14 Erstes Blatt Der Sleßener Anzel kscheint täglich, a Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Siehener Famillendlätter; imal wöchentl. Kreis- klau fürben kreis öleten (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ virtschaftliche zei 1 145 r die Schriftleitung 112 Berlag, Geschäftsstelled l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. A von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. . Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Ste Jahrgang Anzeiger r für Oberhessen dkerei R. Fange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. Bec sämtlich in Gießen Dienstag, 22. Juni 1015 Bezugspreis monatl. 75 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. aussch“ Bestellg. Zeilenpreis: lotal 15 Pf., ausw. 20 Pi.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; Anzeigenteil: H. Der Mampf vor Lemberg. Ein englischer Pan (TB.) Großes Hauptquartier, 21. (Amtlich.) 5 Westlicher Kriegsschauplatz. Gegen die Front nördlich Arras beschränkte sich der Gegner hauptsächlich auf Artilleriefeuer. Nur nördlich Sounchez ersolgte ein Infanterieangrif,, der von uns ab⸗ gewiesen wurde. Westlich Soissons scheiterte ein ver— einzelter nächtlicher französischer Vorstoß gegen unsere Stellung westlich Moulin⸗sous⸗tous⸗vents. Am Westrand der Argonnen gingen wir zum Angriff über. Württemberger und norddeutsche Land⸗ wehr erstürmtens auf zwei Kilometer Frontbreite mehrere hintereinander liegende Verteidigungs- linien und fügten den Franzosen bei ihren vergeb⸗ lichen Gegenangriffen schwerste Verluste zu. Die Bente des Kampfes beträgt an Gefangenen 6 Offiziere, 623 . sowie 3 Maschinengewehre, 3 Minen— werfer. Auf den Maashöhen richteten die Franzosen gegen unsere Stellungen an der Grand Tranchee, westlich Les Eparges, abends fünf starke Augriffe, die westlich der Straße in unserem Feuer zusammenbrachen. Oestlich der Straße drang der Gegner in Teile unserer Stellung ein; er ist zum Teil Fund. wieder verjagt. 70 Gefangene blieben in unserer and. Oestlich von Luné ville nahmen wir unsere über Gondrezon vorßeschobenen Vorposten vor überlegenen Kräften auf die Hauptstellung nordöstlich des Ortes zurück. In den Vogesen wurden feindliche Angriffe im Fechttale und südlich blutig abgeschlagen. Nachts räumten wir zur Vermeidung unnützer Verluste planmäßig den Ort Metze ral, der von der französischen Artillerie in Trümmer geschossen ist. 8 Oestlicher Kriegsschauplag. In Gegend nordwestlich Szawle und östlich der oberen Dubissa mißlangen mehrere zum Teil von stärkeren Kräften ausgeführte russische Angriffe. Süböstlicher n Die Armeen des Generalobersten v. Mackensen kämpfen um Lemberg und Zolkiew. Rawaruska ist in unserer Hand. Westlich Rawaruska wurde der Feind gestern von deutschen N angegriffen und geworfen. l m 19. und 20. Juni wurden auf dem Kampffelde zwischen Janow und nördlich Magierow rund 9500 Russen gefangen genommen, 8 Geschütze und 26 Maschinengewehre erbeutet. Oberste Heeresleitung. 5 Juni. „Um Lemberg wird gekämpft“— das bedeutet zwar noch nicht den Fall der galizischen Hauptstadt, wie er durch unvermeidliche Gerüchte gestern vorzeitig verkündet worden ist, aber es bedeutet den folgerichtigen, unaufhaltsamen Fortschritt unserer Heere. Der Glaube erfüllt uns alle, daß Lemberg heute oder morgen fallen wird. Und dann ge⸗ denken wir gehobenen Herzens der Möglichkeit, die von einem englischen Offizier in einer Londoner Wochenschrift angedeutet wird, daß eine Million deutscher Soldaten im Osten frei wird, um gegen die Westgrenze Deutschlands zu ziehen! Wir wollen den Gedanken nicht weiter fortführen —., wissen wir doch nicht, ob die Heeresleitung zuvor andere, dringlichere Ziele verfolgt!— aber wir verweisen auf dieses neue, nachstehend mitgeteilte englische Zeugnis, das uns verrüt, wie wenig hoffnungsvoll die Lage unserer Feinde im Westen ist. Ist es doch, wie aus dem letzten Bericht der Obersten Heeresleitung hervorgeht, jetzt schon, bei der ver⸗ hältnismäßig schwach besetzten deutschen Front, gelungen, den Franzosen am Westrande der Argonnen durch einen deutschen Angriff mehrere zwei Kilometer breite Verteidi⸗ 1 abzunehmen und dem Feinde dabei schwere Verluste beizubringen! Wo so viel Licht ist, muß auch Schatten sein, so denken einige Krittler, die auch im Frieden dem deutschen Volke 1 manche unruhige Stunde bereitet haben. In der 5 zipßiger Volkszeitung“ erheben drei Häupter der Sozial⸗ demokratie, die aber für sich selber, nicht für die Partei, Wie en ihre Stimmen, um gegen deutsche Eroberungs⸗ absichten Front zu machen! Daß der König von Bayern, und mit ihm 7 andere Patrioten, von dem größeren, wirtschaftlich erstarkenden Deutschland gesprochen haben, das nach dem Kriege in der Welt sein Recht finden müsse, hat diesen Herren anscheinend keine ruhige Stunde mehr ge⸗ lassen. Sie fordern die Sozialdemokratie auf, schon jetzt gegen die Grundlagen einer solchen Eroberungspolitik Ein⸗ sprache zu erheben. Bezeichnend ist folgender Satz in dieser F Erklärung Bernsteins, Haases und autskys: Wir wissen, daß Friedensbedin en, die von einer Seite der Kriegführenden der 5 werden, keinen wirklichen Frieden bringen, sondern nur neue Rüstungen mit dem Ausblick auf neuen Krieg bedeuten. Ein wirklicher und dauernder Friede ist nur möglich auf der Grundlage freier Ver⸗ „Freie Vereinbarung“! Es wäre ja recht nett, wenn darauf warten wollten, um die notwendigen Siche— ei rungen zu erreichen, die, nach Aussprüchen des Kaisers, des Reichskanzlers, nach Willen des Reichstags und des deutschen Volkes(mit ve reinzelten Ausnahmen) es verhüten müssen, daß auf unser land in absehbarer Zeit noch mals ein Angriffskrieg g rt werden kann. Und was wis—⸗ sen diese Unruhestifter n von deutschen Exoberungszie⸗ len! Ist es nicht selbstverständlich, daß bei so furchtbarem Kriege, dessen Ausgang bei den deutschen militärischen Lei— stungen als Sieg vor uns steht, im Volke auch einmal von Landzuwachs gesprochen wird, oder soll man lieber in die Anbetung des Ausländischen und die Internationale zurück⸗ fallen? Wir sind überzeugt, daß auch in der Sozialdemokratie das unzeitgemäße Gebaren dieser politischen Prinzipienreiter abgelehnt werden wird. Man braucht nur das im Verlag des„Vorwärts“ erschienene kluge Buch Dr. Eduard Da⸗ vids über den Krieg und die Sozialdemokratie zu lesen, um zu erkennen, wo die Ziele einer gesünderen Politik der So⸗ zialdemokratie liegen. Wir werden auf den Inhalt dieses Buches noch zurückkommen. Derselbe Kautsky, der jetzt mit seinen beiden Gesinnungsgenossen das Ohr des deutschen Volles in Anspruch nim hat bereits auch gegen Davids Buch Einspruch erhoben, s geeignet sei, die internatio- nale Verständigung zu er eren. Wir werden also der Ge⸗ dankenwelt dieses Wühlers der Besprechung der David—⸗ schen Darlegungen noch ei begegnen. Wenn wir von einigen Krittlern sprachen, die dem Volke das Leben mitunter schwer machen, darf man auch vereinzelte Erscheinungen der rechten Seite des partei⸗ politischen Lebens nicht übergehen. Die Vorhaltungen, die heute von der„Nordd. Allg Ztg.“ gegen gewisse Treibe⸗ reien in der„Deutschen Tagesztg.“ gerichtet werden, und die wir nachstehend wiederge! rechtigung. Unsere leitend Kreise haben bis jetzt wahrlich durch keinerlei zeichen verraten, daß ihre Absichten und Handlunge von Verzagtheit oder Schwäche diktiert seien. Wenn ihnen jetzt die„Deutsche Tagesztg.