. 3 — Beilagen: viermal wöchenklich amtlienblätter; al wöchentl. Kreis⸗ für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monall. Land- rnsprech Lansallege 1 die Schristleilung 112 Verlag, Geschäftsste el Adreise für Drahtnach⸗ —— N von Anzeigen für esnummer bis vormittags 9 Uhr. Die Verfolgung der Rückzug auch TB.) Großes Hauptquartier, 23. Juni. (Amtlich.) N Westlicher Kriegsschauplatz. SGestern nahmen wir die Festung Dünkirchen, sowie feindliche Truppenansammlungen bei den Ortschaften Ber⸗ gues, Hondschoote, Furmes und Cassel unter Feuer. Bei Givenchy bis nördlich des Kanals von La Bassée und bei 5 e wurden Angriffe durch unser Artilleriefeuer im Keime erstickt. Südlich von Souchez machten wir im Graben⸗ kampf gute Fortschritte. den Maas Durchbruchsversuche ohne Angriffe wurden unter erheblichen abgeschlagen. Bi i Franzosen, darunter drei 1 fangenen und erbeuteten sseben Maschinen⸗ gewehr e sowie 20 Minenwerfer. Die Vorpostengefechte östlich von Luns vill e dauern 1 Vogesen stürmten wir die seit Monaten heiß umstritte ne, die Umgegend be⸗ Offiziere, zu Ge⸗ herrschende Höhe 631 bei Bande Sact. 193 Ge⸗ b fangene drei Maschinengewehre ein Minen⸗ werfer und anderes Material waren unsere Beute. Feind⸗ Wiedereroberungsversuche blieben erfolglos. Südlich von Neuville brachte eines unserer Kampf⸗ euge einen feindlichen Flieger zum Absturz. Die amtliche französische Meldung, daß sich belgische Truppen im Südwesten von St. Georges eines deutschen Schützengrabens bemüchtigt hätten, ist glatt erfunden. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. 7 Südöstlicher Krie Lemberg wurde gestern reichisch⸗ungarische T gsschauplaß. nachmittag durch öster⸗ ruppen im Sturm ge⸗ nommen: daran anschließend nachts die Szezerek⸗ 1 zwischen dem Dnjestr bei Mikolajow und erg. Weiter südlich ist in Verfolgung die Linie östlich von Lemberg— 3 o ltance—Turynka(nordöstlich von Zol⸗ kiew) erreicht. b. 5 Bei Rawaruska und westlich davon ist die Lage un⸗ ö verändert. Im San— VWeichsel⸗Winkel und links der oberen Weichselbeginnen die Russen zu weichen. Oberste Heeresleitung. ** Offensive übergehen. sich auch französische tröstlichen Rat geben, sich auszuruhen für 5 die Aeußerung eines „Manchester Guardian“. Dies Blatt argwöhnt, die Deutschen könnten nun auch„einen noch ehr⸗ geizigeren Feldzug gegen Warschau“ hervorrufen. Diese Stadt würde wahrscheinlich von Südosten aus angegriffen Flandern die Aussichten . Blatt verweist demgemäß, darauf, das das Ziel der Verbündeten nunmehr Lille sein müsse.„Lille ist ein außerordentlichwichtigerEisenbahnknoten— und seine Wiedereroberung würde die Deutschen in Flandern erschüttern und sie dort notgedrungenerweise zum Rückzug zwingen.“ Der„Manchester Guardian“ hat schon recht. Aber—„eng bei einander wohnen die Gedanten“. Es wäre so schön, wenn man im Westen die deutsche Front durchstoßen könnte; schließlich würde man in dieser Be⸗ ziehung einen Erfolg an jeder beliebigen Stelle auf das wärmste begrüßen, allein die Ausführung macht einige Schwierigkeiten. Der„Manchester Guardian“ müßte mit Tinte, Feder und Streufand etwas nachhelfen! Eine heitere Lektüre bildet der letzte amtliche Bericht des russischen Generalstabs. Da wird höchst temperamentvoll mit Worten gefochten, und die Ausdrücke versteigen sich mit einer wahren Wollust zum„niedersäbeln“,„niedermachen mit dem Bajonett“ usw. Dörfer werden erobert, Flüsse überschritten. Und dazwischen steht nur noch der bezeichnende Satz:„In der Richtung auf Lemberg Gewehrfeuer.“ Unsere Berichte haben in den etzten Tagen festgestellt, daß die Lage am Dnje Vorstöße und Gegenstöße der Russen ergebnislos ab. Der i che Generalstab bauscht nun alle lokalen Vorgänge, 1 F R Gießene General⸗An Aotationsdruck und verlag der Brühl schen Unir.⸗-Buch⸗ die übrigen Werte und Vert russische tr unverändert sei. Wahrscheinlich lösten sich dort, 105. Anzeiger zeiger für Gberhessen und Steindruckerei n. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Donnerstag, 24. Juni 1915 Bezu goprei,: monatl. 75 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel jährl. aussch“ Bestellg. Zeilenpreis: loral 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; sür Stadt und Land, Bermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. 1 Russen über Lemberg hinaus. Russi zwischen San und Weichsel. die vielleicht ein weni zu seinen Gunsten sprechen, zu ge⸗ waltigen Aktionen auf und nach bewährter Art schwellen in seiner Phantasie die Gefangenenzahlen ins Drei⸗ und Vierfache an. Der Lüg rausch wird bald vergehen; wir sind nur gespannt dara f, ob der russische Generalstab die Preisgabe Lembergs wirklich auf die Dauer verschweigen wird. 0 1 Generaloberst v. der„Danziger Ztg.“ Mackensen ist nach einer Meldung zum Generalfeldmarschall er⸗ naunt worden. Ganz Deutschland begrüßt diese hohe Be⸗ förderung seines siegreichen Feldherrn mit lebhafter Freude. Das deutsche Volk in Wafsen und seine obersten Führer sind etne Einheit, die wahrlich einen Weltvuf in sich haben! ** * Der österreichisch ungarische Tagesbericht. Wien, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 23. Juni 1915 mittags: g „„ Aussischer Kriegsschauplatz. Die Nordwest⸗ und Westfront des Gürtels von Lem⸗ berg waren im Zuge der russischen Verteidigungsstellung Zolkiew—Mikolajow von starken russischen Kräften besetzt. Um 5 Uhr vormittags des„Juni erstürmte Wiener Land- wehr das Werk Rzezna an der Straße Janow— Lemberg. Von Nordwesten drangen zu diefer Zeit unsere Truppen über die Höhe östlich des Mlyn, wla⸗Baches vor und erstürmten einige Schanzen vor Höhe Lysg Gorg. Im Laufe des Vor⸗ mittags wurden im weitere Vordringen gegen die Stadt idigungsanlagen der Nordwest⸗ Kampfe genommen. Hierdurch neuerdings durch⸗ rmals schwere Verluste erlitt, 5 Unsere Truppen drangen in der Verfolgung bis über die Hohen östlich und nordöftlich der Stadt vor und 9955 ritten südlich Lemberg die Straße, die Ft. nach Mikolajom fü Unter dem Jubel der Bevöllerung zog General der Ka⸗ vallerie Böhm? Ermolli um vier Uhr nachmittags mit Truppen der Zweiten Armee in Lemberg ein. Auch bei Zolkiew und östlich Aa warus ka sind die Russen im Rückzuge. Vereinzelte Vorstöße des Gegners am Tanem wurden abgewiefen. Heute nacht trat der und der Westfront in blutig war die russische Fr brochen, der Feind, d 1 zum Rückzuge gezwungen. Versuche lu sten Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs b. Süͤfer, Feldmarschalleutnant. Blätter melden über die letzten Kämpfe vor Lemberg: Die Russen hatten sich vor Lemberg zu verzweifeltem Widerstande gestellt. gegen Nordwesten und Westen, indem die Offensive an diesem Abschaitt bis zu einigen bergs stark besestigten fangene Offiziere sagten aus, daß man noch vor kurzer Zeit den Verlurft Lembergs als gar nicht int Bereiche der Möglichkeit ge⸗ legen betrachtet habe. g Lemberg, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber die Zu⸗ rücleroberung Lembergs berichtet uns Korrespondent: Nach⸗ dem die Armee Mackensen den Feind gestern im Norden erneut geschlagen hatte und nachdem