. Erstes Blatt m. 5 Der Slehzener e . enblãttet; unal wöchentl. Kreis⸗ für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche en Fernsprech dusche für die Schriftleitung 112 Geschäftsstelled l für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Gießene 165. Jahrgang Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruderei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Montag, 5. Juli 1015 Bezugsvr- monatl. 75 Bf., viertel- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschz, Bestell! Zeilenpreis: loral 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. neue Erfolge in den Argonnen. Weitere zurückdrängung der Russen. TB.) Jroßes Hauptquartier, 3. Juli. . Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplaß.. Die Franzosen griffen in der Nacht unsere Stel⸗ lungen nordwestlich von Souchez an. Der Angriff wurde abgewiesen.. Bei Les Eparges mißlang ein durch Handgranaten⸗ feuer und Stinkbomben vorbereiteter französischer Angriff. Die vorgestern auf dem Hilsenfirst eroberten Werke gingen gestern wieder an den Feind verloren. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Bedeutung. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nördlich des Dujestrs dringen unsere Truppen unter Verfolgungskämpfen über die Linie Maryam⸗ pol—Narajow— Miasto gegen den Zlota-Lipa⸗Abschnitt vor. Sie haben den Bug von Kamionka— Strumilowa bis unterhalb Krylow an vielen Stellen er- reicht und sind auch in nördlicher Richtung zwischen Bug und Weichselimflotten Vorschreiten. Die Niederung der Labunka und des Por sind, trotzdem der Gegner an vielen Stellen noch hartnäckigen Widerstand zu leisten vermochte, nunmehr in unserer Hand. 1 Auch am Wisnica⸗Abschnitt zwischen Krasnik und der Mündung faßten deutsche Truppen auf dem Nordufer Fuß. 1 i S3wischen linkem Weichselufer und der Pilica ist die Lage im allgemeinen unverändert. Ein russischer Gegen⸗ stoß südwestlich Radom wurde abgewiesen. ö Oberste Heeresleitung. (WT B.) Großes Hauptquartier, 4. Juli. (Amtlich.) 5 5 a Westlicher Kriegsschauplatz. In den Argonnen haben unsere Truppen die Offen⸗ sive fortgesetzt. Die Beute hat sicherheblicherhöht. Sie beträgt für die beiden ersten Julitage 2556 Gefan⸗ gene(darunter 37 Offiziere), 25 Maschinengewehre, 72 Minenwerfer, eine Revolverkanone. Auf den Maashöhen wiederholte der Feind trotz aller Mißerfolge viermal seine Versuche zur Wiedererobe— rung der verlorenen Stellungen bei Les Eparges. Wir wiesen seine Angriffe glatt ab. ö Nordwestlich von Regné ville eroberten wir die fran⸗ zösischen Stellungen in 600 Metern Breite und entrissen nördlich von Fey en Haye dem Feinde ein Waldstück. Die Fliegertätigkeit war gestern sehr lebhaft. Deutsche Flugzeuge bewarfen das Landguard⸗Fort bei Har⸗ wich, sowie eine englische Zerstörer-Flottille und griffen das befestigte Nancy, die Bahnanlagen von Demasle und das Sperrfort Remirsmont an. Ein englisches Flugzen 9 stürzte nördlich von Gent an der holländischen Grenze brennend ab. Ein deutsches Kampfflugzeug zwangseinen N Flieger bei Schlucht zur Lan⸗ ung. Der Feind bewarf Brügge, ohne militärischen Scha⸗ den anzurichten. HOestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Armee des Generals von Linsingen ist in voller Verfolgung gegen die Zlota⸗Lipa. 300 Russen fielen in unsere Hand. Unter dem Drug weicht der Feind auf seine Stellungen von Narajow⸗ Miasto bis nördlich Przemyslani. Von Kamionka bis Kry⸗ low(am Bug) ist die Lage unverändert. Die Armeen des Generalfeldmarschalls von Macken sen sind in fortschreitendem Angriff. Zwischen der Weichsel und der Pilica hat sich nichts wesentliches ereignet. Oberste Heeresleitung. 5 In der Nähe von Gotland haben sich russische Kriegs⸗ schisse einmal gezeigt! Bei der armseligen Tatlosigkeit der Marine des Zaren ist dies ein Ereignis, und wenn dieses Ereignis auch noch so weit entfernt war, dem deutschen Gegner auch nur nennenswerten Schaden zuzufügen, so muß es doch in der russischen Berichterstattung dazu her⸗ halten, den Ruhm Rußlands zu, beleuchten. Heiter wir⸗ lende Wortbomben werden dabei gegen die deutsche Marine geschleudert. Nun, der Verlust, den Deutschland bei dem Seegefecht erlitten hat, ist äußerst gering: ein kleiner Minendampfer mußte auf Strand gesetzt werden, und dies vollzog sich deutschem Geiste und Brauch gemäß. Die Schiffskapelle des„Albatros“ 4 die Nalionalhymne, während die Russen immer noch auf das wehrlose Schiff feuerten, trotzdem es sich in den schwedischen Gewässern befand. Erfreulicherweise hat Schweden alsbald amtlich Ein⸗ spruch in Petersburg erhoben, und damit wird dieser zweifelhafte russische Marineerfolg vollends in die richtige Beleuchtung Pda ten Tagesberichte genügt, Ein Blick auf die beiden um uns rasch über den belanglosen Vorfall hinwegzusetzen. Die weltgeschichtlichen Kämpfe im Osten nehmen für uns den allerbesten Fortgang. In Galizien hat die Armee Lin⸗ singens den Feind gegen die Zlota-Lipa zurückgeworfen, den Nebenfluß des Dujestr, der parallel zur Gnita Lipa weiter um Osten von Norden nach Süden fließt. Auch weiter nörd⸗ 1 lich, südöstlich von Lemberg, wurde der Feind weiter zurück— edrängt, und ebenso sind die Armeen Mackensens zwischen Weichsel und Bug„in fortschreitendem Angriff“. Wir dürfen daher mit voller Ruhe den weiteren Ereignissen entgegen— sehen, besonders da auch im Westen die deutschen Erfolge aufrecht erhalten, ja sogar beträchtlich erweitert worden sind. 2 Frankreich wiegt sich, wie zu erwarten war, wegen einiger Aeußerungen aus er deutschen sozialdemokratischen Partei in der Hoffnung, die deutsche Tatkraft werde nach⸗ lassen und Deutschland werde allmählich zerrüttet und zer⸗ mürbt. Mit diesem Thema befaßt sich nun die amtliche „Nordd. Allg. Ztg.“, indem sie u. a. schreibt: 8 Wir benutzen gern die Gelegenheit, um die französische Presse über den wahren Stand der Meinungen in Deutschland aufzu⸗ klären. Er ist ganz einfach und auch für den Außenstehenden leicht zu verstehen. In Deutschland Muzl im allgemeinen der Ansicht, daß Frankreich, England u stuhland in kürzerer oder fernerer Zeit einsehen werden, daß eine Besserung der mili⸗ tärischen Lage zu achte hr zu erhoffen und die Fortführung des Krieges zwecklos ist. Von dieser Ansicht ausgehend,„ öt auf die durch die Tapferkeit unserer Volks sen in Waffen geschaffene günstige Kriegslage“, ist der sozialdemokratische Parteivorstand mit seinem Manifest hervorgetreten, wie andere Organisationen auf Grund unserer Siegeszuversich bereits mit der Formulierung ihrer Forderungen für den künftigen Frieden vorangegangen waren. Die Unterschiede betreffen die Wunse über den Inhalt des künf⸗ tigen Friedens. Gleichmäßig ist in un ferm ganzen Volke das Bewußtsein unserer Stärke. Wollen sich unsere Feinde durchaus falschen Vorstellungen über„Zeichen der Schwäche und Kriegsmüdigkeit“ hi t, so mögen sie es tun! Das deutsche Volk wartet ohne ld und geschlossen den Zeit⸗ punkt ab, wo unsere Feinde bereit„die Konsequenzen aus der militärischen Lage zu ziehen. g Es ist bemerkenswert, daß. cen At Zusätze been An vereinzelten sozialdemokrati⸗ chen Wühler enthält. Es ihm in diesem Rahmen eben lediglich darauf an, die französische Aufbauschung und Ver⸗ fälschung dieser Kundgebungen der Genossen Haase und Konsorten zu treffen, die allerdings töricht genug waren. Uebrigens hat der sozialdemokratische Partei⸗Ausschuß an der Monatswende beschlossen, die bisherige Politik des Par⸗ teivorstandes zu billigen und die„Minierarbeit“ zurück⸗ zuweisen. amtliche Blatt sich aller * Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte. Wien, z. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 3. Juli 1915 mittags. Russischer Kriegsschauplaßz. . In Ostgalizien dringen die verbündeten Truppen in der Verfolgung östlich Halyez und über die Nara⸗ jowka vor und sind nördlich anschließend in erfolgreichem Angriff auf die Höhen östlich Janczyn. Am Bug ist die Lage unverändert. Zwischen Weich sel und Bug dringen die verbündeten Truppen unter heftigen Kämpfen stetig vor. Str. Zamosz wurde erstürmt. Westlich hiervon wurden die Russen überall über die Por⸗Bach⸗Niederung, die in unserem Besitz ist, zurückgeworfen, der Uebergang über den Bach an mehreren Stellen erkämpft. Oestlich Krasnik, um das noch ge⸗ kämpft wird, wurde Studzianka genommen; ebenso ist westlich Krasnit der Ort Wysnica erstürmt. Auch hier ist der Feind vom südlichen Ufer der Wysnika überall, zurück⸗ geschlagen, und nördlich des Baches schon an einigen Stellen geworfen. Am Por⸗Bach und bei Krasnik wurden gestern 4800 Gefangene und drei Maschinengewehre eingebracht. 5 Westlich der Weichsel Geschützkampf. Italienischer Kriegs schauplatz. Der gestrige Tag brachte den Italienern an der kü sten⸗ ländischen Front eine neue Niederlage. Nach vergeblichen Vorstößen bei Sagrado und Polazzo begann gegen Abend wieder ein von mindestens zwei Infanterie divisionen geführter Angriff gegen den Abschnitk des Do⸗ berdo⸗ Plateaus von Polazzo bis zum Monte Coisich. Unsere kamypfbegeisterten Truppen schlugen den Feind wie — überall zurück. Seine Verluste waren auch gestern chwer.* Gegen den Görzer Brückenkopf südwestlich des Monte Sabotino angesetzte feindliche Angriffe wurden gleich- falls blutig abgewiesen. 8 An der Kärntner Grenze wurde in den letzten Tagen um den Großen Pal östlich des Plöckenpasses) gekämpft. Der Berg blieb schließlich in unserem Besitz. Im Tiroler Grenzgebiet fanden stellenweise Ge— schützkümpfe statt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Wien, 4. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 4. Juli 1915 mittags. Russischer Kriegsschauplatz. Die Russen, die gestern in Ostgalizien zwischen Nara⸗ jowki und Zlota⸗Lipa, sowie nördlich anschließend mit starken Kräften Widerstand leifteten, wurden von den ver⸗ bündeten Truppen angegriffen und nach stundenlangem Kampfe auf der ganzen Front gegen die Zlota-Lipa zurück. geworfen. 3000 Gefangene und mehrere Maschinen⸗ gewehre wurden erbeutet. Auch in der Gegend von Prze— myslani und Glinisny ist der Feind im Rückzug gegen Ost. Am Bug hat sich die Lage nicht geändert. In Russisch⸗Polen kam es an mehreren Front⸗ abschnitten zu heftigen Kämpfen, da die Russen unter Einsatz von Verstärkungen zu Gegenangriffen übergingen. Alle diese Versuche, verlorenes Terrain zurückzuerobern, scheiterten vollständig. Eines unserer Korps wies allein fünf Sturmangriffe des Feindes ab. Am Por⸗Bach und an der Wysznica dauern die Kämpfe fort. Beiderseits Stud⸗ zianki drangen unsere Truppen in einer Frontausdehnung von mehreren Kilometern in die Hauptstelllung des Gegners ein und warfen den Feind unter schweren Ver⸗ luften zurück. Hierbei wurden über tausend Gefan⸗ gene gemacht, drei Maschinengewehre und drei Geschütze erbeutet. Die Höhen nördlich Krasnik wurden in schwerem Kampfe genommen. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Italiener erneuerten auch gestern wieder ihre An⸗ strengungen, am Rande des Plateaus von Doberdo Fuß zu fassen. Nach einer den ganzen Tag dauernden Beschießung des Abschnittes von Redi— Puglia mit schweren Ge⸗ schützen setzte hier nachmittags ein Angriff von mindestens vier Jufanterie-Regimentern ein, der zu heftigen Nahkämp⸗ fen führte. Ein Gegenangriff der tapferen Verteidiger warf schließlich den Feind von den Höhen hinunter. Versuche des Feindes, sich unseren Stellungen bei Woltschach(westlich Tolmein) und dem Gebiete südlich des Krn zu nähern, wurden schon im Keime erstickt. Al pini, die in dieser Gegend einen Vorstoß gegen einen unserer Stützpunkte unternahmen, wurden nach erbittertem Hand⸗ gemenge zurückgeworfen. Die Verluste des Feindes sind überall wieder sehr schwer. Das italienische Torpedoboot„17 os“ ist am 2. Juli abends in der Nord⸗Adria vernichtet worden. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Auf diesem fanden nur vereinzelte Grenzgeplänkel statt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. *** Ein Seegefecht in der Ostsee. (WTB.) Berlin, 3. Juli.(Amtlich.) Auf der Rück⸗ kehr von einer Vorpostenstellung traf am 2. Juli, gegen 6 Uhr morgens, ein Teil unserer leichten Ostseestreit⸗ kräfte, die ihrer Aufgabe gemäß in aufgelöster Ordnung fuhren, zwischen Gotland und Windau bei strichweise un⸗ sichtigem Wetter auf russische Panzerkreuzer. Es entspannen sich Einzel gefechte, in denen unsere schwächeren Streitkräfte versuchten, den Gegner in den Be- reich der Unterstützungen zu ernsterem Kampfe zu ziehen. Im Verlaufe dieser Einzelgefechte vermochte S. M. S. „Albatros“ nicht den Anschluß an die eigenen Strest⸗ kräfte wiederzugewinnen. Nach zweistündigem schweren Kampfe gegen vier Panzerkreuzer, die mit der Beschießung auch innerhalb der schwedischen Hoheitsgewässer fortführen, mußte das Schiff infolge zahlreicher Treffer in sinkendem Zustande bei Oestergarn auf Gotland auf den Strand gesetzt werden. Es hatte 21 Tote und 27 Ver⸗ wundete, deren sich die schwedischen Behörden und Einwohner in menschenfreundlichster Weise annahmen. Der Stellvertreter des Chefs des Admiralstabes: (gez.) Behncke. Stockholm, 3. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber den Neutralitätsbruch, den die russische Marine in den schwedischen Gewässern begangen hat, schreibt„Nya Dagligt Allehanda“: Die Genugtuung, auf die wir ein Anrecht haben, muß so sein, daß eine Wiederholung ausgeschlossen ist. Es erscheint uns angemessen, daß die Offiziere, die verantwortlich sind, diszip⸗ linarisch bestraft werden. Auch„Aftonbladet“ meint: Wenn es Rußland mit seinen Versicherungen ernst meint, kann es sich nicht auf eine bloße Entschuldigung beschränken. Das Blatt sagt weiter: Diejenigen, die das Völkerrecht auf eine viel greifbarerg Weise, als es damals an der chilenischen Küste geschehen ist, gez brochen haben, müssen von ihrer Regierung erfahren, wie groß ihre Verfehlung war. Diese Forderung kann nach allen russischen Versicherungen freundschaftlicher Gefühle nicht abgewiesen werden. Stockholm, 3. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Nach allen eingetroffenen Meldungen über die Seeschlacht an der Küste von Gotland kämpfte der„Albatros“ gegen eine große Uebermacht. Schwer beschädigt suchte das Schiff mit forcierter Fahrt unter lebhaftem Feuerwechsel mit seinen Verfolgern sich unter der Nüste von Gotland in Sicherheit zu bringen. Aber die Russen setzten unbekümmert um das schwedische Seegebiet die Be⸗ schießung fort und fügten dem Schiff nach Aussage deutscher Ma⸗ trosen gerade auf dem neutralen Seegebiet die schwersten Schäden zu. Granaten schlugen auf den Strand, so daß die schwedische Bedienungsmannschaft des Oestergarnfeuers hinter dem Berge Deckung suchen mußte. 100 Meter vom Strand lief das Schiff auf und liegt dort mit starker Schlagseite, die deutsche Flagge im Topp, auf dem Hintermast, während der Vordermast fork⸗ geschossen ist. Als das Schiff auflief, spielte die Musikkapelle an Bord die deutsche National⸗ bymne und die Besatzung brachte Hurraruße aus, froh, der russischen Gefangenschaft entronnen zu sein. Das Schiff bot einen schaurigen Anblick mit seinen Toten und V wundeten, Eine Granate ist im Operationsraum des Schiffes geplagt, wobei zehn Verwundete getötet wurden und der Schiffsarzt tödlich verletzt wurde. Von allen Seiten strömte die Bevölkerung herbei, um nach Möglichkeit zu helfen und die Verwundeten auf den weichen Sand * 1 8 5 JJ ˙ ¾A A ̃..]—˙ zu betten. Es war rührend zu sehen, use bie alten Fischer! rauen die ungewohnten Krankendienste zu leisten versuchten. kamen Aerzte und Pflegerinnen in Automobilen. Trotz der furchtbaren Verletzungen hörte man keinen Schmerzenslaut; still und ruhig, mit— oder Zigaretten im Munde, warteten die Verwundeten ab, bis die Reche an sie kam. In Roma, wohin die Verwundeten geführt wurden, fanden sie sorgfältige Pflege. Am Mittag wurde an Bord des Albatros“ eine kurze Totenfeier ab⸗ gehalten, dann entließ der Kommandant die Besazung. Hurras 5* auf Deutschland und den Kaiser, worauf die Flagge gestrichen wurde In Fischerbooten wurden die Toten in deutsche 5 Kriegsflaggen gehüllt, an Land gebracht und abends unter mili⸗ tärischen Ehren auf dem Friedhofe beigesetzt. Der Kommandant ersuchte die Behörden, Schiff und Besatzung zu internieren, worauf sofort ein Internierungslager in Roma . eingerichtet wurde. Dorthin wurden heute die 190 Ueber⸗ lebenden von der Besatzung übergeführt. 7 Offiziere wur⸗ den bei Familien des Ortes einquartiert. 5 Stockholm, 3. Juli.(WTB. Nichtamtlich.)„Aftonbladet“ 8 berichtet aus Visby: Die Beifetzung der Gefallenen vom 7„Albatros“, an den etwa 1000 Personen teilnahmen, ge⸗ 5 staltete sich zu einer ergreifenden Feier. Zahlreiche schwedische 55 Militärpersonen und die leebrlebenden vom„Albatros“ erwiesen den Toten die letzten Ehren. Der Kommandant des„Albatros“ wies in seiner Ansprache auf den Heldenmut der Gefallenon und auf die Dankbarkeit des deutschen Vaterlandes hin; deutsche . Flaggen wehten über dem Grabe.— Nach einer Meldung des „Alftonbladet“ aus Visby sind zwei von den Verwundeten, dar⸗ . unter der Schiffsarzt, gestern abend ihren Verletzungen erlegen, als sie nach Roma gebracht wurden. Sie werden heute in Djörke begraben. Ein Leutnant liegt hoffnungslos danieder und dürfte nicht mit dem Leben davonkommen. Die übrigen Verwundeten werden sich wahrscheinlich in absehbarer Zeit erholen. Die russische Darstellung. 98 Petersburg, 2. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der Petersburger Telegraphenangentur. Heute früh trasen auf der Nähe des Leuchtturms Oestergarn, auf dem östlichen Ufer der In⸗ Fel Gotland, unsere Kreuzer im Nebel zwei kleine feindliche Kreuzer nebst Torpedobooten und eröffneten ein Ge⸗ fecht. um 9 Uhr vormittags strich der eine deutsche Kreuzer schwer beschädigt die Flagge(das ist selbstverständlich er logen. D. Red.) und wandte sich zur Küste. Um 10 Uhr vormittags traf unser Geschwader den Panzerkreuzer„Roon“, einen leichten Kreu⸗ g zer, und ein Torpedoboot; der Kampf begann von neuem. Um 10 Uhr 30 Min. begann sich der Feind in südlicher Richtung u entfernen. Während des Rückzuges wurde der Feind, welchem sich uch ein kleiner Kreuzer anschloß, von unserem' Kreuzer 3 4 8 und flüchtete. Um 11 Uhr 30 Minuten stellte der„Rurik“ die Verfolgung ein. Nach dem Kampf wurde er von Alnterseebooten erfolglos angegriffen. Die Beschädigungen unserer kreuzer sind absolut unbedeutend. Ein Protest Schwedens. a Stockholm, 3. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Anlaß 5 der Tatsache, daß ein deutsches Kriegsfahrzeug von russischer Seite innerhalb der schwedischen Zone bei A auf Gotland be⸗ 3 worden che Gesandte in Verletzung schwe⸗ nahmen zur Internierung besagten Fahrzeuges, das bei Kuppen 5 5 strandete, ffen seien. Eine Division Torpedojäger erhielt Be⸗ fehl, nach diesem Ort abzugehen. . 3 * Die Lage in Ostgalizien. * Berlin, 5. Juli. In Ostgalizien ist nach Buda⸗ pester Blättern, wie von verschiedenen Morgenblättern ge⸗ meldet wird, die Lage für die Verbündeten ausgezeichnet. Die Russen erlitten in den letzten Tagen derartige Verluste, daß sie jetzt fluchtartig zurückgehen. * Berlin, 5. Juli. Dem„Berl. Tagebl.“ wird aus TCrernamiß gemelbet, daß die Rusfen thre Angriffe im Raume zwischen Dujestr und Pruth zwar fortsetzen, dabei aber die schwersten Verluste erleiden, trotzdem sie das Menschenmaterial nicht schonen. 5 7 Der russische Bericht. 5 1 5 0 am rechten U i lic a, in der Gegend von Radom, sowie ändert 9 Im Schwarzen Meer zerstörte ei es unserer Unterseeboo n 32 an der Küste 5 Dau 5 eu. ler schiedene Schooner 0 Unsere pedo⸗ boote beschossen mit Erfolg Zunguldak. N Schweden und Englaud. 35 Berlin, 5. Juli. Wie der„Deutschen Tageszeitung“ aus 10 Stockholm gemeldet wird, richtete Schweden anläßlich des Anhaltens seiner Schifse durch englische Schiffe eine Protestnote nach London, in der völlige Einstellung des schwedischen Schiffs⸗ verkehrs nach England angedroht wird. 1 Der italienische Krieg. Berlin, 5. Juli. Einer Meldung der„Neuen Freien Presse“ zufolge, habe der italienische General stabschef Ca dor na ge⸗ äußert, daß Entscheibungskämpfe auf dem füdlichen Kriegsschau⸗ platz in absehbarer Zeit nicht zu erwarten seien. Berlin, 5. Juli. Aus dem österreichischen Kriegs presse⸗ aquartier des südlichen Kriegs schauplatzes wird der„Vossischen eitung. berichtet. Das Wert Hensel bei Malborgelh verzeichnete dene Schaden steht auch nicht im entferntestm im Verhältnis zn dem Aufwand an schwerster Munition. Man hat berethmet, daß die Kosten der Besestigungen durch die darauf verschleuderten 28er Granaten längst eingebracht sind. f Oesterreich⸗ungarn und Serbien. Wien, 4. Juli(WTB. Nichtamtlich.) Das„Fremden⸗ blatt“ bringt Mitteilung: In— serbischen Blatt Samuprava“ vom 9.22. Juni wurde, anscheinend ofsiziös, behauptet, daß das„stolze, übermütige Oesterreich un dem kleinen schwachen Serbien bereits zweimal einen Se⸗ öffentlicht die folgende Pariser der einem anderen Lande habe eine Krise und ein Mini erfunden ist. Oesterreich⸗Ungarn hat während der zen Dauer des Krieges 2 und niemand, also auch nicht Serbien, Friedensangebote gemacht. Zum letzten Zeppelin⸗Besuch in London. Amsterdam, 4. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Nach Be⸗ richten amerikanischer Blätter sind die Zeppeline bei dem nächtlichen Angriff am 31. Mai bis über das Zentrum Londons gelangt, wo sie Bomben eine Meile von der Bank von England entfernt abwarfen. Vier Personen wur⸗ den getötet und 70 verwundet. Namentlich Eastend ist dabei schlecht fortgekommen. Aus dem englischen Oberhause. London, 4. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Ober⸗ haus. Lord Curzon beantragte eine zweite Lesung der Munitionsbill und sagte: Wir befinden uns im 12. Monat des fürchterlichsten Krieges, der je geführt worden ist. Wir sehen nirgends ein Ende. Es ist uns nicht gelungen, den Feind aus den von ihm besetzten Gebieten der Alltier⸗ ten hinauszuwerfen. Größere Anstrengungen und Opfer sind erforderlich. Es ist zwecklos, sich zu verhehlen, daß die Lage zu ernsterer Besorgnis Anlaß gibt. Man darf ruhig sagen, daß sich das Land in schwerer Gefahr befindet. Die Ueberlegenheit des Feindes beruht auf seiner langen, geduldigen Vorbereitung, nicht nur auf einen Krieg im allgemeinen, sondern auf diesen besonderen Krieg. Ferner auf seiner außerordentlich wirksamen Or⸗ ganisation, die es ihm ermöglicht, alle materiellen, wissen⸗ schaftlichen und intellektuellen Kräfte der Nation zur Er⸗ findung und Vervollständigung der Kriegsmunition auszu⸗ nutzen, und auf seiner beherrschenden Ueberlegenheit sowohl im Westen, als im Osten an schweren Geschützen, Maschinen⸗ rade Gewehren und Geschossen. Dagegen sind die ruppen der Alliierten Mann für Mann dem einzelnen Gegner überlegen.()) Curzon verzichtet darauf, die Frage zu beantworten, warum die Munitions⸗ bill nicht schon vor Monaten eingebracht worden sei, viel⸗ leicht werde man später die Frage zu erörtern haben. Der Augenblick sei nicht geeignet für eine kritische und tadel⸗ süchtige Haltung. Das Ergebnis der bisherigen freiwilligen Anwerbung von Munitionsarbeitern sei befriedigend. Die Regierung hoffe, daß sich noch mehr melden würden. Es sei kein Grund vorhanden, die Werbung r Ueber die Frage, wann die Regierung eine mer liche Besse⸗ rung in der Munitionserzeugung erwarten dürfe, könne man sich nur sehr vorsichtig äußern. In gewisser Hinsicht könnten sehr baldige bemerkenswerte Fortschritte erwartet werden. Im ganzen dürfe man noch für dieses Jahr einen Zeitpunkt erwarten, in dem eine Produktions⸗ menge erreicht würde, die die eigenen Bedürfnisse befriedige und die in gewisser Hinsicht die noch schreiendere Not einiger Verbündeter lindern würde. London, 3. Juli.(WTB Nichtamtlich.) Das Oberhaus nahm die Munitionsbill in allen Lesungen an. Lord Curzon teilte mit, daß sich in der nächsten Woche 46000 Mann für die neue Munitionsarmee melden würden. Ministerkrisis in Frankreich? Lyon, 3. Juli.(WTB. Nichtamtlich)„Nonvelliste“ ver⸗ gen iser Nachricht: Parlamentarische Kreise, ee in ung 1 ditgen in sehr erregte ——* 223— 5 13 E blen 0 es um persönlich iferfüchteleien* ügt zu sagen, daß ein sehr ernster Ministerwechsel daraus 8 kann, sowie der Rücktritt einer hohen Persönlichleit, deren Klug⸗ heit, Tatkraft und Arbeit viel gepriesen wird. Die Stunde ist nicht für Zwistigkeiten geeignet, noch weniger in höheren Kreisen, als in den unteren Schichten. Im Zusammenhang mit diefer Meldung sind die Aeußerungen einiger Pariser Blätter zu betrachten. „Journal“ schreibt, daß in Senatorkreisen eine lebhafte Be⸗ wegung gegen Millerand im Gange sei, dem gewisse 1 besonders bei der Mobilmachung und in der nationalen Industrie, zugeschrieben werden.„Guerre Sociale“ warnt vor einem Wechfel des Kriegsministers. Irren sei menschlich. Ein neuer Kriegsminister werde neue Fehler begehen. Vielleicht könne die noch nicht ausgebrochene Krise abgewendet werden.„Figaro“ glaubt, daß die Krise durch Errichtung der beiden Unterstaats⸗ sekretarigte im Kriegsministerium bereits beigelegt worden sei. Dies sei um der Einigkeit willen sehr wünschenswert. In weit weniger ernste Folgen als in Frankreich, da hier die poli⸗ tischen—— und Parteikämpfe viel schärfer seien und die erst an dem Gebäude der Einigkeit, so falle das ganze Gebäude zusammen. 1 1 Die Nämpfe an den Dardanellen. Konstantinopel, 3. i.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht „363232 ͤ.üwĩ. 8... Bur uu nichts von 8 Bei Sedd⸗ül⸗Bahr ver⸗ schwendete der Feind eine große ge Munition, um unsere Vor⸗ bereitungen zu dem beabsichtigten Angriff auf seinen linken Flügel zu stören. Er erzielte keine Ergebnisse. Unsere Truppen lamen trotz dieses Feuers bis an seine üben heran und be⸗ in Auch seine Schiffe sofort zurückzuzi Der Feind ernste Ver⸗ luste. Diese Batterien beschossen wirksam seindli bel Sedd⸗ll-Bahr und bei Takke—„sowie die 1 eine Haubitzenbatterie erfolglos Bomben auf nichts Wichtiges. * Feindes. Feindliche Flieger warfen Agence Havas. Der Befehlshaber des Orie lorps General Gouraud, wurde von einem Granat splitter getroffen, welcher in der Nähe der Ambu⸗ lanz einschlug, wo Gouraud die Verwundeten besuchte. Das Leben des Generals ist nicht gefährdet; er wird nach Frankreich W General Bailloud übernahm vor⸗ läufig den Bese 3 3 Der Seekrieg. Berlin, 4. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Zu der vom rus⸗ sischen Marimegneralsiab am J. Juli veröffentlichten Nachricht über die Vernichtung eines Schiffes der Deutschlaud⸗Klasse am 2. Juli erfahren wir von zuständiger Stelle, daß diese Meldung nicht zutreffend ist. Die angeführte Nachricht lautet: Peters⸗ burg. Der Marinegeneralstab gibt bekannt: Im Baltischen Meere griff am 2. Juli nachmittags 3 Uhr ein englisches Unterseeboot de Fübrerschf des Deines von ber Teufseglanb-Masse an uf es durch zwei Torpedoschüsse in die Luft.) erlin, 5. Juli. Ueber die Torpedierung der „Armenian“, mit der ein Amerikaner Einigleit der Parteien ständig mit Willen gefährden. Rühre man 9 een an Paris, 4. Juli(WT. Nichtamtlich der] Di 1 ich) Meldung 2 untergegangen 1440 Maultiere an Bord hatte, die für stimmt waren. 3 London, 3. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reu terschen Buregus. Ein Fischdampfer aus Grimsby. Bei St. Ives die Leiche des ersten Offiziers vom„Scottish Mon⸗ arch“ und eines Norwegers, sawie den ruffischen Zimmermann des Schiffes, Dieser erklärte, daß er mit 15 Mann von der Be⸗ satzung den Dampfer in einem Boote verlassen habe, das mit sehr rauhem Wetter zu kämpfen hatte. 14 Kameraden wurden über Bord gespült und extranken. Der Norweger erlag den erhaltenen Ver⸗ wundungen. Nach den Erzählungen des ersten 1 des „Caucasian“ versuchte dieser mpfer, als das U-Boot auf⸗ tauchte, zu entkommen, konnte jedoch nicht schnell genug Da 10 aufbekommen. Das U⸗Boot begann zu schießen. Der dritte Schu fegte den Gangspill weg Der Kapitän, der ins Wasser gesprungen war, wurde pon dem U-Boot aufgenommen. Dann kam die„Ing⸗ lemoor“ in Sicht und sollte die„Caucasian“ wegschleppen. Aber 2 9 erschien das U-Boot wieder, versenkte die„Ingle⸗ moor“ und verschwand. London, 3. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der belgische Dampfer o D nognat“ ist bei den Szillyinseln versenkt worden. Tie Be⸗ satzung, die 18 Mann zählte, ist in Falmouth gelandet worben. London, 2. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Reut Der englische Dampfer„Richmond“ ist im torpediert worden. Die Besatzung wurde in Plymouth gelandet. Lugano, 3. Juli.(WTB Nichtamtlich.) Zu der Versen⸗ kung des italienischen Segelschiffes„Sandomene“ durch ein deutsches Unterseebost melden römische Blatter folgende Einzelheiten: Das Schiff, das 2000 Tonnen Wasser⸗ verbrängung hatte, war mit einer Holzladung von Australien nach Gareton bei Liverpool unterwegs. Die To ü erfolgte in den irischen Gewässern. Der Kapitän und 6 Mann gi unter; 9 Mann wurden gerettet. Die italienische Schiff, de gefallen ist. Ein russischer Torpedobootszerstörer außer Dienst gesetzt. Aus dem Reiche. Berlin, 5. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Vor⸗ wärts“ meldet, daß der sozialdemokratische Par⸗ teiausschuß am 30. Juni und 1. Juli beschloß: 1. die Haltung des Parteivorstandes und der Reichstagsfraktions⸗ mehrheit zu billigen, auch die Vorstandsaktion zu einer Verständigung mit den Parteigenossen des Auslandes anzu⸗ erkennen; 2. die offenbar von einer Zentralstelle aus gelei⸗ tete Minierarbeit zu verurteilen und für unvereinbar mit der Parteieinigkeit zu erklären, und 3. das Verhalten des Genossen Haase als nicht im Einklang mit den Pflichten eines Parteivorsitzenden zu erklären. Berlin, 2. Juli.„ Nichtamtlich) Dem Gehebnen Ne 5 e Kreuz erster Klasse für bedeutsam auf dem Gebiete der Kriegschemie und Das Eiserne e Erfindungen r eee l. verliehen. Kreuz zweiter Klasse hat Er sich Professor Nernst bereits vor eini Moner auf der flülczel Nekeassdheneag als Mike des Bt willigen Automobil korps ben Aus Stadt und Cand. 3 Gießen, 5. Juli 1915. Auszeichnung. Santtätssergeant Graulich, Ins⸗ Regt. Kaiser Wilhelm, ein geborener Gießener, erhielt das hessische Militär-⸗Sanitätskreuz. Militärische Ausbildung der Jugend. Am Mi abend sprach nach den allgemeinen Stadtbaumeister Braubach über den„Weltkrieg und unsere Kolonien“. Die packenden Aus füt 8 eine größere Abteilung im Schießen chtet. Fur nächsten Sonntag ist ein Uebungsmarsch mit„Abkochen“ in Die deutsche Kriegsgefangenenhil Berlin C 2, Kl. Museumstraße 3 p, erbietet 15 hiermit, E. kundigungen einzuziehen über das Schicksal deutscher Krie⸗ er, die in der en Ländern gefangen ind. Sie un diese Arbeit tun durch i Be 5 neutralen Seelsorgern, die in 33 Zutritt haben, besonders England . 1 Spiele für die Feldgrauen Ueber die Bed 5 ur unsere Soldaten ist kürzlich 7 8 Selbe g Fey 150. b Linie in Ne Festung oder Be⸗ Dominosa, bis! gespielt So 4 igen werden können. Die dazu gehörigen Spiel⸗ steine sind 2 leinenen Säckchen untergebracht, damit sie für unsere 3 Maß er kommen Betracht, wie ihr, paratfrieden angeboten hätte“. Wir sind von kompe⸗ ichtigt, zu erklären, daß diese Behauptung „ ist, hat, wie verschiedene Morgenblätter melden, der ameri⸗ lanische Botschafter in London einen Bericht en seine Re⸗ gierung gesandt, in welchem es auch heißt, daß das Schiff e bell 2. e 9 0 in Frankreich und 1 —. um * Plätzen egergewand i währte sich W W. Göttig, dem auch die flotte Spielleitung. ben 50 dem ländlichen Idyll Agnes Vetters, die nichts von den kleinen verliebten Töchterleins zu einem Kabinettstü⸗ steckten, als Pflicht mals anerzannt, in seinem blitzblanken Schliff die weitaus beste Gesamtleistung dar.— 3 Ehre gemacht hätte, ihm auf alle Fälle aber die lachende An⸗ des Stücks verhalf dem ganzen Nachmittag zu einem Abschluß, taucht immer wieder das Gerücht auf, die Dauerware, bier, bis zum Ausbruch des Krieges Lehrer irger schule in Nidda, ist beim Feld⸗Artillerie-Regiment Nr. 61 zum n N! reilichtbätzue hatte gestern wieder ei Tag und 1 Hinblick aufs Wetter das, was man himmel⸗ en Dusel nennt; denn während um 4 Uhr noch ein Gewitter unheimlichen Wolken drohte und die Leitung bereits mit dem in umqging, den ominösen Absagezettel ans Rathaus zu kleben, 5 der Himmel, wie gesagt, wieder blau, und auf rrte ein Massenbesuch im Sonntags⸗ und im Dinge, die da kommen sollten. Die Gäste wur⸗ Man bot ihnen diesmal ein anmutig Kränzl 5 en Theodor Körner unkriegerischem Schaffen, lich drei Schwänke, die sich dem Rahmen des Freilichttheaters uhne alle Biegungen einfügen, den„Vetter aus Bremen“, Die Gouvernante“ und den„Nachtwächter“. Sie alle en namentlich der Liebhaberbühne eine sprudelnde Quelle von nspruchslosen, dankbaren Möglichkeiten, die man sich denn auch mit viel Geschick zunutze zu machen verstand. Zunächst tat man das im„Vetter aus Bremen“ In der übermütigen Schul⸗ meisterposse, die einem frischen Mädel den Herzallerliebsten erst dann bringt, nachdem sich die drei handelnden Personen wechselseitig im Lehrershabit die tollsten Schwindeleien vorgemacht haben, be⸗ We ist, als spielgewandter er des treuherzigen, en Mummenschanz so ergötzlich tolpatschigen Bauernburschen aufs beste. Hellmut 9 17 gab dem Pachter Veit die Gutmütigkeit und die solide Spa haftigkeit des bedrängten Lustspielschwiegervaters; die ausschlaggebende Wirkung aber lieh und großen Zügen vermissen ließ, die die entzückende Rolle des lustspiel e des ustspiels— 2 glei n Hö t des rogramms bi die von Backfischlist und Herzensabenteuern chändlich genasführte„Gouvernante“. Thekla Mulch, die früher schon und auch im Nachtwächter als Röschen zeigte, wie ihr der jugendliche Frohsinn liegt, nachsagen, sie sei die geborene komische Alte, ist ein Lob, dem die Heiterkeitswirkungen, die sie erzielte, alle Zweifelhaftigkeit n müssen, so fein kam bei ihrer Gou⸗ vernante der dae okokohumor zur Geltung. Agnes Vet⸗ ters und Gretel Leist ließen es ebenfalls vollkommen vergessen, daß keine Berufskünstlerinnen in den Meißner Porzellanfigürchen die sie wirblig und quecksilbern die Würde und das 0 ein der