8 7 Nr. 150 Der Sießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener gamilienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Sießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Seilfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelles! Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Gießener General⸗Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, 165. Jahrgang nzeiger Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Dienstag, 6. Juli 1015 Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch. Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; sür Stadt und Land, Vermischtes und Ge— richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Neue Siege an Bug und Weichsel. Ein erfolgreicher Vorstoß im Priesterwalde. (WB.) Großes Hauptquartier, 5. Amtlich.).. „ Westlicher Kriegs schauplatz. Ein englischer Angriff nördlich von Ppern an der Straße nach Pilkem und ein französischer Vorstoß auf Sauchez wurden blutig abgewiesen. Beiderseits Croir⸗des⸗Carmes(am Westrande des Priesterwaldes) stürmte nunsere Truppen gestern die feindliche Stellung in einer Breite bon etwa 1500 Meter en und drangen durch ein Gewirr von Grüben bis zu 400 Metern vor. Unter schweren Verlusten mußten die sich verzweifelt wehrenden Franzosen Graben auf Graben räumen und etwa 1000 un verwundete Ge⸗ fangene(darunter einen Bataillonsstab), zwei Feld⸗ geschute. i. sowie vier schwere Minenwerfer in unserer Hand lassen. Ebenso gelang ein gleichzeitig ausgeführter Ueberfall auf eine französische Blockhaus⸗Stellung bei Hau t⸗de⸗ Recupt(füdlich von Norroy an der Mosel), die mit Be⸗ satzung und eingebauten Kampfmitteln in die Luft gesprengt und dann planmäßig wieder gerüumt wurde. Unsere Flieger bewiesen erneut im Luft⸗ kampf ihre Ueberlegenheit. Nördlich und westlich von Manonviller wurde am 1. und 2. Juli je ein französi⸗ sches Flugzeug zur schleunigen Landung gezwungen. Mit Erfolg wehrte gestern und vorgestern ein deutscher Kampf⸗ flieger den Angriff von drei Gegnern ab. Die bei dem gestern gemeldeten feindlichen Luftangriff auf Brügge geschleuderten Bomben fielen in der Nähe der wertvollsten Kunstdenkmäler der Stadt nieder. Oestlicher Kriegsschauplaßz. Die Lage ist unverändert. Juli. zu Stellung vor sich her. Im Bugabschnitt räumte der Brückenkopf bei Krylow. Zwischen Bu g und der Weich sel wurden die Russen gestern bei Plonla(Tu⸗ robin), nördlich des Por-Abschnittes und bei Tarnowka⸗Kras⸗ nik erneut geworfen. Oberste Heeresleitung. * 4* Feind heute nacht den Die Armee Linfingen hat im letzten Tagesbericht der obersten Heeresleitung ein hohes „Außerordentliches geleistet“. griffskraft, die beim Uebergang über den Dnjestr schwer geprüft worden war, hat nicht nur am andern Ufer des Dnjestr Fuß gefaßt, sondern auch gleich wieder nun an die Zlota-Lipa gedrückt, Front angelangt ist, werdende russische gelöscht sein. Es erweist Heeresleitungen die östlich und südöstlich von Lemberg ver⸗ bliebenen russischen trächtlich eingeschätzt neuen Angriffe zwischen werden. Auch dort wankbt vor einiger Zeit auf eine hingewiesen, wo die Möglichkeit erwogen worden war, ob die Russen nunmehr die lange Front von Rawaruska. bis Radom angreifen würden. getreten! Bevor die Russen etwas unternehmen konnten, erfolgte der rasche Anmarsch der verbündeten Heere nach Norden. Die neuesten wiederum Kunde: Am westlich, am en. De t nur denselben Grad von Widerstandsfähigkeit wie in Ga isien. Der amtliche Bericht, sches Unterseeboot von einem russischen Torpedoboot ge⸗ rammt worden sei.„Das Unterseeboot erschien nicht wieder auf der Oberfläche.“ Diese Feststellun ist köstlich. Der sische Generalstab, der auf dem Wasser sicherlich nicht t zu Hause ist, traut der„Rammung“ offenbar selbst nicht und ist zufrieden, daß das Unterseeboot nicht mehr an die Oberfläche kam. Wir vermuten, daß das deutsche U-Boot einfach davongeschwommen ist! Die Kämpfe zu Lande er⸗ scheinen in der russischen Darstellung höchst unklar. Immer hin wird der Rückzug gegen die Zlota-Lipa zugegeben. Zwischen den Zeilen bereitet der Generalstab sodann auf neue russische Retiraden vor.„Der Ausgang des Kampfes ist noch unbekannt.“ Solche Sätze sind aus den Kämpfen in Galizien wohlbekannt. Wir wollen uns bei der Verfolgung der wei— teren Vorgänge lieber auf die Handhabe verlassen, die uns vier Maschinengewehre' drei leichte die knappen, aber inhaltreichen eigenen Heeresberichte liefern. ** * Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 5. Juli 1915 0 Russischer Kriegsschauplatz. In Ostgalizien erreichten die verbündeten Truppen der Armee Linsingen nach zwei Wochen siegreicher Kämpfe in der Verfolgung die Zlota-Lipa, deren Westufer vom Feinde gesäubert wurde. Im Abschuitte Kamiouka— Strumilowa—Krasne dauern die Kämpfe gegen russische Nachhuten noch au. Bei Krylow räumte der Gegner das westliche Bugufer und braunte den Ort Krylow nieder. Beiderseits des oberen Wieprz wird gekämpft. Die verbündeten Truppen warfen den Feind aus seinen Stellungen nördlich des Porbaches und drangen bis gegen Plonka vor. Westlich anschließend hat die rmee des Erzherzogs Josef Ferdinand die russische Kampffront beiderseits Krasnik in mehrtägigen Kämpfen durchbrochen, die Russen unter großen erlusten in nördlicher Richtung 8000 erte und in diesen Kämpfen 29 Offiziere, 00 Mann gefangen, 6 Geschütze, 6 Munitions- wagen und 6 Maschinengewehre erbeutet. Westlich der Weichsel ist die Lage unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe am Rande des Plateaus von Doberdo wiederholten sich gestern mit gleicher Heftigkeit. Abends war der Angriff von zwei italienischen Divisionen gegen den Frontabschnitt südlich Polazzo abgeschlagen. Weiter nördlich dauerte das Gefecht noch fort. Auch bei Woltschach und im Krngebiet griff der Feind wieder vergeblich an. Im Kärntner und Tiroler Grenzgebiet finden nur Geschützkämpfe statt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der Sieg Josef Ferdinands bei Krasnik. Berlin, 6. Juli. Ueber den Sieg der Josef-Fer⸗ dinand-Armee bei Krasnik wird der„Deutschen Tages- zeitung“ aus dem Kriegspressequartier unter dem 5. Juli noch telegraphiert: Die großen Kämpfe, in welchen die österreichische Josef-Ferdinand-Armee die Russen beiderseits Krasnik in mehrtägigem grimmigem Ringen warf und ihre Front an zwei Punkten durchbrach, bedeutet für die österreichischen Waffen einen militärischen, auch in den weiteren Folgen wichtigen Erfolg. Oesterreichisch-ungarische und deutsche Truppen dringen auch weiter öst lich vor, und die Russen sind schon aus ihren Stellungen nörd⸗ lich des auch am Anfang des Krieges stark umstrittenen Por-Baches geworfen. In den Kämpfen um Krasnik beweist die große Anzahl der Gefangenen die volle Nieder- lage der dort geworfenen Kräftetruppen. Aber trotzdem muß auch an diesem Teil der Front noch mit weiterem starken Widerstand gerechnet werden. Im Raume nordöstlich Lemberg stehen österreichische und deutsche Truppen an der Buglinie, weiter gegen Süden die braven Truppen der Armee Linsingen an der Zlota-Lipa mit den ge⸗ schlagenen russischen Kräftetruppen in fortwährender scharfer Fühlung und in hartnäckigen Nachhutkämpfen. Der russische Mangel an Geschützen. Berlin, 6. Juli. Wie die„Sonn⸗ und Montagsztg.