heute morgen die Südfront der während der Besetzungszeit neu geschaffenen starlen Besestigungen exobert waren, räumten die Russen um Mittagsstunde die gali- Spitzen der verbündeten Armer in dem von zehnmonatiger Fremd⸗ berrschaft befretten Lemberg ein, von der Bevölkerung mit unbe⸗ schreiblichem Jubel begrüßt und mit Blumen überschüttet, unter Deutschland, dem bringen möchte. gelitten; nur im Westen Brand, da die Russen vorihrem falle benachbarten Fabriken 1 ⸗[fentlichen Plätzen i und die Petroleum⸗ und Benzinlager in Brand gesteckt haben. Während der letzten drer Tage hatte die Bevöl⸗ kerung besonders schwer zu leiden. Alle Männer von 18 bis 50 Jahren wurden festgenommen. Wer sich nicht rechtzeitig ver⸗ stecken konnte, wurde von den Russen mitgeschleppt. Lemberg unversehrt. Berlin, 24. Juni. Verschiedenen Mor genblättern wird aus Wien telegraphiert, daß der sehr harte Kampf um Lemberg die Stadt selbst unversehrt gelassen hat. Die Artilleriekämpfe spielten sich von Höhe zu Höhe ab. Es war daher möglich, die Beschießung zu lassen. Die strategische Lage. Berlin, 24. Juni. Ueber die Folgen des Lemberger Sieges wird dem„Berliner Lokalanzeiger“ aus dem K. K. Kriegspresse⸗ quartier vom 23. telegraphiert: Die Kriegslage bietet zwei Tat⸗ sachen: Der russische Rückzug auf sämtlichen bedeutenden Punkten der Verteidisungslinie, die sich entlang der über Rawaruska auf Zolkiew nach Lemberg führenden Eisenbahn und der Reichsstraßen⸗ linie, auf die Lemberg umgebenden starken feldmäßigen Befesti⸗ gungen gestützt, gegen den von starken russischen Kräften besetzten Dnjestrbrückenkopf bei Mikolajew dahinzog und 2. die nicht 8¹¹ unterschätzende, ob zwar keinesfalls überraschende Drangabe und schleunige Räumung jener Punkte des San⸗ und Weichsel winkels, die die Russen selbst nach dem siegrei Ferdinand⸗Armee stark besetzt hielten. Dir Musfen räumen ihre Stellungen bei Kielce. Berlin, 24. Juni. Dem„Berliner Tageblatt wird unter dem 23. Juni aus dem K. K. meldet: Die russischen Truppen befinden sich vor den un⸗ aufhaltsam nachdrin genden Truppen der Mackensen⸗Armee, im Raume nördlich Lemberg, östlich der Linie Ruwaruska, in vollem Rückzuge. Diese deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen verfolgen jetzt den zurückweichenden Feind hartnäckig in der Richtung des Bug. N Der russische Generalstab wendet sich an das russische Volt. London, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mel⸗ dung der„Daily Mail“ aus Petersburg sind auf den 5f⸗ n Petersburg Plakate des Ge⸗ neralstabes angeschlagen, in denen die Nation aufgefor⸗ dert wird, sich völlig ruhig zu ver halten. In den Plakaten wird erklärt, daß nur die offiziellen Berichte ein wahres Bild der Lage ergäben und daß die umlaufenden Gerüchte über eine Katastrophe nur von ängstlichen und übelwollenden Personen in Umlauf gesetzt seien. Der Generalstab behauptet, daß sich die Lage in Bezug auf die Versorgung mit Munition von Tag zu Tag ver⸗ bessere, sowie daß Rußland enorme Reserven von junger Mann⸗ schaft zur Verfügung habe. Der Generalstab macht aber darauf aufmerksam, daß einige Zeit vergehen würde, ehe Ruß⸗ land imstande sei, eine kräftige Offensive ein zuleiten. Weiter heißt es, daß Rußland in den ersten Mo⸗ naten des Krieges unter den Alliierten die größten Verluste er⸗ litten und überhaupt am metsten gelitten habe. Eine nicht sehr glaubwürdige Sensationsmeldung. Berlin, 24. Juni. Wie dem„Berl. Tagebl.“ aus Wien gemeldet wird, haben die Berichbe über den Fall Lembergs in Petersburg große st ür mische Kundgebungen vor dem Palais des Großfürsten Nikolai Ni kolajewitsch veranlaßt. Die Einberufung einer außerordentlichen Duma⸗ tagung und' ein Kronrat ständen unmittelbar bevor. Die Verlegung der Residenz von Petersburg nach der Krim werde erwogen. Der letzte russische Bericht. Petersburg, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Die letzte itteilung des Großen Generalstabes besagt: Unsere Kavallerie nahm am 19. Juni in der Gegend von SZzaple auf der Straße zwischen den Dörfern Teltsche und Lauknischken hinter der Front des Feindes einen wichtigen feindlichen Transport, der zum Teil Patronen führte, berbrannte ihn, säbelte die starke Bedeckung nieder und vernichtete auch mehrere Jägerabteilungen und Kavalleriepatrouillen. In dem heftigen Kampfe am Ringowa-Flusse am 31. Jum machte unsere Insan⸗ terie Fortschritte Westlich vom Nee n, an der Narewfront und links der Weichsel herrschte Ruhe Am Tanow ütberschritt unsere Infanterie in der Nacht zum 20. Juni plötzlich den Fluß bei dem Dorfe Osukha und machte ein Bataillon des 82. öster⸗ reichisch⸗ungarischen egiments mit dem Bajonett nieder. In der folgenden Nacht warfen wir einen heftigen Angriff des Fein⸗ des nördlich der Linie& zeszanow— Rawarn Sa zurüch und nahmen in diesen Kämpfen 840 Mann fangen und erbeuteten drer M aschinengewehre.— In der Rich- tung auf Lemberg Gewehrfeuer(. Am Dujestr mit 23 Offizieren ge⸗ trugen wir einen beträchtlichen Erfolg aufwärts von Nixriom davon. Die Oesterreicher hatten erhebliche Streitkräfte den Dujestr cher Kriegspressequartier ge“ 1 5 galizische Hauptstadt außerhalb der 8 . Vorstoß der Jofef- 4 a J s g 5 a 8 Überschreiten lassen, mit denen unsere Truppen seit dem 15. Jund an der Front Ostra— Koropetz—Kosmerzin—Suwidow— Wosliow Unisch in einem erbitterten Kampfe standen. Beim Anbruch des 21. Juni endigte dieser Kampf mit einem vollen Erfolge für uns. Unsere Infanterie nahm eine Reihe stark verschanzter Meiereien im Sturm und eroberte das Dorf Suwido w, wo der Feind erbitter⸗ ten Widerstand leistete. Wir machten hier über 3500 Gefangen und erbeuteten viele Maschinengewehre. Der Frind ging in voller Auflöfung über den Dnujestr zurück. Unsere Kosaken hef⸗ teten sich an den fliehenden Feind, drangen über viele feindliche Brücken über den Fluß und verfolgten ihn auf dem rechten Ufer weiter. Bei den Törfern Koropetz und Koszerein ist der N gleichfalls im Rückzuge. Bei Zowawa und der. Stadt Zaleszezykt hält sich der Feind in der letzten Verteidigung hinter seinen Drahtverhauen. In der Nähe des Dnjestr wurden in der Nacht zum 21. Juni die Dörfer Balamutowka, Rzeawentsy und Großmefzty, die während des heftigen Kampfes mehrfach den Be⸗ sitzer wechselten, durch einen neuen Ansturm von uns genommen. Wir machten 1000 Gefangene, darunter den Kommandanten der 42. Honvedbrigade und erbeuteten viele Maschinengewehre. Ein russischer Vorwurf gegen die schwedische Presse. Stockholm, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die russischen Blätter setzen ihre Angriffe gegen die schwedische Presse fort. In der letzten hier eingetroffenen Nummer behauptet die„Nowoje Wremja“, daß ein großer Teil der schwedischen Presse mit deutschem Gelde 77 chen ist.„Stockholms Dagblad“ weist, dies als eine lügen⸗ hafte Verleumdung zurück und erklärt, derartige Ausstreuungen, deren Lügenhaftigkeit jedem in Schweden klar sei, seien das beste Mittel, die korrekten nachbarlichen Beziehungen mit Rußland zu trüben. Stockholm, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter besprechen eingehend den Fall Lembergs, die Perle in der Krone des Zaren, welcher schneller als erwartet genommen sei, und heben befonders die zu erwartende moralische Wirkung auf Ru⸗ mänien, in Sonderheit aber auch auf die Volksstimmung in Ruß⸗ land herwor, die furchtbar sein müsse.