Erstes Blatt 18 5 Der Hletzener Anzeiger Iksscheint täglich, außer 1 Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich GleßenerFamillenblätter; wermal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Land. wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschluͤsse: für die Schristleuung 112 Verlag, Geschäftsstelledl dresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. 165. Jahrgang Gießener Anzeiger General⸗Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Heschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Dienstag, 15. Juri 1915 Bezugsbre monatl. 75 Pf., viertel jährt. Mk. 2.20; durch Abhete- u. Zweigstellen mon ce 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. aussch Bestellg. Zeilenpreis: local 15 Ui, ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goey; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Ein neuer großer Sieg der Armee Mackensen! (WTB.) Großes Hauptquartier, (Amtlich.) ö Südöstlicher Kriegsschauplatz. 3 Die Armee des Generalobersten v. Mackensen ist in einer Breite von 70 Kilometern aus ihren Stellungen zwi⸗ schen Czerniawa(aordwestlich Moszisfa) und Sie⸗ niawa zum Angriff vorgegangen. Die feindlichen Stellungen sind auf der ganzen Front ge⸗ 0* t. 16000 Gefangene fielen gestern in unsere and. Auch die Angriffe der Truppen des Generals vonder Marwitz und des Generals von Linsingen machten Fortschritte. Oestlicher Kriegsschauplatz. In der Nähe von Kuzowimia norowestlich Szawle wurden einige feindliche Stellungen genommen und dabei drei Offiziere und 300 Mann zu Gefangenen gemacht. Südöstlich der Straße Mariampol— Kowno er⸗ stürmten unsere Truppen die vorderste russische Linie; zwei Offiziere, 313 Mann waren hier die Beute. a Westlicher Kriegsschauplatz. 5 Auf der Front zwischen Lievin und Arras erlitten die Franzosen eine schwere Niederlage. Nach⸗ dem im Voclaufe des Tages mehrmals die zum Vorgehen bereitgestellten feindlichen Sturmkolonnen durch unser Ar- tilleriefeuer vertrieben waren, setzten gegen Abend zwei starle feindliche Angriffe in dichten Linien gegen unsere Stellungen beiderseits der Lorettohöhe sowie auf der Front Neuville—Roclincourt ein. Der Gegner wurde überall unter schweren Verl usten zurückgeworfen. Sämtliche Stellungen sind voll in unserem Besitz geblieben. Schwächere Angriffe des Feindes am Hserkanal wurden abgeschlagen; südöstlich Hebuterne haben die Infanteriegefechte zu keinem nennenswerten Ergebnis geführt. Vorstäße gegen die von uns eroberten Stellungen in der Champagne wurden im Keime erstickt. a Oberste Heeresleitung. „ 1 14. Juni. — 8 4 2 Tl E KG Dfpau 7 die sich die Ar ackensen gegönnt hatte, ist vorüber, und nun geht es wieder mit der alten Schnelligkeit auf dem Wege nach Lemberg weiter. In einer Front von 70 Kilo⸗ meter Breite wurden alle feindlichen Stellungen erstürmt! Dieser Satz klingt noch etwas imposanter als die Wendung in dem neuesten Wiener Bericht, wonach die russische Front bei Jaxoslau durchbrochen und der Feind im Rückzuge sei. Beides kommt aber auf dasselbe hinaus. Vermutlich hat der Feind bei Jaroslau zuerst unserem Ansturm weichen müssen. Man kann eine angenehme, wenn auch nicht mili— tärische Berechnung anstellen: 16000 Gefangene, auf die 70 Kilometer Frontlänge verteilt, ergibt im Durchschnitt auf alle vier bis fünf Meter einen Russen! Wichtiger als die Beute ist bei dieser neuen Schlacht aber das strategische Er— gebnis. Schwerlich wird der Feind noch einmal vor Lemberg zu längerem, erfolgreichem Widerstand kommen. Auch die Südarmeen beschleunigen ihren Vormarsch, und die Russen haben kaum noch eine Möglichkeit, durch Truppenverschie⸗ bungen ihr Verhängnis zu verzögern. Die Armee Linsingen, die am 12. d. M. Mlynska, 12 Kilometer südlich von Zy— daczow gelegen, gewonnen hatte, hat inzwischen den Angriff auf diese etwa 25 Kilometer nordöstlich von Stryj liegende Stadt eingeleitet und ist zur Stunde wohl schon beim Dnyjestr angelangt. Man dürfte also mit gleichzeitigem Eintreffen der Armeen Mackensen und Linsingen in Lemberg rechnen. Auch in Polen haben die deutschen Truppen einen be— Hutenden Erfolg gewonnen. Nachdem auf der Straße Ma— riampol—Kowno die vorderste russische Linie erstürmt wor— den ist, erscheint Kowno genau so gefährdet wie Warschau durch den neuesten deutschen Sieg bei Bolimow. Indessen handelt es sich in beiden Fällen vielleicht nur um vorberei— tende deutsche Unternehmungen. Wenn die Zeit gekommen ist, daß pon Galizien Verstärkungen auf den nordöstlichen Schauplatz abgehen können, wird es bald auch in Deutsch— land näher gelegenen Interessensgebieten umwälzende Aenderungen geben. Es ist heute müßig, Betrachtungen darüber anzustellen, ob der Große Generalstabschef nach der Vertreibung der Russen aus Galizien zuerst geneigt sein wird, den Russen den Rest zu geben, oder ob er an der Westgrenze die Stunde zu weiterem Vordringen gekommen hält. Vorläufig hat es im Westen keine Gefahr, wie unsere neuen Erfolge, die der letzte Tagesbericht verzeichnet, genug— sam dartun. 3 Die Offensive im Osten. Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart, 14. Juni 1915, mittags: Russischer Kriegsschauplatz. 5 Die verbündeten Armeen in Mittelgalizien griffen gestern erneut an. Die russische Front östlich und südöstlich Jaroslau wurde nach heftigem Kampfe durchbrochen und der Feind unter den schwersten Ver⸗ lusten zum Rückzuge gezwungen. Seit heute nacht sind die Russen auch bei und südöstlich Moszista im Rückzuge. 16000 Russen wurden gestern gefangen. Unterdessen dauern die Kämpfe südlich des Dnjestr fort. Bei Der zo w südlich Mikolajow schlugen unsere Truppen vier starke An⸗ 85 fe blutig ab. Der Feind räumte zuletzt fluchtartig das Gefechtsfeld. Nordwestlich Zurawno dringen die Verbündeten egen Zydaczow vor und eroberten gestern nach schwerem mpfe Roguzno. Auch nördlich Tlumacz schreitet der 37 r se Angriff erfolgreich fort. Viele Gefangene, deren Zahl noch nicht feststeht, fielen dort in die Hände der Unsrigen. Nördlich von Zaleszezyeki griffen die Russen nach 11 Uhr nachts in einer drei Kilometer breiten Front vier Glieder tief an. Unter großen Verlusten brach dieser Massen— vorstoß im Feuer unserer Truppen zusammen. Italienischer Kriegsschauplatz. a In dem Kampfe bei Plawa am 12. Juni ließ der Feind, wie nun festgestellt wurde, über 1000 Tote und sehr viele Verwundete vor unseren Stellungen liegen. Gestern spät abends wiesen unsere Truppen einen abermaligen An⸗ griff gleich allen früheren ab. Die Italiener vermochten somit an der Isonzofront nirgends durchzudringen. Im Kärnt⸗ ner und Tiroler Grenzgebiet hat sich nichts Wesent⸗ liches ereignet. Balkan⸗Kriegsschauplatz. Südlich Avdo vac wies eine unserer Feldwachen den Angriff von zirka 200 Montenegrinern nach kurzem Kampfe ab. Sonst ist die Lage im Südwesten unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Berlin, 15. Juni: Die Durchbrechung der russischen Front im unteren Sangebiet bis weit