“ in Wien laut„Kreuzzeitung“ meldet, zeige sich der Mangel an Geschützen und Munition bei den Russen darin, daß sie Festungs- und Schiffsgeschütze aus Kronstadt in den Kämpfen in Galizien verwendeten. Bei der Flucht aus Lem⸗ berg transportierten die Russen acht schwere Hron- städter Schiffsgeschütze, von 12 Pferden ge⸗ zogen, durch die Stadt. Auch viele Geschütze aus Rowno, Luck und Dubno waren in Galizien. Dies läßt den Schluß zu, daß Rußland im Laufe des Feldzuges seine dürfnissen der Feldschlacht nachzukommen. Das Schicksal von Warschau. Berlin, 6. Juli. Nach dem„Berliner Tageblatt“ bringen die„Times“ ein Petersburger Telegramm, aus dem, wenn man zwischen den Zeilen zu lesen versteht, hervorgeht, daß in Petersburg und London über das Schicksal von Warschau einige Unruheherrscht. Der russische Bericht. Petersburg, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab gibt bekannt: Am 2. Juli sprengte ein englisches Unterseeboot in der Danziger Bucht ein deutsches Kriegsschiff der Deutschland⸗Klasse, das an der Spitze eines Geschwaders fuhr, durch zwei Torpedos reits gestern auf Grund von Erkundigungen an zuständiger Stelle jestgestellt haben, ist diese Meldung unzutreffend.) Eines unserer Torpedoboote rammte ein deute ches Unterseeboot, das sich unseren Schiffen zu nähern versuchte. Tas Unterseeboot erschien nicht wieder an der Oberfläche. Was das Unterseeboot betrifft, so trug es nur eine unbedeutende Havarie davon. In der Gegend von Szawle und westlich des Nie men hat sich nichts ereignet. In der Gegend von Edvabno hart— näckiger Minenkampf. Vei dem Dorfe Koutche nahmen wir einen feindlichen Minengang, wo wir 22 Pud Dynamit fanden, die wir auf dem von uns angelegten Minenherd in die Luft sprengten. An ber Bzu ra wiesen wir in der Nähe des Dorfes Sukha einen Versuch des Feindes ab, sich unseren Schützengräben zu nähern. In der Gegend von Nacht des 3. Juli eine örtlich beschränkte Offensive und nahmen die Schützengräben mehrerer österreichischer Bataillone. Weichselund Bug fanden am 2. und 3. Juli erbitterte Kämpfe Wynica mit Erfolg zum Stillstand. Der Feind konzentrierte nik bei Bykhavs, wo wir seine Nachtangriffe am 3. Juli zurückschlugen. Der Ausgang des Kampfes ist aber von Zamose und Kras nosta w vorzudringen, wo die erbit⸗ tertsten Kämpfe am Abend des 2. Juli und am Morgen des 3. Juli geliefert wurden. Die Gegend, wo die Wolitza in den Wjeprz einmündet, bei dem Dorfe Tarjimekhi, wurde abends vom Feinde besetzt. Sie ging am Morgen des 3. Juli wieder in unsere mutigen Angriff unternommen hatten“ Vor dem Stoß bei der Gnila⸗Lipa gingen unsere Patrouillen in der Nacht des 4. Juli gegen die Zlota-Lipa zurück. Am Dujestr hat sich nichts verändert. Der Spiritus in Rußland. Petersburg, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Ein Erlaß des Stadtkommandanten von Petersburg stellt die große Zunahme der heimlichen Spiritusbrenne⸗ reien in Petersburg und Umgegend fest, die teilweise mit Begünstigung der Polizei stattgefunden habe. Die Schuldi⸗ gen sollen nit Verbannung nach Sibirien bestraft werden. Eine Schandtat russischer Soldaten. Berlin, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt unter dem Titel„Eine Schand— tat russischer Soldaten“: Am 7. Juni fanden deutsche Soldaten in der Nähe eines russischen Schützengrabens bei Kem⸗ pienie-Maloje die der Waffen und Wertsachen beraubte Leiche des Sergeanten V. eines deutschen Kavallerie-Rogiments, der tags zuvor von den Russen vom Pferde geschossen worden war. Die Leiche wies außer zwei schweren Gewehrschüssen am Kopf und rechten Oberarm folgende Verletzungen auf: Ueber die rechte Hand einen Säbelhieb, zwei weitere Säbelhiebe hatten die linke Kopf⸗ seite gespalten, die Schädeldecke war durch einen wuchtigen Kolben⸗ hieb eingeschlagen, das Gehirn lag neben dem Körper, die Augen waren, wie scharfe Schnittwunden deutlich erkennen ließen, aus dem Kopf herausgeschnitten. Die Russen hatten also, nicht zu⸗ frieden damit, den Mann unschädlich gemacht zu haben, an dem tödlich Getroffenen ihre bestialische Roheit ausgelassen, indem sie ihn in dieser grauenhaften Weise verstümmelten. Das ist durch die eidliche Aussage von sechs deutschen Soldaten erwiesen, die das unglückliche Opfer der Russen auffanden und aßs ihren Kame⸗ raden wiedererkaunten. * 1 8 1 Aus Paris. Berlin, 6. Juli. Schweizer Blättern zufolge herrscht in Paris nichts weniger als eine ernste Stimmung. Der Genuß des Vergnügens ist Trumpf. Von den Russen spreche man nicht. Die Begeisterung für die Italiener sei verflogen und auf die Engländer werde vielfach Pech und Schwefel herab- gewünscht. Auf dem Lande sei die Stimmung ernster— Paris, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Der„Temps“ mel⸗ det: Die Mannschaften der Jahresklassen 1913, 1914 und 1915 sowie die zwischen dem 1. August und 31. Dezember 1914 zurück⸗ gestellten Mannschaften aller Jahresklassen werden jetzt auf ihre Diensttauglichkeit noch einmal untersucht. 2 tauglich Befundenen werden voraussichtlich in der zweiten Hälfte des August einberufen. Festungen geradezu geplündert hat, um den dringenden Be⸗ Nyheter“ Die Schlacht bei Arras. Stockholm, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.)„Dagens vom 4. Juli veröffentlicht einen Brief eines schwedischen Freiwilligen im französischen Heer, in die Luft.