—„Svenska Dagbladet“ sagt: Deutsche Kraft, Planmäßigleit und Ausdauer haben wieder einen Sieg davongetragen.—„Dagen“ erklärt: Die Tapferkeit und bewundernswerte Organisation der verbündeten Armeen haben Wunderdinge geleistet. Dies sei wirklich ein entscheidender stra⸗ tegischer Sieg von bestimmendem Einfluß auf die weitere Ent⸗ wickelung des Krieges.—„Svenska Morgenbladet“ weist auf die Reihe der bewundernswert schnell und sicher durchgeführten Ope⸗ rationen hin, die zu einem glänzenden Ergebnis geführt hätten. * 1 Die schweren Stunden Frankreichs. Paris, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Her vs erklärt in dem„Guerre sockale“, Frankreich durchlebe augenblicklich schwere Stunden. Der Rückzug der Russen, der Munitionsmangel der Engländer, das Versagen der erhofften großen Frühjahrsoffensive an der französischen Front, vor allem aber das Mißlingen der Aushungerung von Deutschland, bedeuteten schwere Enttäuschun⸗ gen für die öffentliche Meinung in Frankreich. Die unerwartez große Widerstandskraft der Zentralmächte mache alle Berechnun⸗ 8 Man müsse deshalb alle Mittel anwenden, um das des Krieges zu beschleunigen. Hierzu sei vor allem not⸗ wendig, daß Rußland weniger starrsinnig wäre, und nicht zögere, eine Intervention Rumäniens durch Gebietseinräumungen her⸗ beizuführen, denn der Besitz von Konstantinopel würde für Ruß⸗ land eine genügende Entschädigung sein. Ferner müsse man ein — 2 Japans um jeden Preis herbeiführen. Es sei traurig, 5 zu müssen, daß England die Bestimmungen des Bündnisses mit Japan längst zur Wirksamkeit gebracht hätte, wenn der Feind in England stünde und die englische Armee unfähig wäre, den Eindringling allein zu verjagen. Man scheine sich in den alliier⸗ ten Staaten keine Rechenschaft darüber zu geben, wie sehr Frank⸗ reich wünsche, den deutschen Militarismus zu brechen, ohne einen neuen Winterfeldzug führen zu müssen. Heimtückische Kampfesweise der Engländer. a Berlin, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Wie durch eidliche A 45 von 15 deutschen Soldaten festgestellt worden ist, haben die Engländer am 18. Mai bei La Bassée an ihrem Schützengraben eine Fahne in den deut⸗ schen Farben aufgezogen und in deutschen Unifor⸗ men, mit deutschen Helmen, Mänteln und Tor⸗ nistern die deutschen Truppen angegriffen. Ein Handschreiben des Königs von Spanien an Kaiser Franz Josef. Wien, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser empfing gestern den spanischen 8 in halb⸗ stündiger Audienz. Der Botschafter über rachte der„Neuen Freien Presse“ dick dem Kaiser ein in herzlichen Worten gehaltenes Handschreiben des Königs von Spanien. Maßnahmen für das neue Erntejahr in Oesterreich⸗Uungarn. Wien, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Durch eine kaiser⸗ liche Verordnung werden die erforderlichen Maßnahmen für die Sicherstellung des Bedarfs an Mehl und Brot aus der neuen Ernte getrossen. Gleichzeitig wird auch das ab⸗ änderte Statut der Kriegsgetreide-Verkehrsanstalt veröffentlicht. Die*— kam nach eingehender Prüfung und Erwägung auch anderer Möglichkeiten zu dem Schlusse einer monopolistischen Ordnung des Getreideverkehrs. Durch den 8 1 der Verordnung wird die inländische Getreideernte 1915, und zwar Weizen, Spelz, Roggen(Korn), Gerste Buchweizen und Mais aller Art, mit dem Zeitpunkte der Trennung vom Ackerboden für beschlagnahmt er⸗ rt. Die Beschlagnahme erfolgt zu Gunsten des Staates, der als Träger des gesamten Versorgungsdienstes erscheint. Die Beschlag⸗ nahme hat die Wirkung, daß die beschlagnahmten Gegenstände weder verarbeitet, verbraucht oder verfüttert, noch freiwillig oder zwangs⸗ weise veräußert werden dürfen, sofern nicht in der vorliegenden Verordnung oder durch besondere Vorschriften andere Anordnungen, 48 werden. Ferner werden Bestimmungen über die Zu⸗ sigleit gewerblicher Verwendung von Getreide⸗ und Mahl pro⸗ dukten getroffen, wofür die Malzfabriken, Brauereien und Teig⸗ warenfabriken in Betracht kommen. Die beschlagnahmten Gegen⸗ stände übernimmt die Kriegsgetreide⸗Gesellschaft bezw. ihre in den einzelnen Kronländern zu errichtenden Zweigstellen. Die Kriegs⸗ getreide⸗Gesellschaft ist verpflichtet, zum Kaufe angebo⸗ tenes, mahlfahiges Getreide anzukaufen und bei Abnahme zu bezahlen. Erfolgt die Abnahme nicht sofort, so ist bei Kaufabschluß eine Anzahlung bis zur Höhe von 50 Prozent des Kaufpreises zu leisten und der Rest nach Ma der weiteren Abnahme zu entrichten. Der Besitzer der beschlagnahmten Gegenstände ist ver⸗ Mlichtet, diese, soweit sie ihm nicht nach den getroffenen Bestim⸗ mungen zu verbleiben haben, an die Kriegsgetreide⸗Gesellschafz oder deren Beauftragte zum festgesetzten Uebernahmepreise zu ver⸗ kaufen. Entsprechend der Verkaufspflicht sind auch die Zwangs⸗ mafmahmen vorgesehen. Die Unternehmer landwwirkschaftlicher Pe- triebe werden wie bisher das fütr ihre eigenen Zwedle beschlag⸗ nahmte Getreide und Mehl in einer nach der Verbrauchs regelung sesgesetzten Menge verbrauchen dütrfen. Die Unternehmer diefer Betriebe dürfen die zur Aussaat notwendigen Getrridemengen wobei das Höchstausmaß des zurückbehaltenen Saat⸗ rakter behördlich festgesetzt wird. Entsprechend dem staatlichen Cha⸗ des neuen Systems der Verkehrsregelung werden sowohl die Uebernahme, wie die Verkaufs preise der Kriegsgetreide-Gesellschaft staatlich bestimmt. Die Getreidebesitzer sind verpflichtet, den Aus⸗ drusch vorzunehmen, Die Mühlen sind zur Aufbewahrung und Aus- mahlung des Getreides verpflichtet. Der Minister des Innern bestimmt die Grundsätze, nach denen die verfügbaren Vorräte dem Verbrauchte zuzuführen sind. Was die höheren täglichen Ver⸗ brauchs mengen an Brot und Mehl betrifft, so kann die Nruregelung finden. Es ist aber beabsichtigt, für die Zwischenzeit eine Erhöhung für schwer arbeitende Perfonen, wie Erntearbeiter und gewisse Industriearbeiter festzusetzen. Da alle Zwischenglieder dar Preis⸗ bildung staatlich oder von der Kriegsgetreide⸗Gesellschaft fest⸗ gestellt werden, so kann auch eine wirksame obrigkeitliche Bindung der Kleinverkaufspreise erfolgen, weshalb die Behörden in der Verordnung nunmehr verpflichtet werden, die Verkaufspreise fest⸗ zusetzen. * 1 Der italienische Bericht. Rom, 23. Juni.