hinein in die ͤstlich des San gelegenen Gebiete bedeutet, wie verschiedene Morgenblätter aus dem K. u. K. Kriegspressequartier be— richten, einen großen Erfolg der verbündeten Armeen. Diese Schlacht, in welcher auf einer langen Front die Russen aus wohlvorbereiteten und besonders starken Stellungen unter schwersten Verlusten zum fluchtartigen Rückzuge gezwungen wurden, hat der Widerstandskraft der ganzen russischen Galizien-Front einen Stoß versetzt, dessen Wirkung sich in der weiteren Entwicklung der allgemeinen Kriegslage bald fühlbar machen wird. i. Köln, 15. Juni. Die Kriegspressequartier: Russisc Kampfgelände der neuen Schli e Flieger haben das schon die ganze Zeit über 6 is werden konnte, nicht mehr zur Abwendung des Unheils rechtzeitig bewerkstelligt werden konnte. Uebrigens suchten die Russen seit einiger Zeit mit allen Mitteln die Nach⸗ richt zu verbreiten, daß die sehnlichst erwartete amerika— nische Artilleriemunition nunmehr endlich ein— getroffen sei. In der Tat arbeitet die russische Artillerie jetzt bei Jaroslau kräftiger, als vielfach in jüngster Zeit. Aber den neuen Durchbruchsgedanken hat die Anmeldung der neuen amerikanischen Munition so wenig beeinflussen können, wie die Munitionsverwendung die Durchführung des Durchbruchs. Auszeichnungen für Mackensen und Falkenhayn. Berlin 14. Juni.(WTB. Nichtamtl.) Der„Reichs- anzeiger“ veröffentlicht die Verleihung des Eichenlaubs zu dem Orden pour le mérite an den Generalobersten v. Mackensen, Oberbefehlshaber der 11. Armee, und den General der Infanterie v. Falkenhayn, Chef des Gene— ralstabs des Feldheeres. Nikolai Nikolajewitsch erkrankt. Berlin, 15. Juni. Die„Basler Nachrichten“ melden laut „Berliner Tageblatt“ aus Petersburg, daß der Generalissimus Großfürst Nikolai Nikolajewitsch sich in Moskau be— finde. Ein neues Aerztekollegium sei einberufen worden. Der rus⸗ sische Generalarzt der Feldarmee erachte einen zweiten operativen Eingriff für absolut notwendig. Der russische Bericht. Petersburg, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Der Ge⸗ neralstab des Generalissimus meldet: N Am 12. Juni dauerten auf der ganzen Front an den Flüssen Windau, Wenta und Dubissa die hartnäckigen Kämpfe fort. Die Deutschen richteten ihre Anstrengungen gegen den Ab⸗ schnitt der Front nördlich Szawle. In der Gegend jenseits des Nijemen begann der Feind an demselben Tage unsere Stellungen östlich Mariam pol anzugreifen. Auf der Front am Narew fanden im der Nacht zum 12. Juni Patrouillenplänkeleien statt. Zwischen Omulew und Rozowa, nördlich Praszuysz, eröffnete der Feind am 12. Juni bereits um 3 Uhr morgens ein heftiges Feuer mit schwerer Artillerie und unternahm dann gegen Mittag hartnäckige Infanterieangriffe. Weiter östlich, an der Eisenbahn⸗ linie von Mlawa, griffen zwei feindliche Bataillone das Po⸗ mianygehöft an, wurden jedoch gezwungen, nachdem sie schwere Verluste erlitten hatten, ihre Offensive* Bei der Weich⸗ sel, in der Gegend von Starorzeba, zog sich der Feind, welcher in einer Offensive vom 11. Juni schwere Verluste erlitten hatte, in der folgenden Nacht in seine frühere Stellungen zurück. Auf dem linken Ufer der Weichsel konzentrierte der Feind am Abend des 11. Juni sehr starke Kräfte in dem Bzuralabschnitt, zwischen der Mündung der Pissa und dem Dorfe Suhka. Dann griff er in der Nacht und am nächsten Tage unsere Stellungen mit Kräften von einer Stärke von etwa zwei Divisionen an. Der Kampf dauert noch fort. In Galizien griff der Feind am 12. Juni frühmorgens in geschlossenen Reihen unsere Stellungen an der untren Lu- batschewka an. In der Gegend ven Mosziszka erneuerte der Feind, welcher am 11. und 12. Juni schwere Verluste erlitten hatte, seine Offensive nicht. Am chten Ufer des Dujestr, in der Richtung auf Mikolajow, fand nur Gewehrfeuer statt. Unser Erfolg bei Zürawno zwang den Feind, seine Angriffe gegen begnügt er sich damit, dort Kavallerie zusammenzuziehen. Bei Palesoszyki unternahmen wir einen schwungvollen Angriff auf feindliche Abteilungen, welche den Dujestr überschritten hatten. Wir machten bei diesem Angriff 500 Gegner nieder und nahmen ungefähr 200 Mann gefangen. Die Lebensmittelnot in Rußland. Petersburg, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.)„Rußkoje Slowo“ meldet: Sieben Gouvernements, darunter Kiew, Beß⸗ arabien und Cherson, haben sich zu gemeinsamer Bekäm p⸗ fung der Lebensmittelnot vereinigt. Das Gouvernement Smolensk berichtet von völligem Zuckermangel. In Kostoroma sind die Händler seit Einführung der Höchstpreise ganz ohne Lan⸗ deserzeugnisse. Aus der russischen Duma. Paris, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Temps“ mel⸗ det aus Petersburg: Es bestätigt sich, daß die Du ma vor dem festgesetzten Zeitpunkt zu einer Session zusammentritt. Die Duma⸗ abgeordneten sind der Ansicht, daß ein Zusammentreten notwendig ist, um die Arbeitsproduktion des Landes zur besseren Unterstützung der Armee zu militaristeren. Der Ausschuß, dem alle Mitglieder des National- und Verteidigungs⸗Ausschusses 1 Kammern angehören, hat bereits mit den Vorarbeiten egonnen. 5 *** Der italienische Bericht. Rom, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agen⸗ cia Stefani. Bericht der Obersten Heeresleitung: An einigen Stellen längs der Grenze vom Tonale bis Kärnten versuchte der Feind mehrere Male, die Fortschritte unserer Angriffsbewegungen durch nächtliche Unternehmungen zu verhindern. Er griff mehrere wichtige von uns an den voran! gehenden Tagen eroberten Stellungen an, wurde aber jedesmal. zurückgeworfen. So unternahm der Feind im Tonalegebiet, durch das Feuer seiner Festungen unterstützt, mehrere Angriffe gegen den Tonalepaß und den Gipfel von Cavia. Ebenso versuchte er am Monte Pissola im Judicarischen Tal, am Monte Piana, im Mi⸗ surinagebiete und am Passe östlich vom Monte Peralba vorzu- stoßen. In der Nacht vom 11. zum 42. Juni unternahm der Feind mit Hilfe von Leuchtraketen und Scheinwerfern zusammenhängen⸗ dere Angriffe gegen unsere Stellungen von Pala Grande im Pic⸗ colotale und am Freikofel, wo er gänzlich zur Feind mußte von Schützengraben zu Schützen⸗ graben vervagt und von Felsen zu Felsen verfolgt werden. Aber unsere Gebirgstruppen brachten durch ihre glänzende Tatkraft das Unternehmen zum glücklichen Abschluß. An, einigen Abschnitten der Grenze dauern die Kämpfe der Artillerie mittleren Kalibers an. Unsere Kanonen, die an mehreren Stellen die Oberhand ge⸗ wannen, zerstörten Schanzarbeiten, Kasernen und Beobachtungs⸗ posten. Gestern eröffneten unsere großkalibrigen Kanonen das Feuer gegen die Befestigungen von Malborgeth und erzielten in kurzer Zeit sehr beachtenswerte Ergebnisse. Der obere Fortteil wurde eingeäschert, was eine Explosion des Munitionslagers ver⸗ ursachte. Längs des Isonzo sind unsere Truppen im Be⸗ griffe, die in den letzten Tagen am linken Flußufor eroberten Stellungen zu befestigen. Nach dem Bruche des Dammes am Kanal von Monfalcone gelang