(Wie wir be⸗ Radom ergriffen unsere Truppen in den Zwischen statt. Wir brachten die N des Feindes an dern seine hauptsächlichsten Anstrengungen in der Gegend östlich Kras⸗ noch unbekannt. Der Feind versucht ebenfalls in der Gegend Hände über, nachdem Regimenter des Generals 158 5„ 71 Fein 5 n 9 . in welchem dieser schreibt, daß des Regiment in der Schlacht Mann verloren hat. 5 Die französische Presse über die Kriegsdauer. * Paris, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die französische Presse bereitet die Oeffentlichkeit auf einen neuen Winter⸗ seldzug vor. Es wird erklärt, man müsse noch mit einer langen 7—— rechen, denn es sei viel Zeit notwendig, um die Veoorbereitung aller Kampfmittel zu vervollständigen, wodurch allein Deutschland niedergerungen werden könne. Rousset erklärt, die französische Armee müsse sogar in der Defensibe bleiben, bis alle Fehler in der Erzeugung von Munition und der sonstigen industriellen Bereitschaft ausgemerzt seien. Der„Temps“ schreibt: Die Zuversicht Frankreichs werde durch die Notwendigkeit eines neuen Winterfeldzuges nicht erschüttert. Dagegen sei eine solche Möglichkeit ein schwerer Schlag für die Feinde Frankreichs. Die ganze Presse gibt den Brief eines französischen Generals an den Senator Humbert wieder, in dem der General erklärt, man müsse der Wahrheit entsprechend sagen, die Zeit arbeite für die Alliierten. Man müsse ausharren und sich auf einen neuen Winterfeldzug vorbereiten. 21 aus 4200 Mann bestehen⸗ i Arras am 9. Juni 3400 * Lyon, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.)„Nouvelliste“ meldet aus Paris: Der Vorstand der radikal⸗sozialistischen Partei forderte die Regierung auf, den an der Front stehenden Soldaten Urlaub 13 einer Reise in die Heimat zu gewähren. Ministerpräsident Vipiani översprach, sich mit Joffre hierüber ins Einvernehmen zu setzen und dem Wunsche der Partei wo möglich Erfüllung zu verschaffen. 5 Aus England. 19 London, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter⸗ meldung. Das Handelsamt teilt mit, daß die Zollbehörden in allen überseeischen britischen Häfen, außer Canada, Neu- flundland und Aegypten, Bescheinigungen des britischen Kon— sulats darüber fordern werden, daß die Waren nicht aus feindlichen Ländern stammen, wenn sie aus den Niederlanden, Dänemark, Schweden, Norwegen, der Schweiz und Italien entweder direkt oder nach Umladung in einen Hafen des vereinigten Königreichs gebracht werden. Englische Freiwillige aus Südafrika? Johannesburg, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus: General Smuts teilte it, daß sich die südafrikanische Regierung er⸗ boten habe, ein Freiwilligen⸗Kontingent und eine Abteilung schwerer Artillerie nach dem europäischen Kriegsschauplatz zu entsenden. Sie warte nur noch auf die Antwort der britischen Regierung. i Das englische Registrierungsgesetz. Kopenhagen, 6. Juli.(WTB. Nichtamtlich.)„Berlingske Tidende“ meldet aus London: Das Registrierungs⸗ gesetz, das heute im Unterhaus zur Beratung gelangt, wird von den Radikalen und von den Sozialisten heftig bekämpft. Sie be⸗ 5„das Gesetz sei ein Schritt zur Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Die Regierung will indes klar darlegen, daß das Ge⸗ setz nur eine Organisation bezweckt und von der Anwendung irgend eiter Art Zwang leine Rede fei. .* 5 3 8* 5 Der italienische Krieg. Berlin, 6. Juli. Vom Vordringen der Oester⸗ reicher nach Italien berichtet einem Wiener Blatt ein Mitarbeiter: Ich bin in dem Kampfgebiet des Stilfserjoches an⸗ gekommen, wo mir der kommandierende Offizier mitteilte, daß 5 ichisch⸗ungarische Truppen sich bereits auf italieni⸗ sches Gebiet vorgeschoben haben. Der Feind hat das Hotel auf der Ferdinandshöhe bisher vergeblich angegriffen. Die italienischen Hotels auf dem Stilfserjoch sind in unseren Händen. Berlin, 6. Juli. Wie russische Offiziere die wort⸗ rüchigen Italiener verabscheuen, wird in einem Wiener Tele⸗ gramm der„Kreuzzeitung“ wie folgt berichtet: In einem großen Schloß in Niederösterreich, wo seit längerer Zeit eine große Anzahl öster f egsgefangener russischer Offiziere untergebracht ist, sollte kürz⸗ ich auch ein kriegsgefangener italienischer Major inter⸗ n werden. Als die russischen Offiziere hievon erfuhren, er⸗ hoben sie bei dem Schloßkommandanten Einspruch und baten, den Italiener nicht zu ihnen zu bringen. Sie seien ehrliche Soldaten, aber keine wortbrüchigen Italiener, Der Major wurde dann anderswo untergebracht. Berlin, 6. Juli. In Italien herrscht, wie es in emer Meldung der„Vossischen Zeitung“ heißt, Beklommenhert wegen des Mangels an Fortschritten im Felde und der großen Zahl der Verwundeten. Dazu kommen noch die Fleischnot, die Not an Weizen und Mais, die Kohlennot und die Geldnot. Selbst der„Corriere della Sera“ schreibt heute: Die Sammlungen für die Armen sind immer, die Zeichnungen für die Anleihe noch eine Woche möglich. Er gibt zu, daß die Sammlung für die Kriegsunterstützung keinen Erfolg gehabt hat. 7 1 Der italienische Bericht. Rom, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht der Heeres⸗ leitung. Im Tiroler Gebiete, im Trentino und Kärnten dauert die Artillerietätigkeit mit Unterstützung kleiner Abteilungen, die gegen die feindliche Front vorrücken, an. Gestern wurde Fort Hensel wieder beschossen. Am Nordahhange des großen Pal unternahm der Feind in der Nacht vom 3. zum 4. einen neuen, von sehr lebhaftem Artilleriefeuer unterstützten Angriff, um die von unseren Alpentruppen am 2. Juli genommenen Schützen⸗ äben zurückzuerobern. Tie Angriffe wurden wieder zurückgewor⸗ 15 Gestern erneuerten sich die feindlichen— auf einige Punkte der von uns auf dem Hochplateau von Corsico eroberten Stellungen mit besonderer Heftigkeit. Trotz schwerem Artillerie⸗ und Maschinengewehrfeuer wurden die Angriffe mit schweren Ver⸗ lusten zurückgeworfen. Der Feind ließ etwa 500 Gefangene, zwei Fee und viele Gewehre mit Munition, einen Minenwerfer mit fette und viel Maschinengewehrmaterial in unseren Händen. Aus Aussagen Gefangener geht hervor, daß die Verluste des eindes in den letzten Tagen besonders durch unser Artilleriefeuer sehr schwer waren. Gez. Cador na. Ein österreichischer Flieger über Venedig. Berlin, 5. Juli.(Priv.⸗Tel.) Das„Berl. Tagebl.“ et aus Bellinzona: Gestern mor erschien, wie der Admiralstab meldet, ein österreichischer Flieger über Venedig. Seine Bomben fielen jedoch ins Meer. Er vurde von französischen und italienischen Fliegern verfolgt. Am Abend veranstaltete das Volk eine Ovation für Frank⸗ reich indem es ein Gerüst auf dem Markusplatz, auf dem die Stadtkapelle spielte, mit französischen Fahnen schmückte und die Kapelle die Marseillaise spielen ließ. a Die Serben in Durazzo. Basel, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Corriere della Sera“ meldet die Besetzung von Durazzo durch die Serben. Es sollen sich daselbst zurzeit zwei serbische Regimenter unter dem Oberst Popowitsch befinden. . 