Der blaue.Anker. Noman von E l f r i e d e Schul-. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Saar schlug sofort einen andern Ton an. Erich merkte diesen Widerspruch nicht, so tief war er wieder in seine -Gedanken versunken. „Baumeisterchen — na, Sie werden doch nicht etiva den Kopf hängen lassen? Wer Ihre Fräulein Schwester kennen gelernt hat, der weist, Idast sie fest auf den Fasten steht, wie selten ein junges Mädchen. Fräulein Lotte Wölflin weiß, was sie tut." Erich starrte noch immer vor sich hin. Die Unterhaltung wollte trotz aller Bemühungen Saars nicht mehr in Gang kommen. Er stand auf un8> empfahl sich in freundschaftlichster Weise. An der nächsten Alleekreuzung blieb er stehen und sah zurück. „Der Hieb hat gesessen, Freundchen. Famoser Stil, dies „Wurzelechtes Mittelalter"! Weiter, Adalbert! Jetzt knüpf' mir den Mondscheinheiligen vor. — Spitz' die Ohren, Waldemarchen! Nur ein Tropfen, das genügt." Zuvor zog er noch einmal einen Brief aus der Tasche und sah ihn schnell durch. „Wie war das?" „Lieber Adalbert-! In Eite tu mir einen Gefallen. Telegraphiere mir ein Wort, ja oder nein! Ist Lotte Wölflin in Bronin angekommen? Dietrich." Saar zwinkerte mit den Augen und lächelte diabolisch. „Ausgezeichnet, mein Junge! „Absolute Diskretion!" Sollst, du haben, Ehrenwort! Das andere ist meine Sache." Aus der Bank am Bootsplatz fand er Waldemar Roth- kirch. Die beiden Brüder waren sozusagen unter seinen Augen ausgewachsen. Sie duzten sich. Freilich — die Freundschaft mit dem jüngeren Waldemar war längst in die Brüche gegangen; mit Dietrich stand er gut. „Guten Tag, Wald! So allein?" Waldemar sah müde auf. „Guten Tag — wie geht's?" „Danke, lila, wie immer. Es ist heute verdammt still auf Bronin. Ich hatte mir Pfingsten ein bißchen anders gedacht." „Ich auch." „Schade, daß Fräulein Wölflin nicht pünktlich gewesen ist. Sie flattert wirklich wie so'n frischer Wind durchs Land. Aber mach' er was!" Waldemar sah den Direktor freundlich au. „Ja, was sagst du dazu? — Rund heraus, Adalbert, du bist ein weitgereister Mensch, hast was erlebt. Was sagst du dazu?" Saar machte eine zurückhaltende Geste. „Lieber Wald, ich mische mich nicht gern in anderer Leute Sachen. Was ich zu dem Fall denke, behalte ich lieber für mich." Er sah mit Befriedigung, wie seine harmlos hingeworfenen Worte in Waldemar einen Sturm ansachten. Seine Augen wurden ganz weit, und er sprang auf. „Tn mir den Gefallen, Adalbert, nimm kein Blatt vor den Mund! Es bleibt unter uns." Der Direktor flah ihn zögernd an. „Nur unter dieser Bedingung. Absolute Diskretion, auch keine Andeutung oder indirekte — " „Absolute Verschwiegenheit, Adalbert. Du kennst mich." Saar rückte ganz nahe heran. Mit unendlichem Wollustgefühl träufelte er seine Worte in das Ohr seines arglosen Hörers. „Zweierlei ist doch klar, Waldi. Einmal, daß das junge Mädchen etwas — na, sagen wir: recht Schlimmes erlebt haben muß, sonst würde sie nicht nach dem Ausland ausrücken, so über Nacht. Und zweitens — ja, mein lieber Junge, gesagt muß es wohl werden, wenn ich es auch nur im Gefühl habe und keinen Beweis anführen kann — also, es muß mit einem von Bronin Zusammenhängen, sonst würde sie Bronin, das sie liebt, nicht so unglaublich meiden." Waldemar war bleich wie Kalk geworden. Seine Rechte krampfte sich in Saars Oberarm. Kaum hörbar zischte er hervor: / „Du — du meinst — Dietrich!" „Wer sagt das? — Ich meine niemand, und Dietrich — Junge, das ist doch wohl ausgeschlossen. Nun tu mir einen Gefallen, lassen wir die Sache ruhen. Ich möchte mir nicht den Mund verbrennen. Nur eins: Es liegt wie ein Fluch auf Bronin, wir sollen wohl nicht zur Ruhe kommen." Dann faßte er Waldemar mit einem Blick voll wärmster Freundschaft an der Hand. „Wenn du irgend etwas auf dem Herzen hast, Waldi —- hier, hier kannst du dich erleichtern. Es gibt wohl keinen auf Bronin, der die Jahre so mit euch verwachsen ist wie ich. Also — immer zu deiner Verfügung, und zu jeder Gefälligkeit wie stets schon bereit. Adieu, mein Junge!" Als er Waldemar den Rücken gekehrt hatte, biß er sich in die Unterlippe und kniff schmunzelnd die Augen zu. „Pfeil Nummer zwei! Ins Schwarze! — Wenn ich jetzt den Alten hier hätte. — Morgen ist auch noch ein Tag." Lustig pfeifend schlängelte er sich durch den Park nach seiner Wohnung. Am liebsten wäre er noch zu Frau Nataly hinübergegangen. „Langsam, Adalbert! Das werden die andern schon besorgen." Den Brief Dietrichs schloß er sorgsam fort. „Das ist ein Dokument, mein Junge. Das kann ich dir sagen: Ich hätie das nicht geschrieben! Eher hätte ich mir die Finger abgehackt. Liebe macht blind." Befriedigt strich er sich den kurzen Schnurrbart. 