* 3 1 0 er Sießener Anzeiger kscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchenklich Siezener Familienblätter; n für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Lan wirtschaftliche Heitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstellebl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. 3 don Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. F 8 1065. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und steindruckerei R. ange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7. A n. Samstag, 10. Juni 1015 Bezug op ret s: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel⸗ jährl. aussch“ Bestellg Zeilenpreis: loral 15 Pf. ausw. 20 Pi.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sänitlich in Gießen. Die RNussen in die Grodel⸗ Stellung getrieben. WTB.) Großes Hauptquartier, 18. Juni. (Amtlich.) Westlicher 8 Westlicher Kriegsschauplatz. Die Feinde setzten ihre Durchbruchsversuche nördlich Arras vergeblich fort. Die Engländer erlitten nördlich des Kanals von La Bassée eine neue Niederlage; ihre Angriffstruppen wurden aufgerieben, nur ein⸗ zelne Leute flüchteten sich zurück. Westlich Angres, beim Kirchhof südlich Souchez und nördlich Ecurie sind Fran⸗ zosen in kleine Teile unserer vorderen Stellung eingedrungen. Hart nördlich der Lorettohöhe gaben wir ein im um⸗ fassenden Feuer liegendes Grabenstück planmäßig auf. Im übrigen wurden die feindlichen Angriffe abgeschlagen. Seit dem 16. Juni nahmen wir auf dem Kampffelde närdlich Arras 17 Offiziere, 647 Mann gefangen. Die blutigen Verluste entsprechen denen in der Schlacht in der Champagne. In den Argonnen wiesen wir schwache feindliche Vorftöße ab. Bei Vauquois haben sich örtliche Gefechte ent⸗ mickelt. Die Vogesenkämpfe westlich Metzeral sind noch im Gange. 5 Oestlicher Kriegsschauplatz. Vordringende russische Abteilungen wurden von deut⸗ scher Kavallerie über den Scymsza⸗Abschnitt östlich der Straße Cytowiany—Szawle) zurückgeworfen. Ein von starken feindlichen Kräften gegen die Dawina-Linie vor— getragener Angriff scheiterte. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Beiderseits Tarnograd warfen die verbündeten Truppen in der Noecht den Feind gegen den Tanew⸗Abschnitt zurück. Die anderen Armeen des Generalobersten von Mackensen haben die geschlagenen Russen bis in die vor⸗ bereitete Grodek⸗Stellung(Linie Narol— Miasto— Magierow— Wereszya⸗Bach) bis zur Einmündung in den Dnjestr getrieben. g An der Dujestrfront nordöstlich Stryj ist die Lage unverändert. n Oberste Heeresleitung. „ ö Die vorletzte Staffel in der Wiedereroberung Galiziens ist beschritten: Die Russen sind in die von ihnen vorbereitete Grodek-Stellung zurückgetrieben worden. Ob diese wirklich so stark ausgebaut und widerstandsfähig ist, wie ein eng⸗ lisches Blatt versichert, das im übrigen, wie die Presse in London überhaupt, die kritische Lage der Russen unumwun⸗ den zugibt, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden müssen. Aus den inneren Vorgängen in Rußland, von denen ein nachstehender Bericht Proben gibt, lassen sich wohl einige Rückschlüsse auch auf die Widerstandsfähigkeit der russischen Heere ziehen. Die„Köln. Ztg.“ faßt die strate⸗ gische Lage in Galizien heute wie folgt zusammen: Auf dem nördlichen Flügel ist die Armee des Eftherzug⸗ Ferdi⸗ nand von Sieniawa nach Nordosten im siegreichen Vor⸗ marsch gegen den sumpfigen Tanewabschnitt, der sich 70 Kilometer lang und 16 bis 20 breit nördlich von Tarnogrod hinzieht, zu dessen beiden Seiten die Truppen unseres Bundesgenossen schon in Feindesland stehen. Ebenso ist Cieszanow, ein wichtiger Knotenpunkt an der Straße Ja— roslau— Landesgrenze, im Besitz der Verbündeten, die auch die Höhen nördlich der Stadt gestürmt haben. Weiter nach Südosten wendet sich in der Höhe von Niemirow die Front der Armee nach Süden und ist nach Osten gerichtet, wo die Russen eine vorbereitete Stellung bezogen haben, die sich aus der Gegend von Narol, nordöstlich von Ciechanow und dicht an der Grenze, über Miasto und Magierow, östlich von Niemierow an die Wereszyka zieht und ihr auch nach dem Durchfließen der Seen von Grodek bis zur Mündung in den Dujestr folgt. Der stärkste Punkt liegt dort, wo die Straße von Przemysl nach Lemberg bei Grodek zwischen den Seen hindurchführt. Auf den westlichen Teil der Stadt, die den Eingang dieses Engpasses bildet, haben die Truppen des Generals von Böhm-Ermolli bereits die Hand gelegt. Der Lauf der Wereszyka ist an einzelnen Stellen von ihnen überschritten, so daß die Stellung in ihrer südlichen Flanke bedroht wird. Auf dem weiteren Lauf der riesigen Front sind die Operationen noch im Gange; bemerkenswert ist zu⸗ nächst, daß die Armee des Generals v. Pflanzer-Baltin sich erfolgreich gegen russische Gegenstöße gewehrt hat. Wir wollen festhalten, was die„Times“ über die Aus- sichten im Osten gesagt hat. Gelingt es den Verbündeten, die Russen aus Galizien hinauszuwerfen und sie nochmals zu schlagen, so kann in diesem Sommer von einer ernstlich in Betracht kommenden russischen Ofsensive nicht mehr die Rede sein. Danach werden sich zweifellos die noch zögernden Balkanstaaten richten. Ohne ernstliche Hilfe des russischen Nachbarn können sie sich nicht entschließen, etwa zu— gunsten des Vierverbandes in den Krieg einzugreifen und auf diese Weise nach Gewinn zu streben. Bulgarien hat den Gesandten der Entente-Mächte, nach glaubwürdigen Nachrichten, eine vorläufige Antwort erteilt, die über die bulgarischen Absichten nichts bestimmtes verlauten läßt, dagegen anfragt, wie der Vierverband sich die Durch- führung seiner Angebote denke. Nach einer Budapester Meldung der„Frankf. Ztg.“ heißt es, Bulgarien sei ge⸗ neigt, seine Politik zu ändern, wenn Rumänien, Serbien, Griechenland und die Türkei sofort alle von der Entente in der letzten Note angebokenen Gebiete an Bulgarien abtreten würden. Es wären das die ganze Dobrudscha, anz Mazedonien, Kavalla, Saloniki und die Linie Enos— ia. In politischen Kreisen wird diese Antwort als eine neue Ablehnung der Ententevorschläge aufgefaßt. Die grundsätzlich weigern soll, mit dem Vierverband zu ver⸗ handeln, kann niemand erwarten. Es hat ja auch mit der Türkei verhandelt, die, wie es heißt, bereit sein soll, die Linie Enos-Midia anzubieten. Zwischen Bulgarien und Ru- mänien aber schweben noch Verhandlungen. Rumänien ist mit dem Vierverband durchaus noch nicht einig; es hat, wie vor einigen Tagen gemeldet wurde, dessen Anerbietungen in schroffer Weise als ungenügend zurückgewiesen. Man kann aus dieser schwankenden Lage erkennen, welche große Bedeutung den nächsten Schlägen in Galizien zukommt. General von Mackensen und seine Verbündeten klopfen dort im wahrsten Sinne auf den Busch, und man sollte denken, wenn im Lager der Balkanstaaten wirklich Neigung vor- handen wäre, die Sache des bedrohten Rußlands zu ver⸗ fechten, so dürfte zu diesem Zwecke keine Stunde vergeudet werden. Die ständig drohende Uneinigkeit der Balkanvölker tut ein übriges, um Kriegsgelüste einzelner dieser Staa⸗ ten zu dämpfen. Hoffen wir, daß die Wiedereroberung Lem— bergs aller Ungewißheit ein baldiges Ende machen wird! 7*„ Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 18. Juni 1915, mittags: Russischer Kriegsschauplatz. Nördlich Sienigwa sind unsere Truppen in der Ver⸗ folgung auf russisches Gebiet vorgedrungen. Sie er⸗ reichten die Höhen nördlich Kreszow, die Niederung des Tales und besetzten Tarnograd. 