“ etwas aufdringlich den Knüppel in die Hand drücken möchte und dies Gebaren sogar mit beleidigenden Ausdrücken begleitet, so ist dies ein Schauspiel, das vom deutschen Volke abgelehnt wird. Der deutsche Krieg zur See wird, so vertrauen wir, mit derselben Schneidig⸗ leit weiter geführt werden als bisher. Dazu ist es nicht er⸗ forderlich, daß wir uns mit Amerika leichtfertig über⸗ werfen. Angesichts des neuesten Erfolges eines deutschen „U.“ Bootes, das einem englischen Panzerkreuzer den Ver⸗ nichtungsschlag gegeben hat, dürfen wir von allen unerquick⸗ lichen Erörterungen über den deutschen Seekrieg wahrlich absehen. ** Ein klares Bild von dem, was hinter der russischen Front vorgeht, ließ sich bisher schwer gewinnen. Denn die Petersburger Regierung und ihre Vierverbandsfreunde, die den Nachrichtendienst der Welt beinahe ganz beherrschen, sorgten dafür, daß alles Ungünstige unterdrückt wurde. Die] F Vorgänge in Moskau aber und die unleugbar herrschende russische Kabinettskrise berechtigen zu dem Schluß, daß der wirtschaftliche und politische Zusammenbruch des Zaren⸗ reiches dem militärischen auf dem Fuße folgen wird. Der Rücktritt des Ministers des Innern Maklakow wird zwar durch alle Künste der Nachrichtenfärbung beschönigt, ja man läßt jetzt durchblicken, es handle sich„nur“ um Veruntreu— ungen von Ministerialbeamten, für die Maklakow einstehen müsse. Die Wahrheit ist, daß Maklakow als Hauptsäule der Kriegspartei dem Ansturm eines versteckten parlamentari— schen Vorstoßes weichen mußte. Zunächst war es der in Petersburg tagende Kongreß der Kaufleute und Indu— striellen, der an den Regierungsmaßnahmen und der Heeres⸗ versorgung schärfste Kritik übte, auf die unerträgliche Teue— rung, die ausbrechenden Unruhen und die furchtbaren Schläge des Feindes in Galizien hinwies und schließlich, wenn auch verblümt, nicht mehr und nicht weniger als eine teilweise Parlamentisierung des Kabinetts forderte, um den verfahrenen Karren des Krieges in das Geleise eines anzubahnenden Friedens hinüberzuretten. Unter den Kon— greßteilnehmern befanden sich sehr viele Parlamentarier, und damit man„oben“ auch wirklich merke, was dahinter steckte, taten sich die Dumaleute noch besonders zusammen, stellten dieselben„Wünsche“ auf und verlangten außerdem die sofortige Einberufung der Duma. Das geschieht natürlich zunächst noch nicht. Zunächst wird nur der Eisenbahnminister Ruchlow dem rasenden See als zweites Opfer hingeworfen werden, weil er für die„Verkehrsstockungen“ verantwortlich ist. Unter„Ver- kehrsstockungen“ ist natürlich viel mehr zu verstehen, als das Wort besagt. Seit Monaten ist die Tätigkeit der russi⸗ schen Eisenbahnen fast gänzlich durch die Transporte und Lieferungen für die kämpfenden Truppen in Anspruch ge⸗ nommen. Ungeheure Massen von Lebensmitteln häuften sich daher an einzelnen Stellen und verdarben. Das Saatgut, das infolge der vorjährigen Mißernte in vielen Gebieten des Zarenreiches dringend benötigt wurde, ist infolge Versagens der Bahnzuführung ausgeblieben, von künstlichen Düngemitteln, die ausnahmslos vom Auslande bezogen wurden, und landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten ganz zu schweigen. Tatsächlich geht Rußland, das von seinen 60 landwirtschaftlichen Gouvernements laut Sta- tistik durchschnittlich schon acht Hungergouvernements im Frieden aufzuweisen hat, in diesem Jahre einer Hungersnot im größten Stile entgegen. Dazu kommt der Niederbruch — erkreuzer torpediert. aller vorhandenen Industrien durch den Kohlenmangel. Die englische Zufuhr an Kohlen ist ausgeblieben. Das polnische Kohlenbecken ist in deutschen und österreichischen Händen. Aus dem Donezbecken wird die Zufuhr infolge der Bahn⸗ stockungen immer spärlicher. Die Vorräte an Eisen sind auf⸗ gezehrt. Alles dies zusammen führt schnurstracks zum bal⸗ digen völligen Bankerott der russischen Wirtschaftsorgani⸗ sation, zu weiteren noch viel größeren Revolutidnen, als man sie jetzt in Moskau erlebte, und schließlich zum poli⸗ tischen Umsturz. Die Anzeichen des nahenden Zusammenbruchs konnten wahrscheinlich vor dem in Galizien kämpfenden russischen Heere nicht länger geheimgehalten werden, und so erklärt sich vielleicht manches an dem plötzlich so beschleunigten Zurückfluten der„Verteidiger Lembergs“, wodurch die un⸗ geheueren Leistungen und herrlichen Erfolge unserer deut⸗ schen und österreichisch-ungarischen Heere wahrlich nicht ver⸗ lleinert werden sollen. Heute steht ganz Rußland, der letzte Rest der Kraft Rußlands, an der Front. Der russische Soldat will und muß zurück, um Weib und Kind- vor Hunger zu schützen. Der General Winter ist dem russi⸗ schen Generalissimus nicht gegen Deutschland zu Hilfe ge⸗ kommen. Aber der General Hunger beschleunigt unseren endgültigen Sieg über Rußland. . 3 Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 21. Juni.(W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 21. Juni 1915, mittags: Russischer Kriegsschauplatz. 2 Die verbündeten Truppen sind in der Verfolgung bis vor Zolkiew, bis nahe au Lemberg und südlich der Stadt bis an den Szezerek⸗Bach vorgedrungen. dieser Linie stehenden russischen Kräfte werden überall an⸗ gegriffen. Bei Mikolajow und Zydaczow hält der Feind am Dujestr. Truppen der Armee Pflanzer schlugen heftige An⸗ griffe der Russen südwestlich Potok Zloty bei Zalcszezyki und im bessarabischen Grenzgebiet wieder unter schwersten Verlusten des Feindes zurück. Die sonstige Lage im Nordosten ist unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. In der Nacht auf den 20. Juni schlugen unsere tapferen Truppen bei Plava wieder zwei italienische Angriffe ab. Hier erschien ein italienischer Offizier mit der weißen Fahne Und einem Hornisten vor unserer Stellung, um eine Bitte seines Brigadekommandanten vorzubringen. Da sich diese Personen nicht mit einer schriftlichen Vollmacht als Parla⸗ mentär ausweisen konnten, wurden sie festgenommen und sind lriegsgefangen. Im Gebiete nordwestlich des Kru wurde der eind aus einer Sattelstellung geworfen, wobei sich Ab⸗ teilungen des Debrecziner Honved⸗Infanterie-Regiments be⸗ sonders auszeichneten. Uusere schwere Artillerie griff erfolg⸗ reich in den Gebirgskampf ein. An der Kärntnergrenze griff der Gegner im Raume östlich des Plöcken wie immer erfolglos au. Im Tiroler Grenzgebiet hat sich nichts Wesentliches ereignet. Das Feuer der italienischen schweren Artillerie gegen unsere Befestigungen ist ohne jede Wirkung. Am 19. Juni wurden die Tanks und Hafenanlagen von Die in Monopoli durch ein Torpedofahrzeug mit Erfolg beschossen und die Bahnhöfe von Bari und Brindisi von unseren Seeflugzeugen durch Bombenwürfe beschädigt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Auf diesem hat sich in letzter Zeit nichts ereignet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Der letzte Widerstand der Russen vor Lemberg. Berlin, 22. Juni. Ueber den letzten Widerstand der Russen vor Lemberg wird dem„Berliner Tageblatt“ unter dem 21. Juni aus dem K. u. K. Kriegspressequartier gemeldet: Die russische Armee ist, von ihrem über die Grenze getriebenen rechten Flügel losgetrennt, in ihre Stellung vor Lemberg gedrängt. Aller Wahr⸗ scheinlichkeit nach wird sie hier noch alle verfügbaren Verstär⸗ kungen zur Verteidigung dieser, seit geraumer Zeit befestigten Stellung heranziehen und sich mit großer Aufopferung gegen den ihr drohenden Todesstoß wehren. Diese Stellung selbst ist aber bereits durch die bisher unaufhaltsam in beinahe normalem Fuß⸗ marschtempo vordringenden Truppen der verfolgenden Armee an- gegriffen. Den Armeen Linsingen und Pflanzer-Baltin gegen⸗ über wehren sich die durch schwere Verluste aufs ärgste ge— schwächten russischen Truppen ohne Unterbrechung. Die nächsten Tage sollen zeigen, ob diese Truppen noch genug Schlachtwert besiten, um sich im Dnjestr-Gebiet und im bessarabischen Ge⸗ lände zu behaupten. Berlin, 22. Juni. Wie der„Kölnischen Ar.