KErsftes Blatt dener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: Sichenerdenllendluter er, blätter; tmal wöchentl. Kreis- latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche deitfra⸗ Fernsprech-Anschlüsse: . Verlag, Geschäftsstelledl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Aniv.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Donnerstag, 8. Juli 1035 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch 1 Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. 4 Verantwortlich für den a politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. 2 e 2 (TB.) Großes Hauptquartier, 7. Juli. (Amtlich.) i N Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von Hpern drangen englische Truppen — in einen unserer Schützengraben ein; sie waren am Abend wieder vertrieben. 3 Westlich von Souchez wurden zwei nächtliche Angriffe des Feindes abgewiesen. Bei der Beschießung feindlicher ruppenansammlungen in Arras geriet die Stadt in Na der Feuersbrunst fiel die Kathedrale zum fer. Zwischen Maas und Mo sel herrscht lebhafte Kampf⸗ kütigkeit. Südwestlich von Les Eparges setzte der Feind seine Anstrengungen, die ihm unlängst entrissenen Stellun⸗ gen wiederzuerobern, fort. Bei dem ersten Angriff gelangten die Franzosen in einen Teil unserer Verteidigungslinien. Eim Gegenstoß brachte den Graben bis auf ein Stück von 100, Metern wieder in unsere Hand. Der Feind ließ ein Maschinengewehr zurück. Zwei weitere Vorstöße des Gegners o wie ein Angriff an der Tranchse scheiterten völlig. Halbwegs Ailly⸗Aprémont wurde unsererseits angegriffen; wir eroberten die feindliche Stel⸗ lung in einer Breite von 1500 Metern und machten dabei mehr als 300 Franzosen zu Gefangenen. Bei Croir⸗des⸗Carmes(im Priesterwalde) er⸗ folgte heute nacht der erwartete feindliche Gegenangriff; der Gegner wurde abgewiesen. Am Sudel(in den Vogesen) wurde ein feindliches Grabenstückerstürmt und für die feindliche Verteidi⸗ gung unbrauchbar gemacht. In der Champagne südwestlich von Suippes be⸗ warfen unsere Flieger mit Erfolg ein feindliches Truppen⸗ tager. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Zahl der Gefangenen südlich Biale⸗Blato er⸗ höhte sich auf sieben Offiziere und rund 800 Mann, ferner gingen sieben Maschinengewehre und ein reichhaltiges Pionierlager in unseren Besitz über. In Polen füdlich der Weichsel eroberten wir die Höhe 95 östlich Dolowrtka(füdlich Borzimow). Die russischen Verluste sind sehr beträchtlich. Erbeutet wurden 10 Maschinengewehre, eine Revolverkanone und viele Gewehre. Weiter nördlich nahe der Weichsel wurde ein klussischer Vorstoß abgewiesen. f Südöstlicher * Westlich der oberen We schritte gemacht; östlich der Veründerungen zu melden. 1 Auf der Verfolgung an der Zlota⸗Lipa vom 3. bis 5. Juli machten wir 3850 Gefangene. F Oberste Heeresleitung. *** „ iegsschauplatz. ch sel wurden gute Fort⸗ Weichsel sind keine größeren Erzherzog Josef Ferdinand, der die Russen bei Krasnik so kraftvoll getroffen hat, hat es nun doch noch mit einigem Widerstand zu tun bekommen. Der Feind hat mit Ver⸗ stärkungen verzweifelte Bemühungen gemacht, das weitere Vordringen des Erzherzogs zu vereiteln. Umsonst, denn dieser hat die Russen, nach dem neuesten Tagesbericht, wiederum siegreich zurückgeschlagen. Es ist klar, daß die Russen sich der Gefahren bewußt sind, die darin liegen, daß ihnen die wichtige Bahnlinie Iwangorod Lublin— Cholm genommen wird. Außerdem befürchtet man in Pe⸗ tersburg, wie von dort berichtet wird, daß Mackensen gegen Brest—Litowsk vorgehen werde, das alle russischen Ver⸗ teidigungslinien an der Weichsel beherrscht und dessen Ver⸗ lust für Rußland einer Katastrophe gleichkäme. So kommt es wohl, daß der Feind am Dnjestr nochmals verzweifelte Anstrengungen gemacht hat, durchzubrechen, um eine Ab⸗ lenkung herbeizuführen. Aber diese russischen Vorstöße sind, nach einer der nachstehenden Meldungen, restlos glänzend zurückgewiesen worden. ö t General Cadorna bezeichnet seine Niederlage am un⸗ teren Isonzo als„normalen“ Gefechtsverlauf. Die italie⸗ nischen Heißsporne, die sich den Feldzug ganz anders gedacht hatten, werden anderer Meinung sein. In Rom hat man mehr als eine Enttäuschung hinnehmen müssen. Statt der Gewinnung weiterer bis dahin neutraler Staaten hat man 1 den rauchenden albanischen Ofen wieder neu geheizt, und die tigen Wolken, die von ihm ausgehen, überwiegen für uns die Wirkung aller Gasbomben, mit denen wir den Fein⸗ den zu Leibe gehen könnten. Weiter im Hsten ist die Atmosphäre reiner Höchstens verspüren wir die angeneh⸗ men Düfte, die der Friedenspfeife entströmen, welche jetzt von der Türkei und Bulgarien geraucht wird. Und wenn wir weiter bei atmosphärischen Beobachtungen bleiben wollen, so sind wir gegen die Gerüche der eng⸗ llischen Registrierblüten ebenfalls nicht empfindungslos. tegistriert nur weiter! In dem botanischen Garten Eng⸗ lands kann man bald weder mit der Nase noch mit am Sinnen auf seine Kosten kommen. Die neueste Regi⸗ die jetzt vom Unterhaus in zweiter Lesung an— der russische Widerstand bei Urasnif. Klarheit über das Seegefecht bei Gotland. f genommen worden ist, hat nur theoretischen, keinen prak⸗ kischen Wert. Das registrierte England wird unseren Heeren nur schlecht imponieren, und die paar Tausend Mann Hilfe, die England jetzt anscheinend sich aus Südafrika verschreibt, können uns auch nicht bange machen. ** * Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, T. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 7. Juli 1915 mittags. Russischer Kriegsschauplatz. An der Front der Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand dauern die Kämpfe fort. Eingetroffene russi⸗ sche Verstärtungen, die an mehreren Stellen zum An- griff vorgingen, wurden unter großen Verlusten zurück⸗ geschlagen. Die Gefangenenzahl hat sich noch weiter erhöht. Am Bu verändert. In den Kämpfen an der unteren Zlota-Lipa wur⸗ den vom 3. bis 5. Juli 3850 Russen gefangen. Italienischer Kriegsschauplatz. . An der Schlachtfront im Görzischen trat zunäüchst ziemliche Ruhe ein. Nach dem vorgestrigen Siege hatten unsere Truppen noch einige zaghaft geführte Nachtangriffe gegen den Görzer Brückenkopf und die Plateau Stellungen abzuweisen. Gestern eröffnete der Feind neuerdings heftiges Geschütz feuer, dem nachts wieder vergebliche Vorstöße schwächerer Angriffe folgten. Italienische Flieger m ohne erheblichen Schaden an Im Krugeb iet griff der Gegner eine Felskuppe, der schon frünere Anstrengungen gegolten hatten, abermals an. Die braven Verteidiger schlugen den Angriff wie immer ab. Vor unserer Stellung ist ein Leichenfeld. Im Kärntner und Tiroler Grenzgebiet dauern die Geschützkämpfe stellenweise fort. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Auf den Höhen östlich von Trebinje fand in den letzten Tagen ein für unsere Truppen erfolgreiches Gefecht statt. Im Angriff eroberten einige unserer Abteilungen nach kurzem heftigen Kampfe eine montenegrini sche Vor⸗ stellung und trieben die Montenegriner auf die nächsten Höhen zurück. Tags darauf ging eine montenegrinische Bri— gade nach starker Artillerievorbereitung zum Gegenangriff vor, erlitt jedoch im Feuer unserer Truppen derartige Ver— luste, daß sie nach einiger Zeit auf die Hauptstellung, aus der sie hervorgebrochen war, zurückging. Mehrere unserer Flieger griffen mit Bomben und Maschinengewehrfeuer erfolgreich in den Kampf ein. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. g und in Ostgalizien ist die Lage un⸗ auf Tr ie st Bomben ab, chten. Russische Durchbruchs versuche am Dnjestr. Berlin, 8. Juli. Die Russen machen laut„Berliner Tage⸗ blatt“ die verzweifelsten Durchbruchs versuche am Dujestr. Sie wurden überall zurüchgeschlagen und erlitten die schwersten Verluste. Die italienische Niederlage am Isonzo. Budapest, 7. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Sämtliche Blätter feiern in begeisterten Ausdrücken das Zurückwerfen der italienischen Armee bei Görz. Der„Pester Lloyd“ schreibt: Angesichts der Größe der Leistungen unserer ruhm— vollen Armee verstummt die Sprache. Ehrfürchtiges Schwei— gen drückt beredter, als es die menschlichen Worte vermögen, unsere Empfindungen aus.„Az Ujsag“ schreibt: Die italie— nische Niederlage ist ein herber Schlag für Paris und London, wo man auf das Eingreifen Italiens die größten Hoffnungen gesetzt und die Herbeiführung der siegreichen Entscheidung er— wartet hatte. Der italienische Bericht. Rom, 6. Juli.(Ctr. Frkst.) Kriegsbulletin: In der Gegend des Trentino oersuchte der Feind am 5. einen Angriff auf den Mezzopaß westlich der drei Gipfel von Lavaredo, doch wurde er zurückgeschlagen und ließ einige Gefangene, Waffen und Munition in unseren Händen. Längs der Grenze von Carnien begann der Feind in der Nacht vom 5. wieder einen Angriff auf die Ver⸗ schanzungen nördlich des Großen Pal. Er wurde von uns an⸗ gegriffen und mit schweren Verlusten zurückgeschlagen, indem er weitere Waffen und einige Infanterievanzerschilder verlor und an Ort und Stelle zurückließ. Am Tag des 5, Juli griffen be⸗ trächtliche Streitkräfte unsere— von Pizzo Avostano an. Die Truppen, die sie verteidigten, ließen die Infanterie auf sehr kurze Entfernung herankommen, worauf sie ihrerseits angriffen und den Feind zurückschlugen. Im Isonzogebiet entwickelt sich die Aktion normal(h. Der Feind setzt unserem Vormarsch, durch wiederholte kräftige Gegenangrifse einen äußerst erbitterten Widerstand entgegen, doch 7 e 8 . 1 2 vermochte er niemals, unseren tapferen Truppen das von ihnen um den Preis großer Mühe eroberte Gelände wieder zu nehmen. Es wird von Gefangenen bestätigt, daß die feindlichen Truppen illoyale Mittel anwenden, worunter besonders häufig, wenn auch mit geringem Erfolg dasjenige, daß sie die Uebergabe von Ab⸗ teilungen vortäuschen. Sie schieben zu diesem Zweck dünne Linien von Leuten weit vor, welche die Hände hochhalten müssen, sich aber dann plötzlich zur Erde werfen und dichte Schützenlinien hinter sich erscheinen lassen. Trotz der Schwierigkeiten, denen unsere Offensive begegnet, sind Kommando und Truppen, beseelt von dem freudigen Geiste und dem festen Willen, die ihnen auf⸗ erlegten Aufgaben um jeden Preis zu erfüllen. gez. General Cadorna.(Frkf. Ztg.) Die zweite österreichische Kriegsauleihe. Wien, 7. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Im Postsparkassen⸗ amt fand gestern unter dem Vorsitz des Vizegouverneurs Setz eine Sitzung des Konsortiums zur Du rchführung der staat⸗ 7 5 lichen Kreditope rationen statt. Der Vorsitzende teilte die äußerst günstigen Ergebnisse der Zeichnung auf die zweite Kriegs- anleihe mit, die jene der ersten Kriegsanleihe, die 2200 Millionen Kronen ergab, weit übertrifft. Der Vorfitzende führte sodann aus: Die Gesamtsumme der dem Postsparkassenamt von den Zeich⸗ nungsstellen gemeldeten Zeichnungen hat sich, da weitere An- meldungen von entfernteren Zeichenstellen inzwischen einlangten, von der bereits bekannt gegebenen Summe auf 2650 Millionen erhöht. Hiervon entfallen 700 Millionen auf sofort voll einge⸗ zahlte Zeichnungen. Die übrigen Beträge wurden unter In⸗ anspruchnahme der Einzahlungstermine gezeichnet. Die Leistungen der österreichisch-ungarischen Armee. Wien, 7. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der bekannte Schweizer Militärschriftsteller Stegemann sagt in der „Neuen Fr. Pr.“ in einem Ueberblick über die Leistungen der r Monarchie im gegenwärtigen Kriege: 8 4 Nichts war erstaunlicher, als die Kühnheit des österreichisch⸗ N ungarischen Aufmarsches im Norden. Hart am Feinde bauten sich drei große Offensivarmeen mit der Front nach Norden und Osten auf. Die Schlachten im Raume von Lublin und Lemberg 1 im August und September 1914 bewiesen eine Manöverierfähigleit, die niemand hinter der Friedensschule dieser Armee suchte. Aber damals wurde auch klar, daß dieses geschmeidige Kriegsinstru⸗ ment von dem feinsten Kopfe gelenkt wird. Schon beim Abbruch der ersten Lemberger Schlacht war erwiesen, daß der General? stabschef Conrad von Hötzendorff aus diesem Kriegsinstru⸗ ment nicht nur alles herausholen konnte, was an Elastizität und Stoßkraft darin schlummerte, sondern daß er auch große stra. tegische Ideen in sich trug, deren operative Lebendigkeit sich bald erweisen sollte. Stegemann hebt die Schlacht von Limanowa hervor, in der durch die geniale Führung und durch die Hingabe der Truppen eine der schwersten Aufgaben von der österreichisch⸗ ungarischen Armee gelöst worden sei. Er betont, daß sich die Oester⸗ reicher nie von ihrer Hauptaufgabe abdrängen ließen, und daß auch die große Durchbruchsschlacht am Dunajec und heute die östlich von Lemberg und am Dujest geführten Kämpfe ihre strategischen Wurzeln in jenen ersten Kämpfen von 1914 haben. Daß der Gedanke erst in Kraft erwuchs, als dig deutsche Heeresleitung ihre Arme rühren und in engstem Einver⸗ nehmen mit den Oesterreichern die notwendigen Truppen und Geschütze zu einer so riesigen Unternehmung bereitstellen konnte, ist lediglich in der Entwicklung des Krieges nach zwei und drei f Grenzen begründet. Stegemann bespricht die wichtigen Aufgaben und Erfolge der Armeen Böhm-Ermolli und Pflanzen die neben der Armee Linsingen nicht nur den Flankenschu ß im Westen der operierenden Armeen besorgt haben, sondern auch die exzentrische Offensive des linken russischen Flügels gebrochem haben. Die Heere von Oesterreich-Ungarn haben nicht nur zuerst allein, dann Schulter an Schulter niit den deutschen Armeen und schließlich mit diesen vermischt die kriegerischen Unterneh⸗ mungen in einer Dauer von nun elf Monaten gegenüber einem zahlenmäßig stark überlegenen tapferen und zähen Gegners er⸗ tragen und durchgehalten, sondern auch die Naturgewalten in diesem beispiellosen Ringen bezwungen. Das Gesetz des Handelns, das in den ersten Lemberger Schlachten scheinbar an die Russen verloren gegangen war, wird heute wieder in dem deutschen und österreichischen Lager geschrieben. Aus Lemberg. Berlin, 8. Juli. Das„Berliner Tageblatt“ schreibt: Der Prälat von Czernowitz erhielt aus Lemberg ein Schreiben des dortigen Feldpredigers. Dieser schildert den erhebenden Ein⸗ druck des Einzuges der Armee Mackensen in di⸗ galizische Hauptstadt. Die deutschen Soldaten wurden buchstäblich auf den Händen getragen und geküßt. Es sei das erhebendste Schau⸗ spiel gewesen, das man sich denken könne. Die Munitionsnot der Russen. Petersburg, 7. Juli.