3 Auch die zwischen dem unteren San und der Weichsel stehenden russischen Kräfte weichen an mehreren Stellen zurück. Cieszanow und die Höhen nördlich des Ortes wurden genommen. 0 Im Berglande östlich Niemiro w sowie in der Gegend bei Jan om haben sich starle russische Kräfte gestellt. An der Wereszya wird gelämpft. Unsere Truppen haben an 4 einigen Stellen schon öftlich des Flusses Fuß gefaßt. Südlich des oberen Dnjestr mußten die Russen nach heftigen Kämpfen aus den Stellungen bei Lityn ia gegen Kolodruby zurückweichen. Eigene Truppen haben in der Ver⸗ folgung die Mündung der Wereszya erreicht. Die sonstige Lage am Dnjestr ist unverändert. l Die Ostgruppe der Armee Pflanzer wies gestern zwischen Dnjestr und Pruth acht Sturmangriffe der Russen blutig ab. Der Feind, der verzweifelte Anstrengungen machte, um unsere Truppen in die Bukowina zurückzuwerfen, erlitt im Artilleriefeuer schwere Verluste und ging fluchtartig zurück. Acht Offi⸗ ziere, 1002 Mann wurden gefangen, drei Ma⸗ schinengewehre erbeutet. Italienischer Kriegsschauplatz. Bei neuerlichen Vorstößen an der JIsonzofront er⸗ zielten die Italiener ebensowenig einen Erfolg, wie bisher. Bei Plava schlugen unsere braven Dalmatiner Truppen vorgestern abend und nacht den Angriff einer italienischen Brigade ab. Gestern griff der Feind nochmals an und wurde wieder zurückgeschlagen. Im Angriffsraume wurden zwei piemontesische Brigaden und ein Mobil⸗Miliz⸗Regiment fest⸗ gestellt. Die Verluste der Italiener sind hier wie im Krngebiete sehr schwer. Erneute feindliche Angriffe im Plöckengebiet und auf den Monte Costen wurden gleichfalls abgewiesen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Berlin, 19. Juni. Gegen die Kärntner Alpen haben die Oesterreicher nach dem„Berl. Tagebl.“ ihre schwerste Artillerie in Stellung gebracht. Die Alpen sind von den Italienern besetzt. Das Vordringen österreichisch⸗ungarischer Truppen in Bessarabien. Berlin, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die„B. 3.“ meldet aus Budapest: Ueber das Vordringen der öster⸗ reichisch-ungarischen Truppen in Bessarabien meldet der „Az Est“, daß die Russen die Ortschaften an der bessarabischen Grenze räumen und weiter weichen müssen. Nowosielica ist von den österreichisch-ungarischen Truppen besetzt worden. An⸗ dere Abteilungen sind bis 15 Kilometer in bessarabisches Gebiet eingedrungen. Chotin ist abermals gefährdet. N Aus Rußland. Petersburg, 18. Juni.(WTB Nichtamtlich.) Der „Rjetsch“ zitiert mit Genugtuung den Beschluß des Handels- kongresses, nach dem die u mformung der gesamten Industrie zu Kriegszwecken nach deutschem Muster un⸗ bedingt erforderlich sei. Bedauerlich sei nur, daß der Beschluß erst jetzt nach zehnmonatlichem Kriege gefaßt worden sei.— Der „Rietsch“ sowie die übrige Presse schreiben in gedrücktem Tone über die innere und äußere Lage. Sie veröffent⸗ lichen den Beschluß des Handelskongresses über die sofortige Ein⸗ berufung der Duma und weisen darauf hin, daß der Beschluß nicht von Revolutionären, sondern von loyalsten Bürgern Rußlands ausging, und daß die Einberufung unter dem Drucke der außer⸗ ordentlich erschwerten Verhältnisse und der ernsten Kriegs⸗ lage auch von der Provinz dringend gewünscht werde. Selbst⸗ verständlich könne die Tagung der Duma jetzt keine kurze sein. Notwendig sei eine beständige Aufsicht sowie eine Reihe sofortiger Maßnahmen aller Art.— Die„Nowoje Wremja“ verlangt die Einberufung der Duma zur Herbeiführung einer Einigung des Volkes. Die letzten ernsten Ereignisse auf dem Kriegsschauplatze verlangten die Zusammenfassung der gan⸗ zen Kraft der Organisation des Volkes.— Das Witebsker Börsen⸗ (Komitee weist in einer Eingabe an die Regierung darauf hin, daß die Vertreibung der Juden aus vielen Gouvernements sehr nach⸗ Die Unruhen in Moskau. Berlin, 19. Juni. Der Angehörige eines neutralen Staates, der den russischen Staub von seinen Füßen ge⸗ schüttelt hat, nachdem er die Greuelszenen der letzten Tage in Moskau mit durchleben mußte, gibt der„Morgenpost“ von dem Wüten der echtrussischen Leute gegen die Moskauer mit deutschklingendem Namen und von den Leiden ihres Un⸗ glücks eine eingehende Schilderung: Die Unruhen begannen am 9. abends. Auf dem Hofe der Fabrik von Zyndel und von Hybner versammelten sich etwa 1000 Ar⸗ beiter und stellten vorerst verschiedene Anforderun⸗ gen an den Direktor von Zyndel, Herrn Carls⸗ se n. Da sie ihnen nicht sofort bewilligt wurden, begannen sie in der Fabrik das Zerstörungswerk. Herr Carlssen flüch⸗ tete, aber ein Teil der Mordbrenner verfolgte ihn mit wüstem Geheul. In seiner Todesangst stürzte der Un⸗ glückliche sich in den Moskau⸗Kanal, um sich an das andere Ufer zu retten. Kaum war er an der Kanal⸗ böschung emporgeklettert, als er auch schon von der Men⸗ schenmenge ergriffen und erschlagen wurde. Meh⸗ rere weibliche Angehörige der Fabrikdirektoren wur⸗ den in den Kanal geworfen und als sie nicht ertvanken, so lange von oben mit Steinen beworfen, bis sie tot waren. Der Pöbel war Alleinherrscher in der Stadt. Am Donnerstag früh zog er unter Vorantragen derrussischen Fahne und der Bilder des Zaren und des Generalissimus durch alle Straßen der Stadt. Abends waren die Hauptstraßen so überfüllt mit Möbeltrümmern und Wagen, daß vielfach die Straßen⸗ bahnen nicht mehr durchkommen konnten. Von der Polizei war nichts zusehen. Der durch die Plünderung angerich⸗ tete Schaden wird auf 300 bis 400 Millionen Rubel ö** „ 2 N Der französische Bericht. Paris, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von gestern abend. Auf der ganzen Front herrschte während der beiden letzten Tage große Tätigkeit. Die Kämpfe nördlich Arras zeigten seit gestern äußerste Heftigkeit. Die Infanteriekämpfe waren zahlreich und erbittert, der Artilleriekampf heftig und von un⸗ unterbrochener Dauer. Wir erzielten ernstliche Fortschritte, welche trotz wütender Gegenangriffe des Feindes fast insgesamt behauptet wurden. Einige Fortschritte wurden heute noch merklich weiter⸗ geführt. Hauptsächlich im Nordteile des Abschnittes rückten