisch-plaudersamen Dorf⸗ idyll von den„Rosen des Herrn von Malesherbes“ mit Eifer und das graziöse Tändelleben des Rokoko eingehaucht. In dem brap gereimten Preisliedchen auf ländliche Einfalt und Treu⸗ berzigkeit gab Hellmut Eckhardt würdig⸗gemessen den„allsei⸗ tig verehrten“ ehestiftenden Marquis, Gretel Leist, aufgehend in der zierlichen Rolle, das herzige Trotzköpfchen Susette und Kurt Frey dessen biederen und aufrechten Zukünftigen. Für die ziel⸗ sichere Spielleitung des Werkchens, dem die von der Firma Diet mufgebaute Rosenhecke einen weiteren Reiz verlieh, zeichnete Wal⸗ ther Kolb.— Auch gestern wieder ging so das Urteil dahin, daß man den Weg auf die Licher Straße nicht umsonst gemacht Stenographie. Die Stenographen-Gesellschast „Gabelsberger“ eröffnet morgen wieder einen Anfän ger⸗ kehrgan g. Da voraussichtlich nach dem Kriege eine starke Nach— frage nach tüchtigen Stenographen eintreten wird, ist die recht zeitige Erlernung der Schnellschrist sehr zu empfehlen. Siehe An zeige in heutiger Nummer). Kriegsgefangenen-Sendungen. In der Auf schrift der Sendungen an Kriegsgefangene im feind- lichen Ausland genügt zur Unterbringung der Sendungen neben der Angabe des Namens, Dienstgrades und Bestimmungs⸗ ortes die Bezeichnung der Kompagnie(Eskadron, Batterie) und des Regiments(selbständigen Bataillons). Weitere Angaben, wie hie für Feldpostsendungen vorgeschrieben sind, z. B. Brigade, Divi- sion, Armeekorps, denen der Gefangene angehört hat, beeluträchti⸗ gen die Uebersichtlichkeit und Deutlichkeit der Ausschrift und damit die richtige Zustellung. Sendungen mit solchen weitergehenden und irreführenden Angaben werden von den Postanstalten nicht mehr. ede. e e om Po eckverkehr. Reichspostgebiet ist die 05. der Kontoinhaber im Postscheckverkehr Ende Juni 1915 auf 107 406 gestiegen.(Zugang im Monat Juni 613.) Auf diesen Postscheckkonten wurden im Juni gebucht 1905 Millionen Mark Gutschriften und 1907 Millionen Mark Lastschriften. Bar⸗ dlos wurden 2115 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gesamtguthaben der Kontoinhaber betrug im Junt durch⸗ schnittlich 262 Millionen Mark. Im internationalen Postüber⸗ weisungsverkehr wurden 4,3 Millionen Mark umgesetzt. Einbruch. In der vergangenen Nacht wurde in einem Restge eee ein Einbruch verübt: die Diebe hießen Schuhwaren im Werte von 1200 Mk. mit- gehen. Als sie mit dem geraubten Gut nach Koblenz, von wo aus sie den lohnenden Ausflug unternommen hatten, zurück⸗ kehren wollten, ereilte sie schon hier am Bahn n Die Polizei nahm sie fest und stellte die gestohlenen aren dem Eigentümer wieder zu. Landkreis Gießen. 4. Burkhardsfelden, 10. Juli. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich gestern hier. Der Sohn eines hiesigen A hantierte mit einem Revolver. Plötzlich ent⸗ lud sich die Wasse und das Geschoß drang dem Burschen durch die Brust, durchschlug die Lunge und kam im Rücken heraus. Man brachte den Verletzten nach Gießen in die Klinik. m. Lollar, 10. Juli. Ein der Handwerker⸗Bildungs⸗ anstalt zu Gmünd Eisel) überwiesener Zwangszögling aus Kafsel, der sich von dort heimlich entsernt und ungefähr drei Wochen herumgetrieben hatte, wurde durch Wachtmeister Röder hier aufgegriffen und der Anstalt wieder zugeführt. N Kreis Lauterbach. 