es unserer schweren Artillerie, die in Campale aufgestellt ist, am 11. Juni durch ihr Feuer die Eisen⸗ bahnlinie Görz— Monfalcone in der Nähe des Bahnhofes Sagrado zu unterbrechen. gez.: Cador na. Italiens Ausfuhr. Bern, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Italien hat das e eee auf sämtliche Lebensmittel ausgedehnt. Voraussichtlich werden nunmehr auch Lebens mittel, deren Ausfuhr bisher frei war, nun auf Grund einer auf diplomatischem Wege zu erwirkenden Sonder- bewilligung der italienischen Regierung nach der Schweiz eingeführt werden können. Die Kämpfe am Stilfser⸗Joch. Berlin, 15. Juni. Ueber die Kämpfe am Stilfserjoch wird der„Vossischen Zeitung“ aus Zürich aus dem Münsterta“ berichtet: Fast täglich ist Kanonendonner hörbar. Das Grenzgebiet ist für Wanderer zwar gesperrt, doch ließ sich in Erfahrung bringen, daß in der letzten Woche die Oesterreicher die vor einigen Jahren oberhalb Terza Cantoniera errichtete italienische Militärbaracke zusammengeschossen haben. Am 5. Juni schossen die Italiener von ihrer Festung oberhalb Terza mit Granaten gegen das bekannte Hotel„Ferdinandshöhe“ auf dem Stilfserjoch. Von 30 abgegebenen Schüssen traf nicht ein einziger. Eine Granate schwirrte dicht am Hotel„Drei Sprachenspitze“ vorbei auf Schweizer Gebiet. Am 8. Juni schossen die Oesterreicher mit zwei Schüssen Gebäulich⸗ keiten von Continiera zusammen. Nachts ist an der Grenze alles hell beleuchtet von den italienischen und österreichischen Schein⸗ werfern. Französische Jnstruktoren im italienischen Fliegerkorps. Berlin, 15. Juni. Als Instr üktoren sind die Fran⸗ zosen Vedrines und Brindejonc in das italienische Flieger⸗ korps eingetreten.— Die„Republik“ Albanien. Paris, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Petit Parisien“ meldet aus Rom: Man erfährt, daß sich der Führer der albanesischen Aufstandsbewegung, Mussa Effendi, zum Präsidenten der Republik Albanien hat ausrufen lassen. Die Munitionsfabrikation in England. London, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlit Reutermeldung: Ein Aufruf zur Meldung freiwilliger Arbeiter, die in den Arsenalen und Munitionsfabriken einen Teil k ihrer freien Zeit und während der Nacht arbeiten sollen, hatte zur Folge, daß sich mehr Personen meldeten, als gebraucht werden. Die Zahl geht unsere Stellungen bei Halicz einzustellen. Seit dem 11. Juni in die Tausende. Es wurde ein besonderer freiwilliger Benmten⸗ 1 3 e 3 d gebildet, um die Leitung dieser Arbeit zu übt Unker g i Arbeitern daumden sich Geislich Kun leute 1— kiers, Advokaten und Angehörige anderer Berufe. Berlin, 15. Juni. Die Frage der Beschaffung der Heeres munition ist nach einer Meldung der„Tägl. Rundschau“ aus London in ein akutes Stadium getreten. Lloyd George fordert die sofortige Anwerbung von Arbeitern 5 aus Amerika. Der Rücktritt der Arbeitervertreter aus dem 5 Ministerium wird für unabwendbar gehalten, wenn Lloyd George auj seinen Forderungen besteht. 8 Eine englische Stimme. 4 Berlin, 15. Juni. Die„Westminster Gazette“ versichert 5 laut„Vossischer Zeitung“, daß der Krieg noch jahrelang dauern könne und vermutlich auch dauern werde.— Chur⸗ chills Großsprechereien gehen seinen Landsleuten auf die Nerven. Auf seine jüngste Aeußerung, an den Dardanellen stünden die Eng— i länder nur noch ein paar Meilen vor dem Sieg, heißt es in diesem g Blatt: Das ist fraglos wahr. Aber diese paar Meilen sind eben die harte Nuß, die das Expeditionskorps zu knacken hat. Ein General der vor einer Festung steht, ist räumlich auch nur eim paar Meilen von seinem Ziel entfernt und dennoch vielleicht sei— 1 nem Ziele recht fern. Neue englische Kriegsausgaben. London, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet amtlich: Asquith wird in einem Ergänzungsetat 250 Millionen Pfund für Kriegsaus⸗ aben bis zum 31. August 1916 fordern. Dies ergibt mit en bereits bewilligten 250 Millionen 500 Millionen Pfund für das Finanzjahr 1915/16. Bryaus Politik.. S 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) In einem Aufruf an Deutsch⸗Amerikaner betont Bryan, daß Wilson für den Frieden sei. Bryan schlägt eine internationale Vereinbarung vor, welche den Transport von Munition auf Passagierdampfern verbietet. Er ist anderer Meinung als Wilson hinsichtlich der Politik, die gegenüber der Einmischung Englands in die Rechte des neutralen Handels einzuschlagen ist. war der Ansicht, daß die Note, welche die Alliierten erneut au„nicht den amerikanischen Handel zu behelligen, gleich⸗ mit der Note an Deutschland abgesandt werden sollte. ashington, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) In einem Appell an die Deutsch⸗ Amerikaner sagt Bryan: Es ist natürlich, daß in dem Konflikt zwischen eurem Vaterlande und anderen europcischen Nationen eure Sympathien auf Seite eures Geburtslandes sind, das verdenkt euch niemand; wenn das nicht so wäre, würde man euch tadeln. *** Der türkische Bericht. Konstantinopel, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Kaukasusfront ging der Feind gestern aus der Richtung von Olty vor. Nach⸗ dem er sich überzeugt hatte, daß unsere Truppen gegen ihn vorrückten, zog er sich eilends zurück und ließ seine Siedlung völlig im Stich. Wir besetzten sie. An der Dardanellenfront schossen gestern mor⸗ gen zwei feindliche Kriegsschiffe unter dem Schutz von sieben Torpedobooten ungefähr 90 Granaten auf einige unserer Stellungen bei Ari Burnu und Sedd⸗ ül⸗Bahr. Sie erzielten keiner lei Wirkung und zogen bald darauf nach Imbros zurück. Zu Land fand bloß ein schwacher Austausch von Artillerie- und Infanterie⸗ feuer statt. Unsere anatolischen Batterien richteten ein er⸗ folgreiches er auf den Feind. 8 Am 24. Mai erschien ein englischer Kreuzer vor der kleinen Stadt Moyleh an der Küste von Meding am RNoten Meer und ließ Flugzeuge über der Stadt aufsteigen. Ein Flug Mien wurde durch das Feuer unserer Soldaten und Freiwilligen abgeschossen und stürzte ins Meer. An den anderen Fronten keinerlei Veränderung. 7 Aus der Türkei. Konstantinopel, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Kaiser Wilhelm hat dem Minister des Innern, Ta⸗ laat Bey, das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse verliehen. Wie das Amtsblatt meldet, konnte der Selamlik am letzten Freitag nicht abgehalten werden, da der Sultan an einem leichten Katarrh leidet. Nach weiteren, aus privaten Quellen stammenden Meldungen hat sich das Be⸗ finden des Sultans gebessert. Die Wahlen in Griechenland. Athen, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten sind der Regierung bereits 130 Sitze in der Kammer sicher. Salo niki wählte sämtliche 32 Regierungsvertreter. In Attika behauptete 5 die Veniselospartei mit sämtlichen 22 Sitzen. ait ist für die Regierung in den Provinzen überall! günstig. Berlin, 15. Juni. Zu den griechischen Kammerwahlen läßt sich der„Berliner Lokalanzeiger“ aus Athen melden: Soeben wird von der Regierung bekannt gegeben, daß nach den bis jetzt eingelaufenen Mitteilungen für die Regierung von 314 Plätzen der Kammer bereits 166 gesichert und der Wahlsieg der Re- gierung demnach vollständig gesichert sei. Es wird er⸗ wartet, daß die Zahl der gewonnenen Regierungssitze sich noch steigert. ** * Der französische Handel, Paris, 14. Juni.