wir vor, indem wir mehrere Reihen Schützengräben auf beiden Seiten der Straße Aix⸗Noulette⸗Souchez einnahmen. Die Deut⸗ schen halten sich noch im Bu valgrund. Sie sind dort beinahe völlig umzingelt. Wir rückten heute wie gestern ununterbrochen in nordwestlicher Richtung gegen Souchez vor. Weiter südlich faßten wir im Park des Schlosses von Carleul Fuß, dessen wassergefüllte Gräben den feindlichen Verteidigungsarbeiten als Basis dienten. Wir eroberten den Friedhof von Souchez und ge⸗ wannen Gelände auf den Hängen südöstlich Souchez(Höhe 119). Die dank mehrerer glänzender Stürme gestern erzielten Resultate wurden heute ausgedehnt. Nördlich, östlich und südlich Neu⸗ ville erstürmten wir die erste feindliche Linie. An einigen Stellen der zweiten Linie kämpfen die angesetzten Trupßen mit Bajonett und Handgranaten. Nachdem unsere Infanterie, durch das Feuer von nahezu 300 000 Granaten sehr wirksam unterstützt, mit äußerster Energie angegriffen hatte, mußte sie in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag unter dem heftigen Artillerie⸗ feuer und heftigen, mit starken Mannschaftsbeständen wiederholt ausgeführten Gegenangriffen entgegentreten. Diese wurden auf der ganzen Front abgewiesen. Wir räumten nur gestern früh ein erobertes kleineres Gehölz, südlich der Höhe 119, welches durch das feindliche Artilleriefeuer unhaltbar geworden war. Die Deut⸗ schen setzten 11 Divisionen ein, die äußerst hohe Verluste erlitten. Auch unsererseits erlitten wir ernste Verluste. Die Stimmung der Truppen ist ausgezeichnet.— Die Zahl der von uns gemachten Gefangenen übersteigt 600, darunter 20 Offi⸗ ziere. Unsere Geschwader beschossen mit Erfolg die deutschen Re⸗ serven in Givenchy und im Bojes de la Folie und zer⸗ streuten in Formation begriffene Truppenzusammenzüge. Die schwere Schlappe, welche der Feind bei seinen Gegenangriffen in Quennevieres erlitten hat, wird durch die große Zahl der vor unseren Schützengräben gefundenen gefallenen Deutschen be⸗ stätigt. Ein weittragendes Geschütz beschoß zweimal Villers⸗ TCotterets(ein Verwundeter). In Reims gestattete die Unter⸗ suchung von Einschlagstellen deutscher Geschosse festzustellen, daß über 80 Granaten, darunter mehrere Brandgranaten, auf die Stadt und besonders auf die Kathedrale fielen. Im Elsaß dauer⸗ ten unsere Fortschritte an. Wir bemächtigten uns des Altenhofes (Vorort von Metzeral), ferner Steinabrück und rückten weiter auf beiden Fechtufern vor. Die Deutschen äscherten Metzeral ein. Die Zahl der in unsere Hände gefallenen Gefangenen erreicht 500, darunter 10 Offiziere und 28 Unteroffiziere. Zu dem bereits er⸗ wähnten Material sind 3 Minenwerfer, 3 Maschinengewehre, Feld⸗ telephonie und Apparate für Ausströmung erstickender Gase hinzu⸗ gekommen. Ein feindliches Flugzeug wurde von einem unserey Flugzeuge im Elsaß zum Absturz gebracht. Die beiden Flieger wurden getötet. Ein französischer Fliegerangriff auf Brüssel. Amsterdam, 18. Juni.(WTB Nichtamtlich.) Ein be⸗ sonderer Korrespondent des Blattes„Nieuwe van den Dag“ meldet aus Roosendaal: In der letzten Nacht ungefähr um 4 Uhr machten zwei französische Flieger einen An⸗ griff auf Brüssel, welcher der Luftschifshalle galt. Der Korrespondent, der in einem Hotel an der Place Rogier wohnte, berichtet, er sei gegen 4 Uhr durch eine heftige Kanonade geweckt worden. Die Deutschen hätten die Flieger von allen Seiten beschossen. Gegen 4.30 Uhr waren die bleibt also so unklar wie zuvor. Daß Bulgarien sich teilig auf die wirtschaftliche Lage des Gouvernements gewirkt habe.! Flieger außer Sehweite. Es wurde lein Schaden angerichtet. geschätzt. J7J7)7))Cõ f Großkalibrige Marinegeschütze. Paris, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.)„Temps“ meldet: Großkalibrige Marinegeschütze von großer Trag⸗ fähigkeit sollen demnächst von der französischen Artillerie zur Anwendung gebracht werden. Riesenflugzeuge in Rußland und England. Paris, 18. Juni.(WTB Nichtamtlich.) Blättermel⸗ dungen aus London zufolge werden in England augen⸗ blicklich Riesenflugzeuge nach dem Muster der russi⸗ schen Flugzeuge hergestellt. Leichenverbrennung auf den Schlachtfeldern. Paris, 18. Juni.(WTB Nichtamtlich.)„Petit Journ.“ meldet: Der Rammerausschuß für Gesundheits⸗ wesen hat Versuche von Leichenverbrennungen vornehmen lassen, um eventuell in der Kammer einen Gesetzentwurf einbringen zu können, nach welchem die Gefallenen auf den Schlachtfeldern verbrannt werden sollen. Da die Versuche befriedigend e sind, wird der Ausschuß einen Gesetzentwurf ausarbeiten und ihn der Kam⸗ mer unterbreiten. Eine neue innere Anleihe Italiens. Rom, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Ein könig⸗ liches Dekret ermächtigt die Regierung, eine neue innere Anleihe von 4%½ Proz. auszugeben, welche in 25 Jahren amortisiert werden soll. Der Ausgabekurs ist auf 95 Lire für 14* von Titeln der vorhergehenden inneren Anleihe auf 93 Lire, der Beginn der Zeichnungen auf den 1. Juli festgesetzt. Die Zahlungen auf die Zeichnungen über 100 Lire erfolgen zu je 25 Proz. bei der Zeichnung am 1. Oktober, 16. November und 2. Februar 1916. 5 f 8 f 5 Der Seekrieg. Der Untergang von„u 29“. 5 Berlin, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber die Art der Vernichtung von„U 29“ wurde, wie wir von maßgeben⸗ der Stelle hören, jetzt aus besonderer Quelle bekannt, daß das Boot 1 einen unter schwedischer Flagge fahrenden englischen Tankdampfer zum Sinken gebracht wurde. Hierdurch finden von vornherein die umlaufenden Gerüchte ihre Bestätigung, daß das Boot britischer Hinterlist zum Opfer gefallen ist. Der Flaggenmißbrauch ist noch im Schwunge, wie die nachstehende Meldung zeigt, und aus der gestrigen Meldung, wonach„U 29“ mit seinem Kommandanten Otto Weddi—⸗ gen heimtückisch durch einen unter schwedischer Flagge fahrenden englischen Tankdampfer zum Sinken gebracht worden ist, kann die Welt ersehen, welcher feigen Taten und welcher Heimtücke wir uns von den Engländern versehen müssen: Berlin, 19. Juni. Die„Kreuzzeitung“ schreibt: Wed⸗ digen und„U 29“ sind ein Opfer des ungewöhnlich großen und weitgehenden Entgegenkommens, das wir den Neutralen in unserem IUI-Boot⸗Kampfe von Anfang an gegeben haben. Unsere Tauchboote haben gegen neutrale Schiffe stets so gehandelt, wie es Das Völkerrecht für die früher allein bekannten Ueberseeschiffe vor⸗ schrieb. Sie sind aufgetaucht, haben die Schiffe angehalten, durch⸗ sucht und unter Rettung der Mannschaft nur dann versenkt, wenn die Durchsuchung unzulässige Ladung ergab. Der Untergang von 29“ zeigt, wie ungeheuer gefährlich dieses Verfahren gegenüber sewesen ist und legt die Annahme . 