Blatt 8*. 1 21 N 9 5 N nchen tes unt Ausnahme des Sonntags. „ Sießener Familienblätter werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Areis Stehen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. 8 9 e 0 F 25 165. Jahrg ang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen VVCCVCTCCCCTTCCCCWCCVTVTP[T[WTTWTWWTT[TWW*** Samstag, 26. Juni 1915 Rotationsdruck und Verlag der Br ühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S851, Schrift ⸗ leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. . 8 1* Sitzung der Stadtverordneten. . ir in der heutigen Nummer e erlauf der 1 12 Stadtverordnetensitzung nach. Anschließend an seine e mitgeteilte Etatsrede gab der Oberbürgermeister die von elfgliederigen Sonderkommission zur Beratung des Voranschla⸗ en Abänderungsvorschläge bekannt: Zu itel 23, Straßenunterhaltung, war man in der Kom⸗ mission der Ansicht sen, daß der für das Teeren chaussierten ahrbahnen ein, estellte Betrag von 3000 Mark gestrichen werden könne, weil der Mutovertehr während des micntmal und Teer sehr schwer zu erhalten sei. Zu Titel 25, Straßenbeleuch⸗ tung, wird eine Kürzung des vorgesehenen Betrages von 70 000 Mart um 2000 Mark vorgeschlagen. Zu Titel 48, Schulden⸗ tilgung, hatten die Stadtverordneten Krumm und rs be⸗ antragt, in diesem Jahre von einer Schuldentilgung abzusehen i An ist rechtlich unzulässig. In den vom Oberbürger⸗ meister dem beigegebenen Erläuterungen wird dazu folgendes Bei der Schuldentilgung ist von Vereinnahmung einer . eee dem Stadterweiterungsfonds abgesehen worden, dies mir durch Kapitalaufnahme zu ermöglichen gewesen wäre. Die Beitragsleistungen der Betriebe zur Schuldentilgung sind die 1 Die Wenigereinnahmen bei diesem Titel betragen 18 944 Mark. An den Ausgaben für Schuldentilgung sind 44135 Mark worden. Die planmäßige ordentliche Schulden⸗ muß unter allen Umständen durchgeführt werden, da fämtlichen Anleihen Obligationenanleihen mit unbekannten K sind, deren Gläubigerrechte verletzt würden, wenn die Tilgung unterbliebe Die rechtliche Möglichkeit, die 17 ige ordentliche Tilgung unserer Anleihen diesmal zu unter⸗ 3 5 ist daher völligausgeschlossen. In den Obligations⸗ 5 ist die Verpflichtung zur Tilgung, sei es durch Auslosung, sei es durch Rückkauf, ausdrücklich festgelegt, und es bedürfte eines nderen gesetzgeberischen Aktes, um die Tilgungsverpflichtung zu beseitigen Einen derartigen gesetzgeberischen Akt vorzunehmen, die Bundesregierungen umso weniger Anlaß, als bisher Bestreben der Gesetzgebung dahin gerichtet war, auch in Kriegszeiten mit wenigen dringend notwendigen Ausnahmen die Verpflichtung zur Erfüllung aller privatrechtlichen Verpflichtungen a zu erhalten, eine Maßnahme, die durchaus richtig und wie wir alle wissen, von vollem Erfolge begleitet en ist. Anders ist es mit der sogenannten inneren Tilgung, die in der Weise besteht, daß die Gemeinden der Genehmigungsbehörde über verpflichtet sind, vor Beginn der planmäßigen Tilgung ene Beträge aus der Betriebsrechnung in die Vermögens⸗ rechmung zur Verminderung des künftigen Anleihebedarfs über⸗ zuführen. Danach würden in dem Rechnungsjahr 1915 auf das 1912er Anlehen, bei dem die planmäßige Tilgung am 1. April 1917 beginnt, 52 500 Mark und auf das 1914er Anlehen, bei dem die 3 Tilgung am 1. Juli 1924 beginnt, 13 500 Mark zu tilgen somit 66 000 Mark von der Betriebsrechnung zu ver⸗ ausgaben sein. Da der diesjährige Voranschlag wegen der durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse ungünstig abschließen wird, sind diese beiden inneren Tilgungsraten auf der Ausgabeseite ab⸗ gesetzt worden, eine Maßnahme, die der Krieg ganz gewiß recht⸗ igt, die auch in anderen Städten vorgenommen ist und die a Einverständnis der oberen Behörden zweifellos finden wird. Der Titel Schuldentilgung weist gegenüber den Vorjahren eins i sgabe von 44 135 Mark auf. Zu Titel 25 hatten die Stadtverordneten Krumm, Orbig und Vetters die Aufhebung der Verbrauchsabgabe von Brenn materialien beantragt. Mit Rücksicht auf die Finanz⸗ lage der Stadt kann diesem Antrag gegenwärtig nicht nähe treten werden, weil dadurch der Betriebsrechnung ein Ausfall von mehr als 50 000 Mark 1 4 5 würde. Zu Titel 66, hat die Kommission vorgeschlagen, das Betriebskapital um 2000 Mark zu erhöhen. Zu Titel 67, Gemeindesteuern, hatte die Kom⸗ — 4 1. eschlagen: Die Gemeindesteuern werden auf 150 Proz. i mögenssteuerwerte festgesetzt. Der Antrag Krumm, Orbig und Vetters, daß Gemeindesteuern nur von 900 Mark Einkommen auf⸗ erhoben werden sollen, muß aus finanziellen Gründen ab⸗ t werden. Die Steuern sollen in 6 Zielen und zwar in Juni, Juli, September, November 1915, Januar, Monaten März 1916 erhoben werden. Im übrigen war der Voranschlag von] V der Kommission genehmigt worden. Die Kommission bestand aus den Mitgliedern Emmelius, Grünewald, Heichelheim, Krumm, Leib, Petri, Huhn, Löber, Eichenauer und Ebel. f In der auschließenden Aussprache nahm zunächst Stadtv. Loeber das Wort und sprach die Ansicht aus, daß man zweck⸗ mäßig trotz der überaus klaren Aufstellung des Etats auf die allgemeine Beratung nicht verzichten solle. Dieselbe Ansicht ver⸗ trat Stadtv. Vetters. 