(WTB. Nichtamtl.) Der„Temps“ schreibt: Nach der amtlichen Aufstellung betrug die Ein⸗ uhr nach Frankreich in den ersten fünf Monaten es Jahres 1915 2 781 205 Franes gegen 3 703 733 Francs in demselben Zeitraum des Vorjahres. Der Wert der Aus⸗ i fuhr betrug 1178 065 Francs gegen 2830 299 Francs. Der Außenhandel Frankreichs ist demnach in den ersten fünf Monaten um 2574 767 Franes zurückgegangen, von denen 922 528 Francs auf die Einfuhr entfallen, was eine Ver⸗ f minderung um 25 Prozent bedeutet und 1652 234 Francs auf die Ausfuhr, was eine Verminderung um 58 Prozent bedeutet. Die Ausfuhr weist gegenüber dem Vormonat keine Besserung auf, die Einfuhr hat sich dagegen zusehens ge— bessert und zwar hauptsächlich infolge der Anhäufung von Artikeln für den 4 im Inlande. Die Pariser Besorgnis vor Flugzeugen. Paris, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Matin“ berichte: Der Munizipalrat von Paris hat be⸗ schlossen, jedem französischen Flieger, der ein deutsches Flug— zeug über Paris oder im Umkreis der Bannmeile von Paris zum Absturz bringt, eine Prämie von 5000 Franks C Der Seekrieg. London, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Reutermel⸗ dung. Ein Fischerfahrzeug landete in Milfordhaven die Be⸗ satzungen des Kohlendampfers„Crown of India“ und des norwegischen Seglers„Bellgarde“, die von einem deutschen Unterseeboot beim Kap St. Ann-Head versenkt worden waren. Paris, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Temps“ meldet aus Rom: Der Verband der italienischen Schiffs⸗ konstrukteure setzte eine Prämie von 15 000 Lire für die Besatzung des ersten italienischen Unterseebootes oder Torpedobootes aus, das eine erfolgreiche Aktion ausführt. Paris, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Temps“ meldet aus Lissabon: Ein englischer Kreuzer ka⸗ perte ein Handelsschiff, das Lebensmittel für Deutschland an Bord hatte. Das Schiff gehörte einem deutschen Handelshause in Lissabon. London, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ein deutsches Unterseeboot hat den Dampfer„Hopemount“ im Bristol-Kanal versenkt; die Be⸗ satzung wurde gerettet. Der Fischdampfer„Queen Alexandra“ ist bei Dundee torpediert worden. Die Besatzung ist gerettet. Aus dem Reiche. Aus der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Berlin, 13. Juni. Der Vorstand der sozialdemo⸗ kratischen Reichstagsfraktion veröffentlicht im „Vorwärts“ eine Erklärung, in der es heißt: Die„Berner Tagwacht“ vom 8. Juni bringt eine Zuschrift aus Deutsch⸗ land, die alles überbietet, was an verleumderischen An— griffen gegen die sozialdemokratische Reichstagsfraktion bis⸗ her geleistet worden 155 Wir könnten auch über diese Leistung mit dem Schweigen der Verachtung hinweggehen, aber ein Umstand nötigt uns zu einer besonderen Zurückweisung. Der Artikel bringt Mitteilungen aus einer vertraulichen Sitzung der Budgetkommission des Reichstages. In dieser Faid wurden bekanntlich eine Reihe von Soldatenmiß— handlungen gerügt. Insbesondere wurden zahlreiche Kla— gen über Beschimpfungen und sonstige vorschriftswidrige Behandlung bei der Ausbildung neueingestellter Mann— schaften vorgetragen. Von allen Seiten aber wurde aus— drücklich betont, daß es unzulässig sei, daraus den Schluß zu ziehen, als ob unsere Truppen von ihren Vorgesetzten allgemein schlecht behandelt würden. Im Gegensatz dazu stellt es der Verfasser jener Zuschrift so dar, als ob die Mißhandlung die Regel sei, und versteift sich zu so unsinni⸗ gen, von niemand ernst zu nehmenden Behauptungen, unsere Soldaten müßten durch die barbarische Disziplin auf die Schlachtbank geschleppt und durch grausame Gewalt vor das Feuer getrieben werden. Gestützt auf eine solche wahrheitswidrige Darstellung schmiedet der Verfasser eine schwere Anklage gegen die Fraktionsmehrheit, weil diese ihre Zustimmung dazu gab, daß jene Verhandlungen nicht noch einmal in der össenilichen Sitzung des Reichstags wiederholt würden. Die Fraktionsmehrheit tat das, nach- dem der Kriegsminister rückhaltlos die Mißhandlung und die Beschimpfung Untergebener verurteilt und die Erklärung abgegeben hatte, durch einen erneuten Erlaß darauf hinzu- wirken, daß die verantwortlichen Vorgesetzten mit größter Gewissenhaftigkeit eine vorschriftswidrige Behandlung in ihren Truppenteilen verhindern, und daß das Beschwerde⸗ recht nicht verkümmert werde. Weiter wird in der Erklärung lebhaft bedauert, daß aus einer geschlossenen Sitzung und dazu noch in böswilliger Ver⸗ drehung Mitteilungen gebracht werden konnten; die ganze Partei werde in der Verurteilung dieses Ver- trauensbruches mit dem Vorstand einig sein. Vom Zentralverband deutscher Konsumvereine. fe. Frankfurt a. M., 14. Juni. Bei einer Beteiligung von mehr als 800 Abgeordneten trat heute der Zentral- verband deutscher Konsumvereine zu seinem 12. Genossen⸗ schaftstage zusammen. Den Bericht des Vorstandes erstattete Generalsekretär Kaufmann(Hamburg). Seit der Grün⸗ dung des Verbandes im Jahre 1903 stieg die Zahl der an⸗ geschlossenen Vereine von 666 auf 1109, die Zahl der Mit- glieder von 573085 auf 1717519. Der Geschäfts umsatz be— trug 1903 rund 131786 100 Mk., im Jahre 1914 dagegen nahezu eine halbe Milliarde. Die den Genossenschaften. durch den Krieg zugewiesenen Aufgaben seien gut gelöst, not⸗ wendig sei aber noch ein besseres Zusammenarbeiten mit den Behörden und den landwirtschaftlichen Genossenschaften, um die Bevölkerung mit billigen Nahrungsmitteln ver⸗ sorgen zu können. Dem Verband sind bis jetzt 48 Einkaufs⸗ vereinigungen angeschlossen. Neue Arbeitsfelder will der Verband erschließen durch den Zusammenschluß des Geld⸗ wesens der Konsumvereine, die Organisierung des Feuer- versicherungswesens und die Nahrungsmittelversorgung der arbeitenden Bevölkerung auf der Grundlage der deutschen landwirtschaftlichen Produktion. Im weiteren Verlauf des Verhandlungstages sprach Dr. Müller(Hamburg) über „Die Verbandstätigkeit während des Krieges unter Berück- sichtigung der kriegswirtschaftlichen Maßnahmen“. Eine längere im Sinne des Vortrags gefaßte Entschließung fand einstimmige Annahme. In der Besprechung über den Vortrag und die Ent⸗ schließung wurde an dem Lebensmittelwucher außerordent— lich scharfe Kritik geübt. Einstimmig forderte man u. a.: Frühzeitige Feststellung des Ernteertrags und Verschärfung des Beschlagnahmeverfahrens; Einschränkung der Brannt- wein⸗ und Biererzeugung; Mehl- und Kartoffellieferungen an die Konsumvereine; Heranziehung der Konsumvereine als Abgabestellen für alle Erzeugnisse, die aus den be⸗ schlagnahmten Produkten gewonnen und den Verbrauchern durch Reich und Kommunen überwiesen werden; Abstufung der Brot- und Mehlrationen nach dem Einkommen und der Art der körperlichen Arbeit. Ueber den„Internationalen Genossen⸗ schaftsbund“ sprach H. Lorenz(Hamburg), der meinte, daß alle schönen Reden bei internationalen Zusammen⸗ künften den Weltkrieg nicht hindern konnten. Der Krieg sei wirtschaftlichen Ursprungs, die Abwehr Hache aus natio- nalen Gründen. Frankreich sei aus dem Bunde ausgetreten, Deutschland dagegen nicht. dem Kriege hoffe man sich jedoch wieder zu finden. Berichte über die ce ungs⸗ lassen, das e und die einzelnen Ausschüsse folgten sodann. Die Wahl des Vorstandes ergab die bisherige Zu⸗ sammensetzung. 