65 * Der türkische Bericht. Konstantinopel, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) An der kaukasischen Front versuchten etwa drei feindliche Ka⸗ vallerieregimenter in der Nähe der Grenze, unseren rechten Flügel zu bedrohen, sie wurden aber nach einem Gesecht mit unserek Kavallerie gezwungen, sich in der Richtung zurückzuziehen, aus der sie gekommen waren. An den Dardanellen fand an unserer Nordgruppe bei Ari Burnu zeitweilig Artillerie- und Infanteriefeuer statt. Der Feind fuhr fort, Bomben zu schleudern, die übelriechende Gase verbreiteten. Er schoß am 2. Juli mit Schrapnells, die nach ihrer Explosion ein grünes Gas ausströmten. An der Südgruppe bei Sedd⸗ül⸗Bahr erzielten unsere Kräfte am 2. Juli gute Ergebnisse durch gegen den linken feindlichen Flügel ausgeführte Angriffe. Sie drangen im Bajonettsturm in einige Teile der feindlichen Stellungen ein. Unsere Küstenbatterien beschossen am 3. Juli die feindliche Artillerie und seindlichen Truppen sowie Flugzeugschuppen bei Sedd-ül⸗Bahr. An den übrigen Fronten nichts Bedeutendes. ** 3 Der Seelrieg. London, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Reutermeldung. In Plymouth kamen 68 Mann der Besatzungen der Dampfer „Reufrew“ und„Larchmore“ an, die von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden sind. Beide versuchten zu ent⸗ kommen und waren heftig beschossen worden. Ein Mann vom „Larchmore“ ist tot, einer verwundet. London, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der englische Dampfer„Anglo Californian“, mit einer Wasserverdrängung von 5000 Tonnen, ist in Queenstown angekommen, nachdem er von einem deutschen Unterseeboot beschossen wor⸗ den war. 12 Mann der Besatzung, darunter der Kapitän, sind tot, viele verwundet.(Der Dampfer hat offenbar das Halte⸗ signal des Unterseebootes unbeachtet gelassen.) Die Goelette „Subneam“ ist von einem deutschen Unterseebvot in der Höhe von Wick versenkt worden. Die Besatzung von 5 Mann wurde gerettet.— Die norwegische Bark„Fiery Croß“, mit einer Ladung Schmieröl unterwegs, ist von einem deutschen Unterseeboot durch Geschützfeuer versenkt worden. Die Besatzung landete in Swansea.(Schmiesöl ist Konterbande.) Norwegische Proteste gegen England. Kristiania, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die norwe⸗ gische Regierung protestierte dieser Tage bei der britischen Re⸗ gierung gegen einzelne Fälle des Anhaltens von Handelsschiffen durch britische Kriegsschiffe auf norwegischem Seegebiet. Der eine Fall betrifft den schwedischen Dampfer„Porjus“, gegen den ein britischer Hilfskreuzer zwei blinde Schüsse abfeuerte. Als sich ein norwegisches Wachtschiff näherte, entfernte sich der Hilfskreuzer. In einem anderen Falle wurde der deutsche Erzdampfer „Pallas“ von einem britischen Hilfskreuzer angehalten, der zwei scharfe Schüsse gegen den Tampfer abseuerte, durch welche die Steuerung beschädigt wurde. Ein norwegisches Wachtschiff eilte herbei, protestierte gegen die Anhaltung und erwirkte die Frei⸗ gabe des Dampfers und 10 gefangen genommener Deutschen. Das Vorgehen englischer U-Boote. Berlin, 5. Juli.(WTB. Amtlich) Ueber Angriffe englischer U-Boote auf feindliche Handelsschiffe liegen aus Konstantinopel folgende amtliche Feststellungen vor: 1. Am 12. Mai wurde der türkische, nicht armierte Dampfen „Ittihad“, der im Hafen von Panderma Ladung einnahm, ohne vorhergehende Warnung mit einem Torpedoschuß angegriffen. Die Schüsse gingen fehl und trafen die Kaimauer. 2. Am 18. Mai wurde der türkische, nicht armierte Handelsdampfen „Dogan“ auf der Fahrt von Panderma nach Konstautinopel ohne Warnung von einem englischen U-Boot mit einem Torpedoschuß angegriffen. An Bord befanden sich 790 Passagiere, dar⸗ unter viele Frauen und Kinder. Der Schuß ging vorbei. 3. Am 25. Mai wurde der nicht armierte deutsche Dampfer nr Bosporus von einem ischen U⸗Boot ohne vorhergehende rnung mit einem Torpedoschuß, angegriffen etroffen. Alle drei Dampfer stehen zur türkischen Armer⸗ und W in keinerlei Beziehung. 4. Am 31. Mai wurde der unbewaffnete Dampfer„Madeleine Rickmers“ in Pan⸗ derma von einem englischen U-Boot ohne vorhergehende Warnung mit einem Torpedoschuß angegriffen und getroffen. Der Dampfer lud Waren für Konstantinopel. Es befanden sich weder Truppen noch Kriegsmaterial an Bord. 5. Der nicht armierte Dampfer „Willy Rickmers“, der vorschriftsmäßig durch ein großes rotes Kreuz auf weißem Grunde als Lazarettschiff kenntlich ge⸗ macht war und mehrere Hundert Verwundete an Bord hatte, wurde am 1. Juni bei San Stefano ohne vorhergehende Warnung von einem englischen U⸗Boot angegriffen. l Während die englische alle Mittel in Bewegung setzt, um darzutun, daß die deutschen U⸗Boote in einem biet, vor dessen Gefahren eindringlichst gewarnt worden ist, durch ihr Vor⸗ gehen unmenschlich und verwerflich handeln, schonen die eng⸗ Kiben U-Boote, ohne eine Warnung für nötig zu halten, in ihrem Aktionsgebiet weder Passagierdampfer noch Lazarettschiffe. Die Beschießung des„Albatros“ durch russische Schiffe. Stockholm, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Mel⸗ dung, daß die Russen den„Albatros“ noch beschossen, als er bereits festsaß, scheint sich nicht zu bestätigen.„Afton⸗ bladet“ vom 4. Juli erfährt von einer vorurteilsfreien Persönlichkeit, daß die Beschießung fünf Minuten nach der Strandung aufhörte. Auch der Kommandant des„Albatros“ 1 sich in diesem Sinne ausgesprochen haben.* wird ie Behauptung, daß das Schiff die schwersten Schäden auf schwedischem Seegebiet erhalten hat, auf⸗ recht erhalten. Zu der offiziösen russischen Darstellung, daß die Beschießung des„Albatros“ eingestellt worden sei, als das Schiff sich dem neutralen Fahrwasser näherte, stellt „Svenska Dagbladet“ fest, daß diese Behauptung allen bisher vorliegenden Angaben widerspreche. Es sei genügend, dies zu konstatieren. Das Blatt betont seine Wertschätzung den russischen Angaben gegenüber, die, gelinde gesagt, eine oberflächliche Schilderung des Kampfes enthalten. Man müsse mit größter Entschiedenheit an dem festhalten, was die schwedische Presse ausgeführt habe, daß ohne Rücksicht darauf, ob die russische Verletzung der schwedischen Neu⸗ tralität schwer oder leicht sei, sie doch die Gewährung einer vollständigen Genugtuung erfordere, wenn Rußland auf die Fortsetzung eines guten Verhältnisses zu Schweden rechnen wolle. f * Die Wirkung des U⸗Boot⸗Krieges. Berlin, 5. Juli.