5 * rika bei diesem unserem Entgegenkommen wenig Nutzen hatte, weil seine eigene Handelsflotte nicht ausreißt, ist nicht unsere Schuld. Der Vorfall zeigt, welche Bedeutung die Forderung Amerikas hat, daß die U-Boote auch feindliche Handelsschiffe nicht ohne weiteres torpedieren, sondern zunächst anhalten und untersuchen sollen. Darin liegt aber nicht mehr und nicht weniger als ein voller Verzicht auf die Vorteile, die wir dank unserer tech⸗ nischen Ueberlegenheit durch die U-Boote haben. Das Verfahren ist ebenso deswegen nicht möglich, weil die englischen Handels⸗ schiffe bewaffnet und mit genauen Anweisungen versehen sind, wie sie die U-Boote rammen sollen. l. 9 Stockholm, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Daß die Engländer nach wie vor die neutralen Flaggen far⸗ ben mißbrauchen, geht aus einer Meldung des Blattes „Dagens Nyheter“ aus Karlshamm hervor, nach der ein schwe⸗ discher Seemann in Southshields einen englischen Dampfer in völlig schwedischer Verkleidung sah. 8* London, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel⸗ den: Die Fischdampfer„Petrel“,„Explorer“ und Naponica“ aus Aberdeen sind am 4. und 5. Juni von Unterseebooten versenkt worden. Stockholm, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.)„Stock⸗ holms Tidningen“ meldet aus Göteborg: Der norwegische Dampfer„Granit“ wurde vorgestern in der Nähe des Vingafeuers vor Göteborg von den Deutschen in den Grund eschossen.— Dasselbe Blatt meldet aus Malmö: Zwei 5 He Fischerboote übernahmen vorgestern abend vor Limhamm von einem deutschen Torpedoboot die Besatzungen der versenkten Dampfer„Verdandi“ und„Granit“, insgesamt 28 Mann, und setzten sie in Malmö an Land. Londo. 78 Juni. e 1 Dung. Bei der Torpedierung des britischen mpfers „* aithnairn“ in der Nähe der Scylliinseln, die ohne vorherige Warnung erfolgte, ertranken acht Engländer und 14 Chinesen. Zwei Boote kenterten, eines ging an Trümmer, nur eines blieb flott. Dieses versuchte, die In⸗ sassen der anderen zu retten, wurde jedoch durch das Unter⸗ seebvot daran gehindert.— Der Schlußsatz ist natürlich nicht zutreffend, aber recht bezeichnend für den Reuterschen Lügen⸗ geist. N 4 33 5 3 C * Aus dem englischen Unterhaus. London, 18. Juni.(WB Nichtamtlich.) Im Unter⸗ Hause erklärte Johnson Hicks(Unionist), eine größere Anzahl Flieger und Flugzeuge seien notwendig zur Verteidigung gegen Luft iffe. Die Regierung solle dem Volke genau sagen, was es bei eppelinangriffen zu erwarten hätte. Die Luftschiffe könnten nur durch ganze Schwärme Flugzeuge abgewehrt werden. Der Redner forderte eine Erklärung des Ministers für Kriegs⸗ bedarf, daß er die Bedeutung der Bereitstellung einer viel größeren 5 5 von Flugzeugen erkenne. Statt der Angriffe auf Cuxhaven im Verlaufe des Krieges hätte jede Woche ein Luftangriff auf deutsches Gebiet startfinden müssen. Bei einer ausrei Zahl von Flug⸗ zeugen wäre es möglich, jede Woche eine andere deutsche Stadt an⸗ zugreifen. Wenn England wöchentlich einen Angriff mit 50 oder 100 Flugzeugen ausführen könnte, würde man den Deutschen klar machen, was der Krieg bedeute. Der Redner empfahl den Bau größerer Flugzeuge entsprechend dem russischen Sikorsky⸗ typ, die vier bis fünf Bomben von starker Explosions⸗ ft tragen und in drei Monaten hergestellt werden könnten. pp Spreng⸗ Ter Parlamentssekretär Tennant erwiderte, es sei leicht zu sagen, daß England mehr Flieger und Flugzeuge brauche. Eine solche Kritik könne auf jeden Zweig des militärischen Dienstes an⸗ der Flugoffiziere um das terlichste Werkzeug der Besteuerung in unserer 0 Aube je vermehrt. Ein Mangel an Bomben mit einer hohen Sprengkraft bestehe jedenfalls seit Februar nicht mehr. Eine größere Flugzeugtype befinde sich im Bau. England habe jetzt elf Fliegerschulen. Frederic Banbury(Unionist) forderte, jede Anleihe an eine fremde Macht müsse durch ein besonderes Gesetz autorisiert wer⸗ den. Harmood Banner(Unionist) sagte, die Regierung gehe in der Behinderung der Ausfuhr, die dem Feinde nichts nützen könne, zu weit. Henderson(liberal) urteilte, die Behörde, die die Aus⸗ juhrerlaubnisse erteile, befinde sich in einem chaotischen Zustande. Sie müsse schneller arbeiten. Dabei sei die Einfuhr von Kupfer nach Schweden, die ohne Zweifel für Deutschland bestimmt sei, außerordentlich groß. a Der Schatzkanzler Mac Kenna sagte, unter den gegen⸗ wärtigen Umständen liege es nicht im öffentlichen Interesse, be⸗ sondere Bills über Anleihen an Verbündete einzubringen, was aber nicht als ein Präzedenzfall für die Friedenszeiten gelten solle. Die bewilligten Kredite würden nur zu Anleihen an verbündete Mächte benutzt werden. Der Redner widersprach Johnson Hicks. Daß es bei den Flugzeugen auf das Geld nicht ankäme, sei eine gefährliche Theorie und Geld sei nicht unerschöpflich. Dillon(Nationalist) bedauerte, daß die Anleihen nur von den Verbündeten und nicht auch von den Neutralen gemacht werden sollten. Der Redfer erinnerte an Deutschland und die bulgarische Anleihe und sagte, die Regierung müsse darin freie Hand haben. A n daß 15 F e über 1 Ent⸗ mutigung lusfuhr gesagt habe, sie sei eine höchst ernste Frage. England habe eine sehr starke passive Handelsbilanz und es würde große Schwierigkeiten später machen, eine normale Handelsbilanz herzustellen ohne große Summen von Gold auszugeben oder unge⸗ heure Mengen von Wertpapieren zu verkaufen. Snowden(Ar⸗ beiterpartei) fragte, wie lange das Parlament auf die Erklärung der Regierung warten müsse, wie sie das nationale Defizit zu decken beabsichtige. Die Verzögerung habe eine schlechte Wir⸗ kung auf die Nation, weil man nicht wisse, ob man sparen solle oder nicht. London, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der Parla⸗ mentskorrespondent der„Times“ schreibt: Es ist wahr⸗ scheinlich, daß Mae Kennas erstes Budget das fürch⸗ Finanzgeschichte werden wird. England in Sorge um Lebensmittel. London, 18. Juni.(WT. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Präsident des Ackerbaumini⸗ steriums hat einen Ausschuß unter dem Vorsitz Lord Mil- ners ernannt, um die Maßregeln zu beraten, die ergriffen werden müssen, um die Lebensmittelproduktion von England und Wales zu erhöhen, da der Krieg bis nach der Ernte des Jahres 1916 dauern könne. Die englische Kritik. London, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Mor⸗ ning Post“ schreibt in einem Leitartikel: Die Kosten unserer improvisierten Armee sind ungeheuerlich. Sie kostet uns mehr als alle Armeen, die Deutschland, und Oesterreich⸗-Ungarn an allen Fronten unterhalten. Der mikitärische Korrespondent der „Times“ schreibt: Das militärische Hauptinteresse des Kriegs lonzentriert sich auf Galizien. Von den Ergebnissen der dor⸗ tigen Kämpfe hängt der Charakter des Feldzuges auch auf den anderen Kriegsschauplätzen auf Monate hinaus ab. Wenn es den Oesterreichern, Ungarn und Deutschen gelingt, die russische Armee aus Galizien zu werfen, oder sie zu durchbrechen, zu umzingeln oder zu zerstreuen, können wir in diesem Sommer auf keine ernste russische Offensive mehr rechnen. Es wird schwieriger sein als zuvor, ein Zusammenarbeiten Italiens und Serbiens mit Rußland herbeizuführen. Da Deutschland gemerkt hat, daß seine Verteidi⸗ gungsstellung im Westen stark genug ist, um die Angriffe des Feindes aufzuhalten, oder jedenfalls sehr zu verzögern, und da die italienische Angriffsbewegung wegen der Geländeschwierigkeiten notwendigerweise langsam ist, greifen die Deutschen in Rußland an und versuchen, durch eine große Niederlage der russischen Armee den Zusammenbruch des ganzen Vier verbandes herbeizuführen. 