1 n 7 2 * schütz fel Erstes Blatt Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; zweimal wöchentl. Krels⸗ blatt für den Ureis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitungl12 Verlag, Geschäftsstelle5 1 Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gleßen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. — 165. Jahrgang Gießener Anzeig General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7 Freitag, 9. Juli 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge— richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gieße Der italienische Panzerkreuzer Amalfi versenkt! Lebhafte Kämpfe im Westen. Russische Gegenoffensive vor Lublin. (WTB.) Großes Hauptquartier, (Amtlich.) 5 Westlicher Kriegsschauplatz. 5 Westlich von Souchez gelang es den Franzosen, in einer Breite von etwa 800 Metern in unseren vordersten Graben einzudringen. Durch einen Gegenangriff wurden sie wieder vertrieben. Ein zweiter Angriff des Feindes brach im Feuer zu— sammen. Um ein kleines Grabenstück, in dem die Franzosen noch sitzen, wird mit Handgranaten gekämpft. i Gegen die von uns genommenen Stellungen westlich Aprémont dauerten die feindlichen Angriffe Tag und Nacht hindurch ohne jeden Erfolg an. Die Zahl der Geer fängenen hat sich auf drei Offiziere und über 400 Mann 1 erhöht. ö ganzen Westfront fanden lebhafte Artillerie⸗ Auf der kämpfe statt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Ein feindlicher Angriff aus Richtung Kowno wurde unter großen Verlusten für den Gegner abgeschlagen. Beim Dorfe Steg ma nordöstlich von Praszuyßz wur⸗ den einige russische Gräben genommen und behauptet. Feindliche Vorstöße in der Gegend von Strzegowo und von Starozreby(ordöstlich und südwestlich von Racionz) hatten keinen Erfolg.. Versuche des Gegners, uns die gestern eroberte Höhe 95 östlich Dolowatka zu entreißen, scheiterten. Südöstlicher Kriegsschauplatz.. Die Lage der zwischen Dnjester und oberer Weich⸗ stehenden deutschen Truppen ist unverändert. Westlich der oberen Weichsel wurde eine Reihe feindlicher Stellungen gestürmt. 5 Oberste Heeres leitung. * 8. Juli. Italien spielt wahrlich keine stolze Rolle in diesem Kriege! Es hat zehn Monate gewartet, bis es seinen Treu bruch, der innerlich schon vollzogen war, offen hervorkehrte, und man dachte in Rom vielleicht daran, die Rolle zu spielen, die Rumänien im Balkankrieg ohne Verluste so viel Gewinn eingebracht hatte. Aber nu“ wird es offenkundig, wie sehr Salandra und Sonnino sich verrechnet haben!. Auf die große Niederlage am Isonzo ist nun auch zur See wieder ein klat— schender Schlag gegen Italien erfolgt. Der Panzerkreuzer „Amalfi“ ist einem österreichischenl-Boot zum Opfer gefallen, und die dramatische Darstellung, die der Chef des italienischen Admiralstabes von diesem Vorfall der Oeffentlichkeit gibt, beschert Italien für das verlorene Ruhmesblatt kein neues. Bevor man die Worte des Ndmirals und den Heldensinn der italienischen Seeleute recht glauben kann, müßte man entsprechende Taten sehen. Es ist noch garnicht so lange her, daß ein österreichisches Unterseeboot das italienische U-Boot Medusa versenkt hat, und die adriatische Küste, die den italienischen Herzen als das gelobte Land winkte, wird all- mählich den römischen Seefahrern einige Bangigkeit ein⸗ flößen. Es war etwas e von dem italienischen Ge⸗ schwader, eine so gewagte Aufklärungsfahrt zu unterneh⸗ men. Vielleicht wird man künftig, nach dem Muster der Engländer das Verfahren der seemännischen Zurückhaltung 3 und seine Panzerkreuzer im gedeckten Hinter⸗ grunde halten!* Die österreichisch⸗ungarische Marine kann bereits auf eine ganze Anzahl wirksamer Erfolge zurückblicken: ein französisches Linienschiff vom Typ Courbet wurde schwer beschädigt, das französische Linienschiff Leon Gambetta und ein kleiner englischer Kreuzer vom Typ Liverpool sind ins nasse Grab gebettet worden. Wo ist die 1 0 der italienischen Flotte über die österreichische, auf die man in Rom glaubte, sich etwas zugute tun zu können? Die Ver⸗ luste der Italiener im Kriege zur See sind bis jetzt ein U-Boot, drei Torpedoboote und ein Panzerkreuzer, wäh⸗ rend unsere Bundesgenossen noch kein Schiff verloren haben. — 8** Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 8. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 8. Juli 1915. g 5 Russischer Kriegsschauplatz. In Russisch⸗Prolenöstlich der Weichsel dauern die ämyfe 109 Zahlreiche heftige russische Angriffe wurden blutig abgeschlagen. Vor überlegenen feindlichen Kräften, die, zur Deckung von Lublin herangeführt, zum Gegenangriff vorgingen, wurden unsere Truppen beider⸗ seits der Chaussee auf die Höhen nördlich Krasnitk zurück⸗ genommen. Weichsel wurden einige russische Vor⸗ Westlich der stellungen erstürmt. 5 talienischer Kriegsschauplatz. Im Görzischen unternahmen die Italiener gestern wieder einzelne Vorstöße. Gegen den Görzer Brückenkopf sandten sie auch Mobilmiliz ins Treffen. Unsere Truppen schlugen sämtliche feindlichen Angriffe wie immer ab. Am mittleren Isonzo und im Krngebiet herrscht Ruhe. Im Kärtner und Tiroler Grenzgebiet fanden nur Ge⸗ kümpfe statt. Südöstlicher Kriegs schauplatz. en Grenzhöhen östlich Trebinje hat nachts zum mpf gegen die Montenegriner erneut begon⸗ Auf nen. Da der Gegenangriff am 6. d. M. mißlungen war, ver⸗ suchte der Feind nachts noch einen Vorstoß, der jedoch in unserem Infanterie- und Artilleriefeuer völlig zusammen⸗ brach. Nunmehr herrscht dort Ruhe. An der übrigen Grenze hat sich nichts Wesentliches er— eignet. Ereignisse zur See. Eines unserer Unterseeboote hat am 7. Juli morgens einen italienischen Panzerkreuzer, Typ „Amalfi“, in der Nordadria torpediert und versenkt. Der Stellvertreker des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die Versenkung des italienischen Kreuzers Amalsi. Rom, 8. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Chef des Ad— miralstabes teilt mit: Vorgestern nacht wurde eine Aufklärungs⸗ fahrt in der oberen Adria unternommen. Der Kreuzer„Amalfi“, welcher daran teilnahm, wurde gestern bei Tagesanbruch von einem österreichisch-ungarischen Tauchbvot torpe— diert. Das Schiff hatte sofort schwere Schlagseite nach links. Bevor der Kommandant der Besatzung befahl, sich ins Meer zu werfen, ertönte der Ruf:„Es lebe der König! Es lebe Italien!“ Die ganze Besatzung, welche am Deck des Schiffes versammelt war, stimmte mit bewundernswerter Disziplin in den Ruf ein. Der Kommandant verließ als letzter das Schiff, indem er sich auf der noch aus dein Wasser ragenden Seite des Schiffes herunterdleiten ließ. Der Kreuzer verfane kurz daaruf. Es gelang uns, nahezu die gesamte Besatzung zu retten.— Thaon de Rever. Die italienische Flotte hat mit dem Untergang des Panzer⸗ kreuzers Amalfi einen schweren Verlust erlitten. Der Panzer⸗ kreuzer gehörte zu den neuen und wertvollen Schiffen der italie⸗ nischen Marine. Im Mai 1908 war er vom Stapel gelaufen. Er war im Etat von 1905 bewilligt und bei Sdero in Sestri Ponente gebaut worden. Die Bauzeit hatte 4½ Jahre gedauert. Das Schiff hatte 10 400 Tonnen Verdrang und lief 23,6 Knoten. Es war bestückt mit vier 25,4⸗Zentimeter-, acht 19⸗Zentimeter⸗, sechzehn 7,6⸗Zentimeter⸗, zwei 4,7⸗Zentimeter-Kanonen, trug außer⸗ dem zwei Maschinengewehre und hatte ein Unterwafserhecktorpedo⸗ rohr. Seine Länge betrug 130 Meter, seine Breite 21 Meter, sein Tiefgang 7,8 Meter. Seine Besatzung zählte 684 Mann. Ein Schwesterschiff des Kreuzers Amalfi ist der um 200 Tonnen größere Panzerkreuzer Pisa. Rom, 8. