45 dem N 0 8 ö 5 5 f ischeint täglich mit Ausnahme des Sonntags. wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Feit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. N der Wortlaut der amerikanischen Note. Berlin 12. Aut(WI Nicktamtlich.) Die gestern von hiesigen Votf hafter der Vereinigten Staaten von Amerika im Aussvärtigen Amt überreichte Mitteilung dom 10. d. Mis. lautet in Uebersetzung: N e Regierung der Vereinigten Staaten vermerkt mit Befrie⸗ daß die kaiserlich deutsche Regierung bei Erörterung der le„Cusbeing“ und„Gulflight“ den Grundsatz vol an⸗ erkennt, wonach alle Teile der offenen See für neutrale Schiffe fert sind, und daß die kaiserlich deutsche Regierung aufrichtig ge⸗ willt ist, Verbindlichkeit anzuerkennen und auszuführen, wenn 0 iffs auf neutrale Schiffe,„die sich keiner ichen Handlung schuldig gemacht haben,“ durch deutsche Flieger oder Kriegsschiffe genügend nachgewiesen ist; die Regierung der Vereinigten Stagten wird der kaiserlich deutschen Regierung ihrem eines Ersuchen entsprechend seinerzeit das vollständige Material über den Angriff auf den Dampfer„Cushing“ unterhreiten. 4 vor Augen, und die Regierung der Vereinigten Staaten ist icht der Ansicht, daß diese Umstände jemals so aufgefaßt worden als könnten sie etwas an den Grundsätzen der Menschlichkeit „auf denen die amerikanische Regierung von je bestanden hat. Lediglich tatsächlicher gewaltsamer Widerstand oder sortgesetztes Bestreben eines Handelsschiffes, zu entfliehen, nachdem der Befehl zum Anhalten zwecks Durchsuchung ergangen ist, hat nach der bis Anschauung das Leben der Passa⸗ iere und Mannschaft verwirkt. Die Regierung der en Staaten nimmt jedoch nicht an, daß die kaiserlich deutsche Regierung sich in diesem Falle ihrer Verpflichtung ent⸗ —.— will. sondern nur die Umstände darzulegen wünscht, die den mmandanten des Unterseebootes veraulaßten, sich bei seinem ein so eiliges Verfahren zu erlauben. Erzellenz Note weist bei der Erörterung der Verluste von amerikanischen Menschenleben anläßlich der 8 mit See Ausführlichkeit auf gewisse Nachrichten hin, die — der kaiserlit der lenz könnten. In zweifellos bewaffnet rt hab Ver n— ein en befördert, nicht zulässig gewesen sei, en nach als Hilfsschiff der englischen See⸗ habe. Glücklicherweise sind dies Angelegenheiten, bezüglich deren die Regi g der Vereinigten Staaten in der Lage ist, der kaiserlich deutschen Regierung amtliche Aufkla⸗ rung zu geben. Falls die in Ew. Exzellenz Note angeführten Tat⸗ zuträfen, wäre die Regierung der Vereinigten Staaten verpflichtet gewesen, davon amtlich Kenntnis — nehmen, in Ausübung ihrer anerkannten Pflicht als neutrale acht und in Anwendung ihrer nationalen Gesetze. Es wäre ihre Pflicht gewesen, darauf zu achtem daß die„Lufitania“ für ein angriffsweises Vorgehen nicht bewaffnet war, daß sie keine Ladung führte, die durch die Gesetze der Vereinigten Staaten verboten war, und daß sie, wenn sie tatsächlch ein eng⸗ lisches W war, keine Klarierungspapiere als —.— chiff erhalten durfte Die Regieru 111 diese Pflicht erfüllt u gewissenhafter 25 der kaserlich deulschen Neu sichern, daß die erli erung zu versi„daß diese falsch informiert war. Sollte die kaiserlich deutsche Re⸗ der Aufsassung sein, daß sie überzeugende Beweise be⸗ „ wonach die Beamten der Regierung der Ver⸗ einigten Staaten ihre Pflicht nicht gründlich er⸗ füllt haben, so gibt sich die Regierung der Vereinigten Staa⸗ ten der aufrichtigen Hoffnung hin, daß die kasserlich deutsche Regierung dieses Beweismaterial zur Prüfung unterbreiten wird. Was immer auch die Behauptung der kaiserlich deutschen Re⸗ — Hinsichtlich der Beförderung von Kriegskonterbande an Bord Vufctania“ oder hinsichtlich der Explosion dieses Materials schuß sein möge, so braucht nur gesagt zu wer⸗ Ansicht der amerikanischen Regierung diese Be⸗ hauptungen für die Frage der Gesetzmäßigkeit des von den deut⸗ schen Marinebehörden be blich sind. nerhe Allein die Bergen von Passagierdampfern berührt Grundsätze der Menschlichkeit, denen gegenüber die be⸗ einzelnen Umstande, die in den Versenkungsfällen mit⸗ prechen könnten, in den Hintergrund gedrängt werden; Grundsätze, ie eine solche