4 1 Berlin, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Reichs⸗ anzeiger“ veröffentlicht in der heutigen Ausgabe eine Bekann t machung, nach der die Aus fuhr von Südfrüchten, Gewürzen, von Getränken aus Fruchtsäften, Obstwein und Fruchtauszügen 11 Bereitung von Getränken, von Himbeeressig, Honig, auch zu bezahlen. ** * unsthonig und Honigpulver, fowie die Ausfuhr und Durchfuhr von Faftmagneten aller Art, von Geflechten aus Eisen- und flechten verboten wird. Aufgehoben wird 80 fuhr und Durchfuhr von Röhrenformstücken. ü 0 Stuttgart, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) „Staatsanzeiger“ mitteilt, ist an Seine Majestät f folgendes Telegramm eingetroffen: N 2 „„Euerer Majestät melde ich alleruntertänigst, daß die 2 Division am 12. Juni starke russische Stellungen, eroberte. Sehr'gut unterstützt von Artillerie, stürmten Olga⸗G 2 Teile von Alt⸗Württemberg und Pioniere mit großer T mehrere Hindernisse und Grabenreihen und erbeuteten fangene, 4 Maschinengewehre, 2 Minenwerfer. Eigene Verl verhältnismäßig nicht bedeutend. gez.: Freiherr von Wat Aus Stadt und Cand. 5 Gießen, 15. Juni 1915. Zur Vertilgung der Obstschädlinge. Von allen unseren Obstbäumen verspricht der Apfelbaum in diesem Jahre die reichste Ernte. Es gilt daher in besonderem Maße, die Früchte dem Baume zu erhalten und ihrer e Reife entgegenzuführen, insbesondere die Schädlinge zu bekämpfen. Sehr rasch und unheimlich stark hat sich bei dem heißen Wet⸗ ter die verderbliche Blutlaus vermehrt, die durch ihr Saugen an der jungen Rinde und an Schnittflächen einschnürende Wul⸗ stungen, den sogenannten„Blutlauskrebs“, hervorbringt. Wir ha⸗ ben in manchen Vorgärten Apfelformbäume, Pyramiden und wag⸗ rechte Kordons gesehen, die über und über bedeckt sind mit weißen Flocken und Wattebärten, unter denen Millionen von Blutläusen den Bäumen den Lebenssaft entziehen. Da gilt es nun, Be⸗ sitzer, die oft ganz in Unkenntnis sind über die Feinde ihrer Bäume, aufzullären und sie zur Bekämpfung zu veranlassen, wie es von Zeit zu Zeit von Amtswegen durch die Behörde geschieht. Be⸗ spritzen hilft gegen die Blutlaus nichts; das erdrücken und Zerreiben mit den Fingern ist besser, aber in größeren 6 7 zu mühsam. Der kurz geschnittene, derbe Pinsel ist das ich⸗ tige. Man nimmt ein Blutlausvertilgungsmittel, wie man es in vielen Drogerien mit genauer Vorschrift und Gebrauchsanweisung bekommt und bearbeitet damit alle erreichbaren Sitze ganz gründ⸗ lich. Dadurch werden die Läuse vollständig vernichtet und die Saug⸗ wunden einer raschen Heilung entgegengeführt. 5 16 Die Obstmade, die alljährlich einen großen Teil unseres Kernobstes vernichtet und uns den schönsten Apfel oft so unappetit⸗ lich macht, ist eigentlich weder ein Wurm, noch eine Made son⸗ dern das Räupchen des Apfelwicklers, eines kleinen Schmetterlings mit grauen, von dunkelbraunen Wellenlinien durch⸗ zogenen Flügeln und einem rotschimmernden Spiegel. Der Schmetterling entzieht sich im Freien fast ganz unseren Blicken, da er wegen seiner Rindenfarbe nur sehr schwer von dem Stamme zu unterscheiden ist, an dem er bei Tage ruht. Im Jun: und Juli fliegt der Schmetterling bei einbrechender Dunkelheit, und das Weibchen legt nach erfolgter Paarung seine gelblichroten Eier ein⸗ zeln an die unreifen Aepfel und Birnen, der Pflaumenwickler an die Pflaumen und Zwetschen; nach 8 bis 10 Tagen schlüpfen dann die Räupchen aus, die sich sofort in die Frucht bis zum Kernhause einbohren und sich hauptsächlich von den weichen, weißen Kernen ernähren. Wenn die Raupe ausgewachsen ist, verläßt sie die Frucht und sucht ein Versteck auf, wo sie sich einspinnt und überwintert: in der Obstkammer, zwischen den Dielen, in Rissen der Bal ken, an der Wand; im Freien hinder den Rindenschuppen der Bäume, hinter Moos und Flechten, an Spaliergerüsten und Pfühlen. Im April oder Mai verwandelt sich die Raupe in eine gelbbraune Puppe, aus der im Juni wieder der Schmetterling entsteht Man kann den Schädling nun in allen, Entwicklungsstadien bekämpfen; doch wird sich eine merkliche Einschränkung erst durch das gemeinsame Vorgehen aller Obstzüchter erzielen lassen, Der 5 rationelle Obstzüchter hat nach Schutzmitteln gesucht, und die 125 9 dustrie hat eine Menge solcher auf den Markt gebracht. Man die jungen Früchte gleich nach dem Abfall der Blüte durch Be⸗ spritzung mit Kupferkalkbrühe, der Arsenik in Form von Schweinfurtergrün zugesetzt ist, vergiftet, um das aus dem Et kommende Räupchen sogleich zu vernichten. Bei dieser Arbeit macht uns aber die um diese Zeit herrschende Witterung meist einem Strich durch die Rechnung, weil der Regen die Spritz 1 2 wieder abspült. Besser bewähren sich die Fanggläser, die in jeder Spalieranlage zum Fangen des Schmetterlings aufgehängt werden sollten. Sie werden am besten mit Tröpfelbier oder mit verdünntem Apfelgelee gefüllt und zwischen die Aeste auf igt; der Geruch zieht schon an einem Abend eine ganze Menge kleinen Tiere an, die darin ihren Tod finden. Fanglampen, die man in Weinbergen zum Fangen des Traubenwicklers mit Erfolg anwendet, haben sich gegen den Apfelwickler nicht bewährt. Am wirksamsten ist die Bekämpfung der Raupe durch die Ver⸗ nichlung alles wurmstichigen Obstes, das halbreifß vom Baum herabfällt, sowie durch das Anlegen von Fang- gürteln, die man als Madenfalle im Juli aubringt und dann im Spätherbst als Leimring zum Fangen des Frostspanners be⸗ nützt werden können. Nur wenn die ädlingsbekämpfung in der richtigen Weise allgemein ausgeführt wird und wenn mit. der rationellen Baumpflege eine zweckentsprechende Düngung der Obst⸗ bäume verbunden ist, wird die Arbeit von Erfolg gekrönt sein. 5 * * Ernennung. Der Großherzog hat den provi⸗ sorischen Seminarlehrer an dem Vorseminar zu Wöllstein Paul Neher zum Seminarlehrer an diesem Vorseminar ernannt. ** Kriegsspiel der Gießener n 1 Nachdem am vergangenen Samstag die Jungwehr Schießübun mit Luftgewehren auf dem Trieb unter mili⸗ ˖ tärischer Leitung vorgenommen hatte, rückte sie am Sonn⸗ tag 4 Uhr vormittags einer Uebung gegen die SK s wehren der Bürgermeisterei Hohensolms aus. Die roke Partei(Gießen) hatte den Auftrag, den Marsch einer Muni⸗ tionskolonne von Fellingshausen nach Frankenbach zwischen 8 und 10 Uhr gegen Ueberfälle feindlicher Versprengter, die in den Wäldern östlich Hohensolms