(WTB. Nichtamtlich.)„Rjetsch“ wird beunruhigt über die Frage, wie weit bei der Mobilisierung der Industrie monatlich 10 Millionen Geschosse be⸗ schafft werden köunten und ob insbesondere die erforderlichen Erze, die Arbeiterschaft und Koks zu beschaffen sein werden. Er schlägt deshalb vor, Kriegsgefangene zur Munitionsarbeit heran⸗ zuzrehen. 3 Systemwechsel in Petersburg. Petersberg, 7. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Wie„Ruß⸗ koje Slowo“ meldet, ist zum Unterstaatssekretär im russischen Mimisterium des Innern Fürst Wolkonsky ausersehen worden. Justizminister Tscheglustoff soll durch eine luberale Persönlichkeit ersetzt werden. Mit dem Systemwechsel soll das Los des finnischen Präsidenten Spinhuund und des Schriftstellers D Burzew, den Fed m Seren ver dent worden sind, erlelchtert * — * Der tͤͤrkische Bericht. Koenstantinopel, 7. Juli. TB. Nichtamtlich) Be⸗ nucht des Großen uartterg. 221 der kaukasischen Front fuhr auf dem rechten Flügel unsere Kavallerie nach erusthaften Ku fort, die feindliche Kavallerie gegen Osten uwerfen. Wir machten in dem Kampfe von vorgestern eine Al Gefangene und gewannen Beute. l i auf der Dardanellenfront ist die Lage im allge⸗ meinen unverändert. Die gewohnten Grabenkämpfe dauern zwar N heftig auf unserem rechten Flügel bei Sedd⸗ül⸗Bahr alle diese Kämpfe sind aber für uns günstig. Unsere anatoli⸗ Batterien haben zahlreiche Explosionen und Brände in dem feindlichen Lager bei Se- Bahr hervorgerufen. Unsere Flie⸗ — warfen zweimal mit Erfolg Bomben auf die feindlichen ruppen. Vor Ari Burnu bombardierte ein feindlicher Moni⸗ loc, der sich sichtlich hinter einem Lazarettschiff verbarg, unsere Auf 8 Fronten nichts bedeutendes. Von der deutschen Botschaft in Konstantinopel. Berlin, 7. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der deutsche after in Konstantinopel, Baron v. Wangenhe im, sieht sich auf ärztlichen Rat genötigt, wegen Herzleidens einen sechswöchigen Urlaub zu einer Kur in Bad⸗Nau⸗ heim zu erbitten. Zu seiner Vertretung wird Fürst Hohen— lohe⸗Langenburg als Botschafter in außerordentlicher Mission nach Konstantinopel entsandt, um während der Ab⸗ wefenheit Wangenheims die Geschäfte zu führen. ** 1 Der französische Bericht. Paris, 7. Juli.(W Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag: Die Nacht war an mehreren Stellen der Front sehr bewegt. In Belgien bemächtigten sich englische Truppen, von unserer Artillerie unterstützt, einiger deutscher Schützengräben Juldwestlich Pilkem auf dem östlichen Kanalufer. Ein sehr lebhafter 1 entwickelte sich um den Bahnhof Souchez, der trotz wieder⸗ Holter Anstrengungen des Feindes in unseren Händen blieb. Ar⸗ ras wurde die ganze Nacht bombardiert. In den Argonnen waren unaufhörliche Kämpfe mit Handgranaten und n im Gage. Unsere Artillerie entwickelte mehrmals Kreuzfeuer, das die feindlichen Angriffsversuche glatt anhielt. Auf den Maashöhen griffen die Deutschen zweimal unsere Stellungen auf dem Höhen⸗ rücken südlich der Schlucht von Souvaux und östlich des Grabens von Calonne an. Sie wurden vollkommen zurückgeworfen. In dem Gebiete des Priesterwaldes ergriff der Feind ebenfalls die Offensive. Zwei Angriffe wurden ausgeführt, wovon der eine sich nach und nach vom Westteile des Waldes bis Fey⸗en-Haye aus⸗ dehnte, während der andere besonders gegen den Teil gerichtet war, der sich westlich von Croix⸗des⸗Carmes erstreckt. Beide An⸗ griffe wurden durch unser Infanterie⸗ und Artilleriefeuer angehal⸗ ten, das dem Feinde schwere Verluste beibrachte. l g Paris, 7. Juli(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von gestern abend: Englische Truppen wiesen mehrere Gegenan⸗ Hriffe gegen die Schützengräben zurück, deren sie sich in der ver⸗ gangenen Nacht im Südwesten von Pilkem bemächtigt hatten. Sie machten 80 Gefangene und fügten dem Feinde sehr hohe Verluste zu. Die Deutschen beschossen Arras, insbesondere die Kathe⸗ rale, mit Brandgranaten. Reims erhielt 0 schosse. In den Argon nen ade ohne Infanteriekampf. Auf den Maashöhen auf der Südkuppe der Schlucht von Souvaux nahmen wir das Schützengrabenstück wieder ein, in dem die Deutschen Fuß gefaßt hatten und das sie seit dem 27. Juni be⸗ baupten konnten. Wir drangen über das Schuzengrabenstück hinaus vor. Der Feind machte n heftiger Beschießung einen Gegen⸗ angriff, welcher unter das Kreuzfeuer unserer Maschinengewehre genommen wurde. Die Deutschen fluteten in Unordnung zurück und erlitten schwere Verluste. Im Gebiete von Fey⸗en⸗Haye, im Priesterwalde, zeitweilige Beschießung mit Granaten aller Kaliber. Aus den Vogesen wurde eine verstärkte Tätigkeit der feindli Artillerie gemeldet, die besonders La Fontenelle, den Hilsenfirst, Hartmannsweilerkopf und Thann beschoß. Die Erfolge der württembergischen Truppen. Stuttgart, 7. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Wie der „Staatsanzeiger“ mitteilt, ist bei S. M. dem König fol⸗ undes Telegramm des Kronprinzen vom 5. Juli ein⸗ gelaufen: 10. Erlaube mir, Dir zu melden, daß in den Kümpfen der letzten Zeit die Württemberger Truppen wesentlich zum Er⸗ folge beigetragen haben. Mit großem Schneid haben sie dem Gegner starke Stellungen entrissen. Die Gesamtbeute beträgt 3000 Mann Gefangene, 25 Maschinengewehre, 70 Minen⸗ werfer und viel Material. Herzlichste Grüße sendet Wil⸗ helm, Führer der 5. Armee.. Eine französische Militärmission in Rom. Berlin, 8. Juli. Wie nach der„Deutschen Tageszeitung“ der„Matin“ mitteilt, sei eine aus vier Generalen bestehende französische Militärmission am letzten Samstag nach Rom abgereist, um die Gemeinsamkeit der französisch⸗italienischen Kriegshandlungen zu studieren. England in seinen Nöten. Prätoria, 7. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die britische Regierung hat das Angebot von Slidafrika, ein Truppenkon⸗ 3 lee auf den europäi⸗ n Kriegssch icken, angenommen. London, 7. Juli.(WTB. Nichtamtlich)) Die Ad⸗ miralit ät teilt mit: Der deutsche amtliche Bericht vom 4. Juli gab an, daß deutsche Flugzeuge auf das Landguardfort bei Ir Bomben ——2 hätten. Die Tatsachen sind folgende: Am Sonnabend frich erschienen ein deutsches Wasserflugzeug und eine gewöhnliche lugmaschine in der Nachbarschaft von Harwich; sie flogen sehr Unsere Flugmaschinen stiegen sofort auf, um sie zu verfolgen, und vertrieben sie. Die deutschen Flugzeuge ließen ihre Bomben in die See sallen und entkamen, indem sie sehr hoch flogen. Eine Unterredung mit dem Generalgouverneur von Belgien über das Verhalten des Kardinals Mereier. Köln, 7. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Vertreter der„Köln. Volksztg.