bßsterreichisch-ungarischen Tagesberichts es n enblãtter; 0 8 5 2205 . monatl. Lanz. 3 2 Nauschleß e: die Schriftleitung 112 Verla Geschästsstellesl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. von Anzeigen die Tagesnummer is vormittags 9 Uhr. GTB.) Großes Hauptquartier, 6. Juli. (Amtlich.) 5 Westlicher Kriegsschauplatz. Nachts wurden zwei französische Angriffe bei Les Eparges abgewiesen. Die Beute des Erfolges am Priesterwalde hat sich Au ein Feldgeschüz und drei Maschinengewehre erhöht. 5 erdem fiel ein Pionierpark mit zahlreichem Material in 1 n Hand. Unsere Flieger griffen den Flugplatz Cor⸗ ze u r östlich von Epinal und ein französisches Lager am Breitschild östlich von Krüt in den Vogesen an. Destlicher Kriegsschauplatz. 25 Heute am frühen Morgen wurde der stark befestigte Wald füdlich OBiale⸗ Blot(westlich der Straße Suwalki—Kal⸗ waria) erstürmt. Dabei nahmen wir etwa 500 Russen gefangen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Late bei den deutschen Truppen ist unverändert. Oberste Heeresleitung. ** Deer gestrige knappe deutsche Tagesbericht, der aber einige erfreuliche& hielt über den 1 schen Satz:„Die Lage bei den deutschen Truppen ist un⸗ verändert.“ 1 N Die Armee des Erzherzogs Josef Fer⸗ inan! Teil unserer Truppen steht also jetzt nur noch etwa 30 Kilometer von Lublin. Die ber Tarnagora zurückweichen zackensen heute das Seinige tun, um dort den russischen Rückzug gründlich auszunutzen. Das Ziel wird zunächst wohl Lublin sein, wo man die rück⸗ wärtige Eisenbahnlinie der russischen Weichselstellung in die Hand bekommen wird. Ein in seinen Folgen nicht minder bedeutungsvoller Sieg wurde von den Oesterr rn im Görzer Küstenland, am unteren Isonzo, gewonnet. Die Italiener haben eine furchtbare Niederlage erlitten, und nach dem Wortlaut des bedeuten die dortigen Kämpfe vorläufig überhaupt einen höchst günstigen Abschluß. Alle unsere Stellungen blieben unverändert in unseren Händen.“ Dabei hatte es sich um einen Angriff von vier feindlichen Korps, also etwa 160 000 Mann gehandelt, die unter mächtiger Artillerieunterstützung in einer Front von über 30 Kilometer Länge vorgegangen waren. Wir begreifen es, daß der Wiener Heeresbericht sich in Lob⸗ und Dankes⸗ worten für die tapferen Verteidiger ergeht. Solche Erfolge werden unsere Bundesgenossen zu neuen Taten und kraftvol⸗ lem Ausharren begeistern, während Cadornas Kämpfer, und darüber hinaus das italienische Volk zu einiger Besinnung kommen, die auf ihren Tatendurst nicht günstig einwiürken wird. Einen ähnlichen Heldenmut wie die Oesterreicher am Isonzo haben die Türken seit vielen Wochen auf der Halbinsel Gallipoli entwickelt, und der neueste Konstantinopeler Be⸗ richt darf mit voller Befriedigung der Wiener Meldung am die Seite gestellt werden. Wir erfahren dabei auch von der neuesten Tat eines deutschen Unterseebootes, das an der Dardanellenfront einen großen französischen Transport⸗ dampfer versenkt hat. 100 Die Wirkung des deutschen Unterseebootskrieges nimmt, wie der gestern hier veröffentlichten Zusammenstellung und den neuesten Ersolgen zu entnehmen ist, ständig zu. Umso⸗ mehr muß man sich wundern, daß es noch Deutsche gibt, die einer Abmiilderung des Seekrieges im amerikanischen Sinne das Wort reden möchten. Neuerdings hat sogar ein See⸗ mann, Admiral Truppel, im„Dag“ den Wunsch nach einem Ausgleich ausgesprochen, und in der rechtsstehenden Presse regt 0 demgegenüber scharfer Widerspruch. In seiner letzten Nummer finder der„Türmer“ sehr gute Worte, um die deutsche Regierung zum Aushalten auf⸗ zufordern. Er bezeichnet die amerikanische Forderung, seren Tauchbootkri gegen jedes mit amerilanischen gieren besetzte Schi nötig Per Je für jedes seiner ereinigten Staaten en U⸗Bootleuten bleibt dann 55 . 9 15 1 der unlieb Störung ge⸗ abzutreten. Das heißt: wenn man. gnädigen id Spafses halber dazu kommen läßt„und es nicht vorzieht, Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruckerei N. Lange. Schriftleitung, Geschästsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. 0 Weitere große Erfolge bei Krasnik. Eine schwere Niederlage der Italiener am unteren J liche 0 165. Jahrgang das deutsche Barbarenboot mit seiner Mannschaft in Grund zu schie⸗ ße moder zu rammen, was wohl die Regel bilden würde.— Es ist etwas reichlich, was man uns zu bieten wagt! Man hält uns an⸗ scheinend immer noch für de ndummen deutschen Michel, der auch gegen Selbstmord nichts einzuwenden hat, wenn er ihm nur im Namen der„Menschlichkeit“ und mit Anrufung seines guten Herzens freundlichst empfohlen wird. a f Diesen Sätzen kann man nur lebhaft zustimmen. Wir sind überzeugt, daß unsere Regierung ihren bis jetzt so nachhaltig und wirksam vertretenen Standpunkt nicht etwa in unverständlicher Weise plötzlich aufgeben wird! *** Der österreichisch⸗ungarische Ta gesbericht. Wien, 6. Juli.(WB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 6. Juli 1915 mittags. Russischer Kriegsschauplaz. g Durch die Armee des Erzherzogs Josef Ferding nd in der zweiten Schlacht bei Kragnik geworfen, ziehen sich die Russen in nördlicher und nordöstlicher Richtung zurück. Die Armee des Erzherzogs dringt nach gelungenem Durch⸗ bruch unter neuen erfol reichen Kämpfen weiter vor und hat gestern die Gegend von Kielezew und die Höhen nördlich der Wynica erkämpft. Unter dem Druck dieses Vorgehens wich der Gegner auch am Wienrz über Tarno⸗ grad zurück. Die in diesen Kümpfen eingebrachte Beute hate sich auf 41 Offiziere, 11500 Mann und 17 Maschinengewehre erhöht. Am Bug und in O unverändert. N An der Zlota⸗Lipa und am Dujestr herrscht Ruhe 4 talienischer Kriegsschauulatz. Kämpfe in„ Görzischen, die in den letzten Tagen 2 Korps gegen unsere vor. S erlit Lob vortrefflichen kriegs⸗ tapferen Infanterie. en unverändert Helden an der Süd⸗ westgrenze der Monarchie starke und treue 17 gegen die aller Völler und der im Norden von Sieg zu Sieg eilenden Armeen sicher sein. Am mittleren Isonzo, im Krngebiet und an den übri⸗ gen Fronten hat sich gestern nichts Wesentliches ereignet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die Niederlage der Italiener an der Isonzofront. Berlin, 7. Juli. Zu der schweren Niederlage der Italiener an der Isonzofront schreibt die„Berliner Morgenpost“: Die Nachricht von der italienischen Niederlage wird auf die anderen Bundesgenossen einen tiefen Eindruck machen; hatten sie sich doch von dem Eingreifen Italiens eine Aenderung der Kriegslage ver⸗ sprochen. Sie sahen das italienische Heer schon in siegreichem Vormarsch auf Wien begriffen, ganz Tirol in den Händen des Feindes und hofften nach dem ersten Siege auf die Entsendung starker Kräfte nach dem französischen Kriegsschauplatz, auf eine ak— tive Teilnahme an den Dardanellenunternehmungen. Keine von diesen Hoffnungen ist in Erfüllung gegangen, und nach dieser schwe— ren Niederlage werden die Italiener weniger denn je bereit sein, sich auf weitreichende Auslandsunternehmungen einzulassen. Sie brauchen alle ihre Kräfte im Lande selbst. 