Erzieherin umschmeichelten oder zur Ver⸗ zweiflung brachten. Das niedliche, im Schäferspielton gehaltene daher ganz allerliebst und stellte, das sei noch⸗ um 5 spazierte der„Nachtwächter“ über die Bühne, der ebenfalls seine Wirkt aus dem Erfinder⸗ eist der Liebe holt, aber ziemlich grob äußerliche Späße ge⸗ ellt ist. So faßte auch W. Göttig die Hauptrolle auf und turnte als Vertreter des gefoppten Titelhelden in einer Art auf dem häuschen herum, die dem Helden einer Kinoposse alle erkennung namentlich der für derlei Dinge empfänglichen Feld⸗ 2 H. Eckhardt und Georg Lutz waren zwei tudenten, und die Nachtmützen⸗ und Unterhosenszene am Schluß der restlos unter dem Zeichen einer großen Heiterkeit stand. Die Dauerware. Trotz aller Gegenerklärungen die die Stadt verkauft, sei minderwertig, sei verdorben und vertrocknet. Um dem Gerede auf den Grund zu gehen, hat ein Mitarbeiter unserer Zeitung dem Schlachthof einen Besuch 3 und mit aubnis von Direktor Modde die e der Fleischwaren be⸗ sichtigt. In einem hellen und luftigen Raume hat man dort an sauberen Gestellen die Würste einzeln aufgehängt, so daß dieselben von allen Seiten von frischer Luft umgeben sind. Um jede Möglichkeit zu beseitigen, daß etwa In⸗ sekten die Ware berühren können, sind die offenen ter und die Decken der aus Holz hergestellten dichten Ver⸗ schläge, in denen die Wurst hängend gestapelt ist, mit sogenannter Haargaze e Dörrfleisch und Speck sind in recht Kentsprechen r Weise in einem Raum des kühlen Pökelkellers untergebracht. Die Ware macht einen 2 appetitlichen Eindruck und Kostproben zeigten, daß alle über die Dauerware in Umlauf gesetzten Gerüchte unwahr sind. Zervelatwurst sowohl wie Mettwurst sind Delikateßware, wie sie besser und wohlschmeckender im seinsten Metzgerladen nicht 175 haben ist. Dörrfleisch und Speck wurden in tadelloser Ware vorgelegt. In den Räu⸗ men, in denen die Dauerware aufbewahrt wird, ist es peinlich sauber. Die Preise für die Dauerware sind jetzt so normiert, daß die Ware gegenüber den Ladenpreisen billig zu nennen ist. * Die städtischen Freibäder an der Lahn wurden im Juni im ganzen von 13 614 Badegästen (gegen 4646 im gleichen Monat des Vorjahrs) benutzt. Es ien davon auf das Männerbad 9164(2807), auf das Frauenbad 4450(1839) Badende. 5 Die Anmeldungen neuer 2 prechan⸗ 3 se, die gelegentlich des planmäßigen r Fern⸗ rechanlagen im kommenden Hochsommer und gestellt werden sollen, müssen spätestens bis zum 25. Juli den 1 stalten vorgelegt werden. Verspätet ange⸗ meldete Anschlüfse, die insolgedesten außer Wan plans nur mit Mehrauf gen(3. B. dur 41 einer Baukolonne usw.) hergestellt wer 5.— 2 t. ler ulschädigung für die Pausch⸗ —— von 15 Mark entrichten oder, diese Mehrkosten den von 30 Mark übersteigen, den wirklich aufgewendeten Kostenbetrag. erstatten. 5 8 0 Landkreis Gießen. Grünberg, 4. Juli. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag unternahm die hiesige Fugendwehr eine Nachtübung. Mit klingendem Spiel rückte die Mann- schaft um 10 Uhr abends von Grünberg ab und marschierte mit kurzer Unter g über„Laubach, Wetter⸗ feld Münster. Hier fand bei e eine Ge⸗ fechtsübung in der Richtung nach Ettingshausen zu statt beate die dort aufgestellten Ju—— von Ettings⸗ hausen, Münster, Queckborn Lauter. Nach beendigter Uebung wurde der mittlerwe abgelochte Kaffee einge⸗ nommen. Pfarrer Nies⸗Ettingshausen hielt alsdaun auf einem freien Platze in der Nühe des dortigen Friedhofes für die 2 Jungmannschaft unter Beisein eines Teiles der dortigen Ortsei er Feldgottesdienst ab. Nach Schluß desselben um 6 Uhr morgens rückten die einzelnen Wehren nach Hause ab.— Dem hiesigen Laza⸗ rett in der 5 das seit Anfang Juni mit Verwun⸗ deten belegt ist, flossen schon eine Anzahl Spenden von hier, sowie aus der Umgegend zu. Aus folgenden Orten wurde es bis jetzt mit Gaben bedacht: Atzenhain, Belters⸗ ain, Berusfeld, Geilshausen, Lumda, Münster, Queckborn, Sagasen, Stangenrod, Solms⸗-Ilsdorf und Weitershain. Meistens waren es die Schulkinder, die auf An ung ihrer Lehrer 555— 4 den dauptsachlich 288905 und dann ihre gesammelten Schätze, hauptsächli artoffeln, Eier, Butter, Kaffee, J de 15 sonstige Kü or⸗ räte, hier ablieferten. Mit Dank wurden den jugendlichen Sammlern ihre Sachen abgenommen. Villingen, 4. Juli. Lehramtsassessor Dr. O. Koch von an der höheren Bi eutnant befördert w und hat das Eiserne Kreuz Schnelder von her(nicht Schmidt, wie irrtümlich berichtet wurde) statt. Kreis Lauterbach. Aus dem oberen Vogelsberg, 4. Juli. Einen schönen Stand haben die Kartoffelfelder. Ueberall stehen sie in der Blüte. Bisher war ihnen die Witterung immer noch günstig. Ein durchweichender Regen käme ihnen in der Zeit, wo sie Fang⸗ wurzeln treiben, sehr zu statten. Das alte Wort, das sagt, daß bei einem zahlreichen Maikäferauftreten, die Kartoffelernte eine er⸗ tragreiche werde, bestätigt sich heuer wieder.— Die Saaten zeigen ebenfalls auf unseren Bergen einen günstigen Stand. Wenn auch die Witterung trocken ist und der Regen in letzter Zeit ganz spärlich niederging, sind doch immerhin die Tropfen bis zu den Wurzeln Far t und die Saaten neu belebt. Die Gexste, die zum großen eil schon Aehren treibt, entwickelt sich gut. Wenn auch der Halm etwas zurückbleibt, scheint sich die Aehre doch vollkommen zu bilden. Der Hafer steht ebenfalls gut, ebenso der Roggen, der hier in ganz geringem Maße gezogen wird. Kreis Schotten. n. Schotten, 4. Juli. Ein Teil des Oberwaldess E zwischen dem Taufstein und Herchenhain steht in Flammen. Infolge der herrschenden Trockenheit liefert das in großer Menge vorhandene dürre Unterholz dem Brande immer neue Nahrung. Die Feuerwehren der umliegenden Orte wurden alarmiert. Die Entstehungsursache des Brandes ist bis jetzt unbekannt. a Kreis Friedberg. Friedberg, 3. Juli. Den Heldentod fürs Vater⸗ land starb in Galizien der Großh. Bergrat Schulz, Vorstand der Großh. Bergwerksdirektion zu Friedberg, im 41. Lebensjahre. Mit ihm verliert der Staat einen treuen, arbeitsfrohen Beamten, der hessische Bergbau einen uneigennützigen, stets hilfsbereiten För⸗ derer in Rat und Tat.— Als Sohn eines Bergwerksdirektors wandte sich Schulz dem Studium des Bergfachs und dem preu⸗ ßischen Staatsdienst zu. Im März 1905 wurde ihm zunächst auf⸗ — die Leitung der stoatlichen Braunkohlengrube Ludwigs⸗ nung bei Wölfers ü Am 1. Oktober 1906 wurde er als„Gr. Bergwerksdirektor“ Vorstand der Großh. Bergwerks⸗ direktion Friedberg. In dieser Eigenschaft hat er den Ausbau jenes Werkes und die Angliederung des großen staatlichen Kraft⸗ werks rastlos und mit bestem Erfolg gefördert und erreicht und so aus einer kleinen, wenig bedeutenden Grube, ein großes, mo⸗ dernes Unternehmen entwickeln helfen. Auch außerhalb seiner dienst⸗ lichen Tätigkeit hat er für den hessischen Bergbau verdienstvoll gewirkt; so war er schon seit Jahren Vertrauensmann der Knapp⸗ schafts⸗Berufsgenossenschaft und auch sonst in Unfallverhütungs⸗ u. Arbeiterfürsorgefragen lebhaft tätig. An den hessischen Betriebs- leiterkonferenzen hatte er hervorragenden Anteil. Seine Ernennung zum Bergrat im Jahre 1909 war deshalb eine wohlverdiente An⸗ flotte erkennung seiner vielseinigen Tätigkeit.