5 n Einkommensteuer und 26,4 pro Mille der Ver⸗. Stadtv. Loeber führte sodann aus, mit einer Einkommen⸗ steuererhöhung von 30 Prozent müsse man sich nach Lage den Dinge einverstanden erklären. Eine höhere Besteuerung des Ver⸗ mögens sei aber nicht angängig, da Haus- und Grundbesitz ohne⸗ dies schon zu sehr belastet seien. Er schlage vor, die Vermögens⸗ steuer auf 22,2 oder höchstens 24 zu erhöhen und bitte um Aus⸗ kunft, welche Differenzen sich in dem Etat dadurch ergeben. Im e Standpunkt, da 1 einem fundierten Einkommen l pt nur mehr bei Staatsbeamten gesprochen werden könne. Der für den Umbau der Alten Klinik angesetzte Betrag von en Mark könne für den notwendigen Ausgleich in Betracht men. Stadtv. Vetters dankte dem Oberbürgermeister für die zum Etat gegebenen Erläuterungen, deren man sich bisher noch nie habe erfreuen dürfen. Wenn aber von seiten des Oberbürger⸗ meisters ausgesprochen werde, daß die Stadtverordnetenversamm⸗ lung an den in den letzten Jahren begangenen finanz politischen Fehlern nicht unschuldig sei, so müsse man dem entgegenhalten⸗ daß die Stadtverordneten zu den Personen und Kommissionen, die finanz politische und andere Neuerungen vor ihnen vertreten, cuch das 8 haben dürften, daß sie einwandfreie Vorschläge machten. in dieser 4 vom Oberhürgermeister erhobenen Vorwürfe müsse er, Redner, also in gewissen Grade an die er⸗ wähnten Instanzen weitergeben. Maßregeln zur Gesun⸗ dung unserer Finanz politik seien unbedingt notwen⸗ dig. Man solle damit aber nicht zu schnell verfahren und von allem der Bevölkerung, die ohnedies unter den verringerten Ein⸗ nahmen und der Lebensmittelteuerung zu leiden habe, nicht auch noch mit einer so beträchtlichen Steuererhöhung kommen. 10 00 seien vollständig genügend. Den durch diese Beschränkung Ausfall im Etat solle man durch den für die Alte Klinik eingesetzten Betrag im Sinne des Stadtv. Loeber zu decken suchen. Abstriche seien möglich bei der Anlage neuer Straßen, an den 2000 Mark für öffentliche Feierlichkeiten, an den Wohl⸗ l an Institute und Vereine im Gesamtbetrage von 18 Mark. Bezüglich der Einnahmen habe man wohl etwas schwarz gesehen. Das Elektrizitätswerk und auch das Wasserwerk dürften, z. B. der Eisenbahn gegenüber, nicht zu billig arbeiten Die Hundesteuer könnte erhöht werden. Die H. machten der Straßenreinigung so viel Arbeit, daß man auf diefe Weise vielleicht einen oder mehrere Straßenreiniger sparen könne In Voranschlgg sei die Teuerung zulage für Beamte ang rt, von einer solchen für Arbefter sei jedoch micht die Rede. Sie sei jedoch drungend zu wünschen. Den Antrag, betreffend n des Oktrois auf Brennmaterial müsse er aufrecht erhalten. 0 Stadtv. Huhn sprach ebenfalls die Ueberzeugung aus, daß eine Reform der städtischen Finanzen erforderlich fei. Er habe in der Kommission gegen die Erhöhung der Grundsteuer, aber für die Erhöhung der Einkommensteuer gestimmt. Wenn seit dem Jahre 1905 die Einkommensteuer nicht erhöht worden sei, so sei dies nur darauf zurückzuführen, daß der Grundbesitz so hoch belastet sei. Man könne sehr wohl ohne Erhöhung der Grund⸗ steuer auskommen, wenn man sich entschließe, die Einkommen⸗ steuer um wetere 5 Prozent Heraufzusetzen. Stadtv. Eiche nauer i daß eine. Erhöhung der Grundsteuer allein e e ei, wie ja auch der Pber⸗ bürgermeister bereits in der Kommission ausgeführt habe, daß eine Differenzierung zwischen Grund⸗ und Kapitalsteuer lich ein Unding ist. Im übrigen lege er Wert darauf, stzustellen, daß der Oberhürgermeister bei Gelegenheit der Vor⸗ beratung für die kommende Zeit eine Revision der Kanal⸗ ebühren in der Richtung in Aussicht gestellt habe, daß die zu 60 bre 85 175 1 5— 4 würde im nächsten Ja die en 0 age rechtzeitig eingehracht werden, zumal die verschuldeten Hansbesitzer ohnedies schon schwer zu leiden Stadtv. Winn: Dem Herrn Oberbürgermeister können wir für die vorzügliche Ausarbeitung des Voranschlages sehr dankbar sein. Eine so eingehende Begründung haben wir noch nie bei Be⸗ ratung des Voranschlages erhalten. Ich glaube, daß