gemeldet waren, zu decken, während die blaue Partei(Hohensolms) den 7 erhielt, die Munitionskolonne zu überfallen. Die schnei⸗ digen Radfahrerpatrouillen von Rot hatten den Feind bei seiner Versammlung beobachtet und gute Meldungen dem Führer zurückgesandt. Gegen 9 Uhr wurden von Rot die ersten been Patrouillen bemerkt und kurze Zeit darauf die feindliche Hauptmacht, die es ge auf 300 Meter in der Kolonne unter Maschinengewe zu nehmen. Nach einigem Hin- und Herwogen des Kampfes wurde Blau von Rot böllig in der Flanke gefaßt und mußte nach Ent⸗ scheidung des Leitenden zurückgehen. Dann wurde 5 eine Waldlichtung gerückt und dort nach militärischer Vorschrift das Mittagessen abgekocht. Danach trank man noch selbst⸗ bereiteten Kaffee und f um 6.10 Uhr mit der Biebertal bahn nach Gießen zurück. Dort zog die siegeslaubgeschmückte Send Schar unter Vorantritt Landsturmkapelle in die f Stadt ein. 5 f * Eine Photographie mit„unerkannten“ deutschen Gefangenen macht Penne in schlech⸗ ten Nachbildungen die Runde in ganz Deutschland und ver⸗ wirrt die Köpfe. Man darf annehmen, daß die Verbreitung des Machwerks weniger mit der Humanität als dem Ge- lee die un des Unternehmers zu tun hat. Wie zwecklos es G ist, sich mit dem Bilde zu befassen, geht aus folgendem her⸗ 25 1 Lager, um das es sich auf dem Bilde handelt, ist bekannt. Sein Name wird aber deswegen nicht veröffent⸗ licht, weil zu befürchten sei, daß der Kommandant des Lagers mit Anfragen bestürmt und dadurch die n der ale an-⸗ Stahldraht und von Maschinen zur Herstellung von Drahtge⸗ Liste der sämtli Gefangenen, welche die Zen 19 5, gesch wert oder gar u gemacht wir Nach Eingang dleser Liste werden die Namen der Inte nierten bekannt gegeben, so daß es dann „* 0 nden noch Gefangene be⸗ nerlei Verb inden mit ihren An 2 rigen 1 einer Nu ahme rsonen ist, a st un vord a 5 ko beträgt heute das fünffache der auf dem Bilde Befindlichen. Sobald das Er⸗ gebnis der Erkundigung bekannt ist, wird weitere Mittei⸗ lung erfolgen. Verkauf von Teigwaren. Da die Beschaffung von Nudeln und Teig waren trotz eifriger Bemühungen der Kolontalwaren-Grossisten auf Schwierigkeiten gestoßen ist, hat sich der Kommunalverband entschlossen, die Versorgung des Kreises mit diesen Artiteln in die Hand zu nehmen. Die erste Sendung ist bereits eingetroffen und zur Verteilung gelangt. Der Vertrieb ist den Kolonsalwaren-Großhändlern übertragen worden. Der Ver⸗ kauf hat nur innerhalb des Kreises zu erfolgen und beträgt der Verkaufspreis an den Konsumenten 60 Pfennig per Pfund. 4. Landkreis Gießen. r. Lich, 15, Juni. Die Jugendwehren des Bezirks Lich, Kompagnien 632, 633 und 634, unternahmen am Sonntag, den 13. Juni eine Marschübung nach Stornfels. Morgens 4 Uhr war Sammeln in Nonnenrod; einige Ortsgruppen waren schon kurz nach Mitternacht aufgebrochen. Nach einer halben Stunde Ruhe ging es weiter nach Ruppertsburg, Friedrichshütte, Gonters⸗ en, von hier aus auf dem Waldweg nach Stornfels. Der dortige Bürgermeister Schneider wies einen Platz ganz in der Nähe des Ortes an zum Abkochen, und hier entwickelte sich nun ein fröhliches Lagerleben. Um 10 Uhr war Feldgottesdienst. Pfarrer Freitag von Lich predigte über: Wer ist tauglich zum Kampfe für das irdischer sowie für das himmlische Vaterland. Die Gemeinde Stornfels war zu dieser Feier eingeladen worden; so waren denn auch viele Bewohner erschienen, und jedem Ju⸗ — wird diese schlichte, und doch so erhebende Feier eine schöne rinnerung sein. Bürgermeister Schneider dankte in kurzen Wor⸗ ten und rief der Jugendwehr ein„Wiedersehen“ zu, worauf eister Weber ein Hoch auf die deutsche Armee ausbrachte. Um 11 Uhr ging es weiter auf schattigem Waldwege nach Eichels⸗ dorf; von hier aus wurde, soweit es den einzelnen Orten moglich war, die hn benutzt. Dr. Schaad von Lich begleitete die 1 um bei etwa vorkommenden Unfällen zur Stelle 5 Londorf, 15. Juni. Steinhauer Heinrich Sauer III. N 6 seiern heute die Silberne Hoch⸗ zeit. 5 8 Bellersheim, 13. Juni. Heute wurde in der hiesigen Kirche durch Herrn Pfarrer König die Gedächtnisfeier für den fürs Vaterland gefallenen Karl Lotz abgehalten. Die Zahl der von hier Gefallenen ist mit ihm auf drei gestiegen. Sieben Ortseinwohner wurden mit dem Eisernen Kreuze ausgezeichnet, einer fiel verwundet in französische Gefangenschaft und befindet 1 in Südfrankreich.— Tas beständige und warme Wetter war r die Einbrin zung des Heues äußerst günstig. Wenn auch die Menge durch die lang anhaltende Trockenheit etwas geringer ist, als in normalen Jahren, so wird dies doch ausgeglichen durch die Güte des eingebrachten Heues. Ein sehnlicher Wunsch ist jetzt ein baldiger,—— Regen, auch für unsere Gegend. Kreis Lauterbach. tz. Aus dem oberen Vogelsberg, 14. Juni. Der zweimal, am 10. und 11. d. Mts., über unsere Gegend nieder- gegangene Regen hat seine Wirkung nicht verfehlt. Doch genügt dieser Regen noch nicht, denn der Landmann braucht gerade jetzt einen krästig durchweichten Boden, um die jungen Vartenpflanzen, wie Dickwurz, Kohlraben, Kraut usw., aufs srele Land pflanzen zu können. Hessen⸗Nassau. Marburg, 14. Juni. Gestern früh wurde auf dem Bahn- damm in der Nähe von Niederwekmar die zerstückelte Leiche eines unbekannten Mannes im Alter von etwa 40 Jahren gefunden. Da der Tote Geld, eine Schußwasse und andere Sachen bei sich trug, dürste Selbstmord vorliegen.— Mit dem Verkauf der stadtischen Zleischdauerware wird am nächsten Donnerstag begonnen. Auf je zwei Brotkarten wird eine Fleischkarte, welche zum Einkauf von ½ Pfund Fleischware berechtigt, abgegeben. J. Orankenberg, 14. Juni. Nuf dem(elde der Ehre fiel am 26. Mai der Präparandenlehrer Herr August Schultheis, Leutnant der Landwehr. Mit dessen Jamilie beklagt das Kollegium der vereinigten Lehrerbildungsanstalten den Tod des Heim- gegangenen. a . h. Frankfurt a. M, 14 Juni. Vor 14 Tagen etwa schrieb irgend eine literarische ellschaft im„Auftrage“ des Brüsseler Generalgouverneurs von Bissing nach Frankfurt an die Schau⸗ spielhausleitung und den Magistrat und bat um ein zweimali⸗ ges Gastspiel des Schauspielhauses in Brüssel. Außer⸗ ordentlich geschmeichelt über diese hohe Ehre sagte das Schauspiel⸗ 1 selbstberständlich sofort zu. Der Magistrat unterbreitete der tadtverordnetenversammlung einen Dringlichkeitsantrag um Be⸗ willigung von 4000 Mk. zur Unterstützung des löblichen, Frank- furts Ruhm verbreitenden Unternehmens. Er wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen, die sagten, wenn man wüßte, daß die vielen minderwertigen Kräfte des Schauspiel⸗ hauses für immer in Brüssel blieben, bewilligten sie auch. die 4000 Mk.