“, Dr. H. Contzen, wurde von dem Generalgouverneur von Belgien, Frhrn. v. Bi a„emp⸗ fangen. Die Unterredung drehte sich um den Bericht Latapies und dessen Unterredung mit dem Papste. Freiherr von Bissing erklärte, tatsächlich sei der Kardinal Mercier nie verhaftet gewesen und tin seiner* freiheit durchaus nicht beschränkt worden. Die Ver⸗ haftung sollte an dem erfolgt sein, da der Kardinal befragt werden mußte, ob ein Hirtenbrief, der noch nicht verbreitet, sondern mir zugegangen war, tatsächlich von ihm stamme, wie er dazu kam, und namentlich wie er sich hätte den Anordnungen über Presseerzeugnisse in Belgien entziehen können. Bei der Gelegenheit sagte der 8 der dem Kardinal die Fragen vorlegte:„Es wird wohl gut sein, wenn Sie sich heute dem Generalgouverneur zur Verfügung halten, da er wahrscheinlich persönlich mit Ihnen eine Unter⸗ P rebung herbeiführen wird.“ Dies Anheimgeben, fuhr Frhr. v. Bissing fort, geschah aus den ganz erklärlichen Gründen einer möglichst baldigen Auseinandersetzung mit dem Kar⸗ dinal. Im Laufe des Tages geschah von mir nichts. Ich reiste nach dem Großen Hauptquartier, um die Sache direkt mit dem Reichskanzler zu hesprechen. Dort erfuhr ich tele⸗ phonisch, der Kardinal wolle in Antwerpen selbst den Hirten⸗ 3 leichfalls einige Ge⸗ 4 brief verlesen oder die Gelegenhelt besprechen. Da telegra⸗ phierte oder telephonierte ich an den Kardinal, ihn dringend bittend, von d Reise Abstand zu nehmen wegen der Ber⸗ unruhigung der Bepölkerung. Uebrigens hat der Kardinal einen sogenaunten Generalpaß, der ihm jederzeit bis zu dem heutigen Tage volle Bewegungsfreiheit gestattet, für ganz Belgien, nicht bloß für seine Diözese. Davon hat der Kardinal ja auch in der ausgesprochensten Weise Gebrauch gemacht. Hin⸗ sichtlich der Aeußerung des Kardinalstaatssekretärs Gasparri, wonach er, v. Bissing, nicht an den Papst oder an den Staats⸗ sekretär geschrieben habe, erklärte Frhr. v. Bissing:„Tatsäch⸗ lich hat Gasparri ganz recht; ich habe nie einen Brief ge⸗ schrieben, noch eine derartige Aeußerung getan, wie sie ge⸗ fallen sein soll. Es wäre auch ganz falsch; denn nicht mur „von nun an“, sondern stets und überhaupt war mein Be⸗ streben, die Rechte der Kirche zu schützen.“ Ganghofer beim Kaiser. In seinem Bericht an die„Münchener Neuesten Nachrichten“ schildert Ganghofer eine Begegnung mit dem Kaiser vor Lem⸗ berg. Es war am Janower Ser. Unter herzlichem Lachen streckte der Kaiser dem Dichter die Hand entgegen und rief:„Ganghofer, 1 4175 denn 3 als 5 3 5 i nicht zu Mittag geges hatte, sagte Kaiser:„Um Willen, da müssen Sie doch gleich etwas haben,“ läßt einen Becher Tee bringen und zwei feste itten Gebäck, greift selbst mit der Hand in eine Blechdose, stopf Ganghofer die Taschen mit Zwieback voll und mahnt immer wieder:„Essen Sie, Essen Sie doch!“ wahrend er mit ihm spricht. Aus Ganghofer noch erwähnte, daß er in Przemysl Sven Hedin getroffen habe, glänzten des Kaisers Augen und er sagte rasch:„Tas freut mich, daß Sie den kennen gelernt haben. Dieser Schwede ist ein prachtvoller Mensch. Wenn Sie ihn wiedersehen, grüßen Sie ihn herzlichst von mir.“ Ta kommt ein russischer Flieger von Osten her, leuchtend in der roten Abend⸗ sonne wie ein Goldkäfer. Hinter ihm pufft ein Schrapnellwölkchen auf. Ruhig steht der Kaiser, schaut hinauf und sagt:„Zu kurz!“ Auch die folgenden Schüsse bleiben weit hinter dem Flieger zurück. Der Kaiser nickt sinnend:„Ja, Flügel haben, das heißt für die anderen immer: Zu spät kommen.“ Plötzlich wendet sich der Kaiser zum Dichter und sagt mit gedämpfter Stimme streng und langsam, jede Silbe betonend:„Ganghofer, was sagen Sie zu Ita⸗ lien?“ Es war am 23. Juni in Brzesko. Noch am 28. Mai hatte der Kaiser den festen Glauben:„Mag auch ein Teil des italienischen Volkes durch die Kriegshetzer mißleitet sein, auf den König kann man sich wenka Erst nach einer Weile vermag Ganghofer zu ant⸗ worten:„Majestät, wie es kam, so ist es besser für Oesterreich und für uns. Der reine Tisch ist immer das beste Möbelstück in einem redlichen Haushalt.“ Der Kaiser nickte, ein Aufatmen strafft seine beschossen und in Gesandte in ing dem Kommandanten auf Gotland ein Bericht über den a ein, in der Hauptsache folgenden Inhalts: Am 2. Jul 7 Uhr 40 Min. morgens wurde im Nebel etwas außerhalb der ach einiger Zeit bemerkt, welcher verfolgte— Sek. nördlicher 25 Min. 57 Min. 6 Schiffe d Gestalt und er sagte dem Dichter zum Abschied ein Wort, das] der dieser verschveigen muß, obwohl es frohe Verheißung bedeutet, ein neues Stahlband des Zusammenhaltens. Er darf es erst amd Tage der Erfüllung bekannt geben. Er wird kommen. Bald. In der solgenden Nacht in Jaroslau ließ Mackensen dem Dichter sagen:„Fahren Sie so früh wie möglich los. Die russischs Stellung beim Janower See ist genommen. Morgen fällt Lemberg.“ *** Das Registrierungsgesetz im englischen Unterhaus. London, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Im Unter⸗ hause sagte gestern der Regierungsvertreter Brace auf eine 990 daß seit dem 13. Mai 7144 feindliche Fremde interniert, 800 Personen verschickt oder heimgesandt worden seien. Die Ge⸗ samtzahl der Internierten betrage jetzt 26 713. Premierminister Asquith erklärte auf eine Frage, daß die Registrierungs⸗ bill keine Einführung zwangsmäßiger Arbeit oder Militärdienstes beabsichtige. Minister Long, der die Registrierungsbill einbrachte, sagte, er schließe sich den Worten Curzons über den Ernst der Lage an. Die Regierung müsse auf künftige Schwierigleiten vor⸗ bereitet sein. Die Aufschlüsse, die die Registrierung ergäbe, würden sich als nützlich erweisen, wenn man auch noch nicht sagen könne, wie sie benutzt würden. Es wäre ein falscher Grundsatz, wenn die Regierung nichts tun wolle, bis der Feind vor den Toren stände.] Die Bill habe mit militärischer Wehr⸗ pflicht nichts zu tun, diese Frage bleibe vielmehr genau in dem⸗ selben Stadium wie früher. Die Bill würde es so erleichtern, bei der Rekrutierung diejenigen auszulassen, die in der Industrie usw. nötiger gebraucht würden. Wenn jetzt nichts geschehe, würde man nach einigen Monaten ebenso wie bei der Munitionsbill sagen, warum die Bill nicht längst eingebracht worden sei. Die Lage könne in zwei bis drei Monaten viel schlimmer sein. Die Bill mache die Registrierung obligatorisch. Aber ent⸗ hält nicht das Versicherungsgesetz auch einen Zwang? Die Mehrheit des Volkes wünsche mit Begeisterung dem i neben bestehe eine Minderheit. Diese solle allerdings genötigt werden, offen zu erklären, daß sie dem Lande nicht dienen wolle. Die Regierung habe die Bill sehr sorgfältig erwogen und werde sie keinesfalls zurückziehen. Es sei unrecht, anzunehmen, daß, die Bill unionistischer Herkunft sei. Sir T. Whittaker(Liberal) sagte, die Bill führe zum Staatszwang, dessen Folgen aber seien so ernst und abscheulich, daß erst eine Notwendigkeit erwiesen werden müßte. Die Vill werde die Einigkeit des Landes untergraben. Im Kabinett befänden sich Männer, zu denen er in dieser Frage kein Vertrauen habe. Ge⸗ rüchte gingen um, daß das Kabinett gespalten sei. Alles weise darauf hin, daß die Bill das Ergebnis eines uneinigen Kabinetts sei. Die Frauen seien in die Registrierung von denen eingeschlos⸗ sen worden, die die Bill zum Scheitern bringen wollten.