562 „Wir sollen wohl nicht zur Ruhe kommen — es liegt wie ein Fluch auf Bronin!" Wie ein Messer hatten diese Worte Saars in die .Seele Waldemars geschnitten. Run ließ ihm der Gedanke an Dietrich keine Ruhe. Er suchte Susanne allein zu treffen. Endlich fand sich ein Augenblick, wo er sie ungesehen beiseite nehmen konnte. „Ein Wort, Susi! Ich wollte es für mich behalten. Aber es geht nicht. Ich sehe über Bronin ein Unwetter! Heraufziehen, und wehe den Unschuldigen, auf die es mit herunterschmettert. Ein Wort drum, Susi, nur.füx uns. Hat Lotte Wölflin etwas mit — mit — Dietrich?" Er preßte die letzten Worte mühsam aus der Kehle, in der ihm ein Feuer brannte. Susanne kam die Frage so unvermittelt, daß sie zuerst sprachlos dastand. Waldemar sah die Schwester leicht erblassen. Er dachte, die Erde müsse sich unter ihm auftun. Die Arme hingen ihm schlaff herunter. Sein Gesicht wurde ganz grau. Er sah nur noch Schatten vor sich. „Schwesting!" stöhnte er dumpf. „Ich habe es geahnt. Damals, ich schrieb.es dir, damals wußte ich, es nimmt kein gutes Ende!" Susanne sprach ihm gütlich zu. „Ich weiß ja nichts, Waldi, gar nichts weiter, Dietrich hat Lotte ein paarmal' gesehen, weiter nichts. Um Gottes willen, ich — ich — wie kommst du auf diese Gedanken ?" Waldemar nahm sich zusammen und lenkte zurück. „Sei ruhig, Susi, ich meinte nur so. Ich hatte das Gefühl, daß dort ein Zusammenhang besteht. Es ist gut!" Sie faßten sich bei der Hand und gingen in den Park. Ihr Gespräch ging um Lotte. Waldemar blieb stehen. „Wie ist's mit Saar, wie steht er zu euch?" „Saar ist falsch. Von einer unausstehlichen Liebenswürdigkeit. Sieh dich vor, Waldi. Er ist aalglatt und immer hinten herum. Du kennst ihn ja. Er ist nicht anders geworden. Mich beschleicht er wie ein ahnungsloses Wild. Du weißt, worauf er rechnet. Nie, Waldemar, nie!" Waldemar drückte ihr die Hand. „Er soll sich vor mir in acht nehmen, Susi. Wenn ich hier auf Erden auch nichts mehr zu tun habe — ich will auf der Lauer liegen, daß euch nichts geschieht, dir und Lotte Wölflin. Ich traue ihm alles zu, alles!" Er konnte den nächsten Tag, der Dietrich brachte, kaum erwarten. Als der Husar aus dem Wagen stieg, stand er beiseite und bohrte den prüfenden Blick in Dietrichs Züge. Sie waren matt und schlaff. Waldemar lauschte auf jedes seiner Worte, beobachtete jede Bewegung. 2lb und zu warf er harmlos eine Frage in die Unterhaltung. Als er zu Bett ging, war es ihm klar, baß Saar mit seinem Scharfblick ihn auf den richtigen Weg gewiesen hatte. Er wußte, wAs er nun zu tun hatte. Am nächsten Morgen ging er mit Dietrich zu den Booten. „Was sagst du, Diet, daß Lotte Wölflin nicht gekommen rst?" Er faßte den Bruder scharf ins Auge. Dietrich fühlte das und wich den Blicken des Bruders aus. Etwas nervös antwortete er: ,LVas fragst du mich?" „Du kommst doch von Berlin." „Na, und? — Bin ich denn Lottes Aufseher?" „Mein Gott, ich frage doch nur. Ich finde, bit bist in schlechter Stimmung. Sag' mal, dieser ewige Dienst ist wohl eklrg, dieser tagtägliche Drill, Kasernenhof, Reitstall — Reitstall, Kasernenhof?" Dietrich fiel ein Stein vom Herzen, als Waldemar abschweifte. Absr die Nähe des Bruders war ihni peinlich Er schützte plötzlich Kopfschmerz vor, daß aus der Bootpartie nichts wiirde, und ließ sein Pferd satteln. „Ich muß mir im Sattel Bewegung machen." Mit namenloser Bitterkeit sah ihm Waldemar nach. Dietrich kürzte seinen Urlaub ab. „Er ist vor mir geflohen, Schwesting!" sagte Waldemar zu Susanne, die nicht wußte, wohin sie ihren Schmerz verbergen sollte. Sie wurde voii einer tiefen Melancholie erfaßt. Ihr Herz war todwund, als sie wahrnahm, daß Erich Wölflm ihr nicht mehr mit der alten einfachen Herzlich? kert gegenübertrat. Er war förmlich tu seinem ganzen Wesen, sagte nre mehr „Liebes Ftäulein Susaiiiie!" und einmal — sie irrte sich nicht — wich er ihr so deutlich aus, daß sie schluchzend auf ihr Zimmer flüchtete und sich ausweinte. Aus Broniii wurde es stiller als je zuvor. 