Versenkung, wie die kaiserlich deutsche Regierung weifelsohne ungesäumt erkennen und anerkennen wird, aus der en der Vereinigten f 1 ihre Gesetze. mit Wachsamkeit durch ihre ordnungsgemäß angestell⸗ der gewöhnlichen Gegensätze— 1 ischer Erörterungen oder 1 herausheben. Aa mer die sonstigen Tats: im Falle der„Lusitania“ sein mögen, die Hauptsache bleibt, daß ein großer Dampfer, der in erster Linie und vorzugsweise Befb gsmittel für Passagiere diente über 1000 Men- örderte, die keinerlei Anteil an der Eriegsführung hatten, ediert und versenkt wurde ohne geringsten Anruf o Warnung, und daß Männer, Frauen und Kinder unter Umständen, die es in der modernen 2 kein Beispiel gibt, in Tod gesandt wurden. Die Tatsache, daß mehr als 100 ameri- kanische Bürger unter denen waren, die zu Grunde A den macht es der i der Vereinigten Staaten zur Pflicht, von diesen 5 e per der kaiserlich deutschen Regierung auf die were Verantwortung zu lenken, die sie nach Ansicht der Regierun i Staaten bei dieser tragischen nheit auf si aden hat, 13 den unansechtbaren Grundsatz, worauf diese „Die Regierung ber Vereinigten Staaten bemüht sich um etwas Größeres, als bloßes Eigentumsrecht oder Handelsprivilegien. Sie bemüht sich um nichts weniger Erhabenes und Heiliges, als die Rechte der Menschlichteit, 8 deren Achtung sich jede Regierung ehrt und auf die lein ing im Interesse der in ihrer Obhut und Gewalt Befind⸗ verzichten Nur tatsächlicher Widerstand gegenüber der ung ober die gerung, anzuhalten, wenn dies zu Durch⸗ 963 befohlen war, hätte dem Führer des Untersee— ung geben können, das Leben der an Bord in Gefahr— 9 Die Regierung der Ver⸗ ber uch, daß die ausdrücllich am 3. Aug. * 0 Die„Slegener Famillendlätter“ werden dem g „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das 1 „Kreisblatt für den Ureis Sleßen“ zweimal gebracht. Sie ist deshalb in der! rden bei Versenkung des Schiffes angewandten f di handlun, der schaftliche Ve F 45 N 165. Jahrgang ener Anz 1914 durch die kaiserlich deutsche Admiralität an ihre Seeoffiziere erlassenen Instruktionen diesen Grundsatz anerkannt und zur Gel tung gebracht haben, wie dies auch die Priscnordnungen aller anderen Nationen tun, und jeder Reisende und Seemann hatte ein Recht, sich darauf zu verlassen. Auf diesem Grundsatz der Mensch⸗ lichkeit sowohl als auch auf dem Gesetz, das sich darauf gründet, müssen die Vereinigten Staaten bestehen.. Die Regierung der Vereinigten Staaten nimmt mit Ver⸗ gnügen wahr, daß Ew. Exzellenz Note mit der Andeutung schließt, daß die kaiserlich deutsche Regierung jetzt, wie vorher, geneigt ist, die guten Dienste der Vereinigten Staaten anzunehmen bei dem Versuch, mit der Regierung von Groß⸗ britannien zu einer Verständigung über eine Aenderung des Cha⸗ rakters und der Bedingungen des Seekrieges zu gelangen Die Regierung der Vereinigten Staaten würde es als einen Vorzug betrachten, auf diese Weise ihren Freunden und der Welt einen Dienst leisten— können. Sie ist jederzeit bereit, jeder der beiden Regierungen Andeutungen oder ngen zu übermitteln, die die andere zu übermitteln wünscht, und ladet die kaiserlich deulsche . g ein, von ihren Diensten in dieser Richtung nach Be⸗ lieben Gebrauch zu machen. Die ganze Welt wird mit⸗ betroffen von allem, was auch mir einen teilweisen Ausgleich der Interessen herbeizuführen oder irgendwie die Schrecken des gegenwärtigen unseligen Konfliktes zu mildern geeignet ist. Welche Vereinbarung auch immer zwischen den kriegführenden Parteien glücklich getroffen werden mag und was immer nach Ansicht der kaiserlich deutschen Regierung in der Vergangenheit für die Handlungsweise ihrer Seebefehlshaber als Aufforderung oder als verhältnismäßige Rechtfertigung in Betracht kommen mag, die Regierung der Vereinigten Staaten erwartet zuversichtlich, daß die Gerechtigkeit und Menschlichteit der deutschen Regierung in allen Fällen, wo Amerikaner geschädigt oder ihrer Rechte als Neutrale verletzt worden sind, zur Geltung gebracht werden wird. Die Regierung der Vereinigten Staaten erneuert deshalb ernstlich und feierlich 5 die Vorstellungen, die sie in ihrer Note an die kafserlich deutsche Rexwierung vom 15. Mai erhoben hat und stützt sich bei diesen Vorstellungen auf die Grundsätze der Menschlichkeit, die allgemein anerkannten An⸗ schauungen des internationalen Rechts und die alte Freundschaft mit der deutschen Regierung. 