(WTB. Nichtantlich.) Bericht der Obersten Heeresleitung: An mehreren Stellen längs der ganzen Grenze beschränkt sich die Tätigkeit des Feindes auf Ar⸗ tillerietämpfe aus großer Entfernung. Eines unserer Alpini⸗ bataillone stieß gestern im Kriegsgebiet mit bedeutenden Abteilungen feindlicher Albenjäger zusammen, welche anscheinend kürzlich aus Galizien eingetroffen waren. Es griff sie an und warf sie zurück, wobei es dem Feinde schwere Verluste beibrachte und Gefangene machte. Die„ gegen unsere Stellungen von Plawa erneuerten sich. Feind verstärkte sein Feuer und warf auch einige Handgranaten. Alle diese Angriffe wurde zurückgeworfen. Wir festigten die von uns am unteren Isonzo besetzten Stellungen. Die von dem Feinde längs des Monfalcone⸗ Kanals und in den benachbarten Gebieten hervorgerufene Ueber⸗ schwemmung nimmt zwar merklich ab, aber bildet immer noch ein bedeutendes Hindernis. Die feindlichen Flugzeuge warfen einige Bomben, ohne irgendwelchen Schaden anzurichten. * Die Mämpfe an den Dardanellen. London, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Haupt⸗ quartier an den Dardanellen meldet: Am 19. Juni abends feuerten die Türken 450 Explosivgranaten auf unser linkes Zentrum und sammelten sich dann zu einem N der aber nicht ausgeführt wurde. Bei einem folgenden Angriff glückte es ihnen, in unserer vordersten Stellung Fuß zu assen; sie wurden hieraus aber schließlich vertrieben. Die hl der Toten auf türkischer Seite wird auf beinahe 1000 geschätzt. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier meldet: Unsere in der Richtung auf Slty operierenden Truppen verjagten durch die von ihnen unternommenen zahlreichen Angriffe mit Erfolg den in diesen Gegenden befindlichen starken rechten Flügel des Fein⸗ des nach Osten. Infolge dieser Angriffe bemächtigten sich unsere Truppen wichtiger feindlicher Stellungen und mach⸗ ten dabei reiche Beute. Die letzthin von uns gefangenen Russen erzählen, daß in Rußland sogar fünfzig⸗ jährige Leute ausgehoben und mit Berdenkageweh⸗ ren ausgerüstet werden und daß die neuen Rekruten sowie die Bevölkerung in mehreren Ortschaften sich gegen den Krieg erhoben haben. An der Dardanellenfront unternahm der Feind mit Unterstützung seiner großkalibrigen Kanonen und der jüngst erhaltenen Verstärkungen am Morgen des 21. Juni mehrere Angriffe gegen unsere Südgruppe bei Sedd⸗ ül⸗Bahr, doch scheiterten auch diese Angriffe, welche bis nach Mitternacht dauerten, vollständig. Der Feind, der sehr blutige Verluste erlitt, wurde vertrieben und nach seinen früheren Stellungen zurückgedrängt. Am 20. Juni beschädigte eine unserer der Gruppe nördlich von Ari Burnu an⸗ gehörenden Batterien mit ihrem wirksamen Feuer wei großefeindliche Trans portschiffe, welche in diefer Gegend an der Küste kreuzten, und zwangen sie, sich zu ent⸗ fernen. Am 21. Juni morgens zerstörte unsere Artilterie voll. ständig eine Batteriestellung, die der Feind auszubauen im Begriffe war. Von den anderen Fronten ist nichts Wichtiges zu melden. Konstantinopel, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) 8 Uhr 30 Min. abends. Das Haupt quarter teilt mit: An der Kaukasusfront bemächtigten sich unfere Truppen, die sich im Marsche in der Richtung auf Olty befinden, gestern nach er⸗ bittertem Kampfe des 2900 Meter hohen Karadagh, der in der Gegend von Kale Boghazi zwei Stunden von unserer Grenze ent⸗ fernt liegt. Wir erbeuteten von dem nach Osten flüchtenden Feind mehrere hundert Kisten Munition und eine Menge Pioniermaterial. An der Dardanellenfront wurde am 22. Juni ein am ÜUser bei Ari Burnu vorüberfahrendes feindliches Tor⸗ pebobovt durch zwer von umserer Feldartillerte abgefeuerte Granaten getroffen, worauf es sich entfernte. Die Schlacht bei Sedd⸗ül⸗Bahr am 21. Inni, die fast 24 Stunden dauerte und mit einer Niederlage des Feindes endete, verlief folgendermaßen: Der Feind bereitete einen wirksamen Angriff vor, indem er be⸗ sonders während der letzten fünf Tage ohne Unterbrechung mit seiner schweren Artillerie unsere Schiitzengräben bombardierte, die einen Teil des linken Flügels uunserer Gruppe bei Sedd⸗ u ⸗Bahr bildeten. Am 21. Juni morgens 5 Uhr hatte ber Feind, nachdem er dieses Feuer noch verftärkte, indem er 150 Granaten in der Minute abfeuerte, infolge eines Sturmangriffes und dank der beständig bei ihm eingetroffenen Verstärkungen einen Teil unserer sehr dicht an ihn herangeschoben waren. Diese Schützengrüben gingen aus unseren Hünden mehrere Male infolge wiederholker Gegenangriff in die des Feindes über. Gegen Abend blieb mur noch ein hundert Meter langes Stück Schützengraben in den Pünden des Feindes. In der Nacht vom 21. zum 22. Inni nahmen unsere Truppen, die während des Kampfes am Tage großen Heldenmut zeigten, durch einen energischen Angriff und nächtliche Ueber⸗ raschung dieses Stück Schsttzengraben dem Feinde wieder weg, der schließlich trotz großer Munitionsverschwendung unter großen Ver⸗ lusten für ihn in Unordming in seine alten Stellungen zurürk⸗ geworfen wurde. Gestern verfuchte der Feind keine Kampfhand⸗ lung. Nur am Morgen und am Abend dauerte der Artilleriekampf mit Unterbrechungen auf unserem linken Flügel an. i Auf den übrigen Fronten hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Konstantinopel, 23. Juni.(WTB. Nichkamtlich.) Der Oberkommandant ist in Bagdad eingetroffen. Er hat an die Be⸗ völferung einen Aufruf gerichtet, in dem er mitteilt, daß der Kalif ihm Vollmachten verliehen habe; um Mesopotamien von den nie⸗ derträchtigen Feinden zu säubern. In dem Aufruf werden alle Muselmanen aufgefordert, sich gegen die Feinde zu einigen, die die heiligen Stätten des Islams und den Sitz des Khalisats mit — 1 beflecken wollen. Verrätern werden schwere Strafen an 5 a TU 26 15 Aus dem englischen Unterhaus. London, 23. Juni.(Wr. Nichtamtlich) Reuter. Das Unterhaus befaßte sich in allen Lesungen mit einem Gesetz, das die Aus fuhr beschränkt Es— ihm Ende der Woche eine Kabinettsorder folgen, durch die die Wusfuhr aller Güter nach den Niederlanden, außer solchen an den Trust, ver⸗ boten wird. Dasselbe Gesetz kann auch auf andere neutrale Staaten angewendet werden. Im Laufe der Aussprache sagte der Staats⸗ sekretär des Aeußern Robert Cecil, die Regierung wünsche zu ver⸗ — 11 4 erst nach ber Feststellung det Ergebnisses der neuen Ernte statt⸗ 1 Schützengräben auf unserem linken Flügel besetzt, die übrigens suchun S Der britische Schatzsetretär über die 5 englische Anleihe. 9 Bei der Einbringung der Anleihebill 525 d Pfund 851 lionen und Treasurybills im Betrage von 235 Millionen aus. Die Gesamtsumme dieser Schulden beläuft sich auf 614 Millionen, oder nach Abzug der südafrikanischen Kriegsanleche auf 587448 000 Pfund Sterling. Das Gesamtdefizit betrug bis zum letzten Samstag 518 Millionen. Dagegen hatte die Regi bei der Bank von England Gelder geborgt, die im 120 Millionen, gegen⸗ wärtig weniger als 50 Millionen betragen. Diese Summe soll jetzt im Interesse der Goldreserve und der Erhaltung der selkurse zurückgezahlt werben. Da die Ausgaben die Einnahmen demnächst täglich um. Millionen Pfund übersteigen werden, müssen neue Mittel beschafft werden. Die Regierung e icht weiter Treasurybills auszugeben, sondern eine leihe au Die Regierung wünschte, daß nicht die Banken, sondern das Publikum das Geld leihe und die Regierung nicht verpflichtet wäre, das Geld während des Krieges zurückzuzahlen. Die Anleihe werde zu⸗ gleich auf die Sparsamkeit des Publikums einwirken und dem aus⸗ wärtigen Wechselkurse zugute kommen. Die Höhe der insung mit 4½ Prozent war aus zwei Gründen notwendig. Die 6 Kriegsanleihe bringt