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Bei Besprechung des Verlustes des„Amalfi“ sagt der„Messagero“, der Verlust sei schmerzlich, aber von einem ausschließlich militärischen Stand⸗ punkt aus stelle der Verlust eines Schiffes nur einen Zwischenfall dar, der die allgemeinen Bedingungen nicht verändere, und der das unerschütterliche Vertrauen Italiens in den schließlichen Sieg seiner Kriegsflotte nicht schmälern könne. „Corriere d'Italia“ erklärt, die italienische Oeffentlichkeit werde den Verlust des„Amalfi“ mit dem größten Gleichmut auf⸗ nehmen. Die Ueberlegenheit über den Gegner werde dadurch keineswegs verändert und der Ausgang des Krieges werde sieg⸗ reich bleiben. 5 Berlin, 9. Juli. Wie dem„Berliner Tageblatt“ aus Lu⸗ gano gemeldet wird, reiste der italienische Marineminister nach Venedig, um die Ueberlebenden des Kreuzers„Amal⸗ fi“ zu verhören.— In Rom habe gestern nachmittag ein Mini⸗ sterrat stattgefunden, der erste nach der Rückkehr Salandras aus der Kriegzone. Berlin, 9. Juli. Zum Untergang des„Amalfi“ sagt die „Tägl. Rundschau“: Das ist der erste große Schlag der seit der italienischen Kriegserklärung in der Adria gefallen ist, und er hat die Herren der Adria getroffen. Zu Wasser und zu Lande Mißerfolge und Niederlagen für die Italiener. Der neue Erfolg der öster⸗ reichischen Unterseebootwaffe stellt sich ebenbürtig neben die schön⸗ sten Taten unserer deutschen U-Boote. Im Berliner„Lokalanzeiger“ heißt es: Es ist schon eine ganz stattliche Reihe von Kriegsschiffen, die der jungen öster⸗ reichisch⸗umgarischen Unterseebootwaffe zum Opfer gefallen ist. Das Blatt erinnert daran, daß der„Amalfi“ gelegentlich der Kieler Woche im Juni 1913 mit König Viktor Emanuel in Kiel weilte, wo damals zwischen dem König und Kaiser Wilhelm Besprechungen über die schwebenden Balkanfragen gepflogen wurden; es war die letzte Zusammenkunft zwischen den beiden Monarchen. Bon den italienischen Sozialisten. Berlin, 9. Juli. Die italienischen Sozia⸗ listen laden laut„Vossischer Zeitung“ für den 31. Juli zu einer Jaurèsfeier ein. Die Kriegshetzer des Popolo d'Italia“ erklären das für eine Beleidigung des Andenkens Jaurès' und kündigen Gegenfetern an. So wird Icu⸗ res aan der einen Tafel als Friedensfreund, an der anderen als Kriegsapostel gefeiert werden. 8 Der französische Bericht. Paris, 8. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom Mittwoch: Im Gebiet nördlich Arras dauerte das Bom⸗ bardement die ganze Nacht an. Zwei mit schwachen Beständen ausgeführte deutsche Angriffe gegen den Bahnhof von Souchez wurden zurückgeworfen. Auf den Maashöhen wurde gegen neun Uhr a ein neuer deutscher Angriff gegen unsere Stellungen auf der Höhe südlich der San Vaux⸗Schlucht durch unser Kreuz⸗ feuer angehalten. Die Deutschen griffen gleichzeitig westlich der . Höhe an. Sie wurden auch an dieser Stelle zurückgeworsen. Südöstlich St. Mihiel ergriff der Feind diese Nacht nach einem Bombardement von äußerster Heftigkeit die Offensive und zwar auf einer Front, die sich von dem das rechte Maasufer beherrschenden Hügel bis zu dem Töéte de Vache benannten Ort im. Walde von Apremccit erstreckt. An einer einzigen Stelle, in der Gegend von Vaux Ferry gelang es dem Feind, auf etwa 700 Meter Front in unsereerste Linie einzudrin⸗ gen. Er wurde sonst überall mit starken Verlusten zurückge⸗ worfen. Im Ostteile des Priesterwaldes hielten wir einen neuen deutschen Angriffsversuch an, dem das Schleudern brennen⸗ der Flüssigkeiten vorausgegangen war. Auf der übrigen Front nichts Wichtiges. Paris, 8. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) von gestern abend: Im Gebiet nördlich Arras von Quennevieères Amtlicher Bericht g ö und im Abschnitt ziemlich lebhafte Artilleriekämpfe. Auf den Les Eparges, Im Walde von Avremont hörte der im vorigen Bericht gemeldete Infanteriekampf auf, welcher einen Teil des Vor⸗ mittags andauerte. Der Feind, welcher empfindliche Verluste erlitt, erzielte an keiner Stelle irgendeinen neuen Gewinn. Im West- teile des Priesterwaldes eroberten wir durch einen Kampf mit Hand⸗ granaten 200 Meter des verlorenen Schützengrabens zurück. Nichts wichtiges auf der übrigen Front. ** * Der türtische Bericht. Konstantinopel, 8. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier meldet: An der kaukasischen Front versuchte die von unserem rechten Flügel zurückgeschlagene feindliche Kavallerie, sich in ihrer Stellung zu halten und Gegen⸗ angriffe zu unternehmen. Die Versuche schlugen fehl. bei Ari-Burnu am 6. Juli wirksam die feindlichen Stel⸗ zielten Feuers die eigenen Schützengräben und fügte dadurch ihren eigenen Soldaten beträchtliche Verluste zu. Bei Sedd-ül-Bahr schlugen wir die von Erkundungsabteilungen des Feindes versuch⸗ ten Angriffe ab und fügten ihnen schwere Verluste zu. Während der Feind bei Tekke Burnu mit Aus- und Einbooten beschäf⸗ ten war, woran sich Hilfskriegsschiffe und kleiner Boote beteiligten, eröffneten unsere anatolischen Küstenbatterien plötzlich das Feuer auf die genannte Stellung. Eine Granate siel mitten in ein Bataillon des Feindes und verursachte Verwirrung und Verluste. Dieselben Batterien sprengten ein feindliches Muni⸗ tionsdepot in der Nähe in die Luft. Von den anderen Fronten ist nichts wichtiges zu melden. Die Erute in der Türkei. Konstantinopel, 8. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Dem Arbeitsministerium zugegangene Berichte bestätigen, daß die diesjährige Ernte außerordentlich reich ist, namentlich in den Wilajets Adana, Mamuret, Ulaziz, Ko⸗ nia, Erzerum, Angora, Siwas, Brussa, Smyrna und Kasta⸗ muni sowie in mehreren Sandschaks. Das Ministerium hat alle Verfügungen getroffen, um landwirtschaftliche Ma- schinen zur raschen Durchführung der Erntearbeiten zu beschaffen. ** Der russische Bericht. Petersburg, 8. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Ge⸗ neralstab des Generalissimus gibt bekannt: Zwischen Weichfel und Wjeprsch in der Richtung auf Lublin dauerten am 6. Juli die hartnäckigen Kämpfe zwischen den Dörfern Dosefow und Urschen⸗ dow an. Hartnäckige Versuche des Feindes, sich der Höhen am rechten Ufer des Baches Podlipa zu bemächtigen, blieben erfolglos. Am Oberlauf des Flusses Urschendowka eröffnete der Feind heftige Angriffe gegen den Abschnitt bei den Dörfern Skorschiza und Evunin. Wir schlugen die feindlichen Angriffe ab und warfen ihn in völliger Unordnung zurück. Längs der Straße nach Krasnik und den Flüssen Bystritza und Korsajowka, wo die Stellung des Feindes einen vorspringen⸗ den Winkel bildet, führten unsere Truppen am 6. Juli die am vorhergehenden Tage begonnene Gegenoffensive erfolgreich durch. Der Feind wurde gezwungen, in die Defensive zu gehen. Im Laufe des Tages machten wir an der ganzen Front mindestens 2000 Gefangene und erbeuteten. meh⸗ rere Maschinengewehres In Abschnitt Korsajowka bis zum Wjeprsch gab es nur vereinzelte Angriffe des Feindes, nördlich von den Dörfern Geldschef und Olchowitz sowie bei Tarnagora mit schwächeren Kräften. Zwischen Wjeprsch und dem westlichen Bug Artilleriekampf,. In diesem Abschnitt versuchte der Feind nur in der Gegend des Dorfes Maslomentsch, südlich von Grubeschow, vorzudringen, indem er mit dichten Massen die Offensive ergriff, aber er wurde durch unser Feuer aufgehalten. An der Lemberger Straße zwischen den Städten Kamionka und Glinia, ging der Feind am Abend des 7, Juli an vielen Stellen zum Angriff über und warf bedeutende Kräfte südlich von dem Dorfe Jamno in den Kampf. Er hatte nirgends Erfolg, erlitt starke Verluste und wurde gezwungen, in seinen Bewegungen einzuhalten. An. den anderen Frontabschnitten unserer Gesamtstellung keine Ver⸗ en hartnäckiger Minenkrieg. Die russische Gesandtschaft in Serbien. Petersburg, 8. Juli.