8 Die Kämpfe an den dardanellen. Konstantinopel, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellen⸗ front zerstörte unsere Artillerie am 16. Juni bei Ari Burnu Maschinengewehrstellungen und wichtige Beobach⸗ tungspunkte des Feindes. Ein feindliches Geschütz wurde ge⸗ brauchsunfähig gemacht. Eines unserer Regimenter auf un⸗ serem rechten Flügel nahm einen Teil der feindlichen Schüt⸗ zengräben und besetzte ihn. Gestern dauerte in der Gegend von Ari Burnu und Sedd-ül-Bahr schwaches Geschütz⸗ und Infanteriefeuer von beiden Seiten an, ohne daß sich etwas Wichtiges ereignete. Seit dem 14. Juni verwendet der Feind Explosivgeschosse, welche erstickende Gase ent⸗ wickeln. An den anderen Fronten nichts Neues. BBB...r Aus Stadt und Cand. Gießen, 19. Juni 1915. Von drinnen und draußen. Die Wogen der Stammtischdebatte hatten berefts um die siebte Abendstunde eine derartige** erreicht, daß sie sich über⸗ kügelten, als die Tafelrunde durch das Erscheinen des Rentners X. vollzählig wurde. Herr K. erwies sich gleich anfangs bereits als so nervös, daß er im Laufe des Gespräches in den ersten fünf Minuten schon pro Minute durchschnittlich zehnmal ersichtlich zusammenzuckte. Da dieser Zustand trotz der herrschenden Redehitze nicht wohl verborgen bleiben konnte, mußte es als eine Reinigung der Atmosphäre empfunden werden, als Herr Fabrikant Y. dem rätselhaften Gebaren des Herrn X. mit einer entsprechenden Frage auf den Grund zu kommen trachtete. Es stellte sich alsdann her⸗ aus, daß Herr X. mit sich darüber ins Reine gekommen war, mit aller ihm zur Verfügung stehenden Energie in den Kampf gegen die Fremdwörter einzutreten. Diese Absi fand, unterstützt durch die Vorweisung des einschlägigen Erlasses eines benachbarten Generalkommandos, ine Billigung und wurde sofort durch die Errich einer Fremdwörterkasse gekrönt, in die nach einstimmigen Beschluß pro Fremdwort zehn Pfennige ge⸗ zahlt werden sollten. Die ersten Groschen flossen in die Kasse, als die Tafelrunde in das auf den Vorschlag des Herrn X. aus⸗ gebrachte Prosit einstimmte.„Wohl bekomms heißt's, meine Her⸗ ren!“ schmunzelte Herr X.„„ pro Mann einen Groschen!“ „Pro 1 er gesagt! Bitte, Herr X., auch Ihren Obolus!“„Obo⸗ lus? Zehn Pfennige!“ rächte sich Herr X., stieß Herrn Z. mit der Kasse an, sagte„Pardon!“, entrichtete dafür unter all⸗ gemeiner Heiterkeit den zweiten Groschen und 4 auf der Hut zu sein und alle Angriffe auf seine Börse mit voll⸗ ständigem Schweigen schlagen. Dies ge ihm. brachte die Erörterung der* in Galizien, die bald wieder begann, mittels„Offensive“,„„ Artillerie“,„Armee“ usw. beträchtlichen Kassenzuwachs. Herr. S. erklärte s„Böhm⸗ Ermolli“ für straffällig, stieß damit aber auf Widerspruch. Der Ober, der Herrn X. fragte, ob er à la carte essen wolle, erhielt Belehrungen, die jeden anderen moralisch vernichtet hätten. Dar⸗ 1 machte sich Herr k. mit dem Bleistift über die Speisenkarte, än zomelette aux coufitures in Eierkuchen mit Speck, pommes frittes in Pellkartoffeln mit Hering, Kaviar in Fischlaich und Camembert in Handkäse um, strich einige Gerichte als unüber⸗ setzbar ganz, bestellte sich schließlich eine Hindenburgplatte und war peinlich überrascht, als sich dieselbe als eine Zusammenstellung chloß, nunmehr 10 aus italienischem Salat, kaltem Roastbeef, Hummermajonnaise, gewandt werben. Der Luftdienst stehe in sehr gutem Verhältnis zur übrigen Armer. Seit dem Beginn des Krieges hat sich die Zahl 5 Gervaiskäse usw. herausstellte. Man war der Ansicht, das Essen all dieser guten Dit wörter nicht im Munde fü daß fünf Mitglieder der Stan 9 ö e zwei Germanisten sich an der U Wieder* den— e tragt, di wieder aufzulösen, den Inhalt einem wohltäti zu i weisen und im übrigen nach bestem Missen und Gewissen „aktuell“ gewordene Bekämpfung der Fremdwörter ohne sortzusezen. Man billigte auch diesen Vorschlag, jedoch ve das Wort aktuell, weil vor der Beschlußfassung gebraucht, den alten Gesetzen. Im übrigen sah man ein, in ein Extrem fallen zu sein, das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und nit auf Sachverständige gehört zu haben, verurteilte auf Grund Erfahrungslatsachen jeden Zwang und erklärte sich ein davon überzeugt, daß das patriotische, vielmehr vaterländi Empfinden des Einzelnen am besten selbst mit der Mutterspr ins Reine zu kommen versuche, wobei jeder verständige Rat ——— sei. Es muß gesagt werden, daß dieser Mittelweg erstrebten Ziele wohl am ersten nahe kommen dürfte. Als es nachts vom Mai zum Juni ging, schauerte sommerliche Welt noch ein letztes Mal im Frost zusamme morgens zeigte sich Reif auf der Flur, und im Vogelsber fror es gar Eis über stehendem Wasser. Acht Tage dra klemm das Thermometer auf 31 Grad im Schatten, die Nächte brachten weder Tau noch Kühle, die spärlichen Wolken keinen Negen, und man 8 schon um unsere Ernte. Selbst für den Juni, in dem— am Montag ist der Tag— der Sommer beginnt, war die überheiße Sonnenzeit eine ungewöhnliche Erscheinung. Jähmend wie ein Alb legte sich die Sonne auf die Natur und och wie an Ungeheuer in den letzten Dinkel. Es gibt en Sommergedicht, dessen leßte Strophen heuer schon feuh wahr wurden: 5 Krasklos umd lechzend schleppt sich hin der Tag Sein eitel Hoffen, daß der Abend kühl“ 5 Die Sonnenwunden, denen er erlag, „Wehrt ihm den Schlaf. Und n und schwill Wie heiße, dichte Tücher hängt die Nacht.— Ganz spät, wenn alle Fenster dunkel sind, Mags kommen, daß ein Lufthauch leis erwacht Und, durch die stillen Straßen irrend, lind 8 Auf feinem Schleier einen Duft verweht. 