5 O Aus dem oberen Vogelsberg, 10. Juli. Die Heuernte hat nun ihren Abschluß' gefunden bis auf einige weiter gelegene Waldwiesen und Gemeindegrasflächen, die noch der Aberntung warten. Der Ertrag der Grummetwiesen war wieder reichlich, nur die mageren Bergwiesen und Aecker aben mangelhaste Erträge. Ein schönes Zeugnis gegenseitiger ilisbereitschaft legten die Bewohner bei dieser Arbeit ab. Frauen, deren Männer im Zelde stehen, arbeiteten gemeinschastlich mit ihren Verwandten oder Nachbarn, die noch über ziemliche Arbeitskräfte verfügen, und so konnte die Heuernte— noch durch das schöne Wetter begünstigt— ebenso schnell beendet werden wie in den Jahren zuvor. 5 . Kreis Schotten. O Meiches, 9. Juli. Pionier Steuernagel, der elner Pionierkompagnie im Westen zugeteilt war, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Die Zahl der mit diesem Ehren- zeichen Geschmückten ist somit in unserer Gemeinde auf drei gestiegen. 0 Starkenburg und Rheinhessen. r. Mainz, 11. Juli. bdoerordneten teilte der Oberbürgermeister mit, daß die Re- gierung der Führung des alten Wappens der Stadt die Geneh. migung erteilt babe.— Den städtischen Bediensteten und Arbeitern, die ein Einkommen unter 1800 Mk. haben, wurde auf die Dauer des Krieges eine Teuerungszulage bewilligt, und zwar er⸗ halten dieselbe nur die Verheirateten und Verwitweten. Diejenigen, welche zwei Kinder haben, erhalten täglich 25 Pfg., die üder zwei Kinder bis vier besitzen, 35 Pfg., und die mehr Kinder haben, 45 Pfg. Diese Vergünstigungen sollen auch die Beamten erhalten. die unter 1800 Mk. Einkommen besitzen.— Es wurde einstimmig beschlossen, an das Gouvernement das Ersuchen zu richten, daß sämtliche Nahrungs- und Genußmittelgeschäfte an Wochentagen von mittags 1—3 Ugr und abends von 8 Uhr ab zu schließen haben. Nur die Zigarrengeschäste sollen davon ausgenommen sein. — Zum Schlusse der Sitzung sand eine ausgiebige Interpellation der Sozialdemokraten wegen der Lebensmittelteuerung statt. Beigeordneter Dr. Külb erwiderte eingehend über die Schritte, welche die Stadt bisher nach dieser Richtung mit Erfolg getan. Durch die Vergrößerung des Kommunalverbandes um Dopenheim und Bingen werde in Zukuntt gutes und gleichwertiges Mehl an die Bäcker zur Verteilung gelangen; den Fleisch- und Wurstverkauf, sowie den Kartoffelverkauf werde die Stadt weiter- betreiben. 5 Kreis Wetzlar. w. Wetzlar, II. Juli. Samstag nachmittag wurde Leutnant und Bataillonsadjutant Gerhard Kolb(7. Rhein. Insanterie⸗ Regiment 69) und am heutigen Sonntag Rechnungsrat August edling, Veteran aus den Kriegsjahren 1866 und 1870/1, 5 hiesigen Friedhose beerdigt. Ersterer, 19 Jahre alt, hof die Ver⸗ sen In der letzten Sitzung der Stadt- Fri 8 arb an den Folgen einer schweren Verwundung, letzterer stand im lter von 71 Jahren. Hessen⸗Nassau. „ b. Frankfurt a. M., 11. Juli. Gegen die drohende Er⸗ höhung der Milchpreise durch die Milchlieferanten, besonders die„Vereinigten