er dabei mit allzu großer Vorsicht verfahren ist, und bin der Ansicht, daß bei einzelnen Titeln Aenderungen eintreten können, so daß eine Steuer⸗ erhöhung in vorgesehenen Umfange nicht nötig sein ditrfte. Im besonderen bin ich gegen eine Steuererhöhung der ermögen, da diese gerade den schon so schwer belasteten Grundbesitz und diejenigen Stände trifft, die in der jetzigen schweren Zeit sehr mit dem Lebensunterhalte zu kämpfen haben. Die Er⸗ höhung der Vermögenssteuer wirkt am meisten auf die Gewerbe⸗ treibenden, weil eine Erhöhung der Gewerbesteuer damft ver⸗ bunden ist. Man muß auch berücksichtigen, daß der⸗Grundbesitz, der zur Zeit des wirtschaftlichen Aufschwunges eingeschätzt wurde, heute lange nicht mehr die Werte darstellt, die damals festgelegt wurden. Trotzdem liegen diese Werte der heutigen Besteuerung noch zu⸗ grunde. Für die Erhöhung der Einkommensteuer halte ich einen Satz von 20 Proz. für ausreichend. Die für den Umbau der alten Klinik vorgesehenen 260000 Mark können um 150000 Mark ermäßigt werden, da diese Arbeit nicht auf einmal ausgeführt werden muß. Die Erträgnisse der städtischen Werke dürften wohl etwas höher als vorgeschlagen veranschlagt werden. Für die Auflösung des Stadter weiterungssonds trete ich ein. Ebenso beantrage ich die Auflösung des Selbstversiche⸗ rungs fonds, gegen den ich schan bei der Gründung gesprochen habe. Wir kommen viel besser weg, wenn wir uns bei einer guten Gesellschaft gegen alle Fälle versichern. Der Fonds, der zurzeit ca. 6000 Mark beträgt, reicht lange nicht aus, um einen einzigen größeren Unfall zu decken. Dem Antrag des Herrn Vetters, den städt, Arbeitern eine Teuerungszulage zu gewähren, stimme ich zu. Stadtv. Plank erklärt sich mit dem Steueraufschlag zur . einverstanden, bezeichnet aber die Erhöhung Vermögenssteuer als ungerecht. Er müsse sich den Ausführungen der Stadtverordneten Winn und Löber anschließen, sowie dem, was bisher über die Alte Klinik gesagt worden sei. Man solle lieber auf dem Grundstücke des jetzigen Stadthauses weiter⸗ bauen und in geeigneten Zeiten den Bau vollenden, die Alte Klinik aber als das für Gießen gegebene Ausstellungs⸗ gebäude erhalten. Stadtvy. Dr. Ebel meinte, der Oberbürgermeister habe in seiner Etatsrede den Stadtverordneten zweifellos einige schwer⸗ wiegende Vorwürfe gemacht. Die Mitwirkung der Stadtverord⸗ netenversammlung in der städtischen Verwaltung sei in früheren Zeiten aber so beschränkt gewesen und von dem früheren Ober⸗ bürgermeister so beeinträchtigt worden, daß die Verantwor⸗ tung der Stadtverordnetenversammlung in wichtigen Dingen stets unvollkommen gewesen sei. Was den Voranschlag felbst angehe, so müsse er bemerken, daß die Erhöhung der Einkommen⸗ steuern zwar sein Bedenken errege, er sehe aber keine Möglichkit, Ersatz dafür zu schaffen. Alle bisher gestellten Anträge schafften Einnahmeausfälle aber kein Aequivalent dafür. Die Belastung des Grundbesitzes sei ihm wohl bekannt, doch müßten fich die Grundbesitzer die vernünftige Höhe, die der Wert des Bodens hierorts erreicht habe, größtenteils selbst zuschrei⸗ ben, da man feinerzeit bei Einführung der Wertzuwachs steuer den Wert der Grundstücke nicht hoch genug habe angeben können, um diefer Steuer möglichst zu entgehen. Man hätte seinerzeit ein bestimmtes Jahr als Wertmesser festfetzen und von einer Neu⸗ einschätzung absehen sollen. Im übrigen sei er selbst für eine Ern⸗ kommensstenererhöhung von 40 Prozent zu haben, wenn d die kleineren Einkommen frei werden würden. Die für die Alte Klinik bereitgestellten Mittel für das Defizit der Betriebsrechnung in Anfpruch zu nehmen, heiße, laufende Ausgaben aus Anlethe⸗ mitteln decken. Die 260 000 Mark dieses Postens ständen in der Vermögensrechnung und seien für den genannten Zweck von der Versammlung längst bewilligt. Was die Aufhebung des Oktrois auf Brennmaterial angehe, so halte er die Zeit für derartige grund- sätzliche Auseinandersetzungen für ungeeignet. Gleichwohl sei er aber auch für die Aufhebung des Oktrois zu haben, wenn dadurch die Kohlen billiger würden. Das würde aber keinesfalls eintreten, die Aufhebung vielmehr nur ein Geschenk an die Händler en. 2 7 Stadtv. Vetters schloß sich hinfichklich der Grundstenern dem Vorredner an und sprach die Vermutung aus, daß eine Herab⸗ setzung der Kanalgebühren schwerlich auch eine solche der Mieten zur Folge haben werde. N N Stadtv. Simon führte aus, die Vermögen stellten heutzutage mungen zugrunde 2 Grundbesitzes im nicht mehr den Wert dar, der den liege. Im übrigen sei die Werteinschätzung des Gegensatz zu der von Dr. Ebel vertretenen Ansicht seinerzeit Sache einer Kommission gewesen. Freilich habe ein jeder das Bestreben gehabt, sein Grundeigentum möglichst hoch bewerten zu lassen. Um aber Steuern bezahlen zu können, müsse vor allem ein Ein⸗ kommen da sein. Den bisherigen Vermögenssteuersatz halte er für ausreichend. Bei der Einkommen⸗ und Vermögensbesteue⸗ rung handele es sich zudem um eine unangebrachte Do ppel⸗ besteuerung.