25. Kapitel. In dieser Zeit kam über den Freiherrn v. Rothkirchj eine seltsame Unruhe. Frühmorgens um fünf Uhr war er schon in den Ställen. Den Schloßbau trieb er mit einer nicht zu verbergenden Hast vorwärts. Die Flügel standen gegen Ende Juni im Rohbau fertig. In vier Wochen sollte die große Kuppel abgewölbt sein. Auf den 31. Juli hatte er mit Wölflin das Richtfest angesetzt. „Ich danke Ihnen, mein lieber Baumeister", sagte der Freiherr zu Wölflin. „Dann können wir ja in Ruhe die Ernte zu Ende bringen." Das Richtfest sollte eine große Feierlichkeit werden. Die alte Mümmri-Kakhrin traf beizeiten umfangreiche Vorbereitungen, trotzdem die Hauswirtschaft ihr immer größere Arbeit machte. Für die Innenarchitektur kamen Scharen neuer Handwerker. Erich Wölflin, der in beu letzten Wochen Übermenschliches geleistet hatte, konnte sich etwas zurück- ieTicu und ließ nun Gerhard ^adenburg den Vortritt. Hinter em Gartenpavillon waren Bauhütten für die Bildhauer, Stukkateure und Maler aufgestellt. Es war ein buntes! ^Treiben. Nur verstohlen kam ab und zu Susanne in die Bauräume. Dort traf ihr suchendes Auge gewöhnlich nur den jungen Ladenburg. „Gnädiges Fräulein nrachen sich jetzt recht rar." Sie sah still zur Seite. „In der nächsten Wo che» kommen wir an Ihre Zimmer. Da müssen Sie aber öfter heraufkommen. Sehen Sie — mit Wölflin gehen meine Ansichten oft recht weit auseinander. Aber hier, in diesem Punkte, da sind wir ein Herz und eine Seele. „Das wird das Schönste im ganzen Hause!" hat er mit Blaustift dick auf die Mappe geschrieben. Ich habe mit Rotstift darunter gesetzt: „selbstverständlich!" Da — hier steht's. Kann es anders sein?" Sie wurde ganz rot. „Eigentlich — sehen Sie, gnädiges Fräulein, da bauen wir also etwas Schönes zusammen, das Allerliebste, was wei Menschen aussinnen können. Und eines schönen Tages! oben wir umsonst gebaut. Da sind Sie weg." „Wer ist weg?" „Sie, gnädiges Fräulein. Ta kommt ein Ritter und ent-, führü Sie. Und unser Schmuckkästchen steht leer." Sie sah ihn ernst an. „Die Künstler scheinen ohne Pharrtasie nicht leben zu können. Sie dürften sich vielleicht sehr irren." Dann war sie weg. (Fortsetzung folgt.) U x. ' Novelle von Alexander Castell. Es hatte die ganze Nacht gestürmt, und man konnte keine wanzig Meter weit sehen. Ux schlich sich wie ein langer^ chmächtiger Fisch, dessen blinkender Rücken zuweilen auftauchte, durch die schwarze, kochende Flut, die am Kommandoturm auf-, jagte, über das Deck wegfegtc und wieder mit einem dumpfen Gehämmer auf dem Bootsrumpf zusammenbrach. Jansen stand am Kommandoturm und starrte nach dem Bug, der wie eine feine Klinge in den Gischt schnitt, und darüber: hinaus' in die Dämmerung, die von tausend nassen Strähnen durchschnürt zu sein schien, die wie eine geheimnisvolle und wieder drohende Mauer dastand, und in die er jetzt Stunde uw Stunde mit ruhigem, gespanntem Gesicht hineinfuhr. Gleich einem grollenden Toben fühlte er die Flut unter sich, ein dumpfes, gewaltiges Dröhnen drang von unten herauf, dann reckte sich wieder eine wuchtige Woge vor ihm, mit beiden Händen mußte er sich am Geländer halten, vom Bug her kam es, bog hie Veutilationsschlote legte den Antcnneumast wie eine Gerte nieder . . . jetzt hatte er es im Gesicht, eisig kalt und beißend wie Feuer, er selbst schien samt dem Periskop geknickt zu werden, wie in einem Kessel schäumte der Strudel um ihn, als wollte er ihn heben, ihn und alles, was um ihn war, gen Himmel saugen. Und trotz allem ging es mit achtzehn KiwteN Geschwinbigkeit gen Westen. Die Dämmerung wurde jetzt grau, ging allmählich ins Gelbliche über, der Regen begann seine Monotonie zu ver-, lieren, und allerlei Farbentöne schienen darin zu