1 Die Regierung der Vereinigten Staaten kann nicht zu- geben, daß die Proklamierung einer Kriegszone, vor der neu trale Schiffe gewarnt worden sind, irgendwie als eine Verkürzung von Rechten amerikanischer Schiffseigentümer oder amerikanischer Bürger ausgelegt werden kann, die sich auf erlaubten Reisen als Passagiere an Bord von Handelsschiffen einer kriegführenden Macht besinden. Sie glaubt, daß die kaiferlich deutsche Regierung als außer Zweifel stehend die Grundsätze annimmt, daß das Leben von Nichtkämpfern gesetz⸗ o rechtmäßig nicht in Gefahr gebracht werden dürfe durch Kaperung oder Zerstörung eines Handels- schiffes, das keinen Widerstand leistet, und daß die kalserlich deut⸗ sche Regierung die Verpflichtung awerkennt, die notwendige Vorsicht anzuwenden bei der Feststellung, ob ein verdächtiges Handelsschiff tatsächlich einer kriegführenden Nation angehört oder tatsächlich Kriegskonterbande unter neutraler Flagge führt. Die Regierung der Vereinigten Staaten darf deshalb erwarten, daß die kaiserlich deutsche Regie ung die notwendigen Maßnahmen ergreisen wird, um diese Grundsatze hinsichtlich der S ung amerikanischen Lebens und amerikanischer Schiffe zu verwirk⸗ lichen, und bittet um die Zusicherung, daß dies geschehen wird Ich benutze diesen Anlaß, um Eurer Exzellenz die Versfiche⸗ rung meiner ausgezeichneten Hochachtung zu erneuern. (gez.) James W. Gerard. Ein Aufruf Bryans an das ameritanische Volt. Washington, 12. Juni.(WTB. Nichtamtlich. Der aus⸗ zugsweise von den Blättern gemeldete Aufruf Bryans an das amerikanische Volk lautet ausführlicher:„Sie lasen den Wortlaut der Note. Ich bitte über meinen Entschluß, lieber zurückzutreten als die Verantwortung für die Note zu teilen, Ihr Urteil zu fällen. Ich bin sicher, daß Sie mir ehrenhafte Beweg⸗ gründe zubilligen werden; aber das ist nicht genug. Gute Ab⸗ sichten allein könnten in solcher Zeit, solchem Gegenstand und solchen Umständen einen Irrtum nicht entschuldigen. Falls Ihr Urteil gegen mich ausfällt, verlange ich keine Gnade Der Präsi⸗ dent und ich stimmen in den Zielen überein und wünschen eine friedliche Lösung des Streites der Vereinigten Staaten mit Deutsch⸗ and. Eine solche Lösung ist nicht nur unser beider sehnlicher Wunsch, wir beten sogar darum. Aber über die Mittel, sie zu er⸗ reichen, gehen unsere Meinungen unvereinbar auseinander. Wenn wir nur persönliche Meinungsverschiedenheiten hätten, wäre es bedeutungslos. Aber es handelt sich hier in Wirklichkeit um die Wahl zwischen zwei Systemen. Unter den Einflüssen, deren sich die Regierungen bei ihren Beziehungen untereinander bedienen, nehmen zwei die vorherrschende Stellung ein und sind einander entgegengesetzt: nämlich Gewalt und Ueberredung. Die Gewalt tritt bestimmt auf und handelt durch ein Ultünatum. Die Ueberredung wendet Beweisführungen an, fordert zu Untersuchun— gen auf und stützt sich auf Verhandlungen. Die Gewalt stellt ein altes System dar, die Ueberredung ein neues, das die allgemeine Brüderlichkeit zum Ziele hat. Wenn ich die Note an Deutschland richtig auslege, muß ich sagen, daß ie eher mit den Grundzügen des alten als des neuen Systemsübereinstimmt. Ich gebe gern zu, daß sie sich auf Präzedenzfälle im Ueberfluß stützt. Das alte System ist für alle früheren Kriege verantwortlich, niemals zuvor enthüllte sich jedoch die entsetzliche Tollheit dieses unglück⸗ lichen Systems so klar als jetzt. Die zipilisterten, erleuchte⸗ ten, christlichen Nationen Europas ringen miteinander, und schon hat der Wunsch nach dem Kriege auch die Jingos unseres eigenen Landes ergriffen. Als demütiger, überzeugter Anhänger der Prophezeiung des Friedensfürsten, daß, die zum Schwerte greifen, durch das Schwert umkommen sollen, bitte ich, mich zu denen zu zählen, die ernstlich darauf dringen, einen Weg einzu⸗ schlagen, der keinen Zweifel läßt, daß die Regierung gewillt ist, mit Deutschland fortzusetzen, bis eine freund- rständigung erreicht oder wenigstens bis der