zu dem gegenwärtigen Preise, obwohl sie unter Emissionskurs steht, bereits 4¼ Prozent. Au braucht die Regierung viele Hunderte von Millionen, und wenn die Inhaber der alten Kriegsanleihe bereits 4¼ Proz. bekommen, so könnte man nicht hoffen, viele Hunderte von Millionen zu einem niedri Zinsfuß als 4½ Prozent aufzubringen. Das natürlich die Höhe dieses Zinsfußes nicht nur wegen zahlung, sondern auch wegen seiner Wirkung auf andere papiere. Aber Grundtatsache ist, daß der Staat die 884 Wellen illionen entstand November brachte bringen muß und die Bedin n keinen Zweifel an folge der Anleihe lassen dürfen. Die Wirkung des Zin sein, auf den Preis anderer Wertpapiere mit antworten. Die Regierung gibt darum 1 Prozent egenheit, sie in neue Kriegs umz 3 Me. Kenna bemerkte über die Konsols, daß der— malpreis von 66 ¼ nur durch den Zwangskurs Polten werde. wüten soust erheblich tiefer stehen uad nach ker Emin neuen Kriegsanleihe unvermeidlich noch tiefer fallen. Nach einer längeren Besprechung wurde der in erster Lesung angenommen. „* 0 * 4 Der Seekrieg. du g Aube ee a f g 2— 5 e ng. meldet aus Fraserburgh ein Aberdeen: Der britische Dampfer„Carisbroo 2 Weizen von Montreal nach Leith unterwegs, warrde von einem deutschen Unterseeboot auf der Höhe von Kinnatraes Head versenkt. Die Besatzung ist in Frasers⸗ burgh angekommen. London, 23. Juni.(WTM Nichtamtlich.) Das Burenu Reuter meldet aus Norwich, daß nachmittag vor 2 Uhr der Dampfer„Punisiana“ in der Nähe von Pakefield auf Strand gesetzt wurde. Das Schiff war von einem deutschen Unterseeboot torpediert wor⸗ den. Die aus 33 Mann bestehende n landete in Lowestoft. Die„Punisiana“, die in Lo beheimatet ist, 28 55 einer Weizenladung von Montreal nach Hull unterwegs. London, 33. Juni. 1 ä.) Meldun des Reuterschen Bureaus. N An 2 meldete der Kapitän des I„Venus“, daß er durch ein deutsches Unterseeboot an und gezwungen worden sei, eine große Menge der die aus Lebensmitteln bestand, über Bord zu 1 durfte er die Reise fortsetzen.— Der„Bel⸗ grave“ ist an der Küste von torpediert worden. Er wurde kieloben nach Broadhaven geschleppt; Besatzung wird vermißt. Skagen, 23. Juni.(WTB. N.) Der Fisch⸗ dampfer„Nord C. P. 51e 8 englischen Unterseeboottorpediert worden. Die Besatzung wurde von einem andern deutschen Fischd r übernommen, mit Ausnahme des Kapitäns, der l 3 offizier von den Engländern ückbehalten Wie „Ffagens Avis“ meldet, ist die Besatzung heute früh 7 Uhr in den hiesigen Hafen eingebracht worden. Die U⸗Boot⸗Frage im schwedischen Barlament. Kristiania, 23. Juni.(WTB. Ni ich.) Bei Begin der gestrigen Sitzung des Storthings gab der des 2 Ihlen, Aufklärung darüber, welche Schritte Re ierung unternommen habe aus Anlaß der vielen eiten, die die kriegführenden Mächte der norwegischen Schiffahrt bereiten. Die gegebenen Auf siud im großen und ganzen bereits früher in amtlichen mitgeteilt worden. Zum Schluß fü der Minister aus: die von norwegischer und deutsch⸗„ gen er der Beweiß vorliege, auch andere Schiffe als die„Belridge“ von deutschen Unterfeebodten tor⸗ pediert wurden, so bezweifle ich nicht, daß die deutsche Regtermng les Mögliche tun werde, um die Folgen der 1 die den 8 zugefügt werden, und daß di 2 ierung ebenso sehr wie die norwegis. Sollte der e 85 von 85 J tot i* gerzng in n e en e schlich ber volkerresht lichen. 225 1 Seiten des benden 1 d e der er wurde in 55 1. leicht Irrtümer stattfinden u, in Erwägung wird, den Kommandanten von Kriegsschiffen solche nenen zu geben, daß sich die neutralen sicher fühlen 0 e 0 F Aus Spanien. drid, 23.(WTB. Ni bi⸗ 1 hat 2 Milben der Nu ben sioniert. Madrid, 23. Juni.(WTB. e, Mun bens dent Da de an e Dato wird i um in dem er erklärt, gierung gehegt, nicht erfüllt habe. sich die nung ihrer patriotischen Pflicht nicht König erwarte Kato zu einer Aussprache hindern, daß Teutschland Baumwolle erhalte, gleichzeitig aber die gesetzlichen Rechte der Neutralen zu schützen. Pag ken an de ne a al, n f Kabinett bleibt. as Telegramm des Königs gilt als ein sicheres Anzeichen hierfür. 2 N e 2 m felde 10 erwarten unscre Angehörigen den regelmäßigen eingang des heimat⸗ blattes. um cinc Unterbrechung in der 9 Zustellung zu vermeiden, wolle man den feldpost⸗Beaug dcs Gichener Anzeigers fur das nãchste vierteuayr(Juli⸗Aug.⸗Scytbr.) schon jetzt erneuern Alle postamter nehmen die Bestellung entgegen. der viertellayrs⸗ Bezug be⸗ tragt mu. 3. 20 cinschließlich der um⸗ ö schlag/cbühr. Außcrdem vermittelt dic Bestellungen wie bisher auch die beschäftsstelle des Gichener Anzeigers 3 9 Aus dem Reiche. Heidelberg, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Am 22. d. Mts. traten im Rathaussaale zu Heidelberg Vertreter der Städte S rt, Heidelberg, Pforzheim, Karlsruhe, eil un und Mannheim, ferner der Städte Frank⸗ urt a. M. und Mainz zusammen, um über die Frage der Rilchversorgung der beteiligten Städte zu beraten. Nach hender Aussprache wurde, da die von verschiedenen Seiten „Berlin, 23 Juni.(Priv.⸗Tel.) Das„Berl. Tagebl.“ meldet: Auf dem Kabelwerk Oberspree fand heute mittag die Trauerfeier für Geheimrat Rathenau statt. Die Feier w von einem Trompeterkorps eingeleitet, dann hielt der ein⸗ zige überlebende Sohn des Verstorbenen, Dr. Walther Rathenau, eine Ansprache, in der er die innere Persönlichkeit seines Vaters und die Wirkung seines Lebens nach außen schilderte. Es folgte eine Reihe weiterer Ansprachen. Dann wurde unter Vorantritt des Ge banners der 8 Friedhof Oberschöneweide getragen, wo am offenen Grabe biner Dr. Weiße sprach. In der Trauerversammlung bemerkte man die Minister v. Breiten⸗ bach und Dr. Sydow, Polizeipräsident v. Jogpenz Oberbürger⸗ meister 2 u. a. Eine Reihe kostbarer Kränze wurde am Sarge niedergelegt. Auch die Firma Krupp und Fut Hohen⸗ lohe ließen niederlegen. Berlin, 24. Juni. Der Landesvorstand der sozial⸗ demokratischen Partei Bayerns hat laut„Voss. Ztg.“ eine Bittschrift an den Bundesrat gerichtet und die Einsetzung einer Reichszentrale gefordert für die Lebensmittelversorgung der Zivil⸗ und Militär⸗ bevölkerung, außerdem Beschlagnahme der gesamten Ernte an Getreide und Kartoffeln, die Festsetzung von Höchstpreisen für Futtermittel und für alle Lebensmittel. Dresden, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Heute vor⸗ mi fand in Gegenwart sämtlicher Staatsminister und Mitglieder beider Ständekammern die feierliche Eröffnung des zu einer kurzen außerordentlichen Session zusammen⸗ tretenden ä sische n andtages statt. Der Vorsitzende im Staatsministerium, Kultusminister Dr. Beck, wies in seiner Eröffnungsrede u. a. auf die ruhmvollen Helden⸗ taten unserer Kriegsmacht zu Wasser und zu Lande und in der Luft hin und gedachte, ebenso wie der Kammerpräsident am Tage zuvor in den Präliminarsitzungen, der vorbild⸗ lichen Tapferkeit und heldenmütigen Todesverachtung der sächsischen Truppen auf allen Kampfplätzen in t und Ost. Dem Landtage gingen außerordentliche Regi vorlagen u über die Hinausschiebung der Wahlen für die Zweite mer sowie der anläßlich des Krieges getroffenen Maß⸗ nahmen zur Sicherung der Volksernährung. Leipzig, B. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Stell⸗ vertretende 5 des 19. Armee hat, vor⸗ er auf eine Woche, die„Leipziger Volkszeitung“ verboten. Grund zu dieser Maßregelung sind der Artikel „Gebotder Stunde“ von Bernstein, Haase und Kautski, sowie verschiedene andere Artikel. Aus Stadt und Cand. Gießen, 24. Juni 1915. » Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt Unter- 7 17 L. Wilh. Luch von Gießen beim Landw.-Inf-⸗Rgt. r. „ Friegsspiel im Busecker Tal. Am letzten Sonntag nachmittag fand zwischen den Jugendkompagnien der Umgebung Gießens im Busecker Tal ein Friegsspiel statt, an dem auch die beiden hiesigen Kompagnien(620 und 621) und die Jugendwehr teilnahmen. Der Uebun lag folgender Plan zugrunde: Blau geht nach unglück⸗ lichem Gefecht bei Lich in Richtung Marburg zurück und hat Sammelplätze bei Daubringen, Mainzlar, Treis und Allen⸗ dorf. Die Nachhut hält den Höhenzug. Buseck bis Südrand Hangelsteiner Wald besetzt. Rot ist gelt: und steht mit der Vorhut an der Straße Gießen— eistirchen W N egen die Bahnlinie Gießen— iese Bahn für die Verladung nutzbar zu wird Blau gezwungen, zurückzu⸗ ehen.. wurde von e e irchen, Rot von. tuch⸗Gießen geführt. rend die 123 von Blau recht günstig war, hatte Rot bei seiner Verfolgung sehr mit dem schwierigen Ge⸗ lände, insbesondere mit den bestellten Feldern zu rechnen und konnte nur kurz in dem westlich von Großen-Buseck liegenden Wiesengrund sich entwickeln. Ein Vorstoß der Hauptmacht von der eburg nach dem Bahnhof Großen⸗ Buseck wurde in seinem Erfolg entlich unterstützt durch einen kenangriff von Osten, den die Jugendkompagnien 620 und 621 unter Meese Anstrengungen erfolgreich durch ten. Gegen 5 Uhr war die Uebung beendet und nun ter Vorantritt der hiesigen Landsturmkapelle, mit ie Pfeifen und unter frohem Gesang die Jung⸗ Grünberg, um sich b machen. Zu diesem mannschaften in endloser Reihe hinauf zum Hohberg nord- westlich von Großen⸗Buseck zum Fe 24 dienst. Unter den alten Buchen und Eichen, zu Füßen das herrliche Busecker Tal mit seinen blühenden Gefilden, darüber der klarblaue Himmel, lag hier ein Platz, wie er nicht stim⸗ mungsvoller für die Andacht der 1000 und mehr Jugend⸗ lichen im Verein mit der Gemeinde Großen-Buseck geschaffen werden konnte. Nach dem alten Lutherlied„Eine feste Burg sist unser Gott“ ergriff Pfarrer Barth ⸗Großen⸗Buseck das Wort zur Festpredigt, die in begeisterten Worten den Jungen und Alten ans Herz legte, was die schwere Zeit von ihnen fordert. Die l Feier, die einen nach⸗ haltigen Eindruck bei allen Zuhörern hinterlassen hat, fand ihren Abschluß durch das gemeinsame Lied:„Ach bleib mit deiner Gnade“. Im Anschluß daran ergriff Provinzialdirek⸗ tor Geheimerat Dr. Usinger, der der Uebung beigewohnt hatte, das Wort, um zunächst den Führern seinen Dank für ihre Arbeit und Mühe auszusprechen, dann aber auch An⸗ erkennung zu zollen den Leistungen der Jungmannschaften. Er schloß mit der Aufforderung an alle, die den Uebungen bisher noch ferngeblieben waren, sich in ihrem eigenen Interesse nunmehr zu beteiligen. Sein Hoch galt dem deut- schen Heer und im besonderen der hessischen Division. In den Gesang des alten Turnerliedes:„O Deutschland hoch in Ehren“ stimmten alt und jung begeistert ein. Am Abend — 3 1 ein Sonderzug die fröhlichen Scharen in die Heimat zurück. * Akademischer Kriegs vortrag. Wir weisen noch- mals auf den heute abend in der Aula stattfindenden Vortrag des Herrn Prosessors Dr. Schaum:„Photographie und Kriegs- wissenschast“ hin. * Ein schweres Gewitter ging heute vormittag über die Stadt und der Umgebung nieder. In wolkenbruch⸗ artigen Strömen rauschte fast ununterbrochen der Regen nieder, und gegen 11 Uhr kam es zu einem Hagelschlag, dessen Geräusch fast den Donner ütbertäubte. Nußgroße Körner stürzten nieder und bedeckten die Straßen mit einer . Bei Schluß des Blattes dauerte das Unwetter noch an. * Die Abnahme unserer Wirtschaften. Die Bier⸗ und Branntwein-Ausschankstellen in unserer Stadt, die allerdings über das Bedürfnis bis zum Jahre 1911 zugenommen hatten, haben sich seit dieser Zeit wie folgt vermindert: 1911 bestanden 243, 1912 208, 1913 206, 1914 203, 1915 198 Wirtschaften oder 1911 145, 1912 153, 1913 160, 1914 163, 1915 170 Einwohner auf eine Aus⸗ schankstelle. Bei dieser Berechnung sind allerdings reine sichlge oder Mineralwasser-Ausschankstellen nicht berück⸗ ichtigt. * Kleinfeuer. Gestern vormittag 11.33 Uhr wurde von einem Angestellten der Firma Sondheim auf der Wache am Oswalds Garten Feuer in der 1 gemeldet. Es brannten alte Kisten und sonstiges Gerümpel, das hinter dem Zaune der Turnhalle, am Fuße der Böschung des Eisen⸗ bahndammes, gelagert war. Die Wache löschte das Feuer mit einem Rohr ab und rückte 12.02 Uhr wieder ein. Landkreis Gießen. Ruppertsburg, 20. Juni. Leutnant der Reserve Dr. Hermann Lehr von hier im Lat hr⸗Inf.⸗Regt. Nr. 53 erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Schon vor einigen Monaten war er mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet worden. Hungen, 23. Juni. Unteroffizier der Reserve Karl Müller von hier beim Leibgarde⸗Inf.⸗Regt. Nr. 115 wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Kreis Büdingen. 9 Düdelsheim, 23. Juni. Der von hier gebürtige Unteroffizier Philipp Preußer im Inf.⸗Regt.(Kaiser Wilhelm) Nr. 116 erhielt das Eiserne Kreuz. — Nieder⸗Mockstadt, 23. Juni. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Gefreite Adolf Kern im Inf.⸗-(Leibgarde⸗) Regt. Nr. 115. Kreis Alsfeld. 9 Aus dem Ohmtal, 23. Juni. Die einschürigen Wiesen, das sind solche, die nur einmal während des Jahres gemäht werden, sind jetzt zum Verkaufe gekommen. Wenn auch ihr Grasbestand gegen sonstige Jahrgänge zurückstand, war er doch besser, als man erwartet hatte. Die Erträge dieser Wiesen waren gut. Da hohe Preise für das Heugras bezahlt wurden, so waren die erzielten Beträge ansehnlich. f Kreis Schotten. Gedern, 23. Juni. Am verflossenen Sonntag fand zwischen der hiesigen Jugendkompagnie unter Füh⸗ rung des Uebungsleiters Schmidt und derjenigen von Schotten unter Führung von Oberwachtmeister Kaiser und Karl Ruckelshausen⸗ Michelbach eine größere Ge⸗ ländeübung statt. Die Uebung, an welche sich ein Pa⸗ rademarsch anschloß, nahm einen flotten Verlauf. Qulrichstein, 23. Juni. Die Spar- und Leihkasse zu Ulrichstein hat bei der zweiten Kriegsanleihe lebhaft für Zeich⸗ nungen zur Anleihe gewirkt und solche entgegengenommen. Die Provision dafür in Höhe von Mk. 168,— hat die Kasse, laut Vorstandsbeschluß, dem Zweigverein Ulrichstein vom Roten Kreuz überwiesen. Ein nachahmenswertes Beispiel! Aus dem Vogelsberg, 23. Juni. Nachdem die Heuernte bis auf die einschürigen Wiesen so ziemlich unter Dach ist und man mit dem Ergebnis,— wenn es auch keine gute Ernte war— doch zufrieden sein kann, sind die Gedanken der Landwirte jetzt schon auf die Grummet⸗ ernte gerichtet, die, wenn nicht bald ein ausreichender Re⸗ en einsetzt,. Neige erscheint. Durch die an⸗ baltend trockene Witterung ist das Gras auf den abgeern⸗ teten