(Nichtamtlich.) Im„Journal de Gensve“ Nr. 177 vom 29. Juni 1915 findet sich ein Artikel über die„Verluste der britischen Handelsmarine“, in dem der Verfasser ausführt, daß an Schiffen mit mehr als 300 Tonnengehalt in der Zeit vom 4. August 1914 bis 16. Juni 1915 145 Schiffe mit insgesamt 524000 T. vernichtet seien, darunter in der Zeit vom 18. Februar(Beginn des U⸗ Bootskrieges) bis 16. Juni 82 Schiffe mit 252000 T. Von 5„% 5— diesen seien durch U-Boote 75 versenkt worden. Bis 24. Juni sergeben im ganzen 400 000 T. versenkten Tonnengehalt. kämen noch 3 Schiffe hi so daß von Beginn krieges bis 24. Juni 5 78 Schiffe versenkt seien Diese Zahlen stimmen, wie wir von zuständiger Seite erfahren, nicht. Es sind in der Tat von Beginn des U⸗Bootskrieges 18. Februar bis 24. Juni durch U-Boote vernichtet: 194 britische Schiffe, dar⸗ unter 124 von mehr als 300 Tonnengehalt; diese letzteren Weiter ist im„Journal de Geneve“ ausgeführt: Unter Zugrundelegen„der Anzahl der angekommenen und abge⸗ gangenen Schiffe(über 300 T.) aus britischen Häfen“ in der Zeit vom 18. Februar bis 24. Juni mit 25 911 ergebe sich über die Wirkung des U-Bootskrieges folgendes Bild: 18. Februar bis 24 Juni(126 Tage) Zahl der versenkten Schiffe 78 pro Woche also pro Tag Ankunfts- und Abfahrtsfälle Ausgenutzte Gelegenheit * 0,2 b a 25 911 78— 0,0031 2591¹ 1. Diese Zahlen geben kein richtiges Bild von der Wirkung des U-Bootskrieges, da in ihnen eine große Zahl von Schiffen, besonders von Küstenfahrern, ehr gezühlt ist. Ein zutreffendes Bild für die Wirkung des U-Boots⸗ krieges gibt der Vergleich der Tonnenzahl vernichteten Schiffe mit dem Gesamttonnengehalt der britischen Handels⸗ flotte. Hierzu ist festzustellen, daß vernichtet sind: 1. Durch U-Bootskrieg in der Zeit vom 18. Februar bis 24. Juni: 5 a) Schiffe(mit mehr als 300 T. Tonnengehalt): 124 mit 400 000 T. b) Fischerfahrzenge(mit weniger als 300 T. Tonnen⸗ 4 8— 18 000 T. 5 Durch Kreuzerkrieg vom 4. August 1914 ab: 57 Schiffe mit 250 000 L g 1* auß Sf 3. Ferner vernichtete Schiffe unbekannten Namens und Tonnengehaltes: 10 mit etwa 25000 To. In Summa 261 Schiffe mit rund 700 000 T. Der Gesamttonnengehalt der britischen H. vor dem Kriege ist zu 20 Millionen T. angegeben. Hiervon sind verloren 0,7 Millionen T., der bisherige Verlust be⸗ trägt also 3,5 Prozent des Gesamttonnengehalts. Außer den britischen Schiffen sind bisher französische und russische Schiffe mit zusammen 40000 Tonnengehalt vernichtet worden. 1 9 11** K 6.. Das niederländische Munitions bureau. Haag, 3. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das nieder ⸗ ländische Munitionsbureau, das die Ar haben wird, das Heer und die Marine mit 9 nition zu versorgen, ist errichtet worden. 0 Die Aufnahme von Kriegswaisen in der Schweiz. Solothurn, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) In der „Solothurner Zeitung“ richtet eine„Frau Gertrud“ einen Appell an die schweizerischen Frauen, die Auf⸗ nahme von Kriegswaisen aus den Nachbarländern über die Dauer des Krieges zu veranlassen. die Bundesbehörde sind die Gesandischaflen von der in Kenntnis gesetzt worden. Die deutsche Gesandtschaft der„Solothurner Zeitung“ mitgeteilt, daß Deutschland gern das Anerbieten annehme, deutsche Kinder bis zum Ende des Krieges zur Erholung nach der weiz zu schicken. In Betracht kämen hauptsächlich die süd chen Länder und die vom Kriege heimgesuchten Teile des Elsaß. Ein Komitee wird unverzüglich die Angelegenheit in die Hand nehmen. Der deutsche Gesandte sagt am Schluß seiner 8 Ich bin überzeugt, daß man in Deutschland in. 5— von dem warmherzigen Anerbieten Gebrauch machen wird, das wieder einmal in schönster Weise die stete Bereitschaft der Schweiz und ihrer Bewohner zeigt, in ihrem Teile die Wunden zu heilen, die der Krieg geschlagen hat. Aus dem Reiche. Die Kriegstrauung der Tochter des Reichskanzlers. Hohenfin ow, 5. Juli.(WTB.. on. der Ziviltrauung 0 ga 5 1 Uhr zu ö Kranz zum b 1 5 Im Dorfe inden stand die Schuljugend mit Blumengewinden am den alten ee a i anzlers füllten 25 8 Jahren ee irche, deren gemalte 5 Bibeltext:„Es sollen Ver Worte schlossen sich an den ine Gnade soll nicht von l nicht hinfallen“. Wr ae d en n dag berdensene Heg len 3 die Sonne des Glückes in das vereinsamte gefallen. ei in dieser ernsten Zeit voll Jammer und Not, aber auch voll Helden⸗ tum und Opferbereitschaft diese Feier eine Weissagung und Ber⸗ heißung, daß es doch eine Zukunft gibt, in der wir, von Last und Druck befreit, aufatmen dürfen im Glanze des neuen Tages, Die Feier schloß der Gesang:„So nimm denn meine Hände“. Es folgte ein Frühstück im Schloß im Familienkreise. Ueberaus zahl⸗ reiche 1 sind 5 7 Reichskanzler. 55 ugegangen, runter egramme aisers, r 27 erin, der Kronprinzessin und anderer Mitglieder des kaiserlichen Hauses. 5 * 6 * 5 2 —— Aus Stadt und Cand. Gießen, 6. Juli 9 Die Fleischpreise. Aus Fleischerkreisen erhalten wir folgende Zuschrift: N die Frage der Versorgung Bevölkerung mit Fleischnah⸗ rung eine Gestalt angenommen, daß das M. alle Veranlassung hat, hierzu in der Oeffentlichkeit Stellung zu nehmen. Gleich anderen, dem Deutschen Fleischer⸗Verbande an⸗ gehörenden Bezirksvereinen hat auch der Bezirksverein„Beide Hessen und Nassau“ eingehende Verhandlungen über die Ursache der Vieh⸗ und Fleischteuerung, über ihre Wirkung und über die Möglichkeit einer Besserung der Verhältnisse gepflogen. Nach einstimmiger Ansicht der Versammlung war es neben den massen⸗ aften Ankäufen der Heere sverwaltung zu unbe⸗ Rn 8 n 8 f achtung der Schweine und die zu gleicher auferlegte Verpflichtung, Dauer ——— 1 und Fleischpreise auf eine früher nie gekannte Höhe Es ist gewiß als oberster 2 b anzuerkennen, daß das Heer in semer Verksstigung sicher gestellt wird und daß die im Felde stehenden Truppen hauptsächlich Fleischnahrung er⸗ halten. def um die gewaltigen Strapazen aushalten zu kön⸗ nen. Die Lieferungen für das Heer wurden aber in der ersten Zeit zu ungeheueren Aufschlägen vergeben, das Vieh durch dritte und vierte Hand angekauft und dabei Preise angelegt, die bis ins S lhafte gingen. Schwerwiegender noch war die eee eee von Schweinen zur Herstellung von Tauerware durch die Stadtverwaltungen. Der altbewährte kauf⸗ maännische Grundsatz, daß bei steigendem Angebot die Preise zurück⸗ gehen, wurde in das Gegenteil umgekehrt, die Absicht des Land⸗ wirtschaftsministers,„den Landwirten bei der Abschlachtung gute Preise zu sichern“, mehr als erroicht, denn die Preise gingen sprungweise in die Höhe, sen hervortraten Durch die Wechselwirkung dieser Vorgänge sind die Preise für Schlachtvieh jetzt auf eine Höhe hinauf geschraubt, die nicht annähernd im Verhältnis steht zu den Er⸗ stellungskosten insbesondere der Schweine, aber auch durch den Viehbestand, insbesondere bei Rindern und Kälbern, sich in kei ner Weise rechtfertigen läßt. Ta nicht abzusehen ist, inwieweit es der Landwirtschaft und dem Viehhandel gelingt, die Schlachtviehpreise weiter in die Höhe zu treiben, wäre die Festsetzung von Höchstpreisen dringend geboten. Tabei verkennt der Bezirksverein keineswegs die Schwie⸗ rigkeiten einer Festlegung