0 Die Spionitis in Italien. Berlin, 7. Juli. In Italien greift das Spionenfieber weiter um sich. Der„Corriere della Sera“ bringt aus Treviso die Nachricht, daß in den vom Feinde verlassenen Schützen⸗ gräben Pakete mit vergifteten Zigarren und Zigaretten ge⸗ funden worden seien. Die italienischen Zeitungen sind mit Verräter⸗ und Spionengeschichten ausgefüllt. In einer Mai⸗ länder Kaserne wurde ein angeblich deutscher Spion verhaftet, der sich in der Kleidung eines italienischen Alpenjägers ein— geschlichen hatte. Die Verwaltungsbehörden erhielten das Recht, jede geeignet erscheinende Fabrik oder Werkstatt zur Herstellung von Munition heranzuziehen. Berstimmung innerhalb des Vierverbandes. Berlin, 7. Juli. Nach einer Konstantinopeler Meldung der „Neuen Freien Presse“ heißt es über die Verstimmung in nerhalb des Vier verbandes: Der Zar hat seinen Flü⸗ geladjutanten, General Sadausky, nach Paris geschickt, um die Franzosen zu einer energischeren Aktion auf der Westfront zu veranlassen. Schwer enttäuscht ist man auch in Petersburg über den Eindruck, den das Auftreten Italiens auf dem Bal kan hervorgerufen hat. Die Verwendung von Studenten in den russischen Munitionsfabriten. Petersburg, 7. Juli.(WB. Nichtamtlich). Der 2 „Rjetsch“ schreibt: Das Handelsmtnisterium hat beschlossen, stgalizien ist die allgemeine Lage] Mittwoch, 7. Juli 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- 8 jährl. ausschl. Bestellg. 8 Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; sür Stadt und Land, f Vermischtes und Ge⸗ 4 richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. onzo. die Studierenden der Technischen Hochschule zu mobilisieren. Sie sollen die Arbeit in den sieben Muni⸗ lionsfabriken und Bergwerken im Ural leiten. Russische Greueltaten. 5 Berlin, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Folgender Fall unerhörter Barbarei ist durch vier beeidigte Zeugen⸗ aussagen festgestellt worden. In der Gegend von Jednorozee wurde am 15. Juni ein schwerverwundeter deut scher Soldat an dem Pfahl eines Drahthindernisses mit Draht angebunden vorgefunden. Das andere Draht- ende war ihm um den Leib geschlungen und vorn in der Höhe des Koppelschlosses zusammengedreht. Der Schwer⸗ verwundete wurde aus der qualvollen Lage von Kameraden. die das Gelände nach Verwundeten absuchten, befreit und nach dem deutschen Schützengraben gebracht, wo er bald darauf starb. Aus Riga. ortiert. Die ontrolle der Passagi Hauptbahnhof begonnen 9 0 Jöfen aussteigen, zu ihrer Kontrolle Schranke benutzen können. Zur Ausfahrt von Riga erhält das Publikum Bescheinigungen ohne Stempelgebühr der Gouverne⸗ mentskanzlei.— Die englischen Da mpfer, die sich seit Ausbruch des Krieges im Rigaschen Hafen aufhalten, berlassen demnächst Riga und begeben sich nach Petersburg.— Vier Rigasche Hafenkutter werden von Riga nach Archangelsk abgesandt werden. ** 7 nur die Ausgänge durch die * Der türkische Bericht. Konstantinopel, 6. Juli.(WI B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Kaukasusfront verfolgen wir die von un⸗ serem rechten Flügel zurückgeschlagene feindliche Kanaller ie. 700 An der Dardanellenfront versenkte am 4. Juli nachmittags ein deutsches u nterseeboot vor Seddeül⸗Bahr einen großen französischen Trans 1 bortdamp fer mit zwei Schornsteinen Der Dampfer ging nach drei Minuten unter. An der Nordgruppe wollte der Feind in der Nacht zum 4. Juli nach lebhaftem Gewehrfeuer gegen unseren rechten Flügel starke Aufllärungsabteilungen vorrücken lassen, die wir zurückwarfen. Bei der Südgruppe 3 sprengte unsere Artillerie am 4. Juli ein feindliches Muni⸗ tionslager in die Luft und rief in den feindlichen Batterien einen Brand hervor. Die Exhlosion dezimierte die feind lichen Soldaten, die herbeieilten, um das Feuer zu löschen An der Jrakfront gegen Bassorah wurde eine feind⸗ liche Truppenabteilung, die mit der Euphratbahn befördert wurde, von unseren Truppen und Freimilligen in die Flucht geschlagen. Der Feind ließ über 60 Tote zurück, darunter einen Major und zwei andere Offiziere. Auf der Flucht führte der Feind auch zwei mit seinen Verwundeten gefüllte Fahrzeuge weg. Wir erbeuteten eine Menge Gewehre und Munition. Auf diese Weise haben wir die en glische Un⸗ ternehmung in dieser Gegend in einen Rück z ug ver⸗- wandelt, der unter dem Schutze der auf dem Flußlause bo⸗ findlichen englischen Kanonenboote ausgeführt wurde. Auf den übrigen Fronten nichts von Bedeutung. Russische Gelüste. Berlin, 7. Juli. Unter der Ueberschrift„Das tür⸗ lische Bävenfell“ heißt es in der„Vossischen Zeitung“ aus Lugano: Der Vertreter des„Secolo“, Magrini, berichtet, daß man in Petersburg nur an die Dardanellen denle. „Rietsch“ bringe einen Artikel, den der Kadettenführer Mil- jukow verfaßt habe und in dem es heißt, niemals werde Ruß⸗ land einer Neutralifierung der Meerengen zustimmen. Kon⸗ stantinopel und die Meerengen müßten in unbeschränktem Besitz Rußlands sein. Jedenfalls müsse Rußland auch die Inselgruppe der Dardanellen bekommen und alles Land öst⸗ lich bis zur Linie Enos⸗Midia, in Kleinasien bis zur Linie von der Mündung des Sakaria bis zur Insel Lesbos. Brussa müsse russisch werden. Weiter teilt Magrini mit, daß die Russen bereits 200 000 Mann in Sebastopol und Nikolajew bereitstehen hätten, die bei dem Bosporus landen sollten. Ein franzöfisches Heldenstück! Konstantinopel, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der französische Panzerkreuzer„Jeanne d'n re, der gestern in den Hafen von Alexandrette cuuhr, 3. ** * Ein deutsch⸗österreichisches Zollübereinkommen 8 für Polen. N Berlin, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Verord⸗ nungsblatt der Kaiserlichen Zivilverwaltung für Polen links der Weichsel veröffentlicht ein Uebereinkommen betr. die gemeinschaftliche Erhebung von Zöllen in dem deut⸗ schen und österreichisch-ungarischen Verwal- tungsgebiet links der Weichsel. Danach bilden die beiderseitigen Verwaltungsgebiete in Russisch-Polen links der Weichsel ein gemeinschaftliches Zollgebiet. Die Zollein⸗ nahmen werden nach Abzug von 20 vom Hundert für die Zollerhebung und Grenzbewachung zwischen den beiden Tei⸗ len je zur Hälfte geteilt. Niederländisches Ausfuhrverbot von Roheisen. Haag, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Aus fuhr aller Sorten von Roheisen ist verboten worden. i Aus Belgien. g Brüssel, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Gene⸗ talgouverneur hat eine Verordnung erlassen, nach welcher mit Gefängnis bis zu einem Jahre Lehrpersonen, Schulleiter und Schulinspektoren bestraft werden, die wäh⸗ rend der Besatzungsdauer im Unterricht oder bei sonstigen Veranstaltungen der Schule deutschfeindliche Um⸗ triebe oder Kundgebungen dulden, fördern, veran⸗ luassen oder veranstalten. Die deutschen Behörden sind befugt, Sur Verhinderung derartiger Manifestationen die Schul⸗ räume zu betreten und den Unterricht zu überwachen. Nach der Verordnung werden auch jene bestraft, welche die Ueber⸗ * a e Ermittelungen und Untersuchungen errschweren oder verhindern. Die zuständigen Gerichte für derartige Uebertretungen sind die Militärgerichte. .