Wiesen vollständig aus dem Erdboden verdorrt, und selbst einzelne Gewitterregen vermögen dem harten Boden kaum die nötige Feuchtigkeit zuzuführen, um das Gras schnell wieder lebensfähig zu machen. Für die Ernährung und Erhaltung der Viehbestände sind für die Landwirtschaft also keine günstigen Aussichten vorhanden, da auch der zweite Klee insolge der Trockenheit ausbleibt, und die zum Teil gesteckten Dickrüben(Runkeln) ebenfalls kein Wachstum haben. Um mun bei einer evtl. eintretenden un⸗ günstigen Grummeternte das nötige Futter zu erzielen, chäährlich, namentlich im oberen Vogelsberg, in den ausgedehnten fiskalischen und herrschaftlichen Waldungen ein großer Teil des auf den wenig befahrenen Schneisen reichlich vorhandenen Heu⸗ grases uneingeerntet verloren geht, da sie von den um⸗ liegenden Ortschaften etwas* sind. Dieses Gras, 0 n chtigkeit des Wald⸗ h. Friedberg, 24. Juni. Das vom Friedberger Ge⸗ schichtsverein mit Unterstützung der Stadt eingerichtete städtische Museum wird morgen zum ersten Male der Oeffent⸗ lichkeit zugänglich gemacht. Da eine Reihe von Sälen bei Beginn des Krieges dem Roten Kreuz dienstbar gemacht wurden, und jetzt noch dem gleichen Zweck dienen, wird vorerst nur die prachtvolle Sammlung vorgeschichtlicher und römischer Altertümer aus Friedberg und der Wetterau eröffnet. — Aus der Wetterau, 23. Juni. Die Heuernte ist so ziemlich beendigt. Feuchte Wiesen lieferten befriedigende 1 5 8 r Erträge. Durch die reiche Klee-Ernte war es vielen Land⸗ 1 möglich, mehr Kleeheu als in früheren Jahren zu machen, das infolge der günstigen Witterung in guter Qualität eingebracht worden ist. Das Getreide, namentlich Korn und Gerste, fangen schon an zu reifen, und die Ernte dürfte diesmal etwas früher beginnen. Große Quantitäten Kirschen werden auf den Markt gebracht oder von Händlern aufgekauft, Birn⸗ und Aepfelbäume versprechen eine gute Ernte. Nach einer Reihe von schlechten Jahren haben unsere Imker wieder eine günstige Honigernte. Kreis Wetzlar. F. C. Wetzlar, 23. Juni. Das Kriegsgefangenen⸗ lager, das von den bisherigen Insassen, Franzoser geräumt worden ist, wird mit 8000 Russen belegt werden, die in Beglei⸗ tung von Oesterreichern hier ankommen. Hessen⸗Nassaun. h. Frankfurt a. M., 23. Juni. Zwischen den Frank⸗ furter Schuhmachern ist seit gestern ein Streit entbrannt, bei dem die Bevölkerung der lachende Dritte ist. Die Schuhmacher⸗ Zwangsinnung, der etwa 300 Mitglieder angehören, kündigte vor einer Woche eine gewaltige Preiserhöhung für das Schuhbesohlen 5 Mark an und begründete die Steigerung mit den hohen Lederpreisen. Sie erregte damit bei der Einwohner⸗ schaft heftigen Unwillen und bei dem viele hundert Mit⸗ glieder umfassenden Verein selbständiger Schuhmacher den größten Widerspruch. Dieser Verein erklärt die Preise der Innungs⸗ meister für„abnorm hoch und irr e führend“ und erklärt ferner, daß seine Mitglieder die gleichen Arbeiten für 6,50 bis 6,80 Mark herstellen können, also um eine Mark billiger. b. Bad Homburg v. d. D., 24. Junt. Als Grundstock für den„heiligen Michael“ in Eisen, der demnächst, zur Be⸗ nagelung vor dem Kurhause aufgestellt wird, stellte ein Frank- furter Herr der Kur- und Badeverwaltung 5000 Mark zur Ver⸗ fügung. und»beflecken auf 7,50 candwirtschaft. f — Berlin, 24. Juni. In Niederbayern konnte, wie die Morgenblätter melden, bereits mit der Ernte be⸗ gonnen werden. Es werde Weizen gemäht und Korn geschnitten, Gerichts saal. n 5 X. Hanau, 22. Juni. Ein abenteuerlustiges Bürsch⸗ chen, der 17 Jahre alte Taglöhner Wilhelm Klüh aus Hanau, stand heute vor der Strafkammer, um sich wegen Diebstahls zu verantworten. Aus der Erziehungsanstalt Rengshausen entwichen, verübte er in dem Dorse Reibshausen einen Einbruchs diebstahl und begab sich dann auf den Kriegsschauplatz. In den Ar⸗ gonnen war er als Patronenträger tätig und trat dann als Kriegs freiwilliger in ein im Westen kämpsendes Jäger- bataillon. Wegen Krankheit wieder entlassen, kam er nach Hanau zurück und veruͤbte hier einen Die bstahl. Die Strafkammer be- dachte ihn mit 1 Monat 3 Tagen Gefängnis. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. 5 Das nordwestliche Hochdruckgebiet zieht über Skandinavien nach Osten ab, der nordwestliche tiese Druck nimmt an Ausdehnung nach Nordosten zu. Teilwirbel brachten uns gestern und heute lokale Gewitter mit starken Regenfällen. Wir bleiben morgen am Südostrand des Tiefdruckgebiets. i Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 25. Juni 1915 Unbeständig, zelweise Niederschläge, Winde aus westlicher Letzte Nachrichten. Die französische Offensive. i. Köln, 24. Juni. Laut„Köln. Ztg.“ meldet„Corriere della Sera“ aus Paris: Die Kämpfe an der Westfront haben überall an Heftigkeit zugenommen. Die vermehrte Tätigkeit der Franzosen ist zweifelsohne in Zusammenhang zu bringen mit dem Umstande, daß es gelungen ist, eine bedeutende Reserve ——— an Munition bereitzustellen; sie wird solange andauern, bis zur Herstellung neuer Vorräte eine Pause erforderlich ist. Man wiege sich nicht in übertriebenen Hoffnungen, aber selbst die ge⸗ mäßigten Geister sind der Ansicht, daß die fanzösische Offensive gegenwärtig mit größerem Erfolge als je vorgetragen wird. Man dürfe aber nicht außer Acht lassen, daß in den Gegen⸗ den, in welchen die Hauptkämpfe stattfinden, jeder Schritt vor⸗ wärts die Eroberung von Verteidigungswerken bedeute, die in Laufe der Zeit zu wahren Festungen ausgebaut worden sind Die Kämpfe im Süden. a Amsterdam, 24. Juni. Reuter meldet aus Udine: Nach der gestrigen Ruhe hat der allgemeine Angriff wieder in großer Stärke eingesetzt. Dieser stößt aber auf den starken Wider⸗ stand der Oesterreicher, deren Verteidigungswerke seit Jahren angelegt sind und die aus ganzen Reihen von Laufgrüben, Tunneln und Höhlen bestehen, die in die Felsen hineingehauen sind und in denen verstärkt Artillerie aufgestellt ist. Umbildung des rumänischen Kabinetts. Bukarest, 24. Juni. Nach Meldungen, die in Wien aus Bukarest eingetroffen sind, würde das rumänische Kabinett umgebildet werden. Es heißt, daß der Ministerpräsident Bratianu Konservative zur Teilnahme an der Regierung heranziehen werde. Eine Verschwörung gegen Venizelos? Kopenhagen, 24. Juni.„Daily Telegraph“ meldet, daß in Athen eine Verschwörung aufgedeckt wurde, die bezweckte, sich der Person Venizelos zu bemächtigen. Die Be⸗ teiligten wären zumeist Offiziere, die Ventzelos in Verdacht hätten, die Republik einführen zu wollen. Die Ententepolitiker im„Trocadero“. i. Köln, 24. Juni. Nach einer Züricher Meldung der„Köln. Ztg.“ berichtet„Secolo“ aus Paris: Am 24. Juni, dem Jahrestage der Schlacht von Solferino, wird im„Trocadero“ in Paris von der italienisch⸗französischen Liga eine Gedenkfeier peranstaltet werden, zu der die Teilnahme der maßgebenden Politiker ersten Ranges erwartet wird. Im Mittel; punkt der Feier steht eine Rede Tittonis über die Vor⸗ geschichte des Eingreifens Italiens mit sensationellen Enthüllun⸗ gen. Tittoni wird bisher unbekannte Dokumente bekanntgeben, darunter einen Depeschenwechsel mit Giolitti. Der Dampfer„Bergensfjord“ freigelassen. Stockholm, 24. Juni.