* Beigeordneter Kommerzienrat Emmelius weist die von Stadtv. Vetters u. a. auch die gegen die Finanzkommission er⸗ hobenen Vorwürfe zurück. Seinerzeit habe z. B. die Stadt⸗ verordnetenversammlung selbst die Herabsetzung des Steuerkoeffizierenden abgelehnt. Wenn es der Finanzkommissiom nach gegangen wäre, würde man eine Steuer⸗ erhöhung schon früher in Aussicht genommen haben.* Stadtv Geh. Kommerzienrat Heichelheim nahm gleichfalls die Finanzkommission im Sinne des Vorredners in Schutz. 1 Stadtv. Petri hält die gegenwärtige Zeitlage, wo Handwerk und Gewerbe darnieder liegen, für eine Steuererhöhung für denk! bar ungünstig und bittet, zu erwägen, ob es nicht vielleicht doch auf andere Weise zu erreichen sei, den Etat auszugleichen.* Oberbürgermeister Keller nahm alsdann das Wort zu folgender Entgegnung: 2 3 8 N 4 Eine Teestunde im deutschen Feldlazarett. 1 7 O Tonnell Bennett, Kriegsberichterstatter der„Dail T in Chikago, hat dem deutschen Feldlazarett in Mra wa einen Besuch abstatten können, und er veröffentlicht darüber in seinem Blatte eine überaus frische Schilderung, ganzer timnrung man es wohl anmerkt, welche Bewun⸗ 1 diesem lazarett hinter Front abgenõ haben. boratorium liegt weniger als 10 engl.) Meilen hinter der Schlacht⸗ linie und ist ein lebendiges Zeugnis vom deutschen Militarismus. e Refa 75 an ikanischen cher. Es war dies Hauptmann Georg Michael is, im Frieden, sozu⸗ 8 1 Professor am Kaiser Wilhelm⸗Institute „ganz die Jagd auf die : im Nebenberufe, a n 1 c 5 eee. kite al e Bee i T. 2 Sane mf ber auptmann plauderte.* im benraume umausgefetzt 8 3 und 8 die N en gegen Cholera gegen Er un an den Apparaten, wo die Kulturen der Bazillen hergestellt wurben, * zwei stern. Diese beiden deutschen Schwestern err die hell merikaners. Sie waren so sauber, so frisch, so fein in so anziehend in Ruger fi. einung— doch hatten sie schon Schweres . Als die Deutschen auf Soldau hatten zurückgehen ren, da waren die beiden Pflegerinnen nrft in den Rückzu i Männer, F mit ihnen geteilt hatten, 0 von der Leistung und e zu den 1 die man machen müsse. Aber nun Par die T, eee 1 ein Stündchen fei en ihre weißen Ober⸗ ab begamen den Teetisch urichten. Aus allen mög mit einem le gute Sachen ö N kleine Pa mit Tee, sen auch in etwas verdächtig aussehenden, schwarzen Flasche, und Zwiebäcke, die natürlich mit Liebesgaben gekommen waren. Statt des Tischtuches diente ein Eckchen Wachstuch und das Wasser mußte über einer Spirituslampe zum Kochen gebracht werden. Die Teetassen zeich⸗ neten sich durch große Mannigfaltigkeit aus und der Teetopf hatte seinen Henkel auf dem Felde der Ehre gelassen— aber alle Zurn„so erzählt der ameriklanische Journalist mit offen⸗ kundigem Entzücken, wurden mit nie ermattender Lustigkeit und Heiterkeit vollendet. Lösfel gabs nicht genug, doch durfte man sich den seines Nachbarn leihen. Kurz, es wurde eine ganz reizende Teestunde, und Gott weiß woher brachten die beiden jungen Mädchen schließlich so⸗ 15 einen Blumentopf, den sie als Zierde auf hren Tisch etzten. Und dazu bemerkt der Amerikaner;„Mädchen aus man⸗ chen der besten Familien Deutschlands, wie diese, und Tausende wie sie dienen an der deutschen Front und alle besitzen jene Ein⸗ der Eb guter Kinderstube—— 5 2 3 ei r allerlei Schwierigkeiten machte un stigen Mißverftändni führte, entwickelte sich die enn doch lebhaft. Zu den Teilnehmern gehörte auch ein junger Soldat, der Maler von Beruf war, und nach einer längeren Erkrankung eben wieder zur Front zurückkehrte Er hatte schon in Fraukreich efochten und erzählte von n Und da meint denn Smet, was er berichtete, könnte vielleichk nicht gans zur der „Hunnen“ und„Barbaren“⸗Mythe passen, die Conan Doyle und e b ee Art Evangelium d 0 ämlich die poralschaft des Erzählers aus folgenden Perfonen: ei Maler einem Tondichter, einem Bild⸗ 5„ fünf Stndenten der einem e, wo in Leben — lassen mitssen, ü hrreim, der durch all feine ählungen ging:„O wie schön es war. o sufe schön es war.