* 7 * 5 5 0 1 ** Der Seekrieg. * Zum Seekampf vor Gotland. i Berlin, 7. Juli. Auf den Protest des schwedischen Gesandten in Petersburg, wonach bei dem Seekampf vor Gotland am 2. Juli ein russisches Geschoß über die schwedische Insel Oestergarn hinwegging und 200 Meter von der Küste ins Wasser fiel, sprach die russische Re⸗ gierung ihr tiefes Bedauern aus. Sie führte den Schuß auf einen unglücklichen Zufall zurück, der von nie⸗ mandem beabsichtigt, jedoch durch unsichtiges Wetter und 5 künstliche Rauchentwicklung des deutschen Torpedojägers be⸗ günstigt worden sei. Im übrigen könne das Geschoß ebenso 52 von deutscher wie von russischer Artillerie herrühren. 8* Paris, 6. Juli.(WTB Nichtamtlich.) Eine Mitteilung des Marineministeriums besagt: Der französische Postdampfer„Car⸗ thago“ wurde am Sonntag am Rap Helles von einem Unter⸗ seeboot torpediert und versenkt. 66 Mann sind gerettet, sechs werden vermißt. 5 5 Marfeille, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung her.Die Torpedierung der„Car⸗ 9 1 9, durch ein deutsches Unterseeboot hat am Montag abend hier eine lebhafte Erregung hervorgerufen. Das Schiff gehörte der Mittelmeerflotte der Compagnie Trans- 2 atlantique an und war vom Staate für die Fortschaffung von Truppen und Material für das Expeditionskorps im Osten requiriert worden. Ein Postdampfer hat am 24. Juni Marseille mit einer bedeutenden Ladung verlassen. Die Besatzung bestand aus 96 Mann. 19 London, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Reutermeldung. Der norwegische Dampfer„Preck“ wurde bei Harwich von einem deutschen Unterseeboot versenkt. Die Besatzung ist gerettet. f 12 London, 6. Jitli.(WTB. Nichtamtlich Der Flottenkorre⸗ spondent der„Times“ schreibt: Nach dem Petersburger Bericht über die Zerstörung eines Schiffes der Deut schland⸗ Klasse diurch die Russen war das Schiff wohl nützlich, aber, wie Chur⸗ chill sagen würde, von geringem Gefechtswerte. Die Schiffe der Deutschland⸗Klasse gehören nach einem Worte Churchills zu den überscküssigen Schiffen der Kriegsflotte.(Anmerkung der Re⸗ daktion: Da, wie schon gemeldet, kein deutsches Kriegsschiff von den Russen zerstört worden ist, dürfte der ganze Bericht„über⸗ schüssig“ sein.) * London, 6. Juli.(WI Nichtamtlich.) Die Besatzung des von einem Unterseeboot versenkten„Craigatr a“ ist in Plymouth gelandet, Pouillac, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Reutermeldung. Hier ist der spanische Dampfer„Juan“ mit sieben Mann des Schoners„Hirondelle“ angekommen, der mit Zimmerholz auf der Fahrt nach England bei Ushant versenkt worden war. Zeppeline im Kampf mit englischen Schiffen. Amsterdam, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Ein hiesiges Blatt meldet aus Terschelling: Ein Beobachter, der sich an Bord eines neutralen Schiffes am Sonntag morgen auf der Höhe von Terschelling besand, sah, wie ungefähr um 12 Uhr mittags sechs britische Kriegsschiffe, darunter vier Torpedoboote und zwei größere Fahrzeuge, in einer Reihe heranfuhren. Dreieinhalb Stun⸗ den später erschienen plötzlich vier Zeppelin⸗Luftschiffe, die norböstlichen Kurs nahmen. Sie fuhren auf die britischen Schiffe zu, die sofort anfingen, im Zickzack zu. fahren. Dann verschwanden e Zeppeline, unter ihnen L 10, um nach zwei Stunden wieder zurückzukehren. Ste kreisten neuerdings über den britischen Fahr⸗ gen, die 5% Kilometer von dem Schiffe des Beobachters ent⸗ t waren. Zwei Luftschifse verschwanden, nachdem Schüsse ge⸗ fallen waren. Zwei andere blieben über dem Geschwader, das 15 g. Es ließ sich nicht feststellen, ob die Zeppelin⸗ Luftschifse beschädigt und ob Bomben abgeworfen wurden. Berichte von Fischern aus Imuiden besagen, daß am Sonntag früh nörd⸗ lich von Terschelling eine Anzahl von britischen und deutschen Zer⸗ störern und Torpebobooten gesehen wurde. Ein Fischer zählte vier⸗ zehn deulsche Torpedoboote, Ob ein Gefecht stattfand, lonnte nicht brobachtet werden, doch hörte mm schleßen. Andere Fischer geben ähnliche Schilderungen. * London, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Die„Morning⸗ post“ melbet aus Washington: Ter Zwischenfall wegen des „Armenjan“ ist für die Vereinigten Staaten erledigt, da kan Zweifel darüber besteht, daß das Schiff zu enttommen versuchte und die Zerstörung unter diesen Umständen für recht⸗ mäßig gilt, Aber der Fall hat die Amerikaner in der Ueber⸗ zeugung bestärkt, daß Schiffe nicht ohne vorherige Untersuchung torpebiert werden bürfen, nachdem das Vorhandensein von Bann⸗ ware nachgewiesen worden ist. Es sei jetzt sest t. ene 8 6 (Wimerkung der Redaktion. Die Feststellung ist nur richtig, wenn nicht unter Mißbrauch der neutralen Flagge das Unterseeboot von 1 3(englischen) Dampfer vorher in Grund geschossen wird. Schweden und England. Stockholm, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die ententefreundlichen„Dagens Nyheter“ veröffentlichen eine Reihe Klagen schwedischer Importeure gegen die Willkürlichkeit, mit der England Frachten beschlagnahmt. Der Import werde täglich schwerer. Der schwedische Handel stehe bald vor der Aussicht, alle Wege abgesperrt zu finden. Nachdem die Baumwollfabrikanten die Initiative ergriffen, wollen nun auch die Importeure von Kaffee, Futtermitteln und Getreide einsam beraten, und ihre Wünsche der Re⸗ gierung zur Berücksichtigung bei Verhandlungen mitteilen. In hiesigen Handelskreisen verlautet, daß von englischer Seite die große Firma Bunge und Born in Buenos Aires ersucht worden ist, Getreide oder Futtermittel nach Schwe⸗ den nicht zu offerieren. Angesichts der in Schweden herr⸗ schenden Dürre ist aber der ungestörte Getreideimport von großer Wichtigkeit für das Land. Aus dem englischen Unterhaus. London, 6. Juli.(WT. Nichtamtlich.) Unterhaus. Die Regierungsbill wurde in zweiter Lesung gestern angenommen. Auf eine ie ob die Alltierten an den Dardanellen eine Schlappe erlitten hätten, antwortete Lloyd George, dem Kriegsministerium sei hiervon nichts bekannt; man könne also hoffen, daß das Gerücht ganz un⸗ gerechtfertigt sei. Die Fleischversorgung Londons. London, 6. Juli.(WTB. Nachtamtl.) Die Fleisch⸗ verforgung Londons ist in dem am 30. Juni abge⸗ laufenen Jahre um 25 000 Tonnen oder um 11,8 Prozent hinter dem Vorjahre zurückgeblieben. Schwedische Postsendungen und deutsche Maßregeln. London, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter verbreitet die Nachricht, die deutschen Behörden hätten die Post der schwedischen Postdampfer„Bjoern“ und„Thor⸗ sten“, die angehalten wurden, geöffnet und zensuriert. Reuter wünscht dias als Widerlegung der deutschen Erklärung allgemein bekannt zu machen, daß die Postsachen der schwedischen Regierung uneröffnet zurückgestellt worden wären. f Anmerkung: Die Nachricht des Reuterschen Bureaus ist u n⸗ wahr. Die Post des schwedischen Dampfers„Thorsten“ wurde nicht zensuriert, sondern mit Einschluß der riissischen Post der schwedischen Postbehörde umeröffnet zurückgegeben Dagegen wurden allerdings seinerzeit einige verdächtige Postsäcke des schwedischen Dampfers„Bjoen“ geöffnet, die unter der Ladung versteckt auf⸗ gefunden wurden, und deren Schwere ohne weiteres erkennen ließ, daß sie keine Posachsten enthielten. Bei der Oeffnung ergab sich, daß ihr Inhalt aus Kontrebande bestand, nämlich aus Stachel⸗ drahtscheren, die an die britische Regierung adressiert waren. Die