(Minister Lon 9 rief dazwischen: Absolut falsch!) Whittaker fuhr fort: Die Bill sei die erste wahre Frucht des Koalitionskabinetts und ver⸗ rate seine Schwäche. Die Registrierung allein habe keinen Zweck, sie sei nur das Mfttel zu einem anderen Zweck. Whittaker bean⸗ tragte schließlich, die Bill zurückzustellen, bis ihre Notwendigkeit erwiesen sei. Der frühere Minister Robertson sagte, die Miß⸗ griffe bei der Anwerbung der Soldaten hätten auch ohne diese Bill vermieden werden können. Ueber die Arbeitskräfte des Landes gebe die Produktionszensur am besten Aufschluß. Für die Bill fände si keine andere Erklärung, als daß sie ein Zugeständnis an die Presse sei. Wenn die Regierung die gewerblichen Kräfte des Landes mobilisieren und organisieren wolle, dann sei es unver⸗ ständlich, weshalb auch alle Frauen, Knaben und Mädchen zwischen 15 und 65 Jahren eingetragen werden sollen. Die Bill sei nutzlos und nur als Mittel zu einem anderen Zweck verständlich— Die Unionisten Duke und Hayes, Fisher traten für die Bill ein. Snowden(Arbeiterpartei) bezeichnete sie als beispiellosen Ein⸗ griff in die persönlichen Rechte des Volkes. Die Reden für die Bill seien von der Idee des Staatszwanges durchtränkt. Der Red⸗ ner sagte Lord Northeliffe hat die alte Regierung gestürzt und diktiert die Politik des jetzigen Kabinetts Duncan(Arbeiter⸗ partei) befürwortete die Bill vom sozialistischen Standpunkt aus. Minister Hender so u bezeichnete die Bill als notwendige Vor⸗ sichtsmaßregel und teilte mit, daß bei einem früheren privaten Registrierversuch im letzten Winter 45 v. H. der Fragebogen un⸗ beantwortet geblieben seien. Daher sei jetzt ein obligatorisches Ver⸗ fahren notwendig. Der frühere Minister Hobhouse betonte, daß die Bill arme viel stärkere Erregung im Hause hervorgerufen habe, als sie jemals seit dem August zu beobachten gewesen sei. Die Regierung möge N machen. Der Schatzkanzler bezeichnete die Bill als eine reine Volkszählungsbill. Hierauf fand die Abstimmung statt. Die Bill wurde mit 253 gegen 30 Stimmen in zweiter Lesung ange⸗ nommen.. Der Seekrieg. Eine amtliche schwedische Erklärung über die Beschießung des„Albatros“. Stockholm, 7. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die schwedische Regierung hat folgendes Communiqus veröffentlicht: Nachdem man 2. Juli die Nachricht von Gotland eingegangen war, daß das deutsche Minenschiff„Albatros“ bei Kuppen innerhalb Oester⸗ zu dienen. Da⸗ und „auern über das Geschehene aus und versicherte, daß sie völlig entschlossen sei, gewissenhaft die schwe⸗ zufriedenstellende Erledigung dieser unangenehmen gelegenheit Eine deutsche Darstellung des Seegefechts bei Gotland. Berlin, 7. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Gegenüber den russischen Berichten über das Seegefecht bei Gotland am 2. Juli geht uns von ma bender Selle fe Schilderung zu: Unsere leichten Streitkräfte, die in der N eine vorgeschobeng Stellung besetzt gehalten hatten, fuhren am 2. Juli morgens mit südlichem Kurs zurück. Das Wett zu, unsichtig, strichweise sogar hielten plötzlich aus einer im Südosten die„Augsburg“ und„Albatros“, die in der Nähe von⸗ einander standen, Feuer, und gewahrten auf 7000 bis 8000 Meter Entfernung die undentlichen Umrisse von vier feind⸗ lichen Schiffen, die später als„Admiral Mekaroff“,„Bajan“, „Bogatyr“ und„Oleg“ ausgemacht wurden.„Albatros“, der gegenüber diesen ßen Kreuzern keine Gefechtskraft besaß und 1 15* ene 1 war, erhielt* fehl, nach der schwedi and zurückzuziehen, während die„Augsburg“ die beiden weiter östlich siehenden Rrerzer„Roon“ „Lübeck“ ief und inzwischen im Vertrauen auf i höhere Geschwindigkeit versuchte, das Feuer der Gegner Albatros“ ab und auf sich zu lenken, und den Feind in Richtung der herankommenden rkung zu ziehen. Die feind⸗ lichen Kreuzer ließen aber nicht vom ab, einigten auf ihn heftigstes Feuer. Ein Entkommen aus dem seind⸗ lichen Feuerbereich war für ihn wegen seiner geringeren Geschwindig⸗ keit nicht möglich. Nach zweistündigem Gefecht, das die Russen trotz ihrer Ableugungen auch nach dem Erreichen der f Hoheitsgewässer nicht abbrachen, wie die dienstlichen Meldungen in Uebereinstimmung mit den schwedischen Zeitun berichten feststellen, mußte der Kommandant sein von zahlrei schweren Treffern leckgeschossenes und in sinkendem Zustande befind⸗ liches Schiff bei Oestergarn auf den Strand setzen. Die dann ein⸗ getretenen Ereignisse, die Vonbordbringung der Schwerverwunde⸗ ten, die liebevolle und fürsorgliche Aufnahme und Pflege durch die Bevölkerung und die Bestattung der Gefallenen unter der herz⸗ len 7— der Einwohner, das 8 11* den 5 ichen Schilderungen von Augenzeugen dur, chwedische f deutsche Presse bereits bekannt geworden. Aus bt anch klar hervor, woran im übrigen wohl niemand in ge⸗ zweifelt hat, daß die ruffische Behauptung, der„Albatros“ habe die. noch während des Gefechts gestrichen, mit der steht. dann„Roon“ aus ahrheit nicht in Einklang dieses Vorgangs waren zunächst„Lübeck“ und 1 östlicher Richtung in dem unsichtigen Wetter, auf den Kanonen⸗ donner in höchster Fahrt zulaufend, an die. een Geg⸗ Feind acer das Feuur face t feder den ien nad ichtete* gegen und schwachse Sal. dd 5 5 3 ue 7— ihm aus 9 Nebelwand 18 egen iu vorm ein Tärkste. Nanzertreuzer„Rurik“ zu Hilse kam. eon und„Augs⸗ *— 1 Schiffe, haben stischen aben des Be⸗ t bei 2— N getro 8 jädigt worden und die deutschen Schiffe sich zurück abe e durch die Tarstellung von deulscher Setze 3 widerlegt. 10 5 K agen, 7. Juli.(W 7B. Nichtamtlich) Die„Na⸗ lenal Beete meldet aus London uber dee— Bark r n aufgegriffen wurde. Die Man batte das chiff verlassen; dieses war aber nicht gesunken, sondern ist 17 in Queenstown eingebracht worden. Tie Holzladung, die das garnsholme bei Gotland auf Land gesetzt, sowie daß das deug von ruffsschen Kriegsschiffen inerhelb ken hen Gee ür di, li i mt 1 5 Sau da a ie 1. ö. * * 5 * 0 „Nordd. Allg. Ztg.“ qr 5 8. then: i N N zmündun Der Kreuz 110 g „Königsberg“ liegt chädigt 15 wellen kr in Rufidfi⸗Flußz und könne von den englischen iffen erreicht werden. Die Engländer hätten versucht den torpedieren, aber die„Königsberg“ sei durch eine blieb. geschützt, in der der Torpedo stecken ————-¼ Aus dem Reiche. Berlin, 8. Juli. An dem heutigen 77. Geburts- tage des Grafen Zeppelin schreibt der Berliner „Lokalanzeiger“: An seiner Wiege ahnte niemand, daß in ihm der Eroberer der Luft erwachsen sollte, auf dessen Leistungen nicht nur sein Vaterland stolz und dankbar, fon⸗ dern auch die ganze Welt staunend sehen würde.— Die „Boss. Ztg.“ erinnert daran, daß am 76. Geburtstage Zep⸗ pelins ein Universitätsrektor gesagt habe, die Zeitungen behaupten, der Graf werde heute 75 Jahre alt. Das sei nicht richtig er sei 75 Jahre jung. Das Blatt meint, man möchte diese Wendung auch heute gebrauchen, trotzdem der Graf bei dem Besuch seines Regiments im Felde sagte, das Alter verbiete ihm, wie einst an der Spitze der selbstgeschul⸗ ten Truppe ins Feld zu rücken. Berlin, 7. Juli(WTB. Nichtamtlich.) Die Fi⸗ nanzministerder Bundesstaaten kommen auf Ein⸗ ladung des Staatssekretärs des Reichsschatzamtes am 10. Juli in Berlin zu einer Besprechung zusammen. Zu der bevorstehenden Zusammenkunft schreibt die g.