* Zeitung“ zu den galizischen Schlachten der letzten Tage i gemeldet wird, waren von den Japanischen Geschützen der Russen nicht viel mehr intakt, so daß die Rohre sprangen. In der Entsch eidungsschlacht zeigte sich die militärische Minderwertigkeit dieses japanischen Materials am gefährlichsten. Die die Russen erwarten, traf nicht ein und Schrapnells explodierten nicht. amerikanische Munition, die Die japanischen Granaten 1 82 3 8 n 2 E 2 n Der Kaiser in Galizien. Berlin, 21. Juni.(WTB. Amtlich.) Der Kaiser wohnte beim Beskidenkorps dem Kampfe um die Grodeklinie westlich Lemberg bei. Die Wirkung unserer Feldartillerte. Berlin, 22. Juni. Ein Arzt des russischen Generalstabes, der die galtzischen Schlachtfelder be⸗ suchte, hat erklärt, daß/ ller Verwundungen zum größten Teil von der schweren, zum anderen von der Feld⸗ artillerie herbeigeführt würden. Speziell über die Wirkung der 42⸗Ztm.⸗Mörser berichtet, laut„Berliner Lo⸗ kalanzeiger“, der Arzt, daß sie erschreckend sei. Das neue Geschoß grabe sich sechs Meter tief in die Erde ein, bevor es explodiere. Die Wirkung sei dann so furchtbar, daß, wer nicht verwundet sei, tagelang zu jeder Aktion unbrauchbar bleibe infolge der moralischen Depression, die sich der Leute bemächtige. b Der russische Bericht. 3 Petersburg, 21. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Mittei⸗ lung des Großen Generalstabs. In der Gegend westlich des Niemen dauern örtliche und langwierige Kämpfe fort. An der Narewfront war am 19. Juni Geschützfeuer bei Jednorosetz und Grudusk, An der Tanewfront fanden keine erheblichen Gefechte statt. In der Richtung auf Rawarus ka und an der Teichlinie bei Grodek schritt der Feind am 18. und 19. Juni zu einer Offen- jive mit starken Kräften, darunter mit neuer⸗ dings aus Belgien angekommenen Truppen. Am Dnjestr dauerten am 19. Juni hartnäckige Kämpfe mit feind⸗ lichen Streitkräften fort, welche den Fluß aufwärts von Nizniow überschritten hatten. Vom Flusse weiter vorgehend, drang der Feind bis in die Dörfer Koronetz und Kosmierzin vor, wurde aber durch einen energischen Gegenangriff mit dem Bajonett unter großen Verlusten wieder zurückgeworfen. Er hinterließ allein in dem Dorfe Kosmierzin über 2000 Gefangene und fieben Maschinengewehre. Zwischen Pruth und Dujestr dauerte ein heftiges Gefecht am 18. und 19. Juni fort. Bei dem Dorfe Bal⸗ mamutowka nahmen wir acht Maschinengewehre fort. Aeußerungen Björn Björnsons. Wien, 21. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kriegsbericht⸗ erstatter des„Fremdenblattes“ hatte mit dem im Hauptquartier eingetroffenen Björn Björn son eine Unterredung, in der dieser ausführte: Ich war in Belgien und habe dort die angeblichen Verwüstungen der Deutschen in Augenschein genommen; ich war auch in Ostpreußen. Es war interessant, festzustellen, wie bei⸗ spielsweise in Belgien ein einzelnes Haus, aus dem auf die deut⸗ schen Truppen geschossen worden ist, dem Erdboden gleichgemacht wurde, während ringsherum blühende Fluren und Anlagen un⸗ berührt geblieben sind; man konnte die preußische Art und Weise daraus ersehen. Im Osten dagegen, wo die Russen hausten, sind ganze Strecken dem Erdboden gleichgemacht worden. Aus der Gegenüberstellung ist die deutsche Disziplin zu erkennen, die wohl Straferpeditionen ausführte, aber nicht verwüstete. Die Gräuel, die Björn Björnson in Ostpreußen gesehen hat, spotten jeder Be⸗ schreibung. Er begreife nicht, wie es Völker geben könne, die be⸗ haupten, sie kämpften für Recht und Freiheit, indem sie mit den * Russen gehen! Wenn man die russische Kriegführung beobachtete, 5 müsse man wohl mit ganzem Herzen mit allen jenen Völkern sym⸗ pathisieren, die Rußland bekämpfen. Björn Björnson sprach schließ⸗ lich über die engen Bande, die ihn aus der Jugendzeit mit Wien verknüpfen. Er lobte außerordentlich das österreichische Soldaten⸗ material, namentlich die Tiroler und Steiermärker. Der Seelrieg. Ein englischer Panzerkreuzer torpediert. Berlin, 21. Juni.(W. T. B. Amtlich.) Am 20. Juni griff eines unserer Unterseeboote etwa 100 See⸗ weilen östlich vom Firth of Forth einen englischen Panzerkreuzer, anscheinend von der Minotaur⸗Klasse, an. Der Torpedo traf; seine Wirkung konnte von dem Unter⸗ seeboot jedoch nicht mehr beobachtet werden. i Der stellvertretende Chef des Admiralstabes. gez. Behncke. . ie Panzerkreuzer vom Typ„Minotaur“ sind in den J 25 1900 und 1907 den Slap——— Sie—— eine Naser verdrängung von 14 800 Tonnen und eine Geschwindigkeit von 23 Seemeilen. Bewaffnet sind sie mit 4 Geschützen von 23, 10 von 19 und 16 von 7,6⸗Zentimeter⸗Kaliber. Ihre Besatzung be⸗ trügt 755 Mann.) Ein zeitweiliges Verbot der„Deutschen Tageszeitung“. Berl in, 21. Juni. Die„Deutsche Tageszeitung“ Oberkomma 5 . 7 3 77 9 8 8 do bis auf weiteres verboten worden.(Frkf. N 40 Berlin, 21. Juni.(WTB Nichtamtlich.) Die„Norddeutsche Aulgemeine Zeitung“ schreibt: In der„Deutschen Tages⸗ 5 zeitung“ wird seit einiger Zeit fast täglich eine lebhafte Kam⸗ geführt, in der mehr oder minder offen den Desern die 8 1—. über die angeblichen Gefahren geöffnet werden sollen, die dem 7 deulschen Ansehen im allgemeinen und der energischen Krieg⸗ führung gegen England im besonderen durch die schlaffse Haltung der Regierung in den bekannten Differenzen mit Amerika 5 wegen des U⸗Bootkrieges drohen sollen. Auf der einen Seite wird der Anschein erweckt, als ob amtliche Kreise um des lieben Friedens mit Amerika willen daran dächten, die Ueber⸗ legenheit der dautschen Tauchbootwaffe preiszugeben. Auf der anderen Seite scheut man nicht vor der Torheit der Behauptung zurück, daß die Vermehrung der Zahl unserer Feinde durch die Vereinigten Staaten eine ganz gleichgültige Sache wäre. In der heutigen Nummer versteigt sich die„Deutsche Tageszeitung“ zu kaum mehr erhöhter Verspottung des in den deutschen Noten an Amerika eingenommenen Rechtsstandpunktes und persönlichen An⸗ griffen auf den leitenden Staatsmann. 5 Die Männer, die die Verantwortung tragen, Gefahren und Veorteile gegeneinander abzuwägen haben, werden nicht dadurch TTT 2 4 ärkertum vor wird. Sie 1 vollen Anspruch aa dle Gefühle der nationalen Kraft und Würde, die der Marinemitarbeiter der„Deutschen Tageszeitung“ ganz allein zu vertreten glaubt. Eine solche Kritik ist lediglich geeignet der Kaiserlichen Regierung die Aufgabe zu erschweren, bel 1 5 Erledigung des Streitpunktes mit Amerika nicht nur die 5 FTraft unserer Waffen zu erhalten, sondern auch schädigende Rück⸗ wirku auf die politische Gesamtsituation zu vermeiden. Im f Interesse der La igung wie der Auswärtigen Politik muß erwartet werden, daß diese mit leeren Gerüchten und un⸗ Sab en len ber Entelscmmg arbelkende Pwpaganba en nimmt. ** ö 0 * Ein Engländer über die kommenden Kriegsereiguisse. Kopenhagen, 21. Juni,. WT. Nichtamtlich.) Die Zei⸗ tung 3 schreibt: Ein ausgezeichneter militäri⸗ scher Schriftsteller Englands veröffentlicht in der„Bri⸗ tish Weeklh Review“ einen Artikel, in dem er berechnet, daß die russische Niederlage eine Million bester deutscher Sol⸗ daten für die Westfront freimachen werde. Er geht davon dung der fürchterlichsten chemischelt Kriegspittel stattfrnden werde, und hält es für sicher, daß England, Frankreich und Belgien dann alle Kräfte aufbieten müssen, um sich nur zu verteidigen. Er be⸗ zweifelt, daß die Verteidigung dann ohne Geländeverlust durchge⸗ führt werden kann, und meint, daß die Ueberlegenheit der Deutschen bezüglich der Munition und Chemikalien ganz überwältigend, und es der englischen Industrie nur in drei Mona⸗ ten möglich sein werde, diesen Vorsprung einzuholen. In den nächsten drei Monaten würden die Westmächte also auf das Fürch⸗ terlichste gefaßt sein müssen. Der Mangel an Munition ser für den Angriff besonders entscheidend. 