schwedische Post des Dampfers„Bioern“, die nicht Kontrebande war, wurde der schwedischen Postbehörde wieder zugestellt. Sitzung der Stadtverordneten. a. Gießen, 7. Juli. Auf der Tagesordnung der gestrigen öffentlichen Stadtoer⸗ ordnetensitzung stand als einziger Punkt die Beratung des Vor⸗ anschlags at 1915. Zu Urkundspersonen wurden die Herren Faber und Jann gewählt. Anwesend waren die Stadt verord⸗ neten Krumm, Vetters, Simon, Sommer, Winn, Eichenauer, Plank, Wimmenauer, Schaffstaedt, Huhn, Leib, Petri, 1 Ebel, Faber, Jann und die 2 Grünewald und Emmelius. Sitzung mit folgenden Feststellungen: In ihrer Sitzung am 24. Juni 1915 hatte die Stadtverordneten Versammlung benen den* an eine neuzubildende zweite Sonderkommission zn verweisen. Gleichzeitig wählte die Stadtverordneten⸗Versammlung als Mitglieder dieser Kommis⸗ sson die Stadtverorbneten Huhn, Löber, Plank, Petri, Simon, Vetters, Winn. Diese neue Sonderkommission hatte in ihrer Schlußsitzung am 1. Juli folgenden Beschluß gesaßt: Es wurde beschlossen, 1. nach dem Antrag Winn zu streichen: unter Titel 23 Straßenunterhaltung 19000 Mk. unter Titel 25 Straßenbeleuchtung 5000 Mk. unter Titel 26 Oeffentliche Anlagen 2000 Mk. unter Titel 32 Feuerlöschanstalten 1500 Mk. g 27 500 Mr. Dafür stimmten die Herren Petri, Huhn, Plank, Simon, Win Dagegell stimmte Herr Vetters.. 9. nach dem Antrag Winn den zur Ausgleichung des Voranschlags aufzubringenden Fehlbetrag durch Gemeindeumlagen in folgender Weise zu decken: 155% Einkommensteuerzuschlag, 24 Pfennig auf 100 Mark Vermögenssteuerwerte. 1 stimmten die Herren Petri, Plank, Huhn, Simon, Winn. 5 Dagegen stimmte Herr Vetters. it diesem Beschluß hatten also die Ausführungen, die nament⸗ lich seitens der Stadtverordneten Winn, Petri, Huhn, Plank und Simon in der Sitzung der Stadtverordneten⸗Ver⸗ sammlung vom 24. Juni gemacht worden sind, die Gestalt eines an die Stadtverordneten-Versammlung gerichteten Kommissions⸗ antrags gewonnen. 5 Die 1. Sonderkommission hatte belanntlich entsprechend dem Vorschlag des Oberbürgermeisters beantragt, den Steuerbedarf der⸗ art aufzubringen, daß die Zuschläge zur staatlichen Einkommen⸗ steuer von 120 auf 150% und der Ausschlag auf je 100 Mk. Ver⸗ mögenssteuerwert von 21 auf 26,4 Pfennige erhöht wird. Dabei waren die 1. Sonderkommission und der Oberbürgermeister von dem n daß bei der Steuererhöhung das bisher be⸗ standene Verhältnis der auf die Einkommen und die Vermögen entfallenden. sei. Die zweite mmission beantragte nunmehr, diesen 1 zugunsten der Vermögen zu durchbrechen, den Ausschlag auf die Vermögenssteuerwerte nur auf 24 Pfennig festzusetzen und . die Zuschläge zur Einlommensteuer auf 155 Prozent zu emessen. a Was die formelle Seite dieses von der 2. Sonderkommissjon gestellten Antrages betrifft, so bemerkte der Oberbürgermeister vor⸗ weg, daß im Falle seiner Annahme durch die Stadtverordneten⸗ Versammlung ein solcher Stadtverordneten⸗Beschluß nicht nur der Genehmigung des Ministeriums des Innern, sondern auch der Zustimmung des Mimisteriums der Finanzen bedarf. Artikel 56 des Gemeindeumlagengesetzes bestimmt nämlich: Soll durch die Festsetzung das im vorhergehenden Steuer⸗ jahr bestandene Verhältnis zwischen dem Gesamtbetrag der Ein⸗ kommensteuer und dem Gesamtbetrag der Grund-, Gewerb- und Kapitalvermögrussteuer zuungunsten der Einkommenstener ge⸗ ändert werden, so kann die in 1 25 1 bezeichnete Genehmigung 2 70 Zustimmung unseres Ministeriums der Finanzen er⸗ t werden. Diese ganz berechtigte Vorschrift zeigt, daß nach dem Willen der Gesetzgebung das bisher bestandene Verhältnis zwischen den Zuschlägen auf die Einkommensteuer und auf die Vermögens⸗ steuer möglichst beibehalten und eine Ueberlastung der Einkommen⸗ steuer bei der Gemeindebesteuerung möglichst vermieden werden soll, weil der Staat in der Eintommensteuer seine hauptsächlichsten Einnahmequellen hat. Aus diesem Grunde ist bei Aenderungen des Verteilungsmaßstabes z sten der Einkommensteuer Norstbende Oberbüürgermeister Keller eröffnete die Sachlsch will sich ber Oberblrgermeisfer nus Worten zu den Anträgen der zweiten Kommission sich 15—— wen e ung vo 1 Ur. ausgesprochen 9 die bedauerliche Lange 85 diesmaligen Vernsdtessde seinerseits weiterhin zu fördern. 1 Die zweite Sonderkommission hat unter anderem. Straßenunterhaltung 19000 Mark in der Ausgabe gestrichen. Die Verantwortung für die aus unzureichender Straßenunterhallung durch Unfälle von Passanten und Fuhrwerken entstehenden den und deren finanzielle Folgen lehnte der Oberbürgermeister mit dem Vorstand des Tiefbauamts ab. 5 Der Oberbürgermeister bittet die Sabsi Aer der lung, die Anträge, welche die zweite Kommission über die Art serade in der gegenwärtigen Zeit ein Antrag auf ermögen gestelk worden ist. In Gießen sind rund aller Steuerpflichtigen lediglich zur Einkommensteuer vera 1 Die weit überwiegende Mehrheit der Bürgerschaft würde 2 über den Antrag der Kommission wenig Freude empfinden Abt auch die Mehrheit derjenigen, die Vermögenssteuer entrichten, würde diesen Antrag nicht verständlich finden: sie würde erkennen, daß sie in gleichem Verhältnis bei der Steuererhöhung sich beteiligen müsse und daß es unrecht sei, die Vermögenssteuerpflichtigen zu⸗ ungunsten der Einkommensteuerpflichtigen zu entlasten, in Gießen die Vermögenssteuer im Rahmen der Gemeindebesteuerung mit am meisten geschont würde. Gerechtigkeit und Billigkeit r⸗ derten, daß der gesteigerte Steuerbedarf auf Einkommen- und Ver⸗ mögenssteuern in gleichem Verhältnis wie bisher verteilt würden. Dieser Grundsatz müsse auch darum durchgeführt werben, weil er die gesteigerte Steuerlast jedem einzelnen erträglicher mache. Der Oberbürgermeister warnte die Stadtverordneten ausdrücklich vor den bedenklichen Folgen der Unzufriedenheit, die in unserer Bürgerschaft entstehen würde, wenn dieser Grundsatz durchbrochen und sogar noch zuungunsten der großen Masse die Einkommen⸗ steuerzahler geündert würde. Er könme also nur dringend empseh⸗ — 3 3— NN 5 abzulel— en gesamten Vor. in rm anzunehmen, wie n der ersten Sonderkommisfi inen Vorschlage entsprechend früher Stadtv. Petri, der in der zweiten Sonderkommission den beantragt worden sei. Vorssth geführt hat, begründete den Standpunkt der Kommisfion in kurzen Worten im Sinne der in der vorletzten Sitzung ver⸗ tretenen Ansichten und rechtfertigte die Abstriche, die die Kom⸗ mission am Etat vor wünscht. Er führte aus: Die Kommission war der Ansicht, 15 ein so hoher Steuerauf⸗ schlag, wie vorgesehen, besonders unter ichtigung der„ N Verhältnisse, schwer empfunden wird und, wenn f tunlich, zu mildern sei. Ebenso war die Kommission der! 0 daß eine periodische Steuererhöhung, der einmalige Erhöhung vorzuziehen ist. Durch die von der Kommission beab⸗ sichtigten größeren Abstriche wäre die Möglichkeit gegeben worden, den in dem Dr vorgesehenen Steuersatz wesentlich zu mildern. Dem Herrn Oberbürgermeister wurde von dem Er⸗ gebnis Kenntnis gegeben. Derselbe erklärte, unter keinen Um⸗ ständen auf die vorgeschlagenen Abstriche eingehen zu können. Die Kommission hat sich deshalb bemüht, einen Ausgleich in den ent sache, daß der Grundbesitz schon seit