schimmern.. Jansen drehte sich gegen das Heck um da stand am östlichen- Hiunnel wie in hellerem. Nebel ein tveißer, krejsrnnder Fleck.., die Sonne, Zugleich hörte er das Auspuffrohr der Oelnwtore 563 * munter pochen . . . Es wurde Tag. Trotz der Kälte, die ihm auf den Armgelenken, den Händen den Wangen brannte, straffte sich sein Körper, und wie ein Lächeln glitt es über sein knochiges, schmales Friesengesicht. Da tauchte ern Kopf neben ihm auf. Eine Stimme schrie etwas. Er verstand nur: „Telefunkenapparat". Er ließ seinen Platz dem Stellvertreter und verschwand. Kaum eine Minute war er abwesend, dann stand er wieder oben. Zugleich öffneten sich die Luken, breite Schultern tauchten auf, Gestalten krochen wie Katzen über das Deck, die Schlote und Masten wurden sofort verstaut, die Petroleummotore hatten zu puffen aufgehört, die Mannlöcher waren luftdicht verschraubt, der Beobachtungsturm: im Nu verschlossen, indes eine Sturzsee nach der andern an die Scheiben der Luken dröhnte. Das Boot begann zu tauchen... Jansen stand jetzt im dämmerigen, nur von einer kargen elektrischen Lampe erleuchteten Turm. Draußen war alles dunkel. Tiefblau und wieder schwarz rollte die Flut heran. Man konnte durch das dicke Glas kaum einen Meter weit sehen. Er prüfte das Manometer am Tiefen-Stenerstand. Das Boot glitt jetzt in fünf Meter Tiefe mit vermnrderter Schnelligkeit dahin. Er begann mit dem Periskop den Horizont abzusuchen. Auf der Mattglasscheibe, die schräg unter dem Sehrohr lag, flimmerte der Gischt der See. Da tauchte plötzlich ein hoher glänzender Kamm auf, der einen Strudel von Schaum über das Gesichtsfeld warf, dann wurde die Linie des Horizontes frei. Er sah nichts, er hatte auch den Eindruck, daß die Sehweite bei der dampfenden, nebligen Atmosphäre sehr beschränkt sei. Er war eben von der Telefunkenstation in Z. angerufen worden, daß ein Flieger vor zwei Stunden geschützte Kreuzer unweit der Küste gesichtet hatte. Er hatte darauf den Kurs etwas südlicher genommen und wartete nun. Er war eigentlich nicht sonderlich gespannt. Er hatte noch einer: Blick in die Torpedokammern geworfen. Es war alles bereit. Er war nicht erregter, als wenn er etwa bei neunzig Kilometer Schnelligkeit seinen Rennwagen steuerte. Er hatte eine natürliche Fähigkeit, seine Kräfte für das Ziel zu spannen, Hemmungen auszuschalten. Er erwog nicht etwa die Möglichkeit, in einer Viertelstunde samt seiner Mannschaft mit eingedrückten Tanks hnndert Meter unter Wasser zu liegen, während sich das Boot langsam füllte, während die zwanzig Lungen, allmählich die Luft aufsogen, bis ihnen die Sinne schwanden, in einer Tiefe, airs der sie kein Zufall und keine» merrschliche Kraft mehr heraufgeholt hätte. Er dachte an dies alles nicht. Er strebte vorwärts. Ein Maat reichte ihm eben eine Tasse Kaffee, der untett in den elektrischen Töpfen gebraut worden rvar, als die Scheibe nordwestlich einen Punkt zeigte. Janser: behielt die Richtung bei. Es schien ihm ein Handelsdampfer mit dem Kurs nach Amsterdam zu sein. Westlich wurde die Aussicht wieder trüb. Auch der Dampfer im Norden verschwand wie in einer Wolke. Dieser Nebel war doch sehr angenehm. Wenn er plötzlich vor ein paar Kolossen stünde . . .! Eine leise Erregung kam ihm ins BluH Er würde den nächsten torpillieren, dann das Sehrohr einziehen und tiefer tauche::. Vielleicht nach einer Viertelstunde ein paar Meilen östlich einen flüchtigen Blick an die Oberfläche tun. Das war ja alles möglich. Da kam ein Maat aus dem Torpedovaum und meldete, daß er am Horchapparat die Schrauben eines großen Schiffes höre. Jansen nickte nur. Sein Blick hing wieder an der Scheibe. Tiefschwarz und wieder blau schäumten die Wellen um das Periskop. Wie von tausend Kristallen schien es zuweilen um das Glas zu blitzen. Darüber weg aber war nichts als graue Einförmigkeit. Vielleicht hatte er die Schiffe schon überholt, vielleicht waren sie ein paar Meiler: südlicher passiert, vielleicht hatten sie sich auch nach dem Kanal verzogen. Wenn's nur nicht zi: hell, wenn die See nur nicht zn ruhig, zu llar wurde. Er sah auf die Uhr. Es -ging jetzt auf halb acht. Der Maat