Landwirte von Frankfurt und Umgegend“, werden in den in Frage kommenden Städten und Ortschasten Hessens und Nassaus alle Date mobil gemacht. Gestern fand hier eine von Vertretern der Regierung, der Darmstädter und Wiesbadener Land⸗ wirtschaftskammern, der Vertreter der Nachbarkreise und größeren Städte besuchte Versammlung statt, die sich mit den Maßnahmen gegen die geplante Milchpreiserhöhung beschäftigte. Auch der Ma⸗ gistrat der Stadt Frankfurt besprach in seiner gestrigen Sitzung die Milchfrage und beschloß, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln diese weitere Erschwerung der Lebensunterhaltung zu ve r hindern. Zu der Milchpreiserhöhung nehmen nun auch die Hauptinteressenten, die„Vereinigten Landwirte von Frank⸗ furt und Umgegend“, in einer Eingabe an das stell vertretende Generalkommando des 18. Armeekorps das Wort. Sie bitten drin⸗ gend, von der Festsetzung von Höchstpreisen für Milch Ab⸗ stand zu nehmen und begründeten diese Forderung mit dem Hinweis auf die Preissteigerung der Kraftfuttermittel, auf den „vollständigen Mangel an frischem Futter“, auf die seit zwei Mo⸗ naten A Dürre und die daraus erwachsende schlechte zweite Ernte, auf die Wirkungen der Maul- und Klauenfeuche und den Mangel an Arbeitskräften. In der Eingabe wird,„wenn nicht bald bessere Milchpreise einigermaßen einen Ausgleich schafsen“, mit einer kommenden Milchnot gedroht und zum Schluß darauf hingewiesen, daß die Landwirte den Tingen ruhig ihren Lauf ließen, wenn sie sich lediglich von Rücksichten auf ihren Gewinn leiten ließen.„Allein die Landwirte setzten höhere Rücksichten über das Interesse des Einzelnen und bäten deshalb u. a. den Ge⸗ — um Festsetzung von Höchstpreisen für Milch keine Folge zu 9. b. Sinn, 11. Juli. Der siebenjährige Sohn des hiesigen Einwohners Reucker rutschte beim Wimbeerenpflücken am Dillufer ab und stürzte ins Wasser und ertrank Wiesbaden, 11. Juli. Bei sehr reger Beteiligung aus allen Orten des Verbandsgebietes tagte hier unter dem Vorsiz des Direktors Dr. Alberti ⸗ Wiesbaden der 54. Ver⸗ bandstag der Erwerbs⸗ und Wirtschaftsgenossen⸗ schaften am Mittelrhein. Dem Verbande gehören gegen⸗ wärtig 78 Genossenschaften an; hiervon sind 49 Genossenschaften mit unbeschränkter und 29 mit beschränkter Haftpflicht. Die Ge⸗ samtzahl der Mitglieder beträgt 73 973. An Reingewinn erzielte man 2 615 541 Mk. 1913: 2737 182 Mk.). Hiervon flossen dem Reservesonds 978 108 Mk., den Mitgliedern als Dividende 1465 948 Mk. zu. Die Geschäftsguthaben der Mitglieder stiegen von 27 046 467 Mk. im Jahre 1913 auf 27300 798 Mk., die vefonds erreichten die Höhe von 12 566 663 Mk.(11734 921 9 An eigenem Vermögen besitzen die Genossenschaften 41 528 647 Mk.(40 336 170. Der Krieg hat obigen Ziffern zufolge der Entwicklung der Genossenschaften wenig Hindernisse bereitet, vielfach sogar befruchtend gewirkt.