„Aftonbladet“ meldet, daß der nor⸗ wegische Dampfer„Bergensfjord“, der in Kirkwall eingebracht wurde, wieder freigegeben worden ist. Der nur 12stündige Aufent⸗ halt in Kirkwall deutet darauf hin, daß es sich nur um die gewöhn⸗ liche Kriegsinspektion gehandelt hat. Die norwegische Reederei hat keine direkte Mitteilung erhalten, daß Kolonialmmister Dernburg an Bord gewesen wäre. Bryan's Agitation. London, 83. Juni(WTB. Nichtamtlich.) Die„Mor ⸗ ningpost“ meldet aus Washington: Bryan werde am 24. Juni in New Vork sprechen und gegen die Versuche, Amerika in den Krieg hineinzuziehen, protestieren. Er werde ein Verbot der Ausfuhr von Waffen und Muni⸗ tion verlangen; außer ihm würden Deutsch-Amerikaner und Iren sprechen. Od ol 2 Beste — Gießener Freilichtbühne * N 1 55 eute entschlief sanft nach langem 15: 1 g 9 N 1 t 9— Leiden unser lieber Sohn und(Künstlerische Oberleitung: Direktor Steingoetter.) achrul. Bruder 103337 Anfang 5 uhr Sonntag, 27. Juni Ende 7 Uh⸗ K a r 1 Volks- und Militär⸗Vorstellung. 7 — Samstag nacht verschied unerwartet unser sehr verehrter Chef H H— 5 1 8 h im Alter von 21 Jahren. um letzten Male! um letzten Male! 0 0 um stilles Beileid bitten Das Versprechen hinterm Herd. er ein! 100 ac Ser die trauernden Hinterbliebenen: Singspiel in 2 Bildern von A. Baumann. Zigarrenfabrikant. Familie H. Müller. Am Wörther See. a 4 4 1 Walzer von Thomas Koschat. Der Verstorbene war uns nicht allein ein liebens- Gießen(Kaiser-Allee 36), den 23. Juni 1915. Nur e praktisch! werter und gerechter Vorgesetzter, sondern auch in allen 8 ö 8 5 det i* osse in 1 Aufzug von G. Räder. Angelegenheiten ein treusorgender Berater, der sich das— 2— nenen N Poll bug f Wohl seiner Untergebenen stets angelegen sein liess. intrittspreise: Im Vorverkauf: 0.60 M.,—.40 M.,. 30 M. bei Ernst Challier, Neuenweg. f Seine kaufmännische Tatkraft, gepaart mit strengstem 5 e 2255 a 8 An der Waldhasse; 075 M., 0.50 M. 40 M. Pflichtgefühl und unermüdlicher Schaffenslust, hat zu der ECC Verwundete hab. auf unnumerlerten Sitzplätz freien Zutritt. Entwickelung seines Unternehmens bestimmend bei— pbonstiges Militär, vom Feldwebel abwärts, zahlt halbe Preise. getragen. 2 5 f s D ank agung 52940 Für die Freilichtbühne: Dr. M. Bernbeck. 5 8 htend Beispiel d Andenk b* 2 5 g PT Nationalstiftung für die Hinterbliebenen Für die vielen Beweise herzlicher Teil— nahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Frau, unserer guten Mutter und Schwester Ernestine Hennig geb. Gerndt 5315 der im Kriege Gefallenen. Landeskomitee für das Großherzogtum hessen. IV. f An Gaben gingen weiter ein: i Täglicher e e Geh. Kom⸗ merzienrat Stroh-Offenbach 10 M. 7 Der präsident der Königl. preuß. u. Großh. 131. Cisenbahndirektion in Mainz: Erkrag der unter den Be⸗ amten, Hilfsbeamten und Arbeitern des Eisenbahn⸗Direk⸗ tions 1 Mainz veranstalteten Sammlung 51 587,05 M. 5 Bank für handel und Industrie in darmstadt und deren Niederlassungen: Hofgutspächter Weitzel⸗Griedel 50 M., Rotes Kreuz, Zweigverein Butzbach, weitere 60 M., Bezirkskasse Fürth 56,50 M., Bezirkskasse Lampertheint 61 M., Steueramt Gernsheim 5 M., Untererhebstelle Hähnlein 24,40 M., Frau Rittmeister Fenner, hier 10 M., Stadtkasse Vilbel 12 M., Mathildenstift Butzbach 6 M., Negierungsrat Emmerling⸗Worms 300 M., Stadtkasse Die Angestellten der Firma Heinrich Sachser. sowie für die zahlreichen Blumenspenden 0 sagen wir hiermit allen herzlichsten Dank. Danksagung. Für die in so reichem Masse bewiesene Teil- Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Paul Hennig und Kind. nahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir innigen Dank. Friedberg 20 M., Pfarrei Stockhaufen 50 M., Unter⸗ 5 1 erhebstelle Ober⸗Kainsbach 26 M., farrei Nieder⸗ Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fur die uns anläglich unseres 50.Jährig: Ehejubi- Shmen 216,16 M., Bezirkskasse Friedberg 17,40 M.; FE 8 Lind 1 läum serwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir Rechnungsrat Kissel-Bad⸗Nauheim 10 M., Spar⸗ und rau Susanne Lindenstruth Witwe, geb. 5 i! isEreditverein Oppenheim(für sich) 100 M., Untererheb⸗ 25 9 b. Weller unseren herzlichsten Dank stelle Nieder-Klingen(Spende der Spar⸗ und Darlehns⸗ 1 Karl 8 re Förster i. R. kasse das.) 25 M., Kreisrat H.. n M., ies 24. 1191 und Frau, geb. Müller. Pfarrei Burg⸗Gräfenrode 50 M., Pfarrei rücken .* Hausen. Anneröder Stabe iu.. 224,00 M., Mfarrer Schreacz.Nathenlberg 20 f. ale feier am Herrgottsberg 10 M., Ministerialrat Dr. Weber⸗ Darmstadt 500 M., Frau Forstassessor Kern⸗Darmstadt p 7 8 148. f jdende 50 M., Frauenverein Gimbsheim 138,95 M., Dr. Ita⸗ stheumatismus-, Ischias- und Gichtleidende liener⸗Dermstadt 10 M. auch Gen 5 M., M. Cor 1 die glänzend bewährten 44 8 6 M., awer 160 5 1 1 4 ö sfarrei Dortelwei Pfarrei en 5 Petrin- Tabletten C. Nan werctähah Sebeh s 275 Olarben 10 M., Kreiskasse Erbach 100 M., N. N.Gießen 5 U 5 r N 0 anerkannt bestes Mittel, da vollständi nud- 50 M., Ludwig Joseph⸗Darmstadt 1000 M., Prokurist —. 29 Lapenat 6. 17 55 den 100 w. 1 7 2 A en r c 1 Irkend.— Zu 2 1 0 5 ail⸗Gi„ N.. 7 5 1—. bn se e 6 7 22 Iseenschein⸗Gießen 20 M., Dr. Gerhard⸗Gießen 5 M., 2 97 10 M., i D im 200 M., Pf Laufwohl⸗Hüllennĩ ͤ 5 7* ii S 9 Fü Mainz 73 M., Pfarrer Werner⸗Usenborn 3 M. schützen uns. tapfer. Soldaten geg. Wundlaufen d. Füße— 10 M.,“ Darnstadzer Tagblatt(Erlös pon Ertel Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen . Jasbskke bang te der blättern, 2. Rate) 1000 M., Frau Stäatsminister Rohe : 8 2 e FJuß bekleidung— eine Attryn, 2. Rate 7 wir allen unseren tiefgefühlten Dank. e Wo bltat für jeden uß 500 M. Frau Ju. Locher 1595. 25 4020 5 M., . e durch viele Anerkenn⸗ Frau Dr. Leo Weber 3 M., A. Greb fießen 1 8„ unasschreiben un. Feld⸗ Sammlungen der Gemeinden: Steinfurt 209,60 M., W e erauen und ärztlichechut,]Engelstadt 37,10 M., Ostheim 119 M., Rödgen 14,65 M., In tiefer Trauer: achten bestens empfohlen. Sandbach 93,40 M., Lämmerspiel 66,10 M., Schwalheim 40-Lebesgaben als 9,70 M., Bodenrod 35,75 M., Falfengesäß 9,30 N., Met ebe geelanel. 10158 bach 42,30 M., Painstadt 371.50 W., Hembach 31 N. je r geeignet. 5115588 Holzhausen 15 M., Assenheim 35,52 M., Weisel zabe der Scbnbunmmen. 309,00 M., Langen hain 202 M., Maibach 18 B, Nieder⸗ 5 inen eech. Woöllstadt 481,60 M., Ober⸗Wöllstadt 103,80 M. Massen⸗ Preis 2 Paar 42. durch Voreinsend. d. Betrags od. Nachn. heim 54,20 M., Nieder⸗Weisel 110 M., Nieder⸗Weiser Miederverkäuler und eingelührte Vertreter zum Besuche von JJ 13 W., Steinbach 97,10 M., Zellhausen 53 M., Airlen⸗ Kanbben der Laser den und Praddaroppentelen fberaligerncll.]“g e 8. 8,90 er nter 28, 0 fl aeg 3 g 109,10 M., Weiten⸗Gefäß 23,95 M., Hoch⸗Weisel 92, C. H. Müller. 1 1— Gare 00h, ee Ae e080 R. 88 5 Mechanische Leinen- und Baumwoll⸗Buntweberei./ heim 76,10 M., Oggershofen 71, 1 en A 9540 112 1 05 lädten 665,60 M., Evang. Gemeinde 2 2 2 2 Königstädten 23 M. 0 Fir D am en! 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