Druck des Krieges vorüber ist und wir uns an Deutschland wenden können in Erinnerung an die historische Freundschaft und die zahllosen Bande, die Deutschland und die Vereinigten Staaten verknüpfen. Eine Nation muß die Welt aus der dunklen Kriegs nacht herausführen in das Licht des Tages, wo die Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet werden. Warum sollen wir uns dieser ehrenvollen Aufgabe nicht eines Tages un— terziehen, warum nicht gleich jetzt? Die Nationen werden einsehen, daß ein dauernder Friede nicht auf Furcht aufgebaut werden kann. Eines Tages werden die Nationen ihr Vertrauen in die Liebe setzen, die, obwohl von den Anbetern des Kriegs gottes als Schwäche verachtet, weiter währt, wenn alles andere vexlagt. Kriegsbriefe aus dem Osten. Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Die Kämpfe an der Dubissa. f Armee- Oberkommando, den 12. Juni. In vergeblichen Vorstößen hatten die Russen unsere Front an der Dubissa zu durchstoßen versucht. Ihre artilleristisch schlecht vorbereiteten Augriffe brachen vor e 3 8 1 eiger General⸗Anzeiger für Oberhessen ö Lee e 0 75 1 Montag, 4. Juni 115 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen 7 Universitäts- Buch- und Steindruckerel,. R. Lange, Gießen. a Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ 5 straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: 8851, Schrist⸗ 2 leitung: S112. Adresse sur Drahtnachrichtem. Anzeiger Gießen. 2 1 —— 3 unseren Drahthindernissen zusammen; ihre Verluste in den vergangenen Wochen waren schen Kräfte trotz der russischerseits von Bjelistock über Riga⸗Mitau herangezogenen Verstärkungen zum Angriff übergehen konnten. In der letzten Woche lam es zu heftigen und blutigen Gefechten, die uns mehrere tausend Gefangene und viel Kriegsmaterial einbrachten. Auf dem füdlichen Flügel wurde Eiragola und die Straße Betygola—Ingize erreicht. Dem schweren Druck in dieser Umfassungsbewegung setzten die Russen neue Kräfte entgegen, die vermutlich an⸗ deren Frontteilen des Nordflügels entnommen wurden. Auf dem nördlichen Flügel der Dubissa⸗Linie drangen unsere Truppen inzwischen von Sawliani aus entlang dem Windawski-Kanal durch das Wildgebiet nordöstlich Szawle vor. Die Bahnlinie Vortruppen unterbrochen. Die Kämpfe in dem hügeligen, von kleinen Flußläufen durchzogenen Gelände, das die Russen mit jedem Mittel für die Verteidigung wunden. Um das Vordringen der deutschen Divisionen zu erschweren, hatten die Russen das Waldgelände am Hanal in Brand gesteckt, und an vielen Stellen loderten die Wald⸗ brände, die bei der großen Trockenheit schnell weiterfraßen. Die unzähligen russischen Leichen, die noch nicht n werden konnten, verpesten unter der Wirkung der glühe Sonne die Luft. Das vor ein paar Wochen noch völlig un⸗ berührte Land trägt alle schweren des Krieges, und es ist zu erwarten, daß die Kämpfe noch an Heftigkeit zunehmen werden, da vermutlich weitere russische Verstärkungen im Anmarsch sind. 1 Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Aus dem Reiche. Die Hundertjahrfeier der deutschen Burschensthaften. Berlin, 12. Juni.(WTB. Nichtamtlich. Bei der heu⸗ tigen Gedenlfeier des Hundertjahrtages der Gründüng der Deutschen Burschenschaft im Kaisersgale des Zoologischen Gartens hielt Kultusminister Dr. D. von Trott z u Solz eine Rede, in der er etwa folgendes ausführte:„Diese schlichte Feier paßt sehr wohl in die große und ernste Zeit. Denn was die Begründer der Deutschen Burschenschaft vor hundert Jahren als ihre idealst Ziele bekannten, was sie in begeisterten Worten auf ihre Fahnen schr ben, das ist heute das Kennzeichen der Zeit. Was sie für die aka⸗ demische Jugend erstrebten und woran die Burschenschaft durch alle Wirrungen und Irrungen der Zeit unentwegt festgehalten hat, das ist heute Gemeingut des ganzen Volkes 9 in einem Maße geworden, wie es jene hochgemuten Bur⸗ schen kaum erträumten und wie wir es kaum erwartet haben. Alle. deutschen Stämme vom Meere bis zu den Kaiser und sind bereit, alles einzusetzen für das 5 Erbe der Väter, für deutsches Land und deutsches Wesch. b Sie verteidigen dieses unschätzbare Gut gegen eine Welt von Feinden mit einer Kraft, mit einer Zuversicht und einer 2 Entschlossenheit, wie es die Geschichte noch nicht gekannt hat.