5 5 Er schlägt daher vor, daß die englische Regierung die Bevöl⸗ kerung mit dem richtigen Geiste erfüllen und Fürsorge für die un⸗ bemittelten Klassen treffen solle. Sie müsse ihnen billige Lebens⸗ mittel und Kohlen schaffen. Volk darbe, während die Koh⸗ lengruben und Kornhändler Vermögen verdienten. Außerdem müsse ein neues Offizierkorps ausgebildet und die Or⸗ ganisation des 8 Volkes für die Fabrikation der Munition für den Heeresdienst durchgeführt werden. Die deutsch⸗feindliche Zeitung„Koebenhavn“ bemerkt dazu: Lloyd George kommt zu der englischen Bevölkerung als ein Bote in bitterster Not. Wenn er kürzlich in einer Rede erklärte, daß es vor dem Richterstuhle der Geschichte England zu Gute komme, wie schlecht England für die Kriegsführung vorbereitet llare Vorstellung darüber hatte, wie gut Deutschland vorbereitet war. Was die deutschen Heere nicht ausrichten konnten, das konnte die deutsche Industrie vollenden. Wer kann wissen, ob die Alliier⸗ ten die drei nächsten Monate, die sie nach der Ansicht des militäri⸗ schen Fachmannes brauchen, um den Vorsprung einzuholen, über⸗ haupt werden durchhalten können. Eine neue englische Kriegsanuleihe. London, 21. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Schatzkanzler Me Kenna kündigt eine neue Kriegsanleihe in unbe- schränktem Betrage an. Die Anleihe soll zum Pari-Kurse mit 4½ Proz. Verzinsung ausgegeben werden. Die englische„Munitionsarbeiterbrigade“. Berlin, 22. Juni. Der„Tägl. Rundschau“ zufolge meldet der„Daily Telegraph“, daß die Munitionsarbeiterbri⸗ gade in London auf 10000 Mann gewachsen sei. In Glasgow meldeten sich 5000, in Sheffield 6500 Personen. Angst vor deutschen Vergeltungsmaßregeln zur Luft; Berlin, 22. Juni. Die„Kölnische Zeitung“ meldet von der schweizerischen Grenze: Nach ihrer hohen Freude über den ge⸗ lungenen Fliegerangriff auf Karlsruhe bekommen die Pariser Blätter es jetzt mit der Ang st vor der deutschen Vergel⸗ tung zu tun. In auffallender Art bringen sie jetzt eine Nachricht des„Daily Expreß“ aus Genf, die besagt, die Deutschen träfen Vorbereitungen zu einer großen Massenaktion von Luftschiffen und Flugzeugen gegen London und Paris als Vergeltungsmaßregeln für die jüngsten feindlichen Fliegerangriffe gegen offene deutsche Städte. Die französischen Verluste. Lyon, 21. Juni.(WTB. Nichtamtlich.)„Progress“ mel⸗ det aus Paris: Der Kriegsminister erwiderte auf eine Aufforderung der Liga der Menschenrechte, die fran⸗ zösischen Verluste amtlich bekanntzugeben, eine der⸗ artige Veröffentlichung erscheine augenblicklich nicht not⸗ wendig. Die Oeffentlichkeit zeige keine Ungeduld. Eine vor⸗ zeitige Veröffentlichung könnte unter den augenblicklichen Verhältnissen als Vorwand für unangebrachte Erörterungen dienen. die Rämpfe an den Dardanellen. Konstantinopel, 21. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront Wesentliches. Ein von neun Torpedobooten und sieben Minen⸗ Sedd⸗ül⸗Bar, beschoß unsere Küstenbatterien auf dem asi⸗ atischen Ufer und zog sich wieder mit Bedeckung nach Lemnos hin zurück. Am 19. Juni wurde ein schwacher Angriff gegen das Zentrum unserer Südgruppe vor Sedd⸗ül⸗Bar mit Verlust ab⸗ gewiesen. Unsere Küsten-Batterien beschossen Artilleriekolonnen und Transportschiffe des Feindes wirksam, ebenso seine Infanterie, welche unter dem wirksamen Feuer unserer europäischen Batterien den Rückzug antrat. Unsere Batterien auf dem asiatischen Ufer be⸗ schossen auch Kolonnen des Feindes, welche nach seinem neuen La⸗ ger marschierten, sowie seine Schuppen und Flugzeuge wirksam und verursachten einen Brand, welcher mehrere Flugzeuge vernich⸗ tete und Schrecken unter den Truppen und den Tieren des Fein⸗ des verbreitete. Feindliche Flieger überflogen unsere genann⸗ ten Batterien und warfen acht Bomben, jedoch ohne Erfolg. Von den anderen Fronten ist nichts zu melden. 2„ Der Prozeß gegen Dewet. London, 21. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau Reuter erfährt aus Bloemfontein: De wet wurde auf Grund der ersten acht Anklagepunkte des Verrats für schuldig befunden. Bezüglich der anderen zwei Punkte wurde die Schuld verneint. Das Urteil soll morgen bekanntgegeben werden. Kriegerkameradschaft haf“ 25 1 rb. Darmstadt, 20. 5 Anbetrach 1 schweren Kriegszeit hat Vecbend der pesserhen Pe gere reine, die der ae „Hassia“, die über 70000 Mitglieder zählt, den Entschluß gefaßt, statt der sonst üblichen allgemeinen versammkung, die jedesmal abwechselnd in einer der Provinzen stattfand, und ber der Anwesenheit vicelr Hunderte von Mitgliedern stets zu einer großen vaterländischen Kundgebung sich gestaltete, diesmal nur eine einsache Mitgliederversammlung zu veranstalten, die heute vor⸗ mittag im„Kaisersaal“ zu Darimstadt in Gegenwart von etwa 100 Kameraden abgehalten wurde. Der 1. Präsident der„Hassia“, Generalmajor Frhr. Max von Heyl, eröffnete die Tagun⸗ g nach Feststellung der Anwesenheitsliste mit einer packenden Ansprache, in der er die erschienene 4 0 l— 18— Entschluß ündete, er ern e Trauer um so v llene Kameraden 3 d i 5 15— allene und Freunde, wie Verwundete von jeder 5 1 A NA unserer Krieger durch Kriegerverrine in sie hineingetragen wurde, daß ste nritgeholfen haben, die Begeisterung in unserem Heer so herrlich zu entfachen. Und deshalb gebühre auch unferer Krieger⸗ kamerabschaft Dank für Alles, was draußen auf dem Felde Großes und Heldenmütiges geleistet wird. Die Versammlung ehrte das Andenken der Verstorbenen durch Erheben von den Plätzen. Nach dem Bericht der 1 durch 1 aus, daß bieser Angriff dann mit ungeheurer Kraft unter Anwen⸗ war, so liege das Verhältnis doch vielmehr so, daß England keine schwe bei Ari Bur nu ereignete sich am 18. und 19. Juni nichts h suchern gedecktes feindliches Panzerschiff erschien vor 80 1 Depots abliefern werden. Nach den Erlkurter 1 J bericht trug Hauptmann Waldecker auch 8 den K bericht vor. Beide Berichte fanden keinerlei. wurden genehmigt, worauf dem Verbandsrechner, Mini Jockel, einstimmig Entlastung erteilt wurde. Die Berichte Verträge mit den Versicherungsgesellschaften: Provider und Rentenanstalt wurden ohne Debatte 2 die Kraft drbuie, aun 5 neee ie Ernst⸗Ludwig⸗ und die Eleonoren N Ueber den„Hessischen Kamerad“ berichtete Haup mann Waldecker u. a., daß das Blatt unter der schweren Kries zeit natürlich auch zu leiden hatte; die Verbandsmitglieder hätt aber mit ganz wenig Ausnahmen ihre Beiträge vollständig einge⸗ — Die Zeitung würde auch den Lazaretten und den hessischen ruppenteilen uneutgeltlich ins Feld geschickt, womit man auch kameradschaftlichen Sinne zu handeln glaube.