— Ein gleich hoff⸗ nungssrohes Bild von der Finanzlage Deutschlands während des Krieges zeictmete Verbandsanwalt Prof. Dr. Cru ⸗ ger Charlottenburg. Besonders stark seien die Kreditgenossen⸗ schaften mit i 2,5 Millionen Mitgliedern, die sich in Deutsch⸗ land auf 17 Vereine verteilten und an den Kriegsanleihen⸗ sich hervorragend beteiligten. In einem zweiten Vortrag sprach derselbe Redner noch über die Gründung neuer Genossen⸗ schaften. Verbandsrevisor Seibert berichtete über die von ihm vorgenommenen r Dr. Malz Frankfurt a. M. mahnte zur 8 der Goldporräte an die Reichsbank. Als Ort des nächstjährigen 55. Verbandstages kommen Dillen⸗ burg oder Diez in Frage. 1 2 P Gießener Strafkammer. 5 th. Gießen, 10. Juli. Spionen⸗-Riecherei war die Ursache von Prozessen, die ein großes industrielles Werk in Oberhessen gegen einen tsheamten anstrebte. Der Beklagte war beschuldigt, dem genannten Werke nachgeredet zu haben, es habe im Frieden fremde jetzt feindliche Ofstziere bescheftigt und Kriegsmaterial für die—.— geliefert. 1. 3 gericht erhobene Klage führte zur Freisprechung agten, worauf sich als Berufs-Instunz die Strafkammer Gießen mit der Sache beschäftigte. Hier wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, 12 vor der Verhandlung gegenseitig auszusprechen. Es kam ein gleich zustande, nach dem der Beklagte die Kosten seines An⸗ waltes und seine Auslagen, der Kläger die übrigen Kosten des Verfahrens übernimmt. Der Fall ermahnt zur Vorficht im Urteil über Personen, und Dinge in der Kriegszeit. Wegen Viehseuchenvergehens wurden die Vieh! C. und V. von Friedberg, die im Auftrage ihres Herrn 10 Kühe vom Bahnhof Friedberg, welcher in der ver⸗ seuchten Gemarkung Fauerbach liegt, nach Ossenheim getrieben haben, zu je 15 Mark Gerdstrafe, hilfsweise je 3 Tage Gefängnis verurteilt. Eine Geißel für die Landwirte in Oberhessen und das angrenzende preußische Gebiet war der 55 Jahre alte Schäfer Andr. Wilh. F. von Angersbach. Der Mann hat es seit 15 Jahren nicht lassen können, Miets⸗ schwindeleien bei Landwirten zu treiben. Im März d. J. suchte er die Gegend um Alsfeld mit dem alten Schwindel heim, hier einem Landwirt als Vater seinen Sohn als Knecht vermietend, dort seine Tochter als Magd anbringend. Dabei wechselte er fort⸗ gesetzt seinen Namen, unterschrieb mit dem falschen Namen die ab⸗ geschlossenen Mietsverträge und kassierte Mietsgelder in Beträgen von 2—3 Mark ein, ohne daß die geprellten Landwirte die in Aussicht gestellte Arbeitskraft erhielten. Der Angeklagte, der rückfällig ist und eine ihm zuerkannte Gefängnisstrafe von 1½ Jahr noch zu verbüßen hat, wurde unter Einbeziehung dieser Strafe zu im ganzen 4 Jahren Zuchthaus nebst 10 jährigem Ehr⸗ verlust verurteilt. Ein leichtsinniger Bursche ist der 906 Jahre alte Arbeiter Ed. Sch von Fri E war als Hilfskraft bei der Post beschäftigt und unterschlug 21.70 Mk. r Verdeckung der Tat fälschte er die ent⸗ prechenden U Weiter fallen ihm Zechschwindeleien z een. he rkerger Sa 1 er sich einen Eine ganze Reihe ger hhändker versuchte er in der Weise hereinzulegen, daß er auf den Namen seines Stiefvaters sich Schuhwerk zur Aus⸗ wahl geben ließ. Der Angeklagte ist noch unbestraft; er wurde wegen seiner Jugend und wegen des offenen Geständnisses zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Er soll der, bedingten Begnadigung empfohlen werden. Wegen