(WTB. Nichtamtl.)„Rietsch“ meldet: Fürst Trubetzkoi ist seines Amtes als Ge⸗ einigen sandter in Serbien enthoben worden Wer sein Nachfolger wird, steht noch nicht fest. 5 1.* 1 . Maashöhen heftiges Bombardement unserer Stellungen von — An der Dardanellenfront beschoß unsere Artillerie lungen und verursachte schweren Schaden. Die gegen unseren linken Flügel kämpfende feindliche Artillerie beschoß infolge schlecht ges- änderung, nur an einzelnen Stellen Artillerieteilkämpfe und an 1 1 1 l 5 * 8 4 0 3 1 5 7 2 4 8 1 N 1 Nussische Hilferufe an Japan. 6 Berlin, 9. Juli. Dazu, daß von russischer Seite ein neuer Hilferuf an Japan ergeht, schreibt die„Kreuz- zeitung“: Es beleuchtet die militärische Lage Rußlands, daß es jetzt den früher von Frankreich vergeblich ergangenen Ruf nach japanischer Hilfe seinerseits aufnimmt. Voraussichtlich wird er nicht von großer Wrikung sein, denn womit soll der Vierbund die japanische Hilfe bezahlen? Es kommt dazu, daß England schwerwiegende Gründe hat, diese Hilfe nicht zu wünschen. Ein russisch⸗japanisches Bündnis könnte nur all⸗ zuleicht seine Spitze gegen den asiatischen Besitz Englands kehren. Japan hat aber durch den Ausbau seiner Stellung in China und in der Südsee die Ernte, die es von diesem Kriege erhoffte, in seine Scheuern gebracht, nicht zuletzt zum Schaden des englischen Verbündeten. Sven Hedin. Berlin, 9. Juli. Nach vier Monaten Aufenthalt an der Ostfront kehrte Sven Hedin nach Stockholm zurück. Er sprach sich, wie dem„Berliner Lokalanzeiger“ berichtet wird, lobend über die Tapferkeit der russischen Soldaten aus und sagte, daß weder in Deutschland noch in Oesterreich-Ungarn Haß gegen die Russen bestände. Die Deutschen meinten sogar, daß die Russen ihre an⸗ ständigsten Gegner seien. Sven Hedin erwähnte seine Besuche bei dem Feldmarschall von Hindenburg und bei Kaiser Franz Josef. Der alte Kaiser sei über alle Einzel⸗ heiten des Krieges genau unterrichtet. Hedin schloß seinen Bericht mit der Versicherung, daß sein Aufenthalt an der Ostfront das größte Ereignis seines Lebens sei. Aus dem Reiche. Höchstpreise für Petroleum. Berlin, 8. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bun- desrat erteilte in seiner heutigen Sitzung der Verord- nung über Höchstpreise für Petroleum und die J Verteilung der Petroleumbestände seine Zustimmung. Die Verordnung tritt sofort in Kraft. Der Preis für einen. Doppelzentner Leuchtpetroleum darf bei Verkäufen von eeinem Doppelzentner und mehr(Großhandel) 30 Mk., bei geringen Mengen(Kleinhandel) 32 Pfg. für einen Liter ab Laden oder Lager und 34 Pfg. frei ins Haus nicht über⸗ steigen. Für die Ueberlassung in Kesselwagen und Fässern sind Zuschläge festgesetzt. Der Reichskanzler kann die Grund— sätze bestimmen, nach denen die Verteilung der im Handel N befindlichen oder in den Handel kommenden Petroleum— bestände an die Verkäufer zu erfolgen hat. In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangten ferner zur Annahme: Der Antrag betreffend Zollfreiheit für Halbzeug, Tarifnummer 650; die Vorlage betr. Be— lastung des in kleineren Brennereien hergestellten Brannt- weins, betr. Verarbeitung von Kartoffeln im Lohnbetriebe für die Reichsstelle für Kartoffelversorgung; die Vorlage betr. Aenderung des Militärtarifs für Eisenbahnen. Gegen Lebensmittelwucher in Bayern. München, 8. Juli. WTB. Nichtamtlich.) Das Stellver⸗ tretende Generalkommando des ersten Armeekorps erläßt Bekanntmachung: Die Prrise der notwendigen Lebensmittel und Bedarfsgegen⸗ stände erreichten teilweise eine Höhe, die die Lebenshaltung außer⸗ ordentlich erschwert. Die Teuerung ist nicht zuletzt zurückzuführen auf die unlauteren Machenschaften einzelner Personen und Aus⸗ wüchse des Zwischen handels. Um dem wucherischen Trei⸗ ben entgegenzutreten, wird bestimmt: Mit Gefängnis bis zu einem Jahre wird bestraft 1. wer bei dem gewerbsmäßigen Ein⸗ kauf von Gegenständen des täglichen Bedarfs Preise bietet, die unangemessen hoch sind, wenn nach den Umständen des Falles die Absicht anzunehmen ist, eine Preissteigerung oder Heraufsetzung bestehende Höchstpreise herbeizuführen; 2, wer Vorräte an Gegen⸗ st des täglichen rfs, die an sich zum Verkauf bestimmt sind, aus dem Verkehr zurückhält, um eine Preissteigerung oder Heraufsetzung der bestehenden Höchstpreise herbeizuführen; 3. wer beim gewerbsmäßigen Kleinverkauf für Gegenstände des täglichen 8 Bedarfs Preise fordert oder annimmt, die nach der Marktlage 8 ungerechtfertigt hoch sind; 4. wer als Verkäufer von Gegenständen 40 des täglichen Bedarfs ohne genügen Entschuldigungsgrund, solange seine Vorräte reichen, einem Käufer die Abgabe seinen Verkaufsgegenstände gegen Bezahlung verweigert. In dem Urteil ist anzuordnen, daß die Verurteilung auf Kosten des Schuldigen in drei vom Gericht zu bestimmenden Tageszeitungen öffentlich bekannt zu machen ist. Im Strafverfahren entscheidet über die — 8 ob der Preis angemessen ist, die Distriktspolizeibehörde endgültig. 80 Die Verfügung wird von den Münchener Blättern zustimmend begrüßt, insbesondere drücken die„Münch. N. Nachrichten“ dem 0 Wunsch aus, daß sich womöglich alle übrigen Generalkomman⸗ dos den Maßnahmen des Generalkommandos des 1. bayerischen 1 Armeekorps anschließen, zum mindesten aber die drei bayerischen 0 Korpsbezirke übereinstimmend vorgehend ihren Bestrebungen durch ö Ausfuhrverbote den nötigen Rückhalt verleihen. Die Beschlagnahme des Brotgetreides in Belgien 8 und Polen. b Brüssel, 8. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der General- gouverneur hat angeordnet, daß in Belgien im Bereiche des Generalgouvernements das angebaute Brotge⸗ treide aller Art, wie Roggen, Weizen, Spelz, Gerste (Futter- und Braugerste), gleichviel ob ungemengt oder mit anderen Getreiden gemengt, mit Trennung vom Boden zugunsten der Zivilbevölkerung im Bereiche des General- gouvernements beschlagnahmt wird. Die Beschlag⸗ nahme erstreckt sich auch auf den Halm und das ermahlene Mehl einschließlich Dunst. Mit dem Ausbrechen wird das Stroh von dieser Beschlagnahme frei. Durch die Beschlag⸗ nahme sollen Preistreibereien verhindert werden, es soll aber auch eine gerechte Verteilung unter der Bevölkerung ermöglichen. Wer gegen die Verordnung verstößt, wird mit Gefängnis bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe bis 20000 Mark bestraft. 28 Posen, 8. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Verordnungs⸗ blatt der deutschen Zivilverwaltung für Polen links der Weichsel veröffentlicht u. a. eine Verordnung über die Sicher⸗ stellung der im Gebiete der deutschen Zivilverwaltung für Polen links der Weichsel gewachsenen Ernte für die Bedürf⸗ nisse des deutschen Heeres, der deutschen Volkswirtschaft und der Bevölkerung des besetzten Gebietes; ferner Verordnungen betr. das Bergwerk, die Industrie und betr. das Bergwesen. Dr. Eduard David über den Weg zum Frieden. Mainz, 8. Juli(WTB. Nichtamtlich.) In der Mainzer „Volkszeitung“ veröffentlicht der sozialdemokratische Reichs- tagsabgeordnete Dr. Eduard David unter der Ueber⸗ schrift„Der Weg zum Frieden“ einen Artikel, in dem es 22 Einmal 1 wir alles daran setzen, die militä⸗ e Lage noch meür zu unseren Gunsten zu gestalten. Jeder 22 e Wasser oder zu Lande, fördert die Friedensneigung unserer Gegner. Denn er schwächt ihre Kraft und damit ihre Sieges⸗ und Eroberungshoffnungen. Unsere braven Partei⸗ genossen, die draußen in treuer Kameradschaft mit unserer esamten Wehrmacht Uebermenschliches an Ausdauer und apferkeit leisten, fördern damit den Frieden. Sie in ihrem — 24 in ihrer Kraft des Ausharrens stärken, heißt den Tag des ersehnten Friedens