erschien zum zweitenmal und kündigte an. daß das Schraubengeräusch sich nähere. Jansen schob statt der Scheibe eh: schärferes Okular ein und begann rvieder den Horizont ab- zusuchen . . . Aber er fand nichts. Und doch hatte er das bestimmte Gefühl, daß sich etwas näherte, daß etwas Unheimliches von Minute zu Minute näher kam, und daß es einen heißen, entsetzlichen Kampf geben würde. Daß er aber die Gefahr nöcht sah, nicht llar erkannbe- daß sie vor ihm wie auf der Lauer in: Ungetvissen lag, enervierte! ihn. Er war kaltblütig uitb nicht leicht zu erregen, weM er der» Gegner schaute, wenn ihm alle Nerven vibrierter: vor Erwartung, Wern: ihm die Gedanken wie brennende Schmerze:: durch das Gehirn stachen, ja dann wurde er äußerlich ruhig. Dann gab er Befehle knapp ur:d hart, dann waren die Muskeln seines garrzen Körpers gespannt, ein Grauen und zugleich ein Jubel rvar ii: ihm, etzt aber, da er nur fühlte, aber noch nicht sah, da er den Feind ast auf der Haut empfand, aber nickst vor Augen hatte, jetzt chlich es ihm wie eine grämliche Unruhe ins Blut. Sckstießlich konnten sie zrvei oder fünf Meilen vor ihm sitzen, mit doppelter Geschlvindigkeit ihm entgegenkommen — wußte er dem:, wie weit sein Blick ihn trug? Aber sckstießlich kam ihm das alles zugut. Wie ein Halm nur, vielleicht auf zrvanzig, melleicht auf fünfzig Meter erllmnbar, vielleicht auch nur dirrch die weiße Schaumrinde sichtbar, ragte das graue Metallrohr über die Flut. Wieder erschien der Maat. Er sagte, und sein Gesicht war ganz straff vor Spannung: „Sie sind näher, sie müssen ein paar Knoten vor uns liegen . . ." Jansen schrie Befehl hinunter, die Mannschaft rvar an ihren Posten, die Torpedos klar zum Schuß. . Dabei dachte er: „Gott im Himmel, wenn ich sie nust zu Gesicht bekäme, wenn ich sie nur sehen könnte ..." An eine Gefahr dachte er jetzt fast gar nicht mehr. Einunbändiges Verlängern etwas zu vollbringen, quoll in ihm auf. Es vergingen Minuten. Er war immer noch vor dem grauen Einerlei. Für Augenblicke hatte er den Eindruck, daß ihm etwas Großes und Unerhörtes in diesem Moment wie Sand oder Wasser ::: den Fingern zerrann. Ein brennender Aerger, eine bittere Ratlosigkeit durchbebten ihn. Schließlich lag so viel am Zufall: rvas nützte es, Mut zu haben .... Da sah er wieder das Gesicht des andern vor sich. Als ob er verzweifelte, stammelte jener: „Sie müssen» ganz nah sein . . ." Jansen machte eine wütende, rasche Handbewegung . . . da, fast im selben Augenblick tauchten kaum eine Meile südlich im Nebel drei Punlle auf. Waren- es Schiffe oder Phantome, — sie näherten sich. Es lief ihm tvie ein heißer Schauer über das Genick, er drehte nach der Richtung ab, schrie Worte, die wie Hiebe hinunterfielen. Fast zu gleicher Zeit ging ein Ruck durch das Boot. Als ob es mit einem schweren Balken zusammengestoßen sei und man den weggeschoben hätte, erbebte das Schiff. Am Bug schoß jetzt aber eine weiße Schaumkrone auf und dem Boot voraus, ein weißer Kamm, der sich wie etwas Spielerisches und Gischthaftes in die Ferne verzog. Janser: hatte jetzt den Kurs geändert und stand mit großen Augen vor dem Okular. Wieder schrre er: „Torpedo llar, los!" wieder ein dumpfer Ruck, das Boot verlor an Tiefe, unten strömte Wasser in die Tanks, jetzt stand es wieder im Gleichgewicht. Er zählte nun die Sekunden uub die eigenen Herzschläge. Es war ihm, als ob sich eine Kruste Eis um seine Herzmuskelngelegt hätte, als ob ihn eine kühle Hand da faßte und umkrallte. Feine, schwebende Schmerzen zogen ihm durch das Gehirn, fast wie eine beklemmende, atemraubende Melodie. Er dachte: „Sie werden es jetzt bald sehen müssen, das. Ungeheuer, das sich * wie etwas Entsetzliches herannaht. Sie werden es auf zweihundert, auf hundert Meter sehen müssen, und sie werden den Kurs nicht mehr ändern können, sie werden mit offenen Augen in den Todd hineinfahren, der da tvie ein höllisches und schlankes Ding aus Stahl mit grauenhaften Kräften gefüllt, herangleitet. . < Jansen öffnete den Niuick>, als ob er einen Knall parieren müßte, schloß ihn wieder. aber vorn geschah nichts. Mit brennender: Augen starrte er auf diesen