— In Bericht u die Hassia⸗Sterbekasse bemerkte Hauptmann Waldeck daß innerhalb der Kasse mit Beginn der Mobilmachung ein Still⸗ stand eingetreten und keine Neuaufnahmen erfolgt seien, wogegen sich die Sterbefälle infolge der Opfer des Krieges sehr vermehrt hätten. Die bisweilen eintretende Verzögerung der Auszahlungen müsse wegen des Mangels an Personal und der eingestellten Hilfs⸗ 7 kräfte entschuldigt werden. Der Präsident bemerkt hierzu, daß jeder, der gesehen habe, wie segenspeich die Kasse gerade in dieser eren Zeit gewirkt habe, und wie sie helf den Hinterbliebe⸗ nen der gefallenen tapfern Krieger zur Seite stand, ihre Tätigkeit besonders hoch anschlagen werde. Umsomehr zu verurteilen ser daher das Treiben eines früheren Agenten in Mainz, der allerlei un⸗ wahre Gerüchte über angeblich absichtliche 6 der Aus⸗ zahlungen usw. verbreitete. Kamerad Landvogt⸗ Bingen brachte bezüglich der Auszahlungen verschiedene Wunsche vor, Kamerad Becker ⸗Michelstadt erbat und erhielt Aufklärung über einzelne . sen berichte Lehrer WII eber. ortragswesen 5 Büdesheim und widmete dabei dem verstorbenen Verbandsredner Volk⸗Gießen ehrende Dankesworte. Den Bericht über den Hassia⸗ Kalender erstattete Reallehrer Minnich⸗ Oppenheim, der betonte, daß der neue Kalender reichhaltig sein und besonders die Kriegsereignisse behandeln werde. Er erfuchte, die Bestellungen darauf möglichst frühzeitig zu machen, da der Kalender i 0 lich 55 im August erscheinen würde. Die Kam. Geißler⸗ Seligenstadt und Daab⸗Lollar brachten hierzu verf 5 Wünsche vor. Ueber das Sammelwerk des Verbandes tete ebenfalls Hauptmann Waldecker. Er betonte, daß die Sam⸗ meltätigkeit während des Kriegsjahres stark zurückgegangen sei, weil die Vereine naturgemäß alle Mittel für Unterstützungen selber ge⸗ . Nach dem Kriege werde die Tätigkeit aber von neuem einsetzen. 5 Als Ort für die diesjährige Tagung war im vorigen 1 die alte Reichsstadt Worms bestimmt worden. Da aber 9. 0 N die einfache Tagung in Darmstadt erfolgte, so erneuerte Worms 8 Einladung für die Tagung im Jahre 1916 und die Versamm⸗ ung beschloß einstimmig, dieser Einladung zu folgen. f Zur Beratung des Voranschlags für 1916 erklärte Hauptmann Waldecker, daß der schon mit E bekannt gegebene Voranschlag, der mit 94000 Mark lanciert, watürlich ganz in der Luft schwebe, und ersuchte, dem Pyisidium weitergehende Befugnisse zur Abänderung zu überlassen. Nachdem Med.⸗Rat Dr. Vogt den Vorsitz übernommen, bat Kam Daa b⸗ Lollar, die im Voranschlag enthaltene Summe von 15 000 Mark (im Vorjahr 8000 Mark) für Kriegs⸗Familien⸗Unter⸗ st ü tzungen einschl. Fonds des Frhrn. v. Heyl noch wesent⸗ lich zu erhöhen. Der Vorsitzende betonte daß über das Unter⸗ chts bei Beginn des vorausgesehen stützungswesen gar ni werden konnte, namentlich nicht, wie viele Famili auch weitere Mittel ngen dem weiteren. zu, daß man im zahlt worden. Jedenfalls werde auch in Zukunft alles den, damit die tapferen Kameraden Feld wissen, da Familien gesorgt wird. Von den bis jetzt eingegangenen 160 Unterstützungsgesuchen seien nur 14 zurückgewie⸗ sen worden. Die Versammlung nahm darauf einstimmig den An⸗ trag des Präsidiums an: 5 1 Die Mitgliederversammlung billigt den schäftsführenden Vorstandes vom 8. Mugust Gesamtpräsidium gutgeheißen hat, betr. der Unter⸗ stützungstätigkeit des Verbandes und ihre Ausdehnung 1 bedürftigen älien der zum Kriegsdienst einberufenen 8 5 im„Hess. Kamerad“ Nr. 33 Präs. Frhr. v. Heyl sprach im Anschluß hieran Herrn Mrd ⸗ Rat Dr. 2 unter lebhaftem Beifall der Versammlung den d Dank für dessen mühevolle, eine unendliche Summe assende er als, 17 125 über die Dr.⸗ Jubil ug bericht„ jetzt für Unterstükungen verwendet würden, daß ie webe folgte Es — zun zur Aufnahme in einen Kriegerverein mel 1 e isers:, eine eien mehr, ur (Der Priident teilt weiter mit, dach das Prüscheemt Ve aachen Wie dernen kee ben e abzusehen. Die mmlun f . Schluß der 5 5 en- Der Ppisi⸗ Wen Fal unter lautem Bravo zu. Führer in 8 2 deer Geist——„könne man sagen: Lieb 1 Vaterland, magst ruhig sein! 1 Auf Anregung des Kameraden Kraemer brachte die Ver⸗ sammlung beim Scheiden dem verehrten Präsidenten 8 Gr debe, end er een en ee ver volle 8 ia“ ei ei. f misches Hoch ans mat dein Wunsche, Faß er nach delt diele gehe han der Spitze bleiben möge. Aus Stadt und Cand. Gießen, 22. Juni 1915. Die deutsche Modeubewegung. 3 h. Frankfurt a. M., 21. Juni. Aus Fund 0 wir geschrieben: Die jahrelangen Bemühungen, für welt eine deutsche Mode, unbeeinflußt vom Auslan scheiterten bisher an dem Widerstand der ten selbst, Gesamtheit in den Schöpfungen der Pari and 1 mit Wärme und Lebhaftigkeit die deutsche Modenbewe der Welt erblickten. * Ver handwerks und der deuts tene Vorbesprechung. Bildun gestern mit der Fr angebender Höhe ein Stab Eine dung einer Modeakad ie i 9 8**— K ö ademie in Frankfurt vor, nicht als Schule, sondern als Beratungsstelle, wo Meinungsaustausche, Vor⸗ träge, Ausstellungen und letzten Endes Lehrgänge dem nken der deutschen Mode Raum und Geltung in der deukschen Frauenwelt schaffen sollen. Professor Tauer, Direktor der Fachschule zu Barmen,—— dar, daß die Stoffabrikanten bislang nach franzö⸗ sischen Vorbildern gearbeitet hätten und bat um neue Entwürfe und Gedanken aus deutschen Kreisen. Zahlreiche Frauen 9 22 0. ie d gung u versprachen ihr Förderung in jeglicher Weise. Den Gruß des Deutschen Werkbundes überbrachte unter Worten hoher Anerkennung Prof Eberhardt, Direktor der Offenbacher Kunst⸗ beschule. Großes Gewicht legte man allseitig auf die Grün⸗ ng einer Fachzeitschrift von ausgesprochener deutscher Eigenart. Das Ergebnis der fruchtbringenden, bis spät in den Abend währenden Tagung faßte der Arbeitsausschuß in folgenden Leit⸗ säzen zusammen: Zur Hebung der geschmacklichen Bildung der n Kreife wird angestrebt: 1. Gründung einer führenden Akademie für Mode kunst in Frankfurt a. M., 2. selbstschöpferische Qualitätsarbeit in Modellen, Materialien und Zutaten, 3. perio⸗ dische Fachausstellungen von Neuerscheinungen in Farben, Stoffen usw., 4. Gründung einer Fachzeitschrift, die den höchsten tech⸗ nischen und künstlerischen Ansprüchen genügt, 5. Mitarbeit der Frau, 6. halblährliche Versammlungen zur Aussprache, 7. Werbe⸗ vorträge, 8. Ausgabe eines Jahrbuches. a „Die Versammlung sprach einhellig ihre Zustimmung zu den Leitgedanken aus; sie begrüßte insbesondere die Gründung einer Modeakademie in Frankfurt und gab der Erwartung Ausdruck, daß das mit so großer Begeisterung begonnene deutsche Kulturwerk zu einem bleibenden Segen für die gesamte deutsche Frauenwelt möge. 4 R. H. L. U. Das Denkmal für den Stifter der Uni⸗ versität, Landgraf Ludwig V. Zur Beratung des Preis⸗ e für das Denkmal des Landgrafen Ludwig V. vor Universität ist eine Kommission zusammen⸗ . der außer dem Oberbürgermeister der Stadt und jetzigen Rektor der Universität folgende Herren an⸗ 771 Geh. Hofrat Behaghel, raubach, Justizrat Grünewald, Prof. König, Beigeordneter Krenzien, ssor Rauch, Professor Watzinger, Rentner Winn. Die Kommission beabsich⸗ tigt, ein Preis ausschreiben zu erlassen, das im wesentlichen folgende Bestimmungen enthalten soll: Das Denkmal wird in Gestalt eines Brunnens in der Mitte des Platzes vor dem—— der Universität auf⸗ gestellt. Es soll an ihm ein Reliefbild des Land⸗ re Ludwig V. angebracht sein. Dabei steht es dem ünstler frei, eine Beleuchtungsanlage zu dem Denkmal in Beziehung zu setzen. An dem Wettbewerb können sich Künst⸗ ler beteiligen, die aus dem Deutschen Reich gebürtig oder darin ansässig sind. Die Zuerkennung des Preises schließt die Uebertragung der Ausführung nicht ein. Zur Beurtei⸗ lung der Entwürfe ist ein Preisgericht aus eini Ver⸗ tretern der Stadt und der Universität sowie einer Reihe von auswärtigen Architekten und Künstlern in Aussicht nommen. Das Er is des Wettbewerbs wird öffentlich ekannt gemacht. Die Entwürfe werden 2 Wochen lang en ausgestellt.