beschleunigen. Zum zweiten gilt es, die Widerstandskraft der Bevölkerung in der Heimat aufrechtzuerhalten, alles zu tun, was den festen Zusammen⸗ halt des deutschen Volkes in diesem furchtbaren Ringen um seine nationale Existenz und Entwicklungsfreiheit fördert. Unsere Gegner sind begierig auf jedes Zeichen der Schwäche und Uneinigkeit innerhalb der deutschen Volksgemeinschaft. Sie frohlocken über alles, was sie in diesem Sinne auslegen können. Das ist nur zu natürlich. Stärkt es doch ihre Lieb⸗ lingshoffnung, daß, je länger der Krieg dauere, um so we⸗ niger das deutsche Volk imstande sein werde, der unge⸗ heueren Ueberzahl seiner Feinde zu widerstehen. Aus diesem Grunde sind auch die Quertreibereien der Oppo⸗ sition in den Reihen der deutschen Sozialdemokratie vom feindlichen Auslande begrüßt worden. Auch das Manifest der Genossen Haase, Bernstein und Kautzly wurde nur unter diesem Gesichtspunkt gewertet. Sie tragen deshalb nicht zur Förderung des Friedens bei, sie bewirken das Gegen⸗ teil: Sie verlängern den Krieg! Wollen wir darum, daß der ersehnte Tag des Friedens bald herannahe, so müssen wir alles daransetzen, daß auch unsere Gegner sich von der Unüberwindbarleit unserer Wehrmacht und der Unerschütter— lichkeit unserer inneren Einheit überzeugen. Je schneller wir ihnen die Einsicht beibringen, daß es mit all ihren Zer⸗ schmetterungs- und Eroberungsplänen nichts ist, je deut⸗ licher wir ihnen zeigen, daß alle ihre Hoffnungen auf innere Uneinigkeit und Schwächung eitel sind, um so eher werden wir sie zum Frieden geneigt machen. Das ist der einzige Weg zu einem baldigen, guten und sicheren Frieden. Aus Stadt und Cand. Gießen, 9. Juli 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Kriegsfreuv. Unteroff. Lehramtsreserendar Eugen Rink, Res.-Inf.-Rgt. 221, aus Darmstadt.— Ersatz-⸗Res. Peter Kadel, Ins.-Rgt. 168, aus Darmstadt.— Pionier Hans Weißenborn, Pionier-Bat. 21, aus Dillenburg.— Garde-Füs. Heinr. Hermann, Lehr ⸗Juf.-Rgt., aus Dillenburg.— Musk. Friedrich Boden- bender, Ins.-Rgt. 224, aus Offdilen. Musk. Wilhelm Stroh, Inf.-Agt. 224, aus Dannenrod. Musk. Ludwig Jakobi, Inj.-gt. 223, aus Kirtorf.— Landwehrmann Adam Meinrath, Ersatz⸗Ins.-⸗Agt. 8, aus Weinsheim.— Musk. Heinr. Jäger, Res.-Ini.-Agl. 22, aus Borsdorf.— Unteroffizier Johs. Müller aus Effolderbach.— Res. Ad. Heck aus Orleshausen.— Res. Karl Janz aus Büdingen.— Res. Heinr. Reibert aus Langenbergheim.— Erf.-Res. Konrad Schäfer, Ins.-Ngt. 221, aus Ueltershausen.— Landwehrm. Heinr. Achenbach, Landw.“ Juf.-Agt. 83, aus Breidenstein.— Res. Heinr. Weber aus Eckelshausen.— Unteroff. Lehrer Ernst Schmidt, Res.-Juf.- Regt. 83, aus Obereisenhausen.— Musk. Karl Grein, Inf.⸗ Regt. 118, aus Reibertenrod.— Kriegsfreiw. Lehrer Adam, Inf.⸗Regt. 80, aus Niedernhausen.— Kriegsfreiw. Lehramtsref. Dr. Wilhelm Lauterbach, Inf.⸗Regt. 115, aus Darmstadt. Kriegsfreiw. Unteroff. Lehramtsref. Eugen Rink, Inf.⸗Regt. 221, aus Darmstadt.— Hauptm. Bergrat W. Schulz, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Friedberg.— Georg Bechtold aus Lauterbach.— Gardist Otto Stier aus Lanzenhain.— Unteroff. Friedrich Viehmann, Res.⸗Inf.⸗Regt. 222, aus Schwalbach.— Kriegs⸗ freiw. Lehrer Karl Mandler aus Kinzenbach.— Landsturmmann Theodor Gau p, 58. Inf.⸗Div.— Musk. Heinrich Aff, Inf. Regt. 168, aus Harbach.— Musk. Georg Sander, Inf.⸗Regt. 223, aus Dorn⸗ Dürkheim.— Res. Math. Holz, Res.⸗-Inf.⸗Regt. 70, aus Worms.— Inf. Peter Röder, 17. Bayr. Inf.⸗Regt., aus Eberstadt.— Kriegsfreiw. Gefr. stud chem. Wilh. Lindner, Feld⸗Art.⸗Regt. 61, aus Darmstadt.— Lt. d. R. cand. sorest. Fritz Grobe, Res. Inf. Regt. 258, aus Butzbach.— Er-Nes. Ludwig Schmitt, Inf.⸗Regt. 43, aus Butzbach.— Musk. Otto Bullmann, Inf.⸗Regt. 222, aus Leidhecken.— Kriegsfreiw. Gefr. August Birk aus Büdingen.— Musk. Wilhelm Lorey aus Wolferborn.— Musk. Heinrich Diehl, Inf.⸗Regt. 223, aus Offenbach.— Musk. Ludwig Kunkel, Inf.⸗Regt. 116, aus Burk⸗ hards.— Musk. Heinrich Schneider, Res.⸗Jnf.⸗Regt. 224, aus Einartshausen.— Schütze Wilhelm Seipel, Inf.⸗Regt. 115, aus Dorheim.— Vizefeldw. Willy Haeußer, Garde⸗Füs.⸗Regt., aus Offenbach a. M.— Musk. Willy Tacker, Inf.⸗Regt. 222, aus Offenbach a. M.— Musk. Jean Eichenauer, Inf.⸗Regt. 168, aus Offenbach.— Landsturmmann Karl Höfinger aus Offen⸗ bach a. M.— Musk. Lehrer Wilhelm Cunz aus Sinn.— Musk. Reinh. Christ, Res.⸗Inf.⸗Regt. 224, aus Tringenstein. Unteroff. d. Res. Moritz Bender, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Friedberg.— Kriegsfreiw. Max Leberle, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Friedberg⸗Fauerbach.— Landsturmmann Franz Bungert, Inf.⸗Regt. 223, aus Gundersheim.— Musk. Wilh. Becker aus Solms⸗Ilsdorf.— Musk. Karl Müller, Inf.⸗Regt. 224, aus Deckenbach— Ers.⸗Res. Rich. Bode aus Effolderbach.— Pionier Heinrich Gerhardt aus Rommelhausen.— Unteroff. Joh. Müller aus Effolderbach.— Ersatz⸗Res,. Joh. Glöckner, Res.⸗ Inf.⸗Regt. 222, aus Offenbach a. M.— Musk. Phil. Heberer, Inf-⸗Regt. 118, aus Dietzenbach. — Ritter des Eisernen Kreuzes. Wehrm. Joh. Razing von Horchheim bei Worms. 5 Karl Reineck, Landw.⸗Inf.⸗Regt. 118, aus rms. Adam Loeb, Oberapotheker, aus Worms. Res. Gefr. Karl Nau⸗ mann aus Groß⸗Eichen. San.⸗Unteroff. Joh. Diefen⸗ bach aus Thalheim, Kr. Limburg. Feldw⸗Lt. Dreher aus Freiendiez. Unteroff. Josef Schuy aus Wallmerod. Unter⸗ offizier Karl Schumann aus Worms Neuhausen. Gefr. Johann Krall, Landst.-Inf.⸗Batl. 1 Darmstadt, aus Bür⸗ gel. Dr. med. H. O. Weckbecker aus Bad⸗Nauheim. Land⸗ wehrmann Gefr. Aug. Kroth, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Wippenbach. Unteroff. Emil Scheid aus Eckartshausen. Reichsbankvorstand Walz aus Wetzlar, Rittmeister bei der Prov.⸗Kolonne 5. Kriegsfreiwilliger im Feld⸗Art.⸗Rgt. 111, Unteroff. Oskar Kroh aus Niederlaasphe. Lehramtsassessor Dr. H. Koch, Feld⸗Art.⸗Regt. 61, aus Villingen. Unteroff. Josef Pfeffer aus Vockenrode. ** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß⸗ herzog hat am 12. Juni d. J. dem Lokomotivführer Karl Müller und dem Zugführer Franz Emig zu Mainz, beide in der Hessisch⸗Preußischen Eisenbahngemeinschaft, aus Anlaß ihrer am 1. Juli d. J. erfolgten Versetzung in den Ruhestand das Sil⸗ berne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Schrankemwärter in der Hessisch⸗-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Konrad Breitwieser zu Langstadt aus Anlaß seines am 22. Mai d. J. erfolgten Ausscheidens aus dem Staatseisenbahn⸗ dienst das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift„Für treue schen Eisenbahngemeinschaft Ferdinand Ebel zu Mainz auf sein Nachsuchen vom 1. Juli d. J. an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.