runden Spiegel, der ihm in einem kleinen Kreise etwas so Erregendes, etwas von so lähmender Gewalt zeigte, daß er während Sekunden einer Ohnmacht nahe-war, daß er Feuer irr den Schläfen, hämmerndes Blut in den Augen fühlte ... es geschah immer noch nichts . . . er sah jetzt loieder r:ur eiiteit Kreuzer, der ziemlich südwestlich vor ihm stand. Wenn die beiden Schüsse gefehlt waren .1 . . aber war es möglich, dast sie gefehlt waren? Immer noch nichts. Ein tiefer Gram wollte ihn nieder-, beugen, eine bittere Enttäuschung spielte um seinen Mund. Zugleich sah er viel näher, eigentlich sehr nahe lleine schtvarze Kamine. . . Torpedoboote . . . suhr's ihn: durch den Kopf. Aber jetzt, er mußte sich mit beiden Härchen stützen, ihm schwindelte . . . jetzt stieg vorn ein riesiger, weißer Wasserturm empor: als ob er das Schiff umhüllen, mit einer mächtigen Fontäne überschütten wollte, ging der Strrchel hoch, dann blitzten gelbe und rote Stichflammen hinein, vom Krenzer war nur noch ein Schatten zu sehen. Wie in feiner: lveißen Nebel war plötzlich alles gehüllt. Erst fetzt hatte Janser: das Gefühl, als ob der Dvrrner über die Flut herkäme, ein Knall, der ins Wasser schnitt, die Tiefer: anf- wühlte... Wie sich die Aufruhr gelegt hatte, neigte sich der Kreuzer schoi: nach der Steuerbordseite. U x drehte eben nach Nor'deir ab, da geschah das Unernmrtetste. . Kaum zweihundert Meter vor ihn: tauchte ein schwarzer, spitzer Rumpf auf. Er stand plötzlich wie etlvaS gairz Klares ins Okular eingezeichnet. Für Sekunden sank es tiefer ein, dain: wurde das Bild wieder deutlicher . . . Ein Torpedoboot. Es kam mit großer Geschwindigkeit heran und mußte Itx irr spätestens einer halben Minute kreuzen. Jansen fühlte ein Entsetzen, das ihm wie ein kalter Schauer über die ganze Haut rieselte. Ohne feilten Blick vom Oklllar zu wenden, schrie er Befehl um Befehl. Dabei zählte er Sekunden. Wenn sie nicht sofort tiefer kamen, und es rvar dafür nach menschlichem Ermessew zu wenig Zeit, dann wurde das Boot gerammt. Er fühlte sofort, wie die Spitze sich senkte, es war zu lvenig Zeit . . . himmlischer Vater, es. rvar zu wenig Zeit Für ein paar Sellrnden wurde ihm alles schwarz vor den Augen, _er sah einfach nichts mehr. Der Schweiß rann ihn: über die Stirne, aber er sah nichts mehr . . . zugleich fühlte er, wie unter ihn: fieberhaft gearbeitet wurde, alle wußten, daß es der: letzten Kampf galt, alle Kräfte waren in eine einzige Kraft verwandelt, aller Wille rvar einen: einzigen Willen gebeugt, alle keuchten in: selben Atem, alle Herzen hämmerten in: selben Schlag . . , 564 Jetzt war der Feind zwanzig Meter vor dem Bug . . . aber daS Boot ging tiefer, nur entsetzlich, grauenhaft langsam. Jansen hielt das Eisengeländer »nie in einem Krampf umklammert. Er dachte: Sie sollen mir hineinfahren, mitten ins Gehirn. Es war ihm, als ob er für alle dastünde, für alle, die unten mit kochendem! Blut rangen ... Es gab keine Hoffnung mehr. Er gab alles auf. Wie etwas Entsetzliches kam das schwarze Ungetüm daher ... ein Atemzug ... zwei. .. ein Krachen, das Boot schwankte, drohte zu kippen.. . von oben schoß ein scharfer Wasserstrahl mit tosender Gewalt herein.. Jansen fühlte den Gischt im Gesicht, und er schrie: „Periskop gebrochen . . ." .Hände, Schultern kamen herauf . . . der Reserveschieber war nicht zuzubringen; sie standen schon knietief im Wasser . . . „Alle Schotten schließen!" gellte es durch den Raum . . ., hallte es von Mund zu Mund . . . Und dann war es plötzlich still. Alle horchten auf das strömende Wasser: „An die Pumpen . . ." „Herr Kapitänseutnant," sagte der erste Maat, „die Pression von außen ist sehr ^groß." Jansen dachte nur eines: „Man muß vorwärts kommen, mit jeder Geschwindigkeit' vorwärts kommen. Mochte es Stunden dauern, mußte man schließlich krepieren . . . mau hielt aus. Man ergab sich nicht. Dos Wasser rann immer lveiter. Der Strahl wurde dünner. Streben, Gebälk. . . alles wurde dagegen gestemmt, aber es wühlte sick). mit einer entsetzlichen, bohrenden, drängenden, verzweifelten Kraft ein. Die Mannschaft begann schlapp zu toerden. Die Anstrengung war