“: Wie wir hören, handelt es sich bei der Konferenz nicht um die Beratung bestimmter Vor⸗ lagen; der Zweck der Zusammenkunft ist vielmehr eine a. Aussprache über die Finanzlage des Reiches und über die mit der sinanziellen Krie führung zesammenhängenden Fragen. Der Chef der Rei Sfinanz⸗ . legt in der gegenwärtigen Zeit einen ganz be⸗ sonderen Wert auf eine unmittelbare und persönliche Füh⸗ lung mit den Leitern der Finanzen der Einzelstaaten. Berlin, 8. Juli. Die im deutschen Bauarbeiter⸗ verbande organisierten Steinholzleger Groß⸗ Berlins beschlossen gestern abend, den am 1. August ab⸗ laufenden Tarifvertrag nicht zu kündigen. Der Tarif hat omit nach den Bestimmungen des Verbandsvertrages ein weiteres Jahr Gültigkeit. Berlin, 8. Juli. Wie die„Vossische Zeitung“ hört, ist der Präsident des Herrenhauses, von Wedel-Piesdorf, sehr schwer erkrankt. Der Zustand des 79jährigen sei besorgnis— erregend. — Aus Stadt und Cand. Gießen, 8. Juli 1915. Die Gärtenbewässerung. Wenn auch die bösen Folgen der langen Dürre für die allernächste Zeit durch die letzten ausgiebigen Regenfälle ge⸗ bannt erscheinen, so droht das Gespenst der Trockenheit immer noch, zumal der Boden nicht richtig durchweicht worden ist, sondern die ungestümen Wassergüsse zum guten Teil hat ab⸗ fließen lassen müssen. Zudem wird aus verschiedenen Ge⸗ markungen gemeldet, daß die bisherigen Gewitter dort noch keine Spur Regen gebracht haben. Der Kriegswirtschaftliche Ausschuß beim„Rhein⸗Mainverband für Volksbildung“ schreibt uns zu diesem Themg⸗ Um den Kulturpflanze N Feuchtigkeit zu ver⸗ schaffen, müssen wir e ittel des Berieselns, ießens, Sprengens, des Boden locke rns und Bedecken desselben mit ab⸗ schließendem Krautwerk anwenden. Das Gießen ist bei starkzehren⸗ den Pflanzen, wie Kohl, Tomaten, Gurken, die wichtigste Kultur⸗ arbeit. Es ist aber zu vermeiden, nur mit wenig Wasser, wenn auch häufig wiederholt, die Bodenoberfläche zu befeuchten, sondern lohnend kann nur ein recht durchdringendes Wässern sein. Das genügt dann vielf selbst bei heißer Witterung für 4—5 Tage, vorausgesetzt, nach dem Gießen der Boden gelockert wurde Das recht flache Hacken der Oberschicht ergänzt gewissermaßen das Gießen. Es ist zur Erhaltung der Feuchtig⸗ keit im Boden unbedingt erforderlich, um den Zufammenhang der Verdunstungsfläche mit den tieferlikgenden Bodenschichten zu un⸗ terbrechen. Der Wert der Bodenlockerung wird noch erhöht, wenn nach dem Hacken der Boden mit einer dünnen Schicht Laub oder Gras belegt und dies öfter besprengt wird. Dadurch kann auf 719, Tage den Pflanzen ein kleiner Wasservorrat erhalten wer⸗ den. Vielfach liegen nun die Gartengrundstücke und vor allem die in diesem Jahre bewirtschafteten Ackergärten von der nächsten Wasserstelle mehr oder weniger weit entfernt, so daß es den Päch⸗ tern und Besitzern oft nicht möglich ist, das nötige Wasser zu be⸗ schaffen. Es ist daher Aufgabe der Gemeinden und Behörden, den Gartenbesigern auf 5 und praktische Weise er zur Verfügung zu stellen. Durch Ansaugen kann aus vielen Schlauch⸗ leitungen das Wasser ununterbrochen in die vorher eingerichteten Erdrinnen zwischen die Pflanzenreihen fließen oder in größeren Behältern aufgefangen, werden. Wo diese Ausnutzung nicht vorhan⸗ den ist, müssen die städtischen Wasserwagen und Sprengwagen evtl. auch die Feuerwehr mit ihren zahlreichen Schlauch⸗ leitungen aushelfen. Auf das Sprengen in den Straßen wollen wir trotz der 1 gern verzichten, wenn dadurch die Gartenpflan⸗ zen und ihr Ernteertrag gerettet werden können.“ Der in den letzten Sätzen eee Wunsch nach Mitwirkung der städtischen Feuerlöschapparate ist auch der Gegenstand von an uns gerichteten Zuschriften, die den Vor⸗ schlag machen, die Autospritze zu dem Zwecke der Gärten⸗ bewässerung heranzuziehen. Wie wir mitteilen können, weist man an der maßgeblichen Stelle diesen Wunsch keines- wegs von der Hand. Soweit es sich um gebahnte Wege handelt, könnte die 400 Liter Wasser fassende Spritze als transportable Zapfstelle dienen, bezw. in der Nähe von Hydranten mit Hilfe des Schlauchmaterials reichlich Wasser in zweckmäßiger Art nutzbar machen. Für den Augenblick erscheint dieser Notbehelf überflüssig; im Hinblick auf viel⸗ leicht wieder eintretenden Regenmangel würde es sich aber empfehlen, wenn diejenigen, die sich Erfolg von der Maß⸗ regel versprechen, sich dieselbe durch den Kopf gehen lassen, um zu gegebener Zeit mit praktischen Vorschlägen hervor⸗ treten zu können, an die sich die Verwaltung halten kann. Eine hervorragende Tat beim Gießener Landsturm schildert die„Liller Kriegs zeitung“, das bekannte, im Felde gedruckte„Organ“ unserer Fe auen, wie folgt:„Daß man auch in der Etappe sich durch ut und Unerschrockenheit auszeichnen und große Verdienste erwerben bann, Ju folgender Vorfall: Die 5. Kompagnie udsturm⸗Infanterie⸗ Bataillons Gießen den Auftrag, mit einigen Leuten den in einem fran, Grenzort liegenden Gendarmerie-Rosten zu verstär⸗ Bevölkerung 8 widerspenstig deer m gegebenen ten en, die i sen gegen uns be Der v. H., wählte Drrrken,. u. d. einen i. Auftrage aus, den Wehrmann Koch. nicht allzulanger Zeit ge⸗ lang es dem Spürsinn dieses i es, dur. ermũdliche— 4 nachts, ein br Lager versteckter französischer Militärgewehre neuester Kon— struktion— 250 an der Zahl— sowie 20 00030 000 Patro nen zu entdecken. Fliehende sen hatten nach dem Fall von Maubeuge die Waffen die Munition dort ab⸗ gegeben, Zivilkleider angezogen und sich dann in der Um⸗ gegend verteilt. Der Besitzer hatte die Waffen sorgfältig ver borgen, um sie bei der nächsten für uns ungünstigen Wen dung an der Front an seine Leute zu verteilen und uns in den Rücken zu fallen. Trotz aller Vorsicht Kochs muß aber der Besitzer im letzten Augenblick aufmerksam auf die Ent⸗ e sein, denn er ließ sie nachts plötzlich aus dem Versteck, einem Kanal für abziehende Hochöfengase, ent⸗ fernen und in einen 200 Meter tiefen Schacht werfen. Aber auch hier entdeckte die Spürnase Kochs die Vorräte. Es ge— lang, den Besitzer festzunehmen und dem Kriegsgericht zu überantworten. Die Waffen wurden in unversehrtem Zu⸗ stande ans Tageslicht be rt. Die 5. Kompagnie aber und der brave Landwehrmann Koch verdienen hohe Anerkennung. * Den gefallenen Söhnen Oberhessens. Auf Einladung des Provinzialdirektors hat der Provinzial— ausschuß im Beisein der Kreisräte die Frage der Errichtung eines Erinnerungszeichens für die dem Kriege zum Opfer gefallenen Oberhessen an einem inmitten der Provinz gelegenen Ort(etwa Hoherodskopf) erörtert und beschlossen, der Anregung zu geeigneter Zeit näherzutreten. * Obstverwertung. Vor einigen Tagen wurden an dieser Stelle verschiedene Anregungen aus Hausfrauen⸗ lreisen zum Abdruck gebracht, die sich mit der