“ * — Das sogenaunte„Käthchen Schönkopf“ im er eum. Zu den ingeatücken des Publikums im ziger Museum gehürt jenes Bilduts von Auton Graff, * Namen der e. t und das 1 seinen künstlerischen durch die diefer mit dem Leben des Seubenten Chocthe so eng verknüpften Leipzigerin die Besucher ganz besonders fesselt. Lei⸗ der gerät dies Bildnis, soweit die Persönlichkeit der Dargestellten in Betracht kommt, bei der Wissenschaft mehr und mehr in Miß⸗ kredit. Schon im Jahre 1910 hat Wustmann auf die schlagende Aehnlichkeit des angeblichen„Käthchens“ mit dem von ihm ver⸗ öffentlichten Bildnisse einer russischen Großfürstin von Graff hin⸗ gewiesen, und nun ist, wie die„Kunstchronik“ mitteilt, kurzlich bei Boerner in Leipzig unter alten Beständen ein Miniaturbildnis zum Vorschein gekommen, das mit dem Porträt des Leipziger Museums so vollständig übereinstimmt, daß von einer bloßen Aehn⸗ lichkeit nicht mehr geredet werden kann. Diese Boernersche Minia⸗ tur wird aber durch einen handschriftlichen Vermerk auf dern Rückseite als die Prinzeffin Maria Josepha bezeichnet und alis Maler wird Rafael Mengs genannt. Wie Julius Vogel fests⸗ gestellt hat, kann dieser Vermerk aus geschichtkichen Gründen nicht zutreffen und auch Mengs als Maler nicht in Frage kommen. Da⸗ gegen neigt Vogel der Ansicht zu, daß es sich doch um eine fürst⸗ liche Person handele; und dann kann auch die auf dem Graffschen 1 Bildnisse des Leipziger Museums dargestellte Persönlichleit nicht N Käthchen Schönkopf sein, sondern sie wird dann doch wohl irgend— eine Prinzessin darstellen, die mit Hilse des erwähnten, früher von 1 Wustmann veröffentlichten Bildes und der jetzt bei Boerner neu 1 * l 1 2 aufgetauchten Miniatur nüher sestzustellen wäre. Gelingt diese Feststellung, so hat das„Käthchen Schönkopf“ Porträt zwar nicht an künstlerischem Werte, wohl aber an menschlichem und geschücht⸗ lichem Interesse sehr wesentlich eingebüßt. l — Das GEssener Kriegsmal, G riginelles Kriegsmal wird dank der Freigebigkert des 92 Krtbd 1— nächst die Stadt Essen durch Professor Edmund Körner, den Erbauer der künstlerisch sehr bedentenden Essener Synagoge, er halten. Das Mal ist als ein Gegenstück zu dem bekannten Wiener Eisernen Mann und zu dem Kölner Baner in Eisen gedacht. Es ist der Waffenschmiede des Deutschen Reiches erwachsen und stellt sich nach einer Mitteilung der„Kunstchronik“ als eine architektonisch streng genliederte Halle mit dreiteiliger Rückwand dar, in' deren Mitte die fast 4 Meter hohe Gestalt eines Waffenschäntedes oder Wehrmannes steht, mit Schild und Schwert in den Händen. Zu dieser ernsten Hauptgestalt gesellt sich als humoristisches Clement eine von dem Bildhauer Ludwig Nick modellierte Hydwa, deren acht 1 Köpfe bt uch 15 darstellen. Die Benagelung des s ö vollzieht sich auf dem Essener Bahnhofsplatze; suakter wird es im 9 Skadtwalde seme endgültige Nufstellung funden. 1 Feet ber gen er gl. Frege erbges dertreungeng bercgenen After em bisherigen Verhält⸗ neuer Erfahrungen über timmung der Bürger . deer d dag Wesen enge he une ern Kerpener Ne. muskehtgee af dee Bernt N wolle er nur das Wesentlichste heraus und darauj Pfenni erho berhabmiemüßig kurz erwidern, aus dem 1 de, den er am al er ee 5 entspreche. Beim 55 ie treten des neuen Gemeindeumlagengesetzes im Jahre 1913 Stadt verd. sammlung dieses Verhältnis so festgelegt und mit Recht, da es dem bisherigen Aufkommen der Realsteuern und E im Rahmen des Gesamtsteueraufkommens ent⸗ Er müsse auch nachdrücklich betonen, daß die Stadt Gießen unter den größeren Städten des Landes diejenige sei, welche die 1* am meisten schone.(Redner führt die genauen en an. Umso befremdlicher sei es, daß heute mehrfach die Ansicht ge⸗ äußert worden sei, man solle zwar die Einkommensteuer erhöhen, die Ausschläge auf die Vermögenssteuerwerle aber nicht. Er glaube kaum, daß die Mehrheit derjenigen, die von der Erhöhung der Ver⸗ mögenssteuer betroffen werden, dies billigen wirrde. Man solle einmal die Blicke lenken nach Ostpreußen, wo zahlreiche Be⸗ Schluß seiner Darlegungen mitteilen werde. Er müsse aussprechen, daß er den Verlauf der heutigen Voranschlags⸗ beratung bedaure, weil sie sich abhebe von dem Gange der Voranschlagsberatungen im fast allen anderen Stabtverorb⸗ neten Versammlungen, die angesichts der Zeitverhältnisse selbst beträchtliche Steuererhöhungen beschlossen hätten mit voller Ein⸗ mütigleit und ohne, daß längere Debatten stattfanden, ja teil⸗ weise überhaupt ohne jede Debatte. Selbstverständlich ser jedem Stadtverordneten unbenommen, sich zu äußern, es erschiene ihm aber nicht angängig, daß jetzt im Plenum von zahlreichen Stadt⸗ verordneten in der wichtigsten Frage der Aufbringung des Steuer⸗ bedarfs die verschiedenartigsten Ausführungen gemacht würden. Der Voranschlag sei seit 39 in Händen der Mitglieder; die von ihm