martervoll. Di« offenen Sauerstoff-Flaschen, und die Kalipatronen, die sie vor den Mund hielten, gaben ihnen ein wenig Frische, aber bald stellte sich Uebelkeit ein. Jansen selbst hörte ein seltsames Singen in den Ohren. Ihm war, als ob ganz allmählich alle Kraft aus seinem Gehirn davonginge. Der Zeiger der Truckmesserscheibe zeigte jetzt zwanzig Meter Tiefe. Wenn es noch sehr viel tiefer ging, lvar das Was)er uicht mehr aus den Tanks zu pressen, war nicht mehr hoch zu kommen. Und über ihnen suchten sie nun die See ab, kreuzten nach allen Richtungen, um ihnen beim Auftauchen ein paar sickere Schüsse in die Flanken zu jagen. Es war nicht daran zu denken) in die Höhe zu wollen, es war nicht daran zu denken . . . ^ Er sah wieder den Kreuzer, die Stichflammen, die um ihn züngelten. Er lag sicher jetzt schon viel tiefer als sic selbst. ' Jansen stand am Kompaß, wo mit leisem Surren der Kreisel rn einem lustverdünnten Raum in rasender Geschwindigkeit sich drehte und die Linie der Erdachse inn-chielt. Sie hatten jetzt scharfen Kurs nach Südost. Das Wasser stieg noch immer. Aber man arbeitete nun an den Pumpen. Er überlegte, daß inan noch dreiviertel Stunden unter Wasser sein könnte. Es waren jetzt schon acht Mann vollständig schlapp. Bis dantl wären inehr als die Hälfte ohnmächtig. Aber zuletzt mußte nian hochgehen. Was dann geschah . . . wußte kein Gott. Eine dumpfe, stickige Atmosphäre begann sich immer mehr auszubreiten. Man hatte jetzt wirklich Mühe, Luft zu schöpfen. Die elektrischen Ventilatoren sausten, aber die Gesichter wurden zusehends blasser, die Augen größer, aufgerissener, und lvenn schließlich die Pumpen versagten, die Preßluftbehälter nicht genügend Kraft gaben, ga dann mußten sie eben auf den Grund sinken. Jansen hatte jetzt nicht Angst, aber eine brennende Wehmut erfüllte ihn. Er sah Leute um sich, die mit hervorquellenden, großen Augen den Wänden entlang standen. Die so schwach geworden waren, daß ein Ruck sie umgeworfen Hätte. So ging es entsetzliche Minuten . . . Viertelstunden lang, und dann fühlte er selbst, wie es an ihn kann Es ivar ihm, als ob ihm d'ejü Atem hinunterginge, aber als ob er ihn nicht mehr heraufbringenj könnte. Schließlich waren sie bald in einem toten . . . geisterhaften Raum. Er empfand deutlich, wie das Letzte kam. Es ging nicht weiter. Er schrie einen Befehl, aber er hörte seine eigene Stimme mcht und nur immer das dumpfe Summen in* dem Ohren., Aber das ganze Boot schien jetzt zu beben, ein Würgen ging durch fernen Leib, dre Preßluft fuhr in die großen Tanks, die Pumpen keuchten, rüdes die Mannschaft mit glasigem Blick über den Maschrnen lag. Aber es ging höher . . . höher. Als ob alle nur ein Herz hätten, das wußte, daß sich jetzt das Letzte entschied horchten sie mit gespannten Nerven, mit ivqhnwitzigen Visionen diesem Kampf. Aber es ging hoch. Vielleicht bekamen sie beim Austauchen den ersten Schuß, doch es gab ja keine Wahl. Das Wasser rauschte schon Heller, grüner über die Fenster des Oberlichtes. Als sie die Luken öffneten, war ein grauer Tag. Die See ging hoch, und es begann eben wiejdvr zu regnen. Der Horizont lvar leer. Sie standen alle da. Der Antenivenmast wurde aufgestellt, unten gab der Telefnnkenapparat Zeichen. Aber es dachte niemand, daß das, was sie vollbracht hatten, wie *eut blitzender Strahl um die ganze Erde fuhr und sich in alle Blätter bcra Welt hineinfraß . . . nein, sie hoben ihre Brüste. Wie Pflanzen, die nach langer Winternacht ans Licht kommen, reckten sie sich auf^ und keiner von ihnen hatte ein anderes Gefühl, als daß die tiefste der Seligkeiten war: zu atmen... vllchertisch. — Lucie Viörna: tönte und böse Geister. Kleine Erzählungen von Gastspiel- und Erholungsreisen. Unter diesem Titel hat die bekannte vielseitige Künstlerin Lueie Vtörna vom Berliner Theater ein in liebenswürdigem Vlauderton geschriebenes Bnch tin Verlage des Schweizer Druck- imb Verlagshauses in Zürich erscheinen (offen. Die Künstlerin, welche oucl) durch ihre Humanitären Bestrebungen zur Hebung mrd Besserung der sozialen Lage befand, rs der Bühnenkünstlerin bekannt geworden ist, hat bett vollen