Sicherstellung unseres Obst- und Gemüsebedarfs auch für den Winter befaßten bezw. Vorschläge machten, auf einfache und zweckmäßige Art die r der Obstvorräte 2 erzielen. In Frankfurt hat nun der„Nationale Frauen- ienst“ zwei„Betriebsstellen für Einkochen und Dörren“ errichtet, die dem erwähnten Ziele anscheinend auf eine sehr zweckentsprechende Art nahezukommen suchen. In diesen beiden Stellen stehen jeder Hausfrau von mor- gens 8 bis abends 6 Uhr, ausgenommen an den Samstagen, gegen ein ganz geringfügiges Entgelt die Einrichtungen zur rationellen Herstellung von Obst- und Gemüsekonserven aller Art zur Verfügung, wie Darren, Trockenöfen, Obst⸗ pressen, Schabemaschinen usw. usw. Die Gläser und das Material bringt sich jede Hausfrau mit, und in ihrer oder einer Stellvertreterin Anwesenheit und unter ihrer tätigen Mitwirkung werden alsdann die Arbeiten vorgenommen. Die beiden Betriebsstellen werden von je einer Hauswirt⸗ schaftslehrerin mit den entsprechenden gel i eleitet. Auf diese verhältnismäßig einfache Weise ist unzähligen Hausfrauen Gelegenheit 1 Wintervorräte zu sam⸗ meln. Die Methode ist vielleicht auch für unsere Verhältnisse beachtenswert. Vortrag. Wir vexweisen hiermit nochmals auf den heute abend im großen Hörsaal der Aula stattfindenden Vortrag des Herrn Dr. Gundermann über„Die Röntgenstrahlen im Dienste der Kriegs⸗Chirurgie“. ** Unterhaltungsabende. Am Freitag und Samstag finden im Café Amend Deutsch⸗Türkische Abende zu⸗ unsten der deutschen Militär⸗ und Zivil⸗Gefangenen im Aus⸗ ande statt. Zwei türkische Hofzauberkünstler sind für die Abende gewonnen. Der Vortragskünstler Rolf Garden ⸗Berlin wird mit ernsten und heiteren Vorträgen aufwarten.(Siehe Anzeige.) Das Theater des Rhein⸗Mainischen Ver⸗ bandes für Volksbildung wird mit Genehmigung des Generalgouverneurs in Brüssel sich Mitte dieses Monats nach Belgien begeben, unn dort unter der Leitung von Direktor lir Hauser vor unseren deutschen Land⸗ sturmg 8 onen zu spielen. Der Aufenthalt des Theaters in Belgien ist vorläufig auf einen Monat berechnet und so gedacht, daß die Vorstellungen vor allem den klei— neren und entlegenen Landsturmgarnisonen zugute kommen. g Landkreis Gießen. * Bellersheim, 6. Juli. Pfarrer König und Frau feierten das Fest der filbernen Hochze lt.— Während in der Umgegend schon mehrmals ausgiebiger Regen fiel, hat es hier sast nicht geregnet, so daß sich insolge der Trockenheit bereits Futtermangel fühlbar macht. Die Winterfrucht hat sich trotz der lange anhaltenden Trockenheit vorzüglich entwickelt, ebenso ist Gerste sehr gut im Korn geworden. Haser wird allerdings einen Ausfall an Körnergewicht ergeben. Für Kartoffeln wäre ein guter Regen sehr erwünscht, da sich schon jetzt ein schlechter Stand der Kartosselstauden bemerkbar macht. Der Knollenansatz ist gering und der Mangel an Feuchtigkeit läßt die Knollen nicht zur richtigen Ausbildung kommen. Hoffentlich stellt sich auch hier bald ein aus- giebiger Regen ein und belebt wieder die Hoffnung auf eine einiger maßen normale Kartoffelernte. Mit den Erntearbeiten wurde heute bereits begonnen. Kreis Alsfeld. Aus dem Ohmtal, 7. Juli. Welchen Erfolg die drin⸗ end nötige Vertilgung der Kohlweißlinge durch die Schiler hat, zeigt folgendes Beispiel. Ein Lehrer hatte seiner Klasse die Schädlichkeit der Kohlweißlinge auseinandergesetzt und die Schüler gebeten, am anderen Tage so viele Schmetterlinge dieser Sorte mitzubringen, als sie könnten. Die Kinder brachten davon— 1788 Stück mit. Ein Schüler hatte allein 205 gefangen. Wenn alle Schulklassen in dieser Weise den Krieg gegen die Kohl⸗ weißlinge führten, könnte der Erfolg nicht ausbleiben. Kreis Schotten. — Rupperts burg, 4. Juli. Wieder hat das Vaterland ein Opfer gefordert. Vergangene Woche traf hier die Nachricht ein, daß der Landwehrmann Heinrich Wagner in Galizien auf dem Felde der Ehre gefallen sei. Er ist das neunte Opfer aus unserem knapp 700 Einwohner zählenden Orte. Vom vorderen Vogelsberg, 7. Juli. Der vor- gestrige Gewitterregen, der dem vor acht Tagen nieder- gegangenen folgte, hat den Stand unserer Felder wunderbar ge— hoben. Die Hackpflanzen sind angegangen und stehen straff. Auch die Sommersrucht ist noch emporgewachsen. Der Hafer sieht meist dunkelgrün aus. Ganz besonders üppig stehen die Kartoffeln, denen die Trockenheit eher förderlich als hinderlich gewesen. Die Kar- loffel verlangt nur wenig Regen, die Nässe schadet ihr. Das zeigte auch das vorige Jahr. Die Wiesengründe sind in frisches Grün gekleidet. Nur für Bergwiesen und Kleefelder reicht der Regen 10 50 Kreis Friedberg. d Bad⸗Naubeim, 7, Julf. Aus Nauheim wird uns ge⸗J wird schrieben: Wir sind nun auf dem Höhepunkt der Kurzeit angelangt. Wenn er auch ein wesentlich anderes Aussehen hat als sonst und das Kurleben in ruhigeren Bahnen dahinfließt als dies in Fri iten der Fall zu sein pflegt, so kann man doch im allgemeinen mit dem Besuch zufrieden sein. Bad⸗Nauheim ist eben mit den Jahren für Unzählige unentbehrlich geworden. Sie wollen ihre alljährliche Kur hier, die ihre Natur erfrischt und belebt, nicht missen. Und wenn sie hier eintreffen, da freuen sie sich u sehen, daß alles beim alten ist. Die Badehäuser sind in vollem Hetrieh, frühmorgens beim Konzert in der Trinkkuranlage herrscht reges Leben und nachmittags und abends trifft man sich auf der Kurhausterrasse. Das Winderstein⸗Orchester spielt in voller Stärke und das Kurhausthegter, das über gute Kräfte verfügt, gibt vier⸗ mal wöchentlich Vorstellung. Die Tennisplätze und der Golfplatz, die sich durch Schönheit der Lage und ihre vorzügliche Instand⸗ haltung auszeichmen und in den letzten Jahren Schauplätze bedeu⸗ tender Turniere waren, sind zum Spiel geöffnet. Am großen 8 8 ö 1 werb sehr eifrig ber Wigel⸗ und Rudersport betrieben. In letzten wirkte in einem Philharmonischen Konzert der Kurkapelle der Kgl. Hofopernsänger de Garmo aus Wiesbaden mit. Er errang sich durch seinen prächtigen Baß⸗Bariton und den en dramatis. Vortrag Strauß' scher Lieder die stürmische Anerkennung des Publikums. In dieser Woche hielt der Schrift⸗ steller Herr Foelsch⸗Rogewo(Berlin) einen Vortrag über Generalfeldmarschall von Hindenburg und seine Kriegsschauppfätze, der sehr gut besucht war. Kreis Wetzlar. s Albshausen, 7. Juli. Den Tod fürs Vaterland st a rb Vizewachtmeister Karl Kempff, Ritter des Eisernen Kreuzes. b. Burgsolms, 7. Juli. Schrankenwärter Friedrich Heinz, der aus einem bereits in Bewegung befindlichen Zuge ein herausgereichtes Päckchen abnehmen wollte, wurde beim Ueber⸗ schreiten des Gleises von einem herannahenden Triebwagen gefaßt und getötet. Gerichtssaal. Metz, 7. Juli.(Priv.-Tel.) Unter der Anklage, das Eißen⸗ bahnunglück von Woippy am 2. Januar 1915 verschuldet zu haben, bei dem 7 Militärurlauber getötet, 3 schwer und 22 leicht verletzt wurden, stand der Lokomotivführer Nikolaus Rimert aus Trier heute vor der Metzer Strafkammer. Die Ver- handlung ergab, daß der Angeklagte das Warnungssignal über- fahren, das Haltezeichen des Weichenstellers nicht beachtet hatte und so auf das Stumpfgleis geraten und auf den Prellbock aufgefahren war, wodurch auch mehrere Wagen des Zuges zertrümmert wurden. Rimert wurde unter Berücksichtigung seines leidenden Zustandes zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. 