einer Schachtel Zigaretten ist der Aushilfspostbote Mar N von Friedberg unehrlich geworden. Er war am Postamt in Offenbach aushilfsweise in Dienst genom⸗ men und durch Handschlag als Beamter verpflichtet. Nach einiger Zeit kam K an das Postumt in Bad⸗Nauheim. Er eignete sich von einem Brief, den er zu bestellen hatte, eine abgestempelte tür⸗ kische Briefmarke an und unterschlug eine Feldpostsendung, aus der er ein Päckchen Zigaretten entnahm. Bei der S Marke will der Angeklagte sich nichts gedacht haben Feld⸗ postpäckchen sei offen gewesen, und so seien ihm die Zigaretten in die Hände gefallen. Der erst 17jährige Angeklagte, welcher bisher ehrlich war, wurde wegen der Zigaretten mit 3 Tagen is bestraft, wegen der Aneignung der Marke aber freigesprochen. Wegen Hehlerei wurde die Lueg zu 1 Tag Gefängnis Wilh. R. von i verurteilt. Sie hatte einen Bäckerburschen veranlaßt, ihr ab und zu ern Brot zuzustecken. sdiebstahl. Einbru Der Konditorgehilfe Ad. von Idstein hatte in Bad-Nau⸗ heim durch Einsteigen in zwei Gebähtden Diebstähle au, f wobei ihm Reisege päck und Geld von Badegästen in die Hände fielen. Der Angeklagte hat bei der Tat wie ein geü Verbrecher 8 Trotz seiner Jugend wurde er zu 9— Gefang⸗ nis veru t. 3 fur gestattet die heftigsten Angriffe gegen England und Frankreich. Wegen Ueherschreitung der Höchstpreise für Kartoffeln. war der Kaufmann Willi R. von Gießen zu einer Geldstrase von 300 Mk. hilfsweise 60 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Wir haben seinerzeit über den Fall berichtet. Infolge Revision beim Reichsgericht wurde wegen formeller Gründe das Urteil aufgehoben. In der neuen Verhandlung wurde der Angeklagte aufs neue zu einer 4 Geldstrafe von 300 Mek. verurteilt. 0 Candwirtschaft. „Schafbockauktion. Die diesjährige Schaf bock⸗ auktion des Landwirtschaftskammer⸗Ausschusses findet Mitt⸗ woch, den 4. August, in Götzen, Kr. Schotten, statt. Es gelangen 21 Lammböcke zur Versteigerung. Für die Tiere, die von oberhessischen Gemeinden⸗ und Gesellschaftsschäfereien, sowie zur Landwirtschastskammer beitragspflichtigen Privatschäfereien er⸗ meteorologische Beobachtungen — 1 der Station Gießen. 3. 3 8 22 22 2. du Ee. 88 8 8 2 852 f 32 2 N SS SSS Wetter 2 115 E52 F F„ S — S8 2 2— 2 2 1 85 6 S 8 E22 5 5 11% 78% 19, 8, 56 8sW] 40 Bew. Himmel 11% 7446 16.3 8,7 63 WSW 2 10 Bed. 8 1270 443,8 a2 102 9 o 5 5 * Höchste Temperatur am 10. bis 11. Juli 1915= + 19,8 0. 1 Niedrigste„10.„ 11.„ 1915. 9, 9 Miederschlag: 1,7 mm. — Amtlicher Wetterbericht. Die nördliche Depression zieht ostwärts ab, so daß wir morgen an ihrer Rückseite bei abnehmender Bewölkung und nordwestlichen Winden wieder trockenes Wetter zu erwarten haben. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 19. Juli 1915: Abnahme der Bewölkung, trocken, nordwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Verstärkungen der französischen Front der Alliierten. Haag, 11. Juli. Londoner Meldungen zufolge beschloß der Kriegsrat der Verbündeten in Calais eine erhebliche Verstärkung 55 der Front in Flandern und in den Argonnen und zwar. l der 9 eldungen, Deutschland werde am Ende des Monats Mann frischer Truppen an die Westfront werfen, um den zwischen Calais und Verdun zu forcieren. Den Vorsitz führte; 0 Die Millionenarmee Kitcheners. Rotterdam, 12. Juli. Die Drri⸗Millionen⸗Armee Kit⸗ cheners hat nach 1 7 Angabe der „Morning Post“ am 1. i die annähernd erreicht Genf, 12. Juli. Lord Kitchener antwortete Ich kann Konferenz in Calais keine 70 Sa 2 N fabriziert die Londoner 1 em el rizie e Pariser 0 Krieg werde. Mitte Die Pariser Reise des Generals Porro. 15 Lugano, 12. Juli. Die italienische Presse legt der* 1 Reise des Generals Porro große politische und militärische 1 9 deutung bei. Die„Tribung“ meint, in diesem Augenblick des österxeichisch-ungarisch⸗deutschen Verzweiflungskampfes sei eine enge Fühlungnahme der Ententemächte gegen den gemeinsamen Feind nötiger denn je. Das„Giornale d'Italia“ sagt, das Mittel zum Siegen liege in der harmonischen Uebereinstimmung der militärischen Organisation. Daher seien häufige Besprechungen der beiderseitigen Staatsmänner und Generale nötig., Die Pariser Reise Porros, welche auf die Konferenz der 6 und französischen Minister und Militärs in Calais gefolgt sei ein glückliches Vorzeichen für die Fortschritte des Vierverbandes, Bothas Erfolge. Amsterdam, 11. Juli. Die Nachricht von General 0 Erfolgen in Südwestafrika hat in der englischen Presse eine kindische Freude ausgelöst. Die Gefangennahme der handvoll Deutscher, die seit Monaten gegen eine riesenhafte Ue sich heldenhaft verteidigt haben, wird als militärischer Triumph 2 hingestellt und als eine Eroberung, die wichtige Folgen für die Zukunft zeitigen werde. 10 Auswanderung aus Rußland. 8 12. Juli. Die„Grazer Tagespost“ meldet aus Bukarest: Die hiesigen Gasthöfe sind überfüllt mit vermögenden Russen aus Petersbarrg, Moskau, Kiew, Odessa, wo revolu⸗ tionäre Bewegungen befürchtet werden. In Peters⸗ barg herrscht die größte Erhitterung gegen die Franzosen. Die Zen⸗ denn alle aus Roggen hergestellten Getreidekaffees sind nicht mebr zu haben. Getreidekoffees aus Gerste sind sehr im Preise gestiegen. Da wre guter Rat feuer, wenn der Kriegs-Kornfranckꝰ nicht ware: Er schmedct vorzũglich, hot eine schone kaffeebraune Farbe; er ist sehr aus- giebig und deshelb billig. Ganzes Paket 30 Plg. belbes Paket 25 FH 8 r f 5 5 r . rr TVT Danksagung. Entschlafenen wir allen unseren innigsten Dank. Wieseck, den 10. Juli 1915. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Frau Marie Löber sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten tiefgesühlten Dank. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben, unvergesslichen frau Dorothea Ziegler geb. Möser sowie für die überaus zahlreichen Blumenspenden sagen Die trauernden Hinterbliebenen. Im Namen aller Hinterbliebenen: Wilhelm Löber. Giessen, 12. Juli 1915. 5835 2„ 299 5834 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Telegr.- Sekretär Katharine Pabst Ww. gestern nacht 1½ Uhr nach kurzem, schwerem Leiden zu sich zu rufen. „ Die trauernden Hinterbliebenen: familie Ludwig Pabst Familie Friedrich Pabst Familie Karl Pabst. Giessen(Schanzenstr. 