Ertrag der ersten Allstage des WerkchenS für Zwecke be- stimlilt, die den tapsereil dellt sehen u n b österreichischen Helden zugute kommen. — Bayern-Kalender 1916. Die Richtigkeit des in diesen schweren Kriegszeiteil geprägten Wortes „Reist in der Heimat* führt kein der dentscheil Landeskunde geividmetes Werk besser nnb eindringlicher vor Augen als der Bayern-Kalender, dessen Jahrgang 1916 soeben im Verlag vor, Carl Gerber, Buchdrlickerei unb Verlagsanstalt München, erschienen ist. Es ist erstaunlich, welche s^ülle neuer, künstlerisch eindrucksvoller Bilder ans den, schönen Bayerulande hier wiedeium zusammengetragen ,vorden ist zun, Lob und Preise der Hein,at der ruhmgekrönten Erstürmer des Zwinin. (Preis Alk. 1.50.) — Unsere Seehelden. Die Rainen Graf Spee, Weddigen, v. Müller, v. Mücke werden aus dein Gedächtills des Deutschen Volkes sicherlich nien,als verschivinden. Sie habeil Heldentaten vollbracht, die unmittelbar den Gang des Krieges becin- stl'ßteil und deren Kunde durch die ganze Welt flog. Es soll aber auch all den nainenlosei, Helden ihr Recht lverden. die auf Vor- po'lenschissen, Torpedobooten M°d llnscheinbaren Fischdampsern, ans Hilfskreuzern, Luftschiffen unb Flugzeugen täglich stille Heldentateil verrichten, von denen niemaub etwas hört. Diese Ehrenpstickl ivill der »M!q r i n e b a i, f' in der von ihm herausaegebenen Marine- dank-Bücherei unter den, Titel „Unsere Seefelden" erfüllen. Zlinächst allerdings föimcn in der Hauptsache nur diejenigei, vor, unseren Seehelden geivürdigt werden, die mir schon fei,neu. »Ferdinand Gras v. Spee, der Sieger von Coronet das Lebensbild eines deutschen Seeinanns — nach seinen Eriilneruilgen bearbeitet von Vizeadmiral Kirchhofs", ivird der Titel des ersteil Bandes sein, der rechtzeitig vor Weihnachlei, erscheinen lvird, ein geschichtliches Dokninent ersten Ranges und zugleich e n "Bollsbuch im schönsten Siiu,e des Wort s. Gleichzeitig ivird das Weddigeubuch des „Mariuedank" erfcljcincn: „Otto Weddigen unb seine Masse". Beide Blicher werden im Anstrag und in enger Zusaminenarbe t mit den Familien vom »Marinedank" heransgegebeu. »Das Blich der Emden*, die Erinnernngen des Fregattenkapitäns v. Müller, ivird allerdings aiis naheliegenden Gründen erst später erscheinen können. Dagegei, sind die Erlebnisse des Kapitälilentnants v. Mücke, die dem Emdenbuch als Anhailg beigegeben melden, soeben als besonderes kleines Blich zllm Preise voll Mk. I,— erschienell ,mter dem Titel: Ayesha, Zährten im b Abenteuer der Emde n m anns ch a f t v o l, den K o k o s i n s e l n bis K o n st a n t i n o p e I. Ein namhafter Novellist hat diese Erlebilisse meisterhast in erzählende Form gebracht. (Mariuedank-Verlag, Berliil 8. 42.) — D a s K ö n i g r e i ch P o l e n. Die bekannte Sammlling von Velhagen & Klaüngs Volksbüchern (Bieleseld und Leipzig, Verlag von Velhagen & Klasing. Jeder Band 60 Psg.) steht äugen- blicklich gai,z im Zeichen deS Weltkrieges. Dei, illtercssauteil uild lehrreichen kleinen Schri'ten über die Taten der delltschen Flotte im jetzigen Kriege, über den Feldmarschall Hindenbllvg, über die Dardanellen ufin. schließt sich als neuester Band eine Abhandlung über das Königreich P o l e it an. Der Verfasser, Erich M i s s a l e k, ist ein gründlicher Kenner der Geschickte Polens, und versteht es vorzüglich, den Leser in volkstümlicher Darstellung mit den manig- fachen Geschicken dieses schivergeprüsten Landes vertrant zu machen. Da die Znkunsl Polens zu den brennendsten Fragen der Gegenwart gehört, ivird diese kleine Abhandlung, die von vielen interessanten Abbildungen begleitet ist, allgemeinem Interesse begegnen. Rätsel. Ohne uns gibt's keinen Frieden, Ohne uns gibt's keinen Krieg. Ohne uns gibt es hienieden Höchstens Kampf, doch keinen Sieg. Ohne uns kann nie ein Kaiser, Nie ein Königreich bestehiy Uns entbehren kann kein Weiser, Ohn' uns gibt's kein Wiedersehil. Auflösung in nächster Nummer. Auslosung des magischen Dreiecks in voriger Nummer: &LUOK LAHN UHU C N K Kchristleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universität§-Buch- und Steiudruckerei, 9t. Lange, Gießet