Jahren, na ö Reform der Gemeindesteuer, in ganz unverhältnismäßig hohet Weise gegenüber dem Einkznunenden ganz abgesehen von der Aufbürdung, welche dem Grundbesitz schon 5 13 75— en Oberbürgermeister in Form von hoher Besitz⸗ selabgabe, abnorm hohen Kanalgebühr. Eine Jöhere Belastung der Grund⸗ besitzer würde viele Existenzen geführden und damit auch die Interessen der Stadt selbst— man denke nur an das Baugewerbe, das so schon schwer darniederliegt. Das ehrliche Bestreben der Kommission dahin, aufzubringende hö Steuer in Ne Wesse zu e Da eine See ge bezüglich Abstriche an dem 1 mit dem Herrn Obe meister t zu erzielen war, stellte die Kommission die 12. — bereits von dem Herrn Oberbürgermeister genannt wo Stadtv. Vettexs führte aus, die Abstriche, zu denen mam sich in der Kommission entschlossen habe, seien nach 6 Dinge nur ganz minimal, und er milsse zudem das ö tragen, daß einzelne geeignet seien, das Gemeinwesen unter Um⸗ ständen zu schädigen. Mit der alten Klinik man sich in der Kommisston a und eingesehen, daß der für sie in der Vermögensrechnung figurierende Posten nicht in die Be⸗ triebsrechnung als Steuerausgleich übernommen werden könne. Der Redner stellt dann nochmals, wie bereits in der 1 Sitzung, seinen Standpunkt gegenüber der Vermögenssteuer und betonte namentlich, daß eine Minderung derselben micht nur den vereinzelten bedrängten Hausbesitzern, sondern vor allen den wirklich Reichen zugute komme. Redner befürwortete ls die Teuerungszulage für die städtischen Arbeiter. Stadtv. Dr. Ebel 1 die Generaldebatte über den Etat nicht weiter fortzusetzen. noch die Stadtv. Simon und Schaffstaedt zu Wort geg meldet, mußten also noch ört werden. Stadtv. Simon brachte eine zahlenmäßige Gegenüberstellung der Einkommensbesteuerung und der Besteuerung einzelner G.. besitzer in Gießen unter Vorlegung der betreffenden Steuerzet den Nachweis zu führen, daß die Einkommen gegenllber Vermögen ganz beträchtlich im Vorteil seien. warnte ein⸗ dringlich vor einer weiteren Belastung der Vermögen. Man solle an die wahrscheinlich sich für die nächste Zeit noch erneuernden Lasten des Wehrbeitrages denken. Wenn die Erhöhung der Ver⸗ mögensbesteuerung im Sinne des„ durchgehe, so würde man Gefahr laufen, daß manches Wohnhaus in dem Verfall entgegengehe. g f Stadtv. Komm. Rat Schaffstaedt empfahl r a r- samkeit in der Verwaltung und bat* che und Ersparnisse nicht allzu kategorisch durch die Ablehnung der Ver⸗ antwor unmöglich zu machen. Die tte war damit geschlossen. Eine Spezial- debatte wurde auf Antrag des Stadtv. Eichenauer, der Voranschlag als hinreichend bekannt und durchberaten bezeichnete, einstimmig als eee erklärt. Es folgte die Abstimmung über die zum Etat vor⸗ liegenden Anträge. 5 Die Anträge Krumm, Orbig und Vetters, den Ok⸗ trof auf Brennmaterial aufzuheben sowie die Einkommen u 900 Mark gemeindesteuerfrei zu lassen, wurden gegen Stimmen der Antragsteller abgelehnt. 5 5 Ueber den in den Ausführungen des Oberbürgermeisters ent⸗ haltenen Antrag der Sonderkommission II wurde hinsichtlich seiner beiden Hauptpunkte— Abstriche am Etat und Steuervorschläge— getrennt abgestimmt. Die Abstriche wurden gegen 8 Stimmen ab⸗ gelehnt. In namentlicher Abstimmung wurde der Steuer⸗ vorschlag dieser Kommission mit 11 12 8 Stimmen abgelehnt. Für den Antrag stimmten die Herren Faber, Huhn, Jann, Petri, Plank, Schaffstaedt, Simon und Winn Dagegen die Herren Ebel, Eichenauer, Krumm, Leib, Orbig, Sommer, Vetters, Wimmenauer, Emmelius Grünewald sowie der Oberbürgermeister, Der letzte Ant r sich im wesentlichen mit dem er „un dem 5 Standpunkte der mmission J deckt und vom Stadt. Dr. Ne See e det e e gleiche, nur v. Faber diesmal fitr diesen Gegenantrag stimmte. Der Antrag lautete: den Voranschlag nach den Anträgen der Kommission 1 für die Voranschlagsberatung mit der Maßgabe anzunehmen, daß 1. unter Titel 25„Straßenbeleuchtung“ 2000 Mark gekürzt und diefe dem Titel 66„Betriebskapital“ zugesetzt werden. 2. Die Gemeindesteuern auf 150 Prozent der staatlichen Einko 8 uungun Zustimmung auch des Ministeriums der Finanzen erforderlich. 7 2 n 1 egenstehenden Ansichtz inden. Es ist ei Tat⸗ gegenste usichten zu finden Naben, erge etz belastet worden ist, erbürger⸗ Deckung des Steuerbedarfs stellt, abzulehnen. Er beklagte es, daß 6 Prozent 2 5 ßen 1 7 1 * ö ——— msatzsteuer usw. aufgelegt wurde, abgesehen von der Der 105 1 wurde mit 10 gegen 8 Stimmen angenommen. Vorher hatten sich aus Altenkirchen. Re 5— 75 5 5 fl gi Greifenstein, Gefr. im Landw. ⸗Inf.⸗ Regt. 116. Unkeroff. Fritz Kraus aus Ehri Shirtsen, f 5 Wilh. Schindel aus Ebersgöns, beim Inf.⸗Regt. 168. Vizeseldw. d. R. Heinr. Löw aus Niederbrechen, bei der 1. Mun.⸗Kol. des 12. nungen des Krieges ist, die rodskop hielt der eerstel r 4 g der Sonder⸗Voran werden mußten, waren einstimmig. S teilte der Oberbürgermeister mit, daß er in dneten Versammlung eine Vorlage betr. eine Teuerungszulage die städtischen Arbeiter machen werde. Aus Stadt und Land. Gießen, 7. Juli 1915. Ritter des Eisernen Kreuzes. Feldwebel Otto Bangel, Inf-Regt. 57, aus Waldgirmes. Musketier 2 lm Wagner, Res.⸗Inf. Regt. 253, aus Krofdorf. Res. Heinrich Läufer beim Stabe des 1. Batl. Res.Fuß⸗Art. 3, „Bauführer A. 3 aus Wetz⸗ arde-Pionier-Batl. Lehrer Höch sst aus Fußart.⸗Regt. 3. Unteroff. Armeekorps. Unteroff. Jean Wie⸗ land von Friedberg. Kan. im 1. Garde⸗Res. Fel-Art.⸗Regt. Emil Kasper von Liederbach. Kriegsfreiw. Unteroffizier Artur Fischer aus Haiger. Unteroff. Bruno de Lall, beim Generalkommando des 18. Reservekorps(früher Inf. Regt. 116). Kriegsfreiwilliger Gefr. Gustav P Jun be Inf.⸗ t. 222, aus Gießen. A r Dr. Albert Luzius aus Usenborn, Landw.⸗Inf.-Regt. 87, Kriegsfreiw. Lehrer Rich. alter aus Dauernheim, Uffz. im Inf.⸗Regt. 168. Gefr. Philipp Pfeffer aus Bad⸗Nauheim. Üffz. Stefan Stern aus Ostheim. Gefr. Paul Heineck aus Freiensteinau, n 118. Leutn. Karl Fuchs aus Diez, Inf.-Regt. 87. fz. Wilh. Lotz aus Hirschberg, Unterlahnkreis, Landw. N 87. Marine-Oberarzt Dr. Otto Sommer aus Ems. Feldwelleutn. H. Schuff aus Diez. Leutn. 3 8 vom 1. Ersatzbat. des Res.-Inf.⸗Regts. 8, aus erhörgern. Auszeichnung. Den Angehörigen unserer 1186er Regi- mentsmusit Hoboisten Sergeant Albin Herb st und Hoboisten Sergeant Kurt Gehde wurde die Sachsen- Altenburger Tapserkeitsmedaille verliehen. Amtliche Personalnachrichten. Die Groß- herzogin hat am 30. Juni d. Js. den ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt Geheimen Baurat Otto Berndt sür die Zen vom 1. September 1915 bis 31. Auguft 1916 zum Rekgor dieser Hochschule ernannt.