gestellten Anträge seien daraus zit ersehen; er habe vor 3 Wochen an 2 Tagen in einem 41 a sich a Am Schluß der Sitzung führte Beigeordneter Emmelius bittere Klage über das Benehmen der Zuschauermenge bei Beerdigungen, namentlich militärischer Natur. So habe man vor einigen Tagen fehen können, wie sich eine Frau, um besser sehen zu können, auf einen Grabstein gestellt habe. In so 8 1 r. 3 über die Finanzlage der Stadt verbreitet, zudem auf sitzer von Haus und Hof vertrieben, ihre Gebäude niedergebrann; ernster Zeit sollten unsere Frauen und Töchter nicht so viel übri 29 Seiten eine ausführlt a dez diesfabtt eien. In Gt nd des O f 3 6 e* Seiten eine ausführliche Erläuterung des diesjährigen Vor⸗ seien. In Gießen habe man Dank der Tapferkeit 1... Zeit haben, sich stundenlang auf und an die Friebhöfe zu stellen, mutes unserer Heere von den Schrecken des Krieges und könne fast wie im Frieden auf seinem Besitztum walten und schalten. Die Dankbarkeit dafür, daß unsere Truppen den Feind von uns fern gehalten, sollte gerade die durch Besitz Vermögen⸗ den viel eher zu weiteren Opfern geneigt machen, als zu dem Be⸗ streben, gerade in gegenwärliger Zeit steuerliche Erleichterungen r e dem Einkommen und gegenüber dem bisherigen, jahre⸗ ang bestehenden Zustande zu gewinnen. 3 Viel begreiflicher hätte er die Anregung gefunden, die Ein⸗ kommen, von denen doch der weitaus größte Teil reine Arbeits⸗ eindommen seien, schonender zu behandeln und den Besitz etwas stärker, wenigstens in dem Maße, wie es in den anderen hessischen Städten der Fall ist, heranzuziehen. Nach dem Kriege seien Reich, Staat und Kommunen in die Notwendigkeit versezt, neue Ein⸗ nahmequellen sich zu erschließen. Daß man die Vermögen hierbei verschonen werde, sei undenkbar. Es sei gewiß kein Zufall, daß das Königreich Württemberg, das im Gegensatz zu den ande⸗ anschlags den Stadtverordneten zugehen lassen, was beides— wie mehrsach erwähnt wurde, zum ersten Male geschehen sei; die Stadtverordneten hätten eine aus 11 Mitgliedern bestehende Son⸗ derkommission zur Vorberatung des Voranschlags ein sesetzt; diese Kommission habe stundenlang den Voranschlag Titel für Titel durchberaten und habe nun den Antrag gestellt, das Defizit seinen Anträgen entsprechend zu decken. Anträge, den Steuerbedarf auf andere Weise aufzubringen, seien in der Sonderkommission nicht gestellt wor⸗ den. Nunmehr aber spreche im Plenum eine ganze Reihe von Rednern sich dagegen aus, selbst solche, die in der Sonderkommis⸗ sion mitgetagt, dort aber keinerlei Anträge gestellt hätten. Die verschiedenartigsten Ansichten seien heute laut ge⸗ worden man solle den bisherigen Ausschlag auf das Grundper⸗ mögen beibehalten, denjenigen auf die anderen Vermögen erhöhen und die Einkommensteuer noch um 5 Prozent über 150 Prozent hinaus festsetzen; man solle den Ausschlag auf die gesamten Ver⸗ nur um ihre Neugierde zu befriedigen. mögenssteuerwerte beibehalten! man solle nur auf 22 oder 24 Pfg- ren großeren Bundesstaaten bis jetzt noch kein Vermögenssteuer⸗ 0 eier 8 g 1e E l nt geseg babe, gerade in diesen Tagen sich anschicke, ein solches zu* Elnlerter 1 S. 09 Pie, 1 8. hinaufgehen: man solle die Einkommensteuer nur um 10 Prozent 5 Aen. e eee e e 725 seeler Pig. Vfg., Käsematte 2 Stück 8—0 2 25 Paar 1/00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,00—2, das Stück 1,00—2 50 Mk. Enten das Stück 2,50 Welsche 4—5 Mk., Ochsenfleisch das Pfund Mk. 124—1 fleisch das Pfund 124—128 Psg., Kuhfleisch 124—128 lleisch das Pfd. 1,56—0,00 Mk., Kalbfleisch das Bid. 1 Hammelfleisch das Pfund 96—110 Pfg. Kartoffeln 100 —— man solle die Einkommensteuer nur um 20 Prozent er a Seit einer Woche sei— er habe dies jedem Stadtverordneten schriftlich mitgeteilt— der Standpunkt der Sonderkommission bekannt; da hätte man doch unbedingt erwarten müssen, daß diejenigen Stadtverordneten, die diesen Standpunkt nicht teilten, dies ihm mitgeteilt hätten, dann hätte er die Möglichkeit gehabt, diese anderweitigen Anträge erneut in der Sonderkommission zur Beratung zu stellen, zumal es sich um schwierige Dinge handele, die Berechnungen notwendig machten. Nun erkläre eine größere Anzahl von Stadtverordneten, die Anträge der Sonderkommisfion gefielen ihnen nicht. Daß solche Aeußerungen den Beifall der Bürgerschaft fänden, sei ganz natürlich, da selbstverständlich der⸗ jenige sich keiner besonderen Beliebtheit erfreue, der in Reich, Staat oder Komnume eine kräftige Steuererhöhung oorschlage. Diese Aeußerungen seien aber auch platonisch, da sie das Wich⸗ tigste vermissen ließen, nämlich die entsprechenden Vor⸗ schläge, wie auf andere Weise das Defizit zu decken sei. Wenn vorgeschlagen worden sei, den Betrag von 260000 Mk. f ü r nicht außer lassen oder gar gegenüber dem Uisherigen Zustand erleichtern, umsoweniger, als ein siegreicher Friede die größten Vorteile ganz gewiß dem Besitzenden darbiete⸗ Nach alledem müsse er der mehrfach geäußerten Ansicht entgegentreten, daß zwar die Einkommensteuer zu erhöhen, die Ausf auf die Vermögenssteuerwerte aber in der bisherigen Höhe beizubehalten seien, und er sei des Glau⸗ bens, daß die Mehrheit der Bürgerschaft seinen Standpunkt, den die Kommussion vollauf teile, billigen werde Os dies die Stadt verordneten-Versammlung tue, lasse er dahinstehen, finde aber eine Bestätigung seiner Auffassung darin, daß diejenigen Städte, die Steuererhöhungen beschlossen haben, die bisherigen Ausschläge auf die Einkommensteuer und die Vermögenssteuer gleich⸗ mäßig erhöht haben. Und dabei würden in anderen Städten die Vermö weniger glimpflich behandelt wie in Gießen. nur in Gießen, ndern auch anderwärts werde man daher mit Interesse den Beschlüssen der Stadtverordneten-Versammlung entgegensehen. Angesichts der so verschiedenartigen heute verlautbarten An⸗ sichten, wie der Steuerbedarf aufzubringen sei, könne eer nicht den Umbau der Verwaltung zu streich alten Klinik zu Zwecken der städtischen „so sei dieser mehrfach gehörte Vorschlag ein Schlag ins Wasser. Diese 260 000 Mk. seien in der Vermö⸗ nrögens rechnung verzeichnet, die ganz unabhängig sei von der Be⸗ 2— Es sei vollkommen gleichgültig, ob man in Vermögens rechnung beeinflusse die Betriebst ringsten. Es sei heute stehenden Au f ten, die Ausschläge auf die anderen Vermögen habe er aber bereits des Stadtverordneten Mitalieder der Kommission r Artikel 55 des ten, da de Satze er hoben werdert ur ũ gt en.— eine neue Sonderkommission einsetze und die Wenn vou eimer Seite— here absete. In diese neue Nonumission wären dann wohl in der Einkommens- und Vermögensbestereriung handle es sich um erster Linie diejenigen Stadtverordneten zu berufen, die sich heute a. 9 0 3 5 3 1 des Defizits nicht in Frage kommen könne. deutsch es geltendes Recht und da diese Gesetze selbstwer⸗ Er beantrage daher, die Beratungen über den Voranschlag heute 5 8 ständlich unter versasfungsmäßiger Mitwirkung der Volksvertre⸗ aus zusetzen und unter Aufhebung der bisherigen Sonderlummission Orsent. I. ucgaretfen Fabre nidze Dresden tungen zustande gekommen seien, so erhelle, daß die Mehrheit der] den Voran chlag zur erneuten Vorberatung an eine möglichst aus Inh Hugo Hoflieferant d Kenigs vd ö deutschen Volksvertreter ganz anderer Ansicht sei, wie diejenigen anderen Mitgliedern bestehende neue Sonderkommission zu ver⸗ 5 N in Streichungen oder Zusätze mache, dies echnung und den Steuersatz nicht im ge⸗ auch ausgeführt worden, man solle den jetzt be⸗ chlag auf das Grundvermögen beibehal⸗ gleiches Gesetz dem Landtage vorgelegt. Stadtverordneten in Gießen, die diese Art der„Doppelbesteue⸗ rung“ mißbilligten. Er müsse ausdrücklich hervorheben, daß sein Vorschlag, die — von 120 Prozent auf 150. und Einkommen Amtlicher Teil. Bekanntmachung, betreffend Herstellungsverbot für Baümwollstoffe. Auf Grund 3 9 Buchstabe b des Gesetzes über den r rungszustand vom 4. Juni 1851(in Bayern auf Grund Artikel 4 Ziffer 2 des Gesetzes über den Kriegszustand vom 5. November 1912) wird folgendes erlasseu und zur allgemeinen 51. Vom 1. gende, aus schließlich oder vorwiegend aus B wolle zu fertigende Wirkwaren ohne Unterschied, ob Herstellungsverbot Kenntnis gebracht. gust 1915 an dürsen bis auf weiteres fol⸗ Web⸗ und glatt, gemustert oder buntgewebt, nicht mehr hergestellt 1. Stoffe far Leib- und Bettwäsche: Sämtliche Gewebe, zu welche n— sei es in Kette, sei es in Schuß— Garne unter Nr. 16 engl. oder über Nr. 32 engl. empfehlen, den Voranschlag heute zu erledigen. Er habe nach dem Verlaufe der heutigen Debatte die Auffassung gewonnen, daß eine ganze Anzahl von Stadtverordneten den Anträgen der Sonder⸗ kommission ablehnend gegenüberstehe. Nun sei die Zahl der an⸗ wesenden Stadtverordneten außerordentlich klein und es würde— falls er die gestellten Anträge heute zur Abstunmung bringen würde— für die Anträge sich wohl eine Mehrheit, aber eine, an⸗ gesichts der geringen Zahl der Stadtverordneten, nur geringe Mehr⸗ heit„Es könne somit bei der Abstimmung heute sich er⸗ geben, daß vielleicht 8 oder 9 Milglieder die Steuererhölgeng nach seinen und der Sonderkommission Anträgen beschließen würden. In einer so bedeutsamen Frage aber müsse die Mehrheit eine ganz andere sein; auf die Art, wie eine