“ Die Rede schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser. Der Kaiser hat das Huldigungstelegramm, welches von den zur Hundertjahrfeier der Deutschen Burschenschaft im Kaisersaale des Zoologischen Gartens Versammelten an ihn abgesandt worden war, folgendes Antworttele⸗ 1 gramm gesandt: „Den zur Feier des hundertjährigen Bestehens der Deut⸗ schen Burschenschaft vereinten alten und jungen Burschen⸗ 3 schaftlern meinen herzlichsten Dank für das erneute Ge⸗ lübde unverbrüchlicher Treue zu Kaiser und Reich. Mit besonderer Befriedigung gedenke ich der zahlreichen Männer, die aus der Deutschen Burschenschaft dem deutschen Volke als Führer und Mitkämpfer für seine idealen und realen Güter in Kriegs- und Friedenszeiten erwachsen sind. Meine dankbare Anerkennung gilt auch all den tausenden von 3 Burschenschaftlern, die gegenwärtig im Verein mit den übrigen Heldensöhnen der deutschen Stämme an den Gren— zen des Reiches für Freiheit, Ehre und Vaterland gegen eine Welt von Feinden siegreich kämpfen.“ Aus Ostpreußen. 7 Königsberg i. Pr., 13. Juni. WTB. Nichtamtlich. Nach dem nunmehr gewonnenen übersichtlichen Bilde über die Kr tegs⸗ schäden der Provinz Ostpreußen haben von den Einwohnern während der feindlichen Einbrüche länger oder auf kürzere Zeit die Heimat verlassen etwa 190 000 im Regierungsbezirk Königs⸗ berg und etwa 360 000 im Regierungsbezirk Allenstein. Die Höchstzahl der Einwohner, die die Provinz Ostpreußen verließen, dürfte 350 000 bis 400 000 betragen. Zurückgekehrt ist bisher det größte Teil der Flüchtlinge, besonders auf dem Lande Von den Russen sind, soweit bisher festgestellt wurde, in der Provinz 1.620 Zivilpersonen getötet und 433 verwundet worden. Bestimmte Zahlen über Verluste und Schäden lassen sich nicht an⸗ geben. Die Zahl der nach Rußland verschleppten Ein⸗ wohner beträgt nach den bisherigen Angaben insgefamt 5419 Männer, 2587 Frauen und 2719 Kinder. Von den Männern besteht der größte Teil aus hilflosen Greisen. Viele der Verschleppten haben infolge der Strapazen Leben oder Gesundheit verloren. Durch feindliche Brandlegun g ganz oder zum erheblichen Teil zerstört sind im Regierungsbezirk Königs“ berg 7 Städte, 75 Dörfer und 56 Güter, im Regierungsbezird Allenstein 10 Städte, 292 Dörfer und 97 Güter, im Regierungs⸗ bezirk Gumbinnen 7 Städte, 205 Dörfer und 83 Güter. Die Zahl der insgesamt zerstörten Gebäude. beträgt 33 553. Ans etwa einem Drittel der Wohnungen, schätzungsweise 100 000, wurde der Hausrat vollständig und aus ebenso vielen anderen Woh nungen teilweise geraubt oder vernichtet. In dem während der Dauer vom Feinde besetzten ein Fünftel der Provinz war, als der Feind vertrieben war, kein Stück Vieh mehr vorbanden. In den ganzen Grenzkreisen waren fast alle landwirtschaftlichen Ma⸗ schinen und Geräte geraubt oder vernichtet. Dir Windmühlen, Ziegeleien, Brennereien und Molkereien waren söstematisch zer stört. Trotzdem sind in den Grenzkreisen etwa 800000 Wor- gen mit Sommersaaten bestellt und nur 160000 Mor⸗ gen unbestellt geblieben. An Vorentschädigu ·˖ zum 1. Juni 125 340 726 Mark ausbezahl Kirche und Schule. — Die 33. allgemeine Pfarrkonferenz der evangelischen Geistlichen Oberhessens findet nächsten Donnerstag, den 17, Juni, vorm. 10% Uhr, im gewaltig, so daß die deut⸗ Szawle— Marajewo wurde von unseren i hergerichtet hatten, waren sehr schwer, 4 sie wurden von jungen und alten Truppen heldenhaft über⸗ 1 und grausamen Zeichen selbst, die Lebenden, N u den Alpen, beseelt von dem Geiste der Einig⸗ keit und Zusammengehörigkeit, stehen geschlossen um ihren 2 9 — nd essen“ in Gießen Dal Der gegen 2 erha unf en wird ein Vortrag des Pfarrers sein über: 1 Aufgaben nach ritsch-Ruppertsbur dem—— Gäste sind 9 Aus Stadt und rand. Gießen, 14. Juni 1915. * Beschlagnahme der— 9 In den Amts- — 4 der Großh. Kreisämter wurde eine . des stellvertretenden Generalkommandos, betr. die Beschlagnahme der Wollen der deutschen Schaf schur 1914/15 veröffentlicht, woraus ersichtlich ist, daß die Ei entümer die Wolle an bestimmte Wollwäschereien ab— ren oder an Heeresbedarfsfabrikanten