von Höchstpreisen, da die Qualität der Schlachttiere sehr verschieden und der richtige Ritpunkt für die Festlegung längst vorüber ist. Wenn es nicht mehr möglich sein sollte, allgemeine Höch st⸗ preise festzusetzen, müssen unter allen Umständen sogenannte „Richtpreise“ festgesetzt werden für die Aufkäuser(Lieferanten) von Schlachtvieh für Militärlieferungen aller Art, für die Kon⸗ servenfabriken, den Reichseinkauf und ähnliches. Die Metzger stehen der systematischen Preistreiberei machtlos gegenüber. Wenn sie überhaupt noch kaufen können, müssen sie Preise anlegen, die nicht nur einen Verdienst ausschließen, son⸗ dern auch den Konsum bedenklich verringern. Eine große Anzahl Metzgereibetribe mußte bereits eingestellt werden. Der Metzger⸗ stand darf verlangen, daß auch er gehört wird, und daß ihn die Reichsregierung in seinem ernsten Streben, seine Verpflichtungen der Bevölkerung gegenüber einzulsfen, ebenso unterstützt, wie sie der Landwirtschaft und dem Viehhandel bei den von ihr angeord⸗ neten Maßnahmen entgegenkam. Die Versorgung der Bevölke⸗ rung mit Fleischnahrung zu erschwinglichen Preisen wird immer schwieriger und fordert gebieterisch die Abstellung dieses unnatür⸗ lichen Zustandes, der im Gegensatz steht zu dem patriotischen Willen der ganzen Nation— also doch aller Erwerbsstände— in dem gegenwärtigen Aushungerungskrieg bis zum äußersten durch zuhalten. 4 Tie Rückkehr zu erträglichen Kriegspreisen für Schlachtvieh und Fleisch ist möglich, sie dürfte auch hinsichtlich der Beur⸗ teilung der wirtschaftlichen Kriegsführung auf diesem Gebiete von. besonderem Wert sein und der nach dem Krieg sicher einsetzenden Kritik über die Fleischversorgungsverhältnisse der Bevölkerung einen wesentlichen Teil der Schärfe nehmen.“ N Der obengenannte Bezirksverein hat eine in diesem Sinne ge⸗ haltene Eingabe an das Reichsamt des Innern gerichtet. L. U. gur Jahreschronil der Universität t er⸗ halten wir noch einige Nachträge: Oberarzt Dr. Je ß erhielt das 231775 Kr. rofessor Dr. von Eicken außer diesem das hessische Militär⸗Sanitätskreuz am Bande der Tapferkeits-Medaille.— Für die im Felde stehenden Herren Professor Dr. von Eicken und Professor Dr. Opitz führ⸗ ten Professor Dr. Leutert und Privatdozent Dr. Jaschke die Direktion der betreffenden Kliniken.— Professor Dr. Koeppe wurde durch Professor Dr. Voit, Professor Dr. Garten von Professor Dr. Martin vertreten.— Prof. Dr. Kahle, dessen Berufung zum 1. Oktober 1914 schon in der vorigen Chronik erwähnt war, hat sein Amt am 1. Dezember 1914, nach Rückkehr aus der französischen bon gie det in die er auf dem Heimweg aus Kairo von einer Studienreise geraten war, angetreten. Die 5 tung von Prof. Dr. Hirt beträgt 800, nicht 300 Mark. Um die Liste der mit dem Eisernen Kreuz und anderen Orden ausgezeichneten Studente vervollständigen zu können, bittet das Rektorat die Betreffenden sowie ihre Angehörigen und Freunde, eine schriftliche Mitteilung an das Sekretariat der Universität möglichst bald gelangen zu lassen. IJugendwehr. Am vergangenen Mittwoch fand im Sioingsaal der Oberrealschule, der in liebenswürdiger Weise zu diesem Zweck für die Mittpoche zur Verfügung gestellt ist, Unterricht statt. Es Wurde über Schießlehre und die verschiedenen Geschoßarten nebst ihrer Wirkung ge⸗ sprochen. Am Samstag rückte die Jugendwehr zur Militär⸗ Schwimmanstalt. Dort wurde aus vorgefundenen Behelfs⸗ mitteln(Balken, Brettern, Tauen) ein Floß gebaut. Ein Freischwimmer brachte ein Tau an das andere Ufer und befestigte dort das Ende an einem Baum. Dann wurde das Floß mit 8 Freischwimmern bemannt und an dem über den Fluß gespannten Tau hinübergezogen. Auf diese Weise wurde die ganze Jugendwehr, Schwimmer und Nicht⸗ schwimmer, über die Lahn gebracht. Zwei mit Soldaten bemannte Boote hatten dauernd hierbei den Sicher⸗ heitsdienst zu versehen. Zurück wurden die Jungens mit Kähnen übergeseht Zum Schluß wurde gezeigt, wie man aus drei mit Stroh gefüllten Zeltbahnen ein durchaus brauchbares, tragfähiges Floß herstellen kann, das für Patrouillen beispielsweise ein vorzügliches Mittel ist, um über einen Fluß zu kommen. Vier 1 9 je einer als Saen mae je einer als Besatzung, machten auf diesem eltfloß die Fahrt ans andere Üfer und zurück.— Am onntag nachmittag schossen 26 Mann auf den Militär⸗ schießständen mit dem Gewehr 98. Es wird beabsichtigt, alle 5— und älteren Mitglieder der Jugendwehr im ießen auszubilden.— Am nächsten Samstag findet eine größere Nachtübung mit Biwakieren in Zelten statt. * Deutsche Jugend. Aus dem Kurhessischen wird Uns geschrieben: Ein nicht alltägliches Gesuch ging dieser 5 7 dem Göttinger Bezirkskommando aus Barte⸗ rode, einem weltentlegenen Dörfchen, zu. Dort hatten sechs Schulkameraden in hoher vaterländischer Begeisterung einander ihre geheimsten e offenbart und heraus⸗ gefunden, daß sie alle der gleiche Gedanke beseelte, ihr 17 05 Leben auf irgendeine Weise für das bedrängte Vater⸗ land in die Schanze schlagen zu dürfen. Sie schlossen eine Art Schutz⸗ 1 b. Trutz Bündnis, und der Feder- 8 n von ihnen machte sich daran, im Namen aller dem Bezirkstommando in Göttingen kurz und bündig die Wünsche der tapferen Sechs vorzutragen. Gleichzeitig er- laubte er sich, den sicherlich nicht mangelnder Unerschrocken— heit entsprungenen Vorschlag zu machen, ihn und seine treu— verbündeten Kameraden nach Möglichkeit als— Muni⸗ tionsträger an die Front zu schicken. Das Bezirks⸗ sah sich jedoch zur tiefsten Bekümmerung der Gesuchsteller genötigt, darauf hinzuweisen, daß der an sich bewundernswerte kriegexische Mut mit den 10 Jahren der unternehmungslustigen Jungen in einem allzugroßen Miß⸗ verhältnis stehe, als daß den Wünschen dieser„Freiwilligen“ Folge gegeben werden können. Nichtsdestoweniger e Knaben doch die Freude, für ihre lobenswerte von tingen ein Anerkennungsschreiben zu er⸗ als die Städte hastend mit ihren Ankäu⸗ der . halten, das sie im übrigen sanft ermahnend zur eifrigen Pflichterfüllung auf das ihnen heute noch vorbehaltene — Gebiet der Schule und des Hauses anzuspornen versuchte. Unwetter. Ein schweres Gewitter, das sich in überraschend kurzer Zeit zusammenzog, entlud sich gestern über unserer Gegend. Im Verlauf von einer Viertelstunde stand der ganze Himmel in einem stumpfen, gleichmäßigen Grau, und dann ging es wie vor etwa zwei Wochen: Die Ungebärdigkeit von Blitz und Donner, Regen und Hagel kannte kaum Grenzen. Gleichzeitig setzte ein Orkan ein, der die herabstürzenden Wassermassen zeitweise fast wage⸗ recht durch die Luft führte. An manchen Stellen staute sich Regen, da die Kanäle nicht schnell genug arbeiten