— Der Kriegsausbruch rief ihn sogleich zu den Fahnen. Als Oberleutnant in einem Reserve⸗ regiment führte er in den Kämpfen in Flandern erst eine Kom⸗ pagnie, dann ein Bataillon, das er später als Hauptmann in den Karpathen und jetzt in Galizien zum Siege führte. Ein begeisterter 5„war er den Seinen ein Vorbild allezeit, wofür er mit dem eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse und der hessischen Tapferkeits⸗ medaille ausgezeichnet wurde. Monate hat er unpersehrt inmitten des Krieges sich seiner Erfolge freuen dürfen. Nun hat auch ihn das Los getroffen in der vollsten und schönsten Kraft. Alle, die ihn kannten, werden ihn als prächtigen, tüchtigen Men⸗ schen und lieben Kameraden in bleibender, ehrender Erinnerung behalten. Hessen⸗Nassau. Il Marburg, 4. Juli. Im nahen Dorse Elnhausen be⸗ Ring heute die Pbeleute Herz David und Frau Rosa, geb. ußbaum, das Fest der goldenen Hochzeit. wurde die Ehejubiläumsmedaille verliehen. Der Mann ist 75, die Frau 8 758 3 4. Juli. J f. M uche nau, 4. i. m hiesi anganbergwerk verunglückte gestern der bee Mabeiter Karl Debus und erlitt so schwere Verletzungen, daß seine Ueberführung in die W nötig 3 Durch die chf m. Kir ain, 2. i. Dur ie Landwirtschafts⸗ kammer für den Regierungsbezirk Kassel foll in diesem Jahre F— 42— in den D ee herin, „Marburg, Frankenber olfhagen, Hofgeismar und Grafschaft Schaumbur stallstrden Für diese Prämiie⸗ rung stehen folgende P b Aer Verfügung: ein 1. Preis 200 Mark, ein 2. Preis 175 Mark, ein 3. Preis 150 Mark, ein 4. Preis 125 Mark, ein 5. Preis 100 Mark, i Mart 6. Preise zu je 75 Mark und zwei 7. Preise zu je 50 Die Prämiierung erfolgt durch Preisrichter, welche durch die Fan werden. an au, 2. Juli. am 30. April d. J. in Kassel verstorbene Geh. Regierungsrat Professor De A 18888 v. Drach, früher Professor an der Marburger Universität, zuletzt Bezirlskonservator, hat dem Hanauer Geschichtsverein seine wertvolle Sammlung alter Gemälde testamentarisch vermacht. Die Anhänglichteit an seine Vaterstadt Hanan hat der Verstorbene auch noch dadarrch bekundet, daß er letzt ⸗ willig einen Betrag von 12 000 Mark der Stadt zugewiesen, mit der Bestimmung, eine Stiftun g für die Weiterbildung junger Gewerbetretbender zu errichten. X Hanau, 4. Juli. In der Nähe von Hanau hat sich der 58 Jahre alte ledige Reisende Herm. Meyer aus ese zuletzt in Frankfurt a. M. wohrhast, er⸗ ossen. h. Frankfurt a. M. 4. Juli. Die sogenannte Kartoffel- not hat bier stellenweise eine solche Höhe erreicht, daß es z. B. verschiedenen Lazaretten nicht möglich ist, die zunt täglichen Bedarf erforderlichen Kartoffeln käuflich zu erwerben. Und wenn dies trotzdem gelingt, daun nrüssen die Verwaltungen ungewöhnliche Preise bezahlen. So mußte das Ginnheimer Lazarett, wie man uns schreibt, für einen halben Zentner Kartoffeln, den es mühselig auf⸗ trieb, bei einem Gärtner 9 Mark bezahlen und die Ware dann selbst noch nach Hause schaffen. Die Kriegsfürsorge beschaffte schließlich dem Lazaxett dann drei Zentner, mußte aber selbst für den Zentner 7 Mark bezahlen. Das sind Zustände, die drin⸗ gend der Abhilfe bedürfen. 1 h. Frankfurt a. M., 2. Juli. Der von der Stadt seit gestern eröffnete Verkauf von Kartoffeln zu 6,5 Pfg. das Pfund findet einen solch gewaltigen Zuspruch, daß der Verkaufsraum gegen die andrängende Menge durch Ketten abgesperrt werden muß. Hunderte mußten gestern und auch heute umkehren, da der vorhandene Vorrat bei weitem nicht zur Befriedigung der Kartoffelnot ausreichte. Da* Leute e 5 kamen und. Kartoffeln wieder heungehen mußten, plaut man die fortige Errichtung weiterer Verkaufsstellen. 15 — Gießener Strafkammer. th. Gießen, 2. Juli. Heute fand in der evangelischen Kirche für 58 am 18. Juni gesallenen Walter Freigesprochen. Der Landwirt M. von Treis an der Lumda war vom Schöffengericht freigesprochen worden. Er sollte Hafer, gemischt mit Roggen, der beschlagnahmt war, bezw. dessen Verfütterung durch den Bundesrat verboten war, seinem Vieh verabreicht haben. Die wor der Strafkammer Ae daß es sich um 5 ball der berhaupt keine handelsübliche Ware war. Der Mil 3 Möser als Sachverständiger erklärte, daß es sich hier um aus der Dreschmaschine handelt, um Hafer, der minder⸗ wertig war und etwa zwei Prozent Roggen enthalte, der wohl auch beim Dreschen unter die Haferkörner gekommen war. Die Straf⸗ kammer war mit dem Schöffengericht der Ansicht, daß der Ange⸗ klagte, als das Getreidemisch- und Verfütterungsverbot erlassen wurde, schon im Besitz des gen Gemenges war; es war guch nicht beschlagnahmt worden, Es liege also ein Verschulben des Angeklagten nicht vor, weshalb er unter Kostenbelastung der Staatskasse, die auch die notwendigen Auslagen zu tragen hat, freizusprechen war. M. bedankte sich bei den Richtern füür den gerechten Spruch, den sie gefallt und bat, man solle doch ver⸗ anlassen, daß seine Sache in die Zeitung kommt, damit die Leute e daß er sich nicht das Geringste habe zuschulden kommen assen. Wegen Vergehens gegen das Viehseuchen⸗Gesetz hatten sich die Handelsfrau B. und der Anstaltslehrer H., beide von Rockenberg, zu verantworten. Am 3. März hatte der Bürgermeister des Ortes ausschellen lassen, daß in der Gemeinde die Maul⸗ und Klauenseuche ausgebrochen sei. Am 6. März hat die Handelsfrau von Oppershofen zwei Ferkelchen in einem Korb nach der Anstalt Marienschloß für den mitangeklagten Lehrer getragen. Der An⸗ geklagte H. erklärte, in der Anstalt sei von dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche bis zum 6. März abends nichts bekannt geworden. In der Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß erst am 9. März das Kreisamt Friedberg die Sperre über Rockenberg verhängt hat, daß bis dahin auch der Bürgermeister nicht die in- und Ausfuhr von Klauenvieh unter Verbot gestellt hatte. Aus diesem Grunde wurden die Angeklagten unter Belastung der Staatskasse mit den Kosten, auch der für den Verteidiger, frei⸗ gesprochen. 2 N Wegen fahrlässiger Kindestötung wurde die unverehelichte Feldarbeiterin Susanne Fr. von Staden zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Sie hat ihr Kind, das bei der Geburt durch einen Fall in Ohnmacht geraten war, unter einem Reisighaufen versteckt, wo es zum Leben erwachte, dann aber am Erstickungstode verstarb. 5 Der An wurde Tagen Gefängnis verurteilt, weil er bei Abgabe von 84 Pfund Kartoffeln sich einen Vorteil von 1 bis 3 Mk. verschafft hatte.