8), den 12. Juli 1915. Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Juli, nachmittags 4 Uhr, auf dem neuen Friedhofe statt. 5838 Ich hatte Gelegenheit feinfad., feldgrau., imprägn. fd. Abbo am Fumsas- Zee wesentlich unter dem Tagespreis kauflich zu übernehmen und bin daher in der Lage, hieraus Decken zu liefern zu Mk. 2.25 per qm fix und fertig vernäht mit Oesen in 1 Meter Abstand. Jede gewünschte Größe kann ich in wenigen Tagen anfertigen. Dieser Stoff eignet sich für Wagen,, Zelt-, Dreschmaschinen-, Rlemen- und Ernse- Decken, en- und Stroh- Decken sowie Dlemen- Planen. Ludwig Lazarus, Giessen Asterweg 53(% Fernsprecher 505 Cubikulum Am 8. Juli wurde uns plötzlich und uner wartet unser verehrter Meister Eugen Groß durch den Tod entrissen. Wir verlieren in ihm einen sehr wohlwollenden Arbeitgeber, dessen Andenken wir stets in Ehren halten wollen. Möge er sanft ruhen! 5824 Die Arbeiter. Damenschneiderin empfiehlt sich im Anfertigen von feiner Damenkleidung, Kostümen und sefftratser kerne Mänteln, sowie einfachen Kleider Für Dreschmaschinenbesitzer! Die landw. Bezugs⸗ und Absatz⸗Geuossenschaft e. G. m. b. H. zu Gambach beabsichtigt das Dreschen der Frucht neu zu vergeben. Interessenten wollen ihre Forderungen a. für Stundenlohn, b. für das Fuder bei genannter Genossenschaft einreichen. Ah— schluß nach Uebereinkunft auf ein oder mehrere Jahre. 5830 Bruchbehandlung ohne Operation ohne Berufsstörung f Sprechstunden in Gießen nach Wie vor Wetzlarer Weg 17 und zwar zunächst 7 aum 16. Juli und 16. August von 10 bis 1 Uhr. Anfragen sind zu richten an die 5 i U di illi 1 Al. Deulseh. Frauenverein 888 er Bedienung und billiger Berechnung Ortsgruppe Gießen. Auskunftstelle für Frauenberufe. Frauen u. Mädchen er⸗ balten unentgeltlich Rat Auskunft für alle Beruse im alten Rathaus, Marktplas 14 Dienstag abends von 7 bis 8 Uhr. Rechtsschutzstelle. Frauen u. Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Auskunft in Rechtsangelegenheiten im alten Rathaus Markt · platz 14 Mittwoch abends von 7-9 Uhr. rankenhausen. lag.-u. Workm.-Adt. Gr. Masch.-Lab. Hoch- und Tletbau. (A. H. S. C.) Mittwoch ½9 Uhr Hindenburg. 1 Straller. Neustadt 141. Bekanntmachung. Um unseren Sparern, denen geeignete Rãume zur Aufbewahrung von Wertpapieren und anderen Wertgegenständen fehlen, entgegen- zukommen, beabsichtigen wir, unsere diebes- und feuersichere Schrankfächeranlage 1 Coleman's Bandagen G. m. b. H. Berlin W. 50, Ansbacherstrasße 35. 9 Echter Weinessig zum Einmachen. a Otto Schaaf, Seltersweg 39. zu erweitern und stehen spätestens im Laufe des September d. IS. zur Aufbewahrung von Wert. gegenständen, insbesondere der K ri 2 8 S- A I U 2 1. E 857 Für die Iinaleun- Photographie empfehle ich mein grosses Lager in Photogr. Apparaten und sämtlichen Bedarfsartikeln. Mediz.-Drogerie zum Kreuzplatz Fernsprecher 706. Spezial-Photo-Haus. Kreuzplatz 9. Fhotographische Arbeiten, wie auch Vergrößerungen, Retouchen, werden von den in meinem Geschäft angestellten Fachphotographen prompt und sachge müll ausgeführt. Reproduktionen. 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