— Am 5. Juli d. Is. wurde der Großh. Pfandmeister Christian Bau sch zu 17 55 i. O. in gleicher Diensteigenschast in den Veilreibungsbezirk ieburg versetzt. * Die Steuererhöhung wurde in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten mit 12 gegen 7 Stimmen im Rahmen des Voranschlags angenommen. Nachdem der ganze Etat Titel für Titel in zwei besonderen Kommissivnen . ssenhaft geprüft, und 3 auch in der vorletzten Stadtverordnetensitzung die age der Steuererhöhung reichlich besprochen worden war, kürzte man auf 1 aus der Mitte der Versammlung die Generaldebatte ab und verzichtete auf die Spezialdebatte gänzlich, so daß die gestrige Sitzung trotz dem wichtigen Gegenstande der Tagesordnung in einer knappen Stunde erledigt war. 9 anderen Zeiten würde die wichtige kommunale Vorlage, schiedet wurde, namentlich auch in der Bürgerschaft eine viel weitergehende Anteilnahme gefunden haben, als man es unter den gegebenen Umständen bemerken konnte, und namentlich eine 30prozentige e würde sonst reichlich Staub aufgewirbelt haben. Diesmal aber beschränkte sich in der ganzen Steuerdebatte der Gegen— saß, zum größten Teil auf die verschiedenen Ansichten, die man Labwend⸗ der Steuerfähigkeit der Vermögen hegte, während der Einkommensteuer⸗ der Stadtverordneten dem Tedanken verschloß, daß gerade die gegenwärtige Zeit eine Steuererhöhung denkbar un— günstig sei, so 1215 gelang es den Bemühungen der Sonder⸗ kommissionen, für den etwaigen mae ei Verzicht auf die erhöhung ein Gegner nicht 1 So wenig man sich seitens im Voranschlag vorgesehenen Steuersätze den unbedingt nöti— gen Ersatz zu finden. Die Kommission, die den Etat zum zweiten Male gesondert beraten hüt, schlug im ganzen 27500 Mark Ersparnisse vor; auch sis hätten im Fall ihrer An⸗ nahme den Steuerausschlag nur ganz unwesentlich beein⸗ flussen können. Es heißt also, sich mit dem Gedanken trösten, daß der veränderte Steuerzettel auch eine der Begleiterschei⸗ g man selbst anderwärts in vielen Gemeinwesen mit günstigerer. Finanzlage nicht hat umgehen lönnen. Die beiden ersten Steuerziele sind bereits in diesem Monat fällig; sie zu trennen war zwecklos, da sonst ein Ziel mit der Erhebung der Staatssteuer zusammengefallen wäre. * Unsere Kriegsbeschädigten. In der weiteren Folge der alademischen Kriegsvorträge sprach Prof. Dr. Brü⸗ ning uüber die Behandlung der Kriegsbeschäbigten. Nachdem der Redner darauf hingewiesen hatte, daß mit n Krieges unsere Aufgaben noch nicht erfüllt find, sondern daß dann noch große Arbeiten unserer warten, besprach er furz die San keit schnellet 815 für unsere verstümmelten Krieger. Es ist wich⸗ tig, baß die Soldaten möglichst schon während der Mundheilung wieder an eine geregelte Tätigkeit gewöhnt werden, oder daß sie einen neuen Beruf erlernen, falls ihre Verletzung derartig ist, daß sie der früheren Veschäftigung nicht mehr nachgehen können. Der geeignete Ort für diesen Unterricht sind die schon bestehenden Krilp⸗ pelheime und die neueingerichteten Werkstuben. Darauf wurden kurz einige der haufig en Verwundungsfolgen besprochen, die eine Hilse des orthopädischen Chirurgen nötig machen. Es wurde gezeigt, daß man durch Ueberpflanzung von Knochenstück— chen, von Sehnen und Nerven, ja sogar ganzer Gelenke von Le⸗ benden oder 3 Verkrüppelungen bedeutend bessern und so die Erwerbssähigteit des Verstümmelten bedeutend erhöhen kann. Es gelingt, versteifte Gelenke wieder beweglich zu machen, ausgeblie— bene knöcherne Vereinigung bei Brüchen oder Schlottergelenke bei 1 7 zu versteisen. Erst wenn durch einen operativen Ein— griff leine Besserung mehr zu erwarten ist, soll man zu Schienen- ülsenapparaten seine Zuflucht nehmen, die bei gänzlichem Ver⸗ ust der Extremitäten natürlich die wichtigste Rolle spielen. Ein einfacher Stelzfuß, eine Arbeitsgreifklaue sind den komplizierten Prothesen vorzuziehen. Für die wach bi Handwerker, beson⸗ ders aber A ir den Staat, erwͤchst die Pflicht, solche Kriegs- beschädigte, die sich nach einem anderen Beruf haben.— müssen, in ihren Betrleben anzustellen. Es müssen auch Erwerbs möglichkeiten geschaffen werden. Nach den Bemühungen zu schließen, die jetzt überall in diesem Sinne gemacht werden, rd es uns gelingen, die Wunden, die dieser große Krieg schlug, schnell zu heilen und aus den almosenempfangenden mißgestimmten Verwundeten zufriedene Steuerzahler zu machen. An einer Reihe von Lichtbildern wurde gezeigt, wie sich Verkrüppelte in verschie⸗ denen Berufen betätigten. Vogelsberger Höhen⸗Club. Auf dem Hohe eee des V. H. C, bei recht reger Anteilnahme von Mitgliedern und Gästen aus allen Teilen rbandsgebietes seine degree Hauptversammlung ab. In ußungsansprache 25 der, Vorsitzende, Kreisrat Dr. c- Schotten, im Felde gefallenen und noch kämpfen m V. H. C.; dann ermahnte er die Zweigvereine, die 2 ae u erziehen, wie ihn seit n betätigen. Dem * 2 bon ben e gestern verab- auch Jahresbericht zufolge beteiligten sich die einzelnen Orts⸗ ruppen 15 opferwintsaster Weise an den. für die not⸗ leidenden Ost⸗ und Westmarken, das Rote Kreuz und die Kriegs⸗ jürsorge. Die Mitgliederzahl des V. H. C. sank zwar infolge des Krieges, dürfte aber durch viele n die alte Höhe bald wieder errei Die Jahresrechnung für 1914 schließt bei 6906 Mark Einnahmen mit einem Ueberschuß von 2048 Mark ab, die 1 Tilgung von Schulden verwendet werden sollen. Für das Ge⸗ chäftsjahr 1915 setzte man den Haushaltsplan in Ein⸗ nahmen und Ausgaben mit 6220 Mk. fest. In den Vorstand wur⸗ den wiedergewählt Kreisrat Dr. Merck⸗Schotten und Dr. med. Bruchhäuser⸗ulrichstein und neugewählt Buchdruckereibesitzer Engel und Rechner Glock, beide aus Schotten. Nach der Er— edigung weiterer geschäftlicher Angelegenheiten innerer Art ver⸗ einigten sich die Mitglieder des V. H. C. zu einem gemeinsamen Mahl im Klubhaufe. 5 Die Antrittspredigt Pfarrer Mahrs vom 20. Juni ist im Druck erschienen. Das Schriftchen kommt einem Wunsche zahlreicher Pfarrangehörigen enkgegen. Oeffentliche Bücherhalle. Im Juni wurden 2054 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1118, Zeitschristen 141, Jugendschristen 280, Gedichte und Dramen 35, Literaturgeschichte 16, Länder- und Völkerkunde 50, Kulturgeschichte 33, Geschichte und Biographien 135, Kunstgeschichte 23, Naturwissenschaft und Technologie 85, Heer- und Seewesen 28, Haus- und Landwirtschaft 17, Gesundheitslehye 10, Religion und Philosophie 43, Staatswissenschast 38, Sprachwissenschast 10, Fremd- sprachliches 36 Bände. Nach auswärts kamen 75 Wände. * Die Heidelbeerernte. Wenn die Übervollen Blütendolden der Heidelbeeren vor Wochen eine aus⸗ gezeichnete Ernte versprachen, so bringt der Ertrag gegen— wärtig doch nicht den erwarteten reichen Segen. Die sen⸗ gende Hitze der letzten Wochen hat die Beeren in der Ent— wickelung außerordentlich beeinträchtigt. Die Früchte sind durchweg klein geblieben, vielfach sind sie sogar runzlich, so daß das Einsammeln recht mühselig und wenig loh⸗ nend ist. Infolgedessen halten sich die Preise in ziemlicher Höhe und werden auch wohl kaum. sinken. Von den Großhändlern werden übrigens vielfach in diesem Jahr die Ernten ganzer Waldgebiete Sufastauft und unverzüglich den nere tnsabelten zugeführt. * Plerdeversteigerung. Freitag, den 9. Juli, vor- mittags 10 Uhr, findet im Hose des Jagdschlosses Kranichstein eine Versteigerung von 63 aus Velgien eingeführten Fohlen statt. An der Versteigerung können nur hessische Landwirte teilnehmen, welche eine Bescheinigung ihrer Bürgermeisterei beibringen, daß ihnen Pferde bei der Mobilmachung genommen worden find. Die Versteigerung erfolgt gegen Barzahlung. Kreis Schotten. O Schotten, 5. Juli. Dem Feldpostsekretär Mels ki von hier wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen, nachdem er bereits