— Der Handelsmann Jakob O. von Butzbach hatte einem Landwirt ein Angebot von 10 Mk. für den Doppelzentner Kartoffeln gemacht. Der Hochstpreis betrug aber nur 9.40 Mk. Das Gericht hielt eine Geldstrafe von 3 Mk. 1 weise einen Tag Gefängnis in diesem Fall für eine ausreichende Sühne. 1 ** 25 Wilhelm Paulzen, Panoramabesitzer, wünscht die Fest⸗ stellung, daß er an den in der letzten Strafka 5 9 — 7 Streitigkeiten auf dem Juxplatz nie beteiligt ge⸗ wesen ist. Bermischtes. Ein Anschlag auf John P. Morgan. London, 3. Juli.(WTB. Miel tamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus New Vork: Ein Mann verübte einen Anschlag auf das Leben des Bankiers John P. Morgan. Er gab zwei Schüsse ab, die Morgan trafen. Eine Kugel ging durch den Arm und durchbohrte die Brust, die zweite ging durch den Schenkel. Der Täter wurde verhaftet. Die Behörden erklärten, der Mann habe sich gestern abend im Hause Morgans verborgen. Es bestätigt sich, daß der Mann, der den Anschlag auf ö gemacht hat, Frauk Holt heißt und Professor der deutschen Cornell Universität ist. Der Zustand Morgans ist günstig. Bei dem Ber⸗ hör erklärte der Täter, daß er persönlich nichts gegen Morgan habe, und nichts wünsche, als ihn zu sprechen. geisteskrank zu sein. 5 Washington, 4. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Reuter meldet aus Tacgoma: Alle Wagen mit Ausnahme eines einzigen des Zuges Chicago— Milwaukee der St. Paul⸗Bahn 1 gestern durch eine Brücke bei Ranier in einen Abgrund ge⸗ stürzt. Drei Personen wurden getötet und 14 verwundet. 5 . r Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. Da die westliche Depression in nordöstlicher Richtung abzieht wird sie unsere Wetterlage nur unwesentlich beeinflussen. Wir haben also für morgen bei nur geringer Bewölkung trockenes. Wetter zu erwarten. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 6. Juli 1915: 15 4 Geringe Bewölkung, trocken, westliche Winde. Letzte Nachrichten. Eine neue Note des Vierverbandes an Bulgarien? Sofia, 5. Juli. Nach Auslassungen aus Ententekreisen wer? den die Gesandten des Verbandes der bulgarischen Regierung mor⸗ gen eine neuerliche Note übergeben, worin aufgefordert wird, un⸗ bundes eine Aktion gegen die Dardanellen unternehmen will. Mit diesem Druck soll angedeutet werden, daß die Ententemächte mög⸗ licherweise die Beziehungen zu Bulgarien abbrechen würden, falls Bulgarien auch diesmal unnachgiebig bleibt. Die neue Note der 85 Eutente soll übrigens durchaus keine besonderen Anerbietungen be! 3 züglich territorialer Abtretungen enthalten, so daß die diplomatie selbst mit der Wahrscheinlichkeit einer negativen Ant⸗ 5. wort rechnet. Die Pets— ie ung Rumäniens. Bukarest, 5. Juli. Die Rumänen lassen sich auch heute noch nach beiden Seiten geit, weil ihnen das Umlernen gar so schwer fällt. Die Wahrheit, daß Rußland endgültig und restlos zusammengebrochen ist, ist noch nicht durchgedrungen. Man schmeichelt sich mit dem Glauben, daß die Dardanellen schließlich doch fallen und die Russen dann zu einer neuen Offensive befähigt sein würden. In der Auffassung des letzten Einwandes, daß die Der Mann scheint verzüglich zu entscheiden, ob Bulgarien an der Seite des Vier zahlenmüßige Ueberlegenheit den Ausschlag geben wird, sucht man die eigenen Gefühle durch ziemlich gewagte Verstandesopera⸗ tionen zu stützen. Gar so friedlich, wie es nach außen hin den Anschein hat, stehen sich hierbei Regierung und Opposition nicht gegenüber. Die Opposition mäßigt ihre Schritte, und die schwes⸗ 3 gende Regierung macht weiter kleine Zickzackschritte. Landungen der Italiener auf der Insel Saseno. Athen, 5. Juli. Die Italiener beginnen nach Meldungen aus Valona auf der Insel Saseno Vorkehrungen zu treffen, die deutlich die Absicht verraten, sich dauernd dort sestzusetzen. Die Befesrigungen, die auf ihr im Ban begriffen sind, haben keines⸗ wegs den Charakter von provisorischen Anlagen. Es werden viel⸗ mehr unterirdische Forts und Unterstände für schwere Artillerie gestellt. In der Umgebung von Valona werden die Straßen ür die Heranschaffung schwerer Artillerie instand gesetzt. In Voguae, das 20 Kilometer von der Stadt entfernt liegt, sind de⸗ reits schwere Geschütze in Stellung gebracht worden. Ein Eisenbahnunglück bei Hamburg. Hamburg, 5. Juli. Ein schwerer Eisenbahnunsall, bei dem 11 Personen schwer und 11 leicht verletzt wurden, ereignete sich am Sountag abend bei der Altonaer Blan⸗ keneser Brücke. Bei der. Haltestelle im Vorort Ottmarschen Über⸗ fuhr ein nach Blankenese fahrender Zug die Weiche und raste, die Strecke ist hier eingleisig, in den entgegenkommenden Ing hinein. Nur mit großer Müße gelang es, die unter den Trüm⸗ mern liegenden Personen zut befreien. Die 11 Schwerverletzten wurden in Automobilen in das Altonaer Krankenhaurs gebracht; üb- man befürchtet, daß einige von ihnen die Nacht nicht überleben werden. Ein Unfall am Wannsee. Berlin, 5. Juli. Die nicht weit vom Freibad Wann see befindliche Landungsbrücke Beelitzhof brach am Sonntag unter 7 der Last der auf das Motorboot wartenden Fahrgäste zusam N 20 Personen, Männer, Frauen und Kinder, Wasser, konnten jedoch alle gerettet werden. . 3 1 men. , stürs ten ins Dtkksgeperbevekein gießen SAF WII E. V.). Ordentliche Hauptversammlung Montag, den 5. Juli 1915, 9 uhr, im Gewerbehaus(1 Treppe hoch). Tagesordnung: 1. Berichte. 2. Rechnungsablage und Voranschlag. 3. Vorstandswahl. 4. Kriegsbeschädigtenfürsorge Gewerbehaus). 5. Verschiedenes. 5604 (Aenderungen im Dr. Kraus müller, Vorsitzender., D Bekanntmachung. Spit- und Leihkase Watenborn⸗Steinberg A.-G. Montag, den 2. August 1915, nachmittags a klipp⸗Fische ordentl. Generalbersammlung. 3% uhr, findet in dem Saale der„Krone“ zu Steinberg die statt. Tagesordnung. 1. Berichterstattung, Vorlage der Bilanz und Ge— winn⸗ und Verlustrechnung über die Ergebnisse des Rechnungsjahres 1914 mit Bericht des Vor— standes und Prüfungsbericht des Aussichtsrates. Beschluß über Festsetzuung der Dividende für das Geschäftsjahr 1914. Ueberschreiben von Aktien. Entlastung des Vorstandes und des Aufsichts rates. Ergänzungswahl des Aufsichtsrates und der Revisionskommission. Der Vorstand. Kling. Happel. e Leicht. 5654 Mein Geschäft befindet sich jetzt: Mählstrasse Nr. 5 (an der Bahnhofstrasse) REINH. KNAPP Herren- und Damen- Schneiderei 0³³ — 4 Radilumhaltige Solduellen.— 800 en Bewährtes Heilbad bei: Katarrhen der Atmungsorgane, Herzleiden, Blutarmut, Frauenkrankheiten. Rheumatismus, Gicht, Skrofulose, Rachitis, Rückständen von Influenza, Lungen- u. Rippen“ lellentzündung. Bahnlinte Fültingen-Bebra.:: Geschützte herrl. Lage inmitt. ausgedehnt. Bebirgswaldungen.:: Solbüder All. Art. Inhalationen, Gradierwerke. Pueu- matische Apparate u. Kamm ag ee-Werra Auskunft n. 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