— Vor Einleitung weiterer Schritte ist es notwendig, daß 1 Spender mit den im Vor⸗ stehenden angedeuteten Bestimmungen des Preisausschrei⸗ bens ausdrücklich einverstanden erklärt. Außerdem ist es außerordentlich erwünscht, daß sich der Spender mit dem Oberbürgermeister der Stadt oder dem Rektor der Uni⸗ versität persönlich in Verbindung setzt; unbedingte Geheim⸗ haltung wird verbürgt. » Eine Sitzung der Stadtverordneten findet am l N 3 n 8 r Tagesordnu n folg unkte: ung von chreibungen, Baugesuch des Georg Karl Reit für Marburger Straße 34, Baugesuch der Gebr. Kahl zur ichtung einer Lagerhalle auf dem Grundstück Flur VIII Nr. 101, Vor⸗ anschlag der Stadtkasse undderstädtischen Neben⸗ kassen für das Rechnungsjahr 1915 und Ausfstellung des Heyer ⸗Denkmals. *Die Auszahlung der Landsturmquartier⸗ gelder findet nach einer Bekanntmachung des Oberbürger⸗ meisters am Mittwoch, den 23. Juni, Donnerstag, den 24. Juni, Freitag, den 25. Juni und Samstag, den 26. Juni statt.— Nach einer weiteren Bekanntmachung des Ober⸗ bürgermeisters können sich Einwohner, die beim Freiwerden von Quartieren erneut Einquartierung zu über⸗ nehmen wünschen, im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, melden. Verkannte Hurrarufe. In einem Städtchen Oberhessens ist es in den Schulen üblich, daß größere Sieges nachrichten von den Schülern die G. urrarufen dem Publikum bekannt werden, ehe die Extrablätter ihren Umlauf halten, weil gewöhnlich die Sieges schen sogleich den Lehrern mitgeteilt werden. Nun erscholl auch am ver⸗ gangenen Samstag wieder das gewohnte Hurrarufen durch die Straßen und man konnte nicht schnell genug das Fenster öffnen, um die Siegesnachricht zu erfahren. Wieviel Russen sind denn wieder gefangen? 5 man die ja Abe⸗Schützen.„Ei goar ka, unser Lehrer muß ei⸗ rückte!“ érscholl die freudige Antwort. Die Bürger konnten Stadtbaumeister d 5 J). W* nicht enthalten, da ihnen wohl bekannt ist, daß die Schüler einen ungeheuren Respekt vor dem betreffenden Lehrer haben. Landkreis Gießen. n. Steinbach, 21. Juni. Dem Gefreiten Heinrich Reusch⸗ ling III. von hier beim Landwehr⸗Inf.⸗Regt. 116 wurde das Sanitätsverdienstkreuz verliehen. e. Lang-Göns, 21. Juni. Den Heldentod fürs Vaterland sand am 27. Mai der 22 Jahre alte Musketier Heinr. Wagner, Sohn des Pflasterers Wagner von hier. Der Gesallene gehörte der 4. Komp. des 118. Inf.-Rgts. an. Bettenhausen, 20. Juni. Gegenwärtig sind von hier 35 Leute in das Heer eingestellt. Bis jetzt haben wir Tote. Es sind dies Wehrmann Heinrich Köhler, Reservist Edmund Roth und Kriegsfreiwilliger Lehrer Wilh. Seip. Die beiden ersten erlitten im Westen, der letztere im Osten den Heldentod. Ein Bettenhäuser ist mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden, stud. agr. Wilhelm Rückel, Leutnant der Reserve. Nonnenroth, 20. Juni. Schon seit über eine Woche treiben hier Füchse ihr Unwesen. Schon ungefähr 20 Hühner und Hähne sind innerhalb dieser Zeit aus den Höfen und den Grasgärten geraubt worden. Grünberg, 20. Juni. Leutnant Max Fritz von hier erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Da er auf einem nächt⸗ lichen Patrouillengang verwundet in französische Gesangenschast geraten ist, wurde die Auszeichnung seinen Eltern zugeschickt.— Wachtmeister Rudolf Ritter wurde mit der Hessischen Tapfer— keitsmedaille ausgezeichnet.— Vei den Kämpfen auf dem östlichen Kriegsschauplatze fiel Musketier Ludwig Zinßer, der Sohn des hiesigen Wagnermeisters Heinrich Zinßer. Die Familie — nun durch den Krieg den Verlust ihrer beiden Söhne zu be— agen. Hungen, 19. Juni. Wieder hat der Krieg aus unserer Gemeinde ein Opfer gefordert. Am 5. Juni starb den Heldentod fürs Vaterland Heinrich Vogt, Kanonier im Feldart.⸗Regt. 233, im Alter von 25 Jahren. -m. Hungen, 21, Juni. Für drei im Felde gefallene Söhne unseres Städtchens, Karl Theiß, 20 Jahre alt, Wilh. Dirlamm, 26 Jahre alt, und Heinr. Vogt, 25 Jahre alt, fand gestern in der hiesigen evangẽlischen Kirche eine Gedächtnisfeier statt. Im ganzen haben bis jetzt acht junge Leute von hier ihr Leben dem Vaterland geopfert. f Kreis Alsfeld. h. Alsfeld, 21. Juni. Die diesjährigen Sommer- ferien an den hiesigen höheren Schulen sind mit Rücksicht auf die Landwirtschaft verlegt worden. Sie beginnen Samstag, den 31. Juli und endigen Sonntag, den 29. August. Kreis Lauterbach. Bermutshain, 20. Juni. Gestern mittag ereignete sich auf der Bahnstrecke zwischen Hartmannshain und Oberwald ein Vorfall, welcher leicht verhängnisvoll hätte werden können. Der kurz nach 12 Uhr von Hartmannshain kommende Personen- zug rannte an dem Uebergang eines Feldweges auf einen leeren Heuwagen. Der. ein hiesiger Bauer, wurde von dem Wagen zwischen das Gespann Kühe geworfen, kam aber glücklicherweise mit heiler Haut und mit dem Schrecken avon. Hessen⸗Nassau. (Marburg, 21. Juni. An Stelle der in diesem Jahre selbstrede ausfallenden großen Bismarck⸗ gedächtnis feier bei dem Bismarckturm fand heute nachmittag dort eine kleine aber würdige Feier statt. Außer den Angehörigen des akademischen Lehrkörpers hatten sich Angehörige aller studentischen Korporationen und die sonsti⸗ n hier weilenden Studenten Ee Die Ansprache telt ein Vertreter des Marburger gest Der gemeinsame 8„Deutschland über alles“ beschloß die Feier.— Beim e der Vorstadt Weidenhausen in ider Richtung nach dem Dorfe Cappel wurde das scheu⸗ gewordene Pferd eines Bierwagens von einem Zuge zermalmt. h. Frankfurt a. M., 20. Juni. In der Riederwald⸗ kolonie wurde heute bei einer Teilnahme von etwa 80 Ab⸗ geordneten der achte Verbandstag der Baugenossen⸗ schaften von Hessen⸗Nassau und Süddeutsch⸗ land abgehalten. Der Verbandsdirektor Dr. Schroeder⸗ Kassel betonte bei seiner Eröffnungsrede, daß gerade wäh⸗ rend des Krieges die Baugenossenschaften hochwichtige Auf gaben zu lösen berufen seien. Bürgermeister Dr. Luppe wies darauf hin, daß in Frankfurt bereits 10 Prozent aller Mieter in Baugenossenschaftswohnungen wohnten. Nach dem Jahresbericht für 1914 umfaßt der Verband jetzt 32 Baugenossenschaften, 5 Aktiengesellschaften und 5 Gesell⸗ 0 7 m. b. H. Diese 42 Vereine arbeiten mit 8 Mill. ark eigenem und 31 Millionen Mark fremdem Gelde. Der Krieg brachte 27000 Mk. Mietverluste, an Mietrückständen sind 25 466 Mark vorhanden. Die resmieten betragen für einen Raum 60—140 Mark, für 2 Räume 120300 Mark, r 3 Räume 140—412 Mark, für 4 Räume 160-610 Mark. Durch den Krieg sind den Vereinen bisher Schäden nicht entstanden. Wie sich die Verhältnisse später gestalteten, sei sehr unbestimmt, doch müsse man die Hoffung auf einen Milliardensegen jetzt begraben. Trotzdem könne man angesichts der glänzenden wirtschaftlichen Stärke Deutschlands getrost in die Zukunft sehen. Ueber KHriegser fahrungen sprach sodann der Ver⸗ bandsanwalt Dr. Crüger⸗ Charlottenburg. Je länger der Krieg dauere, um so mehr wüchsen die Schwierigkeiten heran in Bezug auf Mietstundungen und ⸗rückstände. Die Bau⸗ Ane empfänden heute die Schmerzen der Haus⸗ esitzer. Die 1500 Genossenschaften Deutschlands hätten mit etwa 750 Millionen Mark 30—40 000 Wohnungen hergestellt. Durch die immer stärker werdenden Einberufungen ins Feld steigerten sich aber die Mietrückstände und infolge⸗ dessen auch das Risiko der Genossenschaften Nach dem Kriege müßte der Sparkassenverkehr mit der größten kam⸗ keit verfolgt werden. Vorsicht heische auch die Aktivbewer⸗ tung, die Dividendenfestsetzung und die Errichtung neuer Bauten.