5 Dann träumst du, was dir einst als Kind Die Mondnacht raunte, wo die Linde steht, Und wo die Nächte kühler, wünscheloser fin. a Wohl nie ist der Regen, der dann nach langem Warten nieder⸗ rauschte, dankbarer begrüßt worden; nicht nur, weil er die Hitze 4 bannte, fondern weil er uns in jedem Tropfen künftige Nahrung zu bringen schien. Und nun steht die Saat und reift. Nicht nur der Wind spielt in den schwanken Halmen, sondern unser Hoffen und Wünschen schweift über den, Fluren; nie wir die Mütterlichkeit und Heiligkeit der Erde lebendiger empfunden als heute, wo uns ihr Schoß erneut das Leben geben soll, wo unser Dasein nur vom vaterländischen Boden 1 Heute weiß es jedes Stadtkind, was es zu bedeuten haf, wenn die Lithurgien Ge⸗ bete um Erntesegen kennen, nun, wo Bauer und Städter alla gleichen Anteil daran nehmen. Mit Mohn und Raden und Rosen mannigfalt bekränzt zieht der Sommer ins Land und bringt uns in heißen Tagen die Gewähr des Erntens unserer Saat; und seit der Krieg tobt, mag nie der Charakter Jahreszeit so voll Hoffnung mit dem Geschehen vor den Grenzen haben verglichen werden können, als heute, wo die Ernte auf den Feldern des Frie⸗ dens so wie auf denen des Kampfes herrlich heranreift. a g * * Amtliche Personalnachrichten. Das Ehren- zeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren 0 9 durch den Großherzog an Christian Wagner und Wilhelm Heinrich Schomber, beide zu Grünberg.— Am 15. i d. J. 1 wurde der Finanzreferendar Dr. Richard Fuchs aus Darmstadt zum Finanzassessor ernannt. a 1 * Vom Ortsausschuß für Hriegsbe* digte. In den Ortsausschuß zur Fürsorge für a 285 beschädigte sind weiterhin gewählt worden die Herren Me⸗ dizinalrat Dr. Oßwald, Medizinalrat Prof. Dr. Wal⸗ ther, Hauptlehrer der Gewerbeschule Traber, Schreiner Georg Beck; vor einigen Tagen nahm der Ausschuß eine Besichtigung der in den Technis Lehranstalten in Offen⸗ bach a. M. zur Umlernung der Kriegsbeschädigten 8 nen Einrichtungen vor.— Dem Kammervirtuosen Wilhe l Backhaus, der seine undergleichliche Kunst 3 Ver⸗ anstaltung eines Konzertes in den Dienst der Kriegsbeschä digten⸗Fürsorge gestellt hatte, ließ der Oberbürgermeister ein herzliches Dankschreiben debe en. Herr Geh. Kommer⸗ F spen für die gleichen Zwecke n Anmeldung von Kriegsschäden. Die Be⸗ arbeitung der Entschädigungsanträge für im feindlichen Aus⸗ land beschlagnahmte Güter hat für die Reichsent⸗ schädigungskommission die Notwendigkeit ergeben, den An⸗ tragstellern einen Fragebogen vorzulegen, welcher dase a über alle notwendigen Angaben gibt und zur Minderung des Schreibwerks beiträgt. Die Formulare werden bei der Reichs⸗ entschädigungskommission(Berlin W. 8, Mauerstraße 53) im Druck vorrätig gehalten und auf Ersuchen abgegeben. * Akademischer Kriegs vortrag. Am. 0 1 den 17. Juni, sprach Prof. Dr. J. Versluys über die Bedentum der Ungezieferplage im K Redner führte daß eine Bekämpfung des Unt und der Fliegen im motwendig sei, weil sie erheblich zur Verbreitung von ü ——* 3. die 1 7 eeres me herab könn f 1 Berluße im Wahrend in Arie 1870 ber Sesunt, 1 des deutschen Heeres ein günstiger war, verlor 5 russische Heer 2 im Kriege die Türkei dreimal 1 Kranke als Tote und Verwundete. 770 Napoleon 1809 Sede wa Ankwergen werber Fee e e na cheren in 10 Tagen nahezu ein Drittel ihres an el⸗ f Rolle des W ist eine verschiedene 5 gewöhnliche Stubenfliege, verschleppen Schmutz, er mensch⸗ lichen Kot mit en von Darmkran und bringen 75 auf unseren Körper, auf Gebrauchsgegenstände und 5 mittel, ch Ansteckung erfolgen kann gefährlich ist es, daß Fliegen so oft unsere Milch, Schlagsahne und 0 beschmutzen, denn bei warmem Wetter entwickeln don Typhus, roter Ruhr und Cholera sich in diesen Na itteln ist. g f 74 * Die diesjährige Honigernte ist bis jetzt in Menge und Güte sehr schön 1 Besitzer von wenigen Völkern konnten allein an Blütenhonig ½—1 Ztr. schleudern. Bei dem Preise von durchschnittlich 1 Mk. fürs Pfund gibt das für manchen eine recht erwünschte Neben⸗ einnahme. Allerdings war die Ausbeute in den letzten Jahren, wie viele Imker klagten, auch sehr mäßig. Die Ur⸗ sache für das diesjährige bessehe Erträgnis j darin, daß die Völker wenig schwärmten, dauernd helle Wetter, das zwar in Hinsi 1 5 2 d hei ichen und nähren iegsjahr sehr zu begrüßen. 15 Landkreis Gießen. Wieseck, 19. Juni. Dem Jäger Karl Wißner von hier, beim Kurhess. Jägerbat. Nr. 11, wurde teitsmedaille verliehen. 1 Kreis Friedberg. h. Vilbel, 18. Juni. Der zwölfjährige Schüler Georg Filsinger rettete unter höchster eigener Lebensgefahr den achtjährigen Schüler Paul Lehr, der beim Baden in der Nidda unterging und bereits bewußtlos von der Strö⸗ mung dahingetrieben wurde. 2* Hessen⸗Nassau. m. Kirchhain, 18. Juni. Zum gestrigen Fohlen⸗ markt waren 28 Fohlen aufgetrieben. In der Hauptsache waren es gute Tiere, die der heimischen Zucht und Pflege alle Ehre machten. Die Preise waren außer- ordentlich hoch. Bei der Prämiierung erhielten folgende Besitzer Prämien: Für Saugfohlen: 1. Konrad Rauch- Burgholz. Für 1 jährige Fohlen: 1. H. Röder⸗Langen⸗ stein. Für 2¼ß jährige Fohlen: 1. J. Balzer⸗Erksdorf. Nachmittags fand in der städtischen Festhalle die übliche Ver⸗ losung statt. h. Frankfurt a. M., 18. Juni. Als eine fette Pleite ungewöhnlicher Art entpuppt sch der Zusammenbruch des bekannten Abzahlungsgeschäftes N. Fuchs. Bei einer Verbindlichkeit von mehr als sieben Millionen Mark strebt der Schuldner einen Zwangsvergleich mit den Gläu⸗ bigern in Höhe von 8— acht— Prozent an. Einem Vergleich auf dieser Grundlage soll jedoch das Gericht seine Zustimmung versagen. Wenn der Konkursverwalter nicht so rasch als möglich die mit in den Riesenkonkurs hinein⸗ ch Lussi Zweiggeschäfte abstößt, liegt die Gefahr vor, daß sich Aussichten für die Gläubiger noch mehr verschlechtern. a h. Siegen, 18. Juni. Vier 20 jährige Burschen fielen über zwei verwundete Soldaten, die ihnen wegen der Mißhandlung eines jungen Mannes Vorhaltungen mach— ten, her und richteten sie mit ihren Stöcken in gemeinster Weise zu. Einem Soldaten, der im Felde schon ein Auge verlor, wurde das andere von den Patronen auch noch aus- geschlagen, so daß er jetzt völlig erblindet ist. Die Buben wurden verhaftet. E Eschwege a. d. Werra, 18. Juni. Durch das bereits gestern gemeldete Großfeuer in dem eichsfeldi— schen Städtchen Duderstadt sind insgesamt 40 Wohn- häuser und ebensoviel Nebengebäude vollständigein⸗ geäschert. Die prachtvolle evangelische Kirche ist aus⸗ gebrannt, wertvolle Glasfenster und die Orgel— die größte auf dem Eichsfelde— sind vernichtet. An Mobiliar und Vorräten ist fast gar nichts gerettet, etwa 100 Familien sind obdachlos. Der Schaden beträgt nach vorläufiger Schätzung 1½ Millionen Mark und nur ein geringer Teil ist durch Versicherung gedeckt. Ein 10jähriges Mädchen wurde durch einen brennenden abstürzenden Balken er⸗ schlagen. Heute vormittag gegen 9 Uhr gelang es erst, das Feuer einzudämmen. Wassermangel und der heftige Nordwind erschwerten die Löscharbeiten. 