direkt verkaufen können. Hierbei ist aber bemerkt, daß nur Mengen von 1000 Kilogramm an abgenommen werden dürfen. Es liegt darum im Interesse der Schafzüchter, sich in der Gemeinde, oder, wenn dies nicht ausreicht, in benachbarten Gemeinden 1 Ablieferung zusammenzuschließen. vor dem 31. August sämtliche Wollbestände an die Heeresbedarfsfabrikanten übergegangen sein müssen, sollten die Schäfereivorstände in der Angelegenheit nichts ver— säumen, sondern Hand in Hand gehen. * Rotes Kreuz. Auf den im Anzeigenteil ver— öffentlichten Aufruf des Roten Kreuzes weisen wir be— sonders hin. Es wird in Kürze eine Haussammlung erfolgen, der ein guter Erfolg sehr zu wünschen ist, da die Anforderungen, die an das Rote Kreuz gestellt werden, immer mehr wachsen. Ueber die Leistungen des hie— sigen Roten Kreuzes ist vor wenigen Tagen ein Bericht veröffentlicht worden, der die N otwendigkeit der Beschaf— fung weiterer Mittel dartut. Seit November v. J. ist das hiesige Rote Kr nicht mehr mit einer Bitte um Spenden an unsere Einwohnerschaft herangetreten. ** Amtliche Personalnach richten. Der Gro ß⸗ herzog hat das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Regierungsbaumeister Lincke; das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens dem Militär⸗Bauregistrator Dauer, beide beim Militär-Neu— bauamt Darmstadt(Lazarettbauten) verliehen. * In der Herberge zur Heimat kehrten im Mai d. J. 640 Gäste(gegen 1221 im gleichen Monat des erzlich willkommen. — 0) ein. Davon waren 529(749) Selbstzahler, wäh⸗ rend 111 Personen(472) Herberge gegen Arbeitsleistung annahmen.— Im Arbeitsnachweis der Herberge waren im Mai 102 offene Stellen angemeldet, von denen 100 be— setzt werden konnten. Von den Arbeitskräften waren 52 Handwerker und 48 Arbeiter. Gesucht wurden Gelegen— heitsarbeiter. Landkreis Gießen. — Heuchelheim, 14. Juni. Dank der günstigen Witterung konnte das von der Militärkapelle des Gießener Landsturmbataillons zugesagte Konzert am Sonntag, den 13. d. Mts. auf dem Windhof Zur Ausführung kommen. Daß vie Darbietungen in dem sehr zahlreich erschienenen Pub— litum eine dankbare Juborerschaft fanden, zeigte der reich— lich gespendete Beifall. Die bisher in den Räumen des Windhofs untergebrachten Verwundeten haben gestern, den 13., das ihnen liebgewordene Heim verlassen und sind nach Gießen— An ihrer Stelle werden 105 der Ge⸗ Krieger der Formationen auf dem .* 2 deren Ersaßbataillone in Gießen liegen. — Fahnenschmied Henkelmann von hier erhielt das . N 3 7 ———— . Die berufene Stelle, diese Hilfe zu und Badewagen zu bekämpfen. J ˙· wwm̃ ˙ů»n»ͥù·ͤAan.. 4 Zweigverein Gießen Frau Gebhardt. 5 5 Die Vorsitzende des Alice-Frauenvereins Eine Haussammlung wird in den nächsten Tagen eingeleitet. Mitteldeutsche Creditbank, Bank für Handel und Industrie und die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers entgegen. „ Spenden werden an der Liebesgabensammelstelle des Roten Kreuzes in der alten Klinik angenommen. 88288888888 „Giserne Kreuz“ und die„Hess. Tapferkeits⸗ medaille“. — Trais-Horloff, 11. Juni. Gestern wurde hier das deugras in den Gemeindewiesen versteigert. Der Morgen kam je nach der Qualität auf 25—50 Mk. Es ist dies ein Preis, wie er in den letzten Jahren nicht erreicht wurde. Auch im Nachbardorse Steinheim wurde das Gras in den Gemeindewiesen desc bier wurde der Morgen durchschnittlich noch besser bezahlt. m. Hungen, 12. Juni. Auf Grube„Friedrich“, Trais⸗ bpfest ereignete sich gestern nachmittag ein bedauerlicher Un⸗ glücksfall. Ein 19 fähriger Arbeiter aus dem benachbarten Ütphe war auf einen Mast der elektrischen Anlage gestiegen, um eine Reparatur vorzunehmen. Infolge, Bruchs einer eisernen Sprosse stürzte der junge Mann aus 8 Meter Höhe ab, wobei er sich so schwere Verletzungen zuzog, daß er dem Hungener Kranken- hause zugeführt werden mußte. Kreis Friedberg. Pohl⸗Göns, 11. Juni. Unteroffizier Wilhelm Göbel(Res.⸗Inf. Regt. 254 erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Aus der Wetterau, 12. Juni. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr ging eine große Anzahl Gewitter über der Wetterau nieder. Ununterbrochen floß etwa zwei Stunden lang der Regen in Strömen. Die Felder haben ein frischgrünes Aus- sehen erhalten, und der Landwirt sieht jetzt freudiger in die Zu- kunft. Heute wird vielsach mit dem Setzen der Krautpflanzen be- gonnen, da der Boden jetzt die nötige Feuchtigkeit besitzt. Hessen⸗Nassau. — Marburg, 12. Juni. Eine eigenartige Stistung hat die hiesige Holzhauersche Universitäts-Instrumenten⸗ sabrik im Kriege invalid gewordenen Soldaten zugedacht. Sie stellte der Militärverwaltung zwanzig künstliche Beine, diese letzte Errungenschatt der modernen Orthopädie, für unsere Krieger zur Versügung, Ein jedes dieser Ersatzglieder hat einen Wert von etwa 400 Mart. Durch eine besondere Bestimmung der Fabrik wird die Schenkung auch über den Krieg hinaus von Segen sein. Die Spenderin hat sich nämlich verpflichtet, den Soldaten, die diese Beine tragen werden, alle etwa später notwendig werdenden Ersatzteile kostenlos zu liesern und auch Reparaturen der Glied- maßen unentgeltlich auszuführen. Diese Verpflichtung. erstreckt sich auf die ganze Lebenszeit der Invaliden. So dürste die zweckmäßige Stistung dazu angetan sein, das schwere Los manches braven Vaterlandsverteidigers zu erleichtern. Gerichtssaal. Der Totschlag auf der Liebigshöhe. th. Gießen, 12. Juni. Am 8 fand vor dem hiesigen Kriegsgericht die Ver⸗ handlung gegen den Ersatzreservisten Klüppstein aus Hungen statt, der im Streite den Landsturmmann Sauerwein aus Zeilhardt erstocken hat. Bei seiner Vernehmung schilderte der Angeklagte, wie man ihn in der Kompagnse, in der er der jüngste Mann war, fortgesetzt gehänselt habe. Am Tage der Tat habe man ihn, der er in Bereitschalt vom Samstag mittag bis Sonntag mittag auf der Liebigshöhe Dienst hatte, schon ohne Ursache mor⸗ gens vor 6 Uhr aus dem Bette geholt. Er wurde vom Unter⸗ offizier zum rbeitsdienst gleich für 8 Uhr bestimmt, obgleich er am Samstag bis abends nach 7 Uhr den gleichen Dienst schon gehabt hat. Außer ihm waren noch 3 Mann, darunter auch Sauerwein, für den Dienst bestimmt. Klippstein bestreitet, gewusst zu haben, daß Sauerwein zum Führer bei diesem Arbeitsdienst durch den Unteroffizier bestimmt war; er will auch nicht wahr⸗ genommen haben, daß Sauerwein von dem Vorgesetzten den ent⸗ sprechenden Zettel ausgehändigt erhalten hat. Er habe, als er sich wegen des Arbeitsdienstes beim Unteroffizier beklagte, von diesem die Antwort erhalten, er könne sich ja mit seiner Be⸗ schwerde an den Feldwebel wenden, was er darauf auch ohne Erfolg getan habe. Es könne möglich r daß, während er mit den Aufruf! Zehn Monate bereits stehen unsere tapferen Truppen in Feindesland in heldenmütigem Kampf gegen unsere e Feinde, denen sich jetzt auch noch das treulose Italien zugesellt hat. In geschlossener Einmütigkeit teilt das ganze Volk mit unseren Tapféren den Willen, auszuhalten bis zum glücklichen Ende. Wie die da draußen täglich und stündlich Leben und Gesundheit hingeben, so gilt es für die zu Hause Gebliebenen, in ihrer Opfer⸗ freudigkeit nicht zu erlahmen, um den Streitern im Feld und den Verwundeten in der Heimat zu helfen. vermitteln, ist das Rote Kreuz. Täglich wachsen Lazarette, in der Verpflegung und Erfrischung von Verwundeten in den durchkommenden Zügen, in der Versendung von Liebes⸗ . gaben aller Art, in der Bereitstellung von Pflegekräften und von Einrichtungen, die für die Erhaltung der Gesundheit unserer Truppen im Felde unentbehrlich sind. Namentlich im Osten gilt es, die gefährliche Ungezieferplage durch Beschaffung von Desinfektions⸗ Die Versorgung unserer Kriegsinvaliden, der Witwen und Waisen der auf dem Felde der Ehre Gefallenen und die Erhaltung unseres Nachwuchses sind in steigendem Maße brennende Aufgaben. Erleichterung des harten Loses unserer in Kriegsgefangenschaft schmachtenden Landsleute. Große Geldmittel sind schon aufgewendet worden. ergeht aufs neue die herzliche und dringende Bitte: Helft uns, gebt uns weitere Mittel in die Hand! Was Ihr dem Roten Kreuz spendet, gebt Ihr dem Vaterland und seinen bis in den Tod getreuen Söhnen! Der Oberbürgermeister Keller. Feldwebel spr. 9* — fohl A t l e 5 1 enen Arbeitsdien setzter für i ist. Als man sich für den besohlenen In de 1 89 Lc vermißte