Steuererhöhung von der Bürgerschaft aufgenommen werde, sei es doch von Ein⸗ fluß, ob die erwählten Vertreter der Bürgerschaft in dieser Sache einmütig seien oder nicht, oder ob doch swenigstens eine stärkere Mehrheit sich in dieser Frage zusammengefunden habe. Es erscheine ihm zweckmäßig, daß die Stadtverorbneten⸗Ver⸗ abweichend geäußert hätten, Diese hätten alsdann in einer neuen Sonderkommission die Gelegenheit, das Versäumte nachzuholen, nämlich die Prüfung und die Antragstellung darüber, wie nach ihren Ansichten das Defizit zu decken sei. Seine Mitwirkung bei diesen Verhandlungen werde sich erübrigen, da das, was er im Laufe der letzten 3 Wochen über die Finanzlage und den Vor⸗ anschlag geredet hätte, so umsassend 2 daß es im Druck vielleicht einen anfchelchen Band füllen würde und er neues nichts vor⸗ zubringen wisse. Er habe reiflich erwogen, wie der Fehlbetrag aufzubringen sei, da es selbstredend auch ihm sehr schwer geworden set, eine Steuererhöhung auf 150 Prozent zu beantragen. Er sei aber der pflichtgemäßen Ueberzeugung, daß eine andere Art der Deckung weisen. Er überlasse der Stadtwerordneten⸗Versammlung, welche Mit⸗ glieder sie in diese üssion wählen wolle. Stadtv Petri stellt fest, daß die von ihm in der heutigen sonstige Decken, Vorhangstofse, Fellstoffe, Vorhangrretonnes, Madras vorhänge, Gardinen aller Art. 5. Stoffe für technische Artikel: „Treibriemen, ile, Bindfaden, Walzentücher, Seih⸗ tücher, Käsetücher. 6. Bänder, Litzen, Riemen, Gurte, Besatzartikel . und Posamente. 7. Wirkwaren jeder Art. Das Verbot erstreckt sich 4 solche Gegenstände, welche den unter 1 bis 5 aufgezählten Verwendungszwecken dienen und den aufgeführten Stoffen im wesentlichen gleich sind, jedoch unter anderer Be ig gehandelt werben. Die Herstellung der unter das vorstehende Verbot fallenden Waren ist nach wie vor erlaubt, wenn hierzu auschließlich Garne von Nr. 60 engl. einfach aufwärts g finden. 2. Das Verbot erstrecht sich nicht auf Web⸗ und Wirkwaren irgendwelcher Art, welche I. in der Zeit bis zum J. August 1915 zur Erfüllung von un⸗ mittelbaren oder mittelbaren Aufträgen der Heeres oder der Marineverwaltung in Arbeit genommen waren, 2. ab J. August 1915 durch den Ne der Baum⸗ wollindustrie, dessen Gründung in Aussicht genommen ist, N Urs sendet. 25 Irustfrei! 2 5 1 3 2. et.: Verhalten Bevölkerung iegerangrifsen. Wenngleich zunächst keine Veranlassung zu der Reith amzen An⸗ nahme vorliegt, daß feindliche Kiegergesthiwuder ihren Aktions- radius bis in die hiesige Gegend ausdehnen werden, wollen wir das Publitum doch darauf aufmerksam machen, daß es nach der bisherigen Erfahrungen genügt, wenn: 8 J. zum Schutze gegen einschlagende Bomben Zuflucht in die unteren Räume der massiven Gebäude, bei einstöckigen in die Keller genommen wird, wobel es unzweckmäßig ist, sich zu weit von dem Ausgang zu entfernen, damit man nicht durtz Explosionsgase vom Freien abgeschnitten wird; zum Schutze der allenden der Maschinen⸗ * und Geschoßteile der Ballon⸗Abwehr⸗Kanonen sich r Aufenthalt in einem Zimmer, möglichst in massiwem Gebäude, empfiehlt, wobei man sich nicht am Fenster aus⸗ halten soll. 10 ist l 825 in den—ů˖ Gemeinden bei der rung fein 6 gegeben werden. Gießen—5 25. Jus 1918. 85 Großberze pech Kreisamt Gießen. r. Usinger. * zu verwenden sind, ohne Rücksicht auf die Fadenste ferner zur Vergebung gelangen,* 5 5 amtliche Gewebe, zu deren Hersteltung mehr als 5 Schäfte] 3. aus Rohstoffen oder Halberzeugnissen gefertigt werden, welche g ae FFFC.C0„ t e für Haus- un ischw e eingefi wo nd. 1 K N Tüte und Licher, Seiten, Bunbeücher und end- een. tuchteuge im Stück, Küchentücher, 5 Wi bens können Ausnahmen vom Verbot der Herstel⸗ in welcher das von Ihnen anzuordne 5„ '„„Juletts, Daunenteper, gerauhte Bettünber. jung, insbesondere der unter Zi d. aufgeführten technischen baden e e iegers gegeben e 3. 1 n Use 85 durch 8 115 See f, eee Gießen, en 38. Jun 1915 umt„u* fei Abteil Sektion 5.. 1 4 3* 2 8 d g gien en en e. be 5/10. bawisltgt Werden. 4 een Gaben. 8 2 ler iche Gewebe 2— Strafandrohung. a 4 5. ge 1. 3 N n age de lege 557 Betr.: Sonntags ruhe in 4 1 8 f 6 5 Tülle, Spitzen, Schleierstoffe, Fran⸗ F solcher—— auffo oder anreizt, N den 27. l. Wie von nachmittags 3 Uhr bis 5 4 Stoffe für Zunenelnr 7 e, zierstosse, Möbel 1 Hettvorlagen, tung: Matra 55.* 2 .Mo e, e B e en, „ 4 nach allgemeinen Strafgesetzen eine höhere Strase verwirkt ist, mit Gefängnis bis zu einem Jahr 255 Frankfurt(Main), im Juni 1916. Stellv. Generalkommando 18. Armeekorps. 15 den N U Mt U i i „„ I. 8. rüh, fl die Gi 5 26. 1915. li 1952 9¹⁵ 1 n