etwas früher mit der hessischen Tapserkeitsmedaille aus— gezeichnet worden war. Gedern, 6. Juli. Den Tod fürs Vaterland starb der von hier gebürtige Lehrer Hermann Kro mm. Bis zu seinem sreiwilligen Eintritt in den Heeresdienst wirkte er in Volxhelnm in Rheinhessen und erwarb sich im Felde das Eiserne Kreilz. Aus dem Kreise Schotten, 6. Juli. Der fetzt schon vorbereitete weitere Ausbau der oberhess. elektischen Ueber- landzentrale Wölfersheim wird in den Gemeinden des Kreises Schotten, die ben Mangel und dan hohen Preis des Pe— troleums in der Kriegszeit nur zu empfindlich schon gespürt haben, lebhaft begrüßt. So haben sich schon die Gemeinden Hartmanns hain, Lardenbach, Solms Ilsdorf, Herchenhain, Klein-Eichen, Freienseen, Groß-Eichen, r für den weiteren Anschluß bereit erklärt“ Mit Weseimnttbeit kan man sagen, daß die wenigen übrigen Gemeinden des Kreises, die für den weiteren Anschluß vorerst in Betracht kommen, sich noch anschließen werden. Leider kann erst nach Friedensschluß an die Ausführung des Planes gedacht werden; da entsprechende Arbeiter nicht zur Verfügung stehen. 5 . Kreis Friedberg. O Bad- Nauheim, 6. Juli. In der am Freitag statt⸗ gefundenen geheimen Sitzung der Stadtverordneten wurde der langjährige 1. Beigeordnete und Ortsgerichtsvorsteher Reinhard Kniersem auf sechs weitere Jahre einstimmig zum Bel geordneten gewählt. h. Nie derslorstadt, 7. Juli. Altbürgermeister Heinrich Wilhelm Alles feiert heute in voller Frische des Gelstes und des Körpers seinen 80. Geburtsta g. Kreis Wetlar. w. Wetzlar, 6. Juli. veute wurde hier der 8 jährige Lehrer a. D. B. Gaul, früher in Oberbiel, beerdigt.— Ge- reer(Lehrer) Höch ei- Greisenstein wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.— Leutnant der Reserve Lehrer Such an- Krofdorf liegt schwer verwundet im Lazarett zu Kolmar, und Lehrer Frig Arendt-Oberbiel, starb den Heldentod. w. Wetzlar, 4. Juli. Auf Grund des Stadtverordneten beschlusses vom 30. März 1915 werden in der Stadt Wetzlar für das neue Rechnungsjahr an direkten Steuern erhoben? 225 Prozent zur Staatseinkommensteuer, einschließlich der Foren⸗ sen, für Einkommen von nicht über 900 Mark 100 Prozent, 456 Prozent der staatlich veranlagten Grundsteuer, das sind drei vom Tausend der Steuer nach dem gemeinen Werte neben 200 .. der staatlich veranlagten Gebändesteuer, 225 Prozent der Hewerbesteuer und 225 Prozent der Betriebssteuer. Der Beschluß ist unterm 31. Mai 1910 vom Bezirksausschuß Koblenz genehmigt und hat am 19. Juni 1915 die Zustimmung des Oberpräsidenten. erhalten, Aus dem Hüttenberg, 4. Juli. Obervräsident, Staatsminister a. D von Rheinbaben besuchte gelegentlich seiner Anwesenheit in unserer Gegend auch mehrere Gemeinden der Bürgermeisterei Groß- Rechtenbach. Besondere Au. merksamkeit erregten die alten Fachwerkhäuser von Ohly und Messerschmidt in Niederkleen, Witwe Rörig in Oberkleen, sowie die alten schönen Trachten der Hüttenberger Frauen und Mädchen. g Hessen-Nassau. h. Frankfurt a. M., 6. Juli. In der vergangenen Nacht 1 der 47jährige Bäcker August Bertz aus dem Fenster einer im ersten Obergeschoß der Alten Mainzergasse 16 belegenen Wohmung auf den Hof, wo er heute früh tot aufgefunden wurde. — Am alten Giunheimer Badeplatz ertrank beim Baden in der ossenen Nidda der 57jährige Privatmann Georg Bickel aus der Gustav Freytagstraße 10.— Der 26jährige Buchhalter eines hiesi⸗ gen Eisenwarengeschäfts erschoß sich heute nacht am Goldfisch⸗ weiher in der Taunusanlage. Bei dem Toten sand man etwa 1200 Mark bares Geld vor. ö E Fulda, 6. Juli. Ein außergewöhnlich schweres Opfer für das Vaterland haben die Bauersleute Erber in dem Rhöndorfe Unterelsbach bringen müssen. Von ihren sechs Söhnen, die für das Vaterland kämpfen, sind bereits fünf auf dem Felde der Ehre gefallen. — ä c——ꝙ—— ů ů ů ů Gerichtsfaal. Berlin, 7. Juli. Durch das Landgericht in Franken thal wurde der Fabrikdirektor Gauß wegen Wehrsteuer- hinterzlehung, wie das„Berliner Tageblatt“ sich melden läßt, zur Zahlung einer Geldstrase von 255000 Mark verurteilt. Das Gericht erkannte dabel auf die Höchststrase, die den 20 fachen Betrag der gefährdeten Summe vorsieht. —— Vermischtes. “ Die wiedererstandene Jungfrau von Orleans. Ein in New York wohnhafter Franzose richtet, wie die Mitteilungen des Vereins für das Deutschtum im Ausland dem„Germania Herold“ in Milwaukee entnehmen, an eine der dortigen deni indlichen Zeitungen eine Zu⸗ schrift, die für die lebhafte Phantasie der Franzosen ebenso .. N* ungemein A ist, wie für die Aufnahmefähigkeit amerikanischer Leser. Sie lautet in wörtlicher Uebersetzung: „Erst vor einer Woche hörte ich von einem Verwandten, der in der französischen Stadt Blois(Garonne) lebt, und er erzählt, in seinem Briefe, daß seine Tochter Juliette jeden Tag die ran⸗ zösische Kavallerie in den Gräben bei Verdun mit Kaffee erchlickt. Sie trägt ihn jeden Nachmittag um 5 Uhr in einem großen Topf von ihrem Hause nach diesen Gräben. Sie sagt, sie würde der Stunde wegen lieber Tee bringen, wenn nicht die Teeblätter auf die Neige gegangen wären. An einem Nachmittag verließ sie un⸗ bekümmert wie gewöhnlich ihr Haus, als in einer Entfernung von einer Meile ganz unerwartet eine deutsche Patrouille erschien. Sie sprang sofort hinter einen großen Felsstein, wo sie einen Besenstiel fand, mit dem sie sich gegen die Deutschen zu verteidigen gedachte. Als sie kamen(es waren ihrer zwanzig), richtete sie den Besenstiel auf sie, um sie glauben zu 1 es sei ein Schnellfeuergeschütz. Sie rief ihnen zu, die Hände hoch zu heben, was sie auch prompt taten, nachdem sie ihre Gewehre fort⸗ schaft e hatten. Sie sprang nun hervor, nahm die ganze Gesell⸗ chaft gefangen und brachte sie zu dem Kommandeur des Grabens, der das Eiserne Kreuz von seiner Brust nahm und es ihr gab. Es war nämlich ein Elsässer und hatte das Eiserne Kreuz bei den Kämpfen gegen die Hereros in Afrika gewonnen. Wir freuen uns schon auf das Standbild, das das dankbare Frankreich dieser neuen Jeanne d'Arc errichten wird. Hoffentlich vergißt der Künstler den Besen nicht und wählt als Aufschrift das Schillerzitat: Johanna geht und nimmer kehrt sie wieder. Märkte. le, Frankfurt a. M., 7. Juli.(Orig.⸗Telegr. des„Gieß. Anz.) Fruchtmarkt. Vel schwachem Verkehr, ruhigem Geschält, geringem Besuch und knappem Angebot ist die Lage auf dem heutigen Fruchtmarkt unverändert. Es wurde zu folgenden sest— gesetzten Höchstpreisen gehandelt: Weizen 29,45 Mark, Roggen 25,45 Mk., Gerste 29,25 Mk., Haser 27,30 Mk.— Kartoffeln notierten nicht. FO. Wiesbaden. Viehhof⸗ Marktbericht vom 5. Juli. Austrieb: 156 Rinder(darunter 47 Ochsen, 26 Bullen, 183 Kühe und Färsen), 344 Kälber, 93 Schase, 410 Schweine. Marktverlauf: Geschäst schleppend, Großvieh und Schweine ge— ringer Ueberstand. Preise für 100 Pfd. Lebend- Schlacht; Ochsen. ge wicht. Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht? Mk. Mk. wertes im Alter von 4—7 Jahren.. 62—68 120 130 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere eee.. 56—60 110-118 Bullen. Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw. 58—60 100—105 ärsen. Kühe. Vollfleischige, ausgemästete Järsen höchsten 9* 2 f 10* 5 böchst 62—68 120—130 Voll fleischige ausge mästete lühe en Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. 