— Die Großherzogin hat am 23. Juni d. J. den Bahnmeister 1. Klasse in der Sessisch⸗ Preußischen Eisen emeinschaft Heinrich Braunewell zu Mainz auf sein Nachsuchen vom 1. Juli d. J. an in den Ruhestand versetzt, und dem Eisenbahnobersekretär in der Hessisch⸗Preußischen 5 ri Sl der deutschen Waffen im Osten oder im Westen, zu Eisenbahngemeinschaft Anton Stüber zu Mainz den Charakter Arbeit“ verliehen, den Oberbahnassistenten in der Hessisch⸗Preußi⸗ V als Rechmungsrat verdi. Jn den versetzt wurde der Stationsschaffner—— Sede h- Breupi 8 fa„ zu Sprendlingen(R sen) vom Juli 5 an. * Jugendwettkämpfe. Die Anmeldungen zu den am 17 und 18. Juli stattfindenden Jugendwettkämp⸗ fen sind, wie man uns schreibt, in erfreulicher Weise in außerordentlich großer Zahl eingelaufen. Ueber 250 Jugend⸗ liche werden daran teilnehmen. Die Veranstaltungen sollen nicht, wie vielleicht vermutet wird, ein festliches Gepräge tragen. Sie sollen in dieser schweren Zeit unsere Jugend darauf hinweisen, daß es eine vaterländische Pflicht ist, die Kräfte zu stählen und in edlem Wettstreit zu messen, wäh⸗ rend draußen unsere tapferen Krieger für des Reiches Schutz und Wehr Kraft und Gesundheit einsetzen. Es wird deshalb keine besondere Kleidung gefordert. Jeder kann sich beteili⸗ gen, wie es ihm seine Verhältnisse gestatten. Die letzte Probe für den Aufmarsch und die Freiübungen findet nächsten Samstag abend um 6 Uhr im Hof der Oberrealschule(nicht an der Hardt) statt. ** Die Getreideernte. Wir verweisen auf die in vorliegender Nummer enthaltene kreisamtliche Bekannt⸗ machung betr. die Beschlagnahme der Getreide- ernte. Die wichtigen Bestimmungen über diesen Gegen- stand seien namentlich der Aufmerksamkeit der Landwirte empfohlen. * In Sachen der Obstverwertung warnt der „Kriegswirtschaftliche Ausschuß beim Rhein⸗Main⸗Verband für Volksbildung“ entschieden vor Dezentralisie⸗ rung. Durch eine Verzettelung des Dörrens und Ein⸗ machens an vielen Stellen gehe ohne Zweifel sehr viel Ware infolge von Mißerfolgen zugrunde. Wir müssen, so schreibt der Ausschuß, aber jede noch so geringe Menge 8. erhalten trachten und da ist nur eine Verarbeitung in Dauerware an möglichst zentralen Plätzen angebracht. Von Stadt oder Gemeinde müssen Dörraparate und Ei i gen zur Verfügung gestellt werden. ate Einrichtungen ließen sich zum Teil für di Zwecke entsprechend ausnutzen, wie: kessel, Trockenanlagen irgend welcher stilliegenden Industrien usw.(Möbelfabriken, Brauereien). Die Obst⸗ und Gemüse⸗ besitzer hätten ihren Ueberschuß an die Verarbeitungsstelle zu verkaufen, die Behandlung und Aufbewahrung übernimm: die Gemeinde und verkauft im Winter bei Mangel an Frisch⸗ gemüse die gedörrten und eingemachten Erzeugnisse zu billi⸗ gen Preisen. Die Verarbeitung wäre natürlich unbedingt von einem erfahrenen Fachmanne zu leiten, da die einzelnen Be⸗ handlungsweisen nicht so einfach sind, wie vielfach angenom⸗ men wird, sich auch nicht in zwei- bis dreitägigen wohl⸗ gemeinten Kursen oder gar Vorträgen erlernen lassen, son⸗ dern viel, sehr viel Erfahrung, Uebung und Umsicht ver⸗ langen. ** Fischnahrung. Zur weiteren Einführung und Popu⸗ larisierung der Fischnahrung veranstaltet der Aliceschulver⸗ ein zwei Unterrichtstage, deren nähere i gen eine Anzeige in vorliegender Nummer enthält. Der städtische Kartoffelverkauf hat jetzt aufgehört, da der Vorrat geräumt ist. Es wurden im ganzen an 37 Verkaufstagen 3500 Zentner Kartoffeln an unsere Bevölkerung abgegeben. Ein Ueberschuß bei der Einnahme wurde bei dem Handel nicht erzielt; soweit sich bisher überblicken läßt, ist aber auch kein Verlust zu ver⸗ zeichnen, obgleich ca. 50 Zentner billig als Futterkartoffeln abgegeben werden mußten und ein Weniger an Gewicht durch Eintrocknen nicht zu vermeiden war. Die bei der Maßnahme gesammelten Erfahrungen dürften für später, wenn die Verhältnisse wieder dazu führen, für die städtische Kartoffelversorgung 2 wertvoll sein. Einstweilen beab⸗ sichtigt man nicht, den Verkauf alter Kartoffeln wegen der g f 8 f Schwierigkeiten des Transports der leicht verderbenden Ware fortzusetzen. Ob man, wenn? eln in Menge an den Markt kommen, wieder zum städtis Ver⸗ kauf übergehen wird, steht noch dahin. 1 r im Etappengebiet. Wie wir bereits gestern mitteilten, wird das Theater des„Rhein⸗Main⸗ Verbandes für Volksbildung“ demnächst eine Gastspielreise durch die belgischen Landsturmgarnisonen unternehmen. Zur Bestreitung der Kosten hat die Frankfurter Kriegsfürsorge dem Rhein-Mainischen Verband für Volksbildung einen an⸗ sehnlichen Geldbetrag zur Verfügung gestellt. Die Vorstel⸗ lungen sollen den Landsturmleuten als Liebesgaben ko los vermittelt werden. Daneben ist beabsichtigt, noch eine Reihe von Vorstellungen in den größeren Standorten für die Offiziere und Beamten der Be* zu ge bei denen r erhoben werden. Die aus diesen Vorstellungen erzielten Einnahmen sollen dazu verwandt werden, das Theater für einen weiteren Zeitraum in dem Etappengebiet zu unterhalten. Die erste Vorstellung findet voraussichtlich am 19. Juli in Brüssel statt. dem Spielplan steht Goethes„Iphigenie auf Tauris“ mit der Berliner Schauspielerin Fräulein Mary Dietrich als Gast in der Titelrolle. An den beiden folgenden Tagen ebenfalls in Brüssel Vorstellungen statt von Fuldas„Ju⸗ endfreunde“ und Lessings„Minna von m“ 92. Juli soll in Antwerpen die Vorstellung der; wiederholt werden. » Studentinnen Vereinigung. An der Landes⸗ universität hat sich nach Genehmigung durch den Reltor und die Kriegskommission eine„Vereinigun von Gießener Studentinnen“ gebildet. Eine erste Vorbesprechung über das Winterprogramm findet Dienstag, den 13. Juli, statt. Freilichtbühne. Nächsten Sonntag, den 11. Juli, ver⸗ anstaltet die Freilichtbühne ihren zweiten Unterhalkungs⸗ nachmittag. Ursprünglich war eine f der 1 „Verwickelte Geschichte. geplant, die jedoch infolge Erkrankung eines Darstellers auf später verschoben werden muß. Das Pro⸗ gramm des Nachmittags ist wieder sehr reichhaltig: Fräulein Gretel Leist wird mit Herrn Hellmut Eckhardt einige Lieder ur Laute singen, worauf Herr Willy Werner Göttig mit ezitation folgen wird. Den Höhepunkt bildet die Aufführung von„Die Rosen des Herrn von Malesherbes“, einem ländlichen Gemälde in einem Aufzug von — 9 dürfte 12 über di ein; e ee ardt u re in 0 dessen Stoff eine wahre Le heit geliefert hat. So N auch dieser Unterhaltungsn g. wieder eine, der vorhergehen⸗ den Vorstellungen würdige Veranstaltung zu werden. Da diese bei kleinen Preisen stattfindet, darf auf einen guten und 1 Besuch gehofft werden, der die freiwilligen Mitglieder der G. F.⸗B. für alle Mühe reichlich entschädigen wird. Die Vorstellung beginnt diesmal um 5 ½ Uhr; bei schlechter Witterung wird die —— iebung um 4 Uhr am Stadthause(Süd⸗Anlage) bekannt gegeben. * Bau gesuche lagen im 2. Vierteljahr 6 vor, bei denen es sich aber nur um Bauwerke von untergeordneter Bedeutung, wie Autohalle und Gartenhütten handelte. Wohnhausbauten waren leine beantragt. Im gleichen Quar⸗ tal 1914 war dies bei 8 Gesuchen ebenfalls der Fall. 4 * In der Herberge zur Heimat kehrten i Juni 527 Gäste(gegen 1130 im Juni des Vorjahres) ei N 4 R teen nahmen 66 Wanderer 400) gegen 5 kehr wird deutlich, wenn man die Frequenz der N erge während des ersten Halbjahrs 1914 mit der der eichen Zeit dieses Jahres vergleicht. Es kehrten in der 2 ein: 8 Januar Februar März April 3 1914 1447 150⁰ 1502 1328 5 1915 839 832 90⁴ 100¹ Mai Juni zusammen 1914 1221 1103 8101 Wanderer 1915 640 5717— 4743 Bemerkenswert ist die erhebliche Abnahme der unbemittel⸗ ten Arbeiter auf der Landstraße, die die Hetberge auf⸗ suchten. Sie betrug im ersten Halbjahr 1914 3273 und im N. Zeitraum dieses Jahres nur 815. Diese Zahlen beweisen u. a., daß die Arbeits möglichkeit während des Krieges stark zugenommen hat. Es steht auch nach der Er⸗ klärung des Herbergsvaters fest, daß sich unter den un⸗ bedmittelten Gästen Herberge jetzt fast nur alte ver⸗ brauchte Kräfte befinden und nur ein ganz geringer Pro⸗ ZBentsatz darunter ist, der durch N einen verschuldeten oder nicht verschuldeten Umstan wurde.