— Jetzt erfährt man nun, daß der General van Wer Sparen III Bifsing nicht das Geringste von der Geschichte wel h. daß man mit seinem Namen Schwindel getrieben hat. Die nächste Stadtverordnetensitzung wird die dem Magistrat recht unan⸗ Kueche Geschichte zum Gegenstand einer Anfrage machen, die ufklärung von den verantwortlichen Stellen heischt. Eschwege a. d. Werra, 14. Jun. Ertrunken sind gestern beim Baden in der Werra der IIjährige Schüler Saul aus Falken und der 19jährige Musiker Hesse aus Nieder- hone. Die Leichen wurden noch nicht gefunden. F. C. Wiesbaden, 14. Juni. Heute fanden in der Affäre des Sekretärs am hiesigen Königlichen Theater Fries, der wegen Urkunden⸗ und Wechselfälschungen in Untersuchungshaft ge⸗ nommen, Zeugenvernehmungen vor dem Untersuchungsrichter statt. Wie aus sickerer Quelle verlautet, hat ein Geldverkehr zwischen Mitgliedern der Königlichen Bühne und Fries nicht bestanden. Fries a kurzerhand die Namen der a auf den Wech⸗ eln gefaͤlscht. Diese Fälschungen sollen den Betrag von 60 000 Mk. erreichen. Die Kasse des Königlichen Theaters wird von den Mani⸗ pulationen des Fries nicht betroffen. Gerichts saal. Verräter in Elsaß-Lothhringen. Straßburg(ue 14. Juni.(W 7B. Nichtamtlich) Die Straßburger Post“ meldet aus Schir meck: Turch Urteil vom 23. April d. Is. wurde der 1850 in Sulzbach im Münstertal, Kreis Kolmar, geborene Kaufmann Theodor Wagner, zuletzt wöhnhaft in Straßburg, wegen Kriegsverrat rechtskräftig zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust ver⸗ urteilt. Wagner hat am 16. August 1914 in Wisch einer fran⸗ We Reiterpatrouille mit einem weißen Tuche Zeichen ge⸗ Straßburg(Els.), 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die „Straßburger Post“ meldet aus Kolmar: Das außerordent⸗ liche Kriegsgericht hat gegen den 1862 zu Mülhausen geborenen Besiter des Kolmarer Pfandleihhauses Alfons Dreifuß wegen Spionage einen Steckbrief erlassen. Zuletzt war Dreifuß in Basel wohnhaft. —— 2 2 Aniversitäts⸗ Nachrichten. Berlin, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Vossische 2 meldet aus Göttingen: Hier ist der ordentliche Pro⸗ fessor der Physik und Direktor des Physikalischen Instituts an der Göttinger Universität Geh. Reg.⸗Rat. Professor Dr. Eduard Riecke im Alter von 70 Jahren gestorben. — ᷑—— 2— Vermischtes. Berlin, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das„Berl. Tagebl.“ meldet aus München: Ein schwerer Wolken⸗ bruch hat die bekannte Ortschaft Oberammergau heimgesucht. Das kleine Flüßchen Leine, das in die Ammer ließt, wurde zu einem reißenden Strom und setzte die meisten Häuser unter Wasser. Handel. * Erhöhung der Preise für Eisenstein. Der Siegerländer Eisensteinverein beschloß im Hinblick auf die Steigerung der Selbstkosten eine Erhöhung der Preise für Rohspat und Brauneisenstein um 1—1,40 Mk., für ge⸗ rösteten Spateisenstein um 1,50—2 Mk. pro Tonne vorzu⸗ nehmen und mit diesem Aufschlag den Verkauf für das zweite Halbjahr freizugeben. Märkte. FC. Wiesbaden. Viehhos- Marktbericht vom 14. Juui. Austrieb: Rinder 83(Ochsen 21, Bullen 9, Kühe und Färsen 53), Kälber 29, 1 Schaf, Schweine 101. Marktverlauf: Reger Handel, es wird älles geräumt. Wreise für 100 Pfd. Lebend- Schlacht- gewicht. a Mk. Ochsen. Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Me. wertes im Alter von 4—7 Jahren. 65—72 126 134 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere eee, e ieee 11180 Bullen. Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw. 62—64 120—124 Färsen. Kühe. Vollfleischige, ausgemästete Järsen höchsten % ᷣͤvK%%% 1111 Voll fleischige ausgemästete Kühe böchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 60-64 1186—12 Wenig gut entwickelte Färsen 60-64 118124 Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe. 58-58 108—114 Mäßig genährte Kühe und Färsen. 50—54 98—102 Kälber. c e 19700 Mittlere Mal- und beste Saugkälber.„ 77—80 1238133 Geringere Mast- und gute Saugkälber..„ 70—73 117121 Geringe Saugkalber 34„ 02 90-103 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg 1 Lebendge wicht 1120 145—150 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgew. 106 110 135140 Neuanschaffung von Garderoben, sasse Damen-, Herren- und Kinder-Kleider che- misch reinigen oder umfarben. Ebenfalls Vorhänge, Decken, Handschuhe, Federn gte. nnn Jͤkͤ ² ⁵ ˙¹w— mq·— Ä—²Üvöt %%% Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 16. Junt 1913: 1 heiter, trocken, Temperatur wenig geändert, nordöstliche inde. — ͤ—l—— Letzte Nachrichten. Ein Fliegerangriff auf Karlsruhe. Karlsruhe, 15. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Heute morgen griffen etwa fünf feindliche Flieger die Studt Karlsruhe während einer Dauer von/ Stun⸗ den an. Mehrere Personen wurden getötet und verletzt. An zahlreichen Stellen wurde militärisch bedeutungsloser Sach⸗ schaden angerichtet. Die deutsch-amerikanischen Verhandlungen. Vonder holländischen Grenze, 15. Juni. Eine New — Reutermeldung verzeichnet eine Aeußerung des gleichge⸗ innten„New York Herald“, die die Amerikaner warnt, sie möchten sich durch die Antwortnote der Vereinigten Staaten an Deutsch⸗ land nicht in ein verfrühtes Gefühl der Sicherheit einwiegen las⸗ sen. Die Krisis in den Beziehungen mit Deutschland sei noch nicht vorbei, sondern laum im Beginne. Bryan hat sich abermals an die Oeffentlichkeit gewandt, um ihr darzulegen, da der In⸗ halt der Note geändert worden sei, nachdem er sein Rück⸗ trittsgesuch eingereicht habe. Vorgenommene Aen⸗ derungen hätten jedoch nicht genügt, um ihn 2 veranlassen, sein Entlassungsgesuch zurückzunehmen. zweifle jedoch nicht, daß das ganze Land Wilson im Falle eines Krieges unterstützen werde.— Die„Köln. Ztg.“ bemerkt hierzu: Man vergesse nicht, daß die Aeußerung nicht im Wortlaut, sondern in einer Darstellung von Reuter vorliegt, und daß nament⸗ lich vor Erlaß der amerikanischen Note das Reutersche Bureau in falschen Meldungen geschwelgt hat. Es wird sich daran seither wohl wenig geändert haben. Neue Erfolge deutscher„U“-Boote. 1 London, 15. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Die Fische⸗ reidampfer„Kingjames“ und mann“ sind am Samstag durch Unterseebvote zerstört worden. Friedensströmungen in Frankreich. Zürich, 15. Juni. Das„Echo de Paris“ veröffent⸗ licht auf der ersten Seite unter dem Titel„Ein unwürdi Treiben“ folgende Zeilen: Wir erfahren, daß gewisse politische Gruppen im Dunkel ihrer Provinzverbände Petitionen für den Frieden vorbereiten. Wir wollen glauben, daß dies nicht zutrifft. Sollte es doch wahr sein, so wird es sicher genügen, dieses unwürdige Treiben der öffentlichen Verachtung preiszugeben. Türkisch⸗bulgarische Verständigung. Sofia, 15. Juni. Wie von sehr gut informierter Quelle verlautet, finden augenblicklich Verhandlungen zwischen Bul⸗ garten und der Türkei statt zwecks freundschaftlicher Lösung einer Reihe von Streitfragen, die zwischen beiden Staaten noch seit dem ersten Balkankrieg schweben. zürte bewiesen, zu einem dauernden freundschaftlichen Einvernehmen mit Bulgarien zu kommen und hat sich u. a. bereit erklärt, die au halb des bulgarischen Gebietes liegende türkische Enklave an. garien abzugeben. Die englische Willkür gegenüber Schweden. Stockholm, 15. Juni. Die unerhörte Behandlung des amerikanisch⸗schwedischen Postverkehrs durch die englischen Zensurbehörden hat bereits zu diplomatischem Ein⸗ schreiten des schwedischen Auswärtigen Amtes geführt. Der schwe⸗ dische Gesandte in Washington hat Weisung erhalten, die ameri⸗ kanische Regierung von dieser Handlungsweise der englischen Be⸗ hörden zu unterrichten, ebenso wurde der schwedische Gesandte in London angewiesen, bei der britischen Regierung ing ein⸗ zulegen. Die mittlerweile in Göteborg eingetroffenen neuen Post⸗ säcke zeigen ebenfalls deutliche Spuxen der Verletzung durch den e gichen Zensor.