konnten. Der Blitz scheint keinen Schaden angerichtet zu haben, abgesehen davon, daß er im Botanischen Garten in einen wertvollen Baum, eine Gleditschia Ariacanthus, schlug. Ganz wie damals trieb übrigens auch diesmal der umspringende Wind das abziehende Gewitter noch einmal zurück. * Die Straßenbahn hatte gestern begreiflicher⸗ weise auf der Roten Linie einen ungewöhnlich star ken Verkehr aufzuweisen. Die Linie allein beförderte 8000 Personen, während der Gesamtverkehr 1011000 betrug. Verhalten bei Fliegerangriffen. Im vor⸗ liegenden Kreisblatt werden vom Großherzoglichen Polizei⸗ amt Feuersirenensignale bekanntgegeben, die die Bevölkerung auf etwaige Fliegergefahr aufmerksam machen sollen. N Landkreis Gießen. ro Alten⸗Buseck, 4. Juli. Heute wurden die sterblichen Ueberreste des Lehrers Karl Hübner hier zur Erde bestattet. Unter Vorantritt der Musikkapelle des Landsturm⸗Batail⸗ lous Gießen und des Kriegervereins Alten⸗Buseck bewegte sich ein schier unübersehbarer Leichenzug dein Friedhofe zu. Die Musik spielte ernststimmende Choräle. Am Grabe hielt der Orts⸗ geistliche eine von Herzen kommende und zu Herzen gehende Rede, in der er ein getreues Bild des einfachen, selbstlosen, durch und durch nationalgesinnten Mannes, des treuen und fleißigen Lehrers gab, dessen 40 jährige Wirksamkeit in der Gemeinde Alten-Buseck. in jeder Hinsicht reich gesegnet war. Die Schulklasse des Ver⸗ storbenen sang zwei Grablieder. Der Kriegerverein, dessen lang⸗ jähriges Mitglied der Verstorbene war, gab die Ehrensalven ab, und die Musik spielte ein ergreifendes Grablied. Der Vertreter Großh. Kreisschulkommission Gießen widmete dem Ta⸗ hingeschiedenen tiefempfundene Worte der Anerkennung für seine ersprießliche Wirksamkeit in der Schule. Der Bezirkslehrer⸗ verein Großen-Buseck, der Gemeindevorstand, der Kirchen⸗ vorstand, ein Gesangverein und die Schulklasse des Verstorbenen legten am Grabe Kränze nieder. Hier im Dorfe wird man das Andenken des allgemein beliebten Lehrers immer in Ehren halten. a. Großen Buseck, 5. Juli. Bei dem heutigen Ge- witter, das unseren Feldern reichlich Regen brachte, schlug der Blitz in die Scheune des Landwirts Balth. Stephan IV. ein und zündete. Der Dachstock, das Innere, sowie die aufgespeicherten Heu- und Strohvorräte wurden ein Raub der Flammen. Der Feuerwehr gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Bemerkenswert ist, daß vor zwei Jahren der Blitz in dieselbe Scheuer einschlug, aber damals ohne zu zünden. Mainzlar, 5. Juli. Dem Sanitäts-Unterossizier Ludwig Meißinger aus Mainzlar, Beskiden-Korps, Feldlazarett 11, wurde das hessische Sanitätskreuz am Bande der Tapfer⸗ keitsmedaille verliehen.. 5 Kreis Büdingen. Büdingen, 5. Juli. Gestern beging die Mutter unseres Fürsten, die verwittwete Fürstin Berta zu Hsen⸗ burg⸗Büdingen geborene Gräfin zu Castell-Rüden⸗ hausen, ihren 70. Geburtstag. Die überaus zahlreichen Gratulationen und Blumenspenden, welche dem greisen Ge— burtstagskinde dargebracht wurden, 1 55 Zeugnis ab von der Liebe und—— welche demselben in unserer Stadt entgegengebracht wird. Wenings, 5. Juli. Der Landwirt Johannes Schäfer und Ehefrau feierten das Fest der goldenen Hochzeit. Aulen Diebach, 5. Juli. Der Unteroffizier Wilhelm Groll erhielt das Eiserne Kreuz. d. Bloseld, 4. Juli. Heute nachmittag ergriffen zwei fran zösische Kriegsgesangene vom hiesigen Arbeitskommando die Flucht. Auffälligerweise hatte sich der eine Flüchtling in den letzten Tagen viel mit einem Atlas beschästigt, weshalb jetzt sänit⸗ liche Atlanten der Schulkinder im Schulhause aufbewahrt werden. Kreis Schotten. h. Schotten, 5. Juli. Zu dem bereits gemeldeten Wal d⸗ brande am Taufstein wird noch gemeldet, daß das Feuer ver⸗ mutlich durch die Unachtsamkeit abkochender Ausflügler entstand. Die Flammen breiteten sich bei der Dürre zwar rasch aus, konnten aber von den Feuerwehren der Nachbardörfer und vielen hilfsbereiten Wanderern nach etwa zwei Stunden erstickt werden, so daß abends um 6 Uhr die Gefahr als beseitigt an⸗ gesehen werden konnte. Der Schaden steht noch nicht sest, dürfte aber nicht sehr erheblich sein. Kreis Lauterbach. o. Schlitz, 5. Juli. Bei der gestern hier stattgefundenen vaterländischen Veranstaltung der Schlitzerländer Jugend- wehr ereignete sich ein beklagenswerter Unglücksfall. Der Brauereiarbeiter Heinrich Vollmöller, ein durchaus nüchterner und zuverlässiger Mann, geriet aufunausgeklärte Weise derart zwischen seinen Bierwagen und einen Baum, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Verunglückte stand im 39. Lebensjahr und hinterläßt eine Witwe mit 3 Kindern. Kreis Friedberg. Friedberg, 5. Juli. Unteroffizier Adolf Kann im Feld-Art.⸗Regt. Nr. 61 erhielt das Eiserne Kreuz. b. Aus der Wetterau, 5. Juli. Heute nachmittag ging über der südlichen Wetterau ein schweres Gewitter nieder. Der Blitz schlug wiederholt ein; doch richtete er besonderen Schaden nicht an. Der kräftige Regen, der das Gewitter begleitete, brachte den Aeckern und Wiesen die langersehnte Erquickung. Kreis Wetzlar. -m. Lützellinden, 5. Juli. Gestern wurde ein weiteres Opfer, das der Krieg aus unserer Gemeinde forderte, Reservist Friedrich Lenz, in heimatlicher Erde zur letzten Ruhe bestattet. Er wurde am 17. Juni in Rußland verwundet und starb am 27. Juni im Lazarett in Suwalki. Der hiesige Kriegerperein sowie der Posaunenchor erwiesen ihm die letzte Ehre— Ebenfalls in Rußland starb den Heldentod Gemeindeschäfer Musketier Friedrich] z Rinker, so daß bis jetzt 8 Krieger aus unserer Gemeinde dem Vaterland ihr Leben geopfert haben. Hessen⸗Nassau. Q Frankenbach, 5. Juli. Welch schwere Opfer der Krieg ordert, das muß auch unsere Gemeinde erfahren. Bis jetzt sind sechs Mann gefallen: Karl Leuser, Wilhelm Herrmann, Karl Seibert, Heinrich Rein, Wilhelm Geller und Wilhelm Leuse r. Letzterer hinterläßt eine Witwe mit einem Kinde. m. Neustadt(Kr. Kirchhain), 5. Juli. Die Heidel⸗ beerernte fällt in diesem Jahre nicht so reichlich aus, wie man nach der Blüte erwartet hatte. Die Beeren sind auch dadurch, daß wir lange ohne Regen waren, ziemlich Hein geblieben. Schon jetzt kaufen Händler die Heidelbeeren zum Versand auf, und die 4 ziemlich hoch. Für das Pfund werden 18 Pfennig 9 2 5 ——— . vermischtes. 5 Berlin, 5. Juli.(Priv.⸗Tel.) Der„Berliner Lokal-An⸗ zeiger“ meldet aus Stuttgart: Auf dem Heimwege wurde im Walde unweit Bietigheim das Dienstmä Siedmaier ermordet und beraubt. Der Tatort weist Spuren heftigen Kampfes auf. Die Geldtasche des Mädchens fehlte. Der Täter ist noch nicht ermittelt. 5 Märkte. f Gießen, 6. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen 0 Wochenmarkte kostete. Butter das Pfund bei Landwirten 1,50 bis 1 0,00 Mit., bei Händlern 1,50—0,00 Mt., Hühner eier das Stück 16 Pfennig, 2 Stück 00 Pfennig: Enteneier 1 Stück 0 Pfennig, 2 St. 00 Pig.: Gänseeier 1 St. 0—0 Pig. 2 St. 00 Pig. Käse das Stück 7—8 Pig, Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg.: Tauben das Paar 1,0—1,40 Ml., Hühner das Stück 1,00—2,00 Mk., Hahnen das Stück 1,00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—8,00 Mk., Welsche 4—5 Mk. Ochsenfleisch das Bund Mk. 1,20—1,24, Rind⸗ fleisch das Pfund 100—120 Pig, Kuhfleisch 100—120 Pfg., Schweine ⸗ leisch das Pfd. 1,56—0,00 Mk., Kalbfleisch das Pd. 110— 114 Pig. Hammelfleisch das Pfund 96—110 Pig. Kartosseln 100 Kilo 14,00 00% Mk. Milch das Liter 24 Pfg.: Aepfel das Pfund 20—30 Pfg.: Nüsse 100 Stück 60 Pig.: Spargel 1. Sorte 00—00 Pig. das Pfund, 2. Sorte 00— 00 Pig. das Pid.: Kopfsalat 8 bis 10 Pfg.; Bohnen 30—35 Pfg. das Pfd.; Erbsen das Pfd. 30— 35 Pig.; Kirschen 30—35 Pig. das Pfd., Erdbeeren 60—00 Pig. das Pfd. Heidelbeeren 1 Liter 50—00 Pfg., Johannisbeeren 30 Pfg. das Pfund. Gurken 30—50 Pfennig.— Marktzeit von 7 bis Uhr. le. Frankfurt a. M., 5. Juli.(Orig.⸗Telegr. des„Gieß. Anz.) Kartofselmarkt. Auf dem heutigen Markte fand eine Preisnotierung nicht statt. Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen. Die Depression hat sich heute weiter nordostwärts verlagert. Von Südwesten her steigt der Druck langsam an, so daß wir morgen unter den Einfluß stärkeren Luftdrucks kommen werden. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 7. Jult 1918: Wolkig bis heiter, trocken, etwas kühler, nordwestliche Winde. — Letzte Nachrichten. Feindliche Unterseeboote in der Ostsee. Lugano, 6. Juli. Ein verspätet eingetroffener Bericht Petersburg besagt, daß sich in der Ostsee drei russische und zwei englische Unterseeboote befinden. Die englischen und rufficchen 7 Unterseebbote und andere Zerstörer hätten jetzt die Einbuchtungen der Insel Osel und Jagö zur Beschützung von Riga alis Operationsbasis gewählt. Es habe nicht an Vorwürfen die russische Flotte gefehlt, weil sie nicht verhinderte, daß deutsche Schiffe vom Meere aus der Besetzung von Libau halfen. Der Admiral der rufsischen Ostseeflotte, von Essen, sei deutscher Ab⸗ kunft gewesen, weshalb die Vorwürfe desto größer wären.— Nach der Besetzung Libaus starb plötzlich von Essen. Man be⸗ hauptete, er sei keines natürlichen Todes gestorben, sondern die Beschuldigungen, die gegen ihn erhoben wurden, hätten ihn zum Selbstmord getrieben. Das neue belgische Heer. »Scheweningen, 6. Juli. Ein amtlicher Bericht aus Le Havre gibt Einzelheiten über die Neubildung des belgi⸗ schen Heeres. Danach soll es wieder 100000— und mit neuen 8 bewaffnet sein. Poin⸗ car é inspizierte kürzlich das belgische Heer und traf dabei auch mit König Albert zusammen. Die italienische Enttäuschung⸗ 0 Rotterdam, 6. Juli. Der„Matin“ meldet von der ita lienischen Front: Es ist nicht zu leugnen, daß der italienische Feldzug seit vier Wochen auf den hartnäckigsten Wider standder Oesterreicher stößt. Dieser Widerstand wird tägg lich noch erbitterter und stärker. Es ist deshalb ver⸗ früht, in Frankreich Jubelhymnen anzustimmen, nachdem alle Berechnungen auch für den italienischen Feldzug sich als falsch er⸗ N wiesen haben. ö Ein italienischer Zeitungstrust. i. Köln. 6. Juli. Laut einer Meldung der„Köln. Ztg.“ berichtet„Iden Nazionale“, es sei ein großer demokratischen Zeitungstrust im Entstehen, der alle große Städte umsassen solle. Der Trust arbeite vorläufig mit einem Kapital von vier Millionen. Portugal und der Krieg. 5 i, Köln, 6. Juli. Der Madrider Korrespondent der„Köln. Ztg.“ meldet unterm 29. Juni, in Lissabon hätten Kund⸗ gebungen vor den Gesandtschaften des Vierverbandes statt⸗ gefunden, wobei die Redner der Regierung Adressen überrei ten, wonach das Volk an den früheren Parlamentsbeschlüssen se hält, die auf eine Mitwirkung Portugals im Kriege abzielen. Der Korrespondent versichert, alle Anzeichen deuteten darauf hin, daß Portugal sich eher zu einem Eingreifen ent schließen könne, als man allgemein annehme. 1 Von der galizisch⸗bessarabischen Grenze. f Bukarest, 6. Juli. Der Sonderherichterstatter des„Unt⸗ versul“ berichtet von der rumänisch⸗rxussischen Grenzstation Mar⸗ mornitze: Immer wieder versuchen die Ruffen bald da, bald dort die österreichisch-ungarischen Stellungen zwischen dem Dujestr und Pruth zu durchbrechen. Alle Durchbruchsversuche der Rus⸗ sen scheiterten jedoch bisher an der außerordentlichen Wachsam⸗ keit der Oesterreicher, die den Gegner unter sehr schweren Ver⸗ lusten überall zurückschlagen. Die Russen räumen täglich weitere Ortschaften Vestarabtens. Ein englischer Brigadegeneral an den Dardanellen gefallen. Genf, 6. Juli. Nach Meldungen der französischen Blätter ist der englische Brigadegeneral Scott Moc⸗ 12 cieff bei den Kämpfen an den Dardanellen getötet worden. 5 Die verdächtigen deutschen Namen. 1 Petersburg, 6. Juli. Auf Befehl des Höchstlomman⸗ dierenden des Petersburger Militärbezirks ist soeben der be⸗ lannte dortige Großindustrielle, Constantin Spann, nach Sibirien verbannt worden. Die aus Sa stammende Familie ist vor Jahrzehnten nach Rußland ein⸗ gewandert und dort naturalisiert worden. Constantin Spann war russischer Staatsrat und Generaldirektor der russischen Aktiengesellschaft für Munitions- und Kriegsbedarf. Das deutsche Klubhaus in Kairo niedergebrannt. Genf, 6. Juli. Aus Kairo wird gemeldet, daß das 5 dortige deutsche Klubhaus durch eine Feuersbrunst völlig erstört worden ist. Anscheinend liegt böswillige Brand- stiftung vor. 1 3 175 dis beste Lilianmilch-Zaifr 4 Radebeul, für zarte weille Haut und e e 4 Stück 50 Pig. Uberall zu haben. a b Hübsche komfort. Wohnung., Villen, Bauplätze, Wasser⸗ leitung, Kanalisation, elektr. Licht, Sommer⸗ und Winier⸗ Luftkurort Miltenberg. Für Kolonialwaren⸗Grossisten aber auch für Herren geeignet, die sich selbst⸗ ständig machen wollen und zu obiger Branche schon Beziehungen unterhalten. Größter Markenartikel der ges. gesch. und ohne Konkurrenz, bislang auf dem Markt gefehlt hat, aber in jedem Haushalt dringend benötigt wird, soll für die Kreise Ober⸗ bessen, Starkenburg u. Rbeinbessen, ganz od. geteilt, zum alleinigen Vertrieb an kreditwürdige Reflektanten auf feste Rechnung vergebe werden. Großzügige Retlame in illustr. disch. Zeitschriften u. lokalen Zeitungen unterstützen den schon an sich konkurrenzl. Verkauf Gefl. Anerbiet. unt H. 2895 veoh V a. Haasenstein& Vogler A.- fl., Frankfurt a. H. 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