— Im Arbeits nachweis der Herberge waren im Juni 59 Stellen als offen gemeldet, von denen 55 besetzt wurden, darunter 14 nach auswärts. Von den untergebrach— ten Leuten waren 26 Handwerker und 29 ungelernte Ar- beiter. Starke Nachfrage bestand für Schneider und Sattler, der nicht entsprochen werden konnte. * Klagen über die Beschaffenheit des Brates in Gie ße n sind in der letzten Zeit wieder laut geworden, nachdem sie eine Zeitlang völlig verstummt waren, als das K-Brot der Stadtverordnetenversammlung Anlaß zu be gter Kritik geboten hatte. Das Brot war danach bedeutend besser geworden, aber die Herrlichkeit dauerte nicht lange. Dies und die zahlreich einlaufenden Beschwerden gaben dem Lebensmittelausschuß Veranlassung, bei einer hiesigen Bäckerei Backproben vornehmen zu lassen. Man erbuk aus 40 0% Weizen-, 45% Roggen⸗ und 15 9% Kartoffelmehl ein Brot von ganz vorzüglicher Beschaffenheit; wenn auch die Proben noch nicht abgeschlossen sind, so kann man doch sagen, daß das gleiche Resultat von allen Bäckern er- zielt werden kann; denn sie erhalten Weizen⸗ und ggenmehl von der Stadt im richtigen Verhältnis, und das Weizenmehl ist dabei, wie wir hören, nur zu 82 Pro⸗ zent ausgemahlen. Wenn gleichwohl über die Beschaffenheit des Brotes nur zu berechtigte Klagen umgehen, muß der Grund darin gesucht werden, daß dem Brot nicht genügend Weizenmehl zugesetzt, dies vielmehr zu anderen Zwecken ge⸗ braucht wird. f* Dr.- Hans⸗Bock⸗Gedächtnisstiftung. Die 170 Stadt Gießen unter diesem Namen überwiesene Gemälde— ammlung war gestern nachmittag auf kurze Zeit in den Räumen der Kunstausstellung am Brandplatz angebracht worden, um den Mitgliedern der Stadtverordnetenversamm⸗ lung Gelegenheit zu geben, das wertvolle Geschenk kennen zu lernen. Die Sammlung enthält neben vielen guten und ein zelnen hervorragenden Stücken auch weniger bemerkenswerte. Da sie dem Publikum wegen der Platzfrage erst später, vor⸗ aussichtlich im Oktober, zugänglich gemacht werden kann, Seba wir uns ihre Würdigung bis zu diesem Termin vor ehalten. 1* Postverkehr mit dem Reichslande. Die Be⸗ stimmung der in den Schalterfluren der Postanstalten aus hängenden Bekanntmachung Nr. 1, wonach infolge des Kriegszustandes bis auf weiteres verschlossene Privatbriessendungen nach und von Elsaß⸗Lothringen und den in dieser Bekanntmachung namentlich aufgeführten badischen Postorten zur Postbe⸗ forderung nicht angenommen werden, wird von den Auf⸗ lieferern der Sendungen häufig nicht berücksichtigt. Die Bestinr⸗ mung ist noch voll in Kraft. Wenn private Briefsendungen des inneren deutschen. Verkehrs nach und von den bezeichneten Ge⸗ bietsteilen verschlossen aufgeliefert werden, müssen sie den Absendern zurückgegeben oder wenn diese nicht bekannt sind, nach den Vor⸗ schriften für unbestellbare Sendungen behandelt werden. Es liegt daher im eigenen Vorteil der Absender, solche Sendungen nur offen aufzuliesern. * Kühlung für unsere Feldgrauen. In den letzten eißen Tagen haben wir oft mit Sorge an unsere Braven im Dlde gedacht, die in voller Waffenrüstung unter der Hitze un- Zeich mehr zu leiden gehabt haben werden als wir hinter der Front, wo wir uns jede Bequemlichkeit zuaute kommen lassen können. Daher sei nochmals in Erinnerung gebracht, was man schon gleich bei Ausbruch des Krieges im vorigen Jahre als Kühlungsmittel für die schon damals unter der Hitze leidenden Soldaten empfohlen hat. Es handelt sich um die Anbringung eines angeseuchteten Schwammes im Helm, wodurch eine wesentliche Verminderung der Temperatur unter dem Helm er- zielt wird. Man kann bei sorgsältiger Erneuerung der Feuchtigkeit durch diese Vorrichtung ganz sicherlich dem Entstehen des Hitz⸗ schlages vorbeugen. Landkreis Gießen. Alten- Buseck, 8. Juli. Der Musketier Ludwig Schmidt im Infanterie-Regiment Nr. 81 wurde mit der hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. m. Birklar, 9. Juli. Der in den 30er Jahren stehende Oberverwalter des hiesigen Hofgutes, Becker, starb gestern eines plötzlichen Todes. Er wollte auf einem Wagen ins Feld fahren, erlitt jedoch unterwe s einen Blutsturz, der seinem Leben nach wenigen Minuten ein Ziel setzte. war unverheiratet und stammt aus Nonnenroth, wohin seine Leiche verbracht wurde. 2. Arnsburg, 8. Juli. Zurzeit herrscht in den sonst so stillen Räumen des Klosters ein fröhliches Treiben, haben sich doch im Pfortenbau etwa 100 Bibelkränzler höherer Schulen aus Frank“ furt, Hanau, Homburg usw. auf 14 Tage einquartiert. Nächsten Sonntag, den 11. d. Mts., nachmittags von 3—5 Uhr wollen sie Kriegsspiele veranstalten und daran anschließend ein christliches Jugendsest halten. Man bittet uns, Jungmann- — der Umgegend auf diese Vorführungen aufmerksam zu nachen. 0 5 Kreis Lauterbach. 3 it Grebenhain, 6. Juli. Von der Witwe Marie Weitzel von hier stehen z. Zt. fünf Söhne im aktwen Militärdienst. Der älteste Sohn ist beim Landsturm, der zweite Sohn dient im Hess. Landwehr- Dragoner Regiment Nr. 23, der dritte beim 1 Reserpe- Artillerie⸗Regiment, der vierte als Hilisheizer und Schlosser im Eisenbahndienst, der fünste Sohn ist vorgestern zur In⸗ lauterie eingezogen worden und befindet sich in Friedberg. Ter 7 sechste Sohn ist ebenfalls vorige Woche zur Infanterie ausgemustert — 0 * 1 worden. 5 b 0 Hessen⸗Nassau. f ace Kreise mit dem Kornschnitt begonnen.— Die Nach⸗ 1 der Arbeit entwöhnt. und Linie mit den mannigfachen Veränderungen, die Verbande brachte, beschäftigte. Dem dom Vor⸗ g Jahresbericht zufolge konnten alle Abteilungen den an sie gestellten Anforderungen ohne besondere Schwierig⸗ keit Seit dem Kriegsbeginn wurden nicht weniger als 30 neue Genossenschaften gegründet und dem Verband an⸗ gegliedert. Eine ausgebreitete Tätigkeit entfaltete die Waren⸗ abteilung auf dem Gebiete der Heeresversorgung, der Kriegs⸗ 2 und Futtermittelbeschaffung. Auch die Landwirtschaft⸗ iche Zentral⸗Darlehnskasse wurde durch den Krieg in ihrer Ent⸗ wicklung nicht gehemmt; sie bewies, daß in ihr eine große wirt⸗ schaftliche Kraft steckt.— Die Hauptversammlung des Gesamt⸗ verbandes findet in der Form einer Kriegstagung im Spätherbst zu Frankfurt q. M. statt. . Kassel, 8. Juli. Das Gebäude des hessischen Landesmuseums in Kassel, die schöne Schöpfung Prof. Theod. Fischers am Wilhelmshöher Platz, wird gegenwärtig in seinem Innern einer vorübergehenden Umwandlung unterzogen, um als Aufenthaltsraum der„Ausstellung für Verwun⸗ deten⸗ und Kranken⸗Fürsorge im Kriege“ zu dienen, die Ende nächster Woche darin eröffnet werden soll. So werden z. B. in der Basilita des Erdgeschosses die Kopie der Alexanderschlacht an der Rückwand und die antiken Statuen in den Nischen verschalt, um Wänden und Tischen für die Modelle Geräte des Heeres⸗Sanitätswesens Raum zu bieten. Der nze Hof wird überdacht, damit hier eines der großartigsten Schaustücke der Ausstellung, der Sanitätsraum eines Schlacht⸗ schiffes, Aufstellung finden kann; und in dem Hessischen Ehrensaal des Obergeschosses werden die Fahnen und Standarten der hessischen Armee auf die geschichtliche Abteilung mit ihren alten kriegs⸗ A Instrumenten, Heilmitteln und Lazarettbildern herab- icken. HH———— Vermischtes. London, 8. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus Chicago: Tornados und Wolken brü che, die Teile von Missouri, Illinois, Indiana und Ohio heimgesucht haben, haben schwere Verluste an Menschenleben und Eigentum zur Folge gehabt. An einer Stelle wurde ein Passagier- zug von den Gleisen gehoben, wobei einige Personen verletzt wurden. In vielen Städten liegt der Weizen auf den Straßen, der von den Feldern weggesegt worden ist. In Cineinnati sind dem Sturme 20 oder mehr Menschenleben zum Opfer gesallen. Im Ohioflusse kenterten zwei Schlepver, wobei zahlreiche Versonen ertranken. Jerner sind 25 Häuser zerstört worden. London, 8. Inli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter- sche Bureau meldet aus Toronto: Ein Straßenbahnwagen mit Kindern einer Sonntagsschule, die einen Ausflug machten, entgleiste an einer Kurve, als er von der Anhöhe von Queens town herabfuhr. Zwölf Personen wurden getötet, 40 verwundet. —— — Märkte. se. Fraulfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 8. Juli. Auftrieb: Rinder 318(Ochsen 14, Bullen 8, Kühe und Färsen 296), Kälber 930, Schafe 83, Schweine 184. Tendenz: Handel bei Kälbern gedrückt, bei Schafen rege und bei Schweinen trotz des geringen Antriebes leblos. Markt wird in allen Viehgattungen geräumt. Preise für 100 Pfd. 5 Lebend Schlacht · gewicht. Kälber. Mk. Mk. aher ataw eee denn 188187 Mittlere Mast- und beste Saugkälber. 