5 Vermischtes. Berlin, 7. Juli(Priv.⸗Tel) Das„Berl. Tageblatt“ meldet aus München: Bei der englischen Kabitalisten gehören⸗ den Zellulosefabrik Hallein stieß man bei der staat⸗ lichen Beschlagnahme auf bedeutende Steuerhinterziehungen. Für die Stadt Hallein kommen etwa 800 000 Kronen, für das Land 400 000 Kronen in Frage. ö Breslau, 7. Juli. Die„Schlesische Volkszeitung“ meidet: Am Dienstag abend brach im Hause des Bäckermeisters Heller in Sorau bei Waldenburg ein Dachstuhlbrand aus. Da die Bewohner bereits schliesen, konnte sich das Feuer unbemerkt 8 70 ganzen oberen Teil des Hauses ausbreiten. Sieben Personen, —— eh. Bingen, 7. Juli. Markftpreise. Weizen Mk. 00,00, Korn Ml. 0%, Gerste Mk. 00,00, Haser Mk. 00,00, eu Mk. 6,00, Stroh Mk. 5,00, Kartoffeln Pt. 10,0, Erbsen Mk. 60,00, Linsen k. 00,00, Bohnen 00,00 Weißmehl Mt. 45—00, Roggenmehl Mk. 38,00; alles für 100 Klgr. Butter 1 Klgr. Mk. 3,40, Milch 1 Liter 24 Pig., Eier 10 Stück Mk. 1.10. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 9. Juli 1015: — trocken, keine erhebliche Temperaturveränderung, weftliche Winde. Müllersche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 8. Juli 19 R. —— Letzte Nachrichten. Eine deutsch⸗bulgarische Liga. 8 Sofia, 8. Juli. Eine deutsch-bulgarische Liga 1 nach Mitteilungen hiesiger Blätter in studentischen Krei⸗ 1 ins Leben gerufen worden. Die Vereinigung bezweckt ie kulturelle und politische Annäherung Bulgariens an Deutschland und Oesterreich-Ungarn. Die Kämpfe an der bessarabischen Grenze.. Czernowitz, 8. Juli. An der bessarabischen Grenzfron und den bewaldeten Grenzhöhen sind andauernde Artil⸗ leriegefechte im Gange. In Czernowitz ist der Kanonendonner zu hören. Wegen der ihnen durch die österreichische Artillerie zu⸗ gefügten großen Verluste haben die Russen Teile ihrer bisher inne⸗ ehabten Stellungen räumen müssen und sich zu ü 5 östlich Czernowitz verlaufen die Kämpfe erfolgreich für die öster⸗ in großer Zahl i reichi Fro en, r mäßig zuxückgetrieben worden, wobei zwei russische Flieger 1 Beschädigungen erlitten. Beim Kampf um Przemysl gefallen. a Lugano 8. Juli. Wie aus Petersburg gemeldet wird, sind bei dem Kampfe um Przemysl die Generale Kusmin und Karajeff gefallen, ebenso der bekannte Militärschriftsteller und Politiker Raabe, der Instrukteur des Thronfolgers und 22 Obersten. Frankreich bereitet sich auf einen neuen Winterfeldzug vor. Amsterdam, 8. Juli. Die französische Presse bereitet das Publikum auf einen neuen Winterfeldzug vor. Einzelne Stimmen verlangen, das Heer solle sich solange ganz in der Defensive halten, bis neue Vorräte an Munition 1 seien. Um zu verhindern, daß dem Feinde Licht⸗ signale gegeben werden, läßt die Pariser Polizei jetzt nachts alle erleuchteten Fenster streng bewachen. Die Amster⸗ damer Polizei beschlagnahmte wegen Verletzung der Neu⸗ tralität eine vom Komitee Volkswehrpflicht! Schrift, die den Titel trägt„Denkt an Belgien, so ebenso ergehen?“ Ein Fliegerangriff zur Set. Rotterdam, 8. Juli. Gestern abend zwischen 7 und 7¼ Uhr warfen deutsche Flieger zwischen Leuchtschiff Noordhinder und Gelopperfeuerschiff Bomben auf den englischen Dampfer„Groningen“ ab. Mannschaften des holländischen dampfers„Hollandia“ erzählen, die„Groningen“ sei zwei Meilen hinter der„Hollandia“ gefahren, als zwei Flieger gesi wurden. von denen einer eine Bombe auf die„Groningen warf. Man hörte starke Explosionen und sah, Waffersäulen aufsteigen Eine Bombe fiel zwar dicht hinter der„Groningen“ ins Wasser, richtete aber keinen Schaden an. Das Schiff stoppte anfangs, dann aber mit voller Kraft weiter. Kriegsmaterial für Rußland. a Bukarest, 6. Juli. Dem Bukarester„Univerful“ wird aus Galatz gemeldet: Vorgestern abend sind vier große russische Schiffe mit acht Schleppern in der Richtung gegen Reni an der Donau abgefahren. Auf deuselben Schiffen wurden in der vorigen Woche Lebensmittel nach Serbien befördert, jetzt haben sie Munition für Rußland an Bord, die über Galatz befördert wird, in Saloniki ausgeladen und durch Serbien transportiert Deutsche Gefangene als Arbeiter in Rußland. Kopenhagen, 8. Juli. Nach einer Petersburger Meldung der„Times“ arbeiten gegenwärtig 30 000 deutsche und österreichisch-ungarische Gefangene in den Berg⸗ werken am Don. Sie erhalten angeblich die Hälfte des üblichen Lohnes. Der Rest der Gefangenen wird zu Erntearbeiten, haupt⸗ sächlich im oberen Wolga-Gebiet, kommandiert. In ganz Rußland es uns macht sich der Mangel an Erntearbeitern äußerst fühl⸗ bar. Die italienische Ernte. Ingano, 8. Juli. Halbamtlich wird jetzt im Gegensatz zu früheren Meldung zugegeben, daß für die italienische Ernte schlechte Aus sich ken bestehen. — Odol 3 8 „ 8 Nord⸗ 9 4 3 1 1 4 dcrlientlich. Generalversammlung werden alle Mitglieder hierdurch freundlichst eingeladen 9 8 1 N Schwägerin und Tante im 65. Lebensjahre. Wieseck, den 6. Juli 1915. Die Beerdigung findet Freitag, den 9. d. Mts., Trauerhause in der Philosophenstraße aus statt. Nach längerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief heute sanft im festen Glauben an ihren gerechten Gott meine liebe, gute Frau, unsere treusorgende Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester, Frau Dorothea Ziegler geb. Möser Die trauernden Hinterbliebenen. J. d. N.: Adam Ziegler. 3 5 11.1 Für die herzliche Teilnahme an unserem schweren Verluste sagen wir auf diesem Wege unsern innigsten Dank. Familie Bosold Enma Viedenkapp. Gießen, den 7. Juli 1915. 5741 2 Bilanz vom 31. Dezember 1014. nachmittags 4 Uhr, vom Tierschütz-Verein diessen Zu der am Mittwoch, den 14. Juli, abends 8½ Uhr, im Hotel Kaiserhof stattfindenden Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Rechnungsablage. 3. Ergänzungswahl des Vorstandes. 4. Vortrag des Herrn Schlachthof Direktor Dr. Mod de. 5. Verschiedenes. Giessen, den 7. Juli 1015. 5737 D scheumatismus-, Ischias- und Gichtleidende nehmen dle Slänzend bewährten Petrin- Tabletten Name gesetzlich geschützt anerkannt bestes Mittel, da vollstandig 3 lich. ohne jegliche Nebenerscheinungen und sicher wirkend.— Zu haben in allen Apotheken. Laufwohl⸗Hüllen schützen uns. 5 Soldaten geg. Wundlaufen d. Füße Das Vollktommenste der n Fuß bekleidung— eine Wohltat für jeden Fuß durch viele Anerkenn⸗ ungsschreiben uns. Feld⸗ grauen und ärztliche Gut⸗ achten bestens empfoblen. Für Liebesgaben als 250 Gramm Sendung sehr geeignet. 511588 Zu beziehen unter An⸗ J Miederverkäuer und eingeführte Vertreter Zum Besuche ron] Laulinen der Hasernen und Frsatzruppenteilen überal gesuoßl. C. H. Müller, Reichenbach i. Vogtl. 70. Wegen Renovierung meiner Geschäfts lokalitäten unterstelle meine sämtlichen Warenvorräte ab I. bis einschliesslich 10. Juli zum Sonder-Verkauf M. Kann, gegeniber d. 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