2 Jahre 1911 wurde das Städtchen auch durch eine große Feuersbrunst heimgesucht, damals wurden 50 Häuser eingeüschert. Gerichtssaal. Gattenmord. i n. Darmstadt, 19. Juni. Das Schwurgericht ver- handelte gestern und vorgestern gegen den 25 Jahre alten Haus- burschen Adam Funk aus Offenbach, der seine hochschwangere Ehefrau auf Anstisten seiner Geliebten Mathilde Scheuermann mit Gift zu beseitigen versucht und, als ihm dies nicht glückte, am 11. November v. J. in den Main gestoßen hat, wo sie er⸗ trunken ist. F. hatte darauf bei der Polizei raffinierterweise au⸗ gegeben, seine Frau sei spurlos verschwunden. Das Schwurgericht verurteilte Funk zum Tode, zehn Jahren Zuchthaus und lebens- die hessische Tapfer⸗ das länglichem Chrverlust, die Scheuermann trotz ihres Leugnens zu 12 Jahren Zuchthaus. Für Funk wurde trotz der Roheit seiner Tat ein Gnadengesuch unlerzeichnet. 0 Märlte. Gießen, 19. Juni. Marktbericht. Auf den heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,35— 1,50 Mk.; Hühner- eier 1 Stück 14 und 15 Pfg., 2 Stück 00 Pfg.; Enteneier 1 St. 0 Pfg. 2 St. 00 Pfg.; Gänseeier 1 St. 0-0 Pig., 2 St. 00 Pfg.: Käse das Stück 7—8 Pfg., Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg.: Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,00—2,00 Mk., Hahnen das Stück 1,00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—3,00 Mt., Welsche 4—5 Mk.; Ochsenfleisch das Pfund Mk. 1,24—1,28, Rind⸗ fleisch das Pfund 124—128 Pig., Kuhfleisch 124—128 Pfg., Schweine⸗ fleisch das Pfd. 1,56—0,00 Mk., Kalbfleisch das Ud. 108— 112 Pfg., Hammelfleisch das Pfund 96—110 Pfg.; Kartoffeln 100 Kilo 11,00—12,00 Mk., Milch das Liter 24 Pfg.; Aepfel das Pfund 20—30 Pjg.: Nüsse 100 Stück 60 Pig. Spargel 1. Sorte 50—00 Pfg. das Pfund, 2. Sorte 00—00 Pig. das Pld.; Kopfsalat 7 bis 8 Pfg.; Spinat 20 Pig. das Pfd.; Erbsen das Pfd. 30—00 Pig.; Kirschen 30 Pfg. das Pfund., Erdbeeren 60—70 Pfg. das Pfund. Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. ch. Bingen, 18. Juni. Marktpreise. Weizen Mk. 00,00, Korn Mk. 00,00, Gerste Mk. 00,00, Hafer Mk. 00,00, Heu Mk. 0,00, Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk. 10,50, Erbsen Mk. 00,00, Linsen Mk. 00,00, Bohnen Mt. 00,00, Weißmehl Mk. 50-41, Roggenmehl Mk. 35,00; alles für 100 Algr. Butter 1 Klgr. Mk. 3,00, Milch 1 Liter 23 Pfg., Eier 10 Stück Mk. 1.30. —— N—— Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 5 e m e FS E 3 2 Jun SS. S 88 S S S Wetter 32353 22 88882 S588 1016 f 58„ 5 * 108 80 8 3 282 0 18. 2˙0 922 18,9 5,6 35 N 4 0 Sonnenschein 18. 9 749,2 14,0 6,5 55 NR 2 0 19. 1 749,4 11,5 6,4 63 N 4 0] Sonnenschein 0 Höchste Temperatur am 17. bis 18. Juni 1915= + 19,40. Niedrigste 9„„ I„ iin 89“, Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Die Wetterlage hat sich seit gestern wenig geändert, so daß wir mit Fortdauer der bestehenden Witterung zu rechnen haben. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 20. Juni 1915: Ziemlich heiter, trocken, etwas wärmer, nordöstliche Winde. Ein englischer Kreuzer auf Strand gesetzt. Lugano, 19. Juni. Der mit der Beaufsichtigung der Schiffahrtsstraße in den Callearen betraute englische Kreu⸗ zer„Eros“ ist auf den Strand aufgelaufen. Das Schiff ist ernstlich gefährdet. Der König von Schweden an den Karlsruher Bürgermeister. Karlsruhe, 19. Juni. Der Oberbürgermeister von Karlsruhe hat dem König von Schweden zu seinem Geburts⸗ tage namens der Residenzstadt die herzlichsten Glückwünsche übermittelt und dabei dem Gefühle des Dankes gegen Gott für die gnädige Bewahrung der 545 in der Gefahr des feindlichen Ueberfalles Ausdruck gegeben. Von dem König ist darauf folgende Antwort aus Tullgarn an den Ober⸗ bürgermeister eingegangen: Ich spreche der Residenzstadt meinen herzlichsten Dank für die freundlichen Glückwünsche aus. Ich bin sehr betrübt, daß Ihre Stadt durch den Luftangriff gelitten hat, hoffe aber, daß der Scha⸗ den nicht zu groß ist. Gottlob, daß das Schloß unberührt geblie⸗ ben ist!(gez.) Gustav, König von Schweden. Das Ergebnis der griechischen Wahlen. Berlin, 19. Juni. Es steht nunmehr fest, daß die Partei Venizelos 186 von 316 Mandaten gewonnen hat. Venizelos verlangt die sofortige Einberufung der Kammer und den Rück⸗ tritt des Kabinetts Gunaris, der aber infolge der Krankheit des Königs verschoben werden muß. Venizelos wird Photograph. Ap in großer Auswahl Bahnhofstrasse 51 für Platten, Roll- und Flachfilms sowie allen Zubehör Kreuz-Drogerie- Aug. Nol Fernruf Nr. 2082 parat Danksagung. herzlichen Dank. en! 14167 die flüssige Vohnermase, reinigt, pollert u. konserviert Linoleum. Parkett, Möbel usw. Sie ist zu bab. in Blechflaschen Verlangen Sie bitte Preislist 8 7 Sie a. a ½ Liter u. 1 Liter inkluf. Luocheumdlen empfiehlt Edgar Borrmann Eisenwaren⸗, Haus und Küchengeräte⸗ Handlung. Winnerod, am 18. Juni 1915. 15217a „Fakirin“ sparen Allen, die uns bei unserem schweren Verlust ihre Teilnahme bewiesen haben, insbesondere den Gemeinden Bersrod, Lindenstruth und Saasen, sagen wir 5182 Im Namen der Hinterbliebenen: Ida Hofmann, geb. Vindschedler. aldigst die Leitung seiner Partei Abernehmen und später bas Ministerium bilden. Die Absichten Venizelos über die Stellung Griechenlands zum Kriege sind unbekannt, es wird aber ange⸗ nommen, daß Venizelos eine vorsichtigere Haltung als früher einnehmen wird. Der Papst an Bülow. Köln, 19. Juni. Der„Kölnischen Volkszeitung“ zufolge hat der Papst aus Anlaß seines Scheidens von dem Botschafter⸗ posten dem Fürsten Bülow ein herzliches Schreiben abgehen lassen, in dem er zum Ausdruck bringt, welche großen Verdienste sich der Fürst in seinem langen amtlichen Leben und besonders in den schweren Monaten seiner römischen Botschafter⸗Tätigkeil um sein Vaterland erworben hat. Die römischen Sozialisten. Rom, 19. Juni. Der in Rom vereinigte Vorstand der sozialistischen Partei hat eine Tagesordnung ange⸗ nommen, in der angesichts der durch den Krieg völlig veränderten, Lage, insbesondere der Aufhebung der Bewegungsfreiheit, be⸗ schlossen wird, die Propaganda für die Grundsätze der Partei fest⸗ zusetzen, der steigenden Reaktion entgegenzuarbeiten, die Ent⸗ wickelung der politischen und wirtschaftlichen Organisationen sowie die Interessen der einberufenen Arbeiter zu wahren und vor allem dafür zu sorgen, daß die Lasten und Schäden des Krieges den wohlhabenden Klassen auferlegt werden und daß die Unterstützung der Notleidenden nicht auf dem Wege der Wohltätigkeit, sondern als staatliche Pflicht erfolge, vor allem auch der wahnsinnigen Propaganda des Heeres zwischen den Völkern und Rassen entgegen⸗ zutreten. 