— In der Aussprache berichteten die Ab neten über die in den einzelnen Orten gemachten Erfahrungen, die sich im allgemeinen mit den Ansichten des Redners deckten. Bei der Vorstandswahl wurde das ausschei⸗ dende Mitglied Landtagsabgeordneter Justizrat Dr. Haeu⸗ sich eines heimlichen Lächelns über diese Kinderfreude doch ser-Höchst wieder- und Professor Dr. Andree ⸗ Marburg neugewählt.. 1 h. Vom Taunus, 21. Juni. Zum erstenmal seit Jah⸗ ren war der Sonnwendfeier auf dem grauen Taunus⸗ hüter eine unvergleichlich schöne Nacht beschieden. Das hatte zur Folge, daß am Samstag abend tausende von wander⸗ frohen Männern und Frauen aus den Städten und Dörfern der Ebene durch die köstliche Waldesnacht auf den Feld⸗ berg stiegen, um hier auf seinem Kulm der von der Frank⸗ furter Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes veranstal⸗ teten Sonnwendfeier teilzunehmen. Kurz vor Anbruch der Mitternachtsstunde hielt Pfarrer Dr. Busch⸗ Frankfurt eine markige Ansprache, die der Erinnerung der teuren Toten, die der Weltbrand dahinraffte, galt und die dann die altdeutschen Volkstugenden begeisternd feierte. Dann flammte nach der von J. Herpel gesprochenen Feuerrede der gewaltige Holzstoß auf und warf seine Lichtbündel meilenweit in die Runde. Kraftvolle, ernste und siegfrohe Feuersprüche und Feuergesänge umrahmten die vaterlän⸗ dische Kundgebung. Eine Nachfeier bis Sonnenaufgang ver⸗ einte die Festteilnehmer in den Feldberghäusern. — Briefkasten der Redaktion. — polizeistunde. Namenlose Zuschriften können wir nicht berück⸗ sichtigen. Märkte.. le. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 21. Juni. Auftrieb: Rinder 1773(Ochsen 204, Bullen 73, Kühe und Färsen 1496 Kälber 331, Schase 69, Schweine 1026. Tendenz: Am Rindermarkt anfangs lebhafter, späterhin ge⸗ drückter Geschästsgang; es wird nahezu ausverkauft. Kälber, Schase und Schweine werden ruhig gehandelt; bei Schweinen, etwas Ueberstand. Preise für 100 Pfd. Lebend- Schlacht⸗ Ochsen. gewicht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Me. wertes, 4—7 Jahre alt.... 71—74 130—135 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 5.. 64—70 116—127 afleischt bach ln, ch Schlachtw. 84—87 110115 Vollfleischige, ausgewachsene, ten achtw.—— Vollfleischige, jüngere 99„ 56—61. 100105 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 60—66 111-122 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht⸗ wertes bis zu 7 Jahren„ 59—63 109—117 Wenig gut entwickelte Färsen.. 50—58 98—112 Aeltere ausgemästete Kühe 4855 89—102 Mäßig genährte Kühe und Färsen.. 39—46 78—92 Gering genährte Kühe und Färsen.. 29—36 66—82 Kälber. Felusts Mätalbe„ 76—80 127—133 Mittlere Mast- und beste Saugkälber.. 70—75 117125 Geringere Mast- und gute Saugkälber. 65—70 110-119 Geringe Saugkälbe r. 60-64 102—108 Schase. Weidemastschase: Mastlämmer und Masthammel.. 53-00 116-00 Geringere Masthammel und Schafe. 4500 108-00 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 5 100 kg Lebendgewicht... 123.00-127.50 150.00 155.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebenge wicht... 118.00—125 1385.00— 148.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht.. 123.00.127.50 150.00— 155.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 123.00-127.50 159.90—155.00 Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 28. Junt 1815: Heiter, trocken, warm, nordöstliche Winde. Müllersche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 22. Juni 18 R. Letzte Nachrichten. Maklakows Sturz. 0 Berlin, 22. Juni. Ueber Maklakows Sturz erfährt die„Vossische Zeitung“ aus Petersburg folgendes: Der Abschied des russischen Ministers des Innern war sehr dramatisch. Am letzten Freitag war der Minister zum Zaren berufen, der ihm leidenschaftlich wörtlich die„Revolutionierung ganz Rußlands“ vorwarf und erklärte, er erwarte sein Abschiedsgesuch binnen vier⸗ undzwanzig Stunden. Maklakows Abschied ist lediglich als Ab⸗ schlagszahlung auf die Forderung der Duma nach Goremykins Rücktritt zu betrachten. Nur wenn auch der Justizminister, der Häuptling der echtrussischen Leute, verabschiedet werden würde, erklären die Parteiführer der Duma ihre Forderung auf den Rücktritt Goremykins vorerst fallen lassen zu wollen. Die Mehrheit Venizelos'. Haag, 22. Juni.„Daily Chronicle“ meldet mus Athen? Venizelos verfügt endgültig über eine Mehrheit von 80 Stimmen in der neuen griechischen Kammer. Die Regie⸗ rungsorgane äußern sich dahin, daß diese Mehrheit schon vor der mächsten Sitzung des neuen Parlamentes verschwunden sein werde. Wie dies geschehen foll, verraten sie jedoch nicht. Die Stimmung in Bulgarien. 0 Sofia, 22. Juni. Die hiesige nationalistische Lig veröffentlicht einen Aufruf, in dem es heißt: Heute, wo Bul⸗ garien aufgefordert wird, sein Gut und Blut in den Dienst fremder Interessen zu stellen, muß das bulgarische Volk laut verkünden, daß seine Söhne bulgarischen Blutes sind, die sich für die Interessen des Vaterlandes und zur Befreiung der mazedonischen Stammes⸗ brüder aufopfern. Die Liga ruft für morgen eine Versammlung ein, umgegen die Versuche der Entente⸗ Mächte, Bul⸗ garien für eine Aktion an der Seite der Entente⸗Mächte zu ge⸗ winnen, Stellung zu nehmen. hübscher 2 2 Märschen und 6ë D) Aufmachung erlaubt die Mitführung des Odol im Bewegungskampfe. Sparsames Wirtschaften. „Wir müssen an Lebensmitteln sparen!“ Dieser Ruf, mit⸗ —* in dem Kampf gegen unsere Feinde, hallt in Nh d and wider und die Frauen sind nicht die Letzten, die Folge leisten. Mit allen Kräften er n sie die richtige Ausnutzung der uns zu Gebote stehenden Lebensmittel. Darum ist auch die Koch⸗ liste, vor allem das bekannte Heinzelmännchen, in letzter Zeit als unbedingt notwendig für jeden Haushalt erklärt worden, denn beim Kochen in der Kiste gehen die kostbaren Nährwerte nicht mit dem 5 verloren, sie bleiben den Speisen erhalten und kommen dem zugut. Zudem spart man durch den praktischen Apparat, besonders durch das Heinzelmännchen, an Fruerung und an Arbeit. HhBesonders durch„das Heinzelmännchen!“ u hut man einen so treffenden Namen für einen Gegenstand . gefunden als diesen, denn wo ein heinzelmännchen in der Küche ist, da glaubt man wirklich das Schalten und ten der kleinen Märchengeister zu verspüren. Heinzelmännchen kocht, brüt, bäckt die Speisen gar, ohne daß man s 5 mmern braucht. Man kann ganz unbesforgt seiner Beschästigung nachgehen, sobald man das Gerich 9 dem Reinzelmännchen iwerantwortet hat— es ist zur bestimmten Frist fertig und, was noch das Gute dabei ist, es gelingt stets! Nie wird die Grütze anbrennen, der Braten oder der Kuchen zu dunkel werden! Die kleinen heinzel⸗ männchen wachen ja darüber. Das eben ist der große Vorzug des Heinzel männchen⸗ 8, daß man auch Back- und Bratosen ganz dabei entbehren kann. Dadurch wird er gerade jetzt zur Kriegszeit so wertvull, da man, um Abwechslung in der Küche zu schafsen, viel Gemüse als Auf⸗ läufe und zu Puddings bereitet, wozu man ohne das heinzel ⸗ männchen ümmer gezwungen wäre, den Brutofen anzuheizen. Die —.. 