Klippstein seinen Mantel, den ihm aden, um zu foppen, weggenommen hatten. Der eee oil durch diese Vorkommnisse an dem Vormittag sehr ärgerlich und gewesen sein. Er erklärt, er e den getöteten—— wein nicht näher gekannt, derselbe 7. niemals etwas zu Leide getan, er könne auch nicht agen, da grade an dem Vormittag etwa gehänselt hat Man sei zu 11 an dem Morgen aus dem Wachtlokal der Liebigshöhe in Freie getreten, um in das Lager zu 5 Kl. hatte sein Seitengewehr schon in der Liebigs⸗ 845 au dena da erklärte einer der Kameraden, er solle das Seitengewehr abnehmen, man könne desselbe ja noch drüben im Lager r Als er damit beschäftigt gewesen sei, sei Sauer⸗ wein auf ihn zugetreten und habe gefragt: 12 du 355 a lt ich bin ein Faulenzex?“ Er will geantwortet hab t du auch“, worauf Sauerwein, das Gewehr umdre end, mit 1 7 Kolben auf ihn zugestoßen habe. Da will den daache be we, N Angst gepackt haben; er war mit dem Seitengewehr grade so 9 es in die Scheide zu stecken. In der linken, 14 K 92 er Gewehr und*. der rechten Hand hat er bid 2— Kameraden den verhängnisvollen Stich versetzt. Agence versichert, er habe nicht etwa Sauerwein töten malie ondern es sei seine Absicht gewesen, dessen Angriff abzuwehren. Der Vorfall— sich blitzartig abgespielt, zum Ueberlegen sei keine Zeit gewesen. Vie ein gestaltete sich N Die Tatzeugen schwanken in ihren Aussagen un widersprechen sich in 3 Acc Punkt der Anklage, ob Kl. gewußt haben muß, S. als Führer des Arbeitskom⸗ mandos bestellt, also wahrend dieses Dienstes Vorgesetzter war. — Unteroffizier Loch ist der Ansicht, es könne sehr leicht möglich sein, daß Altpostein grade beim Feldwebel stand und Ne ö wegen des Arbeitsdienstes anbrachte, während er Sauerwein zum Führer bestellte und ihm den Zettel mit den Namen der Leute seines Kommandos einhändigte. Die Tatsache, daß Klippstein von den alteren Kameraden gehänselt worden ist, wie dies unter Sol⸗ daten wohl vorkommt, wäre zweifellos festgestellt. Stabsarzt Hahn, der den 1— untersucht hat, erklärt, der Tod sei durch den verhängnisvollen Stich mit dem Seiten⸗ gewehr, der die Lunge verletzte, infolge* Verblutung ein⸗ 2— Geheimer Medizinalrat Prof. Sommer be⸗ undet als medizinischer Sachverständiger, 8 l der Familie des alan her Fälle von Geisteskrankheit vorgekommen sind. Daraus allein sei nicht zu folgern, daß Klippstein eckig belastet— Der Angeklagte sei jedenfalls nicht geisteskrank; es sei auch in der Verhandlung nicht berperagtreten, daß Klipystein in einem gewissen Dämmerungszustand die Tat begangen hat oder sonst in seiner geistigen Beschaffenheit die Bedingungen erfülle, um für seine Tat en:„Ja, recht einfach. nach dem Gesetz straflos 1 erscheinen. Bei Zumessung der Strafe jedoch müsse man ugeklagten mildernd dcn halten, daß er immerhin ein gei 4 schwacher Mensch sei, der, in Zorn und in een ae u nicht die Kraft besitze, sich so zu beherrschen, wie ein geistig vollkommener und normaler Meusch⸗ Das Kriegsgericht erkannte auf ein Schuldig der 1 7 5 verletzung mit Todesfolge, begangen mit einer dienstlichen Waffe. Daß die Tat gegen einen NI im Dienst bez 13 stehe außer Zweifel, jedoch stehe nicht fest, daß si n= geklagte bewußt gewesen daß Sauerwein im 8 Fall ein Vorgesetzter war. kundung des Unteroffizier Loch ergebe nach dieser Richtung mindestens zu einem Zweifel Aulaß, und deshalb habe man nach dieser Richtung die Schuld⸗ frage verneint. In Rücksicht darauf, daß Klippstein an dem frag⸗ lichen Morgen in erregter Stimmung sich befunden hat, hat man dessen Verfehlung als einen minder Jorweren Fall. und ihm mildernde Umstände zugebilligt. Es wurde auf 4 Jahre Gefängnis erkannt, wobei man zu berücksichtigen te, daß die Tat gogen einen Nameraden während des Krieges wurde. Der Vertreter der Anklage, der den Standpunkt vertrat, Klipp⸗ sei, Diese gehen aber zur Neige, unsere Pflichten dagegen wachsen. stein— daß erwein im gegebenen Zeitpunkt sein Vorgesetzter war, hitte 5 Jahre Gefängnis beantragt. seine Aufgaben in der Fürsorge für die Nicht minder wichtig ist die Deshalb Der Vorsitzende des Zweigvereins Gießen vom Roten Kreuz 3 Wiener. Geldspenden nehmen auch die Bezirkssparkasse, Gewerbebank, Sonstige