1 5 a Revolutionäre Kundgebungen in Reval. Stockholm, 19. Juni. Wie hiesige Blätter melden, kam es vor einigen Tagen zu revolutionären Straßenkundgebungen in Reval gegen den Krieg, wobei es zu blutigen Zusammen⸗ stößen zwischen den Volksmassen und der bewaffneten Macht ge⸗ kommen sein soll. Die Revaler Presse hat ihr Erscheinen eingestellt. Das serbische Vorgehen in Albanien. Lugano, 19. Juni. Wie der serbische Gesandte in Rom erklärte, beschränke Serbien seine Besetzungen in Albanien auf El Bassan und Tirana. An eine Offensive gegen Oesterreich 8 Serbien nicht denken, so lange sein rechter Flügel gefähr⸗ et bleibe. Eine Petition der Deutsch⸗Amerikaner an Wilson. Konstantinopel, 19. Juni. Wie englische Blätter aus New Pork melden, haben die Deutsch⸗ Amerikaner an den Präsidenten eine mit einer großen Anzahl von Unterschristen versehene Advesse gelangen lassen, in der Wilson gebeten wird, eine Konferenz einzuberufen, die zwischen den kriegführenden Mächten vermitteln soll. * 1 Berlin, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Im Budget⸗ ausschuß des Abgeordnetenhauses sprach nach dem Bericht des Abgeordneten Frhrn. v. Zedlitz über die Tätigkeit der Staats- und Provinzialorgane für den Wiederaufbau Ostpreußens der Minister des Innern, der u. a. mit⸗ teilte, daß an Vorentschädigungen bis zum 1. Juni 125 340 726 Mk. ausgezahlt worden seien. Von den etwa 300 000 bis 400000 Flüchtlingen seien etwa 200 000 bereits zurückgekehrt. Die Rückkehr hätten die Behörden mit Rück⸗ sicht auf die Frühjahrsbestellung gefördert. Die Bautätig⸗ keit werde noch durch militärische Rücksichten und Mangel. an Material und Arbeitskräften eingeschränkt. Der Finanz⸗ minister erklärte, der bisher bewilligte Kredit von 400 Millionen Mark werde nicht ausreichen. Der Staat werde auch über die voraussichtliche Reichsentschädigung hinaus erhebliche Mittel aufwenden müssen. f —̃̃ͤ8̃—— Für Rheumatiker und Neuralgieleidende. Kann seit langen Jabren zum ersten Male 1 wieder gehen. Herr Heinrich, München, schreibt:„Da ich schon seit mehreren Jahren fürchterliche Schmerzen in meinem Knie hatte und alle ärztliche Hilfe, die ich bis jetzt gebrauchte, vergebens war, wandte ich mich noch in meiner Verzweiflung an Togal⸗Tabletten. Nach dem Gebrauch von ca. 3 Tagen waren die Schmerzen vollständig weg und seit 4 Wochen empfinde ich nicht den geringsten Schmerz und kann jetzt wieder laufen, während ich früher nicht mehr wußte, wie ich vom Platze kommen sollte.“ Aebnliche Erfahrungen und noch überraschendere Erfolge erzielten viele andere, welche Togal nicht nur bei Rheumatis⸗ mus, sondern auch bei Kopfschmerzen, Hexenschuß, Ischias, Schmerzen in den Gelenken, sowie bei Influenza gebrauchten. Togal löst die Harnsäure, das verheerende Selbstgist, wodurch ebenso rasche wie anbaltende Erfolge erzielt werden. Alle Apotheken führen Togal⸗ Tabletten. Best.: Acid. acet. salic. Chinin Mg. Li. 385088. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, 25 5 Mitglieder von dem Ableben des Kame⸗ raden Jakob Arnold geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Sonntag, den 20. l. M., nachmittags 5 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. 52060 Der Vorstand. Evangelischer Arbeiter⸗Verein. Wir setzen unsere Mitglieder von dem Ab⸗ d leben unseres langjährigen Mitgliedes Zöple werden gefärbt. aetehen mit Frisur 1 Mk. 145⁵² Kinderbeiten. Othnebst Muster z. Diensten, Abein.-Massauisebebeselschafle Laurenburg a. d. Lahn. 0 4 Mt. 1.10 Df. 2.— Flasche 8— 3 bel i Küchenlampen 5 8 Georg Wallenfels, ia agen en N . tur Kind gegenüber der Engelgvobeke] Carl Sehasck, Rahnhorst: B. 8 8 g ö inder: 95 5 8. 0 Mascnblusen. 9.98„Zöpfe! Gartenkies; N. chungen Linder Anzüge 2.40 kellen, Toupels, blau-weigen hg AZsclben 3 Abonnement Klappstühle„ 8.— Scheltel nud rachtv. unxergängl Farbe o 5 0 Nee Klappwagen billigst. ae nie U. Mauersand hilägst 8 222 5 Ferse ahr. Umtausch. 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Inhaber des Eisernen Kreuzes 4 Am 1. Juni starb den Heldentod fürs Vaterland unser lieber Bundesbruder Professor an der Oberrealschule Offenburg Karl Schriever A. H. Leutnant d. R. im Bad. Fuss-Artillerie-Regiment Nr. 14 Ritter des Eisernen Kreuzes. gefallen ist. Burschenschaft Frankonia. Tieftraurig: I. A. Dr. Holzapfel. Frau Adele Kempff ä Gießen, den 18. Juni 1915. Ilse Kempff Marburger Straße 65. Liesel Kempff Walter Kempff. Am 2. Juni starb im Lazarett an seiner im Kampfe fürs Vaterland kurz vorher erhaltenen Verwundung mein guter, einziger Sohn, Bruder, Schwager, unser guter Onkel und Neffe Georg Hess Musketier im Infant.-Regt. 223, 9. Komp. Am 25. Mai fiel bei einem Sturmangriff unser herzensguter im Alter von 23 Jahren. Sohn, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: 5* Gears less be rust Bräuning e ee Ersatzreservist i. Inf. Regt. 224, 9. Komp. Georg Schmand. im 23. Lebensjahre. Leihgestern, den 18. Juni 1915. 5163 Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Bräuning. Kolbenmühle b. Harbach, den 19. Juni 1915. 03236 Nach langem, schweren Leiden verschied gestern abend 6 Uhr mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Grogvater, Bruder, Schwager und Onkel Jakob Arnold Hilfslademeister i. P. im Alter von 65 Jahren. Heute morgen 6¼ Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Lindenstruth III. Landwirt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Kath. Arnold geb. Nikolai. Gießen(Erlengasse 11), Frankfurt a. M., Wieseck, den 19. Juni 1915. Die Beerdigung findet Sonntag, den 20. Juni, nachm. 5 Uhr. von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 7 5207 im Alter von 57 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Susanne Lindenstruthi geb. weler und Kinder. Giessen Glühlstrasse 21), den 19. Juni 1915. 5220 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme 8 3 5 bei dem ee e N der uns betroffen Die Beerdigung findet auf dem neuen Friedhofe am 21. Juni, nachm. 4 Uhr, statt. hat, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Lenz geb. Wahl. Giessen, 18. Juni 1915. Für die vielen Beweise liebevoller Teil⸗ nahme beim Hinscheiden unseres lieben Töchterchens sagen wir allen unseren herz⸗ lichsten Dank. Familie Georg Heller. Gießen, 17. Juni 1915. 1 Die feindliche Kugel hat binweg ihn gerafft, Den mutigen Jüngling in Blüte und Kraft, Uns beugt es das Herz in unendlichem Web, Doch Vater im Himmel, Dein Wille gescheh'! Am 26. Mai fiel auf dem Felde der Ehre unser einziger, innigstgeliebter, un⸗ vergeßlicher, hoffnungsvoller Sohn, unser lieber Bruder Philipp Jaunspach Musketier i. Res.⸗Jnf.⸗Regt. 85, 8. Nomp. im blühenden Alter von 21 Jahren. Für die herzliche Teilnahme an un- serem schweren Verluste danken wir bestens. Vielen herzlichen Dank allen denen, die uns bei unserem schweren Ver⸗ luste ihre Teilnahme bewiesen haben. Otto Bock, z. Zt. im Felde Auguste Bock August Bock Auguste Bock, geb. Käß. Gießen, den 17. Juni 1915. 110 . In tiefem Schmerz: Familie Philipp Launspach l. nebst Angehörigen. Helene Dapper u. Kinder. Gießen, den 18. juni 1015. Reiskirchen, den 18. Juni 1915.[03234