56-60 105-110 Wenig gut entwickelte Färsen 9. Q 5660 105—117 Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 44-46 90—92 Mäßig genährte Kühe und Färsen.. 33-38 74—82 Kälber. inte Wiastentber„„ 000 133-00 Mittlere Man- und beste Saugkälber. 77-80 128— 168 Geringere Mast- und gute Saugkälber..„ 70—73 117-121 ae Saugkäl ber 44990 87-100 Sch weine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg 1 Lebendgewicht 100-118 140—146 Vollfleischige Schweine unter 80 ir Lebendgew. 102 108 135 140 8 Müllersche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 7. Juli 19 R. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentllcher Wetterdienst, Gießen. Ein Ausläufer tiefen Druckes ist von Frankreich nach West⸗ deutschland vorgedrungen. Bei seinem weiteren Zuge in östlicher Richtung werden wir für morgen an seinem Südrand vorwiegend trübes Wetter zu erwarten haben. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 8. Juli 19153: Wolkig, meist trocken, etwas kühler, westliche Winde. Letzte Nachrichten. Die Gärung in Rußland. Sofia, 7. Juli. Aus Petersburg wird gemeldet: Der Ge⸗ hilfe des Ministers des Innern hat sich an der Spitze einer besonderen Kommission in die Bezirke Charkow und Odessa begeben, aus denen äußerst beunruhigende Berichte vor⸗ liegen. Der Kommandant von Moskau hat an den Minister des Innern einen Bericht erstattet, demzufolge 220 Studenten in einer geheimen Versammlung von der Polizei überrascht wurden, wo sie repolutionäre Aufrufe gegen den Zaren, gegen den Großfürsten Nilolaus und gegen den Krieg vorbereiteten. Ferner wurden bei ihnen Papiere gefunden, aus denen hervorgeht, daß in Petersburg und Charkow Zweigorganisationen der neuen Moskauer revolutignären Vereinigung bestehen, die in Peters⸗ burg und Charkow Unruhen ins Werk setzen sollten. Die Ermordung des Stadtkommandanten von Moskau und des Moskauer Bürger- meisters waren geplant. Weiter wurden durch das Los 10 Stu⸗ denten bestimmt, die nach Petersburg abreisten, um Attentate auf hochstehende Persömichkeiten zu unternehmen. Man glaubt, Beweise dafür zu* daß die Verschwörer in sftztersuniformen Moskau verlassen haben. Ihr Ziel ist, in das Hauptquartier einzudringen, um an den Großfürsten Niko⸗ laus heranzugelangen. Der Vatikan und die italienische Zensur. Lugano, 7. Juli. Der Dichter Lorenzo Stecchetti hatte einen heftigen Angriff auf den Papst als„Beschützer der deutschen Barbaren“ veröffentlicht. Das vatikanische Organ, der„Osser⸗ vatore Romano“ erließ daraufhin einen geharnischten Protest, aber die Zensur, die die Beschimpfung des Papstes zugelassen hatte, unterdrückte den Protest dagegen, und das päpstliche Organ erschien gestern zum ersten Male mit weißen Flek⸗ ken. Heute veröffentlicht der„Osservatore Romano“ im Auftrage der päpstlichen Kanzlei einen neuen empörten Protest, den die Zensur diesmal durchgelassen hat. Es ist vorauszusehen, daß der Vatikan den Eingriff in seine Rechte weiter verfolgen wird. Ein Aufruf des italienischen Finanzministers. Lugano, 7. Juli. Luzatti erläßt in den Blättern einen verzweifelten Aufruf zur Zeichnung der Anleihe Anregung von Zwangsmaßnahmen bei einem ungünstigen gebnis. Die Angst vor dem endgültigen Ergebnis steigert sich. Inzwischen überwiesen die italienischen Notenbanken auf Befehl der Regierung dem Staatsschatz weitere 200 Millionen Lire Vorschuß. Der albanische Zankapfel. Scheweningen, 7 Juli. In der albanischen Frage schlossen sich bisher bloß Frankreich und England der italientschen Aktion gegen Serbien und Montenegro an, wogegen Rußland feine Mitwirkung verweigerte. Es geht hieraus hervor, daß die albamische Frage der Zankapfel des Werverbandes bleibt. Rotterdam, 7. Juli. Die„Times“ melden aus Athen: Da jetzt die Serben Durazzo und die Griechen bie Dörser am Malikfluß bei dem Ochridasee besetzt haben, haben die Griechen und Serben das ihnen. den serbisch-griechischen Bertraß von 1913 zugewiesene Gebiet besetzt. 2„ 3 g 4 g . f f 4 1 N 5 1 g Gestern entschlief sanft im 27. Lebensjahr im Lazarett Alsbach an seinem 0 1 in treuer Pflichterfüllung fürs Vaterland zugezogenem schweren Leiden mein geliebter Sohn, unser treuer Bruder und Schwager Den Heldentad fürs Vaterland n ne lieber alter Herr 5 15 Karl Freiherr von Nordeck Eugen Hink ä zur Rabenau Lehramtsreferendar a a. a. Leutnant der Reserve im Garde-Dragoner-Regiment(I. Großh. Hessisches) Nr. 23 26. Mai 1 We 5 175 Kommandiert zu einer Feld-Flieger- Abteilung. am. 41 in ISSOWIZ AUzlen). Gießener Burschenschaft Frankonia Darmstadt und Großen-Buseck, 6. juli 1915. N 9 Auguste Freifrau von Nordeck zur Rabenau, 57190 I. A. Dr. Holzapfel. ö geb. Freiin von Riese- Stalburg 7 Ludwig Freiherr von Nordeck zur Rabenau, CCC Rittmeister d. Res. im Qarde-Drag.-Regt. 5 5(1. Großh. Hess.) Nr. 23, z. Zt. im Felde CCCCCCCCCCC 5 Eva Freifrau von Nordeck zur Rabenau, 7 geb. Blume f ige. 60 Marietta Freiin von Nordeck zur Rabenau, Statt jeder besonderen Anze ge 1 Hofdame J. K. H. der Großherzogin von Heute nachmittag entschlief sanft nach längerem Leiden unsere 79 Hessen und bei Rhein geliebte Mutter, Schwester, Schwiegermutter und Grolmutter 1 Ernestine Freiin von Nordeck zur Rabenau. 1 15 — rau Lina Sch ucdt 1* Die Einsegnung findet Donnerstag, den 8. jun, vormittags 10 Uhr, in der Friedhofskapelle 185 in Darmstadt, Niederramstädter Straße, statt. 5729 geb. Fabry Im 80. Lebensjatrre. Im Namen der Hinterbliebenen: Richard Schudt, Landgerichtsrat Emil Schudt, Finanzrat. Gleßen, 6. Juli 1915. Die Beerdigung findet in der Stille statt.— Von Trauerbesuchen bittet man abzusehen. 572 Todes⸗Anzeige. Heute entschlief sanft nach kurzem Kranken- lager unsere innigstgeliebte Mutter, Schwieger⸗ mutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Kaspar Nau Im. im 76. Lebensjahre. Cafe Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: 5487 Familien Konzert Akadem. Kriegs- Vortrag Gassparherde im grossen Hörsaal der. 3 Gastische E Gacgrinte al empfiehlt billig „Die Röntgenstrahlen im Dienste der]. Zhürner, Jae Ludwigstr. 40. Finz 1. Seessche—— 8 llernagen Di tieftrauernden Hinterbliebenen: Familien Rau und Pfeffer. Kriegs- Chirurgie“ l Großen⸗Buseck, Darmstadt, den 6. Jull 1015.—— Der Ertrag ist für Kriegs-Wohltätigkeit bestimmt. S r ee Die Beerdigung sindet Donnerstag, den 8. Jult, J.* Schulho in großer Auswahl Eintrittskarten zu 30 Pfg. sind in der Musikalien nachmittags 2 Uhr, in Großen Buseck statt. handlung von Ernst Challier, Neuenweg, und abends Baumsägen ersand nach auswärts. 1 .* 119.— Prompter ö Telephon 105 Neustadt 11 * 4. 8 Luftkurort 0 Eisenwarenhandlung. werden morgen Donnerstag den Marktlauben gegen. Erhol 0 ort Biedenkopf über zu den alten Preisen verkauft. Auch die beliebten] Erholungs 47 Kramers Berggarten eng alt vr N 1 sind wieder! Bahnbof' And. im Wald-Hotel Aufenthalt dent been dak nr e lb, Neue belgische— e adhotel Tannhäuser] e FP Kürtoffeln chdosen Biedenkopf / und ½ Liter in sch. 1 Blechdosen( ν I eee, Olli, Boppard) d. Rhein fate 1. 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