60-66 100110 Geringere Mast⸗ und gute Saugkälber. 55—60 91-100 Geringe Saugkälber. 2„„ ĩð 4 50—54 85—92 Schafe. Weidemastschase: Mastlämmer und Masthammel.. 51—52 110—112 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Lebendge wicht... 11800-12300 144.00 150.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg 18 00.00 00 140.00 145.00 von 100 bis 0 Lebenge wicht Vollfleischige Schweine 120 kg Lebend gewicht.. 120.00.-123.0) 142.00— 146.00 Fo. Wiesbaden. Viehhof-⸗ Marktbericht vom 7. Juli. Auftrieb: 171 Rindern(darunter 25 Ochsen, 15 Bullen, 131 Kühe), 262 Kälber, 38 Schafen, 223 Schweine. Geschäst ziemlich lebhaft. Der Austrieb wurde sast ganz geräumt. Die Preise hielten die Höhe vom 5. Juli. je. Wiesbaden, 8. Juli. Heu- und Strohmarkt. Man notierte: Heu 5,30—5,60 Mk., Heu, neues, 3,50— 4,60 Mk., Stroh ichtstroh) 2,50 bis 2,30 Mk., Krummstroh 1.902,10 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft lebhaft.— Fruchtmark t. Auf dem heutigen Markt war nichts angefahren. ch. Nieder⸗Jngelheim, 8. Juli. Kirschen 18—32 Mk., Stachel⸗ beeren 18—23 Mk. Johannisbeeren 13—22 Mk., Aprikosen 45 bis 50 Mk., Pfirsische 70—80 Mk., Frühbirnen 15—32 Mk. der Zentner. ch. Heidesheim, 8. Juli. Buschbohnen 20—25 Me, Süß- kirschen 15— 20 Mt., Sauerkirschen 2230 Mk., Johannisbeeren 18—20 Mk., Stachelbeeren 15-18 Mk., Himbeeren 40-00 Mk., Frühbirnen 15 00 Mk., Aprikosen 35—50 Mk. der Zentner. ch. Bühl(Baden), 8. Juli. Kirschen 18—32 Mt., Johannis- beeren 14—16 Mk., Heidelbeeren 18—00 Mk., Stachelbeeren 18 bis 20 Mk., Birnen 21 Mk., gelbe Frühpflaumen(Spillinge) 30 Mt. der Zentner. I. Marburg, 8. Juli. Auf dem heutigen Schweine- markt gingen die Preise für Saugserkel etwas zurück, sie kosteten das Paar 40—50 Mk. Kleinere Läufer wurden mit 60—80 Mk. und größere mit 90—130 Mark das Paar je nach Größe und Qualität bezahlt. Die Zufuhr betrug rund 650 Stück. Teirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗Anlage). Samstag. den 10. Juli 1915 Vorabend: 7.45 Uhr. 5 Morgens: 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags: 4.00 Uhr. Sabbataus gang: 9.30 Uhr. —— Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Die nordwestliche Depression ist weiter in nordöstlicher Richtung abgezogen. Wir werden morgen im Bereich des von Südwesten her weiter ansteigenden Luftdruckes heiteres trockenes Wetter bei schwacher Lustbewegung zu erwarten haben. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 10. Juli 1915: Heiter, trocken, wärmer, schwache Winde. * Letzte Nachrichten. Die Helden vom„Albatros“. Stockholm, 9. Juli. Die Teilnahme der Ortsbewohner auf Gotland den verwundeten deutschen Matrofen gegenüber war so groß, daß die Besuche in dem Krankenhause untersagt werden —— Die Verwundeten wurden förmlichüberhäuftmit Blumen, Zigarren und Zigaretten. Dank der um⸗ fassenden pflege schreitet die Genesung rasch fort. Ein Korre⸗ spondent erzählt, wie ein Jüngling, der letzten Freitag noch schwer krank war, jetzt gesund und munter den Hof harke, eine Zigarctte rauche, die er, wie er stolz erklärt, von der Königin bekommen habe. Oberleutnant Horner ist der Held des Tages. Sämtliche internierten Deutschen erklären, hätte er nicht das Schiff als Navigationsoffizier so glücklich gesteuert, und einen Zickzackkurg versel„ so hätten sicherlich mehr von den russischen Geschossen getroffen. Man be⸗ hauptet sogar, daß er, nachdem ihm ein Granatsplitter das Bein zerfleischt hatte, auf dem Verdeck liegend, Befehle erteilt habe. Der Kommandant des„Albatros“, Fregattenkapitän We st, muß jetzt infolge seiner Verletzung N e %ͤö;ͤv.ß n r ber di 29275 it, daß das Schiff geborgen werden kann, ist — ie— 8 Schiff geborgen n, ist Der ungenaue italienische Admiralitätsbericht. Chiasso, 9. Juli. Während die Mitteilung des italienischen Admiralstabes von der Rettung fast aller Matrosen und Offiziere des Kreuzers„Amalfi“ spricht, beziffert ein Telegramm des „Secolo“ aus Venedig die Zahl der Geretteten auf 500, während die gesamte Besatzung nach dem„Corriere d'Italia“ 900 betrug. Beide Angaben, welche der offitziellen Veröffentlichung widersprechen, sind von der sehr scharfsen Zensur unbeanstandet geblieben. Weiter meldet„Secolo“, daß der Unter⸗ gang 30 Kilometer von der Küste entfernt stattfand und zwar morgens 7 Uhr. Die anderen Schiffe des Geschwaders leisteten sofort Hilfe. Außerdem gingen sofort zwei Hospitalschiffe nach Venedig ab. Die russischen Anleihen. Petersburg, 9. Juli. Wie„Rjetsch“ meldet, ist die gemeldete Aus gabe von Schatzscheinen im 5 von einer halben Milliarde schon die siebente auf dem Markte seit Beginn des Krieges. Amerikanische Munitionslieferungen an die Entente rückgängig gemacht. Genf, 9 Juli Mehrere amerikanische Unternehmer, die vol Monaten Lieferungsverträge mit Frankreich abgeschlossen hatten, zahlten Reugeld, weil die vorhandenen Arbeitskräfte für Washingtoner Lieferungen benötigt würden. Neue französische Munitionsbestellungen lehnen alle bedeutenden amerikanischen Un⸗ ternehmer ab.. Neue französische Verstärkungen für die Dardanellen. Haag, 9. Juli. Aus London wird gemeldet, daß in der vorigen Woche ein neuer Transport französischer Truppen, etwa 20000 Mann, von einem Geschwader französischer Kreuzer und Torpedobootszerstörer begleitet, von Toulon nach den Dardanellen in Ser gegangen ist. Wie die englische Admtralität mitteilt, hat Hamilton, der Oberbefehlshaber vor den Dardanellen, in der vori⸗ gen Woche der englischen Regierung mitgeteilt, daß die Streit⸗ kräfte auf Gallipoli einen monatlichen Ersatz von mindestens 35 000 bis 45000 Mann benötigten, um die Gefangenen, Ver⸗ wundeten, Toten und Kranken ersetzen zu können. A msterdam, 9. Juli. Der 11000 Worte umfassende Be⸗ richt des Generals Hamilton über die Dardanellenaktion enthält auch die Schilderung der Vernichtung ganzer Regimen⸗ ter. Die Tublin⸗Füsiliere litten schon furchtbar, als sie vor der Landung noch in den Booten waren. Einigen wenigen Mann ge⸗ lang es, zu landen und etwas Deckung zu finden, aber keinem Boot glückte es, davonzukommen. Sie wurden mit ihrer Besatzung am Strande vernichtet. 24 Stunden nach Beginn der Landu be⸗ fanden sich die Ueberbleibsel der Dublin⸗ und Munster⸗Fütsiliere und eine Kompagnie des Hampshire⸗Regiments an Land. Ma⸗ jore und Oberstleutnant waren gefallen, die Adjutanten verwun⸗ det und fast alle höheren Offiziere tot oder verwundet. Die Serben in Albanien. 5 Chiasso, 9. Juli. Die Turiner„Gazette dell Popolo“ meldet aus Nisch: Die Serben sind überzeugt, daß ihre dies⸗ malige Besitznahme von Durazzo endgültig ist. Die Regie⸗ rung vereinbarte einen Vertrag mit Essad Pascha für die Einrichtung einer Telephon- und Telegraphenver⸗ bindung über Elbassan zwischen Serbien Durmnzzy. Serbische Ingenieure sind bereits mit dem Bau von Straßen von Serbien nach dem Meere beschäftigt. Die Montenegriner haben das ganze Gebiet bis zum Weißen Drin besetzt und die Bevöllerung, ohne Widerstand zu finden, entwaffnet. Ven izelos regierungsmüde. N Athen. 