—„Stockholms Dagbladet“ schreibt: Das eng⸗ lisce Verfahren hat auf der Welt als einziges Gegenstück das berüchtigte schwarze Kabinett in Rußland. 1 Ein Brand im Londoner Hafen. 5 London, 15. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Gestern abend brach im Londoner Hafen ein Feuer aus, das etwa 50 Tonnen Kopra zerstörte. Das Feuer sprang auf ein Leichterschiff mit Holzladung über. Apotheker Rich. Brandts Schweizerpillen als Schutzmarke eingetragen. Vor Vachahmungen wird gewarnt. A.-G. vorm. Apotheker 2. 1 Se. Wäsche:: Ohne ee Mittel zu jeder dahreszest blende rn Fortgesetzte Ersparnisse im Haushalt! Meine Nass- und Pfund-Wäsche ist zirka 50% billiger als jede im Haus gereinigte scharfer nd weiss jeferzeit zirka 2 Tage GROSSWASC HERE EDELW ESS Schdteenslrasse 2 GIESSEN Fernsprscher 487 „Slorylin“ dauerhefe 8 sowie Backpulver wieder erhältlich Kreuz⸗Drog. Aug. 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Kölsch, Gießen, 300 M., L Rühl, Gießen, 150 M., Frl. Amalie Bau- ser, Gießen, 5 M., Justizrat Bender, hier, 100 M., Frau Gottfried Schwab, hier, 50 M., Professor Klingelhöfer 5 M., Ueberlandzentrale Mainz—Groß⸗Gerau als Buße eines Ungenannten 25 M., Gräfin zu Erbach-Fürstenau, Michelstadt, 20 M., Pfarrei Wetterfeld 40,46 M., Pfar⸗ rei Röthges 20,36 M., Pfarrer Scriba, Wetterfeld, 10 Mark, Geh. Oberjustizrat v. Hessert, hier, 2. Gabe, 75 Mark, Geh. Legationsrat Neidhart, hier, 50 M., Char⸗ lotte Magdalene Habich, hier, 20 M., Frau Pfarrer Kel⸗ ler, hier, 20 M., Landgerichtspräsident Theobald, hier, 100 M., von den Schülern der Liebigs-Oberrealschule, hier, 153 M., Geh. Kommerzienrat S. Heichelheim, Gie⸗ ßen, 100 M., Frau Dr. Lindenborn, hier, 20 M., Frau 50 M., Frau M. Walz, hier, Apotheker Ramdohr, hier, 3 2 hier, 40 M., E. u. S. Menges, 20 M. Frau Dr. Simon, hier, 5 M., Frl. Mina Wagner, 2 M., v. Hombergk zu, Vach, Mitter des Innern, hier, 200 M., Frau Ida Gräfe, hier, 20 M., Ungenannt, 5 M., Staatsminister Dr. v. Ewald, hier, 500 M., Frau M. Stoll, hier, 20 M., Sanitätsrat Dr. Sior, hier, 20 M., Klasse la der höheren Mädchenschule Mainz 133,55 M., I. Seminarklasse der höheren Mädchenschule Mainz 12 M., Oberzahlmeister Sasee, hier, 12 M. als Gegenwert eines eingeschmolzenen Stanislaus⸗Ordens, Dr. Alex Ehrenberg, hier, 100 M., Frau Kleinjung, hier, 5 M., Frau R. J., hier, 3 M., Frau Direktor Stephan, hier, 50 M., Joh. Diehm, hier, 0,80 M., Apotheker L. Garth, hier, 10 M., Frau Ober⸗ förster Schneider, Gießen, 50 M., Frl. Julie Adami 100 Mark, Carl Heß, Buchhandlung, hier, 7,66 M., Gebrü⸗ der Röder, hier, 100 M., Gemeinde Holzhausen 107 M., Gemeinde Petterweil 12,08 M., Ortsgruppe Darmstadt der Deutschen Friedensgesellschaft 50 M., Pfarramt Mit⸗ tel⸗Seemen, Kollekte, 50 M., Frau Domänenrat Schliep⸗ hake, Gießen, 10 M., N. N., Gießen, 10 M., Frau S. Zöppritz, Gießen, 100 M., Stellv. Königl. Intendantur des XVIII. Armeekorps im Auftrage des Herrn Karl Busse,„Fabrikant in Offenbach, 30 000 M., Bürgermei⸗ sterei Dorf Erbach, Sammlung, 13,50 M., N. Feistmann, Offenbach(in Wertpapieren), 10 000 M., Rechnungsrat L. Ries, Stiftung der Vormundschaft des Grafen Karlo zu Nidda(in Wertpapieren), 1000 M., Kreisamtsdiener Welcker, Alsfeld, 4 M., Emilie Bücking, Rentnerin, Als⸗ feld, 10 M., Angestellte des Großh. Amtsgerichts Alsfeld 16,50 M., zusammen 49 789,91 M. 2. Deutsche Bank, 3weigstelle darmstadt: Louis Graß, hier, 5 M., Minna Hohl, hier, 2 M., Ungenannt 5 M., Ungenannt 5 M., Auguste Dingeldey, hier, 10 M., Wil⸗ helm Schmidt, hier, 25 M., Walter, Otto, Helmut Schmidt, hier, 30 M., Müller und Frau, Kammerdirek⸗ tor, Schönberg, 30 M., Durchlaucht Luise Prinzeß Lud⸗ wig zu Solms⸗Hohensolms-Lich, 300 M., Frau G. Reitzel, hier, 5 M., Frl. Eva Eckhardt, hier, 10 M., Peter Strößinger, Zuschneider, hier, 5 M., Nikolaus Heckmann, hier, 1 M., Paul Reinschmidt, Kraftfahrer, hier, 10 M., M. Frey, hier, 20 M., Frau Dr. Boettinger, hier, 20 M., Kasse für künstl. Studien von einigen Damen 45,40 M., Beamte der Deutschen Bank(für eine Sammlung) 12 M., Ph. Schmunck, Meßbach, 6,25 M., Frau Dr. Josef Strauß, hier, 25 M., N. N. 1 M., N. N. 2 M., Prinzes⸗ sin Luise verw. Prinzessin Ludwig zu Solms⸗Hohen⸗ solms-Lich 200 M., Kullmann, Oberlandesgerichtspräsi— dent, hier, 20 M., Müller, Kammerdirektor, hier 40 M., Lina Goldmann, hier, 50 M., N. N. 86 M., Wallek, Bau⸗ rat, 50 M., Kobelt, Wirkl. Geh. Oberpostrat, hier, 20 M., A. u. M. Sherwood, Brooklyn, 50 M., N. N. 15 M., Ni⸗ kolaus Heckmann, hier, 1 M., zusammen 1106,65 M. 3. Großh. Bezirkskasse Lampertheim: Röhrig, Aktuar, 6 M., Mandel, Schreibgehilse, 2 M., Brab, Amtsrichter, 3 M., Schäfer, Bezirkslassier, 2 M., Schaaf, Forstmeister, 5 M., Geißler, Lehrer, 2 M., Franz, Schulgehilfin, 1 M., Niebler, Lehrer, 2 M., M. Keilmann, Lehrer, 2 M., Faustmann, Lehrer, 2 M., L. Keilmann, Lehrer, 2 M., Schwamb, Lehrer, 2 M Schreiber, Lehrer, 2 M., „Hillenbrand, Lehrer, 2 M., Kauth, Lehrerin, 3 M., F. Klein, Lehrer, 10 M., A. Hartmann, Lehrer, 2 M., Reitz, Leh⸗ rer, 2 M., Götte, Gerichtsdiener, 1 M., Grünewald, Amtsrichter a. D., 3 M., Billau, Bahnwärter i. R., 1 M., Freihaut, Ludwig, Schreibgehilfe. 1 M., Martin, Peter, Schreibgehilfe, 1 M., Schaubach, F., Schreibgehilfe, 2 2 M., zusammen 61 M. 4. Sroßh. Bezirkskasse Fürth: Lauckhard, Bezirkskas⸗ sier, Fürth, 5 M., Schmitt, Aktuar, Fürth, 5 M. Dör⸗ sam Johs. II., Lörzenbach, 1,50 M., Burk, Lehrer, Lör⸗ zenbach, 3 M., Fleschhut, Adam, Lörzenbach, 1 M., Sam⸗ land, Hermann, Lörzenbach, 1 M., Müller, Bürgermei⸗ ster, Lörzenbach, 3 M., recht, Leonhard, Lörzenbach, 2 M., Weber, AN. II., Lörzenbach, 1 M., Arnold, Phi⸗ lip, Lörzenbach, 1 M., Bierau, Ober⸗„Amtsrichter, Fürth, 5 M., Gehm, Amtsrichter, Fürth, 5 5 M., Valentin, J., Gefangenwärter, Fürth, 2 M., Rettig, Ad., Schreib⸗ gehilfe, Fürth, 1 M., Kratz, L., Aktuar⸗ Assistent, Fürth, 2 M., Schütz, G., Finanzamtsbureauvorsteh her, Fürth, 2 M., Frau Finanzrat Nicolai, Fürth, 4 M., Franz, Pfandmeister, Fürth, 2 M., Streuber, J., Aktuar i. P., Fürth, 1 M., Hassauer, Lehrer, Fürth, 2 M., Dr. Weber Forstmeister, Lörzenbach, 5 M., Ackermann, F., Lehrer, Erlenbach, 1 M., Stöckler, Wachtmeister, Fürth, 1 M., zusammen 565 50 M.— Hauptfumme: 51 014,06 M. Militäranwärterverein Gießen Morgen abend 8 Uhr: Zusammenkunft bei Mayer— Kaiser-Allee— J. N. d. Vorstandes: Mw. 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