8 b NN n also parnisse an Zeit und erung wieder aufgeßoben“ Wan sollte despulf die einmaltge Ws gebe mi fene und sich den Apparat anschafsen. Eine Zeit wie diese lehrt uns alles. was gut und praktisch ist, besonders schaͤtzen, darum wird auch künftig in jeder neuen ichtung ein Heinzelmännchen einen Ehrenplatz bekommen, denn es ist ein Spargeist, und der Krieg hat uns wieder einmal gezeigt, daß Sparen eine große Tugend ist. Die Heinzelmännchen⸗Kochkisten sind in allen besseren Haus⸗ baltungsmagazinen und Wirtschaftsabteilungen schon für den Preis von M. 18,50 an für den kompl. Apparat erhältlich. Auch ver⸗ endet die Heinzelmännchen-Compagnie(G. m. H., Berlin NRW. 40, Heidestr. 52 bereitwilligst fostenfrei illustrierte Preis iste nebst aus- führlicher N uweisung. Man versäume nicht, sofort die Zusendung der betr. Drucksachen Preisliste n Kochkiste entstehen, wer⸗ 15600 oder lasse sich in Haushaltungsmagastwen n Nuchüllte— 1 „„ 5 2** 1 2 .* 8 9 22 22 Giessen, n 1915 Die Beerdigung Heute morgen verschied mein herzens— 7 guter Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser lieber Sohn, Bruder, Schwie— gersohn, Schwager und Onkel Heinrich Braun im 37. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lina Braun geb. Leng u. Kinder. Gießen(Hammstr. 13), den 21. Juni 1915. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 23. Juni, nachm. 4½ Uhr, von der Kapelle des neuen Fried— boses aus statt. 2 Für die liebevollen Beweise wärmsten Mitempfindens bei dem Heimgange unseres teuren Entschlafenen sprechen wir un— seren innigsten Dank aus. Im Namen aller Hinterbliebenen Kath. Arnold Ww. Gießen, 21. Juni 1915. 5257 NN 5. 5 Nationalstiftung für die Hinterbliebenen ö der im Kriege Gefallenen. Landeskomitee für das Großherzogtum hessen. III. Weiter gingen an Gaben ein: Kirchengemeinde Assenheim 40 M., Pfarramt Angersbach 76,35 M., Pfarramt Rudlos 24,15 M., Eogl. Pfarrei Maar 100 M., Pfarrei Wahlen 50 M., Neustadt (Name unleserlich) 5 M., Dekan Brill-Ober-Widders⸗ heim 101,30 M., Tarmstädter Tagblatt(Erlös aus Extra⸗ blättern, 1. Rate) 1100 M. Sammlungen der Gemeinden: Ober⸗Sensbach 12,80 Mark, Gumpen 20,65 M., Ober-Mossau 166,85 M., Dorf⸗Erbach 13,45 M., Griedel 177 M., Klein⸗Karben 89,25 M., Heisterbach 44,55 M., Günterfürst 20,80 M., Ober⸗Rosbach 106,25 M., Hetzbach 40 M., Hainhausen 55,25 M., Groß-Karben 232 M., Jugenheim(Rheinh.) 108,95 M. Kreiskasse Gießen(Sammlungen der Gemeinden): Bettenhausen 101 M., Albach 80 M., Bellersheim 269,70 Mark, Dorf⸗Gill 97 M., Göbelnrod 117 M., Inheiden 100 M., Langsdorf 348,80 M., Allendorf a. d. Lahn 237,50 M., Garbenteich 83,70 M., Hungen 725 M., Hausen 81 M., Inheiden 60 M., Langd 105 M., Lauter 113,55 M., Mainzlar 161 M., Muschenheim 100 M., Obbornhofen 100 M., Rabertshausen 25 M., Rödgen 111. M., Staufenberg 54 M., Steinheim 100 M., Stock- hausen 33,70 M., Utphe 65 M., Weickartshain 90 M., Weitershain usw. 150,15 M.; Professor Alles-Gießen. 20 M., Molkerei Hungen 200 M. deutsche vereinsbank, Filiale darmstadt: Finanz⸗ amtmann Klingelhöffer 20 M., N. N. 2 M.,-Prof. Dr. [Dauber 20 M., N. N. 10 M., Major G. A. v. Neufville 100 M., Hauptstaatskassier Wenzel 5 M., Ungenannt 10 Mark. S. Merzbach in Offenbach: S. Merzbach 10000 M., H. Müller u. Cie. 10 000 M., A. D. 5 M., Eugen Feist mann 3000 M., H. Galette 5 M., J. Karl Stroh 5000 Mark, Peter Geiger 5 M., L. Schirmer 50 M., Jakob Göhring 10 M., Frau Geh. Rat Landmann 40 M., Fr. L. Küchler 20 M., H. Jäger 100 M., Fräulein Emilie Krafft 5000 M., Geh. Kommerzienrat J. Adolph Krafft 10 000 M., Frau Kommerzienrat B. Schramm Wwe 1000 M., Geschwister Bornheimer 25 M., sämtlich in Offenbach. Bankverein Offenbach: Gebrüder Heyne, G. m. b. H., 10000 M., Kommerzienrat E. Heyne 5000 M., Fr. Schläger 10 M., Willi Heyne 3000 M., Julius Heyne 3000 M., Hermann Heyne 3000 M., L. R. H. Becker 20 M., Dr. med. Feibisch 100 M., alle in Offenbach. Zinsen vom Banlverein 46,66 M. Summa 74 917,36 M.; hierzu Sammlung J und II 110 968,11 M.; Haupt summe 185 885,47 N. 5258 Wiederverkäufer u. Vertrete für ein beschlagnahmefreies Futtermittel gesucht. Hoher Verbienst. Regierungsseitige Unterstützung.„, Futternittelzentrale Bösmann, erwarte arg Statt besonderer Anzeige. Am 15. dieses Monats fiel unser lieber, unvergesslicher Sohn Kriegsfreiwilliger im Res. Feld-Art.-Regt. Nr. 56. Heinrich Schirmer und Frau. findet Mittwoch, den 23. ds. Mon., nachm. 3 Uhr, auf dem alten Friedhofe statt. 0 Denkmal für Landgraf Ludwig V. Durchführung des Planes außerordentlich erwünscht, daß sich der Spender mit einem der Unterzeichneten persönlich in Verbindung setzt. Unbedingte Geheimhaltung wird verbürgt. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen: Keller. 2 Der Rektor der Universität Gießen: Sommer. 8 52⁵⁵ Für die herzliche Teilnahme an unserem schweren Verluste sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Frau Margarete Hexaner Ww. und Angehörige, Hermine Schmitz. 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In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Karl Nöding von Gießen ist zur Prüfung der nachträglich angemeldeten For⸗ derungen Termin auf Montag, den 5. Juli 1915, vormittags 8/ Uhr, vor dem Großherzoglichen Amtsgericht in Gießen, Zimmer Nr. 3, anberaumt. Gießen, den 17. Juni 1915. 6580; Gerichtsschreiber des Großh. Amtsgerichts. I. Ausgabe in Duplex-Lichtdruck auf Elsenbeinkarton. Jormat 40:55 em. Preis Mk. 3.—. II. Pracht⸗Ausgabe in Handpressenkupserdruck(Helio⸗ gravitre) auf Kupferdruckkarton und China. Format 60: 80 em. Preis Mk. 8.—. Für unsere gefallenen Krieger. Ein Kunst⸗ werk ersten Ranges ist das soeben bei Emil Roth⸗ Gießen in mustergültiger Ausführung erschienene ⸗Gedenkblatt für unsere gefallenen Krieger“ des Düsseldorfer Malers Johannes Gehrts. Auf dem Blatte, das, fret von Ueberladung, sich durch vor⸗ nehme Einfachbeit auszeichnet, befindet sich oben rechts eine Kampfszene(Sturmangriff), wäbrend die ganze linke Hälfte eine berrliche Germania einnimmt. Voll erhabener Würde, milden Ernst in den Zügen, stebt sie da, zu Häupten den Reichsadler, zu Füßen Waffen und Fahnen, die 3 Hand am gesenkten Schwerte, die linke einen Lorbeerkranz über die Gesallenen baltend, für deren Namen und Bildnisse Plat gelassen ist unter der Ueberschrift:„Den ehren⸗ vollen Tod fürs Vaterland sand im großen Kriege 1914/15...“ Das prächtig wirkende Kunstblatt er⸗ schien in zwei Ausgaben, von denen die kleinere (4055 Zentimeter 3 Mk.) sich besonders als Wand⸗ schmuck im Familienzimmer, die größere(60 80 Zenti meter 8 Mk.) aber auch zum Aufhängen in Gottes⸗ bäusern, Schulen, Vexeinslokalen usw. eignet. In beiden Fällen aber bildet das Blatt für unsere beldenbhasten Vaterlandsverteidiger ein Denkmal, mie es sinniger nicht gedacht und leichter nicht be⸗ schafft werden kann. Hofrat Professor Boerckel in Mainz. Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Schuhfabrikanten Ernst Reinhold Neitzsch in Gießen ist zur Prüfung der nachträglich an— gemeldeten Forderungen Termin auf Montag, den 5. Juli 1915, vormittags 8 uhr, vor dem Großherzoglichen Amtsgericht in Gießen, Zimmer Nr. 3, anberaumt. Gießen, den 18. Juni 1915. 5240 Gerichtsschreiber des Großh. Amtsgerichts. Fasässer N zu nachstehenden billigen Preisen anzubieten Marke 40 Marke 1 Marke 4 Marke 5 Mitglied der Rabatt- Sparvereinigung Durch rechtzeitigen Abschluss sind wir in d C. Röhr& Co. das Mtr. so Mtr. is Mtr. 20 Mtr. 0.60 5.80 8.60 1.40 Mk. 0.70 1 10.00 13.25 Mx. 9 780 10.80 14.00 Mk. 0.85 8.30 12.30 16.00 Mk. Für Leib- und Bett-Wösche geeignete solide Guelitäten! Bahnhofstrasse 44 45503 er Lage, die folgenden be- Währten Gualitäten Prima Hemdentuche