9. Juli Die„Ita“ gibt eine Unter redaeng des Erdenutierten Kulumbaus mit Venizelos wieder, in der dieser darauf hinwies, daß die jetzige Regierung Griechenland politisch ifoliert habe. Das gute Verhältnis zur Entente sei zerrissen und die augenblickliche Lage gefährde den Besitz der In⸗ seln. Für den Fall einer Auseinandersetzung mit Bulgarien seien Kriegsvorbereitungen dringend— Die 8 der albanischen und thrazischen Interessen lasse die Befürchtung eines Krieges auftauchen, in den damm Griechenlaud hineinver⸗ wickelt werden würde. Er, Venizelos, selbst sei regierungsmüde. Mißlungene Flucht.. 5 Dresden, 9. Juli. Aus der Festung Königstein an der Elbe versuchten vier gefangene russische Offiziere gemeinsam auszubrechen. Sie ließen sich an einem Se bis zum Fuße der Festung herab. Aber einer stürzte ab und sein Schenerzensschrei rief den Posten herbei. Alle vier Offiziere wur⸗ den verhaftet. Der Verletzte wurde ins Lazarett gebracht. 5——— Té—— Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Tie Brotgetreideernte 1915; hier die Mischfrucht. Nach der Bundes ratsbekanntmachung über den Verkehr mit Brotgetreide und Mehl aus dem Erntejahr 1915, vom 28. Juni I. Is.(R. G Bl. S 363) ist sämtliches im Bezirk des Kom⸗ munalverbands(Kreises) Gießen gewachsene Brotgetreide in dem Augenblick der Trennung, vom Boden zugunsten des Kom⸗ munalverbands beschlagnahmt. Als Mischfrucht ist hierbei nur solche Frucht anzusehen, die gemischt gewachsen ist und dem⸗ zufolge auch nur gemischt abgeerntet werden kann. Nicht dagegen ist es zulässig, abgeerntete Frucht nach erfolgtem Ausdrusch miteinander zu mischen, wie dies beispielsweise häufig mit Roggen und Gerste geschehen ist. Wer dies tut, nimmt eine Veränderung an dem beschlagnahmten Getreide vor, die nach 8 2 der obengenannten Bekanntmachung ohne Zustim⸗ mung des Kommunalverbandes nicht gestattet ist und, falls sie trotzdem erfolgen sollte, nach 89 jener Bekanntmachung mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark bestraft wird. Die Landwirte werden bei dieser Sach- und Rechtslage in ihrem eigenen Interesse dringend davor gewarnt, Mischungen verschiedener Getreide⸗ arten nach deren Aberntung vorzunehmen. Diejenigen Grundstücke, die Mischfrucht tragen, sind bekannt. Zuwider⸗ handlungen werden deshalb unschwer festzustellen sein. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, daß sich die Vorschriften der mehrfach erwähnten Bundesratsbekanntmachung auch auf Ge⸗ treide beziehen, das etwa, wie Sommergerste, vereinzelt schon vor dem 1. Juli l. Is. abgeerntet worden sein sollte. ießen, den 8. Juli 1915. 5 1 Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. etr.: Wie oben. 2. 1 An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen, die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden und Großh. Gendarmerie des Kreises. Wir empfehlen den Ortspolizeibehörden, den Inhalt der vor⸗ stehenden Bekanntmachung wiederholt in ortsüblicher Weise zur Kenntnisnahme der Interessenten zu bringen und diese darauf hinzuweisen, daß unnachsichtlich gegen diejenigen vorgegangen wer⸗ den wird, die, entgegen den erlassenen Vorschriften, nach erfolgter Aberntung des Getreides Frucht miteinander mischen. Festgestellte Zuwiderhandlungen sind anzuzeigen. Der Groß h. Gendarmerie wird besonders zur Pflicht gemacht, ihr Augen⸗ merk auf etwa vorgenommene Getreidemischungen zu richten. Auch wollen die Bürgermeistereien alsbald veranlassen, daß dieienigen Grundstücke innerhalb der Gemarkung, die seinerzeit mit Mischfrucht bestellt worden sind, unter Aufführung der Namen ibrer Besitzer, in ein besonderes Verzeichnis eingetragen werden. Für die ständigkeit dieses Verzeichnisses und Richtigkeit der in ihm gemachten träge haben die Bürgermeister die volle Ver⸗ antwortung zu übernehmen. Gießen, den 8. Juli 1915. FFF 8 n n—— f Statt besonderer Anzeige. Gestern nachmittag 3 Uhr entriss uns der Tod unerwartet meinen geliebten, guten Gatten, den liebevollen Vater seines Töchterchens Herrn E. Gr OS8, Malermeister. Mit der Bitte um stilles Beileid: Frau Lina Gross und Kind. Giessen, den 9. Juli 1915. 5776 Die Beerdigung findet Sonntag, den 11. Juli, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhofe statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. ä Gießener Freilichtbühne 8h Mirtschafts-Eröffnung GKünstlerische Oberleitung: Direktor Steingoetter.) 5 Den Heldentod für das Vaterland starben: am 8. Juni bei einem Strassenkampf in Zurawno der Leutnant d. Res. Dr. phil. Albert Richter Ritter des Eisernen Kreuzes, am 2. Juli im Seegefecht Oberassistenzarzt Hans Karrillon. . In tiefer Trauer: 5 Burschenschaft„Alemannia“. unsang 5¼ unn Sonntag, U. Juli ende 7 Uhr]] ruffikeum die ergeben Anz eee, Aa ich wärtigen Bei tleinen preisen: am Samstag, den 10. Juli 1915 Lieder zur Laute in den neu hergerichteten Räumen der Gretel Leist 5 Hellmut Eckhardt Stadt VN U 7 chen“ Rezitationen Schlossgasse Nr. 9 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Peilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes Wilhelm sagen wir, insbesondere Herrn Pfarrer Schwabe für die erhebende Grabrede, den ehrenvollen Nachruf seiner Offiziere und Kameraden des Regiments 222, dem Lehrer- kollegium der Oberrealschule und allen denen, die uns in dieser Stunde tröstend zur Seite standen, unseren Willy Werner Göttig Die Rosen des Herrn von Malesherbes bei aufmerksamer Bedienung bestens empfohlen Ein ländliches Gemälde in 1 Aufzug von August von Kotzebue Für die Freilichtbühne: Wirtschaft eröffne und halte dieselbe durch Ver- abreichung nur guter Speisen und Getränke mit der Bitte um gefälligen Zuspruch. 103680 Hochachtungsvoll r. k. benden Johann Lapp, Dachdeckermeister, herzlichsten, tiefgefühlten Dank. Giessen, den 9. Juli 1915. Familie Heinrich Schlemm. 038677 SS SSS SSS SS SS SSS Bekanntmachung. Um unseren Sparern, denen geeignete Räume zur Aufbewahrung von Wertpapieren und anderen Wertgegenständen fehlen, entgegen- zukommen, beabsichtigen wir, unsere diebes- und feuersichere Schrankfächeranlage zu erweitern und stehen spätestens im Laufe des September d.]s. zur Aufbewahrung von Wert- gegenständen, insbesondere der K 71 ESS 85 A 1 1 El.— neue kleinere Mietfächer gegen eine Gebühr von 4.— Mk. und 6.— Mk. für das Jahr, je nach Größe des Faches, zur Verfügung. Anmeldungen werden schon jetzt entgegengenommen. Oiessen, im juli 1915. 0 57D Bezirkssparkasse Giessen. FRITZ NMOWA OUR Grosser Sommer-Räumungs-Verkauf Durch frühzeitige und günstige Einkäufe bin ich in der Lage, die meisten Artikel vweit unter heutigen Preisen zu verkaufen. Da das Fabrikationsverbot von Baumwollstoffen, Leinenwaren, Bettina Gardinen usw. erfolgt ist, empfiehlt es sich, den Bedarf in allen Artikeln auch für später reichlich zu decken da die Preise der meisten Waren voraussichtlich bis zu 50 Prozent steigen werden. 1 1 9 922 Photograph. Apparate für Platten, Roll- und Flachfilms sowie allen Zubehör in großer Auswahl Kreuz-Drogerie- Aug. Noll Bahnhofstrasse 51 Fernruf Nr. 2082 115 Verlangen Sie bitte Preislisten! 14167 Deutsch- Türkischer Abend Freitag, den 9. und Samstag, den 10. Juli 1915, abends 9 Uhr: Café Amend(Wintergarten) in Giessen Abdul Hamid und Sanoba Türkische Hofzauberkünstler ROLF GARD EN, Vortrags- Künstler Derkeinertrag istz. Gunsten deutsch. Militär-u. Zivilgefangeneri. Auslande Freise der Plätze: I. Platz M. 1.20, II. Platz 80 Prg. ABDUL HAMlD und SaNOBA hatten wiederholt die hohe Ehre, vor dem Großherzog Ernst 2 von Hessen, dem Prinzen Heinrich der Niederlande, der Prinz ssin von Schaumburg-Lippe und der Herzogin Wera von Württemberg aufzutreten. Der Karten- Vorverkauf findet statt: Café Amend; Zigarrenhaus Petersen, Marktplatz; Zigarrenhaus Richter, Frank- furter Straße; Friseur Klenker, Seltersweg. 5740